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Inhalt:

Jahrbücher

des

Vereins für meklenburgische Geschichte
und Alterthumskunde,

 

gegründet von                  fortgesetzt von
Geh. Archivrat Dr. Lisch. Geh. Archivrath Dr. Wigger.

 


 

Sechsundfunfzigster Jahrgang

herausgegeben
von

Archivrath Dr. H. Grotefend,

als 1. Secretair des Vereins.

 


Mit angehängten Quartalberichten und Jahresbericht.

 

 

Auf Kosten des Vereins.

 

 

Vignette

Schwerin, 1891.

In Commission der Stillerschen Hofbuchhandlung.

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Inhaltsanzeige.


I. Überblick über die Geschichte Wismars. Von Dr. F. Techen S. 1
II. Zur Geschichte der Baukunst in Wismar. Von Dr. F. Crull S. 18
III. Die Ereignisse in Rostock von 1311, September 17, bis 1314, Januar 21. mit Anhang I: Urkundliche Nachrichten über Volmar Runge I und seine Söhne und Anhang II: Die Mitglieder des Raths zu Rostock von 312-1314. Von Dr. K. Koppmann S. 33
IV. Zur Baugeschichte des Doms zu Güstrow mit 2 Tafeln und 10 Textabbildungen. Von Oberlandbaumeister Dr. F. E. Koch zu Güstrow S. 63
V. Zum Schweriner Stadtrecht. Von Dr. Crull zu Wismar S. 77
VI. Der Münzfund von Gammelin. Beschrieben von Rechnungsrath Wunderlich zu Schwerin S. 88
VII. Die Grabsteine der Wismarschen Kirchen mit Anhang: Die Epithaphien=Inschriften der Wismarschen Kirchen und Register. Von Dr. Crull und Dr. F. Techen S. 95
VIII. Die untergegangenen Dörfer Meklenburg-Schwerins, mit einer Karte des alten Landes Plau und Verzeichnis der übrigen in Meklenburg-Schwerin untergegangenen Dörfer nebst Nachträgen und Berichtigungen. Von Regierungsrath Dr. Schildt S. 149
IX. Zur Geschichte des Fürsten Nicolaus II. von Werle. Von Dr. Karl Koppmann zu Rostock S. 223
X. Charles Philippe Dieussart und Leonhardt Sturm, zwei alte Baumeister des 17. u. 18. Jahrhunderts in Meklenburg. Von Dr. F. C. Koch, Oberlandbaumeister zu Güstrow S. 237
XI. Nachtrag zur Rethrafrage. Von Medicinalrath Dr. Brückner in Neubrandenburg S. 245
XII. Mein letztes Wort in der Rethrafrage. Von Archivrath Dr. Grotefend S. 247
XIII. Alphabetisches Verzeichniß der untergegangenen Dörfer Meklenburg=Schwerins. Vom Herausgeber S. 249

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I.

Ueberblick

über die

Geschichte Wismars.


Vortrag bei der Jahresversammlung des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde zu Wismar. 1890, Juli 11.

