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Inhalt:

Jahrbücher

des

Vereins für meklenburgische Geschichte
und Alterthumskunde,

 

gegründet von                  fortgesetzt von
Geh. Archivrat Dr. Lisch. Geh. Archivrath Dr. Wigger.

 


 

Sechszigster Jahrgang

herausgegeben
von

Archivrath Dr. H. Grotefend,

als 1. Sekretär des Vereins.

 


Mit angehängten Quartalberichten und Jahresbericht.

 

 

Auf Kosten des Vereins.

 

 

Vignette

Schwerin, 1895.

Druck und Vertrieb der Bärensprungschen Hofbuchdruckerei.
Kommissionär: K. F. Koehler, Leipzig.

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Inhalt des Jahrbuchs.


I. Die Kirchenbücher Meklenburgs. Von Dr. Friedrich Stuhr S. 1
II. Die Anfänge des Buchdrucks in Schwerin. Von Regierungsrath Dr. Schröder S. 111
III. Die Pilgerreisen des Herzogs Balthasar von Meklenburg nach dem heiligen Lande. Von Dr. W. Voß S. 136
IV. Der Nothhelfer St. Theobald (Ewald). Von Dr. F. Techen in Wismar S. 169
V. Die Weihe des Chors und Hochaltars von St. Nicolai in Wismar . (1403, Mai 27.) Von Dr. F. Techen in Wismar S. 179
VI. Neun Frauenbriefe aus der Wende des 16. und 17. Jahrhunderts, mitgetheilt von Archivrath Dr. Grotefend S. 184
VII. Die zweite Ehe des Herzogs Karl Leopold. Ein Kulturbild aus Meklenburg im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts. Von Wilh. Paul Graff S. 199

Inhalt der Berichte.


Wappen Wismarscher Geschlechter (Mit Abbildungen.) I. 3
Der Buchdrucker Moritz Sachs I. 8
Eine Lesefrucht I. 9
Wendische Brandgruben bei Niendorf, Amts Schwaan I. 10
Der Sterbeort der Prinzessin Maria Sophia von Strelitz, Aebtissin von Rühn (gest. 21. Februar 1728) I. 13
Die "große" Glocke von Alt-Strelitz I. 14
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Zur Baugeschichte des Fürstenhofes zu Wismar II. 18
Eine frühmittelalterliche Bronzeschale Mit Abbildung) II. 21
Hausmarken in Mecklenburg II. 26
Ein Grabfund der Bronzezeit von Bellin II. 29
Aus dem Warnemünder Kirchenbuche II. 31
Der Vogel Hein II. 32
Der fürstliche Stuhl in St. Jürgens Kirche zu Wismar III. 34
Hausmarken im Fürstenthum Ratzeburg (Mit Tafel.) III. 36
Das Wittenberger Ordinirten-Buch von 1537-1560 III. 40
Der Münzfund von Nieklitz III. 41
Acten und Urkunden der Bauleute zu Schönberg III. 42
Meklenburgische Litteratur Juli 1894 bis Juli 1895 IV. 71

 

Vignette
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I.

Die Kirchenbücher Mecklenburgs.

Von

Dr. Friedrich Stuhr .

V ereinzelte Aufsätze über die Kirchenbücher hat schon das vorige Jahrhundert 1 ) aufzuweisen, aber erst in diesem Jahrhundert sind Arbeiten darüber erschienen, die Bedeutung und Werth haben. Es sind dies vor allem die kurz auf einander folgenden Werke von Becker und Uihlein 2 ). Beide machen es zu ihrer Aufgabe, die zahlreichen Verordnungen über die Kirchenbuchsführung, die im 16. Jahrhundert zunächst von geistlichen, später auch von weltlichen Behörden erlassen wurden, zu erläutern, auf ihre Mängel hinzuweisen und vor allen Dingen auf genaue und vollständige Aufzeichnung in den Kirchenbüchern zu dringen. Die Triebfeder hierzu war die Erkenntniß daß die schon lange Zeit von der Kirche für kirchliche Zwecke geführten Verzeichnisse auch vom Staat sehr wohl verwandt werden könnten und müßten, daß dieser in den Kirchenbüchern, wenn sie richtig und sorgfältig geführt wären, häufig das einzige Hülfsmittel besäße, um besonders in Zivilsachen durch seine Gerichte die Entscheidung zu geben. Daß die ältere Kirchenbuchslitteratur sonach den juristischen Werth der Kirchenbücher voll erkannt und für dessen Hebung viel Gutes gewirkt hat, unterliegt keinem Zweifel. Weniger hat man dagegen in älterer Zeit die Bedeutung der Kirchenbücher für die mannigfachen historischen, genealogischen und statistischen Arbeiten betont, nichts für die Nutzbarmachung des vorhandenen Materials durch systematische Aufzeichnung desselben gethan. Dies beides blieb der Neuzeit vorbehalten. Es erscheint fast wie aus-


1) Eine Zusammenstellung bei Becker, Wissenschaftliche Darstellung der Lehre von den Kirchenbüchern. Frankfurt 1831, S. 14 und bei Jastrow, Die Volkszahl deutscher Städte. Berlin 1886, S. 138 Anm.
2) Becker s. Anm. 1. Uihlein, Ueber den Ursprung und die Beweiskraft der Pfarrbücher, im Archiv für civilistische Praxis XV. Heidelberg 1832.
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gleichende Gerechtigkeit, daß um dieselbe Zeit, da man staatlicherseits durch das Reichsgesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung vom 6. Februar 1875 1 ) den Kirchenbüchern die Eigenschaft als Zivilftandsregister nahm, weil man mit Recht von eigens zu diesem Zweck bestellten Beamten für staatliche Bedürfnisse eine noch genauere Aufzeichnung als von den durch die Seelsorge schon viel beschäftigten Geistlichen erwarten konnte, von historischer Seite auf den großen Werth der bei Seite gesetzten Kirchenbücher hingewiesen wurde. Jastrow nennt sie " die vorzüglichste Grundlage jeder wissenschaftlichen Bevölkerungsstatistik" 2 ) und an einer anderen SteIle seiner Arbeit beklagt er es, daß für die Publikation der Kirchenbücher, wohl allein von allen erdenklichen Quellen zur deutschen Geschichte, nichts geschehe. 3 ) Diesem Uebelstande wurde durchgreifend erst durch die Thesen des Archivraths Dr. Jacobs zu Wernigerode abgeholfen, die er für die Generalversammlung des Gesammtvereins der Geschichts= und Alterthumsvereine zu Sigmaringen 1891 aufgestellt hatte. Diese lauten:

1) Zu welcher Zeit entstanden die Kirchenbücher in Deutschland?

2) Wo befinden sich in Deutschland die ersten 15 ältesten Kirchenbücher?

3) Welcher besonderen Veranlassung verdanken die Kirchenbücher ihre Entstehung, bezw. sind sie durch kirchliche oder weltliche Anordnung eingeführt worden?

4) Auf welche Weise wurden vor Einführung der Kirchenbücher die Geburten, Taufen, Hochzeiten und Todesfälle aufgezeichnet? 4 )

Kaum waren diese Sätze bekannt geworden, da begann man in den verschiedenen Provinzialvereinen mit emsigem Eifer Kirchenbuchsforschungen anzustellen, so daß einzelne ihrer Vertreter schon auf der Generalversammlung von 1891 mannigfache Angaben über die Kirchenbücher machen konnten. Es kann meine Aufgabe nicht fein, an dieser Stelle auf die einzelnen, dort und beiden späteren Generalversammlungen zu Stuttgart und Eisenach gepflogenen Verhandlungen, wie auf die zahlreichen Arbeiten der Provinzialvereine einzugehen; nur die Hauptergebnisse, soweit sie bis jetzt nicht widerlegt sind, möchte ich anführen, weil sie für unsere meklenburgischen Verhältnisse vielfach maßgebend gewesen sind.


1) Abgedruckt: Reichsgesetzblatt 1875, Nr. 4; Ausführungsbestimmungen für Meklenburg=Schwerin: Regierungsblatt für das Großherzogthum Mecklenburg.Schwerin 1875, Nr. 22.
2) Jastrow, S. 160.
3) Jastrow, S. 140.
4) Protokolle der Generalversammlung zu Sigmaringen (8°), S. 127, 128.
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Als Vorläufer der Kirchenbücher gelten die Diptychen in den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche. Es waren dies zusammenlegbare Wachstafeln, die die Namen der Bischöfe und hervorragender Kirchenvorsteher, wie auch die Namen der Wohlthäter der jungen Kirche enthielten. Verzeichnisse der Getauften wurden wahrscheinlich aus dem Grunde nicht geführt, weil sie, von den Gegnern entdeckt, eine zu bequeme Handhabe für die Christenverfolgungen abgegeben hätten. Erst seit dem 3. Jahrhundert kommen Taufregister und Sterberegister, vermuthlich auch Trauregister vor.

In den Stürmen der Völkerwanderung werden alle diese Errungenschaften wieder untergegangen sein, wenigstens hat die deutsche Kirche zunächst nichts davon übernommen. Erst als in den Klöstern ein entwickelteres kirchliches Leben sich gebildet hatte und der Sinn für Geschichtsschreibung mehr geweckt war, da fing man an, besondere Nekrologien zu führen. Und wie jeder Rückschritt dazu zwingt, den schon gemachten Weg noch einmal zu durchlaufen, so wurden, wie in den ersten Zeiten der alten Kirche, in den Nekrologien zunächst wieder vereinzelte Todesdaten der Kirchenvorsteher und solcher Männer, deren Gedenktag man zum Dank für eine milde Stiftung feiern wollte, aufgezeichnet. Erst die Reformation hat Kirchenbücher, soweit man unter ihnen regelmäßige Aufzeichnungen über den Personenstand einer Gemeinde versteht, eingeführt. Sie verdanken ihre Entstehung dem Bedürfniß der neuen Kirche, ,ihre Mitglieder jederzeit als Anhänger der neuen Lehre feststellen zu können dadurch, daß man ihre Theilnahme an der neu geregelten Taufe, Konfirmation und. Abendmahlsfeier verzeichnete. Man stärkte dadurch das Gefühl der Zusammengehörigkeit in den Gemeinden zu einer Zeit, da ihr Bestehen durch den Katholicismus so häufig bedroht war, und konnte ihr Wachsthum besser verfolgen. Trugen somit die ersten Kirchenbücher einen protestirenden, apologetischen Charakter, so folgt daraus von selbst, daß die Christenheit, solange sie an einer allein selig machenden Kirche festgehalten hatte, kein Interesse daran hatte, kirchliche Handlungen regelmäßig aufzuzeichnen. Hieraus wird es verständlich, daß die Katholiken erst dann allgemein zur Kirchenbuchsführung übergingen, als sie deren große Vortheile auf Seiten der Gegner kennen gelernt hatten.

Sieht man von den beiden ältesten bisher bekannten Kirchenbüchern, dem Proklamationsbuch des Stadtpfarrers Meyer zu Frankfurt 1 ) von 1512-1518 und dem Zwickauer Kirchenbuch, das 1522


1) Nach Böhmer, Kirchenbücher und Standesbuchsführung, einem Werk, das im Buchhandel nicht erschienen ist. sind in Frankfurt 1531 die Kirchenbücher durch das dortige Kastenamt, eine weltliche Behörde, angeordnet und von 1533 an geführt worden. Siehe Prot. d. Generalvers. zu Sigm. S. 128,129.
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beginnt, ab, weil sie vereinzelt dastehen, so haben die Reformirten in der Schweiz zuerst Kirchenbücher angelegt. Einmal nahmen hier die einzelnen Gemeindemitglieder einen besonders großen Antheil an der Kirchenverwaltung, andererseits glaubten die Reformirten durch regelmäßige Aufzeichnung des Taufaktes in den Taufbüchern am besten dem Einwurf der auch bei ihnen sich ausbreitenden Wiedertäufer zu begegnen, man wisse nicht, ob man als Kind getauft sei oder nicht. So reichen die Register von Zürich bis 1526 zurück, und ihnen schließen sich eine Reihe kleinerer Orte an. Von der Schweiz aus verbreitete sich die Sitte der Kirchenbuchsführung dann weiter nach Norden. Doch fand sie nicht überall gleichmäßig eine geeignete Pflegstätte. Wo eine straffe Gemeindeverfassung bestand, in den freien Reichsstädten Süddeutschlands, und wo der Boden durch die Reformation am besten vorbereitet war, in dem Mittelpunkt der kirchlichen Bewegung, in Sachsen, da bürgerte sie sich zuerst ein. Allgemeiner, über ganze Gebiete hin, dehnte sich der Gebrauch erst aus, als die kirchliche Gesetzgebung ihn empfahl und anordnete. Für zahlreiche evangelische Lande enthalten die Kirchenordnungen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts derartige Vorschriften 1 ); sie wirkten dann auch anregend auf Nachbargebiete, wo es solche Bestimmungen noch nicht gab. Die katholische Kirche endlich schloß sich auf dem Konzil zu Trient 1563 an, wo ihre Vertreter in der 24. Sitzung die Pfarrer anwiesen, die Getauften und Getrauten aufzuzeichnen und solche Register sorgfältig aufzubewahren. So hat sich im 16. Jahrhundert die Kirchenbuchsführung im evangelischen und katholischen Deutschland eingebürgert.

In Meklenburg hat die revidirte Kirchenordnung von 1602 2 ) zuerst die Kirchenbücher erwähnt und ihre Anlegung befohlen. Sie besagt S. 219;

" Die Gevattern sollen Zeugen sein von der christlichen und wahrhaftigen Taufe des Kindes, welches auch zu unseren Zeiten, sonderlich um der Wiedertäufer willen, von Nöten ist, die da fürgeben, sie wissen nicht, ob sie getauft sind oder nicht. Derhalben auch die Prediger oder Küster die Namen aller Kinder, so getauft werden, und ihrer Gevattern, in gewisse Register zu allerhand Nachrichtung verzeichnen sollen, wie diese Gewohnheit auch in anderen Kirchen Augsburgischer Confession gehalten wird," und S. 255:

"Es sollen auch die Pastores fremde und unbekannte Leute oder Landläufer, die von ihnen getrauet zu sein begehren, nicht leicht-


1) Zusammen stellung bei Richter, Evangelische Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts. Weimar 1846. II, S. 518.
2) Revidirte Kirchen ordnung. Rostock 1602.
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fertig hintrauen, sondern guten Bericht und Bescheid aller Umstände und Gelegenheit von ihnen fordern im Beisein zweier oder dreier anderer Personen als Zeugen, und denselbigen Bericht sammt den Namen gedachter Leute sollen die Pastores ihrem Superintendenten zuschicken und sein Bedenken und Antwort darauf erwarten." " Wie sie auch sonsten alle Namen des Bräutigams und Braut, die aus ihren Pfarrleuten von ihnen getrauet werden, in ein gewiß Buch verzeichnen sollen " und S. 228:

"So sol auch ein jeder Pfarrherr und Prediger auf seine Zuhörer gute Acht geben, wer zu Tische des Herrn gehet oder nicht und zu mehrerer Nachrichtung die Namen der Beichtkinder in ein sonderlich Register verzeichnen."

Die Kirchenordnungen von 1540 1 ), 1552 2 ) und 1557 3 ) hatten ähnliche Bestimmungen noch nicht aufgenommen; Meklenburg folgt also staatlicherseits erst ziemlich spät dem Beispiel, das ihm von Süddeutschland gegeben wurde. Dagegen haben wir auch in Meklenburg aus dem 16. Jahrhundert Beispiele dafür, daß man in einzelnen Gemeinden schon damals Kirchenbuchsregister in Gebrauch hatte. In Rövershagen beginnen Tauf=, Trau= und Sterberegister schon 1580. In Teutenwinkel, wo man früher das älteste Kirchenbuch im Lande vermuthete, reicht ein Einnahmebuch bis 1562 zurück, das angefüllt ist mit Bemerkungen über den Perfonenstand der Gemeinde - es ist also einem Kirchenbuch, abgesehen von der Art und Weise der Aufzeichnung, gleich zu achten. Freilich für die Reihe der 15 ältesten Kirchenbücher, die man in Sigmaringen festzustellen unternahm, kann Meklenburg keinen Vertreter stellen. Wohl aber ist zu vermuthen, daß in Meklenburg schon die Prediger, die als Pioniere des neu erwachten deutschen Geisteslebens die Reformation ins Land trugen, alle die Segnungen mitgebracht haben, die jene in Süd= und Mitteldeutschland bereits gezeitigt hatte, und nicht zuletzt den Gebrauch der Kirchenbücher. War aber der Anfang einmal gemacht, und hatte man sich von dem Nutzen der Kirchenbücher überzeugt, so war es natürlich, daß die übrigen dem Beispiel folgten. Im 17. Jahrhundert werden fast in allen Gemeinden des Landes Kirchenbücher gewesen sein. Daß sie aus vielen nicht auf uns gekommen sind, ist veranlaßt durch die überaus zahlreichen Pfarrhausbrände (s. unten die Bem. beiden einzelnen Kirchen) und durch die Kriege und Truppendurchzüge im 17. Jahrhundert.


1) Kerken=Ordeninghe. Rostock 1540.
2) Kirchenordnung. Witteberg 1552.
3) Kerckenordeninge. Rostock 1557.
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Nur leicht aus Fachwerk aufgebaut und mit Stroh gedeckt auch ohne die nöthigen Sicherheitsmaßregeln beim Herd, bot das Pfarrhaus jedem Feuer nur ein zu günstiges Feld, sich auszubreiten. In den Acten des Archives sind zahlreiche Berichte von Pastoren aufbewahrt, in denen sie das ganze Elend schildern, das ein solcher Brand über sie hereingebracht hat. In den meisten Fällen retten sie nur für ihre Familie und das Vieh das nackte Leben und lassen alles andere untergehen , wie es gerade will. Nur seIten haben die Pastoren den Versuch gemacht, das Pfarrarchiv, das sich häufig in einer Lade auf dem Hausboden befand, zu retten; aber gewöhnlich blieb der Versuch ohne Erfolg, weil er nicht frühzeitig oder nicht kräftig genug unternommen war. Ein Verständniß des Werthes solcher Aufzeichnungen für spätere Geschlechter, die in älterer Zeit vielfach nur durch die Kirchenbücher mit der Vergangenheit verbunden wurden, kann für diese Zeit noch nicht vorausgesetzt werden.

Die Leiden Meklenburgs während des 30 jährigen Krieges sind bekannt. In den Jahren 1637 - 38 und 1643 - 44 wurde das Land durch Einquartirungen, Requisitionen und Plünderungen der Schweden wie der Kaiserlichen und durch Hungersnoth und Pest fast einer Einöde gleich gemacht. Es ist verständlich, wenn in einer solchen Zeit die Kirchenbuchsführung in vielen Orten fast ganz ruhte. Die Schicksale der Kirchenbücher in dieser Periode haben manche Pastoren zu Beginn der nach dem Kriege wieder begonnenen Verzeichnisse niedergelegt oder sonst mitgetheilt. Aus Leussow schreibt Pastor Hoyer an den Grabower Amtmann, er habe 1636 beim Antritt seines Dienstes kein Kirchenbuch vorgefunden, dann bis 1650 theils im Exil gelebt, theils seine Aufzeichnungen bei Durchzügen der Soldaten wieder verloren und erst nach dem Kriege wieder regelmäßig eingetragen. Im Kirchenbuchs=Extract von Groß=Laasch 1640-1650 heißt es, daß ein 1581 beginnendes Kirchenbuch " per violentiam militum in der großen gefehrlichen Krieges=Unruhe vorfellet und von Abhänden kommen. - - -

Aber auch nach dem westphälischen Frieden fand Meklenburg nicht, wie viele andere Theile Deutschlands, sogleich Ruhe. Wismar, das 1648 den Schweden abgetreten war und ihnen vielfach als Stützpunkt für ihre Kriegsoperationen diente, bildete den Anlaß zu steten Beunruhigungen. 1657 nahm der Schwedenkönig Karl X., als er von Polen nach Holstein zog, seinen Weg längs der Ostseeküste durch Meklenburg, 1668 passirten schwedische Truppen auf dem Marsche von Pommern nach dem holländischen Kriegsschauplatz das Land und nach der Schlacht bei Fehrbellin 1675 wurde Meklenburg von Schweden, Brandenburgern, Dänen, Lüneburgern, Münster-

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schen und Kaiser1ichen in gleicher Weise heimgesucht. Auch zu diesen Zeiten sind manche Kirchenbücher verloren gegangen. (Siehe unten die Bemerkungen zu den einzelnen Kirchen.)

Als der 30 jährige Krieg ausgetobt hatte, ließ Herzog Adolf Friedrich 1650 1 ) die alte Kirchenordnung revidiren und neu herausgeben. Er begründete dies damit, daß die alte Kirchenordnung bei so zerrütteten Zeiten in keinem öffentlichen Buchladen und bei sehr vielen Kirchen nicht mehr völlig und unbeschädigt zu finden gewesen. Die Kirchenordnung von 1650 nimmt die Bestimmungen über die Kirchenbücher aus der Ordnung von 1602 unverändert auf und fügt auch ihrerseits keine Bestimmungen über die Begräbnißregister an. Die Anlage der Begräbnißregister zu empfehlen, blieb Visitationen und Synoden für die einzelnen Superintendenturen überlassen. Sehr interessant ist das Protokoll einer Generalsynode des Güstrower und Rostocker Kreises von 1659 2 ). Auf dieser Versammlung erkundigte sich der Superintendent Daniel Janus in Gegenwart des Herzogs Gustav Adolf und seiner Räthe auch nach der Kirchenbuchsführung. In Frage und Antwort liegen hier die Besprechungen vor: 3 )

"Super.: An habeant libros, in quibus inscripti sunt baptizati? Responderunt unus et alter, libros veteres injuria belli esse perditos.

Super.: An alii per incuriam intermittant?

Ergo admoniti sunt Pastores, ut consignent nomina, ob justas causas in ord. Eccles. p. 219. -

Herr Superintendens befragte latinis verbis, uti omnia, die Anwesende ferner, ob auch alle newe Braudtleute in ein sonderlich Kirchenbuch verzeichnet würden vermuge Kirchen=Ordnung p. 255.

Ferner ist discurriret de Copulandis.

Pastores sollen gewiße Bücher machen, darin sie deren Nahmen verzeichnen, de Ordin. Eccles. - - -

Herr Superintendens zeigte ferner an, daß sie auch ein gewißes Buch, darin der Verstorbenen Nahmen geschrieben werden, machen solten, sonderlich der Frembden halber, damit die Ihrigen davon Nachricht, umb Zank uber der Erbschafft zu verhüten, haben mügen.

Imgleichen solten sie ein gewißes Register der Confitenten vermuge der Kirchenordnung p. 228 haben, daraus sie der Zuhörer Fleiß und Sorgfalt in Nießung des H. Nachtmals sehen könten.


1) Revidirte Kirchenordnung. Lüneburg 1650.
2) Protocollum wegen des Güstrowschen und Rostocker Districts gehaltenen General=Synodi. Vom 14. bis den 18. Junii Ao. 1659. Schwerin 1883.
3) Protokoll S. 9 ff.
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Anwesende Geistligkeit: Sie hetten solche Bucher, und die sie nicht hetten, wolten weIche machen."

Ebenfalls zu Güstrow fanden am 15. Mai 1694 ,Kommissionsberathungen statt, die die Verbesserung bes Kirchenetats zur Aufgabe hatten. Bei dieser Gelegenheit wird besonders auf die Nothwendigkeit fortlaufender Eintragungen in die Kichenbücher hingewiesen sein, denn an demselben Tage erläßt Herzog Gustav Adolf mit Bezugnahme auf Punkt 36 - 43 der Verhandlungen eine Verordnung, die den Nachdruck darauf legt, daß die Kirchenbücher allezeit von den Nachfolgern continuirt würden. 1 )

Die Führung von Confirmandenregistern wurde staatlicherseits erst durch eine Circularverordnung vom 11. September 1815 bestimmt. 2 )

Damit ist die Gesetzgebung für die Kirchenbücher im Wesentlichen abgeschlossen. Was es noch an Verfügungen giebt, das bezieht sich auf Vervollständigung und Verbesserung der Eintragungen, auf Anlage von alphabetischen Registern u. a. Diese Verfügungen sind für die Kirchenbuchführung außerordentlich wichtig, geben aber über ihre Entstehung nichts Neues und können daher hier mit Fug und Recht fortgelassen werden. Die nöthigen Nachweise finden sich in den bekannten kirchlichen Gesetzsammlungen. 3 )

Schon im vorigen Jahrhundert machte sich in den leitenden Kreisen Meklenburgs das Gefühl geltend, es seien die Kirchenbücher gegen Verlust nicht hinlänglich geschützt. Nicht nur, daß Brände der Pfarrhäuser und Kriege ihre Reihen lichteten, manches werthvolle Kirchenbuch ließen auch die Pastoren im Gerümpel des Pfarrhausbodens verkommen. In einem Falle läßt sich sogar als wahrscheinlich nachweisen, daß ein Kirchenbuch, das Grevesmühlener Sterberegiser von 1741-1785, beim Ableben eines Pastoren mit seinen Büchern zum Auktionator wanderte und so verloren ging. Man versuchte eine Abhülfe auf zweierlei Art, zunächst durch Einforderung von Abschriften der Kirchenbuchseintragungen und neuerdings auch durch Einforderung der älteren Originale an das Archiv.


1) Neue Sammlung mecklenburgischer Landesgesetze. Schwerin 1770. 1. Theil, 3. Stück, S. 135.
2) Ackermann, Kl. kirchliche Gesetzsammlung von 1797-1820. Schwerin 1820, S. 27.
3) Ackermann, S. 25 - 27. Gesenius, Kirchliche Gesetzsammlung von 1820-1838. Parchim und Ludwigslust 1839, S. 81 - 83, und Gesenius, Fortgesetzte kirchliche Gesetzsammlung 1839-1847. Ebendas. 1847, S.68 - 70. Krüger, Currenden=Verordnungen für Mecklenburg=Schwerin von 1847 - 1885 .Wismar 1886, S. 121 - 150. Millies, Circular=Verordnungen des O.=K.=R. Schwerin 1895. - Für die ältere Zeit dient Siggelkow, Handbuch des Meklenburgischen Kirchen= und Pastoralrechts.
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Bereits aus dem Jahre 1704 und den darauf folgenden Jahren sind jährliche Extracte aus den Kirchenbüchern, die inhaltlich den Originaleintragungen genau entsprachen, sogenannte Spezifikationen, angefertigt und eingesandt worden. Nicht wenige von ihnen befinden sich jetzt noch im Archiv. Einen dauernden Erfolg hat jedoch die Verordnung zu ihrer Einlieferung, die im Zusammenhang mit den Beichtkinderverzeichnissen von 1704 erlassen sein wird, nicht gehabt; wenigstens reichen die im Archive aufbewahrten Extracte über 1708 nicht hinaus. Erst 1784 nahm man die Angelegenheit wieder auf. Am 15 März jenes Jahres wurde ein eingehendes Schwerinsches Rescript an die Ritter= und Landschaft wegen Sicherstellung der Kirchenbuchseintragungen erlassen. 1 ) Danach sollte aus jedem Kirchenbuch ein beglaubigter Extract der Geborenen, Copulirten und Gestorbenen jährlich eingesandt werden. Diese Auszüge sollten denselben Wortlaut haben, wie das Kirchenbuch, damit sie bei etwaigem Verlust des Originals gleichwerthig an seine Stelle treten könnten. Weiter wurde vorgeschlagen, daß von den älteren Jahrgängen binnen Jahresfrist eine eigenhändige Abschrift mit Besiegelung und Unterschrift durch die Pastoren einzusenden sei. Die Bedenken der Ritterschaft und Landschaft und die Berücksichtigung ihrer Wünsche zögerten die Veröffentlichung eines darauf bezüglichen Erlasses bis 1786 hin; erst der Verlust des Uelitzer Kirchenbuchs durch Feuer am 4. Mai 1786 hatte wieder ein herzogliches Rescript zur Folge, das den baldigen Bericht des Regierungskollegs über den Fortgang der Angelegenheit einfordert. Endlich am 8. Juni desselben Jahres erging eine Cirkularverordnung an die Superintendenten. 2 ) Sie nahm die Bestimmungen des 1784er Rescripts im Wesentlichen unverändert in sich auf, sprach jedoch auch den ritter= und landschaftlichen Patronen einen jährlichen Extract und eine Abschrift des Kirchenbuchs bis 1786 zu.

Als practisch und ausführbar erwies sich die Einforderung der jährlichen Extracte; schwieriger zeigte sich die Ausführung der zweiten Bestimmung. Wenn man aus den häufig ungenauen Angaben Cleemanns 3 ) Schlüsse ziehen darf, so sind in das Parchimer Superintendentur=Archiv nur sehr wenige Abschriften des ganzen Kirchenbuchs vor 1786 eingesandt worden; in das Schweriner Superintendentur=Archiv haben nachweislich nur Wittenförden und Hohen=Viecheln eine Abschrift ihres ganzen Kirchenbuchs seit 1645


1) Archivacten, Gen. Eccl. rubr. Kirchenbücher.
2) (Deiters), Handbuch der im Großherzogthum Mecklenburg=Schwerin geltenden Kirchengesetze bis Ende 1837. Wismar 1839. Nr. 98.
3) Cleemann, Syllabus Parchimensium. Parchim 1809.
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resp. 1713 eingeliefert. Zu verwundern ist es nicht, wenn man bedenkt, daß damit den Pastoren großer Gemeinden eine Arbeitslast aufgebürdet wurde, deren Umfang man auch nicht im Entferntesten geahnt hatte, aber auch zu bedauern ist es nicht sehr, da besonders für die ältere Zeit die Abschriften in Folge der schwer lesbaren Schriftzüge ungenau zu werden versprachen. Diese Umstände und die zahlreich nach 1786 einlaufenden Gesuche von Pastoren 1 ), sie von diesem Auftrage zu entbinden, hatten einen Erlaß des Herzogs vom 3. Januar 1787 1 ) zur FoIge, der sich mit Abschriften von 1740 incl. an für zufrieden erklärte. Diese sind dann vollständig an die Superintendentur=Archive eingesandt.

Erst in diesem Jahrhundert wurde für die Erhaltung der Kirchenbücher vor 1740 Sorge getragen. Die Veranlassung dazu gab die Nachforschung nach einem vermißten, angeblich bis 1750 hinaufreichenden Satower Kirchenbuch. Die Erfolglosigkeit dieser Nachforschung hatte zur Folge, daß das Archiv am 23. November 1874, 2 ) um ähnlichen Fällen vorzubeugen, die Einlieferung der Kirchenbücher des 17. und 18. Jahrhunderts, die abgeschlossen und somit aus dem täglichen Gebrauch gekommen wären, an das Archiv beantragte. Der Oberkirchenrath ging bereitwillig darauf ein, setzte jedoch in seinem Erlaß an die Superintendenten vom 18. December 1874 3 ) als Grenze für die Ablieferung das Jahr 1750 fest. In der Folgezeit haben sämmtliche Pfarren Großherzoglichen Patronats ihre bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher eingesandt, auch manche ritterschaftliche Kirchenpatrone zur Einlieferung ihre Zustimmung gegeben, so daß jetzt im Archiv die älteren Kirchenbücher von 86 Pfarren aufbewahrt werden.

Mit diesen Anordnungen hatte man für die Sicherstellung der Kirchenbücher gethan, was sich vor der Hand thun ließ. Für eine Bearbeitung und Benutzung des Materials reichten jedoch die bisherigen Maßregeln noch nicht aus. Man war nicht einmal im Stande, aus den in dieser Sache eingegangenen Berichten der Superintendenten ein Verzeichniß der vorhandenen alten Kirchenbücher aufzustellen.

Die Sigmaringer Verhandlungen von 1891 haben auch in Meklenburg die Frage von Neuem in Fluß gebracht, und auch hier den Wunsch nach einer Zusammenstellung des gesammten Materials rege gemacht. Auf Antrag des Archivs verstand sich der Oberkirchenrath Anfang 1893 bereitwilligst dazu, Fragebogen an die Pastoren zu senden und eine genaue Beschreibung der auf den


1) Oberkirchenrathsacten.
1) Oberkirchenrathsacten.
2) Archivacten, Gen. Eccl. rubr. Kirchen bücher.
3) Millies, Circular=Verordnungen, Nr. 138.
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Pfarren befindlichen Register einzuholen. Auf Grund der eingegangenen Antworten kann man die ältesten Kirchenbücher Meklenburgs zusammenstellen. Das Resultat ist Folgendes:

Das älteste Kirchenbuch, das von Rövershagen, beginnt 1580. Von 1580-1637/38 beginnen 10 Kirchenbücher: Petschow 1606, Börzow 1612, Ribnitz Stadt 1622, Gadebusch 1626, Wamckow 1630, Malchin St. Joh. 1631, Belitz 1632, Serrahn 1633, Güstrow Dom 1634, Dömitz 1635.

Von 1637/38 - 1643/44 beginnen 15 Kirchenbücher: Grambow 1639, Kalkhorst 1639, Parkentin 1639, Hohen=Sprenz 1639, Biestow 1640, Grabow 1640, Jabel (Pr. Malchow) 1640, Groß=Laasch 1640 , Roggenstorf 1640, Lohmen 1641, Rehna 1641, Retschow 1641, Lanken 1643, Wattmannshagen 1643, Wismar St. Nicolai 1643.

Von 1643/44 -1699 setzen ein 197 Kirchenbücher; die übrigen Kirchenbücher fangen 1700 und später an.

Interessant ist aus dieser Zusammenstellung besonders, einmal daß auch Meklenburg ein Kirchenbuch aus dem 16. Jahrhundert besitzt und andererseits, daß der 30 jährige Krieg in unserem engeren Vaterlande nicht so völlig mit den Kirchenbüchern aufgeräumt hat, wie bisher vielfach angenommen wurde.

Das folgende Verzeichniß will alle Nachrichten in sich aufnehmen, die sich theils aus den Fragebogen, theils aus den Archiv= und Oberkirchenraths=Acten, theils aus gedruckten Quellen haben ermitteln lassen. Daß es in solcher Vollständigkeit hat aufgestellt werden können, ist, abgesehen von der wesentlichen Unterstützung seitens des Oberkirchenraths, nicht am Wenigsten der unermüdlichen Hülfe der Pastoren des Landes zu verdanken. Diese haben es sich nicht verdrießen lassen, auch wenn mehrfache Nachfragen vom Archive aus nothwendig wurden, um die bisweilen ungenauen und unvollständigen Angaben im Fragebogen zu berichtigen, stets von Neuem bereitwillig Auskunft zu geben. Wenn trotzdem unbedeutende Fehler in den Angaben geblieben find, und daran ist wohl nicht zu zweifeln, so muß es der Zukunft vorbehalten bleiben, diese zu verbessern. Es werde aber an dieser Stelle die Bitte an die Pastoren ausgesprochen, etwaige Abweichungen, die sich bei nochmaliger Vergleichung der Originale mit den Angaben dieser Zusammenstellung ergeben, dem Großherzoglichen Geheimen und Haupt=Archiv mitzutheilen. Es wird beabsichtigt, diese in einem späteren Nachtrage zu veröffentlichen.

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Der jetzige Bestand an Kirchenbüchern.

Abkürzungen.

B. = Begräbnißregister. Pa. = Superintendentur Parchim.
Bem. = Bemerkungen. Pf. = Pfarre.
Cfm.= Confirmandenregister. Pr. = Präpositur.
Cm. = Communikantenregister. Ro. = Superintendentur Rostock.
Do. = Superintendentur Doberan. Sch. = Superintendentur Schwerin.
Gü. = Superintendentur Güstrow.         T. = Taufregister.
HN. = Historische Notizen. Tr. = Trauregister.
Ma. = Superintendentur Malchin. Wi. = Superintendentur Wismar.
O.=K.=R. = Oberkirchenrath.

Die Zahlen hinter T., Tr. , B., Cm. und Cfm. bedeuten das Anfangsjahr des Registers.

Ahrensberg, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1681. Tr. 1679. B. 1680. Cfm. 1802.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Etwa vorhanden gewesene ältere Register sind im Brande vom 19. Febr. 1679 zu Grunde gegangen. (Cleemann, Syll. Güstr. Sp. 9.)

Althof , Pf. Doberan, Pr. Doberan, Do.

T. 1888, 1. Oct. Tr. 1888, 1. Oct. B. 1888, 1. Oct. Cfm. 1888, 1. Oct.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Aufzeichnungen für Althof vor 1888, 1. Oct. in Parkentin.

Ankershagen (Möllenhagen) Pr. Penzlin, Ma.

T. 1676-1754 Archiv), 1754 (Pfarre. Tr. 1679-1755 (Archiv), 1756 (Pfarre). B. 1676-1758 (Archiv), 1759 (Pfarre).

Cm. 1680 - 1742 (Archiv), 1743 - 1799 (Pfarre). Cfm. 1804 (Pfarre)

HN. Im Kirchenbuch II. eine Chronik des Kirchspiels von 1692-1786 (Archiv).

Bem. 1) Im Archiv befinden sich 2 Kirchenbücher, I. von 1676-1693, II. von 1692-1758. 2) Auf der Pfarre Ankershagen befinden sich 2 alte Kirchenbücher, eins von 1754-1786, das andere von 1787-1802. Bis 1802 sind die Register von Ankershagen, Möllenhagen und (seit 1783) auch von Rumpshagen vereinigt geführt. 3) Vom Jahre 1803 an beginnen die Kirchenregister für Ankershagen und Möllenhagen in drei Theilen, und zwar enthält der erste Theil von 1803-1847 die in Ankers-

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hagen und Möllenhagen Getauften, Copulirten, Beerdigten und Confirmirten, der zweite Theil die vom Jahre 1848 an Copulirten, Beerdigten und Confirmirten, der dritte Theil die von 1848 an Getauften. Vom Jahre 1803 an beginnen die Kirchenregister für Rumpshagen in zwei Theilen; der erste Theil von 1803-1847 enthält die zu Rumpshagen Getauften, Copulirten, Begrabenen und Confirmirten, der zweite Theil die von 1848 an Getauften, Copulirten, Begrabenen und Confirmirten. Die Communikantenregister von 1743-1799 enthalten die Communikanten nach Namen und Zahl. (Schreiben des Pastors Becker an das Archiv vom 12. April 1893.)

Bäbelin, Pf. Neukloster Pr. Wismar, Wi.

T. 1694-1870 (Neukloster), 1870 (Kirch=Mulsow). Lücke:1761 1769. Tr. 1728-1870 (Neukloster) ,1870 (K -Mulsow).Lücke: 1761-1769. B. 1728-1870 (Neukloster) ,1870 (Kirch=Mulsow). Lücke: 1761-1769. Cfm. 1802-1870 (Neukloster)1870 (Kirch=Mulsow).

Bem. Bäbelin wird z. Z. vom Pastor in Kirch=Mulsow verwaltet.

Badendiek (Kirch=Rosin), Pr. Krakow, Gü.

T. 1774. Lückenhaft 1774-1776. Tr. 1774. Lückenhaft 1774 1776. B. 1774. Lückenhaft 1774 1776. Cfm. 1774. Lückenhaft 1774-1776, 1800.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Am 13. December 1774 wurde das Pfarrhaus eingeäschert; dabei sind wahrscheinlich die vorhandenen Kirchenbücher verloren gegangen. (Archivacten, Eccl. Badendiek, Pfarrbau.) 3) Das älteste Kirchenbuch auf der Pfarre reicht vom ersten Advent 1774 bis 31. December 1799.

Bakendorf, Pf. Gammelin, Pr. Hagenow, Sch.

T. 1689-1844 (Hagenow)' 1844 (Gammelin). Lücke:1743-1747. Tr. 1689- 1844 (Hagenow), 1844 (Gammelin). Lücke: 1743-1747. B. 1689-1844 (Hagenow) 1844 (Gammelin). Lücke: 1743-1747. Cfm. 1828-1844 (Hagenow), 1844 (Gammelin).

Bem. Die Eintragungen bis 1844 befinden sich im Hagenower Kirchenbuch.

Balow , Filialkirche, s. Dambeck, Pr. Neustadt.

Banzkow , Filialkirche, s. Plate.

Barkow (Broock), Pr. Lübz, Pa.

T. 1766, 18. November. Lücke: 1817, 1. Januar -15 October. Tr. 1766, 21. November. Lücke: 1810-1817. B. 1766, 20. November. Lücke: 1810 1817. Cfm. 1819.

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Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) " Wodurch ein älteres Kirchenbuch verloren gegangen sein könnte, ist auf der Pfarre nicht bekannt. Ein Pfarrhausbrand hat Mitte des 18. Jahrhunderts nicht stattgefunden; das alte Pfarrhaus, das einzige Wohnhaus, welches im 30 jährigen Kriege erhalten geblieben ist, später als Scheune benutzt, ist erst vor ca. 30 Jahren abgebrannt." (Brief des Pastors Dolberg an das Archiv vom 19. Juli 1893.) 3) 1636 scheint ein Kirchenbuch vorhanden gewesen zu sein. Im Kirchenrechnungsbuch von Barkow im Archive findet sich zu Anfang folgende Notiz: Anno 1636 am 16. Sontage nach Trinitatis wurden wier im Dorff von einer kayserlichen Suadron Traguner uberfallen undt nachdeme sie den Pastorn durch Beengstigung undt ausgestandener große Marter undt Pein bis auf den Tod verderbet - - - haben sie Kirch undt beide Gerbkammerthuren aufgebrochen - - - alles Kirchengelt weckgenommen, item dieKirchenbucher - - - in summa die Kirch behielt nichtes." 4) Zwei neue Kirchenbücher l658 von den Kurbrandenburgischen weggenommen (Barkower Kirchenrechnungsbuch.) 5) Bei einer Revision ber Kirchenbücher am 27. April 1825 durch den Superintendenten. Flörke - zu Parchim haben sich vorgefunden: I. Ein Kirchenbuch in 8( mit den

Getauften, Kopulirten und Gestorbenen von 1766 an : a. Getaufte 1766, 18. November - 1768, 1. April; b. Kopulirte 1766, 21. November 1767, 6. November; c. Gestorbene 1766, 20. November - 1768, 6. Mai. II. Ein Buch in Folio, enthaltend: a. Getaufte 1768, 8. Mai - 1795, 14. December; b. Kopulirte 1768, 5. August bis 1795, 15. Mai; c. Gestorbene 1768, 18. November - 1795, 23. Juni. III. 1795-1817 finden sich 22 Rollen, jede von der Länge eines Octavblattes, mit einem Bindfaden zusammengebunden

und bezeichnet mit der Zahl 1796, 1797 etc. . Sie enthalten nur die Getauften unvollständig, bestehen aus einzelnen Zetteln, theils mit Tinte, theils mit Bleifeder auf Brieffragmente und andere Papierstücke geschrieben. IV. Dazu fanden sich die richtig vidimirten Dupla der Jahrgänge 1801 1806, die im Sup.=Archiv fehlen. V. Von 1817 an hat der Küster Perlin in einen. Folianten verzeichnet: - a. Geborene 1817, 15. October 1818, 26. September; b. Kopulirte 1817, 17. October - 1818, 21. Januar; c. Verstorbene 1817, 6. November 1818, 16. October. Dies ist dann vom Pastor Plahn fortgesetzt. Es wird verordnet, die Jahrgänge 1796 1809 aus dem Sup.=Archiv und den Duplis auf der Pfarre zu ergänzen, 1810 bis 1817 möglichst genau aus den Zetteln zusammenzustellen. (Bericht des Sup. Flörke an den Großherzog vom 10. Mai 1825 und Verordnung daraus s. O.=K.=R.=Acten, Sicherung der Kirchenbücher, fasc. II.)

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Barnin , Filialkirche, s. Crivitz.

Basedow , Pr. Malchin, Ma.

T. 1766, 30. September. Tr. 1766, 10. October. B. 1766,1. October. Cfm. 1784.

HN. Im Sterberegister über die Beerdigung von Gliedern der gräslich Hahnschen Familie aus den Jahren 1790, 1801, 1803, 1805. Aus dem Jahre 1817 eine längere Notiz über die Feier des Reformationsfestes.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Pfarre brannte am 29. September 1766 ab. Dabei gingen die vorhandenen Register zu Grunde. (Archivacten, Eccl. Basedow, Kirchen= u. Pfarrbau.)

Basse , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1671. Die Eintragungen 1706, April - 1709, October sind zur Hälfte abgerissen. Tr. 1671. B. 1671. Cm. 1887/88. Cfm. 1673. Lücken: 1706-1715, 1759-1788, 1789-1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Genehmigung zur Einsendung des ältesten Kirchenbuches ist vom Compatron verweigert. (Bericht des Superintendenten Polstorff vom 23. October 1875.)

Baumgarten . Pr. Bützow, Gü.

T. 1690 Tr. 1777. B. 1777. Cfm. 1800.

Bem. 1) Die Register sind aus der Pfarre. 2) Ein Kirchenbuch, das bis 1832 reicht, ist vom Pastor Günther an das Archiv eingesandt, aber auf Anweisung des Superintendenten Polstorff wieder zurückgefordert worden. (Bericht des Superintendenten Polstorff vom8. Mai 1875.) 3) Das unter 2) erwähnte Kirchenbuch enthältTaufregister van 1790 - 1787. Trau= und Begräbnißregister1771- 1787. Confirmandenregister 1800 1832 (ArchivactenMandata receptionis F. F. II. 376.) 4) Von 1690-1703 ist sicher auch ein Trauregister und Begräbnißregister vorhanden gewesen, vermuthlich aus der ganzen Zeit von 1690 1777. (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1705.)

Beidenborf , Pr. Mecklenburg, Sch.

T. 1654 1718 (Archiv), 1718 (Pfarre) Tr. 1654 1754. (Archiv), 1756 (Pfarre). B. 1654 1783 (Archiv), 1784 (Pfarre).Lücke: 1742-1744. Cfm. 1764 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1654 1783 ein Verzeichniß der Eingepfarrten des Kirchspiels Beidendorf von 1654 (Archiv.)

Belitz , Pr. Teterow, Gü.

T. 1632. Lücken : 1637-1639 September und 1766, April - 1772, October. Tr. 1632. Lücken : 1637 - 1639, September

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und 1766, April-1772, October. B. 1632. Lücken: 1637-1639, September und 1766, April - 1772, October. Cm. finden fich zerstreut in den Kirchenbüchern. Cfm. 1669. Lücke: 1756-1772.

HN. Es finden sich einzelne kürzere historische Notizen.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Bellin . Pr. Krakow, Gü.

T. 1738. Tr. 1738. B. 1738. Cfm. 1801.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Below , Filialkirche, s. Techentin.

Beuthen (Passow und Weisin), Pr. Lübz, Pa.

T. 1673. 1824 - 1852 ungenau. Tr. 1672. Lücke: 1700-1703. B. 1696. Cfm. 1816.

HN. Eine Beschreibung der Präsentation und der Wahl desP. Drosten 1757.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ein Kirchenbuch von 1659, 10. October, an, das Cleemann im Syll. Güstr. Sp. 56 kennt, giebt es weder auf der Pfarrregistratur noch beim Patron. (Pastor Ehlers ans Archiv vom 19. Juni 1893.)

Bentwisch , Pr. Ribnitz, Do.

T. 1727-1743 (Archiv), 1743 (Pfarre). Tr. 1743 (Pfarre.).B. 1778 (Pfarre). Cfm. 1778 (Pfarre).

Bem. Die Pfarre brannte am 13. März 1727 ab; dabei ging das vorhandene Taufregister verloren. (Im Kirchenbuch von 1727-1743.) 2) Die auf das eingesandte Kirchenbuch folgenden -Kirchenbücher schließen mit 1777. (Archivacten, Mandata receptionis F. F. II. 350.)

Benzin , Pf. Lübz, Pr. Lübz, Pa.

T. 1731-1786 (Sup.=Archiv) 1786, 23. September (Pfarre). Tr. 1759 (Pfarre). B. 1762 (Pfarre). Cfm. 1816, gemeinsam mit Lübz (Pfarre).

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) In dem im Archiv befindlichen Lübzer Kirchenbuch von 1673-1750 finden sich keine Eintragungen für Benzin, die durch die Beifügung "aus Benzin" kenntlich wären. Dagegen sind Ruthener Eintragungen dort aufgenommen. 3) Benzin gehörte stets zu Lübz. Ebenso wie in Lutheran werden auch in Benzin ältere Register vom Küster geführt und später verloren gegangen sein.

Berendshagen , Pr. Buckow, Do.

T. 1652, 5. Juli. Lücke: 1658-1661. Tr. 1652, 11. (12.) Juli. Lücke: 1657-1662. B. 1652, 17. Februar. Lücke: 1658 - 1661. Cfm. 1774. Lücken: 1805-1818, 1822-1827.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Bernitt , Pr. Bukow, Do.

T. 1659-1732 (Archiv), 1739 (Pfarre). Lücken: 1730-1732,1732-1739. Tr. 1659-1732 (Archiv), 1739 (Pfarre). Lücken:1730-1732, 1732-1739. B. 1659-1732 (Archiv), 1739 (Pfarre). Lücken: 1730 - 1732, 1732-1739, 1752-1758. Cfm. 1805 (Pfarre).

Bem. Das Kirchenbuch von 1659-1732 wurde auf Befehl des Herzogs Carl Leopold von dem Rector Zastrow in Bützow, der es mit anderen Kirchensachen in Gewahrsam hatte, 1735 an die Regierungskanzlei eingesandt. (Archivacten, Eccl. Bernitt, - Kirchenrechnungen, und Cleemann, Syll. Güstr., Spalte 61.)

Bibow , combinirte Mutterkirche, s. Tempzin.

Biendorf , Pr. Bukow, Do.

T. 1776 (Pfarre). Tr. 1776 (Pfarre). B. 1776 (Pfarre). Cfm. 1770-1773 (Russow), 1783 (Pfarre). Bis 1815 nicht regelmäßig.

HN. Notizen und Bemerkungen betr. Familienmitglieder einzelner Pastoren (Pfarre).

Bem. 1) Am 11. Juni 1776 ist die ganze Pfarre abgebrannt und es sind die gesammten Kirchenschriften mit verbrannt. Das neue Kirchenbuch beginnt mit dem 1. November 1776. (Fragebogen von Biendorf.) 2) Biendorf zeitweise mit Russow combinirt (1770-1773, wie es scheint, und 1863-1873), doch ist beidemal die Kirchenbuchsführung eine getrennte gewesen; nur stehen von 1770-1773 die Biendorfer Confirmanden im Russower Kirchenbuch, weil sie in Russow confirmirt wurden. Im Uebrigen im Russower Kirchenbuch keine Eintragungen für Biendorf. (Fragebogen von Russow.)

Biestow , Pr. Schwaan, Do.

T. 1640-1743 (Archiv), 1744 (Pfarre). Tr. 1640-1743 (Archiv), 1744 (Pfarre). B. 1668-1743 (Archiv), 1744 (Pfarre). 1668-1673 lückenhaft. Cfm. Voll 1745 an die Namen, von 1812 an mit Angabe des Alters (Pfarre).

Bem. 1) Pastor Eggebrecht zu Biestow sagt im Beichtkinderverzeichniß von 1704: " Bitte es mir nicht zu verargen, daß nicht bei allen gesetzt, wenn ehr Sie das erstemahl communiciret haben, weil selbes von Fremden nicht erfahren können und mein Confitenten=Register biß auff Ao. 1700 verleget, daß ichs nicht widerfinden kan" . (Archiv.) 2) Im Kirchenbuch von 1640-1743 ein unvollständiges alphabetisches Namensverzeichniß. (Archiv.)

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Blankenhagen , Pr. Marlow, Do.

T. 1762. Tr. 1762. B. 1762. Cfm. 1816.

HN. Der Pastor Johann Abraham Capobus eröffnet das Kirchenbuch von 1762-1787 mit einer Chronik seiner eigenen Familie von1746-1762. Sodann folgt noch die Familienchronik eines MüllersHingst, der 1762 von dort nach Damgarten verzog.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Beim Brand des Pfarrhauses am 30. Mai 1762 sind alle Kirchenschriften verbrannt. (Archivacten, Eccl. Blankenhagen, Kirchen= und Pfarrbau.) 3) Das älteste vorhandene Kirchenbuch reicht von 1762-1787

Blievenstorf , Filialkirche, s. Brenz.

Blücher , Pr. Boizenburg, Sch.

T. 1668-1700 (Zahrensdorf), 1700 (Blücher). Tr. 1668-1700 (Zahrensdorf), 1700 (Blücher). B. 1668-1700 (Zahrensdorf), 1700 (Blücher). Cfm. 1811 (Blücher).

Bem. Nach dem Tode des Pastors Kundmann zu Zahrensdorf und Blücher am 8. Januar 1700 beginnen Verhandlungen über die Abtrennung der Blücherschen Gemeinde von Zahrensdorf; 1701 wird die Abtrennung genehmigt. (Archivacten, Eccl.Zahrensdorf und Eccl. Blücher, Pfarrbesetzung.)

Boddin , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1671. Lücken: 1709-1720, 1723 -1735, 1759-1763,1767-1777, 1786. Tr. 1679. Bis 1723 sehr lückenhaft (Blätter theilweise zerrissen). Lücken: 1723-1735, 1755-1760. B. 1671Lücken: 1706-1722, 1723-1735, 1755-1766, 1786 Cfm.1735. Lücke: 1755-1782.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Buch mit Kirchenbuchs=Notizen enthielt: Getaufte 1671-1723, Getraute 1679-1723, Gestorbene 1671-1723. Zur Einsendung dieses Buches an das Archiv ist die Zustimmung vom Patron versagt. (Bericht des Sup. Polstorff vom 8. Mai 1875.)

Boek, Pf. Rechlin, Pr. Röbel, Ma.

T. 1765, 19. Februar-1793 (Federow), 1793 (Pfarre) Tr. 1765, 1. November-1793 (Federow), 1793 (Pfarre). B 1765, 28. April-1793 (Federow), 1793 (Pfarre). Cfm. 1766-1793 (Federow), 1851 (Pfarre). Lücke: 1793-1851.

Bem. 1) Bis 1793 gehörte Boek zur Pfarre Federow 2) Für die Zeit vor 1765 s. Federow.

Boitin , Pr. Bützow, Gü.

T. 1740-1750 (Sup.=Archiv), 1751 (Pfarre). Tr. 1740-1750 (Sup.=Archiv), 1751 (Pfarre). B. 1740-1750 (Sup.=

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Archiv), 1751 (Pfarre). Cfm. 1751 (Pfarre). Lücken: 1768-1769, 1794-1814.

Bem. 1) Für Kirchspiel Boitin sind seitdem Brande des alten Pfarrhauses zu Boitin im Jahre 1872 außer dem im Gebrauch befindlichen zwei ältere Kirchenbücher vorhanden. Das Uebrige ist durch Feuer zerstört. 2) Das fehlende Kirchenbuch von 1740-1750 wird durch die Abschriften im Schweriner Sup.=Archiv ersetzt.

Boizenburg , Pr. Boizenburg, Sch.

T. 1657, 2. Januar - 1740, 29. Februar (Archiv), 1740(Pfarre). Tr. 1658, 22. Februar - 1740, 26. Februar (Archiv) 1740 (Pfarre). B. 1740, März (Pfarre). Cfm. 1809 (Pfarre).

HN. Bestellung der Bademutter von 1660-1675 (Archiv).

Borgfeld , Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1703-1704 (Archiv), 1724 (Pfarre). Lücke: 1704-1724 und lückenhaft in der Vacanzzeit 1739-1751 (Röckwitz). Tr.1703-1704 (Archiv), 1724 (Pfarre). Lücke: 1704-1724 undlückenhaft in der Vacanzzeit 1739-1751 (Röckwitz). B. 1703-1704 (Archiv) 1724 (Pfarre). Lücke: 1704-1724 und lückenhaft in der Vacanzzeit 1739-1751 (Röckwitz). Cfm. 1794 (Pfarre).

Bem. 1) Die Aufzeichnungen von 1703-1704 finden sich im Beichtkinderverzeichniß von Fahrenholz 1704. (Archiv.) 2) Ueber die Vacanzzeit von 1739-1751 giebt wenigstens zum Theil das Röckwitzer Kirchenbuch Auskunft, vgl. Röckwitz.

Borkow , Filialkirche, s. Woserin.

Börzow , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1612-1713 (Archiv), 1713 (Pfarre). Tr. 1649-1712 (Archiv), 1713 (Pfarre). B. 1649-1713 (Archiv), 1713 (Pfarre). Cm. 1879 (Pfarre). Cfm. 1746 (Pfarre). Lücke: 1785-1809.

Bössow , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1740-1773 (Sup.=Archiv), 1774 (Pfarre). Tr. 1740-1774 (Sup.=Archiv) 1775 (Pfarre). B. 1740-1773 (Sup.=Archiv), 1774 (Pfarre). Cfm. 1811 (Pfarre).

Bem. 1) In dem vorhandenen ältesten Kirchenbuch wird eines noch früheren Erwähnung gethan, doch wird dieses bei dem 1847, 8. Juli, durch Blitz erfolgten Brande, der die ganze Pfarre einäscherte, verloren gegangen sein. (Pastor Schulz an das Archiv vom 20. Juli 1893.) 2) Das fehlende Kirchenbuch von 1740-1774 wird durch die Abschriften im Schweriner Sup.=Archiv ersetzt.

Breesen (Pinnow), Pr. Penzlin, Ma.

T. 1707. Lückenhaft: 1717-1723. Tr. 1707. Lückenhaft:1717-1723. B. 1707. Lückenhaft: 1717-1723. Cm. 1872. Cfm. 1724.

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Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Eintragungen für Woggersin von 1763-1787 im Breesener Kirchenbuch, vgl. Woggersin.

Brenz (Blievenstorf, Stolpe), Pr. Neustadt, Pa.

T. 1787, 15. Juli. Tr. 1787, 5. Juli. B. 1787, 8. Mai. Cfm. 1825.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Vor 1787 kein Kirchenbuch vorhanden. 3) Auf dem ersten Blatt des ältesten Brenzer Kirchenbuches steht: " Da in mehr als 50 Jahren allhier in Brentz kein Kirchenbuch war geführt worden, und auch die älteren Kirchenbücher verloren gegangen sind, ich aber - - - im Jahre 1787 von Nese hierher vocirt - - -, so habe ich - - - das Kirchenbuch mit dem Sonntage Trinitatis angefangen und bis zum 29. März 1800 treulich fortgeführt. An diesem Tage aber schickte Gott, - - -, eine verwüstende Feuersbrunst in unser Dorf, - - -. Und da auch das Pfarrhaus mit abbrannte, so ging auch das Kirchenbuch verloren. Weil aber die Abschriften davon in der Superint. - Registratur zu haben sind, so habe ich dieses wieder in gegenwärtiges Buch abgeschrieben" . Nachschrift: " Vorstehendes hat mein Vorgänger im Amt, der Herr Pastor Märker, geschrieben. K. Goß, Pastor" . (Pastor Willers an das Archiv vom 18. Juli 1893.)

Briggow , Pf. Mölln, Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1704-1736 (Kastorf), 1740-1743 (Archiv), 1751-1754 (Archiv), 1787-1828 (Kastorf), 1829 (Mölln). Tr.1704-1735 (Kastorf),. 1739 (Archiv), 1787-1828 (Kastorf), 1829 (Mölln). B. 1704-1735 (Kastorf), 1787-1828 (Kastorf), 1829 (Mölln). Cm. 1889 (Mölln). Cfm. 1775-1786 (Kastorf), 1800-1828 (Kastorf), 1830 (Mölln).

Bem. 1) 1682 wurde Schwandt und Briggow zu Kastorf gelegt. (Archivacten, Eccl. Kastorf, Filiale.) 2)1692 wird dem Krackewitz zu Briggow befohlen, sich nach Mölln zu halten; hier bleibt Briggow bis zur Versetzung des Pastors Fidler von Mölln nach Teterow im Jahre 1704; dann zu Kastorf. (Archivacten, Eccl. Briggow, Eccl. Mölln und Eccl. Teterow, Pfarrbesetzung.) 3) In Mölln sind keine Briggower Register von 1692-1704. 4) ca. 1736-1754 gehörte Briggow zu Groß Varchow. 1754 sagte der Pastor Breddin die Gemeinde auf. 5) Die Aufzeichnungen aus den Jahren 1739 und 1740-43 befinden sich in einem besonderen Heft im Archiv (Archivacten, Eccl. Briggow); die von 1751-1754 sind im Groß Varchower Kirchenbuch. 6) Die Briggower Aufzeichnungen von 1704-1736 und von 1787-1828 finden sich im Kastorfer Kirchen-

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buche auf der dortigen Pfarre. 7) "Pastor Sänger bemerkt Ende 1773 und auch vor Beginn von 1787, als auf Herzoglichen Befehl nach einem gegebenen Schema geordnete Kirchenbücher eingerichtet wurden, ausdrücklich, für Briggow bestehe ein eigenes Kirchenbuch." (Pastor Walter=Kastorf an das Archiv vom 3. November 1893.) Da die Aufzeichnungen von 1704-1736 und 1787 -1828 im Kastorfer Kirchenbuche sind, und von ca. 1736-1754 Briggow von Groß Varchow aus verwaltet wurde, muß daß Briggower Kirchenbuch, das hier gemeint ist, die Jahre von 1754-1787 enthalten haben. Jetzt scheint es verloren zu sein, da es sich in Kastorf nicht vorfindet.

Bristow , Pr. Malchin, Ma.

