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Inhalt:

Jahrbücher

des

Vereins für meklenburgische Geschichte
und Alterthumskunde,

aus

den Arbeiten des Vereins

herausgegeben

von

Dr. G. C. Friedrich Lisch,

großherzoglich meklenburgischem Archiv=Rath,
Conservator der geschichtlichen Kunstdenkmäler des Landes, Regierungs=Bibliothekar,
Direktor der großherzoglichen Alterthümer= und Münzen=Sammlungen zu Schwerin,
Ritter des Rothen Adler=Ordens, des Nordstern=Ordens, des Oldenburgischen Haus=Ordens und des Dannebrog=Ordens, Inhaber der großherzogl. meklenb. goldenen Verdienst=Medaille und der königl. hannoverschen goldenen Ehren=Medaille für Wissenschaft und Kunst am Bande, der kaiserlich österreichischen und der kaiserlich russischen großen goldenen Verdienst=Medaille für Wissenschaft,
wirklichem Mitgliede der Akademie der Wissenschaften zu Stockholm, correspondirendem Mitgliede der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, der kaiserl. archäologischen Gesellschaft zu St. Petersburg und der oberlausitz. Gesellschaft der Wissensch. zu Görlitz, Ehrenmitgliede der deutschen Gesellschaft zu Leipzig und Ehrencorrespondenten der kaiserl. Bibliothek zu St. Petersburg, Mitvorsteher des naturgeschichtlichen Vereins für Mecklenburg,
Ehrenmitgliede,
der geschichts= und alterthumsforschenden Gesellschaften zu Dresden, Mainz, Hohenleuben, Meiningen, Würzburg, Sinsheim, Königsberg, Lüneburg, Emden, Luxemburg und Christiania,
correspondirendem Mitgliede
der geschichts= und alterthumsforschenden Gesellschaften zu Lübeck, Hamburg, Kiel, Stettin, Hannover, Halle, Jena, Berlin, Salzwedel, Breslau, Cassel, Regensburg, Kopenhagen, Gratz, Reval, Riga, Leyden, Antwerpen
als
erstem Secretair des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde.


Neunundzwanzigster Jahrgang.


Mit neunzehn Holzschnitten.
Mit angehängten Quartalberichten.
Auf Kosten des Vereins.
Vignette

In Commission in der Stillerschen Hofbuchhandlung.

Schwerin, 1864.

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Gedruckt in der Hofbuchdruckerei von Dr. F. W. Bärensprung.
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Inhaltsanzeige.


A. Jahrbücher für Geschichte.

Seite
  I. Ueber die Besitzungen der Tempelherren in Meklenburg, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 3
 II. Ueber des Herzogs Magnus Reise nach Cassel, zur Vermählung seiner Tochter Anna, von dem Oberlehrer Dr. G. Schmidt zu Göttingen 21
III. Ueber die genealogischen Arbeiten in Meklenburg im 18. Jahrhundert, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 25
      und über v. Hoinckhusens Landkarte von Meklenburg S. 30
Nachtrag S. 285.
IV. Uebersicht über die kirchlichen Denkmäler mittelalterlicher Kunst in Meklenburg, von D. C. W. 49
 V. Kämmerei-Register der Stadt Wismar, 1326-1336, von D. C. W. 77
VI. Urkunden, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 109
Mit zwei Holzschnitten.

B. Jahrbücher für Alterthumskunde.

   I. Zur Alterthumskunde im engern Sinne 113
       1) Vorchristliche Zeit 115
          a. Steinzeit 115
              Höhlenwohnungen und Pfahlbauten in Meklenburg: Höhlenwohnungen von Dreveskirchen und Pfahlbauten von Gägelow, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 115
                            Nachtrag S.286.
          b. Bronzezeit 138
              Ueber Bronze=Kronen und die Krone von Schwerin, von demselben 142
                            Mit vier Holzschnitten.
              Analysen antiker Bronzen, von dem Dr. L. R. v. Fellenberg zu Rosenbühl i. d. Schweiz 156
          c. Eisenzeit 177
              Begräbnißplatz von Bartelsdorf, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 177
              Ueber die bronzenen Hängeurnen und Buckel, von demselben 190
                            Mit zwei Holzschnitten.
       2) Alterthümer des christlichen Mittelalters 195
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  II. Zur Baukunde 199
       1) Vorchristliche Zeit 199
              Der Burgwall von Alt=Buckow, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 199
       2) Christliches Mittelalter 201
           Gewölbmalereien in der Kirche zu Zurow, von D. C. W. 202
 III. Zur Kunstgeschichte 211
           Die alten Chorstühle des Domes zu Ratzeburg, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 211
           Das bronzene Tauffaß in der Marien-Kirche zu Rostock, von demselben 216
 IV. Zur Münzkunde 225
           Der Münzfund von Schwiesow, von dem Archiv=Rath, Pastor Masch zu Demern 225
           Die Münzen des Herzogs Christoph zu Meklenburg, von demselben 253
                            Mit sechs Holzschnitten.
           Medaille und Wachsmedaillon des Herzogs Heinrich d. Friedfertigen von Meklenburg, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch 257
                            Mit zwei Holzschnitten.
  V. Zur Geschlechter= und Wappenkunde 263
              Die stammverwandten Familien von Holstein und Kruse, von demselben 263
                            Mit drei Holzschnitten.
 VI. Zur Naturkunde 275
              Alte Rindsskelete 275
              Alte Rennthiergeweihe 283
       Nachträge.
              Ueber die v. Hoinckhusenschen General=Karten von Mecklenburg, von dem Archiv=Rath Dr. Lisch (Nachtrag zu S. 30) 285
              Ueber die ersten deutschen Pfahlbauten in Meklenburg bei Wismar, von demselben (Nachtrag zu S. 120) 286

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A.

Jahrbücher

für

Geschichte.

 


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I.

Ueber

Besitzungen der Tempelherren

in Meklenburg,

von

G. C. F. Lisch.


N achdem die meklenburgischen Besitzungen verschiedener Ritterorden in den Jahrbüchern zur Untersuchung gekommen sind, läßt sich die Frage nach Tempelherren in Meklenburg nicht gut umgehen, wenn auch die Forschung sehr schwierig und unerquicklich ist, jedoch auch ihre anziehenden Seiten hat.

Im Beginn der Untersuchung muß entschieden ausgesprochen werden, daß sich in keinem Archive irgend eine Urkunde über Tempelherren in Meklenburg gefunden hat. Dennoch ist seit ungefähr hundert Jahren die Sage verbreitet, daß auch in Meklenburg Tempelherren gewohnt haben. Wilken und Falkenstein in ihren Geschichten des Tempelherrenordens haben behauptet, daß die Templer eine Commende zu Wredenhagen besessen hätten, können aber keine Beweise dafür angeben. Die Nachricht ist wahrscheinlich durch Klüver's Beschreibung von Meklenburg, 1728, I., S. 638, und Franck's Altes und Neues Mecklenburg, 1754, V., S. 221, verbreitet worden.

Die Quelle sämmtlicher Nachrichten ist aber ohne Zweifel eine kurze Genealogie des meklenburgischen Adels von Joachim von Pritzbur. Der königlich=dänische Oberlanddrost, Etatsrath J. v. Pritzbur verfaßte 1710 für sich kurze, lateinische Nachrichten über die meklenburgischen Adelsfamilien, welche

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nach seinem Tode im J. 1722 gedruckt erschienen, unter dem Titel: Index concisus familiarum nobilium ducatus Megapolitani, conscriptus duodecim abhinc annis per illustrissimum quendam virum etc. Havniae, 1722. Dieser sagt bei der Familie v. Pritzbur: die Vorsteher der S. Marienkirche zu Röbel hätten über den Ankauf gewisser Ländereien eine Urkunde vom J. 1285 gehabt, welche von Pritzbur von Kelle und dessen Sohn Henning Pritzbur, Bruder des Templerordens zu Wredenhagen, besiegelt gewesen sei:

"In antiquo latino emptionis instrumento 1285 est: Provisores fraternitalis sacri collegii oppidi Robel s. Virginis divae habentes et tenentes in eorum manibus chirographum videlicet emptionis et venditionis certorum agrorum, sigillis quorundam validorum Pritzebur de Kelle et Henningi, filii sui, ordinis templariorum fratris, residentis in Wiedenhagen, Nicolaus II. princeps Vandalicus, qui Gustraviae vixit, in horum confirmandis privilegiis 1293 testem adposuit: Pritzebuer noster marschalkus."

Pritzbur fügt hinzu, daß dieses den Tempelherren einst zuständig gewesene Amt nach dem Untergange derselben fürstliche Domaine geworden sei, daß jedoch noch zu seiner Zeit ein Theil der Burg in Erinnerung an die Tempelherren "der Tempel" genannt werde. ("Ista praefectura templariis olim concessa, his deletis, fisco ducali cessit, unde in templariorum memoriam pars adhuc "der Tempel" dicitur").

Zu bemerken ist, daß in dem Druck des pritzbur'schen Werkes durch einen Druckfehler wirklich "Wiedenhagen" statt "Wredenhagen" steht, daß er aber ohne Zweifel Wredenhagen meint.

Dieser Urkundenauszug hat nun freilich ganz das Ansehen, als wenn er einer ächten Urkunde entnommen wäre. Es gab in Röbel allerdings seit dem 13. Jahrhundert eine Vorsteher=Brüderschaft der Marienkirche, welche Urkunden ausstellte. Aber die Urkunde selbst ist nicht zu finden und in dem Verzeichnisse der Urkunden dieser Brüderschaft aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, welches noch im schweriner Archive aufbewahrt wird, ist diese Urkunde nicht aufgeführt; auch ist die Frage, ob die Urkunde richtig gelesen ist.

Man möchte jedoch geneigt sein, diese Nachricht für urkundlich ächt zu halten, und darnach den Aufenthalt von Templern in Wredenhagen bei Röbel als wahr und begründet anzunehmen.

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Dies ist die Quelle aller Nachrichten über, die Tempelherren in Meklenburg. Von hier ging die Nachricht bald in d. Behr's († 1729) Meklenburgische Geschichte: Rerum meclenb. Libros, p. 221 und 525, und in Klüver's Mecklenburg I., S. 638, mit denselben Worten über, und Franck verbreitete sie, V., S. 221, weiter.

Und wirklich finden sich in neueren Zeiten in Wredenhagen Spuren, daß früher Tempelherren daselbst gewohnt haben. Der Hof von Wredenhagen steht noch auf dem ziemlich klar gebildeten alten Burgwalle, dessen großer Burgraum noch mit einer alten Mauer umgeben ist und noch Reste von alten Gebäuden aufweiset. Nach den zu den Acten eingereichten Berichten brannte am 19. Februar 1735 das "aus altem Mauerwerk bestandene considerable Brau= und Kornhaus, so vormals eine Kirche der sogenannten Tempelherren gewesen sein soll, in wenig Stunden" ganz ab. Nach einer Gutskarte ungefähr vom J. 1770 lag rechts von dem Wege von Wredenhagen nach Cambs und weiter hin nach der Neuen=Mühle ein Ackerstück, welches "Auf dem Templin" hieß. Ueber das benachbarte Gut Cambs bringt Franck A. u. N. M. XII., S. 331, die Nachricht: "es hat selbiges vormahls den Tempelherrn gehöret, wie denn ohnweit dem dortigen Ritter=Sitz ein Haus stehet, so zum Andencken noch heutiges Tages der Tempel genannt wird".

Von Gewicht wäre die Beantwortung der Frage, ob es nach der Geschichte des Ortes Wredenhagen möglich oder wahrscheinlich ist, daß die Tempelherren denselben in Besitz gehabt haben. Nun ist aber aus alter Zeit über Wredenhagen weiter nichts bekannt geworden, sondern der Ort tritt erst in die Geschichte, als der Templerorden eben aufgehoben war.

Der Templerorden ward im J. 1312 förmlich aufgehoben. Die ersten Spuren seiner Verbreitung in Deutschland finden sich im J. 1216 im Sprengel von Mainz, dann bald darauf in den Sprengeln von Cölln und Halberstadt. Sehr reiche Besitzungen gewann der Orden aber in den ehemaligen Wendenländern 1 ). In dem heutigen Regierungsbezirke Frankfurt a. O. hatte derselbe ungefähr seit dem J. 1230 drei Comthureien: Lietzen, Quartschau und Lagow oder Zielenzig, und beträchtliche zerstreuete Güter, und in Pommern die Com=


1) "Ueber die Tempelherren und ihre Besitzungen im preußischen Staate vgl. v. Ledebur's Archiv für Geschichtskunde, Band XVI., 1835, S. 97 flgd., in 3 Abschnitten.
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thureien Rörich, Wildenbruch und Pansin mit vielen andern Besitzungen; unzweifelhaft war das Dorf Tempelhof bei Berlin eine Besitzung der Templer, welche nach der Aufhebung des Ordens in eine Johanniter=Comthurei verwandelt ward.

Grade zur Zeit der Aufhebung des Templerordens war Meklenburg mit Brandenburg in einem heftigen Kriege begriffen, welcher zu Gunsten Meklenburgs endigte. In der Mark Brandenburg blieb der Templerorden von den blutigen Verfolgungen, die ihn in Frankreich trafen, verschont, und die Brüder und Besitzungen desselben gingen in den Johanniterorden über. Zunächst aber nahmen sich die Markgrafen der Tempelgüter an und am 31. Januar 1318 nahmen sie den Johanniter=Orden innerhalb der Mark und außerhalb derselben in Pommern, Wenden und Meklenburg sowohl für den Besitz des Johanniterordens, als für den Besitz, "der ehemals dem Tempel gehörte", in Geleit und Schirm. Das ist gewiß, daß die Markgrafen von Brandenburg damals auch Wredenhagen 1 ) an sich gerissen hatten; denn in dem Frieden von Templin vom 25. November 1317 zwischen Brandenburg und Meklenburg mußten die Markgrafen sich verpflichten, die Burgen Eldenburg (Lübz) und Wredenhagen an Meklenburg und Werle zurückzugeben.

Es ist also leicht möglich, daß die Aufhebung des Tempelherrenordens den Markgrafen von Brandenburg die Veranlassung gegeben hatte, Wredenhagen als Templerbesitzung an sich zu reißen.

Erst mit dieser Begebenheit tritt Wredenhagen in die ununterbrochene Geschichte der meklenburgischen Lande. Zur Zeit aber, als 1285 ein Tempelherr Pritzbur in dieser Gegend genannt wird, wird in derselben Gegend auch eine "Neuburg Wenden" ("novum castrum Wenden") genannt (vgl. Lisch Gesch. des Geschl. Hahn, Urk., I., B., S. 116), welche im Besitze der Landesherren, und nicht der Templer war. Es ist möglich, daß diese Burg Wredenhagen ist, es ist aber auch nicht unwahrscheinlich, daß Neuburg Wenden an einem andern Orte in der Nähe von Wredenhagen gelegen hat. Nach Karten aus dem vorigen Jahrhundert liegt zwischen Heinrichshof, Melz und Kieve in einer großen Wiese östlich von Heinrichshof, welche gegen Süden hin bis nach Kiewe reicht und die Burgwiese hieß, eine runde Erhöhung, welche Borgwall genannt ward. Dieser Burgwall kann vielleicht die Neuburg


1) Vgl. Höfer's Auswahl der ältesten deutschen Urkunden, 1835, S. 125, Nr. 49.
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Wenden sein. Die heidnischen Burgwälle jener Gegend lagen bei Vipperow und Röbel an der Müritz.


Die bisherigen Forschungen bewegen sich mehr auf dem Felde der Sage. Es kommen hiezu aber noch einige urkundliche Erscheinungen, welche höchst seltsam und wunderlich sind, aber als solche doch eine Untersuchung verdienen. Der Tempelherrenorden soll auch die Güter Netzeband und Rossow in dem ehemaligen Lande Lieze, bei den jetzigen meklenburgischen Enklaven in der Mark, besessen haben. Die Gegend südlich von Wredenhagen, ungefähr zwischen Wredenhagen, Witstock, Ruppin, Reinsberg und Zechlin, bildete das alte Land Lieze oder das Liezländchen, welches in alten Zeiten ganz an Meklenburg gehörte, woher noch heute die genannten Enklaven stammen. Schon in der frühesten Zeit christlicher Bildung, seit den Jahren 1232 und 1233, ward fast das ganze Liezland an geistliche Stiftungen weggegeben, welche sich um Meklenburg verdient gemacht hatten oder mit Meklenburg im engern Verkehr standen: das Kloster Amelungsborn, das Mutterkloster des meklenburgischen Hauptklosters Doberan, besaß die Dörfer Schwinrich, Sevekow, Gr. und Kl. Bale, beide Rederank, Zempow, Uchtorf, Berlin und Schild, mit dem Haupthof Dranse (vgl. Jahrb. II., S. 92, und XIII., S. 135); das Kloster Alten=Camp bei Cöln am Rhein, das Mutterkloster des Klosters Amelungsborn, befaß die Dörfer Kiewe, Winterfeld, Wüsterade, Schönfeld, Gr. Berlin, Glöwen, mit dem Haupthof Kotze (jetzt Mönchhof) bei Wredenhagen (vgl. Jahrb. II., S. 94); das Kloster Dünamünde in Liefland besaß das Dorf Röggelin mit Zubehörungen, mit dem Haupthof Dünamünde (vgl. Jahrb. XIV., S. 70); das Nonnenkloster Arendsee, das Mutterkloster mehrerer meklenburgischer Klöster, hatte ausgedehnten Besitz am Flusse Temnitz zwischen Dünamünde und Netzeband (vgl. Jahrb. XV., S. 15). Von der ganzen Lieze blieben nur die Güter Netzeband und Rossow frei von Klosterherrschaft. Die Klostergüter aber kamen nach und nach in andere Hände. Nachdem die Klöster ihre Sendung zur Cultivirung der Wendenländer erfüllt hatten, verkauften um das J. 1430 die Kloster Amelungsborn und Dünamünde ihre Besitzungen an den oft bei der Stadt Witstock residirenden Bischof von Havelberg, nachdem derselbe schon 1320 Zechlin von dem Kloster Doberan gekauft hatte, und im J. 1436 verkaufte das Kloster Alten=Camp seine Besitzungen an die Stadt Witstock. So kam im

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15. Jahrhundert fast die ganze Lieze in den Besitz des Bischofs von Havelberg und der Stadt Witstock und im 16. Jahrhundert durch Säcularisirung der geistlichen Güter an die Markgrafen von Brandenburg, welche zugleich die Besitzungen des märkischen Klosters Arendsee mit säcularisirten. So kam die Lieze an Brandenburg, mit Ausnahme von Netzeband und Rossow mit Zubehörungen, welche seit alter Zeit Lehn waren und daher ohne Gewalt nicht so leicht genommen werden konnten.

Die liezländischen Güter des Klosters Alten=Camp aber reichten mit dem Haupthofe Kotze (jetzt Mönchhof) und der Kotzer Haide (jetzt Witstocker Haide) südlich bis unmittelbar an Wredenhagen.

Im J. 1276 verlor die meklenburgische Linie Werle die Lieze an die Markgrafen von Brandenburg, gewann sie aber von diesen wieder durch den Frieden von Templin.

So weit urkundliche Nachrichten reichen, waren die Enklaven Netzeband und Rossow Lehngüter, welche bis heute von den meklenburgischen Fürsten verliehen sind. Die Nachrichten gehen bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Vorher aber sollen diese Güter dem Tempelherrenorden gehört haben. Hierüber reden nun zwei Urkunden 1 ), welche aber an Styl, Sprache und Inhalt so dunkel und verworren sind, daß ihr wahrer Inhalt wohl unter keinen Umständen ermittelt werden kann, ja selbst eine Abschrift derselben fast

an die Unmöglichkeit grenzt. Diese Urkunden wurden im Kruge zu Rossow aufbewahrt und kamen im Anfange des 17. Jahrhunderts zum Vorschein. Sie waren schon einem Erlasse des Herzogs Carl vom J. 1609 beigelegt und wurden von Bauern im J. 1611 wieder vorgebracht; der Herzog Adolph Friedrich trug aber Bedenken, diese verworrenen Abschriften anzuerkennen. Beide Urkunden sind nur Abschriften von beglaubigten Abschriften.

Die erste Urkunde ist vom J. 1330. Der Inhalt ist wohl schwer zu bestimmen; dem Anscheine nach wird dem Kruge zu Rossow etwas verliehen. Die ganze Schrift wimmelt voll der größten Unsinnigkeiten. Folgendes ist aber klar. Es werden die Dörfer der Enklaven im Ober=Liezlande genannt; der Abt des Klosters Camp gehört mit zu den Ausstellern; außerdem werden häufig erwähnt: "die Tempelherren in dem Oberhause Wredenhagen, der Comthur


1) Diese Urkunden sind der Merkwürdigkeit wegen im Anhange mitgetheilt.
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"des hohen Tempels, das Haupthaus Wredenhagen, das Tempelkreuz und andere Dinge mehr".

Es ist nicht möglich, die Schrift zu entwirren; aber es kommen so viele Einzelnheiten darin vor, daß man glauben möchte, es sei nicht Alles erdacht, sondern doch aus alten geschichtlichen Nachrichten zusammengewürfelt oder auch nach einer alten Schrift durch mißverstandene Abschrift gänzlich entstellt.

Die zweite Schrift ist eine Urkunde des Herzogs Heinrich von Meklenburg vom J. 1421, durch welche er die Urkunde "des Tempelherrn von Werle mit den Kreuzherren vom Kloster Camp" bestätigt, aus welcher hervorzugehen scheint, daß der erste Brief ein Erbpachtbrief sein soll.

Etwas Bestimmtes ist mit diesen seltenen Unsinnigkeiten kaum anzufangen. So viel scheint aber doch daraus hervorzugehen, daß man annahm, die Tempelherren hätten in jener Gegend Besitzungen gehabt.

Daß Cöln erwähnt wird, kann durch das Kloster Alten=Camp bei Cöln veranlaßt sein; jedoch sollen die Templer auch in Cöln ein Ordenshaus gehabt haben (vgl. v. Ledebur a. a. O. S. 114).

Die Güter Netzeband und Rossow verschwinden nach dem J. 1330 wieder eine Zeit lang aus der Geschichte. Am 30. December 1353 verlieh aber der Herzog Johann von Meklenburg=Stargard dem Henning Behr das Landmarschallamt des Landes Stargard und legte zu diesem Amte alle Angefälle auf der ganzen Lieze (vgl. Jahrb. II, S. 292); sicher ist, daß bald darnach die Behr die Güter Netzeband, Dargitz, Drusedow und Grünberg besaßen (Schönberg ward erst um 1557 erbauet). Die Behr veräußerten aber noch vor dem J. 1387 die Güter an Hermann Gadow, welcher sie bald wieder an die Rohr verkaufte, in deren Händen sie lange gewesen sind. Die Behr besaßen schon im 13. Jahrhundert Güter auf der Lieze, welche sie am 13. Januar 1274 an das Kloster Amelungsborn verkauften; vgl. Lisch Forschungen zur Geschichte des Geschlechts Behr, I.. A., §. 17.

Dies ist Alles, was sich über die Tempelherren in Meklenburg sagen läßt. Wenn auch Alles sehr unsicher und dunkel ist, so scheint es doch nicht unwahrscheinlich zu sein, daß die Tempelherren eine Comthurei in Wredenhagen gehabt haben; jedoch läßt sich nicht mehr als die Wahrscheinlichkeit behaupten.


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Außer diesen dürftigen Spuren von einer Templercommende wird noch oft eines "Tempels" in Parchim gedacht. An einer der Hauptstraßen der Stadt Parchim, welche sich durch die ganze Stadt zieht, früher die Lindenstraße hieß, vom Volke lange Zeit die Lange Straße genannt ward und jetzt wieder mit dem Namen der Lindenstraße belegt ist, lag ein großes, massives Haus, welches seit alter Zeit der "Tempel" oder das "Tempelhaus" genannt ward. Nach einem amtlichen Berichte vom J. 1707 war das Haus "rings umher mit einer starken Brandmauer umgeben und ging mit dem Vordergiebel an die sogenannte Lindenstraße; das daran gefügte Hintergebäude war von dem damaligen Besitzer zu einer besondern Wohnung aptirt, darauf verschiedene Ställe in Einer Continuation mit dem Hinterhause folgten, und schloß sich an diese Gebäude eine ziemlich ansehnliche, dem Berichte nach von jeher allda gewesene Scheune, deren Giebel mit Steinen ausgemauert in Einer geraden Linie mit des Nachbarn Hause an die Hintergasse ging; an einer Seite hatten diese Gebäude eine neben aufgehende enge Gasse, an der andern Seite aber eine ziemlich räumliche Auffahrt, und ist der Hofplatz, so weit das Mittelgebäude gehet, von ziemlicher Weite, und gehet von solchem Hofplatz ein Gang an einen öffentlichen Brunnen". Dieses Gebäude oder dieser Hof bildete also ein ganzes, großes, frei stehendes, mit alten, massiven Gebäuden bebauetes Viereck, welches von der Lindenstraße bis zu der damit parallel laufenden Hinterstraße ging und neben welchem noch zwei Gärten lagen, welche wüste Hausstätten sein sollten, so daß diese Grundstücke die eine Seite einer "ganzen Gasse" bekleideten; an der dritten Seite lief eine enge Gasse, an der vierten Seite war eine geräumige Auffahrt. Wir haben hier also eine ziemlich bedeutende, starke Hofanlage in der Stadt. Die enge Gasse zur Seite des ganzen Hofes war die Gasse, welche in alter Zeit die Judengasse genannt ward und in den neuesten Zeiten mit dem Namen Tempelstraße belegt ist.

Die Juden waren im Mittelalter in Parchim sehr zahlreich. Nach alten Einrichtungen, welche an manchen Orten bis auf die neueste Zeit gedauert haben, waren sie auf eine bestimmte, schmale Straße beschränkt, in welcher sie eng und schmutzig neben einander wohnten; man kann sich also die Judenstraße (jetzt Tempelstraße) in Parchim lebhaft so denken, wie die weit bekannte Judenstraße in Frankfurt a. M. In dieser Straße hatten sie auch ihre Synagoge, welche in der Mitte der Judenstraße stand, der Hinterstraße hinter den

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Tempelhäusern, und dem Brunnen grade und der Ecke der Tempelscheure schräge gegenüber. Noch heute liegt der ehemalige Synagogenplatz hier etwas eingerückt und an einer Seite frei, welche mit Auffahrten von andern Häusern in Verbindung steht. Die Judenstraße kommt schon seit dem Jahre 1355 vor; wahrscheinlich wohnten die Juden auch noch in den anstoßenden hintern Straßen, da ihre Wohnungen auch die Judenstadt genannt werden, z. B. 1355 Judaeorum habitationes, 1356, 1387 villa Judaeorum, 1406 domus Judaeorum (vgl. Cleemann's parchimsche Chronik S. 210 flgd.). Zu dieser Judenstadt gehörte auch vor dem Kreuzthore ein Judenkirchhof (Keifer), dessen berühmte Leichensteine zum Theil zu den Fundamenten eines Anbaues der Marienkirche und des Kreuzthores verwandt sind (Cleemann S. 311 flgd. und 516).

Das Tempelhaus lag also an der Ecke der Lindenstraße und der Judenstraße, mit der Fronte nach der Lindenstraße. Jetzt ist die Stelle dieses Hauses und der früher daneben liegenden weiten Auffahrt mit einem großen, langen Hause neu bebauet und die Auffahrt ist an der Judenstraße. Auf dem Hofe finden sich noch Reste von alten Gebäuden. Die hintern Straßen und der Brunnen stehen noch nach alter Weise.

Im Mittelalter wird dieses Haus nicht grade Tempelhaus genannt, kommt aber doch einige Male so vor, wie es scheint mit Auszeichnung, daß es ziemlich genau zu erkennen ist. Im J. 1406 wird gesagt, daß ein Haus an der Lindenstraße mit zwei Seiten (also mit den Nebengebäuden und mit dem Scheurengiebel) den Judenhäusern gegenüberliege und Bernhard Lore gehöre ("confrontata domibus Judaeorum ab utraque parte"); dies ist wohl ohne Zweifel das Tempelhaus. Im J. 1387 wird eines Hauses den Juden gegenüber ("domus stans in opposito ville Judeorum") und im Jahre 1374 eines steinernen Speichers bei den Juden gedacht (vgl. Cleemann S. 210 flgd.).

Zu dem Tempelhause gehörten seit alter Zeit (noch im Anfange des 18. Jahrhunderts) sehr bedeutende Grundstücke: nämlich zerstreut im Stadtfelde 62 1/2 Morgen Acker, Wiesenkaveln zu 20 Fuder Heu und 2 Hopfendämme, außerdem 2 Gärten bei dem Hause und bei der Scheure in der Stadt und 2 Kohlgärten vor dem Wokenthore. Im Anfange des 18. Jahrhunderts ward behauptet, daß zu dem Hause als Pertinenz auch "4 Tempelbauern", nämlich 3 Büdner und 1 Kossate, in dem bei Parchim liegenden Dorfe Rom gehörten, welche die "60 Morgen Acker beackern und die Wiesen abwerben" mußten.

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Das Tempelhaus tritt unter diesem Namen im Jahre 1503 in die Geschichte, indem es die S. Georgenkirche verkaufte; in der S. Georgen=Kirchen=Rechnung heißt es: "1503 Item VIII. schill. to wynkopesbere, also dat tempelhuss vorkoft wort"; im J. 1508 legirte es Willeke Zölkow halb an die S. Georgen= und halb an die S. Marienkirche (vgl. Cleemann S. 211). Wie die S. Georgenkirche zu und von dem Hause gekommen sei, darüber ist keine Nachricht vorhanden. Nach einem Berichte vom J. 1706 besaßen es darauf im 16. Jahrhundert die Wahrendorf und nach diesen der Hofmeister Pelican zu Schwerin. Am 19. Januar 1574 verkaufte Pelican "sein Haus und Hof der Tempel genannt in der Lindenstraße auf dem Orte (Ecke) bei Hans Vagt belegen an den Edlen und Ehrenfesten Joachim Plate", welcher es zugleich "seiner ehelichen Hausfrau Magdalene v. Buchwald zum Leibgedinge" gab. Bis 1. October 1618 besaßen die v. Stralendorf das Haus, als "Levin und Hans Gebrüder die Stralendorf zu Neuhof und Möderitz erbgesessen für sich und in Vollmacht ihrer Brüder und Schwester, Joachim, Christoph, Dethlof und Dorothea, ihrer seligen Aeltern Wohnhaus in Parchim, der Tempel genannt, nebst den dazu gehörigen Stätten, Scheuren, Gärten, Hufen, Aeckern und Wiesen, sammt vier Bauern, als drei Hüfnern und einem Kossaten im Dorfe Rom dem Edlen und Ehrenfesten Arnd von Möllendorf zu Dargelütz erbgesessen als sein eigenes gekauftes und bezahltes Gut" verkauften und es diesem mit den vorstehenden Worten vor dem Rath der Stadt Parchim verließen.

Nach dieser Zeit wird das Tempelhaus mit dem Gute Dargelütz in Verbindung gebracht. Dargelütz bei Parchim war ein altes Lehn der Familie von Hagenow, welche um das Jahr 1582 ausstarb. Der letzte dieses Geschlechts, Christoph v. Hagenow, trat das Gut im J. 1581 an den Lehnherrn Herzog Ulrich ab, welcher nach v. Hagenow's Tode am 25. Juli 1583 den Arnd v. Möllendorf mit demselben belehnte, da dieser Christoph's v. Hagenow Tochter Dorothea, Herzogs Ulrich wailand Gemahlin gewesene Hofmeisterin, zur Frau hatte. Im J. 1584 trat Vicke v. Stralendorf zu Möderitz seinen Antheil an Dargelütz, da er auch eine Tochter aus der Familie v. Hagenow zur Frau hatte, an Arnd v. Möllendorf ab. Die Möllendorf blieben sicher bis zum J. 1750 im Lehnsbesitze von Dargelütz.

Nachdem nun die von Möllendorf im J. 1618 das Tempelhaus gekauft hatten, ward es nach und nach Gewohn=

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heit, dieses Haus als eine Pertinenz des Gutes Dargelütz zu betrachten, obgleich dies nach der hier mitgetheilten kurzen Geschichte beider Besitzungen nicht im mindesten wahrscheinlich ist, zumal eine alte Stadt gewiß nie einem Vasallen ein Recht einräumte, das sie oft nicht einmal den Landesherren zugestand. Das Haus hat sicher, so lange es weltlich war, immer zu Stadtrecht gelegen. Aber seit dem 17. Jahrhundert fingen die adeligen Gutsbesitzer nicht selten an, auf ähnliche Vorrechte, wie die hier angedeuteten, Anspruch zu machen.

Dagegen werden die Bauern zu Rom doch wohl zu dem Tempelhause gehört haben. In dem Visitations=Protocolle vom J. 1649 werden der "Bauern zu Rohm, sowohl derjenigen, welche zum Tempel gehören, als eines Ehrbaren Raths zu Parchim Bauern", gedacht.

Der dreißigjährige Krieg brachte die v. Möllendorf herunter, so daß sie 1662 das Gut Dargelütz an die v. Plessen verpfändeten, welche im J. 1682 den Pfandcontract an die v. Cramon cedirten; von diesen reluirten die v. Möllendorf das Gut wieder und erhielten im J. 1695 einen neuen Lehnbrief.

Bis zum J. 1668 war das Tempelhaus in adeligem Besitze. Nachdem Arnd v. Möllendorf im J. 1662 sein Lehngut Dargelütz hatte verpfänden müssen, verkaufte er am 6. April 1668 sein "in der Lindenstraße belegenes Wohnhaus, sonst der Tempel genannt, sammt den dazu gehörigen Zimmern, wüsten Stätten, Aeckern und Wiesen" an den Rathsverwandten und fürstlichen Kirchen=Oekonomus Johann Rampe.

Die 4 Bauern in Rom hatte Arnd v. Möllendorf schon im J. 1655 an die Stadt Parchim verkauft und auf diese Weise von dem Hause gebracht.

Der Rathmann Johann Rampe starb im J. 1670 und vererbte das Haus auf seinen Sohn, den Canzellisten und Oekonomus Johann Rampe. Von diesem versuchten zwar die v. Möllendorf, als sie 1695 das Gut Dargelütz reluirten, auch das Tempelhaus, als "von Alters her ein sonderbares Pertinens des Lehnguts Dargelütz", zu reluiren, jedoch ohne Erfolg.

Im Anfange des 18. Jahrhunderts kam Rampe in Verhandlungen mit dem Rath der Stadt Parchim über die Bebauung der wüsten Stellen, von denen er im J. 1707 eine bebauet hatte. Bei dieser Gelegenheit behauptete er 1706, daß das "Tempelhaus ein freies adeliges Haus" sei; jedoch machte der Rath alle seine Behauptungen streitig und bewies ihm in den meisten Stücken das Gegentheil. Bald darauf,

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nachdem Rampe nach Güstrow gezogen war, kam das Haus 1718 in andere Hände, und damit verschwindet die geschichtliche Bedeutsamkeit dieses Hauses.

Im J. 1707 sagt Rampe, daß die "Tempelstätte eines von den besten ansehnlichen Stadterben in Parchim" sei. In neueren Zeiten ist der ganze Raum neu bebauet, jedoch liegt zu dem Haupthause noch immer ungewöhnlich viel Acker.


Es steht nun zur Frage, wovon das Tempelhaus oder der Tempel in Parchim, welcher ungemein oft bis in die neuesten Zeiten genannt wird, den Namen habe.

Man pflegt wohl anzunehmen, daß der Tempel die ehemalige Juden=Synagoge sei, nachdem durch die Verbrennung der Juden in Sternberg 1491 alle Juden aus Meklenburg verbannt waren und daher die Judenstraße in Parchim als solche aufhörte (vgl. Cleemann S. 211 flgd,). Aber der Ausdruck "Judentempel" für ein jüdisches Gotteshaus scheint ein moderner Ausdruck zu sein, und es würde wohl Niemand in den Sinn gekommen sein, ein solches mit einem Namen zu belegen, welchen man wohl christlichen Kirchen gab. So wird grade die S. Georgenkirche in Parchim im 14. Jahrhundert und noch im Visitations=Protocolle vom Jahre 1563 oft "Tempel" genannt. Es wäre also möglich, daß das Tempelhaus grade von dieser Kirche den Namen trüge, da diese im Anfange des 16. Jahrhunderts vorübergehend im Besitze des Hauses war. Es ist auch nicht glaublich, daß die Juden im Mittelalter ein so großes Haus, und dazu mit der Fronte nach einer der Hauptstraßen, sollten besessen haben, und es ihnen erlaubt worden sei, so ungewöhnlich viel Acker zu demselben zu erwerben.

Es ist daher nicht unmöglich, daß das Tempelhaus in alter Zeit ein Haus der Tempelherren gewesen sei, da sie in vielen Städten, z. B. Cöln, Braunschweig, Halberstadt, Magdeburg, städtische Besitzungen hatten, welche den Namen "Tempel, Tempelhaus, Tempelhof" trugen. Ja, "in manchen Fällen ging der Tempelname auch auf die spätern Besitzer der Tempelhäuser über". So hatte z. B. im J. 1367 der Johanniter=Ordens=Meister von Sachsen den Tempelhof in Braunschweig dem Kaland daselbst überlassen: den "hof to sunte Mattewese, de do licht in der stadt Brunswich in dem Haghene unde ichteswanne was des ordens van dem Tempele", und der Hof wird noch 1408 "dat godeshus to sunte Matthewese to dem Tempelhoue"

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genannt; daher werden die Kalandsbrüder zu Braunschweig noch in einer Urkunde vom J. 1409: "Tempelheren to Brunswik to sunte Matthewese" genannt (vgl. v. Ledebur a. a. O. S. 114 flgd.).

Bis auf weitere Aufklärungen mag es denn auch nicht zu gewagt sein, das Tempelhaus in Parchim für eine ehemalige Besitzung der Tempelherren zu halten.


Anhang.


Nr. 1.

Wir an Filianten an den obern Herrnn Erblande auer Werll, vnnd Haupthause Wrugdenhagen vntersessene Wirdens, Wir Oberster Anherr, vnnd erster Bruder Herrn Johann Apt, Ander Anherr des Obern Litzlandes, der Vehste Opferburgk, Temnitzerbanden an Affterwerll, tho dit Closter Kampe, vnnd Gadeshauße Hochmeister, vnnd vor dat gantze gemeine Conuent, des Regulirten Ordens Acht Zinßeans Bruder, an des stiffts Wrugdenhagen vnnd Cöln, derer hoch Hochherrn vonn Werll Vicarientz vnnd vnse mede bruder Propst vnnd Senior, Wir Tempelherrn, Disch Creutz=Herrn, an dem Auerhaußes thom Wrugdenhagen, vnd Ordens beyleser Anbetrachtende, des geistlichen Commendurten Hohen Tempels Anwehsens, des stiffts von Cöln Sanct vnnd Zinß Galleyen, vnnd wir Lampert vonn Axsten, Vnnser Preister vnnd Bruder Gertt von Gelß Conuers, vnnd Prouers Bruder Ampt, vnd gantzen Conuent dieser vor Anschafften des gantzen Litzlandes, geistlichen Herrn, vnnd Vor Pleger Aller Geistlichen inkamen der Kotzer heide, vnnd Walde Vorbitherrn vnnd vnsern Obern Anhern von Wrugdenhagen,

Wir Interessenten der intgemeine Bekennen offentlich vor Vnnß, vnnd vnsern Eleigen nachkommen, dat wir in Vnserenn Hauptdorpffe, vnnd Kenkenpreiß des Banneren Woldes tho Rossouw, alle Erbherligkeitenn geistliche, vnnd

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weldtliche Vnderricht, vnnd Setze der Rechte, an einiger Schultz, vnd inniger Kruger, einigk, ewig allein, vnd mit an vberschepffenn vnnd ehren verordenten Medebrudern, vnnd vnterschepffen, vnnd auch Achtersleute, in gnedigen Uhrsprache affgetreden vnnd thogelatenn hebben, darbey auch alle an Wrugigkeidtenn, vnsern andernn Feldtmarckenn, die vor vnseren tiden tho der Opfferborgk, vnnd Vheste Temnitzerbande kleinn fronen gewesen, nemblichen tho des vnseren anbestiften Haupt=Preisterdohms Rossouw, vnsern einkommenden Plegen, vnnd vorangelatenen Untern Haupt=Herrn, vnnd Verpfleger vber der verwuste Vehste Temnitzerbanden, alle Rossouw, an Nietzebandt, Drußdouw, Schönberge, Grunenberge, Schafe, Darsekouw, Pribs, vff diese Kriegsverherung, hinforderst scholen sie nun gude Achtunge geben, dat Vnseren Closter davon Recht geschudt, van Feldenn vnnd grentzen scheiden vnd Vrientz vlitige Volge thuen, Amptwehr, Vnder Weldtliche geistliche, vnd Weldtliche Saken in vnterricht zuerkennen geben, vnnd aldes Herkommen Nutz, vnd Antuge Registern mit Jhren thobehorungen, wie recht in gudenn Nachkommenden, vnnd sich thom besten verwahren, damit ehre, vnnd vnse angehefften vndergleidtlichen Erbherligkeiten, gegen vnß vnderthenigst Erbarlich, vnd gottsehligk thogebracht vnnd bliuen möge, Dagegen wir auch vnser Pflichte ansettiglich bekamen, vnd vnsern Hoch Herrn, an allen Theilen vor erst thue dem Haupthause Wrugdenhagen, vnnd mehres tho des Hohenstifts von Coln Jn Vorwehr, an Zinsenn vnnd an schetze vollenfuhren konnen, dat wir mit freden vnserenn Communicirtentz hierein hocheiligk haltenn, vnd beruhet bliuen.

Wir wollen Jhnen dajegen mit gudem schutz an gades stadt, vnd ehr an wehr seyn, vnnd tho vertredens bliuen, weise vnd gude Erfleude bey sich vffnemen, dat schall vnser Wilkuer vnd meinung sein, da idt jo nocht kamen wurde, dat alle vnse saken beschwer, vnnd Jtz gefehrlich stahn, dat wi dit Erflandt Plutzlich entlaten mustenn, scholen sie vollenstendigk, bey ehren Rechten an dessen Hauptdorffe vnnd pertinentien, Vunß vnnd ehren heiligen Kirckspeill ordens, vnnd wesens bliuen, die eine Feldtmarcke Schafe, dabey frey beholdenn, dauon ehr Anwehr tho ehren besten Hoffwehr Hofen enden vnnd scheiden thostan, wie sie dan dabey gades liemude Ourigkeidt hochst schützen werden, vnnd dauon den ehre Ourigkeitt gleiche Alß vnnß nun von Jder Sandthueffe Jglicher huefe Erbwehr last 7 ß stendelß geuen, An dem gadeshause Campe Weldtlich burde tragen, tho vnseren vnd

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ehren gadesdeinst, vnd Preisterdohm vnseren brodern Albrecht von Schlabberndorff, in allen Saken bey sich die hochwichtigk sindt anthehen, ehm Affterwirdens geben den Zehenden, wie dessen Ordens gebreuchlich ist, vnnd derer Heyligkeit an kegen Registern vorfasset sein, ehre gewanheit, vnd gebreuke von allen feldtmarken, vnß tho rechter Tidt in Hüre tho schicken, vnd vp dat Ampthauß veranbrengen, ock na ehren freyheiten, die sie von vnß hebbenn mit denen pertinentien benendtlich huefen, hofen, enden vnd scheiden, Schultz vnnd Kruegern, Baurschafft ein ieder na altenn hebbenden Rechten gleichmessigk seiner anzahll huefen vnnd gerechtigkeiten, an schatte dohn, von Jglicher huefen 7 ß stendels berechnen, datzu noch an ehren Huefen gleich vorordnet sindt, Jedoch vnnß vnd vnserenn Nachkommen an ehren rechten gleichmessigsten Vhrsprake vnschedtlich sein, auch Vnappellirtt keine folge mehr dohn scholen, dem Preisterdohm zwe huefen, an gleichen der schultz vier hueffen, daran ein Wahn Kossett eine Huefe, erfolgende Krueger vnd Auerschepffe bey dem Kruegkhofe zwe Hofen, daran ein Wohnkossete eine halbe Huefe, sampt ein Hauß, vnnd Hofiken jegen dem Kerckhaffe, Jglicher Bure Zwe Hueffen, Jglicher Kosset eine Huefe, an Holtzungen, Freyheiten, Wischen, Wassern, Fischereyen, Weiden, an Masten, soll ein Jeder nach seinem Huefenscheidt, vnd breitte angemessiget seinn, Jm Jahr quartall durchs Vitsrecht, vp allen saken, drey tage holden vnd schlichten, vnd auch godtlichs ordens beiholden, vnnd noch Jnsonderheit, vnse Pflege bey vorscheinender Sonnen, alß vnterscheidtlich zwe Termin, die geldt Pflege erstlich vp Pfhilippi Jacobi den helfften theill ihres Wirdens bringenn, vnd den Andern euen vp Sunte Dinnies, auch so einuorschaffen, Vnsere hohe Jagten an Feisten, vnd Vnfeisten Wildtbradts, An Hirschen, Schwein, Rhe, scholen sie an vnsere stath jagen, dauon vnß schicken wat oldes gebreuchlich ist, alß den gantzen Rump, Halß, vnd Kopff, auch eingeweide behalten, Die auer Bröke waß vnnß zu richten gehoret, sich nicht anuergripen, An allen grentzen, Luegen vnd Wassern, Jegenwehr guede vlitige vpsicht nehmen, wo feill oder schlicht wehr scholde ghann, vnß datselbige bey Tiden anmelden, vnd bey Eides vthseggen, vnd Rechtens gewertigk sein, Vp dit schall ein Jedes, sein frey eigenes gekaufftes oldes herkommen hauß vnd hoff mit vnserm Vnterrichtswaldt wißenn vnd willen verkauffen, ohne vnser angehabten Hochzeit sonsten voreußern, vorpfenden, vorbeßern, guede Abdanckunge offentlich, von Vnseren Anuorwanten Vnterrichts Schultzen, vnnd Schepfenn, Orden vnnd Präsidentien, in Ourigkeit an vnser stath thuen, Wat Vnbil=

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siges sey, thovorkamen, wie die ehrm stande, vonn vnserntwegen datzu gesetzt, vnnd geordnet werden, dat wi ehm dat alle oldes herkamen vnseren hohen Auerlatenen hilligen Ampts, Dieses Kloster wirdens Herentpreißlichen vp des Heupthauses Wrugdenhagen vnnd stiffts van Cöln, Hochanhern beweldigert worden, von dem vnd in gadesstath mit diesem Closter anverwirdiget sein, Vnd deße vnsere vnderthenige veranwehsers, Beutpfenniger,Preister, Schultz vnnd Schepfen, alß Krogers dieses vnten Ampts Zwengern, mit denen Superioriteten eins anbehalten vnd vngezweyet sein sollen, vnd eigenthumblich Entwerlich, von Vnß in allen ehren Rechten endthebet sein solten, Wen gedinge hierauf komen vnd idt vorfallen deit, schall vnß die Schultze 12 ß stendelsch an Zinß geben, der Kröger vnd Auerschepffe 11 ß an Zinße geben, vnd anlaß briefe foddernn, Dazu vp deme die Pauren ehm scholenn vnderthenigk sein, wie vor wehr wir Jhnen hiemit zugesagt hebben, vnnd an ehren Rechten keinen Vorfangk von Vnnß in Ewigkeit nicht leiden sollenn, Darumb wir Herr Abbet, erster Anherr des Closters Campe, eingeweyet von den hohen Herrn vonn Werle, vnd hohen An Bischopffs von Cöln, Anherrn zu Stargardt, mede anherrn der Lande Lindouw und Ruppinn, Wir außgehenden Angebornen Grauen, mit keyserlicher M. Priuilegien, beuehlmechtiger, vor vnse mede Bruder vnd Ampts Principahlen dieser vnser Obern Anherligkeiten, wegen vnser Herschafften, die Reformalien alimentirt vnnd Confirmirt, vor vnnß alle vnser Brudern, mit Jhren Jnnigen wethen, vnnd gutenn willen, vnd vor vnser aller Chur vnd Schnur brudern, die alten gesetze vorbrieffet, vnd idt tho foddern, von vnsern nachkammen heren weise, vnd Erb domination wedder vfs new gehuert, den ehrigen Erbzinstien vnderthanen, wedder tho confirmiren, dat sie datselbe vor rechts vorwehr, vp tho leggen hebben, vnd keinen Vorfangk leiden scholen.