Von
Dr. F. Techen.

~~~~~~~~~~~~~

Sehr geehrte Herren.

Hätte es sich darum gehandelt, das Thema für einen Vortrag in der heutigen Festversammlung nach meiner Bequemlichkeit auszuwählen, so würde ich Sie vielleicht über eines Heinrich Kracht Rechtshandel oder über die Schreibung des Namens Meklenburg zu unterhalten vorgezogen haben. Da es sich aber fragte, wie der Verein für meklenburgische Geschichte und seine Freunde auf einem Tage zu Wismar am geeignetsten zu begrüßen seien, so war für mich keine schönere Aufgabe zu finden als Ihnen in großen Zügen die Geschichte der Stadt vorzuführen, welche Sie mit Ihrer Gegenwart beehren, und dafür bitte ich Sie mir geneigtest Gehör schenken zu wollen.

So sehr Niklot und seine Söhne sich gegen die Herrschaft Heinrichs des Löwen gesträubt hatten, so eifrige Pflege fand die Colonisation unseres Landes durch Heinrich Burwy und seine Söhne und Enkel. Eine deutsche Stadt erhob sich nach der andern — ich nenne Rostock, Parchim, Güstrow, Plau, Malchow, Malchin —,

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ein Kloster erstand nach dem andern — ich erinnere an Doberan, Neukloster, Dobbertin, Rehna — , alle freigebig mit Landereien und Freiheiten ausgestattet.

Eine der glücklichsten Schöpfungen dieser thätigen Zeit war Wismar. Seine Gründung fällt in die letzten lahre Burwys: denn ist auch kein Pergament über die Stiftung erhalten, vielleicht auch nicht ertheilt, so ist es doch durch mancherlei Combinationen sehr wahrscheinlich gemacht, daß sie im Jahre 1226 erfolgt ist.

Es kann auch kein Zweifel sein, daß die Stadt von Anfang an nach einem wohlbedachten Plane erbaut ist und ihr geordnetes Straßennetz nicht dem Spiele des Zufalls und der Willkür einzelner dankt. Sie schloß aber ursprünglich bei der Heiligen Geistkirche nach Westen ab. Doch genügte schon nach wenigen Jahren der zuerst abgesteckte Raum den Bedürfnissen nicht mehr, und es mußte, vermuthlich 1238, das Gebiet des dritten Kirchspiels S. Jürgen der Altstadt hinzugefügt werden. Das ist die Neustadt, ein Name, welcher zuerst 1387, ständig seit 1401 der früher Heiligen Geist=Grube benannten Straße beigelegt wird. Dagegen vernothwendigte sich am entgegengesetzten Ende der Stadt während der Vormundschaftsstreitigkeiten, durch die in Abwesenheit des Herrn Heinrichs des Pilgers das Land beunruhigt ward, wohl 1276, eine Beschränkung.

Seit 1257 hatte Heinrichs Vater Johann seine Residenz von Meklenburg in die neuerbaute Burg aus dem Weberkampe verlegt. Und diese Burg stand offenbar mit der Stadt in engem Zusammenhange. Als nun in der Vormundschaftsfehde der Markgraf von Brandenburg und die Grafen von Holstein und Schwerin plündernd in das Meklenburgische einfielen, trennte der Rath, der bei dem buntesten Wechsel der Parteiungen ringsum stets treu auf Seite der nächsten Agnaten und der Fürstin Anastasia blieb, durch eine Mauer die Burg von der Stadt ab, indem er sich wegen der Anlage der Befestigung aus eine Vollmacht des abwesenden Herrn berief, und gab damit dem Umfange der Stadt die Begrenzung, die fast sechshundert Jahre hindurch nicht überschritten ist.

Jener Mauerbau aber, der damals entschieden im Interesse des Fürsten lag, ward in späteren Jahren, als es sich herausstellte, daß die Stadt dadurch ungemein an Selbständigkeit gewonnen hatte, ihr als ein Uebergriff zum Nachtheile ihrer Herren ausgedeutet und vorgeworfen.

Freilich hatte man in das Stadtgebiet, worin schon Theile vom Krukowschen Felde, Vinekendorp (Hasseld), Theile von Dammhusen und Cessin (Vlöte) ausgegangen waren, zwar mit Genehmigung

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der Vormundschaft, aber doch gegen den eigentlichen Wunsch des Fürsten auch Dorsteen und Dargetzowe (beide vor dem Altwismarthore) hineingezogen und zu Weichbildsrecht gelegt. Dazu waren die Juden, die unter der Fürsten Schutz standen, vertrieben und der Vogt vergewaltigt. Endlich hatte die Stadt sich geweigert eine fürstliche Hochzeit — die des jungen Heinrich 1292? — in ihren Mauern feiern zu lassen.

So konnte man es dem nach langen Jahren aus dem Morgenlande unverhofft zurückgekehrten älteren Heinrich nicht wohl verdenken, wenn er über die Ausschließung seiner Burg aus der Stadt seinen Unwillen kundgab.

Diese Mißstimmung ward jedoch im Jahre 1300 gütlich dadurch verglichen, daß die Fürsten ihre Burg vor der Stadt abbrachen und den Platz an Wismar verkauften, wogegen die Stadt ihnen zu einer Residenz, die sie hier nicht entbehren konnten, den Raum des Fürstenhofes zwischen S. Marien und S. Jürgen zugestand. Ausdrücklich ward dabei ausbedungen, daß das neue Schloß nie befestigt werden und vom Lübischen Rechte nur für die Besitzer und ihre Diener ausgenommen sein sollte.

Streitigkeiten der Diener mit andern sollten dagegen Lübischem Rechte unterilegen; Schuldner, die in den Hof kämen, sollten vor dem Fürsten zu Rechte stehn, im Weigerungsfalle Lübischem Rechte unterworfen werden; Wismarsche Bürger sollten unter keinen Umständen dem Lübischen Rechte entzogen werden; Brandstifter, Diebe, Todtschläger, Räuber sollten keinen Schutz finden.

Der Rath machte also auch seinen Herren gegenüber schon damals das Princip geltend, nach dem in der Folge Orden und Klöster und Fremde behandelt wurden, wenn sie in der Stadt Grundbesitz erwerben wollten. Es mußten sich nämlich die Höfe von Doberan, Cismar, Neukloster und der des deutschen Ordens unter das Lübische Recht geben mit der einzigen Vergünstigung sich gegen eine feste jährliche Abgabe von Schoß und Nachtwache befreit zu sehen. Verkauft durften die Höfe nur an Bürger werden, und es sollten keinerlei Verdächtige, Herren und Ritter auf ihnen geherbergt werden. Auch Helmold von Plessen, Johann Mule und Alheid von Satem gingen die Bedingung ein, nur an Bürger zu verkaufen. Dem Ratzeburger Bischofe aber, seinem Diöcesan, verweigerte der Rath überhaupt eine Wohnung in der Stadt und sicherte sich durch die Bürgersprache und eine besondere Willküre. Der Rath wollte eben allein Herr in der Stadt sein.

Das mit den Fürsten wegen ihres Hofes hergestellte Einvernehmen hatte aber keine Dauer. Schon 1311 kam es zu offenem

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Kriege, nach den Chronisten weil wiederum Wismar sich geweigert hatte, zu einem Hochzeitsfeste den fürstlichen Gästen seine Thore zu öffnen. Die Hochzeit ward anderswo gefeiert. Dann aber schloß der mit dem dänischen Könige verbündete Fürst Heinrich Wismar ein, und trotz der Hülfe Rostocks erlag die Stadt. Sie mußte ihre Widersetzlichkeit mit bedeutenden Opfern an Geld und Freiheiten bezahlen. Unter anderem mußten der jüngst erworbene Zoll und Vogtei, die erst von 1373 auf die Dauer wieder an die Stadt kamen, zurückgestellt werden. Und ein Preis dieses Sieges wird es auch gewesen sein, daß der Fürst beim Meklenburger Thore innerhalb der Stadt neuerdings ein Schloß mit Thurm und Bergfrit erbauen konnte. Wenigstens trat zur Zeit der folgenden vormundschaftlichen Regierung 1329 Albrecht, der Sohn Heinrichs, ein solches ab, wogegen ihm wieder der Hof bei S. Jürgen zu Lübischem Rechte übergeben ward.

Albrecht scheint sich aber, wenn er auch zu Anfang seiner Regierung (bis 1336) vorzugsweise in Wismar war, doch in diesem Hofe mitten in der Stadt nicht recht heimisch gefühlt zu haben und hat schwerlich vergessen, wie er zur Veräußerung seines ererbten Schtosses — noch 1339 klagte er darüber — genöthigt worden war. Daher verlegte er, nachdem er, seit 1348 Herzog und Reichsfürst, die Grafschaft Schwerin erworben hatte, seinen Sitz nach der minder mächtigen und minder privilegirten Grafenstadt, und Wismar hörte auf Residenz zu sein.

Ist die Vermuthung, nach welcher wir Wismar im Jahre 1226 gegründet sein ließen, keine verfehlte, so würde Lübeck an der Gründung der neuen Stadt einen großen Antheil gehabt haben.

Lübischem Rechte gemäß lebte sie. Lübisches Recht hatten aber auch Rostock, Stralsund, Greifswald.

Diese Rechtsgemeinsamkeit erleichterte, um nicht zu sagen veranlaßte, gemeinsame Beschlüsse in bestimmten Angelegenheiten je nach Erforderniß der Zeiten. Und je öfter solche Beschlüsse sich wiederholten und je mehr Sachen sie in ihren Kreis zogen, um so fester ward das Band, das die Städte zusammenhielt.

1259 also vereinigten sich, nachdem ein paar Jahre vorher unter Beihülfe Wismars Lübeck und Rostock sich um gegenseitige Streitigkeiten verglichen hatten, Lübeck, Rostock und Wismar gegen die Seeräuber. Sie legen dieselben überall in Kirchen, auf Kirchhöfen, zu Wasser und zu Lande friedlos und sprechen gleiche Friedlosigkeit über alle Heger derselben aus.

Im Anfange der sechziger Jahre werden schon umfassendere Beschlüsse zum Besten aller Kaufleute gefaßt, die nach Lübischem Rechte leben.

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1281 vereinigen sich in Rostock zuerst die fünf wendischen Städte an der Ostsee und beschließen 1283 mit andern Genossen und mit den Fürsten der Nachbarschaft einen umfassenden Landfrieden.

Im folgenden Jahre erprobte sich dieser Bund in Beschlüssen und dann auch im Kriege gegen Norwegen.

Fortan erneuerten die fünf Städte ihr Verbündniß regelmäßiger und setzten durch, daß an Stelle Wisbys Lübeck als Oberhof von Nowgorod anerkannt wurde.

Aber 1311 erlagen die Städte, welche sich vor kurzem ohne Lübeck, das unter dänischen Schutz getreten war, zu großen Dingen verbunden hatten, im Kampfe gegen ihre Landesherren.

Und wenn auch in dem Friedensschlusse dem gedemüthigten Wismar ausdrücklich das Recht zugestanden ward, zu Wasser mit einem Koggen und einer Snicke und sonst innerhalb der Mauern den Bundesgenossen Hülfe zu leisten, so verging doch manches Jahr, ehe der Bund sich erneuerte. Aber aus Beliebungen wegen des Böttcheramts 1321 folgten 1338, 1339, 1341, 1344 Land= und Seebefriedigungsbündnisse.

Daraus wurde der deutsche Kaufmann den Beschlüssen ber Städteversammlungen unterworfen, und im Jahre 1358 ist zuerst von Städten der deutschen Hanse * ) die Rede.

In diesem selben Jahre wurden nach der Inschrift in der Schwarzen Klosterkirche am 2. Juli vor Wismar die Dänen besiegt und ihr Anführer Peter Dene von den Wismarschen gefangen eingebracht, ein Sieg, zu dessen Andenken alljährlich an diesem Tage den Pfarrherren der drei Kirchen wie den beiden Klöstern je ein Stübchen (gut 3 1/2 Liter) Rheinwein aus dem Rathsweinkeller verabreicht ward.

Weniger glücklich als in diesem Kriege, an dem es als meklenburgische Stadt Theil genommen hatte, war Wismar und waren seine hansischen Bundesgenossen in dem Kriege, welchen sie wegen des Ueberfalles von Wisby 1361 mit König Waldemar begannen. Denn obgleich die Hanse große Aufwendungen machte — Wismar allein stellte zwei Koggen und zwei Snicken und berechnete 1364 über 14000 Mk. Kosten — dennoch mußte nach der in Schonen hauptsächlich durch der Könige Magnus und Hakon Schuld erlittenen Niederlage ein unrühmlicher Friede geschlossen werden.

Um so ruhmvoller verlief der zweite auf Waldemars weitere Gewaltthätigkeiten ihm erklärte hansische Krieg (1368-1370).


*) Vergl. hierzu Koppmann: Rostocks Stellung in der Hanse, Jahrb. LII, 189-206.
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Und die Hanse ward durch den Friedensschluß von Stralsund als die erste Macht des Nordens anerkannt, indem die dänische Königswahl künftig nur unter Beirath der Städte sollte vorgenommen werden.

Diese Stellung hat die Hanse allerdings nicht zu behaupten vermocht. Aber der Ruhm ist geblieben, und es wird auch kein Zufall sein, daß in jenen hellen Tagen Karl der Vierte, der einzige deutsche König, der seinen Fuß in unsere Gegenden gesetzt hat, den Norden bereiste. Außer Lübeck besuchte er auch Wismar, und die Wismarschen rühmten sich, von ihm noch mehr Dank sich verdient zu haben als selbst die Lübecker.

Gestatten Sie mir, daß ich den Bericht des Rathsschreibers Heinrich von Balse hierüber wiedergebe. Derselbe schreibt:

Im Jahre des Herrn 1375 am Tage vor Aller=Heiligen — October 31 — war in unserer Stadt Wismar der ruhmreiche und unüberwindliche Herr Herr Karl der Vierte, der Römer Kaiser, mit seiner Gemahlin und mehreren andern Fürsten. Meine Herren die Rathmannen holten ihn mit Ehrerbietung und großem Gepränge ein und bezeigten ihm in allem, was er brauchte, große Dienstbeflissenheit, indem sie ihn in allem und jedem freihielten und alles bezahlten. Dafür sagte er auch, wie verlautete, meinen Herren mehr Dank als den Herren Rathmannen von Lübeck, wo er vorher gewesen war. Und am andern Tage gaben ihm wieder meine Herren aus eine große Strecke das Geleit, wodurch sie sich nicht geringen Dank verdienten.

Doch der Rückschlag blieb nicht aus, indem Wismar wie Rostock als landsässige Städte durch das Unglück König Albrechts in Schweden mit getroffen wurden und genöthigt waren, zu seiner Befreiung sich an einem langen kostenreichen Kriege geringes Erfolges zu betheiligen. Und wenn sie auch zuerst von den Vitalienbrüdern, denen sie ihre Häfen öffneten, Nutzen zogen so überwogen doch die Handelsschädigungen und die schlimmen Folgen, des an die Vitalienbruderschaft und die Kaperei sich anschließenden Raubwesens * ), der Kriegskosten nicht zu gedenken, solchen Nutzen bei weitem.

Wir würden nun in das funfzehnte lahrhundert, die Zeit der bürgerlichen Unruhen, einzutreten haben. Es würde zu zeigen sein, daß diese Unruhen mit den Kosten der letzten Unternehmungen


*) Beiläufig: Klaus Störtebeker und Gödeke Michel, die zu den schlimmsten Raugesellen gehörten, sind vielleicht aus Wismar gebürtig gewesen; jedenfalls hatten sie eine Zeit lang hier ihren Aufenthalt.
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in ursächlichem Zusammenhange stehn. Es würde aber auch zu dem Verständnisse der Unruhen die Verfassung der Stadt darzulegen sein.

Wollte ich aber so vorgehn, so möchte ich mit meiner Uebersicht kaum zum Ziele kommen. Deshalb werde ich, da die Verfassung der Stadt schlechterdings nicht übergangen werden kann und keine zu starke Kürzung verträgt, die aufs engste zusammengezogene Geschichte der Unruhen in eine Geschichte der Verfassung ausgehn lassen, diese aber bis zur Gegenwart verfolgen. * )

In den Städten Lübischen Rechtes war der Rathsstuhl der Regel nach mit vierundzwanzig Rathmannen besetzt, unter denen vier Bürgermeister zu sein pflegten. In jährlichem Wechsel, der hier zu Himmelfahrt stattfand — daher noch die Rathspredigt zu Rogate —, trat je ein Drittel von den Geschäften zurück, eins blieb und eins trat ein, so daß der geschäftsführende Rath immer aus sechzehn Personen bestand, und jeder Rathmann, nachdem er zwei lahre hindurch seine Zeit den öffentlichen Angelegenheiten dargebracht hatte, ein Jahr mehr oder minder Ruhe genießen konnte.

Wieweit diese Ruhe sich erstreckte und wozu auch die zurückgetretenen Herren ihre Ruhe opfern mußten, das sind zu schwierige Fragen, als daß sie hier ihre Erledigung finden könnten, soweit sie es überall können, und tempora nmtantur: 1350 ist nicht 1400 und 1500 nicht gleich 1600.

Zu Himmelfahrt wurden bei dem Wechsel von den Bürgermeistern, welche von sehr früher Zeit an ihr Amt aus Lebenszeit übernahmen, auch die Rathsämter aufs neue vertheilt. Die Kämmerherren hatten vor allem die Verwaltung der Kämmerei, des Stadtvermögens, dazu die Aussicht über Archiv und Rüstzeug, die Weinherren die Verwaltung des Weinkellers, dessen Ueberschüsse unter dem Rathe zur Austheilung kamen, die Richteherren, ursprünglich Beisitzer des Vogtes, nach Erwerbung der Vogtei seine Stelle einnehmend, waren die Vorsitzer und Leiter des Gerichts, die Ziegelherren und Bauherren hatten die Aussicht über den Ziegelhof und die Leitung der städtischen Bauten. Den Weddeherren lag es ursprünglich ob, die erkannten Bußen einzuziehen, allmählich bekamen sie aber eine richterliche Competenz in Handwerkssachen, Dienstbotenangelegenheiten und Sachen des Verkehrs — das Gewette —; die Steinherren verwalteten den zum Nutzen des ganzen Rathes betriebenen Handel mit Mühlsteinen. Die Namen Münzherren und Acciseherren erklären sich selbst.


*) Das Folgende in engem Anschluß an Crulls Einleitung zu der Rathslinie, Hansische Geschichtsquellen II.
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Die genannten Aemter sind die bis zum 15. Jahrhundert nachzuweisenden. Nachher mehren die Namen sich so, daß nur an eine Auszählung hier nicht gedacht werden kann.

Jedes Amt war von zwei Rathsherren besetzt, und dabei im allgemeinen Grundsatz, daß jährlich einer neu eintreten, ein anderer abtreten sollte, so daß der eine immer die Amtserfahrung eines Jahres voraus hatte.

Eine Besoldung gab es nicht, und es hatten die Rathsherren außer dem beim Weinkeller und den Mühlsteinen Erübrigten und unregelmäßigen Sporteln nur den Ertrag aus Wiesen und Ackerstücken, die unter sie verloost wurden: den Herrenlötten. Erst 1682 ward ein Ärarium gebildet, dessen Grundstock der Erlös aus dem verkauften Rathssilber hergab.

Auf keinen Fall standen diese Hebungen in einem Verhältniß zu der für den Dienst der Stadt aufgewendeten Mühe und den Gefahren, welche die fortwährenden Reisen, namentlich der Bürgermeister und angesehensten Rathsmitglieder, mit sich brachten. Beispielshalber mußte der Bürgermeister Johann Bantzkow 1417 nach Constanz, 1427 aber nach Marienburg reisen, in Lübeck treffen wir ihn wohl zehnmal, mehrfach in Stralsund, Rostock, Hamburg, Schleswig und sonst noch hier und da. Und solche Reisen zu Schiffe oder zu Pferde waren gewiß keine Erholung, zumal für bejahrte Männer. Es durfte sich ihnen aber bei hoher Pön niemand entziehen.

Die Wahl übte bis 1830 allein der Rath, und da nur Vater und Sohn und, außer in der ältesten Zeit, auch Bruder und Bruder nicht zusammen im Rathe sein durften, Verschwägerung aber die größte Empfehlung war, so ist es leicht einzusehen, daß thatsächlich sich ein Kreis bestimmter Familien gebildet haben wird, aus dem herkömmtich der Rath sich ergänzte. Nur war dieser Kreis nie ein absolut geschlossener.

Daß bei der Wahl nur wohlhabende Männer in Betracht kommen konnten, ergiebt sich aus dem vorher Gesagten. Nicht wählbar waren, wenn wir von den frühesten Zeiten absehen, die Handwerker. Gelehrte waren bis zum siebzehnten Jahrhunderte selten im Rathe.

Es ist begreiflich, daß in schweren Zeiten, da der Rath der Regel nach eignem Ermessen gemäß und ohne Rücksprache mit der Bürgerschaft und den Handwerkerämtern regierte — daß nach Verlusten und beim Wachsen der Auflagen, die der Rath zu bestimmen hatte, leicht Mißstimmung entstehn konnte. In Folge einer solchen und Aufreizung von Lübeck aus ward 1411 der alte Rath gestürzt

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und ein neuer, an dem auch die Aemter Theil hatten, von Aemtern und Bürgerschaft gewählt. Doch mußte dieser 1416 wieder dem rechtmäßigen Rathe Rlatz machen: für elf Jahre. Denn 1427 stürzten nach dem Unglück im Oeresunde — die hansische Flotte hatte, nachdem die Hamburger eine Schlappe erlitten, sich vorzeitig aus dem Sunde zurückgezogen und dadurch war dem Könige von Dänemark eine reiche Handelsflotte in die Hände gefallen —: nach diesem Verluste stürzten die Aemter zum zweiten Male den alten Rath, und es kam zur Hinrichtung des Bürgermeisters Johann Bantzkow und des Rathmanns Heinrich von Haren. Der Führer der Aemter war wie bei der vorausgehenden Revolution der Wollenweber Klaus Jesup. Auch diese Umwälzung hatte keinen Bestand und 1430 räumten die Aemter wieder den Rathsstuhl und der Ausschuß der sechzig Bürger (1410 bis 1416 waren es hundert gewesen) mußte zurücktreten. In dem Friedensinstrumente ward bestimmt, daß in ewigen Zeiten ein solcher Ausschuß nicht wieder dem Rathe an die Seite treten sollte.

Die Händel des Bürgermeisters Peter Langejohann * ), welche, nachdem lange unangenehme Streitigkeiten mit dem Herzoge Heinrich vorausgegangen waren, von 1463 bis 1467 dte Stadt in Athem hielten, waren persönlichen Ursprungs und hatten für die Verfassung nur die Folge, daß seitdem das Wort unter den Bürgermeistern abwechselt.

Ebensowenig waren die 1522 wegen Aufkaufens von Korn in der Stadt entstandenen Unruhen, die fast zu Blutvergießen geführt hätten, eigentlich politischer Natur.

Dagegen wurden 1524 ff. wegen Unordnungen im Rechnungswesen wieder Ausschüsse von Sechzig und Vierzig erwählt, die aber 1537 sich auflösten.

1560 hatte Wismar sich verstehn müssen, zur Abtragung der fürstlichen Schulden 50000 Mk. zu übernehmen. Als nun die deswegen eingeführte Accise beibehalten und bei neuen Anforderungen im Laufe der Jahre gar erhöht ward, da entstand eine Erregung in der Stadt, und gleichwie damals in Stralsund und Rostock den Bürgerschaften Zugeständnisse gemacht wurden, so mußte auch hier endlich der Rath 1583 darin willigen, daß ein Ausschuß von vierzig Personen, zwanzig aus den Bürgern und zwanzig aus den Aemtern, erwählt ward, und demselben Theilnahme an Gesetzgebung und Aufsicht über die Kassen gewähren. Dieser Ausschuß ward im Bürgervertrage von 1600, März 19, erneuert und seine


*) Vgl. darüber Crulls Abhandlung Jahrb. XXXVI, S. 55-106.
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Aufsichtsrechte über das Stadtvermögen, die Einnahmen und Ausgaben erweitert.

Von da an hat er ungestört fortbestanden, und wenn seine Versuche, noch mehr Rechte an sich zu reißen, durch eine Declaration Herzog Ulrichs 1602 und ein Rescript Herzog Karls 1604 auch zunächst zurückgewiesen wurden, so hat er doch in den dreihundert Jahren seines Bestehens seine Befugnisse stetig wachsen sehen.

Seine Ergänzung fand früher unter Mitwirkung des Rathes in der Weise statt, daß dieser aus den für jede freie Stelle vom Ausschusse vorgeschlagenen drei Personen den neuen Vertreter auswählte. Dies Wahlrecht des Rathes fiel 1830 bei Einführung der neuen Stadtverfassung fort: gewissermaßen durch einen Tausch, indem von da an der seit dem siebzehnten lahrhunderte immer enger gewordene Rath seine eignen Mitglieder nach den Vorschlägen des Ausschusses so wählt wie früher die Ausschußbürger, und während bis dahin der Rath sich durch freie Wahl ergänzte, nunmehr der Bürgerschaft die freie Wahl ihres Ausschusses verliehen ward. Gewählt wurde anfänglich dem ausdrücklichen Wunsche der Bürgerschaft gemäß nach Ständen, doch ist seither der Wahlmodus mehrfach abgeändert und nach modernen Theorien umgestaltet. Erst vor wenigen Tagen ist die Zahl der Wählenden und der Wählbaren durch die Erweiterung des Bürgerrechts wohl verzehnfacht.

Doch versetzen wir uns in das funfzehnte Jahrhundert zurück und denken Sie sich die Unruhen dieser Zeit wären ihrer Wichtigkeit entsprechend zu Worte gekommen. Denn waren die materiellen Verluste, welche sie direct herbeigeführt haben, schon nicht gering, so muß der Schade, welcher der Stadt aus diesen Kämpfen durch Einmischung, sei es der Landesherren, sei es fremder Fürsten und durch die gegenseitige Vergällung der Bürger erwachsen ist, noch viel höher angeschlagen werden. Und gewiß haben diese Unruhen ihr gut Theil dazu beigetragen, daß in der Entwickelung der Stadt ein Stillstand eintrat.

Dieser Stillstand wird im folgenden, dem sechzehnten Jahrhundert zum offenbaren Rückgange. Und es konnte nur ein Schwacher Trost sein, daß die verbündeten Städte kein besseres Loos hatten.

Die Ursachen der Abnahme des Wohlstandes lagen hauptsächlich darin, daß die Länder, deren Handel die Hanse bis dahin allein vermittelt hatte, sich der Bevormundung entschlugen, und daß die Hansestädte nicht den Muth, vor allem aber nicht die Kraft hatten, ihre Privilegien aufrecht zu erhalten. so erlitten durch Concurrenz und Besteuerung Umfang und Gewinn des Handels Einbuße.

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Für Wismar war besonders die Besteuerung seiner Bierausfuhr fühlbar. Denn hatte das Wismarsche Bier auch nicht den Ruf des Hamburgischen, so kam es doch gleich nach demselben. Daß das Bier unserer Vorfahren aber wirklich nicht schlecht gewesen, davon konnte man sich vor ein paar Jahren überzeugen, als einmal nach altem Recepte gebraut war.

Wullenwever machte nun zwar einen Versuch, die alte Stellung in Dänemark zurück zu gewinnen. Aber das kühne Unternehmen scheiterte und brachte für Wismar, welches schon 1511 in eiuem zwischen der Hanse und Dänemark wegen Schwedens ausgebrochenen Kriege durch Ueberfall schwer gelitten hatte, um so schmerzlichere Verluste, weil es so wenig wie Rostock der Betheiligung Herzog Albrechts wegen rechtzeitig seinen Frieden machen konnte, sondern bis zur völligen Niederlage ausharren mußte.

In der Noth dieses Krieges — bekanntlich heißt es in einem gleichzeitigen Spottgedichte: die von der Wismar haben kein Geld — griff man 1535 das Kirchensilber an und entnahm aus den Schätzen der Gotteshäuser über zweihundert Pfund Silber: bescheiden genug, indem man über die Hälfte des Vorhandenen noch zurückließ, und sehr weise, da man so nach vierzig Sahren die Möglichkeit hatte, noch einmal gut zweihundert Pfund Silbers an sich zu nehmen.

Die Kirchen konnten freilich ihr Silber entbehren, da die Reformation bereits mit ihrem einfacheren Gottesdienste ihren Einzug auch in unser Wismar gehalten hatte. Doch auf dies Thema einzugehn muß ich mir versagen und kann es um so eher, als Crains Aufsatz allgemein bekannt und leicht zugänglich sein wird.

Dem Wismarschen Handel aufzuhelfen ward im sechzehnten Jahrhunderte noch ein anderer friedlicher Versuch gemacht: die Anlegung des Schiffgrabens für die Viechel'sche Fahrt, bekannter unter dem Namen des Wallenstein=Canals.

Es ward aber unter Herzog Albrecht, der sich zu diesem Werke mit dem Wismarschen Rathe verbunden hatte, nur das Stück vom Schweriner bis zum Lostener See fertig gestellt. Seine Söhne, die Herzoge Johann Albrecht und Ulrich förderten das andere Ende des Canals und verbanden Eldena und Dömitz. Wegen des Wismarschen Endes sind auch später noch mancherlei Verhandlungen gepflogen (1575, 1577, 1580), und 1582 ist wirklich die Schiffahrt zwischen Viecheln und Wismar eröffnet und der Graben mit zwölf Schleusen für flache und schmale Fahrzeuge schiffbar befunden. Aber die Sache hatte kein Gedeihen, und ebenso wenig als sie trotz mehrfacher späterer Anläufe von Seiten der

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Stadt und der Herzoge gefördert ward, ebenso wenig richtete Waldstein aus, da auch er über Berechnungen nicht hinauskam. Die Kosten wurden aber 1628 von Alexander Borri aus 500 000 Rthr. damaligen guten Geldes berechnet. Wenn es nun Waldstein von niemand verdacht werden kann, daß er bei der Unsicherheit seiner Lage dem Gutachten der Kammer, es sei allzu bedenklich, viele Tonnen Goldes an ein bloßes Abenteuer zu wagen, Gehör gab und nicht zur Ausführung der Pläne seines Baumeisters schritt, so ist es doch eine Ironie des Schicksals, daß der Schiffgraben im Munde der Leute seinen Namen trägt, während die wirklichen Verdienste der Herzoge im Publikum vergessen sind.

Daß übrigens nicht reine Liebe zu ihrer Stadt Wismar und nicht das reine Streben, deren Handel und Wohlstand zu fördern, die Beweggründe der Herzoge beim Planen des Canals gewesen sind, sondern die Lust zu eignem Handel und die Lockung direkten eignen Gewinns die Triebfedern werden gewesen sein: das geht aus ihren gleichzeitigen Bemühungen um die Klipphäfen hervor, aus denen sie unter fortwährender Einsprache und Hinderung durch Rostock und Wismar das Korn ihrer Domänen zu verfrachten versuchten, da ihre Seestädte nicht gestatteten, daß sie als ihre eignen Kaufleute aus ihren Häfen Schiffe auslaufen ließen.

Bei allem Niedergange des Handels, Kriegsunglück und Aufbürdung landesherrlicher Schulden führte Wismar aber im sechzehnten Jahrhunderte noch ein Wert von Wichtigkeit aus, die Wasserleitung von Metelstorf her, welche 1570 fertig ward.

Immer trüber werden die Zeiten für Wismar.

Dadurch, daß der bei Lutter besiegte Dänenkönig sich trotz der Bitten der Herzoge in Meklenburg bei der Elbe festsetzte, war der große Krieg in unser Land gezogen.

Am 6. October 1627 erschien der Oberst Arnim vor Wismar und forderte Quartier für seine Truppen. Nun wollte der Rath dem Herzoge Adolf Friedrich, der sich auf seine Festung auf Poel zurückgezogen hatte, die Leitung der Vertheidigung übergeben. Aber trotz des Eifers der Bürgerschaft ward der Gedanke, sich zu wehren, bald fallen gelassen und am 10. October capitulirt und es wurden tausend Mann Besatzung eingenommen.

Selbstverständlich war Wismar auch bis dahin kein offener Platz gewesen, sondern Wall und Graben und Mauer hatten einer Bürgerschaft in Waffen die Möglichkeit gegeben, sich gegen Angriffe zu wehren. Jetzt ward die Stadt eine Festung in eines andern Hand. Die Werke wurden von Alexander Borri verstärkt und erweitert, eine Citadelle mindestens geplant: wenigstens drang

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Waldstein in seinen Briefen unaufhörlich auf den Bau einer solchen. Die Bürgerschaft aber wurde entwaffnet. Die Selbständigkeit war dahin. Um dieselbe Zeit unterblieb bei zunehmender Verarmung das Besenden der Hansetage.

Die Befehlshaber aber zogen aus der Stadt, was sie nur ziehen konnten, und noch im Jahre 1627 mußte das Marienkirchspiel rund 21 000 Rthlr., S. Nicolai 23 000 Rthlr., S. Jürgen 25 000 Rthlr. ausbringen.

Bei dieser Gelegenheit wurden die Lottäcker verkauft, die seit uralten Zeiten gegen eine geringe Abgabe, den Lottgulden, alle sieben Jahre so verloost waren, daß auf jedes Haus (nicht aber auch auf die Buden) ein Ackerstück kam, wahrend den Rathsherren vermöge ihres Amtes noch ein zweites zugewiesen ward.

Die.Stadt aber ward so ausgesogen, daß Waldstein 1628, Sept. 2, schrieb: die von Wismar sind ruiniret. Und als 1632 im Januar der kaiserliche Oberst Gramb abzog, standen von 379 Häusern nur noch 291, von 445 Buden 288, von 42 Wohnkellern noch 30.

Es folgt die Schwedenzeit. Denn der sogenannte Befreier Gustav Adolf war kein platonischer Liebhaber unb ließ sich daher sogleich durch den Frankfurter Vertrag 1632, Febr. 29, Wismar, Warnemünde und Poel einräumen. Und Wismar wenigstens und Poel hielten die Befreier fest.

Mochte unsere Stadt durch ihre ständige Besatzung vor den schrecklichsten Leiden des Kriegs bewahrt bleiben, so klagt doch 1636 der deutsche Brutus: Wismar liegt im Steinhaufen, und 1638 im Januar mußte es doch eine Blokade durch Gallas über sich ergehn lassen.

Immer noch hoffte der Herzog bei einstigem Frieden seine zweite Seestadt wieder zu erhalten und versicherte noch 1646, Februar 25, dem Bürgermeister Eggebrecht und dem Syndicus daß er die Stadt den Schweden nicht abtreten werde. Aber was bedeutete bei der großen Abrechnung der Wille des Herzogs, was der Wunsch der Stadt? Am Ende konnte der Herzog froh sein, daß ihm zur Entschädigung für Wismar, Poel und Neukloster die beiden Bisthümer Schwerin und Ratzeburg zugesprochen wurden.

Das Kanzelgebet für den Herzog ward in Wismar 1649 im Januar vom Grafen Oxenstierna untersagt.

In den ersten Zeiten nach dem Friedenschlusse und nach der Abtretung an Schweden mochte man aus der neueu Verbindung einen frischen Muth fassen, da nicht nur die alten Privilegien bereitwillig bestätigt, sondern auch neue Handelsfreiheiten dazu

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erworben wurden. Außerdem ward Wismar der Sitz des höchsten Gerichtes für die deutschen Besitzungen Schwedens.

Darin findet eine lebhaftere Bauthätigkeit als seit langem ihre Erklärung. Eine neue Blüthe entwickelte sich aber nicht, konnte sich auch nicht entwickeln, da Schweden selbst hinsiechte und die fortwährenden Kriege, die seiue Großmachtstellung oder auch die Leidenschaft seiner Könige ihm auferlegte, vorzüglich in seinen deutschen Gebieten empfunden wurden und das Elend der folgenden Kraftlosigkeit auch kein Gedeihen hervorrufen konnte. Dazu ward der Handel mit dem Hinterlande durch Zölle auf das empfindlichste getroffen und den letzten Rest des Handels mit England vernichtete Cromwells Act of Navigation.

Der schwedisch=polnisch=dänische Krieg, an dem gegen Schweden zuletzt auch der Kaiser und Brandenburg sich betheiligten, hatte die feindlichen Truppen 1657-60 nur wiederholt in die Nähe Wismars geführt. Dagegen brachte der Krieg, in den Schweden 1675 sich durch sein Bündniß mit Frankreich hineinziehen ließ, nach der Schlacht bei Fehrbellin zuerst die Brandenburger und in Ablösung dieser die Dänen vor Wismar. Und nach vierteljährlicher Belagerung mit starker Beschießung mußte die Stadt, deren Befestigungen seit Waldstein noch bedeutend verstärkt waren, am 23. December übergeben werden. Am 26. December hielt der danische König seinen Einzug.

Nun stand Wismar einige Jahre unter dänischer Herrschaft, bis es in Folge der Verträge zu Fontainebleau und Lunden, nachdem es erst noch ein Jahr als Pfand in dänischen Händen geblieben war, 1680 an Schweden zurückgegeben ward.

Sogleich begannen die Schweden die Befestigungen mit dem größten Eifer zu erweitern und zu verbessern und erbauten, indem sie viele lahre hindurch täglich mehr als tausend Mann daran arbeiten ließen, achtzehn Hauptwälle mit neun Ravelins und zwei Citadellen. Ein Fort auf dem Aderholme (Walfisch) sollte den Hafen decken.

Leider ward die Stärke dieser Werke mehr als zu früh erprobt. Denn als nach rascher Niederwerfung Dänemarks Karl der Zwölfte sich sieghaft nach Polen und Rußland wandte, genoß Wismar wohl vorerst einige Jahre Frieden. Dann aber ermuthigte das Unglück des Königs die Dänen den Travendahler Frieden zu brechen, und durch den Starrsinn, mit dem Karl gegen den Neutralitätsvertrag protestirte, ward Norddeutschtand der Schauplatz des letztes Actes des nordischen Krieges.

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Schon 1710 war Wismar zur See so gut wie abgesperrt. 1711 erfolgte eine Einschließung und Beschießung durch die Dänen, die nach vorüberrgehendem Abzuge sich 1712 erneuerte. Der schwedische General Steenbock brachte zwar Entsatz und schlug die Dänen bei Gadebusch, aber nach zwei Jahren verhältnißmäßiger Ruhe ward Wismar 1715 zum dritten Male eingeschlossen, und nach neunmonatlicher Belagerung mußte die ausgehungerte Stadt an die Dänen, Preußen und Hannoveraner 1716 übergeben werden.

Die Geldnoth war, nachdem schon bei der früheren Belagerung die Stadt große Summen, wogegen ihr Poel versetzt war, hatte herleihen müssen, so hoch gestiegen, daß der Rath sich gezwungen sah, erst Einschillingsstücke zu Zweischillingsstücken stempeln zu lassen, dann eine Nothmünze in quadratischen Stücken aus Bronze zu prägen. Auf Speciesgeld wurden 14-16 ßl. Ausgeld gegeben.

Auch die Moscowiter hatten auf Wismar speculirt. Sie waren aber zu spät herangekommen und Zar Peter mußte sich daher begnügen, die Stadt und Festungswerke zu besehen, woran er sich "sonderlich vergnügt" haben soll.

Im September des folgenden Jahres begannen darauf Preußen und Dänen vom Hafen her die Wälle niederzulegen, und zwar arbeiteten die Preußen dem Lübschen Thore zu, die Dänen nach dem Poeler Thore hin. Die Bürgerschaft ward gezwungen zu helfen, und als die Preußen abgezogen waren, das von diesen noch nicht bewältigte Stück auf sich zu nehmen. Der Thurm aus dem Aderholme ward im Februar gesprengt.

Durch den Frieden mit Dänemark vom 3. luli 1720, dem Verträge mit England und Preußen vorausgegangen waren, kam Wismar wieder an Schweden, doch unter der Bedingung, daß es eine offene Stadt bleiben sollte.

Als symbolisch aber für die Geschichte der Stadt als Festung kann es angesehen werden, daß 1661 der Marienthurm seinen Dachreiter verlor und 1703 durch einen Sturmwind die Pyramide des Nicolaithurmes heruntergestürzt ward, wie es jedesfalls kennzeichnend für die damalige Nothlage ist, daß an Wiederaufbauen nicht gedacht werden konnte.

Eine Explosion der drei Pulverthürme an der jetzigen Ulmenstraße nahm 1699 den angrenzenden Stadtheil arg mit und zerstörte das Lübsche Thor.

Nach 1720 erfreute sich Wismar fast vierzig lahre hindurch des Friedens.

Während dieser Zeit herbergte es sechs Jahre lang (1735 bis 1741), obgleich oder vielmehr weil es Schwedisch war, den

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meklenburgischen Herzog, den vor der kaiserlichen Administration geflohenen Karl Leopold, gerade wie früher hervorragende Mitglieder der Ritterschaft hier Schutz gegen seine Gewaltstreiche gefunden hatten.

Auch den Vorzug hatte es vor dem übrigen Meklenburg, daß seine Bewohner die preußischen Werber weniger zu fürchten brauchten, welche seit 1718 häufiger und häufiger das junge Volk gewaltsam für ihres Königs Regimenter preßten.

Was aber etwa in den Friedensjahren gewonnen war, zehrten die Drangsale des siebenjährigen Krieges wieder auf. Und die großen Schulden, welche der armen Stadt von 1758 bis 1762 aufgebürdet wurden, waren noch nicht abgetragen, als die Napoleonischen Kriege neue Last brachten.

So ist es wohl erklärlich, daß die Stadt 1794 auf den Grafen Potocki den Eindruck eines herabgekommenen Fleckens machte. Alle andern Angaben aber über die Armseligkeit, die im städtischen Wesen eingerissen war, erspart ein zu Anfang des neuen Jahrhunderts zwischen zwei Nachbarsleuten vorgefallenes Gespräch:

"Ja, Nahwer, dat helpt nich, in dit Jor möt ik mi ne nie Dackrönn maken laten" klagt ein unglücklicher Hausbesitzer, und nicht gerade trostvoll antwortet sein erfahrener Freund: "den warstu up'n Zeddel * ) verhögt."

Wo solche Anschaunngen Platz greifen konnten, da mußte wahrhaftig tiefer Verfall eingetreten sein.

Sechstausend Einwohner soll denn Wismar auch nur noch gehabt hoben, als am 26. Juni 1803 durch den Malmöer Vertrag der Herzog Friedrich Franz es sammt Poel und Neukloster um 1,250 000 Thaler Hamb. Banco als Pfandbesitz für Meklenburg zurück erwarb.

Am 19. August ging die Ablieferung an Meklenburg vor sich; am 29. August hielt der Herzog vom Altwismarthor her seinen Einzug.

Die Erstarkung der Stadt seit der von ihr freudig begrüßten Wiedervereinigung mit Meklenburg ist nicht zu verkennen. Wismar hat an dem allgemeinen wirthschaftlichen Aufschwunge nach den Kriegen zu Anfang des Jahrhunderts durchaus theilgenommen und der Wohlstand seiner Einwohner sich gehoben. Das hätte allerdings in noch höherem Maße der Fall sein können, wenn die 1837 erstrebte Eisenbahnverbindung über Boizenburg nach Hannover zur Ausführung gekommen und nicht spätere Bahnen dem Interesse der


*) Abgabenzettel.
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Stadt entgegen gebaut wären. Das Scheitern jenes Planes aber, welches hier allgemeine und nachhaltige Verstimmung erzeugte, schrieb man zum großen Theile dem unglücklichen Umstande zu, daß Wismar auf dem Landtage nicht vertreten war.

Leider ist auch gegenwärtig für absehbare Zeiten noch keine Aussicht auf Wiedererlangung der Landstandschaft, da Wismar mit einer einfachen Stimme nicht zufrieden ist, sondern, wie es vor der Trennung Rostock gleich gestellt war — es sei an die Theilnahme beider Städte an den Vormundschaften 1329 und 1424 und am Schiedsgerichte zwischen den Herzogen Heinrich und Albrecht 1519 erinnert —, so auch jetzt gleiche Rechte mit Rostock verlangt, dieser berechtigte Anspruch aber, in dieselbe Stellung einzutreten, die es bis 1648 inne hatte, sich kaum mit den Einrichtungen vereinigen läßt, welche der landesgrundgesetzliche Erbvergleich von 1755 geschaffen hat.

Daß unter solchen Umständen die Agitation für eine constitutionelle Verfassung hier besonders günstigen Boden gefunden hat, ist erklärlich, wie es andererseits von sehr gesundem Sinne zeugt daß die Stadt 1848 ihre mit einer solchen Constitution sich kaum vertragenden wirklichen Freiheiten nicht hat aufgeben wollen.

Darf ich schließlich einen kurzen Vergleich zwischen dem Wismar der Gegenwart und dem Wismar des Mittelalters anstellen, so wird unbedingt die Menschenzahl jetzt die größere und es wird auch mehr Geld in der Stadt sein; daß das Leben gegenwärtig gemächlicher, bequemer und sicherer verläuft, ist zweifellos: ebenso gewiß aber auch, daß die Bedeutung der Stadt für das ganze Land im Mittelalter eine unendlich größere, daß der Handel viel bedeutender, wahrscheinlich, daß der Wohtstand ein mehr gleichmäßiger war, und nicht zu bezweifeln, daß der Einzelne bei größerer Selbständigkeit auch mehr Kraft entfaltete.

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Zur Geschichte

der

Baukunst in Wismar.


Vortrag bei der Jahresversammlung des Vereins für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde zu Wismar. 1890, Juli 11.

Von
Dr. F. Crull.

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Meine Herren.

Herr Archivrath Grotefend wünschte, daß ich Ihnen heute über die Kunstthätigkeit früherer Zeit in unserer Stadt berichten möge, und ich erklärte mich auch dazu bereit, ohne zu bedenken, daß einerseits die Zeit zur Abfassung eines solchen Berichtes für mich zu kurz war, und andererseits für einen mündlichen Vortrag derselbe zu umfangreich ausfallen würde. Somit muß ich mich darauf beschränken, Ihnen die Entstehung der Bauten zu schildern, welche Sie heute Morgen in Augenschein genommen haben.

Bekanntlich nahm Rostock unter den wendischen Städten den dritten Platz ein, Wismar dagegen den fünften, und während diese Stadt vor ihrer Lostrennung von Meklenburg den achtzehnten Theil der Landessteuern zu zahlen hatte, entfiel auf jene der zwölfte Theil. Diesem gegenüber, der durch die Lage bedingten größeren Bedeutung Rostocks, ist es auffallend, daß die Pfarrkirchen Wismars so viel ansehnlicher sind, als die der reicheren und mächtigeren Stadt, ja, auch ansehnlicher als diejenigen Lübecks, wenn wir von

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der dortigen Marienkirche absehen. Denn in Lübeck ist es eben nur diese Kirche, in Rostock ebenfalls die Marienkirche, und in Stralsund und Lüneburg sind es allein die dortigen S. Nicolaikirchen, welche ein Hochschiff haben mit polygonal geschlossenem Chore, um welchen sich die Abseiten als Umgang herumziehen, dem dreiseitige Capellen derartig angefügt sind, daß jedes Compartiment des Umganges sammt der entsprechenden Capelle von einem sechskappigen Gewölbe überdeckt ist, eine Anordnung, welche sich aus früherer Zeit fern im Westen an den Domen zu Doornik und Utrecht, hier Landes außer an den vorhin genannten Kirchen an dem Dome zu Schwerin und dem Münster zu Doberan, sowie im Norden an den S. Peterskirchen zu Malmö und Riga findet, wogegen wir in Wismar zwei dergleichen Kirchen, Marien und S. Nicolai, haben und eine dritte, S. Jürgens, welche, wenn auch in anderer Weise erbaut, jenen an Umfänglichkeit, Großartigkeit keineswegs nachsteht. Eine Erklärung dieser Erscheinung versuchen, würde viel Zeit und Geduld erfordern und überdem mit wenig Aussicht auf befriedigenden Erfolg begleitet sein, und muß es daher genügen, über die Entstehung dieser und anderer Denkmäler der Frömmigkeit, des Unternehmungssinnes und des Kunstinteresses unserer Vorfahren zu berichten.

Es kann nicht dem mindesten Zweifel unterliegen, daß man sofort nach Gründung der Stadt gegen 1230, welche zunächst nur die Kirchspiele Marien und S. Nicolai begriff, Bauten für den Gottesdienst errichtet hat, Nothbauten, die, wenn nicht ganz aus Holz, was nicht glaublich erscheint, doch nur in Holzverband mit Lehmwänden hergestellt waren, aber ebenso sicher darf man annehmen, daß man gleichzeitig deren Ersetzung durch solidere Bauwerke ins Auge faßte und zu solchen die Opfergaben der Gläubigen sammelte. Wie lange es dauerte, daß sich diese so mehrten, um monumentale Bauten in Angriff nehmen zu können, darüber wissen wir nichts, denn wenn auch in den wenigen Testamenten, die sich aus dem 13. Jahrhundert erhalten haben, nirgend Vermächtnisse ad opus, zum Bau einer oder mehrerer Kirchen fehlen und die Stadtbücher Gaben verzeichnen, so darf man dorther doch nicht, wie es früher häufig irrthümlich geschah, den Schluß ziehen, daß zur Zeit der Abfassung der Testamente oder der Eintragung der Schenkungen ein Bau an der betreffenden Kirche im Gange war: jene Legate und Zuwendungen wurden nur im Allgemeinen dem Werkhause gemacht und finden sich das ganze Mittelalter hindurch und selbst noch in der nächstfolgenden Zeit. Wir haben aber Aufzeichnungen, nach denen unzweifelhaft zwischen 1270 und 1280 an S. Nicolai

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gebaut worden ist, und dürfen daher auch wohl annehmen, daß solches bei S. Marien, der Hauptkirche, ebensalls stattfand, eine Vermuthung, welche durch den Thurmbau dieser Kirche durchaus bestätigt wird, denn da regelmäßig die kirchlichen Bauten, mit dem Chore anfangend, allmählich nach Westen fortschritten, Thürme also zuletzt zur Ausführung kamen, so muß, da unser Thurm ersichtlich älter als die jetzige Kirche ist und der Früh=Gothik angehört, die frühere Kirche, diejenige, welche er abschloß, im Uebergangsstile ausgeführt gewesen sein, welcher eben zur obgedachten Zeit noch keineswegs bei uns aufgegeben war. Der Thurm ist aber nicht bloß ein Document für die Bauzeit und den Stil der früheren Kirche im Allgemeinen, sondern gestattet auch Schlußfolgerungen bezüglich der Gestaltung derselben, denn es ergiebt sich aus dem Grundrisse der Gesammtanlage des Thurmes, aus der Anordnung dreier Fenster von gleicher Höhe im Erdgeschosse, aus dem im Dachraume des Hochschiffes der jetzigen Kirche sichtbaren Reste des Frieses, welcher das erste Geschoß des Thurmes umzieht, und den Abbruchsspuren an der östlichen Ecke der südlichen Thurm=Abseite, daß der Thurm zu einer Kirche gehört, welche drei gleich breite und gleich hohe Schiffe hatte, die von einem einzigen Dache bedeckt waren, dessen First nicht über den genannten Fries hinausreichte; nach den Halbpfeilern an der inneren Thurmwand zu schließen, hatte die alte Kirche rechteckige Pfeiler, und wahrscheinlich einen Chor, welcher mit einer geraden Wand abschloß.

Nicht allzulange hat man sich mit diesem Gotteshause zufrieden gegeben, sondern etwas Bedeutenderes an dessen Stelle setzen wollen: die heutige Kirche. In Bezug auf deren Bau sind zwei Daten auf uns gekommen, ein Vertrag, welchen die Vorsteher mit Meister Johann Grote behufs Fertigstellung des Chores und der Kirche abgeschlossen haben und zwar nach einem Historiker des vorigen Jahrhunderts 1339, und eine Aufzeichnung über die Consecration des Chores, nach welcher solche am 3. März 1353 stattgefunden hat, während eine Inschrift an einer Capelle der Südseite das Datum des 6. Mai 1339 enthält. Mag diese Inschrift nun unvollständig sein oder nicht, so kann sie doch kaum aus etwas anderes sich beziehen, als auf den Bau der Capelle, und würde es demnach in Beihalt des Datums der Vereinbarung, welches anzuzweifeln kein Grund ist, sich ergeben, daß Johann Grote die Längsfaçaden der Kirche fertig vorfand. Dazu stimmt auch, daß die Einzelnheiten letzterer, welche nur in den dem Thurme zunächst befindlichen Travéen — die Portale dort sind später eingebrochen — sichtbar erhalten sind, einer bei weitem älteren Zeit, der Früh=Gothik

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angehören und auch älter sind als der Chorumgang, welcher aber auch vor Johann Grotes Zeit fällt, da seine Formen viel edler sind als die dessen, was jener ohne Zweifel ausgeführt hat. Dieser Umgang hat die größte Aehnlichkeit mit demjenigen des Domes zu Schwerin, welcher meines Erachtens nicht jünger als der Chor selbst und muthmaßlich vor 1314 zu datiren ist, zeigt jedoch eine entwickeltere Anordnung der seitlichen Capellenfenster, und wird man kaum fehlgehen, wenn man unseren Umgang gegen 1320, die Seitenfaçaden aber in den Anfang des Jahrhunderts setzt. Auch die Arkaden, mindestens die des Chores, hat Johann Grote, wie Crain gewiß richtig in einer Gelegenheitsschrift von 1853 annimmt, vorgefunden, und zwar das Mauerwerk oberhalb des Arkadengesimses bis zu einer Höhe von ein paar Metern, und dann den Bau des Chores zu Ende geführt, so daß derselbe angegebenermaßen Lätare 1353 geweiht werden konnte, wobei er aber leider nur, soweit er mußte, seinem Vorgänger gefolgt ist und, wohl im Einverständniß mit den Vorstehern, u. a. am Hochchore den schönen Fries des Umganges nicht wiederholt, den Chor so hoch geführt, daß der First mitten auf das zweite Stockwerk des Thurmes trifft, und die ältere Anordnung der Dienste im Chore theilweise verändert hat. Nach Vollendung des Chores baute man die Kirche fertig, womit man nach der Zeit, die man zum Chore brauchte, 1367 zu Ende gekommen sein müßte; Johann Grote wird auch, wenn schon nicht ausdrücklich als bei der Kirche beschäftigt, in diesem Jahre zuletzt genannt. Das Bauen an derselben hat aber dann noch nicht aufgehört. Daß bereits 1339 die Capelle der Kröpelin an der Südseite angebaut wurde, ist bereits erwähnt; ziemlich gleichzeitig stiftete auch der Vorsteher Hinrick Hogewarde eine solche, welches die am südöstlichen Theile des Umganges belegene sein mag. Demnächst dürften die beiden gleichzeitig erbauten, neben der Kröpelinen=Capelle belegenen Capellen entstanden sein, die mit jener gleiche Außenarchitektur zeigen, und dann die letzteren entsprechenden Capellen der Nordseite. Später als diese ist die östlich daranstoßende, urkundlich 1388 consecrirte Capelle errichtet und, da sie mit ihr in Verband steht, auch die nördliche Halle. Wenig später als letztere mag man die Sacristei gebaut haben; 1390 wurde in ihrem oberen Geschosse eine Messe gestiftet. Die jüngsten der noch erhaltenen Anbauten sind die der Sacristei correspondirende Knochenhauer=Capelle und die mit dieser in Verband stehende südliche Halle, welche, in sehr roher Weise der Abseite angefügt, 1414 zuerst als novum edificium, dat nige buwte, vorkommt, ein Name, der ihr noch langehin verblieb. Nicht mehr vorhanden sind die zwischen

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1410 und 1420 erbaute Capelle der Krämer und eine Capelle neben derselben, welche vielleicht erst dem 16. Jahrhundert angehörte; sie sind in den dreißiger Jahren abgebrochen. Ihre Stelle an dem nordöstlichen Theile des Umganges zeigt der derzeitig ausgeführte Verschluß deutlich genug an, welcher, so ungeheuerlich er erscheint, doch noch als abschreckendes Exempel bei Wiederherstellungsarbeiten dienen kann. Sieht man auch von diesen Capellen ab, so begreift doch die Bauzeit der Kirche einschließlich des Thurmes über hundert Jahre, ein Zeitraum, der sich allerdings im Aeußeren mehr kenntlich macht als im Innern, welches bei aller Würde und Erhabenheit, die man ihm nicht absprechen kann, doch bei der übergroßen Höhe (114 Hamb. Fuß oder 32 1/2 m) eigentlicher Schönheit entbehrt und gegenwärtig um so mehr, als man bei Errichtung des prahlerischen Altaraufsatzes 1749 Triumphkreuz und Chorgitter, nach 1816 den kleinen Altar entfernte, 1840 die Taufe von ihrer Stelle im Mittelschiffe brachte und mit einem anmaßlichen Orgelbau weit in das Schiff vorrückte, endlich vor einigen Jahren die Thurmabseiten völlig schloß, Maßregeln, welche die im Verhältniß zur Höhe unerfreuliche Kürze der Kirche erst recht ins Auge fallen lassen.

Gegen das Ende der Bauthätigkeit an der Marienkirche entschloß sich auch die S. Nicolai=Gemeinde ihre Pfarrkirche in ähnlicher Weise wie jene, stattlicher, großartiger, ihrer Bestimmung würdiger zu gestalten, und es ist uns ein im Original nicht mehr vorhandener Contract unter dem Jahre 1381 überliefert, welchen die Vorsteher mit Hinrick v. Bremen, des Rathes Maurermeister, zum Neubau abschlossen, während ein hundert Jahre später schreibender Chronist die Gründung des Chores in das Jahr 1386 setzt. Von einer Erklärung dieser Differenz läßt sich wohl absehen und wird es genügen zu sagen, daß vermuthlich der Umgang und die Capellen neben dem Chore, deren Steine mit einem Buchenblatte gestempelt sind, zunächst ausgeführt wurden, hiernach die Chorpfeiler und =Arkaden, deren Steine als Stempel eine Rose zeigen, und endlich der Lichtgaden des Chores, dessen Steine mit einem Merk gezeichnet sind. Zwischen 1406 und 1415 ist der Chor mit Bedachung versehen worden. Dann hat der Bau vollständig geruht bis zum Jahre 1434, also fast ein Menschenalter hindurch, wurde hiernächst aber mit Macht seiner Vollendung entgegengeführt. Im gedachten Jahre erbaute man die zur Aufnahme der kleinen Orgel bestimmte nördliche Halle nebst den westwärts daranstoßenden Capellen, 1437 führte Hermen v. Münster, Raths=Maurermeister, die südliche Halle, dat likhus, und die unterwärts belegenen Capellen auf, und 1439 ging man an den Bau des Schiffes, welches 1459 vollendet und

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am 23. September d. J. consecrirt wurde. Der Beschluß der Bauthätigkeit an der Kirche selbst durch Einwölbung ist unmittelbar daraus in Angriff genommen. Der alte Thurm wurde bis auf den Unterbau, welchen man conservirte, 1485 abgebrochen und in der verhältnißmaßig kurzen Zeit von zwei Jahren durch Hans Mertens neu aufgeführt; die Ausführung des hohen Helms, welcher denselben bis zum 8. December 1703 schmückte, wird gleich darauf erfolgt sein. S. Nicolai ist eine Copie von der Marienkirche, aber eine organisch durchgebildete und darum und wegen der gleichmaßigen Bildung der Formen und Einzelnheiten erfreulicher als letztere, wenn auch das Mißverhältniß der Abmessungen hier noch größer, insbesondere die Höhe — 37 m — noch mehr übertrieben ist, und die Details den Niedergang des Stiles deutlich kundgeben. Am wenigsten lobenswerth ist der Thurm, den Hans Mertens in rohen Formen und ohne Verständniß in ebenso unschöner Weise angeschlossen hat, wie es an der Marienkirche geschehen ist.

Das Unternehmen zu S. Nicolai regte wiederum den Neubau von S. Jürgenskirche an. Das Kirchspiel S. Jürgens kam erst etwa zwanzig lahre, wie es scheint, nach Gründung der Stadt zu dieser hinzu, und dessen Pfarrkirche wurde dem Ritter S. Jürgen dedicirt, da ein S. Jürgens Siechenhaus, ein Hospital für Aussätzige in der neuen Parochie lag, welches nunmehr weiter westlich an die Köppernitz hinausgelegt und nach dem in unseren Seestädten so beliebten Apostel S. Jacob d. ä. benannt wurde. Die neue Pfarrkirche, deren Patronat 1270 der Deutsche Orden erhielt, wird verhältnißmäßig früh in solider Weise hergestellt sein, da bereits 1286 der Thurm derselben erwähnt wird, doch ist von diesem Bau nichts mehr erhalten. Der älteste Theil der jetzigen Kirche, der Chor, welcher in neuester Zeit durchaus ungehörig als Martinskirche — S. Martin war Compatron — bezeichnet worden ist, wird schwerlich vor 1300 und wahrscheinlich ein paar Decennien später fallen; ein Holzlieferungscontract für den Ziegelofen der Kirche von 1332 und ein Ablaßbrief von 1360 könnten sogar vermuthen lassen, daß der Bau im letztgenannten Jahre noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Dieser ältere Theil hat mit dem Umgange der Marienkirche den Fries gemein, die Gliederung der Schmiegen der Portale und Fenster, auch ein durch Strebebogen gestütztes Hochschiff, dem wie bei der Marienkirche der Fries fehlt, aber er unterscheidet sich durch die Viertheiligkeit der Fenster der Abseiten und ganz besonders dadurch, daß der Chor ohne Ausbildung eines Umganges nicht polygonal, sondern durch eine grade Wand abgeschlossen ist, sodaß also in der allgemeinen Anordnung eine Verwandtschaft mit

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der Pfarrkirche zu Güstrow vorliegt. Nach Ablauf des 14. Jahrhunderts machte man sich aber an einen Neubau, indem man 1404, wie eine Inschrift besagt, mit dem Thurmbaue begann. Dann hat der Bau geruht, bis der schon genannte Hermen v. Münster Werkmeister und zugleich Baumeister der Kirche wurde, als welcher er 1442 bis 1449 urkundlich nachweisbar ist. Er legte das Fundament der neuen Kirche, des höheren Theils derselben, welche aber nur bis zur ersten Travée des Chores einschließlich fertig geworden ist. Die Thätigkeit Hermens v. Münster, dessen Merk an einer Arkade der Nordseite sichtbar ist, ist an den auch bei S. Nicolai angewendeten Details deutlich zu erkennen, doch hat er sich bezüglich der Pfeilerbildung, der Gliederung der Arkaden, der Anordnung der Dienste nach S. Marien und S. Jürgens Chore gerichtet, wie schon sein Vorgänger den Grundriß von Marien=Thurmbau seinem Neubau genau zu Grunde legte. Aus letzterem Umstande resultirt nun, da Hermen v. Münster an das vorgefundene anknüpfte, eine Grundverschiedenheit dieser Kirche von den beiden anderen, indem der Thurmunterbau einer frühen Hallenkirche entspricht, mithin die Seitenschiffe im Verhältnisse zum Mittelschiffe erheblich breiter sind, als in den beiden andern Kirchen, wozu dann noch kommt, daß die S. Jürgenskirche eine wirkliche Kreuzkirche ist, während jene nur im Grundrisse als Kreuzkirchen erscheinen, und zwar eine Kreuzkirche, deren Arme gleich lang sind, ein griechisches Kreuz bilden, denn mir wenigstens erscheint es nicht zweifelhaft, daß für die neue Kirche ein ebenso rechteckig geschlossener Chorschluß projectirt ist, wie die ältere Kirche ihn zeigt, sodaß also noch zwei Travéen der neuen Kirche zur Vollendung fehlen würden. Diese ist nicht erreicht; man hatte seine Mittel überschätzt, und schon 1464 entschloß sich, wahrscheinlich auf Andringen der Vorsteher, der Rath zu dem damals noch seltenen Schritte, Collectanten auszusenden um Gaben einzusammeln. Wann die Bauthätigkeit abgeschlossen ist, läßt sich nicht angeben, doch ist es zweisellos vor 1497 geschehen, da in diesem Jahre der schon genannte Hans Mertens starb, dessen Name am äußersten Gewölbe des nördlichen Kreuzarmes zu lesen ist. Einzig die fürstliche Tribüne östlich neben der Sacristei erweist sich als ein Bau des 16. Jahrhunderts: sie ist 1316 erbaut. Trotzdem, daß die Kirche nicht vollendet worden, ist das Innere derselben doch von mächtigster Wirkung. Gewissermaßen Combination einer Hallenkirche, einer basilicalen, einer Kreuzkirche, ja, wenn man sich den Bau derartig vollendet denkt, wie mir obbesagtermaßen wahrscheinlich däucht, etwa selbst an einen Centralbau erinnernd, darf der Entwurf gewiß als eines begabten und

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unternehmenden Meisters würdig erachtet werden, der noch höher zu stellen wäre, wenn seine Berechnungen nicht zu wünschen übrig ließen, deren Mangelhaftigkeit vor kurzem zu Maßnahmen Anlaß gegeben haben, welche den majestätischen Eindruck der weiten Räume erheblich beeinträchtigen.

Aus dem Vorgetragenen ergiebt sich, daß es nur ganz kurze Zeiträume waren, in denen während des 14. und 15. Jahrhunderts an den noch vorhandenen Kirchen nicht gebaut worden wäre, aber es entstanden neben diesen während der gedachten Periode auch noch andere für gottesdienstliche Zwecke errichtete Baulichkeiten, theilweise von ansehnlicher Größe, die aber entweder untergegangen oder doch in wenig erfreulichem Zustande aus uns gekommen sind.

Die grauen Mönche oder minderen Brüder, die Franciscaner, erwarben 1251 oder 1252 einen Platz zu einem Kloster in der Stadt, für welches nach einer inschriftlichen Ueberlieferung eine Kirche am Schlusse des Jahrhunderts erbaut wurde. Von dieser ist jedoch nichts erhalten, denn die spärlichen Reste der südlichen Chorwand, welche heute noch vorhanden sind, sowie der — von Crain mitgetheilte — Grundriß sprechen durchaus für einen Bau des 14. Säculums, wofür auch eine späte Nachricht vorliegt. Nach diesem Grundrisse und verschiedenen Abbildungen war die Kirche dreischiffig, vielleicht mit höherem Mittelschiffe, hatte einen polygonal geschlossenen Chor ohne Abseiten, und an dem schlicht dreieckigen Giebel erhob sich jederseits ein Windelstein. Der Rest der Klostergebäude, die Große Stadtschule, wird dem Anfange des 16. Jahrhunderts angehören. Der Kreuzgang ist im vorigen Jahrhundert abgebrochen wegen Baufälligkeit, welche auch für den Abbruch der Kirche im Jahre 1810 als Grund angegeben wird. Die sehr schlichten, späten Bauten südlich neben dem Chor wurden vor funfzig Jahren niedergelegt um eine Gewerbeschule an ihrer Stelle zu errichten. Rücksichtslos ist der Chor der Kirche, in dem sieben Mitglieder unseres Fürstenhauses ihre Ruhestätte fanden, zu Hof und Garten für die ehemalige Rechenmeister=Wohnung hergegeben.

Etwa ein Menschenalter später als die Minoriten sind die Schwarzen Mönche oder Predigerbrüder, die Dominicaner, in die Stadt gekommen. Ihre ansehnliche, wenn auch in einfachen Formen, so doch in schönen Verhältnissen im 14. Jahrhundert erbaute Kirche, welche derjenigen der grauen Mönche glich, mußte wegen unzweifelhaftter Baufälligkeit, insbesondere wegen Ueberweichens des mächtigen Giebels 1878 abgebrochen werden, und nur der jüngere, von Merten

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Kremer erbaute und 1397 consecrirte Chor blieb, da er in gutem baulichen Stande, aus Verwendung des Baumeistes H. Thormann erhalten und wurde zu Zwecken der Mittelschule, welche an Stelle der Kirche durch H. Brunswig ausgeführt wurde, eingerichtet.

Zu längerer Verpflegung Einheimischer, kürzerer für bedürftige Wanderer wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts zwischen Alt= und Neustadt das Haus zum heiligen Geiste gestiftet, dessen ziemlich große, ein längliches Rechteck bildende ungewölbte Kirche aber kaum vor dem 14. Jahrhundert erbaut, und deren Altar jedenfalls erst 1326 consecrirt ist. Die Südseite, der man wegen Ueberweichens in jüngerer Zeit Strebepfeiler gegeben hat, zeigt strengere Formen als die Nordseite, soweit letztere erhalten ist, denn man hat nicht allein eine größere, sondern auch noch drei kleinere Capellen dieser angebaut, von denen die der Pforte westwärts zunächst belegene zwischen 1395 und 1419 geweiht worden sein wird. Die Giebel der Kirche sind 1665 neu aufgeführt.

Von der Kirche des Aussätzigenhauses zu S. Jacob besitzen wir weder Nachricht über ihre Erbauung noch über ihre Gestalt; sie wurde bei der schwedischen Belagerung 1631 ruinirt. Ebensowenig ist von der Capelle zum h. Kreuze aus dem vormaligen Kirchhofe von Alt=Wismar etwas übrig, die, 1481 qeweiht, bereits 1563 zum Bau einer Wasserkunst vor dem Alt=Wismar=Thore abgebrochen worden ist.

Zu Menschen Gedenken, nämlich 1850, ist die aus der nordwestlichen Ecke des Marien=Kirchhofes zur Sühne für die Hinrichtung zweier Rathsmitglieder erbaute, im Anfange der dreißiger Jahre des 15. Jahrhunderts consecrirte Capelle frivoler Weise abgebrochen worden. Es war ein bei der Seltenheit derartiger Bauwerke und der sicheren Datirung, auch seiner historischen Bedeutung wegen, schätzbares Werk von zwei Gewölben Länge mit einem Walmdache, einfach, tüchtig und gediegen, aber architektonisch allerdings nicht von hervorragender Bedeutung.

Solche darf man jedoch der aus der südwesttichen Ecke des eben genannten Kirchhofes errichteten Capelle Marien zur Weiden, sub salice, zuerkennen, welche, im Aeußeren ganz aus glasirten Ziegeln hergestellt, neben den besten Verhältnissen die Details unserer Blüthezeit des gothischen Stiles zeigt. Darnach steht sie dem Umgange der Marienkirche äußerst nahe, und wenn dazu 1324 ein Vicar an ihr genannt wird, so erscheint es kaum zweifelhaft, daß sie in diesem Jahre bereits bestand. Leider befindet sie sich in einem sehr ruinosen Zustande, aus welchem sie gerettet zu sehen kaum gehofft werden kann.

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Diejenigen, welche diese besprochenen monumentalen Bauten aufführten, waren Maurermeister, stenwerchten oder stenwerter, lapiscidae, welche nicht etwa bloß für die Aufsicht ihren Groschen einzogen, sondern auch das Ziegel= und Kalkbrennen besorgten und selbst mit der Kelle mitarbeiteten. Daß sie nach Rissen gearbeitet hätten, die ihnen von Anderen in die Hand gegeben wären, erscheint wenig wahrscheinlich, da eine künstlerische, wenigstens baukünstlerische Thätigkeit der Geistlichkeit, wie in früherer Zeit, im 14. oder gar 15. Jahrhunderte gewiß nicht mehr statthatte, und man das Können der damaligen Handwerker entschieden nicht nach dem der heutigen beurtheilen darf, es spricht vielmehr für eine Ausführung durch die Auftraggeber in allgemeiner Weise ertheilter Dispositionen durch bürgerliche Kräfte, daß nicht allein die Verhältnisse der Abmessungen zu einander erheblich von dem hergebrachten Kanon abweichen, besonders die Höhenbewegung außerordentlich übertrieben ist, sondern auch die Einzelnheiten vielfach Unbeholfenheit, mehr und mehr zum Theil sogar geradezu Rohheit zeigen. Wir dürfen uns nicht darüber täuschen, daß es mehr die Größe der in Einer Stadt, und zwar einer von secundärer Bedeutung, entstandenen Kirchen ist, welche das Interesse an denselben erregt, als die Schönheit ihrer Verhältnisse oder die Feinheit ihrer Details. In ersterer Beziehung stehen unsere Kirchen dem Doberaner Münster, auch dem Schweriner Dome weit nach und bezüglich letzterer werden sie von dem alten Theile von S. Marien in Rostock, von S. Jacobi und S. Petri daselbst erheblich übertroffen.

Außer diesen gottesdienstlichen Gebäuden finden sich in Wismar noch drei kirchliche, welche der Ausmerksamkeit werth und deren zwei von hervorragender Bedeutung sind. Ganz besonders ist die Alte Schule bei der Marienkirche ein nicht bloß in seinen Verhältnissen höchst zierlicher, sondern auch in seinen Einzelnheiten so ausgezeichneter Bau, daß derselbe die höchste Werthschätzung verdient, und daß man wohl sagen darf, es gebe im Gebiete des norddeutschen Ziegelbaues kein Bauwerk ähnlicher Art, welches ihm an die Seite gestellt werden könnte. In der That wird dasselbe, von dem vor etwa 25 Jahren dem Musikantenhause zu Liebe leider eine Abtheilung weggebrochen ist — der Ostgiebel ist also neu; der ursprüngliche, schlicht dreieckige hatte nur fünf einfache schmale Nischen mit abgerundeten Ecken —, der Blüthezeit des Spitzbogenstiles angehören, was nicht bloß aus den Bauformen an sich, sondern auch in Beihalt gewisser Umstände geschlossen werden darf. Es findet sich nämlich an der südlichen Façade ein Fries von vier in ein Ouadrat zusammengefügten Dreiblättern, und ganz denselben Fries

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sieht man auch am ersten Geschoß vom Marien=Thurm. Da wir diesen aber nothwendig noch dem 13. lahrhunderte zuschreiben mußten, der gedachte Fries sonst nirgends vorkommt, eine langjährige Aufbewahrung überschüssigen Materials oder der Formen oder eine spätere Nachbildung höchst unwahrscheinlich ist, so wird man die Alte Schule umsomehr der Zeit. um 1300 zuschreiben dürfen, als 1297 der Rath mit dem damaligen Scholasticus einen Vertrag abschloß, nach welchem jener die Schule, welche übrigens schon 1289 an derselben Stelle lag, non kirchlichen Mitteln, d. h. aus dem Beutel der Kirchenfabrik, bauen und bessern sollte. Bei der Restauration des in bösem Verfall begriffenen Gebäudes ist möglichst gewissenhaft verfahren, doch nöthigte die jetzige Bestimmung desselben zum culturhistorischen Sammelplatz die Anordnung der Fenster auf der Südseite zu ändern.

Wenngleich nicht so anziehend und bedeutend wie die Alte Schule, ist doch U. L. Frauen=Capellanei, südöstlich bei der Kirche, aller Ausmerksamkeit werth. Wie wesentlich alte Wohnhäuser ein Giebelhaus, unterscheidet sie sich doch von solchen durch das Fehlen eines Entresols, durch die schmalen zweilichtigen Fenster — das dreilichtige an der Sargmacherstraße, welches die Stelle zweier schmalen einnimmt und jüngeren Ursprungs ist, mußte belassen bleiben, um den Giebel nicht zu gefährden — und den Eingang über einen Hof aus der Hinterseite. Die Details des Bauwerks sprechen klar dafür, daß dasselbe ungefähr in der Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut worden ist. Bedauerlich reichten die vorhandenen Mittel nicht, um bei der Restauration auch den Hintergiebel wiederherzustellen.

Die Pfarre derselben Kirche besteht außer einem kleinen Fachwerkshause und einem 1576 errichteten, aus einem in den einfachsten Formen gehaltenen Hauptbau, welcher aus dem Grunde in die Zeit um 1500 anzusetzen sein dürfte, als über den Fenstern, die in Nischen angebracht sind, welche das Bodengeschoß mit begreifen, Entlastungsbogen gespannt sind, an deren Stelle wir sonst überall starke Balken finden. Ohne hervorragende architektonische Bedeutung im Einzelnen, bildet dieser Gebäudecomplex eine höchst malerische Gruppe, für die wohl auch einmal die Stunde zu schicklicher Herstellung schlagen wird, wie nicht minder für den Todtentanz, welcher in dem Saale des Haupthauses unter der Tünche verborgen ist.

Profanbauten aus älterer Zeit haben nur wenige sich erhalten oder sind doch so verunstaltet, daß ihr einstiger architektonischer Werth kaum noch zu erkennen ist. Lübeck und Stralsund haben ihre alten Rathhäuser behalten und würdig wiederhergestellt, und die Möglichkeit dazu, zu einer Wiederherstellung, scheiut doch auch

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in Rostock nicht ausgeschlossen. Wismar ist nicht so glücklich. Sein Rathhaus brannte 1350 nieder. Das dann erbauete bestand aus einem mit der Längsfaçade dem Markte zugekehrten, vermuthtich zweigeschossigen Hause, an dessen Westgiebel sich ein marktwärts vorspringender. ohne Zweifel gegen Abend mit einem Blendgiebel von sechs Compartimenten geschmückter, auswärts gänzlich aus glasirten Ziegeln hergestellter Bau schloß. Jener Blendgiebel ist um 1600 durch zwei Renaissance=Giebel ersetzt worden, wie denn überhaupt das Rathhaus im Laufe der Zeit mit allerlei Verschönerungen bedacht worden ist. Dieser Bau diente seiner Bestimmung bis 1807, wo er durch Zusammenstürzen des Daches unbrauchbar wurde. Ein neuer, der jetzige, wurde 1817/19 ausgeführt, wobei von dem alten Mauerwerk viel conservirt wurde und namentlich auch von dem westlichen Theile die aus zwei Reihen von je sechs Gewölben bestehende Halle sowie der schöne Keller kenntlich erhalten blieb, letzterer freilich durch Herstellung eines östlichen Flügels gründlich beeinträchtigt.

Hinter dem Rathhause lag eine Reihe Buden, die Schusterbuden genannt, die ein einziges Gebäude gebildet haben werden. Die Rückseite einer Bude hat sich bis heute erhalten und scheint es nach dem Bodengeschosse, daß sie der letzten Zeit der Gothik angehört, während der Fries unter demselben auf ein höheres Alter deutet.

Westlich an diese Buden, durch einen Durchgang, den Schwibbogen, von ihnen getrennt, stößt die ehemalige Wohnung des Cämmereidieners, gleichfalls eine Bude, die einzig derartig erhaltene, daß man die Einrichtung einer solchen Baulichkeit erkennen kann. An diese schließt sich die Rathsapotheke, ein offenbar ursprünglich sehr elegantes Giebelhaus, welches leider, besonders in neuerer Zeit, stark modernisirt ist aber doch die alten Formen leidlich erkennen läßt. Es gehört ersichtlich dem 15. Jahrhundert an und zwar wohl der ersten Hälfte desselben.

Die Westseite des Marktes nahmen zwei öffentliche Gebäude ein. Das von dem Durchgange "beim Salzfasse" nordwärts gelegene enthielt 12 oder 13 Buden, die Lowents= und Leinenbuden, mit Fronten sowohl nach dem Markte wie nach der Hege. Vordem von der Cammerei vermiethet, wurden sie später veräußert und Wohnhäuser daraus gemacht, mit denen man marktwärts und hinterwärts ausrückte. Nur eines der letzteren enthält noch alte Reste, die oberhalb des Daches zu Tage liegen. Ein vor mehreren Jahren unternommener Neubau gestattete das Bauwerk als dem 15. Jahrhunderte angehörig zu schätzen.

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Südwärts in derselben Reihe lagen gleichfalls Buden, aber nur an der Hege. während marktwärts Schrangen sich an sie lehnten. Zwei dieser Buden waren wohlerhalten bis 1858, wo sie abgebrochen wurden um dem Neubau einer Hauptwache Platz zu machen. Sie werden dem Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts angehört haben.

Der Stadt=Marstall, Herren=Stall, links beim Ausgange aus dem Altwismar=Thore, 1864 durch ein Wohnhaus ersetzt, war ein langes massives Haus mit Fachwerksgiebeln neueren Datums, offenbar von hohem Alter, aber ohne architektonische Bedeutung. Jünger, etwa dem Anfange des 16. Jahrhunderts angehörend, war die Herren=Schmiede rechts am gedachten Thore, wie man bei einem Durchbau vor einigen Jahren sehen konnte.

Von den Mauern der Stadt ist allein die südliche Hälfte etwa erhalten, ihr Zinnenkranz jedoch nur an wenigen Stellen noch zu sehen. Mit der Mauer sind natürlich auch die Reste der sie unterbrechenden, theils viereckigen, theils halbrunden Mauerthürme, der wikhusere, geschwunden und nur ein einziger am Lindengarten, der zur Wasserleitung dient, erhalten. Wie die Mauerthürme sind auch die Thore gefallen. Das thurmartige Lübsche Thor ging beim Auffliegen der Pulverthürme 1699 zu Grunde, das hausähnliche Meklenburger nahm ein Ende bis auf die Durchfahrt, als dieselbe beim letzten Festungsbau verlegt wurde, das gleiche Altwismar=Thor wurde in Folge des Schadens, den es in der Franzosenzeit nahm, abgebrochen und das Pöler Thor 1870, angeblich, weil es den Verkehr behindere. Es war ein mit einem achteckigen Helm versehener ansehnlicher Thurm, welcher feldwärts ganz schlicht, stadtwärts mit zwei Doppelnischen und einer Rosette darüber geschmückt war und unterhalb des Daches einen Fries von Vierblättern zwischen Rundstäben hatte. Das Thor hatte große Aehnlichkeit mit dem Gefangenthurme am Altwismar=Thore und gehörte mithin wie dieser dem Ende des 14. Jahrhunderts an. Das hausartige Große Wasserthor, die Höllenpforte, verdankt seine Erhaltung dem Umstande, daß Lübcke die innere Ansicht der Abbildung werth gehatten hat. Der dem Hafen zugekehrte Giebel, welcher ursprünglich fünf Stufen und ebenso viele einfache schlichte Blenden zeigte, ist um 1600 einfach dreiseitig zurechtgemacht und diese Form, aus Sparsamkeitsrücksichten vermuthlich, sowohl bei der Reparatur von 1859, wie bei der gegenwärtigen beibehalten. Das ehemalige Neue Thor, spätere Fischer=Thor, ist zu unbekannter Zeit untergegangen.

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Von bürgerlichen Wohnhäusern aus dem Mittelalter hat sich äußerst wenig erhalten und wird voraussichtlich immer mehr verschwinden. Die alten Häuser waren nur für eine Familie eingerichtet und befriedigten die bescheidenen Ansprüche unserer Vorfahren, aber heutzutage genügen Häuser mit zwei, drei, höchstens vier Zimmern nicht und das Aufkommen von Miethswohnungen hat die Kasernen zur Folge, ohne Dielen und Vorplätze, nur mit Corridoren und recht vielen Zimmerchen, von denen das größte und beste allein zum Ausstellen der ungebrauchten "guten" Möbeln dient, und dessen Haupterforderniß der Spiegelpfeiler ist. Abgesehen von der Marien=Capellanei und Pfarre habe ich noch 35 mittelalterliche Giebel in Wismar gekannt. Vollständig erhalten waren nur drei, die übrigen theils durch Abbrechen, theils durch Ausmauern dem herrschenden Zeitgeschmacke nach verändert und besonders um ihre Stufen gekommen, und solche existiren gegenwärtig nur noch etwa sechszehn. Eine chronologische Bestimmung der einzelnen Giebel ist daher schon nur in bedingtem Maße möglich, und außerdem, da sie theils abgeputzt sind, theils so einfach, daß man sie ebensowohl dem 14. wie dem 15. Jahrhundert zuschreiben kann. Den alten Giebel am Markte, sowie den von Wädekins Hôtel, beide leider nicht intact erhalten, wird man mit einiger Sicherheit in den Schluß des 14. Jahrhunderts setzen dürfen, da ihre Verwandtschaft mit der Sacristei von der Marienkirche und der Capelle im Nordosten von S. Jürgen in die Augen springt. Ebenso wird es gestattet sein, die Giebel Altwismarstraße 19, Dankwartsstraße 8 und Lübschestraße 29 wie die Marien=Capellanei und die Rathsapotheke gegen die Mitte des 15. Jahrhunderts zu datiren, da ihre Profilirungen sich mehr oder minder gleichen und an einzelnen Details sich finden, die auch an den Kirchenbauten jener Zeit vorkommen

Aus dem 16. Jahrhundert sind nur zwei öffentliche Bauwerke auf uns gekommen, an bürgerlichen einige mehr, alle aus der zweiten Hälfte des gedachten Säculums. Jene sind der erwähnte Mittelbau der Marien=Pfarre von 1576 und die von Philipp Brandin angefertigte, aber erst 1602 aufgestellte Wasserkunst auf dem Markte. Dieser hat auch 1571 das Wohnhaus des Bürgermeisters Schabbel, Schweinebrücke 8, erbaut wie noch verschiedene andere, die aber sämmtlich untergegangen sind. Außer jenem ist noch das durch Renovirung arg mitgenommene Haus, Schmiedestraße 1, welches von 1589 datirt, von einigem Interesse; alle übrigen sind ohne Bedeutung, höchstens etwa ein Speicher von 1575, Neustadt 1, und ein ähnlicher an der Frischen Grube zu bemerken. Der fürstliche Bau des Fürstenhofes im Jahre 1554

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ist für die städtischen Bauten ganz ohne Bedeutung geblieben, ebenso wie der ältere im Anfang des Jahrhunderts errichtete Flügel jenes Hofes, welcher allerdings über bürgerliche Ansprüche weit hinausging, wie man trotz seines Verfalls erkennt.

Aus dem 17. Jahrhundert sind keine öffentlichen Bauten vorhanden, auch bis auf das Commandantenhaus, Markt 15, kaum ausgeführt; an Bürgerhäusern sind noch eine leidliche Anzahl erhalten, die aber alle mindestens abgeputzt oder in dieser oder jener Weise verändert sind.

Ebensowenig ist von der Stadt in dem traurigen 18. Jahrhundert etwas gebaut außer dem Baumhaus und — einem Galgen. Dieser wurde 1830 niedergelegt, jenes unlängst durch sehr unpassende Fenster häßlich entstellt.

Von den Bauten dieses Jahrhunderts erwähne ich nur das 1842 fertiggestellte Theater von H. Thormann, die Bürgerschule von H. Brunswig und den 1889 in Gebrauch genommenen Schlachthof von Dallmer als bemerkenswerth; alles Uebrige ist, soweit es seitens der Stadt gebaut ist, unerheblich, besonders für einen Verein für Vaterländische Geschichte und Alterthumskunde.

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III.

Die Ereignisse in Rostock

von 1311, September 17, bis 1314, Januar 21.

Von
Karl Koppmann.

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I m Nachfolgenden soll der Versuch gemacht werden, Ereignisse, die äußerlich betrachtet zu den bekanntesten gehören, in ihren Einzelheiten aber mannigfach dunkel sind, wenigstens soweit zu klären, daß Sicheres und Verständliches sich sondern von Unverständlichem und Zweifelhaftem. Es betreffen diese Ereignisse nicht nur rein städtische Verhältnisse, die Aufstellung eines neuen Raths und die Durchführung einer neuen Verfassung einestheils, die Wiederherstellung des alten Raths und der früheren Verfassung anderntheils, sondern auch den Untergang eines bisher selbstständigen Fürstenthums in seinen letzten Stadien und seine Vereinigung mit dem Kernlande des meklenburgischen Herrschergeschlechts. Betrachtet sind sie oft worden, neuerdings von mir in meiner kurzen "Geschichte der Stadt Rostock" (Rostock 1887), von Lange in seiner Abhandlung "Rostocker Verfassungskämpfe bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts" (Gymnasial=Programm, Rostock 1888) und von Fischer in seiner Inaugural=Dissertation "Heinrich der Löwe von Meklenburg" (Schwerin, 1889).

Zur Einführung in die Zeitverhältnisse werden wenige Worte genügen 1 ). Der letzte männliche Sproß des Rostocker Fürstenhauses, Nicolaus das Kind, hatte sich auf den Rath des Fürsten


1) Ich wiederhole kurz das in den Mekl. Jahrbüchern 52, S. 199-204 Gesagte.
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Heinrich II. von Meklenburg mit dessen Schwägerin Margarethe, einer Tochter des Markgrafen Albrecht von Brandenburg, verlobt, alsdann aber das Verlöbniß gebrochen und sich auf Anrathen des Fürsten Wizlav von Rügen im Jahre 1299 mit Margaretha, der Tochter Bogislavs IV. von Pommern=Wolgast, vermählt. Gegen das dadurch veranlaßte Bündniß der Markgrafen Otto und Hermann von Brandenburg, des Herzogs Otto von Pommern=Stettin und der Fürsten Nicolaus von Werle und Heinrich von Meklenburg suchte Fürst Nicolaus bei König Erich Menved von Dänemark Schutz: 1300, Dec. 22, nahm er Land und Stadt Rostock von ihm zu Lehn. König Erich kam im luni 1301 nach Rostock, schloß aber am 22. Juli zu Schwaan mit dem Hauptgegner seines Lehnsmannes, dem Fürsten Nicolaus von Werle, Frieden und theilte sich mit ihm in dessen Land. Die Stadt Rostock leistete dem Dänenkönige Widerstand, mußte sich aber im September 1302 der Uebermacht ergeben. Von da ab walten in Rostock dänische Hauptleute; vom Fürsten Nicolaus haben wir bis zum Jahre 1308 keine Spur; von 1308 ab dagegen urkundet er wieder in Rostock, während nach wie vor Hauptleute des Landes Rostock die Rechte des dänischen Königs wahrnehmen 1 ). — Im Sommer 1311 bricht ein Kampf aus zwischen dem Fürsten Heinrich von Meklenburg und seiner Stadt Wismar. Rostock, das König Erich am 12. Juni seine Thore verschlossen hat, leistet trotz seines Verbots der seit dem 11. Juli belagerten Schwesterstadt Beistand. Am 6. September ernennt der König den Fürsten Heinrich von Meklenburg zum Hauptmann des Landes Rostock. Fürst Heinrich sperrt durch zwei Thürme, die er zu beiden Seiten der Warnow erbaut, den Rostockern die See ab; die Rostocker brennen den einen Thurm nieder, zwingen die Besatzung des anderen zur Uebergabe und erbauen nun ihrerseits einen Thurm im Osten der Warnow zur Bewahrung ihres Fahrwassers. Am 30. Juni 1312 urkundet König Erich zu Warnemünde und gegen die Mitte des September muß sich die Besatzung des Thurms nach elfwöchentlicher Belagerung ergeben und der Kampf gegen die Stadt selbst beginnt.


1) Wir kennen: Esger Apysun, capitaneus in Rozstoh, 1305, Juni 5 (M. U. B. 5, Nr. 3002); Timmo Laurensson, capitaneus terre Rozstock, 1307 (10, Nr. 7254), illustris principis regis Danorum in terra Rostok capitaneus 1307-1308 (5, Nr. 3204), Nicolaus Biller, capitaneus domini regis Dacie 1309, Mai 21 (5, Nr. 3321) und Jacob Fleep, capitaneus noster in domino Rostochiensi 1310, April 16 (5, Nr. 3390).
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Als die Kunde von der Uebergabe des Thurms erscholl, brach in Rostock, am 17. September, der Aufruhr los. Das erregte Volk glaubte an Verrath, ein Theil des Raths wurde ermordet oder vertrieben: so erzählen uns die zeitgenössischen Lübischen Annalen und ihnen folgend die Detmar=Chronik 1 ). Urkundlich werden diese Angaben bestätigt und genauer präcisirt: 1314, Jan. 8, schließen acht entwichene oder vertriebene Rathsmitglieder mit Fürst Heinrich von Meklenburg einen Vertrag wegen ihrer Rückkehr 2 ); 1314, Jan. 14, wird die Strase der Verfestung über wenigstens 58 Personen verhängt, "welche arge Versammlungen gehalten haben, durch die sie das Lübische Recht gekränkt und der Stadt Rostock viel Arges zugezogen haben" 3 ); dieselbe Strafe trifft, theilweise schon 1312, theilweise erst 1314, elf weitere Personen, weil sie Willekin vom Baumgarten, Hinrich Rikbode, Gerhard Blöming und andere Rathmannen und Bürger getödtet und in deren Häusern geraubt haben 4 ). Unter den erwähnten wenigstens 58 Personen befinden sich und werden an erster Stelle genannt Hinrich Runge und Werner Hövisch, die uns urkundlich als Mitglieder des nach dem Aufruhr eingesetzten neuen Rathes bekannt sind.

Viel mehr ins Einzelne gehend sind die Nachrichten, welche uns die Reimchronik Ernsts von Kirchberg und die aus ihr beruhende Rostocksche Chronik geben 5 ). Insbesondere werden zwei Ereignisse unterschieden: der Aufruhr nach dem Verlust des Warnemünder Thurms, für den wir hier die Zeitangabe, Sept. 17, erhalten 6 ), und die Erzwingung eines Bürgerbriefes durch die Gemeinde, der den Aelterleuten der Aemter einen maßgebenden Einfluß auf die Besetzung der Rathsstellen verlieh oder verliehen haben soll 7 ). Für dieses letztere Ereigniß liegt uns eine bestimmte Angabe nicht vor, und die Rostocksche Chronik weicht von ihrer Vorlage dadurch ab, daß sie es vor den Pölchower Vertrag von 1312, Dec. 7, setzt, in welchem der neue Rath Frieden mit dem Fürsten Heinrich von Meklenburg schloß, während die Reimchronik Kirchbergs es nach demselben erzählt. Nachdem uns jedoch nachgewiesen worden ist, daß die Rostocksche Chronik keine selbstständige historische Bedeutung


1) Die Chroniken der deutschen Städte 19, S. 417-418.
2) M. U. B. 6, Nr. 3669.
3) M. U. B. 6, Nr. 3672.
4) M. U. B. 6, Nr. 3673.
5) Schröter, Beiträge zur Meklenburgischen Geschichts=Kunde, ersten Bandes erstes Heft, Rostock und Schwerin, 1826.
6) Kirchberg, Cap. 150; Rost. Chronik S. 28.
7) M. U. B. 6, Nr. 3590; Rost. Chronik S. 30-33.
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hat 1 ), muß deren Abweichung von Kirchberg für bedeutungslos gelten, und es bleibt nur zu untersuchen, ob die Angaben Kirchbergs in sich wahrscheinlich und mit den uns erhaltenen urkundlichen Nachrichten vereinbar sind.

Eine urkundliche Bestätigung der chronologischen Anordnung Kirchbergs, nach welcher also der Bürgerbrief erst nach 1312, Dec. 7, erlassen worden wäre, meinte Wigger daraus zu gewinnen, daß in dem Verfestungsvermerk von 1314, Jan. 14, ausdrücklich gesagt wird, der Bruch des Lübischen Rechts, das ist die Erzwingung des Bürgerbriefes, sei im Jahre 1313, also nach dem Pölchower Vertrage geschehen 2 ); meine Geschichte der Stadt Rostock 3 ) und Langes Rostocker Verfassungskämpfe 4 ) sind darin Wigger gefolgt. Der auf diese Weise gesichert scheinenden Zeitangabe, 1313, beziehentlich nach 1312, Dec. 7, sucht Wigger eine andere an die Seite zu stellen, indem er sagt: "Vermuthlich erfolgte die Revolution vor der Umsetzung des Rathes, welche bekanntlich am 22. Februar vorgenommen zu werden pflegte 5 )"; Lange läßt diese Frage offen: "Das geschah", sagt er, "im Jahre 1313, ob, wie im Meklenburgischen Urkundenbuch angenommen wird, noch vor dem Tage der Umsetzung des Raths (Febr. 22), mag dahingestellt bleiben"; meinerseits bin ich zwar nicht ausdrücklich, doch stillschweigend der Vermuthung Wiggers beigetreten, insofern ich die neuen Unruhen als eine Folge des Pölchower Friedensvertrages auffaßte 6 ). Meine und vermuthlich auch Wiggers Erwägung war die, daß derartige gewaltsame Verfassungsänderungen in der Regel durch innere oder äußere Kalamitäten hervorgerufen werden und sie begleiten oder ihnen unmittelbar folgen, und daß uns aus dem weiteren Verlauf des Jahres 1313 kein Ereigniß bekannt ist, das zu der Erzwingung des Bürgerbriefes hätte Veranlassung geben können.

Bei einer nochmaligen, genaueren Prüfung aller uns urkundlich bekannten Thatsachen komme ich jedoch zu einem andern Ergebniß: ich glaube, daß die Gewaltthätigkeiten gegen den alten Rath, die Wahl eines neuen Raths und die Besiegelung des Bürgerbriefes chronologisch unmittelbar zusammengehörige Ereignisse sind. Die Gewaltthätigkeiten gegen den alten Rath machten einen neuen


1) Durch Krause im Rostocker Gymnasial=Programm von 1873. Vergl. Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock 1, S. 1, Anm. 3.
2) M. U. B. 6 zu Nr. 3590.
3) S. 20.
4) S. 8.
5) A. a. O.
6) A. a. O. S. 20.
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Rath nothwendig und der neue Rath mußte der Gemeinde, die ihn ans Ruder gebracht hatte, besiegeln, was sie verlangte oder vielmehr, was sie bei seiner Einsetzung thatsachlich schon ausgeübt hatte.


Der Verfestungsvermerk, dem zufolge jene mindestens 58 Personen das Lübische Recht im Jahre 1313 gebrochen haben sollen, steht im Liber proscriptorum. Es ist das, wie schon Wigger erkannt hat 1 ) ein erst im Jahre 1319 angelegtes Buch, in welches damals auch früher stattgehabte Verfestungen, vom Jahre 1302 ab, "aus andern Büchern oder von losen Blättern" und zwar nicht in chronologischer Ordnung, eingetragen wurden. Die Zahl dieser früheren Verfestungsvermerke beläuft sich auf 44, nur 11 von ihnen sind datirt, die dritte von 1303 2 ), die achte von 1307 3 ), die neunzehnte von 1303 4 ), die achtundzwanzigste von 1307, die neunundzwanzigste von 1310, die einunddreißigste von 1309, die zweiunddreißigste von 1310 5 ), die fünfunddreißigste von 1314 6 ), die achtunddreißigste von 1312 7 ), die dreiundvierzigste von 1314 und die vierundvierzigste von 1313 8 ). Bei 10 von diesen 11 mit einer Jahreszahl versehenen Eintragungen bezieht sich das Datum auf die Zeit der Verfestung, nur bei der elften, der die Jahreszahl 1313 voransteht, eben derjenigen, welche von der Verfestung jener mindestens 58 Personen handelt, wird das Datum von Wigger auf die Zeit des Delicts bezogen, sicherlich doch nur deshalb, weil es zu der Zeit der Verfestung nicht paßt. Aber wahrscheinlicher, als die Annahme einer von allen übrigen Fällen abweichenden Bedeutung der Jahreszahl, ist doch die Annahme eines Irrthums, zumal da wir wissen, daß alle 44 Eintragungen nicht gleichzeitig, sondern erst im Jahre 1319 in den Liber proscriptorum abschriftlich eingetragen wurden. Fassen wir aber die Jahreszahl 1313, irrthümlich von dem Abschreiber statt der Jahreszahl 1314 gebraucht, als das Datum der Verfestung aus, so sinkt die Stütze, welche Wigger für die chronologische Anordnung Kirchbergs gefunden zu haben glaubte, in sich zusammen.



1) M. U.=B. 5, S. XV.
2) M. U.=B. 5, Nr. 2838.
3) M. U.=B. 5, Nr. 3194.
4) M. U.=B. 5, Nr. 2839.
5) M. U.=B. 5, Nr. 3362.
6) M. U.=B. 5, Nr. 3673, 2.
7) M. U.=B. 5, Nr. 3673, 1.
8) M. U.=B. 5, Nr. 3672.
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Zwei Organe sind es, die sich die aufrührerische Bürgerschaft schuf, ein neuer Rath statt des bisherigen alten und ein Bürgerausschuß nach Art der späteren Hunderter oder Sechziger.

Was die Zeit der Einsetzung des neuen Rathes betrifft, so sind wir darüber insofern genau unterrichtet, als wir wissen, daß die Kämmerer des alten Raths noch 1312, August 19, in Thätigkeit waren, während Oct. 1 bereits Hinrich von Kurland und Bolte als Kämmerer des neuen Raths fungirten 1 ): der neue Rath muß also zwischen Aug. 19 und Oct. 1, also unmittelbar nach dem Aufstand vom 17. September, zum Regiment gelangt sein. Am 15. October finden wir in einer Urkunde des Fürsten Nicolaus als Zeugen Hinrich von Gotland, Hinrich Runge und Werner Hövisch 2 ), wahrscheinlich in ihrer Eigenschaft als Bürgermeister des neuen Raths. Am 7. December schließen Hinrich von Gotland, Hinrich Runge, Nicolaus von Kyritz, Werner Hövisch, Johann Klein, Marquard Holste und Hinrich von Kurland den Vertrag von Pölchow ab 3 ); auch hier finden wir also Hinrich Runge und Werner Hövisch, wiederum wahrscheinlich in ihrer Eigenschaft als Bürgermeister, in einer hervorragenden Stellung, einer Stellung, die sie demnach unmittelbar nach dem Aufstande vom 17. September, nicht erst in Folge einer späteren Verfassungsänderung einnahmen.

An der Spitze jener wenigstens 58 Personen stehen neben Hinrich Runge und Werner Hövisch sechs andere Männer, die wir meistens nicht näher kennen; dann folgen die übrigen, vielfach mit der Bezeichnung ihres Gewerbes: Hutwalker, Schuhmacher, Gerber, Pelzer, Weißgerber, Wollenweber, Bäcker, Böttcher, Kannengießer, Reifer, Grützmacher, Maler, Zimmerleute, Haken, Schneider, Drahtzieher 4 ). Es sind offenbar die Mitglieder einer großentheils aus Handwerkern bestehenden revolutionären Organisation, über die hier, zusammen mit ihren in den Rath gedrungenen Anführern, die Verfestung ausgesprochen wird, weil sie sich dem Gericht durch die Flucht entzogen haben. Da die Annahme, daß alle Mitglieder dieser Körperschaft entflohen seien, weder nothwendig noch wahrscheinlich ist, so werden wir vielleicht eher an ein Hunderter=, als an ein Sechziger=Collegium zu denken haben: gebrauchen wir also den zwar unbestimmteren, doch hinreichend charakterisirenden Ausdruck Bürgerausschuß. Ueber die Zeit, zu der dieser Ausschuß ins Leben trat, haben wir keinerlei urkundliche Angaben. Kirchberg


1) M. U.=B. 5, S. XII.
2) M. U.=B. 10, Nr. 7272.
3) M. U.=B. 5, Nr. 3576.
4) M. U.=B. 6, Nr. 3672.
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berichtet Cap. 148, der neue Rath sei eingesetzt durch den Fürsten Nicolaus nach dem Willen der Aelterleute, und Cap. 150 erzählt er, der Bürgerbrief habe bestimmt, es solle Niemand ohne Zustimmung der Aelterleute in den Rath gewählt werden: das erste ist, wenn wir von der unwahrscheinlichen Wahl durch den Fürsten Nicolaus absehen, die Thatsache der Neuwahl unter dem Einfluß der Aelterleute, das zweite die Anerkennung des dieser Thatsache zu Grunde liegenden Verhältnisses als eines Verfassungsgesetzes durch den neuen Rath. Setzen wir Kirchbergs Aelterleute um in den uns durch den Verfestungsvermerk urkundlich beglaubigten Bürgerausschuß, so erhellt, daß nach Kirchbergs eigener Angabe der Ausschuß, der sich durch den Bürgerbrief einen Einfluß auf die Rathswahl vom neuen Rath besiegeln ließ, schon vorher diesen Einfluß bei der Besetzung der erledigten Rathsstühle thatsächlich ausgeübt hatte.

Die Frage, ob der Bürgerausschuß schon vor der Ermordung und Vertreibung des alten Rathes bestanden oder sich erst nachher gebildet habe, vermögen wir mit irgend welchem Grade von Sicherheit nicht zu entscheiden. Vielleicht gingen revolutionäre Zusammenkünfte eines Theiles der Bürgerschaft und Zusammenrottungen des Pöbels neben einander her, und jene führten zur Bildung des Bürgerausschusses, als diese in den Ereignissen des 17. September ihren Gipfelpunkt erreicht hatten. Keinenfalls sind die Mitglieder des Bürgerausschusses und die Mordbuben des 17. September mit einander zu identificiren. Urkundlich werden jene von diesen durchaus unterschieden: Verfestet werden einerseits noch im Jahre 1312, nachdem sich also eben der neue Rath constituirt hat, Henneke Bolhagen, Gerwin, Engelbert, Reiners von Bartetsdors Knecht Namens Löwe, Schadeke und Vicko Kule, weil sie Rathmannen und Bürger ermordet und in deren Häusern geraubt haben 1 ), ferner ohne Angabe der Zeit, vielleicht ebenfalls schon damals, Volrad und Thomas, die Brüder eines Sweder, weil sie Bürger ermordet, in deren Häusern Leichenberaubung (rerof) vollführt und andere Unthaten begangen haben 2 ), ferner im Jahre 1314, also unter dem wiedereingeführten und ergänzten alten Rath, Horn und Hartmann von Bartelsdorf wegen Mordes und Raubes in der Stadt 3 ), endlich, ebenfalls damals, Götzeke wegen Mordes und Leichenberaubung und weil er der Hauptthäter war, als die Herren Rathmannen


1) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 1.
2) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 3.
3) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 2.
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aus der Stadt vertrieben wurden 1 ); über Runge, Hövisch und die geflüchteten Mitglieder des Bürgerausschusses andererseits wird die Verfestung verhängt, weil sie fecerunt congregationes pessimas, per quas juriditionem Lubicensem leserunt et civitatem Rozstok multis malis perturbaverunt 2 ).


So dürftig diese Nachrichten hinsichtlich der Gewaltthätigkeiten des 17. September auch sind, so erhellt aus ihnen doch eins: das Rauben in den Häusern der Getödteten durch diejenigen, die sie getödtet hatten, beweist, daß die Tödtung nicht auf Grund irgend einer Art richterlichen Erkenntnisses geschah, sondern Mord war; für Mord aber werden wir weder den Bürgerausschuß, noch dessen Führer Runge und Hövisch verantwortlich machen dürfen.

Ein viel ausgeführteres, aber bei näherer Betrachtung verschwommenes, unklares und unwahres Bild giebt uns Kirchberg (Cap. 148) und ihm folgend die Rostocksche Chronik (S. 26-28): die gemeinen Leute 3 ), erzählt jener, wurden zornig; mit Keulen und Stangen 4 ) fielen sie über die Rathmannen her und brachten sie erschlagen, verwundet oder gefangen und gebunden nach dem aus dem Markt befindlichen Diebsstock 5 ); einige derselben schleiften und räderten sie, anderen schlugen sie das Haupt ab, andere folterten sie im Gefängniß, andere erstachen sie trotz des ihnen vom Fürsten Nicolaus gegebenen Geleits auf der Straße 6 ); die Leichname ließen sie theils auf dem Kirchhof begraben, theils der Kleider entblößt aus dem Markte liegen; die Urheber dieses mordgrimmigen Wüthens waren solche, die nach dem Gut der Getödteten trachteten oder gern in den Rath kommen wollten. Was ich hier zusammenhängend berichte, wird durch eine Episode unterbrochen:

Ein teyl der toden yn ungehabin
ließen sy zu kirchhofe dy begrabin.
Nach dem hroßin ungefalle
beroubeten sy ir hus mit schalle.


1) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 4.
2) M. U.=B. 6, Nr. 3672.
3) Chronik: de menheit.
4) Chronik: mit egge unnd mit orde.
5) Chronik: by den stock.
6) Dieser letzte Satz ist nicht recht verständlich und in der Chroniki nicht berücksichtigt worden:

eyn teyl irstachin sy ir uf der straße
zu Rodestok mit ungelaße,
dy daz kint Nycolaus
dar geleydit hatte sus.

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Nun folgt die Episode:

Eyn ding geschach da yn den tagin,
daz bermiglich ist nachzusagin:
eyn houbetman waz der sammenunge,
der waz geheißin Hinrich Runge;
der sach synen bruder offinbar
morden, der hiez Volmar;
der waz yn dem rade.
Im wart gesayd nicht spade:
"helfet uwirm bruder, daz uch wol stad,
want ir wol dy macht had:
her ist jo eyn byder man
und had argis nicht getan".
Syn antwurte wart da wider wandern;
her sprach: "ge eynre mit dem andern".
Daz wort, daz her sprach gar flechte,
daz ted her nicht gantz um daz rechte,
wan daz her schirer yn den rad
queme an snys bruder stad.
Daz geschach, du man schreib war
dritzenhundirt und czwelf jar
uf santi Lamprechtis tag,
eyns bischoes, der ouch martir phlag.

Darauf geht es weiter:

Dyse ding so wundirlich virwandelt
worden und jemirlich gehandelt,
des manchen byderven man virdroz.
Sy machten sy der cleyder bloz
uf dem markte offinbar,
daz daz vulk neme allis war.
Daz dy mortgrymmigen bosheit,
dy den anhebirn warin bereit,
vorchte daz vulk gemeynlich:
darum taden sy so gruwelich.

Es sieht fast so aus, ols ob die Runge=Episode erst später von Kirchberg eingeschaltet worden wäre; doch soll darauf, da uns seine Arbeit leider noch immer nicht in einer kritischen und lesbaren Ausgabe vorliegt, kein großes Gewicht gelegt werden. Der Verfasser der Rostockischen Chronik hat ebenfalls Anstoß an der Reihenfolge des Erzählten genommen; er läßt das Begrabenwerden der

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Leichname weg, erzählt erst das Liegenlassen derselben und das Erbrechen der Häuser und benutzt dann das von den Urhebern der Greuelthaten Gesagte, um auf Runge zu kommen. Die Runge=Episode beruht, wie Kirchberg selbst andeutet (Syn antwurte wart da wider wandern) auf mündlicher Ueberlieferung und zwar der Ueberlieferung eines Kreises, der sich durch zähes Festhalten am Althergebrachten auszeichnete, dem jedes Veränderungsgelüste der Bürgerschaft ein Greuel sein mußte. Aber die ganze Erzählung Kirchbergs von dem Aufstande beruht auf keiner festeren Grundlage. Sie identificirt den Bürgerausschuß mit dem mörderischen Pöbel; sie läßt die gemeinen Leute, hinter denen die Urheber stehen, die ergriffenen Rathmannen nach dem Gefängniß führen, gebraucht für die verschiedenen Arten der Tödtung die technischen Ausdrücke des Kriminalrechts (leyfen, uf rad fetzen, houbit abslan, martir yn dem stocke liden, das "pinigen" der Rostockschen Chronik) und deutet so das Stattfinden einer Art von Gericht an. Die Episode fungirt sogar für die Zeit, während deren das Morden vor sich geht, eine Gruppe von Zuschauern, von denen einer die Macht hat, seinem Bruder das Leben zu retten, und dazu ausgefordert, ehe es zu spät ist kalten Blutes und zwar keineswegs, weil er von dessen Schuld überzeugt ist (nicht gantz um daz rechte), sondern um an dessen Stelle in den Rath zu kommen, zur Antwort giebt: es gehe der eine mit dem andern. Eine Ueberlieferung aber, die, kurz gesagt, den Bürgerausschuß zur Mörderbande und den Führer der Bürgerschaft zum Brudermörder macht, wird für nichts anderes gelten können, als für eine aus leidenschaftlicher Parteigehässigkeit hervorgegangene Fälschung der Thatsachen.

Volmar Runge ist als Rathmann urkundlich nicht nachzuweisen: ich gehe nicht so weit zu bestreiten, daß er, wie Kirchberg berichtet, Rathmann war und daß er, wie wir ebenfalls nur durch Kirchberg wissen, am 17. September ermordet wurde, aber ich leugne, daß sein Bruder in der Lage war, dem Mordgeschäft zuzusehen und sich seiner, wenn er gewollt hätte, anzunehmen. Die Ermordung seines Bruders auf der einen Seite und seine Stellung an der Spitze erst des Bürgerausschusses, dann des neuen Rathes auf der andern, lieferten dem Haß der Gegenpartei den Anhaltspunkt für seine Entstellungen. Widerlegt werden dieselben durch den Wortlaut der über ihn und seinen Anhang verhängten Verfestung, sowie auch durch die bereits erwähnte Verfestung von Mordbuben, die noch im Jahre 1312, nachdem er eben in den Rath gewählt und Bürgermeister geworden war, vorgenommen wurde.


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Die Zahl derjenigen Rathsmitglieder, welche am 17. September ermordet wurden, werde ich in einem andern Zusammenhange festzustellen suchen. Ein anderer Theil des Rathes war entwichen oder vertrieben. Wir kennen zwar die acht Rathsmitglieder, die sich später außerhalb Rostocks befanden 1 ), wissen aber urkundlich nicht sicher, ob sie entwichen waren und nachher verfestet wurden oder ob sie in Folge einer über sie verhängten Stadtverweisung Rostock hatten verlassen müssen. Im Pölchower Vertrag von 1312, Dec. 7 2 ), wird hinsichtlich der Entwichenen und Vertriebenen (de profugis et ejectis de civitate nostra) bestimmt, daß diejenigen, deren sich König Erich von Dänemark, die Markgrafen von Brandenburg oder Fürst Heinrich von Meklenburg annehmen wollen (pro quibus . . . placitare voluerint), zwar außerhalb der Stadt bleiben sollen, ihre Güter aber durch ihre Erben oder ihre nächsten Verwandten zu Gelde machen dürfen, und daß ferner hinsichtlich derjenigen, welche die Fürsten in ihren Schutz nehmen wollen (Si quos in tuitionem suam recipere voluerint), geschehen soll, was Rechtens ist (secundum quod postulat ordo juris). In diesem letztangeführten Satztheil steckt ein Schreib= oder Lesefehler: was Rechtens ist, muß es heißen, soll geschehen hinsichtlich derjenigen, welche die Fürsten nicht in ihren Schutz nehmen wollen (in tuitionem suam recipere noluerint). Den Beweis dafür liefert die Unterwerfungsurkunde des neuen Raths und der Bürgerschaft von 1312, Dec. 15 3 ), in der es heißt: in Betreff der Entwichenen, die wegen des von ihnen Verschuldeten in unserer Stadt verfestet sind (De profugis autem in civitate nostra proscriptis demeritis eorum exigentibus), ist vereinbart worden, daß diejenigen, deren sich König Erich und die Markgrafen annehmen wollen (placitare voluerint), ihre Güter verkaufen lassen dürfen, aber außerhalb der Stadt bleiben müssen, und daß in Betreff derer, für welche die Fürsten sich nicht verwenden wollen (placitare noluerint), geschehen soll, was Rechtens ist. Die acht außerhalb Rostocks befindlichen Rathmannen versprechen dem König von Dänemark und dem Fürsten von Meklenburg im Dassower Vertrag von 1314, Jan. 8 4 ), zwei Dritttheile der Strafgelder, die von denen, welche sie vertrieben haben (qui nos extra civitatem ejecerunt), erhoben werden


1) M. U.=B. 6, Nr. 3669.
2) M. U.=B. 5, Nr. 3576.
3) M. U.=B. 5, Nr. 3577.
4) M. U.=B. 6, Nr. 3669.
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sollten 1 ). Bei der Verfestung des Götzeke endlich heißt es, wie bereits erwähnt, sie sei erfolgt, weil er der Hauptthäter war, als die Herren Rathmannen aus der Stadt vertrieben wurden (principalis certus capitalis fuit, quando domini consules fuerunt de civitate ejecti) 2 ). Von diesen verschiedenen Angaben dünkt mich diejenige der Unterwerfungsurkunde die wahrscheinlichste und ich nehme deshalb an, daß die auswärtigen Rathsmitglieder entwichen und nach der Entweichung verfestet und mit der Entziehung ihrer Güter bestraft worden sind.

Ein dritter Theil der Rathsmitglieder blieb nicht nur ruhig in Rostock zurück, sondern behielt auch seine Rathsherrnwürde bei: nachzuweisen vermögen wir dies freilich nur von zweien, von Arnold von Gotland und Hermann Modenhorst; doch begegnen uns 1314, Jan. 19 3 ), in dem wieder eingeführten alten Rathe neben sieben von den früher außerhalb Rostocks befindlichen Rathsmitgliedern und Arnold von Gotland fünf weitere Mitglieder des Raths vom Jahre 1312, und es liegt deshalb die Vermuthung nahe, daß sie inzwischen, wie Gotland und Modenhorst, dem neuen Rathe angehört hatten.

Nachdem dieser zurückgebliebene Theil des alten Raths und die unter dem Einfluß, d. h. unter irgend einer, urkundlich nicht näher zu bestimmenden Mitwirkung, des Bürgerausschusses gewählten neuen Rathmannen sich zu einem neuen Rath constituirt hatten, besiegelte dieser dem Ausschusse den Bürgerbrief. Damit war die Ruhe wiederhergestellt und ein neues Verfassungsgesetz geschaffen worden. Dann schritt der neue Rath sowohl gegen die ausgewichenen Rathmannen, wie auch gegen dieienigen ein, welche der Greuelthaten des 17. September schuldig waren und sich der Bestrafung durch die Flucht entzogen hatten: wie über jene, ward auch über diese die Verfestung verhängt. Daß in der Folgezeit durch den wieder eingeführten alten Rath noch anderweitige Theilnehmer an den Verbrechen des 17. September aufgespürt wurden, ist erklärlich genug. Auffälliger ist, daß der Schuhmacher Nicolaus von Gotland, der uns als Mitglied des Bürgerausschusses bekannt


1) Vgl. den Verkauf confiscirter Häuser des Hinrich Kölner (M. U.=B. 6, Nr. 3950), des Gärbers Gerwin (Nr. 3959; Goswin?), des Hinrich Runge (Nr. 3964) und des Werner Hövisch (Nr. 3989), sowie auch die Processe Dietrich Brages (Nr. 4078), Peter Hövischs (Nr. 4189, 4201), Willekin und Johann Kölners (Nr. 4202), Mathias' und Johanns von Schwetzin (Nr. 4307) und Elers von Schwetzin (7, Nr. 4335, 4337).
2) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 4.
3) M. U.=B. 6, Nr. 3674.
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ist, schon vor dem 31. December 1313 und zwar, weil er sich grausamen Mordes und der Leichenberaubung an Rostocker Bürgern schuldig gemacht hat 1 ), in Stralsund verfestet wird. Halten wir das Datum für sicher, so müssen wir annehmen, daß er noch während der Herrschaft des neuen Rathes sich nach Stralsund geflüchtet hat.


Der neue Rath war bekanntlich genöthigt am 7. December 1312 auf dem Pölchower Felde Frieden zu schließen 2 ); er versprach dem Fürsten Heinrich von Meklenburg, der 1311, Sept. 6, von König Erich von Dänemark zum Hauptmann des Landes Rostock ernannt worden war 3 ), dem Könige Erich und den Markgrafen Waldemar und Johann eine Summe von 14000 Mark Silbers in drei Terminen, Weihnacht, Ostern und Jacobi, zu bezahlen; an der Spitze der Zeugen stehen in der betreffenden Urkunde die beiden Fürsten Heinrich von Meklenburg und Nicolaus von Rostock 4 ). Am 15. December beurkundeten dann Rath und Gemeinde, sie hätten König Erich und zu dessen Händen dem Fürsten Heinrich von Meklenburg den Eid des Gehorsams und der Treue geleistet und sie wären verpflichtet, sich mit Niemand gegen den König zu verbinden, sondern für ihn zu thun, was Bürger ihrem Herrn schuldig sind (quod tenentur cives facere pro suo domino singulari) 5 ). Ich habe früher angenommen, daß in den Worten: obediencie et fidelitatis fecimus juramentum ein Irrthum stecke; die Möglichkeit eines solchen ist deshalb vorhanden, weil die Urkunde nicht im Original, sondern nur in einemVidimus von 1333, April 23, erhalten ist, und meine Annahme beruhte darauf, daß uns einerseits weder eine Gegenurkunde über die Bestätigung der städtischen Privilegien, wie man sie bei wirklich geleisteter Huldigung doch vom Fürsten Heinrich im Namen König Erichs erwarten sollte, noch auch irgend eine andere von dem genannten Fürsten damals innerhalb Rostocks ausgestellte Urkunde erhalten ist und daß andererseits der Fürst im lanuar 1314 sich veranlaßt sah, mit den ausgewichenen Rathmannen einen Vertrag einzugehen, in welchem diese sich anheischig machten, ihm ein Thor der Stadt durch Verrath in


1) M. U.=B. 10, Nr. 7276.
2) M. U.=B. 5, Nr. 3576.
3) M. U.=B. 5, Nr. 3484.
4) Acta sunt hec presentibus nobilibus viris, dominis Heynrico Magnopolensi, Nicolao Rostoccensi, ac militibus etc.
5) M. U.=B. 5, Nr. 3577.
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die Hand zu spielen 1 ); ich meinte, die Urkunde könne im Original nur ein Versprechen der Huldigung enthalten haben und das betreffende Verbum müsse also in demselben in der Form des Futurums gebraucht gewesen sein. Dieses Huldigungsversprechen, combinirte ich weiter, sei das Ereigniß gewesen, welches den zweiten Aufstand hervorgerufen habe, und der Aufstand habe wiederum die wirkliche Huldigung unmöglich gemacht und deshalb den Fürsten Heinrich genöthigt, wenn er in den thatsächlichen Besitz Rostocks kommen wollte, auf das Anerbieten der entwichenen Rathsmitglieder einzugehen. Durch die Annahme eines Schreibfehlers in der Abschrift der Unterwerfungsurkunde gewann ich also Erklärung für zwei mir vorher unverständliche Thatsachen, für die Erzwingung des Bürgerbriefs nach der Einsetzung des neuen Raths und für den Vertrag des Fürsten Heinrich mit den entwichenen Rathmannen 2 ). Aber das Datum des Vidimus, 1313, April 23, zu Nykjöbing auf Falster 3 ), weist hin auf einen Zusammenhang desselben mit einer Urkunde König Erichs 4 ), in welcher derselbe 1313, April 19, zu Vordingborg seinen mit ihm ausgesöhnten Rathmannen und Bürgern von Rostock alle Rechte und Freiheiten in seinem Reiche (in regno nostro) bestätigt, die ihnen durch seiner Vorfahren und seine eigenen Privilegien (per privilegia progenitorum nostrorum seu nostra) verliehen worden sind. Die Unterwerfungsurkunde Rostocks wurde, so scheint es, vom Fürsten Heinrich von Meklenburg nach Dänemark mitgenommen und König Erich ausgehändigt; auf Grund derselben bestätigte der König den Rostockern ihre früheren Handelsprivilegien und Fürst Heinrich nahm statt des dem König zurückgelassenen Originals ein Vidimus mit sich nach Hause. Durch diesen früher von mir nicht beachteten Zusammenhang 5 ) wird meine Vermuthung hinfällig gemacht, denn die Privilegienbestätigung von 1313, April 19, kann nicht auf Grund eines bloßen Huldigungsversprechens von 1312, Dec. 15, erfolgt sein und Fürst Heinrich von Meklenburg muß, als er durch die Aushändigung der Unterwerfungsurkunde


1) M. U.=B. 6, Nr. 3669.
2) Daß es M. U.=B. 5, Nr. 3577, heißt: obediencie et fidelitatis fecimus juramentum, wie Fischer, Heinrich der Löwe von Meklenburg (Rostocker Inangural=Dissertation, Schwerin 1889) S. 72 mir gegenüber betont, ist mir natürlich nicht entgangen.
3) M. U.=B. 5 zu Nr. 3577.
4) M. U.=B. 6, Nr. 3608.
5) Da er schwerlich übersehen worden sein würde, wenn das Vidimus unter 1313, April 23, kurz gebucht worben wäre, so sei bei dieser Gelegenheit der Wunsch ausgesprochen, daß auch bloße Vidimirungen immer als Facta aufgefaßt unb ihres Ortes registrirt werden.
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den Rostockern eine Bestätigung ihrer Handelsprivilegien in Bezug auf Dänemark verschaffte, in gutem Einvernehmen mit der Stadt gestanden haben.

Nach der Verzichtleistung auf die Annahme eines Lesefehlers muß ich versuchen, die Frage, inwiefern Fürst Heinrich, um in den Besitz der Stadt Rostock zu gelangen, des Bündnisses mit den ausgewichenen Rathmannen bedurfte, auf andere Weise zu beantworten. Lange 1 ) hat an die Möglichkeit gedacht, "daß die Abfassung des Bürgerbriefs erst nach der Privilegienbestätigung (1313, April 19) stattgesunden habe und daß erst durch jene und die sie begleitenden Umstände Heinrich zum Einschreiten veranlaßt worden sei". "Aber, fügt er sogleich hinzu, im Vertrag selbst findet sich nichts, was für diese Annahme spräche; Heinrich scheint einfach die von den Vertriebenen dargebotene günstige Gelegenheit benutzt zu haben, ohne sich um die Rechtsfrage zu kümmern". Diese Fragestellung berührt sich mit der meinen, geht aber auf etwas Anderes hinaus: Lange sucht nach der Ursache, weshalb Fürst Heiurich in die Stadt zu kommen suchte, ich dagegen nach dem Grunde, weshalb er, wenn er dies wollte, sich des ihm angebotenen Verrathes bedienen mußte.


Fürst Heinrich war, wie erwähnt, 1311, Sept. 6, von König Erich zum Hauptmann des Landes Rostock eingesetzt worden, bevor der Krieg gegen den Fürsten Nicolaus und die Stadt Rostock begann: er hatte dem König gegenüber anerkannt, daß er die diesem gehörigen Befestigungen und Lande in der Herrschaft Rostock nur als sein Verwalter und Hauptmann in seinem Namen (tamquam procurator suus et capitaneus suo nomine) inne habe und daß er zu deren Zurückgabe verpflichtet sei, sowohl dem König, wie dessen Nachfolger gegenüber, sobald er dazu aufgefordert werde und, so besagt ein Nachsatz, von dem es zweifelhaft ist, ob er nur auf den Nachfolger, oder auch auf den König Anwendung haben soll, sobald er für die aufgewandten Kosten Ersatz erhalten habe 2 ). Der Pölchower Friede vom 7. December 1312 beendete den Krieg, der zwischen König Erich, den Markgrafen Waldemar und Johann und dem Fürsten Heinrich auf der einen und dem Fürsten Nicolaus


1) S. 10, Anm. 2.
2) M. U.=B. 5, Nr. 3484: postquam nobis super hiis omnibus, que nos pro ipso domino rege tempore, quo easdem municiones et terras tenuerimus, exposuisse poterimus racionabiliter edocere, fuerit plene et integre satisfactum. Daß der Abdruck mit Si vero einen neuen Satz beginnt, darf natürlich nicht irre machen.
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und der Stadt Rostock auf der andern Seite bisher geführt worden war; beim Abschluß des Friedens war, wie Fürst Heinrich, so auch Fürst Nicolaus zugegen gewesen. Laut der Unterwerfungsurkunde von 1312, Dec. 15, hatte die Stadt dem Könige zu Händen des Fürsten Heinrich gehuldigt, und auf Grund dieser Urkunde waren ihr 1313, April 19, ihre Handelsprivilegien von dem Könige bestätigt worden. Rostock war unter die Oberhoheit König Erichs zurückgekehrt und hatte ihm zu Händen des Fürsten Heinrich Treue geschworen; Fürst Nicolaus, der mit seinem Lehnsherrn ebenfalls Frieden geschlossen hatte, blieb, so durften die Rostocker schließen, wenn auch unter dänischer Oberhoheit, ihr Landesherr; der Hauptmannschaft des Fürsten Heinrich mußte alsdann in Folge des Friedensschlusses, beziehentlich in Folge der Privilegienbestätigung König Erichs, ein Ende gemacht werden. König Erich nahm aber den Fürsten Nicolaus nicht wieder zu Gnaden an: während sowohl der Pölchower Friedensschluß, wie die Unterwerfungsurkunde den Fürsten Nicolaus und die Stadt Rostock als die Kriegführenden namhaft macht, spricht König Erich in der Privilegienbestätigung nur von einem Kriege zwischen ihm und seinen Helfern und der Stadt Rostock und deren Helfern; der Fürst Nicolaus, den er seit dem Schwaaner Frieden von 1301, Juli 22, nicht mehr als Landesherrn hatte gelten lassen, ist offenbar für ihn gar nicht vorhanden. Ob aber der König die Hauptmannschaft des Fürsten Heinrich aufrecht erhalten habe oder nicht, ist weniger deutlich. Die Burg zu Warnemünde ist wie wir urkundlich wissen, nicht ihm, sondern Niels Olufson übertragen worden 1 ), der 1313, Aug. 22, auch mit dem zum Fürstenthum Rostock gehörigen Lande Wustrow (Fischland) belehnt worden war. In der Belehnungsurkunde verbietet der König, daß irgend einer seiner Vögte, deren Beamte oder sonst jemand diesen seinen Lehnsmann belästige 2 ); das kann zwar eine bloße Formel sein, kann aber auch den wirklichen Verhältnissen entsprechen. Ehe es zum Krieg zwischen Rostock und König Erich gekommen war, war Jacob Fleep Hauptmann des Fürstenthums Rostock 3 ), Niels Olufson aber Vogt des Königs in Rostock gewesen 4 ); auf den letzteren wird es sich beziehen, daß der König den Rostockern vorwirft, sie hätten den von ihm ihnen gesetzten Vogt abgesetzt und ihm einen widerspänstigen entgegengestellt 5 ).


1) M. U.=B. 6, Nr. 3871.
2) M. U.=B. 6, Nr. 3641.
3) 1310, April 16: M. U.=B. 5, Nr. 3390.
4) 1310, April: 10: M. U.=B. 5, Nr. 3387.
5) M. U.=B. 5, Nr. 3504.
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Die Thatsache, daß Fürst Heinrich das Anerbieten der ausgewichenen Rathmannen annahm, unverständlich, wenn ein von ihm eingesetzter Vogt in Rostock geschaltet hätte, wird verständlich, wenn König Erich, mochte er nun die Landeshauptmannschaft des Fürsten fortdauern lassen oder nicht, seinerseits einen Vogt in Rostock eingesetzt hätte. Freilich wäre dann der Handstreich, durch den sich Fürst Heinrich der Stadt bemächtigte, in gewissem Sinne auch gegen König Erich gerichtet gewesen.

Die Doberaner Genealogie erzähtt uns folgendermaßen 1 ): Nach dem Tode des Junkers (domicellus) Nicolaus von Rostock nahm Fürst Heinrich von Meklenburg und Stargard das Land Rostock als ein ihm nach Erbrecht zugefallenes an sich und behielt es gegen den Willen des Königs (occupavit et detinuit contra velle regis), bis endlich der König in Anbetracht seiner treuen Dienste und durch seine Bitten bewogen, ihm das Land und die Herrschaft Rostock in Frieden überloieß und den Rostocker Bürgern befahl, ihm Huldigung zu leisten und in allen Dingen zu gehorchen. Die Occupation, in Folge deren Fürst Heinrich das Land gegen den Willen des Königs in Besitz hatte, geschah durch den Handstreich vom 13. Januar 1314.

Fürst Nicolaus ist der Inschrift seines leider verschollenen Leichensteins zufolge, insofern diese richtig gelesen wurde, am 20. November 1314 gestorben 2 ); eine andere, freilich wenig zuverlässige Ueberlieferung nennt als seinen Todestag, den 25. November 1313 3 ): wäre diese letztere glaubwürdig, so erhielten wir eine schöne Bestätigung für die Erzählung der Doberaner Genealogie und zugleich volles Verständniß für den Vertrag von 1314, Januar 8.

Wigger bemerkt, daß Fürst Heinrich schon vor der erblichen Belehnung mit dem Lande Rostock durch König Chriftoph am 21. Mai 1323, nämlich 1322, Juni 30, 1322, Dec. 13, 1323, März 8 und 1323, April 10, den Titel Fürst von Rostock geführt habe 4 ); in Wirklichkeit geschah dies aber schon sieben Jahre früher: 1315, April 30: Hinricus dei gracia Magnopolensis, Stargardie et Rostok dominus, 1315, Mai 2: Hinricus dei gracia Magnopolensis, Stargardie et Rostok dominus, 1315, August 15: Hinrik, van der gnade godes en here to Mekelenborch, Stargard


1) Mekl. Jahrb. 11, S. 14.
2) M. U.=B. 6, Nr. 3720, I.
3) M. U.=B. 6, Nr. 3720, II.
4) Mekl. Jahrb. 50, S. 159.
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unde Rozstok 1 ). Da aber Fürst Heinrich erst 1317, Januar 7, von König Erich mit der Herrschaft Rostock beliehen ward, so beweist die Führung dieses Titels im Jahre 1315, daß der Fürst das Land Rostock, wie die Doberaner Genealogie berichtet, nach Erbrecht in Anspruch nahm. Die Beleihung von 1317, Jan. 7, erfolgte für Fürst Heinrich und seine Erben, aber nur so lange, bis er für den von ihm um des Königs willen erlittenen Schaden völlig zufrieden gestellt werden würde, und mit der Ausnahme des Schlosses Warnemünde, das Niels Olufson zu Lehn trug 2 ). Als aber König Erich 1319, Nov. 13, gestorben war, setzte sich Fürst Heinrich in den Besitz Warnemündes, empfing die Huldigung der Vasallen des Landes Rostock und versprach ihnen, sie bei allen Rechten und Freiheiten zu erhalten, die ihnen von seinen Vorgängern, den Fürsten Borwin und Waldemar, ertheilt worden wären. Zugleich bestätigte er auch eine Vereinbarung, die er mit der Stadt Rostock, als er im Namen König Erichs eine Sühne mit ihr eingegangen sei, getroffen habe, und die dahin ginge, daß die Stadt bei Zwistigkeiten mit seinen Vasallen keine Klage erheben könne, bevor sie nicht die Wahl getroffen habe, ob sie innerhalb ihrer Mauern mit Arrestirung vorgehen oder das Landgericht der Vasallen anrufen wolle 3 ). 1321, Jan. 26, bezeichnete sich Heinrich als van der gnade godes eyn here van Mekelenborch unde van Stargarde unde van Rozstok 4 ). Am 21. Mai 1323 geschah dann die Belehnung Heinrichs mit den Landen Rostock, Gnoien und Schwaan durch König Christoph, Mai 29 richtete der König an die Vasallen und Städte des Landes Rostock ein Beglaubigungsschreiben und Juni 4 bestätigte Fürst Heinrich der Stadt Rostock, nachdem diese auf Befehl König Christophs ihm und seinen Erben den Huldigungseid geleistet hatte, ihre Freiheiten und Privilegien 5 ). Damit war das Ziel erreicht worden, zu welchem hin Fürst Heinrich durch den Vertrag mit den entwichenen Rathmannen am 8. Januar 1314 den ersten Schritt gethan hatte.


Beim Friedensschluß von Pölchow befand sich der Thurm zu Warnemünde in den Händen König Erichs und des Markgrafen Waldemar, die 1312, Februar 19, zur Unterwerfung der Stadt


1) M. U.=B. 6, Nr. 3759, 3743, 3774.
2) M. U.=B. 6, Nr. 3871.
3) M. U.=B. 5, Nr. 4145.
4) M. U.=B. 10, Nr. 7292.
5) M. U.=B. 7, Nr. 4443, 4446, 4449.
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Rostock sich verbunden 1 ) und 1312, Oct. 9, einen Vertrag über die Theilung der für den Abbruch des Thurmes zu erwartenden Summe geschlossen hatten 2 ). Am 20. Febr. 1313 verkaufte Markgraf Waldemar seine Hälfte des Thurmes an König Erich für 5000 Mk Silbers, auf welche er 2500 Mk. von demjenigen Gelde erhalten sollte, welches die Rostocker Jacobi zu zahlen hätten 3 ). Vermuthlich waren nämlich die drei Ratenzahlungen, welche Rostock dem Pölchower Frieden gemäß zu leisten hatte 4 ), auf 4000, 5000 und 5000 Mark Silbers bestimmt worden und von der letzten, Jacobi 1313 fälligen Rate 5 ) sollte König Erich seine Hälfte dem Markgrafen Waldemar überlassen. In Bezug auf den Antheil der Brandenburger an den 14000 Mk. Silbers besitzen wir eine Beglaubigung des Ritters Johann von Kröcher von 1313, April 16, für die von den Markgrafen Waldemar und Johann zur Erhebung ihres Antheils bevollmächtigten Personen 6 ) und eine Quittung des Ritters Henning von Steglitz von 1313, Oct. 5, über die volle Bezahlung des dem Markgrafen Waldemar zukommenden Antheils 7 ), also der 7000 Mk. Silbers. Wenn es dem entgegen 1314, Jan. 8, in dem Vertrage des Fürsten Heinrich mit den entwichenen Rathmannen 8 ) heißt: Alle Schulden, welche Rostock dem Könige und dem Markgrafen von der Sühne her zu bezahlen habe, sollen bezahlt werden, während in die übrigen Schulden der Stadt Fürst Heinrich sich nicht einmischen soll, so muß das, wenigstens was den Markgrafen von Brandenburg betrifft, auf einer gemeinschaftlichen Unkenntniß der Thatsache der bereits geleisteten Zahlung beruhen.

Fürst Heinrich, der, nach der Privilegienbestätigung König Erichs für Rostock, von 1313, April 19, zu urtheilen, sich damals bei dem Könige ausgehalten hatte, urkundete April 26 in Doberan 9 ), war im Juni wiederum bei König Erich in Helsingör und Helsingborg 10 ), befand sich Juli 23 in Reinsdorsf 11 ) und stellte Aug. 26 zu Kolding dem König einen Schuldbrief aus 12 ). Als Erich


1) M. U.=B. 5, Nr. 3516.
2) M. U.=B. 5, Nr. 3570.
3) M. U.=B. 6, Nr. 3589.
4) M. U.=B. 5, Nr. 3576.
5) ultimnam antem partem in festo beati Jacobi proximo.
6) M. U.=B. 6, Nr. 3606.
7) M. U.=B. 6, Nr. 3648: plenue et ex toto.
8) M. U.=B. 6, Nr. 3669.
9) M. U.=B. 6, Nr. 3610.
10) M. U.=B. 6, Nr. 3617, 3623, 3626.
11) M. U.=B. 6, Nr. 3633.
12) M. U.=B. 6, Nr. 3644.
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Sept. 27 oder 24 zu Roeskilde die Entscheidung seiner Streitigkeiten mit den Grafen Heinrich und Adolf von Holstein auf Herzog Erich von Sachsen=Lauenburg und Fürst Heinrich von Meklenburg übertrug 1 ), waren wohl die beiden Schiedsrichter nicht mehr in ihrem Lande, sondern hatten sich bereits aufgemacht, um an der Königswahl, die durch den Tod Kaiser Heinrichs, 1313, Aug. 24, nöthig geworden war, theilzunehmen: sobald sie von der Königswahl zurückgekommen sein würden 2 ), sollte ihnen der Ort bekannt gemacht werden, an dem man sechs Wochen darauf zusammenkommen wollte. Die Doppelwahl geschah in Frankfurt: Oct. 19 wurde von der einen Partei Friedrich der Schöne von Oesterreich, Oct. 20 von der andern Ludwig der Baier erwählt. Der erste Beweis von der Heimkehr des Fürsten Heinrich ist sein Vertrag mit den entwichenen Rathmannen von 1314, Januar 8, zu Dassow.


Die nun folgenden Ereignisse brauche ich nur kurz zu berühren: Fürst Heinrich erscheint Jan. 12 spät Abends vor Rostock, hält Jan. 13 seinen Einzug und läßt Jan. 14. Gericht halten 3 ). Am 19. Jan. beurkundet der wiedereingeführte und ergänzte alte Rath, daß er König Erich und in dessen Namen dem Fürsten Heinrich von Meklenburg gehuldigt habe und dem Könige und dem Fürsten Heinrich in dessen Namen zur Treue verpflichtet sei 4 ). Vergleichen wir diese Huldigungsurkunde mit der Unterwerfungsurkunde von 1312, Dez. 15, so ist zwar in beiden vom Fürsten Nicolaus nicht ausdrücklich die Rede, aber die frühere Urkunde läßt Raum für ihn, die jetzige beseitigt ihn stillschweigend: jene spricht nur von der dem König schuldigen Treue, diese von der Treue gegen König Erich und gegen Fürst Heinrich in dessen Namen.



1) M. U.=B. 6, Nr. 3646.
2) Vergl. Hasse, Schlesw.=Holst.=Lauenb. Regesten u. Urkunden 3, Nr. 279.
3) M. U.=B. 6, Nr. 3672.
4) M. U.=B. 6, Nr. 3674.
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Anhang I.

Die urkundlichen Nachrichten über Volmar Runge I. und seine Söhne.