T. Nur 1677 und 1700-1701 (Archiv), 1752 (Pfarre). Tr. 1752 (Pfarre). B. 1752 (Pfarre). Cm. 1877 (Pfarre). Cfm. 1752 (Pfarre).

Bem. 1) 1662 wurde Bristow von Basedow aus verwaltet. (Archivacten, Vis. im Amte Stavenhagen.) 2) 1677 hält sich Bristow schon zu Hohen Demzin. (Kirchenbuch Hohen Demzin, 1703.) 3) "Bristow eccl. vagans, die keine gewissen Prediger hat, wie sie denn auch bald zu Bülow, bald zu Hohen Dempzin sich gewendet, wo sie noch zuletzt gewesen, da sie aber seit 1742 durch den Tod des damaligen Herrn Pastors Stephani Hanen ihres Lehrers beraubt, also hie und da umher geirret, ist sie zuletzt auch zu uns [Teterow] kommen mit Bitte, die actus min. zu verrichten und ihnen die sacra zu reichen." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von Teterow, 1751.)

4) Die Basedower Register vor 1766 sind verbrannt (s. Basedow, Anm. 2). Im Bülower Kirchenbuche finden sich von 1657-1741 keine Eintragungen für Bristow. Im Hohen Demziner Kirchenbuch 1660-1748 finden sich mit der Bezeichnung "Bristow" nur die angeführten Taufen von 1677 und 1700-1701; bei den Taufen ist Jedoch durchweg der Wohnort der EItern nicht aufgezeichnet, bei den Copulationen und Begräbnissen der Ort nicht immer vermerkt. Möglich ist, daß die übrigen Bristower Aufzeichnungen nur nicht als solche kenntlich sind. 5) Im Teterower Kirchenbuche finden sich 1751 oder vorher keine Aufzeichnungen für Bristow. (Präp. Rönnberg an das Archiv vom 5. September 1893.)

Broock , Filialkirche, s. Barkow.

Brudersdorf , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1733 (Pfarre). Tr. 1750 (Pfarre). B 1751 (Pfarre). Cm. 1696-1704 (Archiv) 1815 (Pfarre).

Bem. 1) 1726 brannte die Pfarre zu Brudersdorf ab. (Archivacten, Eccl. Brudersdorf, Kirchen=, Pfarr= und Küstereibau.) 2) Im

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Beichtkinderverzeichniß von Brudersdorf von 1704 finden sich Confirmandenregister aus den Jahren 1696-1704 (Archiv).

Brüel , Pr. Sternberg, Gü.

T. 1687. Tr. 1687. B. 1687. Cfm. 1765. Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Brunow , Pr. Neustadt, Pa.

T. 1645. Tr. 1720. Lücke: 1785-1786. B. 1646 Lücke: 1752-1787. Cfm. 1789.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Brunow hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Superintendenten Schmidt vom 12. April 1875.) 3) Ein später wahrscheinlich verlorenes Confirmandenregister ist von dem Pastor Hermes in der Zeit von 1676-1705 geführt; Auszug daraus im Beichtkinderverzeichniß Brunow 1705. (Archiv.)

Brunshaupten , Pr. Doberan, Do.

T. 1666-1725 (Archiv), 1740-1777 (Sup.=Archiv), 1777 (Pfarer). Lücke: 1725-1739. Tr. 1673-1719 (Archiv), 1710-1777 (Sup.=Archiv), 1777 (Pfarre) Lücke: 1719-1739. B.1666-1719 (Archiv), 1710-1777 (Sup.=Archiv), 1777 (Pfarre). Lücke: 1719-1739. Cfm. 1815 (Pfarre).

HN. Aus dem Ende des vorigen und dem Anfang dieses Jahrhunderts. (Pfarre.)

Bem. 1) Das zweite Kirchenbuch beginnt mit dem Jahre 1738 und geht bis 1777. (Pastor Düffke an das Archiv vom 12. Januar 1875. Archivacten, Mandata receptionis F. F. II. 324.) 2) Das Kirchenbuch von 1738-1777 ist auf der Pfarre nicht zu finden. (Pastor Klingenberg an das Archiv vom 6. Novbr. 1893.) 3) Eine Abschrift des Kirchenbuchs von 1740-1786 ist im Sup.=Archiv. (O.=K.=R.=Acten, Sicherung der Kirchenbücher 1786.)

Groß Brütz , Pr. Schwerin, Sch.

T. 1707, 12. December. Lücke: 1729, 14. Mai-1730 6. August. Tr. 1708, 25. Januar. Lücke: 1727-1730. B. 1707, 7. December. Lücke: 1730-1785. Cm. 1885. Cfm. 1785.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Langen Brütz , Pf. Zittow, Pr. Mecklenburg, Sch.

T. 1660, Herbst. Lücke: 1726, März - 1727, Juni. Tr. 1660, Herbst. Lücken: 1726-1731, 1754-1755. B. 1668. Lücke: 1726-1731. Cfm. 1812.

HN. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts kurze persönliche Bemerkungen beim Amtsantritt der Pastoren.

Bem, Die Register sind auf der Pfarre Zittow.

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Brüz , Pr. Goldberg, Gü.

T. 1740. Tr. 1761. Bis 1785 kurz gehalten. B. 1761. Bis 1785 sehr kurz gehalten. Cfm. 1801.

HN. Aus dem Jahre 1857.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) "Wieviel vor meiner Zeit copuliret, getaufft und gestorben, kan nicht spezificiren weil ich kein Kirchenbuch vor mir gefunden und ich allererst angefangen habe, solches zu annotiren. Zwar beteuret mein Vater, daß er auch ein Buch gehabt und darinn alles auffgezeichnet, ich habe aber solches nicht habhaft werden können, ohngeachtet ich gleich inn Antritt meines Ampts darnach gefraget, so weis auch mein Vater itz wegen abgenommen Gedächtnis nicht, wo es geblieben. Seit ao. 1703, den 19. August, da ich Priester worden, sind von mir noch deßelben Jahres getaufft 2, copulirt 4, begraben 1- - - .Enoch Zander, Prediger zu Brüsewitz." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.) 3) Cleemann, Syll. Güstr., Spalte 101, kennt ein älteres Taufregister von 1703, 22. April-1761; die Trau - und Begräbnißregister reichten schon damals nicht über 1761 zurück. 4) Das Pfarrhaus brannte am 18. Juni 1821 ab. (Pastor Hückstädt vom 24. April 1822, O.=K.=R.=Acten, Sicherung der Kirchenbücher, fasc. II.) 5) Das im Jahre 1821 durch Feuer vernichtete Kirchenbuch ist aus den Abschriften wiederhergestellt im Jahre 1825.

Buchholz , Pf. Retgendorf, Pr. Mecklenburg, Sch.

T. 1680. Lücken: 1683, 1686-1687, 1691-1692, 1694-1696, 1698. Tr. 1700. Lücken: 1774-1776, 1780-1781. B. 1700. Lücke: 1760-1781. Cm. 1800-1839. Cfm. 1783.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre Retgendorf. 2) Rubow, s. Hohen Viecheln.

Buchholz , Filialkirche, s. Melz.

Buchholz , Pr. Schwaan, Do.

T. 1758. Tr. 1758. B. 1758. Cfm. 1815.

HN. Nur längerer Bericht über die Feuersbrunst 1757, durch die sämmtliche Pfarrakten zerstört wurden.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Am 31. December 1757 brannte die Pfarre ab. (Archivacten, Eccl. Buchholz, Kirchen=, Pfarr= und Küstereibau.)

Alt Bukow , Pr. Bukow, Do.

T. 1653. Tr. 1652. B. 1653. Cfm. 1815.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Bülow , Pf. Wessin, Pr. Crivitz, Pa.

T. 1737. Lücke: 1751-1758. Tr. 1745. Lücke: 1751-1758. B. 1746. Lücke: 1751-1758. Cfm. 1795. 1795-1814 im Wessiner Kirchenbuche.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Für die älteren Register s. Wessin.

Bülow , Pr. Malchin, Ma.

T. 1657-1741 (Archiv), 1742 (Pfarre). Lückenhaft: 1742-1775. Tr. 1657-1740 (Archiv), 1749 (Pfarre). Lücken: 1740-1749, 1749, 1771. B. 1681-1741 (Archiv), 1749 (Pfarre). Lücken. 1741-1749, 1771. Cm. Nur Privatregister der Pastoren seit 1877. Cfm. 1775.

HN. Zu Anfang des Kirchenbuches von 1657-1741: a) Hebungsverzeichniß, b) Einnahme und Ausgabe von 1657 an. (Archiv.) In den späteren: Notizen, betr. Predigerwechsel, Vacanzen, Kircheninventar. (Pfarre.)

Bem. Zu Anfang des im Archiv befindlichen Kirchenbuches von 1657-1741 steht: "Kirchenbuch zu Bülow angeordenet auff den neuen Jahres Tage 1652" .

Burow (Klein Niendorf), Pr. Lübz, Pa.

T. 1661, 20. October. Tr. 1660, 6. November. B. 1661 . Cfm. 1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Burow hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Bütow , Pf Karchow, Pr. Röbel, Ma.

T. 1710. Tr. 1711. Lücke: 1740-1748. B. 1710. ( m. 1711.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ueber den Verbleib älterer Kirchenbücher ist auf der Pfarre nichts bekannt. (Pastor Algenstaedt an das Archiv vom 18. August 1893.)

Bützow , Stiftskirche, Pr. Bützow, Gü.

T. 1670-1746 (Archiv), 1747 (Pfarre). Tr. 1670-1746 (Archiv), 1747 (Pfarre). B. 1670-1746 (Archiv), 1747 (Pfarre). Cfm. 1811.

HN. Nur gelegentliche Bemerkungen, so: 2. April 1712 Feuer durch Blitzschlag in der Kirche, 1717 Reformationsfest.

Bem. 1) 7 Kirchenbiicher sind im Archiv. 2) Bis 1807 vom Küster, dann vom Pastor geführt.

Bützow , Zentralgefängniß, Pr. Bützow, Gü.

T. 1884. Tr. 1884. B. 1884. Cm. 1882. Cfm. 1881.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Camin , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1677. Tr. 1677. B. 1678. Cm. Vorhanden 1685-1717 und seit 1816. Cfm. 1767.

HN. Aus der Zeit von 1687-1857.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Cammin , Pr. Lüssow, Gü.

T. 1665. Lückenhaft: 1719-1721, 1724-1726. Tr. 1665. Lücken: 1725-1726, 1790-1792, 1815, 1818. B. 1665. Lücke: 1724-1727, 4. December. Cm. 1870. Cfm. 1820.

HN. 1718 eine Hinrichtung mit nachfolgender Verbrennung.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Chemnitz , Pf. Breesen, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1746. Lücke: 1768-1773. Tr. 1746. Lücke: 1768-1772. B. 1746. Lücken: 1767-1774. Cm. 1872. Cfm. 1807.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Chemnitz gehörte bis ca. 1722 zu Wulkenzin. - " Kirchenbuchseintragungen im Wulkenziner=Kirchenbuche vor 1722 sind beim Brande des Pfarrhauses zu Wulkenzin 1887 verloren gegangen." (Pastor Ahlers zu Wulkenzin an das Archiv vom 11. September 1893.) 3) Chemnitz von ca. 1722-1746 ff. bei Alt Rehse. Die Register aus dieser Zeit sind vermuthlich bei dem Alt Rehser Pfarrhausbrand von 1770 zu Grunde gegangen. (s. Alt Rehse, Anm. 2.)

Conow , Pr. Grabow, Pa.

T. 1692, 9. October. Lücken: 1713 und 1741, November - 1743. Tr. 1692, 29. October. B. 1693, 25. Januar. Lücken: 1713, 8. Juni-17l5, 1741, 16. October - 1745. Cfm. 1815.

HN. "Anno 1713 sind die getauften Kindlein nicht angeschrieben worden, derweilen in diesem Jahre der Muskowiter hier im Lande gewesen und auch's Tag's (?) wirklich an diesem Orte gelegen, deswegen man fast immer in Furchten stehen müssen, und wegen des vielen Hinmarsches und wieder Hermarsches aus Holstein öfters flüchten müssen. Können sich also diejenigen, welche aus dieser Zeit geboren, zu diesem 1713. Jahr rechnen" . (Fragebogen.)

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Consrade , Filialkirche, s. Plate.

Cramon , Pr. Schwerin, Sch.

T. 1701, 1. December. Lücke: 1779-1802. Tr. 1701. B. 1701. Cfm. 1818.

HN. Zwei Visitationsprotokolle von 1603 und 1705; außerdem ein Kirchenregister (Einnahme und Ausgabe) von 1710-1822.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Crivitz (Barnin), Pr. Crivitz, Pa.

T. 1664. Lücke: 1678-1680. Tr. 1664. B. 1664. Cfm. 1764.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Crivitz hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Dabel , Filialkirche, s. Gägelow.

Dambeck , Pr. Mecklenburg, Sch.

T. 1658-1778 (Archiv), 1779 (Pfarre). Tr. 1658-1778 (Archiv), 1779 (Pfarre). B. 1658-1778 (Archiv), 1779 (Pfarre). Cfm. 1815 (Pfarre).

HN. Im ältesten Kirchenbuch ein index maleficorum. (Archiv.)

Bem. Im Archiv sind 3 Kirchenbücher: I. 1658-1695, II. 1696-1740 III. 1741-1778.

Dambeck (Balow), Pr. Neustadt, Pa.

T. 1674-1732 (Archiv), 1732 (Pfarre). Lücken: 1690, 1715-1716, 1805-1807. Tr. 1674-1732 (Archiv), 1732 (Pfarre). Lücken: 1600, 1715 -1716, 1805 -1807. B. 1674-1732 (Archiv), 1732 (Pfarre). Lücken: 1690, 1715-1716, 1805-1807. Cfm. 1816 (Pfarre).

Bem. 1) Das im Archiv befindliche Kirchenbuch von 1674-1732 ist ein defecter Octavband, in schwarze Pappe gebunden. Zum Schlusse befindet sich eine Notiz, daß das Kirchenbuch 1653 angelegt und nunmehr (1732) 79 Jahre erreicht hat. Die Jahre 1653-1673 fehlen. 2) Die beiden nächsten Kirchenbücher behandeln die Gemeinden Dambeck und Balow getrennt von 1732-1787. (Pastor Zülch an das Archiv vom 20. Juli 1893.)

Damm (Matzlow), Pr. Parchim, Pa.

T. 1678. Bis 1786 dürftig. Tr. 1678. Bis 1786 dürftig. B. 1678. Bis 1786 dürftig. Cfm. 1815.

HN. Erwähnung des Amtsantritts, des Todes oder der Versetzung der Pastoren.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch von 1678-1786 ist ein mäßiger Quartband von 208 Seiten. Die Eintragungen sind dürftig und mangelhaft, ohne Columnen und Rubriken; in den älteren Jahrgängen alle Amtshandlungen durcheinander, chronologisch geordnet. Später finden sich dieselben auch partieenweise getrennt verzeichnet.

Dammwolde , Pr. Röbel, Ma.

T. 1747. Tr. 1747. B. 1747. Cfm. 1747.

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Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Wahrscheinlich sind Kirchenbücher während der Amtsführung des Pastors Schönemann in den Jahren vor 1747 entweder gar nicht geführt oder durch Nachlässigkeit abhanden gekommen. Ich habe überhaupt außer den Einnahmeverzeichnissen an älteren Papieren und Documenten nur solche vorgefunden, die sich auf die Translocation des Pfarrhauses von Finken nach Dammwolde 1708 beziehen. (Kirchenrath Harder an das Archiv vom 27. August 1893.)

Damshagen , Pr. Klütz, Sch.

T. 1648. Tr. 1648. B. 1674. Cm. 1872. Außerdem: 1703-1714 lückenhaft in Notizbüchern und einige Jahrgänge aus der Zeit von 1758 -1800. Cfm. 1809.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Dänschenburg , Pf. Blankenhagen, Pr. Marlow, Do.

T. 1750. Tr. 1750. B. 1750. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1783 wurde Dänschenburg zu Blankenhagen gelegt; vorher gehörte es zu Sanitz. (Archivacten, Eccl. Sanitz, Comb. von Dänschenburg mit Blankenhagen.) 3.) Selbstständige Dänschenburger Register vor 1750 sind

im Sanitzer Pfarrarchiv nicht zu finden, ebenso finden sich keine Aufzeichnungen für Dänschenburg in den Sanitzer Kirchenbüchern. (Präp. Voß an das Archiv vom 28. August 1893.)

Dargelütz , Filialkirche, s. Grebbin.

Dargun (Röknitz, Darguner Schloßkirche), Pr. Neukalen, Ma.

T. 1758. Tr. 1774. B. 1774. Cfm. 1804.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2)

Die Pfarre brannte am 7. September 1753 ab. (Archivacten, Ecc1. Dargun, Kirchen= und Pfarrbau.) 3) Die Schloßkirche zu Dargun hat kein besonderes Kirchenbuch.

Darß , Filialkirche, s. Karbow.

Dassow , Pr. Klütz, Sch.

T. 1671. Tr. 1670. B. 1671. Cfm. 1772.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Demen , Pr. Crivitz, Pa.

T. 1653, 10. Juli. Lücken: 1692-1693, 1696-1697, 1711-1713, 1740-1743. Tr. 1657. Lücke: 1722-1740.B. 1653. Von 1653-1663 nur 16 Eintragungen. Lücken: 1664, 1723-1740. Cm. 1843-1849. Cfm. 1774.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Hohen Demzin , Pf. Bülow, Pr. Malchin, Ma.

T. 1661-1748 (Archiv), 1752 (Pfarre). Lücken: 1703-1707, 1735-1744, 1748-1752. Tr. 1660-1725 (Archiv), 1752 (Pfarre). Lücken: 1701-1708, 1710-1712, 1714, 1718, 1725-1752. B. 1662-1714 (Archiv) 1752 (Pfarre). Lücken: 1662-1675, 1702-1708, 1714-1752. Cm. Nur Privataufzeichnungen der Pastoren. Cfm. 1752 (Pfarre). 1752-1791 lückenhaft.

HN. In dem im Archive befindlichen Kirchenbuche 1660-1748 findet sich: a. Notiz, betr. Kirchenacker; b. Pfarrbesetzung 1660; c. Kirchenregister 1660-1735; d. Pfarrbesetzung 1702; e. Pfarrbau 1703.

Bem. Von 1752 an sind die Register mit den Kirchenrechnungen zusammen geführt, erst seit Uebernahme dieser Pfarre durch den Präpositus Walter 1790 ist eine Trennung der Register erfolgt.

Deven , Filialkirche, s. Varchentin.

Diedrichshagen , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1664, 11. April. Tr. 1659. B. 1659, 29. September. Lücken: 1774-1775, 1779-1780, 1817-1818. Cm. 1840. Cfm. 1782.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Diemitz , Filialkirche, s Schwarz.

Döbbersen , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1670-1704 (Archiv), 1708 (Pfarre). Lücke: 1704-1708. Tr. 1670-1699 (Archiv), 1708 (Pfarre). Lücke: 1699-1708. B. 1670-1704 (Archiv), 1708 (Pfarre). Lücken: 1702, 1704, 3. November-1708. Cm. 1810 (Pfarre). Lücke: 1821-1886, Advent. Cfm. 1775 (Pfarre). Lücke: 1811-1814.

HN. Notizen über Pflichten und Dienste der Gemeinde und die Personalien der Prediger. (Pfarre.)

Dobbertin ,Pr.Goldberg,Gü .

T.1647. Tr.1674. B.1674. Cm.1856. Cfm.1805.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Zur Einsendung eines Kirchenbuches von 1674-1743 ist vom Patron die Zustimmung versagt. (Bericht des Sup.Polstorff vom 8.Mai 1875.)

Dobbin , Pf.Kieth, Pr. Malchow, Ma.

T. 1732-1785 (Archiv), 1786 (Pfarre). Tr. 1732-1785 (Archiv), 1786 (Pfarre). Lücken: 1736-1738, 1764-1781. B. 1732-1785 (Archiv), 1786 (Pfarre). Lücke: 1765-1781. Cfm. 1786 (Pfarre).

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HN. Am Schluß des Kirchenbuches II. der Entwurf zu einem Familienregister und ein beim Tode des Kaisers 1740 verlesenes Kirchengebet. (Archiv.)

Bem. 1) Im Archiv befinden sich 3 Kirchenbücher: I. 1732-1737, II. 1737-1766, III. 1766-1785. 2) Die älteren Kirchenbücher sind vermuthlich während der Dobbiner Pfarrvacanz 1731-1737 und der Verwaltung von Dobbin durch die Krakower Pastoren verloren gegangen. (Ueber die Pfarrvacanz s. Archivacten, Eccl. Dobbin, Pfarrbesetzung.)

Doberan , Pr. Doberan, Do.

T. 1675. 1767 ungenau. Tr. 1675. 1767 ungenau. B. 1675. Cfm. 1780.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Filialkirche Althof seit 1888 mit Doberan vereinigt, vgl. Althof.

Dömitz (Stadtkirche), Pr. Grabow, Pa.

T. 1635-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Lücke: 1750-1751. Tr. 1635-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Lücke: 1750-1751. B. 1635-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Cfm. 1815 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1635-1729 zu Anfang eine Uebersicht über die Prediger in Dömitz, zum Schluß eine Chronik. (Archiv.) In den späteren Taufregistern historische Notizen am Ende der Jahre 1801, 1807, 1813. (Pfarre.)

Bem. 1) Das Dömitzer Kirchenbuch ist angefangen nach dem Brande 1635. (Kirchenbuch 1635-1729; vgl. auch Neue Monatsschrift von und für Mecklenburg, X. Jahrgang, März 1801, S. 47, Anm. d.) 2) Das Kirchenbuch der Stadtkirche enthält die Eintragungen für die Festung mit, und zwar im Tauf= und Trauregister 1694-1777 resp. 1779, Begräbnißregister 1695-1781. 3) Das auf der Pfarre befindliche älteste Kirchenbuch reicht von 1730 -1782. (Archivacten, Mandata receptionis F. F. II. 361.)

Dömitz (Festungskirche, früher Zuchthauskirche), Pr. Grabow, Pa.

T. 1694-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Lücke: 1849-1869. Tr. 1694-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Lücken: 1846-1866, 1866-1882. B. 1695-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Cm. 1780-1800 (Pfarre). Cfm. 1776 (Pfarre).

HN. Vgl. Dömitz, Stadtkirche. Die Personalien der neu angestellten Prediger sind seit 1775 bei jedem stattfindenden Wechsel eingetragen. (Pfarre.)

Bem. 1) Die Taufen der Festungsgemeinde von 1694, 30. September - 24. December, die Trauungen von 1694, 5. October 1695, 3. December, und zwei mit Ceremonien beerdigte Todte aus

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dem Jahre 1695 sind aus einem besonderen Kirchenbuch in das allgemeine Kirchenbuch übertragen, als der Festungsprediger zum Stadtprediger ernannt wurde. (Kirchenbuch 1694-1729.) 2) Die aufgeführten Lücken sind jedenfalls in der geringen Seelenzahl der Gemeindeglieder begründet.

Domsühl , Pf. Garivitz, Pr. Crivitz, Pa.

T. 1653, 15. September. Lücken: 1690-1695, 1705, 13. September-1706, 22. April, 1821. Tr. 1653, 14. November. Lücken: 1689-1695, 1699-1706. B. 1752, 3. Januar. Lücke: 1821. Cm. 1890. Cfm. 1743. Lücke: 1821.

HN. s. Garivitz.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Groß Dratow , comb. Mutterkirche, s. Schloen.

Drefahl , Pf. Ziegendorf, Pr. Parchim, Pa.

T. 1645-1891 (Brunow), 1891, 1. Advent (Pfarre). Tr. 1645-1891 (Brunow), 1891, 1. Advent, für Pfarre Ziegendorf angelegt; bis 23. März 1893 noch keine Trauung vorgekommen. B. 1645-1891 (Brunow), 1891, 1. Advent (Pfarre). Cm. 1867 (Pfarre). Cfm. 1815-1890 (Brunow), 1891 (Pfarre).

Bem. Die mit Brunow combinirte Mutterkirche Drefahl wird von Ziegendorf aus besorgt. Ziegendorf ist Hülfspredigerstelle zu Brunow und Marnitz.

Dreibergen , Pr. Bützow, Gü.

T. 1840. Lücke: 1840-1864. Tr. 1864. Lücke: 1865-1893. B. 1840. Lücke: 1840-1864. Cm. 1862. Cfm. 1865.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) S. Bemerkung 2 zu Dömitz, Festungskirche.

Dreilützow , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1695. Tr. 1695. B. 1695. Lücke: 1755, Joh. - 1757, Joh. Cfm. 1770.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Einlieferung eines Kirchenbuches von 1695-1735 ist vom Patron verweigert. (Bericht des O.=K.=R. Schliemann vom 18. Juni 1875.)

Dreveskirchen , Pr. Lübow, Do.

T. 1653-1747 (Archiv), 1747, 11. October (Pfarre). Lücke:

1697-1698. Tr. 1653-1747 (Archiv), 1747, 22. October (Pfarre). Lücken: 1657-1665, 1672-1673. B. 1653-1747 (Archiv), 1747, 12. October (Pfarre). Lücken: 1657 1666, 1671-1673. Cm. 1664-1747 (Archiv), 1750 (Pfarre). Lücke: 1747-1750. Cfm. 1673-1747 (Archiv), 1748 (Pfarre). Lücke: 1682-1693.

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HN. Am Schluß des Kirchenbuches II. eine Chronik mit Eintragungen bis 1840 und ein Predigerverzeichniß. (Archiv.)

Bem. Im Archiv befinden sich zwei Kirchenbücher: I. 1653-1699, II. 1700-1747.

Dütschow , Pf. Spornitz, Pr. Neustadt, Pa.

T. 1648. Tr. 1649. B. 1782, November. Cm. 1872. Lücke: 1877-1880. Cfm. 1736.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre Spornitz. 2) Dütschow hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Mühlen Eichsen (Groß Eichsen), Pr. Schwerin, Sch.

T. 1670-1719 (Archiv), 1750 (Pfarre. Tr. 1670-1750 (Archiv), 1750 (Pfarre). B. 1670-1750 (Archiv), 1750 (Pfarre). Cfm. 1810 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch 1670-1750 zu Anfang ein Verzeichniß der Patrone, Pastoren, eingepfarrten Dörfer, Gottesdienst, Hebungen etc. (Archiv).

Eickelberg (Laase), Pr. Sternberg, Gü.

T. 1740. Tr. 1740. B. 1740. Cfm. 1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Am 19. September 1841 hielt der damalige Pastor Schwerdtfeger den Erntedankgottesdienst des Morgens in Laase ab, als plötzlich in Eickelberg Feuer entstand, das auf alle Pfarrgebäude und das Küsterhaus übertragen wurde. Sämmtliche Documente und Schriften sind bei diesem Brande verloren gegangen. 3) Die Kirchenbuchsabschrift aus dem Superintendenturarchiv behandelt: 1740-1761 Eickelberg und Laase=Penzin getrennt. 1761-1786 Eickelberg und Laase getrennt. 1786-1841 Eickelberg und Laase gemeinsam. Das Original von 1841 an enthält Eickelberg und Laase.

Eldena , Pr. Grabow, Pa.

T. 1780, 17. Juni. Tr. 1780, 21. Juni. B. 1780, 30. Juni. Cm. Seit 1868 lückenhafte Verzeichnisse neben den Kirchenbüchern; Cfm. 1816.

HN. In den beiden ältesten Kirchenbüchern finden sich vorn Nachrichten über die verschiedenen Feuersbrünste, welche den Ort heimgesucht haben.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das Kirchenbuch ging durch die Feuersbrunst am 4. Juni 1780 verloren. (Cleemann, Syll. Parch., Seite 108.) 3) Ein Verzeichniß sämmtlicher Einwohner des Amtes Eldena mit Altersangaben von 1669,14. März, ist im Archiv. (Archivacten, Dom. Eldena, Beschreibung des Amtes.)

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Elmenhorst , Pr. Klütz, Sch.

T. 1658. Tr. 1654. B. 1654. Cm. 1851. Cfm. 1719. Lücke: 1721-1754.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Federow (Kargow, Speck), Pr. Waren, Ma.

T. 1763. Tr. 1763. B. 1763. Cfm. 1765.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Im ältesten Kirchenrechnungsbuch steht pag. 1: "Zuforderst wird unumgänglich zu erörtern seyn, daß im ao. 1733 Freytags vor Weynachten das pfarrhaus hieselbst zu Federow abgebranndt, und bey diesem unglücklichen erlittenen Brande auch zugleich die gesammte Kirchen=Rechnungen - - - eingeäschert worden, mithin alle diese Uhrkunden auf diese art von abhänden geckommen" . In der kurzen Chronik hinten in diesem Rechnungsbuch steht pag. 6: "Er" (P. Rudow) "legte gleich" (bei seinem Amtsantritt, 1765, nach dem 1763 erfolgten Tode seines Vorgängers) "ein Kirchenbuch an und von seiner Zeit an weiß man, wer geboren, copuliert oder gestorben ist" . Nach einer "Vorbemerkung" im ersten Kirchenbuch hat die Vacanz nach dem "Absterben des seeligen Herrn Praepositi Birckenstädt von 1763, den 6. October, bis 1765, den 24. Januar gewährt. Für diese Zeit hat der oben genannte P. Rudow die Amtshandlungen nachgetragen, die P. Seger zu Schloen in Federow, Kargow und Godow vorgenommen hat" . (Pastor Friese an das Archiv vom 5. September 1893.) 3) Auf der Pfarre befindet sich eine alte Aerarberechnnng, darin eine kurze Chronik. (Pastor Friese an das Archiv vom 20. Februar 1894, s. Präsentatenbuch F. F. III. 800.)

Finken , Pf. Dammwolde, Pr. Röbel, Ma.

T. 1747. Tr. 1747. B. 1747. Cfm. 1747.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Wegen etwaiger älterer Kirchenbücher vor 1747 s. Dammwolde.

Groß Flotow , Pf. Groß Lukow, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1676. Tr. 1752. B. 1752. Cfm. 1705.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Frauenmark (Severin), Pr. Crivitz, Pa.

T. 1714. Lücke: 1755-1759. Tr. 1714. Lücke: 1760-1764. B. 1714. Lücke: 1759-1770. Cfm. 1777.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste auf der Pfarre vorhandene Kirchenbuch ist mit Nr. II bezeichnet. Nr. 1 ist dort nicht mehr vorhanden. 3) Nach Cleemann begann das älteste Kirchenbuch 1693. (Cleemann, Syll. Güstr., Sp. 212.)

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Friedrichshagen , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1650, 12. März. Tr. 1651. Lücke: 1740-1745 incl. B. 1749. Cfm. 1826.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

AltGaarz , Pr. Bukow, Do.

T. 1687-1739 (Archiv), 1740 (Pfarre). Tr. 1687-1739 (Archiv), 1740 (Pfarre). B. 1688-1739 (Archiv), 1740 (Pfarre). Cfm. 1815.

HN. Im Kirchenbuch von 1687-1739 am Schluß: Einnahme und Ausgabe der Kollectengelder an den Bettagen 1705-1719 (Archiv). In den jüngeren Kirchenbüchern: Notizen über Blitzschäden am Kirchthurm 1756, 1779, 1797 (Pfarre).

Bem. Auf der ersten Seite des Kirchenbuches von 1687-1739 steht, wahrscheinlich von derselben Hand, von der die ersten Eintragungen herrühren: "Nr. 2." Ein älteres Kirchenbuch als dies hat es also einmal gegeben.

AltGaarz , Meklenburg=Strelitz, s. Krümmel, Bem. 1.

Gadebusch (Meetzen), Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1626-1732 (Archiv), 1733 (Pfarre). Tr. 1626-1732 (Archiv), 1733 (Pfarre). Lücken: 1637-1640, 1650-1656. B. 1650-1732 (Archiv), 1733 (Pfarre). Lücke: 1674-1681. Cfm. 1810 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch II und III am Schluß eine Chronik. (Archiv.)

Bem. Im Archiv sind drei Kirchenbücher: I. 1626-1681, II. 1681-1718, III. 1719-1732.

Gägelow (DabeI), Pr. Sternberg, Gü.

T. 1651. Tr. 1651. B. 1651. Cm. 1879, unvollständig. Cfm. 1813.

HN. Nur einige unvollständige Angaben über dortige Prediger.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das Kirchenbuch ist angelegt 1650; die Eintragungen beginnen aber erst 1651.

Gammelin , Pr. Hagenow, Sch.

T. 1713-1742 (Archiv), 1739 (Pfarre). Tr. 1719-1742 (Archiv), 1739 (Pfarre). B. 1739 (Pfarre). Cfm. 1789.

Bem. Im Archiv befindet sich das Original und eine Abschrift des Kirchenbuches von 1713-1742.

Ganzlin , Pf. Gnevsdorf, Pr. PIau, Pa.

T. 1709-1715 (Archiv), 1715 -1839 (Vietlübbe), 1839, 15. October (Gnevsdorf). Lücke: 1753-1754. Tr. 1709-1710

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(Archiv), 1715-1839 (Vietlübbe), 1839 (Gnevsdorf). Lücke: 1710 -1715. B. 1709-1714 (Archiv), 1715-1839 (Vietlübbe), 1839 (Gnevsdorf). Lücken: 1712 -1714, 1790. Cfm. 1839 (Gnevsdorf).

HN. s. Vietlübbe und Gnevsdorf.

Bem. 1) Vor 1709 gehörte Ganzlin zu Gnevsdorf; die Register aus dieser Zeit sind wohl beim Brande der Pfarre zu Gnevsdorf 1756 mit zu Grunde gegangen. 2) 1709 wurde Ganzlin mit Vietlübbe vereinigt, wohin es schon vor der Gnevsdorfer Zeit gehört hatte; 1839 wurde Ganzlin an Gnevsdorf gegen Retzow vertauscht. (Archivacten, Eccl. Vietlübbe, Kombination von Ganzlin mit Vietlübbe.) 3) Die im Archiv befindlichen Eintragungen für Ganzlin finden sich in dem Kirchenbuch von Vietlübbe von 1670-1715.

Garwitz , Pr. Crivitz, Pa.

T. 1672. Lücke: 1797, 5. November -1798, 2. April. Tr. 1787. B. 1672. Cm. 1890. Cfm. 1793. Lücken: 1798-1800, 1810-1815.

HN. Verzeichniß der seit Ende des 16. Jahrhunderts amtirenden Pastoren.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch reicht von 1672 -1787 und enthält die Tauf= und Sterberegister der Dörfer Garwitz, Damerow und Raduhn. (Pastor Hilbenz an das Archiv vom 12. September 1893.)

Gielow , Pr. Malchin, Ma. .

T. 1760 (Pfarre). Tr. 1760 (Pfarre). B. 1760 (Pfarre). Cm. 1879 (Pfarre). Cfm. 1766 (Pfarre)

HN. Im ältesten Kirchenbuch finden sich Nachrichten über die Gielower Pfarre und über deren Einkünfte, und zwar vom 30 jährigen Krieg an, namentlich über die Loslösung Gielows von Zettemin 1837 und über die Zutheilung der Gemeinde an Malchin, wobei es bis 1862 verblieb.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) In Zettemin befindet sich ein Verzeichniß der Getauften, Gestorbenen und Kopulirten zu Duckow und Gielow von 1760-1766; hieraus stammen wahrscheinlich die Nachrichten des Gielower Kirchenbuchs aus dieser Zeit. Das Zetteminer Kirchenbuch geht von 1766 an und bezieht sich auf Zettemin, Rothmannshagen, Rützenfelde, Pinnow und das Filial Duckow. (Pastor Kasten=Zettemin an das Archiv vom 26. Juli 1893.) 3) Ueber die Kirchenbücher von Zettemin berichtete derselbe an das Archiv am 24. Juli 1893: "Aus früheren Zeiten sind nur einige Aufzeichnungen über Taufen von 1696-1733 vorhanden, sowie vom Jahre 1761. Es sollen die alten Kirchen=

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bücher (also auch die Gielow'schen) bei einem Brande des Pfarrhauses mitverbrannt sein."

GroßGievitz (Schönau), Pr. Waren, Ma.

T. 1718. Tr. 1718. B. 1718. Cfm. 1754. Lücke: 1773-1801.

HN. Kurze Notizen über die Personalien der Pastoren.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste vorhandene Kirchenbuch beginnt 1718 mit dem Amtsantritt des Pastors Schwarzkopf am 2. August 1718.

Gischow , Pr. Parchim, Pa.

T. 1689, 24. Juli. Tr. 1689, 22. October. B. 1689, 15. Juli. Cfm. 1815.

HN. Am Ende des alten Kirchenbuches über die Zeit von 1806 - 1827 vom damaligen Pastor Fabricius.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Gischow hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April l875.)

Gnevsdorf , Pr. Plau, Pa.

T. 1759, 14. März. Tr. 1959, 5. October. B. 1759, 28. Februar. Cfm. 1798, Palmarum. 28. Februar. Cfm. 1798, Palmarum.

HN. Der Brand der Pfarre zu Gnevsdorf 1756, Angaben über den Eintritt der Pastoren ins Pfarramt seit 1778 und einige andere biographische Notizen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Feuer am 16. October 1756, wobei auch die Pfarre abbrannte. (Cleemann, Syll. Güstr. Sp. 240.)

Gnoien , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1654-1742, lückenhaft (Archiv), 1743 (Pfarre). Tr. 1654-1742, lückenhaft (Archiv), 1743 (Pfarre). B. 1654-1742 lückenhaft (Archiv), 1743 (Pfarre). Cfm. 1815. Lücke: 1819-1820.

GroßGodems , Filialkirche, s. Slate.

Goldberg , Pr. Goldberg, Gü.

T. 1656-1749 (Archiv), 1750 (Pfarre). Tr. 1657-1749 (Archiv), 1750 (Pfarre). Lücke: 1663-1670. B. 1657-1749 (Archiv), 1750 (Pfarre). Lücken: 1694-1699, 1704-1708. Cm. 1888, 1. Advent, privatim geführt. Cfm. 1771-1735 (Archiv), 1802 (Pfarre). Lücken: 1735-1202, 1808-1817.

HN. Im Kirchenbuch von 1156-1749 findet sich zu Anfang a. ein Verzeichniß der Gebühren beim Tode von Prediger=Wittwen etc. .,

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b. ein Verzeichniß der Kirchenvorsteher, c. zwei Kollecten von 1735; ziemlich zum Schluß: d. ein Verzeichniß, betreffend Bestellung der Pfarräcker. (Archiv.)
Ein älteres auf der Pfarre befindliches Buch enthält historische Nachrichten über die Prediger zu Goldberg von 1557-1872, über die Einweihung des Kirchhofes vor dem Mühlenthor 1797, über den Brand von 1722, über Kriegsereignisse in den Jahren 1806 und 1809, über den Scheunenbrand von 1826, über das in der Kirche hängende Lutherbild von 1832.

Goldebee , Pr. Lübow, Do.

T. 1654. Lücke: 1736-1737. Tr. 1690. Lücke: 1736-1737. B. 1690. Lücke: 1736-1737. Cfm. 1815.

HN. Die Kirche und Pfarre betreffende Notizen seit 1594.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Goldenstädt , combinirte Mutterkirche, s. Uelitz.

Gorlosen , Pr. Grabow, Pa.

T. 1666. Lücke: 1671-1783 einschl. Tr. 1666. Lücke: 1670-1783 einschl. B. 1666. Lücke: 1671-1783 einschl. Cm. 1883, 5. Februar. Cfm. 1770, genau von 1784 an.

HN. Im ältesten vorhandenen Kirchenbuch ein Verzeichniß sämmtlicher Prediger von Petrus Willebrand, der die Concordienformel mit unterzeichnete, bis auf Hartmann (emeritirt 1838). Vom Jahre 1785-1824 mit Bezug auf Kriege, Wetter und Kornpreise.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Es befindet sich auf der Pfarre ein Buch in 8º im Pergamentbande, in welchem sich lückenhafte Aufzeichnungen von der Hand des Pastors Ernst Schmidt (gestorben 1671) finden und zwar über 1) Getaufte von 1666, 17. Juni bis 1671, 11. Februar, 2) Copulirte von 1666, 30. October bis 1670, 19. October, 3) Beerdigte von 1666, 13. April bis 1671, 29. Januar. 3) Zu Anfang des ältesten vorhandenen Kirchenbuchs im Jahre 1784 steht folgende Notiz: "Im Jahre 1784 den 1. Januar unter der Predigt entstand im Pfarrhause eine Feuersbrunst, darin das Kirchenbuch, welches sich von 1666 anfing, mitverbrannt ist."

Gorschendorf , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1704. Tr. 1704. B. 1704. Cfm. 1817.

HN. Im ältesten Kirchenbuch finden sich herzogliche Verordnungen, die auf dem Currendenwege den Pastoren mitgetheilt wurden, von 1694 an; dazu ein Verzeichniß der zur Pfarre gehörigen Ländereien, der Einkünfte der Pfarre, der Accidentien, der

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der Kirche gehörigen Geräthe. Im zweiten Kirchenbuch sind nur noch Currenden, das dritte Kirchenbuch enthält sich aller fremdartigen Bestandtheile. (Archiv für Landeskunde 1861, S. 347-348.)

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch reicht von 1704-1762, das zweite von 1762-1831.

Görslow , Filialkirche, s. Pinnow.

Grabow , Pr. Grabow, Pa.

T. 1640-1743 (Archiv), 1744 (Pfarre). Lücke: 1779. Tr. 1640-1743 (Archiv), 1744 (Pfarre). B. 1640-1743 (Archiv), 1744 (Pfarre). Cfm. 1849 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1640-1743 eine series pastorum Grabovensium von 1534-1735 (Archiv).

Bem. Zu Anfang des Kirchenbuches von 1640-1743 die Nachricht, daß 1657 bei Gelegenheit einer Visitation die Anlegung eines Kirchenbuches angeordnet wurde. Die Jahre von 1640 an sind dann nachgetragen.

Grabow , Pf. Kambs, Pr. Röbel, Ma.

T. 1701-1748 (Kambs), 1748-1793 (Dammwolde), 1793 (Kambs). Lücken: 1730, 1733-1744. Tr. 1701-1748 (Kambs), 1748-1793 (Dammwolde), 1793 (Kambs). Lücken: 1730, 1733-1744. B. 1701-1748 (Kambs), 1748-1793 (Dammwolde), 1793 (Kambs). Lücken: 1730, 1733-1744. Cm. Seit den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts, unvollständig (Kambs). Cfm. 1744-1748 (Kambs), 1748-1793 (Dammwolde), 1793 (Kambs).

Bem. 1) Grabow wurde bis 1679 von Freyenstein aus kurirt; die dort vorhandenen Kirchenbücher beginnen erst 1720. (Pfarrer Eisfeld=Freyenstein an das Archiv vom 18. October 1893.) 2) Grabow wurde von Kambs aus verwaltet 1701-1733, 1744-1748 (ad interim), von 1793 an. (Fragebogen Grabow.) Grabow wurde von Dammwolde aus verwaltet von 1748-1793. (Kirchenrath Harder - Dammwolde an das Archiv vom 27. August 1893.) 3) Grabower Register von 1733-1744 befinden sich weder in Freyenstein, noch in Wernikow, noch in Kieve. (Pastor Eisfeld=Freyenstein an das Archiv vom 18. October, Pastor Stoephasius=Wernikow vom 2. November, Pastor Binde - Kieve vom 15. October 1893.)

Grambow , Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1655-1705 (Archiv), 1706 (Pfarre). Tr. 1640 (Pfarre). Lücke: 1716-1769. B. 1639 (Pfarre). Lücke: 1717-1718. Cm. 1794, lückenhaft (Pfarre). Cfm. 1783 (Pfarre).

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Granzin (Greven), Pr. Boizenburg, Sch.

T. 1730, 12. März. Tr. 1730, 21. April. B. 1730, 3. März. Cfm. 1809.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1712 brannte die Pfarre ab. (Archivacten, Eccl. Granzin, Pfarrbau.)

Granzin , Pr. Parchim, Pa.

T. 1664-1726, lückenhaft (Archiv), 1740-1787 (Sup.=Archiv Sch.), 1787 (Pfarre). Lücke: 1726-1739. Tr. 1664-1726, lückenhaft (Archiv), 1740-1787 (Sup.=Archiv Sch.), 1787 (Pfarre). Lücke: 1726-1739. B. 1664-1726, lückenhaft (Archiv), 1740 -1787 (Sup.=Archiv Sch.), 1787 (Pfarre). Lücke: 1726-1739. Cfm. 1815 (Pfarre).

Grebbin (Kossebade und Dargelütz), Pr. Lübz, Pa.

T. 1657, 22./24. Juni. Tr. 1658, 1. November. B. 1657, 4./7. August. Cfm. 1809.

HN. 1569-1809 Verzeichniß der Grebbiner Prediger. 1806, 3. November Kriegsnoth. 1809 Kirchenrestauration. 1817 300-jähriges Reformationsfest.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Grebbin hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

GroßGrenz , Filialkirche, s. Kambs.

Gresse , Pr. Boizenburg, Sch.

T. 7652-1732 (Pfarre), 1740-1763 (Sup.=Archiv), 1763 (Pfarre). Lücke: 1732-1740. Tr. 1652-1740 (Pfarre), 1740-1763 (Sup.=Archiv), 1763 (Pfarre). Lücke: 1732-1737. B. 1740-1763 (Sup.=Archiv), 1763 (Pfarre). Cfm. 1809 (Pfarre).

Gressow , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1654-1749 (Archiv), 1749 (Pfarre). Lücke: 1711-1717. Tr. 1654-1750 (Archiv), 1749 (Pfarre). Lücke: 1712-1744. B. 1654-1751 (Archiv), 1749 (Pfarre). Lücke: 1708-1744. Cfm. 1752 (Pfarre), von denen einige Blätter zerstört.

HN. Zu Anfang des ältesten Kirchenbuches ein Prediger=Verzeichniß seitdem 16. Jahrhundert. Am Schluß desselben: a. Nachrichten aus dem Kirchspiel (besonders Kirchenbußen), b. Pfarr= und Küstereinkünfte von Barendorf 1696 neu geordnet. (Archiv.)

Bem. 1) Das älteste Kirchenbuch angefangen 1654; von vorigen Zeiten hat man keine Nachricht; ob sie nicht angezeichnet oder solches Buch in den Kriegszeiten von Händen gekommen, kann man

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nicht wissen. (Kirchenbuch von 1654 -1749.) 2) In den späteren Registern Bemerkungen betreffend Familien - Angelegenheiten höher stehender Personen, etwa bis 1816. (Pfarre.)

Greven , Filialkirche, s. Granzin.

Greven , Filialkirche, s. Lanken.

Grevesmühlen , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1688-1745 (Archiv), 1746 (Pfarre). Tr. 1688-1745 (Archiv), 1746 (Pfarre). B. 1688-1785 (Archiv), 1786, December (Pfarre). Lücke: 1786. Cfm. 1810 (Pfarre).

Bem. 1) Ein älteres Kirchenbuch als 1688 ist verbrannt. (Archivacten, Fam. Frahm, 1720.) 2) Die Beerdigungen von 1741 -1785 sind, da bei dem Absterben des weil. Präpositus Kosegarten das hiesige Todtenbuch unter feine Bibliothek gekommen und mit verauctionirt sein muß, verloren gegangen und aus den in der Superintendentur sich befindenden Registern abgeschrieben. (Kirchenbuch 1688-1785.)

Grubenhagen , Pr. Malchin, Ma.

T. 1668. Lücke: 1740-1749. Tr. 1695. Lücke: 1740-1750. B. 1786. Cm. 1855. Cfm. 1753.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Von 1668 an sind die Verstorbenen, sofern sie mit Glocken beerdigt sind, im Kirchen=Rechnungsbuch aufgeführt. Von 1740-1750 ruht auch dieses. 3) Von 1740-1749 ist überhaupt kein Kirchenbuch geführt. Solange dauerte die Vacanz. Es ist von den benachbarten Pastoren das Nothwendige an Amtsgeschäften verrichtet, aber nichts angeschrieben. (Pastor Hoyer an das Archiv vom 19. November 1892.)

Grüssow (Walow), Pr. Malchaiv, Ma.

T. 1747, Neujahr. Tr. 1747. B. 1768, Walow 1767 beginnend. Cfm. 1768.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Tauf= und Begräbnißregister sind bis 1786 für Grüssow, Walow und Zislow getrennt geführt, von da an ebenso wie die andern Register gemeinsam. 3) Ein Grund für das Fehlen der älteren Kirchenbücher hat sich trotz nochmaliger Nachforschung auf der Pfarre und beim Patron nicht feststellen lassen. (Pastor Schultz an das Archiv vom 24. Juli 1893.)

Güstrow (Dom), Gü.

T. 1634-1719 (Archiv), 1721, 16. Februar (Pfarre). Lücken: 1719-1721, 1752-1755. Tr. 1638-1720 (Archiv), 1721 (Pfarre). Lücken: 1676, 1678-1683, 1753-1756. B. 1756,

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13. Juli (Pfarre). Lücke: 1787. Cm. 1874, privatim geführt (Pfarre). Cfm. 1794.

Bem. Im Archiv sind zwei Kirchenbücher: I. Taufen 1634 -1681, Trauungen 1638-1720; II. Taufen 1666-1719.

Güstrow (Pfarrkirche), Gü.

T. 1690. Tr. 1677. B. 1787. Cfm. 1802.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Wegen Einsendung alter, der Pfarrkirche gehörigen Kirchenbücher ist patronatsseitig die Beschlußfassung einstweilen ausgesetzt. (Bericht des Sup. Polstorff vom 8. Mai 1875.)

Güstrow (Landarbeitshaus), "Heilige Geistkirche" , Gü.

T. 1817. Tr. 1818. B. 1817. Cfm. 1817.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Güstrow (Garnison), Gü.

T. 1887. Tr. 1887. B. 1887. Cfm. 1887.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Sie wurden angelegt mit Einrichtung der Garnisongemeinde am 1. April 1887.

Hagenow , Pr. Hagenow, Sch.

T. 1689, 25. October. Lücke: 1743-1747. Tr. 1689,

28. October. Lücke: 1743-1717. B. 1689, 27. October. Lücke: 1743-1747. Cfm. 1828.

HN. Curricula vitae der Pastoren sind eingetragen, sonst nur selten unbedeutende Notizen.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Hanstorf , Pr. Schwaan, Do.

T. 1661, 15. October. Tr. 1661, 17. November. B. 1661, 16. October. Cfm. 1775. Lücke: 1804-1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) "Die Specification der Beichtkinder sonderlich, was der Alten ihr Alter und Zeit ihrer ersten Communion betrifft, hätte accurater werden mögen, wann nicht vor 44 Jahren das Tauff=Register durch die Keyserliche Kriegsruin were verlohren gangen." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.)

Heiligenhagen , Pf. Hanstorf, Pr. Schwaan, Da.

T. 1720. Lücke: 1766-1770, 2. October. Tr. 1719, 17. December. Lücke: 1766-1770, 19. October. B. 1720, 17. März. Lücke: 1766-1770, 2. October. Cfm. 1815.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

GroßHelle , Pf. Penzlin, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1745. Tr. 1748. B. 1750. Cfm. 1802.

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Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1704 wird GroßHelle von Mölln aus kurirt: "Zu Grossen Hell ist für dem 30 jährigen Kriege die mater gewesen, ligt izo gantz danieder und wird kein Gottesdienst hieselbst verrichtet, weil weder Kirche noch Pfargebeude mehr anzutreffen, ohne daß alle Jahr etliche mahl auff dem Hofe in der Stuben geprediget und Nachtmahl verreichet wird - - -." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von Mölln, 1704.) 3) 1721 starb der Pastor Aeminga zu Mölln. Im Streite um den Nachfolger wird GroßHelle mit Schwandt 1723 zu Penzlin gelegt. (Archivacten, Eccl. Mölln, Pfarrbesetzung.) - 4) Vgl. Penzlin, Anm. 2. 5) Im Möllnfchen Kirchenbuch von 1723-1762 nur eine Eintragung für GroßHelle von 1724. (Archiv.)

KleinHelle , Pf. Mölln, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1728-1762 (Archiv), 1762 (Pfarre). Tr. 1728-1762 (Archiv), 1762 (Pfarre). B. 1728-1762 (Archiv), 1762 (Pfarre). Cm. 1889 (Pfarre). Cfm. 1728-1761 (Archiv), 1801 (Pfarre). Lücke: 1761-1801.

HN. s. Mölln.

Bem. 1) Die im Archiv befindlichen Register stehen im Kirchenbuch von Mölln von 1723-1762. 2) 1704 gehörte KleinHelle zu der damals selbstständigen Pfarre Gädebehn, 1705 KleinHelle und Gädebehn zu Mölln gelegt. (Archivacten, Eccl. Mölln, Pfarrbesetzung.) 3) 1721 starb der Pastor Aeminga zu Mölln. Im Streit um den Nachfolger erreicht Friedrich Ernst v. Voß, daß Klein Helle und Gädebehn 1723 der Pfarre Gevezin zugelegt werden. 1728/29 kommen Klein Helle und Gädebehn von Gevezin an Mölln zurück. (Archivacten, Eccl. Mölln, Pfarrbesetzung.) 4) "1728, 25. Dec. habe ich die Kl.Heller und Gädebehner Pfarre mit bekommen zu curieren." (Archivacten, Eccl. Mölln, Kirchenbuch.) 5) Die Register von 1705-1723 sind in Mölln verloren gegangen. (s. Mölln, Anm. 1.) 6) Die Aufzeichnungen aus der Zeit von 1723-1728 sind jetzt in Gevezin nicht mehr vorhanden, da das Geveziner Kirchenbuch beim Brande des Pfarrhauses zu Wulkenzin 1887 verbrannt ist. (Pastor Ahlers=Wulkenzin an das Archiv vom 11. September 1893.)

Herzberg , Pf. Granzin, Pr. Parchim, Pa.

T. 1684. Lücke: 1721-1724. Tr. 1684. Lücke: 1721-1724. B. 1684. Lücke: 1721-1724. Cfm. 1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Vor 1684 ist ein Kirchenbuch vorhanden gewesen, doch ist es in der Vacanzzeit von 1682-1684 verloren gegangen. Im Beichtkinderverzeichnisse von 1704 schreibt Pastor Caphengst (1684 bestellt): "Auff erhaltenen

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gnädigsten befehl habe meine jetzige beichtkinder mit ihrem nahmen und nach ihrem alter spezificiren sollen, wann aber bey antrit meines predigampts kein Kirchenbuch vor mir gefunden, sondern solches in der 3 jährigen interims=Zeit, da diese Pfarre vacant gewesen, liederlich und unverantwortlich von Händen gebracht, auch die meisten beichtkinder ihr Alter nicht eigentlich gewust, so habe in diesen passu nach ihrer ungewißen und einfältigen Jahrrechnung accommodirn und folgendlich hieher setzen müßen: - - -" 3) Im ältesten Kirchenbuch von 1684-1721 sind die Getauften, Copulirten und Gestorbenen getrennt. Wahrscheinlich spätere Zusammenstellung aus einem nicht mehr vorhandenen Originale. Im Kirchenbuch von 1724-1787 die Amtshandlungen unter und neben einander. 4) Die Genehmigung des ritterschaftlichen Patrons zur Einsendung des vorhandenen Kirchenbuchs von 1684-1721 ist versagt worden. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Herzfeld , Pr. Neustadt, Pa.

T. 1703-1738 (Archiv), 1739 (Pfarre). Lücken: 1704-1706, 1724 1730. Tr. Fragment aus unbekanntem Jahr (Archiv), 1739 (Pfarre). B. 1693-1734 (Archiv), 1739 (Pfarre). Lücke: 1734-1739. Cm. 1872 (Pfarre). Cfm. 1739 (Pfarre).

HN. Ein Art Currendebuch von 1753-1759, sowie Pfarrnachrichten von Mag. Ansehl (ca. 1760) und Personalia von Kleffel (1788) und Flörke (ca. 1790).

Bem. Im Archive befinden sich Aufzeichnungen auf 14 beschriebenen Blättern in 8º und 2 Fragmenten; dazu 5 unbeschriebene Blätter in 8º. Sie wurden am 19. August 1893 von der Pfarre Herzfeld abgeliefert.

Hohenkirchen , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1706. Tr. 1706. Lücke: 1728-1731. B. 1707. Lücken: 1729-1730, 1730-1775, Juli. Cm. 1891, August. Cfm. 1789.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Holzendorf , Pr. Crivitz, Pa.

T. 1737, 10. April. Tr. 1737, 17. Mai. B. 1737, 15. December. Cm. 1872, 8. Januar. Cfm. 1740, 15. April.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Auf der ersten Seite des von Pastor Siggelkow im Jahre 1737 angelegten Holzendorfer Kirchenbuchs schreibt dieser: "Da ich Johannes Wilhelm Siggelkow anno 1737, d. 7. April - - - befunden alles, weil nach Absterben des seligen Herrn Pastor Schultzen diese Pfarre beinahe 8 Jahre ohne einen Hirten und Seelsorger gewesen, in größter

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Unordnung, sogar daß weder von den Getauften, noch Gestorbenen, noch eingesegneten Kindern einige Nachricht anzutreffen war, - - ___ diesem nach habe gegenwärtiges Buch anfertigen lassen." (Pastor Simonis an das Archiv vom 18. September 1893, vgl. Karsten, Kirchen= und Schulblatt, Rostock 1840, S. 309 und 312.)

Hornstorf , Pr. Lübow, Do.

T. 1732. Tr. 1789. B. 1789. Gfm. 1792, bis 1816 mangelhaft.

HN. Im ältesten Kirchenbuch: a. Verfügungen des Herzogs, betreffend Gebühren der Prediger 1641, 1653, 1656; b. Berichte über Pfarrbesetzungen (der älteste von 1650); c. Verzeichnisse der zur Wedem gehörenden Ackerstücke und Pfarrgerechtigkeiten, Hebungen etc. .; d. Ausgabe und Einnahme von Kirchen= und Bau=Geldern, zuerst von 1651. (Pastor Wiedow an das Archiv vom 25. August 1893.)

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Der 1732 eingetretene Pastor Höfisch sagt 1789, er habe von seinem Vorgänger kein Kirchenbuch vorgefunden, er selbst habe nur die Getauften an-gezeichnet. Ihm wird aufgetragen, von nun an alle Rubriken des neuen Schemas auszufüllen. (O.=K.=R.=Acten, Sicherung der Kirchenbücher, Nr. 81.)

Jabel , Pr. Malchow, Ma.

T. 1640. Lücken: 1665-1668, 1677-1679. Tr. 1762.B. 1762. Cm. 1865. Cfm. 1808.

HN. Notiz aus dem Jahre 1724 über die Pastoren in Jabel. Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

AltJabel , Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1651-1716 (Archiv), 1716, 22. Juli (Pfarre). Tr. 1651-1716 (Archiv), 1716, 8. Juli (Pfarre). B. 1651-1716 (Archiv), 1716, 27. Juli (Pfarre). Cfm. 1784 (Pfarre). Lücke: 1795 1800.

HN. Am Schluß des Kirchenbuches von 1651-1716: a. Beiträge zur neuen Taufe 1692; b. Kirchenrechnungen, darin auch Nachrichten aus dem Kirchspiel. (Archiv.)

KirchJesar , Pr. Hagenow, Sch.

T. 1724-1834 (Warsow), 1834, 1. Januar (Pfarre). Tr. 1723-1834 (Warsow), 1834, 1. Januar (Pfarre). B. 1724-1834 (Warsow), 1834, 1.Januar (Pfarre). Cfm. 1815-1834 (Warsow), 1834 (Pfarre).

Bem. 1) KirchJesar hat seit 1834 ein eigenes Kirchenbuch, obgleich es bis 1851 noch von Warsow verwaltet wurde. (Fragebogen von Warsow und Walter, Unsere Landesgeistlichen, Penzlin 1889, S. 117.) 2) Vgl. Warsow, Anm. 2.

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Jesendorf , Pf. Zurow, Pr. Lübow, Do.

T. 1740-1799 (Sup.=Archiv Sch.), 1800 (Pfarre). Lücke: 1806. Tr. 1740-1799(Sup.=Archiv Sch.) 1800(Pfarre). Lücke: 1806. B. 1740-1799 (Sup.=Archiv Sch.), 1800 (Pfarre). Lücke: 1806. Cfm. 1801 (Pfarre).

Bem. 1) Das älteste Kirchenbuch begann 1686. Auszuge aus diesem, betreffend die Familie von Behr von 1686-1718, beglaubigt von Pastor Stoff 1780, finden sich "Penz, Familie von Behr." (Archiv.) 2) Im Frühjahr 1871 wurde das Pfarrhaus durch den Blitz eingeäschert; dabei verbrannte das Kirchenbuch. (Pastor Lenthe an das Archiv vom 21. September 1893.) 3) Von 1800, 1. Januar - 1870 ist das Kirchenbuch eine Abschrift aus dem Superintendentur=Archiv, vom 1. Januar 1871 an Original.

Jördenstorf , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1647-1712 (Archiv), 1768 (Pfarre). Lücke: 1712-1768. Tr. 1647-1710 (Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1710-1787. B. 1647-1707 (Archiv), 1772 (Pfarre). Lücke: 1707-1772; unvollständig 1772-1786. Cfm. 1656-1723 (Archiv), 1801 (Pfarre). Lücke: 1723 -1801.