Geschehen zu Rossouw in dem Schepenstuell des Krogers, tho deß Kerckengebewdes, daselbsten vnsers an Jahres vndt Gottes Dienstes in Jahres Pflegender vorsamlungen, tho Jerusalem zeiten, in dem instimmigen Dage, vnser Wapen Achtmall mit Anzeigunge eines Tempel=Creutzes an den Kerckhön, Aldes Kercken gemelte, zu einem neuen Bänn wider versehen laßen vnd eingelecht worden, vnd das vorhin vermahlet, durch anstifftunge vnsers willens, Aber deße Kercke durch vns neu gestifftet vnd gebauwet ist, vnd an dessen Briefe euer mit vnsern gleichmetigen Ansiegels, des Closters Insiegell ein einfaltiger Adeler, dran gehanget an dißen brieffe,

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in gegen zeuge außweiset, rechte Vorordens gottlichen Freyheitenn, sie von unß abendtwircket, vnnd wir in gnaden gethann, Wir tho der stede vnd stunde, vnd Ordt in sommer Ostern tidt der dagen, hochwirdens tho Rossouw gegeben, Lob sey ehr, vnd Preiß, in Ewigkeit die Gottlichs Namens wachende, vnnd der Freyheit, zu Wirdens nach kommen, nach der hochstenn geburth Jesu Sanctae vnsers einigen erlosers vnnd seligmachers Christi, Anno Ein tausendt Drei hundert vnnd dreysigk erwehnet wordenn.

(L. L.)

Dieses wir bezeugen in helliger Abschrift aufs neue verdolmetschet.

  ad Copiam
  Manu. pp. H.

Nr. 2.

Wir Heinrich die Olde, Hertogen tho Mechelborgk van der gnade Gades Her vnndt Forste auer die anlande vnde Herschafften Wenden, Schwerin, Rostock, Stargardtt, auck nun Vor=Herrn des Hilligendohms Obern Litzlandt Herrn, Bekennen mit diesen brieffe apenbor vnnde jegen jedern, dat wir vnseren Heuptdorffe Rossow, darinnen alle die Freyheidt, die sie von Olders vnndt jeher — — — — gehafft hebben,  — — — ehn wedder tho vndt anstan laten. — — — — — — Wi willen ehm, vnde vnse Eruen vndt nach kommen also holden, wie vnse guedt, vnnde bewehren helpen, wie sie idt von deme Godeshaußes Dohms des Closters Campe in gebreuchnisse bei ehren Tiden gehatt hebben, vnde nun alse vnse guedt aber wider von vnß tho der Erbmiede in gnaden Erblich vndt eigenthumblich hiemit gegeuen worden, jedoch vnsernn anrechtten ohne schaden, mit allen frey= und gerechtigkeidten daran beschutten, mit wehr vnndt waffen beistan, wie sie idt in rechtt jegen vnß anfangen, wie wir ehm datselbe mit dem schwerde eingesettet, vnndt dat landt mit einen teuren schwerdt gewohnnen, vnndt dat soltt durch schwerdtt, tho der anteige ferner schall gestreken werden, in der geteugnus die gewehr schall vnß alhewege Ihm vorgange sein, vndt keinen vorfangk gewinnen. Vb didt hebben

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wi vnse Insiegell an dessen brieffe na dem olden heuptbrieffe des Tempelhern von Werle mit denen Creutzherrn vom Closter Campe tho einer Erffwehr wedder in gedechtnuß nademe vnten anhencken lathen vnnde Ewigen auck damede bestettiget. Gegeuen vb die Opferborgk vnndt Vehste Temnitzerbanden im ein tausendt vierteyen hundersten beschreuen, darnach im ein vndt zwentigsten Jahre am tage fonleichnambs nach der geburdt Jehsu Christi vorsehen worden.

(L. S.)
  H. R.
  M. p. p.
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II.

Ueber

des Herzogs Magnus von Meklenburg

und dessen Familie

Reise

durch Göttingen nach Cassel
zur

Vermählung Seiner Tochter Anna, 1500,

von Dr. Gustav Schmidt zu Göttingen.


W o hertoge Magnus von Mekelenborch myt siner furstynne, sonen unde dochteren herbergede, do he der dochter eyne brachte to Cassel myt dem lantgraven elick bytoliggende.

Anno etc. . quingentesimo, sabbato post Galli (Oct. 17), kam hertoge Magnus von Mekelenborch to Gottingen myt syner furstynnen unde gemalhen, dren sonen, alse hertogen Hinricke, hertogen Albrechte, hertogen Erigke, unde twen dochtern, der de eldeste was gelovet dem lantgraven von Hessen 1 ), dem se de wolden bringen to Cassel elick bytoliggende, hadden tosammende boven 350 perde reisiges tuges woll gerustet, darto boven 150 stall-,


1) Wilhelm der Mittlere von Hessen, geb. 1468, † 1509, war in erster Ehe vermählt mit Jolanthe von Lothringen (die Hochzeit am 1. November 1497 ward vom Göttinger Rathe beschickt, dem Landgrafen 50 fl. geschenkt), zum zweiten Male mit Anna von Meklenburg, welche die Mutter des Landgrafen Philipp des Großmüthigen ward.
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retzen- unde wagenperde, 5 verguldede hangillwagen, 5 gesperde wagen unde darto 8 edder 10 wagen myt korven oven gespert unde myt wande betogen. So nw desse heren myt den oren to Gottingen wolden ynryden, hofft de rad one 2 orer radesfrunde myt 40 perden under ogen gescnicket beth boven Angersteyn 2 ), se willekommen geheten, ore denste geboden unde gebeden, by den oren to bestellen, den oren neyne ungefoich totowenden; des gelick de rad by den oren hebben gedan, unde eff ienich gebreck twischen den oren erwese, se dat an den rad laten langen dat bytoleggende, wille de rad des gelick wedderumme. Unde so de hertogen hebben darup gesecht, se sulkes by den oren reide hebben bestalt unde forder willen bestellen, syn de unse vor one hergetogen beth hinder sunte Partholomeus 3 ) vor dat Wender dor unde by de sulven twene ores rades frunde und itwelke, de up de schotgadern wardeden; de andern dore weren, dewile se ynreden, alle gesloten.

So draden se ton harbergen one vor bestalt weren, leyt de rad hertogen Magnus unde synen sonen tosampne geschencken 1 vath Embschen beres, 10 stoveken wyns unde 10 molder havern unde des gelick syner furstynne unde dochtern, de in eyner herberge weren, ock tosampne weren, 1 vath Embschen heirs, 10 stoveken wyns unde 10 molder havern. Darboven wart nymandes int besundern geschencket. Se legen hir in der uthreise 2 nacht unde des gelick 2 nacht in der wedderreise.

Des sondages (Oct. 18) na deme ynriden randen hir 2 par scharn, was eyn hertog Hinrick, hertogen Magnus son, sunder de myt ome rande, nadde de kronen. Hilden den avent darna hir uppeme radhuse dantz, unde korts ehir se to dantze ghingen, kam hertoge Hinrick 4 ), hertogen Wilhelms son, von Brunswigk hir ynridende myt 11 edder 12 perden unde leyt de syne — hadden noch by 150 perden — to Hardegessen. He kam mede tome dantze, und so fro he was affgeseten, leyt ome de radt schencken 6 kannen wyns unde 6 molder havern.

Des sulven sondage na middage kemen hir ock de geschickeden des lantgraven, de hir de brut scholden entfangen, hadden by 60 perden, weren ock sere tuchlick.


2) Angerstin, 1 1/2 Stunden nördlich von Göttingen.
3) S. Bartholomäus war ein Siechenhaus auf der Nordseite der Stadt.
4) Heinrich der Aeltere, † 1514.
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Manck den sulven weren 3 graven, nemlick 2 graven von Waldeck unde eyn grave von Wysz. Den sulven leyt de rad nicht schencken, darumme de lantgrave hadde den heren unde furstynnen vorbenomed unde den oren alle hir de koken unde kost bestalt in Hummen 5 ) huse unde ore geschencke den heren unde furstynnen von Mekelenborch gedan syn alle mede m de koken gekomen.

Item under deme dantze vorgerort hefft de rad hertogen Hinricke, den heren unde furstynnen van Mekelenborch, oren reden unde iunckfruwen, ock den geschickeden des lantgraven upper rades dorntzen, darhin se se leyten biddene to komende, geschenckt unde int erste laten geven unde vordragen backenkrud in den schauweren, unde darup laten schencken lutterdranck, darna rossin, unde darup geschenkt malmeser, darna koken, unde darup geschenckt wyn, intleste eppel, unde darup geschenket wyn unde Embsch ber.

Item de 4 nacht, sulk folk hir lach, hofft de rad de burszlude uppen wellen unde doren laten waken, sunder bynnen der stadt hebben de borgere in harnsche nemlick iowelker nacht by 200 gewaket, der eyn deils uppeme radhuse weren unde de andern ghingen in der stad umme, unde by iowelk parth bynnen unde buten weren geschickt 2 des rades.

Item indeme sulk folk von hir wolde wedder reisen, hofft de rad aver eynen tall borger in harnsche geschicket vor dat dor, dar se uth wolden, unde de andern dore, so lange se wech weren, togesloten 6 ).

Vorstehende Aufzeichnung findet sich von gleichzeitiger Hand geschrieben in Liber antiquorum gestorum des Göttinger Rathsarchivs. - Im Geh. und Hauptarchive zu Schwerin finden sich keine andern Nachrichten über diese Vermählung, als die feierlichen Urkunden, auch sind bis jetzt keine genaueren Angaben bekannt geworden.

D. Red.


5) Heinrich Hummen, Rathsmitglied 1486-1504.
6)

Im Rechnungsbuche der Stadt vom Jahre 150 0 / 1 findet sich gelegentlich dieses fürstlichen Besuches Folgendes verzeichnet:

8 sl. 4 pf. Winkelbach, Mynden et sociis es sind die Rathsknechte) pro helpen mess unde stro faeren uppe den market, den vordeylen unde streigen to dem stekespele der heren von Mekelnborch unde der oren (3 1/2 Schock Stroh für 21 sl. wurden gebraucht).
1/2 Mr. 15 sl. gegeuen unsern reysigen knechten pro bibali, eo dat se myt unsern ridemestern deme hertogen

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von Mechelnborch under ougen reden to behoff des bilegers cum landgr. Hassie unde mit one, do se wedder quemen, na woentliker wise nicht eneten.
3 fl. den 9 clarittern, trummittern, bungern, Flöter unde Zinkenspilern des Herzogs, domin. Lucae, und 4 sl. dem Lautenschleger des Herzogs.

Herzog Heinrich dem Aeltern wurden 20 mr. 30 ß. zu einem Hengste geschenkt, der Landgraf erhielt 50 fl. als Hochzeitsgeschenk, und die Rathsherren Hans Rosen und Heinrich Giseler verzehrten in Cassel während der Festlichkeiten 4 mr. 7 ß. 9 pf.

In dem Jahre 150 2 / 3 wird wieder einer Durchreise des Herzogs Magnus zum Besuche seiner Tochter in Cassel erwähnt und im folgenden Jahre zieht Herzog Heinrich von Meklenburg vig. Jacobi durch die Stadt, als er sich zum Heere des Landgrafen an den Rhein begeben wollte.

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III.

Ueber

die genealogischen Arbeiten in Meklenburg

im 18. Jahrhundert,

von

G. C. F. Lisch.


I m Lande ist die Sage weit verbreitet, daß ein Herr v. Hoinckhusen, "Vice=Präsident des Hof= und Landgerichts", in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die Geschichte und die Stammtafeln der adeligen Familien Meklenburgs bearbeitet habe; viel weniger besprochen ist die Nachricht, daß von einem Herrn von Penz in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts diese Arbeit fortgeführt worden sei. Diese Nachricht hat sich in neuern Zeiten sicher aus der viel benutzten gedruckten Beschreibung des Geschlechts von Bülow, 1780, S. 15, verbreitet, da diese noch beim Leben des Herrn v. Penz herauskam. Diese Arbeiten sind zu allen Zeiten viel gesucht; wenn auch von Zeit zu Zeit einige Personen von ihrem Aufbewahrungsorte wußten, so schienen sie nach der allgemeinen Ansicht doch ein halbes Jahrhundert lang verschwunden zu sein, bis der Herr von Engel auf Breesen bei Neubrandenburg mir am 2. Julii 1860 den ganzen Nachlaß zu treuen Händen übersandte, um die Einverleibung in das Staats=Archiv zu bewirken, welche auch durch hohe Verfügung vom 29. October 1860 erfolgt ist. Die Arbeiten hatten bis dahin auf dem Hausboden des herrschaftlichen Wohnhauses zu Breesen in einer verschlossenen Kiste gelegen; das Gut Breesen aber ist eine alte Besitzung der Familie v. Engel, welche im vorigen

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Jahrhundert mit der ausgestorbenen Familie v. Hoinckhusen und vielfach mit der Familie v. Penz verwandt war.

Aus diesen jetzt wieder zum Vorschein 1 ) gekommenen Papieren, durch deren Schenkung sich der Herr von Engel ein ungemein großes Verdienst um die vaterländische Geschichte erworben hat, läßt sich nun auch zum ersten Male eine Geschichte dieser genealogischen Arbeiten entwerfen, welche zur Würdigung derselben und verwandter Bestrebungen unerläßlich ist. Es wird hiebei aber nöthig sein, die ganze Entwickelung der genealogischen Arbeiten für Meklenburg in Betrachtung zu ziehen.

Die ersten genealogischen Arbeiten sind von Bernhard Latomus († 1614) aus dem ersten Viertheil des 17. Jahrhunderts; die Originalhandschrift, mit in den Text eingedruckten, gut gezeichneten Wappen, wird im Staats=Archive zu Schwerin aufbewahrt; der stargardische Adel, den welchem das Original der Handschrift durch eine Abschrift ersetzt ist, ist im J. 1619 gedruckt. Die Arbeit von Latomus ist noch sehr allgemein, kurz und mager und hat eigentlich nur durch die Stammbäume der gleichzeitigen Personen Werth.

Während des durch den dreißigjährigen Krieg so sehr zerrütteten 17. Jahrhunderts ruhen diese Bestrebungen ganz, bis am Ende dieses Jahrhunderts die Arbeiten begonnen werden, welche das ganze 18. Jahrhundert hindurch reichen.

Der erste, welche diese Arbeiten wieder aufnimmt, ist wohl der herzogliche Archivar Johann Schultz, der Vater, zu Schwerin (1701 † 1737), welcher nicht nur über viele einzelne Familien Nachrichten, sondern auch Uebersichten aus den Originalurkunden und Acten des Staatsarchivs zusammengestellt hat. Diese Nachrichten, von denen die Concepte wohl ziemlich vollständig im Staatsarchive aufbewahrt werden, sind nun zwar sehr gründlich und sicher, aber noch sehr abgerissen und lückenhaft, da die Archiv=Acten und Arbeiten damals noch in ihrer ersten Entwickelung begriffen waren. Sein Sohn und Nachfolger, der Archivar Johann Heinrich Schultz d. j. (1737-1756) setzte die Bestrebungen seines Vaters fort, jedoch nicht in so großer Ausdehnung.

Zu gleicher Zeit mit dem älteren Schultz arbeitete Matthias Hans v. Behr († 1729), ritterschaftlicher Deputirter


1) Schon in dem Bülowen=Buche S. 15 wird die Befürchtung ausgesprochen, daß die Papiere verloren gehen könnten: "es wäre Schade, wenn diese Sammlung durch einen Zufall verloren gehen könnte".
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zu Wien 1715-1729, an seiner meklenburgischen Geschichte: Rerum Meclenburgicarum Libri octo, in welcher Lib. VIII., Cap. XIII., p. 1559-1691, auch eine kurze geschichtliche Uebersicht des meklenburgischen Adels enthalten ist.

Wichtiger für die Genealogie ist dessen Bruder, der Hofmeister Claus Josias v. Behr, welcher eine möglichst vollständige Geschichte der meklenburgischen Adelsfamilien ausarbeitete: "Mecklenburgische Adels=Chronika, aus beglaubigten Nachrichten und untrüglichen Urkunden zusammengetragen". Er legte zu diesem umfänglichen Werke die beiden handschriftlichen Werke von Latomus, Beschreibung des meklenburgischen Adels, und Elzow, Pommerscher Adelsspiegel, zu Grunde und benutzte auch Denkmäler, Leichenreden und andere Gelegenheitsschriften, stützte sich aber vorzüglich auf Urkunden, deren er eine große Menge zusammenbrachte, wobei er von dem hannoverschen Staats=Minister Freiherrn Andreas Gottlieb v. Bernstorf eifrig unterstützt ward. Das Werk ist also für seine Zeiten mehr gründlich, als vollständig zu nennen, enthält aber einen großen Schatz von Privaturkunden in Abschrift. In den "Kurzen Remarquen über Klüver's Mecklenburg" wird 1739, S. 24, gesagt: "daß sonderlich in Rostock an einer gantz vollständigen und aus einer zulänglichen Anzahl bewährter Urkunden und sicheren Nachrichten gezogenen Geschlechts= und Wapen-Historie des Mecklenburgischen Adels von gantz vornehmer und geschickter Hand mit guten Success gearbeitet und von dem gütigen patriotischen Gemüthe des fürnehmen Herrn Verfassers gehoffet wird, solche Historie und viele hundert Diplomata bald in der Land=Stände Archiv zu setzen". Nachdem schon 1741 und 1747 Verhandlungen über den Ankauf des Werkes gepflogen waren (vgl. Franck A. u. N. Mecklenb., XVIII., S. 295 und 386), hat, nach des Geheimen=Raths J. P. Schmidt handschriftlicher Nachricht, "das Werck der Autor an die Mecklenburgische Ritterschaft in Manuskript für 6000 Rtthlr. Anno 1749 verkauffet und wird auf der Ritterschaftlichen Bibliothek in Rostock verwahrlich aufbehalten".

Einige andere genealogische Arbeiten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts haben nur sehr untergeordneten Werth, sind aber doch viel benutzt, weil sie gedruckt sind. Die älteste und wichtigste ist von Joachim v. Pritzbur, dänischem Etats=Rath und Oberlanddrosten († zwischen 1714-1722), dessen Adelsverzeichniß unter dem Titel: "Index concisus familiarum nobilium ducatus Megapolitani", 1722 zu Kopenhagen herausgegeben ward. Das kleine Büchlein ist nur dürftig und

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von dem Verfasser nicht zum Druck bestimmt, jedoch das erste gedruckte Buch über den meklenburgischen Adel, nach des Verfassers Tode gedruckt; die Mecklenburg. Scribenten-Bibliotheque, Stück 5, 1731, S. 31, sagt: "Es ist dem seligen Autori wohl nie eingefallen, daß die Schrift sollte gedruckt werden". Ihm folgte Klüver in der Beschreibung des Herzogthums Mecklenburg, Bd. II., ohne jedoch mehr als dürftige Auszüge aus Pritzbur und andern bekannten Schriften zu geben, welcher deshalb sogleich Anfechtung erlitt, andere kleine Uebersichten, z. B. von Hieronymus Hartwig v. Stötterogge, 1741, gedruckt in v. d. Kuesebeck Archiv für Geschichte und Genealogie, Band 1, Hannover, 1842, S. 255 flgd., haben gar keinen Werth.

Von allen diesen Bestrebungen sind nur die Arbeiten von dem Archivar Johann Schultz und dem Hofmeister Claus Josias v. Behr von Werth. Neben diesen entwickeln sich die v. Hoinckhusenschen Arbeiten, welche jedoch eine schärfere Untersuchung erfordern.

v. Hoinckhusen.

Es ist allgemein herrschende Ansicht, daß Bertram Christian v. Hoinckhusen, "Vice=Präsident des Hof= und Land=Gerichts", † 1722, eine Beschreibung der adeligen Geschlechter Meklenburgs verfaßt und handschriftlich hinterlassen habe. Wahrscheinlich rührt diese Ansicht von v. Westphalen her, der dies schon im J. 1739 1 ), also 17 Jahre nach Hoinckhusens Tode, behauptet. Dies wird auch in Nettelbladt Succincta notitia scriptorum Megapol., 1745, p. 94, und sonst wiederholt und in der Folge nachgesagt, z. B. in den gedruckten Familiengeschichten der v. Bülow, 1780, S. 15, und der v. Koß, 1789, S. 9 und 10; in der v. Koß'schen Geschichte heißt es: "Der Herr v. Hoinckhusen, Vice=Präsident beim Hof= und Landgericht zu Güstrow, hat mit außerordentlicher Mühe die Mecklenburgische Genealogie ausgearbeitet und ist das Beßte, was man hat, und wird besessen von des unermüdeten Herrn von Pentzen Erben." Dies ist jedoch, wie vieles Andere,


1) Vgl. v. Westphalen Mon. ined. T. I, 1739, Praef. 33, Not. b.: "Hoiningbusen vicarius quondam praeses in judicio provinciali et aulico Mecklenburgico, qui omnium fere nobilium patriae genealogias et merita gentilitia negotioso opere historico de familiis nobilius Mecklenburgcis descripsit, quod in nonnullis lima quidem et accuratione indiget, sed dignum tamen quod tenebris eripiatur."
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nicht richtig; vielmehr sind die umfassenden Arbeiten einem Sohne des Vice=Präsidenten v. Hoinckhusen zuzuschreiben, wie aus den folgenden Nachrichten hervorgehen wird.

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Bertram Christian v. Hoinckhusen, der Vater.

Ueber den als Vice=Präsidenten am 14. Dec. 1722 gestorbenen Bertram Christian v. Hoinckhusen besitzen wir eine gleichzeitige Lebensbeschreibung in den Annales literarii Mecklenburgenses auf das Jahr 1722, Rostock und Neu=Brandenburg, 1723, S. 30 flgd., welche fast wörtlich im Mecklenburgischen Gelehrten=Lexicon, II. Stück, 1729, S. 55 flgd., wiederholt ist. Bertram Christian v. Hoinckhusen, Sohn des herzoglichen Rathes und letzten ratzeburgischen Domherrn Heinrich Hoinckhusen († 1683) zu Ratzeburg, war am 6. Juli 1651 geboren. Nachdem er im väterlichen Hause durch Privatunterricht vorgebildet war, besuchte er seit 1665 das Gymnasium zu Lübek unter Bangert und seit 1670 die Jesuitenschule zu Hildesheim, wo er sich rühmliche Zeugnisse erwarb. Im J. 1673 bezog er die Universität Rostock und studirte hier nicht allein die Rechtswissenschaft, sondern auch Mathematik, indem er sich aus besonderer Neigung Vorlesungen über Geometrie, Trigonometrie, Astronomie, Befestigungskunst u. s. w. privatissime halten ließ. Darauf ging er im J. 1676 nach Leipzig, um unter dem berühmten Carpzow seine Studien zu vollenden, und vertheidigte hier am 6. Dec. 1677 mit großem Ruhme eine öffentliche Disputation, welche er dem Herzoge Christian Louis widmete, worauf dieser ihm die Aussicht auf eine Rathsstelle gab. Damit trat er im J. 1678 eine große Reise an, zuerst nach Holland, wo er noch zu Leyden studirte, dann 1679 nach England; von hier ging er nach Frankreich, wo er sich lange Zeit auf der Universität zu Bourges aufhielt. Nachdem er die "große Tour" durch Frankreich gemacht hatte, ging er auf ein halbes Jahr nach Speier "zur Besichtigung des Reichs=Kammergerichts" und kehrte nach einer Abwesenheit von 6 Jahren im J. 1684 über Worms, Mainz, Frankfurt, Gießen, Marburg und Cassel in die Heimath zurück. Schon im J. 1685 ward er Referendar an der Justiz=Canzlei zu Schwerin und hatte hier die Ehre, den Prinzen Friedrich Wilhelm in den mathematischen Wissenschaften zu unterrichten. Im J. 1691 ward er Assessor und 1707 Vice=Präsident des Hof= und Land=Gerichts, welches im J. 1708 von Parchim nach Güstrow verlegt ward, nachdem er sich 1693 mit Jlsabe Agnete v. Bennighusen aus Holstein

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verheirathet hatte. Am 18. Sept. 1716 ward er in den Adelsstand erhoben. Er starb in Güstrow am 14. Dec. 1722.

In allen Nachrichten über sein Leben ist nun von geschichtlichen Bestrebungen mit keiner Sylbe die Rede und der Hoinckhusensche Nachlaß zeigt auch nirgends die geringste Spur davon.

Dagegen trieb er als Nebenbeschäftigung bis zu seinem Tode seine Lieblingswissenschaft, die Mathematik, und brachte durch dieselbe ein großes Werk zu Stande, nämlich die erste genaue und umfassende

Karte von Meklenburg.

Ueber diese bedeutende Arbeit kann ich keine bessere Auskunft geben, als die Nachricht, welche der sorgsame Geheime=Rath J. P. Schmidt in seiner handschriftlichen Erd= und Staatsbeschreibung der Herzogtümer Meklenburg darüber hinterlassen hat, indem er zugleich die beim Tode Hoinckhusens erschienene Lebensbeschreibung desselben darin verarbeitet. Schmidt schreibt:

"Allen Mängeln abzuhelfen, ist dahero der Bertram Christian von Hoinckhusen, vormahliger Vice-Praesident bey dem Herzogl. Mecklenburgischen Hoff= und Land=Gericht, schon vor mehr alß 50 Jahren rühmlichst bemühet gewesen, zu welchem Behuf er eine gantz neue Charte von Mecklenburg gezeichnet hat, welche den vorzüglichsten und ersten Rang ohnstreitig verdienet."

Von diesem von Hoinckhusen steht eine kurze Nachricht in dem 2. St. des Mekl. Gelehrten Lexici, p. 55 und eine umständlichere nette Lebens=Beschreibung in den Annalibus literariis Mecklenburgensibus, p. II, vom Jahre 1722, Cap I. n. V, p. 30 seq., worinnen dasjenige, was diese Landkarte betrifft, wörtlich also lautet: "Durch Hülfe der mathematischen Wissenschaften hat der wohlseel. Herr Vice-Praesident ein noch wichtigeres Werk unternommen, wovon es nicht unangenehm sein kann, wenn wir die uns davon communicirte Nachricht hiemit zu erst publiqve und den Liebhabern geographischer Wißenschaften bekanndtmachen. Es hat sich der Sehl. Mann eine unbeschreibliche Mühe gegeben, eine recht vollkommene und accurate Landkarte von Mecklenburg zu entwerfen, welche er auch nach 35jähriger Arbeit noch endlich bey seinem Leben völlig zum Stande gebracht. Das Werck bestehet eigentlich in folgendem. Erstlich ist es eine general-Charte des gantzen Landes. Nachgehends eine

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eigene und besondere über jedes Amt, und wenn es groß ist, wohl zwei von einem Amte. In diesen Special-Charten werden nicht allein die Wege, Moräste, Hölzungen, Wind= und Wassermühlen, Zölle etc. . bemercket, sondern auch durch gewiße signa wird am Tage geleget, wo Fürstliche Höfe, Rathhäuser, Adeliche Höfe, Kirchen, Capellen; wo Prediger und wo keine; auch: ob adeliche Höfe in dem Kirchdorfe seyn? Nächst diesem sind bey jedem Amte Tabellen von der Größe wie die Charten, darauf zu sehen, was in jedem Amte vor Fürstl. Domainen, Adeliche Güter, auch andere Dörfer vorhanden; wohin sie gehören und zu Hofe dienen müßen; wo Pfarren und was dahin gehöret; auch: wer das Jus patronatus besitzet. Welche Arbeit dann ihre gäntzliche Richtigkeit bekommen und nach accurater Dimension ins Reine gezeichnet worden. Nach absolvirtem diesem Wercke hat der Sehl. Mann auch noch die Mühe auf sich genommen, ein accurates Register über alle Dörfer dieses Landes zu machen, welches der vorigen Arbeit hinzugefügt werden sollen; damit aber ist er nicht über die Helffte gekommen, hat aber solche Bewandniß, daß es in etlichen Monathen auch gar leicht zur Vollenkommenheit gebracht werden kann.

Die Ausbeßerungen sind nach den rechten Vermeßungs=Charten der Domanial=Stücke und einiger anderer Güther in diesen Landen allmählig geschehen. Auf einmahl hätte auch noch die ganze See=Kante von Travemünde bis zum Fischlande rectificirt werden können, wenn hierzu die bey der Directorial-Vermeßungs-Commission adhibirten Landmeßer, welche zwei Jahr hindurch müßig gelegen und doch ihre Wartgelder gezogen haben, wären gebrauchet worden. Allein da die Herzogliche Cammer auf das dieserwegen an sie ergangene Rescript dennoch eine so geringe Zulage hat ersparen wollen, so ist immittelst solches gönstiges Tempo nunmehro aus Händen gegangen.

Gar sehr wäre es zu wünschen, daß diese Charte, welche des jetzt Regierenden Herzogs Friederichs Durchl. noch als Erbprinz von den Erben des Verfaßers für eine ansehnliche baare Vergeltung von 100 Reichsthalern käuflich an sich gehandelt haben, schon lange ediret seyn möchte, oder mit denen allmählig hinzugekommenen Ausbeßerungen nun annoch nächstens zum öffentlichen Stich hinausgegeben würde.

Diese durch die Unterhandlung des Amtmanns Streubel gekauffte Charte haben der Herzog vielfach abzeichnen

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laßen. Sie ist auch durch freundschafftliche Communication in die Hände des Svedischen Generals Lantinghausen und des Dänischen Generals Comte St. Germain gekommen. Auch ist sie durch andere privat Abzeichnungen in verschiedener Privatorum Hände gerathen."

Am 14. Nov. 1728 bot Hoinckhusens Sohn, Johann Heinrich v. Hoinckhusen, durch einen noch in der Bibliothek des Landraths v. Negendanck auf Zierow auf der landständischen Bibliothek zu Rostock befindlichen Brief an diesen die Charte "dem Lande für eine convenable Discretion" an, erreichte jedoch seinen Zweck nicht. Bei dieser Gelegenheit beschreibt der Sohn das große Werk seines Vaters und nennt darin zuerst:

"1) eine generale Mecklenb. Land=Carte 5 Fuß lang und 3 breidt, auff pargament.
Nachfolgendes ist von ordinairer Land=Cartengröße.
Der erste Bogen enthält das fürstl. Meckl. mit Farben gezeichnete Wappen."
Der andere eine generale Mecklenb. Land=Carte."

Dann werden 22 Special= Karten mit dazu gehörenden Beschreibungen aufgezählt.

Von diesem Kartenwerke hat, wie der Geheime =Rath Schmidt oben berichtet, der Herzog Friedrich die General=Karten gekauft. In Nettelbladt's Succincta notitia wird

"v. Hoingshusen Bertr. Christ. General=Charte vom ganzen Lande Mecklenburg"

aufgeführt, und der Geheime =Rath J. P. Schmidt bemerkt noch ein Mal hiezu handschriftlich:

"Diese mit der Feder gezeichnete Charte haben der Herzog Friedrich von den Erben für 100 Rthlr. gekaufet und selbige nachher wegen der befundenen Accuratesse häufig auf Atlass übertragen lassen."

Diese General=Karten sind also in fürstlichen Besitz übergegangen und werden hoffentlich noch zu finden sein.

Die sämmtlichen Special=Karten mit den dazu gehörenden Beschreibungen haben sich aber in dem von dem Herrn von Engel auf Breesen im J. 1860 geschenkten v. Hoinckhusenschen Nachlasse gefunden und das ganze Werk ist, mit Ausnahme der großen und der kleinen General=Charte, vollständig; es scheint nur ein Bogen von der Beschreibung des Amtes Grevismühlen zu fehlen.

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Wenn nun diese Landes=Karte auch für den praktischen Gebrauch keinen Nutzen mehr hat, so ist sie doch geschichtlich von großem Werth und kann einst über manche dunkel gewordene Stelle willkommenen Aufschluß geben.

Von großen geschichtlichen Ausarbeitungen des Vice=Präsidenten von Hoinckhusen ist aber nirgends die Rede. Es sind freilich Spuren davon vorhanden, daß er sich auch mit geschichtlichen Gegenständen, namentlich mit Heraldik, beschäftigte, indem er nach seiner Lebensbeschreibung in den Annal. lit. Meckl. II., S. 40, bei der Einführung der Assessoren des Hof= und Landgerichts, z. B. 1709 über das Wappen der Familie v. Plessen, 1709 über das Wappen der Familie v. Lehsten, 1712 über das Wappen der Familie v. Bülow, 1712 über den Namen Sibeth Einführungsreden hielt, auch seinen Sohn durch Mittheilung von Urkunden aus der Hof= und Land= Gerichts=Registratur unterstützte; aber geschichtliche Arbeiten sind von ihm nicht vorhanden. Dies beweisen schon die Handschriften, indem sämmtliche geschichtliche Arbeiten in dem hoinckhusenschen Nachlasse von der sicher ermittelten Hand des Sohnes sind und mit der Handschrift auf den Karten nicht übereinstimmen. Der Vice=Präsident v. Hoinckhusen muß also aus der Reihe der meklenburgischen Genealogen ausscheiden und für ihn sein Sohn eintreten.

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Johann Heinrich von Hoinckhusen, der Sohn.

Der Vice=Präsident Bertram Christian v. Hoinckhusen hinterließ einen Sohn Johann Heinrich v. Hoinckhusen. Nach Vollendung seiner Universitäts=Studien ging er in das älterliche Haus in Güstrow zurück und legte sich als Privatmann aus wissenschaftlicher Neigung ganz auf die vaterländische Geschichte, Genealogie und Heraldik und unternahm sehr umfassende Sammlungen von Nachrichten über den meklenburgischen Adel. Schon das "Mecklenburgische Gelehrten=Lexicon, Stück 2, Rostock, 1729, fügt am Schlusse der Biographie des Vaters S. 60 hinzu:

"Er hat einen Sohn hinterlassen, von dem man sich vieles zur Mecklenburgischen Geschichte vermuthet."

Und die "Kurtzen und eilfertigen Remarquen über einige Articul des 33sten Capituls der neuen Edition des ersten Theils von Klüvers Beschreibung des Herzogthums Meklenburg, 1739," sagen S. 24:

"Nicht zu vergessen, daß ein guter Freund in Güstrow auch hierunter (in der Geschlechts= und

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"Wapen=Historie des Mecklenburgischen Adels) collegiret und verschiedene Familien gantz ausführliche Beschreibungen von ihrer Genealogie besitzen, davon anjetzt nur die von Berckenthin, von Moltke, von Oertzen, von Negendanck, von Pentz, von Plessen und von Preen nennen will."

Der Genealog ist also Johann Heinrich v. Hoinckhusen der Sohn. Dies wird auch durch die Handschrift bewiesen; denn der ganze genealogische Nachlaß ist von einer und derselben Hand geschrieben, welche nach Vergleichung von unterzeichneten Originalbriefen die Hand des jüngern Hoinckhusen ist.

Auch der Inhalt der von ihm abgefaßten Genealogien giebt den Beweis, indem eine sehr große Menge von Daten aus den ersten 20 Jahren nach des Vaters Tode von der Hand des jüngern Hoinckhusen in die Genealogien eingetragen ist.

Hoinckhusen arbeitete selbstständig, und wie es scheint zurückgezogen, ohne mit den beiden Behr und den beiden Schultz in Verbindung zu stehen, welche wieder unter sich auch nicht in Verbindung standen.

Hoinckhusen arbeitete ungefähr zwanzig Jahre und starb früh. Er war nicht verheirathet und wird um das Jahr 1700 geboren und wahrscheinlich im Jahre 1746 gestorben sein 1 ), da sich von seiner Hand noch häufig die Jahreszahl 1745, öfter auch noch 1746, aber kein Mal die Jahreszahl 1747 in die Genealogien eingetragen findet. Er hinterließ ungefähr 20 Genealogien lebender Familien fertig, ungefähr 85 in der Ausarbeitung und ungefähr 110 in der Vorbereitung ("Kladde"), Nachrichten über 338 ausgestorbene Familien, eine Geschichte der Herzoge von Meklenburg mit vielen eingeschalteten Adelsnachrichten und Wappen und viele kleine Aufzeichnungen, Nachrichten und Sammlungen. Außerdem hat sich, was bisher noch nicht bekannt gewesen ist, in dem Nachlasse

ein meklenburgisches Wappenbuch

des meklenburgischen alten und angesessenen Adels von seiner Hand gefunden, welches wohl das erste meklenburgische Wappenbuch sein dürfte. Es hat groß Landkartenformat, ist für jene


1) Nach den gütigen Mitteilungen des Herrn Dompredigers Türk zu Güstrow beginnen die Todtenlisten der Domkirche und der Pfarrkirche zu Güstrow erst mit dem Jahre 1781, ältere Aufzeichnungen erst mit dem Jahre 1756. Es wird also Hoinckhusen's Todesjahr nicht mehr sicher nachzuweisen sein. Im J. 1743 wird v. Hoinckhusen (ohne Vornamen), neben einem Herrn v. Gamm, als Taufzeuge aufgeführt.
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Zeit sehr hübsch gearbeitet und colorirt. Die Wappen haben mit den Helmen eine Höhe von ungefähr 3 1/4 Zoll.

Der Nachlaß ging zunächst ohne Zweifel auf den jüngern Bruder Ulrich Christoph v. Hoinckhusen und die beiden Schwestern über. Ulrich Christoph kam nach seines Bruders Tode nach Meklenburg zurück, kaufte sich in der Stadt Penzlin ein Haus und verheirathete sich am 28. September 1747 mit einer Tochter des dänischen Hauptmanns Valentin v. Penz auf Bresewitz und Gädebehn und der Margarethe Katharine v. Engel von Gr. Helle; er starb als der letzte männliche Sproß seines Geschlechts am 7. September 1758 1 ); seine Wittwe starb im J. 1777 in Penzlin. Die ältere Schwester v. Hoinckhusen war mit dem dänischen Hauptmann v. Engel auf Breesen verheirathet; die jüngere blieb unverheirathet und starb spät, vielleicht erst nach 1782, in Penzlin. Aus diesen Verwandtschaften mit den v. Engel und v. Renz und dem Zusammenfluß dieser Familien in und bei Penzlin läßt sich die spätere Fortsetzung der hoinckhusenschen Arbeiten erklären. Zu gleicher Zeit hatte auch der ältere Sohn des Hauptmanns Valentin v. Penz, Gottfried, eine Beate Margarethe v. Engel, und deren Bruder wieder eine Schwester ihres Mannes zur Frau, und Gottfrieds v. Penz Sohn heirathete wieder eine v. Engel.

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Conrad Lüder von Penz.

Der jüngere Sohn des Hauptmanns Valentin v. Penz war Conrad Lüder v. Penz, welcher im J. 1728 geboren war; er war in seinen jüngern Jahren holländischer Lieutenant, ging darauf nach Meklenburg zurück, ließ sich in der Stadt Penzlin als Privatmann nieder und verheirathete sich wohl nicht lange nach 1760 mit Ida Benedicta v. d. Lühe aus dem Hause Oberhof. Er starb im Frühling 1782.

Dieser Conrad Lüder v. Penz wandte sich, zur Beschäftigung und wie es scheint auch zum Gelderwerbe, den meklenburgischen genealogischen Studien zu. Er hatte "das Glück gehabt, von den Erben des v. Hoinckhusen dessen gesammte Aufsätze zur weitern Bearbeitung zu bekommen", und "beschäftigte sich von 1766 an bis zu seinem Tode mit dieser "Arbeit".

Conrad Lüder v. Penz hat in den Nachrichten über die ausgestorbenen Familien eigenhändig die Geschichte der Familie


1) Vgl. (C. L. v. Penz) Verzeichniß des Mecklenb. Adels in Jahrb. XI. S. 445.
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von Hoinckhusen geschrieben und dabei zugleich nicht allein v. Hoinckhusens Arbeiten, sondern auch zugleich seine eigenen Bestrebungen geschildert, so daß, in Beihalt der noch vorhandenen Arbeiten, über den ganzen Verlauf aller dieser Bemühungen nicht der geringste Zweifel walten kann. Da diese ganze Angelegenheit wichtig ist, so wird es am passendsten sein, den Abschnitt aus des Conrad Lüder v. Penz eigenhändigen Nachrichten über die Familie v. Hoinckhusen hier wörtlich mitzutheilen, jedoch mit Auslassung des größten Theils der schon oben mitgetheilten gedruckten Nachrichten über den Vice=Präsidenten v. Hoinckhusen und dessen meklenburgische Karte. Conrad Lüder v. Penz berichtet:

"Hoinckhusen.

Dieses Geschlecht hat wahrscheinlicherweise seine Abkunft der bereits erwehnten und im XIV. Jahrhundert hier geblüheten Familie, welche sich Hennighus schrieb, zu verdanken. Wann man aber einwenden will, daß die von Hoinckhusen jungen Ursprungs sind und dannenhero mit denen von Hennighus nicht eines Herkommens seyn können, weil selbst der Nahme auch so gar verschieden ist; so kann man erwiedern: daß die Enderung des Nahmens gar leicht in der Länge der Zeit entstanden sein kann, indem vielfache ähnliche Beweise hievon angeführt werden könnten, und dannenhero es auch glaublich bleibt, daß jene von diesen entstanden sind, zumahlen beyde, viele Gleichheit des Nahmens habende Geschlechter, auch in einem Lande gewohnet haben. Wenigstens ist es gewisser, als wenn andere im Adelstand erhobene sich bloß darum die Renovation erbeten, dieweil sie nur gehört oder gelesen, daß vor einigen hundert Jahren ähnliche Nahmens führende adeliche Geschlechter mehr als 100 Meilen von ihren Vorfahren entfernt, floriret haben. Dem sey nun wie ihm wolle, so gehört dem Geschlechte derer von Höinckhusen doch gewiß das preißwürdigste Andenken, indem es, so lange es mir nur durch Schriften bekannt ist, und eine Zeit von etwas über 100 Jahren, in dreien Generationen enthält, lauter Männer hervorgebracht, deren Asche fortdauernd von der Nachwelt in Ehren gehalten zu werden verdient; und welches denn auch von mir, in folgender Beschreibung bewiesen werden soll.

Heinrich Höinckhusen war Herzogl. Meklenburgischer Raht und Canonicus des vormahligen Stiftes Ratzeburg, woselbst er auch als letzter Domm=Herr sein rühmlich geführtes Leben 1683 beschloß.