~~~~~~~~~~~~

Die früheste Nachricht über Volmar Runge I. ist vom Jahre 1283 oder aus etwas früherer Zeit; sie betrifft seine Erwerbung des Bürgerrechts und lautet: Volquin Runge aus Röbel ist Bürger (Volquinus Runge de Robele civis est) 1 ). Alsdann hören wir von einem Hauskauf im Jahre 1283: Nicolaus von der Möhlen verkauft Volquin Runge sein Erbe in der Wokrenterstraße 2 ). Von da ab wird Volquin beständig Volmar genannt; deshalb an der Identität Volmars und Volquins zu zweifeln ist kein Grund. — Im Jahre 1287 verkaufen Hermann, Johann und Heinrich, Söhne des Johann von Wokrent, ihr Erbe an Volmar Runge 3 ): vermuthlich lag dieses Erbe ebenfalls in der Wokrenterstraße. Zwei Jahre später (1289) ist er, zusammen mit den Brüdern Simon und Lambert von der Möhlen Vormund zweier Frauen, Abel und Gertrud 4 ). Wiederum nach zwei Jahren (1291) finden wir ihn als Gläubiger der Stadt, der er 50 Mark geliehen hat 5 ). Vier Jahre darauf (1295) kommt er mit seinen Söhnen und seiner Tochter vor den Rath und verzichtet zu Gunsten Bertrams von Dame auf alle Ansprüche an dessen Nachbarhaus 6 ). Im folgenden Jahre (1296, Oct. 28) schenkt er zu seinem und seiner verstorbenen Gattin Seelenheit 100 Mark, beziehentlich 10 Mark Rente, aus seinem steinernen Querhause, zu einem Altar 7 ). In demselben Jahre