Bem. 1) Das im Archiv befindliche Kirchenbuch 1 von 1647 -1698 ist auf Anordnung des Superintendenten Janus im December 1647 aus der Kirche zu Jördenstorf bezahlt. 2) Im ältesten Kirchenbuch ein Verzeichniß der unehelichen Kinder von 1659-1698. 3) Das Kirchenbuch II im Archiv reicht von 1695-1723. 4) "Es werden aber jedesmahl die Confitenten nominetenus angeschrieben. Auch habe ich alle meine Beichtkinder noch absonderlich juxta ordinem alphab. mit einem Zwischenraum verzeichnet, wobey notiret wird, wan er communiciret, welches geschieht, wen etwa ein Verächter der Hochw. Sacram. sich fünde, denselben desto besser merken zu können." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1 704.) Scheint jetzt nicht mehr vorhanden! 5) Beim Pfarrhausbrande 1753 ist vermuthlich das Kirchenbuch von 1712-1735 verloren gegangen. (Ueber den Brand s. Archivacten, Eccl. Jördenstorf, Pfarrbau.) 6) 1735, 30. September starb Mantzel. Pfarrvacanz bis 1748, dann Franck zum Prediger bestellt. (Archivacten, Eccl. Jördenstorf, Pfarrbau;) 7) "Der Pastor Hetschack richtete am 29. December 1783 an die herzogliche Regierung ein Schreiben, in dem er sich über Eingriffe der Beamten in Dargun in seine Rechte beschwert, und erwähnt darin, daß nach dem Ableben seines Prae.Antecessors, des Pastors Mantzel, eine vierzehnjährige Pfarrvacanz stattgefunden und daß sein Vorgänger, der Pastor Franck, der 18 Jahre das Amt eines Predigers

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daselbst verwaltet habe, fast beständig krank und oft ganz unbesinnlich gewesen sei und sich wenig oder gar nicht um ökonomische Angelegenheiten bekümmert habe. Noch bemerke ich, daß in den Pfarracten keinerlei Schriftstücke aus der Zeit des Pastors Franck sich vorfinden, sodaß die Annahme gerechtfertigt erscheint, daß Pastor Franck überall keine Kirchenbücher geführt hat." (Präp. Steinmann an das Archiv vom 22. August 1893.)

Jürgenstorf , combinirte Mutterkirche, s. Stavenhagen.

Ivenack , Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1681. Von 1740-1759 nur die Kladde vorhanden. Tr. 1681. Von 1728-1759 nur Kladde vorhanden. B. 1681. Von 1728-1759 nur Kladde vorhanden. Cfm. 1780.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Einlieferung der vor 1750 abgeschlossenen Register ist vom Patron verweigert. (Bericht des Sup. Schmidt vom 18. Juni 1875.)

AltKalen , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1682. Tr. 1682. Lücke: 1714-1718. B. 1682. Lücke: 1715-1718. Cfm. 1756.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Kalkhorst , Pr. Klütz, Sch.

T. 1639-1704 (Archiv), 1705 (Pfarre). Tr. 1639-1704 (Archiv), 1705 (Pfarre). B. 1639-1704 (Archiv), 1705 (Pfarre). Cfm. 1816 (Pfarre).

HN. Aus den Jahren 1705-1791. (Pfarre.)

Kambs Pr. Röbel, Ma.

T. 1701. Lücken: 1729, Weihnacht - 1731, April; 1739, Februar= 1743, März. Tr. 1701. Lücken: 1729, Weihnacht - 1731, April; 1739, Februar-1743, März. B. 1701. Lücken: 1729, Weihnacht - 1731, April; 1739, Februar - 1743, März. Cm. Seit den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts, aber zum Theil nur auf losen Blättern, daher unvollständig. Cfm. 1 743.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ueber den Verbleib oder den Verlust der älteren Register ist nichts bekannt. (Pastor Beutin an das Archiv vom 28. August 1893.)

Kambs (GroßGrenz), Pr. Schwaan, Do.

T. 1712. 1712 -1745 nachträgliche Aufzeichnungen. Tr. 1712. 1712-1745 nachträgliche Aufzeichnungen. B. 1745. Cm. 1878. Cfm. 1745. Lücke: 1762-1768.

HN. Gelegentlich, aber wenig bedeutsam.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Der 1745 als Pastor in Kambs eingeführte Heuckendorf hat das erste Kirchen=

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buch so begonnen: "Weil alhie kein Kirchen=Buch fürgefunden, so habe dieses dazu genommen u. hierin die Nahmen derjenigen, welche

ich getaufft, confirmiert, copuliert u. begraben, angeschrieben, auch soviel ich aus den Manuscriptis Antecessorum meorum heraus: ziehen können, mit angeführet." Von diesen Manuscriptis findet sich in der Registratur der hiesigen Pfarre nichts mehr, auch von einem Brande, der ältere Kirchenbücher zerstört haben kann, weiß ich nichts. (Pastor Ueltzen an das Archiv vom 27. August 1893.)

Karbow (Darß), Pr. Lübz, Pa.

T. 1662. Tr. 1662. B. 1662. Cfm. 1783.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Karbow hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Karcheez , combinirte Mutterkirche, s. GroßUpahl.

Karchow , Pr. Röbel, Ma.

T. 1710. Tr. 1713. B. 1710. Cfm. 1711.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ueber den Verbleib älterer Kirchenbücher ist auf der Pfarre nichts bekannt. (Pastor Algenstaedt an das Archiv vom 18. August 1893.)

Kargow , Filialkirche, s. Federow.

AltKarin , Pr. Bukow, Do.

T. 1653. Lücke: 1765-1767. Tr. 1654. Lücke: 1765-1785. B. 1754. Lücke: 1761-1785. Cfm. 1721.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Karow , PS. GroßPoserin, Pr. Plau, Pa.

T. 1660. Lücken: 1665-1667, 1678-1679, 1686-1688. Tr. 1660. Lücken: 1665-1667, 1674-1680, 1686-1688. B. 1660. Lücken: 1665-1667, 1677-1679, 1686-1688. Cfm. 1816.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Karstädt , Filialkirche, s. GroßLaasch.

Kastorf (Rosenow), Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1704. Tr. 1704. B. 1704. Cm. 1737-1760, zuweilen nur die Zahl. Von 1859, 15. Mai vollständig. Cfm. 1760. Lücke: 1786-1800.

HN. Biographische Notizen über alle in Kastorf fungirenden Geistlichen hat Pastor Walter aufgezeichnet.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) "Endlich weil ich alhie noch kein Jahr gewesen, Sondern Dom. 1. p. Epiph. a. c. bin introduciret, sonsten auch kein Kirchenbuch finde, sind in

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währender Zeit gestorben 7 Persohnen, getaufft 14, copuliert 1 Paar. Jacobus Köppen pastor." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von Kastorf, 1704.) 3) Vom Jahre 1836 an bringt ein besonderer Band das Namensverzeichniß für das Kastorfer Kirchenbuch.

Kavelstorf , Pr. Lüssow, Gü.

T. 1689. Tr. 1691. Lücken: 1809-1817. B. 1709. Cm. 1840. Cfm. 1821.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ein Kirchenbuch, das bis 1771 reicht, ist von Pastor Wandschneider abgeliefert, aber auf Anweisung des Superintendenten Polstorff wieder zurückgefordert worden. (Bericht des Sup. Polstorff vom 8. Mai 1875.)

Kessin , Pr. Schwaan, Do.

T. 1709. Tr. 1731. B. 1784. Cfm. 1732.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Kieth , Pr. Malchow, Ma.

T. 1649-1722 (Archiv), 1722-1737 (Alt=Schwerin), 1737-1781 (Archiv), 1781 (Pfarre). Tr. 1681-1722 (Archiv), 1722-1737 (Alt=Schwerin), 1737-1781 (Archiv), 1781 (Pfarre). B. 1680-1722 (Archiv), 1722-1737 (Alt=Schwerin), 1737-1781 (Archiv), 1781 (Pfarre). Cfm. 1781 (Pfarre).

HN. Im ältesten Kirchenbuch von 1649-1781 zu Anfang a. Verzeichniß des Eigenthums der Kirche an zinsbaren Geldern, Aeckern, Hölzung, Gerechtigkeiten, Kirchengeräth, des Eigenthums der Pfarre und der Unterhaltung und Hebung der Prediger; b. zwei Formulare für Auszüge aus dem Kirchenbuch. Zum Schluß: c. Inventaraufnahme durch einen neuen Pfarrer; d. Anfang zu einem Register. (Archiv.)

Bem. Daß in der Vacanz von 1722-1737 die meisten pastoralen Amtsverrichtungen von dem Pastor zu AltSchwerin vorgenommen, sagt eine Notiz des ältesten Kirchenbuchs. (Archiv.)

Kieve (Wredenhagen), Pr. Röbel, Ma.

T. 1661. Tr. 1661. B. 1662. Cm. 1888. Cfm. 1801. Lücke: 1804-1810.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Kittendorf (Sülten), Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1697. Tr. 1698. B. 1698. Cm. 1795, lückenhaft. Cfm. 1794.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Klaber , Pr. Teterow, Gü.

T. 1672. Tr. 1686. Lücken: 1708-1738, 1774. B. 1685. Lücke: 1708-1775. Cfm. 1819.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Kladow (Vorbeck), Pr. Crivitz, Pa.

T. 1702-1735 (Archiv), 1740 (Pfarre). Lücken: 1723-1731, 1735-1740, 1758-1775. Tr. 1694-1733 (Archiv), 1740 (Pfarre). Lücken: 1733-1740, 1758-1775. B. 1689-1709 (Archiv), 1740 (Pfarre). Lücken: 1694-1702, 1709-1740,1758-1775. Cfm. 1743 (Pfarre). Lücken: 1750-1753 1755-1815.

HN. 1741 (Pfarre).

Bem. 1) Die Confirmandenregister für Vorbeck beginnen erst 1815. 2) Der Anfang des Kladower Taufregisters fehlt.

Kladrum , Pr. Lübz, Pa.

T. 1700. Bis 1735 lückenhaft. Tr. 1736. Eine Trauung von 1696. B. 1735. Cfm. 1745. Lücken: 1761-1798, 1803-1815.

HN. Notizen über Pastor Schweder finden sich vorn auf dem Deckel und später im Text.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch reicht von 1700-1817. Die Aufzeichnungen vor 1735 sind sehr lückenhaft. 1735-1786 incl. sind die Eintragungen nach den Anfangsbuchstaben der Namen geordnet; unter den einzelnen Buchstaben ist keine weitere alphabetische Ordnung. Das Kirchenbuch in Fol. ist mit grünem Pergament gebunden. 3) Das Kirchenbuch von 1700-1817 war dem Archive am 8. November 1893 von dem Pastor Wehner zur Einsicht zugesandt. 4) "Weil ich die Nahmen der Getauften in Kalendern, die aber hin und her zerstreut waren, vorgefunden, habe ich um mehrerer Ordnung willen dieses Kirchenbuch verfertigen laßen. Schweder 1735 m. Jan."

Klink , Pf. Sietow, Pr. Malchow, Ma.

T. 1686. Tr. 1686. B. 1686. Cfm. 1760.

HN. s. Sietow.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Klinken , Pr. Crivitz, Pa.

T. 1706. Lücke: 1737-1747. Tr. 1730. Lücke: 1744-1748. B. 1730. Lücke: 1744-1748. Cm. 1860. Cfm. 1759.

HN. Visitationsprotokoll vom 25. Februar 1705.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Aeltere Register als 1706 sind nicht vorhanden; in den Pfarracten ist über einen

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Pfarrhausbrand, bei dem ältere Register verloren gegangen sein könnten, nichts zu finden. 3) Es ist hier ein altes Currendenbuch vorhanden, in dem sich außer den Currenden allerlei verzeichnet findet, das meiste ist aber unleserlich geschrieben, daß ich es nicht zu entziffern vermag. In diesem Buche stehen die Taufen von 1706-1748, die Trauungen von 1730-1744, die Begräbnisse von 1730-1736 mit ungeordneten Nachträgen von 1737-1744. An einer andern Stelle stehen Beichtkinder verzeichnet. Ferner sind darin a. Currenden aus dem Ende vorigen und dem Anfang dieses Jahrhunderts, b. Visitationsprotokoll vom 25. Februar 1705, c. seitenlange Berichte über einen gewissen Haase, d. Kirchenschulden von 1709-1729, e. Bittgesuche, f. Befürchtungen vor Dieben, g. Klagen über russische und sächsische Einquartirung. (Pastor Schmidt an das Archiv vom 12. September 1893.)

Klütz , Pf. Brunow, Pr. Neustadt, Pa.

T. 1677. Tr. 1679. B. 1678. Cfm. 1859.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Klütz , Pr. Klütz, Sch.

T. 1653-1732 (Archiv), 1733 (Pfarre). Tr. 1650 (Pfarre). B. 1653 (Pfarre). Cfm. 1791 (Pfarre).

HN. Im Taufregister von 1653-1732 zu Anfang: "Ao. 1653, 23. Aprilis ist Kirchen=Visitatio gehalten worden." (Archiv.)

Kobrow , Filialkirche bis 1703, s. Sternberg.

KirchKogel , Pr. Goldberg, Gü.

T. 1754. Lücke: 1788-1796. Tr. 1754. Lücke: 1788-1796. B. 1754. Lücke: 1788-1796. Cfm. 1796, 15. August.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) "Sonst habe ich seid 1672, 2. post Trin., in allem bißher getauffet 295, copuliret 64, begraben 179 mit denen in diesem Jahr, da 9 getauffet 2 copuliret v. 1 begraben, vndt unter diesen allen sind 4 adeliche Kinder, eine adeliche Copulation vndt eine adeliche Begräbniß. - - -Joachimus Rossovius, Pastor vndt Präpositus." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.) Obiges konnte nur geschrieben werden, wenn ein Kirchenbuch damals geführt ist! 3) Ueber den Verlust älterer Kirchenbücher ist auf der Pfarre nichts bekannt. 4) Aus der Zeit vor 1796 ist vorhanden ein uneingebundenes Kirchenbuch ohne Titel von 1754, 25. Januar - 1785, 25. November, dazu lose Blätter von 1786-1788. 5) Ein Verzeichniß des für das Jahr 1784 etwa zu bestimmenden Beichtgeldes zu KirchKogel. (Fragebogen und Schreiben des Pastors Hense an das Archiv vom 20. August 1893.)

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Kölzow , Pr. Marlow, Do.

T. 1691, 8. Juli. (Die Gevattern seit 1694 aufgezeichnet.) Tr. 1691, 6. November. B. 1691, 4. August. Cfm. 1815.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Körchow , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1740, Januar. Tr. 1740, Januar. B. 1740, Januar. Cfm. 1807.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Aeltere Kirchenbuchsregister sind wahrscheinlich durch einen Brand verloren gegangen, der im vorigen Jahrhundert die Pfarre traf. Ueberhaupt fehlen alle älteren Acten. (Pastor Halbach an das Archiv vom 22. Juni 1893.)

Kossebade , Filialkirche, s. Grebbin.

Kraak , Filialkirche, s. Sülstorf.

Kraase , Filialkirche, s. Varchentin.

Krakow (AltSammit), Pr. Krakow, Gü.

T. 1689. Lücke: 1808, Mai - 1812, April. Tr. 1729. Lücke: 1808, Mai - 1812, April. B. 1732. Lücke: 1808, Mai - 1812, April. Cfm. 1730.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Kreien (Wilsen), Pr. Lübz, Pa.

T. 1668. Tr. 1671. B. 1668. Cfm. 1710. Lücke: 1714-1798.

HN. aus den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Kritzkow , Pr. Lüssow, Gü.

T. 1750, 6. Juli. Tr. 1750, 23. October. B. 1750, 5. October. Cfm. 1751, Gründonnerstag.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Der Verlust der älteren Kirchenbücher soll durch Brand der Pfarre im Anfang der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts eingetreten sein. Bestimmte Nachrichten über den Brand enthalten die Pfarracten nicht; doch trägt das jetzige Pfarrhaus die Jahreszahl 1756 in den Hausthürbalken eingeschnitten; cf. Weitendorf. (Präp. Metterhausen an das Archiv vom 18. Juli 1893.)

Kröpelin , Pr. Doberan, Do.

T. 1738, 22. Juni. Tr. 1738, Juli. B. 1762. Cfm. 1757.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Am 21. Juni 1738 brannten die älteren Register mit der Stadt auf. (Archivacten, Eccl. Kröpelin, Kirchen= und Pfarrbau.)

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Krukow , Filialkirche, s. AltRehse.

Krümmel , Pf. Melz, Pr. Röbel, Ma.

T. 1705-1756 (AltGaarz), 1756-1783 (Lärz),1783(Pfarre) Lücke: 1712-1715. Tr. 1705-1755 (AllGaarz), 1755-1783 (Lärz), 1788 (Pfarre). Lücke: 1712-1714. B. 1706-1755 (AltGaarz), 1755-1783 (Lärz), 1783 (Pfarre). Lücke: 1712-1715. Cfm. 1793 (Pfarre).

Bem. 1) Die Aufzeichnungen zu AltGaarz befinden sich in den AltGaarzer Kirchenbüchern. Das älteste von diesen reicht von 1704-1792, das zweite von 1792-1862. Nur in den ersten Jahren, von 1705-1712, findet sich für die Taufen von Krümmel eine besondere Zusammenstellung. (Pastor Steinführer zu AltGaarz an das Archiv vom 29. August 1893.) 2) Vor 1705 gehörte Krümmel gleichfalls zu AltGaarz, nur wurde die Gemeinde von 1639-1651 von, Mirow aus besorgt. (Archivacten, Eccl. AltGaarz, Pfarrbesetzung und Beichtkinderverzeichniß von Krümmel 1703.) 3) Von 1639-1651 finden sich Krümmeler Aufzeichnungen in Mirow nicht mehr. Das Mirower Kirchenbuch beginnt im Taufregister 1690, im Konfirmandenregister 1770, im Copulationsregister 1754, im Sterberegister 1754. Nur eine Copulation vom 30. Mai 1777 ist für Krümmel im Mirower Copulationsregister verzeichnet. (Präp. Becker zu Mirow an das Archiv vom 1. November 1893.) 4) Von 1712-1714 gehörte Krümmel zu Lärz. (Archivacten, Eccl. AltGaarz, Pfarrbesetzung.) Aus der Zeit von 1712-1714 findet sich im Lärzer Kirchenbuch keine Eintragung für Krümmel. (Pastor Kehrhahn an das Archiv vom 2. November 1893.)

Kuhlrade (Kloster und Rostocker Wulfshagen), Pr. Marlow, Do.

T. 1659-1753 (Archiv), 1772 (Pfarre). Lücken: 1670, 1753-1772. Tr. 1659-1735 (Archiv), 1773 (Pfarre). Lücke: 1735-1773. B. 1659-1757 (Archiv), 1773 (Pfarre). Lücken: 1669-1670, 1735-1741, 1757-1773. Cm. 1876 (Pfarre). Cfm. 1774 (Pfarre).

Bem. 1) Im Kirchenbuch von 1659-1757 zu Anfang: a. Nachrichten aus dem Kirchspiel; b. Gründungsurkunde der Kirche, aus dem Blankenhäger Kirchenbuch excerpirt. (Archiv.) 2) Auf der Pfarre reicht das älteste Kirchenbuch von 1772-1786, darin die Abschrift zweier Currenden. Aus dem Kirchenbuch von 1659-1757 sind aus 5 Bogen Auszüge von dem Präpositus Schröder gemacht, die sich auf der Pfarre befinden. Die Lücke zwischen den im Archiv und auf der Pfarre befindlichen Registern ist, ebenso wie eine Lücke in den Kirchenrechnungen, wahrscheinlich aus die Unordnungen des

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damaligen Pastors Lembcke zurückzuführen. (Pastor Sarnighausen an das Archiv vom 21. Juni 1893.) 2) Rostocker Wulfshagen war bis 1757, dem Jahre der Absetzung des Pastors Leopoldi, selbstständige Pfarre. Von 1758 an ist die Gemeinde mit der Kuhlradeschen combinirt. (Archivacten, Eccl. Kuhlrade und Wulfshagen.)

Kuppentin (Plauerhagen), Pr. Plau, Pa.

T. 1680, September. Lücken: 1752, November - 1755, Februar; 1757, 7. October - 1777, Januar. Tr. 1680, Herbst. Lücken: 1752-1754,1756 -1782. B. 1683. Lücke: 1754-1782. Cfm. Vorhanden 1783-1795.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Kuppentin hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Laage, Pr. Lüssow, Gü.

T. 1725. Lücke: 1764, 17. Juni - 1786, 6. December Tr. 1725. Lücke: 1760, 28. November - 1787, 10. August. B. 1725. Lücke: 1765, 16. November - 1786, 18. October. Cfm. 1789, 19. April.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Wenn ein älteres Kirchenbuch vorhanden war, so ist es 1759 zu Grunde gegangen, als der größte Theil von Laage abbrannte. (Pastor Beyer an das Archiv vom 20. August 1893.)

Laase , combinirte Mutterkirche, s. Eickelberg.

GroßLaasch (Karstädt), Pr. Grabow, Pa.

T. 1640 1650 (Archiv), 1740-1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1650-1739. Tr. 1640-1650 (Archiv), 1740-1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1650-1739 B. 1640-1650 (Archiv), 1740-1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1650-1739. Cfm. 1787 (Pfarre).

Bem. 1) Ein Extract aus dem Kirchenbuch von 1640-1650 befindet sich im Archiv. Darin heißt es: Das Kirchenbuch von 1581-1640 ist im Kriege untergegangen, das neue Kirchenbuch fängt 1640 an. (Archivacten, Eccl. GroßLaasch, Kirchenbuch.) 2) Die Kirchenbücher von 1640-1787 sind nach einem Schreiben des Präpositus Grimm beim Brande des Pfarrhauses verloren gegangen. (Sup. Walter an das Archiv vom 6. Juli 1893.) 3) 1773 ist Pastor Lehmann abgebrannt, das Kirchenbuch gerettet. (Archiv, Cleemann, handschriftlich nach dem Sup.=Archiv Parchim.) 4) Nach Cleemann, Syll. Parchim. 1809, S. 109, war damals auf der Pfarre ein Kirchenbuch von 1657 an.

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Lambrechtshagen , Pr. Doberan, Do.

T. 1676. Lücke: 1703-1724. Tr. 1676. B. 1769. Cfm.= 1749.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch reicht im Taufregister von 1676-1786, im Trauregister von 1676-1786, im Begräbnißregister von 1769-1786, im Confirmandenregister von 1749-1797.

Langhagen , Filialkirche, s. Serrahn.

Lanken (Greven), Pr. Parchim, Pa.

T. 1644. Lücke: 1647, December 1651, August. Tr 1643. Lücke: 1677, October 1679, März. B. 1643. Lücke: 1677, Mai 1679, März. Cm. 1858 (Gesammtzahl der jährlichen Communicanten). Cfm. 1726. Lücke: 1798-1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Lanken hat keine bis 1750 abgeschlossene Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Lausen , Pf. Rittermannshagen, Pr. Malchin, Ma.

T. 1718-1773 (GroßGievitz), 1775 (Pfarre). Lücke: 1773-1775. Tr. 1718-1773 (GroßGievitz), 1775 (Pfarre). Lücke: 1773-1775. B. 1718-1773 (GroßGievitz), 1775 (Pfarre). Lücke: 1773-1775. Cm. Vorhanden 1775-1833 (Pfarre). Lücke: 1784-1791. Cfm. 1754-1773 (GroßGievitz), 1775 (Pfarre). Lücken: 1773-1775, 1784-1791.

Bem. 1) Die Eintragungen für Lansen im GroßGievitzer Kirchenbuch reichen von 1718 bis 1733, 18. April. Von da an ist das Kirchenbuch vom Pastor Beckmann geführt mit der Bemerkung, daß von nun an im Register Lansen und Schwarzenhof fehlen, weil die Lanser Pfarre von Gievitz abgenommen und Rittermannshagen zugelegt ist. (Pastor Willers an das Archiv vom 15. September 1893.) 2) Ueber Register von Lansen vor 1718 s. GroßGievitz, Bem. 2.

Lapitz , Pf. Penzlin, Vr. Penzlin, Ma.

T. 1745. Tr. 1759, 18. October. B. 1756, vollständig seit 1770. Cfm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ein besonderes Lapitz=Wodrower Kirchenbuch ist auf der Pfarre Gevezin (Wulkenzin) nicht vorhanden gewesen. Eintragungen für Lapitz und Wrodow im Geveziner Kirchenbuch vor 1745 sind beim Brande des Pfarrhauses zu Wulkenzin 1887 verloren gegangen. (Pastor Ahlers zu Wulkenzin an das Archiv vom 11. September 1893.) 3)s. Penzlin, Bem. 2.

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Lärz , Pr. Röbel, Ma.

T. 1672. Lückenhaft: 1672-1740. Tr. 1672. Lückenhaft: 1672-1740. B. 1672. Lückenhaft: 1672 -1740. Cfm. 1800.

HN. Aus den Jahren 1820 und 1834.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Auf der Pfarre befinden sich 5 Kirchenbücher, die 1672, 1740, 1799, 1835 und 1876 beginnen.

Leizen , Pf. Röbel, Pr. Röbel, Ma.

T. 1728. Lücke: 1736-1747. Tr. 1729. Lücke: 1737-1748. B. 1728. Lücke: 1736-1747. Cfm. 1735.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1728-1736 und 1748-1786 sind die Verstorbenen neben den Getauften eingetragen. 3) Vor 1728 gehörte Leizen zu Dammwolde=Finken, s. Dammwolde, Bem. 2.

Leussow , Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1671. Tr. 1671. B. 1678. Cfm. 1804.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Der Pastor Hoyer schreibt am 25. Februar 1651 an den Amtmann zu Grabow, daß er 1636 bei Uebernahme des Ministerii kein Kirchenbuch vorgefunden habe, dann bis 1650 teils im Exil gelebt, teils seine Aufzeichnungen bei Durchzügen der Soldaten wieder verloren habe. (Archivacten, Eccl. Leussow, Kirchenbuch). 3) Leussow hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.

Levin , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1682-1786 (Archiv), 1787 (Pfarre). Tr. 1682-1786 (Archiv), 1787 (Pfarre). B. l682-1786 (Archiv), 1787 (Pfarre). Cm. 1832 (Pfarre). Lücke: 1851-1880. Cfm. 1807 (Pfarre). Lücke: 1808.

HN. 1792-1816, 1829-1833 (Pfarre).

Levitzow , Pf. Thürkow, Pr. Teterow, Gü.

T. 1749. 1754-1787 wenige Eintragungen. Tr. 1787. B. 1787. Cm.1801-1829, nur die Summe angegeben. Cfm. 1795.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1731-1732 und 1741-1743 wurde der Antrag gestellt, Levitzow mit Thürkow zu combinieren. Bald nach 1743 scheint die Vereinigung geschehen zu sein. (Archivacten, Eccl. Levitzow, Pfarrbesetzung.) 3)s. Thürkow, Bem.

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Lexow , Pf. Malchow (Klosterkirche), Pr. Malchow, Ma. -

T. 1702, 10. Januar. Tr. 1702, 13. Juni. B. 1702, 19. Februar. Cm. 1853. Von 1853-1883 nur Zahl, von da an auch Namen der Communicanten. Cfm. 1816.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Lichtenhagen , Pr. Doberan, Do.

T. 1675. Lücke: 1676. Tr. 1674. Lücke: 1744-1745. B. 1773. Cfm. 1781.

HN. Nur auf den ersten Blättern des ältesten Kirchenbuches aus den Jahren 1596-1721.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Liepen , Filialkirche, s. Peckatel.

Lohmen Pr. Goldberg, Gü.

T. 1641. Lücken: 1716-1721, 1732-1737. Tr. 1641. Lücken: 1702-1704, 1715-1722, 1729-1737, 1746-2750. B. 1641. Lücken: 1702-1704, 1715-1722, 1728-1737, 1747-1750. Cfm. 1789

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Genehmigung des ritterschaftlichen Patrons zur Einsendung der beiden Kirchenbücher von 1641-1721 und 1722-1750 ist versagt worden. (Bericht des Sup. Polstorff vom 8. Mai 1875.)

BehrenLübchin , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1701. Tr. 1702. B. 1705. Lücken: 1750, Juni - 1754, 26. März. Cm. 1876. Lücke: 1881-1884. Cfm. 1711. HN. Chronik von 1710 bis auf die Neuzeit.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Da ich anno 1702 das Predigamt angetreten habe, ist mir kein Kirchenbuch von des Sehl. Hn. Pastoris Hinterlassenen übergeben. Ich habe zwar mit billigen Gründen remonstriret, wie daß eine Anzeichnung derer Getauften müste gehalten werden, wie auch derer Copulirten und Verstorbenen. Aber ich kan nicht wißen, woran es liege, daß davon nichtes zu erlangen ist. Indeßen habe ich von allen den Anfang gemachet und kan von denen vor meiner Zeit Getauften, Copulirten etc. kein Bericht unterthänigst abgestattet werden. (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.)

Lübkow , Pf. Penzlin, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1747. Tr. 1749. B. 1747. Cm. Nur einzelne Aufzeichnungen bei den Acten. Cfm. 1801.

HN. Feuersbrünste von 1760 an.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) s. Penzlin, Bem. 2.

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Lüblow , Pf. Neustadt, Pr. Neustadt, Pa.

T. 1682-1714 (Archiv), 1714 (Pfarre). Tr. 1682-1714 (Archiv), 1715, Januar (Pfarre). B. 1682-1712 (Archiv), 1712, Juni (Pfarre). Cm. Vgl. Neustadt. Cfm. 1866 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1682-1714 zu Anfang ein Küster= und Schulmeisterverzeichniß, zum Schluß: Geläute bei fürstlichen Sterbefällen. (Archiv.)

Bem. Die Register von 1682-1714 bilden eine Abtheilung des im Archiv befindlichen Neustädter Kirchenbuchs von 1675-1719. (Archivacten, Eccl. Neustadt, Kirchenbuch.)

Lübow , Pr. Lübow, Do.

T. 1654, 22. September. Lücken: 1714-1716, 1739-1759, 1771-1780. Tr. 1668, 6. October. Lücken: 1693, 1714-1716, 1739-1757. B. 1653, 12. April. Lücken: 1671-1693, 1714-1716, 1739-1780. Cfm. 1783.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch reicht im Taufregister von 1654-1783, 23. Februar, im Trauregister von 1668-1782, Ende, im Begräbnißregister von 1653-1783, 5. Januar. In dem Taufregister sind wahrscheinlich vorne einige Blätter verloren gegangen. 3) Eine Geburtsliste ohne Verzeichniß der Taufe von 1762-1779, 15. August. (Fragebogen und Brief des Präp. Petersen an das Archiv vom 19. Juni 1893.) 4) "Der Ertract (vom Kirchenbuch) ist blos vom Jahr 1781-1787 incl. ein gekommen, weil leider die vorhergehenden Kirchenbücher aus großer Nachlässigkeit des verstorb. Past. Hafemeister gar nicht gehalten worden sind." (O.=K.=R.=Acten, Sicherung der Kirchenbücher.) - Nur theilweise zutreffend.

Lübsee , Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1653. Lücken: 1655-1682 incl. Tr. 1680. B. 1691. Cfm. 1806.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Bei dem am 27. September 1704 abgeschlossenen Beichtkinderverzeichniß befindet sich eine Liste der im Jahre 1704 Getauften, Confirmirten, Getrauten und Gestorbenen. (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß 1704.)

Lübsee , Pf. Lüdershagen, Pr. Krakow, Gü.

T. 1779, 6. Mai (Pfarre). Tr. 1689-1704 (Archiv), 1779, 15. Juni (Pfarre). Lücke: 1704-1779. B. 1779, 5. Juli (Pfarre). Cm. 1880 (Pfarre). Cfm. 1809 (Pfarre).

HN. Zuweilen kleine Notizen (Pfarre).

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Aller Wahrscheinlichkeit nach sind ältere Kirchenbücher in dem am 8. November

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1766 stattgehabten Pfarrhausbrand zu Lüdershagen untergegangen. (Pastor Schulz an das Archiv vom 23. Juli 1893.) 3) In dem Beichtkinderverzeichniß von 1704 für Lübsee findet sich a. die Zahl der Getauften von 1689-1704, b. die Zahl der Gestorbenen von 1689-1704, c. eine Abschrift des Copulationsregisters von 1689-1704. (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.)

Lübtheen , Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1651-1683 (Archiv), 1706 (Pfarre). Lücken: 1683-1706,1710,1732-1775. Tr. 1651-1683 (Archiv), 1706(Pfarre). Lücken: 1683-1706,1710,1732-1775. B. 1651-1683 (Archiv), 1706 (Pfarre). Lücken: 1683-1706, 1710, 1732-1775. Cfm. 1732 (Pfarre). Lücken: 1733, 1737-1738, 1752, 1762, 1765.

Bem. 1) Die im Archiv befindlichen Aufzeichnungen von 1651-1683 für Lübtheen sind im AltJabeler Kirchenbuch von 1651-1716. 2) 1683 wurde Lübtheen von AltJabel getrennt. (Archivacten, Eccl. AltJabel, Pfarrsprengel, und Eccl. Lübtheen, Pfarrbesetzung.) 3) Am 15. Februar 1692 brannte die Pfarre Lübtheen ab. (Archivacten, Eccl. Lübtheen, Pfarrbau.) 4) Von dem 1706 beginnenden Kirchenbuch scheinen die ersten Blätter weggerissen zu sein. 5) Der Pastor Frahm (1732-1778) hat eine Aufzählung der Pastoren bis zu sich hinterlassen. (Kirchenrath Jung an das Archiv vom 21. August 1893.) 6) Das Kirchenbuch von 1732-1778 wurde am 3. December 1778 aus der Pfarre gestohlen und im Garten zerrissen weggeworfen. (Archiv, Cleemann, handschriftlich nach dem Kirchenbuch 1779 zu Lübtheen.)

Lübz , Pr. Lübz, Pa.

T. 1674-1750 (Archiv), 1750, 19. August - 1786, 9. August (Sup.=Archiv), 1786, 15. August (Pfarre). Tr. 1703-1750 (Archiv), 1750, September (Pfarre). B. 1673-1750 (Archiv), 1760, Januar (Pfarre). Lücken: 1689-1700, 1750-1760. Cfm. 1816 (Pfarre).

HN. Zu Beginn des Kirchenbuchs II die Bemerkung: "Anno 1698 d. 7. Aprill Morgends um 5 1/2 Uhr ist unsere liebe Stadt abgebrandt."

Bem. Im Archiv befinden sich zwei Kirchenbücher: I. 1673-1703, II. 1700-1750.

Lüdershagen , Pr. Krakow, Gü.

T. 1779, 31. Mai. Tr. 1779, 3. October. B. 1779, 11. September. Cfm. 1801; aus früherer Zeit finden sich zerstreute Notizen.

HN. Vor 1800 hin und wieder kleinere Notizen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Aller Wahrscheinlichkeit nach sind ältere Kirchenbücher bei dem am

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8. November 1766 stattgehabten Pfarrhausbrand untergegangen. (Pastor Schulz an das Archiv vom 23. Juli 1893.)

Ludorf , Pf. Röbel, Pr. Röbel, Ma.

T. 1776. Tr. 1776. B. 1776. Cfm. 1803, Ostern.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Vor 1776 gehörte Ludorf bald zu Vipperow, bald zu Röbel. 3) Eintragungen für Ludorf finden sich im Vipperower Kirchenbuch nicht. (Pastor Gaedt zu Vipperow an das Archiv vom 28. August 1893.)

Ludwigslust , Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1770, 5. November. Tr. 1770, 6. November. B. 1770, 23. December. Cm. 1849, Neujahr. Cfm. 1793.

HN. 1770-1824 finden sich einige längere Notizen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Vor 1770 s. GroßLaasch, wohin Ludwigslust eingepfarrt war. 3) Im Archiv befindet sich ein Inventar von den beider Hofpredigerstelle zu Ludwigslust befindlichen Schriften, darunter auch von den Kirchenbüchern aus dem Jahre 1818. (Archivacten, Eccl. Ludwigslust, Confirmation.) 4) Von 1785-1836 Berichte über die jährliche Veränderung in der Hofgemeinde in Rücksicht auf die Zahl der Geborenen, Copulierten und Gestorbenen und die Namen der in hohem Alter Gestorbenen, von 1829 an auch die Zahl der Confirmirten. (Archivacten, Eccl. Ludwigslust, Kirchenbuch.)

Ludwigslust (Garnison) Pr, Ludwigslust, Pa.

T. 1873, 17. Juli. Tr. 1873, 21. Juli. B. 1873, 5. August. Cfm. Die Communikanten der Garnison werden im Communikantenbuch der Stadt mit aufgeführt; bei den Regimentscommunikationen werden nur die Zahlen angegeben. Cfm. 1876, 9. April.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das Kirchenbuch ist 1873, 1. Juli, angelegt; Confirmanden sind jedoch erst 1876 vorgekommen.

Ludwigslust=Kleinow (jetzt Bethlehemskirche), Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1770-1864 (Ludwigslust), 1864, 15. Mai (Pfarre). Tr. 1770-1864 (Ludwigslust), 1864, 15. Juli (Pfarre). B. 1770-1864 (Ludwigslust), 1864, 2. Mai (Pfarre). Cfm. 1798-1864 (Ludwigslust), 1865 (Pfarre).

Bem. Vor 1770 s. GroßLaasch, wohin Kleinow eingepfarrt war.

GroßLukow (Marin), Pr. Penzlin, Ma.

T. 1676. Tr. 1752. B. 1752. Cfm. 1705.

Bem, 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch beginnt 1676 und schließt 1752. Dieses Kirchenbuch

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enthält nur die Getauften, dazwischen seit 1705 die Confirmirten. Das mit Monat Juni 1752 beginnende zweite Kirchenbuch hat alle Rubriken, bis auf die Communikanten. (Pastor Schlüter zu Groß Vielen an das Archiv vom 8. September 1893.)

HohenLukow , Filialkirche, s. Neukirchen.

Luplow , Pf. GroßVarchow, Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1686-1731 (Archiv), 1737-1758 (Kastorf), 1777 (Groß Varchow). Lücken: 1731-1737, 1758-1777. Tr. 1686-1734 (Archiv), 1737-1758 (Kastorf), 1777 (GroßVarchow). Lücken: 1734-1737, 175-1777. B. 1686-1731 (Archiv), 1737-1758 (Kastorf), 1777 (GroßVarchow). Lücken: 1731-1737, 1758-1777. Cm. 1737-1758 (Kastorf). Cfm. 1816 (GroßVarchow).

Bem. 1) Eine Trauung von 1734, 30. Juli, im Möllnschen Kirchenbuch (Archiv). 2) Die im Archiv befindlichen Aufzeichnungen stehen in den GroßVarchower Kirchenbüchern.

Lüssow , Pr. Lüssow, Gü.

T. 1653-1687 (Archiv), 1687 (Pfarre). Tr. 1653-1687 (Archi), 1687 (Pfarre). Lücke: 1779-1786 incl. B. 1653-1687 (Archiv), 1687 (Pfarre). Lückenhaft: 1701-1718. Cfm. 1681-1687 (Archiv), 1687 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1653-1687: Beisetzung einer Tochter des Franz Jürgen v. Warnstedt in der Kirche. (Archiv.)

Lütgendorf , Pr. Malchow, Ma.

T. 1753. Tr. 1716. Lücke: 1722-1771. B. 1716. Lücken: 1722-1725, 1725-1771. Cm. 1809. Lücken: 1851-1854, 1867-1875. Cfm. 1774. Lücke: 1774-1804.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1706 wurde laut Kirchenrechnung ein neues Pfarrhaus gebaut. (Pastor Kankelwiz an das Archiv vom 18. August 1893.) Das alte war aber nicht abgebrannt. 1704 ist das Pfarrhaus bereits ein "dach=, fachloses, miserables Haus." Der Pastor klagt, daß seine Kirchen=Register und andere Briefe von einem "Gottlosen" zerrissen seien. (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß 1704.)

Lutheran , Pf. Lübz, Pr. Lübz, Pa.

T. 1727-1749 (Archiv), 1767-1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1749-1767. Tr. 1735-1749 (Archiv), 1767 (Pfarre). Lücke: 1749-1767. B. 1727-1740 (Archiv), 1768 (Pfarre). Lücke: 1740-1768. Cfm. 1728-1732 (Archiv). Seit 1816 mit Lübz gemeinsam. (Pfarre.)

Bem. 1) Das im Archiv befindliche Lutheraner Kirchenbuch enthält Aufzeichnungen von 1727-1749 und ist vom Küster geführt.

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Vermuthlich sind auch die übrigen Register vor 1767 von diesem, getrennt von Lübz, geführt und verloren gegangen. 2) Die gemeinsame Kirchenbuchsführung für Lübz, Lutheran und Benzin beginnt 1787. 3) Eine Abschrift der Taufen von 1728-1743 ist im Archiv. (Archivacten, Eccl. Lübz, Kirchenbuch.)

Malchin , Pr. Malchin, Ma.

T. 1631-1737 (Archiv), 1738 (Pfarre). Tr. 1631-1737 (Archiv), 1755 (Pfarre). Lücken: 1676-1712, 1737-1755. B. 1655-1737 (Archiv), 1762 (Pfarre). Lücken: 1676-1712, 1738-1762. Cfm. 1801 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1631-1737: a. Chronik, b. eine Gebührendesignation in Sterbefällen, eingeschoben in das Sterberegister hinter 1676, 30. Juli. (Archiv.) In den späteren Registern kurze Notizen über den siebenjährigen Krieg, Malchin betreffend. (Pfarre.)

Bem. Im Kirchenbuch von 1631-1737 steht die Notiz, daß 1631 kein Kirchenbuch vorgefunden wurde.

Malchow (Stadtkirche), Pr. Malchow, Ma.

T. 1699-1754 (Archiv), 1755 (Pfarre). Tr. 1698-1754 (Archiv), 1755 (Pfarre). B. 1699-1754 (Archiv), 1755 (Pfarre). Cm. 1887 (Pfarre). Cfm. 1816 (Pfarre).

HN. Im zweiten Kirchenbuch eine series pastorum Malchowiensium a tempore reformationis (Pfarre).

Bem. 1) 1698 war kein Kirchenbuch vorhanden (Archiv). 2) Am Schluß des Kirchenbuches von 1698-1754 ein vollständiges Verzeichniß der Taufen und Trauungen aus dieser Zeit (Archiv).

Malchow (Klosterkirche), Pr. Malchow, Ma.

T. 1699, 16. Januar. Lücke: 1755, bei Anlage eines neuen Kirchenbuches. Tr. 1698, 17. November. B. 1699, 31. Januar. Lücke: 1754, 6. December - 1755, 16. November. Cm. 1853. Bis 1883 nur Zahl, von da an auch die Namen der Communikanten. Cfm. 1816.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Mallin , Filialkirche, s. AltRehse.

GrotzMarkow , Filialkirche, s. Schorrentin.

Marlow , Pr. Marlow, Do.

T. 1679-1736 (Archiv), 1751, 22. December (Pfarre). Lücken: 1697-1704, 1736-1751. Tr. 1679-1736 (Archiv), 1758, 15. September (Pfarre). Lücken: 1697-1701, 1736-1758. B. 1679-1736 (Archiv), 1758, 11. September (Pfarre). Lücken: 1697-1704, 1736-1758. Cfm. 1782 (Pfarre). Lücke: 1804-1815.

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Bem. 1) Im Archive befinden sich 3 Kirchenbücher: I. 1679-1697, II. 1701-1731, III. 1730-1736. 2) Das an 1736 sich anschließende Kirchenbuch ist wahrscheinlich verbrannt. (Archivacten, VoIkszählung von Marlow 1819, Nr. 63, 88 und 109.

Marnitz (Meierstorf), Pr. Parchim, Pa.

T. 1750; aus den Jahren 1746 und 1749 je ein Kind ; bis 1777 lückenhaft. Tr. 1750; bis 1777 lückenhaft B. 1777; aus dem Jahre 1750 sind 2 Verstorbene verzeichnet. Cm. 1867. Cfm. 1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) In der Nacht vom 11. auf den 12. Februar 1750 brannte die Pfarre ab, ohne daß es möglich war, etwas zu retten. Dabei gingen die älteren Kirchenbücher verloren. (Archivacten, Eccl. Marnitz, Pfarrbau, und Fragebogen.)

Marsow , Filialkirche, s. Vellahn.

Massow , Pf. Dammwolde,Pr.Röbel,Ma.

T. 1701-1733 (Kambs), 1763 (Dammwolde). Lücken: 1730-1731, 1733-1763. Tr. 1701-1733 (Kambs), 1763 (Dammwolde). Lücken: 1730-1731, 1733-1763. B. 1701-1733 (Kambs), 1763 (Dammwolde). Lücken 1730-1731, 1733-1763. Cfm. 1802 (Dammwolde).

Bem. Massow wurde bis 1698 von Dammwolde (Finken) aus verwaltet, dann zu Kambs gelegt. (Archivacten, Eccl. Dammwolde, Gottesdienst zu Massow.)

Matzlow , Filialkirche, s. Damm.

Meklenburg , Pr. Meklenburg, Sch.

T. 1725, 30. August. Lücke: 1730. Tr. 1725, 14. September. Lücke: 1751-1754. B. 1725, 4. October. Lücke: 1752-1754. Cm. 1881. Cfm. 1775.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Gründe für den späten Anfang der Kirchenbücher sind dem neu eingetretenen Pastor Mau bisher nicht bekannt geworden. (Pastor Mau an das Archiv vom 1. August 1893.)

Meierstorf , Filialkirche,s. Marnitz.

Melkof , Pr. Hagenow, Sch.

T. 1665-1731 (Archiv),1732-1870 (Vellahn), 1870, 6. Juli (Pfarre). Tr. 1665-1738 (Archiv), 1783-1870 (Vellahn), 1870, 11. November (Pfarre). Lücke: 1738-1783. B. 1665-1783 (Archiv), 1783-1870 (Vellahn), 1870, 15. Juni (Pfarre). Lücke: 1739-1777. Cfm. 1783-1870 (Vellahn).

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Bem. 1) Von 1840-1870 ist ein Auszug aus dem Vellahner Kirchenbuch für Melkof auf der Pfarre Melkof vorhanden. 2) Die im Archiv befindlichen Aufzeichungen finden sich in den beiden Vellahner Kirchenbüchern von 1665-1697 und von1697-1783

Melz (Buchholz), Pr. Röbel, Ma.

T. 1675. Tr. 1675. B. 1675. Cfm. 1719.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Mestlin (Ruest), Pr. Goldberg, Gü.

T. 1647. Tr. 1654. B. 1660. Cfm. 1755.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Meteln (Zickhusen), Pr. Meklenburg, Sch.

T. 1685-1707 (Pfarre), 1708-1753 (Archiv), 1753 (Pfarre). Tr. 1688-1707 (Pfarre), 1708-1745 (Archiv), 1757 (Pfarre). Lücke: 1745-1757. B. 1708 -1746 (Archiv), 1757 (Pfarre). Lücken: 1733, 1746-1757. Cfm. 1758 (Pfarre).

HN. Es findet sich ein Bericht über eine beim Beginn dieses Jahrhunderts veranstaltete Säkularfeier in dem 1753 einsetzenden Kirchenbuch. (Pfarre.)

GroßMethling , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1652. Lücke: 1686-1694. Tr. 1652. Lücke: 1686-1694. B. 1754. Cfm. 1783.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Minzow , Pf. Karchow, Pr. Röbel, Ma.

T. 1711. Tr. 1710. Lücke: 1723-1748. B. 1711. Cfm. 1711.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ueber den Verbleib älterer Register ist auf der Pfarre nichts bekannt. (Pastor Algenstädt an das Archiv vom 18. August 1893.)

Mirow , Filialkirche, s. Uelitz.

Mirow (MeklenburgStrelitz), s. Krümmel, Bem. 3.

HohenMistorf , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1661. Tr. 1683. B. 1661. Cfm. 1815.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Möderitz (eingegangen), Pr. Crivitz, Pa.

T. 1653, 15. September-1820. Lücken: 1690, 14. Februar - 1695, 23. Juli; 1705, 13. September - 1706, 22. April. Tr. 1653, 14. November - 1820. Lücken: 1689, October - 1695, 9. September; 1699, 25. October - 1706, 2. November. B. 1752-1820. Cfm. 1743-1820.

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Bem. 1) Die Pfarre Möderitz wurde 1820 eingezogen. Von

dem Pfarrsprengel wurde Möderitz mit Neuhof nach St. Georg in Parchim, Bergrade, Domsühl und Zieslübbe Klinken, bald darauf nach Garwitz eingepfarrt . 2) Die Register der bis 1820 selbständigen Pfarre Möderitz befinden sich jetzt in Garwitz.

Moisall , Pr. Bukow Do.

T. 1683. Tr. 1684. B. 1684. Cfm. 1843.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ein Kirchenbuchs=Auszug von 1698 -1704 (Taufen, Trauungen und Sterbefälle) findet sich in dem Beichtkinderverzeichniß von Moisall 1704. (Archiv.)

Möllenbeck , Pf. Herzfeld, Pr. Neustadt, Pa.

T. 1652. Lücken: 1659, 1662-1663, 1670-1672, 1675, 1681, 1684, 1697-1698, 1704, 1707-1715, 1733-1743, 1751-1753. Tr. 1687. Lücken: 1707-1716, 1724, 1733-1743, 1748-1753. B.1651. Lücken 1659-1661, 1663, 1670-1672,1681-1682,1707-1715, 1718-1728, 1733-1743, 1751-1753. Cm. Vorhanden 1652-1670. Cfm. 1815. Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Möllenhagen , Filialkirche, s. Ankershagen.

Mollenstorf ,Filialkirche, s. GroßVielen.

Mölln (Tarnow),Pr.Penzlin, Ma.

T. 1723-1762 (Archiv), 1762 (Pfarre). Defect: 1762-1769 und 1776-1777. Tr. 1723-1762 (Archiv), 1762 (Pfarre). B. 1723-1762 (Archiv), 1762 (Pfarre). Cm. 1889 (Pfarre). Cfm. 1727-1761 (Archiv), 1801(Pfarre). Lücke: 1761-1801.

HN. Zu Beginn des Kirchenbuches von 1723-1762 ein Verzeichniß von Pfarrgebühren und eine Chronik. (Archiv.)

Bem. 1) Pastor Fidler im Beichtkinderverzeichniß von 1704: " Ich habe die zahl, nahmen und alter meiner Beichtkinder, wie sie in diesem 1704ten Jahre sich befinden, einschicken wollen , wobey ich aber erinnern muß, daß wie ich anno 1692 auff der über 30 Jahr danieder gelegenen Pfar Mollen angelanget, ich kein Kirchenbuch für mich gefunden, darauß der Einwohner Alter hette ersehen konnen. - - - " (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.) 2) Zu Beginn des Kirchenbuches von 1723-1762: " Möllnsches Kirchenbuch, welches weil kein anderes vorhanden bey Antretung meines Predigt Ambts Anno 1723, den 25. Martii in Gottes Nahmen angefangen von Adolph Lud. Hein." 3) Das Kirchenbuch von 1723-1762 ist defect.

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Muchow (Zierzow), Pr. Neustadt, Pa.

T. 1666-1733 (Archiv), 1733 (Pfarre). Tr. 1666-1735 (Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1735-1787. B. 1666-1734 (Archiv), 1741 (Pfarre). Lücke: 1734-1741. Cfm. 1815 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1666-1735 zum Schluß ein Verzeichniß der Pfarrhebungen. (Archiv.)

Bem. 1666 hat man kein Kirchenbuch vorgefunden; am 8. April 1666 ist das älteste Kirchenbuch angelegt. (Archiv Kirchenbuch von 1666-1735.)

KirchMulsow , Pr. Bukow, Do.

T. 1654. Lücke: 1655-1664. Tr. 1664. B. 1664. Cm. 1892, Neujahr. Cfm. 1806. Lücke: 1819-1832.

HN. Im ältesten Kirchenbuche eine series pastorum von 1569-1891. Im Kirchenrechnungsbuche kürzere Notizen aus der Zeit des 30jährigen Krieges und eine längere von 1806-1814.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Mummendorf , Pr. Grevesmühlen, Sch.

T. 1653. Lücke: 1655. Tr. 1653. Lücke: 1684, 1693, 1719, 1737. B. 1653. Lücke: 1736; das Register scheint bis etwa 1745 nicht regelmäßig geführt zu fein. Cm. 1869. Cfm. 1800.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Müsselmow , Pf. Holzendorf, Pr. Crivitz, Pa.

T. 1699-1739 (Archiv), 1739, 29. Juli (Pfarre). Tr. 1739, 19. Juni (Pfarre). B. 1739, 15. Juli (Pfarre). Cm. 1872, 8. Januar (Pfarre). Cfm. 1740, 15. April (Pfarre).

Bem. 1) Pastor Beckmann schreibt in " Geschichtliche Nachrichten über die Kirchen, Patrone und Prediger zu Holzendorf und Müsselmow": " 4. Peter Christoph (Christoffer). Nach Cleemann soll er im October 1651 vocirt, am 8. Dec. ejusdem anni introduciret und 1660 schon gestorben sein. Die letzte Angabe des Todesjahres ist aber bei Cleemann nicht richtig, denn 1661 hat er noch ein neues Kirchenbuch angelegt, worin er den Pfarrer Acker, Wischen verzeichnete, wie auch die Namen der Gebornen. Das ganze Kirchenbuch besteht aus einigen beräucherten Bogen Papier. Es scheint aber das Kirchenbuch bis 1682 von ihm geführt zu sein, und auch dies ist sein Todesjahr." (Karsten, Kirchen= und Schulblatt. Rostock 1840, S. 313.) 2) Das hier erwähnte Kirchenbuch von 1661-1682 über Müsselmow ist auf der Pfarre Holzendorf nicht vorhanden. Dort befindet sich ein Verzeichniß des Kirchen=, Prediger= und Küster=Ackers und ihrer Wischen ohne die Liste der Geborenen. Dies Actenstück ist eine Abschrift des Pastors Beckmann

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aus dem Jahre 1835 und bemerkt derselbe darunter: "Das Original befindet sich zwischen den Acten, die der Patron in Händen hat." (Pastor Simonis an das Archiv vom 4. November 1893.) Bei den Gutsacten von Müsselmow befindet sich das gesuchte Kirchenbuch nicht (Gutsbesitzer Alexander - Müsselmow an den Oberkirchenrath vom 19. November 1893); ebenso ist es nicht auf dem Amt Crivitz, das mit der Verwaltung des Patronats betraut ist, und an das 1853 eine Reihe von Müsselmower Kirchenacten abgegeben ist. (Amt Crivitz an das Finanzministerium vom 26. November 1893.) 3) Müsselmow gehörte von 1708 (1729)-1739 zu Kladow, vorher theils selbstfländig, theils zu Holzendorf. 1739, 5. April wurde Pastor Siggelkow zu Holzendorf auch zu Müsselmow als Prediger eingeführt. (Karsten, Kirchen - und Schulblatt. Rostock 1840, S. 314 und Eccl. Kladow, Pfarrbesetzung.) Aus der Zeit, wo Müsselmow zu Kladow gehörte, finden sich im Kladower Trauregister keine Eintragungen für Müsselmow; das Kladower Begräbnißregister fehlt von 1709-1740. (Archiv.)

Naetebow , Pf. NeuRöbel, Pr. Röbel, Ma.

T. 1733-1793 (Kambs), 1793, Michaelis (Röbel). Lücke: 1739 1743. Tr. 1733 1793 (Kambs), 1793, Michaelis (Röbel). Lücke: 1739-1743. B. 1733-1793 (Kambs), 1793, Michaelis (Röbel). Lücke: 1739-1743. Cfm. 1801, Ostern (Röbel).

Bem. 1) Nach der Visitation von 1662 ist Naetebow ad interim nach Röbel gelegt. (Archiv.) 2) In der folgenden Zeit (1687) Naetebow mit Dambeck vereinigt. (Archivacten, Eccl. Dambeck, Pfarrbesetzung.) Dambeck gehört jetzt zu Minzow=Karchow. Dort sind nach dem Schreiben des Pastors Algenstaedt vom 18. August 1893 keine Eintragungen aus der Zeit vor 1733 erhalten. Naetebow wird, wie die andern mit Karchow combinirten Kirchen, sein eigenes Kirchenbuch gehabt haben und dieses verloren gegangen sein.

Neese , Pr. Grabow, Pa.

T. 1649-1651 (Archiv), 1677-1705(Archiv), 1707, 1.Januar (Pfarre). Lücke: 1651-1677, 1701-1704, 1707-1709. Tr. 1649-1651 (Archiv), 1678-1705 (Archiv), 1707 (Pfarre). Lücken: 1651-1678, 1705-1707. B. 1649 - 1651 (Archiv), 1677-1705 (Archiv), 1707 (Pfarre). Lücken: 1651-1677, 1705-1707, 1710-1712, 1731-1735. Cm. 1677-1701 (Archiv), 1708-1779 (Pfarre). Lücke: 1701-1708. Cfm. 1763 (Pfarre).

HN. 1762, 1806, 1829, 1830 (Pfarre).

Bem. 1) Die Aufzeichnungen von 1649-1651 sind auf einem losen Blatt und lagen bis 1894 bei Archivacten, Eccl. GroßLaasch,

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Kirchenbuch, jetzt Eccl. Neese. 2) Die Aufzeichnungen über Neese und Werle aus den Jahren 1677-1701 (resp. 1705) sind am 4. August 1894 von der Pfarre zu Neese an das Archiv eingesandt.

Netzeband , Pf. Rossow, Pr. Röbel, Ma.

T. 1708, 12. August. Tr. 1708, 12. August. Lücken: 1725-1733, 1767-1773, 1786-1790. B. 1708, 12. August. Lücke: 1727-1737. Cm. 1853. Von 1870-1891 auf Zetteln und in Zusammenstellungen. Cfm. 1801. Bis 1851 gemeinsam mit Rossow und Schönberg, dann getrennt.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Am 29. Juni 1728 brannte die Pfarre ab. (Archivacten, Eccl. Rossow, Kirchen= und Pfarrbau.) Vermuthlich gingen die älteren Register in diesem Brande zu Grunde.

Neubukow , Pr. Bukow, Do.

T. 1736, 10.Januar. Tr. 1736, Februar. B. 1736, 6. Januar. Cm. 1854. Cfm. 1779.

HN. Zum Jahre 1756 findet sich eine Bemerkung über den Einzug ins Pfarrhaus und zum Jahre 1760 eine kurze Notiz über Beschädigung des Kirchthurms durch Sturm.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Pfarre brannte 1729 ab, dabei ging das Kirchenbuch zu Grunde. (Archivacten, Eccl. Neubukow, Pfarrbau und Kirchenbuch.)

Neuburg , Pr. Lübow, Do.

T. 1653. Lücke: 1669. Tr. 1653. Lücken: 1655-1695, 1697-1699, 1706-1748. B. 1653. Lücke: 1675-1739. Cfm. 1796.

HN. Es finden sich in den Jahren 1666-1668 einige kurze Notizen über Hexenverbrennungen.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Neuenkirchen , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1740, 16. Februar. Lücke: 1806. Tr. 1740, 12. Februar. Lücke: 1806. B. 1740, 19. Februar. Lücke: 1806. Cm. 1862. Lücke: 1875-1887. Cfm. 1809.

HN. Von Pastor Francke aus der Franzosenzeit 1806, sodann Nachrichten über den Brand des Pfarrhauses 1808.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Kirchenbücher bis 1808 sind, wie aus der Chronik des früheren Pastors Francke (Pastor zu Neuenkirchen von 1803-1832) hervorgeht, bei dem Brande des Pfarrhauses am 24. September 1808 mit verbrannt. Dieselben waren angefangen 1651 und fortgesetzt bis 1808. Die Kirchenbuchseintragungen von 1740-1808 hat Pastor Francke aus

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den 1740 beginnenden Abschriften im Sup.=Archiv in das jetzige alte Kirchenbuch wiederum eingetragen. (Pastor Wienke an das Archiv vom 24. Juli 1893.)

Neukalen , Pr. Neukalen, Ma.

T. 1780, 1. Januar. Tr. 1780, 14. April. B. 1780, 16. Februar. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Pfarre ist am 14. December 1777 abgebrannt; dabei sind die Kirchenbücher mit zu Grunde gegangen. (Archivacten, Eccl. Neukalen, Pfarrbau.)

Neukirchen (HohenLukow), Pr. Schwaan, Do.

T. 1660-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Tr. 1660-1729 (Archiv), 1 730 (Pfarre). 13. 1660-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Cfm. 1833 (Pfarre).

HN. Im zweiten Kirchenbuch von 1687-1729 zu Anfang: eine Predigt über Petri Fischzug. (Archiv.)

Bem. 1) Im ältesten Kirchenbuch von 1660-1686 zu Anfang: " Das Kirchenbuch, so ich d. 10. November Anno 1650 angefangen, ist anno 1660 von den Soldaten zusamt meinen büchern weggenommen." 2) Das zweite Kirchenbuch reicht von 1687-1729. (Archiv.)

Neukloster , Pr. Wismar, Wi.

T. 1694. Lücke: 1727-1737, 1761-1769. Tr. 1738.

Lücke: 1761-1769. B. 1738. Lücke: 1761-1769. Cfm. 1802.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Es sind keine Kirchenbücher vorhanden, die vor oder mit dem Jahre 1750 abschließen. (Bericht des Sup. Walter=Wismar vom 15. Februar 1875.)