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1651. Dessen Sohn Bartram Christian, ward den 6ten Jul. 1651 geboren. Dieser legte den Grund seines studierens erstlich unter privat Information, biß er 1665 nach Lübeck die öffentliche Schule und das Gimnasium bezog; und sich von dort 1670 nach Hildesheim bey denen Jesuiten in die Schule gab. Bey dem Examine den 15/26 Septbr. 1671 bestund er schon so wohl, daß ihm von dem dortigen Weihbischofe beydes primum Praemium Chriae, als auch primum Praemium Carminis Heroici gereicht wurde. Und 1672 erhielte er Praemium primum Orationis und secundum Praemium in Graecis, welche Praemia und die dabey ertheilte Zeugnisse noch vorhanden sind. Im Jahr 1673 zog er auf die Universität nach Rostock und legte sich daselbst auf sein Haupt=Studium, die Jura, nächsthin aber auch auf Mathematica, und ließ sich Collegia Geometrica, Trigonometrica, Fortificatoria, Astronomica etc. privatissime lesen. Hierauf ging er 1676 nach Leipzig und setzte daselbst unter dem Doctor Carpzovio das Studium Juris mit grosser Bemühung fort. Unter desselben Präsidio vertheidigte er den 6ten Dec. 1677 mit grossem Ruhme eine öffentliche Disputation: de Jure circa aërem, welche er dem Herzoge Christian Ludwig zu Meklenburg dedicirte, und als er 1678 zu Hause kam, sogleich von dem gedachten Herzoge die Versicherung erhielte, daß ihm nach zurückgelegten Reisen die Stelle eines Rahts zu Theil werden sollte. Hiemit trat er noch im letzteren Jahr seine Reise nach Holland an, und als er daselbst sich insbesondere noch eine Zeit lang auf der Universität zu Leiden aufgehalten hatte; so ging er zu Anfang 1679 nach England, besahe nächst denen Merkwürdigkeiten der Stadt London, auch die daselbst berühmten Universitäten, und wandte sich zum Schluß dieses Jahrs, über Douvres und Calais, nach Paris, — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — nachgehends aber über Worms, Mayntz, Franckfurth, Gießen, Marburg und Cassel, endlich 1684 wieder zu Hause kam. Wie er nun 6 Jahr auf seinen Reisen zugebracht, so nahm er sich die Freiheit, dem Herzoge Christian Ludewig der gegebenen Zusage zu erinnern, und um eine Beförderung bey der Justiz unterthänigst anzuhalten. Als aber kein Assessorat bey denen Gerichten ledig war, so wurde ihm 1685 erst die Referendarien=Stelle bey der Schwerinischen Justiz=Kanzeley anvertrauet. Nach erfolgtem Absterben des Assessor Klatten wurde unser Hoinckhusen im Jahr 1691 an dessen Stelle

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"wiederum Assessor, und endlich als der Vice=Präsident Victor von Grabow auf Lusewitz und Severin, im Monat Febr. 1707 diese hohe Bedienung durch den Todt ledig gemachet, so ward er bey dem Land= und Hof=Gerichte dieser Lande zum Vice=Präsidenten von dem Herzoge solenniter eingesezet und installiret. — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — .

Den 18. Septbr. 1716 ward er zu Wien vom Kayser Carolo VI. in den Adel=Stand erhoben und erhielte zum Wapen: Einen in 2 Theil nach der Länge abgetheilten Schild, in dessen hintern silberfarbenen Feldung ein mit denen Saxen einwerts gekehrten rohten Adlers=Flügel; in dem vordern mit 2 silberfarbenen Strassen in 3 gleiche Theile abgetheilter blau oder lasurfarbenen Feldung aber 3 sechsekigte güldene Sterne über einander erschienen. Auf dem Schilde stand ein offener blau angeloffener roht gefutterter Turniers=Helm mit anhangenden Kleinod, rechter blau und weiß, linkerseits aber weiß und roht herabhangenden Helm=Decken. Auf dem Helm stand ein silber, roht und blau durcheinander gewundener Pausch oder Bund, darob zwischen zweyen mit denen Saxen einwerts gekehrten rothen Adlers=Flügeln, der in dem Schild beschriebene Stern zu sehen warr; wie ein solches alles, das oben stehende Wapen mit mehrerem zeiget.

Oben haben wir erwehnet, daß sich unser Vice=Präsident auf Universitäten, sonderlich auch in denen, mathematischen Wissenschaften geübet. Durch die hierin erlangte Geschicklichkeit erhielte er die Gnade, daß er nachgehends, wie er noch zu Schwerin das Referendariat bey der Justiz verwaltete, dem damaligen Prinzen Friderich Wilhelm hierin informiren muste. Durch Hülfe aber dieser Wissenschaft gab er sich die unbeschreibliche Mühe, eine recht vollkommene und accurate Land=Charte von Meklenburg zu entwerfen, welche er auch nach 35jähriger Arbeit noch endlich bey seinem Leben völlig zum Stande gebracht. — — — — — — —

So viel habe ich von dem Leben dieses sowohl um die Justiz als Gelehrsamkeit in unserm Lande so hoch verdienten Mannes bekannt machen wollen; und wer ein mehreres von seinen großen Wissenschaften und wichtigen Verrichtungen wissen will, kann solches in den 1723 zu Rostock und Neu=Brandenburg herausgekommenen Gelehrten Mecklenburgischen Jahr=Geschichten, und zwar daselbst Seite 30 bis 46 antreffen. Ich muß denn nur noch erwehnen, daß er sich den 27. Apr. 1693 vermehlt gehabt, mit Jlsabe Agneta, einer

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"Tochter des Königl. Dänischen Justizraths Johann von Bennighusen und Margareta Hedewig von Roepstorf aus dem Hause Grünholtz in Holstein; welche in Glückstadt den 29. Merz 1668 geboren war, und in Bresen den 29. Merz 1753 verstarb. Die in dieser beglückten Ehe gezeugeten 4 Kinder sind:

1. Catarina Dorothea, geb. in Parchim den 24ten Januar 1696, starb in Neu=Brandenburg den 25ten Merz 1773 und hatte sich den 4ten Jan. 1717 vermählt gehabt mit den Königl. Dänischen Hauptmann Hans David von Engel auf Bresen, welcher den 18. Febr. 1681 zu Fritzau in Pommern geboren war, und den 26. Nov. 1753 in Bresen verstarb.

2. Magdalena Hedewig, geb. in Parchim den 19ten Mey 1698, und lebt annoch als die allerlezte dieses Geschlechts. Sie hat sich vermählt gehabt den 1ten Juli 1726 mit dem Königl. Dänischen Hauptmann Philipp Bernhard von Behr auf Stresow, Dargarzin und Müssow, welcher den 17. Apr. 1699 geboren war, und den 13. Dec. 1766 in Stresow verstarb.

3. Johann Hinrich. Je kürzer die Laufbahn dieses, für alle Freunde der Geschlechts=Nachrichten zu früh vollendeten würdigen Edelmanns ist, desto ausgebreiteter und unsterblicher ist sie, in ihrem innern Werte. Wie seine Voreltern, widmete er sich den Wissenschaften, und wandte seinen besondern Fleiß auf die Geschichte, Geschlechtskunde und Wappenkunst. Nach vollendeten Akademischen Jahren, hielte er sich bey seinen Eltern auf, und hier wurde auch einmahl aus Vaterlandsliebe der Gedanke bey ihm rege, den eingebohrnen Meklenburgischen Adel genealogisch und historisch zu beschreiben. Er fing zu dem Ende eine sehr weitläufige Sammlung an, prüfete alles mit genauester Vorsicht, und suchte überall mehr Licht und Gewisheit in seinen Nachrichten auszubreiten, als bishero von andern geschehen war. Nicht zufrieden, daß er überhaupt nur etwa ein Geschlecht nannte, den Stammvater aufsuchte, die Abstammende richtig angab und die Verbindung mit andern Familien getreulich anzeigte, war dieses vielmehr sein gröstes Augenmerk, wie er mit beglaubten Urkunden, Verträgen, Contracten, Begnadigungsbriefen und gerichtlichen Verhandlungen, seine Aussagen bewahrheiten mögte. Was ihm selbst etwa in diesem so wichtigen Fache noch abgehen mochte, das konnte ihm von seinem Vater, dem die Zugänge zu den Landes=Archiven immer offen stunden, reichlich verschaffet

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werden. Kein Wunder also, daß er mit festem Schritt eine bis daher noch sehr hökrichte und ungewisse Bahn betreten und uns in den wenigen Jahren, die er auf diese Arbeit verwandt, vollständige Nachrichten von 336 bereits ausgestorbenen und etwa 100 noch blühenden adelichen Familien geliefert, wovon auch bereits ein Band zum Druck rein geschrieben war, als dieser fleissige Forscher der Geschlechts= Alterthümer über seinen Fleiß erkrankte, und

in der besten Blühte seiner Jahre in unverehelichtem Stande, zu frühe in seine Ruhe einging.

Zuverlässig würde dieses Werk das Schicksahl vieler andern wichtigen Schriften, die mit ihrem Verfasser zugleich sterben, gehabt haben, wann ich nicht nach einer Reihe von ohngefehr 20 Jahren das Glück gehabt, von den Erben des verstorbenen Verfassers seine gesammte Aufsäze zu meiner weitern Bearbeitung zu bekommen, um sowohl das vollständig zu machen, was noch nicht seine ungezweifelte Richtigkeit erlanget, als auch da den Faden der Geschichte wieder anzuknüpfen, wo er durch den Todt des Verfassers abgerissen war. Von 1766 an habe ich mich mit dieser Arbeit beschäftiget. Ich habe, um der Absicht meines Vorgängers gleichzukommen, zu dem Ende einen weitschweiffigen und zum Theil kostbaren Briefwechsel unterhalten, was bisher aus neuentdeckten Quellen einzuschalten, habe ich ergänzet, mehrere ausgegangene und noch lebende Familien bis auf gegenwärtige Zeit völlig ausgearbeitet, und habe überall diesem Werk eine so große Brauchbarkeit und Gewißheit zu geben mich bemühet, daß es auch bereits das Glück gehabt, Kennern, so die Handschrift von verschiedenen Familien durchzusehen sich haben bemühen wollen, ein völliges Genüge zu thun, und es fehlet dem Werke jetzt weiter nichts, als daß es durch den Druck ganz und gar gemeinnüzig gemacht werde.

Wann ich mir bey diesem fortgesezten Geschäfte aber allein alles zuschreiben wollte, so würde ich auf eine sehr unedle Art die preißwürdigsten Unterstüzungen der aller Verehrung würdigen Männer verkennen, welchen ich so viele Hülfe und Ermunterung schuldig bin, und welchen ich hiemit öffentlich tiefen und verbindlichen Dank für ihre über alle meine Erwartung gehende Bemühungen abzustatten, mir die Ehre nehme. Sie alle mit Nahmen zu nennen, würde die Grenzen der mir selbst vorgeschriebenen Kürze überschreiten. Doch kan ich nicht umhin, vornemlich drey Freunde und Gönner, deren Gewogenheit ich als das schäzbarste Glück der Vorsicht betrachte, und wovon ich alzu lebhaft gerührt

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bin, als daß iemahls das Andenken davon in meiner Seelen erlöschen könnte, hier nahmhaft zu machen.

Der erste ist der über alles mein Lob weit erhabene verdienstvolle Minister, Herr Christoph Otto von Gamm, auf Karow, Käselow, Göhren, Lebbin und auf ein Antheil in Poppentin Erb= und Lehnherr, Herzogl. Meklenburg=Strelitzscher Geheimerraht und Präses von der Justizkanzeley, auch Königl. Dänischer Kammerherr und Ritter des Dannebrog=Ordens, welcher zur größten Bewunderung, in einer sehr kurzen Zeit, meine ausgestorbene Geschlechter mit einer Anzahl von etwa 600 vermehret, und mit diplomatischer Richtigkeit ausgearbeitet hat; so daß meine ganze Sammlung solcher Familien nunmehro an die Zahl von 1000 reichet. So groß wie nun der Dank ist, welcher ihm dieserhalb mit Recht von mir gegeben wird, so sehr haben auch alle Liebhaber der alten Geschichte Ursache, ihm dafür fortdauernd hoch zu schäzen und zu verehren.

Der Zweyte, dessen ich ruhmwürdig gedenken muß, ist der Königl. Dänische Conferenzraht und Herzogl. Meklenburgische Landraht Magnus Friederich von Barner, Erbherr auf Bülow etc. .; indem er mir nicht allein mit einigen Nachrichten von seiner eigenen Familie, sondern auch noch mit einzelnen Stücken von unterschiedenen andern hier blühenden Geschlechtern gewogenst an die Hand gegangen ist, so daß ich hiedurch im Stande gesetzt worden, solche um ein ziemliches zu verschönern.

Der Dritte, dem ich alle Verbindlichkeit schuldig bin, ist der Dommherr des hohen Stifts zu Merseburg, Carl Ludolph von Alvensleben, Erbherr auf Zichtau in der Alten=Mark; indem ich durch seine mir mitgetheilte Geschlechts=Nachrichten so weit gekommen, selbige von denen uhrältesten Zeiten an, biß hieher, genealogisch und historisch auszuarbeiten, und damit die Anzahl meiner auswertigen Geschlechter, welche sich durch Heiraht mit denen hiesigen verbunden, zu vermehren.

Endlich macht den Beschluß dieses Geschlechtes

4. Ulrich Christoph, des gedachten Vice=Präsident von Höinckhusen jüngster Sohn. Dieser erwählete die Waffen und ging anfangs als Fähndrich unter einem Herzogl. Meklenburg=Schwerinschen Dragoner=Regiment, bey welchem er denn auch schon im Jahr 1719 Gelegenheit erhielte, in dem mit den Hannoverschen Kreis=Truppen bey Walsmühlen vorgefallenen Treffen Proben seiner Unerschrockenheit abzulegen. Hiernächst ging er in Königl. Polnisch=Chur=Sächsische Dienste,

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und ward Lieutenant unter dem Dragoner=Regiment des General=Maiors von Berner, auf Wrodrow Pfandgesessenen; wobey er sich denn auch, bey allen Vorfällen sowohl in Sachsen als Polen, allemahl auf das rühmlichste betrug. Als er nun aber auch hier wieder quitirte und sein Leben in Ruhe zubringen wollte, so machte er sich endlich käuflich seßhaft in der Stadt Pentzlin; alwo er denn auch, unbeerbt, als der lezte männliche Erbe seines Geschlechts, den 7ten Septbr. 1758, mit Ruhm verstarb, nachdem er sich in Grossen=Helle den 28ten Septbr. 1747 vermählt gehabt hatte, mit Sophia Beata, einer Tochter des Königl. Dänischen Hauptmanns Valentin v. Pentz, ehemaligen Erbherrns auf Bresewitz, und Margareta Catarina von Engel aus dem Hause Grossen=Helle. Sie war 1707 geboren, und starb in Pentzlin den 3ten Jun. 1777."

Wörtlich aus v. Pentz handschriftlicher eigenhändiger Sammlung der ausgestorbenen adeligen meklenburgischen Geschlechter. Die Lebensbeschreibung des Vizepräsidenten v. Hoinckhusen ist ein Auszug aus der Biographie in Annales literarii Mecklenburgenses oder Jahr=Register von denen Geschäfften der Gelehrten aus Mecklenburg, auf das Jahr 1722, Zweite Vorstellung, Rostock und Neu=Brandenburg, 1723, S. 30-46, welche im Mecklenburgischen Gelehrten=Lexicon, II Stück, 1729, S. 55-60, wiedergegeben ist.

Penz unternahm es, die Arbeiten Hoinckhusens fortzuführen und weiter auszuführen, um das Werk mehr practisch nützlich zu machen. Er trat deshalb in einen sehr ausgebreiteten Verkehr und zog von allen Seiten her Nachrichten, Ahnentafeln u. s. w. ein. Er brachte also die Genealogien von ungefähr 80 Geschlechtern und die Nachrichten von 734 ausgestorbenen Geschlechtern "zum Druck fertig" und daneben viele einzelne Nachrichten zusammen. In dem Bülowen=Buch, 1780, heißt es S. 15:

"Der unermüdete Herr von Penz, in der Stadt Penzlin wohnhaft, besitzet diese Handschriften und suchet sie nach Möglichkeit zu verbessern, auch in der neuen Geschichte fortzusetzen."

Auch in den gedruckten genealogischen Nachrichten von der Familie von Koß, 1789, deren Ausarbeitung zum Druck er bedeutend unterstützte, wird seiner in der Einleitung häufig gedacht, z. B. S. 7:

"Eine historische Tabelle der Familie v. Koß ist zwar von dem Herrn Vice=Präsidenten (?) v. Hoinckhusen zuerst 1722 abgefaßt, aber von dem Herrn v. Pentz zu Pentzlin, was die neuern Zeiten betrifft, mit vieler Mühe umgearbeitet."

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Penz beabsichtigte allerdings den Druck des Werkes, gelangte aber nicht zur Ausführung, um so weniger, als er einige Jahre nach der Fassung dieses Vorsatzes starb.

Das einzige Buch, welches noch zum Druck gelangte, war die Beschreibung des Geschlechts von Bülow, welche Jacob Friedrich Joachim von Bülow auf Klaber, herzogl. meklenb.=strelitzscher Geheimer Kammer=Rath zu Neu=Strelitz, überarbeitete und 1780 drucken ließ. Bülow erließ am 5. Julii 1779 eine noch vorhandene gedruckte Subscriptions=Einladung. Unter diese gedruckte Einladung schrieb v. Penz am 22. Jan. 1780 eigenhändig mit v. Bülow's Erlaubniß, daß er "an der angekündigten Beschreibung des Geschlechts von Bülow Antheil habe". Er sagt, "er habe diese willig hergegeben, um von der vollständigen Beschreibung eine Probe zu geben. Wenn diese also dem Wunsche entspreche, so sei er entschlossen, die genealogischen und historischen Nachrichten aller mecklenburgischen adeligen Geschlechter durch den Druck gemeinnützig zu machen."

"Mehr als 30 Jahre hat der Wohlsel. von Hoinckhusen auf diese Arbeit Mühe und Kosten verwandt, und seit 14 Jahren ist es mein Geschäft, die hinterlassenen Aufsäze dieses verdienten Mannes zu zu ergänzen und bis auf die gegenwärtige Zeit vollständig zu machen."

Im Besitze seines Enkels, des Herrn Amtmanns Otto v. Penz zu Güstrow, befindet sich noch eine schließliche Berechnung des Umfanges und der Druckkosten. Er veranschlagte die Zahl der Familien schließlich auf 758, von denen ungefähr 680 ausgestorben waren, und die Druckkosten auf 5 Thlr. für jede Familie, wobei ohne Zweifel darauf gerechnet ward, daß die Nachricht über jede ausgestorbene Familie nur wenige Zeilen betragen sollte. Der Beschreibung sollten 617 Wappen im Druck beigegeben werden. Die Zeit des Drucks berechnete er auf drei Jahre und den Preis eines Exemplars auf 12 Thaler. Die Subscription wird aber nicht genügend ausgefallen sein, da der Druck nicht zur Ausführung kam. Nach einer Nachricht in der Geschichte der Familie v. Flotow, S. VII, wird gesagt, daß er (oder vielmehr seine Erben) im J. 1790 den meklenburgischen Landständen nicht allein sein eignes, sondern auch des Herrn v. Hoinckhusen Manuscript zum Kauf angeboten habe. Nach einigen Andeutungen in den hinterlassenen Papieren geschah die Unterhandlung nur persönlich und mündlich auf dem Landtage.

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Conrad Lüder v. Penz war ohne Amt und ohne Vermögen, da er jedem seiner drei Kinder nur ungefähr 800 Thlr. hinterließ. Er machte daher seine Arbeiten ununterbrochen für sich nutzbar, indem er für einzelne Familien häufig Ahnentafeln, Stammbäume und dergleichen entwarf und ausarbeitete, auch die ganzen Genealogien einzelner Familien an einzelne Familienglieder überließ.

Diese in vielen Familien verbreiteten Genealogien sind Anlagen des Herrn von Hoinckhusen und Ausführungen des Herrn von Penz, und die Originale sind an der festen Handschrift des Herrn v. Penz sehr leicht zu erkennen. Auf diese Weise sind die v. Penz ausgearbeiteten Genealogien wohl alle in Umlauf gekommen. Manche sind auch mit seinem Namen bezeichnet, z. B. "Die Genealogisch=historische Beschreibung von dem adelichen Geschlechte der von Gammen, aus sichern Nachrichten zusammengetragen von Conrad von Pentz in der Stadt Pentzlin im Jahr 1781".

Diese sichere Erforschung dient dazu, den ziemlich weit verbreiteten Irrthum zu zerstreuen, daß der herzogl. meklenburg=strelitzische Minister Christoph Otto v. Gamm Verfasser der neben den Behrschen Arbeiten vielseitig in Umlauf befindlichen ausgeführten Genealogien sei. Die Unrichtigkeit dieser Annahme wird durch die jetzt vorliegenden handschriftlichen Ausarbeitungen bewiesen. Ich selbst habe in diesem Irrthume gestanden, wenn ich das bekannte allgemeine und classificirte Verzeichniß des meklenburgischen Adels, welches der Sohn des Ministers v. Gamm dem Vereine geschenkt hat und welches in den Jahrbuchern XI, S. 423 flgd. gedruckt ist, dem Minister v. Gamm zugeschrieben habe. Die vorliegende Handschrift ist ohne Zweifel von dem Herrn v. Penz geschrieben, und das Verzeichniß muß dem Herrn Conrad Lüder v. Penz zugeschrieben werden. Gamm arbeitete etwas anders und hatte andere Absichten.

Conrad Lüder v. Penz starb im Frühling 1782.

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Christoph Otto von Gamm.

Zu gleicher Zeit mit Conrad Lüder v. Penz hatte Christoph Otto v. Gamm, auf Karow, Käselow, Göhren, Lebbin und Antheil Poppentin, herzoglich meklenburg=strelitzischer Geheimer=Rath, gleiche Studien begonnen. Christoph Otto v. Gamm, ein Sohn des Paul Otto v. Gamm auf Göhren m. Z., dänischen Hauptmanns, war am 19. Jan. 1721 geboren, studirte in Jena und Halle und trat nach vollbrachten

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Reisen in dänische Dienste, zunächst im März 1743 als Canzlei=Secretair in Kopenhagen, wozu er schon 1739 designirt war. Im Aug. 1743 ward er dänischer Legations=Secretair zu Madrid und seit 1747, als Justizrath, in verschiedenen Aemtern Beamter bei der dänischen Gesandtschaft in Stockholm. Im Jahre 1757 ward er dänischer Landdrost zu Delmenhorst und übernahm zugleich die von seinem am 24. Oct. 1756 gestorbenen Vater ihm zugefallenen meklenburgischen Güter Göhren und Lebbin. Im J. 1764 ging er, als dänischer Kammerherr, auf seine Güter nach Göhren, war bis 1766 Deputirter des Engern Ausschusses und ward 1767 zum meklenburg=strelitzschen Geheimen=Rath berufen und 1769 zum Präsidenten der Justiz=Canzlei in Strelitz ernannt. Nachdem er Göhren und Lebbin verpfändet hatte, kaufte er 1772 Karow und Käselow.

Dieser begann seine vaterländischen Studien genau zu gleicher Zeit mit v. Penz. Während jedoch v. Penz sich mehr ausbreitete, suchte v. Gamm mehr die letzten Ergebnisse zusammenzufassen und sammelte vorzüglich nur auf Stammtafeln des lebenden meklenburgischen Adels mit ganz kurzen geschichtlichen Uebersichten und auf ein möglichst vollständiges Verzeichniß des ausgestorbenen meklenburgischen Adels mit einigen kurzen geschichtlichen Nachrichten. Der Geheime=Rath v. Gamm hinterließ:

1) Kurze Beschreibung der ausgestorbenen und aus dem Lande gezogenen Geschlechter, 1780;

2) Genealogische Tabellen der adeligen Familien, welche in Meklenburg das Indigenatrecht haben;

3) v. Pritzbur Index concisus familiarum Megapol, 1705, gedruckt Kopenhagen 1722, mit neuen Zusätzen vermehrt bis auf das Jahr 1780.

Diese drei Werke, von v. Gamm mit eigener Hand ausgeführt, waren von dem Herzoge Friedrich Franz erworben und früher in der großherzoglichen Bibliothek zu Ludwigslust, werden aber seit einiger Zeit im Staats=Archive aufbewahrt. Jedoch hat v. Gamm auch einige Familien in kurzen, chronologisch zusammenhängenden Nachrichten bearbeitet, in der Art wie v. Hoinckhusen und v. Penz arbeiteten, wenn auch von diesen Geschichten vorhanden waren. So z. B. existirt handschriftlich eine "Geschichte des Geschlechts v. Oertzen, zusammengetragen im Jahr 1782 von Christoph Otto von Gamm."

Auch v. Gamm stand über seine Arbeiten mit sehr vielen Personen im Verkehr. Er hat aber auch alle frühern Arbeiten, namentlich die von v. Hoinckhusen und v. Penz sehr benutzt. In seinem Berichte über seine Arbeiten führt v. Penz den

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Minister v. Gamm als den ersten seiner Freunde und Gönner auf (vgl. oben S. 41). Es ist ohne Zweifel, daß der Minister v. Gamm ununterbrochen die Hoinckhusen=Penzschen Arbeiten zu Hülfe nahm. Auch nach Penzens Tode benutzte Gamm die alten Papiere. Unter den nachgelassenen Papieren des Herrn v. Penz findet sich z. B. "ein Verzeichniß derer Familien, so auf Befehl Sr. Hochwohlgeboren des Herrn Geheimen Raths von Gamm unterthänigst darzustellen sind", und nun werden 22 Familien aufgezählt, deren Genealogien eingesandt, 4 welche nachgesandt und 2, welche aus einer frühern Sendung noch nicht zurückgekommen waren. - Der Herr Kammerherr Friedrich Ludwig von Gamm auf Friedrichshof, Sohn des Ministers, schenkte dem Vereine für meklenburg. Geschichte aus dem Nachlasse seines Vaters, außer der eben erwähnten und in den Jahrbüchern XI gedruckten Uebersicht des Adels 19 ausgeführte Genealogien, von denen 3 von der Hand des Herrn v. Penz, 2 Abschriften von Behr und Schultz, 3 gedruckt, die übrigen aber von der Hand des Herrn v. Hoinckhusen geschrieben sind, außerdem Nachrichten von 15 ausgestorbenen Familien von v. Hoinckhusens Hand, endlich schon früher allein eine Genealogie von der Hand des Herrn v. Penz. Dies ist also sicher ein Beweis, daß diese Arbeiten aus dem Hoinckhusen=Penzschen Nachlasse geliehen, aber nach v. Gamm's Tode nicht zurückgegeben sind. Ein schlagender Beweis über den Gang dieser Mittheilungen war, daß unter den von dem Herrn Kammerherrn v. Gamm geschenkten Genealogien die erste Lage der von dem Herrn v. Penz geschriebenen Genealogie der Familie v. Barner vorhanden war, welche dem Originale der jetzt von dem Herrn v. Engel geschenkten Genealogie fehlte.

Der Geheime=Rath von Gamm starb im Jahre 1797.


Die Arbeiten der drei Herren v. Hoinckhusen, v. Penz und v. Gamm stehen also in einem, fortführenden Zusammenhange.

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Dethlof Joachim von Oertzen.

In demselben Jahre 1797, in welchem der Minister v. Gamm starb, ward Dethlof Joachim v. Oertzen auf Roggow dem Erbprinzen Friedrich Ludwig von Meklenburg=Schwerin als Kammerherr zugesellt; im Jahre 1812 ward er zum Hofmarschall ernannt. Dieser vielseitig gebildete und eifrige Mann, welcher dem Herzoge Friedrich Franz I. in dessen umfassenden

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vaterländischen Bestrebungen mit Einsicht und Fleiß zur Seite stand, betrieb auch mit Sorgfalt die Adels=Genealogie und führte, wahrscheinlich durch v. Gamm's Arbeiten angeregt, dessen Stammtafeln und Nachrichten fort und hat ebenfalls einen Folioband vielfach berichtigter Stammtafeln von eigener Hand hinterlassen; dieser Band wird im Originale zu Roggow und in Abschrift im großherzoglichen Staats=Archive zu Schwerin aufbewahrt. Der Hofmarschall v. Oertzen starb am 15. Februar 1820. Mit den Arbeiten dieses Mannes schließen die Bestrebungen auf diesem Felde der Geschichte.

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Johann Gottlieb Pistorius.

Zu gleicher Zeit mit v. Penz und v. Gamm arbeitete der Land=Syndicus, Rath Johann Gottlieb Pistorius zu Neu=Brandenburg auf diesem Felde. Pistorius, "in der Geschichte des Vaterlandes vollkommen bewandert und einer der gelehrtesten Alterthumsforscher in Meklenburg", bereitete eine Geschichte aller adeligen Familien vor, welche ausführlicher, kritischer und gründlicher werden sollte, als alle bisherigen. Pistorius war ein scharfsinniger, wissenschaftlicher, ernst und vaterländisch gesinnter Mann, welcher außer der meklenburgischen Landeskunde in seinen Mußestunden Naturkunde und Münzkunde trieb. Er war im Jahre 1708 zu Friedland geboren und ward im Jahre 1756 stargardischer Land.Syndicus (vgl. Journal von und für Deutschland, 1784, Stück 6, Juni, S. 639, und Jahrbücher des Vereins für meklenb. Geschichte XIX, S. 169). Im Jahre 1766 war von seiner Geschichte des meklenburgischen Adels der erste Theil, die Geschichte des Geschlechts v. Warburg, fertig und die rostocker "Berichte von gelehrten Sachen" von H. F. Taddel forderten am 29. October 1767 auf diese damals schon unter der Presse befindliche Geschichte zur Subscription auf. Im Jahre 1767 war auch der größte Theil dieser Geschichte gedruckt. Aber "Undankbarkeit und Mangel an Theilnahme" sollen ihn, einen sehr scharf blickenden und daher auch wohl empfindlichen Mann, an der Fortsetzung verhindert haben, so daß selbst der Geschichte der v. Warburg noch der Titelbogen und der Schlußbogen fehlt (vgl. Nugent's Reisen durch Mecklenburg, aus dem Englischen übersetzt, 1781, I, S. 244). In dem Bülowen=Buch, 1780, wird S. 17 gesagt: Pistorius "hat den besten Willen geäußert, sich durch Beschreibung Meklenburgscher Familien verdient zu machen. Er hat auch würklich mit dem Geschlechte von Warburg den Anfang gemacht und dadurch bei Lieb=

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habern der Adelshistorie den Wunsch erreget, daß er nicht so bald ermüden möge. Es scheinet aber, als ob er durch den Beifall dieser wenigen sich nicht belohnt genug gehalten." Auch in den Genealogischen Nachrichten der Familie von Koß, 1789, wird gesagt: "Land=Syndicus und Rath Pistorius zu Neu=Brandenburg hat auch den Anfang gemacht, Mecklenburgische Familien zu beschreiben." Pistorius starb schon im Jahre 1781. Es ist daher anzunehmen, daß sein Nachlaß nicht sehr reich und umfassend war, da er nach allen Andeutungen wegen Mangel an Theilnahme, welche freilich bis dahin alle Arbeiter gedrückt hatte, die Arbeiten ruhen ließ. Dennoch wird er gewiß manche interessante Sammlung hinterlassen haben, welche nach seinem Tode wahrscheinlich in den Besitz des Ministers v. Gamm gekommen sind, wie mehrere in v. Gamm's Nachlaß gefundene Sammlungen von Briefen an Pistorius mit dessen Bemerkungen zu beweisen scheinen.

Die Hoinckhusen=Penz=Gamm'schen Arbeiten,

welche in einem innern und historischen Zusammenhange stehen, sind jetzt im großherzoglichen Staats=Archive zu Schwerin vereinigt. Freilich sind alle solche Bestrebungen des 18. Jahrhunderts für die ältern Zeiten nicht zuverlässig, da die Archive sehr schwer zugänglich waren und es den Arbeitern damals an ausreichender Gelehrsamkeit und Kritik fehlte. Dennoch ist das Material als Grundlage sehr anerkennenswerth und für das 17. und 18. Jahrhundert äußerst wichtig.

Vignette
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IV.

Uebersicht

über

die kirchlichen Denkmäler mittelalterlicher Kunst in Meklenburg,

von

D. C. W.


D ie auf den nachfolgendem Seiten abgedruckte Arbeit kann höheren Ansprüchen nicht Genüge thun und nur zur Uebersicht bringen, was fast ausschließlich der verdiente erste Secretair unsers Vereins, der Archivrath Dr. Lisch, in diesen Jahrbüchern über die Reste kirchlicher mittelalterlicher Kunst in unserer Heimath berichtlich niedergelegt hat. Würde dieser daher auch am besten im Stande gewesen sein, die vorliegende Uebersicht auszuführen, so ist er bekanntlich anderweitig derartig überhäuft, daß Schreiber dieses von ihm zur Anfertigung des gegenwärtigen Inventariums verpflichtet wurde, welcher leider erst im Laufe der Arbeit erkannte, wie wenig seine Kräfte der Größe seiner Aufgabe entsprechen. Es muß daher erklärt werden, daß die chronologische Reihenfolge der Monumente einer sichern Basis allerdings entbehrt, daß aber die Datirung allzu sehr von der Richtigkeit auch nicht entfernt sein wird und daß ferner nichts erwünschter sein würde, als Berichtigungen competenterer Beurtheiler.

Da unter den Lesern der Jahrbucher weitaus die Mehrzahl sich nicht mit der Archäologie des Mittelalters beschäftigt hat und doch dieser und jener derselben diesen Blättern seine Aufmerksamkeit vielleicht zuwenden möchte, so scheint es nützlich ein paar Bemerkungen über die Mittel vorauszuschicken,

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durch welche sich das Alter eines Kunstwerkes bestimmen läßt, und ebenso über die Schwierigkeiten, welche sich dabei in den Weg stellen. Den sichersten Anhalt geben natürlich Inschriften, welche über die Anfertigung des Kunstwerkes, an dem sie angebracht sind, Kunde geben; aber es kommt auch vor, daß z. B. an Werken der Architektur Inschriften aus älteren Monumenten in die gegenwärtigen mit hinüber genommen worden oder daß derartige Inscriptionen in späterer Zeit nachgetragen sind. Nächstdem sind Urkunden und chronistische Nachrichten von hohem Werthe, doch sind auch diese, von häufigen Undeutlichkeiten ganz abgesehen, nicht ohne Weiteres und durchaus verläßlich, da sie sich nur zu oft auf untergegangene, nicht aber auf die jetzt vorhandenen Werke beziehen. Man kann auch ferner aus Vermächtnissen zu Kirchenbauten u. s. w. auf die Entstehungszeit letzterer hin und wieder schließen; weit häufiger aber ist dies nicht der Fall, da im Mittelalter die Hände zum Dienste Gottes nie müde wurden und kaum ein Testament aus jener Zeit gefunden werden dürfte, welches nicht eine fromme Gabe an die Pfarrkirche des Testators oder an sonst ein Gotteshaus enthielte. Auch Grabschriften erlauben bisweilen chronologische Folgerungen, aber selten nur, da man die Leichensteine in Pietät mit hinübernahm aus dem alten in den neuen Bau, um davon nicht zu reden, daß lange Verstorbenen von Nachkommen Steine nachgelegt wurden und Lebende solche für sich anfertigen ließen. Von geringem Werthe ist es, wenn eine ecclesia an diesem Orte oder jenem genannt wird, weil das nur die Existenz einer Pfarre daselbst verbürgt, nicht aber eines Kirchengebäudes, am wenigsten des gegenwärtigen, und eben so ist auch die im Uebrigen so annehmliche Vermuthung, daß bei Aufführung einer Reihe von Pfarrherren, z. B. als Zeugen, dieselben nach dem Alter ihrer Kirchen geordnet wurden, nicht wohl zu verwerthen. Man hat im Mittelalter bei Begründung der Parochien keineswegs sofort Monumentalbauten errichten können, sondern ohne Zweifel sich in den allermeisten Fällen zuvor mit einem Nothbau, der meist wohl von Holz und Lehm hergerichtet gewesen sein wird 1 ), begnügen müssen, denn wenn auch damals die Christenheit sogenannte "freundliche" Kirchen noch nicht kannte, sondern der Ansicht war, daß für unseren Herrgott nichts zu gut und schön sei, so kostete ein Kirchenbau damals ebensowohl Vorbereitungen und ohne Zweifel noch mehr Geld verhältnißmäßig, als heutzutage.


1) Hamb, U. B. I, Nr. 181. Jahrb. XXVIII, S. 188, Nr. 3.
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Ganz besonders ist dies zu berücksichtigen bei den Klosterbauten, wo der Natur derselben nach zuerst Wohnlichkeiten und zwar sichere, abgeschlossene hergestellt sein müssen, ehe man an die Ausführung monumentaler Kirchenbauten denken konnte. Wenn nun solchergestalt urkundliche Nachrichten auch nur einen bedingten Werth für die Ermittelung der Entstehungszeit eines Bauwerkes haben, so sind auch die Merkmale, welche aus den Formen desselben entnommen werden können, aus dem Materiale, der Anlage, der Construction, dem Ornamente, keineswegs das, was dem Chemiker die Reagentien sind. Ein Bogenfries charakterisirt allein noch nicht eine Kirche als romanisch, ein Spitzbogen noch nicht als gothisch, rechteckige Altarhäuser kommen auch nach der Uebergangsperiode vor und der Granit gehört nicht ausschließlich der ältesten Zeit an. Man muß also etwa vorhandene Nachrichten vergleichen mit der sich darbietenden äußeren Erscheinung und solche Monumente, wo diese zu jenen passen, als feste Punkte hinstellen, um welche dann die übrigen, von denen keine schriftlichen Aufzeichnungen oder dergleichen erhalten sind, gruppirt werden müssen.

Wenn somit die Bestimmung des Alters eines Bauwerkes eine ziemlich schwierige und, da sie eben auf Combination beruht, unsichere Sache ist, so ist diejenige von Arbeiten des Pinsels, des Meisels und dessen, was aus der Hand des Bildschnitzers und des Gießers hervorging, noch unendlich schwieriger, zum Theil überhaupt, zum Theil bis jetzt. Grabsteine, oft nachgelegt, und größere Gußwerke haben freilich meist ein Datum, aber die Fünten und Weihelsteine von Granit oder Kalkstein erlauben selten einen Schluß auf ihr Alter, die Altarschreine sind bei uns bisher mehr in Bezug auf ihren Inhalt als auf ihre Kunstweise Gegenstand der Forschung gewesen und von Malereien ist so wenig erhalten und bekannt, daß ihre Zeitbestimmung, wo nicht andere Anhaltspunkte sind als ihre äußere Erscheinung, sehr mißlich ist.

Die Ueberbleibsel mittelalterlicher Kunst im Lande Stargard sind in dieser Liste unberücksichtigt geblieben, theils weil sie weniger mit den Monumenten im übrigen Meklenburg als mit den märkischen zusammenhangen, theils weil sie überhaupt noch zu wenig bekannt sind 1 ). Aus letzterem Grunde haben auch die bürgerlichen und Befestigungsbauten, sowie die klösterlichen nicht berücksichtigt werden können. Thurmbauten sind nur ausnahmsweise erwähnt; diejenigen der kleineren Kirchen


1) Vgl. Jahrb. X, 314.
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datiren selten wohl vor 1400, da diese vordem Dachreiter und hölzerne Glockenhäuser neben sich hatten.

Der Umstand, ob eine Kirche aus Granit oder aus Ziegeln erbaut ist, hat für die Abschätzung ihres Alters, was Meklenburg anlangt, nicht den Werth, welchen man anderwärts darauf zu legen berechtigt sein mag, denn von den ohne allen Zweifel ältesten Monumenten hier Landes sind eben so viele von Ziegeln wie von Stein erbaut, und wir haben in der Kirche zu Dassow ein Beispiel, daß man sich des letzteren sogar noch in der ersten Zeit der Gothik bedient hat. Daß man sich später auf Backstein beschränkte, hatte ohne Zweifel darin seinen Grund, daß Granit nicht allenthalben hinreichend und leicht zu haben war, die Bearbeitung theurer und das Bauen damit schwieriger wurde und weit endlich seine spröde Natur die Herstellung gothischer Formen noch weniger gestattete, als es der Backstein thut. In der Liste ist bei den einzelnen Bauwerken die Anwendung von Granit durch römische, die von Ziegeln durch deutsche Schrift bezeichnet.

Vor der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts ist an Kunst in Meklenburg natürlich nicht zu denken, da erst im Jahre 1164 Pribislavs Taufe unser Land der Cultur öffnete. Erst seit dieser Zeit ist eine nennenswerthe Wirksamkeit der Bischöfe und Gründung von Parochien möglich geworden. Im Jahre 1170 wurde das Cistercienserkloster Doberan an der Stelle heidnischen Götzendienstes, zwei Jahre später für denselben Orden das Kloster Dargun gestiftet und 1178 finden wir die ersten Pfarren in Meklenburg genannt, nämlich die zu Stük, Kramon und Vicheln bei Schwerin und die zu Röknitz bei Dargun. War aber daneben das Heidenthum noch so mächtig gegenüber den deutschen Einwanderern aus Sachsen, Engern, Westfalen, aus Friesland und vom Niederrhein, um noch 1179 jene Klöster, die Stiftungen der Landesherren, gründlich zerstören und so gewaltig aufstehen zu können, daß Doberan erst 1186, Dargun sogar erst 1216 wieder neu aufzurichten möglich wurde, so erscheint es wahrscheinlich, daß erst in den letzten zehn, höchstens fünfzehn Jahren des zwölften Jahrhunderts monumentale Bauten vorbereitet oder begonnen worden sind; es ist kaum glaublich, daß eine der noch erhaltenen alten Kirchen vor 1200 datirt. Wenige unserer Kirchen gehören dem romanischen Style an, die Mehrzahl der älteren der Uebergangszeit, und ebenso haben wir sehr wenig aus der besten Periode des gothischen Styls, dagegen viele Bauten, die der jüngeren Zeit angehören; bei diesen werden sich wohl die meisten Irrthümer in der Datirung finden. Wie viel übrigens

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noch in der heimathlichen Kunstgeschichte des Mittelalters zu thun erübrigt, mag man daraus abnehmen, daß noch nicht ganz ein Drittel der vorhandenen Kirchen untersucht ist, wenn man auch die bedeutenderen kennt, und daß die Zahl von Werken der Malerei, Schnitzkunst, der Metallarbeit u. s. w., welche bekannt sind, noch viel geringer ist.

Kirchengebäude.

Romanische Periode, bis 1220.

(Jerichow 1149-1159?)
(Braunschweig, Dom S. Blasien, Weihung desselben 1194.)
Ratzeburg, Dom. - Masch's G. d. B. Ratzeb. S. 747. B.B. VII, 61. A. XI, 420. XX, 312. XXIV, 309.
Schlagsdorf (Ratzeburg), Schiff. B. VII, 63. (Zweischiffig)
Rehna, Schiff, Reste. B. VII, 72. A. XV, 287.
Lübow (Wismar). B. VII, 66. A. XVIII, 287, N.
Vietlübbe (Gadebusch). B. IV, 82. VII, 65.
Gadebusch, S. Jacobi, Schiff. B. III, 124. VII, 65.
Lübchin (Tessin), XXIII, 315.
Papenhagen bei Rambow (Malchin), Ruine. B. IV, 91. VI, 103.
Frauenmark (Kriwitz). XXV, 282.
Doberan, Cistercienser=Klosterkirche, Ruinen des Kreuzganges und die Südwestecke der Kirche. Wiedererrichtung des Klosters 1186. Bestätigung 1192 und 1193. Consecrationsfeier der Kirche 1232.

Periode des Uebergangsstyles, bis 1270.

Dambek (Röbel), Chor. XV, 283.
Neuburg (Wismar). B. VII, 73. A. XVIII, 285.
Wokern (Teterow). XXI, 264.
Neuenkirchen (Schwan), Chor. X, 310. XXIV, 312.
Rehna, Thurm. B. VII, 72. A. XV, 287.
Neukloster (Wismar). B. III, 142. 147. VI, 87. Stiftung des Klosters 1219, Weihung 1236?
Schwerin, Dom, Unterbau des Thurmes. VIII, 29, N. Weihung des Domes 1248 oder 1249.
Güstrow, Dom S. Cäcilien, alter Chor und Querhaus. B. VIII, 97. Stiftung des Collegiatstiftes 1226.
Reknitz (Güstrow), S. Bartholomäi. XIII, 412. (Zweischiffig.)
Wattmannshagen (Güstrow), Chor. XII, 467.
Lüssow (Güstrow). B. VI, 87.

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Schwan. B. VI, 87.
Kampz (Schwan), Chor. B. VI, 87. A. XXVII, 207.
Gr. Grenz (Schwan). B. VI, 87.
H. Sprenz (Schwan). B. VI, 87.
Marlow. XXIII, 324.
Sanitz (Rostock). XXIII, 322.
Jördensdorf (Teterow). XII, 465.
Parkentin (Doberan), Chor. XVIII, 292.
Satow (Kröpelin). X, 308.
Kolzow (Tessin). XXIV, 345.
Ruchow (Sternberg). B., VI, 87.

Die vorstehenden, auch landschaftlich ziemlich zusammengehörigen Kirchen vom Dome zu Güstrow an zeichnen sich durch eine besondere Gewölbeconstruction aus und sind daher zusammengestellt, nicht aber weil sie etwa im Einzelnen älter wären als die folgenden bis zur Kirche zu Gnoien.