1) M. U.=B. 3, zu Nr. 1667.
2) M. U.=B. 3, Nr. 1667.
3) M. U.=B. 3, zu Nr. 2325.
4) M. U.=B. 3, zu Nr. 2325.
5) M. U.=B. 3, Nr. 2122.
6) M. U.=B. 3, Nr. 2325.
7) M. U.=B. 3, Nr. 2416.
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verläßt er mit seiner Tochter Gertrud und deren Tochter Abel (Wolmarus Rungho et Gerdrudis filia sua necnon Abele filia ejusdem) die Hälfte eines Hauses 1 ); vermutlich steckt in dieser Eintragung ein Irrthum und es ist uxor sua statt filia sua zu lesen. Im Jahre 1299, da Volmar Runge und Johann Lange als Vormünder der Kinder des Müllers Gerlach auftreten 2 ) wird er zuletzt genannt. Am 21. August 1308 theilt Volmar Runge der Jüngere seine Stiefmutter Gertrud wegen des Nachlasses Volmar Runges des Aeltern dadurch ab, daß er ihr 200 Mark zuweist und ihr dafür eine Rente von 20 Mark aus seinem ganzen Winkel in der Wokrenterstraße überläßt 3 ). — Volmar Runge kam also 1283 oder kurz davor aus Röbel nach Rostock, ward Biirger daselbst und kaufte sich in der Wokrenterstraße an. Vielleicht war er damals schon durch den Tod seiner ersten Frau, von der er Söhne und eine Tochter hatte, Wittwer geworden und ging nunmehr in Rostock eine neue Ehe ein, durch die er zu der Familie von der Möhlen in verwandtschaftliche Beziehungen trat und zu einer zweiten Ehefrau Namens Gertrud und zu einer Stieftochter Namens Abel gelangte; jedenfalls muß er diese zweite Heirath 1289 schon geschlossen haben, als er neben Simon und Lambert von der Möhlen Vormund einer Abel und einer Getrud war, denn offenbar war letztere seine Frau und erstere seine Stieftochter. Da der Versuch, den geneologischen Zusammenhang von Bürgerlichen in so früher Zeit aufzuklären, immer mehr oder weniger auf Hypothesen angewiesen ist, so wage ich die Vermuthung, daß Simon von der Möhlen außer seinem später noch zu erwähnenden Sohne Johann eine Tochter Namens Getrud besaß, die von ihrem unbekannten Gatten erster Ehe eine Tochter Namens Abel hatte und sich in zweiter Ehe mit Volmar Runge vermählte, und daß ferner eine Schwester der Gebrüder Simon und Lambert von der Möhlen mit dem Rathmann Johann von Braunschweig verheirathet gewesen und kinderlos gestorben war. Johann von Braunschweig hatte sich darauf wieder vermählt mit einer Alburg, die aus der Familie Gamm stammte und nach dem Tode dieses ihres ersten Gatten, der urkundlich 1284 zuletzt vorkommt 4 ), eine neue Ehe mit Konrad von Schwinge einging. Zu Ende des Jahres 1291 oder zu Anfang


1) M. U.=B. 3, zu Nr. 2136.
2) Stadtbuch I. von 1295-1304 fol. 115 b: Volmarus Runghe et Johannes Longus, tutores puerorum Gerlaci molendinarii.
3) M. U.=B. 5, Nr. 3240: Volmarus Runghe junior recognovit, quod domina Gerdrudis noverca sua etc.
4) M. U.=B. 3, Nr. 1718.
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des folgenden verkaufte Konrad von Schwinge mit Genehmigung seines Schwagers Heinrich Gamm 1 ) seinen Antheil an dem Erbe, das Johann von Braunschweig gehört hatte, und seinen Antheil an der Schmiede bei den Schusterbuden in der Altstadt an die Gebrüder Simon und Lambert von der Möhlen, und im Jahre 1296, als vermuthlich inzwischen Simon von der Möhlen gestorben war, wurde von dem Erbe, das Johann von Braunschweig gehört hatte, die eine Hälfte durch Hinrich Gamm und Konrad von Schwinge, die andere Hälfte durch Volmar Runge, Gertrud und Abel an Lambert von der Möhlen verkauft 2 ) und dieser verließ hinwiederum dem Volmar Runge 2 Mark Wortzins aus der Schmiede bei den Schusterbuden der Altstadt 3 ). Im Jahre 1301 bekannte Lambert von der Möhlen, daß sein Brudersohn Johann 20 Mark Rente von ihm zu fordern habe, die er für 200 Mark zurückkaufen könne; Vormünder und Gefreundete (amici et tutores) des Johann und seiner Mutter Gertrud waren Heinrich von Gothland, Volmar Runge, Hinrich Rikbode und Hermann Yser und die Vormünder Johanns, Volmar Runge, Hinrich Rikbode, Ernst von Stendal und Herder, sollten die gedachte Rente jährlich erheben 4 ).

Die Söhne Volmar Runges waren Volmar II. und Heinrich. Ungenannt kommen beide bei dem Verzicht auf das Nachbarhaus des Marquard von Dame 1295 zuerst vor. Von Volmar II. ist bereits erwähnt, daß er 1306 wegen der Nachlassenschaft seines Vaters mit der Stiefmutter abtheilte und das väterliche Erbe in der Wokrenterstraße in seinem Besitz hatte. Heinrich verkaufte 1302 eine Rente von 10 Mark aus dem von ihm bewohnten Erbe, das einst Simon von der Möhlen gehört hatte 5 ), 1305 verkaufte er ein Erbe in der Böttcherstraße, auf der jetzigen Fischbank 6 ), und kaufte dagegen eine Rente von 24 Mark 7 ); 1309 führt ihn König Erich von Dänemark unter den Gläubigern des Fürsten Nicolaus auf und zwar mit einer Forderung von 462 Mark 8 ). Das sind


1) M. U.=B. 3, Nr. 2136: Conradus dictus de Svinghe, maritus domine Alburgis relicte Johannis de Bruneswic, vendidit cum consensu fratris uxoris sue Gamme etc.
2) M. U.=B. 3, zu Nr. 2136.
3) Stadtbuch I. von 1295-1304 fol. 19.
4) Stadtbuch I. von 1295-1304 fol. 139 b.
5) Daselbst fol. 148.
6) M. U.=B. 5, Nr. 3042.
7) Hausbuch von 1304-1314 fol. 19 b.
8) M. U.=B. 5, Nr. 3340.
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alle Nachrichten, die wir bisher über die beiden Brüder bis zum Aufruhr des Jahres 1312 besitzen.

Ob einer der beiden Brüder, beziehentlich wer von ihnen, Nachkommen hinterlassen habe, ist ungewiß. Im Jahre 1322 wurde ein geistlicher Proceß geführt von Johann Wunstorf, als Procurator eines Johann Runge, der erst Kleriker genannt, dann aber als unmündig bezeichnet wird 1 ), gegen Bernhard Münstermann und Albert Holst. Bernhard Münstermann war der Stiefsohn des 1314, Jan. 14, verfesteten Heinrich von Schwetzin 2 ) und Procurator seiner Stiefbrüder, der Geistlichen Matthias und Johann von Schwetzin, und seines Stiefoheims, des ebenfalls verfesteten Eler von Schwetzin; Albert Holst ist uns weiter nicht bekannt. Vermuthlich war es derselbe Johann Runge, der 1326 als sacerdos verstorben war und dessen Erben, seine Schwester, Frau Alheid, und eine Brudertochter, Heileke, damals auf die von ihm bezogenen Renten aus dem St. Georgs=Hospital und der Nemezower Mühle verzichteten 3 ). Vielleicht gehört hierher, daß das genannte Hospital 1319 fünf Mark Rente aus der Nemezower Mühle von den Gebrüdern Reinhard und Gerhard Rike erworben hatte 4 ). — Ein anderer Johann Runge kaufte im lahre 1325 mit Tammeke Mölner zusammen die Windmühle in Rövershagen von Hinrich Brage, der dieselbe 1322 von Hinrich von Tulendorf gekauft hatte 5 ). Aus der Familie Brage waren 1314, Jan. 14, zwei Mitglieder verfestet worden.

Verschwägerung der Familien Runge und von der Möhlen.

Verschwägerung der Familien Runge und von der Möhlen.

1) M. U.=B. 7, Nr. 4331, 4338.
2) M. U.=B. 8, Nr. 5323.
3) M. U.=B. 7, Nr. 4713.
4) M. U.=B. 6, Nr. 4057.
5) M. U.=B. 6, Nr. 4649 u. Anm.
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Anhang II.

Die Mitglieder des Raths zu Rostock von 1312 bis 1314.

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Ueber den neuen Rath, wie er sich nach dem Aufruhr von 1312, Sept. 17, gestaltete, wissen wir folgendes. Am 15. Oct. 1312 waren Hinrich von Gothland, Hinrich Runge und Werner Hövisch Zeugen in einer Urkunde des Fürsten Nicolaus von Rostock 1 ); damals hatte also die Wahl, durch welche Runge und Hövisch in den Rath drangen, schon stattgefunden. Am 7. Dec. 1312 wurde der Vertrag zu Pölchow geschlossen durch Hinrich von Gothland, Hinrich Runge, Nicolaus von Kyritz, Werner Hövisch, Johann Klein, Marquard Holste von Teterow und Hinrich von Kurland 2 ); die vier erstgenannten werden wir für die Bürgermeister des neuen Raths halten dürfen; der an der Spitze stehende Hinrich von Gothland hatte dem alten Rath seit etwa 1296 angehört 3 ); die übrigen sechs Personen waren neu erwählt worden. — Kämmerer des neuen Raths waren 1312, Oct. 1, bis 1314, Jan. 13, Hinrich von Kurland und Bolte; nur einmal, 1313, Juli 13, werden Hinrich von Kurland und Thidemann Kölner zusammen genannt 4 ), offenbar der letztere nur in Vertretung Boltes; alle drei haben unsers Wissens dem alten Rath nicht angehört. — Als Beisitzer im Gericht fungirten neben dem Vogt Johann Voot mehreren Eintragungen des erst später und nicht in chronologischer Ordnung zusammengetragenen Verfestungsbuches zufolge entweder Hermann Modenhorst und Heidekin Teterow oder Johann Klein und Nicolaus Klinkemann; Wigger schwankt über die Zeit ihrer Function, indem er die beiden


1) M. U.=B. 10, Nr. 7272.
2) M. U.=B. 5, Nr. 3576.
3) M. U.=B. 3, Nr. 2424.
4) Danach ist M. U.=B. 5, S. XIII zu berichtigen.
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ersteren M. U.=B. 5, S. XIX zu 1312, M. U.=B. 6, Nr. 3673 zu 1314 und die beiden letzteren M. U.=B. 5, S. XIX zu 1313, M. U.=B. 5, Nr. 3559, 3561 zu 1312 nach Sept. 17 setzt. Hermann Modenhorst, Rathmann seit 1300 1 ), und Heidekin Teterow werden genannt in einem die Ereignisse von 1312, September 17, betreffenden Verfestungsvermerke; Wigger stellt ihn mit drei andern Eintragungen verwandten Inhalts zusammen und bemerkt dazu (M. U.=B. 6, Nr. 3673): "Die Verfestungen sind ohne Zweifel alle erst unter dem 1314 wieder eingetretenen alten Rath ausgesprochen"; aber diese Bemerkung trifft sicher auf die erste Eintragung, in welcher Modenhorst und Teterow namhaft gemacht werden, deshalb nicht zu, weil beide dem 1314 wieder eingesetzten und ergänzten alten Rath nicht angehört haben; beide sind demnach als Mitglieder des neuen Raths anzusehen und unter dessen Regierung muß die betreffende Verfestung wegen der Ereignisse von 1312, Sept. 17, geschehen sein. Johann Klein und Nicolaus Klinkemann fungiren bei zwei Verfestungen wegen Verraths städtischer Schiffe und bei einer dritten wegen Tödtung eines Knechts im Stadtgraben; zu den ersteren Eintragungen bemerkt Wigger (M. U.=B. 5, Nr. 3559): "Daß die Rostocker zu Warnemünde während der Belagerung des Thurms, der Anfang Septembers fiel, Schiffe verloren, berichtet sowohl Kirchberg . . . als auch die Rostocker Chronik . . . Jene Verfestungen fallen aber erst in die Zeit des neuen Rathes"; diese Bemerkung beruht zwar nur aus Muthmaßung, doch wird man sich ihr, soweit es die Zuweisung Kleins und Klinkemanns zum neuen Rath betrifft, anschließen müssen; was die Zeit ihrer Function anlangt, so meine ich in der Erwägung, daß die Verfestung, welche wegen der Ereignisse von 1312, Sept. 17, unter dem neuen Rath geschah, bald nach denselben erfolgt sein wird und folglich Modenhorst und Teterow für die Gerichtsbeisitzer des Jahres 1312-1313 zu halten sind, Klein und Klinkemann für das Jahr 1313-1314 in Anspruch nehmen zu dürfen. — Dem neuen Rath gehörten demnach nachweislich zwei Mitglieder des alten Rathes an, Hinrich von Gothtand und Hermann Modenhorst, und von den neu erwählten Rathmannen kennen wir acht: Hinrich Runge, Nicolaus von Kyritz, Werner Hövisch. Johann Klein, Marquard Holste, Hinrich von Kurland, Heidekin Teterow und Nicolaus Klinkemann.

Vertrieben oder ausgewichen waren von den Mitgliedern des alten Raths 8 Personen, die 1314, Jan. 8, zu Dassow einen


1) M. U.=B. 4, Nr. 2598.
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Vertrag über ihre Rückführung mit dem Fürsten Heinrich von Meklenburg abschlossen: Arnold Kopmann, Arnold Quast, Wasmod Sinneke, Bernhard Kopmann, Otbert von Selow, Gerwin Wilde, Thie und Hinrich Schlichtop 1 ). Fünf von ihnen hielten sich 1313, Nov. 14, zu Ribnitz auf: Bernhard Kopmann mit seinen fünf Söhnen, Arnold Kopmann, Thie, Otbert von Selow und Hinrich Schtichtop 2 ).

Ermordet waren von den Mitgliedern des alten Raths, wenn wir zunächst die urkundlichen Nachrichten befragen, Willekin vom Baumgarten, Hinrich Rikbode, Gerhard Blöming und andere, die nicht genannt werden: sechs Personen werden verfestet wegen der Ermordung Baumgartens, Rikbodes und anderer Rathmannen und Bürger 3 ), zwei wegen der Ermordung Baumgartens, Rikbodes und anderer mehr 4 ), zwei wegen der Ermordung Rikbodes, Blömings, Baumgartens und anderer Rathmannen und Bürger 5 ). Willekin vom Baumgarten kennen wir als Rathmann seit 1297 6 ); 1308 wird er unter vier Rathmannen an erster Stelle genannt 7 ), vermuthlich als Bürgermeister; Hinrich Rikbode war 1304 Kämmerer, Gerhard Blöming 1307 Gerichtsbeisitzer, 1308 Kämmerer gewesen.

Der wieder eingeführte und ergänzte alte Rath, der König Erich und Fürst Heinrich von Meklenburg 1314, Januar 19, huldigte 8 ), bestand damals aus 21 Personen. Von den acht vertriebenen Mitgliedern des alten Raths werden sieben an erster Stelle genannt und zwischen ihnen, als der zweite in der Reihenfolge, Hinrich von Gothland; die vier ersten, offenbar die Bürgermeister, sind: Otbert von Selow, Hinrich von Gothland, Gerwin Wilde und Wasmod Sinneke; dann folgen: Bernhard Kopmann, Arnold Kopmann, Arnold Quast und Thie; Hinrich Schlichtop, der achte der Vertriebenen, wird nicht genannt, trotzdem er noch 1316, Febr. 18, am Leben war 9 ). Eine zweite Gruppe, die aus 5 Personen besteht, bilden Hermann von Wokrent, Gerhard Reiner, Hermann Lehmhus Johann von Femarn und Herbord Beseler; sie gehörten sämmtlich schon vor 1312, Sept. 17, dem Rathe an und waren vermuthlich mit Gothland und Modenhorst in den neuen Rath übergetreten.


1) M. U.=B. 6, Nr. 3669.
2) M. U.=B. 6, Nr. 3654.
3) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 1.
4) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 3.
5) M. U.=B. 6, Nr. 3673, 2.
6) M. U.=B. 4, Nr. 2441.
7) M. U.=B. 5, Nr. 3251.
8) M. U.=B. 6, Nr. 3674.
9) M. U.=B. 6, Nr. 3808.
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Eine dritte Gruppe, von 4 Personen, besteht aus Marquard Holste von Teterow, Nicolaus von Kyritz, Dietrich Frese und Nicolaus Klinkemann; über Dietrich Freses Vorleben wissen wir nichts, da aber Holste, Kyritz und Klinkemann dem neuen Rath angehörten, so dürfen wir unbedenklich auch ihn demselben zurechnen. Eine vierte Gruppe, ebenfalls von 4 Personen, bilden die Rathmannen Johann Pape von der Altstadt, Johann Pape von der Neustadt, Engelbert vom Baumgarten und Henning von Dame: sie sind offenbar neu in den Rath gewählt worden und stehen deshalb ordnungsmäßig an letzter Stelle. Der wieder eingeführte und ergänzte alte Rath besteht demnach aus 7 vertriebenen und 6 in den neuen Rath übergetretenen Mitgliedern des alten Raths, 4 Mitgliedern des neuen Raths und 4 Neuerwählten.

Zu den 13 Mitgliedern des alten Raths, welche 1314, Jan. 19, dem wiedereingeführten und ergänzten alten Rath angehörten, haben wir für den alten Rath hinzuzurechnen den vertriebenen Hinrich Schlichtop, den in den neuen Rath übergetretenen Hermann Modenhorst und die drei Ermordeten, Willekin vom Baumgarten, Hinrich Rikbode und Gerhard Blöming: wir kennen also von den Mitgliedern des alten Raths 18 Personen.

Zwei Rathmannen, welche unsern urkundlichen Nachrichten zufolge ebenfalls Anspruch darauf haben, dem Rath von 1312 zugezählt zu werden, sind Hinrich Witte und Johann Lübbert. Hinrich Witte, den wir sicher seit 1304 als Rathmann kennen 1 ), war im Jahre 1312 neben Herbord Beseler Kämmerer gewesen 2 ); dem wiederhergestellten Rath von 1314 hörte er nicht an; 1320 war er sicher nicht mehr am Leben 3 ); vielleicht war er ein viertes Opfer des 17. September 1312. Johann Lübbert war im Jahre 1311 Kämmerer gewesen 4 ); in einem Verfestungsvermerk, der die ausdrückliche Jahresangabe 1314 enthält, wird er neben Herbord Beseler als Gerichtsbeisitzer genannt 5 ); aber da er sich unter den 1314, Jan. 19, genannten Rathmannen nicht findet, so wird ein Irrthum in der Jahreszahl vorliegen; vielleicht ist auch er den Opfern des 17. September zuzuzählen.

Damit sind unsere urkundlichen Nachrichten erschöpft. Folgen wir Kirchbergs Angaben, so erhalten wir in Volmar Runge das einundzwanzigste Mitglied des alten Raths, Wie er vor dem


1) M. U.=B. 5, Nr. 2944.
2) M. U.=B. 5, S. XII.
3) M. U.=B. 6, Nr. 4159.
4) M. U.=B. 5, S. XII.
5) M. U.=B. 5, S. XIX.
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17. September bestand, und nehmen wir an, daß wir damit sämmtliche Mitglieder desselben kennen gelernt haben, so wird uns verständlich, weshalb der wiedereingeführte alte Rath nach seiner Ergänzung nicht 24, sondern nur 21 Mitglieder zählte: er wurde genau so hergestellt, wie er vorher gewesen war, und an die Stelle von sechs ermordeten und zwei nunmehr abdankenden wurden acht neue Rathmannen erwählt, vier aus dem bisherigen neuen Rath und vier aus der Gemeinde.

Um das Ermittelte nach dem verschiedenen Grade der Sicherheit zu veranschaulichen, stelle ich das Rathmannenverzeichniß von 1312-1314 folgendermaßen zusammen: unter I. den alten Rath von 1312, unter II. die ermordeten, unter III. die vertriebenen Mitglieder des alten Raths, unter IV. die Mitglieder des neuen Raths und unter V. die Mitglieder des wiedereingeführten und ergänzten alten Raths.

  I. II. III. IV. V.
Willekin v. Baumgarten 1 1      
Hinrich Rikbode 2 2      
Gerhard Blöming 3 3      
Hinrich Witte 4 4?      
Johann Lübbert 5 5?    
Volmar Runge 6 6?      
Otbert v. Selow 7   1   1
Hinrich v. Gothland 8     1 2
Gerwin Wilde 9   2   3
Wasmod Sinneke 10   3   4
Bernhard Kopmann 11   4   5
Arnold Kopmann 12   5   6
Arnold Quast 13   6   7
Thie 14   7   8
Hinrich Schlichtop 15   8    
Hermann Modenhorst 16     2  
Hermann v. Wokrent 17     3? 9
Gerhard Reiner 18     4? 10
Hermann Lehmhus 19     5? 11
Johann v. Femarn 20     6? 12
Herbord Beseler 21     7? 13
Marquard Holste       8 14
Nicolaus v. Kyritz       9 15
Dietrich Frese       10? 16
Nicolaus Klinkemann       11 17
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  I. II. III. IV. V.
Hinrich Runge       12  
Werner Hövisch       13  
Johann Klein       14  
Hinrich v. Kurland       15  
Bolte       16  
Thidemann Kölner       17  
Heidekin v. Teterow       18  
Johann Pape         18
Johann Pape         19
Engelbert v. Baumgarten         20
Henning v. Dame         21
Vignette
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IV.