Neustadt , Pr. Neustadt, Pa.

T. 1675-1715 (Archiv), 1715, October (Pfarre). Tr. 1675-1719 (Archiv), 1720, Januar (Pfarre). B. 1675-1719 (Archiv), 1720, Januar (Pfarre). Cm. Die Zahl der Communikanten im Gebührenbuch vermerkt. Cfm. 1816 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1675-1719: a. Die Neustädter Präpositen und Pfarrer, b. die Lehrer, Kantoren, Organisten, Rectoren, c. die Kiister, d. Chronik. (Archiv.)

Bem. 1) Ergänzungen zu dem Neustädter Kirchenbuch aus den Kirchenregistern von 1675-1734, besonders zum Sterberegister, von Cleemann angefertigt. (Archiv.) 2) Ein alphabetisches Verzeichniß der Getauften, Copulirten und Begrabenen ist im Kirchenbuch von 1675-1719. (Archiv.)

KleinNiendorf , Filialkirche, s. Burow.

Nostorf , combinirte Mutterkirche, s. Zweedorf.

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Paarsch , Pf. Parchim (St. Georg), Pr. Parchim, Pa.

T. 1676. Tr. 1694. Lücken: 1696-1703, 1705-1710, 1712-1720, 1728-1742. B. 1698. Lücken: 1702-1719, 1728-1742. Cfm. 1803-1817 im Georgen=Kirchenbuch, 1817 getrennt.

Bem. Die Register befinden sich auf der Pfarre.

Pampow , Pr. Schwerin, Sch.

T. 1677-1769 (Archiv), 1770 (Pfarre). Lücke: 1715-1717. Tr. 1677-1769 (Archiv), 1770 (Pfarre). Lücke: 1715-1717. B. 1677-1769 (Archiv), 1770 (Pfarre). Lücke: 1715-1717. Cfm. 1770 (Pfarre).

HN. Im Taufregister zum Jahre 1679 Nachrichten über die Familie des Pastors Simonis. (Archiv.)

GroßPankow (Siggelkow), Pr. Parchim, Pa.

T. 1681-1748 (Archiv), 1749 (Pfarre). Lücken: 1694-1697, 1699-1710, 1715-1718, 1759. Tr. 1681-1747 (Archiv), 1761 (Pfarre). Lücken: 1691-1697, 1699-1711, 1747-1761. B. 1761 (Pfarre). Cfm. 1761 (Pfarre).

AltPanstorf , s. Remplin.

Parchim (St. Georg), Pr. Parchim, Pa.

T. 1651-1707 (Archiv), 1708, 1. Januar (Pfarre). Tr. 1657-1707 (Archiv), 1708, 31. Januar (Pfarre). B. 1657-1707 (Archiv), 1708, 13. Januar (Pfarre). Cfm. 1803 (Pfarre).

Bem. 1) Im Kirchenbuch von 1651-1707 zu Anfang ein alphabetisches Verzeichniß der Eingetragenen nach den Vornamen. (Archiv.) 2) Im Archiv befinden sich noch: a. Abschrift eines Verzeichnisses der Einkünfte u. der St. Georgen=Kirche 1503-1568 aus Cleemanns Nachlaß; b. Ergänzungen und Verbesserungen zum Kirchenbuch nach dem Rechnungsregister; c. Verzeichniß der Geborenen, Copulirten und Gestorbenen von 1651-1700. (Abschrift.)

Parchim (St. Marien), Pr. Parchim, Pa.

T. 1651-1736 (Archiv), 1736 (Pfarre). Lücke: 1688-1690. Tr. 1657-1735 (Archiv), 1736, 1. Januar (Pfarre). Lücke: 1701-1703. B. 1657-1735 (Archiv), 1736, 1. Januar (Pfarre). Cm. Nur die Anzahl der Communicanten in den Jahren 1784-1815, 1825-1829, 1846-1853. Cfm. 1792 (Pfarre).

Bem. 1) Nachträge zu dem Kirchenbuch aus den Kirchenrechnungs=Registern aus Cleemanns Nachlaß. (Archiv.) 2) Auf der Pfarre befinden sich noch fünf Kirchenbücher. 3) Im Kirchenbuch von 1651-1736 ein alphabetisches Register nach den Vornamen. (Archiv.)

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Parchim (Garnison), Pr. Parchim, Pa.

T. 1867, 15. October. Tr. 1867, 15. October. B. 1867, 15. October. Cfm. 1867, 15. October.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Parkentin (Stäbelow), Pr. Schwaan, Do.

T. 1639, September. 16 nur vereinzelte Eintragungen. Tr. 1653, Mai. Lücken: 1658-1691, November, 1753-1767, 1767-1784. B. 1653, Januar. Lücke: 1704-1740, August. Cfm. 1693. Lücke: 1747-1768.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Register von Althof sind bis 1881, 1. October, mit denen von Parkentin verbunden.

Parum , Pr. Bützow, Gü.

T. 1691, 6. September. Tr. 1691, 23. October. B. 1691, 13. September. Cm. 1890, Ostern. Cfm. 1760.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Im Beichtkinderverzeichniß von 1705 findet sich folgende Notiz: " Weiln der jetzige Prediger Petrus Burchard nicht die geringste schriftl. Nachricht von seinen Antecessoribus vor sich findet, quo anna die specificierte Beichtkinder gebohren und getaufft, also hat Er nach eines jeden Meinung und mündl. Aussage das Alter ansetzen müßen." Burchard hat nach Ausweis einer andern Stelle in dem Beichtkinderverzeichniß 1691 ein Kirchenbuch angelegt. 3) Im Kirchenbuch von 1759-1812 ein alphabetisches Verzeichniß der Geborenen, Verstorbenen und Copulirten von 1759-1810.

Parum , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1647, December. Lücke: 1672-1676. Tr. 1676, 19. September. Lücke: 1699-1703. B. 1647, December. Lücken: 1647-1662 kurz und unleserlich, 1662-1676. Cm. 1648, 3. Januar. Cfm. 1815.

HN. 1770 Brand der Pfarrscheuer, 1771 Ungewitter.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Passee , Pr. Bukow, Do.

T. 1654-1854 (Mulsow), 1854 (Pfarre). Lücke: 1655-1664. Tr. 1664-1854 (Mulsow), 1854 (Pfarre). B. 1664-1854 (Mulsow), 1854 (Pfarre). Cfm. 1806-1854 (Mulsow), 1854 (Pfarre). Lücke: 1819-1832.

Passentin , Pf. Wulkenzin (MeklenburgStrelitz), Pr. Penzlin, Ma.

T. 1818. Tr. 1822. B. 1819. Cm. 1835. Cfm. 1818.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Passentin gehörte vor 1727 zu Gevezin. 3) Passentin ging 1727 von Gevezin

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nach Wulkenzin als vagans über, 1727-1747 bei AltRehse als vagans, seitdem wieder bei Wulkenzin. Kirchenbuchsnachrichten über Passentin vor 1818 sind beim Brande des Pfarrhauses in Wulkenzin 1887 verloren gegangen. (Pastor Ahlers=Wulkenzin an das Archiv vom 11. September 1893.) 4) Nachrichten über Passentin aus den Jahren 1727-1747 sind beim Pfarrhausbrand zu AltRehse 1770 vermuthlich verloren gegangen (s. AltRehse, Bem. 2.).

Passow , Filialkirche, s. Benthen.

Peckatel (Liepen), Pr. Penzlin, Ma.

Tr. 1698. Lücke: 1737-1749. Tr. 1787. B. 1777. Cm. 1875, Privatnotizen. Cfm. 1784.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Penzin , Pf. Brüel, Pr. Sternberg, Gü.

T. 1740-1761 (Eickelberg), 1769-1784 (Brüel), 1784-1840 (Eickelberg), 1841 (Brüel). Liicke: 1761 Tr. 1740-1761 (Eickelberg), 1770-1784 (Brüel), 1784-1840 (Eickelberg), 1841 (Brüel). Lücke: 1761-1770. B. 1740-1761 (Eickelberg), 1769-1784 (BrüeI), 1784-1840 (Eickelberg), 1841 (Brüel). Lücke: 1761-1769. Cfm. 1769-1784 (Brüel), 1815-1840 (Eickelberg), 1841 (Brüel). Lücke: 1784-1815.

Bem. 1) Penzin von 1740-1761 im Laaser Kirchenbuch zu Eickelberg. Penzin 1769-1784 im Brüeler Kirchenbuche; über die Jahre 1767 und 1768, in denen Penzin auch von Brüel aus verwaltet wurde, finden sich keinerlei Verzeichnisse über diese Gemeinde im Brüeler Kirchenbuche ; ebensowenig von 1762-1767. Penzin von 1784, 24. October - 1786 in einem besonderen Verzeichniß zu Eickelberg. Penzin 1786-1840 im Eickelberger Kirchenbuch zu Eickelberg. Penzin von 1840 an in Brüel. 2) Die Confirmandenregister von 1854-1861 und von 1873-1890 für sich, die übrigen im Kirchenbuch der jeweiligen Mutterkirche. (Fragebogen und Schreiben des Pastors Puls an das Archiv vom 6. September 1893.)

Penzlin , Pr. Penzlin, Ma.

T. 1744. Tr. 1745. B. 1745. Cm. Nur einzelne Aufzeichnungen bei den Acten, Listen über die Zahl der Communicanten. Cfm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Es hat im Jahre 1725 eine Feuersbrunst die ganze Stadt Penzlin bis auf zwei Häuser verzehrt; wenn damals Kirchenbücher vorhanden gewesen sein sollten, sind sie unzweifelhaft mit verbrannt. Dann hat es allem Anschein nach bis 1744 in Penzlin keine Kirchenbücher gegeben, und scheinen dieselben erst von dem Pastor Müller, der damals

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Pastor geworden ist, angelegt zu sein. Eins dieser ältesten Kirchenbücher, das von Lübkow, ist noch im Original vorhanden. Es ist ein ungebundenes, in Bogenform zusammengelegtes und in der Mitte der Länge nach durchbrochenes Heft und trägt die Aufschrift: "1747 Lübkowsches Kirchen=Register angetreten d. 8. October 1747." Es enthält zunächst aber nicht die Getauften, Copulirten und Gestorbenen - diese folgen erst später - , sondern die Berechnung über Einnahme und Ausgabe der Lübkower Kirche. Die ältesten Kirchenbücher für Penzlin, Lapitz und GroßHelle=Schwandt sind nicht mehr im Original vorhanden, sondern in einer von dem Präpositus Eberhard im Jahre 1816 genommenen Abschrift, welcher er Folgendes vorausschickt: " Als ich meines verstorbenen Mitarbeiters hinterlassene Papiere untersuchte, fand ich auch zwei Hefte, jedes aus zwei Bogen bestehend, in welchen ich die seit 1745 (Penzlin 1 744) geführten Kirchenbücher der Gemeinden erkannte. Da sie aber vom Zahn der Zeit sehr angegriffen, verstockt und fast unleserlich geworden, so habe ich hier eine getreue Abschrift niederlegen wollen etc. ." (Präp. Hager an das Archiv vom 28. August 1893.)

Perlin , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1668-1750 (Archiv), 1750 (Pfarre). Tr. 1668-1747 (Archiv), 1750 (Pfarre). Lücke: 1747-1750. B. 1668-1747 (Archiv), 1750 (Pfarre). Lücke: 1747-1750. Cm. 1879 (Pfarre). Cfm. 1813 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1668-1750 zu Anfang die Geburts= und Todesdaten der Kinder des Pastors Martin Dorner zusammengestellt. Die Eintragungen folgen darauf nach den eingepfarrten Ortschaften getrennt. Auf der letzten Seite finden sich einige Bemerkungen über Vertretungen in den Pfarren zu Parum, Pokrent, GroßBrütz bei Vacanzen u. (Archiv.)

Bem. Auf der Pfarre reichen die Kirchenbücher I. 1750-1786, II. 1786-1810 (1813). Das darauf folgende beginnt: Taufregister 1810, 6. Januar, Trauregister 1813, 9. April, Begräbnißregister 1813, 19. Januar. (Fragebogen und Schreiben des Pastors Wiegand an das Archiv vom 16. Juni 1893.)

Petschow , Pr. Marlow, Do.

T. 1606. Tr. 1639. B. 1639. Cfm. 1777.

HN. Nur kirchliche Notizen.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Picher , Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1673. Tr. 1673. B. 1694. Cfm. 1815.

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Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Picher hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Pinnow (Görslow, Sukow), Pr. Crivitz, Pa.

T. 1657-1726 (Archiv), 1726 (Pfarre). Lücken: 1663-1666, 1677-1681, 1692-1698, 1731. Tr. 1663-1725 (Archiv), 1726 (Pfarre). Lücken: 1663-1666, 1677-1681, 1692-1698, 1729-1731. B. 1657-1724 (Archiv), 1726 (Pfarre). Lücken: 1663-1666, 1677-1681, 1692-1698, 1704-1713, 1728-1731. Cm. 1888 (Pfarre). Cfm. 1793.(Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch 1657-1726: a. Pfarreinkünfte und Nachrichten aus dem Kirchspiel, b. die Geburtsdaten der Kinder des Pastors Burchardi, aus dem Plater Kirchenbuch nachgetragen. (Archiv.)

Bem. Das Kirchenbuch von 1657-1726 wurde 1657 von Pastor Linse begonnen, da sein Vorgänger in keinem Dinge ein Verzeichniß hinterlassen hatte. (Archiv, Kirchenbuch von 1657-1726.)

Pinnow , Filialkirche, s. Breesen.

KleinPlasten , Filialkirche, s. Schloen

Plate (Banzkow, Consrade), Pr. Schwerin, Sch.

T. 1676 Lücke: 1711. Tr. 1676. B. 1676. Cfm.1815

HN. Von 1705-1731. Außerdem eine series pastorum orthodoxorum Platensium und ein Verzeichniß der Plater Küster seit 1733.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Plau , Pr. Plau, Pa.

T. 1734. Tr. 1734. B. 1734. Lücken: 1734,1736, 1737-1759. Cm. 1889. Die Zahl der Communicanten im Kanzelbuch notirt. Cfm. 1798.

HN. Auf den ersten Seiten des ältesten vorhandenen Kirchenbuches finden sich ohne Zeitangabe und Namen des Verfassers Mittheilungen über die Pfarreinkünfte, Wittwen=Einkommen. Dieselben sind etwas vervollständigt am Ende des vorigen Jahrhunderts, aber nicht abgeschlossen nach dem auf dem Titel angegebenen Plane. Ferner im Sterberegister 1760 Angaben über die vorhergegangenen Pastoren, 1766 über Präpositus Satow, 1782 über Pastor Litzmann, 1785 über das Ableben Herzog Friedrichs und 1806 über Pastor Petersen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Im Sterberegister Angaben über ein 1735 in Verlust gerathenes altes Kirchenbuch. (Pfarre.) 3) Plau hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

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Plauerhagen , combinirte Mutterkirche, s. Kuppentin.

Poel (Kirchdorf), Pr. Wismar, Wi.

T. 1709-1738 (Archiv), 1738 (Pfarre). Tr. 1709-1737 (Archiv), 1738 (Pfarre). Lücke: 1738. B. 1709-1738 (Archiv), 1738 (Pfarre). Cm. 1885 (Pfarre). Cfm. 1816 (Pfarre).

HN. Nur ganz kurze Notizen, besonders seit 1740. (Pfarre.) Bem. Das älteste Kirchenbuch ist 1709, 28. März, angefangen.

Pokrent , Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1740, Neujahr. Tr. 1740, Neujahr. B. 1740, Neujahr. Cfm. 1809.

HN. Die einzige vorhandene Notiz betrifft einen Brand, durch den am 19. September 1795 alle Pfarrgebäude zerstört wurden.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die älteren Kirchenbücher sind beim Brande vom 19. September 1795 zu Grunde gegangen; die Register von 1740-1795 sind aus dem Sup.=Archiv ersetzt. (Organist Rubach an das Archiv vom 23. Juli 1893 nach mündlicher Ueberlieferung von seinem Großvater und Vater, die beide seine Amtsvorgänger waren, ersterer 1778-1812, letzterer 1812-1863.)

Polchow , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1653. Lücke: 1762-1770. Tr. 1657. Lücke: 1762-1770. B. 1658. Lücke: 1762-1770. Cfm. 1771.

HN. Von 1793-1798.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Poppentin , combinirte Mutterkirche, s. Sietow.

Porep, Filialkirche, s. Suckow. GroßPoserin, Pr. Plau, Pa. T. 1660. Lücken: 1665-1667, 1678-1679, 1686-1688. Tr. 1660. Lücken: 1665-1667, 1677-1679, 1687-1688. B. 1660. Lücken: 1665-1667, 1677-1679, 1686-1688. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) GroßPoserin hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Prestin , Pr. Crivitz, Pa.

T. 1651. Tr. 1655. B. 1654. Cfm. 1813.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Prestin hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

Pribbenow , Filialkirche, s. Stavenhagen.

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Priborn , Pf. Vipperow, Pr. Röbel, Ma.

T. 1706. Lücke: 1758-1776. Tr. 1706. Lücken: 1727-1749, 1756-1776. B. 1706. Lücken: 1729-1748, 1758-1776. Cfm. 1801, Palmarum.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Vgl. Vipperow, Bem 2.

WendischPriborn , Filialkirche, s. Stuer.

HohenPritz , Pf. Demen, Pr. Crivitz, Pa.

T. 1661-1702(Mestlin),1706-1736(Prestin), 1774(Demen). Lücken: 1702-1706, 1736-1774. Tr. 1669-1685 Mestlin), 1706-1736 (Prestin), 1774 (Demen). Lücken: 1685-1706, 1736-1774. B. 1664-1704 (Mestlin), 1706-1732 (Prestin), 1774 (Demen). Lücken: 1704-1706, 1732-1774. Cfm. 1774 (Demen).

Bem. 1) Im Mestliner Kirchenbuche finden sich Taufen für Hohenpritz von 1661-1702: 19, Trauungen von 1669-7685: 2, Beerdigungen von 1664-1704: 14. (Pastor Hunzinger an das Archiv vom 21. September 1893.) 2) Die Register von 1706-1736 finden sich im Wamckower Kirchenbuch auf Pfarre Prestin. (Pastor Schröder=Prestin an das Archiv vom 8. September 1893.) 3) Von 1736-1773 hielt sich HohenPritz zu Techentin; dort werden sich HohenPritzer Aufzeichnungen aus dieser Zeit finden.

Pritzier (Warlitz), Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1681, 29. November. Lücke: 1736, 16. August - 1738, 1. Januar. Tr. 1681, 31. October. B. 1681, 2. December. Lücke: 1722. Cfm. 1816.

HN. Nur einige Hexenverbrennungen (1684, 1685, 1706) und eine Hinrichtung (1693) sind erwähnenswerth, desgl. im Begräbnißregister hinter dem Jahre 1784 eine statistische Tabelle über die Jahre mit der größten und geringsten Sterblichkeit, sowie eine Zusammenstellung der Seuchenjahre (Blattern). Auf der letzten Seite des ältesten Kirchenbuches sind aus den Jahren 1688 - 1702 einige Todesfälle in der herzoglichen Familie angegeben mit Vermerk des dabei angeordneten Trauergeläutes. Vorn findet sich ein Protest aus dem Jahre 1723 gegen die Aufwartung Pritziers in Wittenburg.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Zu Beginn des ältesten Taufregisters der Vermerk, daß das alte Kirchenbuch 1681 mit dem Pfarrhaus zu Asche geworden. 3) Pritzier hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.) 4)1786 waren zwei Kirchenbücher, die 105 Jahre

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umfaßten, vorhanden. (O.=K.=R.=Acten, Sicherung der Kirchenbücher, fasc. I.)

Proseken , Pr. Lübow, Do.

T. 1651-1723 (Archiv), 1724 (Pfarre). Tr. 1666-1704 (Archiv), 1724 (Pfarre). Lücke: 1704-1724. B. 1651-1723 (Archiv), 1724 (Pfarre). Cfm. 1772 (Pfarre).

HN. Mehrfach längere Notizen (Pfarre).

Puchow , Pf. Penzlin, Pr. Penzlin, Ma.

T, 1751. Tr. 1788. B. 1777. Cm. Nur einzelne Aufzeichnungen bei den Acten, Listen über die Zahl der Communicanten. Cfm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2)s. Penzlin, Bem. 2.

Qualitz , Pr. Bützow, Gü.

T. 1718. Lücken: 1729-1737, 1739-1750. Tr. 1718. Lücke: 1725-1785. B. 1787. Cm. 1879. Cfm. 1810.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Sehr wahrscheinlich ist ein Kirchenbuch seit 1684 vorhanden gewesen. (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von Oualitz 1705.) 3) Die Pfarre brannte 1854 ab. Ob ältere Kirchenbücher dabei verloren gingen, ist nicht festzustellen. (Pastor Romberg an das Archiv vorn 15. September 1893.)

GroßRaden , Pr. Sternberg, Gü.

T. 1654. Lück: 1660-1663. Tr. 1654. Lücken: 1675, 1716, 1718, 1725, 1730, 1735-1738, 1757, 1773. B. 1654. Lücken: 1716, 1725, 1731-1735, 1736-1738, 1739-1742, 1743-1758,1759-1771, 1772-1776. Cm. 1872. Cfm. 1810.

HN. Nur eine Notiz, betreffend die Taufe eines türkischen Knaben.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Raduhn , Pf. Klinken, Pr. Crivitz, Pa.

T. 1672-1787 (Garwitz und Klinken), 1787-1822 (Garwitz), 1822 (Klinken). Tr. 1729-1786 (Klinken), 1787-1822 (Garwitz), 1822 (Klinken). B. 1672-1822(Garwitz), 1822(Klinken). Cm. 1860 (Klinken). Cfm. 1793-1822 (Garwitz), 1822 (Klinken). Lücken: 1798-1800, 1810-1815.

Bem. 1) Das Taufregister von 1672-1787 findet sich sowohl in Klinken als in Garwitz. 2) Tauf= und Sterberegister der Dörfer Garwitz, Damerow und Raduhn von 1672-1787 habe ich in der Pfarrregistratur neu aufgefunden. (Pastor Hilbenz=Garwitz an das Archiv von 12. September 1893.)

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Rambow (Dahmen), Pr. Malchin, Ma.

T. 1645-1721 (Archiv), 1740-1762 (Sup.=Archiv), 1762 (Pfarre). Lücke: 1721-1740. Tr. 1645-1721 (Archiv), 1740-1762 (Sup.=Archiv), 1762 (Pfarre). Lücke: 1721-1740. B. 1647-1724 (Archiv), 1740-1762 (Sup.=Archiv), 1762 (Pfarre). Liicke: 1724-1740. Cm. Seit Amtsantritt des Pastors L. Mau privatim geführt. Cfm. 1770 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1645-1724 zu Anfang ein Verzeichniß des Inventars und der Gerechtigkeiten, zum Schluß eine series pastorum. (Archiv.) Im späteren Kirchenbuch zuweilen kurze Notizen, namentlich bei Amtswechsel. (Pfarre.)

Rechlin , Pr. Röbel, Ma.

T. 1685. Tr. 1685. B. 1685. Cfm. 1815, gemeinsam für Rechlin und Boek bis 1851.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Recknitz , Pr. Lüssow, Gü.

T. 1659. Lücke: 1682-1685. Tr. 1659. Lücke: 1679-1686. B. 1658. Lücken: 1681-1682, 1684-1685. Cfm. 1710.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Redefin , Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1651-1716 (Archiv), 1716-1847 (AltJabel), 1847, 5. April (Pfarre). Tr. 1651-1716 (Archiv), 1716-1847 (Alt=Jabel), 1847, 22. April (Pfarre). B. 1651-1716 (Archiv), 1716-1847 (AltJabel), 1847, 9. April (Pfarre). Cfm. 1784-1847 (AltJabel), 1848, Palmarum (Pfarre). Lücke: 1795-1800.

HN. s. AltJabel.

Bem. Die Aufzeichnungen für Redesin finden sich bis 1847 in den Kirchenbüchern von AltJabel.

Rehna , Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1641. Tr. 1724. B. 1724. Cfm. 1800.

Bem . Die Register sind auf der Pfarre.

AltRehse (Krukow, Mallin), Pr. Penzlin, Ma.

T. 1746. Lücke: 1769-1773. Tr. 1746, Mallin 1749.

Lücke: 1767-1773. B. 1746. Lücke: 1767-1773. Cm. 1812. Von 1812-1816 nur gelegentlich, Lücke: 1816-1818. Cfm. 1773.

HN. Erlebnisse des Pastors in den Kriegsjahren 1806 und 1807, Besuch des Gottesdienstes 1812-1816, Schulangelegenheiten (Schülerzahl in den drei Schulen) und erhaltene Lieferungen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Vermuthlich sind die älteren Kirchenbücher infolge eines Pfarrhausbrandes 1770

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verloren gegangen. (Pastor Lucius an das Archiv vom, 17. September 1893.)

Reinshagen , Pr. Teterow, Gü.

T. 1739 (Pfarre). Tr. 1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). B. 1780 (Pfarre). Cfm. 1819 (Pfarre).

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1780 am Tage nach Pfingsten brach im Reinshäger Kruge Feuer aus, was auch Kirche und Pfarre bedrohte; bei der entstehenden Unordnung sind die vorhandenen Begräbnißregister verloren gegangen, die Copulirten sind vor 1786 nicht aufgezeichnet. (Pastor Eichmann 1789 in den Abschriften im Sup.=Archiv.)

Remplin (bis 1879, 13. December AltPanstorf), Pr. Neukalen, Ma.

T. 1743. Lücke: 1761-1767. Tr. 1744. Lücke: 1757-1776. B. 1743. Lücke: 1758-1785. Cfm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Vor 1743 war AltPanstorf mit Basedow verbunden, mit dem genannten Jahre wurde jene Gemeinde mit Gorschendorf combinirt, der Pastor von Gorschendorf, Chr. Heinr. Pauli, hat das Kirchenbuch, dessen Aufzeichnungen mit 1743 beginnen, angelegt. (Pastor Neeck an das Archiv vom 26. Juli 1893.) 3) Aeltere Register sind in Basedow beim Brande vom 29. September 1766, der die Pfarre zerstörte, verloren gegangen. (Archivacten, Eccl. Basedow, Kirchen= und Pfarrbau.)

Retgendorf , Pr. Mecklenburg, Sch.

T. 1680. Lücken: 1683, 1686-1687, 1691-1692, 1694-1696. Tr. 1699. Lücken: 1760, 1773-1776, 1780-1781. B. 1700. Lücke: 1769-1781 incl. Cm. Vorhanden 1800-1839 im Retgendorfer Kirchenbuch für die Gemeinden Retgendorf und Buchholz. Cfm. 1783 im Retgendorfer Kirchenbuch für die Gemeinden Retgendorf und Buchholz.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Rubow s. HohenViecheln.

Rethwisch , Pr. Doberan, Do.

T. 1653. Tr. 1653. B. 1653. Cfm. 1815. Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Retschow , Pr. Doberan, Do.

T. 1682, 8. August. Lücke: 1688-1689. Tr. 1641. Lücke; 1658-1677. B. 1780. Cm. Nur aus dem Jahre 1705. Cfm. 1825.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Retzow , Pf. Vietlübbe (Plau), Pr. Plau, Pa.

T. 1759 1839 (Gnevsdorf), 1839 (Pfarre). Tr. 1759-1839 (Gnevsdorf), 1839 (Pfarre). B. 1759-1839 (Gnevsdorf) 1839 (Pfarre). Cfm. 1798-1839 (Gnevsdorf), 1878 (Pfarre) Lücke: 1839-1878.

HN. Vgl. Gnevsdorf und Vietlübbe.

Ribnitz (Stadtkirche), Pr Ridnitz, Do.

T. 1622-1784 (Archiv), 1785 (Pfarre). Lücke: 1689-1719, Tr. 1622-1784 (Archiv), 1785 (Pfarre). Lücke: 1687-1719. B. 1624-1784 (Archiv), 1785 (.Pfarre). Lücke: 1627-1719. Cfm. 1785 (Pfarre).

HN. Im ältesten Kirchenbuch von 1622-1689 zu Anfang eine Chronik. (Archiv.)

Bem. 1) Im Archiv befinden sich 2 Kirchenbücher I. 1622-1689, II. 1719-1784. 2) Das Kirchenbuch von 1689-1718 soll bei einer Feuersbrunst 1759 verloren gegangen sein. (Archivacten, Mandata receptionis F. F. II 318.)

Ribnitz (Klosterkirche), Pr. Ribnitz, Do.

T. 1662. Lücken: 1675-1677, 1684-1693. Tr. 1661. Lücken: 1676-1705, 1747-1749. B. 1661. Lücken: 1676-1702, 1761. Cm. 1891. Cfm. 1702, lückenhaft.

HN. Mitte des 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Rittermannshagen , Pr. Malchin, Ma.

T. 1648. Sehr lückenhaft: 1648-1706. Lücke: 1784-1791. Tr. 1706, 14. Juli. Lücke: 1784-1791. B. 1706, 14. Juli. Lücke: 1784-1791. Cm. 1713. Lücke: 1784-1791. Cfm. 1711. Lücke: 1784-1791.

HN. In dem ältesten Kirchenbuch finden sich zahlreiche Aufzeichnungen aus verschiedenen Zeiten über das Kirchenvermögen, Hebungen der Pastoren, Visitationen, Verzeichnisse der Eingepfarrten, Abschriften von Currenden nebst sonstigen theils rein privaten, theils geschichtlichen Eintragungen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Im Anfang des ältesten Kirchenbuches findet sich auf 2 Ouartseiten: " Verzeichniß der gebohrenen und getaufften Kinder in der Rittermannshäger Gemeinde, wie solches auf einigen geschriebenen lose zusammengeheffteten Bogen meine Sehl. Vorfahren zusammengezogen ab ao. 1648." 3) Das älteste Kirchenbuch reicht von 1706, 14. Juli, bis 1796, enthält aber auch Extracte aus den Visitationsprotokollen von 1648 und 1662. 4) "Das Fehlen eines älteren Kirchenbuches

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erklärt sich daraus, daß die beiden Pastoren Witte und Helmich, die von 1648 bis 1706 in Rittermannshagen waren, ein regelmäßiges Kirchenbuch nicht geführt haben. (Pastor Meyer an das Archiv vom 5. September 1893.)

Ritzerow , Filialkirche, s. Stavenhagen.

AltRöbel (St. Marien), Pr. Röbel, Ma.

T. 1672, 30. Januar. Tr. 1671, 7. December. B. 1672. Cm. Nur von 1815-1835 innen aus dem Deckel des Kirchenbuches. Cfm. 1720. Lücke: 1761-1773.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

NeuRöbel (St. Nicolai), Pr. Röbel, Ma.

T. 1675-1735 (Archiv), 1735 (Pfarre). Tr. 1705 (Pfarre). B. 1705 (Pfarre). Cfm. 1798 (Pfarre).

Röckwitz (Zwiedorf), Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1737. Tr. 1738. B. 1743. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ueber den Verlust älterer Kirchenbücher geht aus den Pfarracten nichts hervor, dagegen berichtet Adam Christopher von Blücher in einem von 1730 -1780 geführten ausführlichen Tagebuch, daß, als nach 10 jähriger Vacanz die Röckwitzer Pfarre im Jahre 1737 wieder besetzt sei, " das gantze Pfarr Gehöft ruiniret" gewesen wäre, sagt aber nicht, wodurch dies geschehen sei. Vielleicht erklärt sich aus der Vacanz das Fehlen der älteren Kirchenbücher. (Pastor Paepke an das Archiv vom 13. September 1893.) 3) Die Eintragungen für Wolde, das bis 1828 mit Röckwitz combinirt war, und die Eintragungen für Borgfeld aus der Vacanzzeit von 1739-1751 sind im Röckwitzer Kirchenbuch.

Roggendorf , Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1650. Tr. 1650. B. 1650. Lücke: 1744-1761. Cm. In selbstständigen Büchern seit 1858. Cm. 1723. Mangelhaft und mit Lücken: 1741-1756.

HN. Der Auszug eines herrschaftlichen Testaments vom 17. Juli 1825.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Zur Einsendung eines vor 1750 abschließenden Kirchenbuchs ist die Zustimmung vom Patron bis auf Weiteres versagt. (Bericht des Oberkirchenraths Schliemann vom 18. Juni 1875.)

Roggenstorf , Pr. KIütz, Sch.

T. 1640, 4. September. Tr. 1640, 4. September. B. 1640, September. Cm. 1859. Cfm. 1790.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Rosenow , Filialkirche, s. Kastorf.

KirchRosin , combinirte Mutterkirche, s. Badendiek. Rossow, Pr. Röbel, Ma.

T. 1708, 12. August. Tr. 1708, 12. August. B. 1708, 12. August. Cm. 1853, von 1870-1891 auf Zetteln und in Zusammenstellungen. Cfm. 1801, bis 1851 mit den Filialkirchen gemeinschaftlich, dann getrennt.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Am 29. Juni 1728 brannte die Pfarre ab. Vermuthlich gingen die älteren Register in diesem Brande zu Grunde. (Archivacten, Eccl. Rossow, Kirchen= und Pfarrbau.)

Rostock (St. Jacobi), Stadt Rostock, Ro.

T. 1679. Tr. 1699. B. 1695. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die alten Kirchenbücher sollen nach Bestimmung des Rathes im Orte verbleiben. (Bericht des Director Ministerii Balck vom 20. Februar 1875.) 3) Das Papier des Buches, welches die Eintragungen von 1679-1744 enthält, wird nicht lange mehr halten, manche Eintragungen, besonders für die Jahre 1720, Mai bis Ende 1722 sind kaum zu lesen. (Fragebogen.)

Rostock (Hospitalkirche zum Heiligen Geist), Pf. Rostock (St. Jacobi), Stadt Rostock, Ro.

T. 1679. Tr. 1690. B. 1779.

HN. Kurze Nachricht vom 15. December 1686 über kirchliche Versorgung der Gemeinde während der Vacanzzeit. Nachricht über Wiederbesetzung der Pfarre 1710 und 1724. Nachricht über gottesdienstliche Aenderungen im Jahre 1788. Verzeichniß der Einkünfte der Pfarre.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die alten Kirchenbücher sollen nach Bestimmung des Rathes im Orte verbleiben. (Bericht des Director Ministerii Balck vom 20. Februar 1875.) 3) Die Hospitalkirche zum Heiligen Geist als selbständige Gemeinde aufgehoben und mit St. Jacobi vereinigt 1823. (Fragebogen.)

Rostock (St. Marien), Stadt Rostock, Ro.

T. 1698. Bis 1722 vereinzelte Eintragungen; 1723-1747 fehlt die Angabe der Mutter und ist der Vater mangelhaft bezeichnet. Tr. 1723. Anfangs ganz kurze Eintragungen, seit 1775 vollständig. B. 1723. Bis 1774 unvollständig, besonders 1727-1732 und 1761-1766. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die alten Kirchenbücher sollen nach Bestimmung des Rathes im Orte verbleiben. (Bericht des Director Ministerii Balck vom 20. Februar 1875.)

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Rostock (St. Nicolai), Stadt Rostock, Ro.

T. 1662. Es sind größere Lücken vorhanden. Tr. 1663. Es sind größere Lücken vorhanden. B. 1754. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die alten Kirchenbücher sollen nach Bestimmung des Rathes im Orte verbleiben. (Bericht des Director Ministerii Balck vom 20. Februar 1875.)

Rostock (St. Johannis), Pf. Rostock (St. Nicolai), Stadt Rostock, Ro.

T. 1668. Tr. 1668. Lücke: 1699-1787. B. 1669. Lücke: 1699-1786. Cfm. 1802. Lücke: 1816-1834.

HN. In der Zeit von 1669-1699.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die alten Kirchenbücher sollen nach Bestimmung des Rathes im Orte verbleiben. (Bericht des Director Ministerii Balck vom 20. Februar 1875.) 3) Seit dem Jahre 1833 ist die frühere St. Georg=(St. Johannis=) Gemeinde nach dem Abbruch der St. Johannis=Kirche der St. Nicolai=Gemeinde einverleibt.

Rostock (St. Petri), Stadt Rostock, Ro.

T. 1657. Tr. 1657. B. 1776. Von 1776-1787 vom Küster geführt. Cfm. 1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die alten Kirchenbücher sollen nach Bestimmung des Rathes im Orte verbleiben. (Bericht des Director Ministerii Balck vom 20. Februar 1 875.)

Rostock (St. Katherinen), Pf. Rostock (St. Petri), Stadt Rostock, Ro.

T. 1735-1807. Tr. 1786-1804. B. 1687-1813.

HN. Von 1777 an zusammengestellt.

Bem. 1) Die Register befinden sich auf der Pfarre St. Petri, da St. Katherinen 1808 einging und von da an mit St. Petri combinirt ist. 2) Die alten Kirchenbücher sollen nach Bestimmung des Rathes im Orte verbleiben. (Bericht des Director Ministerii Balck vom 20. Februar 1875.) 3) Der Titel bei den Getauften lautet: " Verzeichniß aller Kinder, die seitdem großen Brande Ao. 1677 zu St. Cathar. gebohren worden und die heilige Taufe empfangen haben. NB. Da in den 1 sten Zeiten die Oeconomi, Küster und Pförtner immer alte Leute gewesen, so fängt dieses Verzeichniß erst von 1735 an." Eine ähnliche Bemerkung findet sich vor den Copulirten. (Diakonus Bauer an das Archiv vom 19. April 1894.) 4) " Weiln Anno 1677 den 11. Augusti im Weisenhause die Register und Bücher durch den Braut mit aufgegangen, als hat man nach Wieder Erbauung der Kirch dieses Buch wieder verfertigen

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lassen - - - in welchem die Begräbnissen - - - die Gestuelte und was sonsten zu der Kirchen gehohret, verzeichent zu finden ist." (Zu Anfang eines der St. Katherinen=Kirche entstammenden Buches in Folio, 1893 in Verwahrung des Lehrers F. Ahrens.) 5) Dieses Buch ist nicht von Predigern, sondern von den Oeconomi des früheren Waisenhauses geführt. Alle kirchlichen Nachrichten, die sich darin finden, sind in das Buch des St. Petri=Archivs aufgenommen, abgesehen von den Notizen über Begräbnißverkäufe. Das Ahrenssche Buch bildet also nur in Bezug auf die Begräbnißverkäufe. eine Ergänzung des Buches im St. Petri=Archiv. 6) Außer den Registern enthält das Kirchenbuch im St. Petri=Archiv noch Nachrichten über St. Katherinen unter 26 Nummern von Pastor M. Johann Wilhelm Brunow.

Rostock (Klosterkirche zum Heiligen Kreuz), Stadt Rostock, Ro.

T. 1794. Tr. 1811. B. 1811. Cm. 1854.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Rostock (Garnison), Pf. Rostock (St. Nicolai), Stadt Rostock, Ro.

T. 1810, 1. Januar. Lücke: Während des Feldzuges 1812. Tr. 1810, 1. Januar. Lücke: Während des Feldzuges 1812. B. 1810, 1. Januar. Lücke Während des Feldzuges 1812. Cfm. 1816, seit das Kirchenbuch der Garnison vereinigt geführt ist mit dem von St. Nicolai resp. St. Johannis.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Register der Garnisongemeinde und der Pfarre St. Nicolai sind getrennt geführt: 1810, 1. Januar-1816, April und 1873, 1. Juli bis. jetzt; vor 1810 und 1816-1873, 1. Juli sind sie gemeinsam geführt mit denen von St. Johannis resp. St. Nicolai. Außerdem zwei Auszüge, betreffend 1870 und 1871.

Rövershagen , Pr. Ribnitz, Do.

T. 1580. Lücken: 1606-1676, 1697-1702. Tr. 1580. Lücke: 1606-1702. B. 1580. Lücke: 1606-1676, 1683-1703. Cfm. 1734.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Zur Einlieferung zweier alter Kirchenbücher von 1580-1605 und 1676-1682 hat die Rostocker Kämmerei die Genehmigung versagt. (Bericht des Sup. Scheven vom 24. Juni 1875.)

Rubow , ehemalige Filialkirche, s. HohenViecheln.

Ruchow , Pr. Sternberg, Gü.

T. 1788, 1. Januar. Tr. 1788, 26. März. B. 1788, 6. Mai. Cfm. 1788.

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Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das ältere Kirchenbuch ist beim Brande des Pfarrhauses am 23. April 1854 vernichtet, wie durch Aussage der hierselbst noch wohnhaften Frau Pastorin Simonis, Wittwe des damaligen Pastors, glaubhaft bestätigt wird. Nur das zur Hand liegende jetzige alte Kirchenbuch, das mit dem Jahre 1788 beginnt, hat der Pastor beim plötzlichen Ausbruch des Brandes retten können. Leider ist neben dem Kirchenbuche auch eine anscheinend sehr werthvolle Pfarrchronik, vom Pastor Statius gleich nach Ende des 30 jährigen Krieges angefangen, verloren gegangen. (Pastor Staak an das Archiv vom 24. Juli 1893.)

Ruest , Filialkirche, s. Mestlin.

Rühn , Pr. Bützow, Gü.

T. 1653-1712 (Archiv), 1713 (Pfarre). Lücke: 1671-1682. Tr. 1653-1711 (Archiv), 1713 (Pfarre). Lücken: 1671-1682, 1711-1713. B. 1653-1712 (Archiv), 1713 (Pfarre). Lücke: 1671-1682. Cm. 1879 (Pfarre). Cfm. 1798 (Pfarre).

HN. Witterungsverhältnisse und locale Ereignisse 1752-1793 (Pfarre).

Bem. Das älteste auf der Pfarre befindliche Kirchenbuch reicht von 1713-1751/52. Es war an das Archiv eingeliefert, ist aber im Mai 1875 zurückgefordert.

Rumpshagen , Pf. Ankershagen, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1676-1700 (GroßLukow), 1701-1712 (Archiv), 1713-1783 (GroßLukow) 1783 (Ankershagen). Tr. 1702-1704 (Archiv), 1752-1783 (GroßLukow), 1783 (Ankershagen). Lücke: 1704-1752. B. 1701-1707 (Archiv), 1752-1783 (GroßLukow), 1783 (Ankershagen). Lücke: 1707-1752. Cm. 1702-1713 (Archiv), 1783-1799 (Ankershagen). Cfm 1713-1783 (Groß=Lukow), 1803 (Ankershagen). Lücke 1783-1803.

Bem. 1) Die im Archiv befindlichen Aufzeichnungen für Rumpshagen befinden sich in den Ankershägener Kirchenbüchern von 1692-1758. 2) Zur Flotowschen Gemeinde: " Eine Filia als Rumshagen, welches vor diesem ein Dorf gewesen, nun aber lieget daselbst eine Glaßhütte. Weil aber H. Franck, Pastor zu GrossenLuckow, welcher interimsweise diese Flotowsche Gemeine 7 Jahre mitcuriret, vor 3 Jahren [also 1701] selbige von selbsten abgedanket, haben sich die Rumßhäger eigenmächtig nach Anckershagen [s. Bem. 1] gewendet, mit diesem Vorwand, Anckershagen liege ihnen näher als Flotow wohin sie von uhralters her gehören." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von GroßFlotow 1704.) 3)s. Ankershagen, Bem. 2 und 3.

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Russow , Pr. Bukow, Do.

T. 1731, 11. Juni. Tr. 1731, 3. November. B. 1731, 28. August. Cfm. 1732.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Aus dem hiesigen Observanzbuch von 1706 ist ersichtlich, daß das Pfarrhaus zu Russow 1655 neu gebaut ist, nachdem das vorige durch Zufall abgebrannt war, während der Prediger sich gerade in der Kirche befand. Das jetzige Pfarrhaus sieht seit 1814. Das vorige soll nach mündlicher Ueberlieferung gleichfalls abgebrannt sein. Dabei scheinen die älteren Kirchenbücher verloren gegangen zu sein, da außer dem genannten Observanzbuch, das von den späteren Pastoren fortgesetzt ist, und den Kirchenbüchern seit 1731 Acten nicht vorhanden sind, die über 1814 zurückreichen. (Pastor Berger an das Archiv vom 30. August 1893.)

Ruthenbeck , Filialkirche, s. Zapel.

Sachsenberg , Pr. Schwerin, Sch.

T. 1830. Tr. 1832. B. 1830.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

GroßSalitz , Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1654, 16. Februar. Lücke: 1720, 1. April - 1722, 15. Januar. Tr. 1645. Lücken: 1720-1722, 1727-1738, 1740-1742, 1745-1760. B. 1645. Lücke: 1720, 10. April - 1722. Cm. 1886. Cfm. 1723 Lücke von 1726-1735.

HN. 1712, 20. December Schlacht "beim Zollbrett" zwischen Schweden unter Steenbock und Dänen unter Scholten und Plünderung der Pfarre. 1648 Einsturz des Kirchthurms.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch reicht von 1645-1721. Zur Einsendung dieses Buches an das Archiv ist die Zustimmung vom Patron versagt. (Bericht des Oberkirchenraths Schliemann vom 18. Juni 1875.)

AltSammit , combinirte Mutterkirche, s. Krakow.

Sanitz , Pr. Marlow, Do.

T. 1672. Lücke: 1680-1682, Juli. Tr. 1672. Lücke: 1680-1682, Juli. B. 1672. Lücke: 1680-1682, Juli. Cfm. 1764. Zuerst sehr unvolkommen. Lücke: 1768-1769.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) In dem ältesten Sanitzer Kirchenbuch von 1672-1771 sind die Register nach den Hauptgütern getrennt. Im zweiten Kirchenbuche sind von 1772-1786 Taufen, Trauungen und Beerdigungen für alle Ortschaften ungetrennt eingetragen.

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Satow , Pr. Doberan, Do.

T. 1750, 31 December. Tr 1751, Anfang. B. 1751, Anfang. Cfm 1751, Anfang.

HN. Einige Selbsterlebnisse aus der Zeit des 7jährigen Krieges.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste hier vorhandene Kirchenbuch beginnt mit dem Jahre 1750. Im Jahre 1778 hat allerdings ein Pfarrhausbrand stattgefunden, doch muß wenigstens ein älteres Kirchenbuch den Brand überdauert haben. Ich habe nämlich im Jahre 1874 einen Schein in Händen gehabt, in welchem eine Geburt aus dem Jahre 1728 attestirt, und welcher im Jahre 1794, also nach dem Brande, vom damaligen Pastor Andersen ausgestellt war. Es muß also ein älteres Kirchenbuch nach dem Brande vorhanden gewesen und später, nach dem Jahre 1794, verloren gegangen sein. Wann und wie dasselbe abhanden gekommen ist, weiß ich nicht. Schon am 8. November 1874 habe ich an den hohen Oberkirchenrath über das vermißte Kirchenbuch berichtet, und es haben damals vergebliche Nachforschungen in der Registratur des Oberkirchenraths, in der Ministerialregistratur , im Geheimen und Haupt=Archiv und im Sup.=Archiv zu Doberan stattgefunden. (Pastor Salfeld an das Archiv vom 1. August 1893.)

Satow , Pr. Malchow, Ma.

T. 1746, 4. October. Tr. 1746, 7. October. B. 1746, 3. Juli. Cfm. 1803. Im ältesten Kirchenbuch findet sich die Notiz: "Confirmierte ao. 1747 am grünen Donnerstage", aber ohne Eintragungen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Auf der ersten Seite des 1746 beginnenden Kirchenbuches findet sich folgende Notiz: "Aeltere Nachrichten und das von meinen praeantecessoribus dein Seel. Hr. Pastor Zumkumpt und dem seel. Hr. Pastor Stüdemann gehaltene Kirchenbuch ist nicht mehr vorhanden und vermutlich in der langen vacance der hiesigen Pfarre nach dem Absterben des seel. Hr. Pastor Stüdemann verloren gegangen, auch aller angewandten Mühe u. geschehenen Erkundigung nicht wieder zu erhalten gewesen. Johann George Speck, Pastor zu Satow." (Pastor Pries an das Archiv vom 23. Juli 1893.)

Schlieffenberg , Pr. Teterow, Gü.

T. 1859. Tr. 1859. B. 1859. Cm. 1862. Cfm. 1860.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Pfarre ist am 17. Juli 1859 aus Theilen der Kirchspiele Wattmannshagen und Warnkenhagen gegründet. (Walter, Unsere Landesgeistlichen. Penzlin 1889, S. 273.) 3) Vor 1859 für Schlieffenberg und

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Niegleve s. Wattmannshagen, für Tolzin und Neu=Zierhagen s. Warnkenhagen.

Schloen (GroßDratow, KleinPlasten), Pr. Waren, Ma.

T. 1661. Lücke: 1700-1713. Tr. 1661. Lücke: 1700-1713. B. 1661. Lücke: 1700-1713. Cfm. 1713.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

AltSchönau , Filialkirche, s. GroßGievitz.

Schönberg , Pf. Rossow, Pr. Röbel, Ma.

T. 1708, 12. August. Tr. 1708, 12. August. Lücken: 1715-1728, 1734-1745, 1748-1755, 1755-1777, 1779-1783, 1795. B. 1708, 12. August. Lücken: 1708-1710, 1720-1729, 1741-1745,1748-1757,1757-1767, Cm. 1853. Von 1870-1891 auf Zetteln und in Zusammenstellungen. Cfm. 1801. Bis 1851 gemeinschaftlich mit Rossow und Netzeband, dann getrennt.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Am 29. Juni 1728 brannte die Pfarre zu Rossow ab. Vermuthlich gingen die älteren Register in diesem Brande zu Grunde. (Archivacten, Eccl. Rossow, Kirchen= und Pfarrbau.)

Schorrentin (GroßMarkow), Pr. Neukalen, Ma.

T. 1677. Lücken: 1691-1692, 1694, 1700; lückenhaft 1731-1732, 1762. Tr. 1705. Lücke: 1715-1730. B. 1705. Lücken: 1715-1732, 1762. Cfm. 1732.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Schwaan (Wiendorf), Pr. Schwaan, Do.

T. 1759. Nachgetragen 1759-1766; unvollständig 1766-1786. Tr. 1766, bis 1786 unvollständig. B. 1766, bis 1786 unvollständig. Cm. Vorhanden 1799-1813, 1819-1840. Cfm. 1805, mit Angabe des Alters und der Eltern erst seit 1816.

HN. 1806-1807, 1817, 1830, 1837.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) In dem ältesten Kirchenbuch findet sich folgende Bemerkung des Pastors Schweder: "Die Kirchenbücher meiner Vorfahren sind in dem 1735 entstandenen Feuer und eingeäschertem Pfarrhaus nach dem Tode des Präpositi Burghardi geblieben, mein antecessor Engel hat ein neues machen lassen, darinnen er seit 1737 die Getauften, Gestorbenen und Kopulierten eingeschrieben, dieses blieb wieder in dem 1765 Jahre am Dingstage ante ascensionem Christi (14. Mai) entstandenen Feuer; alß habe dieses verfertigen lassen und darinnen eingeschrieben und durch den Organisten einschreiben lassen sowol

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nach Alphabeth von Ostern 1766 an alß auch die vorhero getauften, deren Nahmen und Zeit ich mit Gewisheit habe erfaren können." 3) Auf der Pfarre noch ein Buch, enthaltend Mittheilungen über die Schwaaner Pfarrverhältnisse, zum größten Theil geschrieben von dem 1676 ins Pfarramt gekommenen Joachim Müller. (Pastor Ihlefeld an das Archiv vom 16. Juni 1893.)

Schwandt , Pf. Mölln, Pr. Penzlin, Ma.

T. 1723, 1725, 1728 (Archiv), 1745-1835 (Penzlin), 1835 (Pfarre). Tr. 1745-1835 (Penzlin), 1835 (Pfarre). B. 1745-1835 (Penzlin), 1835 (Pfarre). Cm. 1889, privatim geführt (Pfarre). Cfm. 1802-1835 (Penzlin), 1835 (Pfarre).

Bem. 1) 1704 gehörte Schwandt als Filiale von GroßHelle zu Mölln. (Vgl. GroßHelle, Bem. 2.) 1721 starb der Pastor Aeminga zu Mölln. Im Streite um den Nachfolger wird GroßHelle mit Schwandt auf Antrag des von Engel zu GroßHelle 1723 nach Penzlin gelegt. Adam Carl v. Voß zu Schwandt protestirt dagegen und läßt seine eigenen Kinder in Mölln taufen (s. Bem. 2); doch finden sich Eintragungen für seine Gutsangehörigen nicht im Möllner Kirchenbuch. Demgemäß fehlen die Schwandter Aufzeichnungen vor 1745 (s. Mölln, Bem. 2 und Penzlin, Bem. 2). 2) Die Taufen aus den Jahren 1723, 1725, 1728 finden sich im Möllschen Kirchenbuch von 1723-1762 (Archiv). 3) Die Schwandter Eintragungen von 1745-1835 finden sich im GroßHeller Kirchenbuch. (Präp. Hager an das Archiv vom 28. August 1839.)

Schwarz (Diemitz), Pr. Röbel, Ma.

T. 1672-1867 (Lärz), 1867 (Pfarre). Lückenhaft 1672-1740. Tr. 1672-1867 (Lärz), 1867 (Pfarre). Lückenhaft 1672-1867. B. 1672-1867 (Lärz), 1867 (Pfarre). Lückenhaft 1672-1740. Cfm. 1800-1867 (Lärz), 1867 (Pfarre).

Bem. 1) In Schwarz befindet sich eine Abschrift des Lärzer Originals von 1799-1867; das Originalkirchenbuch in Schwarz setzt 1867, 14. Juni ein. (Pastor Köhler an das Archiv vom 3. October 1893.)

Schwerin (Dom), Pr. Schwerin, Sch.

T. 1652-1747 (Archiv), 1748 (Pfarre). Tr. 1652-1747 (Archiv), 1748 (Pfarre). B. 1652-1658 (Archiv), 1746 (Pfarre). Lücke: 1658-1746. Cm. 1873 (Pfarre). Cfm. 1800.

HN. Im Begräbnißregister vielfach gegen Ende des vorigen Jahrhunderts. Später nur 1842 gelegentlich der unter laufender Nummer angeführten Beisetzung des Großherzogs Paul Friedrich. (Pfarre.)

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Bem. 1) Im Archive sind zwei Kirchenbücher: I. 1652-1689, II. 1690-1747. 2) 1786 waren auf der Pfarre drei Quartbände, dazu ein Band in Folio, enthaltend die Todtenlisten von 1746-1784, vorhanden. (Q.=K.=R.=Acten, Anfertigung von jährlichen Abschriften 1786.) 3) Die Begräbnißregister werden ergänzt durch die Einnahme= und Ausgabe=Register der Domöconomie. (Einnahme für a. Begräbnisse und Grabstätten, b. Glockengeläute.) Sie reichen von 1643-1655, 1663-1670, 1687-1835, 1837 bis jetzt. (Kapitel: Archiv im Dom zu Schwerin.)

Schwerin (St. Nicolai), Pr. Schwerin, Sch.

T. 1741, bis 1755 lückenhaft. Tr. 1755, 11. September. B. 1756, 11. Januar. Cm. 1875. Cfm. 1825.

HN. Ein kurzer Bericht über die Einweihung der Nicolaikirche auf den ersten Blättern des ältesten Taufregisters.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Der 1736-1739 beim Pastor Richter sich aufhaltende Dr. Schnelle giebt 1754 zu Protokoll, daß Richter um 1736-1739 ein Kirchenbuch in schwarzbraunem Leder, 3 Finger dick, in 4º, gehabt habe. (Archivacten, Eccl. Schwerin, St. Nicolai, Kirchenbuch.) 3) Das Kirchenbuch der Nicolaikirche ist nach dem im Sommer 1753 erfolgten Tode des Pastors Richter nicht aufzufinden gewesen. (Archivacten,Eccl. Schwerin, St. Nicolai, Kirchenbuch.) 4) Von 1732 an hat der Feldprediger Richter kirchliche Handlungen zuerst selbstständig am Dom vorgenommen. Am 14. September 1745 wird dem Richter das Recht, kirchliche Amtshandlungen in der Schelfgemeinde vorzunehmen, wieder genommen und seine Amtsthätigkeit am 30. März 1746 ausdrücklich auf die Garnison beschränkt. Durch die Verordnungen von 1754, 14. August und 1755, 14. Juli ist die Schelfgemeinde erst von der Domgemeinde getrennt. Es sind beim Tode des Pastors Richter 1753 verloren gegangen: a. alle seine Aufzeichnungen von 1732-1741, b. theilweise seine Aufzeichnungen von 1741-1753 (vgl. Bem. 5). Die Aufzeichnungen über die Schelfgemeinde vor 1732 und theilweise die Aufzeichnungen von 1745-1754 müssen sich im Domkirchenbuch finden. (Archivacten, Eccl. Schwerin, St. Nicolai, Gottesdienst und actus min., und Präsentatenbuch F. F. II, 1599 ; für die Verordnungen von 1754 und 1755 s. Neue Sammlung Mecklenburgischer Landesgesetze, I. Theil , 3. Stück, S. 60-69.) 5) "Das Kirchenbuch der Pfarr=Gemeine auf der Neustadt Schwerin fängt an mit 1755, d. 24. August von den damahligen beiden pastoribus Röhr und Benin, welche die ersten waren nach geschehener Separation von der Altstadt. Es hat bereits der Hr. p. Benin vorn anfangs bemerket,

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daß das Kirchenbuch des seel. Guarnison=Predigers Richter liederlich an die Seite gebracht worden, es hat auch dieser Hr. Benin noch einige Kinder nachhero eingezeichnet. Ich der past. Blanckmeister habe beym Anfang meines Ambts 1757 zu Ostern durch die öffentliche Intelligenz=Blätter dies bekannt gemacht und Nachrichten mir zu geben gebeten. [s. Mecklenburger Nachrichten von 1758, 1. Juli.] Es haben sich aber nur wenige gemeldet. Indeß habe diesen Nachtrag getreulich aus dem Kirchenbuch extrahiret wie nun folget:" [1.Taufe 1741, 24. April, im Ganzen 14 Taufen vor 1755.] (Aus den Kirchenbuchsabschriften im Schweriner Kapitel - Archiv.) 6) Die Nicolai=Gemeinde hatte von Alters her einen eigenen Kirchhof. Ueber die Begräbnisse daselbst geben die Einnahme= und Ausgabe=Register der Nicolai=Gemeinde Auskunft. Diese reichen: a. 1654, Antoni - 1693; b. 1720, Ostern - 1740, Ostern; c. 1775-1848. (Archiv.) d. 1866-1869; e. 1881 - jetzt. (Kapitel=Archiv im Dom zu Schwerin.)

Schwerin (St. Pauli), Pr. Schwerin, Sch.

T. 1869, 4. Juli. Tr. 1869, 7. Juli. B. 1869, 11. Juli. Cm. 1869, 9. Juli. Cfm. 1869, 3. October.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Schwerin (Schloßkirche), Pr. Schwerin, Sch.

T. 1695-1786 (Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1725-1730. Tr. 1695-1786 (Archiv), 1787 (Pfarre). Lücke: 1725-1730. B. 1853 (Pfarre). Cfm. 1798 (Pfarre).

Bem. 1) Das Kirchenbuch I, ein in schwarze Leinwand eingebundener Ouartband, ist am 12. Februar 1894 ins Archiv vom Hofprediger Wolff geliefert. Das Kirchenbuch enthält: a. ein Taufregister von 1695-1786, b. ein Trauregister von 1695-1786. 2) Die Schloßgemeinde hatte keinen eigenen Kirchhof; ihre Angehörigen wurden auf dem Dom= oder Nicolai=Kirchhof beerdigt, und sind Aufzeichnungen darüber in den Registern der Dom= oder Nicolai=Gemeinde zu suchen. 3) Taufeintragungen für Mitglieder der Schloßgemeinde aus der Zeit von 1725-1730 finden sich im Domkirchenbuch II. (Vgl. Schloßkirchenbuch I.)

Schwerin (Garnison), Pr. Schwerin, Sch.

T. 1873, 1. Juli. Tr. 1873, 1. Juli. B. 1873, 1. Juli. Cm. 1873, 1. Juli. Cfm. 1873, 1. Juli.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

AltSchwerin (Nossentin), Pr. Malchow, Ma.

T. 1655. Tr. 1655, B. 1699. Cfm. 1789.

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HN. Seit 1679 finden sich ab und zu Pfarrangelegenheiten und Personalien besonders berichtet.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Schwinkendorf , Pr. Malchin, Ma.

T. 1681. Tr. 1673. B. 1673. Cm. 1852. Cfm. 1730.

HN. Kurze Notizen.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Serrahn (Langhagen), Pr. Krakow, Gü.

T. 1633-1738 (Archiv), 1740 (Pfarre). 1633-1684 Auszüge aus Kalendern. Lücke: 1738-1740. Tr. 1633-1738 (Archiv), 1740 (Pfarre). 1633-1684 Auszug. Lücken: 1738-1740, 1782-1784. B. 1633-1738 (Archiv), 1740 (Pfarre). 1633-1684 im Auszuge. Lücke: 1738-1740. Cm. 1852 (Pfarre). Cfm. 1740 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuche von 1633-1738 zu Anfang ein Verzeichniß der Pastoren, Küster und Bewohner der zur Pfarre gehörigen Gebäude. (Archiv.)

Severin , Filialkirche, s. Frauenmark.