Konow (Grabow). XXVII, 201.
Zittow (Schwerin), Chor. XXI, 282.
Vipperow (Röbel). XIX, 403.
Ankershagen (Penzlin), Chor. B. VIII, 124. (Zweischiffig.)
Witzin (Sternberg). B. VII, 74.
Thelkow (Tessin). XXIII, 327.
Röbel, S. Nicolai. B. VIII, 109.
Röbel, S. Marien. B. VIII, 112.
A. Garz (Neubukow), S. Johannis.
Doberan, H. Bluts=Kapelle. IX, 411. XIX, 373. Dedicationsfeier 1248.
Bützow, S. Elisabeth, theilweise. XXIV, 313. Gründung des Stifts in der angefangenen Kirche 1248.
Wittenburg. B. VI, 80. A. XXII, 307. Geweiht zwischen 1257 und 1284.
Hagenow, Chor. XX, 321.
Proseken (Wismar), Schiff. B. VIII, 144. A. XIX, 406.
Ribnitz, S. Marien, Schiff. XII, 473.
Plau. B. VIII, 119.
Gnoien, Chor. XII,. 462. (Zweischiffig.)
Drevskirchen (Wismar). B. VIII, 103. A. XVII, 371. Gründung der Pfarre 1229.
Brüel. B. VII, 75.
Dargun, Cistercienser=Klosterkirche, Schiff. B. III, 169. VI, 89. A. XII, 471, Vorbereitungen zum Neubau 1221-1225.

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Rühn (Bützow), Cistercienser=Nonnenkloster. Stiftung des Klosters 1233.
A. Kalen (Neukalen). XII, 457.
Gögelow (Sternberg). B. VIII, 101.
Döbbersen (Wittenburg), Chor? B. VI, 84. Weihung des Altars 1255.
Gr. Giwitz (Waren). B. VIII, 128.
Grevesmühlen, S. Nicolai. B. VIII, 142.
Klütz, S. Nicolai. B. VIII, 139. A. X, 300.
Serran (Krakow). B. VIII, 103.
Lohten (Dobertin), Chor. XXI, 268.
Parchim, S. Marien. B. VIII, 105. Weihung 1278.
Lage, Chor. XII, 463.
Bernit (Bützow). XXII, 314.
Schlön (Waren), Schiff. B. VIII, 127.
Stük (Schwerin), Chor. B. VI, 86. A. XXII, 310.
Dänschenburg (Marlow). XXIV, 347. Weihung des Kirchhofes 1256.
Neubukow. B., VII, 74. A. XXI, 269.
Röknitz (Dargun). B. VI, 99.
Moisall (Bützow). XXVII, 208. Bestimmung über den Acker der von Schlemmin hieher verlegten Kirche 1264. 1 )

Frühgothische Periode, bis 1290.

Bützow, theilweise. XXIV, 313.
Wattmannshagen (Teterow), Schiff. XII, 467. XXVII, 205.
Reinshagen (Güstrow). X, 310.
Boitin (Sternberg). XXVII, 204.
Güstrow, Dom, Oberschiff. B. VIII, 97.
Steffenshagen (Doberan), Chor. XIX, 395.
Kröpelin, Chor. XXII, 318.
Beidendorf (Wismar), Chor. XIX, 408.
Dassow. B. VIII, 146.
Rostock, S. Nicolai, Schiff.
Wismar, S. Marien, Unterbau des Thurmes. 2 )

Gothische Periode.

Kröpelin, Schiff. XXII, 318.
Güstrow, Pfarrkirche, Kern derselben. XV, 310.


1) Kirchen aus der Zeit des Uebergangsstyls sind auch noch die zu Levin (D. VI, 99), Grubenhagen (B. VIII, 129), Schwinkendorf (zweischiffig, B..VIII, 127), Grüssow (XVI, 291), dieselben bedürfen aber noch einer näheren Untersuchung.
2) In diese Rubrik wird auch die Kirche zu Kuppentin gehören, XVII, S. 16.)
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Passee (Neubukow). XXII, 317.
Gr. Salitz (Gadebusch). B. VII, 78.
(Brand der S. Marienkirche zu Lübeck und Neubau 1276, Anfang des Baues der Thürme daselbst 1304 und 1310.)
Rostock, S. Marien, Chorschluß und Umgang.
Rostock, S. Jacobi, Langhaus.
Güstrow, Dom, Thurm.
Schwerin, Dom, Chor und oberer Theil des Thurmes. B. III, 191. A. X, 306. XIII, 147. XIX, 398. B. Gottfried v. Bülow, 1292-1314. Der "neue Chor" fertig 1327.
Wismar, S. Jürgen, Chor.
Wismar, S. Marien, Umgang und Chor mit Ausschluß des oberen Theils. Contract zur Vollendung der Kirche mit Johann Grote 1339. Weihung des Chores 1353.
Doberan, Klosterkirche. IX, 413. Brand des Klosters 1291. Consecration der Kirche 1368.
Wismar, H. Geist=Kirche, theilweise. Weihung des Altars 1326.
Dobbin (Krakow). XXVII, 221.
Zapel (Kriwitz). XXVII, 219.
Rutenbek (Kriwitz). XXVII, 220.
Boitzenburg. XXVII, 216.
Kirchdorf auf Pöl (Wismar), S. Marien, Chor. XV, 306.
Ludorf? (Röbel), S. Marien. XVI, 294. XXV, 308. Consecration der Kirche 1346.
Warnkenhagen (Teterow). XII, 468.
Lage, Schiff. XII, 463.
Dobertin, renovirte Klosterkirche mit älteren Resten. Kreuzgang. B. VIII, 130.
Gressow (Wismar), Chor. B. VIII, 148.
Parchim, S. Bartholomäi. Stiftung der Kapelle 1349.
Kalkhorst (Dassow). B. VIII, 149.
Grabow? B. V, 118.
H. Vicheln (Wismar). B. III, 144.
Basse (Tessin), Schiff. XXIII, 327.
Bentwisch (Rostock). XXII, 320.
Volkenshagen (Rostock). XXII, 321.
Mestlin (Goldberg), Schiff. XXI, 276. (Zweischiffig.)
Tarnow (Güstrow). XXI, 277. (Zweischiffig.)
Rethwisch (Doberan). XIX, 395.
Steffenshagen (Doberan), Schiff. XIX, 395.

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Lichtenhagen (Rostock), Schiff. XIX, 394.
Parkentin (Doberan), Schiff. XVIII, 292.
Zurow (Wismar), S. Marien. XVI, 300.
Waren, S. Georgen, Schiff. B. VIII, 121.
Waren, S. Marien. B. VIII, 122.
Bützow, S. Elisabeth, Chor. X, 304. Verleihung eines neuerrichteten Altars im neuen Chor 1364.
Schwerin, Dom. XIII, 156, Anm. 1. XIX, 401. Bauthätigkeit unter Bischof Friederich v. Bülow durch Peter Petzel und Daniel. 1 ) 1365-1375.
Parchim, S. Georgen. B. VIII, 107. Chorbau um 1375.
Buchholz (Brüel). XXI, 282.
Retchendorf (Schwerin). XXI, 279.
Dambek (Wismar). XXVII, 211.
Wustrow (Ribnitz). XXVII, 200.
Hornsdorf (Wismar), S. Lorenz. XXVII, 210.
Schorrentin (Neukalen), Schiff. XII, 466.
Lübz. B. VIII, 134.
Wismar, Dominikaner=Klosterkirche S. Peter und Paul. Weihung des Chores 1397. Reste des Kreuzgangs.

Junggothische Periode.

Wismar, S. Nicolai. Gründung des Chores durch Heinrich v. Bremen 1381 oder 1386.
Rostock, S. Marien. Beginn des Neubaues 1398.
Wismar, S. Georgen. Anfang des Thurmbaues 1404.
Tempzin, Präceptoreikirche, Chor. B. III, 155. A. XV, 152.
Schwerin, Dom, Oberschiff. Einwölbung des Langhauses 1430. (Kreuzgang.) XIX, 398.
Kirchdorf auf Pöl, S. Marien, Schiff. XV, 306.
Wismar, S. Nicolai. Nördliche Abseite 1434, südliche und Leichenhaus 1437 durch Hermann Münster.
Slate (Parchim), Schiff. XXII, 323.
Retschow (Kröpelin). XVIII, 289.
Hohenkirchen (Wismar), S. Nicolai. B. VIII, 148.
Rehna, Prämonstratenser=Nonnenkloster, Chor. XV, 287. XX, 342. Weihung 1456.
Wismar, S. Georgen. Unterer Theil des Neubaues durch Hermann Münster.
Neukalen. XXVII, 214. Thurm angefangen 1439.


1) Die Bezeichneten werden wirklich Baumeister gewesen sein, denn "Steinhauer" wird die Uebersetzung von lapicida sein, was "stenwerter" wiedergiebt, eine Bezeichnung, die für die Maurermeister eben gerade gebraucht wurde.
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Ribnitz, S. Marien, Chor. XII, 473. 1457-1458.
Dargun, Klosterkirche, Chor und Querhaus. B. III, 169. VI, 89. A. XII, 471. XXVI, 215. Anfang 1464.
Güstrow, S. Gertruden. XXI, 283.
Zarrentin, Cistercienser=Nonnenkloster. B. IV, 84. A. XV, 309. Ablaß zum Neubau der verfallenen Kirche 1460.
Althof (Doberan), Kapelle. XIX, 138.
Beidendorf (Wismar), Schiff und Thurm. XIX, 408.
Demern (Rehna). 1480. Masch, B. Ratzeb. S. 382.
Holzendorf (Brüel). XXVII, 220.
Müsselmow (Brüel). XXVII, 220.
Gr. Tessin (Wismar). XXVII, 216.
Tempzin, Präceptoreikirche, Schiff. B. III, 155, A. XV, 152.
Levitzow (Teterow). XII, 470.
Bennin (Boitzenburg)?, S. Dionys. 1503. Masch a. a. O.
Dassow, S. Georgen. 1506? Masch a. a. O. S. 383.

Leichensteine mit Figuren oder Wappen.

Anm. Diejenigen Steine, auf welchen nur ein Wappen, sind mit einem * bezeichnet.
1284. (?) Bischof Ulrich von Ratzeburg. Ratzeburg. (Masch a. a. O. S. 169.)
129  . * Bürgermeister Marquard v. Walmerstorp. Wismar, S. Marien. (Nachgelegt?)
1304. Heinrich v. d. Weser und Frau. Doberan. (A. IX, 446.)
1320. Pröpste Johann und Hermann zu Rehna.(A. XV, 298.)
1330. Pfarrherr Nicolaus zu Steffenshagen. (A. XIX, 397.)
1336. (?) B. Marquard v. Ratzeburg. (Masch a. a. O. S. 233.) Abt Johann Rostock von Dargun. Dargun. (B. VI, 96.)
1338. Peter Wise von Lübek. Doberan. (A. IX, 419.)
1341. Ritter Heinrich und Ludolf v. Maltzan. Dargun. A. IX, 470. Lisch's Geschl. Maltz. II,, Taf. 5.)
1355. B. Volrad von Ratzeburg. Ratzeburg. (Masch a. a. O. S. 256.)
1361. A. Jacob von Doberan. Doberan. (A. IX, 435.)
1363. Pf. Johann Bernit von Parkentin; daselbst. (A. XVIII, 293.)
1367. B. Wipert von Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 268.)
* R. Andreas v. Flotow. Dargun. (B. VI, 99.)
Pf. Johann Jwanze von Kalkhorst; daselbst. (B.VIII, 150.)
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1369. A. Hermann v. Riga von Dargun; daselbst. (B. VI, 94.)
1370. * Heinrich Knut von Priborn und Frau. Leizen. (A. XXV, 311. Taf.)
1371. Reimar v. Barnekow und Frau. Rühn. (B. III, 161.)
* Söhne des Rathmann Peter Strömkendorp. Wismar, S. Marien.
1379. * Lambert Schönefeld. Wismar, Schwarzes Kloster.
1380. Reimar v. Barnekow und Frau. Rühn. (B. III, 160.)
1381. A. Gregor v. Rostock von Dargun; daselbst. (B. VI, 94.)
1382. R. Berthold v. Maltzan und Frau. Rühn. (A. IX, S. 470. Lisch's Geschl. Maltz. II, Taf. 6.)
Pf. Hermann Toda. Lübow.
1389. R. Joachim Nortmann und Frau von Rossewitz. Reknitz. (A. XIII, 413. Lisch's Geschl. Behr III, Tafel.)
Vicare Johann Doberan und Nicolaus Dalwitz von Reknitz; daselbst. (A. XIII, 414.)
A. Martin von Doberan; daselbst. (A. IX, 436.)
138  . Pf. Gherd Vogelsang von Teterow; daselbst. (A. XII, 464.)
1390. Vogt Hartwig von Dargun; daselbst. (B. VI, 96.)
1391. Johann Moltke von Neuenkirchen und Frau. Doberan. (A. IX, 445.)
Gherd Bassewitz und Frau. Basse. (A. XXIII, 327.)
1393. Pf. Alard Schademöller von Steffenshagen; daselbst. (A. XIX, 397.)
1395. B. Gerhard von Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 297.)
1397. Pr. Andreas Gilow von Jvenack; daselbst. (B. VI, 102.)
13... Pr. Heinrich Mulsow von Rühn; daselbst. (B. III, 162.)
1401. Heinrich v. d. Lühe. Doberan. (A. IX, 446.)
1404. * Bürgermeister Marquard Bantzekow und Frau. Wismar, S. Marien.
1410. Pf. Andreas Bukow von Neuburg; daselbst. (B. VII,73.)
1412. Domherr Yo v. Morin. Alt=Röbel. (B. VIII, 113.)
Vicar Peter Rodemölner. Alt=Röbel. (B. VIII, 113.)
1413. * Nicolaus Driberg und Frau. Wismar, S. Nicolai.
1417. Pr. Nicolaus Mezstorp von Dobertin; daselbst. (A. XXVII, 236.)
1419. B. Dethlev von Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 318.)
1420. A. Johann Plate von Doberan; daselbst. (A. IX, 437.)
1427. A. Hermann Bokholt von Doberan; daselbst. (A. XIX, 391.)
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1431. B. Johann von Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 331.)
1432. R. Heinrich Moltke und Frau von Toitendorp. Doberan. (A. IX, 444.)
1434. Vic. Diederich Winkelmann. Neukloster. (B. III, 150.)
143  . * Nicolaus Nortman und Frau, Reknitz. (A. XIII; 414.)
1440. B. Pardamus von Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 340.)
1441. Bernd Rode, Professor der Theologie. Wismar, Schwarzes Kloster.
1442. Vicar Matthias Runge. Wismar, S. Nicolai.
A. Bernhard von Doberan; daselbst. (A. IX, 437.)
1445. R. Mathias Axekow und Frau. Doberan. (A. IX, 441.)
Werner Axekow und Frau und R. Matthias Axekow. Doberan. (A. IX, 441.)
Johann Axekow und Frau und R. Werner Axekow. Doberan. (A. IX, 441.)
Matthias Axekow und Frau und Claus Axekow und Frau. Doberan. (A. IX, 441.)
1448. * Ludolf Hahn und Frau. Dargun. (B. VI, 98. Lisch's Geschl. Hahn II, A. Taf. 3.)
1449. Hermann und Sivert v. Oertzen. Doberan. (A. IX, 443. Lisch's Geschl. Oertzen II, Taf. 1.)
1450. * Alheid Rampe. Wismar, Schwarzes Kloster.
1454. B. Johann II. von Ratzeburg. (Masch a. a. O. S. 350.)
1457. Hans v. Stralendorp und Frau. Neukloster. (B. III, 150.)
1459. Marschall Ulrich v. Maltzan und Frau von Grubenhagen; daselbst. (B. VIII, 129, Lisch's Geschl. M. III, Taf. X.)
1461. B. Johann III. von Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 355.)
1463. M. Gherd Werkmann, Pf. zu S. Jürgen zu Wismar; daselbst.
1464. Herzogin Anna. Doberan. (A. IX, 432.)
1465. Vicke v. Oertzen und Frau. A. Garz. (A. X, 312. Lisch's G. Oertzen. II, Taf. 2.)
1466. B. Ludolf v. Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 361.)
1468. Heinrich v. Bülow und Frau. Neukloster. (B. III, 149.)
146  . Pf. Herman Giwertz von Neuburg. Doberan. (A. IX, 440.)
1477. Rathmann Peter v. Barken und Frau. Wismar. S. Nicolai.
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1479. B. Johann IV. von Ratzeburg; daselbst. (Masch a. a. O. S. 366.)
1480. * R. Ludolf Hahn und Frau. Dargun. (B. VI, 98. Lisch's Geschl. Hahn II, Taf. 5.)
1483. Brand Holdorp und Frau. Wismar, S. Nicolai.
1488. Hinrik Buk und Frau. Kirchdorf auf Poel. (A. XV, 308.)
1489. A. Johannes Wilken von Doberan; daselbst. (A. IX, 438.)
1491. Herzogin Dorothea Gadebusch. (B. III, 135.)
1493. * Bürgermeister Hans Klevena. Güstrow, Pfarrkirche. (A. XV, 312.)
1499. A. Franz Meyne von Doberan; daselbst. (A. IX, 439.)
Stadtschreiber M. Gottfried Perseval. Wismar, Schwarzes Kloster.
13... (?) Hinrik Glove. Dobertin. (A. XXVII, 237.)
1504. A. Hinrich Mutzel von Doberan; daselbst. (A. IX, 439.)
1510. * Vicar Johannes Winter. Wismar, S. Nicolaus.
1524. Präceptor Johann Cran von Tempzin. Lübz. (A. IX, 456.)

Metallene Grabplatten.

a. Geschnittene.
1347. Bischöfe Ludolf und Heinrich v. Bülow zu Schwerin. XVI, 306.
1375. Bischöfe Gottfried und Friedrich v. Bülow zu Schwerin. XVI, 306.
1434. Königin Agnes von Schweden zu Gadebusch. Eingelegt. B. III, 132.
b. Gegossene.
1504. Herzogin Sophie von Meklenburg. Schwarzes Kloster zu Wismar. Tile Bruit.

Kreuze.

12... Graf Heinrich (von Ratzeburg?) bei Wittenburg. X, 197.
..... Schönberg. Masch's G. d. Bisth. Ratzebg. S. 329, N. 3.
1351. Werner v. Bernstorf. Bernstorf. B. II, 167.
1364. N. Ledege. Wendorf bei Wismar. XXIII, 351.
1391. Lüdeke Moselenburg. Eversdorf bei Grevismühlen. XI, 483. XX, 300.
1399. Hermann Lammeshovet. Selow bei Bützow, X, 371.
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1411. Nicolaus Vinke. Schimm bei Wismar. XXIII, 352.
1439. Johann Steenvort. Sauensdorf bei Wismar. XXIII, 354.
149  . Thomas Rode. Rostock.

Fünten und Weihelsteine.

a. Von Granit.

Eixen. I, 66.
Vicheln. B. III, 146. II, 119.
Pokrent. B. VII, 72.
Sülten. B. VI, 112.
Malchin. B. VI, 113.
Karlow. XXVII, 231.
Vietlübbe. B. IV, 84.
Zarrentin. B. IV, 84.
Döbbersen. B. VI, 85.
Güstrow, Dom B. VIII, 100. A. XXVII, 236.
Gr. Lukow. B. VI, 113.
Satow (Kröpelin). X, 309.
A Garz. X, 311.
Teterow. XII, 464.
A. Kalen. XII, 461.
Lichtenhagen. XIX, 395.
Steffenshagen. XIX, 397.
Warsow (Schwerin). B. IV, 95.
Hohenkirchen. B. III, 181.
Witzin B. VII, 74.
Belitz. B. XII, 469.
Bernit. XXII, 317.
Lübchin. XXIII, 316.
Moisall. XXVII, 210.

b. Aus Kalkstein.

Röbel, S. Nicolai. B. VIII, 110. XIX, 407.
Drewskirchen.
Rehna. XV, 291.
Proseken. XIX, 407.
A. Bukow. XXI, 268.
Neuburg. XXI, 274.
Tarnow. XXI, 278.
Thelkow. XXIII, 327.
Wustrow. XXVII, 201.

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c. Aus Metall.
1290. Rostock, S. Marien.
(1310) ! Roststock, S. Nicolaus.
(1340?). Wismar, S. Marien.
1312. Wittenburg. B. VI, 83. Meister Wilken.
1357. Schönberg. Masch a. a. O. S. 267. Gerhard Crancmann.
1365. Parchim, S. Marien. B. VIII, 106. Meister Herman.
(1370?). Schwerin, Dom.
1440. Ratzeburg. Masch a. a. O. S. 339.
1450. Gadebusch. B. III, 129.
1474. Bützow. B. III, 139.
1508. Kröpelin. XXII, 320. Andreas Rive zu Rostock.
1512. Rostock, S. Peter. Andreas Rive.

Glocken.

Dreizehntes Jahrhundert.
Hohenkirchen. B. III, 180. A. XXIII, 356.
Kalkhorst. B. VIII, 150.
Woserin. XXII, 325. 1 )
Brenz. XVIII, 295.
Satow bei Kröpelin. X, 310.
Biestow.
Vierzehntes Jahrhundert.
Gr. Tessin. (2.) XXVII, 218.
1301. Doberan. XIII, 424.
Neuburg. B. VII, 73.
Rostock, S. Marien.
Rostock, S. Jacobi.
Reinshagen. X, 310.
Krak. B. I, 65.
A. Karin. IX, 455.
Kirch=Rosin. XII, 478.
Rechlin. VIII, 154.
Bernit. (2.) XXII, 314.
Camin bei Wittenburg. B. II, 119.
Lewitzow. XII, 470.
Below. XXVII, 235.

1) Die beiden dort beschriebenen Glocken gehören zusammen, da beider Inschriften einen Hexameter bilden (Gloria u. s. w.), das einzige Beispiel dieser Art, welches bisher in Mecklenburg beobachtet ist.
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1370. Reknitz. XIII, 417.
Wismar, S. Marien, Nr. 5.
1382. Brüel.
(Beginn der Minuskelschrift.)
1379. Rostock, S. Marien.
1384. Westenbrügge. Figürliche Darstellungen. IX, 454.
1393. Below XXVII, 235.
1394. Rostock, S. Nicolaus.
Funfzehntes Jahrhundert.
1404. Russow. X, 314.
1409. Rostock, S. Marien.
1409. Döbbersen. Hans Rode. B. VI, 86.
1412. Bützow.
1415. Meklenburg. Bartholomäus. Figürl. Darstellung. Deutsche Inschrift. VI, 82.
1417. Kalkhorst. Bartholomäus. Fig. Darstg. B. VIII, 149.
1421. Dänschenborg. XXIV, 349.
1422. Lichtenhagen.. XIX, 394.
1433. Warnemünde.
1435. Russow. Timmo Jäger. Fig. Darstg. X, 313.
Dambek bei Wismar. Timmo Jäger. XXVII, 211.
Lübchin. XXIII, 317.
Wismar, S. Marien, Nr. 9.
1436. Levin B. VI, 100.
1440. Rostock, S. Marien.
1441. Brütz. XXVII, 234.
1442. Mühlen=Eixen. I, 68.
1443. Retschow. XVIII, 292.
Dargun. XII, 471.
Klinken. XXII, 327.
1450. Kirch=Rosin. XII, 478.
1452. Bülow.
Thürkow.
Sülstorf. I, 65.
1453. Brenz. XVIII, 295.
1457. Brüel. B. VII, 78.
1460. A. Garz. Figürl. Darstg. X, 312.
1461. Neukloster. B. III, 152.
1462. Zurow. Figürliche Darstellungen.
1463. Lüdershagen. IX, 453.
1464. Schwerin, Schloß. Aus dem Dom? Figürl. Darstellungen, XV, 162.
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1470. Schwerin, Dom. Fig. Darstg. B. III, 192.
1473. Wittenförden. Fig. Darstg. XVIII, 289.
Wismar, H. Geist.
1474. Warsow. B. IV, 95. VII, 81.
1479. Wismar, S. Nicolaus Nr. 6.
1480. A. Garz. X, 313.
Lichtenhagen. XIX, 394.
1481. Malchin.
1482. Retchendorf. XXI, 281.
1488. Rostock, S. Nicolaus.
1489. Wismar, S. Jürgen Nr. 6.
1491. Lübz. B. VIII, 137.
1494. Bützow. XX, 357.
Pinnow. XX, 333.
1495 Bützow. Fig. Darstg. XX, 357.
1497. Jördensdorf. XII, 466.
   ? Satow bei Malchow. Fig. Darstg. XVI, 294.
   ? Schwerin, S. Nicolaus. B. III, 192.
Sechszehntes Jahrhundert.
1504. Schorssow.
1506. Moisall. XXVII, 210.
Wismar, Schwarzes Kloster.
1508. Klütz. Fig. Darstg. Hinrich v. Campen. B. VIII, 142.
Schwerin, Schloß. Hinrich v. Campen. XV, 162.
1514. Levin. B. VI, 100.
Schwerin, S. Nicolaus. Fig. Darstg. Hinrich v. Campen. B. III, 192.
1519. A. Garz. X, 313.

Chorgestühl und Chorschranken.

Gögelow, vor 1350. XXIV, 343.
Doberan, um 1350. IX, 416. (XIII, 418.)
Wismar, S. Jürgen, nach 1350.
Bützow. B. III, 138.
Güstrow, Dom, B. VIII, 100.
Klütz. B. VIII, 141.
Wismar, H. Geiste 1420.
Parchim, S. Georg. 1430.
Wismar, S. Marien. 1430.
Gadebusch, 1430-1460. B. III, 127. 134.
Kirchdorf auf Pöl. XV, 307.
Rehna. XV, 295.
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Neukloster. B. III, 143. 148.
Wismar, S. Nicolaus.
Tempzin. B. III, 157.
Eixen. I, 66.
Röbel, S. Nicolaus, aus dem Dominikanerkloster, durch Fr. Urban Schumann. 1519. B. VIII, 110.

Kirchenstühle. 1 )

Bützow. (Jetzt im Antiquarium zu Schwerin.)
Wismar, S. Jürgen.

Kanzel.

Kampz bei Schwan. XXVII, 207. (Im Antiquarium zu Schwerin.)

Orgel.

Bützow.

Triumphkreuze.

Dambek bei Wismar. XXVII, 212.
Doberan.
Eixen. I, 66.
Krak. I, 65.
Kirchdorf auf Pöl, XV, 307.
Parchim, S. Georg. B. VIII, 109.
Rehna. XV, 297.
Retchendorf. XXI, 280.
Sanitz. XXIII, 323.
Volkenshagen. XXII, 322.
Wismar, S. Marien. 2 )
    =    S. Nicolaus.
    =    S. Jürgen.
    =    Schwarzes Kloster.
    =    H. Geist.

Altartafeln.

Die mittelalterlichen Altartafeln, welche Meklenburg noch besitzt, sind, so weit bekannt, mit wenigen Ausnahmen Schnitz=


1) Die folgenden Abteilungen alphabetisch.
2) Dies Kreuz hat auf seiner Rückseite noch die alte, irren wir nicht, feststehende Bemalung: grün mit rothen Weinblättern.
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werke und gehören bis auf diejenige des Doberaner Hochaltars sämmtlich dem fünfzehnten oder sechszehnten Jahrhundert an. Darum und weil sie überhaupt bisher mehr ihrem Inhalte als der Form nach studirt sind, folgen sie hier nur in alphabetischer Ordnung. Manche sind restaurirt, manche entweder wegen Kostspieligkeit der Restauration oder auch in sonderbarem Eifer zurückgestellt, so daß vielen der Untergang bevorsteht.

Ankershagen, 2. B. VIII, 125.
Banzkow. XXVII, 203.
Bentwisch. XXII, 320.
Berendshagen.
Bernit. XXII, 317. XXIV, 344. XXVI, 239.
Bützow, 1503. XXIV, 318.
Dobbin. XXVII, 222.
Doberan, Hochaltar, um 1350. XIV, 352. XIX, 392.
     =     H. Drei=Königs=Altar. XIII, 418. XIX, 367.
Frauenmark. XXV, 284.
Gadebusch. B. III, 128. (Im Antiq. z. Schwerin.)
Gnoien. XII, 462.
Gögelow. XXIV, 343.
Grabow. Aus Lübek. 1379. X, 318.
Güstrow, Dom. 1490-1500. B. VIII, 100. A. XV, 312.
     =     Pfarrkirche, 1508. Jan Borman. XV, 311.
Hagenow. XX, 324.
Holzendorf. XXVII, 220.
Kampz bei Schwan. XXVII, 207.
Kirchdorf auf Pöl, 2. XV, 306.
Kirch Rosin. XII, 478.
Krak. I, 65.
Müsselmow. XXVII, 221.
Neukloster. B. III, 147.
Neustadt. X, 318. Aus Lübek. Jetzt im Antiquarium zu Schwerin.
Parchim, S. Marien. (Nach Schröder's P. M. S. 520 früher im Franciskanerkloster.) B. VIII, 106.
     =     S. Georg, 1421. Henning Leptzow von Wismar. B. VIII, 109. XXIII, 364.
Parkentin. XVIII, 294.
Pinnow. XX, 333.
Radun. XXVII, 219.
Rehna. XV, 296. XX, 333.

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Reknitz. XIII, 417.
Retchendorf. XXI, 280.
Retschow. XVIII, 289.
Rethwisch. XIX, 394.
Röbel, S. Marien. B. VIII, 110. A XXI, 289.
Röknitz. XXVII, 224.
Rostock, S. Marien.
     =     S. Nicolai, 2. XVIII, 296. 1 )
     =     H. Kreuz Kloster.
Rutenbek. XXVII, 220.
Schwerin, Dom. 1495.
Slate. XXII, 323.
Steffenshagen. XIX, 396.
Stük. XXII, 311.
Tarnow. XXI, 277. XXVII, 214.
Tempzin. B. III, 157.
Teterow. XII, 464.
Thelkow. XXIII, 327.
Toitenwinkel. XX, 325.
Vipperow. XIX, 405.
Warnemünde, 1475. Aus Danzig, nach Schröder's P. M. S. 2278.
Wismar, Krämer=Altar von 1410-1420, aus S. Marien, jetzt in S. Jürgen.
     =     S. Nicolaus. (Schifferaltar?)
     =     S. Jürgen, Hauptaltar.
     =          =      Drei Königs= oder Schneideraltar.
     =          =     1497.
     =          =
     =          =
     =     Schwarzes Kloster, Hauptaltar.
     =          =     S. Thomas=Altar.
     =          =     
Witzin. XXVII, 226.
Wokern. XXI, 267.
Zapel. XXVII, 219.
Zurow. XVI, 302.


1) Im Jahre 1855 sahen wir in dieser Kirche, die damals renovirt wurde, einen überaus schönen Flügelaltar, der aus dem S. Johannis=Kloster (Dominicaner) stammen sollte. Ob er noch existirt, ist uns nicht bekannt; man sagte, daß er dem Thürmer zur Disposition gestellt sei.
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Sacramentshäuser.

Dänschenburg. XXIV, 348.
Doberan. XIV, 351.
Granzin. Im Antiquarium zu Schwerin.
Hansdorf. XVIII, 297.
Lichtenhagen. XIX, 395.
Rostock, H. Kreuz=Kloster. XVIII, 297.
Rethwisch. XIX, 394.
Sanitz. XXIII, 323.
Gr. Tessin. XXVII, 217.


Bernit. XXVI, 240. Schreine.
Gadebusch. B. III, 128. Schreine.
Jesendorf. Schreine.
Lübow. Schreine.

Gemalte Altartafeln.

Doberan, H. Bluts=Altar. IX, 422.
     =     Fronleichnams=Altar. IX, 424.
     =     Dreieinigkeits=Altar. IX, 425.
     =     Altar der fürstl. Begräbniskapelle. XIX, 363.
Gadebusch. B. III, 128. (Jetzt i. d. Gh. Bildergallerie.)
Wismar, S. Jürgen. 16. Jahrh.

Decorative Malereien.

Dambek bei Minzow. XV, 284. 13. Jahrh.
Doberan. XVI, 288. XIX, 385. 14. Jahrh.
     =     H. Blutskapelle. XIX, 373. 13. Jahrh.
Gadebusch. XX, 313. 13. Jahrh.
Güstrow, S. Gertrud. XXI, 283. 15. Jahrh.
Grüssow. XVI, 293. 13. Jahrh.
Neuenkirchen. XXIV, 312. 13. Jahrh.
(Proseken. XIX, 406. 16. Jahrh., untergegangen. Unter der Tünche der Gewölbe stecken noch Malereien.)
Alt Röbel. XVI, 290. XVII, 376. 13. Jahrh.
Rostock, S. Nicolai. XVIII, 297.
Satow bei Malchow. XVI, 293. 13. Jahrh.
Steffenshagen. XIX, 396. Gegen 1300.
Tarnow. XXVII, 212. 13. Jahrh.
Wismar, S. Marien, Kapelle über der Sacristei. XVI, 289. 15. Jahrh.
     =     Schwarzes Kloster. Ende 14. Jahrh.

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Figurative Wandmalereien.

Bernit. XXVI, 234. Um 1300.
Brüel. B. VII, 77.
(Bützow. XXIV, 317. Vernichtet.)
Doberan, Bülowen= Kapelle. IX, 447. XIX, 378. Mitte d. 15. Jahrh.
     =      Drei Königs=Altar. XIII, 418. 15. Jahrh.
      =     H. Bluts=Kapelle. XIX, 373. 13. Jahrh.
Gögelow. XXIV, 338. 13. Jahrh. Restaurirt.
Tarnow. XXVII, 212, 14. Jahrh. Restaurirt.
Wismar, S. Marien, Kapelle über der Sacristei, Um 1400.
      =     S. Jürgen, Wollenweberkapelle. 15. Jahrh.
Zurow. 14. Jahrh. Restaurirt.

Glasmalereien.

Basse, Fragmente. XXIII, 329.
Bützow, Fragmente. Wappen. B. III, 138.
Dargun, Wappen. B. VI, 93. A. XXVI, 215, 15. Jahrh.
Doberan. 14. Jahrh.
Neukloster. B. III, 147. 13 Jahrh.
Rethwisch, Fragmente. XIX, 394.
Röbel, S. Marien, Fragmente. B. VIII, 113.
Stük, Fragmente. B. VI, 86. XXII, 311.
Wismar, S. Marien, Kapelle über der Sacristei. Anf. 15. Jahrh.

Kelche.

Bützow. 15. Jahrh. XXIV, 333.
Karlow. 1300-1350. B. VII, 72. XXVII, 229.
Kavelsdorf. B. VII, 80.
Teterow. Vor 1380. XXI, 287.
H. Vicheln. B. III, 146.

Belt.

Bützow, von 1504. XXIV, 335.

Stickereien und Malereien.

Kelchtücher, Altardecke aus Ribnitz. A. XII, 448. XXVIII, 308.
Güstrow (Antiquarium). XXI, 285.
Rühn. XXI,I, 284.


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In dem nachstehenden Verzeichnisse, welches die Kirchen Meklenburgs nach den Präposituren, die alphabetisch einander folgen, geordnet enthält, sind die untersuchten Kirchen mit lateinischer, die unbekannten mit deutscher Schrift gedruckt, die neuen Kirchen eingeklammert (), Kapellen durch einen —, Filiale durch ein † bezeichnet. Die Zahlen vor den Namen bezeichnen die Perioden, welchen die Kirchen angehören, und zwar 1 romanischen, 2 Uebergangs=, 3 frühgothischen und gothischen, 4 spätgotischen Styl, so daß z. B. 2.4 bedeutet, daß der westliche Theil einer Kirche dem Uebergangsstyle, der östliche der Spätzeit angehört.

Verzeichnis, welches die Kirchen Meklenburgs nach den Präposituren, die alphabetisch einander folgen, geordnet enthält
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V.

Kämmerei-Register der Stadt Wismar

aus den Jahren 1326 - 1336,

mitgetheilt
von

D. C. W.


B ei dem so ausgezeichnet trüben Geschick, welches Wismar seit zweihundert Jahren erdulden mußte, kann der armselige Zustand des dortigen Rathsarchives kein Verwundern erregen, welcher mit der glänzenden Vergangenheit der Stadt in den Tagen von ehemals in so schroffem Gegensatze steht. Um so werthvoller aber sind dort diejenigen Urkunden, welche durch allerlei glückliche Zufälle gerettet sind. Zu diesen gehört auch ein Kämmerei=Register, welches die Jahre 1326 bis 1336 umfaßt.

Das Buch besteht aus 44 Blättern Pergament in Groß Octav, welche in einen Umschlag aus demselben Material, dem unteren Theile einer nicht ausgefertigten Urkunde Vom Jahre 1316, eingenäht sind, auf dessen innere Seite man ebenfalls mehrere Notizen gemacht hat. Die Erhaltung des Buches ist nicht die beste; namentlich sind die oberen Ränder durch Moder und sorglose Aufbewahrung so mitgenommen, daß manche Eintragungen dadurch ganz unverständlich geworden sind. Die Handschrift ist dieselbe durch das ganze Buch und scheint die des damaligen Stadtschreibers, Heinrich von Eimbek, ZU sein.

Niemand wird in dem Register die exacte Buchführung der späteren Zeit und unserer Tage suchen und man kann daraus weder für die Einnahmen noch für die Ausgaben der Stadt eine, wenn auch nur annähernde Schätzung gewinnen,

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denn es fehlen unter beiden namhafte Rubriken. Doch giebt es mehrere Pöste, welche mit einer gewissen Regelmäßigkeit notirt zu sein scheinen, und wenigstens diese bieten Anhalt zu Berechnungen dar.

Das politische Jahr, um uns so auszudrücken, begann in Wismar mit Himmelfahrt; der Rath wurde zu dieser Zeit umgesetzt, d. h. ein Drittel blieb, eins, nämlich die zwei Jahr im Rathstuhle gesessen, schied aus, und ein Drittel, welche ein Jahr draußen gewesen waren, trat wieder ein. So war es nämlich factisch, wenn auch formell eine Art Wahl stattfand. Auch bei den einzelnen Rathsämtern, die jedes mit zwei Personen besetzt waren, beobachtete man ein Gleiches: zu dem, welcher ein Jahr z. B. bei der Kämmerei gewesen war, wurde ein neuer gesellt, der ums Jahr wieder einen anderen Genossen erhielt, während der alte abtrat. Dies ergiebt sich aus den jedem Jahre in unserem Register vorgesetzten Namen der derzeitigen Kämmerherren, so wie der auffallende Umstand, daß ihr von jeher und bis heute besonders geehrtes Amt vorzugsweise mit den jüngsten Rathmännern besetzt wurde.

Stehend beginnen die Notizen mit der Heuer einer Anzahl Buden, 24-30 an der Zahl, die wohl beim Rathhause gelegen haben und die 1304 genannten "Steinbuden" gewesen sein werden. Die Miethe für die Bude betrug von Ostern zu Ostern 1 M. 4 S. bis 6 M. Die Mieter waren Leute allerlei Art, Barbiere, Krämer, Schneider, Schuhmacher u.s.w.

Weniger regelmäßig ist die Pacht anderen städtischen Eigenthums verzeichnet. Dahin gehören: die Salze Aa - ohne Zweifel der untere Theil des Mühlenbachs -, der Aderholm (Wallfisch), eine Wiese an der Aa, eine Wiese oder Insel vor dem Lübschen Thore, eine Wiese bei der Wotrentz=Mühle (Klus), eine Windmühle, die Rathswage, die Rathsschmiede. Nur sehr sparsam findet sich hie und da eine andere Einnahme notirt.

Viel ausführlicher und regelmäßiger sind anscheinend die Ausgaben eingetragen. Dieselben betrafen zunächst die Gehalte der städtischen Diener, des Stadtschreibers, eines gewissen Bernhard, welcher Wachtmeister (Utridervogt der Lübischen?) gewesen sein mag, des Marschalks (stabularius), der übrigen ordinären Diener, der Thorwächter. Die Besoldungen scheinen, wie überhaupt früher, nicht allzu regelmäßig gezahlt zu sein und bestanden die Emolumente außer jenen in freier Wohnung, Kleidung, Sporteln u. dgl.

Einen nicht unbedeutenden Theil der Ausgaben bilden die Kosten der Sendungen der Rathmänner, welche theils

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im Interesse der Stadt, theils und namentlich zur Zeit der Vormundschaft nach Heinrichs d. L. Tode für die jungen Fürsten reisen mußten. Da diese Reisen sich nicht allein in die Nachbarschaft, sondern selbst bis nach Dänemark und Flandern erstreckten und Leib und Leben dabei in Gefahr waren, so fielen sie den Rathmännern oft schwer genug und man war 1354 genöthigt, in Betreff der Verpflichtung zu denselben ein eigenes Statut aufzurichten. Wer grade in einem Falle die Reise "reiten" sollte, wird von der Bestimmung der Bürgermeister abhängig gewesen sein. Es springt aber in die Augen, daß nicht bloß die Mitglieder des sitzenden Raths, sondern der gesammte Rath sich solchen Expeditionen unterziehen mußte, und daß die Uebernahme derselben keineswegs einer festem Reihenfolge unterlag, denn während Johann Wise in sieben Jahren 47 Reisen machte, ist von Diederich Lasche so wenig, wie von den Bürgermeistern Heinrich v. Ricquerstorp und Gert v. Slawestorp eine einzige vermerkt.

Auch an Geschenken, Ehrengaben und Almosen zahlte die Kämmerei ein Erkleckliches. Die Anwesenheit des Landesherrn in der Stadt, Ereignisse in der fürstlichen Familie, der Besuch angesehener Personen setzte die Kämmerei jedesmal in Unkosten.

Mehrfach sind Ausgaben für den Ratskeller notirt, welcher von einem Kellermeister verwaltet und von den Weinherren dirigirt wurde und dessen Erträge den Rathmännern zu Gute kamen. Mehrere Pöste betreffen den Marstall, welcher, wie wahrscheinlich auch das Kriegswesen, unter der Aufsicht der Stallherren stand.

Leidlich regelmäßig sind die Zahlungen der verkauften Renten vermerkt, welche vorzüglich nach Lübek gingen. Im Anfange des Buches sind die Copien mehrerer Rentenverkäufe eingetragen, die hier aber nicht mit abgedruckt, sondern nur ihrem Inhalte nach angegeben sind. Beiläufig ist nach diesen dem Buche eine Aufschrift gegeben. 1 )

Großes gab die Stadt auch aus für Bauten allerlei Art, denen damals schon eigene Bauherren (bumesteri, magistri edificatorii) vorstanden. Solche Ausgaben betrafen theils Materialien, wie Schwellen (svlle, limina), Sparren, Wagenschott (engl. wainscot, Tafelholz), Kalk, Dachsteine, föhrene Dielen, Balken, eichene Bretter, Ziegel und Latten;


1) Hic sunt copie privilegiorum Septem fratrum et Bogheneri, domini Willekini de Proceken, Meynekini de Puteo, plura arbitria consulum et ciuitatis.
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theils sind die Structuren augegeben, für welche sie gemacht wurden: so das Rathhaus, der Ziegelhof vor dem Lübschen Thore, der von den Ziegelherren beaufsichtigt wurde, der Pfandkeller, die Garbräterbänke, die Büttelei, das Heringshaus, die Wage, ferner die Befestigung der Stadt, der Wall und Graben beim Lübschen Thore und beim "Rosengarten", der Thurm (wikhus) vor dem Pöler Thore, bei der Wasserpforte und bei der Weberstraße und noch ein vierter, sowie die Zugbrücke vor dem Meklenburger Thore. Auch zu den Dämmen vor der Stadt verwandte die Kämmerei alle Jahre, sowie auch sonst allerlei Erdarbeiten ausgeführt wurden, wie ein Graben durch das Moor, auf der Ricquerstorfer (Baumfelds) Wiese, Zwei Siele vor dem Meklenburger Thore, der Scheidegraben gegen Grese. Auch für Torf stechen sind Ausgaben notirt.

Endlich enthält ein eingeheftetes loses Blatt ein paar Willküren, welche hier nicht abgedruckt sind, und eine Berechnung der Ziegelherren aus dem Jahre 1330.

Wir müssen uns darauf beschränken, von dem Inhalte des Registers vorstehende skizzirte Darstellung zu geben und auf eine eingehendere Behandlung verzichten, welche, wenn sie erschöpfend sein sollte, einen allzu großen Raum in diesen Jahrbüchern in Anspruch genommen haben würde, und sind diese gleich weniger der Veröffentlichung urkundlichen Materials, als vielmehr der Verarbeitung desselben bestimmt, so sind doch Denkmäler wie unser Register aus dieser Zeit selten genug und dies, wie uns scheint, nicht bloß für die Wismarsche Specialgeschichte hinreichend nutzbar, als daß wir nicht hoffen sollten, man werde die Publication desselben als einer inhaltsreichen Urkunde an dieser Stelle ausnahmsweise gutheißen.

Wir bemerken zu dem Abdrucke noch, daß, während im Originale die einzelnen Posten unter einander gesetzt sind, dieselben hier hinter einander, durch einen Strich getrennt, folgen. Die Absätze werden durch den Inhalt der einzelnen sich rechtfertigen. Gestrichene Posten sind cursiv gedruckt.

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Auf der inneren Seite des hinterem Umschlagblattes.

(1319.) Henneco de Rene conuenit duas bodas a camerariis, videlicet a domino Bernardo Clumpsiluer et domino Andrea Laschen a proximo pascba ultra ad annum vnum pro vij mr. lub. den. Scriptum anno domini M°ccc°xix°. — Blome per eundem annum bodam suam pro vj mr s . lub. fideiussores sunt. ............. Arnd wantscerere bodam suam pro v- 1 ) mr a . lub. Peter sartor de boda sua vicina bode Henneconis de Reene dabit iiij sol. .............. Wilkyn Plvckebotere 2 ) de boda angulari vj mr. lub. Ide Brud de boda sua v mr s . lub. Greta de boda sua iiij mr s . lub. Mornewech fidus. Gener Henneconis hokeman conuenit bodam Kotonis pro iiij or mr s . lub. ....................... Thideman gropenghetere vnam bodam pro iiij or mr s . lub. Lvdeco goldsmid conuenit bodam pro iiij or mr s . lub. Martyn .............. Conradus piliator conuenit antiquam bodam Plvckeboteren pro ......... Hinricus goldsmit conuenit bodam suam pro xij mr s . .................... reliquas vj mr s dabit Egberd campsor.


Auf der inneren Seite des vorderen Umschlagblattes.

Westfal bokeman conuenit wagham pro v mr s annuatim.

(1320-1324.) Camerarii Andreas Lasche et Ghert Slawestorp sustulerunt de bonis arrestatis domini Vickonis de Stralendorp vij mr s . Item viij mr s . Item xij mr s de Borkano. Item vj mr s et vi sol. Item xij mr s ex parte domini Bernardi Clumpsiluer.

(1327.) Nos Nicolaus Rabode et Hinricus Klumpsiluer habems vij- so. ex parte puerorum Johanni Cristi(ani) ad ..... andum hereditas suas, quos nobis presentarunt Vos gener Plvckeboteren.


Fol 1]

Anno domini M°ccc° sexto in Ascensione domini inchoatur liber computacionis camerariorum dominorum
Hinrici Kadowen et Nicolai Raboden.

Henneke Herderi conuenit per. annum Aa salsam pro marca denariorum. — Isti conuenerunt bodas suas a proximo pascha ultra annum. Albertus de Klvtze


1) Für die in dem Manusript des folgenden Registers angewandten durchstrichenen Ziffern 1/2 (1/2), 4 1/2 (4 1/2), 9 1/2 (9 1/2), d. i. einhalb, fünftehalb, zehntehalb, sind in dem folgenden Abdruck die Bezeichnungen j-, v-, x- gebraucht.
2) Der Schreiber hat in den Eigennamen und in den deutschen Wörtern, welche hie und da vorkommen, für den Vokal, welcher jetzt -ü- lautet, immer den Buchstaben -v- gebraucht und denselben durchstrichen, wie -ø für -ö-; ein durchstrichenes -u- für -ü- kommt nicht vor. Ein nicht durchstrichenes -v- erscheint nur in dem deutschen Worte vnde. Da ein durchstrichenes -v- augenblicklich in der Druckerei fehlt, so ist in dem folgenden Druck immer ein undurchstrichenes für ein durchstrichenes -v- gesetzt.
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bodam angularem pro v mr s . lub. Conradus barbitonsor bodam suam pro iij- mr a . Thideke Tilental bodam Rungonis pro xl sol. lub. Johannes barbitonsor bodam suam pro iiij mr s . Boytin bodam suam pro xl sol. et habebit duos annos. Sceere bodam suam pro iij- mr a . Nicolaus Bøycenborch bodam angularem Bvtzowen pro iijj- mr a . Dreweke garbradere suam pro xx sol. Kruse fertor suam pro ij mr s . Lambertus Paues suam pro ij mr s . Dominus Kosuelt suam pro ij mr s . Blankenberch suam pro ij mr s . Hosang suam pro iij mr s . Johannes wantscerere suam pro iiij- mr a . Matheus sartor suam pro ij mr s . Rybe suam pro vj mr s minus iiij sol. Rasecop suam pro ij mr s . Gerrardus sartor conuenit bodam Johannis de Rene pro iiij mr s . Henneke de Klinken bodam suam pro ij mr s . b] Lorifex de sua xxxx sol. b] ........ conuenit bodam pro iij mr s . Willekinus Pluckeboter conuenit bodam [J]de Brud. iij- mr a . Vichle sartor suam pro ij mr s . Grote Hinricus suam pro ij mr s . Runge pro sua iij mr.

....tores reddituum dominus Conradus Reynoldi de tribus annis anno quolibet j mr. Dominus Strømekendorp de iiijor annis quolibet anno xij sol. et de duobus annis suorum ortorum quolibet anno viij sol. slau. Dominus Rodekoghele viij sol. slau. [pro] orto(?) caulis. Dominus Ludolfus de Mølne de tribus annis quolibet anno j mr. slau. Dominus Hermannus Walmerstor(p) de isto anno j mr. slau. Dominus Hinricus Syphus x sol. slau. de isto anno. Vos Osberni xij sol. slau. de hoc anno. 2] Pro liminibus et sparris Swedensibus x mr. — Pro ponte ad secretum iiij mr. — Pro pilis et muris erectis x mr. — Dominus Krøpelin et dominus Johannes Kalsowe xij sol. versus dominum nostrum in Sterrenberch. — Dominus Hinricus Kalsowe et Hinricus Howentorp versus Zwerin cum Wuluone xij sol. — Domini Johannes Kalsowe et Lvdeco de Mølne ad dominum nostrum versus Sterrenhergh x sol. — De festo sancti Johannis. Hinrico notario nostro iij mr s . Hinrico famulo nostro j mr m , — Domino nostro Magnopolensi xxx mr s lub. in pane et ceruisia versus Daciam cum Cristoforo quondam rege.— Dominbus de Godebutz j mr. lub. — Domino Johanne de Klvtze xxiiij sol. de pasca. — Planantibus moor xxvj sol. — Fossoribus sespitum xxij mr s . — Ad hauenam iiij-mr m . — Domino Martino vj mr s pro lesta cer(uisie) domino nostro. - Versus Sterrenberch j mr. den. per Johannem Rodekoghelen et Johannem de Kalsowe. — Pro liminibus,

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b] weghenscot et sparris xix mr s . — b] ...... iiij- mr m .

Pro calce iiij- mr m . — Bernardo Glaseman v- mr m . pro lignis. — Domini Johannes Kalsowe et Wentorp ij mr s versus Rozstok et Sterrenberch. — Pontifici ante valuam Lubicensem viij- mr m . — Pontifici ante valuam Magnopolensem v mr s . — Fossoribus pro renouacione antique sespitis xxij sol. Item v mr s . pro fodiendo ante valuam Lubicensem et apud Rosengarden. — Reysa versus Sundis per dominos Martinum et Wentorp vij mr s . lub. — Sagittariis versus Sundis viij mr. — Domini Rodekoghele, Wentorp et Eghardus vnam mr m . — Domine Alheydi apud minores j mr m de Michaelis. — Dominabus de Godebutz vnam mr m . — Domino Thiderico de Vichle xxiiij sol. — Domino Storm vj mr s . — Pro triangulo ad consistorium xx mr s . — Domino Conrado de Mandrowe xiij sol. pro tunica. — Domine Magnopolensi ad puerperium xxxviiij mr s . — Nicolao Kriwitz ix mr s . slau. de redditibus trium annorum preteritorum. — versus Lvbeke Kropelin et Kalsowe iij- mr m . — Domine Johanne de Klvtze de Michaelis iij-mr m . — Domino Johanni de Varne versus Parchem viij sol. — Domino Johanni de Klvtze fratri predicatorum ij mr s . — Dominus Johannes Wise et Hinricus notarius noster versus Schoneberch viij sol. de sancto Spiritu. —

3] Gherardo de Bokholte in Lvbeke xx mr s de festo sancti Martini. — Pro ponte vaccarum iiij- mr s . — Fossa trans mor xxxvj solidos. — Distincionis fossa inter dominum Pren et nos j mr m . — Pro ij sylis extra valuam Magnopolensem iij- mr m . — Domino Rodekoghelen xiij mr s . — Domino Gherardo de Tribbeses xxx mr s et post festum Cristi dabuntur xx mr s nuncio suo. — Dominus Tidericus Siphusen viij- mr m . — Fabro xviiij mr s . — Domino Kadowen vj mr pro equo. — Marquardo Mvseken xliij soll et xx sol. pro sua taliia defalcatos. — Krøne ij mr s . et iiij- sol m . pro ceruisia. — Reysa Ribenisse Martinus Stromekendorp et Johannes Calsowe ij mr. — Hinricus notarius noster versus Schoneberch viij sol. de sancto Spiritu. — Reysa Ribenisse Johannes Calsow xvj sol. — Holt de Lubeke xxx mr. — Sagittator de Godebusse iiij mr s . — Magistro Rodolfo xij mr. lub. den., cum quibus sibi totaliter persolutum est, in quo ciuitas sibi tenebatur siue consules, sicut placitatum est per dominos Krøpelinum, Andream Laschen, Hinricum Korneken et Frodericum Kørneken. Ita inter consules et ciuitatem et dictum magistrum Rodolfum omnia in amicicia terminata sunt

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b] et finita. — b] Dominus Kadowe versus Parchem vj- sol.—

Ex parte domus sancti Spiritus xxviij sol. — Domino Johanni Kalsowen xij sol. — Domino Johanni de Wesera persolutum est totum, quod consules tenebantur Thidekino de Wesera, ita quod sicut verus prouisor seu testamentarius idem dominus Johannes consules dimisit nomine huiusmodi debiti sibi persoluti liberos, quitos et solutos. — Holdoni de Lubeke xxx mr s . lub. — Domino Hermanno Klendest Ix mr s . — Domine Johanne de Klvtze iij- mr m . — Domino nostro Magnopolensi CLxxx mr s . — Johanni Laschen iiij mr. — Magistro Ywano xxiij m. pro x marcis puri. — Arnoldo de Molne iiij mr. et vj sol. ad structuram. — De pascha domine Wendelen apud fratres j mr. — Monialibus de Godebutz j mr. — Pro auena L mr s . — Hinrico notario vi mr s . Bernardo vi mr s . Famulis tribus xij mr s . Cancro xxx sol. Pro tunicis siluaricis (?) famulorum iiij- mr m . Pro eorundem tunicis vij- mr m . tempore pasche. Pro tunicis nostri notarii et bernardi vj mr s . Pro vino xl mr s . Custodientibus valuas x mr s . Stabulario viij- mr m . Pro tunicis stabularii et magistri xxvj sol.

Fol. 4] (enthält einen Rentenverkauf von 30 Mark Lübisch aus der A. Wismar Mühle für 220 Mark an den Lübischen Bürger Heinrich Bögener von 1327, Februar 15, und einen Schuldvermerk auf 117 Mark Lübisch für Rudolf v. Dülmen zu Lübek.)

Fol. 5, 6 a] (enthält einen Rentenverkauf an den Lübischen Kleriker Herman Sövenbröder auf 15 Mark für 150 Mark Lübisch von 1327, Febr. 16.)

6 b] Anno Domini M° ccc° xxvij° in Ascensione eiusdem domini camerarii electi domini Rabode et
Klumpsiluer, quorum computacio hic conscripta reperitur.

Gnvbbig conuenit bodam suam pro iiij- mr a . Ghisle bodam suam angularem pro v mr s et Henneko de Bremis cum ea. Albertus de Klvtze fidus. Boyzenborch corrigiator suam pro iiij- mr a . Scere pro sua iij- mr m . Magister Conradus pro sua iij- mr m . Magister Johannes de Gøtingen pro sua iiij or mr s . Vichle sartor pro sua ij mr s . Kruse pro sua iij- mr m . Grote Hinricus pro sua iij- mr m . Hosang pro sua iij mr s . Dominus Kosuelt pro sua ij mr s . Matheus sartor pro sua ij mr s . Rybe pro sua vj mr s . Tiletal pro sua iij- mr m . Lorifex pro sua iij- mr m . Lvdeke soltman pro sua ij mr s .

7] Rasecoppes wif pro sua ij mr s . Tornator pro sua ij mr s .

Blankenberch pro sua ij mr s . Lemmeke Paues pro sua iij mr s . Drewes garbradere pro sua xx sol. Gherco

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sartor pro sua iiij sol. Boytin suam pro iij- mr a . Kølnere pro sua iij- mr m . Henneke Honouere iij- mr m . Reyneke proba iij mr s pro boda Polonica. Ghiseke sartor pro sua v mr s .

Greue de Pøle xxvj sol. pro Aderholmen et Henneke Rughe cum eo. Natiuitatis beate virginis dabunt. Henneke Herderi pro Aa salsa mr m , quolibet tempere iiij sol.

Computacio hic incipit.

Dominus Martinus vnam marcam versus dominum de Werle. — Dominus Wyse vnam marcam versus Scøneberch. — Nuncio versus Daciam xij solidos. — Dominus Wentorp versus Kriwitz xxi sol. — Domini Wentorp et de Molne ad dominum meum versus Sterrenberch vnam marcam. — Dominus Wyse versus regem pro priuilegiis v- marcam. — Nuncio versus Daciam xviij sol. — Nuncio versus Daciam vnam marcam. — Versus Sundis per dominos Kropelinum et de Molne vj- marcam. — Versus

b] Ribbenitz dominus Eghardus xx sol. — b] Bagginis de Godebutz vnam marcam. — Wendelen apud fratres j m. — Ollifusatrici xij sol. — Dominus Wyse ad regem ij m. — Dominus Ludolfus de Molne x s. ad episcopum. — Reysa Goslarica xxiiij s. — Tammeken ix s. versus Rvygen ad dominum meum et Wernemvnde. — Dominus Rodekoghele et Eghardus Walmerstorp versus Ribbenitz ad dominum meum xlij s. — Pons antique Wismarie, waghebrvgge, porta aque in ponte Stephani, sca(m)pna piscium, propugnaculum pontis ante valuam Haroldi, propugnaculum fra(n)gendum retro Jacobum Mulen et aliud ibi iuxta construendum, via trans foueam aduocati ad portandum wordinge iuxta portam Cancri xxxij m. — Nachtegalen fahre xviij m. — Clerico Septem fratrum viij- m m . — Bøghenero xxx m. — Domino nostro Magnopolensi primo xl m. — Eidem secundo xxxiij m. — Comiti Zwerinensi in ceruisia et medone viij m.

8] Domino Gherardo Tribbeses Lij (?) m. lub. — Holdoni ciui Lubicensi xxx m. — Domino Ludolfo de Mølne xx m. ex parte puerorum domini Sifridi de Bokholte.

(Hier folgt der Vermerk einer Rente von 20 Mark für 200 Mark an Arnd Wildeshusen zu Lübek von 1327, December 6.)

Scriptum anno Domini M° ccc° xxvij die sancti Nicolai.

b] Domino Hermanne Klendest Ix m. Adhuc tenemur sibi xxxviiij m. lubicenses de redditibus retentis. — Hermanno Simitzen CL m. lubicenses datas domino nostro Magnopolensi. — Heredibus Johannis Voot x m. lubicenses pro

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vltimis redditibus. — Regi amoto cum reysa xj m. — Pro refectione wage xxviij s. — Marquardo Mvseken duas m. Cum hiis duabus marcis habet totum, in quo sibi tenebamur ex parte Middeluar. — Reysa ad Sundenses pro composicione vi m.

9] Anno domini Millesimo ccc° xxviij° came(ra)rii domini Thidericus Lasche et Hinricus Klumpsiluer perhurauerunt bodas.

Ghisle et Johannes de Bremis bodam pro v m. Bøytyn suam pro iij- m a . Johannes de Gøtingen suam pro iiij m. Thiletal suam pro iij- m a . Rasekoppes wif suam pro ij m. Kyue suam pro ij m. Tornator suam pro ij m. Hosang pro sua iij m. Schere suam pro iij- m a . Glvbbing suam pro iiij- m a . Vichle sartor suam pro ij m. Ghereke sartor suam pro iij- m a . Lorifex suam pro iij- m a . Lodwicus sutor suas ambas pro iiij- m a . Johannes Bøycenborch pro sua iiij- m a . Grote Hinricus pro sua iij- m m .- b] Kruse pro sua boda iij-m m . b] Conradus barbator pro sua iij m. Lvdeke soltman pro sua ij m. Ghiseke sartor pro sua v m. Dominus Koosuelt pro sua ij m. Mattheus sartor pro sua ij m. Dreweke garbradere pro sua xx s. Hinceke de Svlta pro sua iiij- m s . Spanttekow suam pro iij- m a . Kølnere suam pro iij- m a . Bremere sutor angularem pro xliiij s.

Henneke Herderi pro Aa vnam m m .

10] Anno eodem receperunt prata ante Hillenbrvgge ad iiij annos quilibet pro j marca. Dominus Krøpelin. dedit suam marcam de sua. Dominus Ricquerstorp. Dominus Andreas Lasche, dedit pro sua marcam. Dominus Johannes Kalsowe. Dominus Varner. dedit. Dominus Kadowe. Dominus Rabode. Dominus Thidericus Lasche. dedit. — Habentes Lipetz ad vnum annum. Dominus Rodekoghele. dedit. Dominus Slawestorp. dedit. Dominus Andreas Lasche, dedit. Dominus Wesera. dedit. Dominus Kalsowe. dedit. Dominus Rabode, dedit. Dominus Klumpsiluer. dedit. Dominus Wentorp. dedit. — Habentes prata per annum ante valuam antique Wismarie. Dominus Conradus Reynoldi. dedit. Dominus Strømekendorp. dedit. Dominus Bernardus Volmari. dedit.

b] Anno eodem infra octauas Ascensionis. — Kornekino xx m. — Duobus currentibus Daciam xx sol. — Dominus Wyse versus regem in Rozstok ij m.

Herder de Schimme dedit ix sol. lubicenses de prato iuxta Aa.

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(Hier folgt die Copie eines Leibrentenverkaufs von 18 Mark für 150 Mark an den Pfarrherrn Wilken von Proseken und dessen Mutter zum Besten des h. Geistes von 1328, Juni 6.)

11] Pro vino iij- m m . — Reysa versus Godebutz j m. — Versus Lvbeke reysa xxiiij s. — Dominus Martinus ad dominum Lvtzowen viij s. — Versus Sterrenberch j m.— Pro lignis Suedensibus xliiij s. — Pro aliis lignis xiiij s. — versus Sterrenberch vij s. — Domino Martino versus Daciam ij m. — Domino Krøpelino versus Sterrenberch xxiiij s. — Arnoldo Wildeshusen v m. de festo Johannis baptiste. — Magistro Johanni Burgimagistri vj m. — Pro cemento calcinando v m. et xviij d. — Domino Wentorpe xxx sol. consumptos Greuesmolen. — Domino Kropelino versus Greuesmolen Lij s. — Pro spaarris xxiij s. — Sororibus de Godebutz vnam m. reddituum. — Sorori Alheydi apud fratres j m. — Domino nostro Magnopolensi L m. — Duobus currentibus Daciam iij m. — Domino Kropelino versus sterrenberch j m. — Domino nostro Magnopolensi ad nupcias xxiiij m. pro iiij lestis ceruisie. —

b] Fratribus minoribus iiij m. pro j- lesta brasei. — Versus Trauenam domini Johannes Krøpelin et Martinus Strømekendorp j m. — Reysa versus Zwerin per dominum Wentorp pro equis Mulen xxvj- s. — Pro eisdem equis versus Sterrenberch ad dominum nostrum xij s. — Messoribus iiij m. et vij s. — Domine Kratzes ij m., quas dedisse debuissent aduocati. — Pro lateribus tectoriis ij m. — Wernero de Dale xij sol. pro litteris versus Scanør. — Inuitacio domine nostre xvj m. constetit. — Donacio eidem data xxxiiij m. — Vltima reysa pro equis Mulen iij m. — Hennekino Pickardo nequam ij m. lub. — Dominus Rodekoghele et dominus Eghardus Walmerstorp versus Sterrenberch xxvi s.— Dominus Lvtzowe in domo Rodekoghelen xxviij s. — Pro pice x s. — Versus Lvbeke xx sol.

Nostri consules tenemur Hermanno et Arnoldo fratribus de Sosato m platea carnificum xiiij pulcros pannos in Natiuitate Cristi soluendos ad viij m. et iiij s. Epiphanye persoluti debent esse.

12] Dominus Wentorp versus Zwerin xxij s.— Dominus Klumpsiluer versus Lvbeke xij s. — Domino Blikcen pro ceruisia ix m. — Pueris de Bokholte x m. de Michaelis. — Thome Morkerken xiiij m. pro sericeis frustis et speciebus domine nostre datis. — Domino Gherardo Tribbeses L m. lub. — Pro scalis argenteis domine nostre

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Magnopolensi datis xvij m. lub. — Pro litiera regis xliiij m. — Domini Rodekogh(e)le et Klumpsiluer versus sterrenberch iij m. — Dominus Martinus Stroslash;mekendorp ad episcopum vnam m. — Domino Slawestorp iiij m. — Domino Nicolao Dedden lx s. — Septem fratrum viij- m m . de Michaelis. — Domino Andree Laschen iij- m m . pro tunica H(inrici). — Dominus de Mølne viij s. versus Greuesmolen. — Holdoni de Lubeke xxx m. de redditibus. — Bøghenero xxx m. de Michaelis. — Magistro Ywano xx m.

b] de redditibus. — Fabro xiiij m. — b] Domino Hermanno Klendest Ix m. lub. — Dominus Ludolfus de Mølne vj s. versus Bukowe. — Idem dominus Ludolfus ibidem j m. — Pro tunica Hinrici iij m. — Berteheylen pro vino vij m. — Domino Hinrico Syphusen j m. — Pro speciebus, caligis et serico v- m. — Reynekino Seleghen pro speciebus viij s. — Notario nostro de Natiuitate Cristi iij m. — De Natiuitate Cristi tribus famulis nostris equitantibus vnicuique vnam m. — Marquardo famulo nostro vj s. de hura. — Bernardo Kriwitz xxv s. de Natiuitate Cristi. — Dominus Hinricus Klumpsiluer sustulit vnam m. de redditibus Michaelis dominarum de Godebutz. — Valuatoribus iij- m m . — stabulario xxx s. — Kreuete vj s. — Petro Marlowen jm. — Dominus Klumpsiluer sustulit j m. de Natiuitate Cristi ex parte bagginarum de Godebutz. — Domino Sali xxx s.

13] Domino Johanni de Wesera viij s. — Landesbando vnam m. — Wendelen apud fratres j m. — Relicte Willikini Aduocati j m. — Pro xiiij pulchris pannis C et xvi m. — Dominus Sapiens versus Marchiam iij- m m . — Dominus Rodekoghele versus Sundis viij- m m . — Dominus Kropelin versus Sterrenberch viij s. — Domini Rodekoghele et Kropelin xx s. versus Bukowe. — In vltima reysa ad dominum nostrum xxviij sol. — Domino meo ad sepulturam xxx m. domicello nostro computandas et nobis soluendas. — Witfote vij sol. ad Marchiam. — Equitantes ad sepulturam viij m. consumpserunt. — Ollifusatrici bis xij s. de redditibus duplicibus. — Domino Hinrico Riequerstorp v m. — Domino Rodekoghelen et Domino Martino xi sol. versus Bukowe. — Nachtegalen xviij s. — Pro hereditate Gøghelowen L m. — Domini Krøpelin et de Mølne versus Rozstok v m. — Domini Syphus et Bernd

b] Volmari xx sol. versus Dartzowe. — b] Dominus Krøpelin versus Zwerin ij m. — Domini Krøpelin et Kalsowe vj- m m . versus Lubeke. — Domini Martinus et Wise ij- m m . versus Sterrenberch. — Berteheylen pro vino xiiij m. et xx d. —

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Domicello nostro xxx m. in commemoracione domini nostri. — Domino Eghardo versus Slauiam ij m.— Domino Wysen versus Slauiam iij m. et ij sol. — Domino Syphusen versus Lvbeke xij s. — Domino Wysen versus Slauiam j m. — Domino Syphusen versus Lubeke j m. — Slichtekrulle vj sol. versus Rozstok. — Pro equo xj m. — Pueris domini sifridi de Bokholte x m. redditus de pasca. — Pro dimidia lesta ceruisie comitis Zwerinensis v- m m . — Pro stomatico xxiiij s. — Domino Wysen versus Kriwitz viij s. — Pro cemento v m. — Domino Johanni de Wesera viij s. — Pro sigillo domicelli nostri v m. — Domini Eghardus et Wyse iiij m. versus Slauiam. — Domini Rodekoghele et Martinus in duabus reysis ad dominum de Werle iij m. et xi s. — Versus Dartzowe dominus Rodekoghele et dominus Martinus Strømekendorp iij m.— Versus dominum de Werle in Keetze iij- m m . Rodekoghele et Wyse. — Dominus Kropelin et Wentorp ij m. versus Zwerin. — Ollifusatrici xij s.

14]

De turri.

Ex parte domicelli nostri Magnopolensis hec infrascripta sunt exposit et promissa. Domino Hinrico Vresen consuli Rozstokcensi quinquaginta marcas dedimus. Domino Hinrico Ricquerstorp dedimus xv m. nomine domini Lvtzowen. Domino Martino Strømekendorp dabimus proximo Michaelis xxxv m. x s. pro sespite. Domino Eghardo Walmerstorp xxxviij m. dabimus in proximo Michaelis. Domino Wysen xxvij m. Michaelis. Domino Wyperto Lvtzowen Lx m. dedimus. Domino Ludolfo de Mølne xviij- m s lub. dabimus ex parte domini Lvtzowen proximo Michaelis Wittenbeken denumeratas. Domino Johanni Kropelin xiij- m s . lub. den. ex parte domini Johannis de Plesse proximo Michaelis. Domino Johanni Kalsowen xl m. ex parte domini Thiderici Klawen proximo Michaelis. Domino Vikkoni Stralendorp dedimus iiij m. minus ij s. de xlvij m. Johannis sibi dandis. Domino Krøpelino v m. ex parte domini Lvtzowen. Domino Johanni Kalsowen xxvj m. pro domo Michaelis. Domino Krøpelino vj m. et vj sol. de domo allecis. Domino Kropelino xvij m. cum viij- m a . in computacionem domini Martini scriptas. Domino Martino xxxv m., de quibus dedimus domino Krøpelino viij- m m . et defalcabit x s. pro sespite et ad hoc iiij M. laterum et Hermanno Rikelant iij m., domino Ricquerstorpe xiij- m s . Berteheylen dabimus xxiiij s. de debito domini Eghardi.

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b, 15 a] (Hier folgt eine Copie eines Leibrentenverkaufs von 24 Mark, bez. 18 Mark für 220 Mark an Meineke vom Sode zu Lübek und dessen Schwester von 1328.)

15 b] Domine Johanne de Klvtze iij- m m . — Domine de Godebutz vnam m. — Versus Marchiam domini Krøpelin et Martinus Stromekendorp iij- m s . — Inuitacio comitis Zwerinensis xxx m. — Pro tunicis famulorum xj- m m . interscisis. — Pro griseis tunicis eorum iiij m. — Pro tunica Bernardi xxxv s. — Valuatoribus v m. — Domino Hinrico Rikquerstorp xv m. ex parte domini Lvtzowen.— Berkhane sustulit de Johannis suam marcam. — Domini Krøpelin et Wentorp iiij- m s . versus Zwerin. — Wittenbeken x m. ex parte domini Lvtzowen. — Pixarto iiij-m. pro arte. — Pro caligis familie comitis xx s.

16] Anno domini Millesimo ccc° xx° nono in Ascensione domini domini Nicolaus Rabode et Thidericus Lasche in camerarios sunt electi.

Eodem tempore conuenerunt isti infrascripti bodas suas a proximo pascha vltra annum. Rasekoppes wif suam pro duabus marcis lub. Tornator suam pro duabus marcis lub. Vichle sartor suam pro duabus m. lub. Boytin suam pro iij- m a . lub. Lambertus Paues suam pro ij m. lub. Tammo suam pro v m. Albertus de Klvtze suam. Johannes wantscherere et Gnvbbin(g) eorum pro iiij- m s . Henneke Greuesmolen pro sua iij- m m ., pro quo fiderunt Rvmeschotele et Johannes de Wismaria. Schere pro sua iij- m m . Lvdeke soltman pro sua ij m. Dominus Kosuelt pro sua ij m. Ghert sartor pro sua iij- m s . Kruse pro sua iij- m s . Bremere pro sua xliiij s. Matheus sartor pro sua ij m. Preen sartor conduxit bodam, in qua morabatur Rybe institor, pro v m. Intravit eam festo Michaelis. Petrus Haghemester suam

b] pro iij- m s . Kolner pro sua marcam. b] Johannes Hosang pro sua iij m. Hinricus Grote pro sua iij- m s . Conradus barbirasor iij- m s . Ghiseke pro sua v m. Boytzenborch iiij- m s . Andreas garbradere xx s. Kolnere pro sua vnam marcam. Honouere suam pro iij- m s . Reyneke de Templo suam pro iij m. — Jacobus Slukeber faber conuenit fabricam ciuitatis a proximo pascha ultra duos annos pro tribus marcis lub. Duo villani de Wentorp ij m. pro Aderholmen. Werner Moderit(ze) pratum et agrum iuxta Wotrentze ad iij annos a proximo Johannis vltra, quemlibet annum pro ij m. dandis Johannis.

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Henneke Kremere sutor conuenit bodam Rybonis a proxima Michaelis vltra ad quatuor annos. Scriptum anno domini M° ccc° xxx° octaua Epiphanye domini. Pro vj- m.

17] Anno domini M° ccc° xx° nono ab Ascensione domini inchoatur computacio camerariorum subscripta.

Reysa versus Rozstok per dominos Eghardum Walmerstorp et Sapientem pro decollacione latronis equorum Roggenbuk ij m. et iij s. — Custodientes municionem domini Hardenakken consumpserunt ij m. — Versus Sowane iij m. dominus Martinus et Sapiens ex parte domicelli. — versus municionem frangendam vij m. et ij s. Item iiij m. Item iij m. pro lignis. Carpentariis ij m. Item xx s. pro ceruisia. Versus dictam municionem Hardenakken xx s. Funes ad dictam municionem xxviij s. — Bertehelen vij m. pro vino Penthecostes. — Versus Zwerin dominus Kropelin xij s. — Reysa contradicta versus Wystok xxv s. — Equi domini Varne(r)s xxiij s. —

b] Pro cemento xxj s. — b] Marquardo xxij s. de festo Johannis. — Valuatoribus iij- m m . — Berkhanen j m. — Hillen ollifusatrici xij s. — Versus Marchiam iij- m s . per dominum Eghardum et Wysen. — Nicolao stabulario xxx s. — Bagginis de Godebutz j m. — Versus Slukup domini Eghardus et Wyse xxiij s. — Versus Sowane Rodekoghele et Wyse ex parte domicelli nostri xxiij s. — Versus Wolken xxv s. contra dominum de Werle per dominos Rodekoghelen et Wysen ex parte domicelli nostri. — Jacobo Russowen iiij m. — Predicatoribus xx m. pro domo laterum. — Dominus Eghardus versus Rozstok j m. — Dominus Wentorp versus Zwerin xiij s. — Versus Lvbeke contra Dedden vnam marcam et viij s. — Item relicte Crazes v m. de aduocacia. — Dominus Wyse versus Mølengheetze xx s. ex parte domicelli. — Pro destructione turris xitj m. et ij s. — Versus Wolken contra dominum de Werle per dominos Rodekoghelen, Krøpelinum et Mar-

18] tinum xx s. in vigilia sancti Jacobi. 18] Berkhane sustulit redditus suos de festo Michaelis. — Notarius noster de festo Michaelis viij s. — Nuncio versus Rigam xxx m. — Versus Rozstok xix s. per dominos Kropelin et Eghardum Walmerstorp ex parte ciuitatis. — Ex parte domini nostri versus Sowane j m. per Johannem Kalsowe et Johannem Wisen. — Ex parte domini nostri versus Rozstok per Eghardum Walmerstorp et Ludolfum de Mølne xxiiij s. — Domino Syphusen iij- marcam cum si-

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gillo domicelli nostri ducendo versus Marchiam circa Michaelis. — Buxtehuden ante valuam Haroldi de Michaelis x s. — Domino Rodekoghelen versus domicellum nostrum xxiiij s., cum restrueret dominus Hardenakke municionem suam. — Domino Wendelen apud fratres j m. de Michaelis. — Marquardo j m. — Heynen Scvtten xxiiij s. — Bernardo suos redditus. — Notario nostro

b] iij m. — Valuatori value Magnopolensis x s. — b] Circa Michaelis dominus Rodekoghele versus Rozstok j m. — Domino. Kropelin et Wentorp ad comitem xxix s. —. Domicellus noster consumpsit in tribus comestionibus x- m s . Dyonisii.

Domino Eghardo Walmerstorp xxxviij m. de turri. Domino Krøpelino xxxij- m s . de turri. Bernardo Kriwitz xxvj m. de turri. vnam marcam sustulit inde dominus Wyse de sespite. Domino Martine Strømekendorp xxxv m. de turri, de quibus adhuc habebit duas m. et vj s. et Hermannus Rikelant iij m. habere debet et dominus Rikquerstorp habebit xiij- m s ., de quibus sustulit iij m s . Domino Vikken Stralendorp xlvij m., de quibus sustulit iiij m. minus ij s. et dominus Hinricus Rikquerstorp habebit xliij m., de quibus sustulit xiij m. Domino Hinrico Rikquerstorp xlv m. Domino Johanni Kalsowen Ixvj m. de turri et de domo.

19] Domine Johanne de Klvtze iij m. lubicenses. — Hinrico notario de Natiuitate Cristi j m. — Marquardo de eodem termino suos redditus. — Dominus Hinricus Klumpsiluer sustulit de redditibus dominarum de Godebutz xix s. et ij d. — Domino Salis xv m. slau. — Domino Gherardo Tribbeses ij m. — Boghenere viij m. — Meynekino de Soode xij m. — Pro tunicis famulorum vj- m s . — Domino Johanni Kalsowen iij m. ex parte domini Martini. Vicken Kortenakken xviij- m m . ex parte domini Ludolfi de Mølne. — Dominus Wentorp ad comitem x s. — Dominus Johannes Kalsowe disbrigabit v m. pro pane datas reuerso dommo Martino. — Domino Kadowen versus Flandriam xlviij m. — Dominis de Rozstok versus Rigam xxx- m m . ij s. — Domicello nostro ij pannos pro xx m. — Fabro xxvij s. de curia domini nostri. — Per Ludolfum de Mølne et Kadowen versus Rozstok xxi s. — Fratri Johanni de Klvtze ij m.

b]

Redditus dati Lubicensibus Michaelis.

Domino Gherardo Tribbeses lx m. quinque m. lub. Anno futuro habebimus de suis redditibus. — Boghenero

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xxx m. — Meynekino de Soode xij m. — Gherardo de Bokholte et suo fratri de festo Martini x m. lub, quas sustulit Johannes Mule. — Domino Hermanno Klendest lix m. de vitimis suis redditibus retentis et de aliis. sic totos suos habet retentos redditus. — Johanni Hoolt xxx m. lub. — Pueris domini de Bokholte x m. pasche, quas sustulit Petrus Kremere.

20] Relicte vxori Daligendorpes v m. — Aduocato nostro in Schanore vj m. — Magistro Ywano xx m. pro sallario. — Dominus Hinricus Klumpsiluer sustulit xix s. et iij- denarios pro dominabus de Godebutz de Natiuitate Cristi. — Hincekinus sustulit vj s. de pascha. — Predicatoribus pro domo laterum xxx m. — Relicte Hinrici Vrowenborch xl. m. — Wokkemanno Ix m. — Arnoldo Wildeshusen quinque m. — Pro speciebus iij m.—. Schrapetroghe x. s. — Magistro Alberto iiij m. — Dominus Kropelin, Martinus et Kalsowe versus Rostok ad iudicandum per dominum Johannem de Bvlowe et vltra ad placita cum domino de Werle Letare vj m. — Pro ambulatore empto per dominos Martinum et Kalsowen xv m. lub. — Domino Ludolfo de Mølne xvi m. ad emendum strumulum. — Feria quinta ante Palmas versus dominum de Werle ex parte domicelli nostri vi m. domini Kropelin et Marti-

b] nus. — Kaien Petro xx s. — b] Feria quinta post Quasimodogeniti iiij m. versus dominum de Werle ex parte domini nostri per dominos Krøpelin et Martinum in Ruchowe ex parte domini nostri. — Sabbato ante Quasimodogeniti domini Rodekoghele et Martinus ad dominum Johannem de Bvlowe xx s. ex parte domini nostri. — Hillen gropengheterschen xxiiij s. de Natiuitate Cristi et de pascha. — Die Walburgis versus dominum de Werle domini Kropelin et Martinus vj m. ex parte domini nostri. — Domino Jacobo de Godebutz ij m. Slau. de pascha ex parte dominarum de Godebutz. — Daligendorpeschen v m. de pascha.— Fabris xx m. — Dominus Rabode ad ....... camere xv m.

21] Anno domini M° ccc° xxx° conuenerunt isti bodas suas.

Johannes Gøtingen pro sua iiij m. Tammeke et Vlotowesche pro sua v m. Slichtekrul pro sua xlliij s. Bremere pro sua ij m. Alheydis Mundesche ij m. Alsidis pro sua ij m. Paues pro sua ij m. Ghiseke pro sua v m. Schere pro sua iij- marcam. Gherco pro sua

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iij- m m . Gnvbbing et Johannes iiij- m m . Mester Konrad pro sua iij- m m . Matheus sartor pro sua ij m. Vichle sartor pro sua ij m. Lvdeke soltman pro sua ij m. Martin sartor pro sua iij m. Kruse pro sua iij- marcam. Bøycenborch iiij- m m . Hosang pro sua iij m. Bøytyn hoke pro sua iij- m m . ad duos annos. Grote Hinricus pro sua iij- m m . Lodwicus pro sua iij- m m . Wilkinus frater eius fidit cum eo. Greuesmølen pro sua xl sol.

b] Henneke Honouere pro sua iij- m m . Haghemester pro sua iij- m m . Drewes garbradere xx sol. Sarwørte pro sua iij- m m . Reyneke de Templo pro sua iij m. Dominus Koosuelt pro sua ij m. Hinricus Bukowe institor suam bodam pro xxviij sol.

Hinricus Kerstane conuenit insulam ante valuam Lubicensem infra pontem et rennebom et nouam piscinam annuatim pro iiij sol. lub., quod exspirabit tempore, quo prata ante valuam predictam exspirabunt.

22] Computacio camerariorum dominorum Raboden et Hermanni Walmerstorp anno domini M°ccc°xxx° inchoatur.

Domine nostre tutoribus ij m. — versus dominum de Werle dominica ante penthecosten dominus Krøpelin et dominus Martinus iij m. ex parte domini nostri. — Hermanno Septem fratrum de Michaelis et de pascha xv m. — Meynekino de Sode xij m. de pascha. — Arnoldo Wildeshusen v m. de Johannis. — versus Wolken ad dominum de Werle ex parte domicelli nostri Ix sol. per dominos Martinum et Sapientem circa Johannis. — Inuitacio domini Johannis de Bvlowe ij m. — Propugnaculum Westfali x m. — Velbrvgge Magnopolensis value iij m. — Vor vvrneboort v- m m . — Vor sparren vnde svlle xx m. — Vor swedesschot iiij m. — Vor berneholt xiij m. — Abbati de Cismere xxvj m. pro berneholt videlicet. — Domino Rikquerstorp iiij m., Bvtzowen, vj m., Gherken vj m. Item j m. nautis ad iussum Gherkini. Wikboldo xij sol. Item xxiiij sol. pro lignis ad imam(?)

b] fornacem. — b] Seniori Speghel xxviij sol., fratri suo xix de pecunia abbatis. — Dominabus de Godebutz ij m. slau. — Pro refectione pontis value Haroldi viij m. — Destructio turris deconstetit cum mundificacione laterum vsque diem Marie Magdalene xiij m. — Pro vestibus crestistarum (?) xviij m. cum pancquitacione. (?) — Pro timmerholt vij m. — Ollifusatrici xij sol. de Johannis. —

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Ad episcopum iij- m s . — Bis versus Wolken v m. — Versus Lvbeke dominus Wyse j m. — Ad cretistas (?) bis ij m. — Versus Schøneberghe xx s. — Versus Rozstok domini Krøpelin et KKalsowe v- m m . Versus Bukowe domini Johannes Kalsowe et Wentorp x sol. — Versus Bukowe xx sol. per dominum Rodekoghelen et Ludolfum de Mølne pro latrocinio mulieri facto. — Per dominos Rodekoghele, Krøpelinum, Eghardum et Wentorpum versus Sterrenberch et ad dominos de Werle cum duce Saxonie xv m.

Arnoldus Witte construet domum habitabilem in proximo pascha pro x. m., in qua Johannes Dedde locauit suos fructus, in platea serdonum sita.

23] Per dominos Conradum Reynoldi et Wentorpum versus Bukowe iij m. pro latronibus mulieris. — Ad dominum Lvtzowen pro domino Eghardo Walmerstorp dominus Wentorp xxiiij sol. — Dominus Eghardus Walmerstorp versus Schøneberghe et ibidem captus iij m. ex parte ciuitatis. — Sabbato post Omnium Sanctorum versus Sterrenberghe dominus Wentorp et Ludolfus de Mølne ad placita comitis Zwerinensis et illorum de Cernyn iij m.— Hinricus versus Schonebergh met tercius pro ...i m. — Domini Wentorp et de Mølne contra comitem Zwerinensem versus Ventzekowe ex parte domicelli nostri xxix s. dominica ante Martini. — Versus Schoneberghe, cum dominus Eghardus ibidem esset captus, vj m. — Dominus Kadowe ad dominum Lvtzowen dominica ante Martini et vltra ad Trauenam ij m. — Hinrico de Sulta x m. ad

b] aduocaciam in Schanøre. — b] Pro asseribus ad domum lateream iiij m. minus iiij sol. — Dominica prima Aduentus domini versus Wolken iij- m m . domini Eghardus et Wyse. — De Natiuitate Cristi Hanna de Godebutz sustulit redditus suos ij m. slau. — Pro fossa circum curiam domini nostri x m. — Pro fossa purganda et fodienda super prato campi Rikquerstorp) ij m. — Pro stadio in loco antique domus allecium decem m. — Ad ampliandum propugnaculum Waterporte octo m. — Propugnaculum refectum circa plateam textorum xx m. — Gadera ad celarium pignorum ij m. — Scampna fartoria j m. — Ad terebintandum machinas iij m. — Emenda domus preconis ij m. — Pro refectione stadii super curia laterum

24] ante valuamLubicensem iij m. — 24] Pro griseis tunicis famulorum vij m. — Domino Conrado de Mandrowe pro hura et tunica iij m. — Daligendorpeschen xxviij s. — Pro equo Gripeswolt dicto iiij- m m . — Domino Ludolfo de

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Mølne x m. ex parte domini episcopi. — Dominus Martinus versus Trauenam infra octauas Epiphanye iij- m s . — Pro concordia versus Gnewesmolen per Rodekoghelen et Lvdekinum de Molne iij m. — Ibidem alia vice pro dicto negocio per Wentorpum et Hermannum Rikelant duas marchas. — Versus Rozstok domini Rodekoghele et Kalsowe, vbi ciuitate(s) congregati erant ante Letare iij m. — Magistro Alberto iiij m, quas sustulit dominus Ludolfus

b] de Mølne. — b] Pro vino xl m. — Ad stabulum centum m. — Bernardo vj m. — Notario xij m. — Pro tunicis eorundem vj m. — Famulis nostris xxiiij m. — Pro tunicis eorum paschalibus x m. — Valuatoribus v m. — Fabro xl m. — Westfalo xxx sol.— Pro fodiendo sespites xxvij m. — Stabulario viij m. — Pro fundamento funditus deportando turris xx m. — Pro ekene brede et tegulis vj m. — Ad equitandum Lvbeke contra Andream Burgimagistri xxviij sol.

25]

Istis Lubicensibus dati sunt huiusmodi redditus.

Domino Gherardo de Tribbeses Lj m. lub. — Domino Hermanno Kleendest xl m. — Filio domini Sifridi de Bokholte x m. — Arnoldo Wildeshusen Centum et v m. — Lvdekino de Colle xxx m. ex parte Bøgheneri. — Ad iussum domini Andree Laschen famulo Meynekini de Sode et Hermanni Septem fratrum xx- m m . lub. — Meynekino Morneweghe et Septem fratrum xx m. lub. de Michaelis. — Holdoni xxx m. lub. de Michaelis.

b] Anno domini M° ccc° xxx° primo camerarii electi in Ascensione domini videlicet domini Johannes Kalsowe et Thidericus Lasche, a quibus subscripti conuenerunt suas bodas.

Tammeke conuenit bodam suam, sicut habuit, pro iij- m a . Boycenborch suam pro iiij- m a . Schere suam pro iij- m a . Lvdeke soltman suam pro ij m. Alheydis Bantekowe suam pro ij m. Ghiseke suam pro v m. Johannes Gøtinghen pro sua iiij m. Alsida suam pro ij m. Johannes Gnvbbing et wantscherere suam pro iiij- m a . Matheus suam pro ij m. Bremere suam pro ij m. Lorifex suam pro iij- m a . Vichle suam pro ij m. Johannes Honouere pro sua iij- m m . Johannes Hosang pro sua iij m. Ghert sartor pro sua iij- m m . Mester Konrad suam pro iij- m a . Relicta Hinrici Magni suam pro iij- m a .

26] Andreas garbradere pro sua xx s. Kremers swagher pro sua iij- m m . Kølnersche. Reyneke de Templo

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pro sua iij m. Heyle Ryben pro sua ij m. Mornewe pro sua xviij sol.

Werner Møderitz pratum et agrum iuxta Wotrentze a proximo Johannis vltra ad tres annos, annum pro duabus marcis; in qualibet Natiuitate sancti Johannis dabit redditus.

Prata ante valuam Lubicensem recepta sunt ad iiij or annos.

b] Computacio eorundem camerariorum. Die Corporis Cristi versus dominos de Werle iiij m. domini Kropelin et Strømekendorp. — Pro cemento et eius calcinacione v m. et ij sol. — Pro lignis ad caicinandum vij m. et v s. — Hermanne lapiscide viij m. de muro murato. — Domino Eghardo Walmerstorp v m., quas consumpsit in captiuitate. — Pro lignis ad domum laterum xxx s. — Versus Lvbeke dominis Johanni Kropelin et Martinus contra comites circa Trinitatem iiij m. — Pro cemento vj m. iij s. — Pro lignis xxx s. et iij- den m . — Pro lignis iij m. et iiij- s. — Item pro lignis iiij m. et xv den s . — Hermanno teghelere iiij m. — Pro lignis xxj- sol m . — Pro lignis xxx sol.

27] Hartmanno tenetur ciuitas libram grossorum Michaelis. — Domino Hinrico Rikquerstorp xxvj m. Michaelis. — Johanni Kriwitz et Lvdekino Haluehoyken xxx m. minus vj s. pro argento.

b] Anno domini M° ccc xxx secundo feria sexta post dominicam Misericordia domini a camerariis dominis Johanne de Kalsowe et Thiderico Laschen conuenit seu hurauit Wernerus Møderitz pratum et agrum circa Wotrentze pro ij m. lubicensibus et insulam apud molendinum Lubicensem pro quatuor solidis a proxima Natiuitate sancti Johannis ultra ad iiij annos et redditus dabit quolibet anno in dicto feste sancti Johannis.— Eodem anno conuenit siue hurauit dominus Koosuelt bodas suas ad vnum annum pro iij m. a proximo pascha vltra et restruet parietem per ipsum inter bodas destructam. — Arnd Brunswik conuenit bodam suam a proximo Johannis vltra annum pro xx s. et ergo non sorciet cum aliis. — Hanneman pro Aa iij- m m . a proxima Natiuitatis sancti Johannis baptiste vlra annum. — Hasse Lasche domum a proximo pascha vltra annum pro ij m.

28] Anno domini M° ccc° xxx secundo in Ascensione domini electi sunt camerarii dominus Nicolaus Rabode et dominus Willikynus Albus,

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a quibus hurate sunt subscripte bode a proximo pascha vltra annum.

Euerd pro boda, quam Rybe habuit, ij m. lub. Kruse pro sua boda iij- m m . lub. Mester Koord pro sua iij-m m . Schere sartor pro sua iij- m m . Lemmeke Paues pro sua ij m. Ghiseke sartor pro sua v m. Gherd sartor pro sua iij- m m . Andreas garbradere pro sua xx s. Alsida pro sua ij m. Boytyn pro sua iij- m m . Johannes et Gnvbbing iiij- m m . Vichle sartor ij m. Honouere pro sua iij- m m . Hosang pro sua iij m. Grote Hinricus pro sua iij- m m . Alheyd Bantekowe pro sua ij m. Witfoot

b] pro sua ij m. Lvdeke soltman pro sua ij m. b] Reyneke de Templo pro sua iij m. Herman Hofnaghel pro sua j m. Vlensborch pro sua iiij- m. Hince Scherf suam pro iij m. Vlotowe et Tameke possidebunt bodas suas, sicut nunc sunt diuise; hoc placitatum est per consules et ordinatum et quiuis eorum dabit iij- m s . Super hoc camerarios non molestabunt, sicut sepe fecerunt. Hince Vindyseren pro boda et cellario xxiiij s.

Isti concesserunt pecuniam ciuitati proximo Martini de tallia eis soluendam. Howarde xx m. lub. — Nicolaus Helperici x m. lub. — Slvtere x m. lub. — Johannes kremere vj m. — Vlake Jordan decem m. — Molenstrate xv m. — Domina nostra x m. — Dankwardus ix m.

29] Hic incipit computacio eorundem camerariorum videlicet dominorum Nicolai Raboden et Willikini Albi.

Meynardo de Soode xij m. de pascha. — Relicte Willikini Daligendorpes v m. de pascha. — Domino Hinrico Syphusen j m. de pensione eius. — Dominabus de Godebutz xix s. de Johannis. — Waluatoribus de Johannis xl s. — Johanni Witten v m. ad vias Hornstorp. — Pro nouo ponte xviij m. — Ad vias extra valuam Magnopolensem nij m. — Versus Lvbeke domino Wysen iij- m s .— Versus Rozstok domino de Molne et domino Wysen duas mr s circa Assumpcionem. — Domino Rodekoghelen et Wysen versus Sowan iiij m. — Domino Rodekoghelen et Wysen versus Priwalk duas m. — Domino Kropelyno et Wysen versus Priwalk et Lvbeke ad comites Holtzacie viij m. Omnes iste reyse suprascripte facte sunt circa

b] Assumpcionem ex parte domini nostri. — b] Domino Andree Laschen versus Mølenghetz ad episcopum Zwerinensem duas m. — Willikino Daligendorp v m. de Johannis. — Berteheylen xiiij m. pro vino antiquorum camerariorum. — Pro littera domini episcopi magistro

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Willikino duas m puri. — Magistro Lvdberto xx s. — Extra valuam Haroldi ad vias xv m. — Domino Hinrico Kadowen xiiij or m. de combustione laterum. — Schereue vectori xxj s. pro vectura. — Vikken Kortenakken iij- m m de Michaelis. — Cristiano Bersen iiij m. — Domine Johanne de Klvtze iij m. — Domine de Godebutz xix s. — Domine Wendelen xix s. — Hospiti nostro in Sterrenberghe xiiij s. — Versus Lvbeke dominus Wyse xxiiij s. domini nostri. — Versus Rozstok idem Wyse xxx s. domini nostri. — Pro lateribus x m. — Heydenrico sutori xlv s.—

30] Murum inter dominum nostrum et Mulerschen xlviij m. deconstetit, — Pro stadio circa antiquam domum allecium xij m. — Pro ponte lapideo apud nowm pontem ij m. — Johanni Mulen xx m. pro hereditate ad curiam domini nostri. — Pro domo value Lubicensis x m. — Pro cemento xxx m. — Mulen v m. pro lateribus sibi datis. — Nicolao Helperici iij- m . pro lateribus datis. — Hermanno Sedelere iij- m m . pro lateribus datis. — Domino Kadowen v m. pro lateribus datis. — Haluehøyken vj m, pro lateribus datis. — Pro xij tremodiis auene xij m, vni de Niygendorpe. — Dominus Rodekoghele et dominus Kalsow versus Rozstok circa Martini iij- m m , ex parte domini nostri Magnopolensis.— Ditmer Kerstane xviij- (m m .) pro trabes ad celarium domini nostri. — Johannes Moltecow xxvij- solidum pro sulfar. — xij s. pro j tremodeum

b] auene. — b] Domino Andree Laschen xv m. ex parte antiquorum camerariorum.— Domino Johanni Kalsowen iiij m. — Dankwardo Kalsowen iij- m m , antiquo, — Domino Hermanno Rikelant j m. — Pro conciuio (?) xxiij s. antiquo. — Reynekyno Seleghen xj- m m . de antiquo. — Hinrico Gudiar v m. — Pinnekeschen j m. — Domino Rikquerstorp iij m. antiquo. — Dalygendorpeschen v m. — Domine Wendelen xix s. — Domino de Godebutz xix s. — Magistro Ywano xx m. antiquo. — Domino de Klvtze vj m. — Marq(ua)rdo Wentorp xij m. antiquo.— Dominus Rodekoghele et dominus Kalsowe ad episcopum Zwerinensem et dominus Kalsowe vltra versus Rozstok ij m. — Dominus Rikelant versus Rozstok j m. — Dominus Strømekendorp ex parte domini nostri ad placita cum domino Detleuo Røpere ij m.

31]

Data sunt subscrpta Lubicensibus.

Pueris domini Sifridi de Bokholte xx m. — Domino Hermanno Klendest x m. — Domino Hermanno Klendest xl m. — Domino Jordano Tribbeses L m. — Bøgenere

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xxx m. — Septem fratrum viij- m s . pasche. — Meynekino de Sode xij m.

De pascha dominabus de Godebutz xix s. et iij- d. —

b] Daligendorpeschen v m. — b] Pro lignis ad domum lateream vij m. et ix d. — Timmoni de Grobenitz xlij s. pro lignis quercinis. — Drvkkepenninge xxxj s. pro lateribus. — Versus Slauiam et Sowane ex parte domini nostri per dominum Wysen xxiiij s. in capite ieiunii — Versus Lvbeke bis propter composicionem domini Røpere per dominos Krøpelyn et Eghardum Walmerstorp xxx m. — Versus Wolken et Ceghenere propter illos de Cernyn iiij- m m . — Hinrico notario nostro xij m. de anno. — Bernardo xij m. — Famulis nostris xxxij m. — Valuatoribus v m. — Stabulario viij- m m . — Westfalo

32] xxx s.— Pro auena centum m. et v m. — 32] Fossoribus cespitum xlv- m m . — Pro vino Ixxxxv m. — Pro domo value Lubicensis et pro valua xx m — Pro tunica notarii iij m. — Pro tunica Bernardi iij m. — Ad expedicionem contra Røperum CL m. et vj- m m . — Pro swedesholt et berneholt xx m. —

Summa xi C m s ij m s ij sol. —

Item laterario viij m.

b] Anno domini M° ccc° xxx tercio a camerariis videlicet domino Johanne Wysen et domino Nicolao Raboden isti subscripti conuenerunt suas bodas.

Magister Conradus pro duabus v m. Hasse Lasche pro domo ij m. Grete Struuen pro sua xxiiij s. Henneke bardscherere suam pro vj m. Pauesche suam pro ij m. Alsyda suam pro ij m. Hinricus Vichle sartor suam pro ij m. Hosang suam pro iij m. Boytyn pro sua boda iij- m m . Drewes garbradere pro sua xx s. Lvdeke soltman pro sua ij m. Matheus sartor pro sua ij m. Vlotowe pro sua iij- m m . Tammeke pro sua iij- m m . Schere pro sua iij- m m . Grote Hinrik pro sua iij- m m .

33] Dominus Koosuelt pro suis quinque m. Boytzenborch suam pro iiij- m a . Reyneke de Templo suam pro iij m. Euerd paruam bodam sutoriam pro xx s. Honouere suam pro iij- m a . Lammeshøuet pro sua xl s. Wakker pro sua sex m. Runge concessit consulibus xx m. lubicenses, quas reddent sibi a proximo pascha ultra annum. medio tempore de boda sua dabit vj sol. Ghyse Wolteri bodam suam pro iij- m a . Hofnaghel suam pro j m.

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Hec exposuit dominus Kalsowe: viij m. sespitum magistro. iiij m. pro auena. Nicolao stabulario ad preciandum suos laborantes xx s. et xij s.

Ab aduocatis sustulerunt camerarii x- m m .

b]

Computacio camerariorum de expositis.

Dominus Rodekoghele et dominus Wyse circa pentecosten versus dominum de Werle ex parte domini nostri Magnopolensis ad Steghen et vltra Gvztrowe et Rozstok viij m. — Dominus Eghardus et dominus Wyse versus Rozstok circa Jacobi et vltra versus Meygenborch ex parte domicelli nostri ix (m.). — Dominus Eghardus et dominus Wyse versus Gvztrowe circa Nativitatem beate virginis ex parte domini iiij m. — Dominus Wyse in tribus reysis ad Steghen et vnam Tzvzowe vj m. ex parte domini. — Dominus Hermannus Rikelant versus Lvbeke iij m. ex parte domini nostri. — Domino Martyno pro equo viij m. — Prenoni Stenhus ex parte Swarten xij m. — Pons lapideus super via Rikquerstorp xxij m. — Via circa Cillinges krvtze viij m. — Daligendorpeschen v m.

34] de Michaelis. — Matri domini Vwani iij m. — 34] Domino Rikquerstorp ij m. — Boghenholte j m laterum; adhuc habebit ij- m. — Domino Salis ij m. super computacione. — De reysa versus Rozstok ex parte domicelli nostri Judeo iij- m s . ......... iij m. per dominum Wysen et dominum Eghardum. — Paulo iiij m. — Hospiti in Rozstok vj- m s . — Hospiti in Sterrenberghe xiiij s. — Hospiti in Gnewesmolen xiiij s. — Dominus Martynus ad episcopum Lubicensem v- m s . — Pro dammone value Lubicensis vj m. — Dominus Rabode et dominus Wyse versus Gvztrowe vj m. — Reyse due versus Steghen iiij m. — Dominus Wyse ad dominum de Werle ij m. — Dominus Wyse versus Trauenemvnde et vltra Lvbeke duas m. — Dominus Eghardus et Wyse ad marchionem viij m. — Reysa versus Steghen contra illos de Cernyn ij m. per dominum Wysen. — Reysa versus Wolken per dominum Wysen ij m. — Versus Boycenborch per dominum Wysen ij- m s .

b]

Istis Lubicensibus dati sunt redditus.

Bøghenero xxx m. — Filio domini Sifridi de Bokholte xx m.

Versus Wolken dominus Wyse xxvj s. — Versus Rozstok domini Kalsowe et Eghardus vj m. — Versus Wolken per dominum Wysen xxix s. — Dominus Hermannus Walmerstorp versus Lvbeke ij m. — Pro frusto

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astructo ad domum lateream xiiij m. —. Pro tecto fornacis cum lignis et lapidibus xxxvj m. — Pro lignis edificialibus ix m. — Ranguns sustulit ij m., pro quibus portabit ligna. — Pro fornace pistorali in curia domini nostri iiij m. — Pro refectione consistorii et bodarum ix m. — De pascha domine Wendelen v m. minus iiij s. Ottoni Pistori v m. — Vor pale vj m. — Pro lignis v fornaciuum xxx m. — Pro refectione celarii preconis viij m. — Domino Andree Laschen xxxiij m. —

35] Cuidam nuncio secreto x m. — De pascha et Martini Septem fratribus xv m — Meynekino de Sode de pascha et Martini xxiiij m. — Domino Hermanno Klendest xl m. — Domino Tribbeses Ix m. — Magistro Ywano x m. — Daligendorpeschen x m. — Domino Vichmanno iij m. — Domine Johanne de Klvtze xij m. — Bagginis de Godebutz v m. — Domine Wendelen v m. — Notario nostro et fumulis nostris, Bernardo ac aliis cum sallario et tunicis et caligis, calciis et cereis Ixx m. — Valuatoribus xlj m. — Fossoribus cespitum xxxiij m. — Vicario Ploten ix m. — Pro stabulo tenendo centum m. — Fabro xxx m. — Pro vino Ixiiij m. — Quod consules et ciues tenuerunt equos, non est computatum. — Summa ỉ (?) m. minus xxx.

b] Anno domini M° ccc° xxx° quarto circa Ascensionem domini perhurauerunt bodas camerarii domini Johannes Kalsowe et Johannes Wyse a proximo pascha vltra annum.

Magister Conradus bodas suas duas pro v m. Lantekowe suam pro vj m. Tamme wantscherere suam pro iij- m a . Herman Rambowe pro sua iij- m m . Thideke Wedeghen pro sua iij m. Gnvbbing pro sua vj m. Schere pro sua iij- m m . Ghyseke de Kølne pro sua iij- m m . Hosang pro sua iij m. Boytyn pro sua iij- m m . Lvdeke soltman pro sua ij m. Pauesynne pro sua ij m. Vichle sartor pro sua ij m. Matheus sartor pro sua ij m.

36] Johannes Kremere dictus sutor pro sua vj m. Kruse fertor pro sua iij- m m . Boytzenborch pro sua iiij- m m . Vlotowe pro sua iij- m m . Alsida pro sua duas m. Vastelauent pro sua v m. Grete Struuen pro sua xxiiij s. Tornator pro suis v m. Vitrarius suam pro ij m. Honouere suam pro iij- m a . Gherd Vorwerk suam pro xx s. Hofnaghel suam pro marca. Reyneca de Templo pro sua iij m.

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Werner Moderitz pro prato circa Wottrentze et ante valuam Lubicensem a proximo Michaelis vltra ad iiij or annos annum pro xxxvj s.

Pro auena ix m.

Andreas mvllere et Nicolaus Wartus tenentur de ventimolo proximo Martyni ij m., deinde penthecostes ij m. et deinde Martyni ij m et deinde penthecostes ij m.

b] Hinricus Swanebeke convenit siue hurauit bodam suam angularem, quam Ghyseke habet, annuatim pro viij m. lub., qui ciuitati concessit x m. lub. sibi reddendas, cum bodam amplius noluerit inhabitare. Nullus eum exquiret, quia eam, si wlt, reseruabit pro tali hura, sicut alius eam hurare vellet seu conuenire, si wlt. Quando wlt eam linquere, predicet consulibus per integrum annum ante. Hec infrascripta presentata sibi sunt, que representabit finito suo termino exspirato.

Primo rotundus claws ferreus.

Hasse Lasche dabit de wagha et domo annuatim vij m. lub.

Ciuitas tenetur domino Johanni Kalsowen ——— 1 ) concessorum prompte den. lub.

37]

Computacio dominorum Kalsowen et Wyse.

De pecunia sortilegica. Pro auena vj m. et tenemur vj m. pro auena. — De Johannis ollifusatrici xij s. — Pro auena xij s. — Messoribus et laboratoribus xviij s. — Messoribus v m. et iiij s. — Fabro ij m. — Stipendiariis xxxxviij s. — Bumesteri sustulerunt xiiij m. ex macellis carnium.

b] Exposita de pecunia sortilegica. Messoribus et laboratoribus xviij s. — Pro auena xij s. — Messoribus v m. iiij s. — Fabro ij m. — Pro auena xxviij s. — Hinrico notario nostro iij m. de Johannis. — Cursoribus marcam. — Vigilatoribus xx s. singillatim. —

Dominus Hermannus Walmerstorp tenetur xij m. pro vna sorte. Has xij m. leuabunt camerarii de locis panniscidarum ex redditibus, quas sua mater habet in locis eisdem, proximo Michaelis, cum quo Ixix sortes sunt computate. —

Domino Hermanno Walmerstorp xiiij s. pro auena.— Nicolao Kriwitz xxiiij m. — Lapiscidis ... — Bumestere


1) Radirt. Wahrscheinlich stand ducentas m. S. P. 38.
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38] iiij m. — 38] Daliendorpeschen centum m. — Wendelero j m. pro seruo in Kopenhauene. — Domino Johanni Kalsowen ducentas m. — Bøghenero xxx m. Martyni. — Dominus Rabode xij m. de prima sua sorte datas Normannis pro bordonibus. Galli. — Berteheylen xix m. et iij s. pro vino. — Gherardo Ploten iiij m. — Magistro Ywano centum m. et iij- m m . — Nicolao Dedden ix m. et iij s. — Drvkkepenninge x m. — Kerstyne Bersen x m. — Johanni Schomakere xxxij- m s . — Daligendorpe vj m. — Magistro Ywano ix m. et iij s. in pecuniam superius sibi scriptam computatas. — Bogenhaghen xij s. — Bumesteris xxiiij m. — Herman Gerre xij s. — Domine Johanne de Klvtze iij m. — Berteheylen xxvij m. pro vino. antiquo. — Pro auena marcam. —

b] Kopeken Schrodere xij s. — Pro aceto x s. — Domine

Wendelen xix s. et iij- d s . — Dominabus de Godebutz xix s. et iij- d s . — Messoribus feni xxv s. — Duas marcas pro auena. — Pro carnibus ouinis supra coggonem Johanni Rodehode viij s. — Notario nostro de Michaelis iij m. — Domino Kalsowe vij m. pro brasio dato fratribus maioribus et minoribus. ij m. datas fratri Johanni de Klvtze. — Pro auena vj m. — Looni et Hermanno Voghet ij m. — Domino Hinrico Rikquerstorp ij m. ad huram. — Judeo pro ij vlekken xij s. — Septem fratrum xxx m. de Michaelis et redditibus retentis. — Fabro ix m. et j s., quarum fiebant Johanni de Pole ij m. et domino Johanni Kalsowen iiij or m. —

39] Dominus Conradus Reynoldi dedit Meynekino de Soode xij m. ex parte ciuitatis pro sorte Galli soluenda. — Dominus Rykelant dedit de sua p..... sorte Hermanno Septem fratrum x m. et duas m. defalcabit quitando cum camerariis. — Dominus Wyse xij m. datas pro lignis vrendis laterum de sorte Galli soluenda. — Dominus Kadowe xij m. de sorte sua dicto termino soluenda datas sibi pro lignis. — Dominus Andreas Lasche xij m. dedit de sua. — Dominus Willikinus Albus dedit xij m. de sorte.

b] Anno domini M° ccc° xxx quinto camerarii videlicet domini Johannes Kalsowe et Thidericus Lasche constituti in Ascensione domini, a quibus subscripti bodas eorum hurauerunt.

Vastelauent pro boda sua. Alscida pro sua ij m. Vitrarius pro sua ij m. Lewitzowe pro sua ij m. Lemmeke Paues pro sua ij m. Wituot pro sua ij m. Lvdeke soltman pro sua ij m. Matheus sartor pro sua ij m.

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Bøycenborch pro sua iiij- m s . Swanebeke pro sua vij m. Nantekowe pro sua vj m. Gnvbbing pro sua vj m. Johannes Kremere pro sua vj m. Grete Struuen xxiiij s. Thideke Wedeghe pro sua iij m. Henneke Bremer sutor

40] bodam angularem pro iij- m s . 40] Boytyn pro sua iij- m s . Johannes Hosan(g) pro sua iij m. Kruse pro sua iij- m m . Herman Rambowe iij- m m . Tornator funifex pro sua v m. Schere sartor pro sua iij- m m . Mester Koord pro suis v m. Ghiseke coriator pro sua iij. m m . Tamme rasor iij- m m . Vlotowe pro sua iij- m m . Johannes de Hvdzem iij m. pro sua. Gherke Vorwerk pro sua xx s. Reyneke pro Templo iij m. Vlotowe pro sua iij- m m . Hofnaghel pro sua j m.

b] Hinricus Mvcelmowe tenetur ij m.
Ciuitas tenetur domino Kropelyno viij styghe latten. Ciuitas tenetur domino Johanni Kalzowen ix- c waghenschotes.

Bernd Schild emit snikkam ciuitatis, de qua soluet proximo Martini ij m., in Natiuitate Cristi ij m. et in proximo pascha iiij or m. lub.

41] Anno domini M° ccc° xxxvj, quo domini Thidericus Lasche et Ywanus sunt camerarii, isti hurauerunt bodas hic subscripti a proximo pascha vltra annum.

Ghyse suam pro iij- m a . Herman Rambowe suam pro iij- m a . Magister Conradus suam pro v m. Thideke Wedeghen suam pro iij m. Schere suam pro iij- m a . Matheus suam pro ij m. Grete Struuen pro xxiiij s. Lvdeke soltman suam pro iij m. Hosang suam pro iij m. Boytyn suam pro iij m. Boycenborch suam pro iij m. Johannes wantscherere suam pro iij- m s . Glvbbing suam pro v m. Nantekowe suam pro vj m. Tornator suam pro iij m. Vlotowe suam pro iij- m s . Tammeke suam pro

b] iij- m s . Vitrarius suam pro ij m. b] Alcyda suam pro ij m. Hoppe, que habuit Kruse, iij m. Hvdzem pro sua iij m. Vastelauent pro sua v m. Wituot suam pro iij m. Lewitzowe suam pro ij m. Honouere suam pro iij m. Gherke Vorwerk suam pro xix s. Johannes Kremere suam pro vj m. Euert suam pro xx s. Petersche suam pro v m. Hofnaghel pro sua j m.

Stacius lapiscida stat pro ventimolario ciuitatis, quod equefaciat camerariis infra hinc et festum Natiuitatis sancti Johannis baptiste.

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Henneke Bremere hurauit bodam sutoriam angularem a proximo pascha vltra ad sex annos pro iij- m a . annuatim.

42] Ab hoc anno domini Millesimo ccc° xxx sexto domini mei consules tenentes prata sortilegiata feria sexta ante penthecosten vltra tenebunt ad quatuor annos.

Bertoldus teghelere mansit ciuitati, cum recederet, xxxij m. lub. soluendas pro fauore consulum, quando prius potest. — Andreas Wartus mansit ciuitati, cum recederet de ventimolo, viij m. lub. soluendas proximo Michaelis, cum quo fidit Stacius lapiscida. — Dominus Wernerus Lewitzowe dabit singulis annis quolibet Martyni pro sua tallia duas m. lub. recipiendas ab illo, qui horreum suum habuerit, in termino prenotato.

b] Marquardus famulus consulum sustulit ij m., que debentur sibi pasche, Johannis et Michaelis et Natiuitatis Cristi. 1 ) — Hinricus Mvtzelmowe sustulit vj marchas.

Nos camerarii tenemur soluere domino Andree Laschen xiiij m. lub. proximo Martyni ex parte nostri notarii de xx m., quas consules sibi dederunt ad sollempnitatem prime sue misse. — Item Lamberto Lorf lxvj m. lub. eodem termino. Econtra tenetur Arnd Witte pro iij fertonibus satisfacere consulibus, quibus minus ponderauit cyfus debito pondere promisso per Arnoldum antedictum. — Domino Andree Laschen vj m. — Lamberto Lorf Lxvj m., de quibus rehabebimus ab Arnoldo Witten ij fertones puri et j m. lub. — Paulo xv m. — Dithmaro Vichlen xxxviij- m m .

43] Preen de Schymme et Arnoldus Witte tenentur manu iuncta ligna duarum fornacium et ad viij mvndas calcis, quarum medietatem pagabunt nunc in hyeme et reliquam medietatem, postquam fuerit seminatum, pro xiij m. solutis de pecunia sortilegica ex parte Wysen. — Dominus Kadowe tenetur pro sorte die Galli dandam ligna duarum fornacium et ad iiij or mvndas calcis, postquam fuerit seminatum, paganda. — Bvtzowe et servvs abbatis tenentur ligna vnius fornacis et duorum mvndorum calcis. — Gherd Krøghere de Dybowe et Bvtzekowe tenentur ligna ad fornacem laterum et duorum mvndorum calcis. Johannes Dedde fidus, quem tenebunt indempnem. — Schachtsnidere tenetur ligna pro j marca sibi data.


1) Ursprünglich stand iij m. und die Aufzeichnung schloß mit Michaelis; darauf ist iij durchstrichen, ij darüber geschrieben und et Nat. Cr.
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Consules soluerunt Hinrico Nigro et suis fratribus xxx marchas lub. die Martyni anno domini M° ccc° xxxvj, et dabunt eisdem proximo Martyni xxx m. lub., quibus pagatis omnia inter consules et ciuitatem ex vna et dictos fratres parte altera vertencia in bono terminata sunt et finita. Dicte xxx m. sunt persolute.

b] De pecunia sortilegica recepimus ad vsum ciuitatis xiij sortes, de quibus presentauimus magistris edificatoriis tres sortes. Item ij sortes expositas per dominum Willikynum Album et dominam Vresinnen et per eundem dominum Willikynum in vsum coggonis positas et conuersas in ceruisia et pane, lignis et sale. — Item i(i)dem magistri edificiales receperunt xij m., quas Hartmannus pro sorte dedit. — Item iidem magistri xij m., quas dominus Martynus pro sorte dedit. — Item iidem magistri xij m. datas per dominum Thidericum Laschen pro sorte.

Exposita de sortibus per dominum Wilkynum Smodesinne. xxviij d. pro neghele — Pro troia xij s. Johanni Roden. — Pro lignis vj m. Prenoni. — Camerarii sustulerunt ab ipso ij m. vj sol. iiij den. minus. — Pro lumi-

44] nibus et sepo xliiij sol. Heydenrico. — 44] Pro lignis remigatoriis xviij sol. — Pro pulte xij s. — Pro cantris iij s. — Pro moldis et scutellis vij. s. — Pro thela xi s. — Pro sepa x s. — Pro lucernis iiij s. — Libram grossorum xij- m m . et j s. — Stvremanno xxiiij s. — Krygoni xxx m. — Pro strumulo vij m. — Pro kexis et bipenni iiij or s. — Pro pane et synape xix s. — Balkerschen xiij m. pro ceruisia j s. — Pro carnibus v- s. — Pro carbonibus v s. — Pro pane x- m m . —

b] Vor boord ad coggonem xviij s. — Paulo xl s. ex parte Gheylingi. — Pro carnibus ouinis viij- s. Leoni. — Hinrico repere ij s. pro fune. — Alberto Litzowen x m. pro cer(uisia). — Domino Slawestorp viij m. pro carnibus. — Pro draad vij s. — Pro clauis v s. — Carpentariis x s.— Pro lignis edificialibus et vrendis et aliis ad snikkam aptis xxiiij s. — Fabro iij m. — Pro pisis et lardone et butiro et lagenis xiij m. iiij or sol. minus. — Item tribus stipendiariis xxxvj s, — Ricquardo braxatori xij s. — Johanni Roden xij s. — Bvlleken xij s. — Kote iuuenis xij s. — Gerhardo de Pvle v s. pro lignis edificialibus. — Gereke Loste xij s. — Johannes de Mollendino xij sol. — Exposita pro expedicione coggonis.


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45, b] Anno domini M° ccc xxx° ab Ascensione vsque in Ascensionem prouisores domus laterum videlicet domini Hinricus de Syphusen et Hermannus Rikelant. Tunc venerunt ad vsum ciuitatis vj- m holstens et x m mvrstens et j- m holstens versus Greuesmølen. — Dominus Johannes Krøpelin tenetur iij. m m holstens et iij. m mvrstens. — Dominus Thidericus Lasche iij. m holstens. — Dominus Hermannus Walmerstorp u. m et ij. m holstens. — Bernd Warendorp j m . holstens. — Witte Wilken x m mvrstens. — Hinricus Lasche j m holstens. —. ........ ij m m holstens. — Bvtzowe j. m holstens. — Domina Greta Walmerstorp ij. m et ij. c holstens. — Nicolaus Helperici tenetur vj m mvrstens de isto anno xxx primo. —

Hinricus de Gherden hurauit bodam Rungen ad duos annos quemlibet annum pro iij. m a a proximo pascha vltra. Scriptum anno xxxv dominica Oculi.

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VI.

Urkunden.


Nr. I.

Bernhard Kopman und seine Söhne verlassen dem Ritter Siegfried von Plöne alle ihre Güter in dem Dorfe Sanitz.

D. d. Ribnitz. 1313. Nov. 14.
Nach dem Originale im großherzogl. meklenburg. Geh. und Haupt=Archive zu Schwerin.

Omnibus presens scriptum cernentibus Bernardus dictus Kopman salutem in domino sempiternam. Ne ea, que fiunt in tempore, lapcione temporis euanescant, racioni consonum esse dinoscitur, ut eadem agibilia scripti munimine ac uoce testium perhennentur. Nouerint vniuersi presencia inspecturi, quod ego Bernardus Kopman et mei filii scilicet Bernardus, Theodericus, Gherardus, Bruno, Arnoldus libero arbitrio et bona voluntate ex vnanimi consilio meorum amicorum omnia bona nostra ville Sagintze adiacencia Syfrido de Plone militi et suis veris heredibus cum omni iure, sicut nos habuimus, et cum omnibus vtilitatibus, fructibus infra terminos dicte ville contentis resignauimus et dimisimus rite et racionabiliter possidenda. Recognoscimus eciam, quod litteras nobilis domini Erici Danorum Slauorumque regis super huiusmodi bona habuimus, quas amisimus deo teste, si postmodum inuente fuerint, ad dicta bona nullam habebunt vim amplius vsurpanda. Vt hec firma et rata a nobis et nostris successoribus permaneant, ego Bernardus Kopman et nos consules ciuitatis Ribbenitze ad peticionem iam dicti Bernardi et suorum puerorum, Wernerus plebanus in Ribbenitze, Arnoldus de Vitzen, Fredericus Molteke, Guntherus de Lewitsowe, milites, Ludolfus Sepelyn, Reddich mit der Nese, famuli, sigilla nostra presen-

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tibus duximus apponenda. Testes huius sunt: Hinricus de Deghowe, Ny. Reddagi, milites, Marquardus Stoltenbergh, famulus, Arnoldus Kopman, Thye, Otbertus de Zelowe, Hinricus Sclichtop, ciues de Rostoke, Ludolfus Dalenborch et alii quam plures fide digni. Datum Ribbenitze, anno domini M °. CCC°. terciodecimo, feria quarta post Martini.

Nach dem Originale, auf Pergament, in einer engen, kräftigen Minuskel. An Pergamentstreifen hangen 8 Siegel aus ungeläutertem, braun gefirnißtem Wachs;

1) ein großes rundes Siegel, von mehr als Thalergröße, mit einer Hausmarke im leeren Siegelfelde, mit der Umschrift:

Umschrift

2) das große Siegel der Stadt Ribnitz, mit einem Stierkopfe und zwei Fischen zu den Seiten, mit der Umschrift:

Umschrift

3) ein kleines parabolisches Siegel, in dessen oberer Hälfte eine sitzende Figur, anscheinend ein Marienbild, in der untern Hälfte ein Wappenschild steht, welcher zwar etwas flach und gedrückt ist, aber noch oben zwei aufgerichtete Schafscheren und unten ein Herz zeigt, mit der Umschrift:

Umschrift

Die beiden letzten Buchstaben IZ stehen im Siegelfelde rechts neben dem Marienbilde. Die Umschrift würde vollständig lauten:

Inschriftskreuz S. Werneri de Axecowe plebani de Ribeniz.

Der ribnitzer Pfarrer Werner war also nach Wappen und Umschrift aus dem adligen Geschlechte von Axekow.

4) ein schildförmiges Siegel mit einem rechts aufsteigenden Wolf mit der Umschrift:

Umschrift

5) ein schildförmiges Siegel mit einem Gatter, mit der Umschrift:

Umschrift

6) ein schildförmiges Siegel mit drei Birkhähnen, mit der Umschrift:

Umschrift
Siegel

7) ein hieneben auf Kosten des Herrn Grafen v. Zepelin auf Aschhausen in Würtemberg abgebildetes schildförmiges Siegel mit einem rechts gekehrten Eselskopfe, mit der Umschrift:

Umschrift

8) ein schildformiges Siegel mit einem rechts hin gekrümmten Fische mit der Umschrift:

Umschrift
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Nr. II.

Margarethe v. Kardorf, des Ritters Radolph v. Kardorf Wittwe, deren sohn Radolf v. Kardorf d. j. und ihre Erben verkaufen dem Klostr zum Heil. Kreuz in Rostock das Holz von 8 Hufen in dem Dorfe Kankel.

D. d. Rostock. 1331. Oct. 11.
Nach dem Original im Archive des Klosters zum Heil. Kreuz in Rostock.

Vniuersis Christi fidelibus, ad quos presencia peruenerint, Margareta de Kercdorpe, quondam uxor Radolfi de Kercdorpe militis pie memorie, Radolfus de Kercdorpe iunior. filius eius, ac eorum ueri heredes salutem in domino. Nouerint vniuersi, quod nos matura deliberacione prehabita de consensu et consilio omnium nostrorum amicorum, quorum interest aut interesse poterit, vendidimus rite et racionabiliter ac coram dominis terrarum resignauimus preposito et priorisse ac sanctis monialibus omnibus monasterii sancte Crucis in Rozstok nemora octo mansorum ville Kankel dicte situata ab illa parte riuuli, qui transit de stagno uille Dolghen ad aquas molendini in sabene, cum omni proprietate, fructu et vtilitate et LX a solidorum iudicio et iure vasallico, pro centum marcis cum quinque Lubicensibus denariis, sicuti predicta nemora tenuimus et habuimus in hodiernum diem, ita tamen si coloni uille Kankel per incendium uel per aliam destructionem edificiis et domibus carerent, qunod deus avertat, extunc de dictis nemoribus de speciali gracia prepositi et conuentus, si se cum ipsis amicabiliter regant, subsidium optinebunt. Ne igitur hanc litteram nostri posteri et heredes et debitam vendicionem amplius imbrigare presumant, presentas litteras ego Radolfus de Kercdorpe meo sigillo vna cum sigillo Boltonis seppelin generi mei duxi communiri. Testes uero sunt: Nicolaus de Axekowe, miles, Thidericus Vinke et Hinricus de Clenperowe, sacerdotes, Hinricus Walle, clericus, Johannes de staden, Famulus, ac alii plures fide digni. Datum et actum Rozstok in curia sancte Crucis ibidem, sub annis

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domini M °. CCC°. XXX primo, feria sexta post festum Dyonisii ac sociorum eins martirum beatorum.

Nach dem Original auf Pergament. An Pergamentstreifen hangen 2 schildförmige Siegel:

Siegel

1) ein Siegel mit drei Richträdern und der Umschrift:

Umschrift

2) das hieneben auf Kosten des Herrn Grafen v. Zepelin auf Aschhausen in Würtemberg abgebildete Siegel mit einem rechts gekehrten Eselskopfe und der Umschrift:

Umschrift
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Inhalt:

B.

Jahrbücher

für

Alterthumskunde.

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I. Zur Alterthumskunde

im engern Sinne.


1. Vorchristliche Zeit.

a. Steinzeit.


Höhlenwohnungen und Pfahlbauten in Meklenburg,

von

G. C. F. Lisch.

Seitdem die merkwürdigen und viel besprochenen Pfahlbauten in der Schweiz entdeckt sind, habe ich ununterbrochen ein scharfes Augenmerk darauf gerichtet, auch in Meklenburg Pfahlbauten aus der ältesten Zeit des Menschengeschlechts zu beobachten und zu entdecken. Freilich war ich von vorne herein gegen das Vorhandensein eingenommen, da in Norddeutschland lose Erde im Ueberflusse vorhanden ist, welche mit leichterer Mühe in Gewässer und Moore geschüttet werden kann, um einen gesicherten Wohnsitz zu gewinnen, und da sich die Entdeckungen von Höhlenwohnungen im festen Boden aus der ältesten Zeit immer mehr wiederholten. Aber die Anzeichen von Pfahlbauten mehrten sich ununterbrochen, indem in Mooren immer häufiger Alterthümer, oft in großer Menge, gefunden wurden, welche nicht zufällig verloren gegangen sein konnten, sondern von einem menschlichen Wohnsitze ins Wasser gefallen sein mußten. Auch trat bei mir nach und nach die Ansicht, daß künstlich eingeschüttete Inseln zum Schutze ausreichend sein könnten, immer mehr in den Hintergrund, da nur

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steil emporsteigende und an den Rändern überragende Pfahlfundamente im Wasser genügende Sicherheit gegen wilde Thiere gewähren können, gegen welche die Pfahlbauten vorzüglich errichtet gewesen zu sein scheinen. Ich erließ daher im Quartalberichte XXVII, 1, Oktober, 1861, S. 9 flgd., eine dringende Aufforderung zur Beobachtung von Pfahlbauüberresten und ließ dieselbe in den öffentlichen Zeitungen wiederholen, freilich bis jetzt ohne allen andern Erfolg, als daß schon manche Menschen an das Vorhandensein von Pfahlbauten in Meklenburg sich gewöhnen und glauben. Denn die Entdeckung derselben ist wegen des außerordentlich hohen Alters und der dadurch bewirkten Verwesung so schwierig und mühevoll, daß sie sich nur durch lange fortgesetzte Aufmerksamkeit und Ausdauer machen läßt. Dennoch ist endlich sicher zu Gägelow ein Pfahlbau in Meklenburg entdeckt worden, d.h. die Ueberreste einer menschlichen Wohnung aus der heidnischen Steinzeit auf Pfählen im Wasser, wie sie unten beschrieben sind.

Ganz gleichen Charakter mit den Pfahlbauten haben die Höhlenwohnungen in Meklenburg. Alle in beiden gefundenen Alterthümer sind völlig gleich. Jedoch ist es nicht zu erkennen, ob Höhlenwohnungen und Pfahlbauten in der Zeit neben einander standen oder auf einander folgten.

Ich lasse hier die Beschreibung der neuesten Entdeckungen hinter einander folgen.


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1. Höhlenwohnung von Dreveskirchen.

Meklenburg hat bis jetzt keine schweizerische Pfahlbauten, keine dänische Kjöckenmödding, keine französische vorsündfluthliche Steinalterthümerlager, u. s. w., aber es hat sicher bescheidene Höhlenwohnungen aus der heidnischen Steinzeit. Es leidet keinen Zweifel, daß hier Menschen der Steinzeit ihre Wohnungen, Küchen, Keller etc. . in der Erde auch in ausgegrabenen Höhlen hatten. Diese sind im Laufe der Jahrtausende verschüttet und können nur durch Zufall bei tiefen Ausgrabungen entdeckt werden, wozu die neue Erfindung des Drainirens des Ackers mitunter, wiewohl selten, Gelegenheit giebt.

Der Herr Koch auf Dreveskirchen bei Neu=Bukow entdeckte vor zehn Jahren beim Drainiren tief in der Erde Alterthümer aller Art aus der Steinperiode, in welchen ich zuerst die Ueberreste von Höhlenwohnungen zu erkennen glaubte. Die Alterthümer lagen immer ungefähr 5 Fuß tief

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in der Erde am Abhange einer kleinen Hügelkette, und zwar gewöhnlich dort, wo Sandschollen im Lehmboden standen. Hiedurch aufmerksam gemacht, setzte Herr Koch in den nächsten Jahren seine Beobachtungen beim Drainiren fort und fand an der ganzen Hügelkette und weiter hinaus Spuren von mehr als 50 Höhlenwohnungen. Man vgl. Jahrb. XIX, 1854, S. 289, XX, S. 276, und XXI, S. 228.

Im Jahre 1858 wurden auch zu Bresen bei Rehna Höhlenwohnungen entdeckt, welche denen von Dreveskirchen völlig gleich waren; vgl. Jahrb. XXVI, S. 127.

Die Beschaffenheit der Höhlenwohnungen ist immer dieselbe. In einer Tiefe von etwa 5 Fuß findet sich ein Fußboden oder ein Herd von Feldsteinen, der gewöhnlich eine runde Form vermuthen läßt. Auf diesem Fußboden liegen nun viele Scherben von sehr dickwandigen Kochtöpfen, Holzkohlen, zerhauene Thierknochen und steinerne Alterthümer.

Der Herr Koch setzte seine Beobachtungen unverdrossen fort und hatte in den jüngsten Zeiten das Glück, beim Ausgraben einer Mergelgrube, welches mehr Gelegenheit und Ruhe zur Beobachtung bot, als das Drainiren, eine ziemlich vollständige Höhlenwohnung zu entdecken. Diese lag in demselben Höhenzuge an dem Bache, welcher die Häuser der unmittelbar an einander grenzenden Dörfer Dreveskirchen und Blowatz von einander scheidet, am Bache abwärts hinter dem Hofe Dreveskirchen, und ist die östlichste der dort bisher entdeckten Höhlenwohnungen, an der Furth durch den Bach, dessen Ufer zu den Seiten an 10 Fuß Höhe haben, also zunächst unmittelbar an einer natürlichen, alten Verkehrsstraße. Ungefähr 5 Fuß lief lagen in gleicher Ebene neben einander Feldsteine, von dem Fußboden oder dem Feuerherde, und auf und neben den Steinen viele Alterthümer beisammen auf einem kleinen Raume.

Zunächst fand sich eine große Menge Scherben von Gefäßen zum häuslichen Gebrauche, alle sehr dickwandig, mit grobem Granitgrus durchknetet, ohne Verzierungen, also sehr verschieden von den Graburnen, welche immer dünnwandig, fein und verziert sind. Es lassen sich Ueberreste von wenigstens vier dickwandigen (Koch=)Töpfen unterscheiden, indem der Boden von allen noch vorhanden ist, da sie auf dem Feldsteinpflaster standen; die Bodenstücke sind 3/4 bis 1 Zoll dick. Daneben fanden sich die Scherben von wenigstens acht kleineren Krügen mit dünnern Wänden. Auch Ueberreste von zwei sehr großen, dickwandigen Gefäßen, Vorraths=

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töpfen (?), fanden sich, deren ziemlich große Scherben fast gar keine runde Schwingung zeigen, also auf ungewöhnlich große Gefäße deuten.

Auch fand sich ein Stück von einer röthlich gebrannten Lehmwand mit ausgebrannten Stroheindrücken.

Daneben lagen viele Thierknochen. Diese sind alle zerhauen. Ich habe grade nicht so feine Ansichten, daß ich glaube, die Alten hätten die Knochen vorzüglich "deshalb" zerhauen, "um" die Leckerbissen des Markes herauszuholen, sondern ich glaube, daß sie dies gewöhnlich ganz einfach deshalb gethan haben, um die Fleischstücke in die Kochtöpfe bringen zu können, welche nicht allzu groß waren, wie dies ja auch noch heute geschieht; das Mark mögen sie sich gelegentlich dabei auch herausgeholt haben, wie heute. Es sind aber auch Knochen zerhauen, welche keine Markhöhlen haben.

Um nun den Kochherd vollständig erkennen zu lassen, fand man neben den Topfscherben noch viele ziemlich große Kohlen 1 ) von Tannenholz.

Auch die Küchengeräthe, Hausgeräte und Waffen aus Feuerstein fanden sich: eine Lanzen= oder Dolchklinge (wie Frid. Franc, Tab. XXX, Fig. 4), eine halbmondförmige Säge (wie Frid. Franc. Tab. XXVII, Fig. 4), beide schon sehr gut muschelig behauen und ausgearbeitet, ein keilartiger Feuerstein als Hammer brauchbar, drei Feuersteinspäne von verschiedenen Formen als Küchenmesser verwendbar. Alle Küchengeräthe sind offensichtlich viel gebraucht und abgenutzt.

Mehrere (scheinbar metallische) Schlacken, unter denen ein sehr großes Stück, lassen sich schwer erklären und sind wohl Producte des Kochherdes, oder später in die Erde hineingekommen.

Wir haben hier also eine vollständige Küche der Steinzeit vor uns und glauben wiederholt dargethan zu haben, daß zu einer Zeit der Steinperiode die Höhlenwohnungen in den norddeutschen Hügelländern wohl ziemlich allgemein verbreitet waren.

Diese Höhlenwohnungen haben ganz denselben Inhalt, welcher in den holländischen Steinhäusern bei Hilversum entdeckt ist (vgl. Jahrb. XXVII, S. 168).

Diese Verhältnisse sind so klar, daß man sie wohl zur Richtschnur für andere Vorkommenheiten nehmen könnte. Ich


1) In dem Mergel der Grube fand sich auch ein ziemlich großes Stück schwarzer Steinkohle als Geröll.
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kann und will mich nicht auf weit reichende Untersuchungen und Streitigkeiten einlassen, aber ich fühle mich veranlaßt, bei dieser Gelegenheit die Vermuthung auszusprechen, daß die viel besprochenen Steinalterthümer von Abbeville in Frankreich, welche unter sündfluthlichen Thierüberresten liegen oder liegen sollen, vielleicht auch Überreste von Höhlenwohnungen sein könnten, welche nach und nach von den höher liegenden steilen Wänden aus derselben Erde zugeschüttet sind. Eben so gut, als die Alterthümer von Abbeville vorsündfluthlich sein sollen, können auch die Alterthümer von Dreveskirchen dafür ausgegeben werden, da sich Mergelerde und Steinkohlengerölle über denselben gefunden hat.

Geschrieben im März 1863.

Von Wichtigkeit sind die Thierknochen. Der Herr Professor Steenstrup zu Kopenhagen hat die Güte gehabt die gefundenen Knochen zu bestimmen. Die Knochen, welche sämmtlich zu den "gewöhnlichen Haustierarten Nord= und Mittel=Europas" gehören, sind folgende:

1) vom zahmen Rind (Bos Taurus): Unterwand der Augenhöhle von einem ziemlich starken Thiere, Bruchstücke von Rückenwirbeln (durch Hundezähne angenagt), vom Becken, vom Unterarm (radius), vom metatarsus, vom humerus und zwei Phalangen;

2) vom zahmen Schwein (Sus scrofa domesticus):

zwei Backenzahne;

3) vom Schaf (Ovis Aries domest.): linker Unterkiefer;

4) vom Pferd (Equus Caballus), ziemlich mittlerer Größe: ein Backenzahn von der rechten Seite des Oberkiefers;

5) von der Gans (Anser domesticus?), ob wild oder zahm, ist nicht genau zu sagen: eine tibia (durch Raubthiere (Hunde) angenagt).

Dieses Resultat stimmt mit dem Resultate der Knochenuntersuchungen aus dem Pfahlbau von Gägelow überein, indem in diesem auch nur zahme Hausthiere vorkommen. Dennoch gehört die Höhlenwohnung noch der Steinperiode an, jedoch der Steinperiode jüngerer Zeit, da die Feuersteingeräthe schon sehr sauber und kunstvoll geschlagen sind. Es mag nicht unwahrscheinlich sein, daß je weiter nach dem Norden hinauf die Thiere in jüngern Zeiten desto mehr schon als Hausthiere in den Racen gekreuzt einwanderten.


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2. Pfahlbau von Gägelow.

Es ist jetzt mit Sicherheit ein Pfahlbau aus der heidnischen Steinzeit in Meklenburg entdeckt worden. Da ein Pfahlbau aber keinen hervorragenden sichtbaren Bau bildet, sondern meistentheils nur als Moder in der Tiefe eines Moores mit großer Schwierigkeit zu erkennen ist, so ist eine ausführliche und genaue Beschreibung der Entdeckung die Hauptsache für den Nachweis des Vorhandenseins.

In dem Dorfe Gägelow bei der Stadt Wismar, in der Nähe des Kirchdorfes Proseken, wurden in einem Torfmoor zwei Hirschhörner gefunden, welche gespalten und an allen Enden mit rohen Werkzeugen angearbeitet waren, um daraus Material zu kleinen Werkzeugen zu gewinnen (dgl. Jahrb. XXVI, S. 132). Ich veranlaßte den für den Verein eifrig bemüheten Sergeanten Herrn Büsch zu Wismar, diese Hörner für die Sammlungen zu erwerben; der Besitzer Erbpächter Herr Seidenschnur, welcher die Jahrbücher des Vereins mit großer Theilnahme liest, gab im Jahre 1861 die Hörner dem Vereine gerne zum Geschenke. Darauf ward in demselben Torfmoore eine zur Handhabe für einen Steinkeil bearbeitete kleine Elenschaufel gefunden (dgl. Jahrb. XXVII, S. 172). Ich vermuthete, daß da, wo diese Hörner gefunden seien, sich noch mehr finden müsse, und sprach schon in den Jahrb. XXVII, 1862, S. 172, die Vermuthung aus, daß hier wohl ein Pfahlbau gestanden haben könne. Aber trotz aller Nachforschungen ist bis jetzt in diesem Torfmoore nichts weiter gefunden. Ich ließ jedoch nicht nach, im Jahre 1862 den Herrn Büsch fortwährend zu ermuntern, die Erkundigungen nach Ueberresten von Pfahlbauten in Gägelow fortzusetzen und die Sache dort ununterbrochen anzuregen. Dies hatte die Folge, daß Herr Seidenschnur ihm im Anfange des Jahres 1863 die Mittheilung machte, er habe in einem Wasserloche eichene Pfähle und innerhalb der Pfähle Alterthümer der Steinzeit gefunden, und daß derselbe dem Herrn Büsch die Alterthümer zur Uebersendung an mich auslieferte. Nach der Anschauung dieses Fundes zweifelte ich nicht mehr daran, hier einen Pfahlbau gefunden zu haben, um so mehr, da hier die beiden nothwendigen Faktoren, eingerammte Pfähle und neben denselben Alterthümer der Steinzeit, vorhanden waren. Ich trat daher im Mai 1863 mit dem Herrn Büsch bei dem Herrn Seidenschnur in Gägelow zusammen, um die Sache an Ort und Stelle genauer zu untersuchen, und fand meine Vermuthung bestätigt. Das Verdienst der Entdeckung gehört den unverdrossenen

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Bemühungen des Sergeanten Herrn Büsch unter dem treuen und bereitwilligen Beistande des Erbpächters Herrn Seidenschnur.

Der Pfahlbau von Gägelow liegt auf dem weit gestreckten Acker des Herrn Seidenschnur, eine weite Strecke von dem Dorfe, rechts von der Chaussee von Wismar nach Grevismühlen, ungefähr zwischen den Landgütern Wendorf und Hoben, gegen eine halbe Stunde von dem wismarschen Meerbusen der Ostsee. Hier ist auf einem niedrigen Landrücken in dem Boden eine ziemlich große, fast runde Einsenkung, welche rings umher von sanft ansteigenden Höhen völlig und ohne Unterbrechung eingeschlossen ist und noch jetzt der "Krambeker Soll" genannt wird. Der ebene Grund dieser Einsenkung war feucht, bestand aber aus Sand und Thon. Der Herr Seidenschnur suchte auf seinem Felde nach Moder zur Düngung und Verbesserung seines Ackers, und fand ihn in großer Mächtigkeit in dieser Einsenkung unter dieser Sand= und Thonschicht. Es ergab sich bei der Fortsetzung der Arbeit, daß die Einsenkung in den ältesten Zeiten Wasser gewesen war und nach und nach zugewachsen und mit Moder gefüllt ist und daß nach der Befestigung des Moderbodens im Laufe vieler Jahrhunderte der Sand und Thon von den nahe umher liegenden Höhen nach und nach über die Moderfläche so gewehet und geschlemmt ist, daß diese feste Erddecke eine Schicht von beinahe 2 Fuß Dicke über dem Moderlager bildete. Die begrenzenden Höhen sind überhaupt gegen die Einsenkung hin vorgerückt, indem sich die Moderlage noch etwa 7 Fuß weit unter die Anhöhen fort erstreckt, so daß es viele Arbeit kosten wird, dieses Moderlager ganz von der immer rascher ansteigenden festen Höhe zu befreien.

Der Herr Seidenschnur unternahm seit dem Jahre 1858 die Ausbeutung des Moderlagers. Nach Abräumung der Sand= und Thondecke fand er die ganze Einsenkung mit Moder, größten Theils Pflanzenmoder von Baumblättern und Wasserpflanzen, aber auch Thiermoder, von großer Mächtigkeit gefüllt, welcher in der Tiefe auf festem Boden stand. Er brachte den ganzen Vorrath, so weit er nicht von den hoch aufsteigenden Ufern mit Lehm zu hoch bedeckt war, auf das trockene Land, und nach nicht langer Zeit füllte sich das Loch wieder mit klarem Wasser so daß wieder ein kleiner See, wie früher, gebildet ist, welcher jetzt ungefähr 110 Fuß lang und 90 Fuß breit ist, also groß genug, um einige Pfahlwohnungen aufzunehmen. Jedoch erstreckt sich die ehemalige Wasservertiefung noch eine ganze Strecke weiter unter den

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Ufern fort, so daß der alte See noch viel größer gewesen ist.

Im Anfange ging die Ausgrabung des Pflanzenmoders ziemlich leicht von statten. Später ward aber die Arbeit schwieriger, indem an der einen Seite, nicht sehr weit von dem jetzigen festen Ufer, die Vertiefung mit ziemlich nahe bei einander stehenden Pfählen besetzt war. Die Pfähle standen hier in einem kleinen Halbkreise; sie waren aus Eichenholz, noch 7 und 8 bis 10 Fuß lang, 7 bis 8 Zoll im Durchmesser, zum Theil behauen, zum Theil roh und noch mit Rinde bedeckt, unten zugespitzt, oben vermodert, und von unregelmäßiger Gestalt. Es scheinen zwei Pfahlbauten in diesem See gestanden zu haben, an jedem Ende der Längenausdehnung des Sees, im Osten und im Westen, ein Bau. Die Pfähle standen aufrecht in dem Moder und die Köpfe derselben lagen ungefähr in dem jetzt wieder entstandenen Wasserspiegel. An dem einen Ende im Westen, in der Richtung nach dem Dorfe Wendorf hin, standen noch 11 Pfähle aufrecht in einem Halbkreise den 18 bis 22 Fuß Kreisdurchmesser, die einzelnen Pfähle 2 und 3 Fuß auseinander. Neben diesen Pfählen fanden sich auch mehrere Balken, welche horizontal auf dem Boden unter dem Moder lagen. Am östlichen Ende, in der Richtung nach dem Dorfe Hoben hin, standen auch Pfähle, welche auch wohl im Kreise gestanden haben; vor denselben standen nach dem Lande hin noch 4 Pfähle, welche wohl eine Brücke getragen haben werden. Die Pfahlwerke haben also ohne Zweifel kreisförmige Fundamente gebildet, von denen Brückenpfähle gegen das feste Land hin gingen. - Hier sind also ohne Zweifel die Ueberreste von menschlichen Wohnungen, welche rund waren und im Wasser auf Pfählen standen, also Pfahlbauten. Es werden sich sicher noch mehr Pfähle finden, wenn die Aufgrabung unter dem festen Ufer noch fortgesetzt werden sollte. Die Pfähle und Balken sind herausgenommen und zum Verbrennen leider zersägt und gespalten; es sind jedoch noch mehrere lange Stücke in die Sammlungen gekommen. Das Eichenholz ist im Innern noch ganz fest und schwarz.

Innerhalb dieser Pfähle war der Raum ganz mit festem Pflanzenmoder gefüllt, welcher zahllose Ueberreste von Pflanzen aller Art und von Holz, vielleicht auch Thiermoder enthielt. Dieser Moder ist auf das feste Land gebracht und lag noch im Sommer 1863 in einer Masse von mehrern hundert Fudern auf einer Stelle beisammen. Er enthielt überall große Klumpen von reinem Pflanzenmoder, unter denen

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noch die Fasern von Baumstämmen, auch Wurzeln, Rinden und Zweigen erkennbar waren, und dabei Alterthümer mancherlei Art.

Daß diese Stelle ein Pfahlbau der heidnischen Steinzeit war, ward durch zahlreiche Alterthümer bestätigt, welche sich sowohl gleich beim Ausgraben, als auch hinterher in dem ausgeworfenen Moder fanden.

Zuerst fand sich, als vorzüglicher Beweis, innerhalb der Pfähle eine granitne Handmühle, d. h. ein halbmuldenförmig auf einer Fläche glatt und tief ausgeriebener Granitblock, ungefähr 1 1/2 Fuß lang, gegen 1 Fuß breit und 1/2 Fuß hoch, wie solche im Lande sehr häufig gefunden werden (vgl. Jahrb. XXV, S. 212 flgd.). Leider ist dieser Stein in Abwesenheit des Herrn Seidenschnur von den Maurern beim Ausmauern eines neuen Brunnens unten in demselben vermauert worden.

Daneben und in dem ausgeworfenen Moder fanden sich viele runde oder rundliche Reibsteine und dazu bestimmte zerschlagene, noch rohe Steine, von 3 bis 4 Zoll Durchmesser, auch kleinere, ganz rund geschliffene, aus festem Granit oder altem Sandstein. Es sind bis jetzt 8 abgerundete und abgeriebene Reibsteine und 2 offenbar zu Reibsteinen bestimmte zerschlagene kubische Steine gesammelt. Diese Steine sind ohne Zweifel Reibsteine zum Zermalmen des Getraides und anderer Früchte; vgl. Jahrb. XXIII, S. 276.

Diese Handmühle mit den Reibsteinen innerhalb eingerammter Pfähle beweiset am sichersten das Vorhandensein eines Pfahlbaues, da man nur annehmen kann, daß sie beim Untergange des Pfahlhauses in die Tiefe des Wassers gefallen sei, und es nicht glaublich ist, daß sie hier durch irgend einen andern Zufall verloren gegangen sein könne.

Ferner fanden sich zum Beweise überall zahlreiche Scherben von sehr großen, dickwandigen Töpfen, welche nach heidnischer Weise bereitet und im Innern mit grobem Granitgrus durchknetet sind. Die Töpfe müssen zum Theil sehr groß gewesen sein, da die Schwingungen der Scherben sehr weit sind. Einige Scherben haben die Dicke von fast 3/4 Zoll. Einige sind röthlich gebrannt, andere geschwärzt, auch gehenkelt. Diese großen, dickwandigen Töpfe sind ohne Zweifel Kochtöpfe der Steinzeit, wie sich dieselben ganz genau auch in den Höhlenwohnungen Meklenburgs und in den Pfahlbauten der Schweiz finden.

Bei diesen Scherben fanden sich auch viele Thierknochen, welche, wie die Thierknochen der Höhlenwohnungen,

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alle queer zerhauen sind, um das Fleisch mit den Knochen in die Kochtöpfe bringen zu können.

Außerdem sind bis jetzt an Geräthen gefunden:

ein roh zugehauener Keil aus fettlosem, grauem Feuerstein, von der unvollkommenen Art, wie sie sich in den dänischen Austerschalenbänken finden;

ein dünner, geschliffener Keil aus Feuerstein, von welchem am obern Bahnende etwas abgeschlagen ist;

ein Feuersteinblock, von welchem Späne zu Messern abgeschlagen sind;

eine durchbohrte und geschliffene Streitaxt aus Diorit oder aus feinem Gneis, von Größe und Gestalt, wie Frid. Franc. Tab. XXVIII, Fig. 6;

ein Spindelstein aus gelblich gebranntem Thon, 1 3/4 Zoll im Durchmesser, roh gearbeitet, ganz ähnlich den Spindelsteinen der schweizerischen Pfahlbauten;

ein Mörser aus grauem Basalt, viereckig, 3 1/2 Zoll hoch und 2 1/2 Zoll in der Basis, in den Außenflächen geschliffen und an den Ecken abgeschliffen, mit einem eingeschliffenen Loche von 2 Zoll Tiefe und 1 1/2 Zoll Weite. Mörser ganz gleicher Art, bald von viereckiger, bald von achteckiger Form, einige auch mit einem einpassenden Stöpsel, sind wiederholt in Meklenburg=Schwerin gefunden, ohne daß man sie einer bestimmten Zeit hätte zuweisen können; auch in der Sammlung zu Neu=Strelitz befindet sich ein gleicher achteckiger Mörser.

Endlich fand sich

ein ganz regelmäßig geformtes, kubisches Stück gedörrten Thon, 2 1/2 Zoll groß, die Hälfte eines durchschlagenen Geräthes, welches in der Mitte ein eingebohrtes Loch gehabt hat, vielleicht ein Leuchter, an einer Seite von Rauch geschwärzt.

Um nun die Aehnlichkeit mit den schweizerischen Pfahlbauten zu vervollständigen, läßt sich noch berichten, daß sich wiederholt Schalen von aufgeknackten Haselnüssen in dem Moder fanden.

Auch Pflanzensamen fanden sich in der Tiefe überall und zahlreich zwischen den Schichten des reinen dunkelbraunen Pflanzenmoders, jedoch lagen die Körner nur zersprengt und nicht haufenweise neben einander, so daß sie wohl nicht gut verloren gegangene Massen gesammelten Samens sein konnten, wie in der Schweiz. Es waren ziemlich wohl erhaltene, glänzende, gebliche Kapseln desselben Samens, welcher überall in den Moder eingesprengt war. Es ist nur noch die glänzende Haut des Samens vorhanden; der Kern der Körner ist, wahrscheinlich durch Keimen, verschwunden. Nach der Bestimmung

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des Herrn Professors Röper zu Rostock gehört der Same sicher der Gattung des Potamogeton an, wahrscheinlich dem Potamogeton natans, einer sehr gewöhnlichen Wasserpflanze, welche aus der Tiefe der Gewässer emporkommt und mit ihren Blättern und Blüthen die kleinen Seen und Teiche bedeckt. Diese Samenkörner hangen also nicht mit dem Pfahlbau zusammen.

Es wird aus dem Vorgetragenen sich unzweifelhaft ergeben, daß wir hier einen vollständigen Pfahlbau mit allen Kennzeichen und Eigenthümlichkeiten gehabt haben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sich im Winter bei der Abfuhr des Moders auf den Acker noch zahlreiche Alterthümer in demselben finden werden. Für die fernere Untersuchung bemerke ich jedoch, daß sich, außer dem ausgeworfenen Moder, an Ort und Stelle nichts weiter mehr findet, als ein kleiner See, und daß in diesem nichts mehr zu sehen und zu untersuchen ist.

Ich bin jetzt fest überzeugt, daß an vielen Stellen im Lande, wo sich im Moor oder Moder steinerne Alterthümer, namentlich Reibsteine, und Holzüberreste finden, Pfahlbauten gestanden haben. So z. B. ist es mir höchst wahrscheinlich, daß in dem dem gägelower sehr ähnlichen Moderlager zu Friedrichshöhe bei Rostock, in welchem auch an 16 Reibsteine und andere Alterthümer gefunden wurden, ein Pfahlbau gestanden hat (vgl. Jahrb. XXIII, S. 276, und XXIV, S. 265), und daß die Funde aus dem Sühring=Moor bei Bützow, welche in dem Anhange zu dieser Abhandlung wieder zusammengestellt sind, ebenfalls von einem Pfahlbau herstammen.

Geschrieben im Mai 1863.

Von großer Wichtigkeit sind die bisher in diesem Pfahlbau gefundenen Thierknochen. Ich sandte deshalb dieselben an den Herrn Professor Rütimeyer zu Basel, welcher sich darüber folgendermaßen brieflich äußert.

"Die bisher gefundenen Thierknochen von Gägelow sind folgende:

Rind: Bos Taurus, Kuh, und zwar Hausthier:

1 Stück vom rechten Schienbein,
2 Stücke vom linken Oberarm,
1 rechtes Schulterblatt,
1 Fersenbein von einer kleinen Kuh, ohne Zweifel Bos Brachyceros, unzweifelhaft benagt, wahrscheinlich von Thieren;

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Pferd: Equus Caballus:

linke Beckenhälfte,
1 Stück vom rechten Oberschenkel,
dritter unterer rechter Backenzahn,
Eckzahn eines männlichen Pferdes;

Ziege: Capra Hircus:

Vorderarmknochen, linke Speiche.

Ueber das Rind, Die Skeletstücke gehören durchweg kleinen Thieren an, einige auch noch jungen Thieren (die beiden Oberarmknochen), einem sehr kleinen erwachsenen Thiere das Schulterblatt, einem mittelgroßen Thiere das Schienbein. Ueber Race lassen die Knochen, außer dem Schädelstücke nichts vermuthen, unzweifelhaft aber gehören sie zahmen Thieren an. Das Schädelstück stammt von einem größeren Thiere, als alle anderen Knochenstücke, und ebenfalls von einem Hausthiere. Die Race ist jedenfalls durchaus nicht mehr rein, sondern aus mehrern Quellen gemischt. Im Ganzen trägt das Schädelstück den Typus der Primigenius=Race; dies geht hervor aus dem breiten Ansatz des Hornzapfens an die Stirne, der derben Textur des Hornzapfens und den starken Furchen an deren Hinterrand. Allein die reinen Primigenius=Schädel haben eine vollkommen flache Stirn mit gerader Hinterhauptskante, niedrigerem Stirn= (Occipital=)Wulst und geringere Diploë des Schädels, dabei weniger abgeplattete Hörner und steilere Emporrichtung ihrer Spitzen. - Alle diese letzteren Eigenthümlichkeiten, namentlich aber die gewaltige Diploë und die Depression der Hornzapfen und die Kantenbildung am hintern Umfange der letztern sind sonst bei der Frontosus-Race zu Hause, so daß ich eine Mischung von Bos Primigenius mit Bos Frontosus in diesem Schädel vermuthe, jedoch offenbar mit Vorwiegen des erstern. Hiergegen spricht nur ein Umstand, der sehr dichte Hornansatz und das offenbar sehr schmale Hinterhaupt; allein beides finde ich, trotzdem daß ein Einfluß von Bos Frontosus das Occiput den Bos Primigenius noch breiter machen sollte, doch bei recenten Schädeln, welche ich ebenfalls einer ähnlichen Mischung von Bos Primigenius und Bos Frontosus zuschreibe. Es stimmt nämlich das Schädelstück von Gägelow vortrefflich zu Schädeln der jetzigen Westerwälder und Vogelsberger Race, die ich beurtheile als eine mit Bos Frontosus gemischte Primigenius-Race. (Ueber Bos Primigenius vgl. unten: Zur Naturkunde, Rinderskelet von Malchin.)

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Ueber das Pferd. Die vorliegenden Ueberreste gehören einem kleinen Schlage an, welcher kleiner war, als das arabische Pferd; allein sie bieten durchaus nichts dar, was zu einem eingehenden Urteil berechtigen dürfte.

Ueber die Ziege, von der nur ein Knochen vorhanden ist, läßt sich sagen, daß es ein ziemlich ansehnliches Thier war."

In seiner gedruckten Fauna der Pfahlbauten der Schweiz sagt Rütimeyer über die

"Ziege"

S. 127: "In den ältern Pfahlbauten der Schweiz überwiegt die Ziege das Schaf in Menge in unverkennbarem Grade, nach den neuern hin kehrt sich das Verhältniß um. Es fällt dies insofern auf, als die historischen Nachrichten über unsere Hausthiere das Schaf überall mit dem ältesten Hausthier, der Kuh, erwähnen, wahrend die Ziege erst viel später genannt wird. - Die Reste weisen auf ein Thier, das von der in der Schweiz so allgemein verbreiteten gewöhnlichen Race heutiger Ziegen nicht im geringsten abwich und, wie diese, in Größe nicht sehr viel variirte."

"Sollte man nach den wenigen Resten irgend einen Schluß ziehen dürfen, so wäre er, spätere Funde vorbehalten, folgender. Die Sammlung enthält:

1) nur Hausthiere,
2) keine reine Viehrace,
3) dabei Pferd und Ziege.

Wenn nicht noch zu erwartende Funde dieses Resultat ändern, so erscheint, im Vergleich zu den schweizerischen Resultaten, diese Knochenablagerung relativ sehr jung, jedenfalls viel jünger, als das Steinalter in der Schweiz, wo Hausthiere nur spärlich und nur in reinen, den Stammthieren höchst ähnlichen Racen sich finden, auch das Pferd wahrscheinlich als Hausthier fehlt. Auch in anderer Beziehung weicht die kleine Sammlung von Gägelow von den schweizerischen Pfahlbauüberresten ab. In diesen ist keine Spur von Bos Frontosus.

Dennoch, schreibt Rütimeyer weiter, muß ich das Fragment von dem Stierschädel durchaus für alt halten, und von demselben Alter, wie alle andern dort gefundenen Thierknochen. Es hat vollkommen die Farbe, Textur, Schnittspuren und, was nicht ohne Interesse ist, die gleichen Umfangsverhältnisse, wie unsere Torfknochen, und es müßte ein auffallender Zufall sein, wenn neben den andern Knochen ein solches Hornstück, so zerbrochen, so zugeschnitten, so er=

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halten, aus späterer Zeit hinzugekommen wäre. Daß neuere Knochen auch diese Farbe tragen könnten, bezweifle ich zwar nicht, aber die Schlachter hatten schon damals ihre bestimmten Zerlegemethoden, eben so gut wie die unsrigen, aber verschieden von diesen."


Das Resultat der ganzen Untersuchung wird nun dahin ausfallen, daß der Pfahlbau von Gägelow der jüngsten Zeit der Steinperiode angehört. Daß er überhaupt noch in die Steinperiode fällt, geht daraus unwiderleglich hervor, daß sich, außer den thönernen Geräthen mit dem Charakter der Steinperiode, nur steinerne Geräthe finden und Metall ganz fehlt. Dagegen scheinen die Thierknochen zu sprechen, welche alle nur Hausthieren, und darunter dem Rind von gekreuzter Race, angehören. Jedoch sind die Thiere und Racen noch alt, und man muß im Norden vielleicht ein anderes Verhältniß vermuthen, als in der Schweiz, wo in den Pfahlbauten der Steinperiode das uralte Rind von der Frontosus-Race ganz fehlt. Für die Steinperiode spricht vorzüglich die oben beschriebene Höhlenwohnung von Dreveskirchen, welche dieselben Thierknochen enthält, aber nach allen Geräthen sicher in die Steinperiode fällt. Das Vorkommen der Ziege als Schlachtvieh in Gägelow spricht jedenfalls für eine alte Zeit und weist die Vermuthung zurück, als könnten die Knochen durch Zufall in den Sumpf gerathen sein. Jedoch wird man einräumen müssen, daß der Pfahlbau von Gägelow der jüngsten Zeit der Steinperiode angehört, da in demselben schon eine durchbohrte Streitaxt von einer jüngern und schönern Form, als der einfachen Form der Steinperiode, vorkommt, welche die dänischen Forscher nach mannigfachen Erfahrungen schon der Bronzeperiode zuschreiben.


Im Herbst des Jahres 1863 ließ Herr Büsch im Auftrage des Vereins unter seiner Aufsicht einen großen Theil des ausgeworfenen Moders, der sich sehr hart gelagert hatte, umstechen und fand dabei noch viele Alterthümer, welche die ausgesprochene Ansicht vollkommen bestätigen. Diese sind:

1 breiter Keil aus bräunlichem Feuerstein, an allen vier Seiten sehr regelmäßig und gut geschliffen, jedoch am obern Ende verstümmelt und vielfach zerschlagen;

1 breiter Keil aus bräunlichem Feuerstein, an beiden breiten Seiten geschliffen, am obern Ende ebenfalls verstümmelt und an einer Seite vielfach zerschlagen.

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Ueberhaupt scheinen die meisten steinernen Geräthe durch häufigen Gebrauch vielfach gelitten zu haben und durch Rauch gebräunt zu sein.

Ferner fand sich:

1 Dolch aus geschlagenem grauen Feuerstein, mit viereckigem Griff, vollständig;

1 Dolch aus geschlagenem grauen Feuerstein, mit viereckigem Griff; die Hälfte der Klinge fehlt;

1 Stück von einer langen, schmalen, geschliffenen Streitaxt aus Gneis; dieses Bruchstück, die Spitze, ist ein Viertheil einer Streitaxt, 5 1/2 Zoll lang, 1 Zoll hoch und 1/2 bis 3/4 Zoll breit; die Streitaxt ist nicht nur im Schaftloche durchbrochen, da noch ein Theil des ausgeschliffenen Bohrloches vorhanden ist, sondern die lange Spitze ist auch der Länge nach gespalten;

3 Bruchstücke von Feuerstein=Spänen oder Messern; auch diese sind zerbrochen und nach den stumpfen Schneiden offensichtlich gebraucht;

1 scheibenförmiges, abgeschlagenes Stück Feuerstein von 2 Zoll Durchmesser, wie sich dergleichen auf Feuersteingeräthfabrikstätten auf Rügen häufig finden.

Ferner fanden sich Bruchstücke von bearbeiteten hölzernen Geräthen, welche fast das Ansehen und den Geruch von Braunkohle haben.

Endlich fanden sich noch ungewöhnlich viele Topfscherben, alle sehr stark und mit grobem Granitgrus durchknetet; einige haben eine braune Farbe, andere sind röthlich gebrannt. Viele Bodenstücke und Seitenstücke sind sehr dick, so daß sie sichtlich von sehr großen und starken Kochtöpfen stammen. Andere Seitenstücke und Randstücke, auch mit kleinen Henkeln, sind dünner und scheinen zu Krügen gehört zu haben. An einigen Bodenstücken und Seitenstücken sitzen inwendig schwarze, zähe Massen, als wären dies Ueberreste oder Niederschlag von gekochten Speisen. Einige wenige Scherben gehören zu kleinen Krügen von feiner Masse, dünnen Seitenwänden, gleichmäßig dunkelschwarzer Farbe, glänzender Politur; ein Randstück, das einzige mit Verzierung, zeigt feine, eingeritzte, parallele Schräglinien; diese Stücke gleichen ganz manchen feinen schwarzen Begräbnißurnen der Bronzeperiode.

Aus diesen vervollständigenden Funden läßt sich mit noch größerer Sicherheit schließen, daß der Pfahlbau von Gägelow der jüngsten Zeit der Steinperiode angehört.

Geschrieben im November 1863.


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Am 14. December 1863 nahm der Herr Büsch wieder eine Nachsuchung in der ausgeworfenen Modde vor und fand wieder:

1 Reibstein aus feinkörnigem Granit, fast regelmäßig rund abgerieben, 4 Zoll im Durchmesser;

1 Reibstein, eine fast regelmäßige Kugel von Feuerstein, 2 Zoll im Durchmesser, völlig glatt, wahrscheinlich Geröll vom Meeresstrande;

1 Keil aus bräunlichem Feuerstein, auf den beiden breiten Seiten ganz, auf den beiden schmalen Seiten gar nicht geschliffen, an der Schneide überall abgesplittert;

1 Keil aus hellgrauem Feuerstein, welcher ausnahmsweise an beiden Enden scharf und auf der ganzen Oberfläche geschliffen, aber durch vielen Gebrauch überall vielfach zerschlagen ist;

1 kleine Streitaxt aus Diorit, völlig zugerichtet, aber noch nicht geschliffen und in der Bohrung des Loches an beiden Seiten mit konischen Vertiefungen angefangen, jedoch noch nicht durchbohrt;

1 roh zugehauener kleiner Feuersteinblock, von welchem rund umher Späne zu Messern und Pfeilspitzen abgehauen sind.


Im März 1864 beim Aufthauen der Modde suchte Herr Büsch wieder in der ausgeworfenen Modde und fand wieder:

1 Reibstein aus feinkörnigem Granit,

1 Keil aus Feuerstein, ebenfalls bräunlich von Farbe, am obern Ende vielfach zerschlagen, am untern schräge und scharf geschliffen, und

1 Granitplatte aus grobkörnigem Granit, ungefähr 2 1/2 Zoll im Quadrat und 1 Zoll dick, auf einer Fläche ganz glatt geschliffen.


So weit waren die Untersuchungen an Ort und Stelle gediehen, als der Druck der vorstehenden Forschung, welche wegen ihrer Wichtigkeit nicht länger zurückgehalten werden durfte, beginnen mußte. Es läßt sich vermuthen, daß sich im nächsten Frühling und Sommer in dem noch lagernden Reste der Modde noch Alterthümer finden werden. Aber der bisherige Fund ist mehr als hinreichend, um den Pfahlbau über alle Zweifel zu erheben.


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Andere Pfahlbauten in Meklenburg.

Wenn man alle Umstände und Erscheinungen bei der Entdeckung des Pfahlbaues von Gägelow sorgfältig betrachtet, so wird man zu der Ansicht gelangen, daß viele Alterthümer, welche in größerer Zahl nach und nach an denselben Stellen in Torfmooren gefunden und zu verschiedenen Zeiten in die Vereinssammlungen gekommen sind, ebenfalls von Pfahlbauten stammen, welche nur nicht als solche erkannt und gehörig beobachtet sind. Wenn man diese nach und nach an einem Orte gefundenen Alterthümer auf Eine Stelle zusammenbringt und an Ort und Stelle darüber genauere Nachforschungen anstellt, so wird man zu der überraschenden Erkenntniß kommen, daß Ueberreste eines Pfahlbaues vorliegen. Zu einem solchen Pfahlbau gehören z. B. gewiß die Alterthümer aus dem Sühring=Moor bei Bützow.


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Pfahlbau von Bützow.

Vor dem Rostocker Thore der Stadt Bützow liegt in einer Viehweide im sogenannten Sandfeldsbruch, an dem Ackerschlage Freiensteinsberg, nicht weit von Parkow, ein Torfmoor, welches "die Sühring" genannt wird, eine im Lande oft vorkommende Benennung. In neuern Zeiten wurden beim Torfstechen nicht weit vom festen Boden im Moor an Einer Stelle zu verschiedenen Zeiten immer viele Alterthümer gefunden, welche sich hinterher als Reste eines Pfahlbaues deuten lassen. Es ist dies erst nach völliger Erschöpfung der Alterthümer auf dieser Stelle zum Bewußtsein gekommen und daher während des Grabens nicht so genau darauf geachtet, als zur sicheren Erkenntniß nothwendig gewesen wäre. Die Erfahrung steht aber fest, daß die Alterthümer von der Sühring alle auf Einer Stelle nicht weit vom Rande des Moores in der Tiefe desselben lagen und daß die Auffindung ganz aufhörte, als die Torfstecher mehr nach der Mitte des Moores vordrangen. Die mehr künstlich bearbeiteten Alterthümer sind durch die Fürsorge des Herrn Friedr. Seidel alle in die Sammlungen zu Schwerin gekommen.

Zuerst fanden sich oft an einer Stelle Pfähle und behauenes Holz, sehr viele Thierknochen und ganze Haselnüsse. Dies alles ist untergegangen, jedoch sind noch Haselnüsse erhalten.

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Darauf wurden an derselben Stelle bei den Pfählen, ungefähr seit dem Jahre 1860, in den Jahren 1860-62 nach und nach folgende Alterthümer gefunden und an die schweriner Sammlungen abgegeben:

zwei kugelförmige Reibsteine aus feinkörnigem Granit, von gewöhnlicher Größe (Jahrb. XXVI, S. 133);

ein kugelförmiger Reibstein eben so (Quartalbericht, Oktober 1861, XXVII, 1, S. 3);

ein halbmondförmiges Messer (Säge) aus geschlagenem Feuerstein (Jahrb. XXVI, S. 133);

ein halbmondförmiges Messer (Säge) aus geschlagenem Feuerstein (Quartalbericht, October 1861, XXVII, 1, S. 3);

ein Ende von einem starken Hirschgeweih, welches offenbar durch Feuersteinkeile abgekeilt und bearbeitet ist (Jahrb. XXVI, S. 133);

ein Ende von einem dünnen Rennthiergeweih, ebenfalls mit Spuren von Bearbeitung (Jahrb. XXVI, S. 301);

ein Hundsschädel (Jahrb. XXVII, S. 290);

eine starke Nadel aus Bronze, 3 1/2 Zoll lang (Quartalbericht, Januar 1861, XXVI, 2, S. 4).

Dies alles, welches sicher auf Einer Stelle im Moor gefunden ist, scheint mit großer Sicherheit auf einen Pfahlbau schließen zu lassen.

G. C. F. Lisch.


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Pfahlbauten von Wismar.

Mehrere glaubwürdige Nachrichten lassen darauf schließen, daß auch an den Ufern des wismarschen Meerbusens in den ältesten Zeiten Pfahlbauten gestanden haben.

Der Herr Rentier Mann zu Wismar gab nach vielfacher öffentlicher Besprechung der bekannten schweizerischen Pfahlbauten darüber im Jahre 1863 zuerst folgende Nachrichten. Bei der seit zehn Jahren (seit 1854) betriebenen Reinigung und Verbreiterung des Fahrwassers durch einen Bagger sind in dem Meerbusen von Wismar nicht weit von dem Ufer in den ungeheuren Massen des ausgebaggerten Moders oft sehr zahlreiche Alterthümer beobachtet worden, namentlich zahllose Thierknochen, feuersteinerne Keile und Dolche oder Messer, Hirschgeweihe u. s. w. Alles dies ist aber zum größten Theile mit dem Moder an tiefen Stellen des Meerbusens wieder versenkt, zum kleinsten Theile von den Arbeitern gesammelt, aber bald wieder zerschlagen oder sonst zerstreut, so daß gegenwärtig wohl nichts mehr davon aufzufinden sein dürfte. Solche alterthumsreiche Stellen fanden sich namentlich

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von Wismar aus an dem rechten Ufer des Meerbusens hinter dem sogenannten Baumhause. Es sollen dort auch oft alte Pfähle gefunden sein. Der Herr Mann hat von den dort gefundenen Alterthümern nichts weiter mehr auftreiben können, als einen verzierten Taschenbügel aus Rennthierhorn, welcher jedoch auch in jüngern Zeiten hier verloren gegangen sein kann.

Der Herr Sergeant Büsch zu Wismar übernahm es darauf im Jahre 1864, in Grundlage dieser allgemeinen Nachrichten genauere Nachforschungen bei einzelnen Arbeitern in Wismar, welche bei der Ausbaggerung des Fahrwassers beschäftigt gewesen sind, anzustellen. Das Ergebniß ist folgendes. Mehrfache Aussagen von Arbeitern geben an, daß an mehrern Stellen des wismarschen Meerbusens, namentlich in der nächsten Nähe des Landungsplatzes für die Schiffe bei Wismar (also hinter dem Baumhause), ferner in der Gegend zwischen Redentin und der Insel Wallfisch, auch in der Nähe des Kirchsees auf der Insel Poel, sobald sie in dem Moder eine Tiefe von 8 Fuß erreicht gehabt hätten, in der Regel viele Knochen und "Steine von sonderbarer Form", namentlich von Feuerstein, ans Tageslicht gekommen seien. Besonders sind viele Keile und Schmalmeißel aus Feuerstein gefunden. In der Regel haben die Arbeiter, wenn sie solche gefunden, die dünne geschliffenen Spitzen abgeschlagen, um sie zum Feueranschlagen für sich zu verwenden, und die dickern Enden wieder ins Wasser geworfen. Herr Büsch hat noch ein Mittelstück von einem großen Schmalmeißel aus Feuerstein, 4 Zoll lang, 1 1/8 Zoll breit und 3/4 Zoll dick, in Wismar aufgetrieben. Dies ist aber der einzige Ueberrest; alle andern Alterthümer sind spurlos verschwunden. Zwei Feuersteinmesser, "sehr zerhackt", das eine aus gelbem, das andere aus weißem Feuerstein, sind beim Auffinden von den Arbeitern an einen englischen Steuermann verkauft. Ein Hirschgeweih mit abgesägten Spitzen und eingebohrten Löchern ist an einen Kaufmann in Wismar verkauft. Eine "trichterförmig ausgehöhlte Schale von Stein" (Mühlstein?) ist in der Nähe von Wismar wieder ins Wasser versenkt. Bronzesachen sollen viele gefunden, aber an den Kupferschmied Vosseck in Wismar verkauft und von diesem eingeschmolzen sein.

Dies ist Alles, was sich noch hat ermitteln lassen, und auf mehr ist nicht zu hoffen. Diese wenigen Nachrichten scheinen aber auch sicher Pfahlbauten anzudeuten.

G. C. F. Lisch.


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Feuersteingeräthe von Vitense.

In dem ,,Wispel=Moor" der Forst von Vitense bei Rehna wurden folgende interessante Alterthümer von Feuerstein gefunden und durch den Herrn Oberforstmeister von Lehsten zu Rehna zur großherzoglichen Alterthümersammlung überreicht:

1 Keil, beilförmig mit breit ausladender Schneide, wie in Worsaae Nordiske Oldsaager, 1859, S. 9, Nr. 4, abgebildet und dergleichen in Meklenburg noch nicht beobachtet sind, überall noch behauen und nur an der Beilschneide wenig geschliffen, 6 Zoll lang; diese Keile wurden, um so mehr, da sie nur dünne sind, wohl zum Einklemmen in einen gespaltenen Schaft und als Streitbeile benutzt;

1 Keil, ganz eben so, 5 1/2 Zoll lang;

1 kleiner Keil, überall, mit Ausnahme des Bahnendes, sehr sorgfältig geschliffen, 4 Zoll lang;

1 ganz kleiner Keil von weißem Feuerstein, überall, auch sogar am Bahnende sorgfältig geschliffen und an der Schneide hohl geschliffen, 2 3/4 Zoll lang;

1 Schmalmeißel, 4 1/2 Zoll lang.

Die sich so oft wiederholende Versenkung im Moor scheint auf Pfahlbauten zu deuten. Die Stücke dieses Fundes dürften den kostbarem Besitz von Feuersteingeräthen eines Hauses oder einer Person ausmachen, da sich in jedem größern Grabe ungefähr dieselben und ungefähr eben so viel Feuersteingeräthe finden.

G. C. F. Lisch.


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Handaxt oder Steinkeule von Zarrentin.

Zu Zarrentin ward eine große Steinkeule oder Handaxt, wie wir sie früher genannt haben und Frid. Franc. Tab. XXIX, Fig. 3 abgebildet haben, gefunden. Das Geräth ist aus Hornblende oder Grünstein (Diorit) und gleicht einem großen Keile oder einer Streitaxt, ist aber nicht durchbohrt, sondern hat am Bahnende einen etwas dünnern, rundlichen Griff; ähnliche Geräthe, welche sehr selten sind und sehr alt zu sein scheinen, sind schon früher zu Steinhagen und Cramonshagen gefunden: vgl. Jahrb. XIV, S. 310, und XVI, S. 256. Das gegenwärtige Exemplar, ein Stück erster Größe, ist 6 Pfund schwer und überall geschliffen. Es zeichnet sich vor den bekannten dadurch aus, daß auf dem Rücken des Griffes und noch ein wenig auf das Beil hinaus eine breite Vertiefung sehr sorgsam eingeschliffen ist, woraus hervor=

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zugehen scheint, daß das Geräth zum Einbinden in eine Handhabe bestimmt gewesen ist. Das gegenwärtige Exemplar ist ein Geschenk des Herrn Amts=Registrators Röhlcke zu Zarrentin.

G. C. F. Lisch.


Ein Dolch

aus grauem Feuerstein, 8 Zoll lang, ward von dem Herrn Ober=Appellations=Gerichts=Canzellisten Rogge in Rostock zu Althof bei Doberan gefunden und dem Vereine geschenkt.


Ein Dolch

aus grauem Feuerstein, 6 Zoll lang, ward von dem Herrn Ober=Appellations=Gerichts=Canzellisten Rogge in Rostock vor dem S. Georgen=Hospitale vor Rostock gefunden und dem Vereine geschenkt.


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Alterthümer von Parchim

Bei der Anlage der Gasbereitungsanstalt auf dem alten Burgwalle wurden in der größten Tiefe

1 Stück Hirschhorn mit abgehackten Enden, ungewöhnlich stark verwittert, und

1 Schleifstein aus festem Thonschiefer gefunden.

Beide Stücke, welche der Herr Senator Beyer zu Parchim geschenkt hat, gehören gewiß den allerältesten Zeiten an. In geringerer Tiefe wurden auch Hirschhörner neben eisernen Alterthümern gefunden; vgl. unten Mittelalter.

G. C. F. Lisch.


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Schleifstein von Neu=Wendorf.

Bei dem wendischen Begräbnißplatze zu Neu=Wendorf bei Tessin (vgl. Jahrb. XXVII, S. 181) fand der daselbst weilende Herr Oekonom Carl Sibeth im Jahre 1863 einen werthvollen Schleifstein zum Schleifen der Feuersteinkeile aus der Steinzeit und schenkte denselben dem Vereine. Dieser Schleifstein ist wohl eines der schönsten und sehenswerthesten Exemplare von allen, welche bekannt geworden sind. Er ist, wie immer, aus sehr festem "alten rothen Sandstein", 16 Zoll lang, 4 bis 6 Zoll hoch und 3 bis 4 Zoll breit, mit zwei schmalen und zwei breiten Schleifflächen, überall sehr sorgsam, regelmäßig und glatt ausgeschliffen.

G. C. F. Lisch.


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Schleifstein von Zarrentin.

Auf dem Felde von Zarrentin ward ein viereckiger Schleifstein, aus "altem rothen Sandstein", gegen 11 Pfund schwer, gefunden. Der Stein ist an beiden breiten Seiten regelmäßig und glatt ausgeschliffen und in der Steinzeit zum Schleifen der Feuersteinkeile gebraucht. Die großherzoglichen Sammlungen erwarben dieses seltene Prachtstück durch die Bemühungen des Herrn Archivraths Masch zu Demern.


Ein zur Streitaxt vorbereitetes Stück von einem Hirschgeweih,

von der Rose bis über das zweite Ende hinaus, mit abgehackten Enden, von sehr altem Ansehen, 10 Zoll lang, vor mehreren Jahren gefunden auf der Besitzung "Weinberg" am Gutower See bei Güstrow, tief im Moor, ward dem Vereine geschenkt von dem Herrn Oekonomen Carl Sibeth aus Güstrow zu Neu=Wendorf.

Ein ganz gleiches Stück

von gleicher Grüße und sehr schönem Bau und Ansehen, mit vielen Spuren der Vorbereitung zur Streitaxt ward beim Bau der meklenburgischen Staatsbahn in einem Moor gefunden und den der Baudirection zu Malchin im Julii 1862 durch die Fürsorge des Herrn Baumeisters Wachenhusen daselbst an die großherzoglichen Sammlungen eingesandt.


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Hörnerner Taschenbügel von Wismar.

Beim Ausbaggern des halbsalzigen Meerbusens von Wismar, nicht weit von der Stadt und dem Ufer, hinter dem Baumhause, ward vor mehreren Jahren ein merkwürdiges, bearbeitetes hörnernes Geräth gefunden. Dasselbe besteht aus einem gespaltenen, halben Horne, welches fast regelmäßig weit kreissegmentförmig gebogen und in grader Linie 10 1/2 Zoll lang, überall 1 1/4 Zoll breit und in der Mitte ungefähr 2/8 bis 3/8 Zoll dick ist. Die untere Fläche ist in der Mitte porös, grade und geglättet. Die obere, glatt bearbeitete Fläche ist gewölbt, mit einem klar ausgedrückten Mittelrücken, der ganzen Länge nach in der Mitte mit Vierecken, an beiden Seiten mit eingreifenden Dreiecken verziert, welche alle von eingegrabenen Linien gebildet und mit eingegrabenen dichten, etwas unregel=

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mäßigen Linien gefüllt sind. Die beiden Enden sind in zwei kleinen Halbkreisen ausgekehlt und jede der nach innen gebogenen Ecken ebenfalls ein Mal. An jedem Ende ist ein großes Loch durchgebohrt; an der innern Biegung sind zehn kleinere Löcher durchgebohrt. Die nach außen gebogene Rundung hat keine Löcher. Das Geräth ist nach der innern Structur und der großen Dichtigkeit und Festigkeit der äußern Schale aus Horn gearbeitet, - nach der Krümmung aus Rennthierhorn, auch nach der sehr flachen Rose, von welcher an einem Ende noch etwas erhalten ist. Auch der Herr Professor Rütimeyer zu Basel schreibt darüber: "Der Gegenstand von "halbmondförmiger Biegung ist aus Hirschgeweih verfertigt: von welcher Hirschart, ist schwer zu sagen; jedoch paßt die Krümmung in ebener Fläche viel besser in das Rennthiergeweih, als in das Geweih irgend einer andern europäischen "Hirschart." Es ist die Frage, wozu dieses Geräth gedient hat und woher es stammt. Es sieht beinahe so aus, wie das obere oder untere Stück einer geschweiften Lehne eines modernen Rohrstuhls. Material und Arbeit sind jedenfalls alt, da sie zwar fest und tüchtig, aber unvollkommen sind. Der Herr Conferenz=Rath Thomsen zu Kopenhagen giebt über die Bestimmung willkommenen und genügenden Aufschluß: "Der gefundene hörnerne Bügel ist die Hälfte von der Oberkante oder dem Schluß einer Tasche, wie solche früher in "Lappland, besonders von den Frauen, gebraucht wurden, um allerlei Nähsachen und Proviant zu transportiren. Der an den Bügeln durch die Löcher befestigte Beutel war von Rennthierfell. In der ethnographischen Sammlung zu Kopenhagen befindet sich eine solche Tasche mit gleichen Bügeln und mit Beutel und" (in der antiquarischen Sammlung sind) zwei solche lose Bügel, welche in Gräbern gefunden sind 'ohne Beutel)." Das im wismarschen Meerbusen gefundene Geräth kann aus der alten heidnischen Zeit stammen, vielleicht ist es aber jüngern nordischen Ursprunges und von Schiffern verloren, jedoch gewiß immer noch alt. Es ward in der Nähe eines muthmaßlichen alten Pfahlbaues mit vielen Hirschhörnern und Steingeräthen, welche aber alle verloren gegangen sind, gefunden (vgl. oben S. 132). Der Herr Rentier Mann zu Wismar hat die Güte gehabt, dieses Geräth dem Vereine zu schenken.

G. C. F. Lisch.


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b. Bronzezeit.

Kegelgrab von Schulenberg.

Der Herr Pächter Belitz zu Schulenberg bei Marlow fand auf dem dortigen Felde:

1) den Griff und zwei Stücke von der Klinge eines bronzenen Schwertes und

2) eine bronzene Framea mit Schaftrinne, von welcher ein Ende abgebrochen ist.

Auf die Nachricht von diesem Funde gruben einige Wochen später der Herr Dr. med. Hüen aus Marlow und der Herr Pächter Belitz an der Fundstelle weiter nach und fanden hier sämmtliche Bruchstücke des Schwertes, so daß dieses jetzt ganz vollständig vorhanden und mit der Framea durch den Herrn Dr. Hüen für den Verein erworben ist.

Die Alterthümer lagen auf der Höhe eines Hügels unter Feldsteinen von der Größe einer starken Faust verpackt. Die Klinge des Schwertes war, nach den alten Bruchenden zu schließen, vor der Beilegung in wenigstens 6 Stücke zerbrochen. Wir haben hier also ohne Zweifel ein Grab aus der Bronzeperiode oder ein sogenanntes Kegelgrab.

Die beiden in dem Grabe gefundenen Waffenstücke sind sehr werthvoll, wenn sie auch zerbrochen sind. Beide sind offenbar sehr alt, sehr tief vom Rost durchdrungen und mit edlem Rost bedeckt; beide sind kräftig gearbeitet und verziert und gehören der ältern Zeit der Bronzeperiode an.

Das Schwert ist verhältnißmäßig lang, im Ganzen gut 30 Zoll hamburg. Maaß, in der Klinge 25 1/2 Zoll lang. Die Klinge, welche sich in der Mitte des ganzen Schwertes verbreitert, hat einen sauber gearbeiteten, stark gewölbten Mittelrücken, welcher an jeder Seite von zwei durch Furchen gebildete Linien begrenzt ist. Der Griff, welcher eine Länge den nur 2 1/2 Zoll hat, ist ganz von Bronze, nicht durchbrochen gearbeitet, und mit erhabenen Parallelreifen verziert. Im Innern des (durchgebrochenen) hohlen Griffes steckt noch der feste und harte Gußkern, wie es scheint von thonhaltigem

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Sande. Der Griff faßt mit halbmondförmigen Lappen von schönen Formen über die Klinge und ist scheinbar mit 2 großen und 2 kleineren buckelförmigen Nieten, welche mit verzierten Kreisen umgeben sind, befestigt; es hat aber das Ansehen, als wenn diese Vernietung nur scheinbar und das ganze Schwert aus einem Stücke gegossen ist. Der ovale Knopf des Schwertes hat oben eine flache Scheibe, in deren Mitte eine buckelförmige Erhöhung steht. Um diesen kleinen Buckel ist die Scheibe mit sehr reichen und charakteristischen Verzierungen bedeckt, welche wahrscheinlich modellirt und mit gegossen sind. In 5 Ellipsen stehen 5 doppelte Spiralwindungen, welche ganz die Gestalt der bronzenen sogenannten Handbergen, an denen besonders Meklenburg reich ist, haben, so daß sogar die Windungen nach innen hin immer dünner werden. Diese Darstellung ist für eine bestimmte Zeit der Bronzeperiode sehr charakteristisch.

Die voll gegossene Framea, wie Frid. Franc. Taf. XIII, Fig. 4, in deren Schaftrinne noch geringe Ueberreste von Holz sitzen, ist in der Mitte auf den Seiten ebenfalls verziert, indem an jeder Seite zwei Male 3 Zickzackbänder, jedes zwischen 3 Linien, in leiser Erhöhung angebracht sind.

Beide Alterthümer füllen sehr passend eine Lücke in der Verzierungsweise unserer Bronze=Alterthümer.

G. C. F. Lisch.


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Kegelgrab von Bandow.

Im November 1862 wurden dem Herrn Amtsverwalter Balck zu Schwaan von dem Hauswirthe Wulf in dem Dorfe Bandow, Amts Schwan, folgende Bronze=Alterthümer überliefert, welche dieser auf seiner Hufe beim Steinbrechen gefunden hatte:

1) ein kurzes, breites Messer, in Gestalt eines Schermessers, aber wohl zum Zerschneiden von Gewandstoffen gebraucht, wie Worsaae Nordiske Oldsager, 2. Aufl., Taf. 36, Nr. 174, ohne Verzierungen, ungefähr wie Frid. Franc. Taf. XIX, Fig. 12;

2) eine Pincette (zum Zusammenhalten zweier Zeugenden zur Bildung einer Nath), ungefähr wie Frid. Franc. a. a. O., nur kleiner, an den Rändern mit einer eingegrabenen Linie und daneben mit eingeschlagenen kleinen Dreiecken verziert, welche auch auf dem bronzenen Horne von Wismar aus der ausgebildeten Bronze=Periode, Lithographie zu Jahrb. III,

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und an andern gleichzeitigen Bronze=Alterthümern als Verzierungen vorkommen;

3) ein Pfriemen;

4) eine Schmucknadel, welche in der Nadel viereckig, oben aber rund und gebogen ist und einen an den Seiten mit vier erhabenen Knöpfen verzierten Knopf hat, 3 1/2 Zoll lang, ganz wie Worsaae a. a. O. Taf. 53, Nr. 238, nur etwas kleiner.

Diese Alterthümer, welche mit einem leichten, nicht edlen Rost bedeckt sind, bilden offenbar das Arbeitsgeräth (1, 2, 3) und den Schmuck (4) einer weiblichen Person.

Der Herr Amtsverwalter Balck begab sich sofort an die Fundstelle und gewann folgendes Ergebniß.

Auf der sehr hügeligem Hufe lag, an der Grenze des Hausgutes Tatschow, eine kleine, kahle Anhöhe (ein "Kegelgrab") von ungefähr 8 Fuß Axenhöhe. Sie bestand aus Sand und Lehm und war im Innern von schwarzen Aschenstreifen durchzogen und mit Kohlen von Tannenholz vermischt. Ungefähr 3 Fuß unter der Oberfläche stieß man auf eine Steinkiste, aus großen, platten Grund=, Seiten= und Decksteinen aufgeführt, nach Westen hin offen, etwa 3 Fuß hoch, breit und tief. Auf dem Boden der Kiste standen mit Sand bedeckt im Dreieck

5) drei Urnen, jede von ungefähr 3/4 Fuß Höhe, fast eben so großer Weite in der Bauchung und etwa 4 Zoll Durchmesser in der Oeffnung, unten abgerundet, von der Gestalt, wie Jahrb. XI, S. 359. Sie waren stark mit Kieselstücken und Grand versetzt, bräunlichschwarz von Farbe, mit einem breiten Henkel und ohne alle Verzierungen, also ganz wie gewöhnlich die Urnen aus dieser Zeit gefertigt und gestaltet. Durch das Steinbrechen hatten sie aber alle gelitten, waren geborsten und zerfielen beim Wegräumen des Sandes. Von den beiden an der hintern Wand stehenden Urnen war die eine mit gröbern, die andere mit feinern zerbrannten Knochen gefüllt. Die dritte an der Oeffnung der Kiste stehende Urne enthielt nur Sand und Asche. Auf der Oeffnung dieser letztern gefüllten Urne sollen die oben beschriebenen Bronze=Alterthümer gelegen haben. Mehr hat sich nach Aussage der Dorfbewohner in dem Grabe und in der Nähe desselben nicht gefunden.

Wir verdanken diese sorgfältige Aufdeckung und Beschreibung dem Herrn Amtsverwalter Balck.

Ungefähr um dieselbe Zeit deckte der Herr Archiv=Rath, Pastor Masch aus Demern ein ganz gleiches Kegelgrab zu Lockwisch bei Schönberg auf. Das Kegelgrab hatte eine

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ganz gleiche Einrichtung, eine Steinkiste, in welcher eine gefüllte Urne stand, auf welcher ein Messer, eine Pincette und eine Nadel aus Bronze lagen. Diese Nadel war jedoch oben zu einer einfachen Spirale gebogen, wie Worsaae a. a. O. Taf. 53, Nr. 236. Vgl. über dieses Grab unten.

G. C. F. Lisch.


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Kegelgrab.

In Jahrb. XXVIII, S. 300, ist eine polirte, kleine elliptische Tafel aus feinkörnigem, bräunlichem Sandstein beschrieben, welche in einem Kegelgrabe der Bronzeperiode in Meklenburg gefunden ist und besondere Beachtung verdient, da in dieser Periode ähnliche Steine noch nicht bekannt geworden, oder doch noch nicht besprochen sind. Zugleich ist angeführt, daß der Herr Dr. v. Hagenow zu Greifswald den ähnlichen Inhalt eines Bronzegrabes besitzt. Derselbe hat nun die Freundlichkeit gehabt, unserm Vereine die merkwürdigsten Stücke dieses Fundes in bemalten Gypsabgüssen und andern Nachbildungen zum Geschenke zu machen. In einer wohl erhaltenen Urne, welche auf der Stelle gefunden ward, wo vor einigen Jahren das neue Detentionshaus bei Naugard erbauet ist, wurden neben mehrern Arm= und Fingerringen und einer Pfeilspitze aus Bronze, so wie zwei gleichen, nur in der Länge ein wenig verschiedenen Doppelknöpfen aus Bronze mit langer, aufstehender Spitze, wie sie in Jahrb. XI, S. 378, abgebildet sind, folgende merkwürdige Gegenstände gefunden:

ein fester, grünlicher Stein (Kalkstein) von elliptischer Gestalt, jedoch nur in der Größe einer halben Ellipse, so daß die Ellipse queer durchschnitten ist. Der Stein ist 2 Zoll hoch und 2 Zoll breit, so daß derselbe in seiner ganzen Größe ungefähr die Gestalt und Größe des in Meklenburg gefundenen Steines gehabt haben würde. Der Stein von Naugard ist jedoch dicker, ungefähr 1 Zoll dick; alle Kanten sind abgeschrägt und jede Fläche ist sorgfältig polirt; von einem mechanischen Gebrauche ist keine Spur vorhanden.

Was aber diesen Stein noch merkwürdiger macht, ist, daß ein zweiter, ganz gleich geformter Stein (Kalkstein) dabei lag, welcher jedoch nur 1 3/4 Zoll lang und breit und dabei 1 1/2 Zoll hoch, also viel kürzer und höher und dabei sehr stark abgeschrägt ist, so daß die elliptischen eigentlichen Oberflächen nur 3/4 Zoll Länge haben, indem alle Kanten sehr stark abgeschrägt sind. Auch an diesem Steine sind

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sämmtliche Flächen sauber polirt und ohne alle Spur von einem Gebrauche.

Ferner ward dabei noch

ein scheibenförmiger, an beiden Seiten ausgehöhlter Stein gefunden.

Das Seltenste dieses Fundes ist, daß bei allen diesen Alterthümern noch ein zugespitzter Griffel aus Knochen, 4 1/4 Zoll lang und 1/4 Zoll dick, gefunden ward.

Diese steinernen Alterthümer, in Verbindung mit dem Griffel sind nun im höchsten Grade selten und merkwürdig und wohl schwer zu deuten. Ich wenigstens weiß nichts zur Deutung beizubringen, möchte aber fast glauben, daß sie eine gottesdienstliche, symbolische Bestimmung gehabt haben.

G. C. F. Lisch.


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Ueber Bronze=Kronen

und

die Krone von Schwerin,

von

G. C. F. Lisch.

In Meklenburg waren bisher drei alte Zackenkronen aus der Bronzezeit gefunden, welche in den Sammlungen zu Schwerin aufbewahrt werden. Alle drei sind im Wesentlichen gleich, indem sie einen hohen Reif bilden, der oben in Zacken ausgearbeitet und zu einem Viertheil ausgeschnitten ist, welches sich in einem Charnier um einen mit einem Schmuck versehenen Stift dreht und mit einem Zapfen in ein entsprechendes Loch fällt, also geöffnet, um eine Kappe gelegt und wieder geschlossen werden kann. Diese drei meklenburgischen Kronen, welche die hier abgebildete Gestalt haben und zu Trechow, Admans=

Gestalt der Krone
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hagen (beide 5 1/2 Zoll hamburger Maaß im innern Durchmesser) und Lübtheen (7 Zoll weit) gefunden sind, sind in Jahrb. XIV, S. 315 flgd. vergleichend beschrieben. In Kopenhagen wird auch eine gleich gestaltete Krone 1 aufbewahrt, welche zu Töndering, im Amte Viborg, gefunden ist, und in der jetzt an die königlichen Sammlungen zu Hannover verkauften Sammlung des Herrn Baumeisters Wellenkamp zu Lüneburg befindet sich eine den meklenburgischen gleiche Krone von Emmendorf bei Uelzen (vgl. Jahrb. XXVI, S. 159).

Diese Kronen sind vielfach besprochen, seitdem ich dieselben in der Versammlung zu Hildesheim im Jahre 1856 vorgezeigt habe (vgl. Corresp.=Blatt, Jahrg. V, Nr. 3 und 6, und Jahrg. VI, Nr. 2, 4, 7 und 11), und in lebhaftem Streite sogar für "Hundehalsbänder" erklärt worden. Ich habe den Streit weder aufgenommen, noch denke ich ihn weiter zu führen, indem ich die Lösung dem Laufe der Zeit und glücklichen Entdeckungen in demselben überlassen habe, da ich diesen zu vertrauen in einer langen Wirksamkeit vielfach gelernt habe. Und dieses Vertrauen hat sich denn auch in der neuesten Zeit zu meiner Freude gerechtfertigt.

Am 18. October 1862 meldete mir nämlich der Herr Pridatdocent Dr. Handelmann zu Kiel, daß die Sammlung zu Kiel einen "höchst eigenthümlichen Ring von Bronze" geschenkt erhalten habe, welcher für die vaterländische Alterthumskunde nicht ganz unwichtig sein dürfe. Nach einer zuerst mitgetheilten leichten Zeichnung und demnächst nach einer Photographie erkannte ich sogleich in diesem "Ringe" eine Krone, von derselben Einrichtung, wie die meklenburgischen, jedoch von anderer Form. Der Herr Dr. Handelmann berichtete über diesen Fund sogleich in holsteinschen öffentlichen Blättern und darauf, mit Abbildung, im Correspondenzblatt, Jahrg. XI, Nr. 5, 1863, Mai, und im Dreiundzwanzigsten Bericht der Königlichen S. H. L. Gesellschaft für Sammlung und Erhaltung vaterländischer Alterthümer zu Kiel, 1863, Julii, S. 65. Seitdem ist diese Krone von Söhren 2 in Mainz durch


1) In Dänemark sind in den neuesten Zeiten, nach der Mittheilung des Herrn Conferenzraths Thomsen, noch zwei Kronen, wie die meklenburger gefunden: die eine ist im Jahre 1863 gefunden und wird in der Alterthümersammlung zu Aarhus aufbewahrt, die andere war in der Privatsammlung des hochseligen Königs Frederik VII. und ging in dem Schloßbrande von Frederiksborg 1859 unter.
2) Nach der Mittheilung des Herrn Conferenzraths Thomsen sollen sich in der Sammlung zu Kopenhagen 6 oder 7 solcher "Ringe befinden, wie der von Söhren", welche ebenfalls alle zum Oeffnen (  ...  )
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den Herrn Professor und Conservator Dr. Lindenschmit abgeformt und in einem bemalten Abgusse auch der schweriner Sammlung geschenkt worden. Nach allen diesen ausreichenden Hülfsmitteln gebe ich hier einen Bericht über diese Krone und eine Abbildung derselben, zu welcher der Herr Dr. Handelmann unserm Vereine den Holzschnitt geliehen hat.

Krone

"Bei einer Wegearbeit zur Verbreiterung eines Verbindungsweges zwischen den Dörfern Söhren und Benz bei Eutin ward" (nach den brieflichen Mittheilungen Handelmann's) "durch einen Spatenstich ein schwarzes thönernes Gefäß zerbrochen, dessen Inhalt aus weißer Knochenasche und calcinirten Knochenfragmenten (von der Mittelhand und den Fingern) bestand. Oben auf den Knochen lag der Ring. Der Standort der Urne war ungefähr 2 Fuß tief unter der nie bearbeiteten Erdoberfläche; der Boden ist gelblicher Sand und es ist keine Spur vorhanden, daß derselbe früher bewaldet gewesen sei. Die Gegend ist arm an heidnischen Gräbern. Die Urne bestand aus schwarzem grobsandigen Thon und war, so weit einige noch vorhandene Bruchstücke erkennen lassen, ohne alle Verzierung." Der Ring ward im


(  ...  ) eingerichtet sind, jedoch giebt derselbe nicht besonders an, ob diese Ringe auch den charakteristischen, hohen, verzierten Charnierstift haben und überhaupt kronenartig gebildet sind. Abbildungen von diesen Ringen würden sehr willkommen sein; Worsaae giebt sie bisher nicht!
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Oktober 1862 von dem Herrn Bauernvogt Schwien zu Söhren dem Museum vaterländischer Alterthümer zu Kiel geschenkt.

Der Ring besteht aus guter, alter Bronze, nach der Analyse des Herrn Professors Karsten aus 90 pCt. Kupfer und 10 pCt. Zinn, und ist mit tiefem, hellgrünen edlen Rost bedeckt; der Ringkörper ist hohl gegossen und hat im Innern noch den Gußkern, wie an zwei schadhaften Stellen deutlich zu erkennen ist. Der Ring ist 778 1/2 Grammen schwer und hat, nach dem Abgusse, einen Durchmesser im Innern von 5 1/4 Zoll, im Aeußern von 7 Zoll hamburger Maaß (nach welchem die schweriner Kronen gemessen sind); der Ringkörper hat 7/8 bis 1 Zoll hamb. Maaß im Durchmesser. Die Einrichtung dieser Krone ist ganz derjenigen der schweriner Kronen gleich. Der ausgeschnittene Theil, welcher sich bis zu einem Winkel von etwa 70 Grad um den Stift bewegt, macht beinahe ein Drittheil des Ganzen aus; er paßt mit einem Zapfen in das gegenüber stehende Loch und durch eine Umdrehung des Stiftes werden beide Theile fest zusammengepreßt, ohne daß man den Mechanismus genau erkennen kann. Der Stift ragt 1 3/8 Zoll hamb. Maaß über den Ringkörper hervor; er gleicht freilich unten den Stiften der meklenburgischen Kronen, verjüngt sich aber von da an zierlich in viereckiger Form, ist höher und endigt oben mit einem geschmackvoll dreieckig ausgeschweiften Knopfe; die Stifte der meklenburgischen Kronen endigen in eine ziemlich formlose Spitze, auf welche jedenfalls ein kostbarerer Zierrath aufgesteckt gewesen ist.

So weit gleicht der Ring von Söhren vollkommen den meklenburgischen Kronen, namentlich der Krone von Lübtheen an Umfang und Hohlguß. Der Ring von Söhren unterscheidet sich aber von allen bisher bekannten Kronen dadurch, daß der Ringkörper oben nicht kronenartig ausgezackt ist, sondern einen runden Wulst bildet, der auf der obern und äußern, beim Tragen sichtbaren Hälfte mit vertieften Linienornamenten aus Queerbändern und Dreiecken verziert ist, wie sie auf dem Armringen der Bronzezeit vorkommen und oben unter dem Ringe abgebildet sind.

Man wird es jetzt, nach der Beschaffenheit des Ringes von Söhren, namentlich nach den Verzierungen und der Beschaffenheit des Stiftes, wohl nicht mehr bestreiten können, daß die meklenburgischen Kronen wirklich Kronen sind; auch hat sich die allgemeine Ansicht, nachdem sich die Hitze des Streites abgekühlt hat, schon längst dafür entschieden. Auch Herr Dr. Handelmann möchte den Ring von Söhren "allerdings in die Kategorie der sogenannten Kronen rechnen. Es

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überwiegt jetzt die Ansicht, daß alle diese Reife als eine Art Haupt= oder Haarschmuck gedient haben, mag man nun annehmen, daß sie oben um eine Kappe oder einen Helm, oder daß sie um ein kunstvoll aufgebauetes Haargeflecht gelegt wurden. Für beide Zwecke war es bequemer, wenn gleich keinesweges notwendig, daß die Reife sich öffnen ließen. So genügte auch der geringe Durchmesser, der für einen wirklichen Kopfring unzureichend wäre".

Von Wichtigkeit zur endgültigen Entscheidung der Frage scheint die Nachricht zu sein, auf welche der Herr Dr. Chr. Jessen in Kiel hingewiesen hat. In Jahn's Jahrbüchern für classische Philologie, Bd. 85, S. 574, wo über die goldenen westgothischen Kronen, gefunden zu Guarrazar bei Toledo, berichtet wird, heißt es: "Mehrere der Kronen von mittlerer Größe sind mit Scharnieren zum Auf= und Zumachen versehen". Wenn nun solche Kronen noch zur Westgothenzeit als Kopfschmuck wirklich gedient haben sollten, so wird man dasselbe mit um so größerer Sicherheit für die germanische Vorzeit annehmen dürfen, und unsere Bronzekronen werden nicht mehr anzuzweifeln sein.

Nach dem Hohlguß, dem hellen, wenn auch festen Rost und der Leichtigkeit der Verzierungen wird die Krone von Söhren in die jüngere Hälfte der Bronzezeit fallen; der Rost der beiden voll gegossenen meklenburgischen Kronen von Admanshagen und Trechow ist viel tiefer und dunkler. Die Zackenkronen werden also viel älter sein, als die Söhrensche Krone, um so mehr da die beiden eben genannten noch voll gegossen sind und die von Admanshagen noch aus Kupfer (mit nur 1 1/2 pCt. Zinn) besteht.

Die Zeit hat jedoch noch mehr gebracht als die Krone den Söhren. Kaum hatte Herr Dr. Handelmann die neue Entdeckung im Mai 1863 durch das Correspondenzblatt bekannt gemacht, als ich eine neue Form dieser Kronen in der großherzoglichen Sammlung zu Schwerin entdeckte. Hier lag ein Bruchstück eines Geräthes, welches aus zwei flachen, dünnen Bronzestangen bestand, welche um ein Charnier beweglich waren; ich hatte dieses Bruchstück, welches eher einem Nußknacker als einem Kronenreife gleicht, 30 Jahre lang häufig mit Befremden und Bedenken angesehen und schon mitunter den Vorsatz gefaßt, es bei Seite zu legen. Als ich im Junii 1863 mehrere seit langer Zeit in der Sammlung zurückgelegte Bruchstücke von bronzenen Kopfringen durchmusterte und es durch Zusammenlegen versuchte, ob sich noch irgend etwas Ganzes daraus zusammenstellen lasse, fielen mir zwei Bruch=

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stücke auf, welche oben eben so wellenförmig verziert waren, wie das zur Schau abgelegte Bruchstück mit dem Charnier. Und als ich die drei Bruchstücke zusammenpaßte, war die Krone oder der Kronenreif vollständig, welchen ich hier in Abbildung

Kronenreif

wiedergebe. Woher die Krone stammt, ist nicht bekannt; sie gehört zu der alten fürstlichen Sammlung und mag schon über hundert Jahre in derselben gewesen sein. Wir wollen sie daher nach der Sammlung die Krone von Schwerin [ 1 ) nennen. Diese Krone hat nun genau dieselbe Größe und Einrichtung, wie die alten Kronen von Trechow und Admanshagen. Es ist ungefähr ein Drittheil des Ringes ausgeschnitten, welches sich um ein Charnier bewegt und mit einem Zapfen in ein gegenüberstehendes Loch greift. Aber die Gestalt ist eine andere, als die der andern bisher bekannt gewordenen Kronen. Diese schweriner Krone besteht nämlich nur aus einer dünnen Bronzestange, von der Dicke der sehr häufig vorkommenden, gewöhnlichen, gewundenen Kopfringe, ist aber flach und oben mit 20 erhaben modellirten, niedrigen Wulsten oder Zacken verziert, welche durch 21 schmale Queerwulste getrennt sind. Diese größern Wulste sind Andeutungen und Ersatz für die hohen, spitzen Zacken an den Zackenkronen. Die Wulstverzierungen finden sich nur oben und sind daher auch von der äußern Seite sichtbar; unten ist der Ring flach und glatt und hinten stark abgescheuert, wie es scheint. Im Verhältniß zu dem Reifen ist auch das Charnier und der Stift mit seiner Verzierung sehr gedrückt und niedrig gehalten. Es


1) Nach der Mittheilung des Herrn Conferenzraths Thomsen befindet sich in der Sammlung zu Kopenhagen unter den 6 oder 7 Ringen, wie der Söhrensche, auch einer, welcher ganz niedrige Zacken hat.
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leuchtet aber auf den ersten Blick ein, daß auch dieser Kronenreif zu der Classe der oben beschriebenen Kronen gehört. Der Rost ist dunkel, aber nicht tief, und der Ring scheint lange unter Händen gewesen und abgegriffen zu sein. Die Zeit dieses Ringes mag zwischen die Zackenkronen und die Krone von Söhren fallen.

So wären denn drei Formen von Kronenringen gefunden, welche sich gegenseitig erläutern und ergänzen und selbst dafür reden, daß sie als Kopfschmuck gebraucht seien.


Von großer Wichtigkeit zur Vergleichung sind die oben erwähnten westgothischen goldenen Kronen von Guarrazar, und erlaube ich mir deshalb einige Nachträge nach den Originalwerken (von der königlichen Bibliothek zu Berlin). Im J. 1859 wurden in Spanien 8 goldene Kronen und mehrere goldene Kreuze durch einen französischen Artillerieoffizier aufgekauft und von demselben durch die französische Regierung erworben und dem Museum im Hôtel de Cluny zu Paris zur Aufbewahrung übergeben. Vorher waren an demselben Fundorte 14 gleiche Kronen gefunden, an die Münze zu Madrid verkauft und eingeschmolzen. Der Fundort war nach genauen Nachforschungen La Fuente de Guarrazar in der Nähe von Toledo. Man stellte an der Fundstelle Nachgrabungen an und fand hier die Fundamente einer altchristlichen Kapelle, innerhalb welcher die Schätze in zwei ausgemauerten Kisten verborgen gewesen waren. Ein dort gefundenes Grabdenkmal auf einen Priester Crispinus ist vom J. 693 und das Bethaus muß spätestens nach der Mitte des 7 Jahrhunderts erbauet worden sein. Im J. 1860 ward noch eine Krone gefunden und ebenfalls für Paris erworben, wo sich jetzt also 9 Kronen befinden. Im J. 1861 ward wiederum eine Krone gefunden und der Königin von Spanien zum Geschenke dargebracht.

Dieser höchst merkwürdige Schatz ward im J. 1860 durch den Grafen v. Lasteyrie bekannt gemacht in Description du trésor de Guarrazar par Ferdinand de Lasteyrie, Paris, Gide. 1860, von schönen, colorirten Abbildungen in natürlicher Größe begleitet, und von E. Hübner, welcher selbst in Spanien und Frankreich war, mit den übrigen darüber erschienenen Schriften in Jahn's Jahrbüchern für classische Philologie, Band 85, 1862, S. 568 flgd. mit kritischen geschichtlichen und sprachlichen Untersuchungen und mit Fundberichten angezeigt. Die rein antiquarische Seite hat aber noch keine eingehende Untersuchung und Vergleichung gefunden.

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Von den zuerst gefundenen 8 goldenen Kronen sind 5 von massivem Goldblech, die andern 3 von durchbrochener Arbeit; diese letztern kommen hier nicht besonders zur Berücksichtigung. Alle Kronen sind von reinem Golde und zum Theil mit schönen Edelsteinen und Perlen, auch geschnittenen Steinen, Glaspasten und Perlemutter reich besetzt. Die massiven Kronen sind ganz gerade Reifen von Goldblech, ohne Verzierungen von Zacken, Wulsten oder Hauptschmuck am obern Rande. Alle sind an dem obern Rande mit Ketten und mit einem Haken zum Aufhängen und am untern Rande mit hangenden Ketten mit Bommeln zum Schmuck versehen, so daß jede aufgehängte, vollständige Krone einem Kronleuchter nicht unähnlich ist. Innerhalb hängt von dem Anhängehaken an einer Kette ein goldenes, mit Edelsteinen besetztes Kreuz bis unter die Bommeln herab. An der größten Krone in Paris und an der Krone in Madrid sitzen auf den Bommeln ausgeschnittene Buchstaben, auf jeder Bommel ein Buchstabe, welche einen Namen bilden; auf der pariser Krone steht: RECCESVINTHVS REX OFFERET (statt offert), auf der madrider der Name Svinthila. Der westgothische König Svinthila regierte 621 - 631, der König Reccesvinth 649 - 672. Der Schatz läßt sich also dem 7. Jahrhundert und den westgothischen Königen zuweisen. Offenbar sind diese Kronen Weihgeschenke, sowohl nach der ausdrücklichen Angabe der Inschriften, als nach dem später hinzugefügten Kettenwerk zum Aufhängen; diese Sitte, Kronen als Weihgeschenke aufzuhängen, läßt sich lange Zeiten hindurch verfolgen.

Es ist die Frage behandelt, ob diese Kronen je getragen worden sind. Von der größern hat man es zugestanden, da der Reif um einen starken Manneskopf paßt und sich noch Reste von Futterung an derselben gefunden haben. Man muß also annehmen, daß die Könige die Kronen für den Fall ihres Ablebens dem Gotteshause vermachten.

Von den übrigen, etwa mit Ausnahme von noch einer, hat man es aber in Abrede genommen, daß sie getragen worden, da sie zum Umlegen um einen Kopf zu klein seien. Nun haben aber, nach den vorliegenden Abbildungen in natürlicher Größe, die 3 kleinern goldenen Kronenreifen, welche eine Höhe von 1 7/8, 1 5/8 und 1 3/8 Zoll haben, einen Durchmesser von 5 1/8, 4 5/8 und 4 5/8 Zoll hamburger Maaß, sind also ungefähr gerade so groß wie alle bisher gefundenen Bronze=Kronen der Bronzezeit. Es muß also alle Zeiten hindurch Sitte gewesen sein, die Kronen nur von dieser Größe zu machen, und man darf nicht vergessen, daß es vorherrschend

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Sitte gewesen ist, die Kronen auf einer Kopfbedeckung zu befestigen und nicht den Reif um die Stirne zu schlagen. Es giebt manche neuere Zeiten, in denen die Kronen, welche wirklich getragen und nicht bloß zu der Ceremonie der Krönung gebraucht wurden, ebenfalls sehr klein waren. Das sehr schöne Bronze=Diadem von Kreien Jahrb. XIV, S. 318, hat auch nur einen innern Durchmesser von 6" hamburger Maaß.

Das Merkwürdigste ist aber, daß nicht allein die große Krone, sondern auch die drei kleinern Reifen mit einem Charnier versehen sind, so daß sie sich beim Umlegen öffnen und schließen lassen. Dies zeugt dafür, daß sie wirklich getragen sind; für eine Nachbildung zum bloßen Aufhängen wäre dies unnöthig und unzweckmäßig gewesen. Und auch hierin gleichen diese goldenen Kronen ganz den Bronze=Kronen, welche sich alle um ein Charnier öffnen und schließen lassen. Diese Sitte des Oeffnens setzt sich noch bis in die ältere Eisenperiode fort, indem das hieneben abgebildete merkwürdige Diadem von Roga (Jahresber. VII., S. 37, und Jahrb. XIV., S. 330), welches auch einen biegsamen graden Blechstreifen von 1 5/8" Höhe und 7" Durchmesser bildet, ebenfalls

Diadem von Roga

geöffnet und geschlossen werden kann und also den goldenen Kronen ganz gleich ist, wie es denselben auch ungefähr gleichalterig sein mag. So lange man noch in starre Bronze goß, mußte man zur Oeffnung ein Stück ausschneiden, welches sich um einen Stift bewegte; als man aber mehr in Blech zu arbeiten gewohnt ward, wurden die Reifen biegsam, nur einmal geöffnet und an beiden Enden mit einem Stift zusammengehalten.

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Die 3 durchbrochenen Kronen von Guarrazar mögen Frauenkronen gewesen sein.

Aus dem Vorgetragenen geht nun zweifellos hervor, daß die goldenen westgothischen Kronen der Mehrzahl nach in der Größe und Einrichtung den bronzenen Kronen der vorchristlichen Bronzezeit völlig gleich sind, und daß man wohl zu dem Schlusse berechtigt ist, daß die Größe und Einrichtung der Kronen von der allerältesten Zeit bis gegen die Zeit des Anfanges der neuern europäischen Staatsgeschichte immer dieselbe war und daß die westgothischen Könige ihre Kronen nur uralten Formen nachbildeten.


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Bronze=Alterthümer mit Commandostab von Pustohl,

von

G. C. F. Lisch.

Im J. 1861 wurden zu Pustohl, ritterschaftlichen Amts Neu=Bukow, Pfarre Berenshagen, am Rande des Hofteiches vor dem Wohnhause im Moder 1 bis 2 Fuß tief zwei Bronzealterthümer gefunden, welche in Vergleichung zu andern wichtigen Alterthümern sehr merkwürdig sind, nämlich:

1) ein bronzener Commandostab (oder Götterzeichen), wie ein Exemplar in Jahrb. XXVI. S. 140, abgebildet ist. Es ist nur der obere Theil mit der Dolchklinge vorhanden, der Stab fehlt. Dieser Commandostab ist den früher in Meklenburg zu Blengow, Glasin und Hansdorf (nach Jahrb. a. a. O. S. 142) gefundenen völlig gleich. Die Umrisse sind ganz gleich, die Dolchklinge ist mit dem Ganzen zusammen gegossen und das Metall besteht, nach der Analyse des Hr. Dr. Techen zu Wismar, auch aus Kupfer und Zinn und ein wenig Silber; auch die ganze Arbeit und Verzierung ist völlig gleich. Es ist nicht anders möglich, als daß die früher gefundenen aus derselben Werkstätte stammen, und dies wird auch dadurch wahrscheinlich, daß Glasin etwa 1 Meile, Hansdorf 1 1/2 Meilen und Blengow 2 Meilen von Pustohl entfernt sind. Die bisher gefundenen, gleichen Exemplare sind alle innerhalb eines Kreises von ungefähr 2 Meilen im Halbmesser in der Mitte von Meklenburg gefunden.

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Das Exemplar von Pustohl ist in den Formen den früher gefundenen ganz gleich; die Verzierungen sind aber an allen Exemplaren von einander abweichend und beweisen, daß sie aus freier Hand geformt sind.

Nach der Versicherung des Herrn Gutsbesitzers Bobsien auf Pustohl war der obere Aufsatz mit dem Dolche auch mit einem Holzpflocke, welcher jedoch verloren gegangen ist, auf den Stab gesteckt und steckte beim Auffinden noch in der Höhlung.

Das zu Pustohl gefundene Exemplar gehört also zu den früher gefundenen Nachbildungen und ist daher von dem Urstück von Stubbendorf bei Dargun (vgl. Jahrb. XXVI, S. 138 flgd.) verschieden, welches mit breiten Blech=Armringen und Dolchen zusammengefunden ward.

Der Stubbendorfer Fund ist aber wieder dem Funde von Neu=Bauhof bei Stavenhagen ähnlich, da dieser dieselben Dolche und Blecharmringe enthält (vgl. Jahrb. XXVI, S. 144).

Es ist nun merkwürdig, daß sich zu Pustohl neben dem Commandostab auch

2) ein breiter Blecharmring von 2 1/2 Zoll Höhe fand, welcher wieder den Ringen von Stubbendorf und Neu= Bauhof gleich ist. Diese Art Ringe haben sich in Meklenburg bisher nur neben Dolchen und "Commandostäben" gefunden. Der Ring von Pustohl ist einem Ringe von Neu=Bauhof und einem von Stubbendorf ganz gleich; es ist jedoch zu bemerken, daß die Zahl der erhabenen Parallelreifen auf allen Ringen verschieden ist (12, 13 und 14), daß also auch auf diesen Ringen die Verzierungen aus freier Hand modellirt sind.

Der Fund von Pustohl giebt also ein merkwürdiges Mittelglied zu einer gewissen, wichtigen Art von Alterthümern, welche an und für sich eigenthümlich sind und immer aus denselben seltenen Gegenständen bestehen.

Der Herr Gutsbesitzer Bobsien auf Pustohl hat die Güte gehabt, diese wichtigen Alterthümer dem Vereine zu schenken.


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Bronze=Schwert von Kritzower=Burg.

Zu Kritzower=Burg bei Wismar ward im Moor eine wohl erhaltene bronzene Klinge mit schmaler Griffzunge, ohne Rost, gefunden und im J. 1862 von dem Herrn Alwardt zu Kritzower=Burg dem Vereine geschenkt. Die zweischneidige Klinge ist schmal, mit erhabenem Mittelrücken, aber dünne

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und flach, gegen die Spitze hin etwas verbreitert und bis zur Ueberfassung des Griffes nur 13 1/2" lang; die Griffzunge von hier ist 5 1/4" lang; das Ganze ist 18 3/4" lang. Die Griffzunge ist stark, nur 3/8" breit und am Ende zugeschärft, wie ein Meißel, zum Eintreiben in einen Schaft. Die Waffe ist wahrscheinlich ein sehr kurzes Schwert, weil das Griffende bis zu 2" Breite ausgedehnt ist und die gewöhnliche Breite der halbmondförmigen Ueberfassungen der Griffe hat. Die schmale Griffzunge zum Eintreiben in einen Schaft spricht dagegen für eine Lanzenspitze oder einen Dolch; es giebt Lanzenspitzen und Dolche gerade von dieser Gestaltung. Für einen Dolch ist die Klinge aber wieder zu lang. Wahrscheinlich ist also die Waffe ein Schwert, um so mehr da in der Bronzezeit die Schwerter sicher mehr wie Dolche, also mehr zum Stechen Mann gegen Mann, als zum Hauen gebraucht sind.

G. C. F. Lisch.


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Bronzeschwert von Roggow.

Zu Roggow bei Neu=Bukow ward im Frühling 1862 beim Drainiren ungefähr 3 Fuß tief unter der Erdoberfläche in einer Mergelschicht eine ganz wohl erhaltene Schwertklinge mit Griffzunge von gewöhnlicher Form und Beschaffenheit gefunden; das Ganze ist aus hellgelber Bronze und 30" lang, davon die Griffzunge mit der halbmondförmigen Ueberfassung 4 1/2" lang, und mit grünem edlen Rost bedeckt. Das Schwert ist im Besitze des Herrn v. Oertzen auf Roggow.


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Framea von Neu=Kalen.

In dem städtischen Torfmoor von Neu=Kalen ward im Sommer 1861 durch die Torfstechmaschine eine voll gegossene bronzene Framea mit Schaftrinne, ohne Rost, zu Tage gefördert und durch den Herrn Burgemeister Mau zu Neu=Kalen dem Vereine geschenkt. Diese Framea, mit breiter, abgerundeter Schneide, ist sehr zierlich und klein, nur 3 1/2 Zoll lang, also eine der kleinsten, welche bisher beobachtet sind, und könnte wohl als Geräth zum häuslichen Gebrauche gedient haben.


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Diadem von Kröpelin.

Der Herr Dr. Crull zu Wismar schenkte dem Vereine ein rostfreies bronzenes Diadem, welches in der Gegend der Stadt Kröpelin gefunden und von hier durch den Kupferschmied Herrn Kalderach zu Wismar erworben ist. Das gewundene Diadem, mit tiefen Furchen, ist aus 4 Flügeln um einen Drath, abwechselnd vorwärts und rückwärts gewunden und gleicht dem seltenen, in Jahrb. XIV. S. 318 abgebildeten Diadem von Kreien, ist jedoch sehr viel dünner, ungefähr nur so dick, wie das Diadem von Kreien in der Abbildung a. a. O. Leider ist das Ganze verbogen und ein Ende abgebrochen, jedoch wird der Schmuck in seiner ursprünglichen Gestalt ungefähr 6 Zoll im Durchmesser gehabt haben.


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Bronzenadel von Eldenburg.

Der Herr Wasserbaumeister Garthe zu Parchim schenkte eine Bronzenadel, welche beim Baggern in dem Verbindungswasser zwischen der Warenschen Müritz und dem Eldenburger Wasser grade über der sogenannten Kählers=Lust gefunden ist, wo in alter Zeit ein Brückenübergang gewesen sein muß, da man immer auf altes Pfahlwerk stößt, welches jetzt nur noch am Ufer sichtbar wird. Diese Nadel ist für Meklenburg sehr selten. Die aus Bronze gegossene Nadel ist im Ganzen 6" lang, der Stift 3 1/2 lang. Auf dem Stifte steht eine große, kreisrunde, durchbrochene Scheibe von 2 1/2" Durchmesser, die ein vierspeichiges Rad vorstellt, welches innerhalb breiter Felgen 4 dünne Speichen um eine dünne Nabe hat. Man hat diese durchbrochene Verzierung auch wohl ein Kreuz in einem Kreise genannt. Oben auf der kreisförmigen Einfassung sitzen 3 angegossene Oesen oder Henkelchen. Diese Nadel gleicht daher den in "Lindenschmit's Alterthümern der heidnischen Vorzeit", Heft IV, Taf. 4, Nr. 1-5 abgebildeten Nadeln, namentlich der im Hannoverschen gefundenen Nadel Nr. 2, wenn auch unsere Nadel in großem Zwischenräumen durchbrochen ist und das Rad deutlicher zeigt. Diese Nadeln sind in den ostelbischen Ländern sehr selten, werden aber von den hannoverschen Landen bis in die Rheinlande immer häufiger. Ich halte die Verzierung der Sche