Zur Bau-Geschichte

des

Doms zu Güstrow

mit

2 Tafeln und 10 Textabbildungen.


Von
Oberlandbaumeister Dr. F. E. Koch zu Güstrow.

~~~~~~~~~~~~

S pärlich sind die Nachrichten, die über die Baugeschichte des Doms zu Güstrow auf uns gekommen sind; und: mögen wir die für ihre Zeit fleißige Arbeit des alten Dom=Oeconomus Gustaw Thielen * ), oder die mehrfachen Mittheilungen unseres verdienten Archäologen, des Geheimen Archivraths Dr. Lisch, in den von ihm redigirten Jahrbüchern für Geschichte und Alterthumskunde ** ) durchforschen — Alle geben in der Hauptsache nur geschichtliche Data, und beschreiben das jetzt Vorhandene, befriedigen aber nicht den Kunstarchäologen, der vergeblich eine Darstellung der verschiedenen an dem Dom hervortretenden Architekturformen, die historische Entwickelung derselben und eine Erläuterung


*) G. Thielen: Der Hochfürstl. Domkirchen zu St. Caecilien zu Güstrow fünfhundertjähriges Alter, oder Nachricht u. s. w. Rostock bei Schwechten 1726. — (Jubiläumschrift.)
**) G. C. F. Lisch: Der Dom zu Güstrow. Jahrb. 8, B, 97.
Derselbe: Der Dom zu Güstrow und die heilige Caecilie. Jahrb. 20, 238.
Derselbe: Der alte Taufstein des Doms zu Güstrow, und: Thürbeschlag am Dom zu Güstrow. Jahrb. 27, 236.
Derselbe: Die Domkirche zu Güstrow. Jahrb. 35, 165.
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für das scheinbare Durcheinander der Formbildung weit auseinander liegender Bauperioden zu finden hofft. — Denn gerade in dieser Beziehung bietet der Dom auf den ersten Blick so manches Räthselhafte; und sehr eingehende Studien gehören dazu, um einige Klarheit zu gewinnen in der Beurtheilung der Auseinanderfolge der, vier bis fünf Bauperioden aus dem 12. bis Ende des 15. Jahrhunderts umfassenden, verschiedenen Bautheile dieses alten interessanten Bauwerks.

Die in den Jahren 1865-1868 von dem Berichterstatter geleitete Restauration des Doms gab demselben die beste Gelegenheit zu eingehenden Studien, so daß es längst im Plan lag, einige Mittheilungen über den Dom vom kunsthistorischen Standpunkte aus zu machen. — Wenn nun die Ausführung dieses Plans so lange sich verzögert hat, so liegt der Grund dafür in dem Umstande, daß für das richtige Verständniß die Beigabe von Abbildungen und möglichst detaillirten Darstellungen unumgänglich erforderlich ist; und um diese zu beschaffen, fehlte dem Autor in früheren Jahren die Zeit, während in späteren Jahren die Augen nicht mehr die Anfertigung von Zeichnungen in so kleinem Maßstab gestatten wollten. Dazu kommt, daß für die Detaildarstellung architektonischer Formen, aus denen man ein Urtheil über die Zeit ihrer Herkunft sich bilden will, photographische Aufnahmen bei weitem einer Darstellung durch Handzeichnung vorzuziehen sind, indem bei aller Tüchtigkeit des ausführenden Zeichners seine individuelle Anschauung gar zu leicht Einfluß ausübt, so daß die charakteristische Darstellung darunter leidet, und, wie Dohme in dem Vorwort zu seiner "Deutschen Baukunst" sehr richtig sagt: "die Subjectivität des modernen Zeichners die originelle Eigenart der alten Monumente mehr oder minder verdunkelt".

Nachdem nun in letzterer Beziehung dem Berichterstatter Hülfe geworden ist, theils durch die dieser Arbeit beigegebenen Handzeichnungen des Herrn Baumeisters Raspe, theils durch photographische Aufnahmen seines Sohnes, des Malers Herm. Koch in München, soll nicht länger gezögert werden, eine Darstellung der architektonisch interessanten Beobachtungen am Güstrower Dom zu veröffentlichen.


Von den oben angeführten Autoren wird das Jahr 1226 als das der Gründung des Doms angenommen. — Fürst Burwy II. gründet am 3. Juni 1226 das Domstift zu Güstrow als Collegiatkirche mit 10 Präbenden (Mekl. Ukb. Nr. 323), stirbt aber schon am 5. Juni 1226. Sein Vater Burwy I., der die reichen

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Schenkungen seines Sohnes bestätigt hatte (M. U. Nr. 331), folgte ihm am 28. Januar 1227, so daß der Bau des Doms erst von seinem Nachfolger ausgeführt wird.

Aus den angeführten Urkunden geht nicht hervor, ob es sich um die Neuschaffung einer Kirche handelt, oder ob nicht vielmehr schon ein Gotteshaus vorhanden gewesen, welches von dem Eifer der heidnischen Wenden zerstört worden war, oder welches für eine Collegiatkirche nicht den nöthigen Raum gewährte, so daß es sich also nur um die Wiederherstellung und Erweiterung des Gotteshauses durch Burwy, sowie um die sichere Fundirung der Hülfsquellen für dasselbe handelt. — Diese Frage hat insofern ein Interesse für die vorliegende Darstellung, als die Altersbestimmung für zwei Bautheile zur Frage steht. Zunächst sind es die drei Granit=Monolithen, die jetzt die Stützen für das zweischichtige nördliche Seitenschiff bilden, und deren rohe Form jedenfalls auf ein höheres Alter wie 1226 schließen läßt, so daß dieseIben von einem schon vor diesem Jahr zerstörten Bauwerk abstammen dürften. Dann handelt es sich darum, das isolirte Auftreten der romanischen Rundbogen=Pforte im Nordgiebel des Kreuzschiffes zu erklären, worauf weiter unten spezieller eingegangen werden soll.

Der Dom zu Güstrow findet seine nächsten Verwandten in den Domen zu Ratzeburg und zu Kammin in Pommern. — Der Bau des ersteren aber ist gleich nach der Begründung des Bisthums (im Jahre 1154) begonnen, so daß der Bischof Jsfried von 1178 bis 1204 nur den Bau des von seinem Vorgänger begonnenen Langschiffes fortsetzte * ). Damit stimmt auch Rickmanns ** ) Annahme, daß der Bau des Ratzeburger Doms in die letzte Hälfte des 12. Jahrhunderts zu versetzen sei. Derselbe weist nach, daß 1180 der Bau unterbrochen sein werde, indem durch die Aechtung Heinrichs des Löwen die Subsidien aufgehört haben, so daß der Bau erst nach der Rückkehr ruhiger Zeiten, 1226, seiner Vollendung entgegengeführt werden konnte.

Der Dom zu Kammin ist nach Kasten *** ) im Jahre 1175 geweiht worden, und schätzt derselbe den Beginn des Baues auf 1170 bis 1172, ist aber der Ansicht, daß nur noch der untere Theil des nordlichen Kreuzschiffes mit der


*) Vgl. auch Dohme, Deutsche Baukunst, pag. 106 (mit Ansicht des Doms), der den Beginn des Baues auch 1178 setzt.
**) Fr. W. J. Rickmann: Die Domkirche zu Ratzeburg mit 3 Tafeln. Ratzeburg 1881.
***) A. Kasten: Beiträge zur Baugeschichte des Kamminer Doms mit 4 Tafeln. Berlin 1883.
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charakteristischen Rundbogenthür jenem ursprünglichen Bau angehört.

Nun aber stehen die übrigen Bautheile dieses Doms, die dreifach gestellten Fenster mit gedrücktem Spitzbogen, von denen das mittlere an Höhe die Seitenfenster überragt, die Anlage der nach Innen vorspringenden Schildbogen=Pfeiler u. s. w. in so enger Beziehung zum Güstrower Dom, daß man für diese Theile des Kamminer Doms dieselbe Bauzeit wie für die entsprechenden Theile des Doms zu Güstrow annehmen muß.

Die oben ausgesprochene Vermuthung also, daß die nördliche Rundbogenthür des Güstrower Doms von einem vor 1226 vorhandenen Bau stammen möchte, findet ein so interessantes Analogon in dem eben angeführten Verhältniß an dem Dom zu Kammin, daß jene Vermuthung nicht als eine allzu unbegründete Annahme erscheinen dürfte; und indem es vorbehalten wird, auf diesen Punkt später noch zurückzukommen, soll hier nur noch darauf hingewiesen werden, daß schon bald nach 1160 Pribislav zum christlichen Glauben übertritt, und 1171 das Kloster zu Doberan stiftet, und daß, wenn sein Enkel Burwy II. der Stadt Güstrow (schon 1222) Schweriner Recht verlieh * ) und dort ein Collegiatstift gründete, man annehmen dürfte, daß daselbst schon eine größere Ansiedlung oder wohl gar eine zur fürstlichen Wohnstätte geeignete Burg vorhanden gewesen ist, in deren Schutz eine christliche Kirche existiren konnte, wie das nach obigen Darlegungen in nicht allzuweiter Entfernung östlich zu Kammin, und westlich zu Ratzeburg der Fall gewesen ist.

Zum besseren Verständniß der nachstehenden Darlegungen geben wir auf Tafel I den Grundriß des Doms in seiner jetzigen Gestaltung und auf Tafel II die Ansicht der Nordseite, wie sie vor der 1865 vorgenommenen Restauration sich gestaltete.

Abgesehen von den drei Granit=Monolithen des nördlichen Seitenschiffes und der obenerwähnten Rundbogenthür des nördlichen Kreuzschiffes, die unbedingt der romanischen Formbildung angehören, ist jedenfalls das Gewölbjoch 1, der älteste Theil der Kirche, der in dem Profil der Pfeiler, dem Laubschmuck und der Form der Capitäle und den mit dem charakteristischen Eckblatt ausgestatteten attischen Basen eines der schönsten Beispiele des


*) Das Jahr ist zweifelhaft, es beruht auf dem, was Westphalen I. 2007 bei Abdruck des Güstrower Codex des Schweriner Rechtes sagt. Die Bestätigung der Söhne Burwys II. von 1228 (M. U. Nr. 359) sagt ausdrücklich, daß dieselbe geschehe secundum que eis pater noster indulserat.
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Dom zu Güstrow (Grundriß)
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Dom zu Güstrow (Ansicht der Nordseite)
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Ziegelbaues aus der Uebergangszeit darstellt. — Die nachstehend=Fig. 1 giebt das Profil des Mittelpfeilers zwischen diesem Gewölbe

Profil des Mittelpfeilers
Fig. 1.

joche und dem des anstoßenden Altargewölbes und Fig. 2 eine Ansicht der attischen Base mit dem Eckblatt; sowie die nachstehende

Ansicht der attischen Base mit dem Eckblatt
Fig. 2.

photographische Aufnahme, Fig. 3, die Ansicht des vorgenannten Pfeilerbündels mit dem Capitäl und den Gurtbogenansatz zeigt.

Sehr charakteristisch für die Beurtheilung der Bauzeit ist das Gewölbe dieses Bautheils. In völliger Abweichung von allen übrigen, als regelrechte Kreuzgewölbe mit 1/2 Stein starken Kappen zwischen Diagonalgurten ausgeführten Wölbungen, ist das in Rede stehende Joch mit einem hohen, backofenartig einen vollen Stein stark mit concentrischen Schichten ausgeführten Gewölbe überdeckt, und zwar mit unten vorliegenden, aus starken Rundstäben bestehenden Diagonal= und Kreuzgurten, die ohne constructiven Zweck, nur als Decorationsmittel dienend, lose, unter das Gewölbe untergelegt sind, wie dies häufig im Uebergangsstil vorkommt.

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In Uebereinstimmung mit der Formbildung dieser Zeitperiode sind die Fenster als schmale Oeffnungen mit schräge einfallenden Laibungen, zu je 3 gestellt, mit gedrücktem Spitzbogen überwölbt, und das mittlere wesentlich höher wie die beiden Seitenfenster ausgeführt, wie aus Taf. II ersichtlich.

Die völlig gleiche Ausbildung wird jedenfalls das zunächst daran stoßende Gewölbe (2) des hohen Chors gehabt haben, wie solches ersichtlich ist durch das Profil des Fig.1 und 3 dargestellten, beide Gewölbjoche trennenden Wandpfeilers, durch die in der Ringmauer noch guterhaltenen Fugenlinien der alten Fensterlaibungen und durch die vor der Restauration noch erhalten gewesene Wandlisene, wie solches in Tafel II dargestellt ist. Wahrscheinlich hat hier ein rechtwinklicherAbschluß des hohen Chors stattgehabt; die jetzige Form des hohen Chors soll weiter unten besprochen werden.

Profil
Fig. 3.

Nach den Fensteranlagen zu urtheilen, stammen die Ringwände des Querschiffs aus derselben Bauzeit wie das erste Gewölbe des hohen Chors, und stimmt hierzu namentlich der Giebel des nördlichen Kreuzschiffes, den man selbst noch als romanisch ansprechen könnte, wenn nicht die alten, vor der Restauration wohl erhaltenen Fensterlaibungen schon den gedrückten Spitzbogen der Uebergangszeit zeigten, während der im Jahre 1866 wegen Baufälligkeit abgebrochene Giebel des südlichen Kreuzschiffes schon eine mehr nüchterne Behandlung zeigte und jedenfalls aus späterer Zeit stammte. Eine gleichfalls spätere Formbildung, schon mehr der Frühgothik angehörig. zeigt die südliche Ausgangspforte des Kreuzschiffes; dieselbe ist im Spitzbogen geschlossen, die Rundstäbe der

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ziemlich reich profilirten Laibungen sind in der Kämpferhöhe durch Kelchcapitäle mit einfachen Rinnblättern mit Knollen abgeschlossen, und die Fortsetzung der Rundstäbe innerhalb der Spitzbögen zeigt jene der Frühgothik eigenthümlichen Ringe. Die nachstehenden photographischen Aufnahmen zeigen die beiden Pforten des Kreuzschiffes, die romanische der Nordseite in Fig. 4 und die frühgothische der Südseite in Fig. 5. — Die romanische Thür hat in der Kämpferlinie ein Gesims von gebranntem Thon von dem Profil, Fig. 6, welches gleichzeitig die Knäufe der Rundwulste bildet. Diese einfache Behandlung stimmt nicht zu der reichen Ausbildung der Bautheile des Gewölbejoches 1, und dürfte die Annahme eines hlöheren Alters dieser Thür rechtfertigen.

Pforte der romanischen Nordseite
Fig. 4.

Die innere Architektur des Kreuzschiffes zeigt wieder in räthselhafter Weise von einander abweichende Details. Das südliche Schiff hat in den 4 Ecken mächtige Rundwülste als Dienste, die in einer gewissen Höhe sich auf Consolen aufsetzen von einer Form, wie sie häufiger in ber Frühgothik vorkommt: Kelche mit Rinnblättern in 2 Reihen übereinander, deren umgerollte Knollen abgebrochen erscheinen, so daß das Consol mit stumpfen Blattästen bebeckt erscheint (siehe Fig. 7). Im Kämpfer endigen diese Rundwülste mit einem romanisirenden Blattcapitäl, welches dann die Profilsteine der Schildbögen und Diagonalrippen des Kreuzgewölbes aufnimmt. Während aber diese mächtig profilirten Dienste noch durchaus den Charakter der Frühgothik tragen und eher noch an Uebergangsstil erinnern, gehören die Gewölbe selbst mit dem birnförmigen Profil der Rippen schon der ausgebildeten Gothik an.

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Dieselben mächtigen Rundwülste finden wir in den beiden östlichen Ecken des Langschiffs an den Vierungspfeilern, von denen der in der südlichen Ecke sich in gleicher Weise wie oben beschrieben auf ein Consol aufsetzt, während der der nördlichen Ecke von unten herauf geführt ist. — Oben aber hören beide Rundwülste stumpf auf, und es setzen sich zwei schwächere Rundstäbe als sog. junge Dienste darauf, die mit ihren Capitälen einer späteren Bauperiode angehören. — Die photographische Aufnahme Fig. 8 zeigt dies interessante Durcheinander architektonischer Formen. Man sieht den eben erwähnten Rundwulst mit dem jungen Dienst in der Südostecke des Langschiffs, hat einen Blick in das südliche Kreuzschiff und in den hohen Chor.

frühgotische Pforte der Südseite
Fig. 5.

Die eben geschilderten Verhältnisse lassen auf eine längere Unterbrechung des Baues schließen.

Eine völlig abweichende Behandlung zeigt das Innere des nördlichen Kreuzschiffs und der Vierung, in denen die Profile der Pfeiler, statt aus Formsteinen als Rundstäbe oder Wülste ausgebildet zu sein, einfach rechtwinkelig zurückspringende Ecken, roh aus gewöhnlichen Mauersteinen gebildet, darstellen. Ob solche Abweichung von der reichen Behandlung des südlichen Kreuzschiffes auch mit einer Unterbrechung des Baues zusammenhängt, oder ob Mangel an Formsteinen die Schuld trägt, muß dahingestellt bleiben. Die Gewölbe des südlichen Kreuzschiffes und die des Langschiffs sind von denen der Vierung getrennt durch je einen breiten Gurtbogen, der eine zierliche Ausbildung erhält durch eine auf consolenartiger Auskragung ruhende Lisene (siehe Fig. 8), die in der Kämpferlinie ein zierliches Gesims zeigt. Auch diese Aus=

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bildung fehlt dem Gurtbogen, der das nördliche Kreuzschiff von der Vierung trennt. Sollte diese soviel rohere Ausbildung des nördlichen Kreuzschiffes wohl noch als der Ausfluß des schon oben angedeuteten älteren Baues aus der romanischen Zeit und als ein mit der Nordthür erhaltener Rest dieser Zeit anzusehen sein?

Wie oben erwähnt zeigen die beiden ostwärts gelegenen Ecken des aus zwei Gewölbjochen bestehenden Langschiffes noch die mächtigen Rundwulste des südlichen Kreuzschiffes als Anlage für die Dienste der Gewölbegräte, und geht daraus zweifelsohne hervor, daß man die Absicht gehabt hat, die Architektur jenes Schiffs hier fortzusetzen. Doch beweisen die jungen Dienste einer späteren Zeit, die sich in dem oberen Theil aus die älteren Dienste aufsetzen, daß eine erheblich lange Unterbrechung in der Fortführung des Baues stattgehabt haben muß.

Gesimsprofil
Fig. 6.

Diese jungen Dienste wiederholen sich consolenartig geformt in völlig gleicher Ausbildung in den übrigen 6 Ecken dieses Langschiffes, welches übrigens in allen Theilen noch den Charakter der Frühgothik an sich trägt. Ein breiter Gurtbogen, getragen von eigenthümlichen Consolen, und gestützt durch nach Innen vorspringende Pfeiler, die sich im Aeußern nicht markiren, trennt die beiden quadratischen Kreuzgewölbe, deren Gräte auf jenen consolenartigen Diensten ruhen. Diese beiden Consolen des Gurtbogens haben einen Abschluß durch eine Hohlkehle mit Blattwerk in der Formbildung des Uebergangsstils, und fanden sich bei der Restauration nach Entfernung der Kalktünche die beiden Wappenthiere auf der Platte des Consols, die Lisch, Jahrb. 35, S. 179 und 183 beschreibt, und als Greif und Leopard (Werle und Dänemark) ansieht, während aber der Leopard den Umrissen nach mehr den Charakter eines schreitenden Löwen zeigt.

Die photographische Aufnahme Fig. 9 stellt die ebengeschilderten Details dar und wird bemerkt, daß der hier angebrachte, gut stilisirte Crucifixus früher jedenfalls oberhalb des Lettners mit dem Laien=Altar seinen Platz gehabt hat. Das hübsche Skulpturwerk von Eichenhotz war dick mit grauer Oelfarbe überstrichen, die bei der Restauration entfernt wurde. — Die oben erwähnte Unterbrechung und spätere Weiterführung des Baues documentirt sich auch durch

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deutliche Ansatzstellen in der südlichen und nördlichen Langschiffwand oberhalb der Gewölbe, jederseits am Vierungspfeiler.

Den beiden Gewölben des Langschiffes entsprechen je vier quadratische Gewölbe der beiden sehr niedrigen Seitenschiffe, die durch je vier niedrige spitzbogige Arkadenbögen mit dem Mittelschiff in Verbindung stehen, eine bassilikale Anlage der Uebergangszeit. — 

Consol
Fig. 7.

Das nördliche Seitenschiff ist zweischiffig, indem die acht Kreuzgewölbe durch die drei oben bereits erwähnten achtseitigen Granitmonolithe getragen werden, von einer so einfachen Formbildung der Capitäle, daß man auf ein hohes Alter derselben zu schließen geneigt ist. Die Basen bestehen aus den umgekehrten Capitälen. Dies Seitenschiff wird durch vier rechtwinkelig auf die nördliche Langwand stoßende Capellendächer überdacht.

An das südliche Seitenschiff stießen in früherer Zeit drei Capellen, die zur katholischen Zeit wahrscheinlich Altäre enthalten haben, jetzt aber zu anderen Zwecken umgestaltet sind, und über denselben erhebt sich in einer zweiten Etage das gewölbte Dom=Archiv mit selbstständigem Dache.

Nach vorhandenen Daten ist das Langschifs 1308 vollendet, und 1330 geweiht worden.

Wahrscheinlich von gleichem Alter ist derThurm, der als mächtiger massiver Querbau von oblonger Grundform, 36 Meter hoch, die Westfront, über die Breite des Hauptschiffs hinausragend, abschließt. Er ist in drei Etagen gegliedert und durch Spitzbogen=Blendnischen hübsch belebt. — Das Dach ist ein steiles, quer zur Kirche gestelltes Satteldach mit theilweise abgewalmten Giebelseiten, eine Form, die sich mehrfach an den norddeutschen Ziegelbaukirchen findet.

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Der jüngste Theil des Doms ist der octogone Abschluß des hohen Chors, der im ausgebildeten Spitzbogenstil etwa aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts stammen wird, während genaue

Die Gewölbe des südlichen Kreuzschiffes und die des Langschiffs sind von denen der Vierung getrennt durch je einen breiten Gurtbogen, der eine zierliche Ausbildung erhält durch eine auf consolenartiger Auskragung ruhende Lisene, die in der Kämpferlinie ein zierliches Gesims zeigt.
Fig. 8.
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Nachrichten darüber leider nicht vorhanden sind. Wie oben bemerkt, hatte wahrscheinlich die alte Kirche zwei Gewölbjoche im hohen Chor von der Formbildung des Uebergangsstils, wie ihn das

Cruzifixus
Fig. 9.
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Gewölbjoch 1 zeigt. Bei diesem Erweiterungsbau wird durch den Abbruch der östlichen Abschlußwand das Gewölbe 2 eingestürzt sein, und hat man nun das jetzige Kreuzgewölbe gleichzeitig mit dem des hohen Chors hergestellt.

Die im lahre 1866 vorgenommene Restauration der Wände und Gewölbe hatte ihren Ausgangspunkt in der Baufälligkeit des Altargewölbes. Dasselbe drohte den Einsturz, wurde herausgenommen, und nach vorgenommenen Verankerungen und Restauration der Strebepfeiler wurde das jetzige Gewölbe des Octogon=Abschlusses eingespannt, nachdem zuvor der das Altargewölbe von dem Krreuzgewölbe 2 trennende Gurtbogen in entsprechender Weise verstärkt worden war, * ) um den Nachsturz dieses Gewölbes zu verhindern.

Abgesehen von dem ältesten Gewölbe aus der Uebergangszeit stammen alle übrigen Gewölbe des Kreuz= und Langschiffes, wie es scheint, aus derselben Zeit, werden also gleichzeitig eingespannt sein. Dieselben waren unter der Kalktünche, die wir der Reformationszeit verdanken, mit Malerei versehen, ** ) etwas roh in der Ausführung, aber von hübscher Conception, so daß diese Decoration das Vorbild für die Bemalung der Gewölbe bei der letzten Restauration gegeben hat, während das Motiv für die Behandlung der Gurtbogen=Laibungen den alten Malereien der Klosterkirche in Berlin entnommen wurde.

Wie Lisch, Jahrb. 27, mittheilt, fand sich an der Nordpforte als Verzierung eines Thürklopfers ein sehr schöner Kopf, wohl ein Christuskopf, in Laub=Ornamenten von schöner alter Arbeit, mit einem Klopfringe, den schon Lisch als heidnischen Halsring anspricht.

Bei der Restauration wurde dieser Kopf an der Eingangsthür zur Sakristei angebracht und wird eine photographische Aufnahme dieses Thürbeschlages als Schlussvignette gegeben.

Wegen der Details des inneren Ausbaues, namentlich der durch schöne Formbildung sich auszeichnenden Zuthaten der Renaissance=Zeit wird auf die citirten Arbeiten von Lisch verwiesen, sowie auf die sehr naturgetreuen Darstellungen in dem schönen Werk über Deutsche Renaissance von Professor A. Scheffers, Leipzig 1887, welches in den Heften 215 bis 218 die nachfolgenden Abbildungen giebt:

Abtheilung 59 D, Güstrow.
Bl. 14: Das schöne Eisengitter vor den Epitaphien.

*) Ich führe dies absichtlich an, um späteren Forschern einen Anhalt für die Beurtheilung des Alters der betreffenden Theile zu geben.
**) Lisch in Jahrb. 35, S. 181 f.
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Bl. 15: Den Sarkophag von Burwin II, in Schwedischem Marmor gearbeitet.
Bl. 16, 17: Das Epitaphium des Herzogs Ulrich mit beiden Gemahlinnen, ein herrliches Werk deutscher Renaissance in schwarz und weißem Marmor.
Bl. 18: Das Epitaphium der Herzogin Dorothea.
Bl. 19: Das Epitaphium des Herzogs Henricus Burwinus (Burwy II.) in edlen, der italienischen Renaissance sich nähernden Formen aus Sandstein.

Diese drei Sculpturwerke sind von Krommeny und Ph. Brandin gearbeitet.

Bl. 20: Details der drei Epitaphien.
Bl. 21: Der schöne Taufstein auf dem Altar von Sandstein und Alabaster, der Deckel von Eichenholz in dem reichen deutschen Renaissancestil gearbeitet.
Bl. 22: Das Gitter, welches früher den Taufstein umschloß, jetzt im nördlichen Seitenschiff aufgestellt.
Bl. 23: Die Ansicht der Kanzel, ein minder schönes Werk, und ein Teppichmuster von dem Bl. 16 dargestellten Epitaphium.

Die vorstehenden Mittheilungen legen Zeugniß dafür ab, daß der Dom in Güstrow eine reiche Fundgrube für das Studium sowohl des Architekten wie des Bildhauers bietet.

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V.

Zum Schweriner Stadtrecht.

Von

Dr. Crull zu Wismar.

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B ekanntlich ist urkundlichen Zeugnissen gemäß das Stadtrecht von Schwerin auf Güstrow, Malchow, Malchin, Neu=Röbel und Penzlin iibertragen worden und wahrscheinlich auch auf Krakow und Wesenberg, während solches in Betreff von Hagenow, Krivitz, Neustadt und Waren nur behauptet wird. Ob auch Bützow mit Schweriner Recht bewidmet wurde, ist zweifelhaft, und während v. Kamptz 1 ) wegen der dort bestehenden Geltung der Lübischen Gütergemeinschaft einen Zusammenhang mit Lübeck vermuthete, war Böhlau 2 ) geneigt, da Bützow Stiftsstadt war, anzunehmen. daß es Schweriner Recht gehabt habe. Auf Grund von Aufzeichnungen, welche sich in einem im Archive von Neubukow befindlichen Sammelbande erhalten haben, und deren Verfasser solche als Vogt zu Bützow nach Mittheilungen seines Vorgängers im Amte Ausgangs des sechszehnten lahrhunderts gemacht hat, wird man Böhlau beifallen dürfen, wie der unten folgende Abdruck ergiebt. Wenn aber derselbe Verfasser jener Aufzeichnungen eine Abschrift und Uebersetzung des Schweriner Rechtes, welche er, wie er sagt, 1581, Januar 8, von Valentin Roloff, Rathmann zu Schwerin und nach Hederich 3 ) seit 1592 Bürgermeister daselbst, "aus einem großen Lateinischen Buche" erhalten, hinzugefügt hat, so ist dies Schweriner Recht nicht etwa ein aus dem Brande von 1558 geretteter Urtext, auch die Uebersetzung nicht die sogenannte Wedemannsche, sondern jenes


1) Civilrecht II, S. 627.
2) Landrecht I., S. 64, Nr. 5.
3) Westphalen Mon. III., 1684.
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das Privilegium für Malchow 1 ) und diese mit der Hövischschen 2 ) völlig übereinstimmend, also beide ohne Werth. Erheblich für die Kenntniß des Schweriner Rechts sind auch die Bützower Aufzeichnungen nicht, da sie vorzüglich das Interesse der Vogtei berücksichtigen und mehrentheils Bekanntes geben, so daß ein Abdruck überflüßig erscheinen möchte, aber der Umstand, daß dasjenige, was an Material zur Kenntniß jenes Rechtes vorliegt, spärlich genug ist, und daß künftige Bearbeiter desselben solches schwerlich in Neubukow 3 ) suchen würden, dürfte eine Mittheilung dieser Nachrichten doch rechtfertigen.

Abgefaßt sind letztere vielleicht von Peter Oldeschwager, welchen zwei in dem Sammelbande enthaltene Notizen 1598 und 1604 als Stadtvogt zu Neubukow nennen und zwar als unmittelbaren Vorgänger von Mathias Jörcke, welcher 1626 Stadtvogt war. Die Schrift ist wie die mit niedersächsischen Wörtern gemischte Sprache sehr ungelenk und dabei von alterthümlichem Charakter und unterscheidet sich durchaus von der geschulten und geläufigen Hand des Nachfolgers. Das Malchowsche Privileg und dessen Uebersetzung sind aber von einer dritten festen Hand, jedoch auf dasselbe Papier geschrieben, auf welchem Oldeschwager seine Aufzeichnungen machte und aus dem der größte Theil des Sammelbandes besteht.

Dieser, ein Quartant in Pergament gebunden, welches mit grünem Papier überzogen ist, enthält noch — denn es scheint vorne fast eine Lage zu fehlen — folgende Stücke:

1) Eine Anleitung zum Prozeß, welcher der Anfang fehlt, nach der Schrift gegen 1600 zu datiren. 44 beschriebene und 3 leere Blätter.
2) Die nachstehenden Aufzeichnungen. 9 Blätter.
3) "Des Ambtes Buckow Straffen nach Schwerinschen Rechten." Von einer dritten festen und klaren Hand. 3 Blätter. Aus

1) M. U.=B. 433.
2) Westphalen 1. c. I., 2045.
3) In Neubukow gilt nach v. Kamptz und Böhlau Landrecht. Letztere citirt v. Kamptz a. a. O. I., 1, 168, v. Kamptz citirt Beehr, R. M. 1791, und dieser wiederum Sibrand, jus. Lub. p. 31, welcher sagt, Kröpelin, Bukow u. a. seien eigentlich keine städtischen, sondern bäuerliche Gemeinwesen, welche überall kein Stadtrecht hätten, geschweige denn mit Lübischem Rechte bewidmet seien. Wie aber Kröpelin sicher mit letzterem privilegirt war, so wird es auch Neubukow gewesen sein: eine Inscription des dortigen Zeugebuches berichtet, daß Eggert Barnekow am 13. August 1435 sein gesammtes Gut, also he hefft bynnen deme Lubeschen rechte to Bukow, durch Schenkung auf den Todesfall seiner Hausfrau überwiesen habe.
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der Rückseite des zweiten und der Vorderseite des dritten Recepte. 1 Blatt leer.
4) "De gemeine ynter[ro]gatorya oder fragestucken, so nach lautt der hoffgerychtesordnunge ym tugen vorher muegen byllygen den tugen gefragett werden, wen gelych nenne ynter[ro]gato[r]yen van den parten vebergeben sey[n]tt worden." 2 Blätter und 2 leere. Von der Hand wie 2.
5) Normen, betreffend die Verwaltung des Amtes Bukow. 2 Blätter und 1 leer. Der Anfang fehlt. Von derselben Hand.
6) Das Malchowsche Privileg von 1235 nebst Uebersetzung. 5 Blätter.
7) "Nachricht der Statt Newn=Böckow". Abschrift wenig bedeutender, fast ausschließlich die Pfarre betreffender Aufzeichnungen des Pastors Georg Froidenbergk († 1597), wohl von Mathias Jörck, mit Nachträgen bis 1739. 4 Blätter anderen Papiers.
8) "Ferner wegen J. F. G. Statleinß Newn=Böckow zu observiren". Nachrichten über Besitzveränderungen in Stadt und Feld in Folge von Bränden nebst Liste der Amtshauptleute, Amtmänner und Küchenmeister, angelegt von Mathias Jörcke und fortgeführt bis 1753. Papier wie bei 7. 4 Blätter.
9) Drei Blätter, aus deren mittlerem ein 1674 aufgemachtes, von Oldeschwager bis 1794 reichendes Verzeichniß der Stadtvögte.
10) Policen und Landtordenunge. Rostock, 1572. Mit Randbemerkungen von den Händen 2 und 7, von denen jene vor dem Binden des Buches gemacht sind. Jörcke hat darauf bemerkt daß er das Heft von Andreas Schele, Senator und Organisten "huius opiduli", zum Geschenk erhalten habe.
11) Reformation und Hofgerichtsordnung. Rostock, 1568. Gleichfalls mit Randnoten wie 2.
12) Zehn leere Blätter; sodann: "Nachricht hiesigeß Stätleins Newn=Böckow iurisdiction betreffent, 4 Blätter und darauf auf Papier wie 7 "warhafftige vnd kundtbahre Exempla", 7 Blätter und ein leeres, alles bis auf den von dem Stadtvogte Michael Rickmann hinzugefügten Schluß von Jörckes Hand.
13) "Nachricht, waß J. F. G. Stadvöegtt hirselbst zu Newn=Bökow wegen seines tragenden Ambts vor Besoldung vnd accidentia hat." u. s. w. 1626 im Augusto. Matthies Jörcke m. p. 4 Blätter und 1 leeres.

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a. Eynne grundtlyche Nachrychtung vnnd Gebrauch, wes mytt denn Rechtesdagenn vnnd dem gantzenn Proses [des Nydergerichtes des Swerynschen Regtes alhyr m Butzouw gehaltenn werdt vnnd bey meyner Zeyt, als ych vnwerdyger Stattuagett war, gehaltenn ys wordenn vnnd vann dem vorygenn altenn Stattuoegtten vnd Rychtesverwaltrenn myr berychtt yst wordenn, neuenst eynem altenn Swerynschenn Rechte, so ych vann Valtynn Roloff, Rattesverwauter zu Swerynn, aus eynem grossen Lattynschenn Boch beschryuenn bekom habe, we auch volgens Lattyns vnd Teudesch beschryben stett vnd befunden wertt.
b. Vnnd es hatt myr vorgemelter Yaltynn Roloff berychtt, das er das alte Swerynsche Rechtt vann denn Dockter Nygebur beckamenn hette. Der hettes ynne berychtt, das ers bey den Acktenn beckamenn hette, so de Flotouwenn wegenn des yus paternatus des Klosters tho Malchouw gegenn vnserun g. F. vnd Herenn Hertzog Hanssen vebergebenn habenn ynn der Sache. so heutt tho dage noch ynn Rechtenn hengett.
Dys habe ych, we vor vermeldett, Anno 81 tho Swerynn denn Sundach nach der hylge dre Konynge beckamen.
Was aber Sachenn bauenn dys beschreuen Rechtt anangenn ynn hogeren oder merem, werdenn nach Gelegenheytt nach Keyser oder dysser Orter gebrauchlychen Rechten verhandeltt.
c. Auch hatt mych gemelter Valiynn Roloff berychtt, das se zu Swerynn vp den Ratthausse eynenn furstlychen Beuell vnd Schryuentt habenn vann Hertzog Hynrych selygenn Gedechtnys, das van offenbarenn vnd vebertugedenn fellenn, als vann Ynyuryennsachenn oder vntuchtygenn Henndelenn oder annder der gelychenn, nychtt sol Appelatzyones thogestatt werdenn, besunder nach dyssenn Swerynschenn Rechtenn protzedertt werdenn oder nach Gelegennheyt vnd Gebrauch eynes ydenn O[r]des, der dyssen vnd andern Rechtenn nychtt gar thowydern seyn mugen.
d. e. Erstlych. We vam Rade vnnd Gerychte, we ych vann m. g. F. vnd Heren thom Statuagede verordentt wartt, de Rechtesdage vor dem Stapell seyntt angeordentt wordenn Anno 1576 kortt nach Osternn.
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Eynn Ersamenn Ratt vnd Gerychte latenn allenn vud ydenn Ynnwaneren, so alhyr vor dem Gerychte tho donnde hatt, hyr mytt freundtlych anckundygenn vnd vermeldenn, dewyl menn bysher nur 4 Rechtes Tage gehaltenn vnd desuluen mennigenn tho Vpholdung syner Sachenn gereckenn deytt, das hynnferner des Yars 6 Rechtes Tage gehalten werden sollenn. Vud ys dytt vann myr denn Borgerenn vor dem Stapell affgelesenn wordenn zu der Zeytt, wo gemeldett.
f.
  1. er erste Rechtes Dach ys denn andrenn Freytag nach der hylge dre Konynge.
  2. Der annder ys denn Freytag nach Ynnvockauytt.
  3. Der drytte ys denn Freytag vor Cantate.
  4. Der ferte ys denn andrenn Freytag nach hylge Lychams Tach.
  5. Der foffte ys denn andrenn Freytach nach Bertelmey.
  6. Der soste ys denn andrenn Freytach nach Dyonysy.
g. Es hatt auch eynn Ratt alhyr darbeneuenst beslatenn, datt se denn achtenn Tach vor eynem ytzlychenn Rechtestage alle yrryge Sacheun ynn der Gemeyne tzwischen yrenn Myttborgerenn wyllenn vorhorenn vnnd so vylle mugelych ynn Gude verdragenn, ym Vall aber so de gudtlyche Handelunge enstenn wurde, eynem ytlichenn das Rechtt apenn stenn'.
Vortzechnus der Bruchfelle meynem Herenn vnd dem Rade.
h.

Erstlych eynn Halsbruche ys 30 Marck Strall., ys 15 fl.

Zu Swerynn yst es 30 Marck Lubes.

Eynn Bennbruche Wunde ys 15 Marck Strall., ys eyn halb Halsbruche, mynen Heren 10 Marck, dem Beschedygeten 5 Marck.

Eynn Erttuall ys auch 15 Marck Strall., ys auch eynn halue Halsbruche.

Eynne vulbote Wunde ys 3 Pundtt, ys iij- fl.

De Geuar Wunden achtett men auch nychtt hoger ym Swerynschen Rechte, aber tho Butzouw strauett men vp 15 Marck Strall.

Eynne Wlete ys auch 15 Marck Strall., ys eyne halbe Halsbruche, ys viij- fl.

Gehoren meynen Heren 10 Marck, dem Beschedigeten 5 Marck.

Eyne Wlete ys eyne Wunde, so am Gesychte mytt den Haren nychtt kan bedeckett werden vnd wen men die (Unvollendet.)

Eynne Lemnys ys 15 Marck, ys auch viij- fl.

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Auch mynen Heren 10 Marck, dem Beschedigeten 5 Marck. Eynne Velltgewaltt ys 3 Puntt, ys iij- fl.
Ys auch 60 ß.
i. Es dylgett auoh der hogeste Schade ynn Wundenn oder andrenn Schaden denn geryngerenn, we fyl der auch seynn.
De Besatunge vnnd Pandung stett 6 Wochenn. Nach Vttgange dersuluenn musenn se gefordertt werdenn vnd verhandeltt, vp welchenn Wech men kan, oder es wertt nach. Lautt der Poletzyordeminge darmytt verfarenn.
Item. Wenn auch eyner eynenn ann seyne(ne)m gutenn Namenn oder Erenn scheltt vnd kans yme nychtt guttdonn oder auerwysenn, vnd wertts auertugett, das ers nychtt lochenn kann, hatt thor Straffe vorwyrchett nach Swerynschenn Rechte 20 Marck Lubes oder de Schanttstenne tho dragen.
k. Item. Wenn eynner rychtlych oder sunstenn ordentlycher Wyse gepandett wertt, vnd eyner eynem de Pande mottwyllyger Wysee wyder nymptt, ys eynne Panttwerung, wertt vor eynne Gewaltt gestraffett vmm 30 Marck Strall., ys 15 fl., oder nach Gelegenheytt, oder auch wer sych suluen ane Rechtt mottwyllyg pandett, vnd alle gewalttsam Dade,
Sust vm 30 Marck Stral. tho straffen, zu Sweryn vm 30 Marck Lubes.
l. Item. Wenn eyner eynen mottwyllyger Wyse yn Gegennwerdycheyt des Gerychtes, das se ynn Rechttsachenn vor ynnen tho donde hetten, vberfylle, sloge oder ynyuregerede yme oder dreue annder Mottwyllen gegen eynen, so soll der Mottwyllyge ettwes hoger tho strauen seyn an seynen Guttrenn oder myt Gefencknus 8 oder 14 Dage tho straffen syn nach Gelegenheytt, wo Peter Pauwell von meyn Heren yst tho geschryuen wordenn, als wens sunsten ann eynenn andren Ortte geschen were, gealten werden.
m.

Item. Was vor Gerychtesbruche an de Rychteheren vnd Stattfogede fallen semptlich oder an den Stattfagett allene.
Erstlych. De Blottloss ys 18 ß Lubs.

Ym Amptte gehortt den Houettman 1 fl.

Eyn Brun vnd Blauw wertt gestrafett nach Gelegenheytt auff 6, 8 oder 9 ß Lubs.

Ym Amtte vnder den Buren wertt es vm j fl straffett. Gehoren dem Lauttryderen.

Das Wedde beythosprechen, welche Fremde, so Erbgutt aus der Statt nemen wyllen, gehortt eynem yden Erbe dem Gerychte 3 ß Lubs zu geben.

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Eynne Besatung oder ethwes tho verbedenn ys ij- & Lubs. Gehortt dem Stattuagede allene zu. Eynn Fromder mus noch eyns so vyl geben.
n. Eyn Wylkor ynn Schultsachenn oder sunsten ys ij ß. Dar van krychtt der Rychttschryber 6  . Einn Fromder gybtt auch noch eyns so vyll.
Wen eyne Pandung geschychet, darvor gehoren iij Jß Lubs. Dar van krygenn de Stattknechte de Helffte. Eynn Fromder mus noch eyns so vyl gebenn.
Eynne Fulma(ma)cht eynem vp zu dragen ys iij ß; eynn Fremder mus noch eyns so vyl geben. Das gehortt dem Stattuagede allene auch.
Vor eynne Ynnwysung ynn der Statt ij- ß Lubs, buten der Statt iij ß. Menn hatt es woll ynn der Statt ynn tho wysen iij ß vnd buten der Statt 6 ß geue, aber, we vor verteckentt, ys der alte Gebrauch.
o. Vor eynne Mottwyllycheyt, der das Gerychte mottwyllyger Wyse versyttzett ane erheblyche Orsache, der wyrtt zum drytten Mall, wen er vtteblyfft, gepandett vp 1 fl. Darnach mag er mytt dem Gerychte handelen, so genouw er kan, vp 6, 8, 9 oder 12 ß, dar nach der Verwyrgung gros ys.
Wenn auch eynn Gerychte geuordertt wertt zu Erbschafftt zu dellen oder annder dergelychen Hendel, gehortt dem Gerychte 1 fl. vnd dem Stattvagede der negeste besten Grape ynn Erbschafften zu verychten.
Yor eynne Appellatzionn vor dem Stapell gehortt dem Gerychte ij- ß Lubs, wann eynenn Fromden 3 ß.
p. Wenn aber auch das Gerychte ynn rychtlychenn Sachen zu verrychten buten angeordenten Rechtesdagenn zusamengefordertt vnd begertt wertt, gehortt dem Gerychte 6, 8 oder 9 ß, was men vom den Borgeren beckamen kan. Eynn Fromder mus 1 fl. geuen oder wor men yns tho lassen wyll.
Vor eynen Ogenschynn yn der Statt iij ß, buten der Statt 6 ß Lubs.
Auch holtt mens ym Swerynschen Rechte zu Gustrouw, auch sunsten, also: wen yemandes sych vorm gehegeten Rechte scheltt oder ander Ynyuryenwortt vernemen lett oder ouett, der wertt vm eynen Daller straffett oder wo er mytt dem Gerychte handelen kan, vnd wertt von Stunde an so hoch angetecke[n]tt Dar nach wertt er vorgefordertt vnd, we gemeldet, gestrauett.
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q. Vor eyne hastige mott ? zu verdragen gehort dem Gerychte 8 ß als ynn andren gemen Rychtesfellen.
Wenn auch de Rychter yrryge Hendell twischen Parten verdragen, was es a[u]ch ys, dar gehortt den Rychteren darvan i fl, j- Daller, j- fl, was se beckomen konen, vnd darnach de Hendel wychtich seyn, meyns Heren vnd des Rades bruchen, so welche dar bey seyn, ane Schaden.
Auch wertt es nach Swerynschem Rechte vnd altem Gebrauch nach[-]sunderlich schrybet der Damhauderus yn seynem Boche dar vann[-]gehalten, wen eyn Borger denn andren mytt der Wer zu slagen fordertt oder mytt andren wapendenn Weren
r. Parlementte vp der Stratzen machte oder ander Vpror am Rychte anne Orsache vnd gelych woll nemandes verletzede, wenn men der Wer kann mechtych werden, sol se an den Kack genegellt werden, oder er sol se mytt eynem halbenn Halsbruche loesen. Hatt er aber Gewaltt mytt geouett, eynen oder mer, am Leybe oder ann seynen Hause oder sunsten vnd wertt dessen yeberweysett, so mus er den Hals mytt 30 Marck Strall. losen nach Gelegenheytt der Personne vnd der Sachen Vmsteude.
Item. Es wertt auch ym Swerynschen Rechte ym Nyderrychte vor dem Stapell nychtt hoher vnd wyder procedertt als summarischer Wyse. Ynn bewyslychen Sachen wertt nur Bewys vnd Gegenbwys auffgenamen. Wer den besten vnd hogesten Bewys hatt, dar wertt auff erkant, der ku[m]pt dar
s. mytt fort, so de Sachen nychtt twyuelhafft seyn. So es aber wychtyge vnd twyuelhaffte Sachen seyn, so moge eyner dar van appeleren, we vor gemeldt, ann den Ratt vnd volgen seynen Rechte wyder nach seyner besten Gelegenheytt.
Item. Wenn auch eynner verwundtt wertt, das yme eyne Hantt, Fynger, Tee, Fos oder annder Gelytt wyrtt affgehouwen, so wert es ym Swerynschen ßechte, sunderlych zu Sweryn als eyne Leme gestraffett, wens burgelich geklagett wertt. Wert es aber pynlych geklagett, so gett Hantt vmme Hantt, Kop vm Kop, Oge vm Oge oder so vordan Fynger vme Fynger, Nase vm Nase, Leme vme Leme, Fos vm Fos etc.
Dys hatt myr auch Valtynn Roloff zu Sweryn berycht vnd vtt eynem Boche vorteken laten, vnd wertt zu Sweryn auch so gehalten.
Vignette
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VI.

Der Münzfund von Gammelin.


Beschrieben
von
Rechnungsrath Wunderlich zu Schwerin.

~~~~~~~~~~~~

V on den im Jahre 1878 in Gammelin gefundenen 113 ganzen und 7 halben Thaler (cfr. Jahrbuch XLIV, pag. 97 flgde.) sind für die Großherzogliche Münzsammlung seiner Zeit die nachstehenden Stücke erworben:

1) Gemeinschaftsthaler der Städte Kampen; Deventer und Zwolle. 1555. (28,5 g schwer.)

Av.: Im doppelten, glatten, oben von der Krone durchbrochenen Kreise das geharnischte und gekrönte Bildniß Kaiser Carl V. nach rechts, in der Rechten das an die rechte Schulter gelehnte Schwert, in der Linken den Reichsapfel haltend: neben dem Brustbilde 15-55 Umschrift von oben: Symbol Stern   Symbol Stern   Symbol Stern  MONE Symbol Stern NOVA Symbol Stern TRIVM Symbol Stern CIVITATVM Symbol Stern IMPERIA — Rev.: Im Strichel= und glatten Kreise in geraden Schilden die drei Stadtwappen ins Dreieck gestellt. Umschrift von oben: CAMPENSIS Symbol Stern ZWOLLENSIS Symbol Stern DAVENTRIENSIS Symbol Stern

2) Thaler. Stadt Kampen o. J. (28,50 g schwer.)

Av.: Im Perlenkreise das Stadtwappen. Umschrift von oben: MONE x NO x CIVITATIS x IMPE x CAMPENSIS Vignette   Blumenvignette . — Rev.: Im Perlenkreise der

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Reichsadler ohne Kopfscheine, auf dessen Brust der Reichsapfel, über dessen Kreuz eine die Umschrift theilende Krone. Umschrift von oben: RVDOL x II x D x G x ELEC x RO + IMP x SEM x AVGVS

3) Thaler. Stadt Kampen. o. J. (28,5 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das Stadtwappen. Umschrift von oben: MONE . NO : CIVITATIS kleine fünfblätterige Rose IMPERIALIS kleine fünfblätterige Rose CAMPENSIS Blumenvignette  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler, wie bei vorigem. Umschrift von oben: RVDOL . II . D : G . ELEC . RO . IMP . SEM . AVGVS

4) Thaler. Stadt Kampen. 1596. (28,5 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das Stadtwappen, neben den Thürmen 1—5—9—6 Umschrift von oben: MONE x NO x CIVITATIS x IMPE x CAMPENSIS Blumenvignette  — Rev. wie voriger mit: RVDOL x II x D x G x ELEC x RO x IMP x SEM x AVGVS

5) Thaler. Stadt Kampen. 1596. (28.5 g schwer.)

Wie voriger, nur ist im Rev. der Reichsadler kleiner und nicht so zierlich geformt.

6) Thaler. Stadt Deventer. S. a. (28,2 g schwer.)

Av.: Im glatten Kreise im geraden mit einem Helme, dessen drei Federn die Umschrift theilen, bedeckten Schilde das Stadtwappen. Umschrift von oben: . MONE . NO . CIVI . IMPE . DAVEN Blumenvignette  — Rev.: Im glatten Kreise der Reichsadler ohne Kopfscheine, auf der Brust den Reichsapfel mit langem Kreuze, über welchem eine die Umschrift theilende Krone. Umschrift von oben: FERDINAND . II . ROM . IMP . SEM . A .

7) Thaler. Stadt Nürnberg. 1623. (29,0 g schwer.)

Av.: Im Perlenkreise in zierlichen Einfassungen drei Wappenschilde, von denen der obere den Kreis theilt, über diesem oberen Schilde + unten neben demselben 16—23 Umschrift von oben: MONETA Symbol Raute ARGENTEA Symbol Raute REIPVB Symbol Rauten NVRENBERG Symbol Rauten  — Rev.: Im Perlenkreise der Reichsadler mit Kopfscheinen und leeren Fängen unter einer Krone, welche den Kreis theilt. Umschrift von oben: FERDINANDI . II . D : G : ROMAN : IMPER : SEMP: AVGVST : D : P :

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8) Thaler. Stadt Nürnberg. 1623. (29,5 g schwer.)

Wie voriger, nur im Av. über dem oberen Wappenschilde Stern und im Rev. mit SEMP : und kleineren Buchstaben der Legende.

9) Thaler. Stadt Nürnberg. 1624. (28,5 g schwer.)

Wie Nr. 7, nur im Av. mit 16—Z4 und im Rev. mit FERDINANDVS . II . D : G : ROMAN : IMPER : SEMP : AVGVST

10) Thaler. Stadt Nürnberg. 1624. (27,5 g schwer.)

Wie voriger, nur im Av. zu Anfang der Umschrift Symbol Raute und im Rev. mit FERDINANDI . II . D : G : ROMAN : IMPER : SEMP : AVGVST : D : P :

11) Thaler. Stadt Nürnberg. 1627. (28,5 g schwer.)

Wie Nr. 8, nur im Av. mit 16—Z7 Symbol Raute und Symbol Raute MONETA ARGENTEA Symbol Raute REIPVB Symbol Rauten NVRENBERG Symbol Rauten und im Rev. mit FERDINANDI . II . D : G : ROMAN : IMPER : SEMP : AVGVST : D : P :

12) Thaler. Stadt Augsburg. 1624. (30,0 g schwer.)

Av.: Im Strichel= und glatten Kreise Ansicht der Stadt, darüber zwei Engel, das Stadtzeichen tragend; der Engel links hält in der Rechten einen Kranz, der Engel rechts in der Linken einen Palmenzweig. Unten in der Umschrift in einer mit einem Engelskopfe verzierten Einfassung MDCXXIV, darunter zwischen zwei Klammern drei Kornähren. Umschrift von oben: . AVGVSTA . VIN — DELICORUM . Blumenvignette  — Rev.: Im Strichel= und glatten Kreise der einfache Adler mit Kopfschein unter einer in die Umschrift hineinragenden Krone, im rechten Fange ein Scepter, im linken ein Schwert haltend, während der Reichsapfel zwischen den Schwanzfedern liegt. Umschrift von oben: Symbol Raute IMP Symbol Rauten CÆS Symbol Rauten FERD Symbol Rauten II Symbol Raute P Symbol Raute F Symbol Raute GER Symbol Rauten HVN Symbol Rauten BOH Symbol Rauten REX Symbol Raute

13) Thaler. Stadt Frankfurt. 1620. (28,5 g schwer.)

Av.: Auf einem verzierten Kreuze im ausgebogten Schilde das Stadtwappen im glatten Kreise. Umschrift von oben: MONFTA Blumenvignette REIP Blumenvignette FRANCOFVRTENSIS Blumenvignette (Stempelfliese neben dem Kreuze.) — Rev.: Im doppelten glatten Kreise der Reichsadler mit Kopfscheinen, auf der Brust den Reichsapfel, über dessen Kreuze eine die Umschrift theilende Krone. Umschrift von oben: ein kleiner

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Schlüssel FERDINANDVS Symbol Raute II Symbol Raute ROM Symbol Rauten IMP Symbol Raute SEMP Symbol Raute AVGVST Symbol Raute 1620 Symbol

14) Thaler. Stadt Frankfurt. 1623. (28,5 g schwer.)

Av.: Im doppelten glatten Kreise auf einem Kreuze, in dessen Balkenenden Engelsköpfe sind, im Oval das Stadtwappen. Umschrift von oben: Symbol Rauten MONETA Symbol Rauten NOVA Symbol Rauten REIPVB Symbol Rauten FRANCOFVRTENSIS Symbol Raute  Æ  Symbol   Blumenvignette  — Rev.: Im Strichel= und glatten Kreise der Reichsadler, wie bei vorigem. Umschrift von oben: FERDINANDVS Symbol Raute II Symbol Raute D Symbol Rauten G Symbol Raute ROM Symbol Rauten IMP Symbol Rauten SEMP Symbol Raute AVGVST 1623

15) Thaler. Stadt Frankfurt. 1623. (29,0 g schwer.)

Av.: wie voriger mit der Umschrift: Symbol Raute MONETA Symbol Rauten NOVA Symbol Rauten REIPVB Symbol Rauten FRANCOFVRTENSIS Symbol Rauten 1623 Blumenvignette  — Rev.: Im Strichel= und im glatten Kreise der Reichsadler mit doppelten Kopfscheinen, sonst wie bei vorigem. Umschrift von oben: Symbol   Symbol Raute FERDINANDVS Symbol Raute II Symbol Raute D Symbol Rauten G Symbol Rauten ROM Symbol Rauten IMP Symbol Rauten SEMP Symbol Rauten AVGVST Symbol Rauten  Æ

16) Thaler. Stadt Frankfurt. 1623. (28,5 g schwer.)

Av.: wie bei Nr. 14. — Rev.: wie voriger mit Symbol Raute FERDINANDVS Symbol Raute II Symbol Raute D Symbol Rauten G Symbol Rauten ROM Symbol Rauten IMP Symbol Rauten SEMP Symbol Raute AVGVST Symbol Rauten 1623.

17) Thaler. Stadt Lübeck. 1627. (29,0 g schwer.)

Av.: Der heilige Johannes von vorne, oben und unten den Strichelkreis und die Umschrift theilend, in der Linken das Lamm mit dem Kreuze haltend; unten das Stadtwappen, neben welchem in der Umschrift 16 ein halbes Mühlrad — ein Zweig mit drei Eicheln 27 Umschrift von oben: MONE NO — LVBECENS eine Sonne. — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler mit kleinen Kopfscheinen, aus der Brust der Reichsapfel mit der Zahl 32, über dem langen Kreuze des Reichsapsfels eine die Umschrift theilende Krone. Umschrift von oben: FERDINAND : II . D . G . RO : IMP . SEMP . AV .

18) Thaler. Stadt Lübeck. 1627. (29,0 g schwer.)

Av.: wie voriger, nur in der Umschrift neben dem Stadtwappen ein Thurm 16—27 ein Thurm und mit . MONE . NOVA . — LVBECENS eine Sonne. — Rev.: wie voriger, nur in der Umschrift hinter D zwei Punkte und am Ende der Umschrift kein Punkt.

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19) Thaler. Stadt Lübeck. 1627. (29,0 g schwer.)

Wie voriger, nur im Rev. FERDINAND : II . D : G : RO : IMP . SEMP . AV .

20) Thaler. Stadt Lübeck. 1628. (28,5 g schwer.)

Av.: wie voriger, nur mit 16 Zweig mit drei Eicheln — halbes Mühlrad 28 — Rev.: wie voriger mit FERDINAND . II . D : G . RO . IMP . SEMP . AV

21) Thaler. Stadt Hamburg. 1588. (28,5 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das Stadtthor. Umschrift von oben: . MONETA . NOVA . CIVI . HAMBVRGENSIS . eine Lilie. — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler mit Kopfscheinen, oben den Kreis theilend; auf der Brust des Adlers der Reichsapfel mit der Zahl 32 und über dem Kreuze desselben eine Krone. Umschrift von oben: RVDOL . II . IMP . AVG . P . F . DECRETO . 88 .

22) Thaler. Stadt Hamburg. 1621. (28,5 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das Stadtthor, neben den Thürmen 1—6—Z—1 Umschrift von oben: MONETA . NOVA . CIVITATIS . HAMBURGENSIS . Symbol  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler mit doppelten Kopfscheinen, auf der Brust der Reichsapfel mit der Zahl 32, über dem Kreuze des Reichsapfels eine Krone, welche den Kreis theilt. Umschrift von oben: FERDINANDUS . II . D . G . ROMA . IMP . SE . AU .

23) Thaler. Stadt Hamburg. 1624. (28,5 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das Stadtthor. Umschrift von oben: MONET : NOV : CIVITAT : HAMBURGENSIS 6Z4 Symbol  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler mit einfachen Kopfscheinen, sonst wie bei vorigem. Umschrift von oben: FERDINANDUS . II . D : G : ROMA : IMP : S : AU :

24) Thaler. Stadt Hamburg. 1628. (29,0 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das Stadtthor. Umschrift von oben: MONETA . NOV : CIVI : HAMBURGENSIS . 1628 Symbol  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler ohne Kopfscheine, auf der Brust den Reichsapfel mit der Zahl 32, über dessen Kreuze eine den Kreis und die Umschrift theilende Krone. Umschrift von oben: FERDINANDUS . II . D : G : ROM : IMP : S : AU :

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25) Thaler. Stadt Lüneburg. 1612. (29,0 g schwer.)

Av.: Im Perlenkreise das Stadtthor, neben den Thürmen 1—6—1—Z Umschrift von oben: . MONETA . NOVA : CIVITATIS . LVNEBVRGENSIS . ein Kreuz mit zwei Zainhaken kreuzweise durchstochen. — Rev.: Im oben und unten getheilten Perlenkreise der Reichsadler mit Kopfscheinen, auf der Brust der Reichsapfel mit der verkehrt stehenden Zahl 32 ( Symbol ), das Kreuz des Reichsapfels besteht aus einem langen Stiele, auf welchem ein Johanniterkreuz, über welchem eine Krone. Umschrift von oben: RUDOL : II : D : G : ROMA . — .IMPER : SEM : AUG : P . F : D .

26) Thaler. Stadt Cöln. 1569. (29,0 g schwer.)

Av.: Das mit einem Helme bedeckte und von zwei Löwen als Schildhaltern gehaltene Stadtwappen im ausgebogten Schilde, oben neben der Helmzier 15—69 Umschrift von oben: * MO * NO * — AR * — * CIV — * — C —OLON — Rev.: Im Perlenkreise der Reichsadler ohne Kopfscheine mit dem Reichsapfel auf der Brust, die Krone oberhalb des Perlenkreises in der Umschrift. Umschrift von oben: MAXIMILI Blumenvignette II Blumenvignette IMP Blumenvignette   Symbol   Blumenvignette AVG Blumenvignette P Blumenvignette F Blumenvignette DECRETO

cfr. von Wellenheim Nr. 8027.

27) Thaler. Stadt Cöln. 1571. (29,0 g schwer.)

Av.: Das Stadtwappen, wie bei vorigem, neben der Helmzier . 15—71 . Umschrift von oben: Symbol Stern MO Symbol Stern MO Symbol Stern NO Symbol Stern   A  — RG Symbol Stern  ○ — ○  Symbol Stern CI — V Symbol Stern COLON Symbol Stern Rev.: Im oben und unten durchbrochenen Strichelkreise der Reichsadler ohne Kopfscheine, auf der Brust der Reichsapfel mit kurzem Kreuze, darüber eine die Umschrift theilende Krone. Umschrift von oben: Symbol Stern MAXIMILI Symbol Stern II Symbol Stern IMP Symbol Stern  ○  Symbol Stern P Symbol Stern F Symbol Stern DECRETO .

28) Thaler. Stadt Cöln. 1611. (29,0 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das mit einem Helme bedeckte Stadtwappen im ausgebogten Schilde mit zwei Löwen als Schildhaltern. Umschrift von oben: . MO . NO . ARGEN . CIVI . COLONIE . 1611 Symbol Rauten  — Rev.: wie voriger mit RVDOLP . II . ROM . IMP . SEMP . AVGVST .

29) Gemeinschaftsthaler der Grafen Carl Wolfgang, Ludwig XV. und Martin von Oettingen. 1544. (28,2 7 schwer.)

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Av.: Im Strichelkreise in einem mit einem Helme bedeckten deutschen Schilde das Wappen, neben welchem unten 15-44 Umschrift von oben: KARL WOLF Blumenvignette LVDWIG Blumenvignette   Symbol   Blumenvignette MARTIN Blumenvignette CO Symbol Stern IN Symbol Stern OTI Symbol  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler ohne Kopfscheine, die Krone die Umschrift theilend. Umschrift von oben: Blumenvignette CAROLVS Blumenvignette V Blumenvignette ROMANOR Blumenvignette IMPER Blumenvignette SEMP Blumenvignette AVG Blumenvignette

30) Thaler. Franz, Fürst von Messerano. 1623. (23,7 g schwer.)

Av.: Geharnischtes Brustbild mit bloßem Kopfe, Kinn= und Lippenbarte nach rechts, die Rechte an die Seite gelegt, die Linke am Schwertknauf. Umschrift von oben: FRANC . FIL . FRAN . FLI . PRINCE . MESSERA — Rev.: Im dreifachen glatten Kreise der doppelköpfige Adler ohne Kopfscheine, die Krone die Umschrift theilend. Auf der Brust des Adlers im verzierten Oval das senkrecht getheilte zweifeldige Wappen; unter dem Adler in der Umschrift in einer Einfassung . . . ZZ Umschrift von oben: NON . NOBIS . DNE . SED — NOM . TVO . DA . GLORIA M

31) Thaler. Maximilian, Graf Fugger. 1621. (28,7 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise im verzierten deutschen Schilde das vierfeldige Wappen, neben demselben 16—21 Umschrift von oben: MAX : FVGGERVS Symbol Dreieck L Symbol Dreieck B Symbol Dreieck IN Symbol Dreieck KIRHB : ET Symbol Dreieck W Symbol Dreieck D Symbol Dreieck IN Symbol Dreieck BAB Blumenvignette  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler mit Kopfscheinen, die Krone die Umschrift theilend. Umschrift von oben: FERDINANDVS . II . ROM : IMP : SEMPER : AVGVSTVS

cfr. von Wellenheim Nr. 2486.

32) Vormundschaftsthaler des Grafen Albert Otto von Solms (Braunfels). 1623. (29,0 g schwer.)

Av.: Im glatten dreifachen Kreise in einem mit einer Grafenkrone bedeckten verzierten deutschen Schilde das vierfeldige Wappen. Umschrift von oben: Symbol Rauten TVT (Stempelfliese) ALB Symbol Rauten OTT Symbol Rauten COM Symbol Rauten IN Symbol Rauten SOLMS Symbol Rauten D Symbol Rauten I Symbol Rauten M Symbol Raute W Symbol Rauten E Symbol Rauten S Symbol Rauten   Blumenvignette  — Rev.: Im Strichel= und glatten Kreise der Reichsadler mit doppelten Kopf=

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scheinen, auf der Brust der Reichsapfel mit kurzem Kreuze, die Krone die Umschrift theilend. Umschrift von oben: Symbol FERDINANDVS Symbol Rauten II Symbol Raute D Symbol Rauten G Symbol Rauten ROM Symbol Rauten IMP Symbol Rauten SEMP Symbol Raute AVGVST 1623

33) Gemeinschaftlicher Thaler der Grafen von Erbach. 1623. (28,0 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise das mit einem Helme bedeckte Wappen, neben der Helmzier 16—23 Umschrift von oben: MONETA Symbol Raute NOVA Symbol Rauten ARGENTEA Symbol Rauten COMIT Symbol M Symbol Rauten DE Symbol Raute ERPACH Symbol Rauten D Symbol Raute I Symbol Raute B Blumenvignette  — Rev.: Im Strichel= und glatten Kreise der Reichsadler mit doppelten Kopfscheinen, oben den Kreis durchbrechend und die Krone mit der Umschrift theilend: auf der Brust des Adlers der Reichsapfel mit kurzem Kreuze. Umschrift von oben: Symbol Rauten FERDINANDVS Symbol Rauten II Symbol Raute D Symbol Rauten G Symbol Rauten ROM Symbol Rauten IMP Symbol Rauten SEMP Symbol Rauten AVGVS Blumenvignette

34) Vormundschaftsthaler der Catharina Belgica, Vormünderin des Grafen Philipp Moritz von Hanau=Münzenberg. 1624. (29,0 g schwer.)

Av.: Im Strichel= und glatten Kreise in einem mit der Grafenkrone bedeckten, verzierten deutschen Schilde das Wappen. Umschrift von oben: MOИETA Symbol Rauten ИOVA Symbol Raute CATH Symbol Rauten BEL Symbol Raute P Symbol Raute VRAN Symbol Raute TVTRICI Symbol Raute HANAV ○ R ○ M Symbol Stern  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler mit doppelten Kopfscheinen, auf der Brust den Reichsapfel mit kurzem Kreuze, die Krone die Umschrift theilend. Umschrift von oben: Symbol Raute FERDINANDVS Symbol Rauten II Symbol Raute D Symbol Rauten G Symbol Rauten ROM Symbol Rauten IMP Symbol Raute SEMP Symbol Raute AVGVS 1624

35) Mark. Stadt Lübeck. 1549. (19,0 g schwer)

Av.: Im Strichelkreise der Reichsadler mit Flügelbinden ohne Kopfscheine. Umschrift von oben: MONETA ○ NOVA ○ LVBICENSIS ○ 1549 ein Hundekopf — Rev.: Auf einem Strichel= und einem aus kleinen Bogen zusammengesetzten Kreise die ins Dreieck gestellten Wappenschilde der Städte Wismar, Hamburg und Lüneburg, im inneren Dreiecke der kleine lübische Wappenschild. Umschrift von oben: ○ STATVS  ○—○ MARCE ○—○ LVBICE ○

36) Halber Thaler. Stadt Hamburg. 1621. (14,5 g schwer.)

Av.: Im Perlenkreise das Stadtthor. Umschrift von oben: MON : NOV : CIV : HAMBURGENSIS . 621 Symbol

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— Rev: Im Perlenkreise der Reichsadler ohne Kopfscheine, auf der Brust der Reichsapfel mit der Zahl 16, über dem langen Kreuze desselben eine die Umschrift theilende Krone. Umschrift von oben: FERDINANDUS . II . D : G : ROM : I : S : A :

37) Halber Thaler. Stadt Göttingen. 1624. (14,3 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise im verzierten deutschen Schilde das Stadtwappen. Umschrift von oben: . MONETA : NOVA . GOTTINGENSIS . 16Z4. . Symbol  — Rev.: Im Strichelkreise der Reichsadler ohne Kopfscheine, auf der Brust der Reichsapfel mit kurzem Kreuze, die Krone innerhalb des Kreises. Umschrift von oben: FERDI . II . D : G . r RO . IMP . SEMP . AVG

38) Halber Thaler. Friedrich Ulrich, Herzog von Braunschweig=Lüneburg (Wolfenbüttelsche Linie). 1625. (14,3 g schwer.)

Av.: Im glatten Kreise im verzierten deutschen Schilde das zehnfeldige Wappen. Umschrift von oben: FRIDERIC . VLRIC . D : G . DVX . BRVNSVI . E . L Blumenvignette  — Rev.: Im glatten Kreise auf grasigem Boden der wilde Mann, in der Rechten eine Tanne ohne Zweige haltend, mit dem Kopfe oben den Kreis theilend. Umschrift von oben: Blumenvignette DEO Blumenvignette ET Blumenvignette PATRIÆ  Blumenvignette ANNO Blumenvignette 1625 Blumenvignette H S

(fehlt bei v. Schulth=Rechberg.)

39) Halber Thaler. Provinz Geldern. 1620. (14,3 g schwer.)

Av.: Im Strichelkreise geharnischtes Brustbild mit Lorbeerkranz nach rechts, in der Rechten das an die rechte Schulter gelegte Schwert, in der Linken an einer Schleife den geldrischen Wappenschild haltend. Schwert und Wappenschild theilen die Umschrift. Umschrift von oben: Symbol MO . ARG . PRO — CONFOE . BEL . GEL . — Rev.: Im Strichelkreise im gekrönten deutschen Schilde das Löwenwappen der Vereinigten Provinzen, daneben 16-20. Die Krone theilt oben den Kreis. Umschrift von oben: . CONCORDIA . RES . PARVÆ . CRESCVNT . x

40) Halber Thaler. Albert und Elisabeth von Burgund (Franche Comté). 1619. (13,5 g schwer.)

Av.: Im glatten Kreise zwei ins Kreuz gelegte Lilienscepter, in den Winkeln oben eine Krone, rechts und links die gekrönten Feuereisen, unten der Orden des goldenen Vließes. Umschrift von oben: ALBERTVS . ET .

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ELISABET . DEI . GRATIA . eine Hand. — Rev.: Im glatten Kreise im gekrönten deutschen, von der Kette des goldenen Vließes umgebenen Schilde das Wappen; die Krone theilt oben den Kreis, neben dem Kreuze derselben 16—19 Umschrift von oben: ARCHID . AVST . DVCES . BVRG . BRAB . Symbol G

41) Halber Thaler. Philipp II, König von Spanien, Herzog von Brabant. 1568. (14,5 g schwer.)