Sietow (Poppentin), Pr. Malchow, Ma.

T. 1686. Tr. 1686. B. 1686. Cfm. 1760; in Poppentin seit 1759.

HN. Verzeichniß der Prediger des Röbelschen Cirkels von Mitte vorigen bis Mitte dieses Jahrhunderts. Notizen des Pastors Schmidt 1814-1857.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Siggelkow , combinirte Mutterkirche, s. GroßPankow.

Slate (GroßGodems), Pr. Parchim, Pa.

T. 1660-1749 (Archiv), 1750 (Pfarre). Tr. 1660-1749 (Archiv), 1750 (Pfarre). B. 1660-1749 (Archiv), 1750 (Pfarre). Cm. Im ältesten Kirchenbuch auch Communicantenverzeichnisse verstreut. (Archiv.) Cfm. 1815 (Pfarre).

Bem. Im Archiv sind zwei Kirchenbücher: I. 1660-1679, II. 1680-1749.

Sommerstorf , Pf. Vielist, Pf. Waren, Ma.

T. 1680. Tr. 1680. B. 1680. Cfm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Zur Einsendung der vor 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher ist die Zustimmung vom Patron versagt. (Bericht des Sup. Schmidt vom 18. Juni 1875.)

Speck , vagirende Mutterkirche, s. Federow.

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Spornitz , Pr. Neustadt, Pa.

T. 1648. Tr. 1648. B. 1782, November. Cm. 1834. Lücke: 1836-1867. Cfm. 1733.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Spornitz hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

HohenSprenz , Pr. Lüssow, Gü.

T. 1639. Tr. 1639. B. 1639. Lücke: 1767-1788. Cfm. 1780.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Stäbelow , Filialkirche, s. Parkentin.

Stavenhagen (Jürgenstorf, Ritzerow, Pribbenow), Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1727. Tr. 1727. B. 1727. Cfm. 1727.

Bem 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) "Was vor Eheleut wärenderzeit meines Prädigambtes copuliret, wieviel Kinder in der Gemeine getaufft und wieviel gestorben und begraben ist zwar bey Gelägenheit auffgeschrieben worden, allein es hat wie vieles andere also auch diese Verzeichnüße der Brandt an diesem Ort hinweggenommen daß man hievon - - - keinen ausführl. Bericht abstatten können. Ins künftige wird - - - mit fleißiger Auffzeichnung ein neuer Anfang gemachet werden. Pastor Koch." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.)

Steffenshagen , Pr. Doberan, Do.

T. 1653-1749 (Archiv), 1750, 18. Januar (Pfarre). Tr. 1653 (Pfarre). Lücke: 1660. B. 1653 (Pfarre). Cfm. 1811 (Pfarre).

Sternberg (Kobrow, Sülten), Pr. Sternberg, Gü.

T. 1740, Januar. Tr. 1758, 13. October. B. 1758, 13. Juni. Cfm. 1816.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Stolpe , Filialkirche, s. Brenz.

Stralendorf , Pr. Hagenow, Sch.

T. 1752, 30. April. Tr. 1752, 6. October. B. 1752, 19. April. Cm. 1875, 14. Januar. Cfm. 1764.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1810 begann auf der Pfarre das Kirchenbuch 1694. Das Kirchenbuch hatte eine Lücke vom September 1751-30. April 1752. (Cleemann, Syll. Parch., S. 128, handschriftlicher Vermerk von ihm selbst im

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Archivexemplar.) 3) Auf der Pfarre ist ein Kirchenbuch von 1694-1751 nicht mehr vorhanden. (Pastor Wolff an das Archiv vom 19.Juni 1893.)

KirchStück , Pf. GroßTrebbow, Pr. Schwerin, Sch.

T. 1707. Tr. 1707. Lücken: 1751-1752, 1756, 1768-1769. B. 1707. 1806-1817 zum Theil zerfetzt. Cfm. 1827.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das ältere Kirchenbuch verbrannte 1707. (Cleemann, Syll. Parch., S. 131.)

Stuer (WendischPriborn), Pr. PIau, Pa..

T.1686; bis 1700 nur vereinzelte Eintragungen. Lücke: 1700-1705. Tr. 1686; bis 1700 nur vereinzelte Eintragungen. Lücke: 1700-1705. B. 1686; bis 1700 nur vereinzelte Eintragungen. Lücke: 1700-1705. Cfm. 1686; bis 1700 nur vereinzelte Eintragungen. Lücke: 1700-1705.

HN. 1800-1823.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Stuer hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup.Schmidt vom 12. April 1875.)

Suckow (Porep), Pr. Parchim, Pa.

T. 1695-1739 (Archiv), 1750 (Pfarre). Lücken: 1713-1719, 1728-1739, 1739-1750. Tr. 1695-1724 (Archiv), 1750 (Pfarre). Lücke: 1724-1750. B. 1695 1728 (Archiv), 1749 (Pfarre). Lücken: 1712-1720, 1720-1728, 1728-1749. Cfm. 1751 (Pfarre). Lücke: 1793-1825.

HN. In dem Kirchenbuch von 1695-1739: 1) Liste der evangelischen Prediger von 1540 an und andere kirchliche Nachrichten. 2) Alphabetisches Register Getaufter 1661-1750. 3) Aufzählung der einzelnen Hofbesitzer von der Zeit vor dem 30 jährigen Kriege an. 4) Alphabetisches Register Getaufter 1749-1798. 5) Nachrichten aus dem Kirchspiel (Archiv). Fortsetzung des Predigerverzeichnisses bis auf die Gegenwart (Pfarre).

Bem. Nach einer Notiz im Kirchenbuch von 1695-1739 war früher noch ein Kirchenbuch von 1651-1695 vorhanden.

Sukow , Filialkirche, s. Pinnow.

Sülstorf (Kraak), Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1729, 19. Juni. Tr. 1729. B. 1745. Cm. 1767. Lücke: 1771-1865. Cfm 1767. Lücken: 1768-1769, 1771, 1783.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Auf der ersten Seite des ältesten Kirchenbuches steht von der Hand meines Vorgängers, des Pastors Eberhard: "Im Jahre 1729 zu Zeiten

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des Pastors Sturm brannte die Pfarre zu Sülstorf ab und verbrannten auch die Kirchenbücher und Kirchenrechnungen." (Pastor Schmidt an das Archiv vom 25. August 1893; vgl. Archivacten, Eccl. Sülstorf, Pfarrbau.)

Sülte , Filialkirche, s. Uelitz.

Sülten , Filialkirche, s. Kittendorf.

Sülten , combinirte Mutterkirche, s. Sternberg.

Sülze , Pr. Marlow, Do.

T. 1672. Lücken: 1674-1676, 1742-1744, 1747-1748, 1759-1761, 1764. Tr. 1672. Lücken: 1721-1722, 1741, 1743-1755, 1757-1770. B. 1704. Lücke: 1716-1770 incl. Cfm. 1684, mit Lücken.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1704 sagt der 1672 ins Amt getretene Pastor Schröder, am 26. September 1676 sei in seiner Abwesenheit die Pfarre abgebrannt, "so daß wenig mögen gerettet werden." (Archivacten, Beichtkinderverzeichniß von 1704.) 3) 1704 wurde ein Communicantenregister (Confitentenbüchlein) geführt. (Ebendaselbst.) .

Tarnow , Pr. Bützow, Gü.

T. 1653. Lücken: 1672-1678, 1688-1689. Tr. 1653. Lücken: 1672-1678,1688-1689,1734-1762. B. 1653. Lücken: 1677-1678, 1688-1689, 1734-1762. Cfm. 1758.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Tarnow , Filialkirche, s. Mölln.

Techentin (Below), Pr. Goldberg, Gü.

T. 1645-1691 (Archiv), 1691 (Pfarre). Lücke: 1649. Tr. 1668-1698 (Archiv), 1698 (Pfarre). Lücke: 1673-1677. B. 1645-1698 (Archiv), 1698 (Pfarre). 1774-1786 fehlen viele Namen. Cm. 1882 (Pfarre). Cfm. 1815 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1645-1698 ein Verzeichniß von freiwilligen Gaben an die Kirche. (Archiv.) 1688, 1727 Notizen über geltende Observanz. (Pfarre.)

Bem. Eine scheinbar alte Abschrift des ältesten Kirchenbuches befindet sich auf der Pfarre. In dieser beginnt das Trauregister schon 1652. Wahrscheinlich sind später in dem nur aus losen Blättern bestehenden Original die ersten Blätter verloren gegangen. (Pastor Harm an das Archiv vom 16. Juni 1893.)

Tempzin (Bibow), Pf. Zahrensdorf, Pr. Sternberg, Gü.

T. 1740. Tr. 1770. B. 1770. Cm. 1873. Cfm. 1771. Lücken: 1778-1792, 1794-1810.

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HN. Aus dem Jahre 1806.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Tempzin und Bibow sind seit 1695 combinirt. 3) Im Jahre 1821 ist die Pfarre, damals unter Strohdach, abgebrannt und so gut wie nichts gerettet. 4) Beim Pfarrhausbrand 1821 ist das Kirchenbuch von 1770 an gerettet; das Taufregister von 1740-1770 ist eine Abschrift aus dem Sup.=Archiv, vom Pastor Zarncke angefertigt. Ein Trau= und Begräbnißregister hat vor 1770 nicht bestanden, ein Confirmandenregister nicht vor 1771. (Pastor Türk an das Archiv vom 7. August 1893.)

Tessin , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1663-1751 (Archiv), 1753 (Pfarre). Lücken: 1663-1680, 1686-1688, 1751-1753, 1786. Tr. 1680-1751 (Archiv), 1753 (Pfarre). Lücken: 1686-1688, 1751-1753, 1786. B. 1680-1751 (Archiv), 1753 (Pfarre). Lücken: 1686-1688, 1751-1753, 1786. Cfm. 1804 (Pfarre).

Bem. Auf der Pfarre befindet sich eine Abschrift des Kirchenbuchs von 1740-1751 nach der Abschrift im Sup.=Archiv.

GroßTessin , Pr. Wismar, Wi.

T. 1671. Tr. 1693. B. 1693. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind aus der Pfarre. 2) GroßTessin hat keine bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher. (Bericht des Sup. Walter vom 15. Februar 1875.)

Teterow , Pr. Teterow, Gü.

T. 1661. Tr. 1661. B. 1776, 1. Advent. Cm. 1888. Cfm. 1801.

HN. Im ältesten Kirchenbuch eine Chronik von 1700-1753 (neun Folioseiten), ferner ein Verzeichniß mit kurzem Lebensabriß der Teterower Pastoren von 1552-1762 (zehn Folioseiten), ein Verzeichniß und Lebenslauf der Teterower Pastoren von 1770- und Verordnungen der herzoglichen Regierung von 1774-1781. Es existirt ferner eine Chronik der hiesigen Kirchenöconomie von 1632 an, die in sehr ausführlicher Weise bis 1672 den Besitzstand der Deconomie und die Namen der Pächter aufführt.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Teutenwinkel , Pr. Ribnitz, Do.

T. 1677. Lücke: 1770, Mai-1779, 1. Advent; doch einzelne Nachtragungen für diese Zeit. Tr. 1691, vollständig seit 1696. Lücke: 1770, Mai-1780. B. 1677. Lücke: 1770, Mai - 1779. Cfm. 1779.

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HN. 1) Den ältesten Registern geht voran eine Kirchenrechnung über Einnahmen und Ausgaben des Gotteskastens aus den Jahren 1662-1673, enthaltend Angaben über Erträge des Beutels und sonstige milde Gaben, sowie über bauliche Ausgaben, Bezüge der Kirchendiener und andere Unterstützungen. (Fragebogen.)

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das einzige vorhandene ältere Kirchenbuch schließt mit 1780 ab. (Archivacten, Mandata receptionis F.F.II, 350.) 3) Außerdem ist ein besonderes Einnahmebuch aus den Jahren 1562-1635 vorhanden über Todtengeld (Glockengeld) und Klingelbeutelgeld, in dem manche historischen Notizen enthalten sind. (Vgl. Jahrb. LIV, S. 85 ff.)

Thelkow , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1646. Lücken: 1658-1659, 1718-1722. Tr. 1646. Lücke: 1717-1719. B. 1646. Lücken: 1655-1666, 1702-1712, 1718-1727. Cm. 1876. Cfm. 1784.

HN. Im Kirchenbuche II aus der Zeit des a. Pastor Hennings (1783-1800), b. Pastor Behm (1845-1857), c. Pastor Monich (1857-1876), d. Pastor Walter (1876-1879), e. Pastor Homburg (1879-1885).

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Thulendorf , Pf. Sanitz, Pr. Marlow, Do.

T. 1678. Tr. 1678. B. 1678. Cfm. 1785. 1794-1815 im Sanitzer Kirchenbuch.

HN. Im ältesten Thulendorfer Kirchenbuch Notizen über die Pastoren, Gemeinde, Pfarre und Küsterei, und die fortlaufende Kirchenrechnung von 1678-1780.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ein früheres Kirchenbuch als 1678 ist nach einer Notiz des ersten Kirchenbuches am 11. August 1677 bei einem Feuer in Rostock verbrannt. 3) Im ältesten vorhandenen Kirchenbuch von 1678-1781 sind getrennte Tauf=, Trau= und Begräbnißregister für die ganze Gemeinde. Im zweiten Kirchenbuche sind Tauf=, Trau= und Begräbnißregister von 1781, November 1786, Advent ungetrennt eingetragen. (Fragebogen von Sanitz.) 4) Thulendorf bis 1781 selbständige Pfarre mit Pastor im Ort, seit 1783 mit Sanitz combinirt.

Thürkow , Pr. Teterow, Gü.

T. 1656-1686 (Archiv), 1726 (Pfarre). Lücke: 1686-1726; sehr lückenhaft 1755-1786. Tr. 1657-1686 (Archiv), 1729 (Pfarre). Lücke: 1686-1729; sehr lückenhaft 1755-1786. B. 1656-1686 (Archiv), 1727 (Pfarre). Lücke: 1686-1727; sehr lückenhaft 1755-1786. Cm. 1656-1686 (Archiv), 1801

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-1830 (Pfarre). 1801-1830 nur die Summen. Cfm. 1795 (Pfarre).

HN. Einnahmen und Ausgaben, wie auch chronikalische Notizen. (Archiv.) Verzeichniß der Prediger seit 1534. (Pfarre.)

Bem. Von einem Verlust der fehlenden Kirchenbücher durch Brandunglück etc. ist nichts bekannt. (Präp. Büttner an das Archiv vom 11. September 1893.)

Tramm , Filialkirche, s. Zapel.

GroßTrebbow , Pr. Schwerin, Sch.

T. 1707. Tr. 1707. B. 1707. Cfm. 1816.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das ältere Kirchenbuch verbrannte 1707. (Cleemann, Syll. Parch., S. 131.)

Uelitz (Sülte, Goldenstädt, Mirow), Pr. Ludwigslust, Pa.

T. 1786, 17. Mai. Tr. 1786, 7. Juni. B. 1786, 7. Mai. Cfm. 1786, 15. April.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das ältere Kirchenbuch 1786, 4. Mai, verbrannt. (O.=K.=R.=Acten, Sicherung der Kirchenbücher.)

GroßUpahl (Karcheez), Pr. Krakow, Gü.

T. 1745-1786 (Archiv), 1787, 7. Januar (Pfarre). Tr. 1749-1786 (Archiv), 1788, 4. April (Pfarre). Lücke: 1786-1788. B. 1749-1786 (Archiv), 1787, 2. April (Pfarre). Cfm. 1801, 29. März (Pfarre).

Bem. Zu Anfang des Kirchenbuches von 1745-1786 die Notiz, daß Pastor Schleef 1749 ein von 1682-1745 reichendes Kirchenbuch nicht vorgefunden habe. Von 1745-1749 habe er aus Aufzeichnungen seines Vorgängers und dessen Wittwe abgeschrieben. Zu vermuthen ist, daß Schleef noch ein mit 1682 schließendes Kirchenbuch vorlag, da er gerade dies Jahr als Anfang der Lücke bezeichnet.

Varchentin (Deven, Kraase), Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1680. Lücke: 1733-1738 wegen Vakanz. Tr. 1680. Lücke: 1733-1738 wegen Vakanz. B. 1680. Lücke: 1733-1738 wegen Vakanz. Cfm. 1789.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

GroßVarchow , Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1677-1754 (Archiv), 1740 (Pfarre). Lücken: 1703-1705, 1754-1775. Tr. 1677-1747 (Archiv), 1740 (Pfarre). Lücke: 1747-1777. B. 1677-1747 (Archiv), 1777 (Pfarre). Lücken: 1703-1707, 1747-1777. Cfm. 1816 (Pfarre).

Bem. 1) Im Archive befinden sich 5 Kirchenbücher von GroßVarchow in 8º: I. 1677-1703 (Taufen, Trauungen, Beerdigungen);

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II. 1705-1747 (Taufen), defect; III. 1704-1747 (Trauungen), defect; IV. 1707-1747 (Beerdigungen), defect; V. 1747-1754 (Taufen). 2) Das auf der Pfarre befindliche, mit 1740 beginnende Kirchenbuch ist eine Abschrift bis 1754. Aus der Zeit des Pastors Bresse (I756-1775) sind nur aus zwei Jahrgängen einige 20 Kinder als getauft eingetragen. Der Küster Engel bat vom 20. November 1775 bis zum 20. Januar 1777 die getauften Kinder verzeichnet. (Kirchenrath Sander an das Archiv vom 5. September 1893.)

Vellahn (Marsow), Pr. Hagenow, Sch.

T. 1665-1731 (Archiv), 1732, 22. August (Pfarre). Tr. 1665-1738 (Archiv), 1783, 9. Mai (Pfarre). Lücke: 1738-1783. B. 1665-1783 (Archiv), 1783, 31. März (Pfarre). Lücke: 1739-1777. Cfm. 1783, 1. Juni (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1665-1697 Kirchenrechnungen, im Kirchenbuch von 1697-1783 Nachrichten aus dem Kirchspiel (Archiv).

Bem. 1) Im Archiv sind 2 Kirchenbücher 1. 1665-1697, II. 1697-1783. 2) Die ersten Blätter des 1732 beginnenden Taufregisters fehlen; denn die erste Eintragung trägt die Nr. 27

HohenViecheln , Pr. Mecklenburg, Sch.

T. 1713. Lücken: 1729-1732, 1734-1737, 1740-1742, 1744-1747, 1750-1754. Tr. 1736. Lücke: 1738-1762. B. 1713. Lücken: 1729-1736, 1739-1744, 1748-1754, 1756 1760. Cm. 1884, 14. December. Cfm. 1814.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Von einem Pfarrhausbrand oder ähnlichem Unglück, durch das ältere Kirchenbücher verloren gegangen sein könnten, ist nichts bekannt. Auf der Pfarre kein älteres als 1713. (Pastor Krabbe an das Archiv vom 24. August 1893.) 3) Die ehemalige Filialkirche Rubow gehörte bis zum Abbruch der Kirche, 1782, zu HohenViecheln und wurde dann zu Retgendorf (Buchholz) gelegt.

GroßVielen (Zahren, Mollenstorf), Pr. Penzlin, Ma.

T. 1749. Tr. 1749. B. 1749. Cm. 1749. Lücke: 1770-1860. Cfm. 1749.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch von GroßVielen enthält auf seiner ersten Seite folgende Bemerkung: "Verzeichniß derer zu GroßVielen, Zahren u. Mollenstorf, Getauften, Eingesegneten, Copulierten und Begrabenen, weil voriges Buch beim kläglichen Brandschaden dieser Weeden am 5. Aug. 1748 me absente mit eingeäschert worden. Fabricius p." (Pastor Schlüter an das Archiv vom 8. September 1893.)

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Vielist , Pr. Waren, Ma.

T. 1680. Tr. 1680. B. 1680. Cfm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Genehmigung des ritterschaftlichen Patrons zur Einsendung der vor 1750 abgeschlossenen Kirchenbücher ist versagt worden. (Bericht des Sup. Schmidt vom 18. Juni 1875.)

Vietlübbe , Pr. Gadebusch, Sch.

T. 1740. Lücke: 1752, September - 1776. Tr. 1777. B. 1740. Lücke: 1752, September - 1776. Cm. 1858. Cfm. 1802.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Aus den Mittheilungen des Pastors Willebrand an das Archiv vom 18. August 1893 scheint Folgendes geschlossen werden zu dürfen: 1793 brannte die 1686 erbaute Pfarre ab. Damals werden die Kirchenbücher zu Grunde gegangen sein. Der Pastor Blanck (1777-1801) hat die Register von 1740 an aus dem Sup.= Archiv ergänzt, doch waren von 1752-1776 keine Tauf= und Begräbnißregister geführt, also auch nicht an die Sup. eingesandt worden, vor 1777 überhaupt kein Trauregister.

Vietlübbe , Pr. Plau, Pa.

T. 1661-1715 (Archiv), 1715 (Pfarre). Lücke: 1753-1754. Tr. 1661-1710 (Archiv), 1715 (Pfarre). Lücken: 1664-1670, 1710-1715. B. 1662-1714 (Archiv), 1715 (Pfarre). Lücken: 1664-1668, 1668-1671, 1712-1714, 1790. Cfm. Seit 1878 ein besonderes, namentliches Register (Pfarre).

HN. Verzeichniß der Pastoren von 1572 an; sonstige Notizen über Kirche, Pfarrgebäude, Feuerbrünste aus verschiedenen Jahren (Pfarre) .

Bem. Im Archive sind 2 Kirchenbücher I. 1661-1669, II. 1670-1715.

Vilz , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1740. Tr. 1747. B. 1747. Cm. 1843. Cfm. 1816.

HN. Ein Buch mit Nachrichten hauptsächlich aus der Zeit vor dem 30 jährigen Kriege ist auf der Pfarre vorhanden. Es enthält Abschriften von Urkunden aus den Jahren 1364, 1370, 1371, 1558, 1560, 1569, 1585, 1605, 1612.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das 1740 beginnende Kirchenbuch ist Original und zeigt Spuren von Brandschäden. 3) Nach Aussage der in Tessin wohnenden 93 jährigen Kirchenräthin Karsten früher in Vilz ist das Pfarrhaus in Vilz Ende des vorigen Jahrhunderts zweimal kurz hintereinander abgebrannt

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und sind beim ersten Brande die älteren Kirchenbücher verloren gegangen. (Pastor Pfaff an das Archiv vom 16. August 1893.

Vipperow , Pr. Röbel, Ma.

T. 1705. Tr. 1705. Lücke: 1727-1747. B. 1706. Lücke: 1729-1747. Cm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ueber einen Pfarrhausbrand oder dergl., wodurch ältere Register könnten verloren gegangen sein, findet sich in den Pfarracten keinerlei Nachricht. (Pastor Gaedt an das Archiv vom 28. August 1893.)

Volkenshagen , Pr. Ribnitz, Do.

T. 1743. Tr. 1743. B. 1743. Cfm. 1747.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die älteren Bücher sind 1743 beim Brand des Pfarrhauses zu Grunde gegangen.

Vorbeck , Filialkirche, s. Kladow.

Walkendorf , Pr. Gnoien. Gü.

T. 1677-1732 (Archiv), 1751 (Pfarre). Lücke: 1732-1751. Tr. 1677-1724 (Archiv), 1751 (Pfarre). Lücke: 1724-1751. B. 1677-1732 (Archiv), 1751 (Pfarre). Lücke: 1732-1751. Cfm. 1770 (Pfarre).

Bem. 1) Das Kirchenbuch von 1677-1732 ist durch Brand beschädigt. 2) Von 1732-1751 war Pfarrvakanz, während welcher "die benachbarten Prediger ohne Zweifel die actus ministeriales in der Gemeinde verrichtet haben und noch verrichten". (Bericht des Superintendenten von 1751 in D.=K.=R.=Acten, Pfarrbesetzung.)

Walow , Filialkirche, s. Grüssow.

Wamckow , Pf. Prestin, Pr. Crivitz, Pa.

T. 1631. Lücke: 1731-1750. Tr. 1631. Lücke: 1736-1750. B. 1630. Lücke: 1736-1750. Cfm. 1813.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre Prestin. 2) Die Genehmigung des ritterschaftlichen Patrons zur Einsendung des vorhandenen bis 1750 abgeschlossenen Kirchenbuches ist versagt worden. (Bericht des Sup. Schmidt vom 12. April 1875.)

HohenWangelin , Pr. Malchow, Ma.

T. 1681-1722 (Archiv), 1723, 1. October (Pfarre). Tr. 1681 -1722 (Archiv), 1723, Michaelis (Pfarre). B. 1681-1722 (Archiv), 1724, 13. Februar (Pfarre). Lücke: 1722-1724. Cm. 1762 (Pfarre). Cfm. 1816 (Pfarre).

HN. Vgl. Kieth.

Bem. 1) 1649 wurde HohenWangelin nach langer Vakanz zu Kieth gelegt; doch müssen etwaige Aufzeichnungen über Hohen=

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Wangelin von 1649-1681 getrennt von Kieth geführt und wieder verloren gegangen sein, da sich im Kiether Taufverzeichniß keine Eintragungen aus dieser Zeit für HohenWangelin finden. (Vgl. Kieth und Archivacten, Eccl. Kieth, Combination.) 2) Die im Archiv befindlichen Aufzeichnungen finden sich im Kiether Kirchenbuch von 1649-1781.

Waren , Pr. Waren, Ma.

T. 1699, Juni; bis 1720 abgeblaßte und undeutliche Schrift. Tr. 1700, April. B. 1699, September. Cfm. 1816.

HN. Nur kurze Notizen über Amtsanfang, Fortgang und Tod einiger Pastoren, z. B. 1774.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Gemeinden der St. Georgskirche (alte) und der St. Marienkirche (neue) sind stets ungetheilt gewesen. (Pastor Wolff an das Archiv vom 24. Juni 1893.) 3) Durch die Feuersbrunst von 1699 gingen die älteren Register verloren. (Cleemann, Syll. Parch., S. 86.)

Warin , Pr. Bützow, Gü.

T. 1679-1694 (Pfarre), 1710-1753 (Archiv), 1753 (Pfarre). Lücken: 1682-1687, 1694-1710. Tr. 1687-1688 (Pfarre), 1710-1753 (Archiv), 1753 (Pfarre). Lücke: 1688-1710. B. 1687 (Pfarre), 1740-1753 (Archiv), 1753 (Pfarre). Lücke: 1687-1740. Cm. 1856 (Pfarre). Cfm 1750-1751 (Archiv), 1753 (Pfarre). Lücke: 1752-1753.

HN. Im Kirchenbuch von 1740-1753 zu Anfang finden sich Nachrichten aus dem Kirchspiel. (Archiv.)

Bem. 1) Die Register von 1679-1694 können an das Archiv nicht eingeliefert werden, weil sie mit den Kirchenrechnungen in einem Bande vereinigt sind. (Bericht des Pastors Rische zu Warin an den Oberkirchenrath vom 13. November 1893.) 2) Im Archiv sind zwei Kirchenbücher I. 1710-1739, II. 1740-1753.

Warlitz , Filialkirche, s. Pritzier.

Warnemünde , Pr. Doberan, Do.

T. 1671-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). Tr. 1671-1729 (Archiv), 1730 (Pfarre). B. 1730 (Pfarre). Cfm. 1772 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1671-1729 Nachrichten aus dem Kirchspiel (Archiv), dann auf der Pfarre alls den Jahren 1693-1694, 1699, 1703, 1725, 1730-1740, 1744, 1746-1749, 1773-1774, 1777-1778, 1783 -1784, 1786-1788, 1791-1793, 1795-1799, 1801, 1803, 1805-1814.

Warnkenhagen , Pr. Teterow, Gü.

T. 1700. Lücke: 1744-1745. Tr. 1699. Lücke: 1744-1745. B. 1699. Lücke: 1744-1745. Cm. 1873. Cfm. 1779.

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HN. Vereinzeltes findet sich in den Kirchenrechnungsbüchern von 1708 an, in einer mangelhaften Chronik und auf losen Papieren; in dem Kirchenbuch ist nichts.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Das älteste Kirchenbuch reicht von 1699-1778.

Warnow , Filialkirche, s. Zernin.

Warsow , Pr. Hagenow, Sch.

T. 1724. Tr. 1723. B. 1724. Cfm. 1815.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Eine Erklärung für das Fehlen der älteren Kirchenbücher ist nach den Pfarracten nicht zu geben. (Pastor Stöhr an das Archiv vom 21. August 1893.)

Wasdow , Pr. Gnoien, Gü.

T. 1720. Tr. 1720. B. 1720. Cfm. 1847.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Wasdow wurde 1673 von Gnoien getrennt, von welcher Pfarre es vorher filia war. (s. Archivacten, Beichtkinderspecification von Gnoien 1704 und Eccl. Wasdow, Pfarrbesetzung.) In dem im Archiv befindlichen Gnoienschen Kirchenbuch von 1654-1742 finden sich jedoch aus der Zeit von 1654-1673 keine Eintragungen für Wasdow, die als solche kenntlich sind. Vermuthlich sind in dieser Zeit die Kirchenbücher getrennt von einander geführt worden. 1720 fand nach dem Tode des Pastors Hansen - Wasdow eine Prediger=Neuwahl statt. 3) Pastor Kriel zu Wasdow weiß nach einem Schreiben vom 22. August 1893 an das Archiv, einen Grund für das Fehlen älterer Kirchenbücher als 1720 nicht beizubringen.

Wattmannshagen , Pr. Teterow, Gü.

T. 1643-1659 (Pfarre), 1659-1735 (Archiv), 1737 (Pfarre). Lückenhaft bis 1659. Lücken: 1666-1670, 1735-1737. Tr. 1653-1659 (Pfarre), 1659-1735 (Archiv), 1737 (Pfarre). Lückenhaft: 1653-1659. Lücken: 1666-1670, 1735-1737. B. 1659-1735 (Archiv), 1737 (Pfarre). Lücken: 1666-1670, 1735-1737. Cm. 1659-1678 (Pfarre). Cfm. 1659 (Pfarre), bis 1671 vereinzelt.

HN. Viele Notizen von der zweiten Hälfte des 17., einige vom 18. Jahrhundert. (Pfarre.)

Bem. 1) Ein Buch, welches Kirchenregister aus dem 17. Jahrhundert und nur auf den letzten Seiten einige wenige Notizen von Taufen, Todesfällen und Copulationen aus den Jahren 1643-1659 enthält, ist mit Genehmigung des Oberkirchenraths auf der Pfarre zurückbehalten. (Bericht des Sup. Polstorff vom 8. Mai 1875.) 2) Außer dem Buch unter 1) finden sich auf der Pfarre Auf=

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zeichnungen, parallel laufend mit dem Kirchenbuch im Archiv, in Büchern, die auch für andere Notizen gedient haben. Das erste mit "Kirchenbuch" bezeichnete Buch auf der Pfarre beginnt mit Anfang 1737. (Pastor Radloff an das Archiv vom 16. Juni 1893.)

Weisin , Filialkirche, s. Benthen.

Weitendorf , Pf. Kritzkow, Pr. Lüssow, Gü.

T. 1729. Lücke: 1739-1750, 6. Juli. Tr. 1729. Lücke: 1739-1750, 23. October. B. 1729. Lücke: 1739-1750, 5. October. Cfm. 1751, Gründonnerstag.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Ein Heft von 1729-1739 umfaßt die Geburten, Trauungen und Beerdigungen der Gemeinde Weitendorf. Wahrscheinlich ist es das Accidentienbuch des damaligen Küsters von Weitendorf. Ich vermuthe, daß s. Z. der Pastor in Kritzkow dieses Heft an sich genommen hat als theilweisen Ersatz für die verloren gegangenen Kirchenbücher. Der Verlust soll durch Brand der Pfarre zu Anfang der 50 er Jahre des vorigen Jahrhunderts eingetreten sein. Bestimmte Nachrichten über den Brand enthalten die Pfarracten nicht; doch trägt das jetzige Pfarrhaus die Jahreszahl 1756 in den Hausthürbalken eingeschnitten. (Präp. Metterhausen an das Archiv vom 18. Juli 1893.

Werle , Pf. Neese, Pr. Grabow, Pa.

T. 1649-1651 (Archiv), 1677-1701 (Archiv), 1707 (Pfarre). Lücken: 1651-1677, 1701-1707, 1707-1709. Tr. 1649-1651 (Archiv), 1678-1700 (Archiv), 1707 (Pfarre). Lücke: 1651-1678, 1700-1707. B. 1649-1651 (Archiv), 1678-1701 (Archiv), 1707 (Pfarre). Lücke: 1651-1678, 1701-1707, 1710-1712, 1731-1735. Cm. 1685-1701 (Archiv), 1708-1779 (Pfarre). Lücke: 1701-1708. Cfm. 1763 (Pfarre).

HN. s. Neese.

Bem. s. Neese.

Wessin , Pr. Crivitz, Pa.

T. 1745. Lücke: 1751-1757. Tr. 1749. Lücke: 1751-1757. B. 1747. Lücke: 1751-1757. Cfm. 1795.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Auf der Pfarre ist nicht bekannt, wann ältere Register verloren gegangen sind. (Pastor Albrecht an das Archiv vom 28. August 1893.)

Westenbrügge , Pr. Bukow, Do.

T. 1649. Lücke: 1712-1714. Tr. 1649. Lücken: 1670, 1709-1714. B. 1649. Lücke: 1710-1714. Cfm. 1756.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Wiendorf , Filialkirche, s. Schwaan.

Wilsen , Kapelle, s. Kreien.

Wismar (St. Georg), Pr. Wismar, Wi.

T. 1660. Am Ende des bis 1695 reichenden Buches ist eine kleine Lücke. Tr. 1660. Am Ende des bis 1695 reichenden Buches ist eine kleine Lücke. B. 1660. Am Ende des bis 1695 reichenden Buches ist eine kleine Lücke. Cm. 1796. Lücke: 1876-1883. Cfm. 1816.

HN. Im Anfang und in der Mitte vorigen Jahrhunderts kürzere Notizen unwesentlichen Inhalts.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Von der Abgabe der älteren Kirchenbücher an das Archiv soll bis auf Weiteres abgesehen werden. (Bericht des Sup. Walter vom 15. Februar 1875.)

Wismar (Heil. Geist), Pf. Wismar (St. Georg), Pr. Wismar, Wi.

T. 1732. Tr. 1731. B. 1728.

Bem. 1) Die Register sind aus der Pfarre St. Georg. 2) s. Wismar (St. Georg), Bem. 2. 3) Seit dem Jahre 1834 giebt es nur ein Kirchenbuch von St. Georg, die Heil. Geist=Gemeinde mit umfassend.

Wismar (St. Marien), Pr. Wismar, Wi.

T. 1681. Tr. 1681. B. 1692. Cfm. 1795; bis 1812 nur die Confirmanden des Archidiakonus Eyller, von da an alle.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) f. Wismar (St. Georg), Bem. 2.

Wismar (Schwarzes Kloster), Pf. Wismar (St. Marien), Pr. Wismar Wi.

T. 1732-1834 (St. Georg), 1834 (St. Marien). Tr. 1731-1832 (St. Georg), 1834 (St. Marien). Lücke: 1832-1834. B. 1728-1834 (St. Georg), 1834 (St. Marien).

Bem. s. Wismar (St. Georg), Bem. 2.

Wismar (St. Nicolai), Pr. Wismar, Wi.

T. 1643, 30. März. Tr. 1700, 10. Januar. B. 1706, 6. April. Cfm. 1813.

HN. Notizen, die sich auf das Kirchengebäude, seine Geräthschaften und die Gerechtsame der Prediger und Kirchendiener beziehen. Kürzere Notizen auch aus Kriegszeiten von 1709-1758.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) s. Wismar (St. Georg), Bem. 2.

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Wismar (Garnison), Pf. Wismar (St. Marien), Pr. Wismar, Wi.

T. 1816, September. Tr. 1873. B. 7817. Cfm. 1873.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre St. Marien. 2) Das Garnisonkirchenbuch wird selbständig ueber den Kirchenbüchern von St. Marien geführt, doch werden sämmtliche Eintragungen auch in die letzteren aufgenommen.

Wittenburg , Pr. Wittenburg, Sch.

T. 1651-1719 (Archiv), 1720 (Pfarre). Tr. 1651-1719 (Archiv), 1720 (Pfarre). B. 1651-1719 (Archiv), 1720 (Pfarre). Cfm. 1816.

Bem. Im Archiv sind 2 Kirchenbücher I. 1651-1703, II. 169-1719.

Wittenförden , Pr. Schwerin, Sch.

T. 1645; bis 1672 aus nachgelassenen Papieren des Pastors Leopoldi eingetragen. Tr. 1645; bis 1672 aus nachgelassenen Papieren des Pastors Leopoldi eingetragen. Lücken: 1700-1705, 1717-1722, 1722-1724, 1725. B. 1645; bis 1672 aus nachgelassenen Papieren des Pastors Leopoldi eingetragen. Lücke: 1699-1722. Cfm. 1801.

HN. 1672, 1705, 1751.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Witzin , Pf. Boitin, Pr. Sternberg, Gü.

T. 1740-1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). Tr. 1740-1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). B. 1740-1786 (Sup.=Archiv), 1787 (Pfarre). Cfm. 1787; zuerst sehr kurz. Lücke: 1794-1814 incl.

Bem. 1) Die Register sind in Boitin. 2) Seitdem Brande des alten Pfarrhauses zu Boitin im Jahre 1872 ist außer dem im Gebrauch befindlichen Kirchenbuch für das Kirchspiel Witzin nur noch ein älteres Kirchenbuch vorhanden. 3) Witzin, combinirt mit Boitin, vgl. Boitin. 4) Im Sup. Archiv sind Abschriften.

Wöbbelin , Pf. Neustadt, Pr. Neustadt, Pa.

T. 1675-1715 (Archiv), 1715, October (Pfarre). Tr. 1675-1719 (Archiv), 1720, Januar (Pfarre). B. 1675-1719 (Archiv), 1720, Januar (Pfarre). Cm. Die Zahl der Communicanten im Gebührenbuch vermerkt. Cfm. 1816 (Pfarre).

HN. s. Neustadt.

Bem. 1) Die im Archiv befindlichen Aufzeichnungen für Wöbbelin finden sich im Neustädter Kirchenbuch von 1675-1719. 2) Wöbbelin hat ein eigenes Kirchenbuch 1879 erhalten; es beginnt:

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a. Taufregister 1879, Advent; b. Trauregister 1880, April; c. Begräbnißregister 1879, December; d. Confirmandenregister 1880, Palmarum.

Woggersin , Pf. Breesen, Pr. Penztin, Ma.

T. 1699-1763 (Weitin), 1763 (Breesen). Tr. 1713-1763 (Weitin), 1763 (Breesen). Lücke: 1736-1737, 1750. B. 1763 (Breesen). Cm. 1872 (Breesen). Cfm. 1713-1763 (Weitin), 1763 (Breesen).

Bem. Die vagierende Mutterkirche Woggersin trennte sich 1763 von Weitin (Meklenburg=Strelitz) und hielt sich von da an zu Breesen.

GroßWokern , Pf. Klaber, Pr. Teterow, Gü.

T. 1686. Tr. 1722. Lücken: 1736-1740, 1766-1775. B. 1686. Cfm. 1819; bis 1866 im Klaberschen Kirchenbuch. Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Wolde , Pf. Kastorf, Pr. Stavenhagen, Ma.

T. 1737-1828 (Röckwitz), 1828, 1. Januar (Pfarre). Tr, 1738-1828 (Röckwitz), 1828 (Pfarre). B. 1743-1828 (Röckwitz), 1828 (Pfarre). Cm. 1859, 15. Mai (Pfarre). Cfm. 1816-1828 (Röckwitz), 1828 (Pfarre).

HN. Kurze biographische Notizen über die in Wolde fungirenden Pastoren zu Röckwitz und Kastorf.

Bem. 1) s. Röckwitz, Bem. 3. 2) Das Wolder Kirchenbuch ist in einem Nebenbande durch ein Namensverzeichniß bereichert.

Woosten , Pr. Goldberg, Gü.

T. 1710. Tr. 1711; bis 1772 sehr kurz. B. 1710; bis 1772 sehr kurz. Cfm. 1801.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Woserin (Borkow), Pr. Sternberg, Gü.

B. 1758, 23. Mai. Tr. 1758, 28. October. B. 1758, 6.Mai. Cfm. 1797.

HN. Zu Anfang des ältesten Kirchenbuches finden sich auf etwa 14 Seiten historische Notizen aus der Zeit des 7 jährigen Krieges (1757-1761).

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Auf der Pfarre reicht das älteste Kirchenbuch (Rechnungen) bis 1588 zurück. 3)1757 hat der Pastor Passow II. das Pfarramt von seinem Vater übernommen und hat im dem von ihm neu angelegten Rechnungsbuche bemerkt: Man habe soviel möglich Alles in Ordnung zu bringen gesucht; in 18 Jahren sei eine Kirchenrechnung nicht geführt worden;

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auch sei ein Todtenregister, aus welchem die zu zahlenden Glockengelder zu ersehen wären, nicht vorhanden. - Vermuthlich hat Pastor Passow I. Tauf= und Trauregister auch nicht geführt. - - In einem Protokoll vom 24. October 1796 wird bei Aufnahme des Kirchen= und Pfarr=Inventars als ältestes Kirchenbuch das vom Jahre 1758 genannt. (Pastor Barnewitz an das Archiv vom 21. August 1893.)

Wredenhagen , combinirte Mutterkirche, s. Kieve.

Kloster und Rostocker Wulfshagen , combinirte Mutterkirchen, s. Kuhlrade.

Wulfsahl , Filialkirche von Marnitz, s. Ziegendorf.

Wustrow , Pr. Ribnitz, Do.

T. 1651-1747 (Archiv), 1747 (Pfarre). Lücken:1652, 1654, 1672-1679. Tr. 1651-1746 (Archiv), 1747 (Pfarre). Lücken: 1652, 1654, 1672-1679, 1845. B. 1651-1747 (Archiv), 1747 (Pfarre). Lücken: 1652, 1654, 1665-1666, 1667-1679, 1695-1709,1760. Cm. Vorhanden 1747-1775,1784-1786 (Pfarre). Cfm. 1747 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch I. von 1651-1708 Nachrichten aus dem Kirchspiel, im Kirchenbuch II. von 1709-1747 die außerehelichen Geburten auf dem Deckel zusammengestellt. (Archiv.)

Zahren , Filialkirche, s. GroßVielen.

Zahrensdorf , Pr. Boizenburg, Sch.

T. 1668, 14. Januar. Tr. 1668, 13. September. B. 1668, 3. April. Cfm. 1799.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Zapel (Ruthenbeck, Tramm), Pr. Crivitz, Pa.

T. 1677-1738 (Archiv), 1738 (Pfarre). Tr. 1677-1738 (Archiv), 1738 (Pfarre). B. 1677-1738 (Archiv), 1738 (Pfarre). Cfm. 1738 (Pfarre).

HN. Im Kirchenbuch von 1677-1738 Streitigkeiten um Predigten, Notizen über Inventar und Pfarreinkünfte und andere Nachrichten aus dem Kirchspiel, ferner ein Einnahme= und Ausgabe=Verzeichniß des Kirchenvermögens. (Archiv.) In den späteren Registern 1755 fast eine halbe Seite betreffend Hagelwetter, nassen Sommer; Erdbeben in Lissabon. 1786 Pastor Stoltes Amtsantritt. Verzeichniß der Pastoren zu Zapel seit der Reformation auf dem Deckel des ältesten auf der Pfarre befindlichen Kirchenbuchs. (Pfarre).

Zarrentin , Wittenburg, Sch.

T. 1659-1699 (Archiv), 1700 (Pfarre). Lücke: 1749-1753. Tr. 1659-1699 (Archiv), 1700 (Pfarre). Lücke: 1754-1775.

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B. 1660 (Pfarre). Lücke: 1755, 26. Januar - 1775. Cfm. 1794 (Pfarre).

HN. Auf den Innenseiten der Kirchenbuchdeckel finden sich historische Notizen, betreffend unehrliche Begräbnisse und Feuersbrünste aus dem 17. und 18. Jahrhundert. (Pfarre.)

Zaschendorf , combinirte Mutterkirche, s. Zittow.

Zehna , Pr. Krakow, Gü.

T. 1740. Tr. 1740. B. 1740. Cm. 1872. Cfm. 1801.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Bei dem Brande des hiesigen strohbedachten Pfarrhauses in der Nacht auf den 1. März 1872 sind sämmtliche Kirchenbücher und Pfarracten verbrannt. Das hier jetzt befindliche Kirchenbuch von 1740-1872 ist eine Abschrift der im Superintendenturarchiv zu Güstrow aufbewahrten Register. Meiner Erinnerung nach hat das älteste verbrannte Kirchenbuch bis 1738 zurückgereicht. Außerdem waren aber noch einzelne zusammenhanglose Aufzeichnungen aus noch früherer Zeit - irre ich nicht, selbst aus dem 17. Jahrhundert - hier vorhanden. (Präp. Vitense an das Archiv vom 24. Juli 1893.)

Zepkow , Pf. Kieve, Pr. Röbel, Ma.

T. 1662. Tr. 1672. B. 1667. Cm. 1888. Cfm. 1801. Lücke: 1804-1810.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Zernin (Warnow), Pr. Bützow, Gü.

T. 1720. Tr. 1720. B. 1720. Lücke: 1736. Cfm. 1807, zuerst sehr kurz.

HN. Selten und nur kurze Randbemerkungen.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Von den ältesten Leuten der Gemeinde habe ich in Erfahrung gebracht, daß die Wittwe des älteren Pastors Wagner mit ihrer Tochter in dem alten Predigerhause in Warnow, wo früher die Pfarre für die Gemeinde Zernin=Warnow gestanden hat, wohnhaft gewesen ist, bis dies alte Pfarrhaus durch Feuer zerstört ward. Gerettet ist nichts worden. Ob dabei etwa ältere Kirchenbücher vor dem Jahre 1720 verbrannt sind, konnte ich nicht feststellen. (Pastor Kortüm zu Boitin als Curator der Pfarre Zernin=Warnow an das Archiv vom 21. August 1893.)

Zickhusen , Filialkirche, s. Meteln.

Ziegendorf (Wulfsahl), Pr. Parchim, Pa.

T. 1750-1852 (Marnitz), 1853, 1. Januar (Pfarre). Bis 1777 lückenhaft. Tr. 1750-1853 (Marnitz), 1853, 7. Juni (Pfarre). Bis 1777 lückenhaft. B. 1777-1852 (Marnitz), 1853, 1. Januar

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(Pfarre). Cm. 1867 (Pfarre). Cfm. 1815-1852 (Marnitz), 1853 (Pfarre).

Bem. 1) Wulfsahl ist Filialkirche von Marnitz und wird von Ziegendorf aus verwaltet. Ziegendorf ist Hülfspredigerstelle zu Brunow und Marnitz. 2) In der Nacht vom 11. zum 12. Februar 1750 brannte die Pfarre Marnitz ab, ohne daß es möglich war, etwas zu retten. Dabei gingen die älteren Kirchenbücher verloren. (Archivacten, Eccl. Marnitz, Pfarrbau, und Fragebogen von Marnitz.)

Zielow , Pf. Vipperow, Pr. Röbel, Ma.

T. 1776. Tr. 1787. B. 1706. Lücke: 1720-1776 Cfm. 1801, Palmarum.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Kirchenbücher, die für Zielow über 1776 zurückreichen, sind nicht vorhanden. Ueber einen etwaigen Pfarrhausbrand oder dergl., wodurch die älteren Register könnten verloren gegangen sein, findet sich in den Pfarracten keinerlei Nachricht. (Pastor Gaedt=Vipperow an das Archiv vom 28.August 1893.) 3) Das älteste Kirchenbuch für Zielow ist ein kleines Heft mit Umschlag von grauem Löschpapier, worauf geschrieben: Zielow und Priborn 1706. Auf der ersten Seite dieses Heftes steht sodann: "Zilowisches allgemeines Kirchenbuch." Dasselbe enthält aber nur: Getaufte von 1776-1787 und Verstorbene von 1706-1720, sowie von 1776-1787. In den Kirchenbüchern von Priborn und Vipperow finden sich keinerlei Angaben aus der Zielower Gemeinde. (Pastor Gaedt an das Archiv vom 30. October 1893.)

Zierzow , Filialkirche, s. Muchow.

Zislow , Pf. Satow, Pr. Malchow, Ma.

T. 1747-1886 (Grüssow), 1886, 1. Advent (Satow). Tr. 1747-1886 (Grüssow), 1886, 1. Advent (Satow). B. 1767-1886 (Grüssow), 1886, 1. Advent (Satow). Cfm. 1768-1886 (Grüssow), 1886, 1. Advent (Satow).

Bem. 1) Einen Grund für das Fehlen der älteren Register hat man trotz nochmaliger Nachforschung auf der Pfarre und bei dem Patron nicht feststellen können. (Pastor Schultz=Grüssow an das Archiv vom 24. Juli 1893.) 2) Bis 1886, 7. Juli war Zislow Filialkirche von Grüssow.

Zittow (Zaschendorf), Pr. Meklenburg, Sch.

T. 1660, Herbst. Lücke: 1726, März - 1727, Juni. Tr. 1660, Herbst. Lücke: 1726-1731. B. 1668. Von 1726-1731 Eintragungen vorhanden, aber ohne Datum. Cfm. 1812

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HN. Bis Ende des vorigen Jahrhunderts kurze persönliche Bemerkungen beim Amtsantritt der Pastoren.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

Zurow , Pr. Lübow, Do.

T. 1695, 21. Mai. Lücke: 1727-1738. Tr. 1695, 14. April. Lücke: 1727-1738. B. 1695, 24. April. Lücke: 1727-1737. Cfm. Seit 1727.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) 1703 hat ein Confitentenbuch bestanden. (Archivacten,Beichtkinderverzeichniß 1703.)

Zweedorf (Nostorf), Pf. Gresse,Pr. Boizenburg, Sch.

T. 1715. Tr. 1715. B. 1785. Cfm. 1805.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre Gresse.

Zwiedorf , Filialkirche, s. Röckwitz.


Reformirte Gemeinde zu Bützow .

T. 1701, 23. Januar - 1778 (französisch), 1706, 25. Mai - 1778 (deutsch), 1778 (comb.). Tr. 1701, 31. Juli - 1778 (französisch), 1706, 10. September - 1778 (deutsch), 1778 (comb.). B. 1767, 15. October - 1778 (französisch), 1741-1778 (deutsch), 1778 (comb.). Cfm. 1750-1778 (deutsch), 1778 (comb.).

HN. Im Kirchenbuch III ein Verzeichnis der seit 1750 hier fungirenden Geistlichen mit kurzen Angaben über deren Personalien.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Auf der Pfarre befinden sich drei verschiedene Kirchenbücher; das eine enthält die Eintragungen für die frühere französische, die beiden anderen die für die frühere deutsche Gemeinde, Nr. 3 auch diejenigen für die aus der Vereinigung der früheren beiden Gemeinden im Jahre 1778 hervorgegangene, gegenwärtig noch bestehende Gemeinde.


Katholische Gemeinde zu Ludwigslust.

T. 1810. Tr. 1811. B. 1810. Cm. 1855. Cfm. 1810 (Namen der Kinder, die zur ersten Communion angenommen wurden).

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.

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Katholische Gemeinde zu Rostock .

T. 1886. Tr. 1886. B. 1886. Cfm. 1886.

Bem. 1) Die Register sind auf der Pfarre. 2) Die Rostocker Kirche ist eine Filiale der Schweriner. 3) Die Personenstandseintragungen für Rostocker katholische Familien vor 1886 in den Schweriner Registern.

Katholische Gemeinde zu Schwerin .

T. 1672. Tr. 1679. B. 1692. Cfm. 1797.

Bem. Die Register sind auf der Pfarre.


Jüdische Gemeinde zu Schwerin .

Geburtsregister: 1760, 20. Mai. Tr. 1814, 19. October. B. 1813, 11. März.

Bem. 1) Die Register befinden sich im Besitz des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde. 2) Die Register sind nur geführt bis zur Einführung der Civilstandsregister. (Brief des Vorstandes -unterzeichnet vom Kaufmann Moritz Bonheim - an das Archiv vom 24. Juli 1893.) 3) Vom 1. Januar 1876 ab sind Aufzeichnungen über den Personenstand nur in den Civilstandsregistern erfolgt.

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II.

Die Anfänge des Buchdrucks in Schwerin.

Von

Regierungsrath Dr. Schröder .

I n seinen "Studien zur Geschichte des Buchdrucks und Buchhandels in Mecklenburg" (Separatabdruck aus dem Archiv zur Geschichte des Deutschen Buchhandels Bd. XVII) hat Professor Dr. Stieda auch die einschlägigen Schweriner Verhältnisse berührt. Bei dem Interesse, welches der Gegenstand bietet, wird es nicht unerwünscht sein, von den Anfängen des Buchdrucks in Schwerin etwas eingehender gehandelt zu sehen, als es dort geschehen ist.

Später als manche andere mecklenburgische Stadt ist Schwerin in den Besitz einer Druckerei gelangt. In Rostock wurde die älteste, die der Michaelisbrüder, 1476 gegründet. In Parchim läßt sich die Ausübung der Buchdruckerkunst bereits im 16. Jahrhundert feststellen. In Neubrandenburg bestand 1556 (vielleicht schon früher) die Druckerei der Gebrüder Anton und Walther Brenner. In Güstrow druckte 1581/82 Augustin Ferber d. Ae., 1617 - 22 Moritz Sachs, seit 1624 Johann Jäger. In Wismar erscheint seit 1663 die Druckerei des Jochim Georg Rheten in den Akten; das Privilegium des ersten Druckers auf dem Domhof zu Ratzeburg, des Nicolaus Nissen, datiert vom 29. Juli 1669. Das Fehlen einer Druckerei in Schwerin ist von den dort litterarisch thätigen Männern gewiß unliebsam empfunden worden: wenn die Geistlichen, wie die Hofprediger Matthäus Bohemus und Joachim Walther, oder die Domprediger Heinrich Bilderbeck, Johann Susemihl, Johann Schütz u. A. ihre Predigten oder Leichenreden, wenn die Rectoren des Gymnasiums wie Bernhard Hederich ihre gelehrten oder poetischen Werke drucken lassen wollten, mußten sie sich nach Rostock, nach Lübeck oder anderswohin wenden. In Schwerin wurde die erste Druckerei nicht früher als 1683 gegründet.

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Dem scheint es zwar zu widersprechen, daß Herzog Adolf Friedrichs "Victual Ordnung" auf dem Titelblatte den Vermerk trägt: "Publicirt und außgangen Schwerin XX. Octob. An. M. DC. XXI. Ex Officinâ Typographicâ Mauritii Saxonis," und dieselbe Ortsbezeichnung, nur ohne Angabe des Druckers, tragen die am gleichen Tage wie die "Victual Ordnung" publicierte "Renovirte Müntz Ordnung" und die zwei Tage später ergangene "BEt Ordnung", beide mit den nämlichen Typen gedruckt wie die "Victual Ordnung". Indessen läßt sich der actenmäßige Beweis führen, daß Mauritius Saxo (der Hofbuchdrucker Moritz Sachs) nicht in Schwerin thätig war und daß die genannten herzoglichen Verordnungen in seiner Güstrower Officin hergestellt worden sind.

Dem Mangel einer Druckerei in Schwerin abzuhelfen erbot sich in einem Schreiben an den Herzog Adolf Friedrich d. d. "Grevißmühl am Tag Pauli Bekehrung" (25. Januar) 1624 Peter Vanselow. 1 ) Er macht geltend, daß er außerhalb Landes "die Kunst des Schrifftschneidens und Gissens Mancherley Art Schöner Littern und Buchstaben von Lateinischen Deutzschen Grekischen Hebräischen und ander Art guter Schrifften durch große mühe und unkosten zumachen gelernet . . . Und weill dan Leyder Gottes im Nomischen Reich Teutzsches Landes Allerley hohe beschwer und Kriges emporung von tag zu tag sich erregen und mehr entstehen, dadurch große Tewrung und Mangel der Liben Nahrung entstehett und erwachsett . . Derowegen werde ich Nohttrenglich umb bittliche Hülffe E. f. G. umb einen geringen Unterhalt wegen dieser meiner erlerneten Kunst willen zu bitten in untertenigkeit genotiget, weyl zwar diese Arbeitt der Nahrung halben nicht Jdermans gattung sondern geleichwoll zu bestetigung guter ordnung dienlichen." Und "Weylen ich in wehrenden Jahren und zeitten durch große Mühe und Arbeitt Allerley Artt Schöner Schrifften zusam gebracht," bietet er sich zum Buchdrucker "in E. f. G. Leib statt Schwerin" an, bittet aber gleich um einen Vorschuß, eine Wohnung und eine "geringe Bestallung" in Schwerin, "weiten diß werck fornemblich unter E. f. G. Namen und dero loblichen Furstentümb und Landen zu mehrem Ruhmb und weitere Außbreitung der Reinen Lehr und fortpfflantzung der Lieben Jugend und Schulen gereicht. Darkegen will ich E. f. G. in dero Cantzeley behoff an Mandaten policeien und andern E. f. G. Sachen, was sie jerlichen drucken laßen wollen, mit fleyß verfertigen


1) Das Material für die nachstehenden Ausführungen ist entnommen den (auch von Stieda benutzten) Akten des Großherzoglichen Geheimen und Haupt=Archivs.
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und drucken, biß das ich E. f. G. gelde genugsamb wieder erlege und abverdiene."

Dem Gesuche Vanselow's wurde nicht willfahrt - aus welchen Gründen, wissen wir nicht - und so blieb Schwerin auch ferner ohne Druckerei. Erst 1681 am 11. August wandte sich wieder ein Buchdrucker, Hartwig Lübke, an Herzog Christian I. Louis mit der Bitte, in Schwerin eine Druckerei anlegen zu dürfen. Lübke hatte, wie er sagt, in Rostock die Buchdruckerei erlernt, sich auch in der Fremde versucht "und das Werck . . . wohl begriffen und erfahren". Weil aber "zu Anschaffung der Materialen und Einrichtung desselben ein fast Groses erfodert wird, Worzu mir dann die Mittel mancuiren würden", glaubte Lübke einer Beihülfe zu bedürfen und zwar in folgenden Punkten:

"Erstlich, wann mir mit 200 Rthlr. zum Vorschuß, und damit ich mich gebührende einrichten möchte, könte geholffen werden; woneben ich unterthänigst erböttig bin, sothane Gelder, nachgerade in Abschlag gutt zu thun und mir abrechnen zu lassen etc. .

Zum Andern, wan mir könte geholffen werden mit einer grossen Stube und Kammer, welches ich am ersten bedarff etc. .

Zum Dritten, daß ich auch daneben die gedruckte Materien, Calender Schul=Bücher so wohl gebunden, als ungebunden, frey und ungehindert zu kauff und feil haben möge etc. . . . . Wie auch allerhand Papier da bey ohn jemans Hindrung verkauften möge etc.

Zum Vierten, Weilen ohne, daß mir der Anfang schwer und die Nahrung vor Erst was schlecht seyn wird, daß mich die große Gnade widerfahren möchte, und Jährlich etwas Holtz und Korn gegeben werden, auch daneben von allen und jeden Bürgerlichen Oneribus exempt und allerdings verschonet bleiben möge etc. ."

Natürlich ließ auch Lübke es nicht an einer besonderen Anpreisung "dieses guten und nützlichen, und zur Ehre Gottes mit gereichenden Wercks" fehlen, aber er erreichte seinen Zweck - wenigstens für dieses Mal - nicht. Vielleicht nahm man besonderen Anstoß an der dritten der von Lübke ausgesprochenen Bitten, denn in Schwerin hatte seit 1645 der Hofbuchbinder Baltzer Krasemann das ausschließliche Privileg, mit gebundenen Büchern zu handeln, welches später auf seinen Sohn und darnach auf dessen Wittwe überging. Vielleicht auch schwebten schon die Verhandlungen mit dem Mann, der nun wirklich der erste Schweriner Drucker wurde, Peter Schröder.

Peter Schröder, ein Sohn des als Kanzelredner und theologischer Schriftsteller bekannten M. Joachim Schröder, Predigers an St. Georg zu Rostock, hatte sich 1671 um ein Druckerprivileg in Parchim beworben und dasselbe auf Befürwortung der Mitglieder des Land

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und Hofgerichts auch erhalten. Indessen scheint er in Parchim seine Nahrung nicht gefunden zu haben und wünschte nach Schwerin überzusiedeln. Hier müssen einflußreiche Männer sich für ihn verwendet haben, denn unterm 13. August 1681, also nur zwei Tage nachdem Lübke sein Gesuch eingereicht hatte, erkundigte sich die Regierung beim Magistrat in Parchim, "waß es eigentlich mit dem Buchdrucker daselbsten vor eine Beschaffenheit hatt" und verlangte eine Abschrift des "zweifelsohne" mit demselben abgeschlossenen schrifftlichen Vergleichs" oder in Ermangelung desselben ausführliche Nachricht. Bürgermeister und Rath antworteten am 22. August: "Auff Ew. Hochfürstl. Durchl. . Mandatum . . geben Wir unterthänigst zu vernehmen, das dieser Buchdrücker für etzlichen Jahren anhero gekommen, Undt wiewoll Ihm von einigen gutthertzigen leuten, das Er alhie mit Seiner Profession weinig verdienen würde, trewlich vorher gesaget, Dennoch sich allhie niedergelaßen, sagendt, das Er doch an einem Orthe leben müste, worauff wir Ihm seinen Willen gegönnet, keinen Contract aber mit Selbem auffgerichtet, weiniger eines Schillings bestellung vermachet, hatt also bißhero mit schlechtem profiet alhie gelebet, Welches Wihr Unterthänigst berichten müssen." Am 17. Septbr. richtete nun Peter Schröder selbst von Schwerin aus nachstehende Eingabe an den Herzog:

"E. Hochfürstl. Dhl. gebe Ich in unterthenigkeit zu vernehmen, wie daß in Dero unterthenigster Stadt Parchimb Ich vor etlichen Jahren eine Buchdruckerey angelegt, und hierdurch meine Nahrung bißhero gesuchet. Wan aber von vornehmen Gönnern und Behorden mir wolmeinend gerathen, meine Officin von Parchimb weg, und in E. Hochf. Dhl. ResidentzStadt Schwerin zu transferiren, und aber die Fortsetzung eines so löblichen wercks nicht geringe kosten erfordert, dahero aller Orthen die Druckereyen, und deren fortsetzer mit sonderlichen privilegien und Freyheiten, von den hohen, und andern Obrigkeiten, zu deren desto beßern Betreibung begabet sind; So habe E. Hochfürstl. DhI. Ich dieseß mein guttes vorhaben in unterthenigkeit eröfnen , und weil ich entschloßen gutte Littern von allerhand so groben alß mittleren sorten gießen zu laßen, wozu vorerst ein mercklicher verlag gehöret, E. Hochfürstl. Dhl. unterthenigsteß Fleißes ersuchn wollen, Dieselbte erweisen mir die hochfürstl. gnade und gutte, und ertheilen mir Dero hochfürstl. Privilegium, daß vor allen Dingen unter E. Hochf. Dhl. Landesfürstl. schutz Ich von allen und jeden burgerlichen oneribus möge entfreyet bleiben, Nechst diesem bitte gehorsamst, E. Hochf. Dhl. wollen zu desto beßerer einricht= und Fortsetzung dieses werckß, mich mit einer bequemen wohnung nicht allein in gnaden versehen, besondern auch die Fürst=

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Gnädigste ordre stellen, daß nach Dero hochfürstl. Belieben mir etwaß an deputat Jährlich möge gereichet, und zu meiner einrichtung etwaß geld auß Dero hochfürstl. Cammer verschoßen werden, womit Ich umb so viel eher dieses werck hieselbsten feststellen, und benötigteß papier nebenst anderer Nothdurft anschaffen könne. Lebe der unterthenigsten hofnung, E. Hochf. Dhl. werden in dieseß mein gesuch umb so viel gnediger einwilligen, da dieseß mein vorhaben dem gemeinen wesen zum besten, und zu guttem nachrhum E. Hochf. Dhl. residentz gereichet," etc. .

Die Regierung scheint nicht grundsätzlich abgeneigt gewesen zu sein, dem Gesuche stattzugeben. Indessen zogen sich die Verhandlungen bis in den Anfang des Jahres 1683 hin; erst vom 26. Januar d. J. liegt wieder ein Aktenstück vor:

"Der Buchdrucker Petrus Schröeder Desideriret Unterthst.

1 Daß Privilegium Waß die Buchdrucker anderswo in den Provincen haben, Alß

1 Von allen oneribus entfreyet zu seyn, worunter
2 die allgemeinen Steuren mit gemeinet Weill Er keine andere bürgerliche nahrung treibet,

(dazu die Randbemerkung des Decernenten: 1. 2. Fiat außgenommen kopff gelt)

2 Frey Wohnung (Randbemerkung: ad 2 Fiat)

3 Ein Deputat (Randbemerkung: ad 3 Non potest fieri absque consensu Serenissimi)

4 Daß Ihm möge Vergönnet werden Advisen, undt andere Sachen Wie Sie nahmen haben undt ihm gebracht werden, die nicht wieder Ihr. hochfürstl. Dhl. hohen Fürstl respect lauffen, zu drucken (Randbemerkung: ad 4 Fiat doch daß sie erst revidiret werden)

5 Daß Ihm ein Vorschub von 50 Rthlr. undt mit 2 ballen Pappier möge geholffen werden (Randbemerkung: Hierzu weiß Ich ohne was die Aembter geben sollen keinen raht)

Dagegen verobligiret derselbe sich gehorsambst zu praestieren

1 Die Fürstl. Contributiones undt andere Edicta undt Mandata so öffentlich publicieret undt affigieret werden sollen, ohn entgelt │: Jedoch daß ihm darzu daß Papier möge angeschaffet werden (│ in zierlichen littern, undt Renlichen Druck zuliefern,

2 Item ,die Fürstl. Mandata in denen geheimbten undt Ambts Cammer Sachen, doch auch mit dem Vorbehalt daß benötigte Pappier, darzu zuverschaffen ebenmeßig ohn entgelt ihm zu drucken,

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3 Wan aber Policey undt LandesOrdnung renoviret undt in Newen Druck sollen herauß gegeben werden, so praetendieret derselbe für 100 exemplar in quart von 1 bogen 1 Rthlr., die andern bogen aber selbiger Materie folgen, vor Jeder hundert bogen 24 ßl undt da dieses auff Druck=Pappier nuhr soll gedrucket werden, so schaffet der Drücker daß Pappier selbst, Wan aber auff SchreibPappier , der Druck soll gesetzet werden so muß daß Pappier darzu angeschaffet werden So verlanget derselbe ihm daß SchreibPappier zu verschaffen. (Randbemerkung: Den ersten 40 ßl und die andern 20 ßl.)"

Auf Grund dieser Abmachungen scheint dann ein - nicht mehr vorhandener - Contract mit Peter Schröder abgeschlossen zu sein und dieser rüstete sich zur Uebersiedelung nach Schwerin. Die Schwierigkeiten, die sich derselben entgegenstellten, suchte die herzogliche, Regierung in wohlwollendster Weise zu heben, indem sie unterm 10. Mai an Bürgermeister und Rath in Parchim folgendes Rescript erließ: "Nachdem Unßer Buchtrücker die benötigte Wagen seine sachen anherozubringen, noch auff etzliche wenige Tage nicht erlangen kan, Alß begehren wir von Euch in gnädigstem Befehl, daß Ihr die leute, welche sein jetziges heurhauß beziehen wollen, dahin vermöget, darmit sie nur noch auff ein paar Wochen sich gedülden und in ihrer Wohnung verbleiben mögen, gestaltsahm, sobald nur die Fuhren aus Unßerem Ambt Neustadt können gelieffert werden, der Buchtrücker räumen und mit seinen sachen anhero kommen soll."

Peter Schröder erhielt außer freier Wohnung "vom KornBoden" jährlich 2 Drömpt Roggen und 2 Drömpt Malz sowie 30 Rthlr.baar. Diese Summe aufzubringen wurden unterm 17. März 1683 die Aemter angewiesen: sie hätten sich oft beschwert, daß sie "die Mandata, so publiciret werden", abschreiben lassen müßten; dieselben würden ihnen hinfort gedruckt zugehen, dafür aber hätten sie zur Bezahlung des Druckerlohns aus den Strafgeldern jährlich praenumerando eine gewisse Summe dem Rentmeister einzusenden. Diese Summe betrug für Schwerin 5 Rthlr., für Walßmühlen 16 ßl., für Wittenburg 2 Rthlr., für Gadebusch 1 Rthlr. 32 ßl., für Rehna 1 Rthlr., für Grevißmühlen 2 Rthlr. 24 ßl., für Redenthien 1 Rthlr. 32 ßl., von Mecklenburg 1 Rthlr. 16 ßl., von Bukow 2 Rthlr, von Dobrahn 2 Rthlr. 24 ßl., von Mirow 1 Rthlr., von Marnitz 24 ßl., von Neustadt 3 Rthlr., von Domitz 1 Rthlr. 8 ßl., von Eldena 1 Rthlr. 16 ßl., von Bützow 2 Rthlr. 24 ßl., von Wahrien 24 ßl., Summa 30 Rthlr.

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Als herzoglicher Diener wurde Peter Schröder auch vereidigt. Er und sein Gesell schworen "8. Novbr. horâ 10 in der Geheimbten Raths Stube" (1683?. Das Jahr ist nicht angegeben): "daß Ich das jenige was mir jetzo in Meines gnäd. Herrn Hochfürstl. Dhl. hohen Angelegenheit von dem Archivario Schröder abzudrücken unter die Hende gegeben wird keinem Menschen als genantem Archivario zeigen auch Niemand so lange es bey mir vorhanden ist, dazu kommen laßen sondern es verschwiegen halten, auch alle Exemplaria mehrbesagtem Archivario getrewlich extradiren will, dan auch will ich ohn vorwissen und gnädigste Bewilligung S. F. Durchl. meines gnädigsten Fürsten und Herren nichtes drucken noch verbottene Dinge und scripta drucken laßen." Gegen letztere Verpflichtung scheint er aber verstoßen zu haben, denn es erging an ihn am 16. Januar 1684 ein Rescript des Inhalts: "Dem hiesigen Buchdrücker Peter Schröder wird hiemit eins vor allemahl ordre gegeben, nicht das geringste, eß begehre auch wer eß wolle ohne die von Unser F. Regierung geschehene Censur zu drucken, solches auch bey cassirung Seines Dienstes, und anderer harter bestraffung nicht anders zu halten, wornach Er sich zu richten." Er scheint sich gebessert zu haben und wurde auch fernerhin von der Regierung mit Wohlwollen behandelt. 1 )

Der Umfang von Peter Schröder's Druckerthätigkeit läßt sich nicht genau feststellen. Sicher ist, daß aus seiner Officin das Contributions=Edict von 1686 und die neue Auflage der "Landt und Hoffgerichts=Ordnung" (1687) sowie "Das Gebett, So des Sonntags, wie auch in den Wochen-Predigten und Bett-Stunden abgelesen wird" (1692) hervorgingen; auch wird er die "Hoch-Fürstl. Mecklenburgische Ordnung, Wegen der Quartal Bet= Buß= und Fasttage Predigten und Bet-stunden" (Schwerin 1689) und das "Edict. Wieder die Mordbrenner, Räuber, Zigener und Landstreicher" (Schwerin 1689) gedruckt haben, obgleich kein Drucker angegeben ist.

Anscheinend 1695 ist Peter Schröder gestorben; das Contributions=Edict von 1696 ist gedruckt "bey Sehl. Peter Schröders Witwe", das von 1697 "bey Sehl. Schröders Erben". Zu den Erben


1) Rescript an den Hofküchenmeister Abraham Duve d. d.. Schwerin, 12. November 1691: Ehrsamer lieber getreuer. Wir geben Dir hiemit in gnaden zuvernehmen, daß Wir Unserm Buchdrücker hieselbst, Peter Schrödern, auff sein unterthänigstes suppliciren, über voriges, für dießmahl noch ein geringes Schwein gnädigst vermacht haben, Befehlen Dir demnach, und wollen gnädigst daß Du demselben sothanes geringes Schwein auch abfolgen laßen sollest, An dem geschieht Unser gnädigster will v. meinung. Ad mandatum Serenissimi proprium Fürstl. Mecklenb. verordnete CammerRähte.
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gehörte auch eine Tochter, und diese hatte (spätestens 1686) Hartwig Lübke geheirathet, den wir schon oben als Bewerber um das Druckerprivileg haben kennen lernen, der vermuthlich. in der Druckerei seines Schwiegervaters thätig war, dieselbe nach dessen Tode leitete und schließlich unter eigenem Namen weiterführte; schon auf dem Contributions=Edict von 1698 ist er als Drucker genannt. Lübke erhielt 1702 auch den Titel eines Hofbuchdruckers, starb aber schon im März 1703. 1 ) Seine Frau, Peter Schröder's Tochter, war vor ihm gestorben und er hatte in zweiter Ehe eine gewisse Christine Juliane Schwartze geheirathet. Aus der ersten Ehe waren drei, aus der zweiten ein Kind vorhanden, und es erhob sich nun zwischen Peter Schröder's Wittwe Anna, geb. Schmalbach, und Hartwig Lübke's Wittwe ein Wettbewerb um die Concession zur Fortführung des Geschäfts, welche die Schröder für ihren Enkel, die Lübke für sich beanspruchte. Die Schröder suchte zuerst ihre Ansprüche darzulegen in einer an den Herzog Friedrich Wilhelm gerichteten Eingabe (undatiert; vom Herzog am 21. März 1703 mit dem Vermerk versehen: Remittatur an die Regierung zu Rostock; dort präsentiert 22. März), in welcher sie ausführt: Die Lübke habe verlauten lassen, daß sie bei der Druckerei zu verbleiben gedenke, die doch von Gottes und Rechtswegen einzig und allein ihren, der Schreiberin, Enkeln zustehe, da sie von Peter Schröder herrühre und nach dessen Tode dem Hartwig Lübke schuldenfrei überliefert worden sei, wie das damals auf dem Rathhause aufgenommene Inventar ausweise; ihr Enkel, Johann Lübke, sei 16 Jahre alt, "im Setzen zimblich erfahren, und hoffentlich umb etwan 4 Jahren Capabel, die Buchdrückerey gleich seinem Sehl. Großvater und Vater fürzustehen"; der Herzog wolle den Knaben zu seinem Hofdrucker zu bestellen und zu privilegieren geruhen, wogegen sie sich verpflichte, bis zu dem Zeitpunkt, wo ihr Enkel das Geschäft übernehmen könne, einen tüchtigen Gesellen zu halten; der Lübke möge aufgegeben werden, die Druckerei in dem Zustande, in dem ihr Mann sie seinerzeit übernommen habe, wieder auszuliefern; dasjenige, was daran nachweislich verbessert worden sei, wolle sie der Wittwe Lübke ersetzen.

Dieses Schreiben ließ die Regierung abschriftlich der Lübke mittheilen mit dem Befehl, binnen drei Wochen darauf zu antworten, wonach fernere Verordnung ergehen solle. Am 12. April ließ sich dann die Wittwe Lübke vernehmen. Sie stellte nicht in Abrede, daß


1) Im Einnahme= und Ausgabe= Register der Domkirche ist unterm 22. März 1703 verzeichnet: Der Buchdrücker Lübcke für die Grabstette im Creutzgang 4 fl. - Der Buchdrücker Lübcke fürs Geleute (Mittel=Klocken) 1 fl. (Mittheilung des Herrn Dr. Stuhr.)
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die Druckerei ihren Stiefkindern zustehe, denen sie dieselbe auch wieder auszuliefern bereit sei, mit dieser Druckerei aber habe das Druckerprivilegium gar nichts zu schaffen, da es lediglich von des Herzogs Gnaden abhänge; sie habe versucht, sich mit der Schröder in Güte auseinanderzusetzen da sie bisher ihren Stiefkindern treulich und sorgfältig als Mutter vorgestanden habe und ihr Stiefsohn noch nicht in dem Alter sei, die Druckerei zu übernehmen, aber die Schröder habe davon nichts wissen wollen, habe vielmehr erklärt, sie werde alles daran setzen, daß ihr Enkel das Druckerprivileg erhalte; daß die Druckerei ihr, der Lübke, genommen und ihren Stiefkindern überantwortet werde, müsse sie sich zwar gefallen lassen, indessen habe sie, die "mit einem Kinde im Elende besitzen blieben" , die demüthigste Zuversicht, S. Hochfürstl. Durchl. werde das Privileg ihres seligen Mannes auf sie übertragen, "damit durch absterben meines mannes nicht so fort mit umb mein brodt kommen möge" ; sie sei erbötig, so fort einen tüchtigen Gesellen sammt einer guten neuen Druckerei herbeizuschaffen.

Für die Entscheidung dieses Streites erschien es der Regierung geboten, den Wortlaut des seinerzeit Peter Schröder ertheilten Privilegs zu Rathe zu ziehen. Das Privileg wurde also in der Canzlei gesucht, aber nicht gefunden (es müsse wohl aus dem Cabinet gekommen sein, sagt ein Registraturvermerk bei den Acten) , und die nach ihrem Exemplar befragte Wittwe Schröder gab an, dasselbe sei bei einem Brande vernichtet worden. Bei dem Mangel jeglicher Urkunde kam die Regierung zu dem Schluß, daß die Sache "nur von Seronissimi gnaden dependire" , demnach "bis zu dessen anherokunfft zu differiren" sei. Ein erneuertes Bittschreiben der Wittwe Schröder, die sich nach, Rostock begeben hatte, um ihren Enkel bei einer dortigen Druckerei in die Lehre zu geben, an den Herzog (vom 16. Mai) änderte daran nichts, enthielt übrigens auch sachlich nur Dinge, die schon in der ersten Supplik gestanden hatten, und ging einfach zu den Acten.

Die Angelegenheit kam erst wieder in Fluß, als der von Dömitz nach Schwerin gezogene Buchdrucker Johan Lembke, vielleicht ein Sohn des gleichnamigen Güstrower Hofbuchdruckers, im Herbst desselben Jahres sich schriftlich an den Herzog wandte (Schreiben ohne Datum; präsentiert 25. October 1703). Er theilte mit, daß er gesonnen sei, sich in Schwerin als Buchdrucker niederzulassen, und die Wittwe Lübke geheirathet habe; er und seine Frau hätten ihre geringen Mittel angewandt, um eine neue Druckerei mit neuen guten Lettern einzurichten ("weil doch die alte Druckerey nichtes mehr nütze noch brauchbahr ist" ). "Wann ich aber," fährt Lembke fort, "ohne Ew. Hochfürstl. Durchl. gnädigste Coucession und Begnadigung solch

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mein erlernetes Buchdruckergewerck alhir nicht unternehmen darff zumahlen die alte Buchdrücker Schröders Wittwe annoch einige alte Littern, und dazu eines ihrer Tochter Kinder so ein kleines Knäblein, womit sie vermeinet, daß werck auffzuhalten, die Littern aber alt und verschlissen, und der Knabe gar klein und nicht verständig, sondern nur dadurch den Leuten die Schrifften versetzet und verdorben werden, Gleichwoll in dieser Hochfürstl. Residenzstadt, wie gewöhnlich, eine gute und düchtige Druckerey hochnötig, und erfordert wird, so habe Ew. Hochfürstl. Durchl. deßfalß allerunterthänigst antreten und dehmütigstes Fleißes bitten sollen: Sie auß sonderbahren hohen Fürstl. Gnaden, geruhen allergnädigst zu concediren, undt mich mit einen Privilegio dahin zu begnadigen, daß in meines Antecessoris deß vorigen Hoff=Buchdrückers Hartwig Lübke stelle, zu erhaltung seiner Wittwe und Kinder, alhir die Neuerkauffte Druckerey auffrichten undt wieder betreiben möge." Zu dies ein Schreiben bemerkt der Referent, der damalige Geh. Canzleirath Joh. Klein, nachdem er die Sachlage recapituliert: "Ich halte unvorgreifflich davor, fals Serenissimus in Schwerin eine Buchdruckerey haben wollen, damit der supplicirende Johan Lemcke, als sponsus viduae Lubkenianae für Ihren Stieff=Sohn zu begnadigen sep; jedoch, daß Er sich mit seiner Frauen Stieffsohns freunden wegen der voin seiner Seel. Mutter herrührenden instrumenten und Littern der Buchdrückerey abfinde, oder auch selbige in natura restituire, und jährlich 2 Rthlr der Hochf. Cammer pro recognitione erlege, und damit auff Martini a. futuri den Anfang mache.

Ratio. weilen dieser supplicante ein alter geselle, so seine Kunst außgelernet, auch lange in Rostock alß geselle gedient, der Lübken StieffSohn aber erst ein Knabe von 16. jahren, so alhir noch 4 jahr alß junge in Rostock dienen nachmals aber erst auff die Kunst reifen muß, auch die Witwe mit ihren Kindern solcher gestalt wieder versorget, u. die Buchdruckerey mit neuen Littern versehen wird."

In diesem Sinne ist denn auch die Entscheidung erfolgt: Lembke erhielt das Druckerprivileg und die Zusicherung, daß er, wenn die "Hochfürstl. Cammer Canzelleye" von Rostock wieder nach Schwerin verlegt würde, als Hofbuchdrucker angestellt werden solle. Die alte Druckerei wird Lembke dem Stiefsohn seiner Frau überlassen haben, denn seine eigenen Drucke, von denen der älteste mir bekannte die "Fürstliche Mecklenburgische Rang=Ordnung" vom 25. Juli 1704 ist, 1 ) zeigen durchweg neue Typen.


1) Von dieser "Rang-Ordnung" besitzt die Regierungs=Bibliothek nicht weniger als sechs verschiedene, inhaltlich übereinstimmende, aber typographisch abweichende Drucke.
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Im Beginn des Jahres 1705 erfolgte die Uebersiedelung der Regierung nach Schwerin, und alsbald stellte sich Lembke als Mahner an erhaltene Versprechungen ein (Eingabe an den Herzog vom 6. Mai 1705). Er erhielt auch wirklich unterm 11. März die Ernennung als Hofbuchdrucker, und zwar mit Exemtion "von allen bürgerlichen oneribus", "doch ohne einigeß Deputat". Als eine Kränkung scheint er letzteres nicht empfunden zu haben, aber es bedeutete für ihn doch einen empfindlichen Ausfall und er hat es nicht an Versuchen fehlen lassen, doch noch zu einem Deputat oder wenigstens einer Miethsentschädigung zu gelangen. Zuerst am 16. December 1705 wandte er sich mit einer "dehmütigen Ansuchung und bitte" an den Herzog: "Daß Ew. Hochfürstl. Durchl. mich nunmehro alß HoffBuchdrücker aller Gnädigst erkennet und angenommen, dafür sage Unterthänigsten Gehorsambsten Danck, Wann nun Gnädigster Fürst und Herr, Mein Sehl. Vorfahrer, alß geweßener HoffBuchdrücker, nebenst sein deputat, freye wohnung, oder Jährige HaußMiete mit genoßen, wie Ich dann sonsten nichtes, hießiges Ohrtes erwerben noch verdienen kan, alß waß Mir von Ew. Hochfürstl. Durchl. Schloße Gnädigst anvertrauet wird, Ja, in dießer Stadt des gantzen Jahres nicht so viel verdiene, daß ein Scheffel Nocken zu meiner Haußhaltung ein kauffen kan, und gleichwoll eine wohnung haben solte, da die mir Gnädigst anvertrautte Sachen verfertigen kan, wofür Ich Jährl. 12 Rthlr. HaußMiete geben soll, und anitzo nach verlauffenen Jahrs, wegen der HaußMiete, oder anderwerts wohnung zusuchen gedrenget werde, So ist an Ew. Hochfürstl. Dhl. alß meinen Gnädigsten Fürsten und Herrn, Mein Gantz Unterthäniges Ersuchen und bitten Sie wollen Gnädig geruhen, und mir alß HoffBuchdrücker Jährl. eine geringe HaußMiete beylegen, damit bei gutten leuten beständig ein Logiament behalten, und nicht alle Jahre, mit meiner Drückerey von einen Ohrt zum andern ziehen dürffte, und deßwegen in Gnaden verordnen, daß mir deß verfloßenen Jahres das HaußMiete gerechnet werde." Der ihm darauf unterm 22. December zugegangene Bescheid war nicht sehr tröstlich; er lautete: "daß Ihr Durchl. alda keine Buchdrückerey - Kosten anwenden laßen wollen, derhalben Er seine Nahrung so gut Er könte, betreiben müste. Doch ließ sich Lembke durch diesen Mißerfolg nicht abschrecken, wiederholte vielmehr am 5. März 1706 seine Bitte, "weil ich auff der weldt nichtes anders und von keinen Menschen daß geringst nicht zu verdienen habe, alß eintzig allein waß dan und wan von Hoffe habe, und weiß Gott, da mich die neüe Drucke[rey] auff 300 Rthlr. gekostet, so ich Jährlich verzinsen muß, undt dabey 12 Rthlr. Haußmiete geben soll, welches ich unmüglich, wen ich mich auch noch so

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knap behelffen wolle, von der Hoffarbeit verübrigen kan"; werde ihm die Hausmiethe bewilligt, so wolle er gern auf das Deputat verzichten, obwohl "in Hochfürstl. Cammer mein Arbeitslohn mercklich kürtzer abgezogen, wie es meine Antecessores genoßen"; er habe im ganzen Quartal nicht 4 Rthlr. verdient und bitte "daher aller deh= und wehmütigst, Ew. Hochfürstl. Durchl. wollen diese umbstände in gnaden consideriren, und damit ich doch mit den armen meinigen nicht crepiren, und bey der Druckerey subsistiren möge, allergnädigst verordnen, daß mir zu nohtdürfftiger Hausung, die erfordernde Haußmiete als jährlich 12 Rthlr. gereichet werden mögen." Die Antwort vom 8. März lautete abermals abschläglich; dem Petenten wurde zu Gemüth geführt, "daß er sich zurück erinnern kan, wie angelegentlich Er sich hiebevor bemühet, mit abtreibung eines andern competenten zu dem Privilegio hießigen Hoff=Buchdruckers zu gelangen, und waß er im verwichenen Jahre allein von hiesigen Cantzleyen für arbeit gehabt hat, wannenhero seinem petito nicht deferiret werden kan, Er sich aber sowoll dahin zu bearbeiten hat, daß Er außer Hochfürstl. Residence arbeit Ihm zu ziehe, alß solche zu erhalten, allerhand Lettern anschaffe. Wonach Er etc. .

Durch einen zweimaligen abschläglichen Bescheid würde mancher Andere sich völlig entmuthigt gefühlt haben. Bei Lembke war das anscheinend nicht der Fall, und er scheint schließlich sogar nicht nur die erbetene Hausmiethe, sondern auch noch ein Deputat, und zwar ein sehr freigebig bemessenes, erhalten zu haben. Wie das zugegangen ist, wissen wir nicht: es liegt darüber kein officielles Aktenstück vor. Indessen berief sich Lembke's Nachfolger, Wilhelm Bärensprung, von dem noch weiter zu handeln sein wird, in einer unterm 16. Februar 1718 an den Herzog Carl Leopold gerichteten Eingabe darauf, daß seinem unmittelbaren Vorgänger, der "vor einigen Jahren auß Parchim 1 ) nach Schwerin zum Hoff=Buchdrucker beruffen" sei, "weil er von der Buchdruckerey nicht leben könte, zur Beyhülffe und Deputat folgendes Jährlich von Ew. Hochf. Durchl. zuerkandt worden, nemlich 12 Rthlr. Haußmiete, 2 Drömbt Rocken, 1 Drömbt Maltz, 1 halber Ochse, 2 Schweine, 2 Hammel, und etliche Faden Holtz. Welches alles er auch so lange genossen hat, biß die Buchdrucker= Arbeit in Schwerin sich dergestalt gehäufft, daß er hievon seine gute subsistence haben können, wesfalß dann ihm hernach kein Deputat mehr gereichet worden". Wie dem nun auch gewesen sei: Lembke konnte schließlich mit seiner Beschäftigung sehr zufrieden sein Wir besitzen eine große Anzahl


1) Das ist ein Irrthum. Aus Parchim wurde seinerzeit Peter Schröder berufen, Lembke aber kam aus Dömitz.
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Lembke'scher Drucke, darunter einen so umfänglichen wie die "Erläuterung der Fürstl. Mecklenburgschen Kirchen=Ordnung" von 1708, und bei seinem Ableben befand er sich zwar nicht in glänzenden, doch immerhin auskömmlichen Verhältnissen.

1714 im September war Lembke gestorben 1 ). Seine Wittwe bat unterm 29. October d. I. den Herzog Carl Leopold, das Privilegium ihres seligen Mannes auf sie zu übertragen, und da sie bei der Druckerei einen Gesellen halten müsse, bat sie um einen Theil der fürstl. Hof=Arbeit und ein geringes jährliches Deputat. Der darauf ergangene Bescheid fehlt bei den Akten; er kann nicht ganz abschlägig gelautet haben, denn die "Fürstl. Meckl. Verordnung, Wegen Moderation der Licent" von 1715 ist gedruckt "bey Sehl. Hoff=Buchdr. Joh. Lembken nachgelassener Wittwen". Indessen blieb sie nicht lange Wittwe, sondern trat 1715 zum dritten Male in die Ehe, und zwar mit Wilhelm Bärensprung, dem Ahnherrn der Schweriner Buchdruckerfamilie dieses Namens.

Wilhelm Bärensprung 2 ) war 1692 in Zwickau geboren. Daß er den Buchdruck erlernt hat, ist wahrscheinlich, aber nicht nachzuweisen; jedenfalls wurde er bald in andere Bahnen getrieben, stand 21/2 Jahre in mecklenburgischen Kriegs diensten und machte als Gemeiner im Regiment von Bohlen den Feldzug nach Brabant mit, hatte aber, laut einer Notiz in einer Musterrolle vom 3. December 1715, damals schon um seinen Abschied angehalten, weil er Bürger in Schwerin werden wollte. Am 17. December 1715 quittiert er als "Buchdrucker" (vermuthlich als Geschäftsführer der Wittwe Lembke) über die Summe von 4 Mark für 300 Pässe, die er "auff Hochfürstl. gnädigsten Befehl in Dero Geheimbden Regierung gedruckt" habe ("vor das Erste Hundert mit Setzen und Drucken gerechnet 2 Marck, vor die andern 2 Hundert jedes zu 16 ß gerechnet auch 2 Schilling (Meckl.) "), und schon am Tage darauf zeigte er in einer Eingabe an den Herzog Carl Leopold an, daß er sich "nach Götlichem Rahtschluß mit des Sehl. Hoffbuchdrückers alhier hinterbliebenen Wittibe durch das unaufflößliche Band der Ehe verknüpffet und folgends alß ein Meister der Druckerey ohntadelich und mit Ernst vorzustehen auff sich genommen"; und "weilen laut Abschiedes Meinem Gnädigsten Herrn unter Dero milice in Braband


1) Einnahme= und Ausgabe=Register der Domkirche: 1714 im September (ohne Tag) Johan Lembcke Buchdrücker für die Grabstette auffm Kirchhofe 16 ßl. - Johan Lembcke Buchdrücker fürs Geleute (Mittel Klocken) 1fl. (Mittheilung des Herrn Dr. Stuhr.)
2) Der Name erscheint in den Akten in verschiedener Schreibung: Bärensprunck, Behrensprunck (diese beiden Formen in eigenen Schreiben W. Bärensprung's), Bernsprung, Beernsprunck, Bährensprunck u. s. w. Seit 1724 überwiegt die Schreibung Bärensprung durchaus.
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so woll alß hiesiger Lande noch alle mahl ehrlich gedienet", vertraue er, der Herzog werde geruhen, "auff dießes in tiefster Soumission gestelletes Supplicatum zu regardiren, und mich mit, Hochfürstl. Privilegio und zubehöriger Rechte und Freyheit, wie es von denen Vorfahren Hochrühmlichst beseßen worden, alß Dero unwürdigsten Hoff=Buchdrucker, gnädigst zu versehen und zu ernennen." Die Resolution lautete: "Es muß zuforderst des vorigen Buchdruckers privilegium aufgesuchet oder von supplicante beygebracht werden", und da das eine oder das andere geschehen zu sein scheint, so wurde ihm unterm 28. Januar 1716 nachstehendes (nur im Concept von der Hand des Joh. Abraham Duve erhaltenes) "Buchdrucker Privilegium und Exemption" ertheilt 1 ):

"Von Gottes Gnaden Wir Carl Leopold (großer Titel) Thun kund und geben hiemit männiglichen zu vernehmen, Waß gestallt Wir auf unterthstes Suppliciren, und auß Uns dazu bewegenden uhrsachen und gnaden, Vorzeigern dieses, Wilhelm Bärensprunck, alß Buchdruckern ein privilegium dahin gnädigst ertheilet haben, daß Er alhier zu Schwerin, frey und ungehindert Männigliches, Bücher und allerhand dienliche Sachen, wan solche vorhero bey Unser Regierung von Ihm angezeiget und censiret worden, drucken und verkauffen, die benöthigte gesellen halten, auch Jungen lehren mag, waß von Unß oder auß Unseren Fürstlichen Canzleyen Ihm zu drucken hingegeben wirdt, ordentlich und förmblich, │( zu welchem Ende Er alle mahl sich mit tüchtigen Lettren zu versehen hat :│ absetzen, darauff solcheß zur Correctur in der Cantzley überliefern, und, wan dabey nichts weiter zu erinnern ist, Eß vollends so fort abdrucken, auch, wann man seiner arbeit benöhtiget ist, sich jederzeit willig, auffrichtig, getreu und fleißig finden laße, und übrigens wohl und unverweißlich verhalten soll und will. Wie Wir Ihn dann von allen und jeden Bürgerlichen oneribus, wie dieselben Nahmen haben, außer der allgemeinen Landes=Contribution, item denen Reichs=und Crayß=Steuern, in gnaden eximiret und befreyet haben.

Befehlen darauff Unsern Beambten, imgleichen BurgerMeistern, Stadt und SchelffVoigt, Gericht und Rath hieselbst gndst und ernstlich: Daß sie den obbenandten Buchdrucker Wilhelm Bärensprunck bey diesen Ihm ertheilten Privilegio, Begnadigung und Exemption,


1) "Detur supplicanti, in simili, wie dem Buchbinder Stein solches itzo ertheilet worden" heißt es in den Akten. Henning Stein hatte 1693 die Wittwe des 1692 verstorbenen Hofbuchbinders Daniel Krafemann geheirathet und schon damals das Privileg als Hofbuchbinder erhalten; 24. Januar 1716 wurde ihm dieses Privileg auf sein Ansuchen confirmiert. Stein starb 1733; an seine Stelle trat sein Stiefsohn Baltzer Daniel Krasemann.
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biß an Unß mainteniren undt schützen, und in keinerley wege dawieder beeinträchtigen, noch, daß eß von Anderen geschehe, verstahten sollen; Alles bey vermeydung Unser Ungnade und ernstlicher Bestraffung. Uhrkundlich . . . "

Die Wittwe Lembke brachte ihrem dritten Manne drei in ihrer zweiten Ehe geborene Kinder mit, eine Tochter und zwei Söhne, mit denen sich nun Bärensprung in vermögensrechtlicher Beziehung auseinander zu setzen hatte. Darüber, wie dies geschehen, gibt Auskunft ein "Protocollum So geschehen den 10. Febr. 1716 Wegen beschaffeter Richtigkeit ratione Patrimonij zwischen Seel. Johan Lembcken HoffBuchdruckers Wittwen Christina Juliana Schwartzen undt deren jetzigen Ehemann Wilhelm Bernsprung, auch denen drey Lembckeschen Kindern." Bärensprung übernahm Lembke's allerdings nicht schuldenfreies Haus nebst Garten "vorm Thor", "beym Schießhoffe zwischen H. Cammerdiener Francken u. Registrator Havemann belegen", auch die Buchdruckerei, das Haus zu 520, den Garten zu 100, die Druckerei zu 100 Rthlr. 1 ) Letztere blieb indessen den Kindern zum Wiederkauf reserviert, und es sollte demgemäß - wie es auch bei dem Uebergange der Schröder'schen Druckerei an Hartwig Lübke geschehen zu sein scheint (s. oben S. 118) - ein Inventar der Druckerei aufgenommen werden und "von jeder arth Lettern, Ein Stück bona fide extradiret und versiegelt auffgehoben, damit man sehen könne, was daran abgängig geworden". So geschah es, und es ist interessant, aus dem darüber aufgenommenen Aktenstück zu ersehen, mit welchem Material an Schrift um jene Zeit eine zwar nicht große, aber, wie wir wohl annehmen dürfen: wohleingerichtete Druckerei arbeitete.

"A o 1716 d. 1. May sind an Buchstaben, Vermöge gerichtl: Verordnung heraus genommen und versiegelt zu Rahthause ins gerichte verwahrl: beyzubehalten.

  1. Von die kleineste deütsche schrifft 5 vocales also A. E. I. O. U. mit nahmen die Mittel Fractur
  2. Von Lateinischer Schrifft mittel antiqua genandt a. e. i. o. u.
  3. Von tertia fractur deütsch a. e. i. o. u.
  4. Von Text Fractur deütsch a. e. i. o. u.
  5. Von Text antiqua A. e. i. o. u. Lateinsch.
  6. Von der Canon 1 Buchstaben N.
  7. Von der doppelten Mittel C H und r.

1) Abweichend hiervon gibt Bärensprung in einem Bittschreiben an den Herzog vom 10. November 1718 an, er habe Haus, Garten und Druckerei für 840 Rthlr. angenommen.
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NB. Von dieser Sorte zeigte H. Bernsprung an, daß
Er keine Buchstaben davon mehr entrahten könte, weil nur wenig davon verhanden.

  1. Von Corps antiqua Lateinsch a. e. i. o. u.
    Diese werden wenig gebraucht.
  2. Cicero corziv a e. i. o. u. Lateinsch.
  3. 72 MißalBuchstaben, wo von Er eine V. bey gegeben hatt.
    er nicht mehr davon entrahten kan
  4. Doppelte Mittel antiqua Lateinsche J.
  5. Corps doppelte corsiv. H. N. Lateinsch
    von letzter Sorte hatt Er nicht mehr entrahten können,
    weil wenig davon verhanden.
  6. Von der Grichischen Schrifft 5 Buchstaben.
  7. Tertia corsiv, hievon sind 10 Reigen, welche gar nicht
    mehr heütigs Tages gebraucht werden. a. e. i. o. u. Lateinisch.
  8. 17 Reigen Misalantiqua Lateinisch
    wovon Er aber keine entbehren kann ohne nur eine J
    ist beygeleget." -

Glänzende Geschäfte scheint Bärensprung im Beginn seiner Thätigkeit in Schwerin nicht gemacht zu haben, was in Anbetracht der damaligen inneren Wirren kein Wunder nehmen kann. Schon unterm 10. October 1716 richtete er an den Herzog eine Eingabe, aus der gleichmäßig seine bedrängte Lage und der Stolz auf seine "Kunst" erhellt. "Ew. Hochfürstl. Durchl.," heißt es darin, "wollen nicht ungnädigst deüten, wann Dieselbe zu verständigen Mich gemüssiget finde, welcher Gestalt Ich Dero unwürdigster Knecht p. t. bestalter HoffBuch=Drucker in Schwerin so wol als meine Vorfahren Seel. wegen schlechter Nahrung um ein Jährl. Salarium, ohn welches en absence der Hoffstadt, gäntzl. translation Hochfürstl. Regierung nicht subsistiren kan, Unterthänigst angehalten, bißhero aber unter praetext, wan Ihro Durchl. mich schon damit begnädigten, andere Hoff=handwercker so dann auch solches praetendiren würden; Nun wäre zwar solches nicht ohne, wollen aber Ihro Durchl. meine anitzo nichts geltende Kunst, und der andern im Schwange gehenden Professionen, (als der Buchbinder HoffTischler Schmidt Schneider etc. balanciren und gegen die Meine erwegen, würde Dero raison mir desto gewünschter fallen, en regard die Hoff=Buchdruckerey, wegen der Hoffhaltung principalement hieher gefodert, und blos davon dependiret, nach deren hin weg nehmung an Nahrung bey mir alles tod ist, par conseqvence ohnmüglich meinen nohtdürfftigen Unterhalt finden kan." In Rücksicht darauf bittet Bärensprung,

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ihm "den mercklichen abgang durch zulängliches Salarium │: wie vor Alters her meine Vorfahren von dem Durchlauchtigsten Hause zu Mecklenburg gnädigst genossen :│ zu ersetzen", oder aber ihn mit einer "neben Charge am Hoffe zu versehen". Ein Bescheid darauf liegt nicht bei den Akten; sollte er überhaupt ergangen sein, wird er doch schwerlich den Bittsteller befriedigt haben, wenigstens von einer Neben=Charge am Hofe - etwa als Lakei nach Güstrower, oder als Küster nach Strelitzer Muster (s. unten) - ist auch später nicht die Rede gewesen.

Uebrigens verbesserten sich die Erwerbsverhältnisse Bärensprung's doch zunächst etwas, die herzogliche Regierung ließ ihm allerlei Druckaufträge zukommen. Aus dem Jahre 1717 liegen zwei von Bärensprung für die Regierung ausgestellte Rechnungen vor; zunächst eine vom 30. Juli: "Habe ich auff befehl in die HochFürstl. Geheimte Regierung gedruckt ein Mandat wegen der Lehn=Güther 1 ) worauff gedruckt worden 2200 Exemplaria ist vor daß erste 100 mit setzen und drücken 40 ßl, die übrigen 2100 jedes 100 : 24 ßl gerechnet thun also 2100 Exemplaria 10 Rthlr 24 ßl, Summa 11 Rthlr 16 ßl."

Erheblich höher beläuft sich eine zweite, nicht datierte, aber bis zum 5. October reichende Rechnung:


Rthlr ßl
"Vermöge meiner Rechnung vom 11. Aug. 1717 habe ich gedruckt
   Ein Patent von den LehnRechten wegen der Ritterschafft 500 Exemplaria facit 2 24

5 Rieß Pappier à 1 Rthlr

5
   d. 21. dito gedruckt in Folio 2000 Exempl. betreffend die Sistirung der Ritterschafft 2 ) fac. 10 8

5 Rieß Pappier

5
   d. 11. Sept. gedruckt 2 Bogen 3 ) in folio 2400 Exemplaria in duplo 24 32

10 Rieß Pappier à 1 Rthlr

10
   d. 13. dito Ein Mandat betreffend die Sistirung der Ritterschafft pro primo Oct. 4 )

1000 Exemplaria fac.

5 8

2 1/2 Rieß Pappier à 1 Rthlr

2 24
   d. 5. Oct. Gedruckt 800 Exemplaria deß Mandatum wegen Celebrirung des Jubel=Festes d. 31. Oct. 5 ) 4 16
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Summa Summarum 69 16 ßl"

1) Vom 28. Juli 1717.
2) Mandat vom 13. August.
3) Verordnung vom 3. September.
4) Von demselben Tage.
5) Vom 27. September.
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Die erste dieser Rechnungen ist mit einer Zahlungsanweisung für die Renterei versehen, die zweite nicht, indessen ist zu hoffen, daß Bärensprung sein Geld richtig und unverkürzt bekommen hat. Ganz außer Zweifel steht das nicht, denn wenigstens eine der damaligen Behörden, das Kriegs=Commissariat, welches auch die Druckerei beschäftigte, hatte laut Protocoll vom 17. September 1717 festgestellt, "daß dem hiesigen Buchdrucker Bärensprung, wenn etwas gedrucket wird, vor den 1. Bogen des 1. 100 40 ß passiren sollen: vor das Andere und folgende 100: soll Ihm gegeben werden: ein halber Rthlr wenn nicht mehr alß 2. 3. oder 4 Hundert gedrucket werden. Wann aber 500 oder mehr gedrucket werden, so bekommet Er vor jedes 100: ein Währung incl. des Druck Pappiers, wenn es darauff gedrucket werden soll, soll es aber auff schreibpappier gedrucket werden, wird das Pappier à part bezahlet." Gegen diese Verfügung des Kriegs=Commissariats wandte sich Bärensprung mit einer Eingabe an den Herzog vom 30. September. Auf seine dem Kriegs=Commissariat übergebene Rechnung habe er die Antwort erhalten, daß er selbige mindern müßte; seines Wissens aber werde nirgendwo für den zweiten Abdruck weniger als 24 ßl für das Hundert gezahlt, und bei seiner Druckerei insonderheit falle es ihm "unauffbringlich", wenn ihm dafür nicht ebenso viel solle gereicht werden, "da", führt er weiter aus, "wie andere Buchdruckereyen Täglich ihre volle Arbeit haben, ich hingegen am allerschlechsten versorget bin, zumahl, weilen zu zeiten die arbeit vom Hoffe muß Eilfertig beschaffet werden, ich gesellen darauff halten und lohnen muß, wann Sie gleich nachmalß wegen mangel der arbeit müßig sind; so ist auch bekandt, daß keine Druckereyen ohne der Hohen Obrigkeit und gelehrten Leute zuschub, absonderlich an einen orte da sich nicht allezeit arbeit findet bestehen könne, deßfalß vor dehm der Rostocksche Academischer Buchdrucker nebst der freyen Wohnung, die immunität von denen oneribus gehabt, auch zu Güstrau der Buchdrucker als Laquey bey der Durchl. Hertzogin 1 ), der zu Strelitz alß Hoff Küster ihre officia neben her haben, hingegen das deputat an Nocken, Maltz, und fleisch auch die freye Häusung so meine Vorfahren gehabt, alles verlohren habe also bey der Druckerey fast keine subsistence fände." Daher bittet er, es beiden herkömmlichen Sätzen zu belassen. Doch wurde ihm unterm


1) Gemeint ist die Herzogin Magdalene Sibylle, Wittwe des Herzogs Gustav Adolf. Der Güstrower Buchdrucker Johann Lembke war übrigens nicht bloß Tafeldecker, sondern auch, gleich seinem Vorgänger Christian Scheyppel, Hofküster (s. Stieda a. a. 0. S. 105). Auch in Wismar war, bis in unser Jahrhundert hinein, der Buchdrucker zugleich Küster an St. Marien. (Mittheilung des Herrn Dr. F. Techen.)
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11. October eröffnet, "daß es bey dem am 17. Sept. a. c. in Unsern Kriegs=Commissariat gemachten reglement wegen des Druckerlohnes, sein verbleiben habe." Wie lange dies Reglement in Kraft geblieben ist, weiß ich nicht.

Neben den staatlichen Behörden ließ auch der Schweriner Magistrat gelegentlich dem neuen Hofbuchdrucker Arbeit zukommen, wenngleich in sehr viel bescheidenerem Maße. Gleich einer der ersten Druckaufträge dieser Art führte aber zu einem Conflict zwischen Bärensprung und dem Magistrat, bei dem der Magistrat den kürzeren zog. Schon 1716 hatte Bärensprung für die Stadt Druckarbeiten geliefert, war aber, wie er angibt, durch den Stadtsecretär Fischer "mit untauglicher Müntz und schwehren Abzug" abgelohnt worden. Als nun der Magistrat im Sommer 1717 ihm den Druck von Rathspässen übertrug, nahm er den Auftrag zwar an, weigerte sich aber dann die Pässe anders als gegen baare Zahlung auszuliefern; der Magistrat lud darauf den Drucker zur Verantwortung auf das Rathhaus und belegte ihn, da er nicht erschien, mit Execution. 1 ) Sofort wandte sich Bärensprung im Vollgefühl seiner Stellung als "Hochfürstl. privilegirter Hoff= Buchdrücker" an den Herzog. "Ich werde genöhtiget", schreibt er am selben 27. Juli, "Ew.Hochfürstl. Durchl. in aller Unterthänigkeit zu eröffnen, waß gestalt Burgermeister und Raht hieselbst sich unterstanden mich mit Execution zu belegen, darum, alß ob ich ihnen die von mir gedruckte Rahtspässe auf ihre Abforderung vorenthalten hätte und nicht einlieffern wollen, Wan dan Gnädigster Fürst und Herr die Sache sich folgendermaßen verhalt, daß wenn der Raht die Päße vor der Bezahlung bekommen, Dero Secretair Fischer so dan mich listiglich bey der Nasen herumführet . . . Diesen nun vor zu kommen, hab ich bescheidentlich begehret mich zu vor für die pässe zu contentiren und mein Gelt richtig zu schicken, anders dieselbe nicht fahren laßen könte; worauff Burgermeister und Raht mich aufs Rahthauß zu kommen und der vermeinten contumacitaet Red und Antwortt zugeben citiren laßen, grad alß ob ich ihr Unterthan und Bürger wäre, wie nun auch hierin nicht pariren sollen, sondern ihnen bezeuget, wie ich mit nichten unter ihrer jurisdiction stünde, sondern eine Fürstl. FreyPerson wäre, und falß ich gesündiget man mich in foro Serenissimi


1) Anlage bei den darüber erwachsenen Akten: " Jegenwärtiger Musquetier hat die Execution bey dem Buchdrücker alhier Bernspruncken, und weichet nicht eher ab, biß Er die StadtPässe zu Rahthause geliefert, wojegen Er daß praetendirende Geld in empfangt zunehmen, Indeßen genießet der Executor bey freyen Eßen und Trincken täglich 6 ßl. Suerin d. 27. Jul. 1717. BürgerMeister Gericht und Raht hieselbst. "
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allein belangen müste, sind sie deßen ungeachtet zugefahren mich alß ob ich ihnen schuldig oder unterthänig ware mit der Execution würcklich zu belegen, da ich doch von Sie fodere waß ich verdiene und billig ist. Alß habe Ew. Hochfürstl. Durchl. unterthänigst bitten wollen, Sie geruhen gnädigst und ernstlichst an gemelte Burgermeistere und Raht zu befehlen, daß Sie sich wegen der gedruckten Pässe mit mir abfinden, die Execution von Stund an von mir nehmen und alß eine Hochfürstl. von allen bürgerlichen oneribus freye person mit dergleichen Ungebühr vorbeygehen müßen, mit angehangter clausul, daß der Raht die übel bedachte Executions und andere Versäumnuß Kosten selbst über sich nehmen und erstatten solle, damit Sie ferner in Hochfürstl. gericht zugreiffen nicht hazardiren mögen."

Schon am folgenden Tage erging an Bürgermeister und Rath daß Mandat, "in dieser Sache ihren unterthänigsten Bericht abzustatten, Inmittelst aber und bis zu anderweitiger Verordnung dem Supplicanten die execution sofort abzunehmen".

Am 31. Juli berichtet der Magistrat, daß er "sofort in abnehmung der Execution schuldige parition geleistet". "Damit nun aber des Supplicanten falsche narrata keinen Grund erlangen und Ihme sein jegen Unß bewiesenes obstinates Bezeigen nicht vor voll außgehen möge, so sind wir gemüßiget Ew. Hochfürstl. Durchl. die wahre Beschaffenheit der Sachen, und warümb wir wollbefugter weise den Buchdrücker mit der Execution beleget, mitfolgends in Unterthänigkeit vorzutragen, Nemblich, daß mann bißhero sowoll auf seines Vorfahren, als des Supplicanten geschehenes insinuiren, die bey der Stadt etwann erfordernde StadtPässe alhie drucken laßen, und Ihnen ob man Sie gleich in Rostock und Wismar wollfeyler haben können, daß accidens als à 100 stücke, nachdehm wir das papier dazu geben 24 ßl, gegönnet, da es dann geschehen daß vor einigen Tagen der StadtSecretarius dem Buchdrücker daß erfordernde Papier zu 100 StadtPässen hingesandt, ümb Selbige mit den fodersambsten zuverfertigen, worauff Er dann auch zur antwohrt gegeben, eß wehr guht, Sie solten erster Tage fertig seyn, Wie nun der Secretarius am 27. hujus frühe durch seinen Mädgen die Pässe . . fodern laßen, läßet Supplicant demselben zur antwohrt werden, erstlich solte Er Ihme daß Geld schicken, worauf jener wieder zu dem Buchdrücker schicket, und durch seinen Mädgen sagen läßet, Er möchte Sie nur durch sein DienstMädgen oder einen Kinde einschicken, so solte Er seinen halben Rthlr. haben, der Buchdrücker aber einmahligen antwohrt geblieben; Da nun einige reifende auf Pässe gewartet, und Unß des Buchdrückers importünes be=

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zeigen vorgetragen, ward zu allem überfluß abermahls im Nahmen Bürgermeister Gericht und Raht, zu dem Buchdrücker zu zweyen mahlen gesandt, und Ihme anerinnert, wann Er die Pässe nicht nach des Secretarij Hause schicken wolte │: maßen Unß davon nichts bekandt, waß er wieder denselben in supplica anführen wollen, und wird Supplicans, nach der von dem Secretario gegen Unß gethanen contestation beydes nicht erweißlich machen können :│ so möchte Er Sie nur an BürgerMeister und Raht zu RahtHause schicken, sein verdientes Geld lege parat zu erheben :│ wie es dann, so wir vor Gott und Ew. Hochfürstl. Durchl. hiemit contestiren, noch biß diese stunde zu Rahthause aufm Tisch parat lieget :│ allein supplicant bliebe nach alß vor obstinat etc. . Alß nun . . bey einer so beharrlichen Hallstarrigkeit der Obrigkeitliche respect BürgerMeister Gericht und Raht sehr graviret, ümb so mehr da Supplicans unter unser jurisdiction wohnet, und nichts weniger als seine Bürgerliche Nahrung in der Stadt so woll, alß vom lande hat, auch niemalen ein hochfürstl. Privilegium unß von demselben produciret, besondern so viel Unß wißend, auß sonderbahren hochfürstl. Gnaden die HoffArbeit, weilen kein anderer alhie verhanden, jegen Bezahlung hat │: gleich wie der HoffSattler und andere mehr so unter der Stadt Jurisdiction wohnen, und niemahlen wann dieselbe biß dato zu Rahthause gefordert, sich zu sistiren gewegert :│ in Unterthänigkeit erkennen, So haben wir nicht unbillig zuseyn erachtet, nach geschehener Verwarnung, supplicanten wegen seines zum größesten despect Bürgermeister, Gericht und Raht gereichenden und abzielenden obstinaten und importünen Bezeigens so lange mit einer Execution zubelegen, biß Er die verfertigte StadtPässe zu Rahthause jegen empfahung seines verdienten Arbeitlohns eingeliefert oder einliefern laßen." Demnach leben Bürgermeister, Gericht und Rath des Vertrauens, Serenissimus werde ihr Verfahren billigen und Bärensprung injungieren, daß er die Pässe sofort gegen Empfang des Druckerlohns zu Rathhause einliefere, künftighin auf Verlangen sich steIle und dem Executor die restierende zweitägige Executionsgebühr zahle.

Es konnte Bärensprung, dem vorstehendes Aktenstück mitgetheilt wurde nicht schwer fallen, die Ausführungen des Magistrats zu widerlegen. "Wann Mir gnädigst communiciret worden", antwortet er am 13. August, "was unter den Nahmen von BurgerMeister Gericht und Raht, wieder mich ad Äcta gebracht ist; So zweiffele ich zufoderst, daß mit des Gerichts Vorwißen solche Eingabe abgefaßet, weilen (1)der Herr StadtRichter derzeit nicht zuhauße gewesen, (2) die Pässe von BurgerMeister und Raht und nicht den Gerichte ausgegeben werden, also die Sache überall das Gericht nicht

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angehet, (3) auch der Herr StadtVoigt wohl weiß, daß ich privilegiret und exempt sey, maßen ich ihm solches, auff sein befragen: ob ich Hoffbuch=Drucker sey? geziemendt eröffnet; Hiernegst aber zeige dagegen an, daß in meinen ersten Supplicato keine falsa narrata enthalten, wie gegenseytig gesetzet, aber nicht erwiesen wirdt; den daß ich die Pässe ohne dafür das Geldt zu haben, nicht auslieffern wollen, habe ich in meinem Supplicato Selbst gestanden. Sehe auch nicht, daß ich darunter unrecht gethan, indem die Bezahlung bey der wahre sein muß, und niemandt praetendiren kan, daß man die Arbeit ohne entgeldt weg geben, und hernach der Bezahlung halber nachmahnen soll wie ich vor dem habe thun müßen, und hätte Mir ja mit gleicher Mühe, da man so verschiedentlich zu mir geschicket das parat gewesene Geldt, mit gereichet werden können, so wäre aller disput vermieden worden." Weiter führt Bärensprung aus: er habe dem Bürgermeister und Rath zu verstehen gegeben, daß er ihrer Jurisdiction nicht unterworfen, sondern eine privilegierte Person sei; habe er unrecht gethan, die Pässe nur gegen baare Bezahlung hergeben zu wollen, so könne man ihn vor dem fürstlichen Gerichte belangen; "welches ja im geringsten keine contumaciam, noch ein importunes bezeigen involviret, daß ich, judicis incompetentis Befehl nicht pariret, sondern incompetentiam vorgeschüttet;" wären Bürgermeister und Rath wirklich im Zweifel darüber gewesen, ob er privilegiert sei, so hätten sie sich erinnern können, daß von seinen Vorgängern Schröder, Lübke und Lembke keiner unter ihrer Jurisdiction gestanden habe, nöthigenfalls hätten sie sich das Privileg vorzeigen lassen können; übrigens müßten sie wissen, daß er nicht im Verzeichniß der Bürger stehe. "Daß die Buchdrucker=Kunst aber zur bürgerlichen Nahrung gehöre, ist das erste daß ich von BurgerMeister und Raht vernehme, sonsten selbige eine instrumentalKunst, der Gelährten, und solche zu üben allenthalben, per privilegium erhalten wirdt. Dahero die Objection vom HoffSattler impertinent." Schließlich heißt es: "Und ersuche darauff nachdehm ich allen wiedrigen per generalia contradiciret Ew. Hochfürstl. Durchl. hiedurch unterthänigst, Dieselbe geruhen BurgerMeister und Raht ernstlich anzubefehlen, daß Sie Mich negsthin in den Genuß des Mir gnädigst ertheilten Privilegij und exemtion nicht beeinträchtigen sondern Mich darin unturbiret, die gedruckte Päße gegen Empfang des Mir gebührenden Geldes abfodern laßen, und Mir die so temere causirte unkosten erstatten sollen."

In diesem Sinne erging denn auch unterm 18. August ein Befehl an Bürgermeister und Rath. Man wird es kaum verstehen, daß der Befehl am 27. September, und diesmal in etwas schärferer

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Form, wiederholt werden mußte, bevor Bürgermeister und Rath den halben Thaler bezahlten. -

Beim Magistrat wird dieses Vorkommniß schwerlich die Neigung erhöht haben, mit Bärensprung weiterhin in Geschäftsverbindung zu treten, und da letzterem auch seitens der Regierung in der nächstfolgenden Zeit nur wenig Arbeit zugeflossen zu sein scheint, so wandte er sich unterm 26. Februar 1718 wieder einmal an den Herzog mit einer schon oben erwähnten Eingabe, in der er zunächst ausführte, welche Vergünstigungen sein Vorgänger Lembke genossen habe. Dann heißt es weiter: "Nach seinem Tode haben Ew. Hochfürstl. Durchl. in dessen Stelle zum Hoff=Buch=Drucker nach Schwerin gnädigst mich beruffen, auch meines Antecessoris Recht und Freyheit gnädigst mir verliehen. Worauff ich dessen Wittwe geheurahtet 1 ), und meiner profession treulichst abgewartet. Ich habe auch zu denen Zeiten, da Ew. Hochf. Durchl. in Schwerin residirten, und Dero sämtliche Hohe Collegia zugegen waren, öffters ein gut accidens erwerben, und also meinen nohtdürfftigen Unterhalt finden können, nachdehm aber der Hoff samt denen hohen Collegiis nach Rostock transferiret worden, ist Deren Abwesenheit mir besonders schädlich gewesen, nachdemahl so wenig vom Hoffe, als von der Stadt und Lande in meiner Druckerey etwas zu verfertigen verlanget wird, und dennoch muß ich die kostbahre Buchdruckerey , die man doch nicht entbehren kan, im guten Stande halten, auch dabey Frau und Kinder ernehren, so aber nunmehro, wegen Abwesenheit des Hoffes, und der hohen Collegien, mir unmüglich fält, und habe ich albereit mich in Schulden setzen müssen. Alß gelanget an Ew. Hochfürstl. Durchl. mein flehentliches Bitten, so gnädigst mir zu erscheinen, und dasjenige an Deputat und Beyhülffe, was mein Antecessor anfangs genossen, da er die volle Arbeit noch nicht gehabt, nunmehro gnädigst mir zufliessen zu lassen, und also meinen sonst unvermeidlichen ruin Landes=Väterlich vorzukehren, auch solcher Hochfürstl. Gnade noch diese hinzu zufügen, daß eine kleine Bedienung mir conferiret werde."