Av.: Das Andreaskreuz, daneben 15-68 Umschrift von oben: . PHS . D : G . HISP Symbol REX . DVX . BRA . eine Hand. — Rev.: Im deutschen, mit dem Orden des goldenen Vließes umgebenen und der Krone bedeckten Schilde das vierfeldige Wappen. Umschrift Von oben: DOMINVS . MI — HI . ADIVTOR .

Vignette
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VII.

Die Grabsteine der Wismarschen Kirchen.

Von

Dr. Crull und Dr. F. Techen.

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III. Die Grabsteine der S. Jürgens=Kirche. * )

1. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Peter Bucholtz. — d) Jochim Bvcholtz v. s. e. Anno 1703. Zu a) oder b) ein Kelch mit Hostie darüber.
2. Inschrift Dazu ein gelehnter Schild mit einem Merk und darunter ein rechts geschweister mit einem mit 3 Hopfenblüthen belegten Querbande (v. Brügge). Die Pechausfüllung ist ziemlich erhalten. — R.

*) Bei der Erneuerung des Innern der Kirche 1888/89 ist leider ein großer Theil der Grabsteine zur Unterlage des Gestühls verwendet, so daß wir sie einer Schluß=Revision nicht unterziehen konnten. Die Nummern dieser Steine sind cursiv gedruckt.
In Jahrb. 55, S. 237 ff. ist au berichtigen, bez. zu ergänzen: Nr. 70 und 77 ist das fragliche Merk das des Hans Hoppenacke. — Nr. 224 l. Lvders sena │ [tor]is. — Nr. 242 l. Gatten st. Gattin. — Nr. 5* l. kopman st. kopmann.
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5. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) H. C. Gerdes j. v. d. pro se et haeredibvs svis. Anno 1672. Wohl zu a) Reste von Umrissen einer Figur. — V.
6. a) Inschrift b) Inschrift  — V.
7. M. Joachimi Bansovii, pastoris hvivs aedis, et haeredvm. Anno mdcxiix. Dazu 3 geschweifte Schilde. Der mittlere zeigt 3 von einem quer gelegten Zweigstücke emporwachsende Nelken: Bansow, der rechte 2 von einem Zweigstücke aufwärts und 1 abwärts wachsende Rose: Middendorf, der linke einen Arm, der eine von 3, von einem Zweigstücke aufwachsenden, Rosen bricht: Rode. — M. R.
8. Dieser Stein vnd be │ [grebnvs gehoret] dem edlē vnd ernves │ tē Jvrgen vō Bvlowē │ zv Pletzkow vnd seinen erben. — Jvrgen von Bvlow gestorben dē —. Die Figuren der Eheleute sind in Umrissen auf dem Steine dargestellt und neben jedem von ihnen zu Füßen das bezügliche Wappen. Auf jeder Ecke ein Wappen: rechts oben v. Bülow, unten Sperling, links oben unkenntlich, unten Both.
10. a) Hans Oldenborch vnd seinen erben. Anno 1669. — b) Joachim Oldenborg, Dorothea Wilkens v. i. e. Anno 1678. — c) H. J. Oldenburg, asses. s. t. r. A. 1692. Zu a) und b) je ein Merk.
10a. Ein geschweifter Schild, in dem über einem dreitimpigen Brode und einem Wecken ein Merk.
11. a)   Inschrift  — b) M. Ge=
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orgivs Balthasar vnd seinen erben. Anno 1649. — c) M. Johannes Dinggravius, pastor an sant Georgi, vnd seinen erben. Anno 1682. — d) M. Johann Gottlieb Halm u. s. e. Anno 1753. Hat als Altarplatte gedient. — R.
13. H. b. Gabriel Lembke v. s. e. Aō 1724. — M. R.
13a. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Inschrift  — d) Clavs Schacht v. s. e. Anno 1673. Zu d) ein Merk.
14. a) Inschrift  — b) H. Matthias Blecker vnd sinen erven. Zu b) ein geschweister Schild; s. Hans. Geschq. II, zu Nr. 430. — V.
15. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Inschrift  — d) Hans Peters. e) Jochim Peters der elter. — f) Hans Tamse 1676. Zu a) ein Schild; s. a. a. O. zu Nr. 262. — E.
17. a) Inschrift  — b) Hinrich Rottger vnd seinen erben. A n mit Querstrich o 1670. — c) Jochim Schüte v. s. e 1710. Zu a) das Wappen der v. Plessen. — V.
19. a) Hans Oldenborch vnd seinen erben. A n mit Querstrich o 1669. — b) J. O. B, D. W., v. i. e. 1678. Zu a) ein Merk. Die Initialen J. O. B — Joachim Oldenborg, D. W. — Dorothea Wilkens.
20. a) Martin Hertzberg, Ilsebe Stelmans vnd ihren erben. Anno 1676. — b) Joachim Friedrich Pfvndt, Ilsabe Brvhns v. s. c. 1727.
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21. Friderich Peters v. s. e. 1674. Ein geschweister Schild mit gekreuzten Hammer und Eisen wird zu einer früheren Inschrift gehören.
22. Friederich Trebbin. 1760.
23. a) Jochim Severin vnd seine erben. Anno 1674. — b) G. B. Everssen. Aō 1741. — c) Dieses grab gehöret M. G. Völschow zu u. s. erben. Ao 1745. Zu a) zwei Wappen: rechts im Schilde ein Baum und derselbe auf dem Helme: Severin; links das der Rathke: s. a. a. O. zu Nr. 542; darunter J. S., E. R.
24. Hinrich Borchwardt, Anna Dorothea Krügern u. i. e. Anno 1774.
25. Goe[dert] van de[r Fe]hr, Ilsebe Schwarte[kops]. 162. . Dazu zwei Wappen. Rechts im Schilde drei (1. 2.) Vögel, auf dem Helme ein aufsteigender Vogel, links im Schilde und auf dem Helme ein ausschauender Kopf. — An den Ecken Sprüche.
26. Hanns S[chli]eman v. s. e. Ilsabe [von] der F[ehr]. Margareta Elmhofs. Dazu 3 Schilde. Oben: gespalten, Vorne ein wilder Mann, hinten ein aus dem Wasser sich erhebender Fisch. Unten rechts: s. a. a. O. zu Nr. 483 (aber auf dem Helme ein Flug wie auch M. 108), links: s. a. a. O. zu Nr. 429. — M. E.
27. H. Marcvs Bvrmeister, Gertrvd Krögers. Dazu zwei Wappen. Das rechts: gespalten, vorne ein Löwe, hinten 3 linke Schrägbalken, auf dem Helme ein wachsender Löwe, das links: s. a. a. O. zu Nr. 444. Anagr.: Mors arbiter mersa SPes Christus nube vanum. An den Ecken Sinnsprüche.
28. H. Christof Groningk, Ilsebe Severins vnd iren erben. Anno 1659. Dazu zwei Wappen. Rcchts: vorne ein halber Stern, hinten drei Eicheln an Stilen über einander, dasselbe auf dem Helme — Gröning — s. a. a. O. zu Nr. 554; links wie das zu Nr. 23 angegebene. — E.
29. Johann Rateke, Elisabet Schepels. 1661 ? . Darüber zwei Wappen; rechts: s. a. a. O. zu Nr. 542, links: zu
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Nr. 446. Außerdem noch einmal das Scheffelsche Wappen und das v. Restorfsche.
30. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Inschrift  — d) Inschrift  — e) Peter Gammelkern v. s. e. 1658. Zu a) ein gelehnter Schild mit einem Merk und für den Priester, der 1438 noch begegnet, Kelch und Hostie. Auch zu d) ein Merk. — E.
31. a) Inschrift  — b) M. Johannis Gerdes, aedis hvivs pastoris, et haeredvm. — E.
33. Daniel Moldt u. s. e. Ao 1734.
33a. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Carl Johan Brvningk, Regina . . . . . . . . . . v. i. e. Anno 1694. Mit einem Merk.
35. a) Inschrift  — b) Daniel Herzberg vnd seinen erben. Anno 1650. — c) Jacob Sc[homa]n vnd seinen erben. 1670. Zu a) ein Merk und ein Wappen; s. a. a. O. zu Nr. 312. — E.
38. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Jochim Koker. 1604. — d) Jacob Schröder u. s. e. A. 1736.
39. a) Inschrift Hans Reimers. — b) Caspar Schwartzkopff u.s.e. Ao 1727. — c) Anthon Matthias Schwartzkopff u. s. e. Anno 1756.
40. a) Johan Schwartzkop v. s. e. 1669 ? . — b) Jochim Johan Mau.
41. a) Inschrift  — b) Casper Jochim Büssing, Anna Maria Lanszen und ihren erben. Anno 1711.
42. Inschrift  — b) Inschrift hans schutte. — c) Inschrift
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d) H. Johan Jorcke vnd seinen erben. Anno 1639. — e) Matthias Jorck und seinen erben. Aō 1705. — f) Anthon Jacob Ringwicht u. s. e 1730. — g) Gabriel Sasse, Ilsabe Sägebahn u. s. e. Ao 1736.
43. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Christian Rvnge, Angneta Rvsbvlten vnd ihren erben. Anno 1699. Zu c) Leinweber=Embleme.
44. a) Inschrift  — b) Inschrift  — c) Inschrift  — d) Jacob Koltze v. s. e. Anno 1663. — R.
47. a) Aō 1580 der don | nerdach vor Simō v n mit Querstrich Jvde starf de edele v n mit Querstrich vel | dvegētsamē frvwe | Margreta vō Seihe. Aō 1581 dē donnerdach | nach Ocvli starf der | edele vnd ernfeste | Jochim vō Stralendorf. — b) J. P. v. S. Aō 1693. C. M. v. D. Zu a) die Wappen der v. Stralendorf und der vom See. Die Initialen unter b) bcdeuten Jacob Pirfass von Soldat (auf Goldberg) und Christina Margareta von Dessin. Dazu zwei Wappen; rechts: im Schilde ein niedriger Thurm, aus dem ein Mann mit einem Zündrohr hervorwächst, auf dem Helme ein ausgerichtetes Schwert vor einem Kranze, begleitet von zwei Fahnen, links: im Schilde ein vorwärts gekehrter Helm umgeben von einem Kranze mit 6 Rosen, auf dem Helme 3 Palmzweige oder Straußenfedern. — E.
48. Anno 1785. Christian Peter Zander u. s. e. Dazu Kleinschmiede=Embleme.
49. a) Peter Badendick v. s. e. Anno 1675. — b) Casper Heinrich Zitzow u. s. e. Aō 1725.
50. Christian Schult v. s. e. Aō 1704.
51. a) Inschrift  — b) Johan Tanc[ke] . . . her ist . . . │ anno 1681 den 24 Aprilis . . . —
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c) H r . Jochim Rahtke, fr. Ilsabe Röselerin v. i. e. Anno 1709. — d) Christiahn Christoffer bäcker Saverien. Anno 1777. Zu b) zwei Wappen; vorne das der Tank, s. a. a. O. zu Nr. 440, hinten: zwei auf einem Kranze gekreuzte Schwerter im Schilde und auf dem Helme.
58. Inschrift  — c) Hans Kladow v s. e. — d) Hinrich Goltstede der elter vnd seinen erben. 1674. Zu d) ein Merk.
59. Berendt Kampe, Anna Elisabeth Mündeln v. i. e. Anno 1712.
59a. Inschrift
60. Hanns Schlieman v. s. e.
65. a) katrine sassen — b) detmer sassen — c) Hans Roele vnd seinen erben. Anno 1638. — d) Elias Winschepel vnd seinen erben 1659. Zu c) und d) je ein Merk.
66. a) Clavs Bvrmester v. s. e. 1622. — b) Clas Gvnter v. s. e. 1659. — c) Johann Wa . . . ick. v. s. e.
67. a) Inschrift  — b) Fritze Barne[kow]. 1652. — c) Jvrgen Warner v. s. e. Ao 1692. — d) Pauel Meyer, Anna Ilsabe Schulten u. i. e. 1719. Zu c) Grobschmieds= zu d) Nagelschmieds=Embleme.
69. a) Jochim Gammelkar, . . . nke gammelkar. 1562. — b) Peter Gammelkern v. s. e. 1658. — c) Johan Michel Heins v. s. e. Aō 1743.
70. a) Inschrift  — b) Christoph Rollin vnd seine erben. Anno 1628. Statt mar in a) ist vielleicht mgr zu lesen. Zu b) ein Merk.
71. Inschrift
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— c) Christofer Maes, Dorothea Witten vnd seinen erben. Anno 1690. Ehemals Altarplatte.
72. Inschrift  — c) Hein Grote. — d) Jacob Gastenbvttel, Agneta Sewicks v. i. e. Aō 1659. — e) Hans Selke v. s. e. 1669. f) Catharina Silebans vnd ihren erben. Zu b) ein Schild der v. Ecksen, s. a. a. O zu Nr. 333, und das Wappen der Kran, s. ebd. zu Nr. 355.
73. Inschrift  — c) Daniel Blumēdahl, Christine Elisabeth Daries u. i. e. Anno 1754. Zu a) ein rechtsgeschweifter Schild mit einem Merk, wenn nicht älter, aber nicht zu einer unvollständigen Inschrift von 1446 gehörig, die gleichfalls auf dem Steine befindlich ist.
74. Jacob Schwartzkop vnd seinē erben. Anno 1659.
75. Davidt Harder, Ilsebe Schwartzkops v. s. e. Anno 1659.
78. Inschrift  — e) Hans Kladow v. s. e.
79. Inschrift  — d) Clævs Hein v. s. e. Anno 1610. — e) Christiahn Ehrhardt Schmidt u. s. e. 1778. Anscheinend zu b) ein Merk.
80. a) Inschrift  — b) Her Hardingvs Petry v. s e. 1641. — c) Herman Peters v. s. e. Aō 1669.
82. Friederich Christoffer Fvst und seine erben. Anno 1767. Dazu ein Schiff.
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83. Inschrift
84. Inschrift  — c) Jacob Görges, Margretha Dorothea Arens v. i. e. Anno 1709. Vormals Altarstein.
85. Christian Heinrich Siegmuad u. s. e. A n mit Querstrich o 1787.
86. Hans Wittenborch vn sinen erben. Dazu ein Anker und ein Merk.
87. Michel Wittenborch vndt sinen erben. Dazu ein Merk.
89. Baltzer Jochim Cato u. s. e. Anno 1749.
91. a) Jochim Rahteke, Classon, Anna Christina Gvndelachen vnd ihren erben. Anno 1693. — b) Jochim Bvcholtz, Anna Catharine Ratken vnd ihren erben. Anno 1703.
101. Jacob Tepp, Talia Branden vnd dessen erben. Anno 1683.
102. a) Anno 1609 den 19 │ Avgvsti is der erbar vud weiser h. Hinrich Temps │ in godt den heren salich │ entslapen. ││ Anno 1619 den 30 September ist die │ erbare vnd viel tvgentsame fraw │ Anna Slvsewegs seligen h. Hinrich │ Tempsn ! nachgelassen witwe in dem │ hern Christo selig eingeschlaffen. — b) Frantz Mvndel v. s. e. Ao 1691. — R.
103. Johannes Roeding vnd seinen erben. Anno 1651. Außerdem ein geschweifter Schild mit einem Merk und den Initialen G. V. D. F., d. i. Gödert van der Fehr.
106. Inschrift  — c) Daniel Heydeman v. s. e. d. g. g. s. Anno 167 ? 8. Wohl zu der Inschrift a) ein Schild mit einem Merk.
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107. a) Assemus Tede. 1565. — b) Caspar Schwartzkopff u. s. e. Anno 1742. Zu a) ein geschweifter Schild, in dem aus einem Boden rechts ein Baum, links eine Staude mit 3 Blumen. Vormals Altarstein.
108. a) . . . derich Rinck u. s. e. 1654. — b) Hinrich Blūck und seinen erben. Anno 1755.
109. a) Jvrgen vam Dike vnd seinen erben. Anno 1621. — b) Casper Heinrich Zitzow u. s. e. Ao 1795.
110. a) Seligen Pagel Dryer vn seinen erben. Anno 1669. — b) Jochim Beüttien u. s. e. Ao 1737. Dazu ein Schiff. Auf den vier Ecken Engelsköpfe.
111. Inschrift  — c) Hein Grote, Catharina Silebans vnd ihren erben. — d) Dietloff Haase v. seinen erben. Anno 1701. — V.
114. Inschrift  — c) J. H. Jastram u. s e. 1780. Zu b) ein Stiefel. — E.
115. Jvrgen Schonefeldt v. s. e. Ao 1678. Dazu ein Schiff, Schädel und Sanduhr. An den Ecken Symbole des Todes.
118. a) Inschrift  — b) Clavs Zarendt v. s. e. Ao 1692. — c) Jürgen Nedder, Anna Elisapeth Vossen u i. e. Anno 1756. Zu b) ein Merk.
119. Johan Detloff Schultz u. s. e. Ano 1780. Dazu ein Schiff.
120. Inschrift  — b) Jochim Rogman v. s. e. Anno 1675. Zu a) ein rechts geschweifter Schild der Spek; s. a. a. O. zu Nr. 295. Zu b) ein Merk — R.
121. Inschrift
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Inschrift  — c) Hans Klado[w]. — d) Johann Martien Evert u. s. e. Anno 1756. Zu d) ein Herz mit 3 Nägeln belegt, die sich kreuzen: Nagelschmied. — E.
123. Inschrift  — d) Caspar Schwartzkopf v. s. e. Aō 1724. Zu a) ein Merk.
124. Jvrgen Mvhl vnd seinen erben. Ao 1693.
125. Christian Marckwort u. s. e. Anno 1750. Mit Kleinschmieds=Emblemen.
126. Inschrift  — b) Jochim Peters der elter vnd seinen erben. Anno 1673. Das letzte c in der Jahreszahl a) ist aus einem früheren l schlecht genug hergestellt; auch das folgende r steht nicht auf Urgrunde, an dem übrigen dagegen ist nicht geändert. Der jetzt verstümmelte Stein wird in den achtziger Jahren erworben und bereitet sein, und der Besitzer nicht erwartet haben das neue Jahrhundert zu sehen. — Zu b) ein Merk. — E.
127. Michel Hagen, Anna Hagens vnd ihren erben. Anno 1680.
127a. Christian Schreder, Mangnus George Beman und ihren erben. Anno 1748. Dazu Schuhmacher= und Reifschläger=Embleme.
129. Inschrift  — c) Christian Friderich Kanngisser u. s. e. 1731. Der Stein hat die Form eines Trapezes. — V.
131. a) Markvs Bornidt v. s. e. Ao 1661. — b) Jochim Jvngclavs, Catharina Rvters v. s. e. 1691. Zu a) ein Schiff.
134. Inschrift
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Inschrift  — e) Harding Peters vnd seinen erben. Anno 1641. — f) Andreas Rogman v. s. e. Ao 1683. Zu a) ein Wappen; der gelehnte getheilte Schild zeigt oben einen Thierkopf, an das untere Feld angeschlossen, auf dem Helme zwei steile Federn. Zu f) ein Merk. — E.
135. Peter Stolterfoht v. s. e. Anno 1711.
137. a) Jacob Görges v. s. e. 1698. — b) Johan Frederich Seidenschnur v. s. e. Ao 1797. Vormals Altarstein. Zu a) ein .Merk.
138. Inschrift  — b) Michael Schal vnd seinen erben. Anno 1630. Zu b) ein Merk. Das Datum für Zatenbeke — in den Urkt. Sadenbeke — ist durchaus sicher. Da er aber März 30 testirte und Juni 9 "pridie" verstorben war, so ist hier ungewöhnlicher Weise unter dem Katharinentage der 30. April zu verstehen.
138a. Michel Schönbeck u. s. e. Anno 1739.
140. a) Jochim Greve vnd seinen erben. 1674 ?  — b) Johan Wilhelm Lentz, Anna Catharina Meinken vnd ihren erben. Anno 1711.
143. H. Daniel Herzberg vnd seinen erben. Anno 1660.
144. a) Hans Klinggenbarg, Diderich Fisker v. s. e. 1658. — b) Die helf von diesse begrabennis gehöret Jvrgen Mvhl mit zv vnd seinen erben. Ao 1676. — c) Diederich Fisker v. s. e. Anno 1683. — d) Hans Joachim Krolm u. s. e. Aō 1775. — R.
146. Pauel Wendt und seinen erben. Anno 1737.
147. Jürgen Martens v. s. e. Aō 1720.
151. Peter Jordan v. s. e. Anno 1648. Dazu ein Merk.
152. a) Jochim Hacker der alter v. s. e. — b) Jochim Wilkem' der alter v. s. e. 1653. Zu b) ein Merk.
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154. J. M. Satow u. s. e. Aō 1806.
156. Hinrich Lübcke v. s. e. Ao 1715. Dazu ein Stiefel.
157. a) Hans Wilken vnd seinen erben. Anno 1650. — b) Joc. Frid. Pauli, Mad. Elis. Schln' u. i. e. Anno 1756. Vordem Altarstein. — E.
157a. a) Da[niel] Kaegbeen vnd seinen erben. 162 .. — b) Thomas Withon vnd seinen erben. 1656. — c) Samvel Fick v. s. e. 1670. — d) Hans Kode v. s. e. Aō 1713.
158. Daniel Wippert vnd seinen erben. Anno 12/6 1690. Dazu ein Merk und ein gekrönter Stockfisch. Auf den Ecken Schädel und Stundengläser.
162. a) Jochim Grabin v. s. e. Ao 1682. — b) Daniel Warner, C. J. Grabinn u. d. e. Anno 1746. Zu a) ein Merk.
163. a) Jacob Wilde v. s. e, Ao 1686. — b) Johan Friederich Diederichs.
164. Johan Friederich Diederichs u. s. e. b. Anno 1767. Mit Nagelschmieds=Emblemen.
165. a) Tobias Sikke. 1707. — b) Jochim Hinrich Martz u. s. e. Ao 1776. Zu a) ein Schuh.
166. Jochim Peter Dabers.
171. Inschrift  — b) Martien Herrman Beitzner v. s. e. Anno 1759. — c) J. M. Gramm. Anno 1773. — R.
172. a) Michael Kramer v. s. e. Ao 1670. — b) Jochim Odewahn v. s. e. Ao 1734.
174. Inschrift  — b) D. G. Engelbrecht u. s. e. 1806. Zu a) ein gelehnter Schild mit einem Merk. — E.
177. Christof Groninck vnd seinen erben. Anno 1636. — E.
179. Johan Christian Parlach. Anno 1728.
182. Andreas Lesche v. s. e. Anno 1733.
183. Johan Joachim Schröder u. s. e. Anno 1780.
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185. Christian Meyer u. s. e. Anno 1746.
189. Clavs Hane.
191. a) Hinrich Boien vnde sinen erven. — b) Johann Ertman Bormeister ! , Mariaa Doratea ! Vicken u. s. e. Anno 1743.
192. Inschrift  — d) Anna Rantzen, s. Joch. Kantz w., vnd ihre erben. — e) Christian Mählich vnd seinen erben. Anno 1715. Zu c) ein geschweifter Schild mit Schustermesser, Pfriemen und Schuh um die verschlungenen Initialen I und S. Zu d) das Bäckerwappen. — E.
195. Johan Peters, Angneta Hintzen vnd ihren erben. Anno 1703. Dieses grab sol in sechszig jahren nicht geöffnet werden, nach deren ablauff aber haben der seel. frau Agneta Hintzen ihre erben oder derer erben solches wieder zu gebrauchen. Den 26 May 1723.
196. Inschrift  — b) Daniel Blumenthal, Catherina Emerentzia Scheffeln und ihre erben. Anno 1753. — E.
197. Martin Schepel, Anna Heidtmans v. i. e. Anno 1672.
198. a) Jochim Peters der elter vnd seinen erben. Auno 1673. — b) Jochim Bvcholtz v. s. e. Anno 1703.
200. Sehlige Clas Magerfleisch ist in diesen anno 1703 jahr den 9 Martzi sehlig in den herren entschlaffen. Dieses sein begrebnis in 80 jahren nicht zv eröffen.
201. a) Hans Groveman v. s. e. 1656. — b) Philip Runge vnd seinen erben. Anno 1709. — c) Gottfried Rüngen, Anna Margreta Heyns u. i. e. Anno 1709. An den Ecken die Majuskeln G W B E (= Gades wort blift ewig).
202. 1558 den . . . │ . . . ist der erbare vnd vorn[ehme] Peter Flens │ borch in got selich │ entslapen. 1566 den 15 Febrv. ist die er │ [bare vnd tvgentsa │ me] frovwe
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. . . . . . . . . . . . . │ . . . . . . . . . Peter Fl │ [ensborch] selign . . . . . — W.
203. Inschrift  — c) Heinrich Lesche vnd seinen erben. Anno 1643. Zu c) Bäcker=Embleme. — V.
205. Inschrift  — c) Andreas Lölcke v. s. e. 1688. — d) Johan Wittenborch v. s. e. Anno 1688. Anscheinend zu b) ein geschweifter Schild mit einem Merk. — E.
206. a) Hinrich Hoppener, Margareta Kosters vnd ihren erben. Anno 1630. — b) Martin Hülle v. s. e. 1697. Zu a) ein Merk, zu b) Schmiede=Embleme.
207. a) Hinrich Berns vnd seinen erben. Anno 1646. — b) Gottfried Schröder, Margareta Dorothea Petersen v. i. e. Aō 1730. — c) Castē Friederich Weyer u. s. e. Anno 1752. — E.
210. Christians Goier v. s. e. 1674. Dazu Schlachter=Embleme.
213. Inschrift  — b) Johan Schepel vnd sinen erven. 1643. — c) Hans Vagelsanck v. s e. Anno 1710. — d) W. F. Rittner u. s. e. Aō 1795. Zu a) ein Schild; s. a. a. O. Zu Nr. 434.
221. Joachim Friedrich Pfundt, Ilsabe Bruhns u. i. e. Anno 1719. Von früherem Besitzer ein geschweifter Schild mit Rollen, gespalten, vorne eine Hopfenrunde an einer Stange zwischen 2 Blumen auf einem Boden, hinten ein Sparren, begleitet von 3 Kronen. — E.
222. Christian Blomstehn vnd seinen erben. Anno 1682. —  —  — Dazu Böttcher=Embleme, Tonne und Zirkel. — R.
224. Michael Ladewig u. s. e. Ao 1789.
225. a) Heinrich Crivitz. — b) Herman Lübke u. s. e. Anno 1713. — c) Casper Heinrich Zitzow u. s. e. Ao 1725.
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227. Andreas Mau v. s. e. Anno 1751.
234. Dieser stein gohoret' Clavs │ Mehler vnd seinen │ erben. Anno 1672.
235. Inschrift  — c) Anno 1575 │ den 4 Novembre' is Clavs Kroger in god onsla │ pen, dem god gnedich sy. — d) Jochim Windtbarch vnd seinen erben. Anno 1649. Zu a) ein gelehnter Schild mit einem Merk, begleitet von zwei Rosen. Zu d) ein Merk.
236. H. Gabriel Lembke, f. Angneta Hintzen v. i. e. Anno 1709.
237. a) Jacob Steffens vnd seinen erben. Anno 1673. — b) Jacob Wilcken u. s. e. Anno 1718.
238. a) Daniel Hoppenner v. s. e. 1676. — b) Johann Christian Müller v. s. e. A n mit Querstrich o 1755. Zu a) Schmiede=Embleme.
239. Hinrich Gottfrid Menz u. s. e. 1736.
241. Johan Friedrich Witt u s. e. 1734. Dazu das Schneider=Wappen, eine aufgerichtete geöffnete Scheere.
244. Matthias Schmidt v. s. e. A n mit Querstrich o 1771. Dazu ein Schiff.
246. a) Anno 1621 den 18 Martzi is in godt gestorven Michel Hancke. — b) Peter Olofson, Margreta Hancken vnd ihren erben. Anno 1670'. — An den Ecken Symbole des Todes.
248. a) Nikolavs Holste an. dn. mdc — aet. — │ Anna Kockes an. dn. mdxic aet. xxi │ Catharina Bleckers an. dn. mdc — aet. xx — │ conivges dilectiss., │ natvrae legem "orta moriantvr" imp[len]do, │ fide in x pn mit Querstrich m remissionem peccator[vm], │ carnis resvrrectionem et vitam sibi │ aeternam credentes, dormitorio h. conditi. │ — O, me, haeres, svper stite addito xxxx ann. │ ossa nostra ne moveas nec monvm. aperias. — Discite vivere mortales │ immortalitatis memores. — b) Hinrich Odewan vnd seinen erben. Anno 1620. —
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c) Matthias Christofer Kros, Catharina Elisabedt Ehrharten u. i. e. Aō 1727. Zu a) drei geschweifte Schilde: 1. s. a. a. O. zu Nr. 450, 2. ein Querbalken, oben von einem Sterne, unten von zwei Lilien begleitet, 3. s. a. a. O. zu Nr. 430.
252. a) H. Niclaus Holste. — b) Hinrich Odewan vud semen erben. Anno 1620. — c) Jochim Niese vnd seinen erben. Ao 1682. Zu b) ein Merk.
253. Gabriel Diedrichs, Ilsabe Magdalena Lisnern u. i. e. Ao 1748. Dazu eine geöffnete Schneiderscheere.
255. Hans Jürgen Hase, Elisabet Elsabe Hasen gebohrne Segebahdten ihrer begrebnis. 1758.
259. a) Casper Rickenbarch 1615. — b) Baltzer Niering v. s. e. Anno 1703. — c) Jochim Jungman v. s. e. Anno 1711. — d) Hans Carl Bruhns u. s. e. A n mit Querstrich o 1778. Zu a) ein Merk.
260. Inschrift  — Jochim Niebvr vnd seinen erben. 1618. — R.
262. Hinrich Schütz, Sophia Werckentins v. i. e 1709. Dazu eine Schneiderscheere.
263. Inschrift  — b) H. B. S. V. S. E. — c) Jochim Grabin u. s. e. Anno 1719. Zu b) und c) je ein Merk.
264. a) Hans Rvge vnd semen erben. Anno 1621. — b) Claws Odewahn, Anna . . . — c) Marten Wit vnd desen erben. Anno 1733. Zu c) wohl Zirkel und Winkelmaaß. Ehedem Altarstein.
265. a) Jvr[gen Schr│oder vnd semen erben. Anno 1633. — b) Johan Flemming. Anno 1640.
266. Johan Jochim Schade, Elisabeth Suverlinges u. i. e.
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267. Berent Kamp vndt seinen erben. 1658. Dazu ein Merk.
268. a) Hans erp. — b) Hans Reimers. 1568. — c) Hinrick Hein. 1609. — d) Daniel Pierstorp v. s. e. 1678. Zu b) und c) je ein Merk.
269. a) H. Jochim Bucholtz. 1674.  — b) Ernst Haase, Margreta Elisabet Petersen v. i. e. 1724.
270. a) H. Jochim Bucholtz. — b) Ernst Haase, Margreta Elisabet Petersen u. i. e. 1724.
273. Peter Stolterfot der elter, Margreta Scheln vnd ihren erben. Aō 1693.
274. L. H. Kancker. Anno 1770. Schmiede=Embleme. — R.
275. Hinrich Hinrichsn v. s. e. Aō 1686. Dazu ein Schiff. An den Ecken Symbolde des Todes.
280. Inschrift  — b) Hans heine. — c) Hans Christoffer Amerpoll u. s. e. Ao 1743 den 29 Juni. Zu b) ein Merk, zu c) Müller=Embleme.
284. a) nicolavs rike. clawes rike. clawes rike. clawes ryke. ivrien rike. | taleke ryken v n mit Querstrich  | katryne rykē . biddet got vor desse all. — b) time bonsack. — c) margrete make. — d) Jochim Rogman v. s. e. Anno 1691. — e) Caspar Schwartzkopff v. s. e. Aō 1712. Die Inschrift a) beginnt hart am Rande des Steins, auf dem ein Wollbogen dargestellt ist.
285. Johann Martin Gaulitz u. s. e. Aō 1795. Dazu zwei gekreuzte Schlachteräxte.
288. Jvrgens peters 1552. — b) Deisse st ee n h oe rt Hans Tancken vnd sine erven. Anno 1625. Zu b) ein Merk. — E.
289. Inschrift  — c) Hans Tancken vnd
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seinen erben. Anno 1625. Zu c) die Wappen der Tanke und der Schepel, s. a. a. O. zu Nr. 440 und 446. — E.
290. Inschrift  — c) Anno 1616 den 2 September │ ist Jochim Jvngo selich in │ got dem herren einge │ schlaffen vnd den 4 │ September christlich alhie begraben seines alters . 4 jhar. │ Anna Robelmans vnd ihren erben. — d) Hinrich Lange, Anna Pede v. i. e. Aō 1693.
291. Inschrift  — b) Tewes Lange. — c) Clavs Gronewolt v. s. e. Anno 1662. — d) Johan Lappe v. s. e. 1667. Die Inschrift a) ist in eingehauenen, nicht in ausgesparten Minuskeln ausgeführt.
292. a) Heinrich von der Vehr vnd seinen erben. Anno 1637. — b) Gerdt Felner, Gardrvt Westfalen vnd ihren erben. Anno 1702. — c) Hans Hinrich Anders u. s. e. Aō 1743. Zu a) und c) je ein Merk.
293. Hinrich Schepel, Margarehta Rahten v. i. e. Anno 1694.
295. a) A n no 1619 den 2 Janvarii │ist die erbare vnd viel tvgentsame Anna Meiers │ Clavs Goeden eheliche │ havsfraw in dem hern Jesv selig eingeschlaffen. Clavs Goede vnd seinen erben. Anno 1610. Dazu zwei Wappen. Rechts: im Schilde eine aufgerichtete Armbrust, begleitet von 2 Sternen, auf dem Helme 3 Pfeile; links: ein an einem Sensenblatte hangender Grapen im Schilde und 3 Aehren auf dem Helme.
299. Inschrift  — c) Johan Schröder v. s. e. 1677. — d) Jochim Martens, Ottilia Ausborns u. i. e. Ano 1729. Die Inschrift b) ist kreisförmig um den Wollenweber=Schild mitten auf dem Steine angebracht.
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300. Ehrich Meincke und seinen erben. Anno 1706.
311. Inschrift  — b) Johann Christoph Röring. Ao 1795. Zu a) die Figur des Verstorbenen in Umrissen unter einem ausgesparten Baldachin, zu seinen Füßen der Schild der Werkmann; s. a. a. O. zu Nr. 292. — E.
311a. a) Thomas Richter vnd seinen erben. Aō 1684. — b) Jochim Mavw v. s. e. Aō 1703.
314. Jochim Niese, Agneta Meinken vnd ihren erben. Anno 1685. Dazu ein Merk.
315. Hinrich Cappel vnd seinen erben. Dazu das Bild einer Kapelle.
316. Inschrift  — b) Jacob Zilmer v. s. e. 1697. — c) Hinrich Mangnvs Avsborn, Anna Klünders v. s. e. Ao 1715.
317. Johann Andreas Steinhagen u. s. e. Anno 1789. An den Ecken Symbole des Todes.
318. Jochim Meincke, Dorothea Massen vnd ihren erben. Anno 1709.
397. Inschrift  — b) Peter Malchau v. s. erben. Ao 1705. — V.
399. a) D. S. V. H. I ? . — b) Clages Scheffel v. seinen erben.
1.* Inschrift  — b) Daniel Pierstorf v. s. e. Aō 1681. Zu a) Kelch mit Hostie.
2. * a) Jvrgen nickels ein schipper 1555. — b) Disse stein horet tho Jochim Sander . . . . nagelaten kinder tho. — c) H. Christof Groningk vnd seinen erben Anno 1656. — d) Christoffer Gröningk, Anna Bentschneiders v. i. e. Anno 1709. Zu b) ein Merk.
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3. * a) Melcher Grvtman vnd seinen erben. Ao 1682. — b) Melcher Grützman v. s. e. Anno 1709. — c) Nicolaus Rückdeschel. Anno 1736.
4.* Inschrift
5.* Reinholdt v. Schmitt, Clara Margreta Metzenl ! vnd dessen erben. 1705. Dazu zwei Wappen. Rechts: im Schilde ein nackter Mann mit einer Fackel (?), auf dem Helme 3 (2. 1) Lilien zwischen zwei Fahnen; links: im Schilde drei stehende, mit den Spitzen zusammengehende Schwerter, auf dem Helme ein wachsender Mann mit einem Schwerte zwischen einem Hirschgeweih.
6.* Andreas Ghise vnd ihren erben. Anno 163 ? 8.
7.* Inschrift  — b) Assemus tede. c) Hinrick Tede. Zu b) ein geschweifter Schild wie auf 107. — M. E.
8.* Inschrift Zu a) ein rechts geschweifter Schild, s. a. a. O. 511 Nr. 279. Die Jahreszahlen der wohl erhaltenen Inschrift a) find ganz zweifellos. — V.
9. * Mattias Hörman v. s. e. Dazu ein Schiff.
10. * a) Jvrgen Mehler. — b) Asmvs Weitendorf, Cathrina Möltten v. i. e. Anno 1704. Dazu ein Schiff.
11.* a) Zacharias Schnvr van Gandersem. 1588. — b) M. Johannes Dinggaravivs, pastor an sant Georgi, vnd seinen erben. Anno 1682. Zu a) ein Schild: getheilt, oben zwei Sterne, unten eine Rose, und ein Merk.
12.* a) Hans Drefal vnd seinen erben. Anno 1663. — b) Johan Jochim Drefahl. Anno 170 ? 3.
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13. * a) Diederich Teiteke v. s. e. Anno 1706. — b) Johan Fanter vnd seinen erben. Anno 1732.
14.* P. V. B., D. V. B. Außerdem das v. Palthensche Wappen; s. v. Lehsten, d. Adel Mecklenb., S. 192, doch ist dort zu setzen "Streitkolben" statt "Rohrkolben".
15.* Jochim Pohlman v. s. e. 1674. Außerdem von alterer Benutzung ein gelehnter Schild mit Zange, Werkeisen und Hammer.
16.* Andreas Schröder u. s. e. Anno 1744.
17.* Jochim Leesche v. s. e. Ao 1686. Dazu ein Kringel.
18.* a) Adam Oldendorp. — b) Greger Pede vnd seinen erben. Anno 1670.
19. * Hans Kahl v. s. e. Anno 1711.
20. * Johan Heinrich Thurman u. s. e. Ao 1800.
21. * Jacob Hase v. s. e. Anno 174 ? 0.
22.* Johan Rateke.
23.* Inschrift  Dazu ein gelehnter Schild der Swartekop, s. Haus. Geschq. II, zu Nr. 317. — E.
24. * Inschrift
25. * Wulff erben. Ano 1756.
26.* a) Aé 1597 dē 28 Decēb | ist der erbar vnd vornem[er bvrger Hinr]ich Tamcke | selich im heren ent | . . . .  — b) [Christianvs Tamcke. — c) . . . us. A. M. Parisen u. i. e. 1713. Vielleicht zu a) zwei Wappen : vorne der Schild gespalten, rechts zwei (3 ? ) Eicheln ? an Stielen an die Theilung geschlossen (nur die obere ist erhalten), links ein halber an die Theilung geschlossener Stern; auf dem Helme ein Stern zwischen Flügeln. Hinten anscheinend das Wappen der Reimers, s. a. a. O. zu Nr. 432.
27. * Friederich Christofer Bremse, Catriua Elisabet Brandten v. i. e.
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IV. Die Grabsteine des Schwarzen Klosters. * )

1. Inschrift Auf dem sehr großen Steine erkennt man die Umrisse eines Mannes und einer Frau in Resten. Zu ihren Füßen ist zwischen ihnen das Wappen der v. Pegel angebracht; s. a. a. O. zu Nr. 283.
2. Inschrift Der wohl vom Sohne gelegte Stein zeigte 1849 noch die Wappen der Voß und der Amesford; s. a. a. O. zu Nr. 369 und 286. — W.
3. Inschrift  — b) Hans Helmes de wollenwever. — c) Lafrens Boekholdt v. s. e Anno 1645. Zu a) s. Lisch, J. XIV, S. 27. Zu c) ein Merk.
4. Inschrift

*) Da die Kirche des Schwarzen oder Prediger=Klosters wegen Baufälligkeit 1879 abgebrochen werden mußte, und der bis dahin abgeschlossene und zum Gottesdienste benutzte Chor zu Schulzwecken eingerichtet wurde, versetzte man die noch nicht abgetretenen Grabsteine von dort nach S. Jürgens=Kirche, wo sie im nördlichen Kreuzschiffe in den Boden eingelassen wurden. Auch von diesen sind bei der Erneuerung der letztgedachten Kirche mehrere aufgenomrnen und liegen gegenwärtig, falls sie nicht zerbrochen sind, unter dem Gestühl; deren Nummern sind cursiv gedruckt.
Die metallene Grabplatte der Herzogin Sophie ist im Umgange, die vermuthlich dem Rathmanne Hinrick v. Haren zugehörige (Grabsteine von Marien *6, Jahrb. LV, S. 112, Z. 16 — 22, S. 118 zu Z. 27) in der nördlichen Halle der Marien=Kirche niedergelegt.
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Inschrift Mit der Figur des Todten in Umrissen.
5. Inschrift Mit der Figur des Verstorbenen unter einem Baldachin. Zu seinen Füßen ein Schild mit einem wachsenden Manne. — R.
6. Inschrift In Parallelreihen. Dazu ein v. Pentzsches Wappen; der gekrönte Löwe aufgerichtet im Schilde, auf dem Helme ein wachsender ungekrönter Löwe vor drei ausgerichteten und drei quergelegten Stäben, von denen erstere nur oben, letztere an beiden Enden befiedert find. — E.
7. Inschrift  — b) Peter Flenssborch. — c) Jasper Swartecop. Mit den Figuren der Eheleute in Umrissen, schlecht erhalten. Zu ihren Füßen die rechtsgelehnten Schilde der v. d. Sterne, s. a. a. O. zu Nr. 228, und der Bantzekow, s. ebd. zu Nr. 191. — E.
8. Inschrift Zu a) ein Merk. Ebenso zu b).
9. Inschrift  — b) Johan Groman vnd seine erben. Anno 1645. Das Wappen zu a) ist jetzt vertreten, enthielt aber 3 Hundsköpfe. Zu b) ein Merk. — E.
10. Inschrift
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Inschrift  — b) Inschrift  — c) s. Frantz Kroger v. s. e. Zu b) ein rechts geschweifter Schild der vom Have, s. a. a. O. zu Nr. 340, und ein Merk. — V.
11. a) Inschrift Dazu das Wappen der v. Rampe, s. a. a. O. zu Nr. 217. — E.
12. Inschrift Dazu das Wappen der Smidt, s. a. a. O. zu Nr. 332.
13. Inschrift Unteres Bruchstück. Unter der in Parallelreihen angeordneten Inschrift zwei gegeneinander gelehnte geschweifte Schilde, derjenige der v. Averberg und der der Raben.
14. Inschrift Dazu ein Wappen; im gelehnten Schilde ein Boot und auf dem Helme eben solches, aus dem eine Rose an einem Stengel wächst. Einst Altarstein. — E.
15. Inschrift Mit demselben Wappen wie 11.
16. a) Inschrift b) Der armen │ weisen kinder │ ihr begrebnis. │ Anno │ , 1692. — E.
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17. a) Inschrift  — b) Klawes Bone.
18. Inschrift Seit 1880 nicht mehr vorhanden.
19. Inschrift Seit 1880 nicht mehr vorhanden.
20. Ein Mönch mit Gebetbuch unter einem Baldachin. Die in Metall ausgeführte Umschrift ist wie das damit ausgelegte Gebetbuch verschwunden.
21. Inschrift Ringsum der Meklenburgische und acht Schilde mit den Pommerschen Wappenbildern, welche in einem Schilde von neun Feldern zu Häupten vereinigt sind. Vgl. Zeitschr. f. chr. K., I, S. 351.

V. Die Grabsteine der Kirche zum Heiligen Geiste.

1. a) Inschrift
2. Clavs Stoffer vnd seinen erben. Anno 1625. Dazu ein Merk.
3. a) Inschrift d) Anna Withons. Zu c) ein Merk.
4. Inschrift
5. a) Hans wiggelant. — b) Pavel Holste de blinde.
6. Cathrina Wichmans anno 1597.
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7. a) Catharina Bockholts v. e. e. 1629. — b) Engel Krvse.
8. Johan Wake vnd seinen erben.
9. Clavs Kroger. Anno 1683. Dazu ein Rad.
10. Peter Smit.
11. Hinrikvs Wolter.

VI. In der Stadt zerstreute Steine.

1. Inschrift Zu a) ein gespaltener Schild: vorn ein halbes Hirschgeweih, hinten drei Rosen (das Wappenbild der Baggele, Jahrb. XI, T. 3). — W. Johann B. wohnte 1414 an der Grube. Die eine Hälfte des Steines auf dem Hofe von Markt 15, die andere früher Marft 13, jetzt Lübsche Str. 23.
2. a) Inschrift b) Jacob Daniels. 1658. Auf der Bleiche (aus dem Schwarzen Kloster).
3. Tomas Got. von Brock u. s. e. 173 .. Lübsche Str. 38.
4. a) Inschrift Aus dem Schwarzen Kloster; jetzt an der Promenade in der Linden=Str. vor Schmiede=Str. 41 a.
5. Inschrift Quadratischer Stein mit einem Merk. Im culturhistorischen Museum.
a) Inschrift b) Hans Kal │ host. 1597. Quadratischer Stein. — V. Im culturhistorischen Museum.
Inschrift Fragment in zwei Stücken, welches früher als Kantstein der Leiste vor dem Hause in der Meklenburger Straße Nr. 9, dem Schwarzen Kloster gegenüber, diente. Im culturhistorischen Museum.
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8. Jochim Seg │ bahn vnd sei │ nen erben. │ anno 1732. Lübsche Str. Nr. 9 auf dem Hofe.
9. Ao 1604 den │ 12 Septembr. is de erbar vnd tvgentsame │ Dorti Dragvn │ h. Peter Segebade eliche husfrow in godt selich . . . In der Mitte auf dem Steine das Wappen der Segebade, s. a. a. O. zu Nr. 443, (auf dem Helme ein Bockskopf), und der Dargun, s. a. a. O. zu Nr. 475. Auf dem Hofe des Hauses Lübsche Str. Nr. 10.
10. Daniel Lesche │ Margaretha Pvndes │ vnd [ih]ren erben. — b) Clavs Lesche │ v. s. e. ao 1661. Zu a) ein Merk. Meklenburger Str. 16.
11. Artzibaldvs Ko[ch] v. s. e. 166 .. Dazu ein Wappen. Schild gespalten, vorne getheilt. Oben 3 (1. 2) Turnierkragen oder Kämme, unten 3 Rosen, hinten ein Sparren über 3 aus einem Boden wachsenden Rosen. Auf dem Helme ein Arm mit einem Schwerte. Auf dem Grau=Mönchen Kirchhofe.
~~~~~~~~~~~~
Nachtrag zu S. Marien, Jahrb. 54.
13. M. Johan Bellin sch. rect., Sophiae [S]prengerin et heredum. Anno 1658 ? .
* 75. M. Johannes Freder, pastor superintendens, contra sacramentarios et anabaptistas verbo dei pugnans e rebus humanis tollitur, brevi resurrecturus, 25 Januar. 1562. So nach Schröders W. Pred. Hist. S. 48. Der Stein ist nicht mehr vorhanden.

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Anhang


Die Epitaphien-Inschriften der Wismarschen Kirchen.

~~~~~~~~~~~~

a) In S. Marien=Kirche.