Auf diese Bitte hin verfügte der Herzog am 1. März: "Es sollen bis zu fernerer gnädigster Verordnung dem supplicanten jährlich Zwey Drömt Rocken von dem Fürstlichen KornBoden zu Schwerin gereichet werden, und solches Deputat á 1. Januar. a. cur. seinen anfang nehmen." Am 2. März erging die betreffende Anweisung an den Kornschreiber Flahte zu Schwerin. Damit scheint


1) Das ist ungenau. Wie wir oben sahen, erfolgte die Verleihung des Privilegs als Hofbuchdrucker erst nach Bärensprung's Verheirathung.
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sich Bärensprung einstweilen beruhigt zu haben. Erst später, in einem Gesuch an den Herzog vom 29. November 1722, kam er auf das volle Deputat seines Vorgängers und die "Bedienung" am Hofe zurück: "Ew. HochFürstl. Durchl. habe meinen Hauptmiserablen Zustandt, bereits ehedeßen mündlich unterthänigst vorgestellet . . . es hat sich aber mein Elend in der Maße vermehret, daß . . nicht mehr weiß, woher daß liebe Brodt vor meiner großen Familia nehmen soll, sondern ich muß selbige nach gerade fast betteln gehen laßen." Deshalb ersucht er "fußfällig" den Herzog zu verfügen, " daß berührtes Deputat, als ein halber Ochse, Zwey Hammel, Ein großes Schwein, 12 Rthlr. Haußheuer, und ein Baum zum BrennHoltz, nebst den 2 Drömbt Rocken, so bishero genoßen, respective von Ostorp auß der Licent und der Baum auß dem Medeweger Holtz, alß woher meine Vorfahren soliches jederzeit empfangen, möge gegeben werden. Und wen übrigens . . . ich anjetzo gar nichts zu Thun habe, hergegen gerne Ew. Hochfürstl. Durchl. in ein oder anderem, unterthänigste Dienste, nach meinem Vermögen, leisten wolte, So will Deroselben zugleich hiedurch dehmühtigst anheim gegeben haben, ob Sie nicht gnädigst geruhen möchten, mich alß Laquay, in dero Dienste aufzunehmen." Eine Antwort auf diese Eingabe ist nicht erfolgt, was aber Bärensprung nicht abhielt, auch weiterhin dem Herzog, selbst als derselbe in Danzig lebte, seine Roth zu klagen. Derartige Schreiben sind in größerer Zahl erhalten; aus einem derselben, vom 12. Februar 1724, ist zu ersehen, daß die Lieferung der bewilligten 2 Drömpt Roggen mindestens nicht regelmäßig erfolgte, "indem jedesmahl bey geschehenen geziemenden Ansuchen von die Herren Cammer=Rähte mit lehrer Vertröstung abgewiesen worden." -

Am 13. December 1723 starb Bärensprung's Gattin. Sie hatte ihrem dritten Manne zwei Kinder geboren, von denen das eine, eine Tochter, im Mai 1723 gestorben war und das andere, ein Sohn, die Mutter nur um wenige Wochen überlebte. So wurde denn wieder eine Auseinandersetzung mit seinen Stiefkindern nöthig, worüber am 15. April 1724 ein Protokoll aufgenommen wurde. Dasselbe besagt, daß Bärensprung sich erbot, seinem Stiefsohn die Druckerei sofort abzutreten, wenn ihm der Kaufpreis von 100 Rthlr. gezahlt würde. Das Gericht, Waisenherren und Beistände fanden aber diesen Vorschlag nicht diensam, "sondern vielmehr, daß sie dem Wilhelm Bärnsprungck, oder deßen Erben, eigenthümlich für die 100 Rthlr. gelaßen, und dem Lembcken, weiter nichts, alß nur auff den Fall, wenn Beerensprung, oder deßen Erben über kurtz oder lang, diese Buchdrückerey abzustehen resolviren würden, gegen erlegung deßen, waß ein ander auffrichtig davor bieten würde, das näher Recht re=

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serviret". Dieser Fall ist nicht eingetreten, und bis zum Jahre 1881 ist die Druckerei im Besitz der directen Nachkommen Wilhelm Bärensprung's geblieben.

Erwähnt sei nur noch, daß Wilhelm Bärensprung sich 1730 wieder verheirathete, mit Sophie Dorothea Harhof, einer Tochter des ehemals in mecklenburgischen Diensten stehenden Trabanten Harhof. 1760 überließ Bärensprung, seit 1758 zum zweiten Male Wittwer, die Druckerei seinem 1737 geborenen Sohne Christian Johann Wilhelm, und am 3. August 1761 ist er gestorben.

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Als Beilagen folgen auf den angehefteten Blättern zwei verkleinerte facsimilirte Proben alter Schweriner Drucke: der Contributions=Edicte von 1686 (gedruckt durch Peter Schrödern) und 1698 (gedruckt von Hartwig Lübken); sodann einige photolithographische Nachbildungen (in halber Größe) von Initialen, Kopfleisten, Schlußstücken, Illustrationen etc. . aus der Sammlung alter Holzschnitte im Besitze der Bärensprung'schen Hofbuchdruckerei. Unter den Kopfleisten befinden sich einige, die schon von Bärensprung's Vorgängern benutzt waren und die also, wie die des Contributions=Edicts von 1686, in die ältesten Zeiten des Schweriner Buchdrucks zurückgehen. Wann und wo die Illustrationen der biblischen Geschichte zuerst Verwendung gefunden haben, ließ sich nicht nachweisen; sie finden sich theilweise noch in dem 1759 bei Bärensprung gedruckten "kleinen Catechismus", - ein unerfreuliches Zeichen dessen, was für Holzschnitte man in Schwerin dem Publikum noch 1759 zu bieten hatte. Der erwähnten Sammlung gehört auch das untenstehende Schlußstück an.

Schlußstück
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photolithographische Nachbildungen
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III.

Die Pilgerreisen des Herzogs Balthasar von Meklenburg nach dem heiligen Lande.

Von

Dr. W. Voß.

W ollten wir allen Nachrichten, die uns über Jerusalemfahrten des Herzogs Balthasar von Meklenburg zufließen, Glauben schenken, so müßten wir deren drei annehmen: die erste 1470, die zweite 1479 und die letzte 1492. In den Handbüchern der meklenburgischen Geschichte allerdings finden wir über diesen Punkt nichts oder doch so gut wie nichts; sie gehen entweder ganz mit Stillschweigen darüber hinweg, oder sie bringen uns dürftige unvollständige Notizen gelegentlich und ohne weiter darauf einzugehen. So gedenken Rudloff und Boll kurz einer Pilgerreise des Herzogs von 1492, und Hane weiß außer dieser von einer anderen des Jahres 1470. 1 ) Besser orientirt uns erst Franck in seinem alten und neuen Meklenburg. Wir finden bei ihm alle drei Angaben erwähnt, und, was noch mehr werth ist, auch besprochen: er giebt eine Anzahl näherer Details und versucht schon, sie kritisch zu sichten. Dabei kommt er zu dem Ergebniß, daß Balthasar nur zweimal im heiligen Lande gewesen sei, und zwar in den Jahren 1470 und 1492, daß dagegen eine dritte Reise 1479 unmöglich stattgefunden haben könne. Es lohnt wohl der Mühe, auf seine Darlegung ein wenig einzugehen: wir gewinnen damit eine vortreffliche Basis für die folgende eigene Untersuchung.

Bei Gelegenheit des Todes Balthasars giebt Franck ein Resumé über dessen Leben und Regierung. Er schreibt da (im 3. Kapitel


1) Rudloff, Mecklenburgische Geschichte II, S. 876; Boll, Mecklenburgische Geschichte 1, S. 145, Anm. 2; Hane, Mecklenburgische Geschichte, S. 137.
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seines 9. Buchs): "hierauf starb Ao. 1507, den 7. Mart. 1 ) der Herzog Balthasar zu Wismar. Er hinterließ von seiner Gemahlin Margareta aus Pommern keine Kinder war sonst von schöner Gestalt, ansehnlicher Länge, frommen Gemühts, stillen Lebens, gutthätigen Hertzens, ein Liebhaber der Wissenschaften, des Gottesdienstes und der Reisen nach Heil. Oertern: daher er den besten Theil von Europa gesehen hatte. Zweymahl war er nach Jerusalem gewesen, hatte Rom, St. Jago di Compostella und andere berühmte Wallfahrts=Städte besuchet." Wir hören hier von ausgedehnten Pilgerreisen unseres Fürsten; ja, nach dem Umfange, den die Schilderung gerade dieser Thätigkeit in Balthasars Charakterbilde einnimmt, könnte man versucht sein, zu schließen, daß sie das Bemerkenswertheste an dem ganzen Manne gewesen seien. Man lernt ihre Bedeutung vielleicht verstehen, wenn man sie aus ihrer Isolirtheit heraushebt und sie in dem großen Zusammenhange der herrschenden Zeitrichtung betrachtet. Es ist ja eine bekannte Sache, daß am Ausgange des Mittelalters, im 15. Jahrhundert, eine derartige Zunahme der frommen Stiftungen und Wallfahrten stattfand, daß man unwillkürlich den Eindruck gewinnt, es sei die Menschheit damals von ungewöhnlicher Sorge um ihr Seelenheil bewegt worden. Unter den Pilgerreisen Balthasars aber hebt Franck besonders hervor die zwei, die er nach Jerusalem unternahm, und ihnen allein auch widmet er an anderen Stellen seines Werkes eine eingehendere Besprechung. Ich will kurz anmerken, was er darüber sagt.

1) Im Jahre 1470 läßt er die beiden Brüder Magnus und Balthasar den Herzog Ulrich II. von Stargard auf seiner Fahrt nach dem heiligen Grabe und dem Berge Sinai begleiten. Er folgt darin Latomus' Angabe, und, um diese Angabe mit einem Zeugnisse der Rostocker Universitätsmatrikel in Einklang zu bringen, nach der Balthasar am 27. September desselben Jahres zum Rektor der Universität erwählt ward, läßt er ihn noch im Herbste 1470 wieder nach Hause zurückgekehrt sein.

2) Zum Jahre 1492 theilt er aus einer Leichpredigt auf die Hofräthin Schnobel (1679) einen Brief unseres Herzogs an Moritz Glineke, den Bürgermeister von Neubrandenburg, mit, worin der erstere den letzteren einladet, ihn auf der Reise zum heiligen Lande zu begleiten. Franck schließt daraus ohne Bedenken, daß Balthasar thatsächlich die Reise auch angetreten habe und bis nach Jerusalem gekommen sei.


1) Das Datum ist falsch, es muß heißen: 17. März, s. Jahrbuch für Meklenburgische Geschichte L, S. 200.
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3) Endlich ergeht sich Franck noch gelegentlich über die von anderer Seite vertretene Ansicht, daß der Herzog 1479 in Palästina gewesen sei. Wir lesen darüber bei ihm: "Daß der Herzog Balthasar sogleich nach seiner Abdanckung aus dem Lande und nach Jerusalem gegangen, wie man aus Hederichs Worten schließen will, da er hinzuthut: "Herzog Balthasar habe sich verschrieben, wenn er aus dem gelobten Lande wieder käme, alle Schuld, so er gemacht, zu bezahlen . . .", das ist irrig. Denn wir werden ihn noch immerhin im Lande finden bis Ao. 1492, da er allererst solche, Reise angetreten." Franck will sich hier der Ueberlieferung gegenüber kritischer verhalten; aber indem er so entschieden gegen Andere polemisirt, begeht er selber den Fehler, zu vergessen, daß er schon 1470 Balthasar zum ersten Mal nach Jerusalem hat wallfahrten lassen. So viel ich übrigens sehe, richtet sich seine Absage gegen Behr, der in der That, gerade auf Hederich sich stützend, eine Pilgerreise des Herzogs für 1479 angenommen hatte. 1 ) Wir werden noch Gelegenheit haben, uns mit dieser Controverse eingehender zu beschäftigen.

Seit Franck ist von meklenburgischen Autoren in dieser Frage wenig Neues vorgebracht worden; für Ulrichs Reise 1470 hat man Chemnitzens große Chronik mehr herangezogen und ausgeschrieben, ohne sich dabei jedoch auf kritische Auseinandersetzungen näher einzulassen. Zur Geschichte des Jahres 1492 haben Neubrandenburger Specialforscher das eine und das andere beigetragen. Von einer Pilgerfahrt Balthasars 1479 aber war kaum die Rede mehr; ein Brief des Herzogs aus dem Jahre 1479, der die Absicht einer solchen andeutet, ward 1757 in den Wöchentlichen Rostocker Nachrichten und Anzeigen veröffentlicht, fand aber keine Beachtung weiter. Erst in neuester Zeit hat Röhricht auch diese Reise wieder aufgenommen, und in der fleißigen Zusmmenstellung, die er uns in seinem Buche "Deutsche Pilgerreisen" giebt, erscheinen sie nun alle drei als historisch beglaubigt. Hieran mag sich der folgende Versuch schließen, die ganze Frage noch einmal einer gründlichen Prüfung zu unterwerfen.

Am besten bezeugt ist unbedingt die Reise des Jahres 1479. Es sind aber nicht gerade meklenburgische Quellen, die uns darüber die genaueste Kunde geben. Wohl haben wir zwei Chronisten, die der Zeit so nahe stehen, daß wir von ihnen zuverlässige Nachricht erwarten könnten: Krantz ("Vandalia") und Marschalk Thurius ("Annales Herulorum"), und beide sprechen auch von Pilgerfahrten des Herzogs, erzählen, daß Balthasar in Jerusalem gewesen und dort


1) Behr, Rerum Mecleburgicar. libri VIII. (1741), S. 674-75.
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zum Ritter geschlagen sei. 1 ) Aber der eine so wenig wie der andere giebt uns dazu eine bestimmte Datirung, und wir vermögen aus ihnen nicht zu erkennen, ob die erzählten Ereignisse gerade 1479 stattgefunden haben. Krantz hat nur die vage Angabe, daß Balthasar dem Beispiel seines Bruders Magnus gefolgt sei und einige Jahre nach diesem am heiligen Grabe den Ritterschlag empfangen habe. Marschalk giebt nicht einmal einen solchen Anhalt seine Darstellung ist eine kurze, stark zusammengedrängte Uebersicht des Lebens und der Thaten des Herzogs, ohne weitere Daten als das des Todesjahres. Nahezu ein Jahrhundert später schreibt Latomus, und bei ihm allerdings finden wir eine Pilgerreise Balthasars für das Jahr 1479 angemerkt. Bei näherer Prüfung aber wird man leicht erkennen, daß seine Erzählung nichts ist als eine plumpe Kopie Marschalks, und daß er zu seiner genaueren Datirung nur durch ein Versehen gekommen ist; ich werde dieses Machwerk voll Gedankenlosigkeit und Kritiklosigkeit unten einer besonderen Betrachtung zu unterziehen haben. Als historische Quelle ist das völlig unbrauchbar und nur dem Kritiker interessant als prächtiges Zeugniß dafür, wie unser Chronist gearbeitet hat. 2 ) Beachtenswerther ist ohne Zweifel eine Notiz, die uns, ein anderer Chronist derselben Zeit (Ende des 16. Jahrhunderts), Hederich, giebt, und deren ich oben schon Erwähnung that. In seinem "Verzeichniß der Bischöfe von Schwerin" schreibt er: "Folgends 1479. Jahr tritt er (Balthasar) dem Capittel und der Kirchen wieder abe . . . und verschreibet sich dem Capittel, wenn er aus dem Gelobten Lande wieder käme, alle Schuld, so er gemachet, zu bezahlen und das Stifft wieder frey zu machen und allezeit zu beschützen." 3 ) Allerdings ist auch hier nur von einer Absicht des Herzogs die Rede, und Franck könnte dagegen immer noch Recht behalten mit der Behauptung, daß er zu einer Ausführung der Reise nicht gekommen sei. Mehr als eine Absicht läßt sich auch aus jenem Briefe des Herzogs nicht erweisen, dessen ich gedachte. Aber da kommen uns andere Quellen zu Hülfe: zwei nichtmeklenburgische gleichzeitige Zeugnisse, die erst Röhricht wieder ans Tageslicht gezogen hat, melden uns mit klaren Worten, daß Balthasar thatsächlich 1479 in Jerusalem war, und daß er 1479 dort den Ritterschlag empfing.

Im Jahre 1479 unternahmen zwei Nürnberger, Sebald Rieter junior und Hans Tucher, eine Fahrt nach dem heiligen Lande, und


1) Krantz, Vandalia Lib. XIV, c. 33; Marschalk Thurius, Annalium Herulor. et Vandalor. Libri VII (1521), lib. VII, c. 9.
2) Latomus, Genealochronicon Megap. bei Westphalen IV, S. 406.
3) Gerdes, Nützliche Sammlung, S. 457.
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beide machten darüber Aufzeichnungen, die uns glücklicher Weise erhalten sind. 1 ) Aus ihren Berichten erfahren wir nun, daß von Venedig bis nach Jerusalem Herzog Balthasar ihr Reisegenosse gewesen ist. Mit ihnen zusammen machte er die Seereise; in ihrer Gesellschaft auch blieb er nach der Landung in Jaffa, auf dem Ritte nach Jerusalem, bei der Besichtigung der heiligen Oerter. Wir wissen also nicht nur, daß Balthasar 1479 in Palästina war, wir sind sogar genauer unterrichtet über einen Theil seiner Reise. Die Schicksale der Nürnberger theilte er gemeiniglich auch; ja selbst von dem, was ihn oder seine Diener speciell betraf, lernen wir das eine und das andere kennen. Allerdings alle Details, die zu wissen uns erwünscht gewesen wären, erfahren wir nicht; von des Herzogs meklenburgischen Begleitern z. B. finden wir nur einen genannt, und auch diesen nur, weil er unterwegs das Unglück hatte, zu sterben. Immerhin müssen wir dankbar sein für das, was uns geboten wird, und ich will im Folgenden einen kurzen Auszug aus dem Rieter'schen Reisebuche geben mit Hervorhebung dessen, was uns an dieser Stelle interessiren muß.

Am 12. Juni verließen unsere Pilger Venedig, 64 an der Zahl, "darunter hertzog Walthizar von Meckelburg was mit sampt ettlichen dynern und geverten auß dem land bey Lübeck." Ihr Schiffspatron war Augustin Contarini. Ueber Parenzo und Promontore erreichten sie Zara am 18., Ragusa am 25. Juni; wegen des Sterbens in Venedig durften sie aber hier wie dort nur für kurze Zeit das Land betreten. Am 27. liefen sie Corfu an und kamen am 4. Juli nach Modon. In diesen Theilen des mittelländischen Meeres machten schon Seeräuber die Gewässer unsicher, und sie schlossen sich daher für den ersten Theil der Weiterreise einem großen venetianischen Schiffe, das nach Candia bestimmt war, an. Auf hoher See trennten sie sich von diesem und fuhren direct über Rhodus (14. Juli) und Cypern (18. Juli) auf Jaffa zu. Am 22. sahen sie die Thürme von Jaffa und sangen frohbewegt "Te deum laudamus," "Salve regina" und "ettlich collecten." Vor der Stadt auf dem Meere aber mußten sie noch einige Tage liegen bleiben, bis ihnen Geleit zur Reise bis Jerusalem erwirkt war, und in dieser


1) Reisebuch der Familie Rieter, herausgegeben von K. Röhricht und H. Meißner (Bibliothek des Stuttgarter Pitterarischen Vereins, Bd. 168), 1884. - Der Tucherische Bericht erschien schon im " Reyßbuch des heyl. Landes", Frankfurt 1584 (das von mir benutzte Exemplar aus der Königlichen Bibliothek zu Berlin); er stimmt in dem uns interessirenden Theile wesentlich, zum Theil wörtlich mit Rieter überein. Die erste Balthasar betreffende Notiz des Rieterschen Berichts fehlt bei Tucher; die folgenden finden sich bei ihm in nahezu gleicher Fassung.
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Zeit, am 25. Juli, "do starb ein priester her Arnolt genantt, des hertzogs von Meckelburg capplan, der war bey 8 tagen an der rur kranck gewest, also must man dem haubtman zu Jaffa 5 ducaten geben, das er den totden leichnam auß der gallien an landt ließ furen und da in sant begraben." Am 28. betraten sie Jaffa. Dort gab es eine letzte Kontrole; sie wurden alle mit ihren Namen notirt und dann in "ein öd gewelb" geschlossen, bis der Patron mit den Heiden über den Tribut einig geworden war. Endlich, am 31., konnten sie aufbrechen; man versorgte sie mit Eseln, und die Reise landeinwärts wurde angetreten. Der Guardian des Klosters vom Berge Sion, der ihnen mit zwei Brüdern bis Jaffa entgegengekommen war, gab ihnen des Wegs das Geleit. Am Abend erreichten sie Rama und blieben dort die Nacht über in dem Hause, das Herzog Philipp von Burgund hatte kaufen und zur Pilgerherberge herrichten lassen. Der folgende Tag war ein Sonntag; einer von des Guardians Brüdern las ihnen die Messe und knüpfte daran Ermahnung und Unterweisung, wie sie in Jerusalem sich zu verhalten hätten. Den Rest des Tages ruhten sie; "zu nacht bey 3 oren in dy nacht" bestiegen sie wieder ihre Esel, durch das Gebirge gegen Jerusalem zu reiten, und am 2. August "umb 2 or vor mittags" langten sie an dem ersehnten Ziele, in der heiligen Stadt, an. Ihr erster Gang war in den Tempel des Grabes, und daran schloß sich in den folgenden Tagen der Besuch der anderen Stätten, die durch die Erinnerung an den Erlöser geweiht waren. Am 5. August, erzählt dann Rieter weiter, "obentz ließ man uns zum andern mal in tempel und in der nacht wurd der hertzog von Meckelburg erstlich von bruder Hansen auß Preußen zu ritter in dem heyligen Grab geslagen; der hertzog slug auch fürter 7 (Tucher: 8) auß uns pilgramen da zu rittere. Das geschah alles in grosser geheym und mit verschlossener thüre von der heyden wegen, wann sy gross achtung und nachfrag albeg darümb haben." Am 10. August machte sich die Mehrzahl der Pilger, darunter wohl auch Balthasar, auf die Heimreise zurück zum Meere; Rieter trennte sich von ihnen, um mit Hans Tucher und einigen andern weiter zum Berge Sinai und zum Grabe der heiligen Katharina zu wallfahrten. 1 )


1) Vergl. noch Chroniken der deutschen Städte, Bd. XI (Nürnberg V), S. 472/73; Röhricht, Pilgerreisen (1889), S. 172 ff. (nur irrt er, wenn er Rudloff II. S. 876 auf die Reise von 1479 bezieht; Rudloff spricht von der Reise des Jahres 1492.). - Bruder Hans von Preußen war damals Guardian des Klosters vom Berge Sion und hatte als solcher das Recht, zum Ritter des heiligen Grabes schlagen zu können. Man vergleiche über ihn: Bibliothek des Stuttgarter Litterarischen Vereins, Bd. 198 (Pauli Waltheri Guglingensis Itinerarium ed. M. Sollweck), S. 128, Anm. 1.
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Ueber des Herzogs fernere Schicksale bleiben wir im Dunkel. Keine Ouelle berichtet uns von dem Schlusse seiner Fahrt; wir mögen nur vermuthen, daß er auf der Rückreise noch Rom berührt hat, wo er nach Marschalks Zeugniß doch auch gewesen sein soll; wir wissen nicht, wann er zurückgekehrt ist.

Durch die Berichte der beiden Nürnberger ist die Thatsache, daß Herzog Balthasar 1479 im heiligen Lande war, somit unwiderleglich festgestellt, und jetzt erst, von diesem sicheren Resultat aus, können wir auch die fragmentarischen Angaben unserer meklenburgischen Quellen ordnen und nach ihrem Gehalt, und ihrer Bedeutung würdigen. Wir können nach ihnen einigermaßen verfolgen, wie Balthasar allmählich zu seinem Entschlusse gekommen ist. Nach vergeblichen Bemühungen, sich das Bisthum Hildesheim zu sichern, war er Bischof von Schwerin geworden; aber auch hier des Regierens bald müde, war er nach wenig Jahren, 1479 schon, zurückgetreten. Ein Mann, der sich den Geist nicht gerne durch Sorgen und Geschäfte einengen ließ, ein Freund der freien Bewegung, die Wanderlust, wie sie für das ausgehende Mittelalter wieder so charakteristisch geworden ist, dem frommen Sinne einend, folgte auch er dem großen Zuge, der mehr wie je damals die Leute trieb, ihre Scholle zu verlassen und wallfahrtend in die Fremde zu gehen; er versprach die Verpflichtungen, die er als Bischof eingegangen war, nach seiner Rückkehr zu lösen, und zog hinaus zum gelobten Lande. Er ging nicht allein; Diener und Gefährten begleiteten ihn, und einen von diesen, den Kaplan Arnold, hat uns ja Rieter bereits genannt. Den Namen eines andern, der wenigstens die Absicht hatte, mit ihm zu kommen, giebt uns eine unserer meklenburgischen Quellen, ein Brief des Herzogs, dessen schon mehrfach Erwähnung geschah. Es ist das ein Schreiben Balthasars, datirt vom Dienstag nach Lätare 1479, gerichtet an den Rath der Stadt Rostock, und sein Inhalt ist kurz folgender: Balthasar beklagt sich, daß der Rath den Bürgermeister Berthold Kerckhof abhalte, ein ihm gegebenes Versprechen zu erfüllen. Kerckhof habe ihn auf seiner Reise ins heilige Land begleiten wollen, ziehe aber jetzt seine Zusage zurück, und da er, der Herzog, gehört habe, daß der Rath seine Hand dabei mit im Spiele habe, bitte er "sere andechtigen", daß sie den Bürgermeister mit ihm gehen ließen. Was schließlich aus der Sache geworden ist, wissen wir leider nicht; unmöglich aber wäre es nicht, daß Kerckhof die Fahrt doch noch mitgemacht hätte. 1 ) Angetreten hat der Herzog die Reise wahrscheinlich im April, da er Anfang Juni schon von Venedig ausfuhr.


1) Schreiben Balthasars in den Wöchentlichen Rostocker Nachrichten und Anzeigen 1757, S. 113. Kerckhof war noch am Montag nach Oculi (15. März) (  ...  )
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Weit weniger gut, als über die Pilgerfahrt des Jahres 1479, sind wir über die Reise unterrichtet, die Balthasar 1492 unternommen haben soll. Wir haben als Zeugniß dafür nur den einen Brief des Herzogs an den Bürgermeister von Neu=Brandenburg, Moritz Glineke, worin er diesen auffordert, auf solcher Fahrt sein Begleiter zu sein. 1 ) Darnach wollte er am Montage nach Judica, also am 9. April, abreisen und zwei Tage darauf, am Mittwoch (11. April), in Wilsnack mit Glineke zusammentreffen. Immerhin ist das nur die Kundgebung einer Absicht, und wir können daraus durchaus noch nicht schließen, daß diese auch verwirklicht wurde. Allerdings will man wissen, daß Glineke 1492 nach seiner Rückkehr aus dem gelobten Lande die St. Gertruden=Kapelle in Neubrandenburg gestiftet und darin die Merkwürdigkeiten seiner Reise habe malen lassen, desgleichen, daß er die Entfernungen des Calvarienberges und Golgathas habe abmessen lassen, "er stern mittelst eines zusammengebrachten Hügels gezeichnet und die andere Distanz auf einen der hohen Berge am Wege nach Stargard geleget." 2 ) Daß diese Stiftung stattgefunden hat, ist wohl außer allem Zweifel; aber ob sie gerade 1492 stattfand? Unser Bürgermeister soll drei Mal in Palästina gewesen sein, zuletzt 1492. Wer mag nun sagen, ob die Tradition recht berichtet, wenn sie seine Stiftung an jene letzte Reise knüpfte? Hatte sie bessere Beweise für deren Existenz, als wir sie besitzen, oder fußte auch sie nur auf den überlieferten Brief Balthasars und legte diesem eine Bedeutung bei, die wir ihm nicht beimessen können? Ohne Bedenken ist die Sache jedenfalls nicht. Gewiß, war Bürgermeister Glineke 1492 im heiligen Lande, so wird auch Herzog Balthasar mit ihm gewesen sein. Solange aber die Voraussetzung nicht besser begründet ist, wird man den Schluß nicht daraus ziehen


(  ...  ) 1479 als Vertreter Rostocks auf dem Städtetage zu Lübeck; bei den Verhandlungen zu Münster, im September 1479, waren Rostock wie Wismar nur durch Rathsherren vertreten, Rostock durch Arnd Hasselbeke (Hanserecesse, 3. Abtheilung, Bd. I, S. 128, 156.) - Einen Stammbaum der Familie Kerckhof giebt Sohm in den von Koppmann herausgegebenen Beiträgen zur Geschichte der Stadt Rostock, II (1892), S. 97.
1) Brief Balthasars, Schwerin, Donnerstag vor Oculi 1492, bei Franck VIII, S. 249, und etwas abweichend bei Hacke, Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg I, S. 78.
2) Hacke I, S. 78; E. Boll, Mecklenburgische Geschichte I, S. 145, Anm. 2; Fr. Boll, Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg (1875), S.21,42; Ahlers, historisch - topographische Skizzen aus der Vorzeit der Vorderstadt Neubrandenburg, 5S 144/45. - Fr. Boll läßt statt Balthasar dessen Bruder Magnus mit Glineke ziehen. Das ist natürlich ein Versehen. Ihm passirt aber noch ein zweites Versehen: er läßt nicht den Bürgermeister, sondern den Herzog zum dritten Male nach Jerusalem wallfahrten.
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dürfen. Der Tradition allein können wir keine ausschlaggebende, beweisende Bedeutung beimessen; die einzige zuverlässige Quelle, die wir in dieser Frage haben, bleibt der von uns erwähnte Brief, und wollen wir nicht verwegen sein, müssen wir uns bescheiden, zu sagen, daß Balthasar der Absicht zur Reise wahrscheinlich auch die Ausführung habe folgen lassen.

Recht genaue Kunde haben wir wieder über die Pilgerfahrt, die der Herzog Ulrich II. von Meklenburg=Stargard im Jahre 1470 antrat. Namentlich Chemnitz in seiner ungedruckten Meklenburgischen Chronik giebt uns darüber eine Fülle der interessantesten Details, und zwar zum Theil nach einem Briefe, den der Herzog selbst von Jaffa aus nach Hause schrieb. "Im selbigen Jahre (1470)" erzählt er, "hat Hertzog Ulrich aus eigener heiliger andacht und falschen Wahn, gnad und heil dadurch bey Gott zu erlangen, ihm vorgenommen, nach der Statt Jerusalem und dem heiligen Grabe walfahrten zu reisen". Einen besonderen Grund für die Reise giebt Chemnitz nicht an; andere aber wollen wissen, daß Ulrich's Hauptzweck gewesen sei, das Grab der heiligen Katharina am Berge Sinai zu besuchen, dort zu beten und sich einen Sohn und Erben seines Reiches zu erflehen. Nachdem er sein Haus bestellt hatte, machte er sich auf den Weg, stieg in Venedig zu Schiff und hatte dann eine äußerst wechselvolle, an Gefahren reiche Seefahrt zu bestehen. Die Republik Venedig lag gerade damals wieder einmal mit den Türken in Krieg. Die Ungläubigen bedrohten Negroponte, und, um dessen Fall abzuwehren, hatte der venetianische Admiral Befehle gegeben, alle Schiffe, namentlich diejenigen der Pilger, anzuhalten und zum Entsatze von Negroponte zu führen. So hatte der Herzog mit seinen Begleitern allüberall, in Korfu, Modon, Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten zu überwinden, daß man ihn nur weiter ließ, und schließlich mußte er in Kandia noch 18 Tage lang liegen bleiben, bis die Nachricht einlief, daß Negroponte doch gefallen sei. Am 8. August, 8 Tage vor Mariä Krautweih (15. August), kam er dann in Jaffa an, ruhte 8 Tage und zog hinauf nach Jerusalem. Dort ließ er seine Gefährten zurück, pilgerte allein zum Berge Sinai und besuchte daselbst das Grab der heiligen Katharina. Zu Anfang des Jahres 1471 war er wieder in der Heimath. 1 )


1) Chemnitz, Mecklenburgische Chronik (Manuscript der Regierungs=Bibliothek in Schwerin), 3. Bd. des III. Theils, Anhang: "Leben und Thaten der Herzoge zu Mecklenburg= Stargard." Kurz spricht er darüber auch im Leben des Herzogs Magnus II. (III. Theil, 2. Bd. der Chronik) und in seiner Genealogia Regum, Dominorum et Ducum Megapolensium (bei Westphalen II, S. 1681).
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Von Ulrichs Begleitern auf der Fahrt nennt uns Chemnitz nur Magnus, den Sohn Herzog Heinrichs des Fetten von Meklenburg; kein anderer Name neben diesem begegnet in der ganzen ausführlichen Schilderung. Auch Marschalk Thurius 1 ) der als Rath Heinrichs, des Sohnes jenes Magnus, wohl einen Einblick in die Verhältnisse haben konnte, erwähnt in den wenigen Zeilen, die er der Jerusalemreise Ulrichs schenkt, nur, daß Magnus mit ihm gewesen sei. Besserer Nachricht will sich dagegen hier wieder Latomus 2 ) freuen, indem er außer Magnus dessen Bruder Balthasar den Herzog nach Palästina begleiten läßt. Franck folgt ihm darum gläubig, und aus Franck schöpft wieder Röhricht. So ward aus einer schwach begründeten Notiz schnell eine historische Thatsache und wir sehen in neuerer Zeit Lorenz daran die kühnsten Combinationen knüpfen. 3 ) Anerkennen mag man, daß die beiden Boll sich skeptisch zurückgehalten haben und über die Angaben von Marschalk Thurius und Chemnitz nicht hinausgegangen sind. 4 )

Nach meiner Meinung begleitete Balthasar den Herzog Ulrich nicht nach Jerusalem. Latomus ist an sich schon wenig zuverlässig. Wir können ihm zudem ziemlich bestimmt nachweisen, daß die Quelle, die er benutzte, auch hier Marschalk Thurius ist, und dieser sagt von einer Betheiligung Balthasar's an Ulrich's Pilgerfahrt kein Wort. Ja, Niemand sonst hat die Nachricht, die uns Latomus giebt, und ihm sollten wir vor allen Anderen Glauben schenken? Ein isolirtes Zeugniß verdient nur dann volles Vertrauen, wenn die Quelle, die es bringt, über allen Zweifel erhaben ist; ist das Latomus? Wir können aber die Bedenken, die wir schon aus dieser Betrachtung gewinnen müssen, durch eine Reihe anderer Erwägungen noch verstärken. Einmal ziehe ich Krantz heran, der vor all den genannten Chronisten den Vorzug hat, dieser Zeit am nächsten zu stehen, und darum wohl als gewichtiger Zeuge gelten darf. In seiner Vandalia (Lib. XIV, c. 33) theilt er eine Leichenrede auf Herzog Magnus II., den Bruder Balthasar's mit, und in dieser heißt es: "Auspicatus foelicia guber=nandi tempora a divina religione, more patrum, peregrinari in terram sanctam non destitit; ut auratum cingulum ad Dominicum mereretur sepulchrum . Sequutus est illum, non multis post


1) Vitae Obetritarum bei Westphalen II, S. 1570, und Annales Herulorum (Rostock 1521), Lib. VII, c. 6.
2) Westphalen IV, S. 399.
3) Lorenz, Der Anteil Mecklenburgs an der deutschen National litteratur (1890), S. 7.
4) Fr. Boll, Geschichte des Landes Stargard II (1847), S. 188 ff.; .Boll, Mecklenburgische Geschichte I, S. 150.
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annis, frater clarissimus (also Balthasar), generi suo respondens; ut in nullo deesset patrum splendori." Zunächst sagt ja diese Stelle, auf die ich mich bereits oben einmal bezog, nur, daß Balthasar mehrere Jahre später, als sein Bruder Magnus in Jerusalem zum Ritter des heiligen Grabes geschlagen wurde, und damit wäre durchaus noch nicht ausgeschlossen, daß Balthasar auch schon 1470 Ulrich und Magnus begleitet habe. Aber wahrscheinlich ist das gerade nicht; man möchte eher geneigt sein, zu schließen, daß, da Balthasar erst 1479 den Ritterschlag empfing, er 1470 noch nicht im heiligen Lande war. Vollends gehoben wird jeder Zweifel durch eine letzte Reihe von Erwägungen. Am 27. September 1470 wurde Balthasar zum Rector der Universität Rostock gewählt, und man wird doch nicht annehmen können, daß das in seiner Abwesenheit geschah. 1 ) Der Herzog mußte also, wenn er in jenem Jahre wirklich in Palästina war, zum Herbste von da bereits wieder nach Hause zurückgekehrt sein, und Franck und Krabbe, die Latomus Aussage ohne Bedenken übernommen haben, haben in der That auf diese Weise beide Angaben zu vereinigen gesucht. Ich kann ihnen aber darin nicht beistimmen; ich meine, man wird bei näherer Ueberlegung ein anderes Resultat gewinnen müssen. Es ist doch wahrscheinlich, daß, wenn Balthasar mit Herzog Ulrich zusammen 1470 die Reise machte, er auch mit diesem zusammen heimkehrte, und von Ulrich wissen wir ja, daß er erst im Anfange des Jahres 1471 wieder zu Hause war. Aber setzen wir selbst den Fall, daß Balthasar sich zeitig von jenem getrennt und früher, sagen wir gleich nach der Ankunft in Jerusalem die Rückreise angetreten habe, er hätte zum 27. September doch nicht schon wieder in Rostock sein können. Ulrich war am 8. August in Jaffa und, wie es scheint, nicht vor dem 20. in Jerusalem. Das ergäbe als verfügbare Zeit bis zum 27. September wenig mehr als 1 Monat. Rechnen wir aber selbst 11/2 Monate und stellen dann die Frage: war es möglich, daß Balthasar aus Palästina zurück bis nach Meklenburg die Reise in 11/2 Monaten machen konnte? Ich glaube das nicht. Im Jahre 1479 nahm schon die Fahrt von Venedig bis Jaffa mehr als 40 Tage in Anspruch, ohne daß man unterwegs besonderen Aufenthalt gemacht hätte; für die umgekehrte Tour dürfte kaum weniger Zeit anzusetzen sein, und rechnen wir dazu noch ungefähr 20-30 Tage für die Weiterreise von Venedig nach Meklenburg, so kommen wir zu einer Gesammtzeit von 60-70 Tagen, die Balthasar gebrauchen mußte, um die Heimath zu erreichen.


1) Hofmeister, Matrikel der Universität Rostock I, S. 167; Krabbe, Universität Rostock I, S. 150.
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Selbst also im günstigsten Falle wäre der Herzog für die Rector=wahl zu spät gekommen. Wir müssen demnach sagen: Latomus Angabe ist falsch; Balthasar ist 1470 nicht im heiligen Lande gewesen. 1 )

Das Resultat unserer Untersuchung aber fassen wir kurz dahin zusammen: Balthasar ist höchstens 2mal in Jerusalem gewesen.Bestimmt war er dort im Jahre 1479; zweifelhaft aber muß es bleiben, ob er auch 1492 seine Absicht, über Meer zu gehen, ausgeführt hat.