  1. Henricvs, culpa mortalis, mortis at expers,
       Dinggravius, pretio et sanguine Christe tuo,
    Westphalicis natus recteq: edoctus in oris,
       Pneuma sacrum mentis lux genitorq; fuit,
    Veri candoris concordiae amator et aequi
       Linguarum Sophias Relligionis erat.
    Gymnasium Rosea Rector moderatus in urbe
       Aulae Haderslebiae hinc rite vocatus adest.
    Praepositus vigilans Christi gregis egit id unum,
       Doctrinam ut vita et moribus exprimeret. │
    Ergo Duci carus Ioanni novit et hujus
       Intima promovit, τό π#961;έπον ut faceret,
    Intima promovit precibus, quod scivit Adolphus,
       Haeres fratris opum praepositoq; bonus.
    Namq; locus Regi Friderico cessit, utrumq;
       Qui fovit juvit cum grege praepositum.
    Hinc Superintendens Duce designatus lesu
       A Megales-poleos Principe Chre tuo
    Wismariae fidei reparatae praeco salutis
       Sic erat, ut sacras viseret inde domos. │
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Ergo socer Regis Friderici Ulricus et una
   Ioannes Princeps, Dux Patriaeq; Pater, — 
Hic subito heu cecidit! — Cui Filii Adolph-Frideric Symbol
   Ioannesq; Albrecht (hi Patriae o vigeant),
Postq; obitum Ulrici, quo vix praestantior alter,
   Carolus ut frater munia fratris habens:
Omnes hi fovere virum, meruitq; favorem
   Horum sollicitus demeruitq; stipem.
Sed varios casus expertus mille pericla
   Aularum mundi multiplicesq: dolos │
Haec patiens vicit praesenti Numine tectus,
   Sic transit vivens Chro et ei immoriet',
Ut sese costam sobolem' coetumq; piorum
   Crediderit Domino, qui Deus estq; Pater,
Utq, resurgenti tribuat promissa benigne
   Bona, quibus solis luce fruatur. Amen.
Nunc tegitur corpus tumulo. Tu pectore 4 1/2 se
   Quo minime reris tempore funus eris.
Sis pi Symbol et patiens Domino committe labore[m],
   Quae jubet in Verbo quaere, Beatus e[ris].

Christe haec urbs tua sit, maneatq; ecclesia verbo,
   Luceat et fructu iustitiaq; forum.

  1. Der erbar vnd wollweiser Herr Nicolavs Karow sehliger, Diesser │ Stadt Rahtsuerwandter, Ao 1556 Am Tage Nicolai geborn, hatt │ sich Ao 1586 Mitt Michael Kerckdorpes Tochtern Cathrinen erst │ mahlss verehliget, Folgents Ao 1605 Den 5 Novemb. mit weilandt │ Ernn Marci Tācken allhiegen' secretarii Tochtern Engeln, seiner │ hinterlasseneu wittwen, anderweitt befreihett vnd biss inss achte Jahr │ mit derselben in Friedtsahmer Ehe gelebet. Ist darauff Aō 1613 dē │ xxx Martii sehliglich im Herrn Entschlaffen. GOT Der allmech │ tige verleihe Ihm Am Jungsten Tage eine Fröhliehe aufferstehung │ zum Ewigen leben vmb IESV CHRISTI Willen. Amen. Angela
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Tancken │ praedicti d n mit Querstrich i Nicolai Karowen │ vidva amoris honoris et │ doloris monvmentvm │ hoc f. f. Anno 1614 Mense Aprili.
            G Q artifex
    G. Q = Görries Ouade.

  1. Anno 1532 - Maii ist der edler gestrenger | vnd Ehrenvehster Cort Plesse avf Da m mit Querstrich eshagen | rvndeshagē v mit Querstrich d Tressow Erbsesn Geborē, vnd da er seine | . 0 Jahr erlanget hat er sich mit des E. G. vnd E. Carins Molten avf Tevtendorp Erbsesn Eheleibliger Doch | ter Katahrinae in dem stande der H. Ehe begeben, vnd | da sie nach 30 iahren Todes verbliechen hat er sich | mit des E. G. v mit Querstrich d E. Cort Sperlingk zvm Rvting Erbse s mit Querstrich  | [E]heleibliger Dochter Jvngkfra Elisabeth ver | ehliget vnd Leider Gottes nvr 8 iahr im Eh | stande mit deroselben gelebet vnd nach sei | nem abster ia mit Querstrich anno 1601 den 14 April hinterla | sener wittiben deromassen mit givtern vnd gelde versorget, dz | sie ihme billigk dank weis bies an Ihr Ende. || Der Edel Gestreng. vnd vester Clavs Vō Peccatel | Fvr. Mecklenbvrgischer avch Pfaltzgraffischer Newbvr | gischer vnd Margrafischer ! Badischer Rath Obristir | v mit Querstrich d Hevptmā zv Ivenak zv Lvtkē Viilen Erbsesn | ist doselb st mit Querstrich a n mit Querstrich o 1548 12 Mai gebo r mit Querstrich . A n mit Querstrich o 1572 hat er | sich zv krigs wesn bege ia mit Querstrich vorneme Empter drin bedi | net. A n mit Querstrich o 1605 1 Dec hat er mit der E. Ehr vnd Tvgēt | reichen Elisabeth Sperlings, Weilād cort von | Plessen hinterlassen Witwen, sich in dē stand | der ehe begebē vnd ist avē f. Havs Ivenak das bei | lager gehalten. In solchen seinen digni | teten hat er sein leben zv lvtken vilen | geendigt a n mit Querstrich o 1615 den 14 febrva gestorbn | vnd den 29 Mar., seines alters 67 iahr, begra | ben, alda ihme dan eine sehr statlige begre | tnvs ! geschehen.
    Dazu die Wappen zu oberst der drei Gatten, dann oben: der v. Pogwisch, v. Quitzow, v. Alefeld, v. Stralendorf, v. Flotow,
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v. Driberch, v. Plessen; rechts der v. Gadendorf, Wenkstern, v. Alefeld, v. Lützow,? (nach links steigender Löwe, auf dem Helme zwei Hörner), v. Kröcher, v. Pogwisch; links der v. Genzkow, v. Restorf, Rieben, v. Helpte, Moltke, Hahn. v. Lützow.

  1. Epithaphivm | qvod | viro amplissimo et consvltissimo d omega ueber n  | Hieronymo Ribovio patriae consv | li meritisstmo ! 10 Octob. āo Christi | 1630 aetatis 44 pie defvncto et sub | proximo lapide ho | neste sepvlto po | ni cvravit moesta | vidva Anna | Jvlen.
    Dabei die Wappen, s. Hans. Geschq. II, Nr. 469, 458 (auf silbernem Querbalken in rothem Felde). Nach dem Steine M. *71 starb H. R Oct. 7, Michaelis giebt die Rathslinie an.
  2. Der königl. ma y mit Querstrich t vnd reich Schweden vber die cavaleri general maior vnd obrister h. Helm Wrangel, herr zv Selkis. 1647.
    Dazu das Wappen. Schild: im weißen Felde ein schwarzes Mauerstück mit drei Zinnen, auf dem Helme das Mauerstück zwischen silbernen Flügeln. An dem Grabdenkmale außer diesem auch die Wappen seiner beiden Frauen, Anna Sabina geb. Treysch v. Butler (silberner Tragkorb mit goldenen Bändern in rothem Felde; auf dem Helme drei weiße Federn) und Magdalena v. Buchwald.
  3. Epitaphium │ dni Arnoldi Böddekers icti eminentiss. │ consulis et syndici Wismariens. meritiss., qui │ placide obijt die 8 Maij Ao 1654 in conditorio suo │ coram altari in choro sepultus expectans │ diem laetissimae resurrectionis, erectum │ a vidua Catharin Heins.
  4. Epitaphivm hoc │ d. Brandanvs Eggebrecht, consul │ hujus vrbis meritiss., sibi coniugiq, │ Dorotheae Clandrian erigi fecit │ Anno 1655. Discessit A n mit Querstrich o 1657 │ Die 17 ! Juny Aetatis 63.
              C M fecit │ Anno 1655.
    Der Grabstein M *9 giebt als Datum Juni 27, das Todtenregister Juli 9.
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  1. Herman Schnohr, Eva Dreves 1657.
    Wappen: rechts Justitia silbern auf Roth, auf dem Helme Rose = Drews; links getheilt oben 2 Sterne golden auf Blau, unten eine Rose roth auf Silber, auf dem Holme rothe Rose zwischen silbernen Hörnern = Schnor. Daß die Wappen bei der Wiederherstellung vertauscht sind, erweisen die Steine M 303 J *11 und der von beiden Gatten gestiftete, von C M 1658 gefertigte Taufdeckel.
  2.                          D. O. M.
    Aeternitati │ et │ virtutibus ac meritis │ Davidis Mevii │ Icti sua aetate nemini secondi ! , │ qui acceptam a conditore benignissimo indolis ac ingenii felicitatem cura │ studio labore eo usque evexit, │ ut in sui suorumq ve decus et praesidium bonorum │ refugium patriae utilitatem et ornamentum ab │ optimo qvovis crederetur natus. │ Primum in academ. Gryphisw. avo Thomae et │ patri Friderico in professione juris et assessoratu │ consistor. per triennium successit, │ inde ad syndicat. Stralsund avocatus xiv │ annor. spatio inter difficillima post hominum memoriam │ tempora et ambiguam rei pub. fortunam consilio │ prudentia fide meritis effecit, ut dignus haberetur │ qui a serenis. Sueciae regibus postquam ab exteris │ frustra aliquoties erat sollicitatus ad illustre │ vice praesidis officium in summo tribun. Wism. │ eveheretur et consiliis admoveretur sanctioribus. │ Ubiq vc talem se praestitit ut vel invidi quod vere reprehenderent │ non invenirent, │ legationib. tam ad aulam caesar. et imper. elector. quam summor. princip. defunctus nunquam non successu. felici et maiori │ cum gloria rediit. Ita cum apud reges suos │ singularem gratiam, apud bonos │ amorem, vbiq ve laudem et honorem promeruisset et │ patriam meritis, seculum gloria implevisset, │ desideratissimus moritur xiv Aug. M DCLXX │ postquam natus erat vi Decembr. M DCIX. │ Monumentum hoc optimo parenti [ maximorum meritorum memores grati liberi │ d.
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Der Wappenschild ist gespalten und enthalt vorne in Roth zwei oben und unten sich kreuzende goldene Lorbeerzweige, hinten in Blau einen silbernen Stern über einem silbernen Säulenschafte, um den sich eine Schlange windet. Auf dem Helme ruht eine von rothen und weißen Rosen eingefaßte blaue Scheibe mit einem silbernen Sterne.

  1. Epitaphium des seel. bürgermeisters Jürgen Schwartzkopff │ und seiner seel. frau Dorothea Treimans ist nebst den │ hiebey befindlichen armleuchter aufgerichtet worden 1575 │ welches Anthon Matthias Schwartzkopff Weinhändler │ alhier repariren lassen 1756.

b) In S. Nicolai.

  1. Anno Christi 1600 │ die 30 Dec. obiit pie in │ Christo prvdentissimvs │ consvl dominvs Henderic9 Schabbelivs; │ r. i. p.
    Anno Christi 1596 │ ascensionis domini │ die 16 Maii obiit pie in │ Christo domina Anna Dargvn │ eivsdem vxor; │ r. i. p.

Dazu die Wappen, s. a. a. O. Nr. 419 (die Schildfiguren auf grünem Boden in rothem Felde) und 475.

  1. Hie in dieser capelle liegt begraben │ Georg Mvllner von Myllhausen │ auf Niemit z Deben und Wolnevitz herr │ und dessen hausfrav │ Eleonora von Bretschwert │ samt dero beeden geschwistern │ Anna Maria und Isabella von Bretschwert, │ welche alle umb Christi lehre ihr zeitliches in │ Böhmen verlassen und alhier im exilio gestorben. │ denen gott aus gnaden das ewige ! geben wolle │ anno 1663.
  2. M. Christian Beniamin Otto │ Pastor zu St. Nicolai und des Königlichen Consistorii adsessor │ ward gebohren in Breßlau 1676 den 7 Septembris, starb alhier 1725 den 25 Januarii. │ Hier steht dein Otto dir o Wismar vors gesicht, Ein Mann voll Geist und Muht von Weisheit Recht und Licht. Jetzt starrt der holde Mund, die edlen
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Lippen schweigen, Die in dem Bildniß auch noch Wunderworte zeigen. Es scheint nach deiner gunst auch Marmor zu gemein: Drum gräbstu sein Verdienst selbst in die Hertzen ein.

c) In S. Jürgen.

  1. Der Königl may[t] imd krone │ Schweden unter der cavvallaria oberrist der hoch und hochedelgebor. │ gestrenger v. mannhaft' herr │ Reinholdt von Jordan, so 165[4] .. │ September so in go[dt] │ entschlafen.

Dazu ein Wappen: im Schilde in weißem Felde drei rothe Hiefhörner mit goldenen Bändern nach den Schildwinkeln gelegt, auf dem Helme zwei rothe Hörner.

  1. Dero Königl Mayt Zu Denemar[ck vnd] │ Norwegen Christiani des 5 ten wolbe[stalter] Obrister zu Fues vnd Commendent der vestung │ Wißmar Her Joha n Booght ist gebohren Anno │ 1621 den 6 January vnd [hier] gestorben │ Anno 1679 den 8 ten May.

Dazu das Wappen: Schild gespalten, vorn von Blüthenzweig, hinten von Weinranke umflochtener Stab; auf dem Helme zwischen Hörnern von Weinranke umflochtener Stab.

  1. Ihro Konigl. Mayst. zu │ Sweden vnter des h. general │ lieutnant baron von Mellins regement zu fus wolbestalter │ oberster lieutnaut der wolge │ bohrner h. Herman Sabbel ist │ gebohren den 11 Augusti 1631 und │ gestorben d. 9 Augst 1694.

Dazu das Wappen: in blauem ? Felde sechs in zwei durch einen quer gelegten Säbel getrennte Reihen geordnete auf kurzen rothen Stielen mit Krücken aufgerichtete, von Gold und Roth getheilte Kolben oder längliche Ballen.

  1. Herr Joachimus Henricus │ Sprengel Weyl. [Past]or der gemeine │ zu St. Georg wie auch des hiesigen Königlichen │ Consistory Assessor ist gebohren in Wismar 1658 │ d. 19 July, zum heil. Predigamte ! beruffen 1688. │ Gestorben 1711 d.
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7 Decemb., im Predigamt ge │ wesen 23 Jahr und etliche Monaht, seines │ Alters 53 Jahr 4 Monaht und 28 ? Tage.

  1. Numquam interiturae memoriae │ viri Illustris et Generosissimi │ Samuelis de Palthen │ Pro Presidis su m mit Querstrich i Regii Tribunalis Wismariensis │ et Equitis ordinis sideris arctoi nomine insigniti, │ qui │ dum in Vivis erat │ nil antiquius sanctiusque habuit │ quam de patria ! Necessitudinibus Bonisque omnibus bene mereri │ interque hos nisus sacrosque Labores │ a. o. R. MDCCL XVII October placide obdormivit, │ amoris pariter ac pietatis affectu posuit │ sacrumque esse voluit hoc monumentum │ Tanti viri charique huius capitis │ nou tam patrui qam ! patris dudum et olim venerandi │ ex fratre nepos │ Jo. Franc. de Palthen.

Wappen: quadrirter Schild; 1 und 4 ein weißer Adler in Roth, 2 und 3 in goldenem Felde mit einer von Roth und Weiß gestückten Einfassung drei ausgerichtete blaue Streitkolben neben einander. Helmzier: zwei Streitkolben gekreuzt zwischen von Roth und Weiß getheilten Flügeln.

d) Aus der ehemaligen Kirche der Grauen Mönche.

  1. Memoriae │ nobilis et integerrimi viri │ Othonis von der Lvhe │ eqvitis Megapolitam │
    Hic sitvs est pietate senex meritisqve verendvs
       Vandalicaeqve decvs nobilitatis [Otho]
    Ivstitiam rectvmqve colens, stvdiosvs hon[oris]
       Et patriae carvs principibvsque viris.
    Qvinqve mares, totidem natas in [foedere casto]
       Progenvit, thalami pignora g[rata svi].
    Lvcida lvcis amans aeternae Iv[mina claro]
       Nata patre illivs fida mari[ta fvit].
    Eivs at exvvias cvm post conf[ecta sepvlchri]
       Vltima Bucovii contvmvlasset hvmo,
    Cev tvrtvr vidvvs bis denos insvper annos
       Incvbvit vacvo, sed siue labe thoro.
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Sedecimi licet premerent iam tempora lvstri,
   Mente tamen semper constitit ille sibi
Atqve deo precibvsqve vacans animaeqve salvti
   Emeritvs svmmvm clavsit in orbe diem.
Condita vicino sed membra caduca sepulchro
   Expectant reditvm, Christe benigne, tvvm.
Hvivs qvi fverit constans imitator Othonis,
   Is patriae poterit carvs et esse deo.

Der Verbleib des 1849 copirten Steines, des Restes eines Epitaphiums, ist unbekannt. Otto v. d. Lühe starb gegen Johannis 1590.

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Register zu den Grabsteinen

nebst Uebersicht über ihre Lage.

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M. = S. Marien, Jahrb. LIV, S. 119 ff., N. = S. Nicolai, Jahrb. LV.S. 237 ff., J. = S. Jürgen, D. = Dominikaner (Schwarzes Kloster), G. = Heil. Geist, Z. = Zerstreute, E. = Epitaphien, W. = Wappen, M. = Merk.

Kamen die Familiennamen in verschiedenen Formen vor, so sind die Vornamen durch Kolon so gesondert, daß das Zusammengehörende erkennbar ist. Aus eben dieser Rücksicht ist zuweilen von der gewöhnlichen Ordnung der Vornamen (erst Männer, dann Frauen, jede Abtheilung alphabetisch) abgewichen. Ob Personen gleiches Namens immer richtig geschieden sind, muß dahin gestellt bleiben.

And. = Andreas, Ant. = Anton, Ar. = Arnold, As. = Asmus, Aug. = Augustin, Chn. = Christian, Chr. = Christoph, Dan. = Daniel, Dav. = David, Di. = Dietrich, Din. = Dionysius, Fr. = Friebrich, Frz. = Franciscus, Gg. = Georg, Go. = Gottschalk, Ha. = Hans, He. = Herman, Hen. = Henning, Hi. = Hinrik, Heinrich, Ja. = Jachim, Joachim, Jac. = Jacob, Jas. = Jaspar, Jo. = Johann, Jü. = Jürgen, Kas. = Kaspar, Kl. = Klawes, Ko. = Konrad, Kort, Mar. = Martin, Mi. = Michael, Mq. = Markwart, Mt. = Mathias, Ni. = Nicolaus, Pa. = Pawel, Pe. = Peter, St. = Stephan, Th. = Thomas, Vi. = Vicke.

Ag. = Agneta, Al. = Alheid, An. = Anna, Bi. = Birgitta, Do. = Dorothea, El. = Elisabeth, Ge. = Geske, Gr. = Greteke, Grt. = Gertrud, Il. = Ilsebe, Ka. = Katharina, Ma. = Maria, Me. = Mechtild, Metke. Mgd. = Magdalena, Mrg. = Margarete, Ta. = Taleke, Til. = Tilseke, Wo. = Wöbbeke.

Ein H. vor dem Vornamen bezeichnet den Mann als Rathmann, hinter dem Vornamen als Geistlichen.

A. J., M. 101.
A. J. H., M. 199 a.
Achym, Jo., H., J. 6.
Adam, Jo., H. Adams Sohn, W., D 3.
Alberti, Chn. Di., N. 14, 99.
v. Alefeld, W., E. 3.
Alwart, Hi., M. 113.
Amerpoll, Ha. Chr., J. 280.
Amesford, Amesfordt, Ta., J. 35: Wo., W., D. 2.
Anders, Anderß, Ha. Hi., M. J. 292; Jo., M. 358: Jü., M. 261.
Andres, Pe., M. 297.
Anger, Jo. Chr., M. *50.
Angerman, Hi., M. 4.

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Arens, Ha., M. *21; Ha., M., M. *21; Mrg. Do., J. 84.
Ahsberg, Nils, M. 56.
Ausborn, Hi. Mangnus, J. 316; Ottilia, J. 299.
v. Averberg, W., D. 13.
Averhagen, Jl., N. 150.

v. B., D., J. *14; P., J. *14.
B., He., N. 54; Al., N. 54.
B., Chr. (Burmeister Cyriacus), M.105.
Badendick, Pe., J. 49.
Badinck, Badenck, Ha., M. 208: Kl., M. 159.
Bahlman, Bahllemann, Jo., M., M. 123; An., M. 64; El. Do., M. 352: Mgd. Do., M. 202.
Ballschmiter, Hi., M. 179.
Balthasar, M. Gg., J. 11.
Baltzer, Jac., M., M. 320.
Bansow, M. Ja., W., J. 7.
Bantzekowe, Banskowe, H. Jo., W., N. 202; Go., M. *52; Mq., W., M. *34; H. Mq., W., M. *52; H. Mq., M. *52: x., M. *52; Mrg., M. *52: Mrg., J. 205; W. M. *24, D. 7.
V. Barken, H. Pe., N. *24; Al. N. *24.
Barnekow, Fr., J. 67.
Bars, H. Ko., M. 123a.; Ag., M. 123a.
Bartzsch, St., M. 230a.
Basse, Jac., H., J. 84; Jo., H., J. 84.
Bauman, s. Buwman.
Bausew[itz], Mrg., W., M. 175.
Bechrer, Jo. Tobias, M. 145.
Becker, Ja., M. 64, 184; Do., M. 242.
Beitzner, s. Peitzner.
Bekelin, x., W., Z. 1.
Bellin, Jo., M. 13 (Jahrb. LVI, S. 122)
Behm, Jü, M. 369.
Beman, Mangnus Gg., J. 127a, vgl. Peman.
Bemer, C. Otto, N. 127.
Behnke, x., M. 269.
Bentscheider, Bentschnider, H. And., N. 165; An., J. *2: Ma., M. *48.
Berenbrock, Kas., M. 180.
Berns, Hi., J. 207.
Bernidt, J. M., M. 276, vgl. Bornidt.
Bersse, W., N. *10.
Besemann, Hi. Di., M. 292.
Beuttien, Ja., J. 110.
Bewer (Bäwer), Ja. Hi., N. 126.
Byter, Biter, H. He., M. 39: Z. 4; Bi., Z. 4.
Blecker, Din., J. 263; H. Mt., W., J. 14; An., N. 98; Ka., W., J. 248.
Blok, Ja., Z. 5; Ni., N. 174; Zwenneke, N. 174.
Blomynk, Pe., M. *55; Ta., M. *55.
Blomstehn, Chn., J. 222.
Blumentahl, =thal, =dahl, Aug., M. *31: Dan., J. 196: Dan. J. 73.
Blunck, Hi., J. 108.
Bo., M. (Bökel, Martin), W., M. 108.
Bobekebar, Ha., M. 334.

Boch, Booch, Frz., N. 18; Jac. N. 10: N. *17.
Bockheuser, H. Chr., M. 64.
Böddeker, H. Ar., W., M. *8, E. 6.
Bodenius, M. Adrian. Chr., M. *71.
Boje, Hi., M. *14, N. 155, J. 191.
Boighe, Jacob, M. 253.
Boitin, s. Beuttien.
Boekel, Böckel, Mar., W., M. 108; Mt., M. *17; Pe., W., M. 162: Mrg., M. 233.
Boekholdt, Bockholt, Bockholtz, Bucholtz, Buchholtz, Lafrens, M., D. 3: Jodocus, H., J. 83; Pe., N. 160; Ka., M., N. 185; Ka., G. 7: H. Ja., M. 207, J. 269, J. 270: W., M. 362; Ja., J. 1, J. 91, J. 198; Pe., J. 1: Ja., M. 362.
Boldenberch, Jo., H., N. 136.
Bolekebar, Ha., M. 334.
Boleman, He., N. 182.
Bolte, Kla., J. 44.
Bomgarde, s. Bumgarde.
Bone, Hi., N. 152; Kl., D. 17.
Bonorden, Mrg. N. 13a.
Bonsak, Timme, J. 284.
Borchgherdes, Kv., J. 42.
Borchwardt, Hi., J. 24; J. D., N. 24, N. 173.
Born ? , Jo., H., J. 290.
Börneke, H. Mi., M. *46.
Bornidt, Markus, J. 131.
Bösel, H. Jü., M. 235; Me., M. 235.
Böst, C. C., M. *56.

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Both, W., J. 8.
Brand, Brant, Brandt, Brun, H., N. *27; Talia, J. 101: An. Ka., M. 371; Ma., M. 210: And., M. 269; Ha., M. 360; Ka. El., J. *27.
Brander, Armg. Do., M. 247.
Bremse, s. Brömse.
Bretschwert, An. Ma., E. 12; Eleonora, E. 12; Isabella, E. 12.
Brinker, Brincker, Brinckler, Ja., M., M. 247: H. Mq., W., J. 35; Lucha, J. 35: He., M., J. 35.
Broger, Brogher, Ni., W., N. 183; x., H., N. 183; x., N. 183; Al., N. 183; El., N. 183; Ni., H., N. 183.
v. Brock, Th. Got., Z. 3.
Brömse, Bremse, Ant. Hi., M. 306: Fr. Chr., J. *27.
Brosius, An. M. 298.
Brügghe, v. Brügghen, H. Mt., M. *66; Jo., H, M. 11: W., J. 2.
Brugher, Hi., N. 53; Me., N. 53.
Brun, Bruhn, Ka., M. 71: Jo. Dan., N. 165.
Brun. ., He., N. 124.
Brüningk, Carl Jo., J. 33 a.
Bruns, Bruhns, Pe., J. 134; Ge., J. 134: Ha. Carl, J. 259; Jl., M. 123, J. 20, J. 221.
Brüseke, Jo., H., N. *25.; Kl., N. *25; Til., N. *25.
Brwer, Bruwer (Brower), Mar., M., N. 210: Ka , N. 210.
v. Buchwald, Mgd., W., E. 5.
Buk, Buck, H. Ko., J. *24: Pe., N. 206, J. 38.
Bucowe, Bucow, v. Bucow, Albert, N. 126; H. And., M. *9; Ertmar, N. 126; Pe., N.153: Matheus, H., N. 153: Ko., J. 299; Mrg., J. 299.
Bülowe, Bülow, Hi., J. 316; Hi., N. 127, Ta., N. 127: As., M., M.65; H. Jo., M. 26; H. Jo., M. 26; Ag., M. 26.
v. Bülow, v. Bühlow, Hi., W., M. 95; Jü., W., J. 8: Vi., W, M. 95; Mgd., W., W. 95.
Bumgarde, Hi., N. *9.
Büngher, Ko., H., J. *4.
Buhr, J. F. H., M. 243.
Burmeister, Burmester, Bormeister, (H.) Cyriacus, W., M. *37, M. 105, N. 60; Eg., M. 336; H. Marcus, W., J. 27; Pe., M., M. 332; Ka. Do., M. 356, M. 357; Engel, M. 186: As., N. *16, N. *18; He., H., M. *19; Jo., H., N. *16; Ja., M. 299; Kl., M., N. *18; Kl., J. 66; Pe., N.16; Mrg., N. 105: Jo. Ertman, J. 191.
Burow, Clement, W., M. 225; Ja., M. 225.

Busacker, Helmych, W., N. 105; Ge., N. 105.
Busch, Erenst, M. 233.
Büseke, x., W., M. *12.
Büssing, Kas. Ja., J. 41.
v. Butler, An. Sabina Treysch, W., M.*32; W., E. 5.
Bützow, Jü., N. 175.
Buwman, Bwman, Buman, Bauman, Jo, N. 202; Jo., J. 118; H. Mi., N. 53, N. 59: Kl., M. 251, N. 136: Ha., M., M. 235: Do., W., M. 141.

Chelyus, Jo., M. 364.

D., E. (Duve, Ertman), M. 352.
v. D., C. M. (v. Dessin, Christina Mrg.), J. 47.
Dabers, Ja. Pe., J. 166.
Dahl, Kl., M. 173.
Damekow, s. Domekowe.
Dähn, An. Mrg., M. 234.
Daniels, Jae., Z. 2.
Dargun, Dragun, Draguhn, Ha., W., M. 152, W., N. 49; Ha., N. 54; Timme, N. 59; An., W., N. *20, W., E. 11; Grt., M. 43: Dav., M. 251; Kl., W., N. 53, W., N. 59; Ag., M. 219; Do., W., Z. 9; Ka., N. 49: Ja., M. *1; H. Ni., W., M. 39.
Daries, Christina El., J. 73.
Degener, Deghener, Ni., N. 121: H. Th., N. *7.
Deiedel, s. Tedel.
v. Deilen, Hi., M. *11.
Demytz, Mylgies, N. 65.
Dehn, An. Christin, M. 168.
Dencker, H. H., M. 209.
v. Dessin, Christina Mrg., W., J. 47.
Detlof, Ha., N. 226.

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Diedrichs, Diederichs, Diderichs, Gabriel, J. 253: Jo. Fr., J. 163, J. 164: Hi., M., M. 260.
vam Dike, Jü., J. 109.
Dikius, M. Gg., M. 209.
Dinggravius, Dinggaravius, Hi., E. 1; M. Joh., J. 11: J. *11; W., M.5.
Domekowe, Ko., M. 173.
Dorrenbrack Ja., M. 284.
Drade, Reynold, J. 290; x., J. 290.
Drefal, Drefahl, Ha., J. *12: Jo. Ja., J. *12.
Dreyer, Dryer, Chr., M. 228: Pa., J. 110.
Dreves, Drewes, Eva, W., E. 8; W., M. 303; A. G., M. *25.
Driberch, Ni., W., N. 135; x., N. 135; W., E. 3.
Dryfoet, Mar., H., N. 28.
v. Dülmen, Nic., H., N. 165.
Duncker, Jü. Chr., M., 123 a.
Dürjar, (H.) Aug., N. *17, W., N. 147; Hi., N. 147; Jo., N. 127; Jo., d. j., M., N. 240; Ag., M. 360; W., M. 360.
Duve, H. Ertman, M. 34, M. 352.

E., A. E. (Elmhof, An. Ka.), M. 105.
Eddeler, Kl., N. *4.
Eddeling, El., M. *23.
Eggebrecht, H. Brandan, W., M. *9, E. 7; Dan., M. 199a; Ni., M. *3.
Eggeler, Pa., M., M. 51, W., M. 196.
v. Eixen, v. Eecksen, v. Exen, v. Ecksen, x., W., N. 155; Pe., N. 155: N. 168: Pe., W., M., N. 55; El., N. 55: Ha., W., J. 72; W., N. *10.
Ellerhus, C. H., M. 247.
Elmhof, Elmhoff, Berent, M. 233, N. 158, J. 44; Evert, M. 233, J. 44; Eberhardt, N. 41, N. 47;

H. Hi., N. 125; An. Ka., M. 105, W., M. *37: Evert, N. 256; Mrg., W., J. 26.
v. Elpen, Kas., M. *56.
Elscher, Hi. Gabriel, M. *46.
Engelbrecht, D. G., J. 174.
Ehrhart, Ka. El., J. 248.
Ernsth, H. Ja., J. 106.
Erp, Ha., J. 268.
Essche, Eske, Hi., H., J. 33 a: H. Ni., D. 18.

v. Esdinge, Th., J. 171.
Everdes, Ja., N. 192.
Evers, Ävers, Dan. Hi., N. 123; Dav., M. 71; Ursel, N. 132: Mrg., N. 183.
Everssen, G. B., J. 23.
Evert, Jo. Max., J. 121.
Exen, s. Eixen.

F., s. B.

G., M., M. 101.
v. Gadenborf, W., E. 3.
Gamelien, Leonhart, M. 126.
Gammelkarn, Gammelkern, Ja., J. 69 x., J. 69: Pe., J. 30, J. 69.
Ghanskowe, H. Hi., J. 196.
Garnaze, Ha., M., N. 165; El., N. 165.
Gastenbüttel, Jac., J. 72.
Gaulitz, Jo. Mar., J. 285.
Geismer, Ka. Eva Rosina, M. 361.
v. Genzkow, W., E. 3.
Gerdes, Hen. Chr., M. 2, J. 5; Jac., M. 75; M. Jo., J. 31; Grt., N. 178.
Gerds, Kl., N. 192 a.
Gerken, Gercken, Ja., N. 162: El., M. *71.
Gerleve, Ja., N. 121.
Gesen (Gesenius), An., W., M. 37; W., M., 356; W., M. 357.
Ghilow, Hi., H., J. *1.
Ghise, And., J. *6.
Giesenhagen, P. H., M. 193.
Gistman, Jac., G. 1.
Glim, Kl., N. 133.
Göge, Kl., M. 298, W., J. 295.
Godeman, Sivert, M., N. *2.
Gogh, Archibald, W., Z. 11.
Ghöghelowe, Ni., G. 1; El., G. 1.
Gojer, Goyer, Chn., J. 210: Jo., M. 207, M. *60.
Goldenboch, Ha., M. *47.
Goltberg, Goldberch, Goltbarch, H. Dan., W., M. 14: Hi., H., J. l: Jas., N. 214.
Goldtstede, Goltstede, Ha., M. 208: Hi., d. ä., M., J. 58; Ja., N. 105.
Görges, Jac., J. 84, M., J. 137.
Ghosedorp, Jo. H., J. 5.
Ghosen, Otto, N. 123; Ge., N. 123.
Gosman, Kuneke, N. 21.
Goyer, y. Gojer.

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Grabin, Grabinn, Ja.. M., J. 162; Ja., M., J. 263: C. J., M. *30, J. 162.
Gradener, Jo., M. 302.
Gramecou, Jo., M., J.2; Do., J.2.
Gramm, J. M., M. 204, M. 306, J. 171.
Grantzin, Wo., D. 11.
Grapenitz Eva, W., M. 249.
Grawe, H. Ni, W., N. 170.
Grell, H. He., M. 70; Ag, M.199; Engel, W., M. 14.
Greve, Ja., J. 140; Kl., M. 200; An., M. 200.
Grymme. Hi., H., N. *22.
Griefe, Pe., M. 144.
Groman, Jo., M., D. 9.
Grönewald, Grönewolt, Bartelt, M. *61: Kl., J. 291.
Gröningk, Gröninck. Chr., J. *2; (H.) Chr., W., J. 28, J. *2: J.177.
Gronow, Dav., M. 153; Jac., W., M. 153; Jac., M. 154, W., N. 177; Kl., N. 150; Ag., W., M. 237; W., M. 239.
Grote, Hein, J. 72, J. 111; Gr., N. 65.
Grotecord, Grotecurd, H. Mt., J. 114; Ge., J. 114; Til., J. 114: El., J. 289.
Grotjohan, An., M. 370.
Groveman, Ha., J. 201.
Grütman, Grützman, Melcher, J. *3: Melcher, J. 83, J. *3.
Guldenbeudel, Me., M. *45.
v. Gülick, v. Gülicke, Pe., J. 30, J. 73.
Gundelach, An. Cristina, J. 91.
Günter, Kl., J. 66.
Gusmer, Jo., M. *29.

Habermel, Hi., M. *47.
Haghemester, Albert, N. 130.
Hagen,Mi., J. 127; An, J 127.
Haak, Ja. Pa., N 41, N. 47.
Hacker, Ja., N.192; Ja. d. ä., J.152.
Haecks Stephan, W., N. 100; Grt., N. 100.
v. Halberstadt, W., M. 93.
Hane, Hahne, Hahn, Kl., J. 189: Otto, W., M. 95; Bi., W., M. *15; Ma., M. *62: Jl., W., M. 95: M. Jo. Gottlieb, J. 11; Kl., M,, N. 121, N. 194; W., E. Z.
Haneman, Hanneman, Ka., J. 78; Hi., M.*12: N. 130.. J. 43; Mq., J. 43, J. 78.
Hanke, Hancke, Pe., M. 132; Ag., M. 121: Mi., N. 242; Mi., J. 246; Mrg., J. 246.
Hanstert ? , Ko., M. *65; Me., M. *65.
Harder, Dav., M., M. 100, M., N. 207, J. 75; H. Ja., N. 142, N. *3; Pe., M., M. 284; Pe., W., M. *13; Ma., W., M. 30.
v. Haren, H. Hi., M. *6.
v. d. Hardt, He., W., M. 30, Mrg. W., M. 227.
Hartig, C. H., N. 135.
Hase, Haase, Ernst. N. *9; Ha. Jü., J. 255; Jac., J. *21; El. Elsabe, J. 255: Dietloff. J. 111; Ernst, J. 269, J. 270; J. G., N. 14, N. 173; M. C., N. 14.
Hate, He., N. 60.
v. Have, H. Frz., W., N. 177; H. He., N. 154; H. Ulrich, N. 177; Ka., N. 177; Ka., W., M., D. 10; vgl. v. Hove.
Haveck, Ha., N. 160; Gr., N. 160.
Haveratze, Kl., N. 110, N. 183.
Heydeman, Heidtman, Dan., J. 106: An., J. 197.
v. Heye ? , Danquard, J. 67.
Heine, Heyne, Hein, Heynn, Ha , M., J. 79, M., J. 280; Ja., N. 111; Mt, Z. 1; An, J. 79: Kl., Z. 2: Dan., M. 101; Hi., M., J. 268; Kl.. J. 79; Ka., W., M. *8, E. 6; Ka., Z. 1: And., M. 317.
Heyneke, H. Ja., J. 123; Jo., J.123.
Heins, Heyns, Jo. Mi., M. 127, J. 69; An. Mrg., N. 123, N. 168: J. 201.
Heitman, s. Heideman.
Helmes, Ha., D. 3.
v. Helpte, W., E. 3.
Henckelman, Dav. Magnus, M. 362.
Henninges, Dav., N. 170; Jü., N. 128; El., N. 132.
Herlich, Mi., M. *55.
Hermans, Pe., M. 260.
Herzberg, Hertzberg, (H.) Dan., J. 143, J. 35; Otto, M. 18, M. 51: Ant., M. 219, M., N. 24; D. G., M. *1; M. Ja., M. 18; Mar.,

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M. 119, W., M. 123a, J. 20; An. Mgd., M. 2; W., M. 357.

Hertzer, D. G., M. 131.
Hesse, Aug. Dan., M. 56.
Hilbergk, Rosier, M. *49.
Hilbrand, Hildebrant, Ja., M. 282: Ko., H., J. 203.
Hinricksen, Hinrichsen, Ha. Ulbrich, M. 282: Hi., J. 275.
Hintze, Hintz, Ag. J. 195; Ag., J. 236; Ma, M. 188; Sophia, M. 226: Hi., M. *10; Ja., N. 2, N. 175.
Höfer, Aug., M. M. *53.
Hofmester, H. Ja., M. 232.
Hoghehus, Ni., H., J. 192.
Hogewentorp, W., M. 42.
Holdorp, Bernd, W., N. 10; An., W., N. 10.
Holste, Holst, Chr., N. *24; Ha., M. 352; Hi., M., M. 352; Kl., M. 295; (H.) Ni., W., N. 224, J. 252, W., J. 248; Pa., G. 5; Ma. El., M. 317; x., N. *24: H. Ha., M. *16.
v. Honstein, Rudolf, W., D. 9.
Höpke, Ka, M. *53.
Hoppenacke, Hoppenack, H. Ha., N. 181 (sein ! M., N. 65, N. 77); Hi., N. 65: (H.) Branth J. 134, M. 287, Z. 4; H. Jo, M. 287.
Höppener, Höppenner, Hi., M., J. 206; Pe., H., M. 144: Dan., J. 238.
Hoppenrod, Engelbert, H., J. 14.
Hopstock, Sophia, M. 209.
Hörman, Mt., J. *9.
Horneman, Hornemann, Ja., N. 167: Carl Hi., M. 356, M. 357.
v. Hove, Mq., W., N. 134; vgl. v. Have.
Howentorp, s. Hogewentorp.
Hülle, Max., J. 206.
Humke, Erich, M. 196; Ka., M. 239.
Hünemörder, Samuel, N. 254.

Yzerberner, Ha., G. 4.

Jahn, Ha., M. 284.
Jarchow, H. Jo., M. 367.
Jarmer, Jü., N. 158.
Jarmes, Pa, M. 293.
Jastram, J. H., J. 114.
Johanson, Chr., M. 101.
Jordan, Pe., M., J. 151; Reinholt v., W., E. 14.
Jörcke, Jorck, Ja., M. 66; H. Jo., M. 45, M, M. 65, M. *18, J. 42; H. Jo., M. 66, N. 126, N. 127, N. 236; Emerentia, M. 45. M. 327; Ka., W., M. 48: Mt., N. 236, J. 42.
Judelius, Elias, W., M. 90.
Jule, Juhle (Juhl), H. Gregor, M. 26; Jü., M. 99; An., M. *71, W., E. 4; Ka., M. 140 a: Jü., N. 71, N. 107.
Junge, Ja., J. 290.
Jungklaus, Ja., J. 131.
Jungman, Ja., J. 259.

K., C. (Kleine, Cyriacus), M., N. 13.
Kaghe, x., J. 78.
Kägbeen, Dan., J. 157a.
Kahl, Ha. J. *19; Ja., M. 370.
Kalhost, Ha., Z. 6.
Kampe, Kamp, Berendt. J. 59: Berent, M., J. 267; Ha. Jü., N. 232.
Kancker, L. H., J. 274.
Kanngißer, Chn. Fr., J. 129.
Kaphingst, As., J. 42.
Cappel, Capell, Hi., J. 315: Jl., M. 68.
Karow, H. Ni., E. 2; Pe., J. 111.
Cato, Baltzer Ja., J. 89.
Katzow, H. Hi., W., M. 240.
Keidel, Fr. Aug., M. 234.
Kelreknech[t], Gotfrid, J. 192.
Kerckdorp, Kerckdorf, Mi, E. 2; Ka., E. 2: Mi., M. 30 a.
Kersse, Plönnies, M. 154.
Kerstens, Hi, N. *3.
Ketel, Jo., H., W., N. 2.
Kielmann, J. A., M. 208.
Kindler. M. Jo, M. 293; Jo. Ja. M. 352.
Kirchhof, W, M. 14.
Kirchmann, Jo. Hi., M. *43.
Kladouw, Cladow, Kladow, Ehert, M. 39; Ge., M. 39: Hi., W., M *10; x., M. *10: Ha., M. 62, M. 123a, J. 58, J. 78, J. 121; Mt., M., N. 18, M., N. 153, W., N. 169.
Clandrian, Do., W, M. *9, E. 7.
Kladt, Elias Hi., M. 41.
Kleine, Cyriacus, M., N. 31.
Kletsinck, Ha., N. 60.
Klinggenbarg, Ha., J. 144.
Clindt, Klinth, Clinth, H. M. Dav., N. 6; Kl. M. *54: Ja., M. *48: An. Ma., M. *54, N. 13 A.

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Klodt, Kloht, As., M., M. 147: C. J., M. 196.
Klünder, An., J., 316.
Klüssendorp, Ha., M. *20; An., M. *20.
Knast, Jo., M. 10.
Knoke, Hi., N. 14.
Knop, Frz. Di., N. 178.
Knörke, H. Laurenz, W., N. 132.
Knust, Titke, N. 182.
Kobau, Jo., M. 302.
Koch, Artzibald, Z. 11; Mgd., N. 180.
Cochius, Ja. Chn., M. *70.
Kok, Kock, Jo, M., M. 347: H. Hi., W., N. 188; Hi., M. 140; H. Mt., W., N. 139; Pe., J. 111; An. W., J. 248; Wendel (Kakes), Z. 6.
Koker, Koeker, Ja., N. 206, M., N. 213, J. 38: M. 159; Jo., N. 206; Ka., N. 206; Mrg., N. 206.
Kohlhas, Pe., M. 141.
Kölpin, Mar., H., J. 129; vgl. Külpin.
Koltze, Jac., J. 44.
Komeyer, J. P., N. 139.
Komte ? , Ha., J. 84.
Köhn, Jo., N. 203.
Köneke, Konnike, Ha, M. 187, N. 183, N. 185: Jl., M. 187.
König, Dav. Rudolff, M. *28; Salomon, N. 95, N. 152.
Kop, Ja., N. 47.
Köper, Jü., M., N. 182.
Köptcke, Ja., N. 124.
Kopman, Kl., N. *5; Mi., H., N. *5.
Köppe, Adam, M. 241; Ja., M. 263; H. Jo., M. 43, M. 212; Pe., W., M. 237; Mrg., M. 263.
Körneke, Hi., N. 49; Jo., N. 49; Cristina, N. 49.
Corvinus, M. And., M. 9.
Köselow, He., M. 258; Wo., M. 258.
Cosveld, Jo., N. 207; Hebele, N. 207; Til., N. 207.
Köster, Jo., N. 203; Mrg., J. 206.
Coht, Kothe, Cohte, Cote, Cotenius, Cothenius, Ja., M. 109; Kl., M. 99: Gabinus, M., M. 223: Ma., M. *31: Do,, N. 173: M. Chn., M. 10: N. 203.
Krage, Jü., M. 162.
Kramer, Mi., N. 93, N. 111, J 172.
Kremer, Krämer, Mar., M., D. 8: And., M. 307.
Kraen, H. Mar., J. 72; Do., J. 72.
v. Crassowe, Ertman, N. *13.
Krille, Otte, J. 83.
Criwetze, Crivitz Ni., W., N. 24: Hi., J. 225.
Kröchel, Ka., N. 55.
v. Kröcher, W., E. 3.
Kröger, Krögher, Krüger, Frz., M. 299, N. 10, N. 196, N. 208, D. 10; (H.) Jo., M., N. 107, N. 180, W., M. 281; (H.) M. Jo., N. 196, N. 231; Kl., N. 154; Kl., J. 235; Kl., G. 9; Mt., J. 260; Tewes, N. 153; x., N. 93; An., N. 180; Do., N. 16; Do., N. 153; Ert., W., J. 27; Ka., N. 93; Lucia, J. 260; Mrg., J. 260; Orsula, N. 196; Ussel, M. 201: x., N. 93: An. Do., J. 24; W., M. 140a.
Krohlow, H. Ja., W., M. *23.
Krohn, Ha. Ja., J. 144.
Cröpelin, Kröppelin, H. He., W., N. 61; H. He., M. 322; H. He., M. 322; Hi, N. 61; H. Jo., M. 322; Jo., M. 322; W., M. 302, N. 241: Ha., M. 119.
Kros, Mt. Chr., J. 248.
Krowel, Ni., H., N. *22.
Crudopius, Dav., M. 172; M. Jo., N. 13A, N. 129, N. 172; M. Mar., N. 173; Samuel, N. 172.
Krull, Mrg., W., M. *13.
Cruse, Kruße, Kruse, Cruze, Crutze, He., J. 11; Christina, J. 11; (H.) Reimer, M. 62, M. 123 a, J. 78, J. 58: J. 121; Engel, G. 7: Ko., H., N. *19: He., M., N. *19.
Kühl, Aug. Fr., M. 187.
Kulman, Kuhlman, Kl., M. *18: H. Jo. M. *18.
Cülpin, He., M., M. 292, Mrg., M. 292; vgl. Kölpin.
Curdes, Ko., J. 289; .Ko., H., J. 289.
Kurz, Ka. M. 251.

L., J. (Lehman, Joachim), N. 226.
L . . ., Jo, J. 72; Ge, J. 72.
Ladewig, Mi., J. 224.
Lange, Langhe, Hi., J. 290; Jac., N. 154, N. 257; Jü., N. *24; Kl., N. *24; ; M. Mar., J. 70; Tewes, J. 291; Th., M., N. 154: M. Jo., J. 5; Abele, J. 5.

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Langejohann, W., N. 21.
Lannghinrichs, Pe., M. 150.
Lanß, An. Ma., J. 41.
Lappe, Jo., J. 291.
Lasche, Hi., M., M. 184; Do., M. 184.
Latendorff, Jo. Hi., M. 326.
v. Leyden, H. Reinold, W., N. *29.
Lelades, Bi., N. 13 a.
Lehman, (H.) Ja., M. 105, N. 226, W., N. 145; An. Ma., M. 99.
Lembke, Lemcke, Lembcke, Gabriel, M. 288, N. 13 a; Ja., N. 13 a; (H.) Gabriel, M. 235, J. 13, J. 236: M. 149; Ja., M. 103: H. Gabriel Ja., W., M. 20, M. 98; Gabriel Chr. M. 20.
Lentz, Jo. Wilhelm, J. 140.
Lerch, J. L., M. 319.
Lesche, Leesche, And., J. 182; Dan., M. 307; Dan., M., Z. 10; Hi., M. 263; Hi., J. 203; Kl., M., M. 153, Z. 10: Ja., J. *17.
Leusmann, Jo. Ja., M. 185.
Levetzow, Lewessow, H. Volmer, W., M. 219: Jas., M., N. 121.
Lienau, Frz. Ko., M. 184.
Lintholt. Kl., N. 103, W., N. 124.
Lisner, Jl. Mgd., J. 253.
Lölcke, And., ,J. 205.
Löper, Hi., N. 172.
Loste, Bartold, M. 240; Di., N. 214; Gerhard, M., N. 13; Ha., N. 173; Pe., H., N. 135; An., W., M. 240; Jl., N. 214; Mrg., N. 13; W, M. 233.
Lowe, M. And., M. 121.
Lauwe, Dan., M. 284; Chr., M. 284.
Lübke, Lübcke, He., J. 225; Hi., M. *50: J. 156; Ka., N. 158.
Lüder, And., M. 4; H. Laurens, N. 65, W., N. 224.
Lüders, Mar., N. 130; Do., W., N. 169.
v. d. Lw, Lühe, Otto, W., M. 306: Hi., W., N. *11; Otho, E. 19; W, M. *5.
Lüskow, Mar. M., N. 98; An., N. 98.
Lüttehenneke, H. Hi., N. 181.
v. Lützow, W., M. *15, E. 3.

M., B. B., M. 287.
Magerfleisch, Jo., M., N. 40, Kl., J. 200.
Make, Macke, Dan. W., M. 48; Mrg., J. 284: El., W., M. *23.
Malchou, Pe., J. 397; W., N. 16, N. 132, N. 138.
Mählich, Chn., J. 192.
Maler, Lafrens, W., N. 246; An., M., N. 246.
Manderowe, .H. Ko., J. *7; Laurenz, H., J. *7.
Mane, Brinker, W., N. 107; Mq., M., N. 107; Til., N. 107.
Mancke, Ma. El., M. 173.
Marbach, Bernhard, M. 107; An., M. 107.
Marckwort, Chn., J. 125.
Marlow, Ludolf, H., M. 64.
Marsman, Jü., J. 38.
Martens s. Mertens.
Martz, Ja. Hi., J. 165.
Maes, Mass, Chr., J. 71; Frz., d. j., W., M. 141; Ha., W., M. 80; Jü., M. 240, W., M. 249; Pe., M., J. 174; Engel, M. 240; Sophia El., M. 199: Do., J. 318.
Maseny, Mt., M. 145.
Matzon, Joran, N. 146.
Mau, Mauw, And., J. 227; Ja. Jo., J. 40: Ja. J. 311a.
Meier, Meyer, Meiger, And., W., M. 360; Ha. M. 149; Otto, M. 298; An., W., J. 295; Chn., J. 185; Pa., J. 67: .Hi., N. 196; An., M., D. 8.
Meineke, Meinike, Meinke, Meincke, Adam, W., M. 128; Asver, M., M. 51; Dav., M. *38: Jonas, N. 196: Ag., J. 314; An. Ka., J. 140: Aschweries, M. 128; Ehrich, J. 300; Ja., J. 318; Ka., M. 51.
Mehler, Jü., J. *10; Kl., J. 234.
Mende, Israel, M. 258.
Menger, Pe., M. 141, M. 267.
Menze, Menz, Mentz, Mendzt, Hi., M. 338: Hi. Gottfr., 239: Mar., M., M. 106, M. 134: Melcher Osewaldt, M. *26.
Mentzel, Clara Mrg., W., J. *5.
Mertens, Martens. Jo., H., N. 192; Ja, J. 299; Jü., J. 147.
Meusling, Chr., N. 152.
Mevius, Dav., W., E. 9; Fr., E. 9; Th., E. 9.

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Michaelis, Jac., N. 181.
Middendorp, W., J. 7.
Mokeviz, Jo., H., M. 230.
Molde, Ma., M. 258.
v. d. Mölen, Ni., N. 59.
Möller, Molre, Ha,, J. 260; Hi., M. 112; Hi., J. 260; Mar., M., N. 105; Mt. Chn., M. *29: Jo., H., J. 121; vgl. Müller.
v. Mölne, Gotfr., H., J. 397; H. Ludolf, W., M. 39; Ludolf, W., N. 150; Christina ? M. 39; Me., M. 39, W., M. 64.
Moldt Dan., J. 33.
Mölte, Möltte, Kl., N. 214: Ka., J. *10.
Molte (Moltke), Karin, E. 3; Jl., W., M. 93; Ka., E. 3; W., E. 3.
Mörder, Mrg., W., J. 8.
Mugesvelt, Mq., N. 45.
Mule, Muhl, Mrg., J. 13a: Jü., J. 124, J. 144.
Müller, Jo. Chn., J. 238; Jo. Chr., W., M. *73.
Myllhausen, s. Müllner.
Müllner, Gg. v. Myllhausen, E. 12.
Mum, Mumm, Hi., M. 222: M. 295.
Mume ? , Hi., N. 180.
Mündel, Frz., J. 102; An, El., J. 59.
Munt. Di., H., N. 118 ; Lucia, N. 118.
Musell, Di., H., N. 160.

Nedder, Jü., J. 118.
Neckel, Jo., M. 62.
Nemeitz, Chr., M. 210.
Netke, Bertholom., N. 188.
Niebur, Niebuhr, Nibur, Ja., J. 260: An. Ka., M. 275: Mrg., M. 233; W., M. 43, N. 177.
Nickels, Jü., J. *2.
Nienkirch, Mi., N. 243.
Niering, Baltzer, J. 259.
Niese, Ja., J. 252, M., S. 314.
Nieman, Nyeman, Nigeman, Jo., N. 47; Me., N. 47: Hi., G. 3: Radolf, W., N. 47.
Noyte, Degenard, N. *7; Me., N. *7.
Norte, Do., M. 199 a.
Nortmeyger, H. Ni., W., J. 15.
Nüsch, Chn., N. 217.

O. B., J. (Oldenborg, Joachim), J.19.
Odewan, Odewahn, H. Daniel, N. 54; Hi., J. 248, M., J. 252: Ja. J. 172; Kl., J. 264.
Offerman, Opferman, Ha., M., M. *44: Jo., M. *51.
Oldenborch, Oldenborg, Oldenburg, Ha., M, J. 10, M., J. 19: Ja, M., J. 10, J. 19: Benedict, M. 199; Jo., W., M. 247, M. *20, J. 10.
Oldendorp, Adam, M. 355, J. *18; Hi., W., J. 134; Jü., d. ä., M, N. 110; Ge., J. 134.
Oldezelle, H., Ludolf, J. 13 a.
Olofson, Pe., J. 246.
Opferman, s. Offerman.
v. d. Often, Julius, M. 223.
Osterstock, Ja., M., N. 192; Ko., M. 143.
Otto, M. Chn. Beniamin, E. 13.

Padderow, Padderauw, Ha., M. 234: Kl., M., M. 85, M. 168.
v. Palthen, Jo. Frz., E. 18; Samuel, W., E. 18; W., J. *14.
v. Parcham, Parchem, Parchym, Ni., N. 13A (Jahrbuch LV, S. 260): Danquart, M., M. 154; x., M. 154: Hi., M. 140.
Paris, Chn., M. *26 ; A. M., J. *26; Mrg. El., M. 362.
v. Parkentin, s. v. Perkentin.
Parlach, Jo. Chn., J. 179.
Parpardes, Ludolf, H., M. *3

Paschen, Ja., N.181; Lancel. v., M. *16.
Pascovius, Fr., W., M. 11.
Pauli, Pauls, And., M. 72; H. Gabriel, M. *35; Ja. Fr., J. 157; M. Jo., H., N. 8: An. Ma. N. 8.
Pavel, El., W., M. *36.
v. Peccatel, Kl., W., E. 3.
Pede, Greger. J. *18; An., J. 290.
Pegel, Peghel, H. Di., M. *31; He., J. *8; An., M. *31: H. Bernard, W., D. 1; He., H., J. 44; Ko., D. 17; Ge., D. 1; Gr., D. 1; W., M. 233.
Peitzner, Beitzner, Mar. He., M. 306: J. 171.
Pel, Peel, Bernard, D. 1: Jo., W ? ., N. 214.
Peman, Jo. Ant., M. *50; Mrg., M. 100; vgl. Beman.
v. Pentze, Hen., H., W., D. 6.

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Pentzien, Ja, M. 360.
v. Perkentin, Lucretia. W., N. *11; W., M. *15.
Persevale, M. Gotfr., H., W., D. 5.
Peters, Petry, Peterss, Fr., J. 21; Ha., J. 15 ; He, M. 140a, J. 80; Ja, d. ä., J. 15, M, J. 126, J. 198; Ja., M. 188, Ja., d. j., W., M. 246; Jo, J. 195; Jo., M. 100, M. 188; Jü., J. 288; Jü., M. 160; Pe, J. 15; An., M. 145; Ka., N. 13B; Ma., W., M. 12; Mrg. Do., J. 207; Mrg. El., J. 269, J. 270; (H.) Harding, M. 287, J. 134: J. 80: Fr., N. 112, M., N. 118, W., M. 228.
Petersen, Ambrosius, W., M. 253.
Petershagen, Kl., N. *14; Ka., N. *14.
Petze, Valentin, M. 123a; El., M. 123a.
Pfeil, Regina, W., M. 11.
Pfunbt, s. Pundt.
Pingel, Mi., M. 355; Ag., M. 222, M. 295; Ka., W., M. *63.
Pierstorp, =storf, Dan., J. 268: J. *1.
Piest, Jo., M. 223, M. 225.
Pladecius, M. Hi., M. 300.
Plageman, Hi, M. 180.
Planke, Kl., J. 192.
v. Plesse, Ko., W., E. 3; Ingheborch, W., J. 17; W., M. 93.
Pluchrat, Liborius, M. 128.
v. Pogwisch, W., E. 3.
Pohlman, Ja., J. *15.
Pralav, Hi., N. 110.
Pranghe, Jo., M., M. 240.
Pranc, Ha. Albrecht, M. 62.
Pren, An., N. 93, N. 111; Ka. .W., M. 97.
v. Pressentin, Ha., W., M, 126.
Preetzmann, Fr., M. 279.
Prime (Preim), Engelbr., M., N. *15.
Pristaf, Ja., J. 203.
Protze, Jo., M, S. 235; Jo., J. 235; Mar., H., J. 235; Do, J. 235; Til., J. 235; Wendele, J. 235.
Prüese, Mar., N. 243; Ka., N. 243.
Pundt, Pfundt, Hi., M. 234; Mrg., Z. 10: Ja. Fr., M. 123, J. 20, J. 221.
v. Quitzow, W., E. 3.

R., E. (Rathle, El.), J. 23.
Rabandel, Ja., M. 250.
Raben, W., D. 13.
Rachel, Ni., M. 253, M. *42.
Rademann, Elenora, M. 326.
Rampe, He., D. 15; Hi., D. 11; H. Jo., W:, D. 11, D. 15; Jo., D. 15; Odbert, W., D. 15 ; Al., D. 15; Grt.. D. 15.
v. Rampen, Jo., M. 109.
Rampow, Jac., M., N. 178.
Ranitz, El., M. *35.
Ranße. Rantz, Berent, M. 336: Ja., J. 192; Agatha, N. 199; An., J. 192.
Rav, Jo., M. 273; vgl. Row.
Rateke, Rahteke, Ratke, Rhatke, Rahtke, Jo.. W, J. 29, J. *22; El., W., J. 23: Ja. Classon, J. 91: An. Ka, J. 91: Ja, M., M. 261: H. Ja., M. 350, J. 51; Kl., M. 261; Ka., W., M. *2; W., M. 239.
Rahte, Mrg., J. 293.
Ratzeborch, Ludolf, M., N. 150.
Raven, Ha., M., N. 217.
Reimarus, M. 369.
Reimers, Ha,, M. *61; Ha., J. 30, J. 33 a, J. 39, M. ? , J: 73; .Ha., M., J. 268; Hi., W., M. *2; W., J. *26, M. 275 ? .
Reimes, Ja., C. 3.
Reineke, An., N. 136.
Reyners, Ni., D. 19; Ka., D. 19.
Rehm, Hi., M. 275; Lenert, N. 150; Mrg., M. 362; An. Mrg., M. 280, M. 281.
Renesche, An., N. 18.
Reppenhagen, Ja., M. 199; H. Pe., W., M. 199.
Resech, Kl., N. 232.
v. Restorf, W., J. 29, E. 3.
Retmeier, Ko., M. 123a.
Reusner, Dan., M. 193, M. 332; M. Gabriel, M. *57.
Rybbe, Tydeman, N. 206.
Rieben, W., E. 3.
Ribow, H. Hieronymus, M. *71, W., E. 4; Ka., W., M. *72.
Riccius, Ko., W., M. 37.
Richter, Th., J. 311a.
Rieder, Jo., N. 40.
Rike, Ryke, Jü., J. 284; Kl., J. 80; Kl., J. 284. Kl., J. 284; Ni., J.

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284; Ka., J. 284: Kl., J. 284; Ta., J. 284.
Riekenbarch, Kas., M., J. 259.
Rickmann, An, M. 107.
v. d. Ryne, M. Hi., M. *12.
Ringwicht, Ant. Jac., J. 42.
Rinck, Fr. od. Di. ? , J. 108.
Rittner, W. F., J. 213.
Ro . . . ., Jac, M. 180.
Robelman, An., J. 290.
Roberstorp, Jo., N. 93; Mq., N. 169; H. Vi., W., N. 169; Ymmeke, N. 169.
Rode, Rhode, Bernard, H., D. 4; Chn., N. 93; Carsten, M. 226, M. 240; Ha., M. 203, J. 157a; Ha., M., M. 364; Hen., N. 115; Marcus, M. 364; An. Christina, M. *28; Mrg., N. 115: An., M. 241; W., J. 7.
Röding, Jo., M. 71, J. 103.
Rödinghufen ? , Gerwen, N. 232.
Rogman, And., M., J. 134; Ja., M., J. 120; Ja., J. 284.
Rohland, Rohlandt, Jo. Fr., N. 11: Fr., N. 199.
Röle, Ha., M., J. 65.
Röleke, Stens, M. 230.
Rolichius, Barward, W., M. 175.
Rollin, Chr., M., J. 70.
Römer, Gg. Chn., M. 198.
Röninghufen (Rödinghufen ? ), Gerwen, N. 232.
Rönckendorf, Kl., N. 152.
Rönnfeldt. J. C., M. *41.
Röring, Jo. Chr., J. 311.
Rose, Jü., M. *38.
Röseler, Jl., M. 350, J. 51.
Rosenhart ? , Ma. He . ., W., M. *73.
Rosenow, Ha., d. ä., M. 154.
Röttger, Hi., J. 17.
Rodtman, Rottman, Oloff, M. 280, M., M. 281: Christina Do., M. 109.
Row, Dan., M. 136; vgl. Rav.
Rückdeschel, Ni., J. *3.
Rücken, Lorenz, M. 121.
Ruge, Rughe, Ha., J. 264; H. Jeronimus, N. 180; Engel, N. 180: H. Jo., M., M. 281, N. 2, M., N. 107; W., N. 11.
Runge, Runghe, As., M. *18; Chn., J. 43; Gottfr., J. 201; Philip, J. 201: Mt., H., N. 3.
Rusbult, Ag., J. 43.
Rüter, Ka., J. 131.

S., H. (Schabbel, Ha. od. Hi. ? ), M., N. 49.
S., H. B., (Sanbow, .H. Bartolt ? ), M., J. 263.
v. S., J. P. (v. Soldat, Jac., Pirkas), J. 47.
S . . . . ., Di., H., M. 9.
Sabbel, He., W., E. 16.
Sadenbeke, Ko., H., J. 138.
Sägebahn, s. Segbahn.
Sager, H. Din., M. 43.
Samekow, Chr., M., N. 142.
Sander, Ja., M., J. *2.
Sandmann, C., M. 297.
Sandow, H. Bartold, M. 141, M., J. 263 ? ; H. Dav., N. 147, N. *17.
Sasse, Detmer, J. 41, J. 65; Gabriel, J. 42; Ja., N. 134; Pe., M., N. 133; H. Vi., N. 133; Ka., J. 65.
Satenbeke, Ko., H., J. 138.
Satow, J. M., J. 154.
Sch . . . ., Laurenz, M., N. 174.
Schabbel, Schabbelius, Scabbelius, Scabbelt, Ha. od. Hi. ? , M., N. 49; Hi., N. 13a: H. Hendericus, W., N. *20, W., E. 11: M. ! , M. 152, W., M. 254; H. Hi., N. 60: Ha., M. 254.
Schacht, Schachtt, Kl., M., J. 13a. Ha., M. *28; An. Christina, M. *28.
Schade, Ja., M. *4; Jo. Ja., J. 266.
Schäffer, Hi.. M. 186.
Schal, Mi., M., J. 138.
Schamroth, Jo. Philip, M. 215.
Scheffel s. Schepel.
Schel, Schele, El., J. 157; Mrg., J. 273: Barbara, W., M. 29; Mrg., M. 75.
Schepel, Scheffel, Adam, W., M. 227; Hi., N. 114, N. 167; Hi., J. 293; Jo., J. 213; H. Mar., J. 129; Mar., J. 197; El., W., J. 29: Ant., W., M. 29; Jü. Ja., N. 13B; Kl., J. 399; Mt., N. 13A; Ka.

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Emerentzia, J. 196; W., J. 29, J. 289.
v. Schlaff, Gerhard, M. 47; H. Carl Dan., M. 16, Lucretia, W., M. 171.
Schlieman, Ha., W., J. 26, J. 60.
Schlüsselburg, M. Ko., M. 3; Do., M. 3; Ma., M. 3.
Schlüter, Jo. Ja., M. 84.
Schmidt, s. Smit.
v. Schmitt, Reinholdt, W., 3. *5.
Schnur v. Gandersem, Schnor, Schnohr, Zacharias, W., M., J. *11: Zacharias, W., M. 303: He. ? , W. E. 8

Schomaker, Schumacher, Ha., J. 192: Ja., M., N. 126; H. Jo., N. *23; Jl., M. 176.
Schoman, Ja., M. *72; Jac., J. 35.
Schönbeck, Mi., J. 138 a.
v. Schöneich, Balthasar, W., M. *64.
Schönevelt, Schönefeldt, Schönfeldt, Lambert, W., D. 14: Jü., J. 115: M, N. 121, N. *18; Jo. Hi., N. 220.
Schöps, Chn., M. 229.
Schöffe, Jas., W., M. 95; An., W., M. *15.
Schreder, Chn., J. 127a.
Scroder, Schröder, Pa., N. 160, N. 191: And., J. *16; C. A., M. 98; M. Di., M. 40; Gottfr., J. 207; Jac., J. 38; Jo. J. 299; Jo. Ja., J. 183; Jü., J. 265; Mt., M., N. 136, An. Ka., M. 232.
Schulte, Schult, Schultz, Baltzer, M., N. 113; Jü., M., M. 106: Chn., J. 50; Jü., d. ä., N. 147; An. Jl., J. 67: Jo. Detl., J. 119; Phil. Chr., M. 362; An. Reg., M. 369.
Schultesius, J. A., W., M. 199 a.
Schulz, s. Schulte.
Schumacher, s. Schomaker.
Schuman. s. Schoman.
Schüdt, Dav., M. *27.
Schüte, Ja., J. 17.
Schütte, Frz., N. 160, N. 233; Ha., J. 42; He., J. 58; Jo., H., J. 58; Gr., J. 58.
Schütz, Hi., J. 262.
Schwabe, Jac., M. 239.
Schwanenburg, s. Swanenborch.
Schwartz, Jo., M. 135; vgl. Swarte.
Schwartzkopf, s. Swartekop.
Schwasse, H. Adam, M. *51; vgj. Swasse.
v. d. Zee, Sehe, Seihe, Ko., N. 134; Tzye, N. 134: Ha., W., M. 244: Mrg., W., J. 47.

Segebabe, And., N. 203; Gerdth, M., M. *21; Paschen, N. 241; Pe., N. 241; H. Pe, W., Z. 9.
Segbahn, Sägebahn, Ja., Z. 8: Jl., J. 42.
Sehafen, Di., N. 160.
Seidenschnur, Jo. Fr., J. 137.
Selke, Ha., J. 72.
Scelter, H. Albert, N. 41.
Severin, Säverien, Ja., M., N. *1, W., J. 23; Jl., W., J. 28: Chn. Chr., J. 51.
Severt, s. Sivert.
Sewick, Ag., J. 72.
Siebrand, Ja. Hi., M. 248.
Sikke, Tobias, J. 165.
Siegmund, Chn. Hi., M. 201, J. 85.
Siverlingk, s. Süverling.
Sievers, Jo., M *22; Jü. Ja., M. 355.
Sivert, Syvert, Severt, Jü., N. 72: Kl., M. 51: M. *38.
Sile, Syle, Szile, Zile, Ko., N. 242: Mar., W., N. 242: Bi., M., N. 242: Ha., N. 232, N. 242.
Silebom, Silebohn, Sileban, D., M 231; J., M. 231; Mrg., W., M. 231: Dav., M. 170: Ka., J. 72, J. 111
Simson, Mrg., M. 200.
Sitman, Chn., M. 56.
Slee, Mrg., N. 45.
Slois, Pe., M., N. 191.
Slu, Ha., M., M. 150; Ka., M. 150.
Slüseweg, An., J. 102.
Smit, Smyt, Smidt, Schmidt, He., J. 79; Mar, M. 334; Pe., G. 10; Al., J. 79; El., W., M. 243; Lisebet, N. 99: H. Brandan, W., D. 12; Ag., D. 12: Ballser, M. 186: H. Brandan, M. 26. W., M. *7; Chn. Ehrhardt, J. 79; H. Ja.. M. 243; M. Ja.. M. 62, N. 45; Mt., J. 244; Ag., M. 299; El., N. 6; Ursula, M. 119.
Smoie, Smoige, Do., M. 299; Hi., W., M. 299: M., M. *19.
Sneermann, Ernst, M. 180.

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v. Soldat, Jac. Pirkas, W., J. 47.
Speck, Di., W., N. 112; Th., W., J.120; An., J. 120; El., N. 112; Ka., J. 120.
Sperling, Sperlingk, El., W., M. 95: Ko., W., E. 3; E., W., E. 3; W., J. 8.
Sparlinck, And., M., G. 3.
Spiegel, J. C., M. 263.
Spohn, Jo. Melcher, M. 228.
Sprengel, Ja. Hi., E. 17.
Sprenger, Sophia, M. 13, Jahrb. LVI, S. 122.
Spretwisk, Mt., N. 203.
v. Stade, Lüder, N. 203.
Stamer, Dethloff, M. 207; H. Jo., N. 18, N. 60, N. 136.
v. Stammer, Hi., M. *5.
Steffen, Jo., M. 305.
Steffens, Jac., J, 237.
Stein, s. Sten.
vom Stein, Gg., M. 56.
Steinbrink, s. Stenbrink.
Steinfeld, s. Stenfelt.
Steinfordt, As., M., M. 160

Steinhagen, s. Stenhagen.
Steislof, Zacharias M. 184.
Stelman, Stelleman, Jo., M. 119; El., M. 119, W., M. 123a, J. 20: Dan., M. 119.
Stelter, H. Albert, N. 41.
v. Stemmen, Lüder, M. *68.
Sten, Ja., N. 65.
v. d. Steenbrynke, Albert, H., M. *26.
Stenvelt, Detmar, M., N. 170; Hi., M., N. 4; Jo.. J. 141; Abele, N. 4; Al., N. 170.
Stenfort, s. Steinfordt.
Stenhaghen, Steinhagen, Hi., M. 355; El., M. 355; Jo. And., J. 317.
v. d. Sterne, H. Ghöbel, W., D. 7: Grt., W., D. 7.
Stibbou, Pe., M. 162.
Stieff, Ha. Wulf, M. 16 a.
Stiegmann, Mi., N. 214.
v. Stiten, H. He., W., M. 140; H. Jac., W., M. 45; Cecilia, W., N. 177; Til., M, 140; x., M. 140; W., M. 132, N. 178.
Stoffer, Kl., G. 2.
Stoislof, s. Steislof.
Stolp, Pe., N. 233; Gr. M. 233.
Stolterfot, Stolterfoht, Pe., d. ä., J. 273; Pe., J. 135.
v. Stralendorp, Stralendorf, Vi., D. 13: Chr., W., M. 93; Ja., W., J. 47; Ka., W., M. *64; W. E. 3.
Strasburg, M. Jo. Chn., M. *67.
Straus, Strauß, Th., M. 162, M. 364; Dan., M. 162: M. 364.
Strömekendorp, Jo., M. 16; Mar., M. 16; H. Pe., W, M. 16.
Strodt, Samuel Chr., M. 202.
Stüve, He., J. 31; Jo., H., N. 7; Emerentz, W., M. 39.
Suhr, Abel Mrg.. N. 41, N. 47.
Süverling, Siverlingk, El., J. 266; Ma., M. 215: Marcus, N. 206.
Swanenbeke, Gherd, J. 44.
Swanenborch, Th., W., M. 158.
Swarte, Jac., M., J. 123; Til., J. 123; vgl. Schwartz.
Swartekop, Swartecop, Zwartekop, Schwartekop, Schuartzkop, Schwartzkop, Swartkopf, Schwartzkopf, Schwartzkopff, Bertold, W., N. 384; H. Hi., J. 126; Jac., M. 100; H. Jü., W, M. 307, E. 10; Ka., W.. M. 262; Jas., M. *24: D. 7; x., N. 184; Jo., M., N. 184: W., J. *23; Hi., H.?, M. 307; H. Laurenz, M. 307; An., M. 307: Jl., W., J. 25: Jl., M. 100: J. 75; Jac, J. 74; Jo.. J. 40: H. Kas., M. *58: W., M. *52 ; Kas., N. 104, J. 123, J. 284; J. J., N. 64: Jo. Jac, d. ä., N. 12; Ant. Mt., J. 39, E. 10; Jac, M. 278; Kas. J. 39, J. 107; Mrg. Ma., N. 12.
Swasse, Mrg., M. 262 ; vgl. Schwasse.
Zwinenaghel, Ludolf, J. 280.

Tamke, Tamcke, Hi., d. j., N. 178; Do., N. 178; Jl., N. 178: Chn. J. *26; Hi., W, J. *26.
Tamse, Ha., J. 15.
Tancke, Ha., N. 123; Ha., M., J. 288, W., J. 289; (H.) Hi., W., M. *36, N. 138; Hi., M. 23, M. 42; H. Jo., N. 123; Jo., W, J. 51; Marcus, M. 219, E. 2; Mar., W, M. 14, W., M., N. 209; Engel, E. 2; Engel, W., M. 90; Ge., N. 123; Ma., M. 186; Mrg., N.

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13 a; Mrg., J. 289; x., J. 51; W., M., 347, M. 350.
Tauman, Jac., N., 103.
Techel, Kl., M., J. 106.
Tede, As., W., J. 107, W., J. *7; Ha., M., N. 232; Hi., M., M. 334; Hi., M., N. 142, J. *7; Ja. M., N. 114.
Tedel, Deiedel, Bastian, M., M. 231; M., M. 170.
Teiteke, s. Titke.
v. Teelen, M. E., M. 335.
Temps, H. Hi., J. 102, W., J. 213.
Tengel, Kl., M., M. 335.
Tepp, Jac., J. 101.
Tetrow, Th., N. 199.
Tewes, Ar., H., M. 150.
Thuringus, M. Th., M. 108.
Thurman, Jo., Hi.. J. *20.
Tiedemann, Jo., M. 154.
Tile, El., M. 230a.
Timme, Hi., N. 21; Jo., N. 21.
Tiesen, Albert, M. 100.
Titke (Teiteke), Di., J. *13.
Tobe, Dav., M. 200.
Thonagel, Dan., M. 262; Jost, W., M. 262; Ag., M. 307.
Topper, An. Lucia, M. 72.
Torber, s. Turber.
Torff, Absolon, M. *16.
Trebbin, Fr., J. 22.
Treiman, Do., W., M. 307, E. 10.
Treysch v. Butler, An. Sabina, W., M. *32, W., E. 5.
Trendelenborch, Trendlenborch, Trendelnburch, Trendelburg, Jac., W., N. 11; (H.) Kas., W., N. 25, M. 143; Th., M., J. 30: Detlef, M. 207; Jü., W., N. *10; x., N. *10; An., N. *10; Ka., N. *10; x., N. *10: Gotthart, M. 45, M. 327: Jo., M. 361; W., M. 327.
Tropp, Pa., M. 180.
Troseler, Armgard, M. 228.
Tückezwert, Di., W., N. 41; Ermeghard, N. 41; W., N. 77.
Turber, Eg., H., J. 30; Jo., M., J. 30; Al., J. 30.
Thurow, As., M., N. 42.

Ueberschuss, Jo. Wilhelm, M. 203.
Uhlenbrock, Ja., N. 254.
Uentz, And. Di., M. *69.

F., G., v.d. (Gödert v. d. Fehr), J. 103.
Fabricius, H. E. H., M. 327.
Fackelam, Facklam, Ka., M. *10: Ka., M. 160.
Vagelsanck, s. Voghelsang.
Fagt, Olof, M., N. 206; vgl. Voigt.
Fanter, Jo., J. *13.
Varneholt, Kl., N. *6.
v. Felden, Ant. Rudolff, M. 232.
Vehlhering, Vehlheringh, Jo., M. 371: Tönnies, M., M. 229.
Felner, Gerdt, J. 292.
v. d. Vere, Fer, Vehr, Fehr, Olrich, M., N. 181: Grt., M. 143, W., N. 25: H. Evert, M. *51; Hi., M., J. 292: Di. Jo., M. 135; Gödert, W., J. 25, M., J. 103; Jac., M. 334; Jl., W., J. 26; Ma., W., N. 145; W., M. 108, M. 327.
Vicke, Vick, Fick, Hi., J. 291; Ma. Do., J. 191: Ja., N. 110: Samuel, J. 157a.
Victor, And., M. *38

Finger, Fingher, H. Ja., N. 40, N. 47: N. 77.
Vinckenwarder, An., N. 130.
Fisker, Di., J. 144; Di., J. 144.
Flemming, Jo., J. 265.
Flensborch, Pe., M., J. 205; Pe., J. 202; Pe., N. 202, D. 7; Mrg., W., M. *52; Mrg., J. 205.
Flesch, Ka., M. 150.
v. Flotow, W., E. 3.
Voghelsang, Vagelsanck, Hi., M. 62: Ha., J. 213.
Voigt, Vooght, Erich, M. 260; He. Kas., M. 25; Ja., M. 230a; Jo., M. 230a: Jo., W., E. 15; vgl. Vagt.
Vole, Ha., M., N. 194.
Fölke, Mt., M., N. 217.
Volckmann, Adam, M. 230a.
Fölsche, Ja., N. *16.
Völschow, M. G., J. 23.
Vorneholt, s. Varneholt.
Vos, H. Ja., W., D. 2; Jo., D. 2; Ludolf, H., M. *3; An. El., J. 118; Do., W., M. 80.
Vot, (Woth), Kl., W., N. *12.
Vrame, Fram, Frahm, Mattheus,

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J. 260: Berndt, M. *55; An., W., M. *12: Ha., M. 147.
Franck, Jü. Hi., M. *40.
Vredeberch, Gerlach, D. 16.
Fredderkes, Bertelt, M. 196.
Freder, M. Jo., H., M. *75 (Jahrb. LVI, S. 122).
Frensell. Th., M. *41.
Froh, Chn. M. 149.
Fust, Fr. Chr. J. 82.

W., D. (Wilken, Do.), J. 19.
Wa . . . . ick, Jo., J. 66.
Wacenius, M. Mauricius, N. 203.
Wachenhufen, Carl Fr., N. *7; Jda Do., N. 11.
Wackenrode, Ka., M. 300.
Wagener, Ko., M. 176.
Wake, Jo., G. 8.
Walmerstorp, H. Mq., W., M. *56.
Wan . ., Di., N. 14; An., N. 14.
Warenberg, El., M. 367.
Warendorp, Ghotfr., W., M. 254; Gothfr., M. 254.
Warck, Chn., W., M. *63.
Warkentin, Werckentin, Ja., N. 155 : Sophia, J. 262.
Warnecke, Ja., M. 201.
Warner, Dan., M. *30, J.162; Jü., J. 67; vgl. Werner.
Warnow, Pa., M., M. 355.
v. Warnsted, Ha., N. 129.
Wasserfürer, Dav., M *59.
Weddege, Chn., H., N. 192.
Wedemeyer, s. Wiedemeyer.
Wedow, Kl., M., N. 113.
Weyer, Casten Fr., J. 207.
Weitendorp, =dorf, Ni., M. 119: As., J. *10.
Weltzin, H. Hi., W., J. *8; Ta., J. *8.
Wenkstern, W., E. 3.
Wendt, Laurens, G. 10; Pa., J. 146; Ka., G. 10.
Wentorp, s. Hogewentorp.
Wentzel, Mgd., M. 34, M. 352.
Werkentin, s. Warkentin.
Werkman, Warckman, H. Gherard, M. 324; Gherard, H., W., J. 311; Jo., M. 324; H. Jo., M. 324 (dazu Jahrb. LV, S. 237); Thideke, J. 311; Me., M. 324: Hi., W., M. 302, W., M. 322, N. 61; W., M. 173.
Werner, H. He., W., M. 12, M. 73; Mar.. M. 200; Emerentzia, M. 135; Ka., M. 200; vgl. Warner.
Wezebom, Ge., J. 59a; x., J. 59a.
Wäsenberg, =barg, Ja., N. 168, N. 208.
Wessel, Hi., J. 6; Ni., D. 10; x., D. 10.
Westvael, Westfael, Westfahl, Wistfael, Westfal, He., H., M. 210; And., M. 109: N. 139: Jo., N. 243; Al., N. 243: El., M. 235; Grt., J. 292.
Wever, Jü., N. 42, N. 110, N. 183.
Wichman, Ka., G. 6.
Wiedemeyer, Chr. Gg., M. 4; Phil. Chn., M. 4.
Wigand, J., W., M. 3; Ka., M. 3; Ma., M. 3.
Wiggelant, Ha., G. 5.
Wilde, Jac., M. 140, J. 163; H. Jas., M. 14; W., M. 76, M. 240, N. 214.
Wilken, Wilcken, Wilkem, Ha., J. 157; Do., J. 10, J. 19: Jac., J. 237; Kas., M. *33; El., N. *21: Ja. d. ä., M., J. 152.
Wilkens, Wilken, H., N. 108.
Wisman, Jü., N. 71.
Windt, M. Gg., N. 7: Clare, N. 7.
Windtbarch, Ja., M., J. 235.
Winckelmann, Jo. Ja., M. 247.
Winkeler, Winckler. And. Sebastian, M. 242: Chn., M. 324; Dethloff, M. 53.
Winschepel, Elias, M., J. 65.
Winter, Jo., H., N. 142, W, N. *6.
v. Winterfeld, Levin, W., M. 95.
Winterpol, Wynterpol, Di., M. 66; Jo., N. 155; Winold, N1. 155; x., W. 155: Di., M. 66; Wynold, M. 66; W., N. 154.
Wippert, Dan., M., J. 158.
Wischüre, Ludolf, M. 295.
Wyse, He., J. 71; Al., J. 71.
Witte, Wit, Witt, Ja., M., N. 232; Jü., M. 269; Do., J. 71: Mar., J. 264: Jo. Fr., J. 241.
Wittenberch, Kl., N. 167.
Wittenborch, Ha., M., N. *4; Ha., M., J. 86; Jo., J. 205; Mi., M. *74, M., J. 87.
Witterock, Clemens, H., M. 210.
Withon, Withun, Th., J. 157 a: An., G. 3.

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Witzenhusen, El. Sophia, M. *74.
Wole, Mar., M. 150.
Woeltbergh, Grt., J. 2.
Wolter, Hi., G. 11.
Woltfeld, Ka., M. 293.
Wrangel, Helm, W., M. *32, W., E. 5.
Wulff, Dav. Ja., M. 68; Ha. Stieff, M. 16a; x., J. *25.
Wustrowe, Ludolf, N. 196.

Z. s. auch S.
Zachariä, Fr. Ludw., M. 64.
Zander, Chn. Pe., J. 48.
Zarendt, Kl., M, J. 118.
Zelleke, Ghert, M., N. 188; Hi., N. 188; El., N. 188; Me., N. 188.
Zeller, Jo. Jac., M. 84.
Ziel, s. Sile.
Zilmer, Jac., J. 316.
Zinck, Chr, M. 85 a.
Zitzelow, Ja., M. 264.
Zitzow, Kas. Hi., J. 49, J.109, J. 225.
v. Zwengbergk, Gg., W., M. *39.

Herzogin Sophie von Meklenburg (meklenb. und pomm. Wappen), D. 21.

Familiennamen nicht ermittelt:

Adam, D. 3; Ar., H., N. *16; Hi., J. 138; Ja., Z. 5; M., N. 127; Jac., J. 13a; Jo., N. 13a;

Ko., M. *65.
Ni., H., N. 196; Ni., M. 42.
Pe., H., J. 1.
x., aus Kloster Reinfeld, Z. 7.
An., J. 264; Ka., M. 103; Ka., M. 158; Lu., J. 114; Mrg., J. 15; Me., M. *65; Me., N. 13 a; Regina, J. 31a; Sophia, D. 21; Til., N. *2.
D. S. V. S. H. J., J. 399.

Stein der Waisenkinder, D. 16; der Wollenweber, J. 299.

Angaben über Wappen, deren Inhaber nicht haben nachgewiesen werden können.

M. 4, 43, 61, 70, 150, 188, 202, 228, 247, 275, 356, 360, 362, 370, *67.
N. 113, 132, 136, 162, 177, 178, 183, 196, *2, *21.
J. 21, 51, 221, *26.
E. 3.

Merke, die bestimmten Personen nicht zuzuweisen waren:

M. 99, 284; N. 6, 71, 128, 160, 183, 199, 257, *21; J. 10a, 33a.

Abzeichen von Gewerken u.s.w.

Bäcker, M. 147, 153, 160, 223, 250, 307, 352, 369, *69; N. 105, 183, 185, 199; J. 10 a, 192, 203, *17.
Barbierer, M. *49.
Bergenfahrer, J. 158.
Böttcher, M. 260, 292; N. 257, *5; J. 222.
Gewandschneider, N. 174.
Holzdreher, M. 269.
Kannengießer, M. 232; N. 203.
Kleinschmiede, J. 48, 125.
Leinweber, M. *27; J. 43.
Maurer, M. 276; N. 152; J. 264.
Müller, J. 280.
Nagelschmiede, J. 67, 121, 164.
Rademacher, G. 9.
Reifer, M. 84, 106; J.127a.
Schiffer, N. 243; J. 82, 86, 110, 115, 119, 131, 244, 275, *9, *10.
Schlachter, M. *26; N. 95; J. 210, 285.
Schmiede, M. 355; N. 113,160, 233; J. 67, 206, 238, 274, *15.
Schneider, M. 203; J. 241, 253, 262.
Schuster, M. 222, 261, 276, 295; J. 114, 127a, 156, 165, 192.
Tischler, M. *43.
Töpfer, M. 176.
Wollenweber, N. 155; J. 284, 299.

Das Auffinden der Steine wird die folgende Uebersicht erleichtern.

I. S. Marien.

Es liegen im Chore 2-39, 43, 99, 113, *1, *7, *8, *9, *35, *36, *37, *51, *53, *62, *64, *70;

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im Quergang vor dem Thore 40-51, 85 a, 135, *2, *33, *61, *69, *74;
im Längsgange des Mittelschiffes 47, 61, 68, 71, 73, 75, 369, *5, *31, *53, *57;
im Quergange unter der Orgel 62, 65, 66, 71, 72, 84, 105, 306, 358-371, *16, *25, *60;
in der nördl. Abseite vom Thurme bis an die Halle 42, 64, 76, 85, 93-134, 332, 350, 352, *14, *15, *17, *22, *26, *39, *40, *56, *67, *68;
vor der nördl. Halle 41, 136, 140a-149, 160, 175-180, 212, *23, *41, *73;
in der nördl. Halle 53, 140, 152-154, 162, 171, 173, 347, *6, *52;
von der nördl. Halle bis zur ersten Umgangskapelle incl. 108, 123, 168, 184-209, *19, *29, *24, *38, *66;
in der zweiten, dritten, vierten Kapelle des Umgangs 210-253, *4, *30, *47, *48;
in der fünften Umgangskapelle und der südl. Abseite bis an die Halle 25, 158. 222, 254-280, *27, *43, *49, *63;
in der südl. Abseite vor der Halle und bis zum Thurme 30, 70, 95, 147, 159. 281-284, 300, 307-357,*2, *10, *11, *12, *13, *29, *42, *44, *45, *46, *58, *59;
in der südl. Halle 48, 170, 230a, 287-305, *33, *18, *21, *50, *54, *71, *72;
unter dem Thurme 90, 150, 322, 360, 362, *74;
in der Wrangel.Kapelle *32, Hochaltar *65;
verloren 16, 16 a, 80, *28, *34, *55, *75.

II. S. Nicolai.

Es liegen im Chore 2-25, 130, 134, *11, *24;
in der südlichen Halle 13B, 40-77, 103, 233, 241-243, *12, *14, *18, *25;
in der nördl. Halle 10, 13, 41, 71, 104-111, 226, *2;
in der nördl. Abseite vom Thurme bis vor der Halle (incl.) 93-100, 112 bis 118, *6, *10, *24;
von der Halle bis zur ersten Umgangskapelle (incl.) 13a, 121-155, 180, *17;
in der zweiten, dritten, vierten Umgangskapelle 160-185, *4, *7;
in der fünften Umgangskapelle und der südl. Abseite bis an die Halle 21, 188-224, 246, *3, *8, *15, *16, *20, *21;
in der südl. Abseite vor der Halle und bis zum Thurm 231-240, 254-257, *19;
in d. Kapelle der Segler *1, *9, vor d. südwestl. Portale 158, im Thurme *5;
verloren 49, *13, *22, *26, *27, *28, *29.

III. S. Jürgen.

Es liegen im Chore 1-44, 87, 127a, 182, 183, 200, 201, 237, 274, 289, 397, 399, *4, *5, *6, *8, *11, *23;
in der nördl. Abseite vom Thurm bis zum Transsepte (incl.) 10a, 102-137, 157, 202, 300, 314, in der Palthenschen Kapelle *14;
östlich vom Transsepte 119, 143, 156-198, *12;
hinter dem Chore 15, 135, 191, 199, *15, *22;
in der südl. Abseite bis an das Transsept 19, 40, 48, 125, 151-154, 164, 179, 189, 203-234, 238, 266, *1, *7, *17, *18, *26;
weiter bis zum Thurme 118, 140, 195, 210, 260-293, 317, *16;
im südl. Arme des Transseptes 131, 241-255;
im nördl. Arme des Transseptes 59a, 311;
unter dem Thurme 144, vor dem südöstl. Portale 138.

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VIII.

Die untergegangenen Dörfer

Meklenburg=Schwerins.

Mit einer Karte des alten Landes Plau.

Von

Archivrath Dr. Schildt.

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D ie Jahrbücher für meklenburgische Geschichte und Alterthumskunde, in denen das Gebiet der vaterländischen Geschichte nach den verschiedensten Seiten hin behandelt ist, bringen, auch manche Mittheilungen über unsere untergegangenen Dörfer. Die Zahl der in ihnen bekannt gegebenen ehemaligen Ortschaften ist zwar keine geringe, aber sie erreicht die Summe aller derselben auch nicht annähernd. Dazu sind die Berichte über die ganze lange Reihe der Jahrbücher zerstreut, so daß es dem Leser schwerlich möglich ist, eine nur einigermaßen befriedigende Uebersicht über die in der Vorzeit verwüsteten Dörfer zu gewinnen.

Der Unvollständigkeit der bisherigen Untersuchungen könnte nun freilich dadurch abgeholfen werden, daß das Gegebene durch Hinzufügung des Fehlenden ergänzt würde; aber dadurch würde eine Uebersicht doch nicht erreicht und außerdem der Mangel einer nach einheitlichen Grundsätzen geführten Untersuchung nicht gehoben werden. Um nun einmal einen Versuch einer zusammenfassenden, möglichst vollständigen Darstellung zu machen, veröffentliche ich in dem vorliegenden Jahrbuch zunächst einen Theil der Ergebnisse meiner historisch=geographischen Forschungen, indem ich den Vereinsmitgliedern einen Bericht über die untergegangenen Dörfer der ehemals so genannten Länder Boizenburg und Plau abstatte. Ich habe mich nämlich veranlaßt gesehen, für die Eintheilung des zu behandelnden Gegenstandes auf die älteste

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Gliederung unseres Landes in der germanischen Zeit zurückzugehen, weil dieselbe, mehr abgerundet als die heutige Eintheilung in Aemter, für meine Zwecke geeigneter schien. Uebrigens dürfte es auch nicht unangemessen sein, bei der Behandlung früherer Zeiten frühere Verhältnisse zu Grunde zu legen.

Die ehemalige Eintheilung Meklenburgs nach Ländern ist die Grundlage unserer heutigen nach Aemtern. Sie ist höchst wahrscheinlich aus vorgefundenen wendischen Einrichtungen von den eingewanderten Deutschen übernommen. In den meisten Fällen entsprechen die alten Länder (terrae) den Umgegenden unserer heutigen Städte; in einzelnen von ihnen hat sich kein städtisches Gemeinwesen gebildet, diese Länder sind dann meistens benachbarten, mit einem Amtssitz in einer Stadt versehenen einverleibt. Eine ausführliche Darstellung jener alten Eintheilung kann ich wegen der Umfänglichkeit, die nicht zu vermeiden wäre, hier nicht geben; ich gedenke dies später anderen Ortes zu thun. Ich bitte darum, zunächst die von mir gewählte Eintheilung als eine solche betrachten zu wollen, der geschichtliche Verhältnisse zu Grunde liegen, und es auch zu übersehen, wenn ich aus Gründen der Zweckmäßigkeit vielleicht eine alte Grenze nicht genau innehalte oder sie irrthümlich falsch ziehe.

Durchweg werden also die einzelnen Gruppen in meiner Arbeit den Umgegenden unserer Städte entsprechen, das mag zur Orientirung der Leser vorläufig genügen.

Wollte ich meine Ausgabe völlig lösen, so müßte ich über jedes untergegangene Dorf 1 ), sowie über jedes frühere Nebendorf (Colonie, Meierei, Schäferei mit eigenem Namen) den Nachweis führen, wo es gelegen, wie weit sich seine Feldmark erstreckte und welche Entwickelung es während seines Bestehens genommen hat. Daß ich dies höchste Ziel lange nicht erreicht habe, wird sich aus dem Nachstehenden ergeben. Es wird sich aber auch zeigen, daß es mit den mir zu