Nach 1492 hat Balthasar noch einmal eine größere Wallfahrt unternommen, nach San Jago de Compostella. Diese Reise fand 1498 statt; wir wissen von ihr aber kaum mehr als die Thatsache, daß sie stattgefunden hat. Am 27. April 1498 nämlich schrieb der Rath der Stadt Lübeck an den der Stadt Danzig[h]2): Wy hadden ock an heren Magnus, hertogen to Mekelenborgh etc. in affwesende siner gnaden broders heren Balthazars, de to sunte Jacobe to Compostelle is gereiset, nach juwem begere umme geleide for juwe rades sendebaden geschreven u. s. w. Das ist neben Marschalks kurzer Notiz die einzige Nachricht, die wir über diese Fahrt besitzen.

~~~~~~~~~~

1) Die Herausgeber des Reisebuchs der Familie Rieter bemerken in der Einleitung S. 2, Anm. 3: Nach Waldau, vermischte Beyträge zur Geschichte der Stadt Nürnberg IV, S. 269 hatten die Herzöge Magnus und Balthasar von Meklenburg dem Sebald Rieter II. auf der Pilgerreise von 1470 das Prädicat "ehrbar und fest" verliehen und " auf 300 floren manleyn werth, so in ihren landen heimgefallen, versprochen." Das ist ein Irrthum. Waldau spricht all der betreffenden Stelle nicht von der Pilgerfahrt 1470, sondern von dem Nürnberger Reichstage 1487; Magnus und Balthasar empfingen dort vom Kaiser ihre Regalien und machten bei dieser Gelegenheit ihrerseits die erwähnte Verleihung an Sebald und Peter Rieter.
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Anhang

Kritische Excurse.

I. Latomus.

Ich habe oben die Ansicht ausgesprochen, daß Latomus für die Nachrichten, die er über Balthasars Pilgerreise zum Jahre 1479 bringt, als Hauptquelle Marschalk Thurius benutzt hat. Ich lasse zur bessern Klarlegung des Sachverhalts die betreffenden Stellen neben einander folgen:

Marschalk. Latomus.
   Mutata itaque sententia, quum esset corpore praestantissimo, conjugem duxit, Margaretam, Erici, Sidinorum ducis filiam, Sophiae, conjugis fraternae germanam . . . Benignus certe, et pientissimus qui ordinis ecclesiastici viros usque amore summo prosequutus est, nunquam auferens, semper fere afferens. Loca sacra mirum in modum amavit. Id circo Solymas adiit, eques auratus rediens. Novium etiam Galloeciae, ubi divi Jacobi phanum et Romam religione insigni salutavit. Vota quibus se obligavit, dissolvit. Venationis studiosissimus fere, caeterum qui divinorum nihil praetermitteret.    . . .Als hat er so wol das Bischoffthum zu Hildesheim, als das zu Schwerin Gott und andern befohlen, und im folgenden Jahr ihm des Hertzogen von Pommern Erici 2. Tochter, seines Herrn Bruders Hertzog Magnussen Gemahlin Schwester, Frewlein Margaretam lassen zusagen und versprechen, Und am Mittwochen zu Wilsnak der andern dazu verschriebenen von Adel Ankunfft erwartet, ist nach Jerusalem und zu St. Jacob nach Compostel, wie auch gehn Rom gereiset, sonsten hat er auch große Lust zur Jagd gehabt und nebst seinem Bruder der Ausbreitung der Religion und des gedeihlichen Aufnehmens des Landes trewfleißig geruhet. Chytrae. Saxon. Henning. Clempzen p. 3.
(Annales Herulorum lib. VII. c. 3.)
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Die Quellenangabe bei Latomus: Chytrae. Saxon., Henning, Clempzen S. 3 ist irreführend. Chytraeus und Henning sind wohl für die Schilderung des Hildesheimer Streits, die unserer Stelle unmittelbar vorangeht, benutzt worden, und bei Clempzow mag unser Autor sich über die Ehe mit der pommerischen Prinzessin informirt haben; aber Hauptquelle für den von mir herausgehobenen Passus ist unzweifelhaft doch Marschalk. Die Abhängigkeit ist in die Augen springend. Allerdings sclavisch ist die Abhängigkeit nicht. Latomus hat sich eine Reihe Abweichungen, Aenderungen und Erweiterungen erlaubt, die nicht ohne gewisse Bedeutung sind. Es ist das einmal die Zeitangabe für Balthasars Verlobung "und im folgenden Jahr", und sodann der Zusatz "Und am Mittwochen zu Wilsnack der andern dazu verschriebenen von Adel Ankunfft erwarte". Der Charakter der Marschalkschen Darstellung ist dadurch nicht unwesentlich verändert worden. Latomus faßt den zeitlichen Zusammenhang enger, als er von Marschalk gedacht war. Uns aber giebt bie Uebereinstimmung mit der Vorlage sowohl, wie die Abweichung von ihr Gelegenheit, hier einen tiefern Blick in des Chronisten Arbeitsweise zu thun.

Vergegenwärtigen wir uns den Gang, den Latomus' Erzählung nimmt. Er hat kurz über die Ereignisse des Jahres 1478 berichtet und fährt fort "Umb dieselbige Zeit etwa ist Hertzog Balthasar, Bischoff zu Schwerin, willens worden, sich in den weltlichen Stand zu begebe"; er reserirt dann zurückgreifend, wie des Herzogs Versuch, Bischof von Hildesheim zu werden, mißglückt war, und nimmt die unterbrochene Erzählung wieder auf mit den Worten "Als hat er so wohl etc. .". Sein Unglück führte ihn hier auf Marschalk, und er ward durch seine Ouelle verleitet, an Balthasars Verzicht auch auf das Bisthum Schwerin sogleich die Ehe mit der pommerschen Prinzessin, die Fahrten nach Jerusalem, S. Jago de Compostella und Rom, endlich gar ein Stück ganz allgemeiner Charakteristik des Herzogs anzuschließen, genau, wie er es dort vorfand. Was seine Vorlage als Uebersicht der ganzen Regierungszeit Balthasars gab, placirt er auf solche Weise zu einem bestimmten Jahre seiner Chronik. Nachdem er Marschalk erschöpft hat, kommt er zu den weiteren Begebenheiten von 1479; er erzählt, daß in demselben Jahre (1479) am 3. Mai Heinrich, Sohn Magnus II., geboren wurde, u. s. w.

Man sieht, schon die Verwerthung Marschalks entspricht nicht der Kritik, die ein gewissenhafter Schriftsteller zu üben verpflichtet ist; fast schlimmer noch steht es mit den Zusätzen und Erweiterungen, die Latomus gemeint hat einfügen zu müssen. Es sind deren, wie ich schon oben erwähnte, vornehmlich zwei, und beide dienen der

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Tendenz, durch genauere Datirung die erzählten Ereignisse enger an einander zu knüpfen. Latomus erster Fehler, die Darstellung Marschalks geschlossen in das eine Jahr 1479 zu setzen, zog den zweiten nach sich, innerhalb dieses Zeitraums nun das lockere Material noch weiter chronologisch ordnen und abgliedern zu wollen. Es ist interessant zu sehen, wie er dabei zu Werke gegangen ist, und ich will die beiden Zusätze, einen nach dem andern, einer näheren Betrachtung und Prüfung unterziehen. 1. Latomus erzählt uns, daß Balthasar im folgenden Jahre (1479) sich des Herzogen von Pommern Tochter hat lassen zusagen und versprechen. Die Angabe ist falsch; wir können ihm nachweisen, daß Balthasar erst 1484 sich verlobte. 1 ) Sein Irrthum hier ist direct die Folge jener unglücklichen Anschauung, daß der größere Theil dessen, was Marschalk textlich an einander reihte, auch zeitlich innig zusammen gehöre. Marschalk schloß die Erzählung von des Herzogs Verlobung unmittelbar an dessen Verzicht auf das Bisthum Schwerin (1478), und so, wird Latomus argumentirt haben, mag sie auch nicht viel später stattgefunden haben, vielleicht im "folgenden Jahre". 2. Nicht besser steht es mit dem zweiten Zusatze "Und am Mittwochen etc. " Zeit und Ort, wie er sie hier angiebt, stimmen merkwürdig überein mit Zeit und Ort, wie Balthasar sie dem Moritz Glineke in dem bekannten Einladungsschreiben aus dem Jahre 1492 setzt. Latomus kannte ohne Zweifel diesen Brief und benutzte ihn; er schob, was ihm davon brauchbar schien, in Marschalks Erzählung ein, und machte diese dadurch um einen chronologischen Wegweiser reicher. Die Liederlichkeit seiner Arbeit tritt da vollends zu Tage. Er las von einer Pilgerreise des Herzogs hier und von einer Pilgerreise des Herzogs dort; Grund genug für ihn, beide mit einander zu vermengen und die Angaben der einen Stelle für die andere zu verwerthen. Anstatt nun aber, wie es natürlich gewesen wäre, das bestimmte Datum des Briefs, 1492, festzuhalten und Marschalks Angabe darnach auch auf dieses Jahr zu beziehen, machte er es umgekehrt; er ergänzte Marschalk aus dem Briefe und ließ diese Ergänzung der Erzählung Marschalks in das Jahr 1479 seiner Chronologie folgen.

II. Chemnitz.

Schröder in seinem Papistischen Meklenburg S. 2262 will uns eine Charakteristik Balthasars geben. Er greift dafür auf Chemnitz zurück und will statt einer eigenen Darstellung lieber einen Auszug aus dieses Autors Genealogia Regum, Dominorum et Ducum


1) Jahrbuch des Vereins für meklenburgische Geschichte L (1885), S. 200.
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Megapolensium sprechen lassen. Anführungszeichen verrathen, daß dieser Auszug wortgetreu sein soll. Vergleichen wir aber seinen Text mit dem des Chemnitz, wie er bei Westphalen Monumenta II 1617 ff. gedruckt steht, so sehen wir, daß beide in einem wichtigen Punkte von einander abweichen:

Schröder. Westphalen.
   Er wird A. C. 1442 geboren. A. C. 1469 (1467) wird er zu Rostock, woselbst er studiret in RectoremAcademiae,A.C. 1470 zu Coadjutorem des Stiffts Schwerin erwehlet, ziehet eodem anno nach dem gelobten Lande, und als er A. C. 1471 wieder zu Hause kömt, wird er von dem Hildesheimischen Thum=Probst . . . zum Bischoff vociret . . . .    Er wird A. C. 1442 gebohren, A. C. 1464 zu Rostock in Rectorem Academiae, A. C. 1470 zum Coadjutoren des Stiffts Schwerin Und A. C.1471 zum Bischoff zu Hildesheim erwehlet . . . .

Nach Schröder könnte man Chemnitz als Zeuge dafür anrufen, daß Balthasar 1470 im heiligen Lande war, nach Westphalen nicht. Welcher der beiden Texte ist der authentische?

Schröders Text ist der erweiterte, und man könnte versucht =sein, zu schließen, daß der einfache Text Westphalens auch der unverfälschte sei, den Schröder in seiner Wiedergabe durch Zusätze und Erweiterungen entstellt habe. Aber so leicht löst sich die Frage nicht. Stellen wir zunächst uns einmal das Verhältniß der beiden Editoren zu einander klar. Der 2. Band von Westphalen erschien 1740, Schröders Werk 1741; der letztere wird demnach ersteren kaum schon haben benutzen können, 1 ) und wir werden als gewiß ansehen müssen, daß beide unabhängig von einander gearbeitet haben. Da aber gäbe es der Möglichkeiten, ihre Differenz zu erklären, folgende: 1. beide haben sich Abweichungen von ihrer, der authentischen, Vorlage zu Schulden kommen lassen; 2. Westphalen giebt den Wortlaut des Originals treuer wieder als Schröder, und letzterer hat sich willkürliche Interpolationen erlaubt; 3. Schröder hat den besseren Text, und Westphalen hat ihn willkürlich verstümmelt; 4. beiden lagen schon Texte verschiedener Fassung vor, und die Abweichungen des einen vom andern erklären sich als die Abweichungen ihrer Vorlagen. Im letzteren Falle stände dann immer noch die Frage zur Entscheidung, welcher der zwei Texte als der echte, authentische an=


1) Erst in dem I. Anhange zu seinem Papistischen Meklenburg bringt Schröder eine Nachlese aus Westphalens Monumente, Bd. II.
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zusehen sei. Um hierin volle Klarheit zu schaffen, schien es nothwendig, die vorhandenen Handschriften der Chemnitzschen Genealogie einer eingehen deren Untersuchung zu unterwerfen; ich beschränkte mich aber auf die Schweriner Codices, da aus diesen allein schon ein zufriedenstellendes Resultat sich gewinnen ließ. 1 )

Mir standen hierzu zur Verfügung ein Originalconcept des Verfassers selbst, das dem Großherzoglichen Archive zu Schwerin angehört, und 11 Copien der Genealogie, von denen 9 das Archiv, 2 die Regierungsbibliothek zu Schwerin besitzen. Mehrere dieser Copien mögen noch dem Ende des 17. Jahrhunderts zuzuschreiben sein; andere stammen nachweisbar aus dem 18. Jahrhundert.

I. Das Originalconcept Chemnitzens (A.) befindet sich mit einer Anzahl anderer Stücke zusammengebunden in einem Bande in Folio. Es beginnt dort auf Blatt 5a. und umfaßt 63 Blätter. Ihm vorauf geht auf Blatt 1 eine alte Copie von Titel und Vorrede der Genealogie, Blatt 2a. eine kurze Notiz über Chemnitzens Leben und Werke, Blatt 2b. eine zweite Copie der Vorrede, die aber von anderer Hand geschrieben ist als die Copie auf Blatt 1; es folgen zwei leere Blätter (Bl. 3 und 4.) und zwischen Blatt 4 und 5 sind zwei Blätter aus Rehtmeyer's Braunschweigischer Kirchengeschichte Band III eingeklebt, die Nachrichten über Chemnitz enthalten. Von größerem Interesse für uns ist unter diesen Stücken nur die Copie von Titel und Vorrede auf Bl. 1; unsere Originalhandschrift selber ist uns nämlich verstümmelt überkommen und gerade der Titel und ein Theil der Vorrede fehlen ihr. Ich setze darum wenigstens den .Titel hierher, wie ich ihn auf Blatt 1 verzeichnet finde: Genealogia ║ Ducum Megapolensium ║ Ejusq. ║ Brevis Explicatio ║ Ut Et ║ Affinitates Et ║ Cognationes ║ Eorundem ║ Das ist ║ Stambaum der Hertzogen und Fürstlichen ║ Persohnen des Uhralten Fürstlichen ║ Hauses zu Mecklenburg neben ║ deßen Kurtze Erklerung und ║ Anziehung, was sie verrichtet ║ oder sich bei ihren Lebzeiten ║ zugetragen habe, ║ wie auch ║ Kurtze Nachrichtung, an was ║ vor Kayserl. Königl. Fürstl. und ║ Gräfliche Persohnen unterschiedliche ║ Der Fürstl. Meckl. Freulein ║ außgesteuret, was vor Herren ║ von Ihnen entsproßen, auch ║ wie sie hinwiederumb ║ mit andern befreundet und ║ befreiet sein ║ Durch ║ Johan Friedrich von Chemnitzen ║ vorhergedachter I. F. G. Ver ║ ordneten Archivarium und ║ Secretarium verfertiget und ║ zusammen getragen. Unserer Handschrift folgt Blatt 68-79 ein Appendix Genealogiae Sive Affinitates Et Cognationes


1) Andere Codices befinden sich, soweit ich sehe, in Güstrow (Bibliothek der Domschule), Rostock (Landesbibliothek).
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Ducum Megapolensium, ebenfalls von Chemnitz verfaßt und von seiner Hand geschrieben, Blatt 80-84 ein Theil desselben Appendix in Copie und von der gleichen Hand, die Blatt 1 geschrieben hat, Blatt 85-89 eine Genealogia und Stambaum der Graffen zu Schwerin, von Chemnitzens Hand, und zum Schluß noch eine Abschrift unserer Genealogia Ducum Megapolensium.

Was unser Originalconcept nun betrifft, so ermangelt es, wie schon gesagt, des Titels und der ersten Hälfte der Vorrede. Das erhaltene Bruchstück der Vorrede auf Blatt 5a. beginnt mit "maur tappen" und schließt mit " günstig zu verbleiben" ; an zwei Stellen ist es corrigirt, und am Fuße steht die Bemerkung: "Hiernegst soll die genealogia in Kupffer gestochen gesetzet werden" . Blatt 5b beginnt mit einer Ueberschrift, die in ihrer ersten unverkürzten Fassung lautete: Genealogin ║ Ducum Megapolensium ║ Brevis Explicatio ║ Das ist ║ Kurtze Erklerung Des Fürstlichen ║ Meckelnburgischen Stambaums, neben anziehung ║ was die Fürstliche Persohnen verrichtet, ║ oder bei ihren Lebzeiten sich zugetragen; durch Streichung des Schlußsatzes und Einschiebung von ejusq. wurde daraus dann später: Genealogia ║ Ducum Megapolensium ║ ejusq. ║ Brevis Explicatio. Ich will im Gegensatz zu dem oben nach der Copie mitgetheilten Haupttitel diese Ueberschrift als Nebentitel bezeichnen.

Hinter der Ueberschrift beginnt zugleich der Text: " Authirius I. etc." Aber auch dieser Text ist nicht unverändert geblieben: an einer ganzen Reihe von Stellen ist er später verbessert und ergänzt worden. Blatt 13b.-14a. ist eine größere Partie, die die Schicksale Rurichs, Siwars und Truwars, sowie das ihrer nächsten Nachkommen in Rußland ausführlicher behandelte, gestrichen und statt dessen nur die kurze Notiz gesetzt: "Rurich, Siwar und Truwar, Godlaibi Söhne, der Wenden und Obotriter Fürsten werden von den Russischen Stenden in Rußland zu Regenten deßelben Landes beruffen, und bekommt Herr Rurich nach Versterben seiner beiden Brüder die Regierung über gantz Rußland allein" . Eine noch weiter greifende Veränderung erlitt der Schluß unserer Genealogie: die Partie von Christian Ludwig I. an bis zum Ende ist nicht nur gestrichen, sondern gar vollends neu bearbeitet worden. Kleinere Veränderungen endlich findet man fast auf jeder Seite. Alle diese Verbesserungen aber, von den ersten zwei in der Vorrede an bis zu der Umarbeitung des Schlusses, sind, so viel ich sehen kann, noch von Chemnitzens Hand, mit Ausnahme vielleicht einer einzigen auf Blatt 5b. "und muß des Parmenionis Sohn gefangen nehmen , die mir von anderer Hand später eingeschrieben zu sein scheint.

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Von Interesse ist es, aus diesen Textveränderungen die Zeit zu ersehen, in der Chemnitz an seinem Werke gearbeitet hat. Die erste Fassung des mir vorliegenden Conceptes scheint 1648 beendet zu sein. Wir finden nämlich in diesem frühesten Texte zu Adolph Friedrich I. am Schlusse der Darstellung seines Lebens die später gestrichene Notiz: "Und leben I. F. G. biß auff heutigen Tag im 38. Jahr ihrer Regierung und im 60. ihres Alters in ziemlicher guter Gesundheit, Friede und Ruhe" . Da Adolph Friedrich nun 1588 geboren ist, führt einfache Rechnung auf das von uns genannte Jahr. Zudem giebt uns diese erste Fassung nirgends ein späteres Datum als 1648; sie führt die meklenburgische Regentenreihe bis Louisa, Tochter Johann Albrechts II., und bringt uns noch deren Tod, Januar 1648; sie erwähnt noch zu Carl II., Adolph Friedrichs I. Sohn, den Tag Matthiae (24. Februar) 1648 als den Tag, an dem er sich mit stattlicher Begleitung zu der schwedischen Armee begeben habe. So scheint der Text geblieben zu sein, bis ihn Chemnitz nach einer Reihe von Jahren einer erneuten Durchsicht unterzog; er corrigirte, wo er meinte, sich geirrt zu haben, ergänzte, wo er Lücken fand, und führte die Darstellung weiter über 1648 hinaus. Ich glaube annehmen zu dürfen, daß diese zweite Redaction bis 1654 ging. Als letztes Datum, das sie giebt, mag man den Regierungsantritt Gustav Adolphs, 2. Mai 1654, setzen; Gustav Adolphs Vermählung mit Magdalene Sybille, December 1654, dagegen ist noch nicht mitgetheilt. Zu Adolph Friedrich I. ist die oben citirte Schlußbemerkung umgeändert in "I. F. G. leben annoch durch Gottes Gnade" ; von seinen Kindern sind neu aufgenommen und an entsprechender Stelle eingereiht: Adolph Ernst (geb. 1650, gest. 1651), Philipp Ludwig (geb. 1652, "lebet noch" ), Heinrich Wilhelm (geb. 1653, gest. 15. Februar 1654). Bemerkenswerth erscheint mir namentlich, daß Philipp Ludwig, der den 20. October 1655 starb, noch als lebend angeführt ist. Den Text schließt nach wie vor Louise, Tochter Johann Albrecht II. Aeußerlich erkennbar sind die Zusätze dieser zweiten Redaction an der blasseren Tinte. Eine zweite Revision, die Chemnitz dann folgen ließ, führte den Text, immer innerhalb des alten Rahmens "Anthyrius - Louisa" , bis 8. Juli 1675, Tod Johann Georgs, Sohnes Adolph Friedrichs I. Nachgetragen sind Tod (1658) und Begräbniß (1659) Adolph Friedrichs, der Tod seiner zweiten Gemahlin Maria Katharina (1665) und deren Ueberführung in das neue Begräbniß in der Schloßkapelle (1671); das "lebet annoch" bei Carl II. und Anna Marie, Kindern Adolph Friedrichs, ist gestrichen, und dafür sind die betreffenden Todesjahre (1670 resp. 1669) gesetzt u. s. w. Dagegen hat der Autor vergessen,

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den Tod Philipp Ludwigs (1655) nachzutragen; das "lebet noch" ist ungestrichen dort stehen geblieben. Auch der Abschnitt über Gustav Adolph hat keinerlei Ergänzung erfahren. Neu eingefügt wurde Adolph Friedrich II. (geb. 1 658). Mit einer dritten Revision schloß Chemnitz endlich im Wesentlichen sein Werk ab; er strich die ganze Schlußpartie von Christian Ludwig I. an bis Louisa mit allen ihren Correcturen und bearbeitete sie vollständig neu auf drei Blättern (Blatt 63-65). Diese Bearbeitung geht über den alten Rahmen " Anthyrius - Louisa" hinaus; sie behält die frühere Folge bei, fügt dazu aber noch Friedrich Wilhelm und Karl Leopold, Söhne Herzog Friedrichs, und eine ganze Reihe von Kindern Gustav Adolphs. Sie endet mit Augusta, Gustav Adolphs dritter Tochter, geb. 1674, den 26. December. Für den Text selber blieb die alte Redaction die Grundlage; aber Chemnitz erweiterte sie überall, trug vergessene Daten nach, fügte neue hinzu und führte die Darstellung bis 1681 (Christian Ludwig: "lebet annoch in Franckreich." ). Bemerkenswerth ist diese Redaction durch eine Reihe von Lücken, namentlich von Jahreszahlen und Namen, die der Verfasser bei seiner Arbeit zunächst offen ließ und deren Ausfüllung er sich anscheinend vorbehalten wollte. Nachträglich sind dann in der That von ihm die entsprechenden Namen und Daten eingefügt worden; zugleich unterzog er den Text einer letzten Durchsicht. Das Datum 1681 ward jetzt umgeändert in 1683, und damit haben wir den Zeitpunkt gewonnen, an dem Chemnitz sein Werk definitiv abschloß. Zweifelhaft ist mir, welcher Redaction die Streichung der größeren Partie über Rurich und seiner Nachkommen Herrschaft in Rußland zuzuschreiben sei; ich möchte annehmen, daß sie schon der zweiten angehöre.

Den Schluß unserer Genealogie bildet ein Nachwort, endigend mit einem Soli Deo Gloria; dies Nachwort stand schon in der ersten Redaction und ist später beibehalten und nur unwesentlich geändert worden.

Zu erwähnen bleibt mir noch, daß in unser Manuscript zwei Blätter (Blatt 60, 61) eingeheftet sind, die nicht dazu gehören. Sie enthalten den Text eines Theils der Genealogie (Christoph - Adolph Friedrich I.), sind gleichfalls von Chemnitzens Hand geschrieben und vielfach von ihm durchcorrigirt. Vergleicht man ihren Text mit dem entsprechenden unseres Concepts, so findet man, daß die Verbesserungen jenes schon in der ersten Redaction des uns vorliegenden Conceptes mit in den laufenden Text übernommen sind; wir haben es also hier höchst wahrscheinlich mit dem Bruchstücke einer Redaction zu thun, die noch älter ist, als das Concept, das wir besitzen. Im Folgenden ziehe ich diese Bearbeitung nicht mehr in Rücksicht; unter

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erster, zweiter, dritter und vierter Redaction will ich weiterhin immer nur die Redactionen unseres Conceptes verstanden wissen. -

Ich gehe nunmehr einen Schritt weiter und komme speciell zu der Frage: Welchen Wortlaut hat in unserm Concepte die Darstellung des Lebens und der Thaten des Herzogs Balthasar, und wie stellt sich dieser Wortlaut zu der Wiedergabe, die uns Westphalen auf der einen, Schröder auf der andern Seite überliefert haben. Da ergiebt sich denn ein überraschendes Resultat. Chemnitz hat auch hier die erste Fassung nicht unverändert gelassen; er hat auch hier später gestrichen, Ergänzungen angebracht und gebessert. Aber was für uns vornehmlich von Bedeutung ist, gerade diejenige Partie, in der, wie wir oben gesehen haben, Schröder und Westphalen so wesentlich von einander differiren, hat von der ersten zur späteren Redaction die radikalste Umwandlung erfahren. Wahrscheinlich, wie ich weiter unten nachweisen werde, fand diese Aenderung schon in der ersten Revision statt, die Chemnitz um 1654 vornahm. Zur klareren Uebersicht lasse ich beide Fassungen neben einander hier folgen:

I. II.
   Balthasar 2. Henrici 10.Sohn, Hertzog zu Meckelnburg . . . . .Er wird A. C. 1442 gebohren, ziehet A. C. 1470 nach dem gelobten Lande, wird A. C. 1471, als er wieder zu Hauß gekommen, von dem Thumprobst zu Hildesheim zum Bischoffthumb vociret, weil aber theils Capitulares Henningen vom Hause gegen ihn zum Bischoff erwehlen, entstehet Krieg daraus, welcher ins 3.Jahr gewehret. Aber A. C. 1474 stehet Hertzog Balthasar von dem Stifft Hildesheim ab, ziehet in Meckelnburg, und nimpt an den Stifft Schwerin, so ihm angetragen worden.    Balthasar 2. Henrici 10. fünfter Sohn, Hertzog zu Meckelnburg . . . . .Er wird A. C. 1442 gebohren, A. C. 1469 zu Rostock, worselbst hin er vom Herrn Vater, umb seine studia vortzusetzen gesand wahr, in Rectorem Academie, A. C. 1470 zum Coadjutorem des Stiffts Schwerin und A. C. 1471 zum Bischoff zu Hildesheim eligirt, weil aber theils Capitulares Henningen vom Hause gegen ihn zum Bischoff erwehlen, entstehet Krieg daraus, welcher ins 3.Jahr gewehret. Aber A. C. 1474 stehet Hertzog Balthasar von dem Stifft Hildesheim ab, und ziehet wieder in Meckelnburg.

Man sieht, daß Westphalen bis auf den Druckfehler 1464 statt 1469 und die Auslassung von "worselbsthin - wahr" den Text von II. nahezu wörtlich genau wiedergiebt. Schröder dagegen hat einen Text, der aus Stücken von I. und II. combinirt ist. Ich will hier noch unentschieden lassen, ob Schröder schon unsere Hand=

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schrift gesehen und daraus sich seinen Text selber zusammen gebaut habe; erst eine genauere Betrachtung der Copien der Chemnitz'schen Genealogie wird uns der Lösung dieser Frage näher bringen. Soviel aber kann man wohl jetzt bereits sagen, daß der von Chemnitz schließlich gebilligte und endgültig festgestellte Wortlaut eine Pilgerfahrt Balthasar's für das Jahr 1470 verwirft, und daß man sich mit Schröder nicht auf ihn berufen darf, um eine solche zu beweisen.

II. Die 11 Copien unserer Genealogie glaubte ich der bessern Uebersicht halber nach der größern oder geringem Uebereinstimmung, die sie unter einander haben, in 6 Gruppen theilen zu können.

1. Gruppe: 4 Codices (a., b., c. und d.); davon befinden sich a. und b., in 2º ungebunden, im Großherzoglichen Archive, c., in 2º gebunden, in der Regierungsbibliothek, d., in 2º mit einer Abschrift von Klein's Fortsetzung der Chemnitz'schen Genealogie zusammengebunden, in einem Bande des Archivs. b. stammt aus dem Nachlaß des Dr. Segnitz und wurde 1789 dem Archive überwiesen; c. ist eine Copie, die der Assessor Dr. juris Hermann Albrecht Schuckmann, 1 ) ein Sohn des Vice=Kanzleidirectors Heinrich Schuckmann, 1722 im Auftrage des Herzogs Christian Ludwigs II. und für diesen hatte anfertigen lassen. Textlich sieht a. wieder näher zu b., c. näher zu d. Der Titel bei a. sieht am Kopfe des 1. Textblattes und lautet: Genealogia ║ Ducum Megapolensium ejusq. brevis ║ Explicatio dass ist ║ Fürstlicher Mecklenburgischer Stambaum ║ undt dessen kurtze erklerung. b. theilt den Titel und bringt auf einem Vorblatte: Genealogia Meclenbur ║ gica, und auf dem ersten Textblatte oberhalb des Textes: Fürstlicher Mecklenburgischer Stam ║ baum und dessen Kurtze Erklärung. Beide schließen sich also in ihrem Wortlaute mehr oder weniger an den Nebentitel unseres Originals an. c. und d. haben Doppeltitel, einen Haupt= und einen Nebentitel. Der Haupttitel sieht bei beiden auf einem Vorblatte und lautet bei d. wörtlich genau so wie bei c.; nur die Schreibung und die Eintheilung ist eine abweichende. Ich gebe ihn im Folgenden wieder, wie ich ihn bei c. finde: Genealogia ║ Seren. Ducum Mecklenburgensium ║ Cum Compendiosa Explicatione Historica ║ Stambaum und historische Beschreibung Von Uhrsprung und Ankunft ║ Der ║ Durchlauchtigsten Hertzoge zu Mecklenburg ║ Vom Könige Anthyrio biß auff den Weyl. ║ Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Hertzog ║ Adolphum Fridericum I. zu Mecklenb. ║ Verfertiget von ║ Johann Friederich Chemnitz ║ Vormahligen Fürst. Mecklenb.


1) Man vergleiche über ihn I. v. Schuckmann, Nachrichten über die Familie von Schuckmann (Berlin 1888), S. 16.
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Archivario ║ und nachmahligen Protonotario bey dem Fürst. ║ Mecklenb. Land= und Hoffgerichte. Er ist also wesentlich verschieden von dem Haupttitel unseres Originals, den ich oben nach der uns erhaltenen Copie wiedergeben konnte, und ich habe den Verdacht, daß er gar nicht von Chemnitz selber herstammt, sondern von einem späteren Bearbeiter (Schuckmann?) redigirt ist. Der Nebentitel lautet bei c. und d. wie der von a. und steht bei beiden am Kopfe des ersten Textblattes. Die Vorrede des Originals, die wir in ihrer vollständigen Gestalt ja auch nur aus einer Copie kennen, fehlt bei allen 4 Handschriften; anstatt dessen bringt c. eine Widmung an den Herzog Christian Ludwig II. und eine umfangreiche Einleitung, die den Werth des Chemnitz'schen Werkes kritisch zu würdigen sucht, unterzeichnet "II. A. Schuckmann" und datirt "Bützau d. 24. April 1722" . Diese Unterschrift nebst dem Haupttitel und der Widmung scheinen übrigens von Schuckmann eigenhändig geschrieben zu sein, während sich in der Schrift des übrigen Theils offenkundig die Hand eines Kanzleibeamten verräth. Die drei andern Codices a., b., d. beginnen nach dem Titel sogleich mit dem eigentlichen Texte: "Anthyrius etc." Was nun den Text selber betrifft, so gehen alle vier Copien a. - d. auf die Redaction von 1654 zurück; sie reproduciren Chemnitzens Genealogie in dem Umfange und der Gestalt, die Sie um jene Zeit gewonnen hatte. Ganz genau allerdings ist die Wiedergabe nicht; Flüchtigkeiten, Auslassungen und Versehen anderer Art kommen vielfach vor; bald folgen a. und b., bald c. und d. treuer dem Originale. Die zahlreichen Veränderungen und Ergänzungen sind fast durchweg aus dem Concepte mit übernommen; nur für die Geschichte Rurichs und seiner Nachkommen ist an der älteren, ausführlichen Redaction gegenüber der Verkürzung festgehalten worden. Einige der Umstellungen in der Folge der fürstlichen Personen, die Chemnitz bei der Neuredaction seines Werkes durch an den Rand geschriebene Ziffern markirte, sind in unseren Copien thatsächlich ausgeführt; andere dagegen, wie auf Blatt 25 a, 28 b ff., 49 b ff., sind von unseren Handschriften gleichmäßig nicht berücksichtigt. Eine auf Blatt 12 b - 13 a annotirte Umstellung ist bei c. und d. ausgeführt, bei a. und b. nicht. Beachtenswerth ist andererseits, daß unsere Copien eine Reihe gemeinsamer Eigenthümlichkeiten haben, die sie doch auch wieder in einen gewissen Gegensatz zu dein Originale stellen. So fehlen bei ihnen durchweg die wunderlichen Verdeutschungen lateinischer Namensformen, als da sind: Trotzmund zu Trasimundus, Weißmeyer zu Wißmarus u. a., wie Chemnitz sie hat, und auch die bei Chemnitz immer wiederkehrende Bezeichnung "Fräulein" vor den Namen der meklenburgischen Herzoginnen ist gleichmäßig ausgelassen. Hier und

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da hat ferner der Text unserer vier Handschriften einen Wortlaut, der ihnen allen gemeinsam ist und von dem des Originalconceptes, wenn auch unwesentlich, differirt; dies ist namentich der Fall in den späteren Partieen. Endlich sind bei allen 4 Codices dem überlieferten Texte Ergänzungen eingefügt, und diese Ergänzungen, an Zahl beschränkt, stimmen bei allen überein, weichen aber in ihrer Fassung ganz wesentlich ab von ähnlichen, die Chemnitz dann selber später in seinem Concepte eintrug. Es sind das durchweg Notizen, die die Geschichte des fürstlichen Hauses über die Grenze des Jahres 1654 hinausführen. Zunächst ist der Tod Adolph Friedrichs I., 27. Februar 1658, mitgetheilt, und hier ergiebt sich zugleich eine günstige Gelegenheit, die es uns erlaubt, unsern Copisten ein wenig in die Arbeit zu sehen. Chemnitz bot ihnen, wie wir sahen, dieser Stelle die Lesart der zweiten Redaction "leben I. F. G. annoch durch Gottes Gnade." Den Schreibern von a. und b. passirt nun das Malheur, daß sie den Tod des Herzogs melden, zur selben Zeit aber jene Notiz dem Chemnitz entnehmen und sie unmittelbar der Todesnachricht anschließen; c. und d. haben diesen Fehler wieder corrigirt. Sodann ist in allen nachgetragen der Tod der Eleonore Marie, dritten Gemahlin Johann Albrechts II. (15. September 1657), der Tod Philipp Ludwigs (1655), die Vermählung Gustav Adolphs mit Magdalene Sybille (December 1654), und die Geburt seiner zwei ersten Kinder, Johanns (1655) und Eleonorens (1657). Ganz am Ende, hinter dem Schlußworte, bringen a. und b. dann noch ein "N. B. Vorgesetzter Printz Johannes ist gestorben 1 ) A. C. 1659. Maria gebohren A. C. 1659 d. 19. July. Magdalena gebohren A. C. 1660 d. 25. July, Sophia gebohren A. C. 1662 d. 21. Juny." Auch c. und d. haben dieses N. B.; es ist aber bei ihnen schon an der Stelle des Textes, zu der es seinem Inhalte nach gehört, also am Schlusse des Lebens Gustav Adolphs, eingeschoben. Damit schließe ich diese vergleichende Uebersicht. Das daraus gewonnene Gesammtresultat stellt sich, wie folgt, dar: auf der einen Seite genügende Uebereinstimmung unserer Codices mit dem Originaltexte, soweit er nach der Revision von 1654 feststand; auf der andern Seite ihnen allen gemeinsame Abweichungen von diesem Originaltexte. Der Text von a. und b. ist unzweifelhaft älter als der von c. und d. In ihm schon ist das Original freier verarbeitet, und c. und d. haben diesen überarbeiteten Text im Ganzen und Großen übernommen, nur hier und da ihn verbessert. b. ist wenig mehr als ein Abklatsch von a., und d. ist im engsten Anschluß an c. entstanden. Damit


1) Codex a. hat " gebohren" .
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steht im Einklange, daß d. nachweisbar auch zeitlich c. sehr nahe zu setzen ist. Die Klein'sche Fortsetzung, die sich mit d. in demselben Bande befindet und von derselben Hand geschrieben ist, schließt nämlich mit dem Jahre 1721; das Schlußwort des Verfassers trägt das Datum "Gremlien d. 29. August 1721." Zwei Zusätze führen bis Juli 1723, und um diese Zeit mag denn auch wohl der ganze Band geschrieben sein. Die Hand, von der d. geschrieben ist, zeigt überdem eine auffallende Aehnlichkeit mit derjenigen, die c. schrieb. Die uns interessirende Partie aus Balthasars Leben lautet in allen vier Codices gleich; sie stimmt genau überein mit dem Wortlaute bei Westphalen, bringt nur statt der falschen Jahreszahl 1464 die richtige 1469.

2. Gruppe: 1 Codex (e.) in 2 º mit dem Originalconcepte der Genealogie zusammengebunden in einem Bande des Großherzoglichen Archives. Der Haupttitel fehlt. Ein vorgebundenes Blatt trägt von des Archivar I. Schultz Hand die Aufschrift: Succincta ║ historia genealogica ║ Domus Meclenburgicae ║ Joh. Fried. Chemnitii; aber sie kommt für die Textkritik nicht in Betracht, da sie offenbar nur den fehlenden Titel vertreten will. Die Vorrede ist vollständig wiedergegeben. Im Uebrigen ist der Text eine recht genaue Wiedergabe der letzten Redaction des Chemnitz'schen Textes. Kleinere Versehen kommen allerdings vor (z. B. bei Johann XI.); eine auf Blatt 50 b. des Conceptes markirte Umstellung ist nicht ausgeführt worden. Die betreffende Stelle zu Herzog Balthasar. lautet hier, wie ich sie oben nach dem Originale (II.) wiedergegeben habe.

3. Gruppe: 1 Codex (f) in 4 º gebunden, stammt aus dem Rudloff'schen Nachlasse und befindet sich zur Zeit im Großherzoglichen Archive. Der Titel, auf besonderem Vorblatte, lautet: Genealogia ║ Ducum Megapolensium ejusque ║ brevis explicatio ║ das ist ║ fürstlicher Mecklenburgischer ║ Stambaum und dessen kurtze ║ Erklärung, also wie der Nebentitel unseres Conceptes und wie bei a. Die Vorrede fehlt wie bei a. - d.; weggefallen aber ist hier auch noch das Schlußwort. Der Text selbst scheidet sich redactionell in zwei ungleiche Hälften. Die erste größere, bis Adolph Friedrich I., folgt im Wesentlichen dem Wortlaute, wie ihn die Handschriften a. und b. haben; doch finden sich mancherlei kleine Abweichungen, und Flüchtigkeiten und den Sinn störende Auslassungen sind nicht gerade, selten. An zwei Stellen zeigen sich größere Lücken (= Westphalen II. 1686, Zeile 28 - 1688, Zeile 2 und 1711, Zeile 25 - 1712, Zeile 48). Die zweite Hälfte, von Adolph Friedrich I. an, giebt einen mehrfach erweiterten Text. Zu Grunde liegt auch hier der Text von a. und b.; aber an einigen Stellen hat der Abschreiber selbstständig ergänzt und die Erzählung

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fortgesetzt. Solcher Zusätze zähle ich vier: 1. Zu Adolph Friedrich I. ist noch die Geburt seines nachgeborenen Sohnes Adolph Friedr. II. (19. Aug. 1658) und der Tod seiner zweiten Gemahlin Maria Katharina (1665) erwähnt. 2. Die biographischen Notizen über Christian Ludwig I. sind über das Jahr 1658 hinaus weiter geführt bis zum Jahre 1689. Der Bearbeiter schließt mit der Bemerkung, daß I. F. G. nach Holland gereist, "woselbst dieselbe sich noch itzo im Haag aufhalten". 3. Der Tod Herzog Friedrichs 1688 wird angemeldet. 4. Zu Gustav Adolph finden wir zwei Ergänzungen. Es wird der Tod seines Sohnes Johann mit den Worten erwähnt: "stirbt Anno 1659, wird zu Güstrau begraben", und desgleichen der Tod seiner Tochter Eleonore: "stirbt den 24. Februar, An. 1672, Mittags umb 11 Uhr, wird begraben in der Thumb=Kirche zu Güstrau". Ueberall sonst geht Codex f. nicht weiter als a. und b. und wo dort steht "lebet annoch", steht es auch hier. Unser Bearbeiter ist also wenig systematisch zu Werke gegangen; er hat nicht durchweg gleichmäßig ergänzt. Auf das Original scheint er überhaupt nicht zurückgegangen zu sein.

4. Gruppe: 2 Codices, der eine (g.) in 4º gebunden, der andere (h.) in 2º ungebunden, beide im Großherzoglichen Archive. h. ist nicht gleichmäßig von derselben Hand geschrieben. Die erste Hand wird im letzten Drittel des Textes von einer zweiten abgelöst und kurz vor dem Schlusse setzt gar noch eine dritte ein. Beide Codices stimmen im Wortlaute nahezu überein; der ältere von ihnen scheint mir aber h. zu sein. Der Titel steht bei g. auf besonderem Vorblatte, bei h. am Kopfe des Textblattes oberhalb des Textes; ich gebe ihn im folgenden wieder, wie h. ihn hat: Genealogia ║ Ducum Megapolensium ║ ejusq. brevisExplicatio, aus de= ║ nen, in Mecklenburgischen Archivis be= ║ findlichen Annalibus, Verträgen, aus ║ gegebenen Privilegiis, Königl., Chur= ║ und Fürstl. Heyraths=Beredungen, Lehn= ║ Brieffen, Donationibus und andern ║ glaubwürdigen Nachrichtungen, Schrifft= ║ lich zusammen getragen, auff gnädig ║ sten Befehl der Herren Hertzogen 1 ) ║ von Mecklenburg ║ Durch Johann Friedrich von Chemnitz ║ I. I. Durchl. Durchl. Protonotarium. Also wiederum ein Titel, der, bis auf den Anfang, von den bekannten, uns an anderer Stelle überlieferten gänzlich abweicht; eine sichere Erklärung für diese Differenz bin ich leider auch hier nicht im Stande zu geben. Verhält es sich mit ihm, wie mit dem Titel von c. (d.)? Vorrede und Schlußwort fehlen bei g. wie bei h. Beide beginnen, wie die übrigen, mit Anthyrius, Schließen aber mit Gustav Adolph,


1) Codex g. "Hertzogin."
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der hier mit Louisa den Platz gewechselt hat. Bis Adolph Friedrich I. ist der Text wesentlich übereinstimmend mit dem von a. und b; doch zeigt er schon hier eine Reihe kleiner Abweichungen, die ihm ganz allein eigenthümlich sind und ihn von den bisher besprochenen Copien und dem Originalconcepte in gleicher Weise scheiden. 1 ) Zu Adolph Friedrich bringt er dann mehrere selbstständige Erweiterungen: die Geburt Adolph Friedrichs II. posthumi und die Ueberführung der Leiche Adolph Friedrichs I. nach Doberan 1692. Von Christian Ludwig I. an haben wir gar eine ganz neue Fassung, die mit den uns bis jetzt bekannten Texten nahezu nichts mehr gemein hat. Nur die Folge der fürstlichen Personen ist im wesentlichen die alte geblieben: die Textredaction steht vollkommen selbstständig da neben den vier Redactionen unseres Conceptes und den Texten der bisher besprochenen Bearbeitungen. Die biographischen Notizen sind zum Theil reicher, zum Theil wieder kürzer, ja beschränken sich mehrfach nur auf die Angabe von Geburt und Tod. Ganz besonders charakteristisch sind eine Anzahl von Versehen und Irrthümern, die dem Bearbeiter mit untergelaufen sind: so soll Herzogin Juliane Sybille, Tochter Adolph Friedrichs I., Aebtissin von Gandersheim gewesen sein, ihre Schwester Christine sich einem Herzoge von Würtemberg vermählt haben, und von der dritten Schwester, Anna Sophie, heißt es: "hält sich annitzo auff im Kloster Rühn". Thatsache ist aber, daß für Christine gilt, was von Juliana Sybille gesagt ist, für Anna Sophie, was von Christine, und für Juliana Sybille, was von Anna Sophie gesagt ist. 2 ) Beachtenswerth ist, daß wir in diesem Theile des Textes einer ähnlichen Erscheinung begegnen, wie wir sie beider 4. Redaction des Originalconceptes besprochen haben; wir finden eine Anzahl von Lücken, die der Bearbeiter, wie es scheint, frei ließ, weil ihm im Augenblicke des Niederschreibens der einzutragende Name nicht gegenwärtig war. Die Lücken hier decken sich aber nur vereinzelt mit jenen unseres Originals; sie sind später auch nicht ausgefüllt worden. Das späteste Datum, das dieser Text bringt, ist der 18. März 1696 (Begräbniß Gustav Adolphs). Ueber Balthasar erfahren wir aus g. und h. nur was wir aus a. und b. schon wissen.

5. Gruppe: 1 Codex (i.) in 4º gebunden, in der Großherzoglichen Regierungsbibliothek. Der Titel lautet wie der des Codex f., also auch wie der Nebentitel unseres Conceptes; er steht am Kopfe des 1. Textblattes. Die Vorrede fehlt; dagegen ist das Schlußwort mit aufgenommen. Dem Texte zu Grunde liegt die Version von


1) Näheres siehe unter Gruppe 6.
2) Jahrbuch für meklenburgische Geschichte L (1885), S. 299.
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a. und b. Aber er folgt ihr getreu nur im Anfange; später zeigt er eine Reihe selbstständiger Zusätze und Erweiterungen, und diese nehmen zu, je mehr sich der Text dem Ende nähert. Zuerst machen sich die Einschiebungen bemerkbar bei Pribislav und Heinrich Burwin III.; sie häufen sich bei Heinrich dem Pilger und Heinrich dem Löwen, und von Christoph, dem Bruder Johann Albrechts I., an verschwindet der ursprüngliche Text oft geradezu unter der Fülle hinzukommenden neuen Materials. Die Quellen, aus denen diese Zusätze entnommen sind, werden in der Regel genannt; es sind das Krantz Vandalia, Kantzow Chronik von Pommern, Reimar Kock Lübische Chronik, Andreas Angelus, Zeiler, Chytraeus u. A. Von Christian Ludwig I. an fließen die Zusätze zum Theil aus der eigenen Beobachtung und der eigenen Kenntniß des Bearbeiters. Interessant ist in dieser Hinsicht eine Stelle, die ich hier einschalte: "A. C. 1680 d. 21. Febr. sind Sie (Christian Ludwig) von Hamburg nach Paris auffgebrochen, A. C. 1688 d. 22. Juny schrieb mein Bruder Bernhard Moritz aus Hamburg, daß Schiffer Roelff Claßen die Bagage zu Roan eingenommen und solte an Fracht haben 650 Rthlr." Zu bemerken ist übrigens, daß die Bearbeitung nicht überall gleichmäßig ergänzt. Vernachlässigt sind namentlich die Fürstlichen Damen: von Juliane Sybille, Marie Elisabeth, Anna Sophie, Töchtern Abolph Friedrichs I., von Sophie Elisabeth, Tochter Johann Albrechts II., erfahren wir hier nicht mehr, als wir aus a. und b. schon wissen. Von Christian Ludwig I. an sind vielfach Lücken, zuweilen von der Länge einer ganzen Seite, für Nachtragungen frei gelassen. Adolph Friedrich II. ist schon mit aufgenommen; Louise, Tochter Johann Albrechts II., geht auch hier, wie bei g. und h., Gustav Adolph vorauf. Der Text endigt mit Friedrich Wilhelm, und zwar mit dem 19. März 1697, dem Wiederabzuge des Herzogs aus Güstrow. Ueber Balthasar bringt i. nichts Neues; es hat genau den Wortlaut wie a. und b.

6. Gruppe: 2 Codices, beide im Großherzoglichen Archive, der eine (k.) in 2º, ungebunden, aus des Candidaten I. C. H. Höfer Msc. Num. 5, der andere (1.), gleichfalls 2º und ungebunden, ex Burmeisterianis secundum Catalogum, N. 64. Der Titel ist bei beiden gleichlautend und steht bei k. wie bei l. auf besonderem Vorblatte; ich gebe ihn hier wieder nach der Fassung bei k.: Genealogia Ducum ║ Megapolensium ejusque brevis Expli ║ catio, ut et Affinitates et Cognati ║ ones eorundem ║ Das ist: ║ Stammbaum der Hertzogen, und al ║ ler Fürstlichen Persohnen des uhralten Fürst ║ lichen Hauses zu Mecklenburg, neben ║ deßen Kurtzen Erklährung und An ║ zeichnung, was sie verrichtet, oder ║ sich bey ihren Zeiten zugetragen ║ habe. Wie auch Kur ║ tze Nachrichtung, an ║ was

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für Kayserl. ║ Königliche, Fürst ║ liche und Gräf ║ liche Perso ║ nen un ║ter ║ schiedliche der Fürstl. ║ Mecklenburgischen ║ Fräulein ausgesteuret, und was ║ vor Herren von Ihnen entsproßen ║ auch wie sie sich hinwiederum miteinander ║befreundet und befreyet ║haben ║ verfertiget ║ durch ║ D. Johann Friedrich Chemnitz. Also endlich ein Titel, der, bis auf unwesentliche Abweichungen, genau dem Haupttitel des Originals entspricht. Codex k. ist durchpaginirt S. 1-125. Auf S. 1 steht der Titel; der Text beginnt mit S 3 und schließt auf S. 123. Durch Versehen ist 112 übersprungen; die Paginirung geht von S 111 gleich auf 113. Auf S. 3 ff. ist der Raum, der den Text aufgenommen hat, durch einfache Linien nach den beiden Seiten und nach unten, durch eine Doppellinie nach oben abgegrenzt (ausgenommen Blatt 15/16, das lose eingelegt ist); nach außen ist der Rand ein breiterer. Zwischen den beiden Linien am Kopfe steht auf S. 3: "α/ω", auf S. 4 ff.: der Haupttitel abgekürzt (Chemnitii Genealog. Duc. Megap.) auf der geraden und die Kapitelüberschrift auf der ungeraden Seite. Der ganze Text bei k. ist eingetheilt in Kapitel mit Ueberschriften. Der Text selber zeigt eine Anzahl von Korrecturen; ich lasse diese aber zunächst außer Acht und betrachte ihn nach seiner ursprünglichen Fassung. Er zerfällt in zwei ungleiche Hälften. In der ersten größeren, bis Adolph Friedrich I., steht er der zweiten Redaction unseres Concepts sehr nahe, näher als, abgesehen von Codex e., irgend eine der bisher von uns besprochenen Copien: er hat die Bezeichnung "Fräulein" vor dem Namen der Herzoginnen;. er bringt alle Umstellungen, die das Original markirt, ohne Ausnahme, also auch die auf Blatt 12b ff., 25a, 28b ff. und 49bff., und Rurichs und seiner Brüder Geschichte ist in der abgekürzten Fassung übernommen. Andererseits aber hat er auch Abweichungen und Eigenthümlichkeiten, und merkwürdiger Weise stimmen diese Abweichungen oft wieder mit ähnlichen oder gar gleichen bei a., b. und den ihnen verwandten Codices überein: er kennt wie jene nicht die albernen Verdeutschungen lateinischer Namensformen, die das Original hat; er folgt wiederholt dem Wortlaute von a. und b., wo dieser von dem der Originalvorlage differirt. Von Adolph Friedrich I. an ist im Wesentlichen die Version der Codices g. und h. zu Grunde gelegt. Die Lücken aber sind alle ausgefüllt, und der Text selber ist erweitert, die Darstellung bis ins 18. Jahrhundert (Marie Elisabeth, gest. 27. April 1713) fortgeführt worden. Hier und da scheinen Bruchstücke aus anderen Handschriften, die wieder einen dem Texte unseres Originals ähnlichen Text hatten, mit hineingearbeitet zu sein, z. B. S. 117 (Hedwig), 117/18 (Gustav Rudolph), 119 (Augusta), 120 (Carl Heinrich); auch schließt hier wieder Louise, Tochter Johann

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Albrechts II., und nicht, wie bei g. und h., Gustav Adolph die Folge der Biographien. An einigen Stellen ist größerer Raum gelassen für Nachtragungen. Wir sehen aus dieser ganzen Darlegung, daß der Text von k. schon in seiner ersten Gestalt weniger noch als irgend einer der vorerwähnten Codices reine Abschrift ist. Der. Bearbeiter begnügte sich nicht mit der Wiedergabe einer Vorlage; er hatte deren eine ganze Zahl, mindestens drei, vor sich und sammelte daraus sich seinen Text zusammen. Interessanter noch wird diese Arbeit durch die Unzahl von Korrecturen und Ergänzungen, die sie fast Seite für Seite begleiten; unser Autor, scheint es, mochte sich nicht damit zufrieden geben, mit dem einmal fertig gestellten Texte seine Redactionsthätigkeit abzuschließen; er verglich weiter, trug Lesarten nach, verbesserte und ergänzte. Zum Theil sind diese Ergänzungen in den Text selbst hineingeschrieben, zum Theil an den Rand gesetzt. Schwierig ist es, ihm hier seine Quellen nachzuweisen. Einzelnes entstammt ohne Zweifel unserm Originale, von dem er nachträglich doch noch Manches aufzunehmen für gut erachtete; so namentlich die bekannten Verdeutschungen der lateinischen Namen im Anfange der Genealogie, und auch dieser und jener textliche Zusatz kann nur diesen Ursprung haben. Die kürzere Fassung der Geschichte Rurichs ist wieder gestrichen und dafür die längere, auf lose eingelegtem Blatte (S. 15/16) geschrieben, eingefügt worden. Eine weitere Reihe von Ergänzungen ist auf den Umstand zurückzuführen, daß der Bearbeiter auch für den ersten Theil seiner Arbeit g. oder doch einen diesem verwandten Text collationirte und hier und da die abweichenden Lesarten seinem Texte einfügte, z. B. S. 5 am Rande "Bulga" zu "Belga," S. 7 "Valentiam" übergeschrieben über "Palentiam," "Narbonische" über "Narbasische," S. 18 "Dennemarck" über "Finnmarck," und ebenda am Rande "Schottland" zu "Gothland." Zuweilen giebt er eine Quelle an; so bezieht er sich z. B. S. 79 auf "H. v. Beers Exemplar". 1 ) und S. 118 auf Herrn "Hübner", den bekannten Genealogen. Die Erwähnung Hübners zeigt schon, daß unser Autor für diese seine Ergänzungen nicht nur verschiedene Codices der Genealogie zu Rathe zog, sondern auch aus anderen Werken schöpfte, die Notizen zur Geschichte des Hauses Meklenburg liefern konnten. Auf diesen Wegen ihm nachzugehen, dürfte aber nicht ganz leicht sein.


1) Es mag das das Exemplar der Chemnitzschen Genealogie sein, das sich gegenwärtig in der Landesbibliothek in Rostock befindet. Interessant ist, daß die Notiz, für die k. sich auf Beer beruft, thatsächlich in der ersten Redaction der Genealogie steht.
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Der Text von 1. ist nichts als eine Abschrift von k. mit Aufnahme der größeren Zahl der Verbesserungen. Der Abschreiber hat versucht, seiner Vorlage sich bis auf die kleinsten Nebensachen getreu anzuschließen. Er imitirte wenigstens auf der ersten Seite genau die Abgrenzung des Textes durch Linien; er übernahm die Kapiteleintheilung und copirte die Schnörkel am Ende der Kapitel. Die Ergänzungen, die k. hat, sind, soweit sie in den Text hineingeschrieben waren, bei l. mit in den laufenden Text gefügt worden; die Randnoten sind auch hier an den Rand gesetzt. Dabei herrscht das ängstliche Bestreben, der Vorlage möglichst Seite für Seite zu folgen, jede Seite mit demselben Worte wie k. zu beginnen, mit demselben sie zu schließen. Der Text erscheint darum oft, namentlich am Ende der Seiten, stark zusammengedrängt. Die drei Seiten 14 - 16 des Codex k. bringt 1. auf zwei, und in Folge dessen entsprechen von S. 17 an den ungeraden Seiten bei k. gerade bei l. Die Seiten 25 und 26 (bei k.) sind bei l. versehentlich ausgelassen worden; S. 56 und 57 sind dann bei l. wieder in drei Seiten auseinandergezogen, und von Seite 58 an entsprechen die geraden Seiten des einen Codex wieder den geraden des andern, die ungeraden den ungeraden. Auch sonst ist es dem Schreiber von 1. nicht immer geglückt, seine Seite genau mit dem Inhalte der betreffenden Seite von k. zu füllen; kleinere Abweichungen kommen mehrfach vor.

Die Biographie Herzog Balthasars ist bei k. (resp. 1.) so wenig unverändert geblieben, wie irgend ein anderer Theil des Textes, und speciell die uns interessirende Partie hat durch starke Interpolationen eine wesentlich neue Gestalt gewonnen. Ich gebe im Folgenden den Wortlaut dieser Stelle wieder, indem ich in Klammer schließe, was als Ergänzung dem ursprünglichen Texte eingefügt wurde: "Er wird A. C. 1442 gebohren, A. C. 1469 in Rostock, woselbst er studiret, in Rectorem Academiae (erwählet, ziehet) A. C. 1470 (nach dem gelobten Lande, wird) zum Coadjutoren des Stiffts Schwerin (erkohren) und (als er) A. C. 1471 (wieder zu Hause kommen, wird er vom Thum - Probst) zum Bischoff zu Hildesheim erwählet, weil aber theils Capitularen Henning vom Hause gegen ihn zum Bischoff eligiren, entstehet Krieg daraus, welcher ins dritte Jahr währet. Aber A. C. (1474) läßt Hertzog Balthasar vom Stifft Hildesheim ab, ziehet wieder in Mecklenburg (und nimmt an das Stifft Schwerin, deßen Coadjutor er, wie oben gedacht, geworden, so ihm angetragen worden.)." Die erste Fassung dieser Stelle entspricht, abgesehen von dem Zusatze "woselbst er studiret," genau dem Wortlaute, den sie in der größeren Zahl unserer Copien hat; unser Original allein hat in seiner zweiten Redaction einen ähnlichen Zusatz, der

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inhaltlich gleich, der Form nach aber doch stark abweichend ist. Die erweiterte Fassung verdankt ihre neuen Bestandtheile der ersten Redaction Chemnitzens. Der Bearbeiter ist aber bei deren Aufnahme in seinen Text nicht ganz geschickt zu Werke gegangen; er hat die neuen Thatsachen den alten eingefügt, ohne auf eine passende und den inneren Zusammenhang wahrende Gruppirung zu sehen. Hier und da beliebt er auch zu ändern und eigene Einschiebungen zu machen.

Vergleichen wir diesen interpolirten Text der Codices k. und l. mit dem Texte Schröders, so müssen wir die Aehnlichkeit auffallend finden. Es wäre ja nicht unmöglich, daß Schröder das Original zur Hand gehabt und aus dessen verschiedenen Bestandtheilen sich selber seinen Text zusammengestellt hätte; aber wahrscheinlich ist das nicht. Das Wahrscheinliche ist, daß er k. oder einen k. verwandten Text vor sich gehabt habe. Der ähnliche Charakter der Compilation, manche kleine Uebereinstimmungen, wie die Uebernahme der Worte: "woselbst er studiret", lassen uns das nahezu als gewiß annehmen. Es ist wahr, Differenzen sind auch vorhanden; aber diese Differenzen sind nach meiner Meinung allein einer ungenauen Wiedergabe durch Schröder, seiner willkürlichen Redaction zuzuschreiben. Er bezweifelte die Richtigkeit der Jahreszahl 1469, weil er hier ein früheres Rectorat Balthasars vom Jahre 1467 meinte annehmen zu müssen, und setzte darum in Klammern dahinter (1467); er verstellte zwei Sätze, um in die Erzählung besseren Zusammenhang zu bringen, und erlaubte sich auch sonst kleinere redactionelle Abweichungen. Darum dürfen wir seine Abhängigkeit von dieser Vorlage doch nicht abweisen. Eine gleiche Abhängigkeit auf der einen und ungenaue Wiedergabe auf der andern Seite zeigt er auch in seinem weitern Abdruck des Lebens Balthasars; er bringt die Ergänzungen, die k. hat, und erlaubt sich doch wieder mancherlei Freiheiten und Abänderungen in deren Reproduction.

Ich ziehe zur Beweisführung noch eine Reihe anderer Stellen heran, wo Schröder Auszüge aus Chemnitz geben will: 1. ein Citat auf S. 163 Anm. a. Der Text folgt unverkennbar dem Wortlaute von k., der hier keine besonderen Erweiterungen zeigt, der aber ein wenig doch von dem Texte des Originals und der andern Codices, den auch Westphalen hat, abweicht. Versehentlich ist bei Schröder ein Passus ausgelassen und dadurch der Sinn gestört. Daß derselbe Passus in Codex f. fehlt, ist wohl nur ein Zufall, da sonst ja, wie gesagt, der Text von f. nicht mit dem von Schröder zusammenstimmt; auch hat f. gerade an dieser Stelle eine weitere Auslassung, die ihm ganz allein eigenthümlich ist.

2. Citat auf Seite 127 Anmerk. 1. Die Fassung bei Schröder ist abweichend von derjenigen, die alle mir bekannten Codices haben.

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Der Inhalt ist derselbe, aber er wird hier in etwas freierer Behandlung wiedergegeben. Die Codices k. und l. haben an dieser Stelle keine Zusätze und stimmen im Wortlaut vollkommen mit den anderen überein. Wir finden diesen Wortlaut gedruckt bei Westphalen.

3. Citat auf Seite 71 Anmerk. b. Das Original und die Mehrzahl der Codices hat hier statt "wüste Oerter" die Version "ihre Städte und Lande". Nur k. hatte ursprünglich, wie Schröder, "wüste Oerter" und erst darüber verbessert "ihre Städte und Lande". In Codex l. ist dann nur diese Verbesserung übernommen worden.

Der Thatbestand scheint mir demnach folgender zu sein: Schröder hatte vor sich einen Codex der einerseits Erweiterungen und Zusätze hatte, wie k. und 1. sie haben, andererseits aber die markante Lesart "wüste Oerter" zeigte, wie k. Es läge die Versuchung nahe, zu glauben, daß k. selber der Codex gewesen sei, den er benutzte; denn man möchte meinen, daß ein so auffallendes Zusammentreffen bemerkenswerther Kennzeichen sich schwerlich ein zweites Mal fände. Leider ist es bei der spärlichen Zahl von Citaten bei Schröder nicht möglich, den Vergleich weiter zu führen.

Zum Schlusse noch eine Bemerkung; sie betrifft das Verhältniß des bei Westphalen gedruckten Textes zu demjenigen unserer Handschriften. Westphalen legte seiner Edition einen Text zu Grunde, der in seinen ersten Theilen zweifellos unserer Gruppe a. b. am nächsten steht; aber dieser ursprüngliche gute Kern ist in der Wiedergabe mit einer solchen Menge von Ergänzungen durchsetzt, daß man von Fall zu Fall gezwungen ist zu prüfen, was Chemnitz zuzuschreiben sei, was seinem Bearbeiter. Ich glaube nicht, daß der Herausgeber dieser Genealogie alle jene Zusätze schon in seiner, mir vielleicht noch unbekannten, Vorlage fand; ich neige vielmehr der Ansicht zu, daß dem Editor ein verhältnißmäßig reiner Text vorgelegen habe und daß alles, was dazu gekommen, von ihm selber hineingearbeitet sei.

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IV.

Der Nothhelfer St. Theobald (Ewald).

Von

Dr. F. Techen in Wismar.

E s ist bekannt, daß im Mittelalter von unsern Gegenden aus viel zum heiligen Ewald gepilgert worden ist. Wo dieser Heilige aber seinen Sitz hatte und wer er eigentlich war, das war hier schon zu Reimar Kocks Zeiten vergessen 1 ) und lag im Dunkeln, bis vor einigen Jahren Dr. Crull nachwies, 2 ) daß Ewald der niederdeutsche Name für den oberdeutschen Theobald ist und daß man ihn in Thann im Elsasse aufsuchte. Der Beweis ließe sich jetzt noch durch einige weitere Belege stützen, indessen kann davon als von Ueberflüssigem billig abgesehen werden. Eher lohnt es sich , auf die Frage einzugehn, weshalb jene Pilgerfahrt bei unsern Vorfahren so beliebt war. Denn haben wir auch vorzugsweise erst danach zu streben, die Thatsachen der Geschichte früherer Jahrhunderte festzustellen, so ist doch, wenn irgend möglich, danach und daneben die weitere und schönere Aufgabe zu erfüllen, einzudringen in den Gedankenkreis der Vorzeiten. Ein sehr wesentlicher Theil davon, die religiöse Seite, ist unserm Verständnisse in Folge des im 16. Jahrhundert eingetretenen Bruches der kirchlichen Entwickelung fast gänzlich entzogen, und nur mühsames Arbeiten oder glückliche Zufälle können hier einigermaßen abhelfen. Mir ist für mein Thema der Zufall günstig gewesen, indem er mir den 1875 zu Colmar erschienenen Tomus miraculorum sancti Theobaldi, herausgegeben von Georg Stoffel, in die Hände gespielt hat.

Das schön gedruckte und ausgestattete Buch giebt eine Pergamenthandschrift wieder, die der Hauptsache nach im 15. Jahrhundert


1) Die Lübeckischen Chroniken in niederdeutscher Sprache, herausgegeben von Grautoff, II, S. 683.
2) Mittheilungen des Vereins für Lübeckische Geschichte, Heft IV, S. 82 ff.
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geschrieben, ins 16. nur hineinragt und im 17. noch einen Nachtrag erhalten hat. Den Inhalt bilden die eidlichen Aussagen der Pilger über die Hülfe, die ihnen auf das Anrufen des Heiligen in ihren Nöthen geworden ist, und wofür sie durch die Pilgerfahrt ihren Dank abstatten. Viele schwören bei dieser Fahrt. In wenigen Fällen ist über die überstandene Krankheit das Zeugniß des heimischen Pfarrers beigebracht, oder es haben die Genesenen das an ihnen geschehene Wunder mit eigener Hand eingetragen. Einige Berichte sind in lateinischer Sprache, die meisten deutsch abgefaßt.

Aus einer Stelle geht hervor, daß der Heilige, durchweg Thiebolt, weiter gegen Ende öfter Diebolt, einmal Dyepolt, auf lateinisch aber Theobaldus genannt, eigentlich in Gubbio ruhte, wo er, hier Ubaldus geheißen, von 1129 bis 1160 den Bischofsstuhl eingenommen hatte, und daß man von ihm in Thann nur einen Daumen besaß. Hülfreich erwies sich seine Fürbitte vor Allem Gefangenen und Kranken (im Einzelnen werden Stein= und Bruchleiden, Krebs, Antoniusplage und Pestilenz, St. Valentinskrankheit, Würmer und Geschwüre erwähnt), Besessenen und Wahnsinnigen, Gelähmten, Verkrüppelten, Blinden, Verwundeten, Frauen besonders in Kindesnöthen. Weiter bewährte sich seine Anrufung in Feuersgefahr und Seenoth. Kinder, die schon dem Tode verfallen schienen, erwachten, nachdem man ihn angefleht hatte, zum Leben, einige Male nur, um noch die Taufe erhalten zu können. Andere Noth, in der man sich an ihn wendete, begegnet seltener, ist aber mannigfaltig genug: Ueberfall von Feinden und Räubern, falsche Verdächtigung, Verlust der Habe oder der Ehre, Absturz in einen Steinbruch, Noth auf dem Eise, Erstickungsgefahr und Anderes.

Verhältnißmäßig viele Pilger kamen aus dem nördlichen Deutschland, von der Küste, aus dem Seelande, von der Häringssee, wie es heißt, aus dem Niederlande, den Bisthümern Bremen und Lübeck, aus Dänemark, Holland, Flandern, dann besonders aus Holstein, aus Lübeck, aus Pommern, Preußen, Brandenburg. Meklenburg endlich ist durch folgende Wunder vertreten.

1) 1429, Juli 10.

Anno domini millesimo cccc° xxix° am sunnentag vor sant Margarethen tag ist komen Heinrich Barser von Wissmer vnd hat geseit bie siner truwe vnd by siner vart, das er bie zweien joren oder mee gefangen gelegen sie in Dennemargkin zu Bûkolm vnd ist do geslagen in isen, das er niendert komen möchte. Zuo lest hat er angeruft vnser liebi frouwe zu den Einsiedellen vnd den heiligen sant Thieboltin hie ze Tann,

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das sie im den almechtigen got húlffen bitten, das er vsser gefengnúsz komen möchte, dar vmb wolt er sie bede suchen. Also hab er mit einem stein das slosz vff gebrochen, das an den ringen was, dar inne er gefangen lage, vnd sie also vsser dem gefengnusz komen etc.

Seite 9, als Nr. 11. Mit Heinrich Barser kann H. Bartze gemeint sein, dessen Name mehrfach in gleichzeitigen Urkunden belegt ist. Es ist anzunehmen, daß er im Kriege (Jahrb. LV, S. 25 ff.) in Gefangenschaft gerathen, und in der Angabe über ihre Dauer, wie häufig, etwas übertrieben ist. Bukolm ist Bygholm bei Horsens. Auch Konrad Mesman aus Stettin, der im gleichen Jahre Sonntag nach Johannis (Juni 26) aus dänischer Gefangenschaft erlöst eintraf, könnte ein Kriegsgefangener sein, zumal er sein Schicksal mit andern theilte (S. 8, Nr. 10).

2) 1429.

Anno domini millesimo ccccº xxixº in dem summer. In dem lande ze Mechelburg sind edellute, die heissen die Wisenwer, die fingen einen biderman vnd furten in vff ein hohes hus, heisset Vogetzhagen vnd do leiten sie im an beden beine grosse isene ringe vnd schlugen in darzuo in einen stogk. Vnd in einer nacht wart, do rufft er an sant Thiebolt, das er ime dannen helfen solte, vnd ze stunt sprungen die ringe von dem stogke vnd kam do zu einem loche zuo dem dritten mole 1 ) vnd viel am lesten durch das loch abe vnn viel in studen vnn in húrste 2 ) mit den ringen. Vnd do half im got vnd sant Thiebolt, das er einen slússel vant in den húrsten; mit dem slússel enslosz er die ringe vff vnd kam also enweg. Der selbi biderman hette gerne die ringe har getragen, do worent sie ze swer, vnd was ouch ze krang. 3 ) Vnd das hat er behebt, 4 ) als hoch er das beheben mochte, vnd by siner bittevart, so er har geton hat.

Seite 9 f., als Nr. 12. Die Wisenwer (Wisouwer?) sind die Quitzow zu Vogtshagen.

3) 1447, Juni 25.

Anno domini mº ccccº xl[v]ij° vff den nechsten sunnendag noch sant Johannis tag des heiligen toüffers hat geseit Heinrich


1) unverständlich.
2) Stauden und Horste, Buschwerk und Strauchwerk.
3) schwach.
4) behaupten, beweisen.
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Hoffmeister von einem dorff genant Stúlow, gelegen by Dobe=ron in hertzog Heinrich lant von Mechlenburg, hat ouch behept by sinen trúwen vnd ouch by der fart, die er darumb getan hat, wie das sich gefúgt hat, das fur usz ist gangen in dem egenanten dorffe an dem nechsten mentag noch sant Jocobstag in der nacht in dem jor, als man zalt tusent vier hunder vnd fúnff vnd viertzig (1445, Juli 26), hat sich ouch gefuegt, das sibentzehen húser verbrant sint, das sin husz ist das achtzehendes gewesen. Also rueff er an got den almechtigen vnd den lieben hymelfúrsten sant Thiebolt, das er im wolt beschirmen sin hüsz, so wolt er in suochen mit sim oppffer. Zue hant do kart 1 ) sich der wint, der vormals gewett het fúrs halb vnd was wider das fúr, das im bleib sin húsz vnd hoff. Als hat er sin fart vnd opffer sant Thiebolt bracht(en). Das hat er behept als vor. Darumb sy gelopt got, sin werdige mueter Maria vnd der lieber herr sant Thiebolt, durch den got sin wunder wúrcket etc.

Seite 52 f., als Nr. 81.

4) 1449, October 22.

Anno domini millesimo quadringentesimo quadragesimo nono vff die nechste mittwuoche nach der oellfftúsend jungfrowen tag ist komen ein man, heisset mit namen Peter Rost vsz dem lant von Púll. Der vorgenant Peter Rost hat geseit, wie das er uff ein zit gar in einer grossen krangheit gewesen sye vnd imm alle cristenliche recht geschöchent vnd nút me von diser welt wissette vnd wol ein gantze stunde, als sine frund sprechend, tod were, ouch in so lange zit tod hieltend. Also rufftend sin frúnd den almechtigen gott an vnd den lieben himelfúrsten sant Thiebolt, das er wider lebendig wúrde vnd gesunt: so müste er den lieben heiligen suochen mit dem oppffer, daz denn sy dem lieben heiligen gelopten. Als bald wart er einen grossen sufftzen lossen vnd vff tuen sine ougen vnd wart von tag zue tag wider gesunt. Das dem also sye, das hat er behept by siner trúwe vnd by der fart, die er darumb getan hat. Also hat er die fart geleistet mit dem oppffer, das dem lieben heiligen verheissen wart. Darumb sye gelopt etc.

Seite 98 f. als Nr. 113. Das lant von Púll kann wohl nur Pöl (oder Polen?) sein.


1) kehrte sich.
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Die Stadt Libsz in Nr. 166 mit dem Herausgeber für Lübz zu erklären, halte ich für bedenklich und denke meinerseits eher an Leipzig.

5) 1450, Januar 17.

Anno domini millesimo quadringentesimo quinquagesimo vff samstag des lieben heiligen sant Antonyen tag ist komen ein bruoder, heisset mit namen Heinrich Loesthin vsz der stat von Rostock, gelegen in dem land zuo Mecklenburg ouch in dem bistum zu Swerin. Der vorgenant Heinrich Loesthin hat geseit, wie das er vff dem mer in einem schiff by drin tagen vnd naehten gewesen sy vnd vff die zit so grosz vngestúme wetter gewesen ist, das sy nit anders wisseten, wenne das sy muesten vnder gon von vngewitter. Also ruefft er au gott den almechtigen vnd den lieben hymelfúrsten sant Thiebolt, das er zuo lant moechte komen, so wolt er in suochen mit einem opffer. Zue stuend gelag das grosz vngewitter vnd wart also stil vff dem mer als vor ye. Also koment er vnd ander, die in dem schiff woren, mit guoten ruewen 1 ) zuo land. Das dem also sy, das hat [er] behept by siner trúwe vnd by ter fart, die er darumb getan hat. Also hat er die fart geleistet mit dem oppfer, das er dem lieben heiligen, verheissen hat. Darumb sy gelobt etc.

Seite 99 f. als Nr. 114. Das zweite Mal ist Loeschin gedruckt.

6) 1457.

Anno domini lvij Clausz Schriber von Besunge, ein stat also genant, lit in dem bistum Schwerinen, sprichet, dasz an dem achten tag vor vnser frowen tag der liechtmisz (Januar 26) ist er gefaren vff den see hering zuo fohen, 2 ) ist kommen 3 ) ein grosse vnstúmikeit, das sy all meineten zuo ertrincken. Also ruofften sy an got vnd sanctum Theobaldem, das sy in wolten suochen mit irem oppffer. Schnelleclich wart do ein stille. Vnd ir worent in dem schiff xxiiij.

Seite 114 f., als Nr. 123, wiederholt Seite 117 als Nr. 130.

6a.) 1461.

Anno lxj. Venit quondam peregrinus nomine Nicolaus Schriber de Besunge ciuitate sita in dyocesi Schweringensi(s)


1) Ruhe.
2) fangen.
3) gedruckt ist kemmen.
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wr Schoerin, dicit quod octaua die ante festum purificationis Marie (Januar 26) in anno lxij º (wohl lvij º) contingerat sibi in der vor wegen, da er fuor vff den sewe ad capienda 1 ) alleca, 2 ) tunc vna magna tempestas, quod credebant omnes submergi, et sic 3 ) invocauerunt deum et sanctum Theobaldum, quod vellent eum inquirere cum oblationibus. Et immediate fuit facta tranquilitas. Et eorum fuerunt xxxiiij in naui.

Seite 117 als Nr. 130. Wiederholung von Nr. 123. Unverständlich ist wr Schoerin (Ortsbestimmung?) und vor wegen. Der zwiefach gleich überlieferte, entstellte Name Besunge ist ein Räthsel. Leider läßt sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob See je nach der Bedeutung mit dem männlichen oder dem weiblichen Artikel versehen wird. Dafür scheint allerdings der überwiegende Gebrauch angeführt werden zu können. Doch findet man in Nr. 61 uff der see als er gefroren was, und Seite 83 kommt ein zu Kopenhagen gefangen gehaltener auf seiner Flucht an einen heringse. Ungewiß ist weiter, ob unter Hering wirklich der Seefisch zu verstehn ist, oder ob nicht etwa auch ein ihm oberflächlich ähnlicher Süßwasserfisch, wie etwa die Maräne, darunter begriffen sein könne. Aber welches Fischerfahrzeug ist mit 34 Mann besetzt?

7) 1461.

Anno lxj Thomas von Rastack, ein stat gelegen in dem bistum [S]werinensis, 4 ) das an dem nesten mentag noch sant Albans tag (Juni 22) ist er vnsinnig worden vnd bliben viij tag, also das er kein sinne nit hette vnd lieff an vatter vnd an muoter sy zuo schlahen vnd verfluocht sy vnd schwor vnmenschlich, also das man meinte, er wer besessen. Do verhiesz vatter vnd muotter in zuo sant Diebolt har gen Tann, 5 ) vnd bald vmb anruoffung des himelfúrsten wart er gesunt, vnd hatt dasz sin vatter selbs behept by siner fart.

Seite 115 als Nr. 124, wiederholt als Nr. 131.

7a.) 1461, Juni 22.

Anno domini mº [cccc] lxj secunda post Albani dixit per uotum suum Thomas de ciuitate Rastock dyocesis [S]werinen=


1) Gedruckt ist: captenda,
2) Gedruckt ist: alleta,
3) Gedruckt ist: sit,
4) werinensis; es ist danach das Verbum des Sagens, von dem der folgende Satz abhängt, ausgelassen.
5) tam.
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sis , 1 ) ducatus Magnipolensi[s] principis, per octo dies fuit vesanus seu frenetus ita, quod caruit 2 ) sensibus suis et invasit patrem et matrem percuciendo eos et maledicabat plasphemando, quod videbant 3 ) esse possessus. Et parentes vouerunt eum ad visitandum sanctum Theobaldum, et statim fuit sanatus et curatus. Et proprius ejus pater hec retulit per fidem suam etc. Laus deo et sancto seruo suo Theobaldo.

Seite 118 als Nr. 131.

Die wenigen mitgetheilten Proben werden hinreichen, eine Vorstellung vom Ganzen zu vermitteln, insoweit es ein Zeugniß ist für den gläubigen frommen Sinn der Vorzeit. Nebenbei findet sich selbstverständlich Manches erwähnt, das unsere Kenntnisse in erwünschter Weise bereichert. Anstatt jedoch dafür dieses oder jenes Beispiel beizubringen, ziehe ich es vor, bei der Verehrung des Heiligen zu verweilen und das Bild durch wenige Mittheilungen aus meklenburgischen, hauptsächlich allerdings nur wismarschen Urkunden zu vervollständigen.

1367 war Joh. Wotzetze socius et familiaris des Nic. Kröpelin zu Lübeck auf der Wallfahrt zum h. Ewald verstorben. Seine Schwester war die Witwe Konrad Horns zu Rostock. M. U.=B, 9625.

1430 ward in der Sühnurkunde die Stadt Wismar verpflichtet, zu Troste der Seelen der 1427 hingerichteten Rathmannen und aller Christen Seelen drei Pilger auszusenden, einen zum h. Ewald, einen nach Rom und einen zum St. Jakob in Compostella. Die Pilger sollten auf ihrer Fahrt und an den heiligen Stätten treulich für die ihnen empfohlenen Seelen beten. Jahrb. LV, S. 78.

1454, Mai 11, kam zwischen Herman Stolle zu Wismar und Reineke Treppenmaker aus Emden ein Vertrag dahin zu Stande, daß der erste zur Sühne für den Tod eines Bruders von Reineke, der in Hamburg ums Leben gebracht war, eine Pilgerfahrt nach Einsiedeln, Aachen und zum h. Ewald auf sich nahm und außerdem 2 Mark zahlte und eine gute Schützenarmbrust abtrat. Zeugebuch, Seite 64.

1468, Juni 1, bekannte sich Heinrich Swartekop Herrn Dietrich Hinrichs schuldig auf 50 M. lüb., die er ihm nach seiner Rückkehr von der Fahrt zum h. Ewald zu zahlen versprach. Zeugebuch, S. 119.


1) werimensis.
2) taruit.
3) wohl verlesen, statt videbatur.
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Wichtiger als diese wenigen Zeugnisse, die gegen das, was v. Melle in seinem 1711 erschienenen Buche de itineribus Lubicensium sacris aus lübischen Testamenten zusammengebracht hat, vollständig verschwinden, wichtiger als das ist der Umstand, daß der Rath sich veranlaßt sah, in die Bürgersprache einen Satz über die Pilgerfahrten - nicht gerade im Besondern zum h. Ewald, aber doch einmal auch mit ausdrücklicher Erwähnung seiner - aufzunehmen. Schon in der ältesten Fassung der Bürgersprache, auf die später regelmäßig verwiesen und die demgemäß dauernd in Kraft geblieben ist, findet sich die Warnung: Quod nullus longas reysas velificet vel ambulet nisi cum consilio dominorum consulum, quia ipsi sciunt quod alii nesciunt. [Sub pena x marcarum.]M. U.=B. 6474. [ ] späterer Zusatz.

Nun ist es freilich gewiß, daß hier vorzugsweise auf Handelsfahrten gezielt ist (auf die dem Zusammenhange nach eine kürzere Verwarnung vom Jahre 1349 (M. U.=B. 6968, 6) sich beschränkt), doch wird in Beihalt der späteren Abkündigungen nicht zu zweifeln sein, daß gleich Anfangs die Pilgerreisen in die Warnung einbegriffen waren. Es heißt 1373: Item. Nullus debeat peregre proficisci sine consensu dominorum consulum. (M. U.=B. 10443.)

Nachdem die Aufzeichnung des Jahres 1373, wie man annehmen muß, auch für die folgenden Jahre benutzt, und auch in der nächsten Abfassung vom Jahre 1385 (Burmeister, Bürgersprachen, Seite 21) jener Satz lediglich wiederholt war, finden wir in der nächsten, 1394 entstandenen Ausarbeitung den Artikel so umgestaltet: Item. Nullus debet peregrinari, quod nullus dampnum ex hoc recipiat; et quisque caueat sibi de equitatura sua, quia, si aliquis captus fuerit de nostris a latronibus seu platearum raptoribus, hic nullatenus redimi debeat. Quod si aliquis de amicis suis eum redemerit, ille vadiabit ciuitati c marcas puri cum perpetua carencia ciuitatis. Sed qui honore captus fuerit, ille cum bonis suis se licite potest liberare. (Burmeister, Bürgersprachen, Seite 22.)

In der Fassung von 1395 (Burmeister a. a. O., Seite 24 f.) erscheint unser Artikel wörtlich übereinstimmend, nur daß aus Versehen das erste captus ausgefallen ist, und auch die nächsten Niederschriften der Bürgersprache vom Jahre 1397 und 1400 (Burmeister a. a. O., S. 27 und 30) bringen keine wesentlichen Abweichungen (die letzte hat statt honore honorifice). Ebensowenig kann man die folgenden Auszeichnungen von 1401 und 1417 und 1418 als in der Sache abweichend bezeichnen, doch sind immerhin die leichten Abwandelungen mittheilenswerth.

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1401 heißt es ulso: 1 )

Item. Nullus debet peregrinari nisi consilio et scitu dominorum, ne quis dampnum inde recipiat; et quisque caueat de equitatura sua, prout hoc in precedentibus statutis plenius reperitur. (Burmeister a. a. O., S. 32.)

1417 und 1418: