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Jahrbücher

des

Vereins für meklenburgische Geschichte
und Alterthumskunde,

gegründet

vom

Geheimen Archivrath Dr. G. C. F. Lisch,

fortgesetzt

vom

Geh. Archivrath Dr. F. Wigger,

als dem ersten Secretair des Vereins.



Neunundvierzigster Jahrgang.

Mit fünf Tafeln und angehängten Quartalberichten.


Auf Kosten des Vereins.

Vignette

In Commission in der Stillerschen Hofbuchhandlung.

Schwerin, 1884.

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Gedruckt in der Hofbuchdruckerei von Dr. F. Bärensprung.
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Inhaltsanzeige.


I. Die beiden Ostorfer Schädel des Schweriner Antiquariums. Von Fr. Merkel, Prof. S. 1
    Tafel I. Abbildung der beiden Schädel, zu S. 6.
II. Meklenburgische Grabfelder der Eisenzeit. Von Dr. R. Beltz S. 7
    I. Urnenfeld von Spornitz S. 7 - II. Urnenfeld von Pogreß S. 17. - III. Begräbnißplatz von Bartelsdorf S. 21. - Anhang: 1) Perle von Dämelow S. 24. - 2) Silberring von Schwerin S. 24.
Hiezu Tafel II.    
III. Ueber die alte Kirche zu Vellahn. Vom Baurath Th. Krüger S. 27
Hiezu Tafel III.    
IV. J. Kornerup's Forschungen über den ältesten Theil der Darguner Klosterkirche. Angezeigt von Dr. F. Wigger S. 29
V. Der Schrein des Hochaltars zu St. Jürgen in Wismar. Von Dr. Crull S. 40
Hiezu (S. 44) Tafel IV. Nachtrag S. 310.    
VI. Meklenburger auf auswärtigen Universitäten bis zur Mitte des 17ten Jahrhunderts. Vom Geh. Finanzrath Balck. Zweiter Beitrag S. 73
Nachtrag S. 310.    
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VII. Das Bisthum Schwerin in der evangelischen Zeit. Vom Archivar Dr. Fr. Schildt. II. Theil S. 145
    II. Die innere Geschichte des Bisthums. A. Die Administratoren S. 147. (Ulrich I., S. 148. Ulrich II.; S. 163. Ulrich III., S. 177. Adolf Friedrich, S. 191) - B. Die Stiftsstände S. 212. (1. Das Domcapitel S. 212. - 2. Die Ritterschaft und die Stände S. 243) - C. Kirche und Schule S. 247. - D. Das Kloster Rühn S. 269. - E. Die Stiftsunterthanen S. 274.
VIII. Einige Nachrichten über die Herzogin Sophie Hedwig von Meklenburg=Schwerin, geb. Prinzessin zu Nassau=Diez, und ihre Grabstätte. Vom Major Freiherrn v. Sell S. 280
IX. Adolf Friedrich Reinhard (1726-1783). Studie von Dr. Hölscher, Oberlehrer zu Bützow S. 286
  Nachträge, Zusätze und Berichtigungen zu den Abhandlungen V. und VI. S. 310

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I.

Die beiden Ostdorfer Schädel

des

Schweriner Antiquariums.

Von Fr. Merkel .


I n den Jahrgängen XLIII und XLIV dieser Jahrbücher (1878 und 1879) macht Lisch Mittheilung von Funden, welche auf einer kleinen Insel im Ostorfer See bei Schwerin gemacht worden sind. Er weist die Mehrzahl der Fundgegenstände einer Höhlen= oder Grubenwohnung aus der Steinzeit zu, sagt aber von den beiden ebenfalls zu den Fundstücken gehörigen Schädeln, daß sie viel jünger seien als die Feuersteinwerkzeuge, Hirschhornfabrikate und Urnenscherben der Höhlenwohnung. Er erklärt, gestützt auf ihr Aussehen und auf zahlreiche dem Burgwalltypus angehörige Urnenscherben, welche in ihrer Nähe gefunden wurden, daß sie der letzten Eisenzeit angehörten.

Die beiden Schädel interessirten mich beim ersten Blick in hohem Grade und ich erbat mir die Erlaubniß, sie hier in Rostock eingehender untersuchen zu dürfen. Für die Gewährung meiner Bitte spreche ich der Verwaltung des Antiquariums meinen besten Dank aus.

Vor Allem muß ich nun dem Ausspruch von Lisch beitreten, daß man an den in Rede stehenden Schädeln die Zeichen eines hohen Alters nicht erkennt, wie man sie gewöhnlich anzunehmen pflegt. Die Schädel haben ein kräftiges

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und zähes Knochengefüge. Sie würden vermuthlich noch hinreichende Elasticität besitzen, um selbst einem Fall zu trotzen; freilich wird wohl kaum eine darauf bezügliche Probe angestellt werden. Ihr Gewicht weicht nicht von dem recenter Schädel ab, die Zähne sind wohl erhalten. Es deutet also nichts darauf hin, daß sie nach den herkömmlichen Anschauungen mit Nothwendigkeit der Steinzeit und nicht der Eisenzeit zuzuweisen sind; doch möchte ich die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, bei der Altersbestimmung von Knochen sehr zur Vorsicht zu mahnen. Ich habe hier in den letzten Jahren den Canalisationsarbeiten in der Stadt sehr viele menschliche Skelettheile, ganze und zerbrochene Schädel, abgewonnen. Dabei konnte ich constatiren, daß Knochen, welche den erst vor relativ kurzer Zeit aufgehobenen Kirchhöfen in der Stadt entnommen waren und welche fast gleichzeitig, höchstens wenige Jahre verschieden, beerdigt sein mußten, häufig ein ganz verschiedenes Gefüge zeigen. Die einen würde man für prähistorisch zu halten geneigt sein, die anderen könnten ebensogut vor kurzem künstlich macerirt sein. Es kommt eben augenscheinlich ganz außerordentlich auf die Beschaffenheit des Bodens an, in welchem die Knochen liegen; in dem einen halten sie sich kurze, in dem anderen lange Zeit intact. Die besten Wegweiser bei der Altersbestimmung sind und bleiben immer Artefacte, welche bei den Knochen gefunden werden. Da aber bei der Ostorfer Ausgrabung kein Sachverständiger zugegen war, so wird man wohl schwerlich jemals mit Sicherheit bestimmen können, ob die Steinzeitgeräthe oder die Eisenzeit=Urnenscherben zu den Schädeln gehören. Immerhin aber muß ich es für willkürlich halten, wenn Lisch die Menschen=Schädel für jung, den (Jahrb. XLIV, S. 70, Nr. 13) ebenfalls gefundenen Schwein=Unterkiefer für alt erklärt. Alle Knochen zeigen ganz den gleichen Erhaltungszustand.

Ich enthalte mich gänzlich einer Aeußerung über das Alter der Knochenfunde und wende mich zu den Eigenschaften, welche mir die Schädel merkwürdig erscheinen lassen. Der eine derselben, mit Nr. 1 bezeichnet, ist vollkommen normal und gehört einem in mittleren Jahren stehenden Manne an. Die Nähte sind offen, nur die Sagittalnaht beginnt zu verknöchern. Er ist fast ganz unverletzt; doch ist der linke Proc. condyloideus des Unterkiefers und ebenso des Hinterhauptes abgebrochen. Die Zähne sind bis auf den postmortal ausgefallenen rechten unteren Weisheitszahn vollständig. Auf den ersten Blick ist zu sehen, daß man einen sehr dolichocephalen

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Schädel vor sich hat, was auch durch die Zahlen der unten stehenden Tabelle bestätigt wird. Sodann fällt an der Norma verticalis (Taf. I, Fig. 3) das weite Hervorragen der Jochbogen und das schnauzenartige Hervortreten des Kiefers auf. Die Profilansicht (Fig. 1) bestätigt nur das Gesagte. Während ein meklenburgischer Schädel der Rostocker anatomischen Sammlung, welcher seiner normalen Durchschnittsbilduna wegen von mir schon früher zu Vergleichungen herbeigezogen worden war, 1 ) einen Profilwinkel von 90° zeigt, weist der Ostorfer Schädel nur einen solchen von 75° auf, er steht also an der unteren Grenze der Prognathie, wie man sie bei Neuholländern und Afrikanern zu finden gewohnt ist. Auch in die Breite ist das Kiefergerüst mächtig entwickelt; eine Gaumenlänge 57 und Gaumenbreite 41 mm gegen 50 und 35 beim modernen Meklenburger beweisen dies. Die Augenhöhlen sind nieder= und in die Breite gezogen, ebenfalls ein Zeichen niederer Rassen. Im Gegensatz zu der großen Entwickelung des Kiefergerüstes ist die Schädelkapsel klein, besonders der vordere dem Stirnbein angehörige Theil wenig gewölbt. Die Capacität steht mit 1560 cm nicht unbeträchtlich hinter der des ziemlich gleichgroßen modernen Schädels (1700 cm) zurück.

Ich verzichte darauf, noch andere einzelne Punkte hervorzuheben, verweise vielmehr auf die Abbildungen und ziehe nur im Ganzen das Facit, daß der besprochene Schädel alle Zeichen tiefstehender Rasse an sich trägt und daß auf deutschem Boden wenige Cranien gefunden sein möchten, welche so sehr den Typus der Neuholländer und mancher papuanischer Schädel zeigen, wie gerade dieser.

Der andere Schädel, mit Nr. 2 bezeichnet, ist im Ganzen kleiner wie der eben beschriebene. Er steht ungefähr in gleichem Lebensalter, ist ebenfalls männlich und zeigt wohl erhaltene Nähte. Er ist ganz unverletzt, wenn man von dem Fehlen der postmortal verloren gegangenen Vorderzähne des Oberkiefers absieht. Weniger proanath als der Schädel Nr. 11, zeigt er dafür eine seltene pathologische Veränderung. Das rechte Unterkiefergelenk ist nämlich luxirt, der Unterkieferhals dabei gebrochen. Die Fractur ist geheilt, und zwar schief, in der Art, daß der Kopf des Unterkiefers etwas medianwärts und nach vorne sieht. Wie es bei alten nicht reponirten Luxationen der Fall zu sein pflegt, hat sich auf dem Tuberc. glenoid. eine neue unvollkommene Pfanne gebildet, in welcher der sehr verbreiterte Gelenkkopf ruht und articulirt. Dieses


1) Festschrift zum Henle=Jubiläum. Bonn, Cohen. 1882.
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Leiden an sich wäre nun so merkwürdig nicht; die hiesige Sammlung weist einen Kafferschädel auf, welcher ebenfalls einen ähnlich luxirten Unterkiefer zeigt. Von Interesse ist vielmehr die Folge der Verletzung, indem durch die Verschiebung des Unterkiefers die ganze linke (gesunde) Seite des Gesichtes bedeutend kleiner geworden ist wie die rechte. Ich habe eine auch nur annähernd bedeutende, durch einen einfachen pathologischen Vorgang hervorgerufene compensatorische Verkleinerung der einen Gesichtshälfte noch niemals beobachtet, und es muß das Leiden schon in früherer Jugend entstanden sein, um diese Folgen nach sich ziehen zu können.

Das Gesicht ist durch die geschilderte Verunstaltung (Fig. 5) für eine anthropologische Beurtheilung unbrauchbar geworden; jedenfalls aber ist, wie schon erwähnt, die Prognathie geringer als bei dem ersten Schädel, denn es ist in der Norma verticalis (Fig. 6) nur der verschobene Unterkiefer, aber nicht der Oberkiefer sichtbar. Einer Vergleichung der freilich ebenfalls asymmetrischen Schädelkapsel steht dagegen nichts im Wege. Dieselbe zeigt die gleichen Eigenschaften, wie die des anderen Craniums; nur ist die Stirn in noch höherem Maße abgeplattet wie dort, so daß man ganz an das berühmte Neanderthaler Schädeldach erinnert wird. Um dies gut hervortreten zu lassen, setze ich in Fig. 4 die Zeichnung des Schädeldaches von Nr. 2 mit Weglassung des Gesichtsskelettes bei, welches ohne weiteren Commentar das Gesagte beweisen wird. -

Die in Vorstehendem kurz beschriebenen anatomischen Merkmale der beiden Ostorfer Schädel erlauben unter Berücksichtigung der von vollständigem Mangel einer ärztlichen Behandlung zeugenden Verletzung, dieselben einem ungemein tief stehenden Geschlecht zuzuweisen. Mögen sie älter oder jünger sein, jedenfalls ist den Trägern derselben keine hervorragende Intelligenz zuzutrauen. Sieht man neben ihnen die ebenfalls langköpfigen Schädel aus vorwendischen Gräbern Meklenburgs an, dann wird man nur wenige Vergleichspunkte finden, indem diese letzteren durchweg von edler und hochstehender Bildung sind. Die Ostorfer Schädel aber in die wendische Zeit zu verweisen, dazu liegt nicht die geringste Veranlassung vor. Denn erstens kommen bei den Wenden so stark ausgeprägte Langköpfe, wie sie hier vorliegen, gar nicht vor, und zweitens sind auch sonst an den in Rede stehenden Objecten durchaus keine wendischen Eigenthümlichkeiten zu entdecken; besonders fehlt die bei den Wenden so gewöhnliche Auftreibung der Wände des Antrum Highmori vollkommen.

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Der Anatom würde nach alledem am geneigtesten sein, die beiden Cranien trotz ihrer guten Erhaltung in eine recht frühe Zeit zu setzen. Wenn ich es, wie erwähnt, doch unterlasse ein ganz bestimmtes Urtheil abzugeben, so hat dies seinen Grund darin, daß man aus zwei einzelnen Schädeln noch kein Recht herleiten darf, weitgehende Schlüsse zu machen. Erst eine Anzahl noch zu machender Funde müßte die auf anatomischer Basis gewonnene Vermuthung bewahrheiten.

Bis dahin wird es genügen, daß durch diese Zeilen die Aufmerksamkeit auf Schädel, welche unter ähnlichen Umständen gefunden werden wie die Ostorfer, gelenkt ist. Sie mußten, wie ich glaube, von nun an sämmtlich einer aufmerksamen und fachmännischen Prüfung unterworfen werden.

Rostock, 26. Sept 1883. * )

Tabelle.

Tabelle Schädelformen

*) Anm. Die vorstehende Abhandlung, welche unser correspondirendes Mitglied, Herr Professor Dr. Merkel, uns bei seiner Uebersiedelung von der Rostocker Universität an die Königsberger als Angebinde übersandte, hat neben ihrer allgemein wissenschaftlichen und methodischen Bedeutung auch ihren Werth für die Aufklärung des ganzen Fundes auf dem Tannenwerder im Ostorfer See bei Görries. Man wird jetzt kaum noch zweifeln, daß die Leichen nicht nur, sondern auch die mit diesen aufgegrabenen Alterthümer der Steinzeit angehören. Es sei nachträglich bemerkt, daß nach der Aussage des als glaubwürdig geschätzten Gärtners Schumacher die 8 Leichen neben einander an dem nordöstlichen Abhang des Hügels so eingebettet waren, daß ihre Köpfe gegen SW. lagen, also gegen NO. schauend gedacht waren, der Schmuck von 129 durchbohrten Thierzähnen aber nicht um den Hals einer Leiche, sondern in der Bauchgegend gefunden ist, mithin also nicht als Halsschmuck, sondern als "Hängeschmuck" eines Gürtels oder allenfalls einer Jagdtasche gedient haben wird.          Dr. F. Wigger.
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Tabelle Schädelformen
Tafelerklärung.

Die Figuren 1-3 stellen den bei Ostorf gefundenen und und mit Nr. 1 bezeichneten Schädel dar, die Figuren 4-6 den Schädel gleichen Fundortes und mit Nr. 2 bezeichnet. In Fig. 4 ist das Gesicht fortgelassen, um eine Vergleichung mit dem Neanderthal=Schädeldach zu erleichtern.

Sämmtliche Zeichnungen sind nach der Horizontale der Frankfurter Vereinbarung (oberer Rand des Porus acust. ext., - unterer Rand der Orbita) aufgestellt, geometrisch gezeichnet und vermittelst des Diopters auf die Hälfte verkleinert.

Vignette
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Schädelformen
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II.

Meklenburgische Grabfelder der Eisenzeit.

Von

Dr. Robert Beltz .


I. Urnenfeld von Spornitz.
[Katalog=Nummer des Großh. Antiquariums: E 161-182.]

E ine Zusammenstellung der verschiedenen Fundstätten prähistorischer Alterthümer in Meklenburg ergiebt als Resultat, daß es im Wesentlichen dieselben Gegenden gewesen sind, welche die Bevölkerung der drei vorgeschichtlichen Perioden, der Stein=, Bronze= und Eisenzeit, angezogen haben. Es ist überwiegend leichter, sandiger Boden, in dem wir die Spuren der alten Ansiedelungen finden, wohl begreiflich bei der unüberwindlichen Schwierigkeit, welche die Bearbeitung des fetten Bodens der primitiven Cultur entgegenstellen mußte. Und so hat denn auch der Sandboden des südlichen Meklenburgs eine außerordentlich große Anzahl von vorgeschichtlichen Sachen aufzuweisen; noch im letzten Jahrbuch (XLVIII, S. 314) sind neue Gräber der Bronzezeit ("Kegelgräber") in der Parchimer Gegend mitgetheilt worden. Auffallend war es, daß dort, wo fast Ort an Ort Kegelgräber bekannt geworden sind, die Steinzeit durch Gräber von Muchow und Siggelkow, die jüngere (wendische) Eisenzeit durch Skelettgräber bei Parchim und durch Burgwälle bei Neu=Brenz, Muchow, Wulfsahl und Marnitz charakterisirt wird, Grabstätten der älteren (germanischen) Eisenzeit fast gänzlich zu fehlen schienen. Der Verfasser schuldet darum

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Herrn Ehrenstein großen Dank, der als Revierjäger in Spornitz ihn auf ein Grabfeld bei Spornitz aufmerksam machte. An Ort und Stelle habe ich dann erfahren, daß dasselbe nicht allein steht, sondern noch zwei ähnliche Felder sich in der Nähe befunden haben, die dem Anscheine nach aber gänzlich zerstört sind. Es scheint demnach die Annahme begründet, daß die auffallende Lücke zwischen Bronze= und jüngerer Eisenzeit nur auf mangelnder Beobachtung beruht, und wir hoffen können, sie allmählich auszufüllen. Es gehört überhaupt zu den betrübendsten Erscheinungen, daß die Aufmerksamkeit unserer Landbevölkerung sich mit den Urnenfeldern nicht im geringsten beschäftigt. Die über den Boden hervorragenden, oft recht stattlichen Kegelgräber haben wenigstens zu Sagen Veranlassung gegeben und sind sehr lange Gegenstand einer abergläubischen Scheu geblieben; die Urnenfelder in Acker oder in Sandgruben sind stets gedankenlos der Zerstörung überlassen. Nur so ist es zu erklären, wenn die Reihe der prähistorischen Formenentwickelung hier an einigen Stellen unterbrochen scheint. Daß z. B. die Eisenzeit in Meklenburg gleich mit der Periode römischer Provincialcultur einsetzen sollte, wie es nach den im Schweriner Museum befindlichen Funden scheinen könnte, ist nach unserer Kenntniß der prähistorischen Verhältnisse unserer Nachbarländer kaum denkbar. Gelegentlich finden sich auch bei uns Funde der vorrömischen (keltischen) Eisenzeit, der sog. la Tèue-Cultur, und ich habe Grund zu der Annahme, daß dieselben nicht versprengte Stücke sind, sondern zerstörten Urnenfeldern angehören (wie sie in glänzender Weise an der Niederelbe und in Holstein auftreten). Daß auch das Ende der Bronzezeit hier durch Urnenfelder charakterisirt gewesen ist, und daß unsere bisherige Unklarheit über diesen Punkt auf dem Umstande beruht, daß diese Urnenfelder sehr arm an Beigaben waren und daher zu Untersuchungen früher nicht einzuladen schienen, läßt sich direct beweisen (s. Jahrb. XLVII, S. 292 flgd.). -

Reich und gut vertreten ist dann bei uns im Museum die römische Eisenzeit, deren Grabfelder man früher als wendische ansah. Aber auch diese begreifen nur einen beschränkten Zeitraum und verlieren sich um die Zeit der Völkerwanderung gänzlich. Wie schmerzlich gerade hier eine Lücke ist, wo man so gern völlig dunkle Partien der einheimischen Geschichte durch archäologische Methode aufklären möchte, brauche ich nicht zu sagen. Sorgsam müssen wir da auch die unscheinbarste Beobachtung registriren, die dereinst in richtigem Zusammenhange zur Aufklärung dienen könnte;

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und von diesem Standpunkte kann auch das Spornitzer Grabfeld, trotzdem es nur im Zustande der jämmerlichsten Verwüstung bekannt geworden ist, Interesse beanspruchen. Ich theile im Folgenden die Resultate einer Untersuchung mit, die ich am 3. und 4. September 1883 unter höchst dankenswerther, thätiger Beihülfe des Herrn Försters Mecklenburg in Spornitz und des Herrn Pastors Voß in Neustadt vorgenommen habe.

Südlich von Spornitz steigt das Terrain langsam auf; hier liegt an dem nach Stolpe führenden Wege 1/4 Stunde hinter dem Dorfe ein Sandhügel, "Spreensberg" genannt. Derselbe ist im Laufe der Zeit in seinem südlichen Theile allmählich fast gänzlich abgefahren, und damit ist ein anscheinend sehr reiches Urnenfeld zerstört worden. Der nördliche Abhang ist vor nicht allzu langer Zeit bei einer Viehseuche als Begräbnißstelle benutzt worden. Alterthümer hat man hier und auf der Höhe des Hügels nicht gefunden. Der Grund scheint derselbe zu sein, welcher die Bauern veranlaßte, den südlichen Abhang beim Sandholen besonders zu benutzen. Der Sand steht nämlich hier nicht tief und ist mit reichlichem Steingeröll durchsetzt, während der südliche Abhang überwiegend tiefen, reinen Sand enthält. Ueber die ursprüngliche Ausdehnung des Grabfeldes ist ein Urtheil nicht möglich, da dasselbe nicht nur, wie gesagt, bereits durch Sandabfahren zerstört ist, sondern auch ein durchgelegter breiter Weg viel hinweggenommen hat. Auch über die Stellung der Urnen zu einander ist eine Entscheidung nicht mehr möglich; an den noch unberührt aufgedeckten war eine Reihenfolge nicht zu erkennen. Auch ihre Tiefstellung war eine verschiedene; im Allgemeinen ließ sich bemerken, daß die Sandschicht durchgraben und sie auf der darunter anstehenden Mergelschicht beigesetzt waren, im tieferen Sande standen sie etwa 50 cm tief. Sie standen frei, nur einige waren in Steine verpackt. Alle waren mit Knochen, Asche und Kohle bis oben gefüllt, und die Beigaben lagen zwischen diesen, nicht auf ihnen; nur eine Urne, und noch dazu die einzige sorgsam durch Steine geschützte, enthielt nur Sand.

Bei Beginn der Ausgrabung lagen auf dem durchwühlten Sandfelde zahllose Urnenscherben und einige Perlen, Eisen= und Bronzestücke wild umher, für einen Archäologen ein herzzerreißender Anblick. Die Ausgrabung selbst hat über ein Dutzend Urnen zu Tage gefördert, von denen aber nur wenige Beigaben enthielten; die Urnen waren sämmtlich zerbrochen. Unter diesen Umständen ist ein Zusammenreihen

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der Fundstücke nach ihrem Fundplatze ohne Bedeutung; und ich zähle demnach die durch eigene Ausgrabung gewonnenen und die auf dem Felde gesammelten Gegenstände mit den durch die glücklichere Hand des Herrn Ehrenstein erbeuteten zusammen auf.

A. Thongefäße.

Die Arbeit derselben ist eine durchaus gute. Das Material ist fein geschlemmter, graubrauner Thon, der nur bei einigen Exemplaren mit gröberem Sande vermengt ist. Gerade die größeren Urnen sind am sorgsamsten geschlemmt. Die Oberfläche besteht bei der Mehrzahl aus einer feinen Thonschicht, und zwar bedingt dieser Ueberzug die Färbung des Gefäßes. Wo der Ueberzug fehlt, ist die Färbung der Innen= und Außenseite conform; wo er vorhanden ist, wechselt sie von hellem Rothbraun bis tiefem Schwarz, ohne jemals das tiefglänzende Schwarz der Urnen von Kamin, Kothendorf u. s. w. zu erreichen. Es scheint, daß die schwarze Färbung nicht dadurch erzielt ist, daß die fertigen Urnen einem "Schmauchfeuer" ausgesetzt wurden, sondern daß bereits dem Ueberzuge, durch einen Zusatz von Fett oder Oel etwa, seine Farbe gegeben ist.

Die Verzierungen zerfallen in Linien, Punkte und Rippen, in folgenden Combinationen:

a. Rein lineare Verzierungen zeigten: 1) die Reste einer größeren Urne, wo oberhalb des Bauchrandes vier tief eingedrückte Parallelstriche mit unregelmäßig gezogenen Linien wechselnd um die Wand herumliefen; mehrmals wird der 5 1/2 cm hohe Streifen durch eingedrückte Verticallinien unterbrochen (s. Tafel II, Fig. 1). - 2) Einzelne Scherben, wo zwischen zwei starken Horizontallinien eine Anzahl Schräglinien hinlaufen; unterhalb des so gebildeten Bandes laufen andere größere Schräglinien in umgekehrter Richtung (s. Tafel II, Fig. 2). - 3) Scherben verschiedener Urnen, wo zwei Paare starker, nicht weit von einander entfernter Parallelstriche um die Wand unterhalb des Halses herumlaufen.

b. Linien und Punkte: 1) Flüchtig und unregelmäßig eingedrückte horizontale Parallellinien, unter denen eingekerbte Punkte, in zwei Reihen, wahrscheinlich mit einem stumpfen Holzstock eingedrückt (s.Tafel II, Fig. 3). - 2) Zwei horizontale Parallellinien, von deren unterster in regelmäßigen Abständen von 2 cm je 3 verticale Parallellinien hinablaufen, sorgsam gezogen. In den freien Flächen befinden sich unter einander je 3 platte eingedrückte Punkte (s. Tafel II, Fig. 4).

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c. Alleinstehend ist die Verzierung des unten näher beschriebenen (Tafel II, Figur 5 abgebildeten) zierlichen Gefäßes. Unterhalb des Halses laufen 1 cm von einander entfernt zwei Horizontallinien; dicht über der unteren sind dicht neben einander Punkte eingekerbt; an der Bauchrundung sind stärkere Rippen vertical neben einander eingedrückt. 3 1/2 cm lang.

Eine Vergleichung dieser Ornamentirung ergiebt nun eine wesentliche Abweichung von den Urnen der älteren Eisenzeit (Kamin u. s. w.), da bei diesen die Verzierungen stets

Urne von Kamin

Urne von Kamin (ältere Form)

aus feinen, meist punktirten Linien bestehen, und reiht sie Urnen an, wie sie z. B. in den "Römergräbern" von Häven gefunden sind. Im Jahrb. XXXV, Tafel II, 18 und 19

Urne von Pritzier

Urne von Pritzier (jüngere Form)

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sind zwei Urnen abgebildet, deren Verzierung genau der oben unter a 1 und 2 charakterisirten gleicht. Bei der Besprechung des Hävener Fundes (a a. O. S. 122) hat Lisch Analogien aus sogenannten "Wendenkirchhöfen" angeführt, besonders auf gleiche Urnen aus Pritzier hingewiesen (Jahrb. VIII, B, S. 58, s. auch XII, S. 428); wir können noch Funde aus Urnenfeldern von Kothendorf, Göthen und Malchin dazufügen. Wenn Lisch damals "diese mit meist derben Strichen verzierten Urnen für älter hielt, gegenüber den feineren punktirten", so hat eine Vergleichung mit dem archäologischen Befunde der Nachbarländer das umgekehrte Verhältniß ergeben, und wir müssen heute mit den durch punktirte Urnen charakterisirten Urnenfeldern die Reihe der Gräber der Eisenzeit eröffnen. (S. jetzt besonders Undset, das erste Auftreten des Eisens in Nord=Europa S. 269).

Ueber die Form der Spornitzer Urnen läßt sich leider nichts Durchgehendes bestimmen, da keine einzige völlig erhalten ist. Im Allgemeinen scheinen sich die Wände an den platten Fuß in sehr stumpfem Winkel anzusetzen; in einem scharf ansetzenden Bauchrand oder in starker Rundung zieht sich die Gefäßwand zu dem verhältnißmäßig engen Halse zusammen. Abweichend sind zwei kleinere Gefäße: 1) das oben erwähnte (Tafel II, Fig. 5) mit Gratrippen. Der Hals ist nicht erhalten, der Fuß hat 5 1/2 cm Durchmesser und ist nach innen hohl, der Bauch flach gewölbt. Die Farbe ist innen wie außen rothbraun; gearbeitet ist es aus freier Hand; das Material ist fein geschlemmter Thon. Diese geriefelten Gefäße sind häufiger im mittleren Elbgebiete und in der Lausitz, bei uns noch nicht beobachtet. Lindenschmit, A. u. a. h. V. II, I, 1 theilt eine Anzahl derselben mit, von denen besonders Nr. 2 den unseren entspricht. 2) Ein Napf, wesentlich einfacherer Art als die anderen Gefäße; kein Fuß, unten eingedrückt zu einem Grübchen von 3 1/2 cm Durchmesser; größter Durchmesser 38 cm. Die Höhe ist nicht genau bestimmbar, da der obere Theil abgebröckelt ist, etwa 6 1/2 cm.

Die Spornitzer Urnen gehören einer durch scharfe Merkmale charakterisirten Stufe der Keramik an, die sie nicht nur von den Urnen der Stein= und Bronzezeit, sondern auch von denen der älteren und der jüngeren Eisenzeit (dem sogenannten Burgwalltypus) bestimmt unterscheidet. Ihr Verbreitungsgebiet zu bestimmen ist mir bei der Art, wie das archäologische Material in Deutschland zerstreut ist, noch nicht möglich gewesen; zusammenfassende Darstellungen fehlen, da Undsets classisches Werk sich nicht bis zu dieser Periode er=

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streckt. Ich will nur erwähnen, daß ich an einen directen Zusammenhang mit dem sogenannten Lausitzer Typus, der seinen Namen nach den außerordentlich reichen und mannigfaltigen Urnen jener Gegend hat, nicht glaube; jene Funde sind doch wesentlich älter, und ihre Aehnlichkeit mit den Spornitzer Urnen wohl nur äußerlich. Eine Aufeinanderfolge von Lausitzer Typus und Burgwallfunden ist wohl gelegentlich vermuthet, aber, soviel ich weiß, nirgends sicher constatirt; es scheint vielmehr, daß dort das Nachrücken slavischer Massen noch früher als bei uns der älteren Eisenzeit ein Ende gemacht hat. (S. auch Undset, a. a. O. S. 150 flad.)

Dagegen bietet Hannover sehr reiche Urnenfunde dieses Charakters; siehe z. B. die allerdings sehr manirirten Abbildungen in Kemble's Horae Feriales, Tafel XXX u. XXXI, aus Grabfeldern von Hoya, Nienburg, Wölpe. Nach Norden geht er weit hinauf: in Sehested's Werke über seine Funde in Broholm auf Fünen sind mehrere Urnen der Art abgebildet; auch wichtig weil in Beigaben mit dem Spornitzer Felde übereinstimmend, sind die Bornholmer Grabfelder (s. Vedel in den M/eacute;moires de la société des antiquaires du nord 1872-1877, Tafel 10), und Undset bildet a. a. O. Fig. 209 Urnen gleicher Art aus Gräbern Norwegens mit römischem Einflusse ab.

B. Gegenstände von Bronze.

1) Eine Fibel (abgeb. Tafel II, Fig. 6), sogenannte "Armbrustfibel". Die Seyne schlingt sich in 8, resp. 7 Windungen um die 5 3/4 cm lange Axe und lehnt sich halbkreisförmig an die untere Seite des Bügels an; dieser ist selbst halbkreisförmig und hat einen constanten dreiseitigen Querschnitt mit leise convexen Seiten von 3/4, resp. 1/2 cm Breite, der Fuß ist vierseitig und hat eine Nadelscheide. Die Ornamentirung ist ungewöhnlich reich: auf dem Bügel ist ein Ornament, bestehend aus zwei concentrischen Kreisen mit einem Auge in der Mitte, eingedruckt, auf jeder Seite sechsmal. Offenbar ist dieses vermittelst eines Stahlpunzens geschehen, wie man an den scharfen Rändern der Furchen erkennen kann, und zwar ziemlich unsicher; denn die Abstände der Kreise von einander sind ungleich und die Furchen von verschiedener Tiefe. Der Fuß ist mit dem Spitzstichel ciselirt auf der Seite der Nadelscheide durch Linien, welche dieser parallel laufen, auf der anderen durch ein Band von in spitzen Winkeln an einander stoßenden Linien. Außerdem ist der Fuß durch Ausfeilen von je zwei Quadraten auf beiden

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Seiten profilirt. - An den Bügelhals setzt sich auf kurzem, dickem, gerundetem Stiele ein kegelförmiger, facettirter Knopf an; gleiche, aber kleinere Knöpfe schließen die Sehnenaxe ab.

Zur chronologischen Fixirung eines Grabfeldes sind die Fibeln von der größten Wichtigkeit; diese unscheinbaren Geräthe sind Erzeugnisse einer fabrikmäßigen römischen Provincialcultur, deren Verbreitung von der Productionsquelle bis zum fernen Osten und Norden sich verfolgen läßt und eine sichere, nicht nur relative, sondern zum Theil auch absolute Zeitbestimmung schon darum zuläßt, weil wir doch eine Zeit jahrhundertelanger Wanderung für diese zerbrechlichen Dinge nicht annehmen können. Es ist auf deutschem Boden hauptsächlich das Verdienst von Otto Tischler in Königsberg, die einzelnen Fibelformen nicht nur scharf geschieden, sondern auch nach ihrem Verbreitungsgebiete untersucht und durch gleichzeitige Münzfunde chronologisch bestimmt zu haben. Unsere Fibelform bezeichnet er "Ostpreußische Grabfelder" S. 182 als Typus A II a und giebt Curland und die Insel Gothland als die nördlichsten Ausstralungen an. Merkwürdig ist es, daß sie in der Nähe römischer Cultur, also nach dem Rheine zu, selten zu sein scheint, während eine häufigere Abart, die mit lang herabgehendem Nadelhalter, zu dem regelmäßigen Inventar der von römischer Cultur beeinflußten Gräber und anderen Fundstätten im ganzen Gebiete gehört.

"Armbrustfibeln" der Spornitzer Art gehören bei uns zu den seltneren; wir haben sie nur aus den vier Grabstätten von Klein=Retzow, Pritzier (Jahrb. VIII, 58; XXXVIII, 219), Gögelow (Fr. Fr., S. 96) und Bützow und aus sieben Einzelfunden, meist ohne genaue Fundangabe.

In Ostpreußen tritt diese Fibelform zusammen auf mit römischen Kaisermünzen aus der Zeit der Antonine und des Commodus (138-192 n. Chr.). Wenn wir nun auch eine Anzahl von Jahren als nothwendig für die weite Reise nach dem deutschen Norden annehmen, so können wir immerhin mit ziemlicher Bestimmtheit die "Armbrustfibel" in die erste Hälfte des dritten Jahrhunderts setzen.

2) Eine gleiche Fibel, aber kleiner und einfacher gearbeitet, der Knopf ist nicht profilirt und der Bügel nicht ornamentirt, die Nadelscheide läuft spitz aus. Länge: 5 1/2 cm, des Fußes: 2 1/2 cm.

3) und 4) Zwei einander völlig gleiche Fibeln, den vorigen verwandt, aber mit herabgehendem Nadelhalter, wie Hildebrand Spännets historie, Fig. 60 u. 61, Vedel a. a. O. 15, 4. Diese Form, wie es nach neueren Untersuchungen

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scheinen will, die ältere, ist in ihren verschiedenen Ausbildungen häufiger als die eben erwähnte und bis in die römisch=germanischen Grenzgebiete direkt zu verfolgen; auch in unsern Urnenfeldern ist sie sehr häufig.

5) Zusammengebrannte Bronze stücke, unter denen ein sich verbreiterndes Band mit erhabenem Grate erkennbar ist, wahrscheinlich der Bügel einer Fibel von seltnerer Gestalt.

C. Gegenstände von Eisen.

1) Eine eiserne Axt (s. Tafel II, Fig. 7). - Die Axt ist nach unten leise geschweift, aber bei Weitem nicht so, wie die Aexte aus den Gräbern des Rheinlandes (die bekannte Frankenwaffe, die francisca) zu sein pflegen, deren Zeit eine etwas jüngere ist. (Abbildung und Detailausführung in Lindenschmit's Handbuch der deutschen Alterthumskunde I, 1, S. 189 flgd., wo Fig. 90 der unseren am meisten entspricht, s. auch Lindenschmit's Alterthümer uns. h. Vorzeit I, II, 7, 2.) Sie entspricht ganz den Formen der übrigen Aexte der meklenburgischen Eisenzeit, wie sie in den Gräbern von Börzow, Kothendorf (Frid. Franc., Text S. 89) und Kamin (Jahrb. II B, S. 53 und XXX, S. 153) gefunden sind. Doch giebt ein Umstand dabei zu denken. Die genannten Grabfelder enthalten die oben erwähnten schwarzen Urnen mit Mäanderverzierung und eine Fibelform mit oberer Sehne, die früher sogenannte "Wendenfibel"; hierdurch charakterisiren sie sich als der älteren Periode der Eisenzeit angehörig. Finden wir in Spornitz diese Axtform mit der jüngeren Fibelform und jüngeren Urnen zusammen, so beweist dies ein Fortbestehen der älteren Axtform in dieser Zeit, wohl begreiflich bei ihrer Einfachheit und Zweckmäßigkeit, documentirt aber zugleich einen direkten Zusammenhang zwischen beiden Arten von Grabfeldern. Im Uebrigen fanden Beigaben von Waffen damals nur sehr selten statt.

Diese Axt ist im Norden weit verbreitet: in Ost=Preußen erscheint sie neben älteren Fibelformen, also wie unsere Börzower u. s. w, in schleswigschen und dänischen Moorfunden * ) tritt sie neben Fundstücken auf, die denen unserer "Römergräber" ähneln; besonders beachtenswerth ist das Vorkommen in Bornholmer Skelettgräbern dieser Art (s. Mémoires des antiquaires du nord 1872-77, Tafel 13, Fig. 3, genau unser Exemplar, zusammen mit entsprechender


*) Anm. S. u. a. Engelhard, Kragetut mosefyndet IV, 10, Thorsberg mosefyndet XII, 13.
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Fibelform). Auf einen Zusammenhang der letzteren mit den Spornitzer Funden ist oben schon hingewiesen. Noch näher berührt uns Virchow's Mittheilung über das Urnenfeld von Ragow, wo unsere Axtform sich neben Urnen fand, die den Spornitzer ganz analog sind. (S. Verhandlungen der Berliner Gesellschaft für Anthropologie 1880, S. 94 flgd., Fig. 11.)

2) Ein Messer von 11 cm Länge, in zwei Stücke zerbrochen. Der Rücken ist gerade, die Klinge leise nach der Spitze zu nach oben geschweift, die Griffangel ist kurz und schmal. Es ist dieses die Form und die Größe, welche die Messer der Eisenzeit zu haben pflegen. Von unseren ältesten Urnenfeldern (z. B. Kamin) bis in die jüngste Heidenzeit (z. B. in dem Funde von Kladow, s. Jahrb. XL, S. 268) bilden sie ein fast regelmäßig wiederkehrendes Fundobject, und zwar überall, wo wir eine der unsern analoge Eisencultur antreffen, z. B. in dänischen Skelettaräbern der älteren Eisenzeit (s. Undset, Auftreten des Eisens, S. 442, Fig. 144), auf dem für die Eisenzeit und ihre Periodentheilung classisch gewordenen Boden von Bornholm in den Brandgruben (brandpletter) der dortigen zweiten und dritten Periode, welch letztere zu den Spornitzer Funden die meisten Beziehungen hat (S. a. a. O, Tafel 7, Fig. 4, mit unserem Exemplar genau übereinstimmend), in Ost=Preußen in dem Urnenfelde von Rosenau (s. Berend, Ztschr. d. phys.=ökon. Gesellschaft in Königsberg XIII, Tafel 7, Nr. 27, 31 u. 32, dazu Tischler, ebend. XIX, S. 245).

3) Ein Messer, ähnlich dem vorigen, aber unvollständig erhalten. Der Griff besteht aus einer vierseitigen, ziemlich starken Stange von 1 cm, resp. 3/4 cm Breite, die Klinge ist recht schmal, von kaum 1 cm größter Breite.

4) Ein Messer, stark zerbrochen und unvollständig; der Griff ist länger und dünner als beim vorigen, die Klinge stärker.

5) Eine Schnalle mit rundem Bügel, deren ursprüngliche Gestalt durch Verbiegen und Rost unkenntlich geworden ist.

6) Rest einer scheibenförmigen Fibel, leider so zerrostet und verbogen, daß ein näheres Erkennen unmöglich ist.

D. Eine Anzahl Perlen aus Glas oder Thon.

Die Mehrzahl sind platt und abgerundet, nur eine hat scharfe Kanten; die meisten sind einfarbig, die Glasperlen blau oder grün, die Thonperlen roth oder gelb. Die Tafel II, Fig. 8 abgebildete Perle ist auf einem schwarzen Grunde weiß gebändert, mit grünen Augen; solche Perlen sind bei

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uns selten, während die einfarbigen häufig gefunden werden, und zwar je jünger das Grabfeld, desto häufiger.

E. Zusammengerostete Eisen=, Bronze= und Glastheile.

Die Spornitzer Gegenstände sind theils unverletzt zu den gesammelten Gebeinen des Bestatteten in die Urne gelegt, theils mit ihm verbrannt. In letzterem Falle haben sie meist ihre Gestalt verloren und sind im Einzelnen nicht mehr erkennbar. So haben wir ein eisernes Messer, zusammengerostet mit Knochenstücken und Thon=Perlen, ein unerkennbares eisernes Geräth mit einem dünnen Bronzeringe, einen Nagel mit bronzenem Kopfe.

Die aufgezählten Trümmer des reichen Grabfeldes reichen zu einer allgemeinen Zeitbestimmung desselben aus. Nach dem Ausgeführten gehört es etwa dem dritten nachchristlichen Jahrhundert an, einer Zeit, in der Meklenburg noch seine alte germanische Bevölkerung gehabt und seine Cultureinflüsse auf dem westlichen Wege von den romanisirten Grenzländern erhalten hat. Am reinsten spricht sich dieser Einfluß in den Skelettgräbern, besonders zu Häven, aus; er herrscht aber auch in gleichzeitigen Urnenfeldern, von denen das von Pritzier dem Spornitzer am nächsten steht. Dieses gehört zu unsern jüngsten Urnenfeldern, wie ein Vergleich mit dem folgenden noch genauer zeigen wird.


II. Urnenfeld von Pogreß.
[Kat.=Nr. E 186. 187.]

Auf dem gräflich Bernstorff'schen Gute Pogreß, eine Meile nordnordöstlich von Wittenburg, hat der Pächter Herr Peitzner seit Jahren ein aufmerksames Auge auf vorkommende Alterthümer und prähistorische Stätten von Bedeutung gehabt. Er hat daher nicht nur selbst eine ansehnliche Sammlung von Geräthen aller prähistorischen Perioden zusammengebracht, sondern auch eine große Anzahl von Kegelgräbern westlich, südlich und östlich um den Hof herum nachgewiesen, die allerdings meist schon zerstört sind; es scheinen diese Grabhügel nach den Funden der jüngeren Bronzezeit anzugehören. Der hervorragendste Hügel, den man hierher zählen möchte, heißt "der Opferberg", hat aber

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bei einer Durchgrabung keine Fundstücke ergeben. Nahe dabei sind Urnen freigelegt, von denen eine mit Inhalt in das Schweriner Museum gekommen ist (s. Jahrb. XLI, S. 167). Das Grabfeld, von dem sie stammen, gehört zu den ältesten unserer Eisenzeit, denn die Urne enthielt vorrömische Metallsachen aus einer Culturperiode, die sonst an Meklenburg fast spurlos vorübergegangen zu sein schien. (S. Undset, Eisen in Nord=Europa, S. 263.) Oestlich von diesem Felde hat nun Herr Peitzner ein anderes entdeck, welches einen ganz anderen Charakter trägt und einer relativ jungen Periode der Eisenzeit angehört. Verfasser hat dasselbe mit freundlicher Unterstützung des Herrn Peitzner am 4.-6. October 1883 untersucht. Nördlich an dem von Dreilützow nach Parum führenden Wege ist eine Tannenwaldung durch einen Graben von früherem Ackerlande geschieden, auf dem jetzt eine Tannenschonung angelegt ist. Aus dem bei Anlage des Grabens aufgeworfenen sandigen Erdreich hat der Regen oft verbrannte Knochen, Urnenscherben und kleine Fundstücke aus Eisen, Bronze oder Glas freigespült, und auch bei der Tannenpflanzung ist man auf Urnen gestoßen. Diese Urnen standen etwa 1/2 m tief in der Erde, ungeschützt und, wie es scheint, gruppenweise bei einander. Da das Terrain nicht frei war, verbot sich die Freilegung einer größeren Strecke von oben her, und wir haben nur seitlich von den Wänden des Grabens aus eine Anzahl Scherben u. s. w. zu Tage fördern können. Auf eine unversehrte Urne sind wir nicht gestoßen. Ich zähle daher die früher und zuletzt gefundenen Gegenstände neben einander auf und bemerke, daß Herr Peitzner charakteristische Urnenscherben und die Taf. II, Fig. 13 abgebildete Schnalle der Sammlung geschenkt hat.

A. Thongefäße.

Die Urnen waren sämmtlich sehr fein geschlemmt aus braunrothem Thon, ohne Zusatz von Granitgruß, mit sehr geringem von Sand. Die Oberfläche war schwarz in verschiedenen Nuancirungen. Die Grundform scheint die eines Gefäßes mit kleinem Fuße, kräftiger Ausbauchung und starker Verengerung zur Halsöffnung gewesen zu sein.

Die Verzierungen waren meist fein ausgeführt und bestanden in Linien und rippenartigen Einkerbungen, vereinzelt auch Punkten.

1) Die Linearverzierung bestand aus kräftig eingedrückten oder flüchtig geritzten, niemals aus punktirten

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Linien. Die eingedrückten laufen zu einander parallel (Fig. 10) oder setzen sich an einen Streifen aus Parallellinien senkrecht (Fig. 12) oder auch schräg in Streifen an. Die eingeritzten zeigen denselben Charakter, z. B. Fig. 9. In verschiedener Weise sind dann eingeritzte und eingedrückte Linien combinirt (sehr ähnlich z. B. der Jahrb. XXXV, Tafel 2, 19 abgebildeten Urne von Häven). Gebogene Linien, wie an den Pritzierschen Urnen, sind selten (z. B. Fig. 11). Die Ornamentirung erinnert sehr an die Urnen der jütischen Moorfunde, z. B. Thorsberg, Taf. 17, Fig. 16.

2) Einkerbungen kommen in denselben Variationen vor, entweder allein, und dann wie an der abgebildeten Spornitzer, oder in Combination mit eingedrückten oder eingeritzten Linien in derselben Zusammenstellung, wie diese unter sich.

3) Punkte sind selten; ein Gefäß zeigt größere Punkte von kleineren umgeben, ein anderes eingedrückte, wie die Spornitzer Scherbe Nr. 4, und zwar sind sie kreuzförmig zusammengestellt.

B. Gegenstände aus Bronze.

1) Eine Schnalle ohne bewegbare Axe, mit viereckigem Bügel. Die große Mehrzahl der Schnallen, welche zu den regelmäßigen Ausstattungsstücken eines Grabfeldes der Eisenzeit gehören, hat eine Axe, ist also zweigliedrig.

2) Der Bügel einer Schnalle mit rohem Thierkopfornament (s. Fig. 13). Interesse gewinnt dieser Bügel durch parallele Funde. Im Museum zu Hannover sah ich vier gleiche Exemplare aus dem Perlberger Urnenfelde bei Stade, zusammen mit ihnen "Armbrustfibeln" und Knöpfe aus Knochen gleich dem unten zu erwähnenden. Auch die Urnen zeigten große Aehnlichkeit. Diese Uebereinstimmung zwischen hannoverschen und meklenburgischen Funden, so geringfügig letztere sind, ist nicht ohne Tragweite für Erkenntniß unserer ethnographischen Verhältnisse. Durch die "Armbrustfibeln" ist das hannoversche Feld dem zweiten bis dritten nachchristlichen Jahrhundert zugewiesen; finden wir Felder gleichen Charakters, so dürfen wir sie der gleichen Zeit und einer mindestens verwandten Bevölkerung zuschreiben. Es scheint demnach in jener Zeit starker Völkerbewegungen, welche der großen germanischen Wanderung nach Süden und nachdrängender slavischer Invasion vorausgingen, eine enge Verbindung zwischen der Bevölkerung zu beiden Seiten der Niederelbe und ihres Flußgebietes bestanden zu haben. Nach ihrem ganzen Charakter müssen wir Urnenfelder, wie das von Spornitz und Pogreß, an das Ende unserer Urnen=

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feldperiode stellen, und es wird nach dem Gesagten wahrscheinlich, daß die slavische Einwanderung derselben ein Ende gemacht hat. Dieses Resultat weicht wesentlich von der alten Anschauung ab, welche in den Urnenfeldern wendische Grabstätten erblickte und den populären Namen "Wendenkirchhöfe" approbirte; denn es weist ganz im Gegentheil sämmtliche Urnenfelder der germanischen Zeit zu und legt uns die Verpflichtung auf, andere archäologische Merkmale des Slavischen aufzufinden. Vorläufig ist das nur für die letzte Zeit des Slaventhums in Burgwallfunden, dem Begräbnißplatze von Bartelsdorf und einigen Silberfunden gelunaen; die ganze dazwischen liegende Zeit des slavischen Meklenburgs ist eine archäologisch noch dunkle Strecke, die zu erhellen wir erst ganz allmählich hoffen dürfen.

Aehnlichkeit mit der Pogresser Schnalle bietet auch die von Häven (Jahrb. XXXV, Tafel 1, Fig. 7), ein Beleg für etwaige Gleichzeitigkeit der beiden Fundstätten; aber während dort der Kopf unorganisch an dem Körper der Schnalle angesetzt ist, erscheint er bei der Pogresser, wenn auch plump ausgeführt, doch mit richtigem Stilgefühl als abschließendes Ende des Bügels. Wir haben aus einem Urnenfelde von Klink (s. Jahrb. XIII, S. 382) eine Schnalle, welche den Uebergang herstellt: noch ist das abschließende Glied des Bügels kein Thierkopf, aber es fehlen nur Ohren und Augen, um es dazu zu machen. Man verzeihe das lange Verweilen bei diesem unscheinbaren Gegenstande; ich glaube aber, daß die Betrachtung dieses Fundstückes insofern von Bedeutung ist, als es neben ähnlichen den Beginn einer nationalen germanischen Kunstindustrie darstellt, die nach römischen Mustern arbeitend zu einem eigenartigen Stile, dem germanischen der Völkerwanderungszeit, geführt hat. Die slavische Bevölkerung, welche den Osten damals occupirt hat, hat daran keinen Antheil, und so ist es auf unserem Boden bei Anfängen verblieben. Ich verweise daher auf Sophus Müller's lichtvolle Ausführungen (die Thierornamentik im Norden, übersetzt von J. Mestorf, 1881, S. 27 flgd.), welcher nachweist, wie an den römischen Industrieproducten allmählich als selbständiges Decorativ der Thierkopf auftritt und mehr und mehr zu einem germanischen Typus wird.

C. Eine kleine Axt aus Eisen, 9 3/4 cm lang, ganz gleich der Spornitzer (Tafel II, Fig. 7).

D. Rest eines Spielsteins (?) oder Knopfes aus Knochen, mit kleinen concentrischen Kreisen verziert.

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E. Mehrere sehr schöne Glasperlen. Sie sind rund, aus grünem Glase, eine mit helleren Längsstreifen, worüber gelbe Querstreifen gemalt sind.

Das Pogresser Urnenfeld läßt noch auf mehr Ausbeute hoffen; wir müssen uns begnügen, auf Grund obiger Ausführungen vorläufig seine Zeit ungefähr als die des dritten Jahrhunderts zu bezeichnen und es in eine Reihe mit den Urnenfeldern von Pritzier und Spornitz, den Skelettgräbern von Häven zu setzen, in welcher Reihe es zeitlich den letzten Platz einzunehmen hätte.


III. Begräbnißplatz von Bartelsdorf.
[Kat.=Nr. E 300-302.]

(Fortsetzung zu Jahrb. XXVIII, S. 301 und XXIX, S. 177.)

In den Jahren 1862 und 1863 wurde am rechten Warnowufer bei Rostock, auf dem Felde von Bartelsdorf, ein Grabfeld freigelegt und von Lisch untersucht, welches sich als unzweifelhaft wendisch, und zwar dem Beginn der christlichen Periode angehörig erwies, also dem ausgehenden zwölften, resp. beginnenden dreizehnten Jahrhundert angehörte. Die Bestattungsform war die Beerdigung, die Alterthümer von Eisen und Bronze waren sicher als jung charakterisirt. Eine Anzahl Fundgegenstände sind damals in den Händen von Rostocker Bürgern verblieben; so hat der Lithograph Dethloff einige erworben (s. Jahrb. XXVIII, 305). Diese sind später in den Besitz des Herrn Rathssecretärs A. Rusch gekommen und von diesem im Januar 1883 der Großherzogl. Alterthümersammlung überlassen. Es sind das:

1) Eine Schale aus Bronzeblech von 6 1/2 cm Durchmesser. Der Rand ist nach innen gebogen, unter demselben in gleichen Abständen drei kleine Oeffnungen, um die Schale aufhängen zu können. Dazu gehört angeblich ein Stück gewundenen Bronzedrahts, wohl eine Wagschale, wie Montelius, antiquités suédoises 642. Im Stockholmer Museum habe ich mir 4 solche Wagschalen notirt, meist zusammen mit Silberfunden aus der Zeit um 1000, also nicht wesentlich von der Zeit der Bartelsdorfer Gräber verschieden (s. Montelius

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statens historiska museum S. 58, Hildebrand, das heidnische Zeitalter in Schweden S. 128); durch dieses Zusammentreffen sind sie als Geldwagen charakterisirt. Da die Schatzfunde überwiegend aus "Hacksilber"(zerbrochenen Schmucksachen u. s. w., s. Bericht über die deutsche Anthropologen=Versammlung in Berlin 1880, S. 60 flgd.) bestehen, so wurden diese Wagen ja nothwendig. S. übrigens unten die Besprechung des Silberrings von Schwerin.

2) Ein kleiner Beschlag aus Bronze, in dem Eisen eingeklemmt, ist verziert mit kreuzförmig gestellten Punkten, wie der im Jahrb. XXVIII, S. 305 abgebildete Kopfring. Solche Beschläge sind auch von den Ausgrabungen her in die Sammlung gelangt und damals nicht unwahrscheinlich als Beschlag einer Messerscheide erklärt.

3) Ein kleiner Gürtelhaken aus Bronze, einfachster Form, zerbrochen und verletzt, etwa 7 cm lang; an der einen Seite eine Oeffnung zum Einhaken, an der andern eine kleine Knippe; verziert mit je einer Reihe eingedrückter Punkte an den Rändern und einer Wellenlinie in der Mitte, die ebenfalls von Punkten begleitet wird.

4) Ein "Schläfenring" aus Bronze. Der Ausdruck "Schläfenring" ist in neuerer Zeit, soviel ich weiß, durch Sophus Müller aufgekommen und bezeichnet offene Ringe aus Bronzedraht, die an dem einen Ende stumpf, an dem anderen zu einer Oese zurückgebogen sind. Man hat sie bei beerdigten Leichen, und zwar am Kopfe, gefunden in Begräbnißstätten, die man durchgängig als slavische ansprechen konnte, und sieht darum mit Recht in ihnen eine für Slavisches typische Form. (Sophus Müller in Schlesiens Vorzeit in Wort und Bild 1877.) Ueber ihr Vorkommen, besonders in Meklenburg, s. Lisch, Jahrb. XLV (1880), S. 268, bei Gelegenheit des Kladower Fundes. Seit der Zeit haben sich die Beobachtungen im Osten bedeutend gemehrt; nach Virchow's Ausführungen (Berliner Zeitschrift für Ethnologie XIII, 1881, Verhandlungen S. 369) scheint es, daß sie mit der offenen Oese an einem Riemen aufgereiht am Kopfe getragen wurden. Das vorliegende Exemplar hat 4 cm Durchmesser und unterscheidet sich von den früheren Bartelsdorfschen (s. Jahrb. XXIX, S. 180) wesentlich; diese sind nämlich aus zusammengebogenem Bronzeblech, das unsere dagegen massiv aus Bronzedraht.

5) Drei eiserne Nägel mit großem flachem Kopfe, wie sie schon früher erwähnt sind (Jahrb. XXVIII, S.

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304), damals als Sargnägel und Zeichen christlicher Sitte erklärt.

6) Scherben von drei Urnen, unverziert, mit brauner Oberfläche, mit grobem Kiessand durchknetet, wesentlich roher als die Urnen der oben besprochenen Urnenfelder.

Diese Nachlese giebt nur eine Ergänzung zu dem Bilde, welches a. a. O. von der Bartelsdorfer Grabstätte gegeben ist. Lisch hat gleich bei ihrer Aufdeckung ihre Bedeutung erkannt, und an seinen dort gezogenen Resultaten haben die zwanzig Jahre reger archäologischer Bestrebungen nichts geändert; nur ist die Wichtigkeit des Fundes dadurch gesteigert, daß er der einzige in Meklenburg geblieben ist.


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Anhang.

Ich füge anhangsweise noch zwei Funde hinzu, die vorläufig noch als Einzelfunde zu bezeichnen sind, sich aber mit den aufgeführten Grabfunden mehrfach berühren.

1. Perle von Dämelow.
[Kat.=Nr. 4665.]

Auf der Feldmark des Gutes Dämelow bei Brüel hat Herr v. Storch, der Besitzer, schon mehrere Perlen gefunden, und zwar an verschiedenen Stellen verstreut, während man weder auf Gräber der Bronzezeit, noch auf Urnenfelder gestoßen ist. Das zuletzt (Jan. 1883) geschenkte Exemplar ist rund, einfarbig hellblau, von 1 cm Durchmesser.

Die früher gefundenen Perlen (Jahrb. XXVIII, S. 152, XL, S. 155, XLIII, S. 206) waren meist blau, und zwar in sehr verschiedenen Nuancirungen, eine ganz dunkelgrün, zwei mit gelben Punkten, resp. Spitzen verziert. Nahe bei Dämelow liegen die Gräber von Häven, welche ein so beredtes Zeugniß von der römischen Beeinflussung jener Gegend etwa im dritten Jahrhundert n. Chr. (s. Lisch, Jahrb. XXXV, S. 163) geben. Diese Perlen einer Bevölkerung und einer gleichen Zeit zuzuschreiben liegt nahe; daß es römische Importartikel sind, kann keinem Zweifel unterliegen.

2) Silberring von Schwerin.
[Kat.=Nr. LII., V. V. c.]

Am Pfaffenteiche in Schwerin, beim Amtsgebäude, wurde bei Gelegenheit von Erdarbeiten der auf Tafel II, Fig. 14 abgebildete starke Silberring gefunden. Derselbe ist offen, an der Oeffnung spitz auslaufend und von da aus sich immer mehr verdickend bis zu 1/2 cm Stärke. Der Durchmesser beträgt 2 cm. An der stärksten Stelle ist er durch flüchtig eingeritzte kleine Linien verziert. Daß wir in diesem Ringe keinen zufällig verlorenen Gegenstand vor uns haben, für den die Fundstätte indifferirt ist, dafür scheint zu sprechen,

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daß schon vor Jahren von derselben Stelle eine Urne mit Henkel eingeliefert ist, hart gebrannt, mit klingendem Tone, der obere Theil stark eingebogen, und der Hals scharf ansetzend, mit schmutzig schwarzer Oberfläche. Beide Funde zusammengenommen scheinen doch auf eine absichtliche Bergung an dieser Stelle zu weisen. Silberfunde haben wir nur aus der letzten Zeit des Heidenthums, und wenn ich auch keine völlig treffende Analogie aus Deutschland zu dem besprochenen Ringe anführen kann 1 ), so weist doch seine Form ihn in jene Reihe von Schatzfunden orientalischen Charakters, die im Osten (bes. Pommern) und Norden (bes. Gothland) so überraschend reich auftreten, bei uns aber nur durch den großen Silberfund von Schwan vertreten sind. (S. Jahrb. XXVI, S. 241.) Dieser Fund ist durch deutsche, englische, russische und arabische Münzen datirbar und mit Sicherheit etwa dem Jahre 1030 zuzuschreiben. Unser isoliertes Stück können wir natürlich nur im Allgemeinen als Zeitgenossen jenes Fundes bezeichnen, müssen aber auf genauere Zeitbestimmung verzichten. Wie der Schwaner Fund in der Nähe von Niklots Burg Werle gemacht ist, so ist auch dieser Ring in der Nähe einer für das sinkende Wendenthum bedeutenden Stätte, des Schweriner Burgwalls, gefunden. Bei der großen Armuth an archäologischem Material, welches zur Aufhellung dieser denkwürdigen Epoche dienen könnte, wollen wir auf dieses Zusammentreffen wenigstens hingewiesen haben.

Es sei nur noch bemerkt, daß schon einmal bei Schwerin ein Silberfund gemacht ist, bei dem leider die genaueren Fundverhältnisse nicht zu ermitteln gewesen sind (s. Jahrb. IX, S. 388 und den Nachtrag X, S. 295). Derselbe bestand aus Schmucksachen in Filigranarbeit, orientalischen Ursprungs, und Münzen, theils "Wendenpfennigen", theils niedersächsischen Nachbildungen kölnisch=Ottonischer Pfennige.

Silberring

Letztere gehören dem elften, resp. dem zwölften Jahrhundert an, und hierdurch findet der Fund seine chronologische Fixirung. Der anbei nach Jahrb. XI, S. 389 abgebildete Ring erinnert sehr an den besprochenen und ist ein neuer Beleg für die oben aufgestellte Zeitbestimmung.


1) In Stockholm sah ich ein völlig gleiches Exemplar aus einem Funde von Münzen und "Hacksilber", das durch deutsche Bischofsmünzen, z. B. von Conrad v. Speier, das Jahr 1070 als terminus post quem erhielt.
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Zur Tafel II.

1.-5. Urnenscherben von Spornitz.
     6. Fibel aus Bronze von Spornitz.
     7. Axt aus Eisen von Spornitz.
     8. Perle aus Glas von Spornitz.
9.-12. Urnenscherben von Pogreß.
    13. Schnalle aus Bronze von Pogreß.
    14. Silberring von Schwerin.

 

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Mecklenburgische Grabfelder der Eisenzeit
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III.

Ueber

die alte Kirche zu Vellahn.

Von

Baurath Th. Krüger.


D er vielfach kundgegebene Wunsch nach Darstellung der alten Vellahner Kirche in Zeichnung ist endlich erfüllt. In Folge eines Auftrages des hohen Finanz=Ministerii habe ich selbst die Kirche besichtigt und durch meinen Sohn aufmessen und zeichnen lassen und die Zeichnungen an das hohe Ministerium eingesandt. Eine verkleinerte Zeichnung von der genannten Kirche sende ich hieneben zur Mittheilung für das Jahrbuch 1 ). - Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir noch einige Bemerkungen, resp. Ergänzungen zu der von Freund Lisch gegebenen Beschreibung in dem Jahrbuche des Vereins, Bd. XLI, S. 177-182.

Der alte Felsenbau ist, wie auch Lisch schon bemerkt, als romanische, ungewölbte Basilika entworfen, jedoch in sehr roher Technik ausgeführt. Von wirklich bearbeiteten Gesimsen ist keine Spur vorhanden, die Pfeiler sind von gespaltenen Geschieben von unregelmäßiger Gestalt in Kalkmörtel, wie auch das übrige Gemäuer, aufgeführt. Der erste Pfeiler auf der Nordseite bei a zeigt nach innen annähernd eine Cylinderform, der gegenüber liegende bei b ebenfalls annähernd eine sechseckige Grundform, während die übrigen quadratförmige haben. Die Wölbsteine der Bögen sind in der


1) S. Tafel III.
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Weise bearbeitet, wie man heutzutage die Steine zu dem Kopfsteinpflaster herstellt; eine glatt bearbeitete Fläche und scharfe Kanten finden sich nirgends.

Ob von Anfang an Seitenschiffe, in gleicher Ausführung wie das Mittelschiff, vorhanden gewesen, ist nicht mit Sicherheit zu behaupten, jedoch immerhin möglich, da sich in der Nordwand noch Löcher befinden, welche zur Aufnahme der Sparren des Seitenschiffes bestimmt gewesen. Die Wand des vorhandenen nördlichen Seitenschiffes ist in Ziegelmauerwerk mit Spitzbogenblenden ausgeführt, also viel später als das Mittelschiff erbauet. Die Mittelschiffwand hat oben nicht, wie Lisch schreibt, 6, sondern nur 4 Rundbogenfenster.

Die Annahme, daß die Kirche früher einen halbkreisförmigen Chor gehabt, scheint mir bei der mangelhaften Technik sehr zweifelhaft, und wird wahrscheinlich nur ein Chor von quadratischer Grundform, wie bei der alten Felsenkirche in Dambeck bei Röbel, vorhanden gewesen sein.

Der südliche Anbau des jetzigen Chores ist entschieden später als der Chor selbst, da er in Ziegeln ausgeführt, und das vorhandene Fenster des Chores wegen dieses Anbaues zugemauert ist.

Ob die Ausfüllung der Arkadenöffnungen des Mittelschiffes später erfolgt ist, wird sich beim Abbruch der Kirche feststellen lassen. In diesem Falle würden die Pfeiler mit der Ausmauerung im Verbande nicht zusammenhängen, müßten sich vielmehr unabhängig als abgeschlossene Pfeiler zeigen.

 

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Alte Kirche zu Vellahn
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IV.

J. Kornerup's Forschungen

über den

ältesten Theil der Darguner Klosterkirche.

Angezeigt von Dr. F. Wigger .


Unter den meklenburgischen Klöstern nahmen von jeher Doberan und Dargun einen hervorragenden Platz ein, und noch immer wendet sich zu diesen ältesten Pflegestätten christlicher Cultur der Blick der Forscher mit Vorliebe hin. Auch in unsern Jahrbüchern ist von beiden Klöstern wiederholt gehandelt, aber Doberan ist dabei sehr bevorzugt; und während Letzteres wenigstens für das erste Jahrhundert seines Bestehens bereits einen Historiker gefunden hat 1 ), harrt Dargun noch immer eines Geschichtsschreibers, wie dessen Tochterkloster Hilda (Eldena) ein solcher neuerdings in dem Professor Dr. Pyl zu Greifswald in so ausgezeichneter Weise zu Theil geworden ist.

Um so willkommener ist uns jeder neue Beitrag sachverständiger Forscher; und auf einen solchen aufmerksam zu machen, ist der Zweck dieser Zeilen.

Nämlich nachdem K. v. Rosen 1872, in der Vereinsschrift der rügisch=pommerschen Abtheilung der Gesellschaft für pommersche Geschichte, vom kunsthistorischen Standpunkt aus "über Dänemarks Einfluß auf die früheste christliche Architektur


1) Compart, in Schirrmachers Beiträgen I.
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Rügens" geschrieben, und J. L. Löffler solchen in seinen Abhandlungen über die Klosterkirche zu Bergen und die Gotteshäuser zu Altenkirchen und Schaprode (Baltische Studien 29, S. 77 flgd.; 31, S. 211 flgd.) mehr im Einzelnen nachgewiesen hatte: hielt es der mit der ältesten dänischen Baukunst innig vertraute Professor Körnerup für angezeigt, den dänischen Einfluß auf den Kirchenbau am südlichen Gestade der Ostsee noch weiter zu verfolgen, und untersuchte zu diesem Zwecke die Klosterkirchen zu Dargun und Colbatz und die Ruinen des Klosters Hilda. Die Resultate seiner Forschung hat er in einer Abhandlung "über die Verbindungen des Klosters Esrom mit den wendischen Ländern und deren architektonische Spuren", abgedruckt in: "Aarbøger for nordisk oldkyndighed och historie, Kjøbenhavn, 1881", S. 1 flgd., niedergelegt. Die Gesellschaft für pommersche Geschichte und Alterthumskunde hat wegen des großen Interesses, welches diese Untersuchung für das ganze Gebiet ihrer Forschung hat, bereits eine Uebersetzung der ganzen Abhandlung (vom Regierungsrath G. v. Rosen) in den Baltischen Studien, Jahrg. 1883, S. 65, publicirt und dabei die dem Original eingefügten Holzschnitte reproducirt; wir beschränken uns hier aber auf Dargun.

Kornerup schickt in einer historischen Einleitung eine kurze Darstellung von den Kämpfen der Dänen und der Wenden im 12. Jahrhundert vorauf. Wir haben dieselben im 28. Jahrbuche (1863, in der Abhandlung über den Bischof Berno und Meklenburg zu dessen Zeit) ausführlich besprochen und gezeigt, daß die Wenden, nachdem sie Jahrhunderte lang die Dänen und die Deutschen befehdet hatten, endlich den vereinten Kräften des großen Sachsenherzogs Heinrichs des Löwen und der Dänen erlagen. Nachdem Herzog Heinrich die Macht der Obotriten gebrochen hatte, und der Fürst Pribislaw für das Christenthum gewonnen war, gelang es 1168 dem Dänenkönige Waldemar und den mit ihm unter Führung des Bischofs Berno vereinigten neubekehrten Wenden, die Tempelburg Arkona auf Rügen zu erobern und den Dienst des Götzen Zwantewit zu vernichten. Die Insel Rügen ward christianisirt und dem dänischen Bisthum Roeskilde einverleibt. Dänische Geistliche baueten hier die ersten christlichen Kirchen. Eroberungslust und Eifer für die Ausbreitung des Christenthums gingen in Dänemark wie in Sachsen Hand in Hand. König Waldemar drang 1171 auch in das Land der Circipaner ein, die Zwantewits eifrige Anhänger gewesen waren und demselben regelmäßig ihren Tribut gesandt hatten. Es gelang ihm die Burg des

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Kotimar im Teterower See zu zerstören; aber der Burgherr selbst fand Gnade vor ihm, er und seine Brüder Mirognew und Monic gaben die ersten Ländereien her zur Stiftung des Klosters Dargun 1 ). Dänische Mönche aus dem erst 1153 gestifteten Cistercienserkloster Esrom zogen voll heiligen Bekehrungseifers in diese Wildniß; der 25. Juni 1172 wird als der Stiftungstag ihres Klosters bezeichnet 2 ); am 30. November 1173 weihete der Bischof Berno von Schwerin den Marienaltar in der ersten Capelle Darguns und des ganzen Circipanerlandes 3 ). Den frommen Brüdern ward gestattet, im Klostergebiete Deutsche, Dänen und Wenden anzusiedeln 4 ), und es fehlt auch nicht an Spuren dänischer Einwanderung 5 ).

Das war ein fröhlicher Anfang; allein auf die Dauer vermochten sich die dänischen Mönche doch nicht unter der wendischen, noch dem Heidenthum ergebenen Bevölkerung zu behaupten. Nachdem der Sturz Heinrichs des Löwen die Machtverhältnisse in den Ostseeländern erschüttert hatte, trat der Haß gegen die fremden christlichen Einwanderer offen zu Tage. Wir wissen nicht einmal, ob die Esromschen Mönche und die von ihnen herbeigezogenen Ansiedler noch den Krieg Herzog Bogislaws mit den Dänen und Rujanern in den Jahren 1184 und 1185 zu Dargun erlebt haben: die Klosterstiftung nahm spätestens damals ein Ende. Der Bischof Berno suchte wenigstens das Klostergebiet für künftige, bessere Zeiten zu retten, indem er sich vom Papste Urban III. am 23. Februar 1186 "den Ort Namens Dargun, wo der vorgenannte Bischof ein Kloster gegründet", bestätigen ließ 6 ). Die Mönche fanden nach längerem Umherirren einen Zufluchtsort in Hilda (Eldena bei Greifswald), und dort haben sie dann sich hernach ein neues Kloster gegründet.

Damit hatte die Verbindung des Klosters Esrom mit Dargun ein frühes Ende gefunden: denn es rückten keine neuen Mönche an die Stelle der früheren. Dargun war


1) Vergl. Lisch in Jahrbuch XXVI, S. 181 flgd.
2) Mekl. U.=B. I, Nr. 104.
3) Das. Nr. 111.
4) Das. I, Nr. 114.
5) Jahrbuch XXVIII, S. 247, Anm. 2.
6) Mekl. U.=B. I, Nr. 141. Berno ließ sich vom Papst u. a. bestätigen: "Doberan uero et totam terram Gobange spectantem (das Gebiet des damals noch in Trümmern liegenden Klosters Althof=Doberan) - -, "et locum Dargun dictum, in quo predictus episcopus cenobium fundauit - -." Ich vermag diese Worte nur im oben angegebenen Sinne zu deuten.
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nunmehr, nach dem Ausdruck des Bischofs Slawin von Camin im Jahre 1216 1 ), eine lange Zeit wüste, so daß, wo früher Gottesdienst gehalten war, jetzt die wilden Thiere ihr Lager und Räuber ihre Höhle hatten.

Erst 1209 2 ) richtete Bischof Sigwin, der Circipanien nun zu seinem Caminschen Sprengel rechnete, mit Unterstützung Herzog Kasimars zu Dargun aufs Neue ein Kloster auf; er berief dorthin aber nicht wieder Mönche aus Esrom, sondern Cistereienser aus Doberan 3 ). Damit ging das Kloster Dargun von der Linie Clairvaux im Cistercienser=Orden an die Linie Morimund über, die factische Verbindung mit Esrom hörte auf, wenngleich die Aebte von Esrom noch lange Zeit Paternitätsrechte über Dargun geltend zu machen suchten, bis sie ihren Proceß darüber 1258 verloren 4 ) und 1259 dem Abt zu Doberan gegen eine geringe Entschädigung auf alle ferneren Ansprüche förmlich Verzicht leisteten 5 ). Herzog Kasimar bestätigte dem neuen Kloster freilich 1219 6 ) alle Besitzungen und Rechte des alten, und darunter auch den freien Zuzug von "Deutschen, Dänen und Wenden" und deren freie Ausübung ihrer Handwerke (artes exercendi); aber daß damals wirklich noch Dänen eingewandert wären, ist durch nichts bezeugt und unwahrscheinlich.

Von den ersten Bauten, welche die Doberaner Mönche in Dargun aufgeführt haben, ist uns nichts erhalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren sie nur von Holz und Lehm (Fachwerk, ausgefüllt mit sogenannten Klehmstaken) aufgeführt und mit Stroh oder Rohr bedacht, um den dringendsten Bedürfnissen zu genügen. Im Jahre 1225 schenkte dann der Herzog Wartislaw von Pommern=Demmin dem Kloster Dargun das Dorf Küsserow zu freiem Eigenthum "ad opus latericium", um dort eine Ziegelei anzulegen 7 ). Daß die daselbst gewonnenen Ziegel vornehmlich zu Klosterbauten bestimmt wurden, ist freilich nicht zu bezweifeln; doch scheinen zunächst Wirtschaftsgebäude hergestellt zu sein, denn erst 1241, am 24. April, bezeugt der Fürst Borwin von Rostock, der inzwischen seines Hauses Hoheitsrechte über jene Gegenden gegen die Herzoge von Pommern durchgesetzt hatte, daß er bei der Grundstein=


1) Mekl. U.=B. I, Nr. 226.
2) Das. I, Nr. 186.
3) Das. Nr. 226.
4) Das. II, Nr. 812.
5) Das. Nr. 841.
6) Das. I, Nr. 247.
7) Das. I, Nr. 311.
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legung des Klosters Dargun diesem die Kirche zu Levin als Vicarei incorporirt habe. 1 )

Hiernach ist es sehr wahrscheinlich, daß wir die Grundsteinlegung in den Frühling 1241 zu setzen haben; und nach dem sonst üblichen Brauche darf man annehmen, daß der Grundstein an der Stelle des künftigen Hochaltars eingesenkt ward, und daß der neue Bau mit dem Chor begann, dann zunächst etwa auch noch das Kreuz umfaßte. Jedenfalls wird er zunächst auf die Theile der Kirche beschränkt sein, welche zum Gottesdienste nothwendig waren, und auf die Wohnräume des Conventes und vielleicht der Conversbrüder. Das weniger nothwendige Langhaus mag erst in Angriff genommen sein, als die zunehmende Bevölkerung des Klosterhofes eine Erweiterung des Gotteshauses gegen Westen erheischte und die Mittel des Klosters und der Gläubigen so weit angewachsen waren, um einen dreischiffigen Prachtbau zu ermöglichen. Schwerlich dürfen wir darum die Entstehung dieses Langhauses noch in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts setzen, wie Lisch angenommen hat 2 ); die Spitzbogenform der Arkaden spricht sicher für die zweite Hälfte jenes Jahrhunderts.

Auf dieses Langhaus hat nun Kornerup seinen Blick gerichtet. Seine Beschreibung desselben lautet, wie folgt (S. 5):

"Die alte Kirche in Dargun war in ihrer Grundanlage ohne Zweifel nach den für die Kirchen der Cistertienser geltenden Regeln als Kreuzkirche mit kleinen Capellen an der Ostseite des Kreuzes angelegt, hat aber im Laufe der Zeiten mancherlei Veränderungen erfahren. Namentlich ward in den Jahren 1464-1479 ein Umbau vorgenommen, indem das Kreuzschiff und der Chor niedergerissen und im entwickelten Spitzbogenstil wieder aufgebauet wurden. Durch die Reformation kam das Kloster in den Besitz der meklenburgischen Herzoge, und das einen viereckigen Hof umschließende Klostergebäude (den firkantede Klostergaard) ward theilweise umgeformt und zu einem fürstlichen Schlosse umgebaut, von runden Eckthürmen flankirt und mit Graben umgeben. Somit ist es nur das Schiff, der älteste Theil der Kirche, welches für uns Bedeutung hat."


1) Mekl. U.=B. I, 527: cum ad impositionem primi lapidis monasterii Dargunensis, vdi tunc presentes fuimus etc.
2) Jahrb. XXVI, S. 215: "Da das Schiff der Kirche ein in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts vollendeter, alter Bau ist" u s. w.
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"Dies Schiff ist 46 Ellen lang, 15 Ellen breit und 23 Ellen hoch 1 ) und hat an beiden Seiten niedrige Seitenschiffe gehabt, von denen jetzt das südliche abgebrochen ist. Dasselbe ist eingetheilt in drei Gewölbefächer (Hvælvingsfag, Joche, Travéen), und jedes dieser Fächer wird durch eine Gruppe von zwei schmalen, schräg eingeschnittenen, schwach zugespitzten Fenstern erleuchtet. Aus den Seitenwänden des Schiffes springen Halbsäulen hervor mit Kapitälen, deren Ecken schräge abgeschnitten sind, gleichwie an den ältesten dänischen Mauerstein=Kapitälen, und die gleichfalls nur mit einer einfachen Deckplatte mit Hohlkehle versehen sind. In jedem Fache öffnen sich zwei schmale (smalle) spitzbogige Arkaden nach den Seitenschiffen zu. Diese Arkadenreihe, welche ebenfalls von Halbsäulen getragen wird, deren Kapitäle abgeschrägte Ecken haben, erinnern an einige gleiche in ein paar dänischen Kirchen, welche älter als Dargun sind, nämlich an Ringsted und Stubbekjöbina, wo die Arkadenbögen jedoch rund sind. Die Sockel (Fodstykker) der Halbsäulen in Dargun haben ganz denselben eigenthümlichen Zuschnitt wie einige Sockel im ältesten Theile des Domes zu Roeskilde, denselben hochsitzenden Ring mit der darunter hervortretenden Hohlkehle und mit den zwei schweren Eckknäufen auf dem untersen Ringe oder Wulse 2 ) Der stark gebrannte rothe Ziegelstein, aus welchem die Kirche zu Dargun ausgeführt wurde, ist wie bei den älteren dänischen Backsteinkirchen an allen Halbsäulen und schräg eingeschnittenen Fensteröffnungen (Vinduesskraaninger) geriffelt. Die ursprünglichen Gewölbe, welche ohne Zweifel, wie die Arkaden, spitzbogig gewesen sind, existiren nicht mehr; denn die jetzt vorhandenen rundbogigen Wölbungen sind ans Holz und rühren von einer Restauration im Jahre 1850 her. Endlich muß noch bemerkt werden, daß das nördliche Seitenschiff damals, als das Kloster ein fürstliches Schloß ward, theilweise umgebauet und verändert ist."

"Betrachten wir das Schiff der Kirche zu Dargun außen von der Südseite, so nehmen wir über den Fenstern den für die ältesten deutschen Backsteinkirchen bezeichnenden herkömm=


1) Die dänische Elle ist = 0,6277 Mtr.; 46 Ellen also = 28,86 Mtr., 15 Ellen = 9,41 Mtr., 23 Ellen = 14,44 Mtr. - Die Höhe beträgt hiernach die Hälfte, die Breite etwa 1/3 der Länge, so daß jedes der drei Gewölberäume etwa quadratisch ist.
2) Kornerup citirt hiezu: "Der Dom zu Roeskilde in den Danske Mindesmærker II, T. XIII.
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lichen Fries wahr, welcher in einer Reihe kleiner Rundbogen besteht, die einander schneiden; dasselbe Motiv, welches wir an mehreren holländischen Kirchen wieder erkennen und welches diese klar genug von Norddeutschland herübergenommen haben. Die schmalen Fenster, von denen nur das mittelste Paar rundbogig ist, sind alle mit einem Rundstabe eingefaßt (Løber omkring Stikket), und die gewölbten Bogenflächen (Buernes krumme FIader) sind, wie bei einigen Fenstern im Dome zu Roeskilde und in der Frauenkirche daselbst, mit Kalkputz belegt. Der Westgiebel des Schiffes, der theilweise durch ein anstoßendes Gebäude verdeckt wird, ist spitz ohne Abtreppungen, querüber verziert mit einer Zahnleiste (Tandskifte, wohl Stromschicht) und mit runden Blenden, und darunter mit einem Ziazackmuster (Heringsgrätenmuster?), ähnlich dem am Kreuzgiebel der Kirche zu Bergen auf Rügen und am Dom zu Roeskilde. Ueber den fünf spitzbogigen Arkaden, welche die Verbindung zwischen dem abgebrochenen Seitenschiffe und dem Hauptschiffe gebildet haben, sind deutlich Spuren von fünf Spitzgiebeln wahrzunehmen. Das Seitenschiff scheint also durch eine Reihe von Satteldächern mit Spitzgiebeln bedacht gewesen zu sein: wieder eine Erscheinung, die an den Dom zu Roeskilde erinnert."

"Die Uebereinstimmung in den oben erwähnten Einzelheiten mit den Formen der ältesten dänischen Backsteinkirchen ist unverkennbar. Der in Dargun herrschende Uebergangsstil mit seinen halb romanischen, halb gothischen Motiven ist ganz derselbe, wie er an der Roeskilder Domkirche durchgeführt ist, nur daß die Anlage bei der Cistertienserkirche naturgemäß einfacher war als bei der eines Domes. Das Schiff in Dargun, welches wahrscheinlich nach 1241 aufgeführt ist, muß in Hinsicht auf seine spitzbogigen Fenster und die kleingegliederte (smaaleddede) Einfassung der Arkaden für ein wenig jünger angesehen werden als der altere östliche Theil, der Chor und das Kreuz des Domes zu Roeskilde, aber vielleicht für älter als der westliche Theil derselben Domkirche." -

Wir sind dem Verfasser dankbar für diese sorgfältige, auf seiner Beobachtung beruhende Beschreibung, welche auch dann ihren Werth behält, wenn man sich vielleicht die von demselben aus der Vergleichung mit dänischen Kirchen gezogenen Schlüsse nicht aneignen kann. Die Frage, welche Kornerup hier angeregt hat, ist für die meklenburgische Baugeschichte von nicht geringem Interesse und verdient ohne

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Zweifel eine weitere Erwägung der Sachverständigen; denn bis jetzt erscheint sie dem Referenten doch noch keineswegs gelöst.

Kornerup selbst, der die Verwandtschaft der Darguner Kirche mit den dänischen (S. 9) für "augensichtlich" (øiensynlig) erklärt, verräth einige Verlegenheit, wie er sie erklären soll, da ja die dänischen Mönche (und gewiß auch die etwa mit ihnen eingewanderten dänischen Handwerker) Circipanien schon vor dem Schlusse des 12. Jahrhunderts wieder verließen, und 1209 nicht dänische, sondern Doberaner Mönche das Kloster wieder aufrichteten. In dieser Hinsicht steht Dargun ganz anders da als Eldena und Colbatz, welche als Töchter Esroms mit dem dänischen Mutterkloster in steter Verbindung blieben.

Der dänische Kunsthistoriker stellt nun (S. 9) zur Erklärung seiner Hypothese zwei Vermuthungen auf, nämlich daß entweder die Darguner einen baukundigen, aus dänischer Schule hervorgegangenen Mönch aus Hilda zum Baumeister herbeigerufen haben, oder daß sich bei ihnen "in dem Zeitraum, wo die meklenburgischen Lande dem Scepter Waldemars unterstanden", Dänen, und unter diesen sowohl Maurermeister als Ziegler, ansiedelten.

Allein beide Vermuthungen dünken uns gleich unwahrscheinlich. Denn abgesehen davon, daß, wie die bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts hinein erbauten Kirchen 1 ) sattsam beweisen, es auch in Meklenburg selbst nicht an Maurern und Zieglern fehlte, ist an einen Einfluß König Waldemars II. hier nicht zu denken. Als Doberan 1209 einen neuen Convent nach Dargun entsandte, waren die meklenburgischen Fürsten allerdings noch dänische Vasallen, und König Waldemar suchte sich hernach in die Grafschaft Schwerin einzudrängen; aber seitdem 1223 Graf Heinrich von Schwerin sich seiner Person bemächtigte, war es mit seinem politischen Einfluß in Meklenburg aus, und daß er einen andern ausgeübt hatte, ist nicht bezeugt. Für Dargun war dies ganze Verhältniß zu ihm um so gleichgültiger, als damals die Gegend von Dargun noch unter pommerscher Landeshoheit stand. Und wäre etwa um 1220 ein dänischer Maurermeister in Dargun eingewandert, so hätte er ja damals noch nicht in Dänemark die Muster gefunden, nach denen er gearbeitet haben soll, auch schwerlich in jener Abgelegenheit den großen Schritt vom romanischen zum Spitz=


1) S. das Verzeichniß von Dr. Crull, Jahrb. XXIX, S 53.
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bogenstil selbständig gethan. Und ebenso wenig können wir an einen Baumeister aus Eldena i. P. glauben, zumal die Vollendung des dortigen Klosters etwas später (1265) 1 ) zu fallen scheint als die des Dargun'schen. Viel natürlicher will es uns bedünken, daß die Darguner das Mutterkloster Doberan in den Rath nahmen, als sie ihren Bauplan entwarfen; und wenn Kornerup (S. 9) die Nähe von Eldena (6 Meilen) betont, so können die drei Meilen, um welche Doberan den Dargunern ferner lag, doch nichts verschlagen.

Kornerup erhebt in Bezug auf Doberan freilich das Bedenken, das die Kirche zu Doberan im 14. Jahrhundert umgebauet, also jünger sei als das Langhaus zu Dargun, mithin nicht zur Vergleichung herangezogen werden könne. Er übersieht aber dabei, daß von dem älteren, am 3. Oktober 1232 geweiheten 2 ) Kirchengebäude zu Doberan noch ansehnliche Reste zeugen 3 ), daß es also dort an lebhaftem Interesse und Verständniß für Baukunst nicht fehlte; und daß dieses mit 1232 nicht abschloß, beweisen Kirchengebäude in dem ehemaligen Gebiete dieser Abtei und die sog. Heiligen=Bluts=Capelle in Doberan selbst. Auch darf man, wenn von meklenburgischen Cistertienserbauten jener Zeit die Rede ist, nicht unbeachtet lassen, daß von dem 1248 oder 49 geweiheten 4 ) Dom zu Schwerin noch der westlichste Theil erhalten ist und trotz aller Umbauten noch ursprüngliche Theile erkennen läßt 5 ). - Ferner darf man in der Baugeschichte der Klosterkirchen niemals vergessen, daß die Aebte eines Ordens mehr oder weniger regelmäßig bei den General=Conventen zusammentrafen und dort die schönste Gelegenheit fanden ihre Ansichten und Wünsche auch hinsichtlich ihrer beabsichtigten oder bereits begonnenen Bauten auszutauschen.

Dies ist auch Kornerup sehr wohl bekannt; er hebt selbst (S. 36) hervor, daß der Backsteinbau gerade durch die Cistertienser aus der Lombardei nach dem nördlichen Europa verbreitet sei, und insonderheit betont er (S. 31), daß der Backsteinbau im 12. Jahrhundert durch König


1) Mekl. U.=B. II, Nr. 1005: fater R[eginarus] dictus abbas in Hilda totusque conuentus ididem - nouum nostrum mouastterium nunc intrauimus." Ueber die Zeit der Ausstellung dieses Briefes (1265) siehe Pyl, Eldena I, S. 415, Amn.
2) Mekl. U.=B. I, Nr. 406.
3) Lisch, Jahrb. IX, S. 410.
4) Mekl. U.=B. I, Nr. 631, Anm.
5) S. Lisch im Jahrb. XIX, S. 399.
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Waldemar I. und seine Zeitgenossen aus Deutschland nach Dänemark eingeführt worden ist. Aber in ähnlicher Weise, wie hochverdiente dänische Forscher über die prähistorischen Alterthümer die Ansicht ausgesprochen haben, daß die Bronzecultur in ihr Vaterland importirt, dann aber dort eigenthümlich entwickelt sei, "meint" Kornerup (S. 37) "zu verspüren, daß dieselbe" (die Backstein=Baukunst, aus der Lombardei) "über Deutschland nach Dänemark gekommen ist und dagegen dorthin" (nach Deutschland) "wieder jene Kirchen" (zu Dargun, Hilda und Colbatz) "gebracht hat, welche die Mönche aus Esrom im alten Wendenlande erbaut haben".

Was Daraun angeht, so bekennt sich Referent von dieser Ansicht nicht überzeugt. Denn man überzeugt sich schwer davon, daß der lebhafte Verkehr Dänemarks mit Deutschland, den Kornerup im 12. Jahrhundert anerkennt, späterhin aufgehört habe; im Ganzen und Großen beweisen ja auch die Bauwerke selbst, daß die Architektur in Dänemark dieselben Phasen durchlief wie in Norddeutschland 1 ). Und wenn wir dem dänischen Kunsthistoriker auch willig einräumen, daß, wenn man sich die Erforschung architektonischer Einwirkungen und Verbindungen zur Aufgabe stelle, es dabei auch sehr auf den Schmuck und die kleinen Einzelheiten ankomme: so müßten doch die von ihm hervorgehobenen Uebereinstimmungen ausschließlich dänisch sein, wenn sie uns überzeugen sollten. Eben dieses aber vermissen wir. Die von Kornerup betonten Kapitäle der Halbsäulen mit schräge abgeschnittenen Ecken sind ja nicht eine dänische Erfindung, sondern, wie er selbst (S. 32) anführt, schon ein Jahrhundert früher in Jerichow in der Altmark angewandt; und sie finden sich vielfach schon an romanischen Bauwerken Norddeutschlands, auch Meklenburgs 2 ). Die geriffelten Steine waren nach Kornerups eigener Angabe in Norddeutschland verbreitet und von hier nach Dänemark gekommen. Die Arkaden stimmen in der Form zugestandenermaßen nicht mit den zur Vergleichung herangezogenen dänischen. Die Zahnleiste mit den geblendeten Halbkreisen sieht man auch an der Westfeite des Doms zu Schwerin. Daß die Bedachung des Seitenschiffes mit Spitz= giebeln nicht aus Dänemark herübergebracht zu sein braucht,


1) Die auf S. 32 angeführte wesentlichste Eigenthümlichkeit der romanischen Kirchen Dänemarks in der Construction des Triumphbogens kommt bei unserer Frage nicht in Betracht.
2) Vgl. über die Verbreitung des Trapezcapitals Otte, Handbuch der kirchl. Kunstarchäologie (4. Aufl.) I, S. 448, Anm.
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weiß auch Kornerup; er citirt selbst Dohme (Kirchen des Cistertienserordens in Deutschland S. 150), welcher der Ansicht ist, daß diese Anordnung vom Dom zu Magdeburg entlehnt ward. Was dann aber noch von Kornerup's Vergleichspunkten übrig bleibt, die Aehnlichkeit der Säulensockel und das Bißchen Kalkputz über den Bogenspitzen der Fenster, reicht meines Erachtens noch nicht aus, um daraus auf einen dänischen Baumeister der Darguner Kirche zu schließen.

 

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V.

Der Schrein des Hochaltars

zu

S. Jürgen in Wismar.

Von Dr. Crull.


A m 31. März 1860 verstarb zu Wismar der dortige Bürger und Weißbierbrauer Joh. Chr. Heinr. Behm ohne Nachkommen, auch ohne Testament; doch fand sich in seinem Nachlasse ein Beutel mit 400 Louisdors sammt einem von seiner Hand geschriebenen Zettel, welchem gemäß die gedachte Summe der Kirche S. Jürgens, zu deren Sprengel er gehörte, geschenkt sein und für dieselbe "ein schöner Altar zur Ehre Gottes so bald als möglich erbaut" werden sollte. Da die auswärts wohnende Intestaterbin die Gültigkeit dieses Zettels anzweifelte, und der Ausgang eines Prozesses, falls solcher anhängig gemacht werden würde, ungewiß und kostbar erschien, auch im günstigen Falle ein für jene Summe in schicklicher Weise nicht herzustellender Neubau sich vernothwendigt haben würde: so einigten sich die Kirchenbau=Behörde und die Erbin dahin, daß Letztere von der genannten Summe ein Drittel erhalten, jener aber der Rest für S. Jürgen und möglichst zur Renovation des Altarschreins verbleiben solle.

J. Ch. H. Behm war der Erste nicht, dem die alte geschnitzte und vergoldete Tafel auf S. Jürgens Hochaltar mißfiel, und dessen Gedanken sich auf die Herstellung eines neuen Ueberbaus richteten. Hundert Jahre früher schon

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bestimmte der 1765 verstorbene Rathsverwandte Dav. Joach. Wulff nahezu sein ganzes Vermögen S. Jürgens Kirche, und zwar zunächst zu einer Kupferbedachung und nach dieser zu neuer Herstellung von Taufe, Kanzel und Altar; aber das Kapital war nicht groß genug, um damit sofort ein Kupferdach ausführen zu können, reichte also glücklicherweise noch weniger hin, um die weiteren vom Testator ins Auge gefaßten Arbeiten ins Werk zu setzen. Glücklicherweise; denn S. Jürgen behielt aus dem angeführten Grunde seinen mittelalterlichen Schrein, während S. Marien 1749 und S. Nicolai 1774 die ihrigen verloren, um dafür die heutigen Ueberbauten einzutauschen, welche, wenn auch an sich handwerklich ganz respektable Leistungen, doch ihrem Materiale nach kaum besser sind als die Ausstattung eines Opernhauses und stilistisch natürlich übel zu den Kirchen passen, wie sie außerdem durch ihre übermäßige Höhe solche noch kürzer erscheinen lassen, als dieselben ohnehin sind. Immerhin wurde aber freilich ein Altarüberbau, wie die Benannten beiden Kirchen haben, doch noch besser in S. Jürgen gewesen sein, als wenn es 1830 zur Herstellung eines solchen gekommen wäre, wo der Tradition nach selbige wiederum geplant, aber durch den Einspruch des damaligen Bürgermeisters Haupt, eines vielseitig gebildeten Mannes, unterblieben sein soll.

Genug, S. Jürgens Hochaltar hat seinen Schrein bis in die Gegenwart hinein gerettet. Doch befand derselbe sich allerdings in einem kläglichen Zustande, insofern nicht allein das Schnitzwerk vielfach Schaden gelitten hatte, sondern auch der Kreidegrund auf den hervorragenden Theilen der Figuren theils ganz abgefallen, theils so gelockert war, daß geringfügige Erschütterungen sein Abfallen zu bewirken vermochten, ganz zu geschweigen der Malereien auf der Rückseite der inneren und auf den äußeren Flügeln, die theils gänzlich abgefallen, theils nur noch in Fragmenten und bloß in einigen wenigen Bildern vollständig, wenn auch vielfach gelockert, erhalten waren. Die bloß gemalten Tafeln kamen nun freilich nicht zu Gesichte, da der Schrein, wie man aus Schreibereien mit Kreide auf den äußeren Flügeln schließen kann, seit dem ersten Viertel des siebenzehnten Jahrhunderts stets offen gehalten worden ist; auch ließen der Reichthum der Vergoldung und die Zierlichkeit der Architektur die Beschädigungen der Hauptansicht minder hervortreten, und diese betrafen weniger die Gesichter als die Gewänder. So gewährte der Schrein auch in seinem verwüsteten Zustande Kennern und Freunden der Kunst unserer Vorzeit noch so

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viel Freude, daß namhaftere derselben, wie A. Reichensperger und E. J. Milde, empfahlen, lieber den Schrein seinem Geschicke zu überlassen, als denselben einer rohen, unverständigen oder gewissenlosen Restauration auszuliefern. Allerdings aber waren archäologische oder künstlerische Interessen nicht die allein zu berücksichtigenden; und es ließ sich nicht leugnen, daß der Zustand der Tafel wenig der Würde des Altars entsprach, wie es denn auch nicht zu verwundern ist, Wenn die Nachkommen der Behmschen Erbin nach Verlauf von nahezu zwanzig Jahren darauf drangen, daß die Kirchenbau=Behörde nunmehr der getroffenen Vereinbarung Folge geben möge. Dieselbe war demnach schließlich genöthigt, die Restauration zu unternehmen.

Der Schrein ist ein Werk von bedeutenden Dimensionen, und diese stellten ebenso wie die Lockerung des Kreidegrundes das Versenden an auswärtige, namhafte Restauratoren außer Frage, wie auch die Berufung eines solchen keinen Erfolg versprechend und den vorhandenen Mitteln gegenüber zu kostbar erschien. Man wandte sich daher an den Maler Herrn Karl Michaelsen in Wismar, da, wenn derselbe dergleichen Arbeit auch noch nicht ausgeführt hatte, dessen Geschicklichkeit, Interesse und Selbstlosigkeit eine bedeutende Garantie für tüchtige und gewissenhafte Ausführung des Auftrags boten, und schloß mit diesem, nachdem er zur Probe die Bilder eines kranken Altarschreins in S. Nicolai in befriedigender Weise wieder hergestellt hatte, einen Contract, wonach er die Restauration der geschnitzten und vergoldeten Hauptansicht und der Gemälde, die sich nach Schließung der inneren Flügel zeigten, für die Summe von 7914 Mk. einschließlich der Kosten für die nöthige Bildschnitzerarbeit auszuführen sich verpflichtete.

Die Restauration von vergoldeter und bemalter Schnitzarbeit greift, wenigstens was die Figuren anlangt, im Grunde weit über die Grenzen einer solchen hinaus und ist gegenüber der Restauration von unbemaltem Schnitzwerke oder gar von Bauwerken nahezu eine völlige Erneuerung; denn da an jenen Stellen, wo der Kreidegrund fehlt oder locker geworden ist, derselbe nicht schlechthin ausgefüllt, vergoldet oder bemalt werden kann, sondern die Flache völlig, auch da, wo sie noch fest ist, frisch mit Grund überzogen, mithin auch neu vergoldet und bemalt werden muß, so bleibt vom Alten nur das Holz übrig Somit ist die äußerste Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit erforderlich, wenn der Restaurator eines derartigen Werkes in Wahrheit den Namen eines solchen

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beanspruchen will. Um also dieser Aufgabe möglichst gerecht zu werden, wurden sämmtliche Figuren in etwas über 1/3=Größe photoaraphirt und außerdem genaue Protokolle über diese und die Gemälde und Malereien aufgenommen, welche Michaelsen zum Anhalte dienten und die Grundlage der nachstehenden Beschreibung des Schreines bilden.

Das Altarwerk ist ein Flügelaltar, der ohne Aufsatz (oder, wie man im Oberlande sagte, Aufzug) wagerecht mit einer Blätterbekrönung abschließt. Die beiden Seiten der äußeren Flügel sind bemalt und ebenso auch die äußeren Seiten der inneren Flügel; die innere und Haupt=Ansicht aber zeigt geschnitzte, vergoldete und bemalte Statuetten unter Baldachinen, so daß sich der Schrein in drei verschiedenen Ansichten, etwa für die Woche, für die Sonntage und geringeren Festtage, und für die hohen Festtage bestimmt, präsentirt. Der mittlere feste Theil hat eine Breite von 16 Fuß 5 1/2 Zoll Hamb., so daß die Gesammtbreite des Werkes 32 Fuß 11 Zoll bei einer Höhe von 11 Fuß, ungerechnet die Bekrönung, welche 2 Fuß, und die Predella, welche 2 Fuß 7 1/2 Zoll hoch ist, beträgt. Die inneren Flügel, sowie die seitlichen Abtheilungen des festen Theiles sind 5 1/2 Zoll tief, während die mittlere Abtheilung des letzteren durch Ausrücken hinterwärts eine Tiefe von 10 Zoll erhalten hat.

Der feste Theil zerfällt nämlich in eine mittlere durchgehende Abtheilung und zwei seitliche, die wiederum, wie die Flügel, jede zwei Abtheilungen über einander enthalten. In jener, der mittleren Abtheilung, ist zuunterst ein Sockel von 11 Zoll Höhe angeordnet, welcher in drei durch kleine Pfeiler markirte Compartimente getheilt ist. Jedes derselben enthalt ein von zwei Spitzbogennischen, die mit durchbrochenem Maßwerk gefüllt sind, begleitetes Rechteck. In dem mittleren Rechtecke ist auf Goldgrund halb erhaben ein betender Greis dargestellt, kahl, ohne Bart, in einem langen, faltigen, mit weiten Aermeln versehenen rothen Gewande, umgürtet mit einem goldenen Gürtel, an dem eine schwarze Tasche hängt. Vor ihm lehnt ein dreiseitiger Schild, der auf Silber ein schwarzes Merk (Hausmarke) aufrechtstehend, also nicht im Längsdurchmesser des Schildes, zeigt, und über ihm flattert ein Spruchband mit den Worten:

Spruchband

(nämlich magnam misericordiam tuam, Ps. 50). In den beiden seitlichen Rechtecken sieht man die Brustbilder je eines

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Königs, von denen derjenige rechts schwarzes, derjenige links röthliches Haar hat. Beide halten Spruchbänder. Auf dem Spruchbande des ersteren liest man:

Spruchband

(nämlich in vestitu deaurato, circumdata varietate), auf dem des zweiten:

Spruchband

Jene Legende ist dem Psalter, 44, diese mit der Modification von eius statt mea dem Jesus Sirach oder Ecclesiasticus, 24, entnommen. Vermuthlich sollen die Figuren David und Salomon vorstellen, was kaum zweifelhaft sein würde, wenn die zweite Stelle statt im Ecclesiasticus im Ecclesiastes oder Prediger sich fände.

Ueber diesem Sockel thront Christus mit seiner ihm zur Rechten sitzenden Mutter, beide gekrönt, auf einer reich geschmückten Bank. Maria mißt bis zur Krone 3 Fuß 2 Zoll, Christus 3 Fuß 3 1/2 Zoll. Maria hat dunkelblaue Augen und goldenes, über die Schultern herabfallendes Haar, Christus braune Augen und braunes Haar; seine Füße sind unbeschuht. Maria sitzt in betender Haltung dem Sohne zugeneigt, während Christus, die Rechte segnend erhoben, auf dem linken Knie die Weltkugel mit dem Kreuze darauf haltend, ihr sich zuwendet. Neben den Figuren ist die Vorderseite der Thronbank sichtbar, die auf silbernem Grunde mit schmalen Bogen, abwechselnd roth und grün lasirt, bemalt ist. Ebenso ist die Vorderseite des Sitzbrettes und der Sockel der Bank behandelt, nur daß diese statt der Bogen Vierpässe zeigen. Die bis an die Schultern der Figuren reichende, mit einer Blattbekrönung abschließende, vergoldete Rückwand ist mit durchbrochenen Spitzbogen geschmückt, welche mit versilbertem und abwechselnd roth und grün lasirtem Papier von hinten belegt sind. Die nach vorne etwas auseinander laufenden Seitenwände der Bank, die nächst der Rückenlehne mit dieser gleich hoch sind, sind durchbrochen und an der Vorderkante mit zwei Fialen über einander verziert, wie auch eine solche an der Vorderseite des Bankkastens zwischen den beiden Figuren angebracht ist und dieselben trennt. Auf die vorderen, niedrigeren Pfosten der Seitenwände ist je ein kleiner hockender Löwe, auf die hinteren, etwas höheren je ein knieender musicirender Engel in weißem Gewande gesetzt, von denen derjenige rechts die Laute, der andere eine Handorgel spielt. Ueber den beiden Hauptfiguren sind zwei Bal=

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Hochaltar zu S. Jürgen in Wismar.
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dachine (oder, wie man vor Alters sagte, simborien d. i. Ciborien) von einer Totalhöhe von 4 Fuß 6 1/2 Zoll angebracht, die dreiseitig aus dem Sechsecke formirt sind, ein unteres höheres und ein oberes niedrigeres Geschoß haben und mit einer wagerechten Blattbekrönung abschließen. Hinter den Häuptern der beiden Figuren sind in den Goldgrund Nimben von 23 Zoll Durchmesser eingepunzt, dessen innerer Theil bei Christus mit einem Strahlenkranze, hinter dem die vier lilienartig gehaltenen Arme des Kreuzes hervortreten und bis an den äußersten Rand des Nimbus gehen, bei Maria allein mit einem Strahlenkranze gefüllt ist. Der äußere, von einem mit kleinen Kreisen besetzten Rande auswärts und einwärts eingeschlossene, 4 Zoll breite Ring ist mit Schrift verziert. Dieselbe lautet dort:

Spruchband

und hier:

Spruchband

Jene Legende ist aus dem 1. Timotheus=Briefe, 6, oder der Apokalypsis, 19, genommen, diese, jedoch verstümmelt und corrumpirt, aus Jesus Sirach, 24; sie lautet vollständig und berichtigt: ego mater pulchre dilectioms et timoris et agmtioms et sancte spei.

Von den beiden seitlichen ist die mittlere Abtheilung durch Pfeiler getrennt, deren jeder mit zwei kleinen, übrigens leeren Baldachinen und Fialen darüber besetzt ist.

Die seitlichen Abtheilungen des festen Schreins enthalten angegebener Maßen ebenso wie die Flügel zwei Reihen von Heiligenfiguren von 30 bis 31 Zoll Höhe übereinander. Diese sind fast frei heraus gearbeitet, stehen auf grünen Bodenstücken, die auf einem durchgehenden, 4 Zoll hohen Sockel befestigt sind, dessen Vorderansicht in Maßwerk (maselrigen), welches von Figur zu Figur wechselt, durchbrochen ist, und sind durch Pfeiler, mit Fialen besetzt, von einander getrennt. Ueber ihnen sind wieder Baldachine von 25 1/2 Zoll ganzer Höhe angebracht, deren Flächen in Wimberge ausgehen und reich durchbrochen sind. Um die Köpfe ist ein ganz einfacher, nur mit einem Rande von kleinen Kreisen verzierter Nimbus eingepunzt. Insbesondere sind in den Nimben die Namen der betreffenden Heiligen nicht angegeben; und da manchen von diesen auch die Attribute

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fehlten, so war die Erkenntniß derselben mit einiger Schwierigkeit verbunden. Die Figuren sind von dem rechten Flügel angefangen folgende.

A. Obere Reihe.

I. Rechter Flügel.

1) Ein Ritter, welcher auf einem Drachen steht, dessen Hals er mit der Linken gepackt hat; mit der hoch erhobenen Rechten hat er offenbar eine Lanze gehalten. Das bei braunen Augen goldene gelockte Haar ist mit einem goldenen gedrehten Wulste bedeckt, und bekleidet ist er mit einem silbernen, im unteren Brusttheile mit einem querlaufenden Grate hervortretenden Harnische und Schienen über einem Kettenpanzer. Jene sind mit Gold staffirt, und um seine Hüften ist ein breiter goldener Gürtel gelegt. Der Drache oder Lindwurm, vierfüßig und ungeflügelt, ist silbern, mit Grün lasirt. Es ist S. Jürgen, Patron der Kirche.

2) Männliche Person mit goldenem Barette auf dem goldenen gelockten Haare, blauen Augen, in faltigem, unten mit Pelzwerk besetztem, bis zu den Knien reichendem Rocke mit bauschigen Aermeln, welcher um die Leibesmitte durch einen schmalen Gürtel zusammengezogen ist, während ein breiter goldener die Hüften umspannt, und über den ein auf der linken Schulter durch eine Agraffe geschlossener Mantel fällt, faßt und erhebt diesen mit der Linken. Die rechte Hand fehlte zur Hälfte; doch war deutlich, daß sie einen Gegenstand in wagerechter Richtung vor sich gehalten hatte, zweifellos ein Schwert: S. Martin, Patron der Kirche.

3) Männliche Figur in Aposteltracht mit langem, schlichtem, grauem Haare und halblangem ebensolchem Barte, braunen Augen, zeigt mit der Rechten auf eine roth umrandete Scheibe in der Linken, auf welcher man in Blau einen goldenen geflügelten Stier sieht, dem ein Spruchband mit der Aufschrift S ° lucas beigegeben ist. S. Lucas ist, wie die folgenden Figuren bis 18 mit Ausnahme von zweien, unbeschuht.

4) Apostel mit langem, schlichtem, dunkelbraunem Haare, halblangem lockigem, ebensolchem Barte und braunen Augen, mit der Rechten ein geschlossenes Buch haltend, in der Linken ein breites Messer: S. Bartholomäus.

5) Apostel mit langem, schlichtem, grauem Haare, langem, lockigem, grauem Barte und braunen Augen, trägt im rechten Arme ein geschlossenes Buch, in der linken Hand

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ein langes Holz, zweifellos Rest eines Doppelkreuzes, wie er ein solches auch in einer Darstellung auf den Chorschranken hält. Auf der, wie allenthalben ausgehöhlten, Rückseite der Figur fand sich ein Pergamentblättchen aufgeleimt, auf dem der Name symon stand. Das ist eine Verwechslung: es ist S. Philippus.

6) Apostel ohne Bart, mit lockigem, goldenem Haare und braunen Augen, hält in der Rechten ein offenes Buch, in dem er mit der Linken eine Stelle andeutet. Dieser ist beschuht und hat kein weiteres Attribut. Ein Zettelchen auf der Rückseite nennt ihn: mateus

II. Mitteltheil.

a. Rechte Seite.

7) Apostel mit schlichtem hellgrauem Haare, lockigem ebensolchem Barte und braunen Augen trägt mit der Linken ein Buch und stützt sich mit der Rechten auf eine Keule, deren kolbiges Ende auf dem Boden steht. Die Aufschrift auf einem Blättchen auf der Rückseite bezeichnet ihn fälschlich als fylipp es ist Judas Thaddäus, Compatron der Kirche.

8) Apostel mit braunem, schlichtem Haare, kurzem lockigem Barte und braunen Augen, trägt auf der Linken ein Buch. Das verlorene Attribut in der Rechten kann nach der Haltung derselben nur eine Lanze gewesen sein und, wenn auch eine Aufschrift auf der Rückseite ihn als jacop mynor ausgiebt, niemand anders als S. Thomas bezeichnen.

9) Apostel, dessen Bart braun, lang und lockig ist, hat den Mantel über den Kopf gezogen; seine Augen sind blau. Auf der Linken trägt er ein Buch, in der Rechten ein Schrägkreuz: S. Andreas. So auch die Aufschrift des Zettels auf der Rückseite: andreas

10) Apostel mit kurzem, krausem, dunkelgrauem Haare um eine Glatze und ebensolchem, etwas dunklerem Barte, hält mit der Rechten einen Buchbeutel, in der Linken einen silbernen Schlüssel: S. Petrus. So auch der Zettel auf der Rückseite: petrus

b. Linke Seite.

11) Apostel mit schlichtem, goldenem Haare, langem, lockigem, goldenem Barte und braunen Augen, hält in der

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Linken ein Buch, auf dem ein weißes Lamm liegt, dessen linken Vorderfuß er mit der Rechten gefaßt hat: S. Johannes der Täufer.

12) Apostel, dessen Kopf oben bis auf eine Stirnlocke völlig kahl ist, das Haar schlicht und blond, Bart blond, lockig, lang, und dessen Augen blau sind, trägt auf der Linken ein Buch und hält mit der Rechten aufrecht ein Schwert mit rothem Griffe: S. Paulus.

13) Apostel mit goldenem, lockigem Haare und braunen Augen, bartlos, hält mit der Linken einen goldenen Kelch mit rundem Fuße und erhebt die Rechte: S. Johannes der Evangelist.

14) Apostel mit langem, schlichtem, braunem Barte und braunen Augen, hat den Mantel über den Kopf gezogen und trägt in der Linken eine goldene Muschel, in der Rechten den Pilgerstab: S. Jakob d. Ä., Zebedäus' Sohn.

III. Linker Flügel.

15) Apostel mit lockigem, grauem Haar und ebensolchem Barte, braunen Augen, die Füße beschuht, trägt mit der Linken ein Buch und hat in der Rechten den goldenen Handgriff eines Werkzeuges, welches nichts anderes gewesen sein kann, als eine Handsäge, so daß wir S. Simon vor uns hätten, Compatron der Kirche.

16) Apostel mit schlichtem Haare und halblangem Barte, beide dunkelgrau, mit grauen Augen, auf der Rechten ein Buch tragend, in der Linken den Rest eines Werkzeuges, welches im Griff braun, oberwärts versilbert und allem Ansehen nach ein Wollbogen gewesen ist: S. Jakob d. J., Alphäus' Sohn.

17) Apostel mit lockigem, goldenem Haare, ohne Bart, mit braunen Augen, trägt auf der Linken ein Buch. Die etwas gesenkte Rechte hat das Attribut eingebüßt. Es wird ein Beil gewesen und S. Matthias gemeint sein.

18) Männliche Figur in Aposteltracht mit schlichtem Haare und lockigem Barte, beide hellbraun, und mit grauen Augen, halt wie S. Lukas, 3, eine Scheibe mit einem geflügelten Löwen auf der Rechten, neben dem ein Spruchband mit der Aufschrift S 9 . marcus angebracht ist.

19) Männlicher Heiliger mit lockigem, goldenem Haare und blauen Augen, bartlos, in Diakonentracht, die Alba weiß und vorne mit goldener Parura versehen, welcher in

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der Rechten drei Steine trägt. Der verlorene Gegenstand, welchen die Linke hielt, muß ein Palmzweig gewesen sein, und das Bild stellt ohne Zweifel S. Stephan, den ersten Märtyrer, Compatron der Kirche, dar.

20) Weibliche Heilige, mit weißem, über den Kopf gezogenem Schleier, mit goldenem Haare und blauen Augen, auf der Rechten eine silberne Schüssel mit Fischen tragend, in der gesenkten Linken eine silberne bauchige Kanne: S. Elisabeth von Ungarn oder von Thüringen, Compatronin der Kirche. 1 )

B. Untere Reihe.

I. Rechter Flügel.

1) Ritter von brauner Gesichtsfarbe, mit schwarzem, gelocktem Haare und braunen Augen, ohne Bart, gekleidet wie S. Jürgen (S. 46), hat in beiden Händen Gegenstände gehalten, und zwar offenbar mit der Rechten eine Lanze, in der Linken einen Schild; es ist sicher S. Mauritius.

2) König in faltigem, mit Pelzwerk besetztem Rocke, der bis zu den Waden reicht und um die Leibesmitte von einem breiten Gürtel zusammengefaßt ist; über demselben trägt er einen auf der rechten Schulter geschlossenen Mantel. Haare und Bart sind lockig und rothblond. Er steht auf einem silbernen, grün lasirten, vierfüßigen und ungeflügelten Drachen mit bärtigem, gekröntem Menschenkopfe. Auf der Linken trägt der König eine Kugel; der Rechten fehlt das Attribut, eine Hellebarde: S. Olav von Norwegen.

3) Diakon mit lockigem, goldenem Haare und blauen Augen, wie S. Stephan (A 19) gekleidet, auf der Rechten einen Mühlenstein haltend, in der Linken einen Palmenzweig. Ein Mühlenstein ist Attribut des h. Quirinus. Da dieser aber Bischof war und sein Vorkommen in Meklenburg zweifelhaft ist 2 ), so wird man unseren Heiligen wohl für S. Vincenz den Diakonen ansehen müssen, dessen besondere Verehrung, und zwar neben S. Laurenz (s. 4), auch für


1) S. Elisabeth, nicht aber ein Hauptpatron der Kirche, S. Jürgen oder S. Martin, ist auf dem alten Rectoratssiegel der Kirche dargestellt, was damit zusammenhängen mag, daß der Landesherr das Patronat derselben 1270 dem Deutschen Orden schenkte (Mekl. U.=B. 1181), und bei diesem die h. Elisabeth in besonderer Verehrung stand.
2) Nach Mekl. U.=B. 5833 wäre freilich S. Quirin der Bischof Patron der Kirche zu Dobbertin, aber nach einem späteren klösterlichen Siegel ist es S. Quirin der Tribun, wie Dr. Wigger mir gefälligst mittheilt.
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Broda und Dobbertin nachzuweisen ist 1 ). Allerdings soll dieser einen Mühlenstein neben sich haben, auf dem ein Rabe sitzt; doch wird das Fehlen des Letzteren nicht von Bedeutung sein.

4) Diakon mit goldenem, lockigem Haare und blauen Augen, gekleidet wie der vorige, auf der Rechten ein Buch haltend, in der Linken den schwarzen Stiel eines abgebrochenen Geräthes, wie nicht zweifelhaft, eines Rostes: S. Laurenz, Patron der Stadt.

5) Bischof mit braunem, lockigem Haare und ebensolchem halblangem Barte, auch braunen Augen, die Rechte benedicirend emporhaltend, während der Stab in der Linken fehlt. Die Hände sind, wie auch bei den folgenden Bischöfen, mit weißen Handschuhen bekleidet, die auswendig und inwendig mit runden goldenen Monilien geschmückt sind. Da ein Attribut nicht vorhanden ist, so muß dahingestellt bleiben, welchen Heiligen man unter dieser Figur zu verstehen hat.

6) Bischof mit braunem Haare und braunen Augen, ein silbernes "Heldenschloß" (Fesselschloß) auf der Rechten haltend, während das Pedum in der Linken fehlt: S. Leonhard.

II. Mitteltheil.

a. Rechte Seite.

7) Bischof mit goldenem Haare und braunen Augen, auf der Rechten ein offenes Buch nach außen gekehrt vor sich haltend; der Hirtenstab fehlt in der Linken: S. Ambrosius, nach Maßgabe der drei folgenden Bilder.

8) Bischof mit goldenem Haare und braunen Augen, auf der Rechten ein geschlossenes Buch tragend. Der Hirtenstab in der Linken fehlt: S. Augustinus.

9) Cardinal mit braunem Haare und blauen Augen, in einen Mantel gehüllt und den Kopf mit einem breitgerandeten goldenen Hute bedeckt, auf der unbekleideten Rechten ein auswärts gekehrtes offenes Buch haltend, die Linke auf die Brust gelegt: S. Hieronymus.

10) Papst mit schwarzgrauem Haare und braunen Augen, in halblangem Mantel, unter dem die mit einer Parura geschmückte Alba hervorsieht, das Haupt bedeckt mit der


1) Mekl U.=B. 4485. 5833.
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rothen, mit drei goldenen Kronen gezierten Tiara, auf der Linken ein geschlossenes Buch haltend. Der Kreuzstab fehlt. Es ist S. Gregorius der Große.

b. Linke Seite.

11) Matrone mit über den Kopf gezogenem weißem Schleier, mit grauen Augen, auf der Rechten Maria mit dem Christkinde, auf der Linken einen goldenen Apfel tragend: S. Anna.

12) Weibliche Heilige mit braunen Augen, einen Schleier über den Kopf gezogen, hält auf der Rechten ein weißes cylindrisches Gefäß, auf welches sie mit der Linken zeigt: S. Maria Magdalena.

13) Weibliche Heilige mit goldenem Haare, blauen Augen und, wie alle folgenden mit Ausnahme von 17, goldener Krone und mit offenem Mantel. Das Attribut der Rechten fehlt und ebenso die halbe linke Hand; doch ist nach deutlichen Spuren und der Haltung der Figur kein Zweifel, daß sie auf der Rechten ein Rad trug und mit der Linken auf ein Schwert sich stützte, so daß es die h. Katharina von Alexandrien, eine in Meklenburg vormals vorzüglich verehrte Heilige, ist 1 ).

14) Eine Heilige in geschlossenem Mantel. In der Rechten fand sich nur ein durchaus nicht zu deutender Rest eines Attributs; doch zeigte die Oeffnung der Hand, daß es kein Gegenstand von irgend Umfang gewesen sein konnte. Auf der Linken hatte sich ein Fragment des runden Fußes von einem Gefäße erhalten. Dies kann ein Kohlenbecken, das verlorene Geräth in der Rechten eine Zange gewesen sein, und darf daher diese Heilige wohl für S. Agathe angesehen werden.

III. Linker Flügel.

15) Heilige in offenem Mantel, mit der Linken ein Buch tragend, auf dem ein Lamm liegt, die Rechte fehlend: S. Agnes, Compatronin der Kirche 2 ).

16) Heilige in offenem Mantel, ein Buch auf der Rechten tragend, das Attribut in der geschlossenen Linken fehlt. Dasselbe kann sehr wohl ein Pfeil gewesen sein, und wird


1) Während ich die Verehrung der h. Katharina an 58 Orten nachweisen kann, fand ich die des Ritters S. Jürgen, welcher die nächsthöchste Zahl im Vorkommen erreicht, nur an 44 Orten.
2) S. u. d. Urkunde.
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man diese Figur um so eher als die h. Ursula ansehen können, als diese auch auf den Chorschranken dargestellt ist.

17) Heilige in geschlossenem Mantel, welche, statt mit einer Krone geschmückt zu sein, wie die anderen, einen abwechselnd mit rothen und weißen Rosen besteckten grünen Kranz auf dem Kopfe hat, auf der Rechten einen goldenen geflochtenen Korb mit Rosen tragend: S. Dorothea; das der Linken fehlende Attribut wird ein Palmenzweig, wenn nicht, wie auf einem Wandgemälde in der Wollenweber=Capelle, ein Rosenzweig, gewesen sein.

18) Heilige mit offenem Mantel, die Rechte auf die Brust gelegt, auf der Linken einen rothen Thurm mit silbernem Dache tragend: S. Barbara.

19) Heilige in geschlossenem Mantel, auf der Linken ein geschlossenes Buch haltend, auf welches sie mit der Rechten deutet. Es ist kein Attribut vorhanden und auch nie vorhanden gewesen, so daß sich nicht bestimmen läßt, welche Heilige die Figur darstellen soll.

20) Heilige mit geschlossenem Mantel, um den Hals ein runder Kragen von Grauwerk (oder Hermelin?), mit welchem auch die Kleidung gefuttert ist. Sie trägt auf der Linken ein Buch, während die vorwärts gewendete Rechte, welche das Attribut gehalten hat, völlig fehlt. Wir haben demnach in einem solchen keinen Anhalt für die Deutung der Figur; doch darf man jedenfalls aus der mit Pelzwerk ausgestatteten Kleidung schließen, daß es eine Heilige von vornehmer, vielleicht königlicher Abkunft sei, und an die h. Brigitta von Schweden oder die h. Clara denken, deren Verehrung in Meklenburg bekannt ist, oder aber an S. Katharina von Schweden, deren Verehrung bei uns sich jedoch nicht nachweisen läßt. Jene - so S. Brigitta auf einem aus dem Schwarzen Kloster stammenden Altarschrein - pflegen aber in Ordenstracht dargestellt zu werden, für die h. Brigitta könnte vielleicht aber der Platz am Ende der Reihe sprechen, da dieselbe erst 1391 canonisirt worden ist. Es muß bis auf Weiteres unentschieden bleiben, welche Heilige mit dieser Figur gemeint ist.

Der ohne Unterlage von Leinewand hergestellte Kreidegrund des Schreins, auf dem die Figuren und Baldachine befestigt sind, ist vergoldet, polirt und ohne weiteres Ornament als die um die Köpfe der Heiligen eingepunzten Nimben; hinter den Figuren aber ist er weiß geblieben und

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hinter den Baldachinen roth gestrichen. Ebenso sind die Seitenwände des Schreins zinnoberroth gefärbt und mit Reihen von goldenen Vierblättern, welche mittelst Patronen darauf gesetzt sind, geschmückt. Die vordere Kante des Rahmens ist vergoldet und die Hohlkehle blau bemalt, und zwar wie überall an dem Schreine mit einem Blau, welches nicht Kobalt, geschweige denn Ultramarin ist, sondern, nach der Untersuchung des Herrn Lössin in Wismar, blauer Grünspan.

Mit Blau sind auch die Hohlkehlen der Baldachine gefärbt, deren derbere Theile polirt sind, während das Gold auf die feineren Theile ohne Grund aufgetragen und unpolirt geblieben ist. Die gewölbartig gehaltenen Decken der Baldachine sind mit vergoldeten Schlußsteinen und blauen Rippen versehen, die Kappen aber weiß gestrichen und mit rothen Linien eingefaßt.

Die Gewänder der Figuren sind, so weit nicht eine andere Färbung natürlich war, wie z. B. bei den Alben der Geistlichen, oder insofern ein Anderes nicht ausdrücklich angegeben ist, vergoldet und polirt und ohne weitere Verzierung mittelst Pinsel oder Punzen; nur am oberen Rande von Marias Kleide ist eine Bordure, eine zarte Blattranke enthaltend, eingepunzt. Die untere Seite der Gewänder der Figuren ist allenthalben blau und nur dort von Pelzwerk, wo solches bemerkt ist.

Die Bekrönung besteht aus 24 stark geschlitzten, stilisirten Blättern 1 ), welche vergoldet und eins um das andere mit Blau und mit Roth staffirt sind; zwischen je zwei Blätter ist immer eine Knospe eingeschaltet. Der Umriß der Blätter auf den Flügeln deckt, wenn der Schrein geschlossen ist, das entsprechende auf dem Mitteltheile genau und vollständig.

Schließt man die inneren Schreinflügel, so kommen deren Rückseiten und die inneren Seiten der äußeren Flügel zu Gesicht, von denen jede vier in Oel auf vergoldeten Grund gemalte Bilder enthält, so daß im Ganzen sechszehn Bilder da sind. Ein mit der schwarzen Einfassung 11 Zoll breites Band zieht sich der Quere nach über jede Tafel, so daß immer zwei Bilder oberhalb, zwei unterhalb desselben sich befinden, die von einander durch einen 3 3/4 Zoll breiten, ornamentirten senkrechten Streifen getrennt sind. Das Or=


1) Soweit sind sie ergänzt, es haben aber auch die äußeren Flügel früher eine Bekrönung gehabt.
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nament besteht aus Doppelblättern auf abwechselnd grün und roth lasirtem Grunde, welche zwischen die Rundungen mit einem Stern eingeschaltet sind. Auf dem Querbande sind je fünf Rundbilder, also im Ganzen zwanzig angebracht, welche auf Goldgrund männliche Halbfiguren mit Spruchbändern enthalten, und zwar so gestellt, daß die vier äußeren Figuren jeder Tafel der Mitte des Schreins sich zuwenden, während die fünfte sich jenen entgegenkehrt. Zwischen den Medaillons ist der Grund abwechselnd grün und roth lasirt und goldenes Eichenlaub darauf gemalt, Alles aber, wie die Bilder selbst, und zwar je weiter nach außen, desto mehr, und stärker auf den Tafeln an der Nordseite als an denen der Südseite, arg beschädigt. Insbesondere haben die Spruchbänder nicht allein durch Lockerung und Abfallen des Grundes gelitten, sondern auch, wo dieser erhalten, dadurch, daß die schwarze Farbe der Buchstaben nicht gehörig gehaftet hat und abgerieselt ist, so daß man nur noch deren braune Spuren ohne scharfe Umrisse auf den weißen Bändern sieht.

Die Darstellungen in den Rundbildern sind folgende:

I. Rechter äußerer Flügel.

1) Bärtiger Mann, dessen Kopf mit einem Tuche umwunden ist.

2) Ein Mann ohne Bart, dessen Haupt eine Kappe bedeckt.

3) Ein Papst mit Kehlbart.

4) Ein Bärtiger mit einem Hute.

5) Ein Mann in brauner Kutte. Von der Aufschrift des Spruchbandes erkennt man noch:

Spruchband

II. Rechter innerer Flügel.

1) Ein König mit grauem Barte.

2) Ein gleicher. Von der Legende auf dem Spruchbande lesbar:

Spruchband

3) Ein Cardinal. Legendenrest:

Legendenrest

4) Ein Bärtiger. Legendenrest:

Legendenrest
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5) Eine Figur, einem Eccehomo gleichend. Von der Legende ist lesbar:

Legende

III. Linker innerer Flügel.

1) Fehlend.

2) Mann mit einem Tuche um den Kopf. Von der Legende erkennt man:

Legende

3) Ein Bischof.

4) und 5) Fehlen.

IV. Linker äußerer Flügel.

1) Bärtiger Greis. Auf dem Spruchbande:

Spruchband

2) Bärtiger Greis, mit der Aufschrift auf dem Spruchbande:

Spruchband

3) Ein Bischof.

4) Ein Bärtiger mit einem Tuche um den Kopf.

5) Bärtiger Greis. Legende:

Legende

Wenn es keinem Zweifel unterliegen kann, daß die mittleren Figuren jeder Tafel als die vier großen Kirchenlehrer anzusehen sind, und die Zahl der übrigen derjenigen der Propheten entspricht, so liegt es nahe, diese als solche zu deuten; aber es wäre auch die Uebereinstimmung der Zahl und die Zusammenstellung mit jenen das alleinige Fundament dieser Annahme. Die Tracht der dargestellten Personen ist nur zum Theil als prophetische anzusehen, und wenn man auch den mönchischen Habit der Gestalt I, 5 passiren lassen möchte, so sind doch die beiden Könige II, 1, 2 gewiß recht sehr Bedenken erregend, und ist es ganz besonders die Gestalt II, 5. Ebensowenig führen die Aufschriften der Spruchbänder auf die Propheten hin, da dieselben theils zu fragmentär sind, theils, wo vollständiger, schlechterdings auf bestimmte Persönlichkeiten sich nicht beziehen lassen, ja nicht einmal nachweisbar und aus beliebigen Stellen der biblischen Bücher umgebildet zu sein scheinen. So erinnert zwar I, 5

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an Jonas, II, 3: Clamavi de tribulacione mea ad dominum, II. 2 an Jesaias, IX, 6: factus est principatus super humerum ejus, II. 4 an das Hohelied, III, 11: videte, filiae Sion regem Salomonem in diademate, III, 2 an Ps. LXXXIV, 13: et terra nostra dabit fructum suum, oder LXVI. 7: terra dedit fructum suum, III, 5 an Jonas, II, 8: ut veniat ad te oratio mea ad templum sanctum tuum; von einer völligen Uebereinstimmung aber kann nirgend die Rede sein.

War nun dieser Fries stark beschädigt, so hat die Zerstörung die viermal vier Bilder selbst verhältnißmäßig noch stärker mitgenommen, und zwar wiederum diejenigen auf den äußeren Flügeln mehr als die auf den inneren, und weiter die, welche zu äußerst sind, mehr als die einwärts befindlichen, die auf der Nordseite mehr als die auf der entgegengesetzten.

I. Rechter äußerer Flügel.

A. Obere Reihe.

1) Nur wenige Quadratzolle haben sich erhalten, während jedes Bild 4 Fuß 7 Zoll hoch und 3 1/2 Fuß breit ist, also einen Inhalt von 2310 Quadratzollen hat; doch lassen theils die Reste, theils Spuren auf dem nackten Tafelholze erkennen, daß an der rechten Seite eine auf einem Thronsessel sitzende Figur, seitlich und hinterwärts von dieser eine stehende und ein vor dem Throne, aber abgewendet von dem selben, Knieender dargestellt waren.

2) Das Bild daneben stellt einen jugendlichen Mann mit schlichtem blondem Haare dar, welcher nackt mit den Händen an eine auf zwei Bäume gelegte Stange gehängt ist. Der nur mit einem Lendentuche bedeckte Körper zeigt überall Schnittwunden, welche ein zur Linken stehender Kerl noch vermehrt und mit einer Fackel brennt, während ein anderer daneben weit ausholend den Hängenden mit einem Knittel schlägt. Rechts stehen noch zwei Peiniger, von denen der eine ein Salzfaß hält, mit dessen Inhalt der andere die Wunden des Gemarterten reibt. Noch weiter rechts steht ein Graubart mit einem Turban auf dem Kopfe und in langem Gewande von Brokat, einen Säbel in der Rechten tragend, und hinter demselben noch eine Person.

3) Auf dem Bilde unten rechts sieht man in einer ländlichen vierseitigen Kufe, die auf einem Roste ruht und mit einer durch darunter angebrachtes Feuer leicht wallenden

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Materie gefüllt ist, denselben Jüngling wie oben in betender Stellung sitzen. Fünf Personen, alle mit mahnenden oder verweisenden Geberden, stehen um die Kufe her.

4) Das letzte Bild zeigt ebendenselben Jüngling auf blumigem Boden betend und linkshin knieend, den Hals entblößt, während, dem Beschauer mit dem Rucken zugewendet, ein Kerl in gelbem Wamse und blauen Hosen in Begriff ist, demselben mit weit ausgeholtem Säbel den Kopf abzuschlagen. Rechts steht ein Mann in reicher Kleidung mit faltiger spitzer Mütze, auf ein großes Schwert sich stützend, und hinter ihm ein andere der ihm etwas zuraunt. Ganz links stehen noch zwei, von denen der eine eine mit Hermelin besetzte cylindrische Kappe trägt und einen Brokatrock, unter dem nackte, nur mit einer gewulsteten Umhüllung um die Unterschenkel bekleidete Beine hervorsehen.

Diese vier Bilder vergegenwärtigen demnach S. Jürgens Martyrium, eines aus Kappadocien gebürtigen Ritters, welcher, als er während der Verfolgung zur Zeit Diocletians und Maximians viele Christen ihren Glauben verleugnen sah, unwillig vor den Statthalter Dacian trat und sich zum Herrn der Himmel bekannte. Das wird Vorwurf des ersten Bildes sein. Das zweite Bild stellt S. Jürgen dar, wie er gepeinigt wird; was in dieser Weise ebenso vergeblich war wie andere Martern, von denen das Sieden in geschmolzenem Blei auf dem dritten Bilde geschildert ist. Schließlich wurde er, wie das letzte Bild zeigt, enthauptet. (Um 287 nach Lomb. hist. LVI.)

II. Linker äußerer Flügel.

1) Auf dem Bilde oben rechts sieht man aus einem Thore, gefolgt von einem Knappen, einen jugendlichen Ritter auf reich gezäumtem Schimmel reiten und seinen pelzbesetzten Mantel mit dem Schwerte theilen. Vor ihm kniet ein nackter Mensch ohne Füße und streckt die Arme zu ihm empor. Links stehen drei Personen, die dem Vorgange zuschauen. Ganz oben im Bilde ist in einer Rundung Christus, nackt und in halber Figur dargestellt und zwei Engel neben ihm, welche ein Gewandstück von der Farbe des Mantels, den der Ritter zerschneidet, halten.

2) Das Bild daneben stellt einen sitzenden Bischof dar, welchem zwei andere die Mitra auf das Haupt setzen.

3) Das Bild unten rechts zeigt vor einem Altare einen Bischof, die Hostie erhebende während zwei fliegende Engel

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an seine Arme greifen. Ganz links kniet ein Ministrant, eine am Altane befestigte Schelle ziehend, und hinter dem Bischofe, rechts, stehen sechs Geistliche, von denen einer die Mitra trägt, ein zweiter die Patene, ein dritter ein Tuch, wie es scheint.

4) Auf dem Bilde unten links sieht man unter einer Laube (architektonisch) in weißem Gewande einen Sterbenden auf einer Matte liegen. Ein Priester giebt ihm die letzte Oelung. Links steht ein anderer mit einem Vortragkreuze, rechts einer mit einem Asaperaill, ein anderer mit einem Rauchfaße, ein dritter eine Kerze haltend.

Die Bilder stellen zweifellos die Geschichte des h. Martin dar. S. Martin, in pannonien geboren, in Ravia erzogen, diente unter Constantius und Julianus anstatt seines Vaters, eines Krieastribunen. Noch Katechumen, gab er einem nackten Armen zur Winterszeit seinen halben Mantel, worauf der Heiland ihm in der Nacht erschien, angethan mit dem weg= gegebenen Theile des Mantels und die Worte sprechend:

Martmus adhuc cathecummus hac me veste contexit. Diesen Voraana sehen wir im ersten Bilde. Demnach ließ er sich taufen und wurde in der Feige Bischof von Tours: das zweite Bild. Als er einmal bei der Messe die Arme emporhob, fielen, da dieselben äußerst mager waren, die Aermel zurück, so daß die Arme entblößt wurden; Engel kamen und bedeckten dieselben mit goldenen, mit edelen Steinen geschmückten Ketten. Letztere sieht man auf dem dritten Bilde, welches ohne Zweifel diesen Vorgang veranschaulichen soll, freilich nicht, und der Maler hat sich gestattet die Legende dahin abzuändern, daß die Engel die Arme mit dem Gewande bedecken. Endlich starb der h. Martin (um 400), indem er, von einem Fieber ergriffen, Anerbietungen ihn weicher zu betten zurückwies und darauf beharrte, in gewohnter Weise auf einer Haardecke (cilicium) und Asche zu liegen, was Gegenstand des letzten Bildes ist.

III. Linker innerer Flügel 1 ).

1) Maria sitzt in einem röthlichen Brokatkleide, über welches ein dunkelblauer, grünlich gefütterter Mantel geworfen ist, mit einem Buche auf dem Schöße rechts gewendet unter einer Laube. Ihr entgegen kniet der Erzengel Gabriel


1) Man hätte die Vilder dieses Flügels auf dem rechten vermuthet und umgekehrt.
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in bräunlichem Brokatmantel über der Albe, Maria mit dem

Spruchband

was man auf einem daneben angebrachten Spruchbande liest, grüßend. Im Vordergrunde steht ein silbernes oder zinnernes Gefäß von Kannenform mit einer Lilienstange darin.

2) Auf dem Boden liegt in einer Stralenglorie das nackte Christkind, gegen welches Maria, hier in weißem Gewande, betend kniet. Zwei kleine Engel halten hinter der Gruppe ein rothbraunes Brokatstück. Dahinter erhebt sich ein Schuppen, in dem man den Nährvater Joseph in gelbem Wamse und mit einer blauen Gugel bedeckt (ohne Nimbus) sieht; unter einer Anlehnung stehen Rind und Esel. Links zeigt sich ein Hirte mit Schafen und darüber schwebend ein Engel mit einem Spruchbande mit dem

Spruchband

Am oberen Rande des Bildes schaut aus einer Rundung mit blauem Grunde Gott Vater, auf die Weltkugel in seiner Linken zeigend.

3) Maria, unter dem Schuppen sitzend, hält das nackte Christkind auf dem Schoße. Vor demselben kniet Kaspar mit kahlem Scheitel, den das Christkind berührt, verehrend, indem er seine Krone vor sich auf den Boden gelegt hat. Daneben und rückwärts stehen Balthasar, jugendlich, blond, mit schwachem Barte, ein beschlagenes Horn tragend, und der braune Melchior mit langem krausem Barte, ein hohes goldenes Gefäß, wie ein Rokal gestaltet, haltend. Hinter ihnen sehen drei Personen hervor. Ganz rechts bückt sich Joseph, neben dem ein Krückstock liegt, im Begriffe das von Kaspar dargebrachte Geschenk in eine kleine Truhe zu thun.

4) Neben einem Ciborienaltar steht links Maria, rechts Simeon, welcher das Christkind entgegen nimmt. Hinter und neben diesem steht Joseph mit zwei Begleitern, links hinter Maria eine weibliche Person, die eine Kerze und einen Korb mit zwei Tauben trägt.

IV. Rechter innerer Flügel.

1) Unter einer Laube steht Christus nackt, mit den Armen an eine Säule gebunden; zwei knieende Kerle schnüren die Beine fest, und zwei andere schlagen ihn mit Geißeln.

2) Christus sitzt in rothem Mantel auf einer Thronbank, und drei grauhaarige Kerle mit Hüten, deren breiter Rand vorne in die Höhe geklappt ist, drücken ihm mittelst zweier Stäbe die Dornenkrone auf das Haupt; ein vierter, mit

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einer rothen Gugel auf dem Kopfe, einen Palmzweig in der Linken, salutirt ihn knieend und verhöhnt ihn.

3) Christus schleppt das Kreuz, gefolgt von Maria, Maria Magdalena und Johannes d. E. Zwei Kriegsknechte und ein Mann, der mittelst eines Spatens einen Korb auf der Schulter trägt, begleiten ihn.

4) Christus am Kreuze hangend, dessen oberer Arm nur die Länge hat, um den Titel aufnehmen zu können, zu seiner Rechten Maria, Maria Magdalena und Johannes, zur Linken drei reich gekleidete Männer, neben deren vorderstem ein Spruchband angebracht ist mit der Legende:

Spruchband

Es ist also der Hauptmann, der Centurio Lonainus. Hinter der Gruppe zur Rechten steht ein Mann, der die Seite des Heilandes mit einem Speere öffnet. Noch weiter rückwärts sieht man das Kreuz des guten Schächers, des Dismas, dessen Seele in Kindsgestalt ein Engel in Empfang nimmt, während hinter der Gruppe zur Linken sich Gestas am Kreuze zeigt, dessen Seele ein Teufel packt.

Der Rahmen, welcher diese Bilder umschloß, war roth (der Grund ist zumeist abgefallen) und, nach der Analogie der äußeren Seiten, wohl mit Gold ornamentirt.

Die äußeren Seiten der Außenflügel befinden sich bezüglich der Bilder im trostlosesten Ruin, was kein Wunder, da der Schrein seit vielleicht dreihundert Jahren nicht mehr völlig geschlossen worden ist, wie die mit Kreide auf den linken Flügel geschriebenen Zahlen beweisen, unter denen die Daten 1637 und 1649 sich finden. Die Decoration des Rahmens ist auf dieser Seite aber völlig deutlich geblieben. Der Rahmen ist bei einer Breite von 5 1/2 Zoll einfach rechteckig und nur gegen die Bilder, nach innen, flach abgeschrägt. Diese Schräge oder Abfasung ist grünlich grau, und auf diesen Grund ein leichtes Ornament mit Gold aufgetragen, welches einem Taue gleicht, an dem in gewissen Abständen Knoten angebracht sind; der übrige Rahmen aber ist roth gefärbt und mit Ornamenten in Gold verziert, welches gegenwärtig jedoch fast überall gänzlich schwarz geworden ist. Die Ornamente bestehen auf den senkrechten und unteren Rahmenstücken aus geschwungenen, stark geschlitzten Blättern, auf den oberen Stücken aber sind sie complicirter, einer Riemenverschlingung ähnlich.

Jeder Flügel ist durch ein goldenes, 4 1/2 Zoll breites Band, welches mit Laubwerk und Sternrosetten dazwischen

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geschmückt ist, in zwei Abtheilungen, eine obere und eine untere, gebracht, deren jede drei Figuren enthielt, welche auf einem gequaderten Boden stehen, der hinterwärts gegen den rochen, mit einem goldenen Streumuster verzierten Grund durch eine grünlich=graue niedrige Schranke abgeschlossen ist. Von den Figuren ist noch Folgendes sichtbar und kenntlich.

A. Obere Reihe.

I. Rechter Flügel.

1) Reste eines Panzers, der Handgriff eines Schwertes an der linken Seite der Figur und Drachenflügel rechts.

2) Reste eines grünen Mantels mit goldener Borte, der ersichtlich durch die Arme gedehnt wird, und eines grauen engen Rockes.

3) Von dieser Figur ist absolut nichts erhalten.

II. Linker Flügel.

4) Aus den Resten dieser Figur ist nichts zu erkennen.

5) Reste eines gelblich=rothen (?), weiß gefutterten Mantels und eines grünen, mit Pelz besetzten Rockes, der von einem breiten goldenen Lendengürtel umspannt ist, so wie einer Hand, welche ein goldenes Gefäß - kugelig auf einem Fuße - hält.

6) Ein bartloser blonder Mann, dessen Haupt ein mit goldener Bekrönung versehener Turban deckt, in grünem, mit schmaler Verbrämung von Pelz besetztem Rocke mit lang geschlitzten Aermeln und mit rothen Strümpfen, trägt ein pokalförmiges goldenes Gefäß. Er hat keinen Nimbus.

B. Untere Reihe.

I. Rechter Flügel.

1) Reste eines rothen Gewandes mit goldenem Ornament und silberner Borte.

2) Reste eines Heiligen mit grauem Haar und Bart, bekleidet mit einem blaugrünen, roth gefutterten Gewande, welches durch einen Gurt zusammengefaßt ist. Er trug ein Buch auf der Hand und hat entschieden den Habitus eines Apostels.

3) Geringe Reste eines dunkelblauen Gewandes.

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II. Linker Flügel.

4) Reste eines weiblichen, mit einem Tuche bedeckten Kopfes und eines grauen Gewandes.

5) Eine weibliche Heilige mit goldenem Haare, einem grünen, mit einer Goldborte versehenen und durch ein goldenes Schloß zusammengefaßten Mantel, welche ein Lamm trägt.

6) Weibliche Heilige in dunkelblauem, roth gefuttertem Mantel, welche in der Rechten einen Weihwedel hält. Im Nimbus dieser Figur haben sich unkenntliche Spuren eingepunzter Buchstaben erhalten.

Die Figuren sind also nur theilweise kenntlich. Die letzte Figur stellt die h. Martha, Lazarus' Schwester dar, und die vorletzte S. Agnes, Patronin der Kirche, welche auch auf der geschnitzten Tafel, wie oben angegeben, zur Darstellung gekommen ist. Demnach ist zu muthmaßen, daß auch die übrigen Patrone hier zur Anschauung gebracht sind, und die Tracht der neben S. Agnes stehenden Weiblichen Figur entspricht auch durchaus derjenigen der h. Elisabeth. Die über diesen angebrachten Figuren ohne Nimben sind zweifellos die drei Weisen aus dem Morgenlande.

Die Reste der ersten und zweiten Figur auf dem rechten Flügel sprechen dafür, daß diese S. Jürgen und S. Martin darstellten, und wird S. Stephan der dritte in der Reihe gewesen sein, während in der unteren die Apostel Simon und Judas standen und noch ein heiliger Mann, über welchen jedoch die vorhandenen Reste keine Muthmaßung gestatten.

Diese Seite der Außenflügel ist in ihrem alten Zustande verblieben.

Die Predella, Staffel oder der Fuß, wie man bei uns sagte 1 ), ist mit einem Bilde geschmückt, welches Dank dem Schutze einer schlechten Schilderei, die man vor etwas mehr als rund 200 Jahren davor genagelt hatte, bis auf einzelne Beschädigungen leidlich wohl erhalten war. Dasselbe zeigt auf zinnoberrothem, mit goldenen Röschen belegtem Grunde neun Halbfiguren. In der Mitte ist Christus als Ecce homo dargestellt. Er trägt einen weißen Lendenschurz, und die Schultern sind mit einem weißen, roth gefutterten Mantel bedeckt. Im rechten Arme hält er die Ruthe und weist auf die Wunde in der Seite, während er im linken die Nägel


1) Item ene ghemalde taffelen mit enem vote vnde mit v vloghelen, Wism. Inventur=Buch fol. 61.
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hält und mit der Hand die Geisel. Rechts unten sieht man ein Zahlbrett mit Geld, auswärts die Säule, welcher, zur Linken aufgerichtet, der Stab mit dem Schwämme und die Lanze entsprechen. In den Nimbus ist die Umschrift eingepunzt:

Umschrift

d. i. Ecce ag[n]us dei, ecce qui tollit peccata mu[n]d[i]. Joh. 1, 29.

Christus zur Rechten sind vier Personen ohne Nimben, zur Linken vier mit solchen dargestellt, jenes Laien, diese Geistliche.

Christus zunächst zur Rechten sieht man einen Greis mit langem Haare und Barte, der über einem Turban eine Krone trägt und mit einem hellgrünen, mit Pelz verbrämten Brokat=Ueberwurfe, unter welchem ein blaugrünes Wamms hervorsteht, bekleidet ist. Auf dem ihm beigegebenen Spruchbande liest man:

Spruchband

d. i. Dicite in gentibus, quia dominus regnauit, Ps. 95.

Der Zweite, ebenfalls mit Turban und Krone, hat rothblondes Haar und einen ebensolchen langen Bart, und trägt über einem rothen Brokatrocke einen mit Pelz besetzten Mantel von grünem Silberbrokat. Die Aufschrift seines Spruchbandes lautet:

Spruchband

d. i. Dilectus meus candidus et rubicundus electus ex milibus. Hohel. 5, 10.

Der Dritte, der mit einem Turban von hellgrünem Brokat bedeckt ist, trägt ein dunkelrothes Kleid und einen grünen Mantel darüber. Seine Gesichtsfarbe ist braun, und Haare und Bart sind schwarz und lang. Die ihm beigegebene Legende heißt:

Legende

d. i. A planta pedis vsque ad verticem non est in eo sanitas propter iniquitates nostras. Jes. 1, 6.

Der Vierte und Letzte, mit langem graublondem Haare und Barte, hat einen Rock von rothem Brokat und darüber einen grünen Mantel, der auf der linken Schulter mit goldenen Knöpfen geschlossen ist. Er trägt einen spitzen Hut mit breitem Rande, der vorne in die Höhe geschlagen und

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dort mit einer senkrechten Goldborte besetzt ist. Die Aufschrift seines Spruchbandes lautet:

Spruchband

d. i. Dedit dilectam animam suam m manibus inimicorum suorum, nach Jes. 12, 7.

Links des Ecce=homo steht, wie die rothe, dreifach gekrönte Tiara ergiebt, ein Papst in weißem Gewande und mit rothem, dunkelgrün gefuttertem Mantel; die in seinen Nimbus eingepunzte Umschrift bezeichnet ihn als

Umschrift

d. i. Sanctus Gregori[us] papa e(c)t doctor.

Ihm zunächst steht ein Cardinal mit seinem scharlachrothen Hute in weißem Gewande und carmoisinrothem, dunkelgrün gefuttertem Mantel. Im Nimbus liest man:

Spruchband

d. i. Sanctus Iheronimus doctor.

Dann folgt ein Bischof mit weißer, goldbordirter Mitra und einer Kasel von rothem Brokat, welche hellgrün gefuttert ist. Auf dem Rücken der in der Mitte roth durchzogenen Handschuhe sieht man eine viereckige Goldstickerei (monile). Der Bischofsstab ist weiß, die Krümmung desselben golden, und ein Sudarium darunter befestigt. Im Nimbus steht:

Spruchband

d. i. Sanctus Au[gu]stinus doctor.

Der Letzte trägt eine rothe Mitra und eine Kasel von graugrünem Silberbrokat, die dunkelgrün gefuttert ist; Handschuhe und Pedum gleichen denen des h. Augustinus. Die Nimbusumschrift bezeichnet diesen Bischof als

Spruchband

d. i. Sanctus Ambrosius doctor.

Auch diesen vier Figuren sind Spruchbänder beigegeben; doch ist es allein bei dem des h. Ambrosius gelungen, seine Legende zu entziffern. Sie heißt:

Legende

d. i. Per passionem Cristi de morte ad vitam vocati sumus.

Auf dieser, der linken Seite sind also die vier großen Kirchenlehrer dargestellt, und gleich sicher sind es die h. drei Könige, welche neben Christus zur Rechten angebracht sind. Zweifelhaft aber erscheint es, wen die Figur hinter den letzteren, die vierte der rechten Seite, darstellen soll. An den

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Nährvater des Erlösers oder den Simeon ist nicht zu denken, da dieselben als Greise dargestellt sein würden, während ein Hirte einfacher, Longin kriegerischer gekleidet sein müßte. Vielleicht darf man auf den Ratsherrn Joseph von Arimathia rathen, zumal auch für diesen ein eigener Gedächtnißtag von der Kirche angeordnet sein soll 1 ).

Die Seiten des Fußes sind roth gestrichen, und Reihen von goldenen Vierblättern mittelst Patronen daraufgesetzt.

Es ist oben bereits gesagt, daß derjenige Theil des festen Schreins, welcher Marien Krönung enthält, tiefer ist als der übrige Schrein und hinterwärts kastenartig hervortritt. Die größere mittlere Tafel, welche also die Rückwand bildet, ist auswärts bemalt, aber nicht in Oel, sondern Tempera; doch sind die darauf ausgeführten Bilder zum Theil durch den Einfluß der Luft, noch mehr aber durch blöde Tröpfe und absichtlich beschädigt worden. Zwei rothe, mit gelben Röschen belegte, fingerbreite Bänder trennen die drei Bilder, die über einander angeordnet sind.

Die erste Abtheilung, die oberste, enthielt drei Figuren, von denen die rechte vollständig abgekratzt ist; nur das dieselbe begleitende Spruchband mit seiner Aufschrift hat sich erhalten, welche lautet:

Spruchband

Diese Legende zusammen gehalten mit den beiden folgenden Bildern, läßt nicht bezweifeln, daß es der Teufel gewesen ist, den die abgekratzte Figur dargestellt hat. Die mittlere Figur bildet ein jüngerer Mann, bartlos und mit langem blondem Haare, das Haupt mit einem rothen Barette bedeckt, in einem kurzen, mit weißem Pelze besetzten, faltigen Brokatrocke und die Füße mit rothen langschnabeligen Schuhen bekleidet. Die Aufschrift seines Spruchbandes lautet:

Spruchband

Um den Hals des jungen Mannes ist eine goldene Kette befestigt, welche der Teufel hielt, um die Leibesmitte eine eiserne, welche die linke Figur, ein Engel in weißem Gewande, und mit röthlichen Flügeln in der Hand hat. Neben


1) Clemens, die - apokryph. Evangelien, IV, S. 40.
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Letzterem flattert gleichfalls ein Spruchband, dessen Aufschrift lautet:

Aufschrift

Die mittlere Abtheilung enthält vier Figuren. Rechts erkennt man die Reste eines Teufels, der roth gefiedert war und Vogelfüße hat, und dessen Beischrift lautet:

Beischrift

Dann folgt zunächst ein Mann in enge anschließendem kurzem Rocke, mit braunem Hute, einer Tasche am Gürtel und mit rothen Schnabelschuhen. Die Legende seines Spruchbandes ist nicht mehr lesbar. Neben ihm steht wieder der Engel, von dessen Beischrift nur zu entziffern ist:

Beischrift

Ganz an der linken Seite sieht man in einer Kapelle einen Priester vor einem mit einem Marienbilde geschmückten und mit zwei Leuchtern besetzten Altare knieend beten; ein Spruchband ist demselben nicht beigegeben.

Auf dem dritten und untersten Bilde steht an der rechten Seite wiederum ein Teufel, der hier aber grasgrün sich zeigt und einen langen Schwanz hat. In der Hand hat er die goldene Kette, die oder nicht mehr an einer zweiten Person befestigt ist. Auf einem Spruchbande neben ihm erkennt man:

Spruchband

Dann folgt der Engel, dessen Legende auf dem Spruchbande völlig unlesbar ist, und darauf ein Knieender, eben noch erkennbar, von dessen Legende gleichfalls nichts erhalten ist. Er kniet vor einem sitzenden Priester, der ein Spruchband neben sich hat, auf dem man noch liest:

Spruchband

Was diese Bilder anzeigen sollen, ist handgreiflich: die Möglichkeit aus den Banden des Teufels gerettet zu werden und der Weg dazu. Der Untergang der Bilder scheint kein großer Verlust; immerhin ist es aber bei unserer Armuth an solchen Darstellungen, die aus dem Kreise der heiligen Geschichte und der der Heiligen heraustreten, ein Verlust 1 ).


1) Die Anbringung des Bildes hinter dem Schreine beweist übrigens, daß ehedem auch die Rückseite des Schreins sichtbar, der Chor ursprünglich zwischen den beiden östlichsten Pfeilern durch eine Gitterschranke geschlossen war, ehe das jetzt dort befindliche Uhrwerkgehäuse angebracht wurde.
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Die architektonischen Theile des Schreins sind auf das Beste in reinem Stile entworfen und mit einem außerordentlichen Reichthum von Mustern im Maßwerke zierlichst ausgeführt. Nur die beiden Baldachine über der Mittelgruppe haben etwas Schweres und verrathen eine gewisse Verlegenheit des Künstlers, während eine Abweichung vom strengen Stile sich darin zu erkennen giebt, daß die Bogen der Baldachine nicht reine Spitzbogen sind, sondern dem Eselrücken=Bogen sich nähern oder, präciser ausgedrückt, ein wenig überhöhete und geschneppte Rundbogen sind. Die Figuren anlangend, so sind dieselben von ungleichem Werthe; denn so vortrefflich einerseits z. B. der h. Laurentius oder die h. Barbara, so wenig gelungen sind der Ritter S. Jürgen oder der h. Gregor. Durchgängig sind die Gestalten zu kurz, die Schultern zu schmal, die Köpfe zu groß: Mängel, welche der mittelalterlichen Bildnerei jedoch überhaupt eigen sind, aber theils im Gesammtbilde verschwinden, theils durch den geistigen Ausdruck der Figuren ausgeglichen werden. Die Haltung und die Bewegungen derselben sind natürlich und ungezwungen. Der Faltenfluß der Gewänder ist der Körperbewegung angemessen und leicht, und läßt weder eine symmetrische Starrheit noch unruhiges Gebrochensein bemerken; nur hie und da ist die Faltenbildung vielleicht ein wenig gehäuft. Die Individualisirung der einzelnen Gestalten, welcher, wie die oben gegebene Beschreibung zur Genüge ergiebt, die Bemalung noch zu Hülfe gekommen ist, ist eine sehr sorgfältige und gelungene. Ob und wie weit eine solche bezüglich der Gesichtsfarbe statt gefunden, ließ sich leider nicht ermitteln, da die Einwirkung des Staubes von viertehalb Jahrhunderten dieselbe gleichmäßig aschfarben gemacht hatte; nur der dunkle Teint des h. Mauritius war unverkennbar. Jedenfalls waren die Fleischtheile neben entschiedener Färbung der Wangen und der Lippen sehr hell, fast weißlich gehalten und haben, um mich eines treffenden Ausdrucks des Dr. Schlie zu bedienen, das Ansehen gehabt, als ob sie in Schmelz hergestellt waren; sie erschienen um so mehr so, als sie nicht matt gehalten, sondern entweder durch Ueberziehen mit einem Lack oder auf mechanischem Wege einen sanften Glanz erhalten hatten. Auch dies wird man als Merkmal eines höheren Alters ansehen dürfen, da die Gesichter und Hände der Bilder entschieden jüngerer Schreine in ihrer Färbung deutlich das Bestreben zeigen den Fleischton nachzuahmen.

Ebenso haben die Gemälde einen sehr alterthümlichen Charakter. Die Composition ist einigermaßen unbeholfen,

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die Modellirung geringe, die Farbengebung dunkel, aber sehr kräftig. Die Köpfe sind rundlich, die Linien von weicherem Fluße, als das bei Arbeiten späteren Ursprungs der Fall ist. Der Ausdruck der Innigkeit tritt mehr in der Haltung hervor als in den Mienen, wahrend heftige Affecte durch mehr oder minder übertriebene Bewegungen ausgesprochen sind. Ganz besonders ist das bei den Juden und Heiden der Fall, welche auffällig dunkel colorirt und häßlich sind, ohne daß der Heiland und die Seinen sich grade durch ansprechende Lieblichkeit auszeichneten, die statt dessen eher weichlich erscheinen. Immerhin sind die Gemälde von Bedeutung und in ihrer Gesammterscheinung ein würdiger Schmuck des Altars, ganz besonders aber für den beachtenswerth, welcher der Geschichte der Malerei in der Vorzeit unseres Landes Aufmerksamkeit und Studium zuwendet.

Die Frage nach dem Alter unseres Schreins ist mit Sicherheit dahin zu beantworten, daß derselbe wie die große Mehrzahl der Altarwerke, die uns geblieben sind, dem funfzehnten Jahrhunderte angehört. Das ergiebt sich schon aus einem äußeren Grunde, indem der Schrein für den vorhandenen Chor durchaus zu breit ist und seine Flügel gegen die nächsten Pfeiler schlagen, seine Dimensionen vielmehr dem Neubaue entsprechen, der nach einer an der nördlichen Thurmabseite angebrachten Inschrift von dieser her im Jahre 1404 begonnen, aber nicht weiter fertig geworden ist als bis zu dem dem Kreuzschiffe auf der Ostseite nächst belegenen Joche. Auf die ersten Decennien des Jahrhunderts dürfte die Tracht der nicht in conventioneller, sondern in der Kleidung des Tages dargestellten Personen hinweisen und nicht minder die Architektur des Schreins, die nur in den leicht geschneppten hängenden Rundbogen der Baldachine ein Abweichen von dem reinen und strengen Stile gewahren läßt. In dieser Hinsicht besitzen wir glücklicherweise als Grundlage zum Vergleiche noch einen anderen Schrein, den vom Krämer=Altar zu S. Marien, welcher freilich nicht datirt ist, dessen Entstehungszeit aber mit erheblicher Sicherheit in die Jahre 1411 bis 1415 zu setzen ist 1 ). Mit der Architektur dieses Schreins


1) Das Amt der Krämer kaufte nämlich 1411 einen Platz zu einer an den Umgang von S. Marien im Nordosten anzubauenden Kapelle, welche 1415 fertig gewesen sein muß, da in diesem Jahre in derselben eine Messe gestiftet wurde, was doch nicht eher geschehen sein kann, als bis die Kapelle ihre völlige Ausstattung erhalten hatte. Zu dieser gehört denn auch vorzugsweise der Altar mit seinem Schreine, dessen Ausführung ein Gerd Dikmann mit 5 M. unterstützt hat.
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zeigt die des hier besprochenen eine entschiedene Aehnlichkeit, aber so, daß letzterer eher jünger als älter sein dürfte, indem die hängenden Bogen des Krämer=Schreins noch nicht geschneppt sind. Endlich spricht auch für die Entstehung unserer Tafel in einer frühen Periode des fünfzehnten Jahrhunderts, also etwa für das erste Viertel oder die drei oder vier ersten Decennien desselben, die Form des Wappenschildes und die Stellung des Merks in diesem; in sonstigen Wismarschen Monumenten findet man jene wenigstens nicht später und gerade in dieser Zeit auch die Sitte, das Wappenbild oder das Merk aufrecht und nicht dem Längsdurchmesser des gelehnten Schildes entsprechend zu stellen.

Hier nun kommen wir zu der Frage, wen die im Sockel der Mittelgruppe dargestellte knieende Person mit dem Wappenschilde vorstellen soll. Daß es der Verfertiger des Schreins sei, scheint undenkbar, da es in jener Zeit, von den Gießern abgesehen, durchaus nicht Sitte war, daß die Künstler sich an ihren Werken verewigten, wenigstens bei uns nicht; und es ist vielmehr anzunehmen, daß der Betende der Stifter des Schreines ist, wie der ausgezeichnete Platz, an dem wir ihn sehen, und die behäbige, ja reiche Tracht an die Hand geben. Jedenfalls muß der Donator ein sehr begüterter Mann und kann sehr wohl ein Mitglied des Rathes gewesen sein; wenigstens ist der Umstand, daß er kein eigentliches Wappenbild, sondern nur ein Merk im Schilde führt, kein Beweis dagegen. Bekannt ist letzteres aber freilich nicht. Wäre es erlaubt zu rathen, so könnte man wohl an Hinrik Wesebom, Rathmann von 1430 bis 1441 oder 1442, denken, der nach seinen vielen Vermächtnissen zu frommen Zwecken 1 ) wohl in der Lage gewesen sein mag bei Lebzeiten noch ein solches Werk herstellen zu lassen; dessen Merk oder Wappen ist aber nicht auf uns gekommen.

Sind wir nun trotz des beigegebenen Kennzeichens nicht im Stande den Donator zu bestimmen, so vermögen wir noch weniger anzugeben, wer den Schrein gemacht hat. Die Möglichkeit, daß derselbe nicht in Wismar, sondern auswärts hergestellt worden sei, etwa in Lübek 2 ), ist allerdings keines=


1) Schröders P. M., S. 1991.
2) Hotho, Gesch. d. christl. Mal. S. 346, mag immerhin Recht haben. Wenn er die besseren der in Lübek vorhandenen Altartafeln für niederländischen Ursprungs erklärt; doch ist nicht zu übersehen, daß dort 1338 ein Maler Peter v. Kortrijk, 1356 ein Johann v. Brüssel als Bürger vorkommen, Namen, welche ohne Zweifel von der Heimath der Betreffenden abgeleitet und nicht auf sie vererbt sind. So mögen auch (  ...  )
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wegs ausgeschlossen; allein der Umstand, daß Parchim für seinen Hauptaltar zu S. Georg im Jahre 1421 einen Schrein bei dem Wismarschen Maler Henning Leptzow in Bestellung gab 1 ), Sternberg einen solchen 1505 bei Hermen Kulemann 2 ), Städte also, denen einerseits Lübek, andererseits Rostock kaum ferner lagen, zeigt doch, daß die Wismarschen Maler einigen Ruf und guten Namen hatten. Allerdings ist aber unser Altarschrein auf keinen Fall Henning Leptzow, der etwa gleichzeitig lebte, zuzuschreiben, und ebensowenig derjenige der Krämer, da nach Michaelsen, welcher die Rudera des Parchimschen Werkes nach der Restauration unseres Schreins, also zu einer Zeit sah, wo er mit diesem völlig vertraut war, der Parchimsche Schrein nicht über gewöhnliche Handwerksarbeit sich erhebt. Gleichzeitig mit Henning Leptzow, 1422, und nur das eine Mal, wird dann noch ein Wenemar v. Essen als Maler in Wismar genannt; doch wissen wir von demselben nichts weiter, als daß er ein Haus in der Dankwardsstraße besaß, und ebensowenig von einem Johann, welcher zwischen l45i und 1463 gestorben ist, also freilich auch noch in Frage kommen könnte. Kurz, wir vermögen nicht den Verfertiger des Werkes festzustellen.

Ueber die Wiederherstellung des Altarschreins zu sprechen ist hier der Ort nicht; doch wird man, ohne Widerspruch fürchten zu müssen, sagen können, daß die Sorgfalt und Treue, welche auf dieselbe verwendet worden, nicht erfolglos gewesen sind, und daß die Ausführung gegen frühere Unternehmungen dieser Art einen wesentlichen Fortschritt darstellt.

Schließlich noch die Bemerkung, daß, wenn die Genauigkeit der Beschreibung in Vorstehendem übertrieben erscheinen und das Lesen unleidlich machen sollte, es dem Verfasser vor Allem darauf ankam, nachzuweisen, mit wie großer Sorgfalt und Liebe zur Sache die alten Künstler bei Herstellung ihrer Werke verfahren sind, und auf den Weg hinzuweisen, auf welchem bei Restaurationen derselben allein befriedigende Resultate erlangt werden können.


(  ...  ) im 15. Jahrhunderte Niederländer in Lübek sich anfässig gemacht, Lübische und überhaupt hansische Zunftgenossen im Westen ihre Ausbildung gesucht und gefunden haben, so daß jene Gemälde nicht nothwendig dort entstanden zu sein brauchen, vielmehr nur einer niederländischen Schule angehören. Daß die Arbeiten der Lübeker Maler aber weithin geschätzt wurden, zeigen die von Pauli, Lüb. Zustände III, S. 28 f. angeführten Beispiele.
1) Jahrb. XXXIII, S. 373.
2) Schröder, P. M. S. 2750. Der Maler wird dort fälschlich Kellmann genannt.
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Nicolaus, Bischof zu Schwerin, verkündet einen Ablaß zum Besten der Kirche S. Jürgens zu Wismar.

Bützow, 1449, Februar 1.

Vniuersis et singulis Cristi fidelibus presentes litteras inspecturis siue audituris Nicolaus dei gracia episcopus Zwerinensis salutem in domino sempiternam. Pia mater ecclesia, de animarum salute sollicita, deuocionem fidelium per quedam munera spiritualia, remissiones videlicet et indulgencias, inuitare consueuit ad debitum famulatus honorem deo et sacris edibus impeudeudum, vt, quanto crebrius et deuocius illuc coufluit populus Cristianus assiduis saluatoris graciam precibus implorando, tanto delictorum suorum veniam et gloriam regni celestis consequi mereretur eternam. Sane, sicuti accepimus, missa de corpore Cristi in ecclesia parrochiali beati Georgii opidi Wismariensis, Razeburgensis diocesis, omnibus feriis quintis per circulum armi cuiuslibet ob reuerenciam sacrosanctissimi eucaristie sacramenti et dei omnipotentis decantari soleat. Cupientes igitur Cristi fideles ipsos ad regnum celorum promerendum incitare, omnibus et singulis vere penitentibus, confessis et contritis, qui in omnibus festis principalibus anni ac festiuitatibus prefati beati Georgii, natiuitatis Cristi, circumscisionis, epyphanie, resurreccionis, asscensionis, penthecostes, corporis Cristi, concepcionis beatissime virgims Marie, necnon annunciacionis, natiuitatis, purificacionis ac assumpcionis eiusdem ac natiuitatis Johannis baptiste ac beatorum Petri et Pauli ceterorumque apostolorum festiuitatibus, necnon patronorum ecclesie prescripte, videlicet beati Georgii, Stephani, Simonis et Jude, Martini, beate Elyzabeth vidue et beate Agnetis virginis, et dedicacionis dicte ecclesie aut eius chori siue eciam altaris auf capelle, necnon omnium celebritate sanctorum dictam ecclesiam beati Georgii prefati causa deuocionis, oracionis auf peregrmacionis deuote visitauerint deuocionique misse predicte interfuerint et oraciones suas deuocione aut oblacionum munera hilariter exposuerint deumque pro animabus fidelium defunctorum m ipsa ecclesia uel eius cimiterio quiescentium pie orauerint aut idem humiliter ac deuote perambulauerint, necnon qui ad fabricam, ornamenta uel luminaria ipsius ecclesie manus suas porrexerint adiutrices, vel qui in eorum testamentis aut extra aurum, argentum, vestimentum uel aliquid aliud caritatiuum subsidium dicte ecclesie donauerint, legauerint

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vel procurauerint, tociens, quociens premissa vel alia pia opera erga dictam ecclesiam cum deuocione fecermt vel alios ad id faciendum induxerint, de omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius meritis et auctoritate confisi, nostre spirituali dicioni subiectis, necnon et aliis, dummodo diocesani eorum voluntas accesserit et consensus, quadraginta dies indulgentiarum de iniunctis sibi penitenciis misericorditer in domino relaxamus. Datum in castro nostro episcopali Butzouwensi nostro sub sigillo presentibus appenso anno domini millesimo quadringentesimo quadragesimo nono, mensis Februarii die eius prima.

An einer Pergamentpressel ist das bischöfliche runde Siegel von rothem Wachs angehängt, neber einem Baldachine eine Heilige mit einem Thurme: - S. Barbara - darunter das Wappen - ein Schwan. Umschrift:

Umschrift

 

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VI.

Meklenburger

auf auswärtigen Universitäten

bis zur Mitte des 17 ten Jahrhunderts.

Von

Revisionsrath Balck

Zweiter Beitrag * ).


V on den jetzt folgenden Universitäten: zu Greifswald, Wittenberg, Königsberg, ist die erste die Tochter und einstige Rivalin unserer Landes=Universität Rostock, und deshalb für Meklenburg von besonderer Bedeutung. Die zu unserem besten Danke von Herrn Professor Dr. Pyl zu Greifswald aufs Sorgfältigste verfertigten Matrikel=Auszüge ergeben von der Gründung der dortigen Universität, 1456, bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts 860 Einträge von Meklenburgern. - Zu Wittenberg studirten, wie wir bereits in unserer ersten Abhandlung nachgewiesen, von 1502 bis 1560, also gerade in der wichtigsten, Alles neu belebenden Reformations=Periode auffallender Weise nur 74, dagegen in der Folgezeit nach den mit anerkennungswerther Bereitwilligkeit von Herrn Dr. Kossinna zu Halle bis 1630 fortgeführten und hier wiedergegebenen Verzeichnissen doch noch 435 Meklenburger. - Königsberg endlich sah seit der Errichtung


*) Den ersten Beitrag s. Bd. XLVIII, S. 54-88.
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seiner Universität, 1544, während des nachfolgenden Jahrhunderts nach freundlicher Mittheilung des Herrn Universitäts=Registrators Stürtz 159 Musensöhne aus Meklenburg innerhalb seiner Mauern.

Greifswalds Nähe bei unseren östlichen Landestheilen brachte vorwiegend aus diesen seiner Hochschule eine bedeutende Frequenz. Die Städte Neubrandenburg und Friedland sind jede mit anderthalbhundert Namen, also mit nicht weniger als das ungleich größere Rostock, selbst das kleine Penzlin mit 43, Malchin mit 40, ferner Waren, Gnoien, Neukalen, Teterow, sowie die andern Strelitzer Städte doch zusammen noch mit mehr als 100, dazu auch noch Wismar mit 40, Güstrow mit 28 Nummern vertreten. - Auf Wittenberg entfallen aus Rostock 116, aus Neubrandenburg mehr als die Hälfte dieser Zahl, aus Friedland nur etwa ein Dutzend, aus Güstrow 38, aus Wismar 29, aus Parchim 15, aus Grabow und Waren 12 u. s. w. - Bei Königsberg stellt Rostock beinahe die Hälfte des Ganzen, Wismar 19, Neubrandenburg nur ein halbes Dutzend. - Von den im Ganzen 1454 Einträgen kommen mehr als 1200 auf die Städte, die übrigen auf das platte Land, großen Theils wohl auf die Güter der Edelleute.

Für die speziellen Personalnotizen sind außer den bereits früher citirten Quellen, zu denen noch die inhaltsreichen Jahrbücher unsers Vereins nachzutragen sind, diesmal noch Kosegartens Geschichte der Universität Greifswald, Krabbes Werke über die Universität Rostock, Krey's Beitrag zur Mekl. Kirchen= u. Gelehrtengeschichte, das mekl. Gelehrten=Lexikon, die Analect. Gustrow. von Thomas, Cleemanns Repertor. universale, die gedruckten Chroniken von Neubrandenburg, Friedland, Malchin, Penzlin, die mekl. Aerzte von Blanck, benutzt. Aus Wismar hat wieder Herr Dr. Friedrich Crull, für Grabow diesmal Herr Rector Römer daselbst das Nöthige zu unserm aufrichtigen Danke geliefert. -

Nach dem Stande gehören etwa 150 dem Landesadel an, soweit derselbe hier bei der früher nicht allgemeinen Führung des "von" überhaupt mit Sicherheit zu constatiren ist, und ebensoviele nachweisbar den Familien der Gelehrten, d. i. der Beamten, Pastoren, Aerzte, Professoren, Lehrer u. s. w., die Meisten aber den Patricier= und Bürgergeschlechtern der Städte.

Anbelangend die eigne spätere Lebensstellung der Studirenden, so werden unter ihnen in der älteren Zeit zu

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Greifswald etwa 50 katholische Kleriker genannt, welche damals ihre Pfründen auf auswärtigen Universitäten zu verzehren liebten; aber auch demnächst etwa 100 protestantische Geistliche, ebensoviele Beamte, Rechtsgelehrte, Magistratspersonen, ferner 70 Professoren und Lehrer; jedoch nur 17 Aerzte und ein halbes Dutzend Offiziere sind ermittelt, während die Edelleute in der Mehrzahl zweifelsohne wieder Gutsbesitzer wurden. Die meisten Stadtkinder dagegen begnügten sich nach damaliger Sitte und bei der früheren größeren Seltenheit von fürstlichen Dienststellungen an der auf Universitäten erlangten allgemeinen Bildung und kehrten dann in ihren Heimathsort zurück, wo sie, soweit sie nicht in den Rath eintraten, als Bürger - jedoch im Gegensatze zu den eigentlichen Gewerken als Vornehme, cives praecipui, patricii, honestiores - nach ihrer Väter Weise lebten, auch, besonders in den Seestädten, Kaufmannschaft und Brauerei im Großen trieben.

Im alphabetischen Personenverzeichniß sind die jetzt üblichen deutschen, im Texte jedoch die matrikelmäßigen, latinisirten und zuweilen corrumpirten Namensformen wiedergegeben, hier auch aus dem ersten und im Voraus aus dem bereits fertigen dritten Beitrag bei denselben oder wenigstens gleichnamigen hier und dort vorkommenden Personen die betreffenden Nummern angezogen.

Immatriculirt sind:

VIII. Zu Greifswald 1456-1650.

500) Dommus Theodericus Zukow, prepositus in Verchen, canonicus Caminensis, October 1456. - Mit dem Zusatz: "de Rostok" zu Prag immatricul. 1407, auch baccah jur. canon, und magister in artibus, Professor, resp. Rector der Universität Rostock 1419-1430, zu Greifswald seit 1456, dort Canonicus sancti Nicolai 1457, Stifter einer geistlichen Hebung 1468.

501) Dominus Conradus Lost, utriusque jur. dr., cantor Zwermensis et canonicus Lubecensis, Octbr. 1456; daneben ist später bemerkt: expost ad presulatum Suerinensem evectus. (Vgl. auch Bem. zu Nr. 503) Sohn Peter Loste's zu Wismar, geb. c. 1416, Bischof von Schwerin 1482, gest. 12. Decbr. 1503.

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502) Magister Johannes Stammel, decretorum licenciatus, October 1456. - utr. jur. baccal., art. magister et in decretis ucenciatus, zu Rostock Professor schon 1430, dort Rector der Universität 1448, 1458, Vicar an St. Marien 1463.

503) Joh. Hane, artium magister, October 1456. Daneben ist bemerkt: vixit vir probatam vitam. Weitere Bemerkung vom October 1457: Recesserunt clam sive occulte de vniversitate et de civitate Gripeswald. - - - - Conradus Lost (val. Nr. 501), utr. jur. dr., - - - Joh. Hane, art. lib. magister, - - - - propterea, quia famabatur de ipsis, quod fuerunt conscii inique expulsionis dni. doctoris Rubenow. - Letztere Bemerkung bezieht sich wohl darauf, daß die Meklenburger im Interesse Rostocks die Gründung der Universität Greifswald durch den dortigen Bürgermeister Heinrich Rubenow ungern sahen und zu hintertreiben suchten. - Joh. Hane war 1468 und 1472 Rector der Universität Rostock.

504) Joh. stalkoper, medic. dr., canomcus Raceburg., October 1456. Demnächst Bischof von Ratzeburg; vgl. Nr. 42.

505) Mag. Joach. Tide, baccal. sacre theol., October 1456. Nach den Annales universitatis aus Rostock.

505a) Albertus Criuetze, de Rostock, prom. als magister in artibus 1456.

506) Jochim Dömelow, de Wysmaria, October 1456. -Priester in Wismar, Vicar zu St. Marien 1464, gest. 1494.

507) Hinricus Deleke, de Rostok, baccal. artium, October 1456. - Magister zu Greifswald 1457, Examinator 1463.

508) Martnius Stamman, de Gustrow, October 1456.

509) Benedictus Billeke, servitor Losten (Nr. 501), October 1456.

510) Joh. Vredeberch, de Wysmaria, November 1456. - Ein Gerlach V. stiftete eine Vicarie an St. Marien zu Wismar 1423.

511) Christianus Knolle, de Gustrow, November 1456.

512) Conradus Cirkeman, de Vredelant, Februar 1457. - Auch Zierkemann.

513) Hinricus Owman, de Wysmaria, Mai 1457.- Zum baccal. jur. promovirt 1458. - Aus dem Wism.

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Geschlecht Overmann, von welchem ein Nicolaus, vielleicht der Vater, 1440 vorkommt.

514) Bernardus Veregghe, prepositus Vredelandensis, Mai 1457.

515) Antonius Schonenvelt, de ducatu Magnopolensi, October 1457. - Wohl Enkel des Knappen Tönnies v. Schönefeld.

516) Dominus Job. Divetze, clericus Swerinensis diocesis, Mai 1458. - Wohl aus Vorpommern, aus dem Geschlecht v. Divitz.

517) Dominus Hinricus Boytin, Swerin. dioc., gratis, contempl. (?) dni. prepositi Brandenburg, Mai 1458.

518) Vicko Dessin, de Gustrow, April 1459. - Promovirt zum baccal. 1460. - Prior im Kloster Marienehe 1481, aus adligem Geschlecht.

519) Joh. Brughe, de Wysmaria, April 1459. - Sohn des Ratsherrn Matthias von Brügge, zu Greifswald baccal. 1461, decret. dr. und Rector der dortigen Universität 1477, Pfarrer zu St. Marien in Wismar 1494, gest. 1515.

520) Casperus Bomer, de Gnogen (Gnoien), April 1459.

521) Thomas van der Heyde, clericus Swerin. dioc., gratis ad instantiam magistri Joh. Densteden, quia terciarius, Mai 1459.

522) Joh. Schuting, clericus Swerin. dioc., Mai 1459.

523) Dominus Joh. Warman, Swerin. dioc., Mai 1459.

524) Joh. Treptow, de Gustrow, Mai 1460.

525) Joh. Cloksim, de Malchin, Mai 1460.

526) Otto Kossebade, de Waren, Mai 1460. - Aus dem Geschlecht v. Kossebade auf Torgelow bei Waren?

527) Joh. Gladow, Wismariensis, October 1460. - Wohl aus dem Rathsgeschlecht Kladow.

528) Hinricus Wegener, de Nova Brandenburg, servitor domini licenciati Volret, Mai 1461.

529) Petrus Rulow, de Fredelande, presbiter, October 1462. - Wohl ein Rülow.

530) Nicolaus Kemetcze, de Malchin, Juni 1464. - Wahrscheinlich aus der Familie v. Kamptz, deren einer Zweig damals zu Bürgerrecht in Malchin wohnte.

531) Gheorgius Hovet, de Wysmaria, Juni 1464. - Hövet.

532) Petrus Grawart, de Nova Brandenborg, October 1464.

533) Joh. Schynkel, de Malchyn, Mai 1465. - Aus der Familie von Schinkel?

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534) Nicolaus Bremer, de Gustrow, August 1465. - Demnächst Bürgermeister zu Güstrow.

535) Dominus Mauricius Pencilte, clericus Swerin. dioc., gratis propter petitionem magistri Joh. Hasenkoppes, Mai 1466.

536) Joh. Lange, clericus Swerin. dioc., gratis ad petitionem archidiaconi Dymynensis (zu Demmin), cujus est notarius, November 1466. - Identisch mit Dr. Joh. Lange, Domherrn zu Lübek 1469?

537) Dns. Albertus Scharzowe, presbyter Swerin. dioc., März 1467.

538) Nicol. Kyp, de Nova Brandenborch, clericus Havelberg. dioc., Mai 1467.

539) Joachim Kyp, de Brandenborch, Havelb. dioc., gratis ad petitionem mag. Nic. Kremer de Brandenborch, Mai 1467.

539a) Mart. Langhenow, de Wysmaria, als magister ad facultatem receptus 1467.

540) Hinricus Kulemann, gratis intitulatus ob rogationem dni. archidiaconi Rostokcensis, April 1468. - Verwandter von Nr. 50 und auf dessen Fürsprache umsonst immatriculirt.

541) Hinricus Malchin, de Rostok, April 1468.

542) Gherardus Alunse (Almise?), de Grabow dioc. Ratzburg., August 1468.

543) Nicol. Molner, de Nova Bramborgh, Mai 1469.

544) Petrus Badendick, clericus Swerin. dioc., Mai 1470.

545) Joach. Heyner, clericus Swerin., Mai 1470.

546) Bartoldus Stenhaven, de Fredelant, Juni 1470.

547) Joh. Schermer, de Pencelin, October 1470.

548) Baltasar Glode, de Fredeland, October 1471. - Wohl ein v. Glöden.

549) Joach. Rademer, de Malchin, October 1471.

550)Johannes Haselulle, dioc. Swerin. clericus, Mai 1472.

551) Jacobus Kerckhoff, de Vredelande, pauper, locatus ad s. Nicolaum, gratis ad petitionem scholastici, März 1473.

552) Dns. Henricus Quart, clericus Swerin. dioc., Mai 1473.

553) Dns. Nicol. Vot, cler. Swerin. dioc., Mai 1473.

554) Dominus Joh. Leppin, cler. Rasseborg, dioc., September 1473.

555) Enwaldus Klene, hujus oppidi incola, magistrandus Rostokcens., März 1474.

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556) Rederus Rezedorp, prepositus in Vredeland, Havelb. dioc., April 1474.

557) Joach. Hoger, de Malchin, April 1475.

558) Nicol. Bade, der. Swerin. dioc., December 1475. - Pfarrer zu St. Nicolai in Wismar, gest. 1509.

559) Hinricus Stauet, Brandenburg. Hav. dioc., Mai 1476.

560) Mag. Eggardus Dolgheman., de Rostok, September 1476, seit 1477 Mitglied der facultas art., resp. Dekan zu Greifswald.

561) Nicol. Vram, de Nova Brandenbg., April 1477.

562) Hinricus Nigeman, de Wismaria, Mai 1477.

563) Joh. Smyt, de Vredelant, October 1477.

564) Ebellus Smyt, de Malchin, April 1478.

565) Henningus Albrecht, de Malchin, April 1478.

566) Joh. Siffridi, de Vredelant, October 1478.

567) Joh. Koster, de Malchin, October 1478.

568) Bernardus Rotgerdes, de Vredelant, October 1478.

569) Nicol. Smyt, do Malchowe, November 1478.

570) Hinricus Myddendorp, de Wismaria, März 1479. - Vicar zu St. Marien 1475, gest. 1500.

571) Casp. Ludeman, de Ribbemsze, gratis ad peticionem dni. dris. Slupwachter et Werneri Samer, cancellarii ducis Wartslai, Juli 1479.

572) Thymmo Gnoghen, de Rostok, September 1479. - promov. als baccal. 1480.

573) Marc. Ryke, de Brandenbg. Havelbg. dioc., October 1479.

574) Eggerd Dewytsche, de Nova Brandenbg., famulus laicus dni. dris. Slupwachter, Februar 1480. - Sicher v. Dewitz, bei welcher Familie der Vorname Eggerd einst häufig vorkam.

575) Joh. Stechow, de Penselyn, April 1480.

576) Wolterus Smyt, de Malichyn, Mai 1480.

577) Mag. Thomas Werth, de Rostok, medic. dr., August 1480.

578) Mag. Hermannus Meleberch, de Teterow, October 1480. - Promovirte zu Paris 1482 ff. Decan der Facultät zu Greifswald.

579) Nicol. de Pentzen, dioc. Swerin., November 1480, und

580) Joach. de Pentzen, dioc. Swerin., November 1480. - Wohl beide aus Vorpommern.

581) Dns. Laurentius Winne, November 1480. - Ohne Angabe der Heimath, wohl Begleiter von Nr. 579 und 580.

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582) Dns. Levinus Brunstorp, vicarius in pontificalibus reverendi patris ac dni. episcopi Swerin., December 1480.

583) Henningus Staveman, de Vredelant, Februar 1481.

584) Joh. Karsten, de Nova Brandenbg., Mai 1481.

585) Hinricus Zalfelt, frater ord. minorum, sacre theol. baccalaureus, dioc. Swerin., Juni 1481.

586) Hartwicus Vlotow, de castro Stuer, October 1481. - Sohn des Andreas v. Flotow auf Stuer, unterschreibt die Union 1523.

587) Nicol. Kitcze, de Pentszelin, November 1481.

588) Joach. Snakenborch, de Malchin, December 1481.

589) Joh. Langhe, de Teterow, April 1482.

590) Hermannus Branth, de Teterow, April 1482. - Vgl. Nr. 707.

591) Conrad Bolte, de Nova Brandeubg., Mai 1482.

592) Joh. Colberge, de Nova Brandenbg., Mai 1482.

593) Laurencius Drendenborch, de Wismaria, Juni 1482; promovirte zum Magister 1488. - Vicar und Procurator des St. Nicolai=Klerus zu Wismar 1494, Ratzeburger General=Official 1500-1503, Canon. Suerinensis, gest. vor 1531, aus der alten Rathsfamilie Trendelburg.

594) Joach. Alberti, de Malchin, October 1482.

595) Nicol. Balsmiter, de Pentzelin, December 1482.

596) Hinr. Gunther, de Pentzelin, December 1482.

597) Joach. Stuuer, de Malchin, December 1482.

598) Herrn. Rivestaell, de Strelissze, Januar 1483.

599) Nicol. Barenvleth, de Pentzelin, März 1483: von Bahrenfleth, - der "letzte und älteste Pfaffe" zu Malchin, gest. 1568.

600) Hinr. Sassze, de Vredelant, Mai 1483.

601) Joh. Maass, de Sulta (Sülz) Swerin. dioc., Juli 1483.

602) Andr. Hoppe, Swerin. dioc., October 1483.

603) Hinr. Symonis, Swerin. dioc., October 1483.

604) Jodocus Bekman, Swerin. dioc., October 1483.

605) Didericus Gerth, de Butzow, October 1483.

606) Joh. Osterwolt, de Vredelande, Mai 1484, wohl ein v. Osterwold.

607) Joh. Rike, de Theterow, Mai 1484.

608) Paulus Dycow, de Vredelande, Mai 1484.

609) Marqu. Bernecow, de Gnoghen (Gnoien), Juli 1484. - Aus dem Geschlecht v. Barnekow, wo der Vorname Marquard vorkommt.

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610) Joh. Prilvitze, de Nova Brandenbg., October 1484.
- Wohl Sohn des 1469 im Kampf gegen die Pommern gefallenen Bürgermeisters Heinrich Prillwitz.

611) Matheus Helmich, de Nova Brandenbg., October 1484.

612) Joh. Tornow, de Nova Brandenbg., October 1484.

613) Nicol. Teske, de Nova Brandenbg., October 1484.

614) Joach. Quitzow, de Robel, Februar 1485. - v. Quitzow?

615) Jasp. Jungheimck, de Pentzelin, Mai 1485. - Aus einer Bürgerfamilie.

616) Joach. Lemme, de Brandenbg. dioc. Havelberg., October 1486.

617) Mich. Ror, clericus Havelberg. dioc., November 1486. - v. Rohr?

618) Paulus Blome, clericus Swerin. dioc. et frater Cist. ord. de Hilda (Eldena i. P.), December 1486.

619) Hinricus Butzow, clericus Swerin. dioc., März 1487.
- v. Bützow?

620) Joh. Mellyn, clericus Swerin. dioc., April 1487.

621) Thom. Gywersyn, de Malchyn, Mai 1487.

622) Venerabilis vir dns. et mag. Joh. Remmelyn, decretorum baccalaureus, eccles. s. Cecil.. Gustrow. decanus, eccles. cathedral. Zwerin. scholasticus, subconservator totius cleri Caminensis, August 1487.

623) Joh. Ghargow, de Wismaria, Mai 1487. - Ein Joh. Garchow war Vicar zu W. 1500-1537.

624) Martin Radeloff, de Wismaria, Mai 1487.

625) Nicol. Deetleui, de Butzowe, Juni 1487.

626) Gherardus Radeloff, de Vredelant, Juli 1487.

627) Joh. Sure, de civit. Brandenburg, dioc. Havelberg., September 1487.

628) Hinr. Hoppenstanghe, de Parchim, October 1487.

629) Hermannus Odewan, de Wismaria, November 1487.
- Vielleicht Sohn von Köpke Odewan 1450.

630) Barthoh Luszkowe, de Rostok, Januar 1488. - Luschow, Bürger daselbst.

631) Joh. Zeger, de Nova Brandenbg., Januar 1488.

632) Simon Radt, de nova civit. Brandenbg., März 1488.

633) Hermannus Smidt, de Parchim, April 1488.

634) Andr. Scholin, de oppido Woldeecke, September 1488, promovirte Februar 1490 zum Magister.

635) Nicol. ManduueI. de Nova Brandenbg., October 1488. - v. Manteuffel.

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636) Laurencius Schomaker, de Nova Brandenbg., October 1488.

637) Dns. Hinricus Maryn, decret. doctor, s. Cecil. Gustrow. et s. Nicolai Gripeswald. ecclesiarum canomcus, in Robel prepositus, in jure canon. ordinarius, October 1488. - Rector der Universität Rostock 1481, 83, dgl. zu Greifswald 1489, aus dem mkl. Adelsgeschlechte von Marin.

638) Theodor. Lesteman, Ratzebg. dioc., November 1488.

639) Martinus Deetke, Ratzebg. dioc., November 1488.

640) Nicol. Herman, Swerin. dioc., December 1488.

641) Joh. Burmester, Wismar. Ratzebg. dioc., Mai 1489.

642) Jacobus Spyllendreygher, Ratzebg. dioc. (Wismar?), Mai 1489.

643) Jacobus Rormunde, Swerm. dioc., Februar 1490. - Aus der Schweriner Rathsfamilie Rotermund.

644) Gregorius Schutte, Swerin. dioc., April 1490.

645) Petrus Stanger, Swerin. dioc, April 1490.

646) Ewalde Tzulow, Swerin. dioc., April 1490. - von Zülow?

647) Albertus van Rotem, Swerin. dioc., Mai 1490.

648) Nicol. Leuitzow, dioc Swerm., Mai 1490. - v. Levetzow? oder v. Lowtzow? 649) Hinricus Verman, clericus Swerin., October 1490. - Ein Werner Vermann war 1456 Prof. theol. zu Greifswald, wurde 1458 zu Rostock immatriculirt.

650) Nicol. Scroder, de Waren, März 1491.

651) Bertoldus Kock, de Boyzenborch, März 1491.

652) Joh. Butzke, de Nova Brandenbg., März 1491.

653) Simon Vrigensten, de Nova Brandenborch, April 1491. - Freienstein.

654) Joh. Kordes, de Malchow, April 1491.

655) Bernhardus Glineke, de Nov. Brandenbch., Apri 1491. - Wohl Sohn des dortigen Bürgermeisters Hermann Glineke 147 4 ff.

656) Joh. Brokmoller, de Wittenborch, April 1491. - Aus dortiger Rathsfamilie.

657) Martina Reper, de Wismaria, Mai 1491.

658) Paulus Wevetzer, Swer. dioc., Juli 1491.

659) Andreas Lowe, Swerin dioc., Juli 1491. - Vgl. auch Nr. 767.

660) Martina Piper, Swer. dioc., August 1492.

661) Gregorius Kyll, Swer. dioc., August 1492.

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662) Venerabilis et egregius vir dns. Hinricus Leuesow, utr. jur. doctor, de Rostok, die Mercurii, XXIIII. mensis Octbr., intitulatus et ad lecturam codicis per dominos de umversitate deputatus. 1492. - Vgl. Nr. 95. Er war Rector zu Greifswald 1493.

663) Conradus Eler, de Rostok, November 1492.

664) Joh. Löwenberch, de Brandenborch dioc. Havelberg., August 1493.

665) Venerabilis et egregius vir dns. et mgr. Ulricus Malchow, de Wismaria, artium et utriusque juris doctor, nihil solvit, October 1493. - Spätere Bem.: fuit ergo nihil aliud quam Pracherige, sicut cum multis. Sohn des Bürgermeisters Peter Malchow, Rector zu Greifswald 1494, canon. Suerin. 1519, Administrator des Stiftes Schwerin 1523, gestorben 10. September 1529.

666) Gregorius Sukow, de Wismaria, famulus dni. Ulrici Malchow, October 1493, promovirt März 1495 zum Baccalaureus.

667) Nicol. Kopman, Zwerm. dioc., Mai 1494.

668) Henricus Scroder, Zwerin. dioc., Mai 1494.

669) Ludolphus Wulf, de Ratzeborch, Januar 1495.

670) Nicol. Pentzlin, de Nov. Brandenborch, Februar 1495.

671) Joach. Papke, de Tangelim (Anklam), licentiatus Ordinarius Rostocksensis, Februar 1497.

672) Jacobus Becker, amicus predicti licenciati, Februar 1497. - Prof. art. zu Greifswald 1514.

673) Gerardus Sosten, de Malkhynch (Malchin), März 1497.

674) Joh. Strywing, de Swerin., Juli 1497.

675) Hinricus Utesk, Swer. dioc., September 1497.

676) Hinricus Puleman, Swer. dioc., October 1497.

677) Joach. Oldendorp, presbiter, de oppido Crapelin, October 1497.

678) Casp. Lowenberch, de Nov. Brandenborch, März 1498.

679) Mich. Ylevelt, de Nov. Brandenbch., clericus Havelberg., April 1498. - Wohl aus dem bei Neubrandenburg einst seßhaften Geschlecht von Ilenfeld.

680) Joh. Reberch, de Fredelanth, October 1498.

681) Joh. Mencknyg, de Fredelant, October 1498.

682) Gerardus Wrylde, sacre theol. dr. eximius, ordinarius Rostoch., per nostram universitatem vocatus et conductus ad promovendum in theologia insignem

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virum Joh. Biltzeman, igitur gratis intitulatus, December 1498. - Gerhard Vrilde, sacr. theol. dr. zu Rostock, war dort Rector der Universität 1495 u. s. w., zuletzt 1512.

683) Petrus Hogha, der. Swerm. dioc., Mai 1499. - Wohl aus dem erloschenen Geschlechte von Hoghe.

684) Dns. Petrus Vressel, de Vredelant, presbyter Varmien. dioc., Febr. 1500. - Wohl aus Friedland i. Pr.

685) Dns. Jacobus Rust, de Rostok, presb. Swerin, März 1500.

686) Joh. Haker, de Nov. Brandenborch, April 1500.

687) Conradus Jegher, de Nov. Brandenbg., April 1500.

688) Petrus Rust, de Vredelat, Mai 1500.

689) Euerhardus Klee, Zwerin. dioc., Mai 1500.

690) Nicoh Kruel, de Machyu (Malchin), Mai 1500. - Vgl. Nr. 705.

691) Thom. Vaget, de Nov. Brandenbg., April 1501.

692) Bocardus Summarke, de Malchin, September 1501.

693) Andr. Witte, de Nov. Brandenbg., September 1501.

694) Georgius Cirsow, de Tetrow, November 1501.

695) Casp. Drendenborch, de Wysmaria, April 1502. - Herzog Heinrichs v. Meklenburg Capellan, canonic. Swerin. c. 1530, aus der Familie Trendelburg.

696) Hermannus Meyger, de Malchyn, April 1502.

697) Mag. Petr. Rusth, Rostokcensis, Juni 1502. - Rector zu Greifswald wiederholt bis 1517.

698) Mathias Heyneman, de Rostok, Januar 1503.

699) Gherardus Baremuleth, de Pentzelin, April 1503. - VgI. Nr. 599.

700) Bernhardus Frederici, de Vredelant, cleric. Brandenburg., April 1503.

701) Georgius Trebbow, de Nov. Brandenbg., cleric. Havelberg., Mai 1503.

702) Joach. Goldenbage, de Novo Kalende (Neukalen), Mai 1503.

703) Joh. Kolhoff, de Nov. Brandenbg., dericus Havelberg., Mai 1503.

704) Balthasar Redeloff, de Vredelant, October 1503. - VgI. Nr. 626.

705) Joach. Crul, de Malchin, October 1503. - Vgl. Nr. 690.

706) Nicol. Hoppe, dioc. Swerin., April 1505.

707) Hermannus Brandt, cleric. dioc. Swerin., April 1505. - (Vgl. Nr. 590), promov. zum baccal. März

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1507, gleichzeitig mit Caspar Wagenschutte aus Meklenbg. Ein Joachim Wagenschütte war Komthur zu Mirow und Nemerow bis 1503.

708) Christianus Ravoth, de Vredelande, April 1505. - Wohl Verwandter des Beförderes der lutherischen Religion Karsten Rawoth daselbst 1525.

709) Jodocus Sukow, Stargardensis (Pommern?), April 1505.

710) Sifridus Mittelporte, Suerinensis, Januar 1507.

711) Mich. Pollen, de Gustrow, Juni 1507.

712) Laurencius Drendenborch, de Wismaria, Juni 1507, promovirt zum Baccalaureus März 1509. - Von der Rathsfamilie Trendelburg.

713) Joh. Bolte, de Vredeland, September 1507.

714) Joh. Tange, Zwerin. dioc., October 1507.

715) Andr. Stukemann, de Pentzellyn, April 1509.

716) Mich. Bitkow, de Nov. Brandenborch, April 1509.

717) Dionisius Chochen, de Brandenbg. dioc. Havelberg., Mai 1509.

718) Casp. Smit, de Woldegghe, Mai 1510.

719) Nicol. Swarte, de Malchin, October 1512.

720) Joh. Scroder, de Fredelant dioc. Havelberg., Juli 1513.

721) Petrus Gruwel, de civitate Laghe dioc. Swerin., artium magister, qui altera die ad scriptum illustris principis Bugslai in collegiatum receptus fuit, Jan. 1514. - Er war magister Rostokcens.
- Vgl. noch Nr. 728. - Derselbe war seit 1520 Rathsherr, seit 1539 Bürgermeister in Greifswald, gest. nach 1559.

722) Jacobus Broy, de Nov. Brandenbg., Juni 1514.

723) Joach. Trebel, de Malchin, Juni 1514.

724) Albertus Huge, de Nov. Brandenbg., September 1514. 725) Heinningus Tide, de Malchin, October 1514.

726) Magister Koruelius de Snekis, sacr. theoI. dr., alm. ordin. fratrum predicatorum conventus Rosttoksensis, prior congregationis Hollandr., per universam Almaniam vicarius generalis, März 1515.
- Bereits 1483 in Rostock, Vorkämpfer des Katholicismus, verließ Rostock nach dem Siege der Reformation, gest. 1534 zu Leeuwarden in Friesland.

727) Mag. Joh. Hoppe, sacr. theol. professor, heretice pravitatis inquisitor, ejusdem ordinis predicatorum, vir clarissimus et egregius, März 1515.

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- Prof. theol. zu Rostock, Dominikaner, Ketzerrichter.
Bem. zu Nr. 726, 727: Hi duo doctores de conventu Rostoksensi per universitatem vocati fuerunt ad insignia doctoralia licenciato Wichmanno Kruszen in sacra theologia dandum, quos intitulatura universitas honoravit.

728) Georgius Gruel, art. liberal, magist., de Gustrow, quem facultas vocavit propter magistrorum defectum, April 1515. - Identisch mit Gregorius Gruwel, magist. Rostockcens., im Januar 1515 zu Greifswald ad facultat. art. receptus. - Zu Rostock war um dieselbeZeit noch Ludolphus Gruwel, utr. jur. baccal., Rector der Universität. - Vgl. Nr. 721.

729) Martinus Mamerow, de Malchin, April 1515.

730) Maurit. Dedelow, de Nov. Brandenborgh, famul. dni. dris. Osten, Mai 1515.

731) Joh. Quastenberch, de Nov. Brandenborch, Mai 1516.

732) Nicol. Gamme, ex Maguopolia, Juni 1516. - Wohl ein v. Gamm.

733) Joh. Plagemann, de Gadebus, April 1517.

734) Hermanne Munderick, de Vredelant, Mai 1517. - Bürgermeister in Neubrandenburg.

735) Jacobus Dirnes, art. baccal. de Malchm, Mai 1518. - Promovirte auch zum Magister 1523, später Examinator der Facultät.

736) Bartoldus Bronnow, de Nov. Brandenborch, April 1518.

737) Casp. Rachow, de Fredelant, April 1518.

738) Job. Kentzeler, de Rostock, Mai 1518.

739) Nicol. Welberch, de Malchin, Mai 1518.

740) Christoph. Junghelinck, de Pentzelin, Mai 1518. - Vgl. Nr. 615.

741) Joach. Burmester, de Gadebush, December 1518.

742) Mare. Werner, de Fredelant, April 1519.

743) Joach. Mullinck, de Fredehmt, April 1519.

744) Laurent. Thyde, de Malchin, April 1519.

745) Joh. Hampe, de Nov. Brandenborch, Mai 1519.

746) Nicol. Junghelinck, de Pentzelin, Mai 1519. - Vgl. Nr. 740.

747) Dns. Hinricus Radduss, de Rostok, Prebiter Swerin. dioc., November 1519. - Aus der dortigen Familie Roddaß?

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748) Joh. Boltzow, de civitate Warnensi dioc. Swerin. (Waren), März 1520.

749) Hinricus Brummer, de civit. Warnensi, März 1520.

750) Petrus Wolff, de Parchim, Juli 1520.

751) Hinricus Piseler, de Vredelant, August 1520.

752) Joach. Sweetsman, de Malchow, October 1520.

753) Marcus Schulte, de Vredeland, März 1521.

754) Mich. Tubbe, Fredelandensis, September 1522.

755) Joach. Bartoldi, de Pentzelin, November 1522.

756) Dr. Nicol. Fabri, Meklenburg., November 1539.

757) Dr. Clemens Timo, Rostock., concionator in aede divae Virginis Gryphiswald., November 1539. - Timm, vorher Pfarrer zu Lübow, zu Wismar.

758) Joh. Techatz, Brandenbg., November 1539. - Bruder von Nr. 138?

759) Marcus Hake, Brandenbg., November 1539.

760) Franciscus Mumme, de Brandenborgh, April 1540.

761) Joach. Denliis Brandenburg., Mai 1542. - Dillies.

762) Joach. Winholt, Warensis, famulus, Mai 1542.

763) Nicol. Hane, nobilis Mecklenbg. ex claustro (castro?) Basedow, filius Christiani Hane, März 1544.

764) Petrus Weseman, Malchin., Mai 1544.

765) Barthol. Petri, Fredelandens, Mai 1544.

766) Joach. Coquus, Nov. Brandenbg., October 1544.

767) Andreas Lew, Rostock., October 1544. - Vgl. Nr. 125, auch 659. - Stadtsecretair inWismar 1555-1575

768) Dan. Zander, Rost., October 1544 - Vgl. Nr. 128.

769) Joh. de Herforden, Rost., October 1544. - Sohn des Bürgermeisters gl. N., selbst Bürgermeister in Rostock, gest. c. 1585.

770) Joh. Winne, a Pentzelin, Juli 1545.

771) Joh. Hese, a Pentzelin, Juli 1545.

772) Laurent. Bernhardus, Fredelandensis, November 1546.
- vgl. Nr. 2342.

773) Joan. Teman, Pentzelinensis, November 1546.

774) Mattheus Kirchoff, Fredelandensis, NoVemoer 1546. - Nr. 2249.

775) Casp. Pasualg, Rost., November 1546.

776) Steph. Goedeke, Warensis, November 1546.

777) Brandanus Schmidt Rost., Mai 1547. - Vgl. Nr. 112.

778) Joach. Barsse, Fredeland., Mai 1547. - Nr. 2250.

779) Francisco Schmidt Fredeland., Mai 1547.

780) Lambertus Rust, Rostoch., Mai 1547.

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781) Henricus von der Luge, nobil. Mecklbg., März 1551. - Sohn Ottos Nr. 82, auf Büttelkow, gest. 1591.

782) Joh. Crisow, Malchin., Mai 1551.

783) Thom. Schmidt, Fredeland., pauper, gratis, April 1553.

784) Bernardus Haueman, Pentzlin., Juni 1553.

785) Joan. Schach, Megapol., gleichzeitig auch Matthias Schach, Sundensis, October 1554 - ambo ad intercessionem vicerectoris gratis mscripti.

786) Thom. Garlipp, Neobrandenbg., Mai 1555. - Vgl. Nr. 795, 2263.

787) Dan. Schwichtenberg, Neobrandenbg., Mai 1555. - Vgl. Nr. 1443.

788) Josua Petraeus, Neobrandbg., December 1556. - Vgl. Nr. 135.

789) Dan. Pauli, Neobrandenbg., pauper, December 1556.

790) Martmus Parman, Neobrandenbg., Mai 1557.

791) Joach. Krul, Neobrandenbg., Mai 1557.

792) Joach. Moltzan, nobilis, Juli 1557. - Identisch mit Nr. 132?

793) Henningus Bremer, Neobrandenbg., August 1557.

794) Jacobus Crispus, Rostock., October 1557; receptus est ab illustri principe Phihppo iu aulicum concionatorem, qui successit mgstro. Dyonisio Geroni, oppidi Wolgast pastori vigilautissimo. - Krause war Hofprediger in Wolgast, seit 1563 prof. theoh in Greifswald, seit 1570 Pastor in Stralsund, gest. als Pastor zu Ribnitz 1597.

795) Thom. Garlip, Neobrandenbg., baccal. art., November 1557. - Vgl. Nr. 786.

796) Gerhardus Widimg, Neobrandbg., October 1558. - VgI. Nr. 970.

797) Mich. Thegelius, Strelicianus, April 1560.

798) Georgius Peccatel, nobilis Megapol., April 1560.

799) Casp. Boem, Woldeccensis, April 1560.

800) Paulus Reinerus, Rostock., November 1561.

801) Christianus Ribau, Megapol., December 1561.

802) Joach. Cobab, Warensis, Juli 1562.

803) Sam. Vatke, Warensis, October 1562.

804) Barthol. Geseuitz. Fridland., October 1562. - v. Jesewitz?

805) Barthol. Remes, Fridland., October 1562.

806) Conradus Pegel, Rost., November 1562. - Vgl. Nr. 1366. Sohn von Nr. 86?

807) Joach. Wulff, Rost., December 1562.

808) David Loedau, Neobrandenbg., Juli 1563.

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809) Jacobus Reincke, Megapol., praecept. generosi dni. baronis Ludovici a Pubbutz, October 1563. - VgI. Nr. 2253.

810) David Clandrian, Fridld., März 1564. - Wohl Sohn des Rathsherrn Lorenz Clandrian. Vgl. Nr. 835.

811) Henricus Strutzenberg, Ivenacensis, April 1564.

812) Josua Pretzmann, Frideland., Juli 1564.

813) Joachim Hethe, Pentzlinensis, 1565.

814) Martinus Moller, Gnoegensis (aus Gnoien), 1565.

815) Barthol. Lupulus, Nevbrandenbg., Februar 1566. - Hoppe? Wulweke?

816) Georgius Ilenfeldus, nobil. Megapolit., April 1566. - Vgl. Nr. 1400, 2376. Auf Ilenfeld.

817) Dionysius Fabricius, Fredland., August 1566.

818) Joh. Moellerus, Roebelensis, October 1556.

819) Jacobus Druff, Fridlandensis, October 1566.

820) Joh. Croegerus, Fridland., November 1566.

821) Joh. Gottschalk, Fridland., October 1566. - Vgl. Nr. 1408.

822) Henricus Riben, nobil. Megapol., October 1566. - Herzogl. Hofjunker, vgl. Nr. 2285.

823) Joh. Saurman, paedagogus ejus, October 1566.

824) Wilichius Pasewalc, Rostock., October 1566.

829) Mathias (Matthaeus) Calander, Megapol., October 1566. - Pastor zu Vietlübbe 1572, geboren zu Grabow 1546, gestorben 1620.

830) Casp. Jentzschau, Fridland., Juli 1568. - Später Rector des Gymnasiums in Stralsund, wohl Sohn des Pastors Gregor Jentzkow.

831) Joach. Knebusch, Pentzelin., September 1568.

832) Georgius Theezen, Neobrandenbg., October 1568. - VgI. Nr. 1431, 1538. Wohl Bruder des dortigen Bürgermeisters Heinrich Teetz 1604.

833) Magister Joach. Hallin, Neobrandenbg., praeceptor filiorum nobilis Udalrici a Schwerin, Mai 1569.

834) Joach. Bars, Fridlandensis, Mai 1569.

835) Laurent. Clandrian, Fredeland., Juli 1570. - Wohl Bruder von Nr. 810.

836) Joh. Semelin, Warensis, gratis in gratiam dni. Gruelii, cujus famulus erat, August 1570.

837) Georgius Wyse, Malchowensis, October 1570.

838) Bernh. Scharffenberch, Brandenbg., procurator universitatis, Mai 1572, Nr. 2276.

839) Joh. Meync, Neobrandenbg., October 1572.

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840) Bernh. Lypperstorpff, nobilis, von Lypperstorp, November 1572. - Jochims Sohn auf Lübberstorf, Landrath; vgl. Nr. 1071.

841) Georgius Lypperstorpff, nobilis von Lypperstorp, November 1572. - Vgl. Nr. 1418; Bruder von Nr. 840, auf Lübberstorf.

842) Joach. Klinkenbergk, Frideland., April 1573. - Sohn des gleichnamigen Predigers.

843) Joh. Trill, Fredlandens., Mai 1573.

844) Nicol. Scroder, Vuoldensis (Wolde), Juli 1573. - Capellan zu Plau, gest. 1591.

845) Albertus Paris, Neobrandenbg., Juli 1573.

846) Hermannus Camptz, nobilis Megapol., September 1573. - Vgl. Nr. 179, 2160, 2521.

847) Victorinus Staffeld, de Gantzkow. - Sohn Zabels v. Staffeld auf Ganzkow, holländischer Offizier.

848) Henningus Staffeld, de Gantzkow, fratres nobiles, November 1573. - Vgl. Nr. 1430. - Letzterer, auf Ganzkow und Neuenkirchen, Geh. Hofrath, gest. um 1609. Vgl. Nr. 974, 1017, 1051, 1052, 2562.

849) Casp. Spalckhauer, Rostock., Mai 1574. - Dr. jur. zu Rostock, gest. 1554, Sohn des Bürgers Jochim Spalckhaver, gest. 1621. - Vgl. Nr. 2189.

850) Joach. Schroder, Pentzlin., famul. dris. Westphali, gratis, October 1574.

851) Martinus Wasmunt, Nov. Brandenbg., Mai 1575.

852) Erasmus Halschacht, Malchin., Mai 1575. - Vgl. Nr. 2417.

853) Christianus Suanth, Malchin., Mai 1575. - Pastor zu Waren, gest. 1620.

854) Simon Wilde, Fredeland., Mai 1575.

855) Jacobus Vinckins, Fredeland., Juli 1575. - Aus einer Rathsfamilie.

856) Henricus Silowius, Neobrandenbg., famulus dni. Hermanni Westphal. September 1575.

857) Jacobus Voss, Warensis, October 1575.

858) Mich. Velth, de Vredeland., October 1575.

859) Joh. Rulow, Neobrandenbg., 1576.

860) Joh. Groteus, Rostoch., 1576, - Vgl. Nr. 369.

861) Christianus Schroderus, Friedland., März 1577.

862) Joachimus Custos, Neobrandenbg., April 1577.

863) Henricus Langhalsius, Wesenberg., Juli 1577.

864) Joach. Tiburtius, Pentzlin., Juni 1577.

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865) Georgius Behem, Neobrandenbg., Juni 1577. - Nr. 2307.

866) Joh. Sternbergius, Neobrandenbg., Juli 1577. - Vgl. Nr. 1064.

867) Andr. Herwig, Friedland., September 1577. - Vgl. Nr. 908, 2175, 2343. Professor der Poesie in Rostock, 1616 rect. schol. in Stralsund, gest. November 1643.

868) Christianus Praetorius, Neobrandenbg., December 1577.

869) Henningus Lupelow, Woldensis, Januar 1578.

870) Joach. Poltzman, Neobrandenbg., Januar 1578.

871) Matthias Holste, nobilis, Januar 1578. - M. von Holstein.

872) Matth. Lemcke, Cracowiensis, Januar 1578.

873) Elias Zernecke, Fridland., Januar 1578.

874) Petrus Crusius, Malchin., Januar 1579.

875) Matthias Clodius, Neobrandenbg., Februar 1581.

876) Alexander Zander, Malchin., März 1581.

877) Matthaeus Timmerman, Fridland., März 1581. - wohl Sohn des Pastors Paul Timmermann zu Schwichtenberg bei Friedland.

878) Joh. Engelke, Neobrandbg., Mai 1581. - Vgl. Nr. 1442.

879) Joh. Fabricius, Frideland., Mai 1581.

880) Andr. Radeloff, Fridland., Mai 1581. - Rathsherr daselbst.

881) Joh. Holstius, Malchin., pastoris filius, famulus dni. Zach. Seidelii, medici, Juni 1581. - Bürgermeister zu Malchin.

882) Laurent. Benichius, Malchin., October 1581. - Rathsherr daselbst, Sohn des Bürgermeisters Lorenz Beneke.

883) Joh. Friccius, Rostoch., October 1581.

884) Martinus Konow, Malchin., November 1581. - Vgl. Nr. 1075.

885) Joh. Stegemannus, Wesenberg., Juni 1582.

886) Martinus Teskendorf, Fredeland., April 1583. - Vgl. Nr. 2622.

887) Lucas Scroder, Pentzlin., Mai 1583. - Vgl. Nr. 1611.

888) Casparus Labes, Warensis, November 1583.

889) Balthasar Kissowius Fredeland., October 1584.

890) Lucas Schumannus Fredeland., October 1584.

891) Marcus Radloff, Fredeland., October 1584. - Wohl Bruder von Nr. 880.

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892) Aegidius Bluem, Hagenowensis, December 1585.

893) Barthol. Schuneman, Fridland., Juli 1586.

894) Mich. Mollerus, Malchin., Januar 1587.

895) Jacobus Kisow, Fredeland., April 1587.

896) Joh. Coccejus, Pentzlin., Mai 1587.

897) Joach. Colberg., Malchin., Juni 1587. - Diakon zu Grubenhagen 1593.

898) Joachimus Gentzkow,

899) Eggardus Gentzkow, fratres nobil. Megapol., November 1587, - in auswärtigen Kriegsdiensten verschollen, Söhne Vicke's v. G.

900) Magister Martinus Braschius, Megapol., Mai 1588.

Sohn des gleichnamigen Professors zu Greifswald, späteren Pastors zu Grubenhagen; Rector zu Malchin, zu Stralsund, dann Professor der Logik zu Rostock 1593, gest. 1601 im 36sten Lebensjahr.

901) Balthasar Wustenbergk, Neobrandenbg., October 1588.

902) Michael Nolanus, Megapol., October 1588.

903) Joach. Mauritius, Rostoch., October 1588.

904) Matthias Crogerus, Butzow., October 1588.

905) Joh. Holthoderus, Wismar., filius magistri Thomae Holthoderi, gratis, October 1588. - Thomas Holzhüter war Pastor an St. Nicolai zu Wismar bis 1578, gest. als Pastor zu Gadebusch 1585.

906) Nicol. Arthopoeus, Strelicensis, October 1588. - Becker.

907) Laurent. Scroderus, Fridland., Mai 1590.

908) Andreas Helwigius, Frideland., Juli 1590. - Vgl. Nr. 867. Wohl Sohn des Ratsherrn Moritz Helwig.

909) Gregorius Reimarus, Frideland., Juli 1590.

910) Andr. Hoppe, Neobrandenbg., pastoris filius, September 1590. - Past. zu Kieth, gest. 1629.

911) Joh. Koke, Butzowiensis, December 1590.

912) Barthol. Wildius, Fridland., Juli 1591. - Promovirt September 1593 zum Magister, war damals Conrector an der Greifswalder Schule.

913) Joh. Ernestus v. Jasmund, Camminensis Megap., October 1591. - Vgl. Nr. 1498, 1499.

914) Joh. Kuter, Neobrandenbg., October 1591.

915) Petr. Schultetus, Rostoch., famulus dni. dris. Joach. Stephani, October 1591.

916) Joach. Plutzcowius, Pentzlin., October 1591.

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917) Isaac Praetorius, Neobrandenbg., October 1592.

918) Martinus Boddekerus, Rostoch., October 1592. - Vgl. Nr. 1805.

919) Christianus Gieseke, Ribincensis, Mai 1594.

920) Georgius Bitkow, Neobrandenbg., Juni 1594. - Dort Ratsherr.

921) Georgius Rossovius, Neobrandenbg., Juli 1594. -Vgl. Nr. 1517.

922) Jacobus Fotscheus, Rostoch., August 1594.

923) Joach. Bilangius, Frideland., 1595.

924) Mattheus Schachtius, Rostoch., filius dris. Valentini Schachtii, theoL academ. Rostoch., Januar 1596.
- Vgl. Nr. 163, 1570.

925) Henningus Warnecke, Neobrandenbg., März 1596. Vgl. Nr. 1519.

926) Henricus von Hausen, Neobrandenbg., Juni 1596.

927) Henricus Knosp, Gnoien., Juni 1596.

928) Nicol. Willichius, Gnoien., Juni 1596. - Aus einer Rathsfamilie.

929) Franciscus Coelius, Stargard. Megapol., Juni 1596. - Wohl Sohn des Franciscus Cellius, Schulrectors in Neubrandenbg. 1561, Rathsherr daselbst, gefallen bei der Eroberung Neubrandenburgs 1631.

930) Samuel Ponsowius, Rostoch., Juni 1596. - Bruder von Nr. 198?

931) Gebhardus de Lhu, nobilis Megapol., Juni 1596. - Auf Fahrenhaupt, geSt. 1621.

932) Georgius Flotow, nobilis Megapol., Juni 1596. - Sohn Dietrichs, auf Stuer und Gr.=Gievitz, Landrath, geSt. 1638. - Vgl. Nr. 366.

933) Victor a Bülow, nobihs Megapoh, November 1597.
- Auf Dambeck, gest. 1610.

934) Joach. Morder, nobius Megapol., November 1597.

935) Casp. Warbeck, Brunswic., praeceptor eorum, Novbr. 1597.

936) Fridericus Moltzan, nobihs Megapol., Januar 1598. - Vgl. Nr. 220.

937) Georgius Troja, Neobrandenbg., Januar 1598. - Troye; vgl. Nr. 2353.

938) Andr. Meisterknecht, Stargard. Meckl., Januar 1598.

939) Henr. Besenthal, Megapol., Januar 1598. - Sohn des Subrectors Joh. Biesenthal zu Güstrow, Pastor zu Friedland, gest. 1634.

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940) Dionysius Dannelius, Frideland., Februar 1598. - Dr. theol. 1601, Pastor zu Schwichtenberg bei Friedland, gest. 1642.

941) Augustinus Ferber, Rostoch., gratis propter patrem, typographum, Februar 1598. - Letzterer zog 1581 als Univers.= Drucker von Rostock nach Greifswald.

942) Ulricus Wackerbart, nobilis Megapol., Februar 1598. - Identisch mit Nr. 253 ?

943) Volradus a Plessen, nobilis Megapol., Februar 1598. - Auf Parin, Sohn Daniels auf Steinhausen, pfälzischer Minister; vgl. Nr. 2109.

944) Joh. Michaelis Ribuicensis, Februar 1598.

944a) Adamus Flaminius, Gustrow., Februar 1598. - Wohl Enkel des Pfarrküsters Matthäus Flemming daselbst.

944b) Georgius Hobe, nobilis Megapol., Mai 1598. - Sohn Kord's auf Wasdow und Bruderstorf.

944 c) Joach. Nöteberg, Frideland., Februar 1598.

945) Mattheus Menius, Frideland., März 1599. - Vgl. Nr. 1090.

946) Jacobus Lutich, Friedeland., März 1599.

947) Otto Mesenbergius, Malchin., März 1599.

948) Zachar. Dummerus, Megapol., März 1599.

949) Joh. Schroderus, Malchin., December 1599.

950) Jacob. Wöstenberg, Neobrandenbg., Februar 1600.

951) Joh. Masius, Rostoch., April 1600. - Vgl. Nr. 170.

952) Joh. Lutkemannus, Rostoch., April 1600.

953) Jacobus Praetorius, Waren., August 1600.

954) Joach. Wogelerus, Neobrandenbg., September 1600.

955) Petr. Nutekanus, Fridland., October 1600. - Promovirte als Peter Nötike 1602.

956) David Rostechius, Fridland., October 1600. - David Rostke war Bürger daselbst.

957) Mattheus Moltzius, Neobrandenbg., October 1600.

958) Bartholdus Georgius, Gustrow., Februar 1602.

959) Matthias Fürhake, Fürstenberg., Juni 1602.

960) Petr. Wasmundius, Neobrandenbg., Juni 1602. - Vgl. Nr. 1598. Geb. August 1586, prof. jur. zu Rostock 1625, Canzleidirector in Schwerin 1631, gest. Juli 1632, Bruder von Nr. 296.

961) Martinus Cleopellus, Fridland., August 1602.

962) Christoph, a Dewitz, nobilis Megapol., September 1602. - Auf Kölpin 1616, gest. 1632.

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963) Mattheus Mollerus, Fridland., September 1602. - Wohl Sohn des dortigen Pastors Jacob Möller.

964) Laurent. Rostechius, Fridland., September 1602. - Bruder von Nr. 956. Vgl. Nr. 1815.

964a) Joach. Sadenwasser, Malchin., - promovirte October 1602; wohl Sohn des Rathsherr Joh. S.

965) Joh. Albmus, Rostoch., October 1602. - Wohl Verwandter (Sohn?) von Nr. 1398.

966) Dionysius Reimarus, Fridland., April 1603.

967) Andr. Metzmakerus, Fridland., Juni 1603.

968) Matthias Holdenagel, Neobrandenbg., Juni 1603.

969) Georgius Techatius, Neobrandenbg., Juni 16o3. - Vgl. Nr. 1609.

970) Jacobus Witlingus, Neobrandenbg., Juni 1603. - Richter zu Friedland, wohl Sohn von Nr. 796.

971) Christianus Gryphanius, Tetrow., Juni 1603. - Sohn des Past. Nicol. G. zu Teterow.

972) Rodolphus Henningius, Rostoch., August 1603.

973) Joh. Corvmus, Gustrow., August 1603. - Vgl. Nr. 380, 1555, 2532; geb. August 1583 zu Güstrow, Pastor zu Stralsund, seit 1617 zu Danzig, theologischer Disputant.

974) Zabellus Staffeldt, Megapol. nobius, September 1603.
- Vgl. Nr. 1599. Stiefbruder von Nr. 847, 848, auf Golm.

975) Joh. Rudolphus, Furstenberg., September 1603.

976) Paulus Calenius, Rostoch., filius magistri Lamberti Calenii, presbyt. Rostoch. ad sctam. Mariam, September 1603. - Vgl. Nr. 376.

977) Andreas ab Ilenfeldt, Megapol., October 1603. - Auf Rehberg bis 1628.

978) Balthasar Hintze, Rogtoch., October 1603. - Sohn des Bürgers Martin Hintze?

979) Nicolaus Piperites, Gustrow., November 1603. - Vgl. Nr. 1476. Wohl Verwandter des 1583 gest. dortigen Hofpredigers Heinrich Piperites.

980) Joach. Custerus, Gnoien., Januar 1604.

981) Jacobus Reineccius, Neobrandenbg., Januar 1604.

982) Bernh. Sperberus, Neobrandenbg., Februar 1604.

983) Jacobus Dablowius, Neobrandenbg., Februar 1604.
- Vgl. Nr. 1586. Sohn von Nr. 2303?

984) Joach. Wegener, Frideland., März 1604.

985) Joach. Coelius, Frideland., März 1604.

986) Joach. Coquus, Frideland., März 1604.

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987) Albertus Parisius, Woldeccensis, März 1604.

988) Simon Hertelius, Frideland., März 1604.

989) Joh. Radichius, Neobrandenbg., März 1604.

990) Jacobus Rossowius, Neobrandenbg., März 1604.

991) Joh. Culowius, Pentzlin., April 1604. - Vgl. Nr. 1608. Magister leg. zu Rostock.

992) Mattheus Krappius, Wesenberg., Mai 1604.

993) Joh. Parisius, Frideland. - Theologe, disputirte 1610 zu Rostock, wohl Bruder von Nr. 994.

994) Christianus Parisius, Frideland., Juni 1604. - Pastor zu Brom, vgl. Nr. 1217 u. 1819.

995) Andr. Fahrenholtus, Cummerow., Juli 1604.

996) Joh. Langpape, Gadebusensis, Juli 1604.

997) Carolus Bernhardi, Wesenberg., August 1604.

998) Conradus a Restorff, nobilis Megapol., September 1604. - Amtshauptmann zu Dargun 1618.

999) Samuel Sowius, Pentzlin., October 1604.

1000) Georgius Leomannus, Neobrandenbg., Februar 1605.
- Vgl. Nr. 1585. Verwandter (Sohn?) des Predigers Ulrich L. zu Neubrandenburg.

1001) Joach. Westphalus, Neobrandenbg., Februar 1605.
- Vgl. Nr. 1587. Der Pastor an St. Nicolai und Superintendent zu Rostock dieses Namens, gest. 1624?

1002) Stephanus Zernichius, Frideland., März 1605. - Zarncke.

1003) Hieronymus Ribowins, Wismar., Mai 1605. - Vgl. Nr. 242.

1004) Otto Tancke, Wismar, Mai 1605. -Vgl. Nr. 238, 1626.

1005) Nicol. Mollerus, Rostoch., August 1605.

1006) Martnius Bambamius, Megapol., Februar 1606. - Geb. zu Penzlin, Conrector zu Stettin 1619.

1007) Stephanus Bilang, Frideland. - Lehrer zu Friedland 1618, gest. 1625.

1008) Martinus Bilang, Frideland., Februar 1606. - Wohl Bruder von Nr. 1007, Senator in Friedland, vgl. Nr. 1216.

1009) Joach. Fridersinius, Waren., Mai 1606.

1010) Andr. Bunckenburgius, Gustrow., medicinae candidatus, August 1606.

1011) Henricus Lubechus, Rostoch., November 1606. - Wohl ein Sohn des Prof. theol. David Lobechius, vgl. Nr. 2433.

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1012) Christianus Engelke, Frideland., April 1607. -Bürger daselbst.

1013) Georgius Cruve (Gruve?), Frideland., April 1607.

1014) Jacobus Klockow, Frideland., April 1607.

1015) Joh. Preen, Frideland., April 1607.

1016) Joach. Schliker, Frideland., April 1607. - Vgl. Nr. 1652, Bürger daselbst.

1017) Reimarus a Staffeld, nobilis Megapol., April 1607. - Bruder von Nr. 974, auch von 847, 848.

1018) Joach. Spegelberch, Frideland., April 1607. - Bürgermeister daselbst, vgl. Nr. 1271.

1019) Joach. Oswaldus Wangelinus, nobilis Megapol., April 1607. - Vgl. Nr. 1597. - Auf Vielist 1615.

1020) Henningus Gerdes, Neobrandenbg., Juli 1607. - Vgl. Nr. 1663.

1021) Bernhardus Ludolphus Wangelin, nobilis Megapol., August 1607. - Wohl Bruder von 1019.

1022) Georgius Capito, Neobrandenbg, 1608. - Nr. 2441.

1023) Joach. Blutzcow, Pentzlin., 1608. - Vgl. Nr. 916. Wohl Sohn des dortigen Bürgermeisters Joel Plützkow.

1024) Joh. Custerus, Megapol., 1608.

1025) Petrus Tretov, Rostoch., 1608.

1026) Christoph. Hartwig, Neobrandbg., März 1609.

1027) Casp. Capito, Neobrandbg., Mai 1609.

1028) Joh. Mylius, Wismar., März 1610.

1029) Casp. Dabelowius, Neobrandbg., December 1610.

1030) Joach. Volpius, Neobrandenbg., April 1611.

1031) Magister Stephanus Leomannus, Neobrandenbg., August 1611. - Vgl. Nr. 1000. - Disputirte 1610 zu Rostock, Pastor zu Penzlin, gest. vor 1661.

1032) Martinus Strichius, Neobrandenbg., September 1611. - Vgl. Nr. 1642. Stud. theol.

1033) Joh. Rhetius, Malchin., October 1611. - Wohl aus der alten Bürgerfamilie Reetz.

1034) Georgius Grunowius, Frideland., November 1611.

1035) Samuel Arnoldus, Stavenhagen., November 161 I. - Nach Anderen aus Gnoien, und dann wohl Bruder von Nr. 1060, Pastor zu Güstrow seit 1621, dort Superintendent 1645, gest. 22. September 1655 im 64 Jahre.

1036) Adamus Praetorius, Fürstenbg., April 1612.

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1037) Adamus Scheppelius, Wismar., Mai 1612. - Sohn des Rathsherrn Martin Scheffel, selbst Ratsherr 1652, gest. 1652.

1038) David Raven, nobilis Megapol., October 1612.

1039) Dethalff Reventlow, nobilis Megapol., October 1612. - Identisch mit Nr. 406 ?

1040) Joach. Statius, Rostoch., November 1612.

1041) Augustinus Diergavv, Wismar., April 1613. - Dinggrav? Vgl. Nr. 1690, 1700.

1042) Petrus Gautzouius, Woldensis Megapol., Juli 1613.

1043) Simon Wilandus, Gustrow., August 1613.

1044) Laurent. Buccholdus, Gadebus., October 1613.

1045) Paulus Eggers, Rostoch., Januar 1614. - Vgl. Nr. 1826.

1046) Rchardus Hesmias, Ribnicensis, April 1614.

1047) Barthol. Westphal, Frideland., April 1614. - Wohl Sohn des dortigen Pastors Andreas Westphal.

1048) Joach. Crusius, Frideland., Mai 1614. - Bürger daselbst.

1049) Joach. Schlotovius, Pentzlin., Mai 1614.

1050) Joach. Palmenius, Ribnicensis Juni 1614. - Vgl. Nr. 1698, 2487.

1051) Zabelus a Staffeldt,

1052) Ulricus Carolus a Staffeldt, nobiles Megapol., Juni 1614. - Söhne von Nr. 848.

1053) Fridericus Creinouius, Grabow. Meckl., September 1614. - Rathsherr daselbst, gest. 1665.

1054) Magister Cunradus Laurenbergius, Rostoch., October 1614. - Bruder von Nr. 379, promov. zu Rostock 1613, zur philos. Facult. recip. 1623.

1055) Joach. Westphalus, Frideland., April 1615. - Vgl. Nr. 1745. Bruder von Nr. 1047.

1056) Christoph. Schlikerus, Frideland., April 1615. -Lehrer das. 1626.

1057) Immanuel Kisowius, Woldeck., April 1615.

1058) Fridericus Lippoldus, Woldeck., April 1615.

1059) Henricus Schele, Rostoch., Juni 1615. - Sohn des Bürgers Peter Scheel.

1060) Christoph. Arnoldi, Gnoien., Juni 1615. - Wohl Bruder von Nr. 1035, Pastor zu Neukalen, gest. 1657.

1061) Nicol. Botticher, Rostoch., Juli 1615.

1062) Fridericus Menius, Neobrandenbg., October 1615.

1063) Joh. Lautenius, Pentzlin., December 1615.

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1064) Joach. Sternberg, dni. Johannis, pastoris Neobrdbg., filius, April 1616. - Vgl. Nr. 866, 2629.

1065) SamueI Brangius, Pentzlin., August 1616.

1066) Daniel Beustius, Ribbenic., Mai 1617.

1067) Fridericus Casimiri, Neobrandenbg., Juni 1617. - Rathsherr daselbst, Vater des Bürgermeisters Joachim.

1068) Christianus Cleuenouius, Gustrow., August 1617. - Vgl. Nr. 269, 1639.

1069) Sigism. Weigerus, Neobrandbg., September 1617.

1070) Mag. Johannes Posselius, Rostoch., September 1617. - Vgl. Nr. 1865. Prof. art. 1592-1623, wohl Sohn des gleichnamigen Prof. art. 1556 bis 1591, Vater von Nr. 306 und 307.

1071) Fridericus a Lubbesdorff, nobilis Megapol., September 1617. - Sohn von Nr. 840.

1072) Joachimus Reppenhagen, Wismar., September 1617. - Registrator und Secretair der Schwerin. Justizcanzlei seit 1632.

1073) Franciscus Warnecke, Neobrandenbg., November 1617.

1074) Balthasar Moltke, nobihs Megapol., Januar 1618.
- Vgl. Nr. 413.

1075) Georgius Cuno, Malchin., April 1618. - Vgl. Nr. 280, 884, 2312.

1076) Joach. Pomarius, Parchim., April 1618.

1077) Andr. Stalius, Wismar., Mai 1618.

1078) Joh. Eberhardus, Neobrandenbg., März 1619. - Vgl. Nr. 1724.

1079) Christoph. Schirrmeister, Fridland., Mai 1619. - Wohl Sohn von Nr. 1467.

1080) Mattheus Rheutz (radirt), Gustrow., September 1619; exclusus est. - Vgl. Nr. 1687, 1839.

1081) Joh. Bazius, Megapol., April 1620.

1082) Joh. Babazius, Waren. Megapol., April 1620. - Sohn des Rathsherrn Georg Babazius zu Waren, geb. Juli 1595, schwed. Hofrath und Rector der Domschule zu Königsberg, gest. März 1640. Vgl. Nr. 1835, 1842, 1864.

1083) Albertus Kholblat, Rostoch., Mai 1620.

1084) Matthias Ambrosia, Fridland., August 1620. - Wohl Sohn des dortigen Bürgermeisters Heinrich Ambrosius, Bürger daselbst.

1085) Georgius Peccatel, nobilis Megapol., Februar 1621.

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1086) Daniel Reppenhagen, Wismar., März 1621. -Wohl Bruder von Nr. 1072. Geb. 1602, Pastor zu Retgendorf bis 1653.

1087) Jacobus Rumbhelt, Neobrandbg., April 1621.

1088) Joh. Bruwerus, Rostoch., Mai 1621.

1089) Joach. Pippowius, Fridland., Juli 1621. - Vgl.Nr. 1691.

1090) Franciscus Meinius, Fridland., Juli 1621. - Vgl. Nr. 1793. Pastor zu Friedland, gest. 1651; Sohn von Nr. 945 ?

1091) Zachar. Karrochius, Rostoch., Juli 1621.

1092) Bernh. Giesenbier (rect. Gusebier), Rostoch., August 1621.

1093) Nicol. Wasmundt, Neobrandenbg., promov. September 1621 zum Licenciatus und October 1621 zum Dr. jur. Vgl. Nr. 296.

1094) Joach. Schultze, Neobrandenbg., promov. October 1621 zum Dr. jur. - Wohl Sohn des Bürgermeisters Joh. Schulze.

1095) Christianus Druhl, Megapol., December 1621.

1096) Fridericus Cothmannus, Rostoch., December 1621. - Sohn des Prof. jur. und Canzlers Ernst Cothmann 1595-1624, Hofgerichts=Assessor 1624, gest. 1665. Vgl. Nr. 2511.

1097) Hinricus Wedige Stegeresch, Dargun., März 1622.

1098) Joachimus Jarchowius, Gnoien., März 1622.

1099) Jacobus Westphal, Neobrandenbg., April 1622. - Vgl. Nr. 1673, 1850, 2499, 2691.

1100) Martinus Drogeheger, Neobrandenbg., Mai 1622.

1101) Dan. Garlip, Neobrandenbg., Juni 1622. Sohn des Stadtrichters Daniel G. daselbst.

1102) Phihppus Garlip, Neobrandbg., Juni 1622. - Bruder von 1101.

1103) Joh. Krischow, Neobrandbg., Juni 1622.

1104) Joach. Bolthenius, Neobrandbg., Juli 1622.

1105) Nicol. Grassman, Neobrandbg,, September 1622.

1106) Hermannus Hartwich, Rostoch., d. J. Sturmii domesticus et filiorum praeceptor, Februar 1623. Wohl Sohn des gleichnamigen Secretairs der Jurist. Facultät.

1107) Joh. Wolther, Rostoch., März 1623.

1108) Carolus Pentze, nobilis Megapol., Mai 1623. - Sohn des Amtshauptmanns Dethlof v. Pentz zu Schwan, auf Warsow, gest. c. 1640.

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1109) Petrus Tile, Fridland., Juni 1623.

1110) David Praetorius, Fridld., Juni 1623. - In Friedland Lehrer 1635, gest. 1641.

1111) Christianus Bökeler, Fridld., Juni 1623; non juravit, puer. - Vgl. Nr. 1705. Wohl Sohn des gleichnamigen Pastors zu Friedland, Nr. 1516, Cantor daselbst 1629.

1112) Christoph. Toppe, Fridld., Juni 1623, non juravit.

1113) Sam. Stamer, Neobrandbg., Juni 1623

1114) Joach. Tide, Fridld., Juni 1623, non juravit. -Sohn des gleichnamigen Bürgermeisters.

1115) Nicol. Ludowicus, Fridld., Juni 1623 - Vgl. Nr. 2395.

1116) Gregorius Grantzow, Fridld., Juni 1623. non juravit.

1117) Martinus Galenbeke, Fridld., Juni 1623, non juravit.

1118) Charinus Ulricus Moltke, nobilis Megapol., Juni 1623, non juravit. - Vgl. Nr. 412.

1119) Joh. Diethmer, Rostoch., Juli 1623.

1120) Balthasar Knop, Ribnicensis, Juli 1623. Vgl. Nr. 1893.

1121) Adamus Schele, Ribnicensis, Juli 1623.

1122) Magister Elias Prott, Rostoch., August 1623. - Vgl. Nr. 1720.

1123) Andr. Reimarus, Pentzlin., August 1623.

1124) Joh. Centzlerus, Rostoch., September 1623. -Bürgersohn, geb. 1604, Pastor an St. Petri und Superintendent zu Rostock, gest. März 1666.

1125) Joach. Drevenstedt, Rostoch., September 1623. - Vgl. Nr. 401, 1856. 1126) Nicol. Elers, Rostoch., November 1623.

1127) Joh. Angermund, Neobrandbg., December 1623.

1128) Joh. Stavenovius, Rostoch., Februar 1624. - Vgl. Nr. 423. Pastor zu Bützow 1631-52.

1129) Joh. Wichman, Rostoch., Mai 1624. - Prediger zu Lambrechtshagen 1632, zu Rethwisch 1639, dann zu Bützow, gest. September 1666.

1130) Joach. Ambrosius, Frideland., Juni 1624. - Vgl. Nr. 329, 1725. - Wohl Bruder von Nr. 1084, Bürger daselbst.

1131) Joh. Tobbius, Neobrandbg., Juni 1624. Vgl. Nr. 1762.

1132) Joh. Adolphus v. Plessen, Megapol., Juli 1624.

1133) Ulricus Kuntze, Rostoch., September 1624.

1134) Simon Wahl, Roebel., October 1624.

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1135) Augustinus v. d. Lühe. - Wallensteinscher Hofgerichtsrath 1631, auf Fahrenhaupt, geb. 1604, gest. 1639.

1136) Eccardus v. d. Lühe, nobiles Megap., November 1624. - Auf Schulenberg, Bruder von Nr. 1135, geb. 1606, gest. 1667.

1137) Melchior Zepelin, nobilis Megap., November 1624. - Sohn Johanns auf Thürkow etc. ., geb. 1606, jung gest.

1138) Joh. Stalmeisterus, Rostoch., November 1624. - Vgl. Nr. 353.

1139) Gebhardus Moltke, nobilis Megap., November 1624. Bruder von Nr. 111, 413, 462 ?

1140) Levinus Battus Rostoch., Januar 1625. - Wohl Sohn von Nr. 1451 (wonach Bem. zu Nr. 420 zu berichtigen.)

1141) Eggehardus Sitig v. Winterfeld, Meckl., Februar 1625.

1142) Paulus Colmarus, Neo-Calensis, April 1625.

1143) Clemens Colmarus, Neo-Calensis, April 1625.

1144) Joh. Below, Rostoch., April 1625. - Vgl. Nr. 490, 1733. - Sohn des Bürgers gl. N., geb. 1601, prof. med. zu Dorpat 1633, russischer Leibarzt 1642, gest. zu Rostock December 1668.

1145) Christoph. Knovenagel, Rostoch., April 1625. - Sohn des Bürgers Arnold Knövenagel.

1146) Carolus Henricus v. Bülow, Megapol., Mai 1625.
- Sohn des Matthias, Amtshauptmanns zu Neukloster, unbeerbt gestorben.

1147) Adamus Christoph, v. Bülow, Megapol., Mai 1625.
- Bruder von Nr. 1146, Weiteres unbekannt.

1148) Nicol. Otto v. Oldenborg, Megapol., Mai 1625.

1149) Otto Vieregge, v. Weitendorff, Megapol., Juli 1625. - Sohn Pauls v. Vieregge, auf Weitendorf, gest. 1655.

1150) Eggardus Lutke v. Hanen, Megapol., September 1625.

1151) Andr. Hermann, Rostoch., October 1625. - Sohn des Bürgers Joh. Hermann.

1152) Simon Rhodius, Gustrow., October 1625.

1153) Jac. Sturzius, Rostoch., October 1625. - Wohl Bruder, von Nr. 1231, 1287; Rath und Fiscal zu Gustrow, vgl. Nr. 2505.

1154) Georgius Christoph, v. Plessen, October 1625. - Auf Dargelüz, Sohn Salomo's auf Müsselmow.

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1155) Joh. Englike, Dobberan., October 1625. - Sohn des Pastors Christian Engelke, geb. 1607, Pastor zu Neuburg.

1156) Gideon Schulte, Rostoch., October 1625.

1157) Jac. Anselius, Plawensis, October 1626. - Pastor zu Malchow, gest. nach 1682.

1158) Christianus Pretzel, Pentzlin., October 1626.

1159) Casp. Martens, Wismar., October 1626.

1160) Mich. Martens, Wismar, October 1126. - Wohl Enkel des Rectors zu Friedland Mich. Martens, welcher c. 1578 gest.

1161) Joh. Sussesang, Fridld., October 1626.

1162) Hans Albr. Negendanck, nobilis Megapol., October 1626.

1163) Ulricus Manteuffel, nobilis Megapol., October 1626. Ulrichs Sohn.

1164) Joh. Neucrantz, Rostoch., October 1626. - Wahrscheinlich identisch mit Nr. 402; der Vater hieß übrigens Michael N., nicht Wilhelm. Vgl. Nr. 1803, 1886.

1165) Joach. Permin, Tessin, Februar 1627.

1166) Joh. Georgii, Neobrandbg., März 1627.

1167) Andr. Bensowius, Stargard. Meckl., April 1627.

1168) Volradus Lazenius, Marlow., Juni 1627.

1169) Christianus Fridercinius, Waren., Juni 1627.

1170) Casp. Hildebrandt, Pentzlin., Juni 1627.

1171) Joach. Ebelius, Woldeck., Juni 1627.

1172) Georgius a Below,

1173) Samuel a Below, fratres, Megapol., October 1627. - Söhne Heinrichs auf Lebbin, fielen beide im Kriege.

1174) Johannes Windelband, Plau. Meckl., October 1627.

1175) Christianus Levenhagen, Dargun, filius pastoris, gratis, December 1627.

1176) Mich. Trebbovius, Fridld., Juli 1628.

1177) Erasmus Krausius, Neobrandbg., Januar 1629.

1178) Sigismd. Grassus, jur. candid. Strelitz., April 1629. - Im Juli 1629 als licenciatus jur. zum magister promovirt. - Vgl. Nr. 333.

1179) Christoph. Krauthoff, jur. cand. Neobrandbg., April 1629, licentiatus jur. Juni 1629. - Bürgermeister von Rostock 1660, Vicekanzler zu Schwerin 1661, Kanzler 1663, entlassen 1666. Vgl. Nr. 2508.

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1180) David Ranitz, Wismar., jur caud., Mai 1629, dr. jur. im Juli 1629, subsyndicus 1639. - Aus einer Rathsfamilie.

1181) Joh. Winecke, Rostoch., Juli 1629. - Sohn von Nr. 200, geb. 1603, Bürger zu Rostock, gest. 1638. Vgl. Nr. 1906.

1182) Joach. Odenbrecht, Fridld., Juli 1629.

1183) Gerhardus Hundertmark, Rostoch., November 1629.

1184) Joh. Brüggemann, Woldeck., März 1630.

1185) Herm. Hartman, Rostoch., Mai 1630. - Geboren October 1607, Hofprediaer in Schwerin 1636, Domprediger zu Güstrow 1639, gest. November 1657. Er war Sohn des Bürgers Bernhard Hartmann.

1186) Thom. Laurentii, Rostoch., April 1630.

1187) Christoph. Toppe, Fridland., September 1631.

1188) Joh. Cantzow, Neobrandbg., September 1631.

1189) Georgius Praetorius, Frideland., April 1631.

1190) Laurent. Oliarius, Megapol., Mai 1631.

1191) Joh. Sedorff, Rostoch., Mai 1631. - Pastor zu Mummendorf seit 1640.

1192) Henricus Langerini, Megapol., Juli 1631.

1193) Magister Lucas Bacmeisterus (= Nr. 357).

1194) Nicol. Bacmeisterus, Rostoch., gratis, November 1632. - Bruder von Nr. 1193, Rechtsgelehrter.

1195) Joh. Wendelius, Gustrow., November 1632.

1196) Joach. Willichius, Bützow., November 1632.

1197) Joach. Witmütz, Stargard. Meckl., December 1632.

1198) Zachar. Schroder, Rostoch., December 1632. - Geb. 1609, Pfarrprediger in Güstrow 1639, gest. 1675. Sein Vater war ein Bürger gl. N.

1199) Bernhardus Bornhöved, Rostoch., December 1632.

1200) Christoph. Stenius, Fridld., Februar 1633.

1201) Nicol. Kahle, Fridld., Februar 1633.

1202) Georgius Gallus, Neobrandenbg., Februar 1633. -Vielleicht der Pastor Georg Hahn zu Stralendorf, bis 1653, und zu Grabow, bis 1674.

1203) Heimradus Rinckwicht, Teterow., Februar 1633. -Canzleisecretair in Güstrow, gest. März 1653.

1204) Cuno Wulffrahtt v. Basevitz, Meckl., Februar 1633. Sohn Lütke's auf Lühburg etc. ., gest. 1660.

1205) Henningus v. Basevitz, Februar 1633. - Landrath, Bruder von Nr. 1204, auf Dalwitz und Prebberede.

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1206) Christoph. Bertram, Rostoch., April 1633. - Vgl. Nr. 319. Pastor zu Grubenhagen 1659.

1207) David Vatke, Neobrandbg., Mai 1633.

1208) Germanus Strigelius, Malchin., Juni 1633.

1209) Cunradus Franck, Pentzlin., Juli 1633.

1210) Laurent. Hofeman, Rostoch., Juli 1633. - Vgl. Nr. 1948.

1211) Henricus Piessdorff, Megapol., September 1633.

1212) Andr. Stollius, Fridland., Nicol. St. filius, Januar 1634.

1213) Martinus Gottscalcus, Martini G. filius, Fridld., Januar 1634.

1214) Caspar, Eliae Pippovii, judicis Woldeck., filius, Januar 1634. - Vgl. Nr. 1235.

1215) Joach. Gottscalcus, Joh. G., civis Fridld., filius, Januar 1634. - Bürger daselbst.

1216) Mattheus Bilangk, Martini B., senatoris Fridl., filius, Februar 1634. - Vgl. Nr. 1008. Schwed. Offizier, Pfandbesitzer von Rattey.

1217) Christiauus Parisius, Christiani P., pastoris Brom., filius, Februar 1634. - Vgl. Nr. 994.

1218) Joh. Thuringus, Martini, pastoris Fürstenbg., filius, März 1634. - Vgl. Nr. 1658, 2447.

1219) Joach. Blucher, eques m Sukow, Anton. Bl. filius, März 1634. - Auf Levitzow, gest. im Herbst 1676.

1220) Theodericus v. d. Lühe, eques in Buschmühlen, Victoris v. d. L. filius, März 1634. - Geboren October 1616, Rath an der Schwerin. Justizcanzlei, demnächst Geheimer Rath, auf Telkow, Wokrent etc. ., gest. August 1673.

1221) Jac. Islebius, Bartoldi J., civis Fridl., filius, April 1634.

1222) Christianus Koch, Joachimi K., senatoris Rostoch., filius, April 1634. - Schwed. Hofrath, Erbherr auf Gubkow, nobilitirt. Vgl. Nr. 1917.

1223) Andr. Hoppner, Jairi H., consulis Pentzlin., filius, April 1634. - Vgl. Nr. 2503.

1224) Hieronymus Luders, Joh. L., notarii caesarei Rostoch., filius, Mai 1634. - Vgl. Nr. 1848.

1225) Adolphus Joh. a Bylow,

1226) Adam Otto a Bylow,

1227) Henning Frider. a Bylow, tres equestres Megapol., domini Johannis a Bylow in Wedendorff, capitan. Strelitz., filii, August 1634.

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1228) Daniel Petran, Jacobi P., pastoris Weitinensis (zu Weitin) in Megapol., filius, August 1634.

1229) Fridericus Sagittarius, Petri S., pastoris Bresen., filius, August 1634 - Vgl. Nr. 1612.

1230) Andr. Voss, eques Megapol. in Schwante, Joach. Voss, consiliarii provincialis, filius, August 1634.

1231) Joh. Christoph. Sturtz, Rostoch., December 1634.
- Vgl. Nr. 364, 1153.

1232) Elias Brandt, Rostoch., Januar 1635.

1233) Marcus Papke, Rostoch., Mai 1635. - Bruder von Nr. 421, Secretair zu Rostock.

1234) Mich. Tesche, Rost., Juni 1635.

1235) Elias Pippow, Woldeck, Juni 1635 - Bruder von Nr. 1211; Offizier, später Bürgermeister in Friedland, gest. Juli 1698.

1236) Hieronymus Röchlin, Pentzlin, Juni 1635.

1237) Joach. Plutzkow, Pentzlin., Juni 1635. - Wohl der Notar dieses Namens zu Rostock 1639.

1238) Joh. Sassius, Woldeck., Juni 1635.

1239) David Kale, Fridland., Juni 1635.

1240) Albertus Schulze, Fridld., Juni 1635. - Rathsherr daselbst.

1241) Jonas Lamprecht, Fridld., Juni 1635.

1242) Mich. Schulze, Fridld., Juni 1635.

1243) Ulricus Fridericus Negendanck, nobilis Megapol., Juni 1635.

1244) Conradus v. Ressdorff, nobilis Megapol., Juni 1635.

1245) Joh. Corvinius, Rostoch., Juni 1635.

1246) Gerhardus Tidemannus, Rostoch., Juni 1635.
- Sohn des Consist.=Procurators gl. N., früh gestorben.

1247) Albertus JungeClaus, Gustrow., Juli 1635. -Sohn des Hofraths Joachim Jungklaus.

1248) Jacobus Gerdesius, Starg. Meckl., Juli 1635.

1249) Adolphus Friedr. v. Hagen, Megapol., Juli 1635. -Vgl. Nr. 451, 1778, 1790, 1938.

1250) Hinricus Kippingius, Rostoch., Juli 1635. - Vgl. Nr. 1312.

1251) Nicol. Poemlerus, Meckl., August 1635. - Wohl Sohn von Nr. 1629.

1252) Joh. Empelius, Rostoch., August 1635.

1253) Joh. Polemannus, Rostoch., August 1635. - Vgl. Nr. 1935. Pastor zu Wittenburg, zu Eldena, zu Neustadt bis 1663.

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1254) Elias Petrus Tucks, Rost., September 1635.

1255) Joh. Georgi, Rost., October 1635.

1256) Sigismd. Grassus, Gustrow., advocatus fisci, dr. jur., September 1635. - Sohn des Archivars Peter Gr. daselbst?

1257) Ulricus Panzkow, Wesenberg., Mai 1636. - Vgl. Nr. 2452.

1258) Joach. Grüning, Rost., Juli 1636.

1259) Christianus Suecus, Megapol., October 1636. - = Schweden.

1260) Paschas. Damius, Megapol., October 1636. - Vgl. Nr. 2350.

1261) Joh. Sivert, Neobrandenbg., November 1636.

1262) Georgius Babezin, Fridld., April 1637.

1263) Theod. Röper, Rost., Mai 1637.

1264) Joach. Lindeman, Rost., professoris filius, Mai 1637. - Geb. 1617, Pastor an St. Petri und demnächst an St. Marien 1644-1669, gest. September 1669.

1265) Joh. Jac. v. Behre, Rost., Mai 1637.

1266) Jac. Sebast. Laurenberg, Rost., professoris filius, Mai 1637. - Vgl. Nr. 480.

1267) Jac. Greteman, Rost., Mai 1637.

1268) Christoph. Freyse, Fridld., Mai 1637.

1269) Andr. Hanneke, Fridl., Mai 1637.

1270) Sam. Lemekow, Fridld., Mai 1637.

1271) Joach. Spiegelberg, Fridl., Juni 1637. - Identisch mit Nr. 1336? Bürger daselbst.

1272) Nicol. Knesebeck, Rost., Juni 1637. - Pastor zu Rost. Wulffshagen.

1273) Matthias Behme, Rost., Juni 1637.

1274) Joh. Balschmieterus, Friedl., Juli 1637, puer, non juravit.

1275) Joach. Gallus, Neobrandenbg., Juli 1637.

1276) Christoph. Strelenius, Rost., April 1638.

1277) Joach. Ulrich, Pentzlin., Juni 1638.

1278) Joach. Rubelius, Rost., September 1639.

1279) Joh. Wegnerus, Rost., September 1639. Vgl. Nr. 2703.

1280) Nicol. Wasmund, Neobrandenbg., October 1639.

1281) Martinus Boekelius, Gustrow., consil. Oldenburg., December 1639 promov. zum dr. jur. - Vgl. Nr. 445, 1907.

1282) Dan. Sandow, Gustrow., advocatus judicii provincia-

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lis, December 1639 promov. zum dr. jur. - Vgl. Nr. 356.

1283) Matthias Cadovius, Rost., April 1640. - General=Superintendent zu Aurich

1284) Andr. Crussus, Rost., Mai 1640.

1285) Valentinus Bilangk, Fridld., Mai 1640.

1286) Philippus Halbach, Rost., Juli 1640. Vgl. Nr. 496.

1287) Bernh. Fridericus Sturtz, Rost., Juli 1640. -Vielleicht Bruder von 1153, 1231.

1288) Joach. Burtzius, Pentzlin., September 1640.

1289) Hermannus Schuckman, Rost., Mai 1641. - Sohn des prof. jur. und Rathes Heinrich Schuckmann, Bruder von Nr. 1292-1294, geb. Juli 1616, prof. theol. zu Rostock 1644, Güstrow'scher Ober=Hofprediger 1661, auch Domprediger und Superintendent 1670, gest. Juni 1686.

1290) Gottlieb Schwartz, Wismar., Mai 1641.

1291) Joh. Quistorp, Rost., Juni 1641. - Vgl. Nr. 473.

1292) Henricus et

1293) Conradus et

1294) Joh. Schuckman, Rost., September 1641. - Vgl. Nr. 475, 476, 1289.

1295) Thomas v. d. Lippe, Rost., Februar 1642.

1296) Nicol. Garverus, Rost., März 1642.

1297) Joach. Wegener, Rost., April 1642.

1298) Jochim et

1299) Joh. Blancke, Greifsmolen., August 1642.

1300) Jacobus Sommerfeld, Domitz., April 1643. - Sohn des Pastors Christian v. Sommerfeld zu Dömitz, geboren 1616, Superintendent zu Parchim, gestorben 1679.

1301) Joh. Schmidt, Rost., April 1643.

1302) Papendiek Ross, Rost., Mai 1643. - Sohn des Rathsherrn Hieronymus Roß?

1303) Adamus Muller, Megapol., Mai 1643.

1304) Christianus Willichius, Fridld., October 1643. - Vgl. Nr. 1324.

1305) Joh. Tarnovius, Rost., professoris insignis theol. filius, Juni 1644. - Pastor zu Kopenhagen, gest. 1661.

1306) Christianus Senst, Woldeck., pastoris exulis filius, Juli 1644. - Vgl. Nr. 1344. - Sohn von Nr. 1712, Pastor zu Warbende.

1307) Hartw. Bambamius, Wismar., August 1644.

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1308) Joch. Christoph. Beehr, nobilis Megapol., October 1644. - Sohn des Obersten Jürgen v. Behr auf Breesen, Geh. Rath, gest. 1707.

1309) Albertus Praetorius, Fridld., März 1645.

1310) Valeutmus Linsingk, Rost., März 1645.

1311) Joh. Stein, Rost., März 1645. - Wohl Sohn des Pastors gl. N. an St. Nicolai 1616-1663.

1312) Hinr. Kipping, Rost., April 1645. - Nach Matrikel=Bemerkung identisch mit Nr. 1250.

1313) Joh. Walter, Roebel., April 1645. - Vgl. Nr. l352.

1314) Joh. Praetorius, Rost., September 1645.

1315) Joh. Henningus Getelds, Rost., September 1645.

1316) Petr. Haselbergh, Gustrow., October 1645. - Vgl. Nr.1353.

1317) Gregor. Blumenhagen, Neobrandbg., October 1645.

1318) Laurent. Schnitterus, Rost., August 1646. - Sohn des Bürgers Joh. Schnittler, dr. med.

1319) Joach. Wilcken, Fridl., August 1646. - Vgl. Nr. 1324.

1320) Joh. Creti, Gustrow., Nicol. Galli filius, März 1647.

1321) Mich. Dammius, Rost., Georgii D. filius, März 1647.

1322) Joh. Grantzin, Andr. Gr, civis Pentzlinensis, filius, April 1647.

1323) Franciscus Nyeman, Kunonis N., civis Pentzlin., filius, April 1647.

1324) Christianus Willichius, Michaelis W., praetoris ducalis Fridld., filius, April 1647. - Vgl. Nr. 1304, 1319.

1325) Joh. Cothman, sacrae theoh dr. et professor Rostoch., parente Ludolpho Cothmanno, hospes, Mai 1647. - Geb. zu Herford 1595, gest. als Rector der Universität Rostock 6. October 1650.

1326) Ernestus Cothman, dni. Johannis C., professoris Rostoch., filius, Mai 1647. - Geb. 1634, cand. jur., gest. März 1658.

1327) Petrus Crause, Rostoch., Joachimi Cr., secretarii consistorialis, filius, Mai 1547.

1328) Joachimus Schwartzkopff, Joachimi S., senatoris Rostoch., filius, Mai 1647. - Vgl. Nr. 175.

1329) Wilh. Warnstedt, Nicolai, equestr. Megapol. in Vogelzang, filius, August 1647. 1 330) Marcus Lobesius, Rostoch., Francisci L., praepositi vestalium, filius, August 1647. - Geb. 1629, Pastor zu Lichtenhagen seit 1653.

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1331) Hermannus Mullerus, Schöneberg, ex episcopatu Ratzebg., Hartmamii M., pastoris ibidem, filius, August 1647.

1332) Joh. Kantzovius, Neobrandbg., Joh., consulis ibidem, filius, thed. candidatus, September 1647.

1333) Christoph. Thodeus, Joachimi T., pastoris Johanstorph. circa Rostoch., filius, September 1647. - Geb. 1625, Pastor zu Behrenshagen.

1334) Joach. Lutkeman, prof. art. Rostoch., licenciatus theoh, promov. zum dr. theoh. September 1647. - Geb. zu Demmin 1608, zu Rostock Professor der Physik und Metaphysik, seit 1639 Archidiaconus an St. Jacob, 1649 nach Wolffenbüttel als General=Superintendent, gest. October 1655.

1335) Mag. Jac. Tanckius, Wismar., pastor aulicus serenissimae reginae Sueciae viduae, senatoris Wism. filius, honoris causa, October 1647.

1336) Joach. Spigelberg, Joachimi, consulis Fridland., filius, November 1647. - Vgl. 1018, 1271.

1337) Mattheus Bacmeister, Rost., Februar 1648. - Wohl der Pastor d. N. zu Goldberg.

1338) Mich. Federman, Rost., April 1648.

1339) Henricus Titemus (Tilemus?), Rost., April 1648.

1340) Henricus Moller, Rost., April 1648. - Sohn des Kaufmanns Peter M., geb. October 1631, magister philos. 1651, Archidiaconus an St. Marien in Rostock 1653, prof. ling. 1659, prof. theol. 1662, Stadtsuperintendent 1671, gestorben September 1675.

1341) Casp. Olderman, Rost., gratis propter commendationem Hermanni Schuckmanm, prof. theol. in academ. Rost., Mai 1648.

1342) Martinus Sternhagen, Pentzlin., Juli 1648.

1343) Ulricus Ampselius, Rost., Juli 1648. - Secretair zu Rostock, Sohn des Cantors an St. Marien daselbst Ulrich Amsel, eines Bruders von Nr. 1643.

1344) Christianus Senst, Woldeck., November 1648. - Vgl. Nr.1306.

1345) Henricus Alwardt, Rost., Februar 1649. - Wohl Sohn des Pastors an St. Katharinen Joh. Alwardt, Pastor zu Dobbin bis 1686.

1346) Joh. Schultze, Gustrow., April 1649.

1347) Laurent. Bodoch, Polonus, prof. orator. Rostoch., Mai 1649. - Derselbe promov. August 1651

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zum dr. jur. L. v. Bodock, geb. 1607 zu Posen, Gymnasiallehrer zu Riga, Magister facultatis zu Rostock 1639, dort Professor der Beredsamkeit 164l, fürstlicher Rath, gest. 1661.

1348) Andr. Grantzm, Pentzlin., Mai 1649. - Rector daselbst bis 1679, dann Pastor zu Gr.=Helle.

1349) Nicol. Rhode, Rost., Juli 1619.

1350) Christoph. Bähr, Megapol., Juli 1649. - v. Behr?

1351) Nicol. Bolte, Rost., August 1649. - Bruder von Nr. 1355?

1352) Joh. Walther, Roebel., April 1650. - Vgl. Nr. 1313.

1353) Petrus Haselberg, Gustrow., April 1650. - Vgl. Nr. 1316.

1354) Joh. Laurentius Muller, Malchin., Juni 1650.

1355) Joh. Bolte, Rost., Juni 1650. - Sohn des Rathsherrn Joh. Bolte?

1356) Jacobus Wangelin, Wismar., November 1650.

1357) Martinus Zutzovius, Suerin. Megapol., December 1650. - Aus der Familie Zitzow.

IX. Zu Wittenberg 1560 - 1630.

1358) Bernhardus Gerling, Greuensis, Januar 1560.

1359) Jacobus Ribe, Megapol. nobilis, Januar 1560. - Vgl. Nr. 151.

1360) Joachimus Maltonius, Wismar., Mai 1560.

1361) Joh. Leuizo, nobilis Megapol., Mai 1560.

1362) Magister Christianus Fahrenheid, Rostoch., Juni 1560. - Vgl. Nr. 1794, 2262.

1363) Joh. Krafft, Penkouiensis, Juni 1560.

1364) Laurent. Wesselius, Rostoch., Juni 1560. - Prof. cateches. zu Rostock 1566, Pastor zu Burg auf Femern 1570, Pastor an St. Nicol. zu Wismar 1592, gest. Januar 1597.

1365) Albertus Kirchhof, Rostoch., August 1560. - Aus alter Rathsfamilie. Vgl. Nr. 1795, 2098.

1366) Conradus Pegelius jun., Rost., Januar 1561. - Vgl. Nr. 806.

1367) Joachimus Raymarus, Megapol., Februar 1561. - Der prof. jur. gl. N. zu Rostock, gestorben 1565?

1368) Joh. Flind, Rost., August 1561.

1369) Laurent. Breide, Rost., Juli 1562. Rathsherr daselbst.

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1370) Adrianus Hagemeister, Rost., Juli 1562. - Bürger daselbst.

1371) Nicol. Wendland, Wesenberg., September 1562.

1372) Paulus Bopp, Warnensis, September 1562.

1373) Samuel Nicolai, Parchim., Mai 1563.

1374) Joachimus Bungerus, Rost., Mai 1564. -Aus einer Rathsfamilie.

1375) Georgius Peckaw, Megapol., Juni 1564.

1376) Christianus Praetorius, Parchim., Juli 1564.

1377) Joh. Fabricius, Rost, August 1564.

1378) Joach. Salichius, Gustrow., Februar 1565.

1379) Gabriel Nicolai, Parchim., April 1565.

1380) Valentinus Rudolphi, Suerin., August 1565.

1381) Adam Cossebade, Megapol. nobilis October 1565. - Vgl. Nr. 2099.

1382) Henninchus Morin, Megapol. nobilis, October 1565.

1383) Jacobus Reinerus, Megapol., November 1565.

1384) Melchior Westphal, Stavenhagensis, November 1565.

1385) Martinus Schumacher, Gustrow., Juni 1566.

1386) Joach. Orthman, Parchim., Juni 1566. - Aus einer Bürgerfamilie.

1387) NicoI. Sartorius, Parchim., Juni 1566

1388) Joach. Ghamme, Rost., Juli 1566. - Pastor zu Grabow.

1389) Sampson Blücher, Megapol. nobilis, Mai 1567. - Sohn Jürgens v. Blücher, geb. c. 1550, auf Waschow, gest. c. 1614.

1390) Joh. Kellerman, Rost., October 1567. - Bürgermeister daselbst.

1391) Henricus Runge, Rost., October 1567. - Vgl. Nr. 178.

1392) Laurent. Francus, Malchouiensis, November 1567.
- Pastor Lorenz Francke zu Malchow, starb 1630.

1393) Joh. Omichius, Gustrow., November 1567. - Sohn des Superintendenten Gerhard Oemeken, Rector zu Güstrow seit 1572.

1394) Christoph. Danick, Malchouiensis, December 1567.
- Chr. Daneke, Pastor zu Plau seit 1574, gest. 1607. - Vgl. Nr. 2390.

1395) Victor Stralendorff, nogbilis Megapol., Juni 1568.
- Sohn Ulrichs auf Preensberg, vgl. Nr. 2100.

1396) Martinus Breslacus, Furstenberg., October 1568.

1397) Christianus Wiencke, Grabow., November 1568. - Aus einer Bürgerfamilie.

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1398) Joh. Albinus, Megapol., Mai 1569. - Wohl der spätere prof. jur. zu Rostock, 1578, Assessor beim Hof= und Landgericht, gest. März 1602. Vgl. Nr. 965.

1399) Joh. Gartnerus, Strelitzensis, Juni 1569.

1400) Georgius Ilenfeld, Megapol. nobilis, August 1569. - Vgl. Nr. 816.

1401) Michael Gesenius, Gustrow., October 1569. Auch Giese, Pastor an St. Marien zu Parchim 1600, gest. vor 1613.

1402) Ulricus Andreas, Mirouiensis, October 1569.

1403) Thom. Bautze, Megapol., November 1569.

1404) Balthasar Biswangk, November 1569. - v. Bischwang?

1405) Joach. Grosskopf, Megapol., April 1570.

1406) Georgius Plate, Rostoch., Mai 1570. - Bürgermeister zu Wismar.

1407) Henningus Wernigke, Megapol., October 1570.

1408) Joh. Godschalcus, Friedland., Mai 1571. - Vgl. Nr. 821.

1409) Joach. Crusius, Neobrandenburg., August 1571.

1410) Christianus Schreiber, Grabow., September 1571.

1411) Joh. Neubauer, Grabow., September 1571. - Aus einer Bürgerfamilie.

1412) Bernhardus et

1413) Theodoricus a Maltzan, fratres nobiles Megapol., März 1572.

1414) Balthasar ab Ilenfeld, Megapol., Mai 1572.

1415) Georgius Knapsack, Retschouiensis, gratis, Juni 1572.

1416) Henningus Manduuel, Megapol. nobilis, Juli 1573.

1417) Joh. Pickelius, Stresendorf., gratis, November 1573.

1418) Georgius Lubersdorffer, Megapol., Novbr. 1574. - Vgl. Nr. 841.

1419) Nicol. Saxo, Rostoch., März 1575.

1420) Magister Petrus Brand, Rost., Januar 1576.

1421) Joach. Praetorius, Rost., Januar 1576.

1422) Winholdus Brant, Rost., Januar 1576.

1423) Petrus Braun, Suerin., gratis, April 1577.

1424) Joh. Grotius, Wesenberg., März 1578.

1425) Martinus Duriani, Warnensis, März 1578.

1426) Ebaldus Brummerus, Rostoch., Juni 1579. - Bruder von Nr. 140?

1427) Christianus Plate, Rost., Juni 1579. - Wohl Bruder von Nr. 1406.

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1428) Nicol. Dossius, Rost., Juli 1579. Dr. med. daselbst, Sohn des Bürgers Joachim Dosse, geb. 1555, gest. Januar 1589. Vgl. Nr. 2291, 2560.

1429) Papendicus Cossius, Rost., Mai 1580. - Kaufmann in Rostock, gest. vor 1614.

1430) Henningus a Staffeld, Megapol., Mai 1580. - Vgl. Nr. 848.

1431) Georgius Thezen, Neobrandenbg., September 1580. - Vgl. Nr. 832.

1432) Woldemarus Pren, Megapol. nobilis, November 1580. - Auf Gubkow, Sohn Johanns auf Bandelstorf.

1433) Joh. Streuius, Rostoch., Februar 1581. - Wohl Sohn des prof. theol. Henr. Streuius, Pastor an St. Jacobi 1557-65.

1434) Samuel Lindeman, Rost., September 1581. - Vgl. Nr. 183.

1435) Joh. Schirlenizius, Rost., September 1581. - Vielleicht der Pastor Schirlenzky zu Gressow, 1604 ff.

1436) Gerhardus Hoffmeisterus, Gustrow., October 1581.

1437) Jacobus Reinerus, Grabow., April 1583.

1438) Joh. Dreckhofius., Grabow., April 1583.

1439) Joach. Wanckelmudius, Grabow., April 1583.

1440) Joach. Reimarus, Rostoch., Juni 1583. - Sohn von Nr. 1367? Vgl. Nr. 2118.

1441) Balthasar a Meckelburgk, Megapol., Juli 1583. - Sohn des Balth. v. M., Klosterhauptmann zu Ribnitz 1577.

1442) Joh. Engelk, Neobrandenbg., December 1583. - VgI. Nr. 878.

1443) Joach. Schwichtenberg, Neobrandbg., December 1583. - Sohn von Nr. 787 ? Vgl. Nr. 2302.

1444) Thom. Laurentius, Neobrandbg., Februar 1584.

1445) Hermannus Munderich, Neobrandbg., Juni 1584. - Vgl. Nr. 2181, 2362.

1446) Georgius Faber, Gressensis, Februar 1585.

1447) Joach. Mandufel, nobius Megapol., April 1585.

1448) Casp. Elerus, Rost., April 1585.

1449) Joach. Schütte, Gustrow., Mai 1585. - Sohn des Rathsherrn Nicolaus Schütz, Bürgermeister in Rostock, gest. 1632. Vgl. Nr. 1735.

1450) Joach. Königius, Sternberg. Megap., Mai 1586. - Nr. 2297.

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1451) Levmus Battus, Rost., Mai 1586. - Sohn des Rost. prof. med. et mathes., herzogl. Leibarztes gl. N., dr. jur., Rath, gest. 1643, wohl Vater von Nr. 1140. Vgl. Nr. 2128.

1452) Christianus Henrici, Ankershagen. Megapol., Mai 1586.

1453) Victor Viereck, ex equestri ordine Megap., October 1586. - Sohn des Matthias, auf Rossewitz.

1454) Casp. Holstenius, Wismar., October 1586.

1455) Jacobus Backmeister, Rost., November 1586. - Bruder von Nr. 236 und 375, profess. ling. zu Greifswald, gest. 1592. Vgl. Nr. 2526.

1456) Blasius Böttker, Roebel., Juli 1587. - Wohl Sohn des Pastors Blasius B. zu Cambs bei Röbel 1569.

1457) Joach. Eggerus, Rost., September 1587. - Vielleicht Sohn des Professors Andreas E.

1458) Petrus Sleidanus, Rost., December 1587. - Bruder von Nr. 181, Pastor zu St. Marien in Wismar. Vgl. Nr. 1884.

1459) Mattheus Flegius, Rost., Januar 1588. - Vgl. Nr. 186. Er war seit 1591 prof. theol. zu Greifswald, gleichzeitig Generalsuperintendent seit 1595, gest. 1598.

1460) Jacobus Beselinus, Rost., Januar 1588. - Sohn des Rathsherrn Joh. Beselin, Kirchenvorsteher an St. Nicolai. Vgl. Nr. 275.

1461) Andr. Dechazius, Neobrandbg., Februar 1588. - Richtiger Techatz.

1462) Henricus Cossius, Rost., April 1588. - Wohl Bruder von Nr. 1429. Vgl. Nr. 2569.

1463) Andr. Conradi, Malchow., April 1588. - Vater von Nr. 267.

1465) Henricus de Bülow, Megapol., Mai 1588. - Auf Rensow, Domdechant uud Stiftshauptmann zu Schwerin, mekl. Geh. Rath, gest. 1609.

1466) Georgius Schirrmeister et frater

1467) Christoph. Schirrmeister, Neobrandbg., Juni 1588. - Rathsherr in Friedland. Vgl. Nr. 1079, 2323.

1468) Christoph, v. Hagen, Butzow., Juni 1588. - Vgl. Nr. 203.

1470) Martinus Schwagerus, Parchim., März 1589. - Pastor zu Grevesmühlen 1590-1596.

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1471) Andr. Senstius, Wesenberg., April 1589. - Pastor zu Bredenfelde. Vgl. Nr. 1712.

1472) Joh. Carnatz, Rost., Mai 1589. - Sohn des Bürgers gl. N., gest. 1594 als stud. jur.

1473) Henricus Rhau, Neobrandbg., December 1590.

1474) Joach. Neodaius, Rost., Januar 1591.

1475) Bartholom. Coppen, Rost., April 1591. - Vgl. Nr. 2120.

1476) Nicol. Piperites, Gustrow., Mai 1592. - Vgl. Nr. 979.

1477) Cunegundus Schiele, Woldeck., Juni 1592.

1478) Joan. Neocorus, Rostoch., August 1592. - (Köster) Pastor zu Bützow 1604-1609, Schweriner Superintendent bis 1622.

1479) Georg. Cnorke, Rost., August 1592.

1480) Joan. Lubbertus, Rost., August 1592. - Sohn des Lehrers Joachim Lübbert, dr. med. zu Rostock.

1481) Tobias Schlick, Waren., October 1592. - Vgl. Nr. 2112.

1482) Marcus Fabricius, Friedland., März 1593. - Nr. 2354.

1483) Nicol. Wedowius, Rost., April 1593. - Dr. jur. daselbst 1596.

1484) Joach. Quilitz, Neobrandbg., Mai 1593. - Vgl. Nr. 204. Rathsherr zu Friedland.

1485) Palma Vestest, Tessin. Megapol., Mai 1593.

1486) Otto Treyman, Bützow., Juni 1593.

1487) Petrus Sasse, Rostoch., Juli 1593. - Vgl. Nr. 215. Er war Professor der Logik 1602 - 1642, wohl Enkel des Rost. prof. art. Peter Sasse 1561-65.

1488) Adamus Grawerus, Neobrandng., October 1593. -Vgl. Nr. 2326.

1489) Christoph. Berchan, Boitzenbg., December 1593.

1490) Magister Lucas Bacmeister, Rostoch., Mai 1594. - Vgl. Nr. 236, 357, 2589.

1491) Jacobus Nettelblat, Rost., Mai 1594. - Vgl. Nr. 205.

1492) Job. Sibrand, Rost., Mai 1594. - Sohn des Seidenhändlers Heinrich S., geb. August 1569, seit 1603 prof. jur. zu Rostock, 1630 Stadtsyndicus, gest. Februar 1638. Vgl. Nr. 2135.

1493) Henricus Cnopperus, Rost., Juni 1594. - Vgl. Nr. 400.

1494) Bernhardus Balchius, Rost., Juni 1594. - Bürger daselbst, Sohn des Bürgers Lüdeke Balck.

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1495) Joach. Fabiani, Rost., September 1594.

1496) Bernhardus Wolderus, Rost., November 1594. - Sohn des Lehrers David Wolder, disputirte zu Rostock 1597.

1497) Christophorus Mölnowius, Gustrow., April 1595.

1498) Joh. Christoph, a Jasmund. - Sohn des Amtshauptmanns Christoph v. Jasmund zu Goldberg, Rath bei der Schweriner Justizcanzlei seit 1612.

1499) Ernst a Jasmundt, Megapol., August 1595. - Vgl. Nr. 913. Wohl Bruder von Nr. 1498.

1500) Otto Preen, nobilis Megapol., September 1595. - Sohn Joachim Heinrichs auf Wendorf, Amtshauptmann zu Schwan und Goldberg, Geheimer Rath, gest. 1634.

1501) Joachimus et

1502) Jacobus Köppe, Barendorf. Meckl., Mai 1596.

1503) Levinus Ludovicus Hane, - Sohn des Landraths Cuno v. Hahn auf Basedow, sächs. Kammerherr auf Kuchelmiß, gest. 1635,

1504) Wernerus Hane, nobiles Megapol.; non juraverunt propter aetatem, Januar 1597. - Bruder von Nr. 1503, auf Basedow, gest. 1634.

1505) David Lichtenfeldus, Gustrow., April 1597.

1506) Joh. Grammertin, Bützow., April 1597. - Sohn des gleichnamigen Küchenmeisters.

1507) Joh. Pauli, Wismar., April 1597. - Bruder von Nr. 1619, Arzt zu Wismar, gest. 1604. Vgl. Nr. 2191.

1508) Petrus Trendelburg, Wismar., April 1597. - Aus alter Rathsfamilie.

1509) Christianus Glasow, Gustrow., Juni 1597. - Wohl Sohn des Past. Jakob Gl.

1510) Henricus Husanus, Neobrandenbg., August 1597. - Vgl. Nr. 2355.

1511) Joan. Volcktwich, Rost., gratis, August 1507. - Vgl. Nr. 168.

1512) Joh. Goniaeus, Rost., September 1597. - Sohn des dortigen Profess. paedagog. Nicolaus Goniäus 1570-1589, promov. zu Rostock 1604. - Vgl. Nr. 1809, 2616.

1513) Christoph. Gerstenberg, Gustrow., Januar 1598. - Propter furtum et illustrium literarum violationem jussu principis in perpetuum relegatus.

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1514) Christoph. Crauthofius, Neobrandbg., Januar 1598.
- Wohl Bruder von Nr. 1523, 1532.

1515) Daniel Michael, Wismar., Februar 1598. - Vgl. Nr. 2361, 257L

1516) Christianus Böcler, Neobrandbg., März 1598. - Past. zu Friedland 1604, gest. 1638. - Vgl. Nr. 1111, 2384.

1517) Georgius Rossowius, Neobrandbg., März 1598. - Vgl. Nr. 921.

1518) Joach. Rumshagen, Neobrandbg., April 1598. - Vgl. Nr. 1534; wohl Sohn des Bürgermeisters gl. N. Nr. 2270.

1519) Henningus Wernecke, Neobrandbg., April 1598. - Vgl. Nr. 925.

1520) Jacobus Grelle, Wismar., puer, non juravit, Juni 1598. - Sohn des Rathsherrn Hermann Grelle, Mitbesitzer von Damekow 1616.

1521) Jacobus H. Fabricius, Rost., October 1598. - Vgl. Nr. 222.

1522) Henricus Ratichius, Rost., December 1598.

1523) Henricus Crauthofius, Neobrandbg., Mai 1599. -Vgl. Nr. 224, 1514, 1532.

1524) Jeromias Gödelman, Rost., Mai 1599. - Sohn des prof. jur. Job. Georg Godelmann 1581-1592, ebenso Nr. 1544, 1630.

1525) Petrus Bambamius, Malchow., Juni 1599. - Wohl Sohn des Pastors Berend B. zu Malchow, poeta laureatus 1608, Subrector zu Parchim 1639; vgl. Nr. 2267, 2424.

1526) Henricus Reselinus, Rostoch., Juni 1599. - Vgl. Nr. 216.

1527) Jacobus Isernmengerus, Neobrandbg., October 1599, - Aus einer Predigerfamilie.

1528) Jacobus Praetorius, Neobrandbg., October 1599.

1529) Joach. Christiani, Megapol., October 1599.

1530) Christianus Sledanus, Rost., April 1600. - Sohn von Nr. 181, geb. März 1579, Prof. theoh zu Rostock seit 1605, Pastor zu Schleswig seit 1614, gest. 1646.

1531) Nicol. Sledanus, Rost., April 1600. - Bruder von Nr. 1531; vgl. Nr. 239.

1532) Daniel Crauthof, Neobrandbg., April 1600. - Vgl. Nr. 1523. Bürgermeister daselbst 1625.

1533) Joh. Hintze, Boitzenburg., April 1600.

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1534) Christoph. Rumshagius, Neobrandbg., Mai 1600. - Vgl. Nr. 227, 1518, 2366.

1535) Fridericus a Flotow, nobilis Megapol., August 1600
- Bruder von Nr. 1536?

1536) Bernhardus a Flotow, nobilis Megapol., August 1600. - Sohn des Hans Andreas, auf Woldzegart 1608-1662.

1537) Joachimus Ohmius, Malchin., October 1600.

1538) Georgius Tetzen, Neobrandenbg., März 1601. -Bürgermeister daselbst. Vgl. Nr. 832.

1539) Fridericus Pauli, Rostoch., April 1601. - Vgl. Nr. 247.

1540) Joach. Bansowius, Rost., Mai 1601. - Sohn des Past. gl. N. an St. Nicolai zu Rostock, Pastor zu Wismar an St. Georg 1606, gest. 1625.
- Vgl. Nr. 1595.

1541) Christianus Engelke, Gustrow., Mai 1601. - Pastor zu Doberan 1603-1617.

1542) Andr. Celius, Pentzlin., Mai 1601.

1543) Jacobus Wredenius, Megapol., Mai 1601. - Conrector zu Parchim 1605.

1544) David Gödelman., Rostoch., Juni 1601. - Vgl. Nr. 1524.

1545) Balthasar Fabricius, Rost., Juni 1601.

1546) Dionysius Zirichman, Rost., August 1601. - Zierkemann, Past. zu Barkow, Nr. 2374.

1547) Joh. Josquinus, Rost., August 1601. - Nr. 2611.

1548) Andr. Schlusselburg, Wismar., October 1601. - Sohn des Archidiaconus Conrad S. zu St. Marien in Wismar, demnächst Superintendenten in Ratzeburg, Superintendent zu Neubrandenburg, gest. 1631.

1549) Joachimus Blucherus, Megapol., October 1601. - Sohn Hartwigs v. Blücher, auf Boddin, gestorben 1625.

1550) Henricus Neocorus, Neobrandbg., October 1601. - Köster.

1551) Petrus Hinckelman, Rostoch., November 1601. - Prediger an St. Jakob das. 1604, gest. 1622, Sohn eines Bürgers gl. N., geb. August 1571. - Vgl. Nr. 2336.

1552) Joh. Ronckendorpius, Crivitz., Februar 1602.

1553) David Franckus, Fridland., Februar 1602. - Vgl. Nr. 232.

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1554) David Reuzius, Rostoch., April 1602. - Bruder von Nr. 161?

1555) Joh. Corvinus, Gustrow., April 1602. - Vgl. Nr. 973. - Rabe.

1556) Christianus Clandrian, Gustrow., April 1602. - Sohn des Bürgermeisters Daniel Clandrian, Bürger zu Rostock.

1557) Georgius Hagemeister, Gustrow., April 1602. - Bruder von Nr. 218 u. 219? - Rathsherr zu Rostock.

1558) Joh. Nicolai, Rostoch., April 1602.

1559) Joach. Wendinus, Rost., April 1602.

1560) Franciscus Omichius, Gustrow., Mai 1602. - Sohn des Gymnas.=Rectors Franz Oemeken zu Güstrow, eines Bruders von Nr. 1393, Profess. med. zu Frankfurt a. O.; vgl. Nr. 2442.

1561) Albertus Hincke, Gustrow., Mai 1602.

1562) Hermannus Cramon et

1563) Levinus Cramon, nobiles Megapol., non juraverunt, Mai 1602. - Vgl. Nr. 225, 226.

1564) Paschasius Nicolai, Rostoch., Juli 1602.

1565) Joachimus Sanitz, Gustrow., Juli 1602. - Sohn des Rathsherrn Johann von Sanitz.

1566) David Chytraeus, Rost., August 1602. - Sohn des Professors gl. N., geb. März 1582.

1567) Valentinus Schacht, Rostoch., October 1602 - Bruder von Nr. 924, stud. theoh, vgl. Nr. 2468.

1568) Melchior Meier, Rost., November 1602.

1569) Petrus Crugerus, Crivitz., December 1602.

1570) Matthaeus Schachtius, Rost., Februar 1603. - Identisch mit Nr. 924.

1571) Fridericus Wildeshusanus, Neobrandbg., März 1603.

1572) Simon Bartels, Grabow., Mai 1603. - Aus einer Bürgerfamilie.

1573) Philippus Bencke, Boittzenbg., Mai 1603.

1574) Petrus Cunradi, alias Kusser, Wismar., Mai 1603.

1575) Petrus Crugerus, Rost., Juni 1603.

1576) Thom. Majus, Wittenburg. Megapol., Juli 1603.

1577) David Dieterus, Grabow., April 1604. - Pastor zu Freienstein u. Massow, vgl. Nr. 2393.

1578) Mag. Enoch Suantenius, Malchin., gratis, April 1604. - Geb. 1576, Pfarrprediger zu Güstrow 1612, gest. September 1624.

1579) David Mechiell, Megapol., Mai 1604.

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1580) Martinus Wingderus, Stargard. Megap., Mai 1604.

1581) Joach. Mollerus, Grabow., Juni 1604.

1582) Fridericus Thunder, Rostoch., Juni 1604.- Bruder von Nr. 1615?

1583) Joh. Crudopius, Suerin., November 1604. - Lehrer zu Wismar, Prediger das. an St. Nicolai 1629, gest. 1649.

1584) Joach. Walterus, Neobrandbg., November 1604.

1585) Georgius Leomannus, Neobrdbg., April 1605. - Vgl. Nr. 1000.

1586) Jac. Dabelow, Neobrdbg., April 1605. - Vgl. Nr. 983.

1587) Joach. Westphal, Neobrandbg., April 1605. - Vgl. Nr. 1001.

1588) Georgius Jetzius, Neobrandbg., Mai 1605.

1589) Joh. Gadenius, Grabow., Mai 1605. - Pastor zu Damshagen 1612, Sohn des Pastors Joachim Gade.

1590) Petrus Dambeck, Rost., September 1605. - Pastor zu Serrahn 1617, gest. 1665.

1591) Andr. Duncker, Rost., September 1605. - Sohn des Mag. Andr. D. an der Petrikirche zu Rostock, Pastor zu Mestlin.

1592) Nicol. Westphal, Neobrandbg., Mai 1606.

1593) Paschasius Vulpius, Neobrandbg., Mai 1606. -Vgl. Nr. 245.

1594) Christianus Suderowius, Kaldensis Megap., Mai 1606.

1595) Joach. Bansowius, Rost., August 1606. - Identisch mit Nr. 1540?

1596) Jacobus Cygnaeus, Pentzlin., September 1606.

1597) Joach. Oswaldus Wangelin, Megapol., October 1606. - Vgl. Nr. 1019.

1598) Petrus Wasmund, Neobrandbg., November 1606. - Vgl. Nr. 960.

1599) Zabel Staffeldt, nobilis Megap., Januar 1607. - Vgl. Nr. 974.

1600) Martinus Suasius, Gustrow., Juli 1607.

1601) Hermannus Slorfius, Rostoch., Juni 1607. - Magister an St. Marien 1613, Sohn von Nr. 2522?

1602) Joach. Pflug, Rost., Juni 1607.

1603) Henricus Celius, Fridland., Juni 1607. - Conrector daselbst 1609.

1604) Franciscus Sagittarius, Stargard. Meckl., April 1608.

1605) Bernh. Praetorius, Waren., Mai 1608.

1606) Joach. Riman, Parchim., Juni 1608.

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1607) Caspar Movius, Parchim., Juni 1608. - Vgl. Nr. 1648. Bruder von Nr. 308 ?

1608) Joh. Culovius, Pentzlin., September 1608. - Vgl. Nr. 991.

1609) Wilh. Simonius, Rostoch., September 1608.- Vgl. Nr. 314.

1610) Georgius Linstow, Garzen. Megap., November 1608. - Vgl. Nr. 174. Er war auch Wallensteinscher Appellationsrath 1631.

1611) Luc. Schroder, Pentzlin., Januar 1609. - Vgl. Nr. 887.

1612) Petrus Sagittarius, Neobrandbg, Mai 1609. - Schütz, Pastor zu Breesen. Vgl. Nr. 1229.

1613) Joh. Rivestalius, Fridld., Juni 1609.

1611) Georgius Techatius, Neobrandbg., Juni 1609. - Vgl. Nr. 969.

1615) David Tunderus, Rostoch., Juni 1609. - Geb. 1583, Sohn des Bürgers Albert Tunder, Diaconus an St. Marien, gest. 1640.

1616) Paulus Bossow, Parchim., Juli 1609. - Vgl. Nr. 257.

1617) Carolus Gustavus Hill, Megapol., August 1609.

1618) Martinus Crugerus, Rost., October 1609.

1619) Andr. Martinus Pauli, Wismar., Juni 1610. -Bruder von Nr. 1507. Sohn des Johann P., Pastors an St. Nicolai.

1620) Martinus Franco, Plavian. Megapol., August 1610.

1621) Daniel Fabricius, Rost., September 1610.

1622) Petrus Statius, Pentzlin, October 1610. - Vgl. Nr. 1840.

1623) Joach. Mancinus, Wismar., November 1610. -Wohl Sohn des Conrectors Georg Mancinus (Mencke).

1624) Christianus Agricola, Woldeck., Januar 1611. - Wahrscheinlich der reformirte Prediger Adam Christian Agricola am Güstrow'schen Hofe 1624 ff.

1625) Matthias Köhne, Wismar., April 1611. - Sohn des Past. Stephan K.

1626) Otto Tancke, Wism., April 1611. - Vgl. Nr. 1004, 1694.

1627) Christoph. Siegfriedus Hildes, Wism., April 1611. - Sohn des Superintendenten Nicolaus H.

1628) Joach. Lipperman, Rostoch., April 1611. - Promov. zu Rostock 1615, Herzog Ulrichs Mathematicus.

1629) Thom. Pömler, Woldeck, Mai 1611 - Pastor in Goldberg, noch 1659. - Vgl. Nr. 1251.

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1630) Joh. Fridericus Gödelman, Rost., Mai 1611. - VgI. Nr. 1524.

1631) Jacobus Reppentin, Plav. Megapol., Mai 1611.

1632) Henricus Bischwang, Megapol., Mai 1611. - Vgl. Nr. 252. v. Bischwang?

1633) Martinus Nordanus, Rost., Juni 1611.

1634) Joach. Gutzcowius, Pentzlin., Juni 1611.

1635) Daniel Spalckhaberus, Rost., Juli 1611. - Mag. theol. zu Rostock, 1618.

1636) Laurentius Langclaus, Gustrow., September 1611.
- Geb. 1584, Pastor zu Güstrow, gest. September 1638. Sein Vater war der Bürger Peter Langklaus.

1637) Ulricus Schirrmeister, Gustrow., September 1611.
- Vgl. Nr. 270.

1638) Jonath. Hagemeister, Megapol., December 1611. - Vgl. Nr. 251, 386.

1639) Christianus Clevenovius, Gustrow., März 1612. - Vgl. Nr. 1068.

1640) Ulricus Crugerus Gustr., März 1612. - Vgl. Nr. 268.

1641) Daniel Drencanus, Wismar., April 1612. - Notar daselbst, noch 1650.

1642) Martinus Strichius, Neobrandbg., Mai 1612. - Vgl. Nr. 1032.

1643) Pancratius Amselius, Rost., Mai 1612. - Geb. 1593, Schulmeister in Gnoien 1614, Cantor an St. Jacobi zu Rostock 1622, gekrönter Poet, Sohn des academ. Secretairs Joh. Amsel das.; vgl. Nr. 1343.

1644) Simon Kirchovius, Rost., Juni 1612. - Aus der alten Rathsfamilie Kirchhoff.

1645) Joh. Teschius, Rost., September 1612.

1646) Joach. Albinus, Parchim., October 1612. - Der Pastor d. N. zu Warnemünde 1659?

1647) Joach. Schultetus, Neobrandbg., October 1612.

1648) Joach. Werdinus, Pentzlin., Januar 1613.

1649) Georgius Helmichius, Rostoch., Februar 1613. - Pastor zu Neubrandenburg, gest. 1631.

1650) Paulus v. Segern, Rost., März 1613. - Pastor zu Proseken, gest. 1631.

1651) Sam. Swigelius, Gustrow., April 1613.

1652) Joach. Schlikerus, Friedland., Juni 1613. - Vgl. Nr. 1016.

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1653) Joh. Rhulenius, Wismar., November 1613. - Joh. Ruehlius war 1618 Hofprediger des Herzogs Joh. Albr. II. v. Mecklenburg=Güstrow.

1654) Christoph. Roofsaccus, Neostadt. Megap., gratis, März 1614. Sohn des Pastors Joh. R. zu Neustadt, Diakon zu Damm bei Parchim, gest. 1626.

1655) Christoph. Könichius, Waren., April 1614.

1656) Georgius Langenbeckius, Neobrandenbg., Juni 1614.

1657) Joh. Ulrich v. Flotow., Megapol., non juravit, Juli 1614. - Wohl Bruder von Nr. 265.

1658) Martinus Thuringus, Fürstenbg., Juli 1614. - Vgl. Nr. 1218.

1659) Thomas Stintmann, - Rathssecretair zu Parchim 1627,

1660) Paulus Stintmannus, fratres, Suerin. Megapol., Juli 1614. - Söhne des Hofpredigers Thomas Stindtmann. Vgl. Nr. 1672.

1661) Henningus a Warburg, nobilis Megapol., August 1614. - Nr. 2650.

1662) Georgius Hagen, Suerm. Megapol., August 1614. - Vgl. Nr. 2204, 2613.

1663) Henningus Gerdessen, Neobrandbg., October 1614. - Vgl. Nr. 1020.

1664) Jacobus Ratichius, Neobrandbg., October 1614.

1665) Henricus Schoman, Wittenburg. Megapol., October 1614. - Vgl. Nr. 256.

1666) Michael Ditmer, Woldeck., nou juravit, April 1615.

1667) Joach. Walschlebius, Grabow., April 1615.

1668) Nicol. Stobaeus, Rost., April 1615. - Aus der Bürgerfamilie Stubbe? - Vgl. Nr. 1943.

1669) Casp. Techatius, Neobrandenng., Mai 1615.

1670) Nathanael Gerver, Woldeck., Juni 1615.

1671) Marcus Blesendorp, Neobrandenbg., Juli 1615. - Nr. 2423.

1672) David Stintman, Suerin., October 1615. - Wohl Bruder von Nr. 1659 u. 1660. - Pastor zu Krakow.

1673) Jacobus Westphal, Neobrandbg., April 1616. - Vgl. Nr. 1099.

1674) Henricus Spenglerus, Schönberg. Megap., Mai 1616.

1675) Christoph. Boëlius, Griphismolensis, Mai 1616.

1676) Samuel Wilhelmi, Strelizianus, Juli 1616. - Vgl. Nr. 290. Identisch mit dem gleichnamigen Prediger zu Tangermünde?

1677) Joachimus Theodorus, Gustrow., October 1616.

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1678) Zachar. Udalrici, Boizenburg., Mai 1617.

1679) Joach. Crusius, Fridland., Mai 1617.

1680) Fridericus Praetorius, Grabow., Mai 1617.-Geb. 1594, dr. utr. jur. u. professor. - Vgl. Nr. 2689.

1681) Daniel Goedenius, Neostadt. Megapol., Mai 1617.

1682) Bernh. Bremerus, Wesenberg., Juni 1617.

1683) Joach. Dossaeus, Wesenberg., Juni 1617.

1684) Joh. Hagenius, Wismar., Juni 1617. - Vgl. Nr. 299.

1685) Nicol. Leppin, Gustrow., August 1617.

1686) Petrus Cato, Neobrandenbg., October 1617.

1687) Mattheus Reuzius, Gustr., October 1617. - Vgl. Nr. 1080.

1688) Mag. Valent. Legdaeus, Suerin., Januar 1618. - Vgl. Nr. 271.

1689) Samuel Quacenius, Woldeck., Februar 1618. - Sohn des Pastors Christian Quake das.

1690) Hinricus Dinggravius, Wismar., April 1618. -Sohn des Superintendenten Heinrich D., Diakon an St. Georg das. 1622, gest. 1628. - Vgl. Nr. 1700.

1691) Joach. Pippowius, Woldeck., Mai 1618. - Vgl. Nr. 1089.

1692) Martinus Gerdes, Gustrow., Juni 1618. - Vgl. Nr. 311.

1693) Zachar. Crugerus, Rostoch., Juni 1618.

1694) David Dancken, Wismar., Juli 1618. - Vgl. Nr. 289. Bruder von Nr. 1626.

1695) Christoph. Wichius, Rost, August 1618. - Aus der Bürgerfamilie Vick?

1696) Joh. Raudowius, Polena-Megapol. August 1618.

1697) Joach. Jabelman, Malchow., October 1618.

1698) Joach. Palmenius, Megapol., November 1618. - Vgl. Nr. 1050.

1699) Adamus Halterman, Gustrow., April 1619. - Sohn eines Bürgers gl. N., dr. jur., gest. 1626. Vgl. Nr. 2208, 2667, 2685.

1700) Joh. Dinggravius, Wismar., April 1619. - Bruder von Nr. 1690, geb. Januar 1598, Prediger an St. Georg das., gest. November 1655.

1701) Joacb. Bussius, Parchim., April 1619. - Vgl. Nr. 348, 1764.

1702) Petrus Eddelin, Rostoch., Juli 1619. - (Ein Peter Eddelink war schon 1549 Professor zu Greifswald. Jener war 1625-1676 Pastor zu Doberan, beschrieb das Elend des 30 jährigen Krieges.

1703) Daniel Bowerus, Varno-Megapol., August 1619.

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1704) Petrus Bohemus, Neobrandbg., October 1619. -Aus der Rathsfamilie Behm.

1705) Christianus Böclerus, Neobrandbg., April 1620. - Vgl. Nr. 1111.

1706) Antonius Ringewol., Parchim., Mai 1620. - Sohn des Kirchenprovisors Joachim Ringwol.

1707) Jacobus Weisan, Parchim., Mai 1620. - Aus der Rathsfamilie Voysan, selbst Bürgermeister zu Parchim, gest. April 1666.

1708) Joh. Schroder, Wismar., Mai 1620.

1709) Christianus Sagittarius, Neobrandenbg., Mai 1620. - Schütz.

1710) Samuel Magirus, Wesenberg., Mai 1620. - Koch.

1711) Mich. Damius, Neobrandenbg., Mai 1620. - Nr. 2472.

1712) Elias Senstius, Neobrandenbg., Juli 1620. - Sohn von Nr. 1471, Pastor zu Hinrichshagen. Vgl. Nr. 1306.

1713) Joh. Schefferus, Malchin., Juli 1620.

1714) Joach. Ludovici, Pentzlin., September 1620.

1715) Joël Loccenius, Strelitz., September 1620.

1716) Joh. Schermerus, Rehna., September 1620. - Sohn des Pastors Hartwig Sch.

1717) Henricus a Wida, Rostoch., October 1620. - Vgl. Nr. 345.

1718) Martinus Hollinius, Wesenberg., November 1620. - Pfarramts=Candidat 1623.

1719) Hermannus Schlutovius, Rost., April 1621.

1720) Elias Prott, Rost., April 1621. - Vgl. Nr. 304,1122.

1721) Tobias Senstius, Neobrandbg., April 1621.

1722) Joh. Leppin, Gustrow., Mai 1621.

1723) Desiderius Pippovius, Woldeck., Mai 1621. - Pastor daselbst, gest. 1666.

1724) Joh. Eberhardi, Neobrandenbg., Mai 1621. - Vgl. Nr. 1078.

1725) Joach. Ambrosius, Friedld., Juli 1621. - Vgl. Nr. 1130.

1726) Christophorus Gallus, Neobrandbg., Juli 1621. - Rector zu Friedland 1631.

1727) Elias Taddelius, Rost., August 1621. - Vgl. Nr. 425.

1728) Nicol. Scherböcius, Rost., August 1621. - Pastor zu Marnitz, gest. 1637.

1729) Otto Fridericus a Moltken, nobilis Megapol., September 1621. - Vgl. Nr. 411.

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1730) Michael Gervenius, Fridland., non juravit ob aetatem, October 1621.

1731) Joach. Gervenius, Fridland., October 1621.

1732) Joh. Guthanus, Fridld., October 1621. - Pastor zu Gr.=Daberkow 1629, Sohn des Pasters Nicol. Guthan.

1733) Joh. Belowius, Rost., November 1621. - Vgl. Nr. 1144.

1734) Henricus Coltzowius, Rost., November 1621. - Vgl. Nr. 487. Bürger zu Rostock, gest. August 1626.

1735) Nicol. Schutte, Rost., December 1621. - Prof. jur. zu Rostock 1631-1652, Sohn von Nr. 1449.

1736) Andr. Sternberg, Neobrandenbg., Februar 1622. - Bruder von Nr. 1064?

1737) Christophorus Jarmer, Malchin., April 1622.

1738) Paulus a Campen, Warens. Megapol., Mai 1622. - von Kamptz?

1739) Gilmerus Waltberg, Warens., Mai 1622. - Sohn des Pastors gl. N., vgl. Nr. 2377.

1740) Matthias Joachimus Schmecker, Megapol., Mai 1622. - v. Smeker, auf Wüstenfelde?

1741) Magnus Linstow, Matthiae filius, nobil. Megapol., Juni 1622. - Vgl. Nr. 309.

1742) Joh. Schmolde, Neobrandenbg., April 1623.

1743) Fridericus Willebrandt, Rost., April 1623. - Fiscal der Schwerin. Justizcanzlei seit 1650, gest. 1660. - Bruder von Nr. 454 u. 1785? Vgl. Nr. 2657.

1744) Jacobus Rahneus, Neobrandbg., Mai 1623. - Wohl Verwandter des Rost. prof. jur. Heinrich Rahne 1633-62 und Bruder des Rathsherrn Kasper Rahne zu Neubrandenburg.

1745) Joach. Westphal, Fridland., Mai 1623. - Vgl. Nr. 1055.

1746) Dietericus a Stralendorff, nobilis Megapol., Mai 1623. Sohn Joh. Christoph's auf Gamehl.

1747) Joach. Lucowius, Rost., Juli 1623. - Sohn von Nr. 2368?

1748) Joh. Schmedeke, Fridland., August 1623.

1749) Mich. Hagemeister, Gustrow., August 1623. - Vgl. Nr. 335.

1750) Jacobus Ricke, Rost., August 1623. - Vgl. Nr. 1901.

1751) Hinricus Kaffmeister, Rost., December 1623.

1752) Joh. Hilgendorp, Rost, April 1624.

1753) David Randow, Wismar., April 1624. - Vgl. Nr. 418. Sohn des Physicus gl. N.

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1754) Tob. Stollachius, Preseceusis, Juni 1624. - Aus Proseken bei Wismar, wohl Predigersohn.

1755) Joh. Leonisius, Parchim., Juli 1624. - Lönnies, vgl. Nr. 334.

1756) Jacobus Gualtherus, Rost., Juli 1624.

1757) Joach. Fisterus, Bützow., Juli 1624.

1758) Christoph. Schelius, Rost., August 1624.

1759) Fredericus Magirus, Robel., Februar 1625. - ([Symbol: griechisch], Koch.)

1760) Balthas. Sturmius, Wismar., Mai 1625. - Pastor zu Wittenförden, zu Döbbersen, bis 1669.

1761) Alexander Kirchberg, Rost., August 1625. - Vgl. Nr. 450.

1762) Joh. Toppius, Neobrandenbg., März 1627. - Vgl. Nr. 1131.

1763) Joach. Colbergius, Fürstenbg., April 1627. - Nr. 2490.

1764) Joh. Bussius, Megapol., Juni 1627. - Vgl. Nr. 348.

1765) Christianus Quakenius, Woldeck., October 1627. - Bruder von Nr. 1689. - Vgl. Nr. 2482.

1766) Thom. Lindeman, Rost., April 1628. - Sohn des prof. jur. gl. N., Vgl. Nr. 447.

1767) Jacob. Wackerowius, Malchin., Mai 1628.

1768) Joh. Frisius, Wittenburg. Megapol., Mai 1628.

1769) Joach. Simonius, Rost., September 1628. - Vgl. Nr. 1904. Bruder von Nr. 314.

1770) Joach. Westphal, Rost., December 1628. - Vgl. Nr. 1885. - Sohn des Pastors gl. N. an St. Jacobi?

1771) Carolus Hammerus, Gadebusc. Megapol., März 1629. Nr. 2644.

1772) Christoph. Burmester, Rost., gratis, März 1629.

1773) Andr. Densow, Stargard. Megapol., April 1629.

1774) Mattheus Sagerus, Neobrandenbg., April 1629.

1775) Gregorius Toppius, Neobrandbg., April 1629. - Rathsherr daselbst, Sohn des Bürgermeisters gl. N.

1776) Georgius Seehusius, Suerin. Megapol., Mai 1629.

1777) Bernhardus Lindeman, Rost., Mai 1629.- Bruder von Nr. 1766, geb. 1610, zu Rostock Protonotar 1637, Senator 1653, gest. 1669.

1778) Carolus v. Hagen, Gustrow., Mai 1629. - Vgl. Nr. 1249.

1779) Andr. Pritzbauer, nobilis Megapol., Mai 1629. - Vgl. Nr. 484.

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1780) Joach. Geismar, Rost., Oct. 1629. - Vgl. Nr. 342, 343.

1781) Daniel Bossovius, Parchim., Oct. 1629.- Vgl. Nr. 365.

1782) Conrad Dieterich v. Flotow, nobilis Megapol., October 1629. - Vgl. Nr. 366, 932.

1783) Hieronymus Georgius v. d. Osten, nobil. Megapol., October 1629.

1784) David Gallus, Neobrandbg., April 1630.

1785) Albertus Willebrand, Rost., April 1630. - Vgl. Nr. 1743. Geb. October 1608, prof. jur. zu Rostock, gest. August 1681, Bruder von Nr. 258.

1786) Daniel Haselberg, Rost., April 1630.

1787) David Brandt, Gustrow., April 1630.

1788) Simon Pauli, Rost., Mai 1630. - Vgl. Nr. 408.

1789) Henricus Sulteman Rost., Mai 1630. - Vgl. Nr. 417. Derselbe war auch Rechtslehrer zu Rostock.

1790) Adolphus Fridericus v. Hagen, Gustrow., Juli 1630. - Vgl. Nr. 1249.

1791) Joach. Lussow, Rost., October 1630. - Vgl. Nr. 367, 1879.

1792) Samuel Jageuteuffel, Parchim., December 1630. - Apotheker daselbst, gest. Juni 1671. Vgl. Nr. 1947. Der Vater, Daniel Jageteufel, war Arzt und Rathsherr.

1793) Franciscus Menius, Fridland., Dec. 1630. Vgl. Nr. 1090.

X. Zu Königsberg 1544-1640.

1794) Christianus Varenheit, Rost., Sept. 15 47. Vgl. Nr. 1362.

1795) Albertus Kirchhoff, Rost., Juli 1559. - Vgl. Nr. 1365. 1796) Georgius Ilow, Mecklenb., Juli 1576.

1797) Michael Rosenski, Rost., Juli 1578.

1798) Daniel Thorwechter, Gustrow., Juli 1590.

1799) Joh. Henrici, Grabow. Meckl., März 1591. - Pastor zu Gr.=Varchow, gest. 1638. Vgl. Nr. 2643.

1800) Georgius Kirchnerus, Rost., Juni 1595. - Aus einer Bürgerfamilie.

1801) Daniel Lussow, Rost., August 1595. - Aus einer Rathsfamilie.

1802) Georgius Gutzmerus, Meckl., August 1595. - Aus einer Predigerfamilie zu Sternberg.

1803) Michael Neostephanus, Rost., September 1595. - Sohn des Gärtners Hans Neukranz, geb. November 1570, herzogl. Leibarzt, gest. März 1648. Vgl. Nr. 402, 1164, 1886, 2607, 2698, 2702.

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1804) Conradus Battus, Rost., September 1595. - Bruder von Nr. 1451, geb. März 1573, Dr. med., gest. November 1605. Vgl. Nr. 2192, 2609.

1805) Martinus Böttgerus, Rost., October 1595. - Vgl. Nr. 918.

1806) Abraham Stöppig, Rost., April 1596.

1807) Joach. Schlaffius, Rost., August 1597. - Wohl richtiger Schlorff, und identisch mit Nr. 374.

1808) Georgius Wedige, Rost., September 1597. - Aus einer Rathsfamilie.

1809) Joh. Goniaeus, Rost., August 1598. - Vgl. Nr. 1512.

1810) Henricus Hartwig, Rost., December 1598.

1811) Mag. Joach. Radnicius, Rost., October 1601. - Aus der Bürgerfamilie Radenich.

1812) Daniel Cramerus, Rost., October 1601.

1813) Joach. Röpcke, Malchow. Mecklb., Mai 1602. - Nr. 2603.

1814) Volradus a Kleinow, nobilis Meckl., October 1607.

1815) Laurentius Rostochius, Fridland. Meckl., October 1607. - Vgl. Nr. 964.

1816) Zachar. Fabricius, Maichin. Meckl., Mai 1609.

1817) Joach. Netlenbladius, Rost., Juni 1609, in honorem mag. Nicolai Netlenbladii, viceinspectoris academiae hujus, gratis inscriptus. - Klaus war nach gef. Mittheilung des Oberinspectors Major v. Nettelbladt Pastor zu Landsberg a. W.

1818) Wilhelmus Hortelig, Suerin, Juni 1609.

1819) Christianus Parisius, Fridland. Meckl., Mai 1611. - Vgl. Nr. 994.

1820) Henricus Vogelmannus, Rost., Juli 1611. Sohn des Lehrers Jodocus Vogelmann.

1821) Blasius Trendelburgius, Wismar., April 1612.

1822) Andreas Balckius, Wismar., April 1612. Vgl. Nr. 264.

1823) Jacobus Severinus, Wismar., April 1612.

1824) Joach. Bertramus, Meckl., November 1612. - Vgl. Nr. 2203.

1825) Henricus Küsterus, Rost., Nov. 1612. - Vgl. Nr. 382.

1826) Paulus Eggerus, Rost., August 1613. - Vgl. Nr. 1045.

1827) Georgius Albinus, Meckl., September 1613.

1828) David Eggebrecht, Wism., Sept. 1613. Vgl. Nr. 324.

1829) Joachimus et

1830) Michael Clocowius, fratres, Suerin, November 1613.

1831) Andreas Volckmarus, Malchin. Meckl., Nov. 1613.

1832) Joachimus Wedemannus, Suerin., Auaust 1614. -

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Vgl. Nr. 2156, 2640.

1833) Joach. Neander, Rost., Mai 1615. - Aus einer Rathsfamilie.

1834) Petrus Petry, Rost., August 1615.

1835) Joach. Babatius, Warnens. Meckl., October 1615. - Bruder von Nr. 1082, geb. August 1590, mag. theol. und Prediger am Dom zu Königsberg, gest. Juni 1656.

1836) Henricus Sihde, Rost., April 1616.

1837) Jacobus Biternius, Neobrandenbg., Juli 1616.

1838) Thomas Melzerus, Meckl., September 1616.

1839) Mattheus Roitzius, Gustrow., Oct. 1616. Vgl. Nr. 1080.

1840) Petrus Statius, Meckl., Nov. 1616. - Vgl. Nr. 1622.

1841) Joh. Hinnius, Neobrandbg., November 1616.

1842) Martinus Babatius, Warnens. Meckl., November 1616. - Wohl Bruder von Nr. 1835.

1843) Wilhelmus Simonius, Rost., Juli 1617, in gratiam parentis, professoris Rost., gratis inscriptus. - Vgl. Nr. 314.

1844) Casp. Voigt, Meckl., Sommer 1617.

1845) Zacharias Monichius, Malchin. Meckl., Sommer 1617.

1846) Mag. Casp. Movius, Parchim., Sommer 1617. - Vgl. Nr. 1607.

1847) Michael Pontanus, Neobrandenbg., Sommer 1617. - Brückner.

1848) Joh. Luderus, Rost., Sommer 1617. - Vgl. Nr. 1224.

1849) Georgius Balcke, Wism., Mai 1618. - Bruder von Nr. 1822, geb. um 1595, Bürger in Wismar, gest. August 1638.

1850) Jacobus Westphalus, Neobrandenbg., Juli 1618. - Vgl. Nr. 1099.

1851) Cosmus Coltzowius, Rost., August 1618. - Bürger daselbst, Sohn des Bürgers Heinrich Kölzow.

1852) Jacobus Rogelius, Parchim., April 1619.

1853) Paulus Parenius, Meckl., Mai 1619.

1851) Petrus Dithmarus, Rost., Mai 1619. - Sohn des Bürgers Peter Dettmer, aeb. Januar 1597, Mediciner, gest. 1638.

1855) Lucas Bacmeister, Rost., Juli 1619. - Vgl. Nr. 320.

1856) Joach. Drevenstedt, Rost., Mai 1620. - Vgl. Nr. 401, 1125.

1857) Hinricus Galenbeccius, Neobrandenbg., Juni 1620.

1858) Christoph. Grapengiterus, Parchim., Juni 1620. -Kirchenökonom daselbst, gest. 1638.

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1859) Henningus Wolffius, Malchow. Meckl., Mai 1621.

1860) Joh. Schummerus, Rost., Mai 1621. - Sohn des Bürgers Georg Schummer. VgI. Nr. 2671.

1861) Hinricus Schütze, Petzoviens. Meckl., Juni 1621.

1862) Thomas Zimmerus, Röblens. Meckl., Juni 1621.

1863) Georgius Schlüsselburgius, Ratzeburg., Juli 1621. Bruder von Nr. 1548.

1864) Joh. Babatius, Warnens. Meckl., August 1621. - Vgl. Nr. 1082.

1865) Mag. Joh. Possehlius, Rost., October 1621. - Vgl. Nr. 1070, 1895

1866) Melchior Stellemann, Wismar., October 1621. - Bürger zu Wismar, Sohn des Bürgers Daniel St.

1867) Winholdus Dinggravius, Wism., November 1621.- Bruder von Nr. 1690 und 1700? Rathsherr zu Güstrow, gest. October 1666.

1868) Joh. Rungius, Rost., November 1621. - Aus einer Rathsfamilie, geb. April 1599, Bürger zu Rostock, gest. 1635. Vgl. Nr. 2363.

1869) Matthias Jörckius, Rost., Mai 1622. - Aus einer Rathsfamilie.

1870) Marcus Masius, Meckl., Mai 1622. - Vgl. Nr. 398.

1871) Jonas Richterus, Rost., August 1622. - Vgl. Nr. 349.

1872) David Clinthius, Wismar., Juli 1623. - Vgl. Nr. 337.

1873) Jacobus Crollius, Rost., September 1623. - Sohn des Rathsherrn Jakob Crull Nr. 187, geb. September 1600, Cand. med., gest. 1627.

1874) Bernh. Schlorfius, Rost., September 1623.

1875) Valentinus Engelberg, Cracow. Meckl., October 1623.

1876) Michael Biesterfeld, Bützow. Meckl., Februar 1624.

1877) Joachimus Colthofius, Pentzlin. Meckl., April 1624.

1878) Andreas Statius, Wismar., Juni 1624.

1879) Joach. Lussow, Rost., October 1624. - Vgl. Nr. 367, 1791.

1880) Bernh, v. Münster, Rost., Oct. 1624. Vgl. Nr. 340.

1881) Henricus Sibrand, Rost., Oct. 1624. Vgl. Nr. 341.

1882) Georgius Deutsch, Rost., Mai 1625. - Bruder von Nr. 330 und 1890. Als Student zu Königsberg gestorben.

1883) Jacobus Ditmer, Rost., September 1625.

1884) Albertus Sledanus, Wismar., Mai 1626. - Wohl ein Sohn von Peter Sledanus, Pastor zu St. Marien in Wismar, einem Bruder von Nr. 181.

1885) Joach. Westphalus, Rost., Mai 1626. Vgl. Nr. 1770.

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1886) Paulus Neucrantz, Rost., Juli 1626. - Bruder von Nr. 1164, geb. October 1605, Stadtphysicus in Lübek, gest. Mai 1671. Vgl. Nr. 2698.

1887) Luderus v. Stemann, Wismar., Juli 1626. - Wohl Sohn des Barbiers Lüder v. Stemmen.

1888) Henricus Schmidt, Rost., December 1626.

1889) Joach. Settegast, Gadebusch. Meckl., April 1628.
- Aus einer Bürgerfamilie.

1890) David Deutsch, Rost., Mai 1628. - Bruder von Nr. 330 und 1882, ebenfalls als Student zu Königsberg gestorben.

1891) Petrus Tanckius, Wismar., Juli 1628.

1892) Mag. Joach. Hassemus, Parchim., Juli 1628.

1893) Balthasar Knopius, Ribnicens. Meckl., August 1628.
- Vgl. Nr. 1120.

1894) Joh. Rumpff, Warne Meckl., December 1628.

1895) Georgius Possehl, Rost., März 1629. - Bruder von Nr. 1865?

1896) Joh. Wedige, Rost., März 1629. Sohn des Bürgers gl. N., geb. October 1608, Rathsherr zu Rostock, gest. 1663.

1897) Joachimus et

1898) Jacobus Ohm, fratres, Rost., Juni 1629.

1899) Valentinus Kirchberg, Rost., April 1630. - Wohl Bruder von Nr. 450, gestorben 1649.

1900) Martinus Schumacher, Rost., Mai 1630.

1901) Jacobus Ricke, Rost., Juni 1630. - Vgl. Nr. 1750.

1902) Joach. Cnuppert, Rost., August 1630. - Vgl. Nr. 400.

1903) Benedictus Brunius, Rost., September 1630.

1904) Joachimus Simonius, Rost., Sept. 1630. Vgl. Nr. 1769.

1905) Nicol. Schrundt, Rost., September 1630.

1906) Joh. Wienecke, Rost., Sept. 1630. - Vgl. Nr. 1181.

1907) Martinus Bökelius, Gustrow., Juli 1631. - Vgl. Nr. 445, 1281.

1908) Joh. Neubacher, Meckl., Juli 1631.

1909) Martinus Dornerus, Meckl., Juli 1631.

1910) Joachimus Vallcher, Rost., August 1631.

1911) Michael Cobabus, Sternberg. Meckl., September 1631. - Prof. theol. zu Rostock, gestorben Februar 1686.

1912) Joh. Crusius, Suerin., September 1631.

1913) Joh. Eggertius, Sterneberg. Meckl., September 1631.

1914) Job. Senstius, Suerin., October 1631. - Sohn des Dompredigers Andreas Senft.

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1915) Jacobus Sternbeck, Wohleck. Meckl, Juui 1632.

1916) Petrus Siedanus, Rost., December 1632.

1917) Christianus Cock, Rost., Juni 1632. Vgl. Nr. 1222.

1918) Fridericus v. Nessen, Rost., Juli 1633.

1919) Hermannus Leo, Neobrandenbg., September 1633.

1920) Martinus Dornkampf, Wismar., November 1633. - Sohn Dieterich Dornkamps.

1921) Mattheus Randovius, Rost., Juni 1634.

1922) Petrus Rumphius, Woldeck. Meckl., Juni 1634.

1923) Jacobus Covalius, Meckl., December 1634.

1924) Bernh. Taddelius, Rost., April 1636. - Vgl. Nr. 461.

1925) David Köpkenius, Wismar., Mai 1636. - Wohl Sohn eines Bürgers gl. N.

1926) Paulus Marcomannus, Meckl., Juni 1636. - Sohn von Nr. 2360?

1927) Joh. Costerus, Gadebusch. Meckl., Juni 1636. - Stadtphysicus zu Wismar 1649, mekl. Leibarzt 1657, schwedischer Leibarzt, als "v. Rosenberg" geadelt, russischer Leibarzt 1667, gest. zu Reval Februar 1685 im 71. Jahre.

1928) Theodor. Santmann, Rost., Juni 1636. - Sohn des Gerichtsdieners Roloff Santmann, geb. 1616, gest. als cand. theoh 1655.

1929) Ludovicus Brun, Rost., Juni 1636. - Sohn des Senators Daniel Brun, dänischer Hofrath.

1930) Elias Holdorf, Rost., August 1636. - Sohn des Bürgers Hans Holdorf, stud. theol. gest. 1638.

1931) Petrus Studeman, Malchow. Meckl., September 1636.

1932) Franciscus Ernestus von Mynsigt, Meckl., December 1636. - Domherr von Magdeburg und Havelberg, Sohn des Arztes zu Wittenburg, demnächst herzoglichen Leibarztes zu Schwerin, Hadrian Mynsicht (Sümenicht).

1933) Michael Grass, Gustrow., Juli 1637. - Bruder von Nr. 1256?

1934) Joh. Sparwart, Rost., Juli 1637.

1935) Joh. Poleman, Rost., Sept. 1637. - Vgl. Nr. 1253.

1936) David Stein, Rost., September 1637.

1937) Joh. Hagen, Rost., September 1637.

1938) Adolphus Fridericus v. Hagen, Gustrow., October 1637. - Vgl. Nr. 451, 1249.

1939) Joh. Cavenius, Schönberg. Meckl., April 1638.

1940) Georgius Gülich, Wismar., Mai 1638. - Aus der Bürgerfamilie v. Gülicke.

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1941) Joh. Tilichius, Rost., Juni 1638. - Bruder von Nr. 403, geb. 1618, Pensionair zu Rederank, gest. 1660.

1942) Joh. Cöppius, Wismar., Juni 1638. - Joh. Köppe, geb. 1614, Rathsherr zu Wismar, gest. 1679.

1943) Mattheus Stubbaeus, Rost., Juni 1638. - Pastor zu Dewitz, gest. 1665.

1944) Martinus Schepel, Wismar., August 1638. - Wahrscheinlich Sohn des Rathsherrn Martin Scheffel, Pastor in Lüneburg.

1945) Thomas Hackerus, Wismar., Juli 1639.

1946) Christianus Prengerus, Rost., October 1639.

1947) Joh. Jagenteuffel, Parchim., November 1639. - Bruder von Nr. 1792.

1948) Laurent. Haveman, Rost., April 1640. Vgl. Nr. 1210.

1949) Casp. Scheller, Wismar., Juni 1640.

1950) David Nicardus, Warne Meckl., Juni 1640.

1951) Joachimus Blüte, Rost., Juni 1640.

1952) Jacobus Eisenberg, Rost, September 1640.

1953) Laurent. v. Münster, Rost., November 1640. - Bruder von Nr. 340, geb. 1619, Bürger zu Rostock, gest. 1663.

 


Personen=Register.


A gricola 1624.
Alberti 594.
Albmus vgl. Witte.
Albrecht 565.
Alunse 542.
Alwardt 1345.
Ambrosius 1084, 1130, 1725.
Amsel 1343, 1643.
Andreas 1402.
Angermund 1127.
Ansel 1157.
Arnd vgl. Arnoldi.
Arnoldi 1035, 1060.
Arthopeus 906; vgl. Becker.
B abazius 1082, 1835, 1842, 1864.
Bacmeister 1193, 1194, 1337, 1455, 1490, 1855.
Bade 558.
Badendiek 544.
Balck 1494, 1822, 1849.
Balschmieter 595, 1274.
Bambam 1006, 1307, 1525
Bansow 1540, 1595.
v. Barenfleth 599, 699.
v. Barnekow 609.
Barsse 778, 831.
Bartels 1572.
Bartholdi 755.
v. Bassewitz 1204. 1205.
Battus 1140, 1451, 1804.
Bauer vgl. Agricola
Baumgarten vgl. Pomarius.

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Bautze 1403.
Bazius 1081.
Becker 672, vgl. Arthopeus.
Beckmann 604.
Behm 799, 865, 1273, 1704.
v. Behr 1265, 1308, 1350.
v. Behrenfleth vgl. Barenfleth.
Below 1144, 1733.
v. Below 1172, 1173.
Benecke 882, 1573.
Benzow 1167.
Berkhan 1489.
Bernhardi 772, 997.
Bertram 1206, 1824.
Beselin 1460, 1526.
Beust 1066.
Biesenthal 939.
Biesterfeld 1876.
Bilang 923, 1007, 1008, 1216, 1285
Billeke 509.
v. Bischwang 1404, 1632.
Biternus 1837.
Bitkow 716, 920.
Blancke 1298, 1299.
Blesendorf 1671.
Blome 618.
v. Blücher 1219, 1389, 1549.
Bluhm 892.
Blumenhagen 1317.
Blüthe 1951.
Bobzien 1262.
v. Bodock 1347.
Böhl 1675.
Böhm vgl. Behm.
Böhmer vgl. Behm.
Boitin 517.
Bökel 1281, 1907.
Bökler 1111, 1516, 1705.
Bolte 591, 713, 1104, 1351, 1355. Boltzow 748.
Bomer 520.
Bopp 1372.
Bornhöved 1199.
Bossow 1616, 1781.
Böttcher 918, 1061, 1456, 1805.
Bowver 1703.
Brandt 590, 707, 1232, 1420, 1422, 1787.
Brange 1065.
Brasch 900.
Brauer vgl. Bruwer.
Braun 1423.
Breide 1369.
Bremer 534, 793, 1682.
Breslach 1396.
Brockmüller 656.
Bronnow 736.
Broy 722.
Brückner 1847.
v. Brügge 519.
Brüggemann 1184.
Brummer 749, 1426.
Brun 1903, 1929.
Brunstorp 582.
Bruwer 1088.
Buchholz 1044.
Bülow 529.
v. Bülow 933, 1146, 1147, 1225, 1226, 1227, 1465.
Bünger 1374.
Bunkenburg 1010.
Burmeister 641, 741, 1772.
Burtz 1288.
Busse 1701, 1764.
Butzke 652.
Bützow 619.
C alander 829.
Calenius vgl. Kahle.
v. Campen 1738.
Capito 1022, 1027, vgl. Haupt.
Carnatz 1472.
Casimir 1067.
Cato 1686.
Cellius 929, 985, 1542, 1603.
Chochen 717, vgl. Koch.
Christiani 1529.
Chytraeus 1566.
Cirkemann 512, vgl. Zirichmann.
Cirsow 694.
Clandrian 810, 835, 1556.
Cleopellus 961.
Clinth 1872.
Clodius 875.
Cnopperus vgl. Knupper.
Cnorke vgl. Knorke.
Cobabus 802, 1911.
Cocceji 896.
Cock vgl. Koch.
Coelius vgl. Cellius.
Colberg 592, 897, 1763.
Colmar 1142, 1143.
Conradi 1463, 1574.
Coquus 766, vgl. Koch.
Corvinus 973, 1245, 1555.
Cothmann 1096, 1325, 1326.
v. Cramon 1562, 1563.
Creinow 1053.
Creti 1320.
Crispus vgl. Kruse.
Crivitz 505 a.

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Crull 705, 1873, vgl. Krull.
Crusius vgl. Kruse.
Cruve (Gruve?) 1013.
Cunow 1075, vgl. Konow.
Custos vgl. Wächter.
Cygnaeus vgl. Schwaan.
D abelow 983, 1029, 1586.
Dahm 1260, 1711.
Dambeck 1590.
Damm 1321.
Daneke 1394.
Dannehl 940.
Dechatz vgl. Techatz.
Dedelow 730.
Deetke 639.
Deleke 507.
Densow 1773.
v. Dessin 518.
Dethloff 625.
Dettmer vgl. Dittmer.
Deutsch 1882, 1890.
v. Dewitz 574, 962.
Diergavv 1041.
Dieter 1577.
Dikow 608.
Dillies 735, 761.
Dinggrav 1041, 1690, 1700, 1867.
Dittmer 1119, 1666, 1854, 1883.
v. Divitz 516.
Dolgemann 560.
Dömelow 506.
Dorner 1909.
Dornkampf 1920.
Dosse 1428, 1683.
Dreckhof 1438.
Drenckhahn 1641.
Drendenburg vgl. Trendelenburg.
Drevestedt 1125, 1856.
Drögeheger 1100.
Druff 819.
Drühl 1095.
Dummer 948.
Duncker 1591.
Durjan 1425.
Düring 1218, 1658.
E bel 1171, 1172.
Eberhard 1078, 1724.
Eddelin 1702.
Eggebrecht 1828.
Eggers 1045, 1457, 1826, 1913.
Eisenberg 1952.
Eisleben vgl. Isleben.
Elers 663, 1126, 1448.
Empel 1252.
Engelberg 1875.
Engelken 878, 1012, 1155, 1442, 1541.
F aber 756, 1446, vgl. Schmidt.
Fabian 1495.
Fabricius 817, 879, 1377, 1482, 1521, 1545, 1621, 1816.
Fahrenheid 1362, 1794.
Fahrenholz 995.
Federmann 1338.
Fehrmann vgl. Vermann.
Feld vgl. Velth.
Ferber 941.
Feuerhake 959.
Fincke vgl. Vincke.
Fister 1757.
Flege 1459.
Flemming 944 a.
Flinth 1368.
v. Flotow 586, 932, 1535, 1536, 1657, 1782.
Fotsche 922.
Foysan vgl. Weisan.
Frahm vgl. Vram.
Franck 1209, 1392, 1553, 1620.
Fredeberg vgl. Vredeberg.
Freienstein 653.
Freise 1268.
Fricke 883.
Fridercinius 1009, 1169.
Friderici 700.
Friedberg vgl. Vredeberch.
Friese 1768.
Fuchs vgl. Vulpius, Voss.
Fuss vgl. Voth.
G ade 1589.
Galenbeck 1117, 1857.
Gallus vgl. Hane.
v. Gamm 732.
Gamm 1388.
Gantzow 1042, vgl. Kantzow.
Garchow 623, vgl. Jarchow.
Garlipp 786, 795, 1101, 1102.
Gartner 1399.
Geismar 1780.
Gentzkow vgl. Jentzschow.
v. Gentzkow 898, 899.
Georgi 958, 1166, 1255.
Gerber 1296, 1670.
Gerdes 1020, 1248, 1663, 1692.
Gerling 1358.
Gerstenberg 1513.
Gerth 605.
Gerwen 1670, 1730, 1731.
Gesenitz (Geseuitz?) 805.
Gessenius 1401.
v. Gesevitz 805.

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Getelds 1315.
Giese vgl. Gesenius.
Gieseke 919.
Gladow 527.
Glasow 1509.
Glieneke 655.
Glöde 548.
Gnoyen 572.
Göde 1681.
Gödeke 776.
Gödelmann 1524, 1544, 1630.
Goldenbage 702.
Goniaeus 1512, 1809.
Gottschalk 821, 1213, 1215, 1408.
Grammertin 1506.
Grantzin 1322, 1348.
Grantzow 1116.
Grapengiesser 1858.
Grass 1178, 1256, 1933.
Grassmann 1105.
Grawer 1488.
Grawert 532.
Greifhahn 971.
Grell 1520.
Gretemann 1267.
Gröning 1258.
Grosskopf 1405.
Groth 860, 1424.
Grunow 1034.
Gruwel 721, 728, 836.
Gülich, v. Gülicke 1940.
Günther 596.
Gusebier 1092.
Guthan 1732.
Gutzkow 1634.
Gutzmer 1802.
Gywersin 621.
H agemeister 1370, 1557, 1638, 1749.
Hagen 1662, 1684, 1937.
v. Hagen 1249, 1468, 1778, 1790, 1938.
v. Hahn 763, 1150, 1503, 1504.
Hake 759.
Haker 686, 1945.
Halbach 1286.
Hallin 833.
Halschacht 852.
Haltermann 1699.
Hammer 1771.
Hampe 745.
Hane 503, 986, 1202, 1275, 1320, 1726, 1784.
Hanneke 1269.
Hartmann 1185.
Hartwig 1026, 1106, 1810.
Haselberg 1316, 1353, 1786.
Haselulle 550.
Hasenkopp 535.
Hasse 1892.
Haupt vgl. Capito, Hövet.
v. Hausen 926.
Havemann 784, 1210, 1948.
v. d. Heide 521.
Heinemann 698.
Heiner 545.
Helmcke vgl. Helmig.
Helmig 611, 1649.
Helwig 867, 908.
Henning 972.
Henrici 1452, 1799.
Hermann 640, 1151.
v. Hervorden 769.
Hertel 988.
Hese 771.
Hesmias 1046.
Hethe 813.
Hildebrand 1170.
Hildes 1627.
Hilgendorf 1752.
Hill 1617.
Hincke 1561.
Hinckelmann 1551.
Hinne 1841.
Hintze 978, 1533.
v. Hobe 944 b.
Hoffmeister 1436.
Hoger 557.
v. Hoghe 683.
Holdorf 1930.
Hollin 1718.
Holste 881, 1154.
v. Holstein 871.
Holzhüter 905.
Holznagel 968.
Hoppe 602, 706, 727, 815? 910.
Hoppenstange 628.
Höppner 1223.
Hortelig 1818.
Hövet 531, vgl. Capito, Haupt. Huge 724.
Hundertmark 1183.
Husan 1510.
J abelmann 1697.
Jagenteuffel 1792, 1947.
Jäger 687.
Jarchow 1098, vgl. Garchow.
Jarmer 1737.
v. Jasmund 913, 1498, 1499.
Jentzschow 830.
Jesenitz oder Jesevitz vgl. Gesenitz.

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Jetze 1588.
v. Ilenfeldt 679, 816, 977, 1400, 1414.
Ilow 1796.
Jörck 1869.
Josquin 1547.
Isernmenger 1527.
Isleben 1221.
Jülich vgl. GÜlicke.
Jungklaus 1247.
Jüngling 615, 740, 746.
K adow 1283.
Kaffmeister 1751.
Kahle 976, 1201, 1239.
v. Kamptz 530, 846, 1738.
Kantzow 1188, 1332, vgl. Gantzow.
Karock 1091.
Karsten 584.
Kaven 1939.
Kellermann 1390.
Kemetzce 530.
Kentzler 738, 1124.
Kiesow 889, 895, 1057.
Kipping 1250, 1312.
Kirchberg 1761, 1899.
Kirchhoff 551, 774, 1365, 1644, 1795.
Kirchner 1800.
Kitsch 578.
Kladow vgl. Gladow.
Klee 689.
Klein 555.
v. Klenowv 1814.
Klevenow 1068, 1639.
Klingenberg 842.
Klockow 1014, 1829, 1830.
Klockzien 525.
Knappsack 1415.
Knebusch 831.
Knesebeck 1272.
Knoll 511.
Knop 1120, 1893.
Knorcke 1479.
Knospe 927.
Knövenagel 1145.
Knupper 1493, 1902.
Koch 651, 911, 1222, 1917, vgl. Kock, Chochen, Coquus, Magirus.
Kock vgl. Koch.
Kohlblatt 1083.
Köhne 1625.
Kolhoff 703.
Kolthoff 1877.
Költzow 1734, 1851.
König 1450, 1655.
Konow 884, vgl. Cunow.
Köpcke 1925.
Kopmann 667.
Köppe 1501, 1502, 1942.
Koppen 1475.
Kordes 654.
Koss 1429, 1462.
v. Kossebade 526, 1381.
Köster 567, 980, 1024, 1825, 1927, vgl. Neocorus.
Kowahl 1923.
Kraft 1363.
Kramer 1812.
Krapp 992.
Krauthof 1179, 1514, 1523, 1532.
Krause vgl. Kruse.
Krischow 1103.
Krisow 782.
Krudopp 1583.
Krüger 820, 904,1569, 1575, 1618, 1693.
Krull 690, 791, vgl. Crull.
Kruse 794, 874, 1048, 1177, 1284, 1327, 1409, 1679, 1912.
Kuhlmann 540.
Kulow 991, 1608.
Kuntze 1133.
Küster vgl. Köster.
Küter 914.
Kyll 661.
Kyp 538, 539.
L abes 888.
Lamprecht 1241.
Langclaus 1636.
Lange 536, 589.
Langenheck 1656.
Langenow 539 a.
Langern 1192.
Langhals 863.
Langpap 996.
Laurentius vgl. Lorenz.
Laurenberg 1054, 1266.
Laute 1063.
Laze 1168.
Leggeto 1688.
Lehmkow 1270.
Lemcke 616, 870.
Lemme vgl. Lemcke.
Leo 1919, vgl. Lowe.
Leomann 1000. 1031, 1585.
Leonisius vgl. Lönnies.
Leppin 554, 1685, 1722.
Lestemann 638.
Leumann vgl. Leomann.
Levenhagen 1175.

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Levetzow 662.
v. Levetzow 648, 1361.
Lichtenfeld 1505.
Lindemann 1264,1434, 1766, 1777.
Linsing 1310.
v. Linstow 1610, 1741.
v. d. Lippe 1295.
Lippermann 1628.
Lippold 1058.
Lobeck 1011.
Lobes 1330.
Loccenius 1715.
Lödau 808.
Lönnies 1755.
Lorenz 1186, 1444.
Loste 501.
Lowe 659, 767, vgl. Leo.
Löwenberg 664, 678.
v. Lowtzow vgl. v. Levetzow.
v. Lübberstorf 840, 841, 1071, 1418.
Lübbert 1480.
Lüdemann 571.
Lüders 1224, 1848.
Ludwig 1115, 1714.
v. d. Lühe 781, 931, 1135, 1136, 1220.
Lukow 1747.
Lupelow 869.
Lupulus 815, vgl. Hoppe.
Luschow 630, 1791, 1801, 1879.
Lütkemann 952, 1334.
Lüttich 946.
M aass 601, 951, 1870.
Magirus 1710, 1759, vgl. Koch.
Mai 1576.
Malchin 541.
Malchow 665.
Maltow 1360.
v. Maltzan 792, 936, 1412, 1413.
Mamerow 729.
Mancinus 1623.
v. Manteuffel 635, 1163, 1416, 1447.
v. Marin 637, 1382.
Marckmann 1926.
Marter 1159, 1160.
Masius vgl. Maass.
Mau 1607, 1846.
Mechiel 1579.
v. Mecklenburg 1441.
Mehlberg 578.
Meier 696, 1568.
Meincke 839.
Meine 945, 1062, 1090, 1793.
Meisterknecht 938.
Meyenn vgl. Meine.
Mellin 620.
Meltzer 1838.
Mencke vgl. Mancinus.
Mencknig 681.
Menius vgl. Meine.
Mesenberg 947.
Metzmacher 967.
Michaelis 944, 1515.
Mittendorf 570.
Mittelpfort 710.
Möller 814, 818, 894, 963, 1005, 1303, 1331, 1340, 1354, 1581, vgl. Mylius.
Molner 543.
Molnow 1497.
v. Moltke 1074, 1118, 1139, 1729.
Moltz 957.
Monich 1845.
v. Mörder 934.
v. Morin vgl. v. Marin.
Moritz 903.
Mowe vgl. Mau.
Muller vgl. Möller.
Mullinck 743.
Mumme 760.
Munderich 734, 1445.
v. Münster 1880, 1953.
Mylius 1028, vgl. Möller.
v. Mynsigt 1932.
N eander vgl. Neumann.
v. Negendank 1162, 1243.
Neocorus 1478, 1550, vgl. Köster.
Neostephanus vgl. Neukrantz.
v. Nessen 1918.
Nettelbladt 1491, 1817.
Neubacher 1908.
Neukrantz 1164, 1803, 1886.
Neumann 1833, vgl. Niemann.
Nicard 1950.
Nicolai 1373, 1379, 1558, 1564.
Niebuer 1411.
Niekrenz vgl. Neukrantz.
Niemann 562, 1323, vgl. Neumann.
Nolanus 902.
Norden 1633.
Noteberg 944 c.
Nötike 955.
O debrecht 1182.
Odewan 629.
Oemeken 1393, 1560.
Ohm 1537, 1897, 1898.
v. Oldenburg 1148.
Otdendorf 677.
Oldermann 1341.
Olearius 1190.

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Omichius vgl. Oemeken.
Ortmann 1386.
v. d. Osten 1783.
(v.) Osterwold 606.
Owmann 513.
P alme 1050, 1698.
Panzkow 1257.
Papke 671, 1233.
Paren 1853.
Paris 845, 987, 993, 994, 1217, 1819.
Parmann 790.
Pasewalk 775, 824.
Pauli 789, 1507, 1539, 1619, 1788.
v. Peccatel 798, 1085.
Peckow 1375.
Pegel 806, 1366.
Penschildt 535.
v. Pentz 579, 580, 1108.
Pentzlin 670.
Permien 1165.
Petran 1228.
Petri 765, 788, 1834.
Pflug 1602.
Pickel 1417.
Piesdorf 1211.
Pieseler 751.
Piper 660.
Piperites 979, 1476.
Pippow 1089, 1214, 1235, 1691, 1723.
Plagemann 733.
Plate 1406, 1427.
v. Plessen 943, 1132, 1154.
Plutzkow 916, 1023, 1237.
Pohlmann 1253, 1935, vgl. Puhlmann.
Poll 711.
Polzmann 870.
Pomarius 1076.
Pömler 1251, 1629.
Ponsow 930.
Pontanus vgl. Brückner.
Possehl 1070, 1865, 1895.
Praetorius 868, 917, 953, 1036, 1110, 1189, 1309, 1376, 1421, 1528, 1605, 1680, vgl. Richter, Schulze, Vogt.
Prange vgl. Brange.
Preeu 1015.
v. Preen 1432, 1500.
Prenger 1946.
Pretzel 1158.
Pretzmann 812.
Prillwitz 610.
v. Pritzbuer 1779.
Prott 1122, 1720.
Puhlmann 676, vgl. Pohlmann.
Q uake 1689, 1765.
Quart 552.
Quastenberg 731.
Quilitz 1484.
Quistorp 1291.
v. Quitzow 614.
R abe vgl. Corvinus.
Rachow 737.
Raddust 747.
Radeloff 624, 626, 704, 880, 891.
Rademer 549.
Radt 632.
Rahne 1744.
Randow 1696, 1753, 1921.
Ranitz 1180.
Radenich 1811.
Rathke vgl. Ratich.
Ratich 989, 1522, 1664.
Rau 1473.
v. Raven 1038.
Ravoth 708.
Redeloff vgl. Radeloff.
Reetz vgl. Rhetius.
Rehberg 680.
Reimer 909, 966, 1123, 1367, 1440.
Reincke 809, 981.
Reiner 800, 1383, 1437.
Reines 804.
Remlin 622.
Reper 657, vgl. Röper.
Reppenhagen 1072, 1086.
Reppentin 1631.
Ressdorf 556.
v. Restort 998, 1244.
Reutz 1080, 1554, 1687, 1839.
v. Reventlow 1039.
Rhetius 1033.
Ribow 801, 1003.
Richter 1871, vgl. Praetorius.
v. Rieben 822, 1359.
Rieck 573, 607, 1750, 1901.
Riefstahl 598, 1613.
Riemann 1606.
Ringewol 1706.
Rinkwicht 1203.
Röchlin 1236.
Roddass vgl. Raddust.
Rogel 1852.
Rohde 1152, 1349.
Rohr 617.
Roitz vgl. Reutz.
Roloff vgl. Radeloff.

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Römhild vgl. Rumheld.
Rönckendorf 1552.
Roofsack 1654.
Röpcke 1813.
Röper 1263, vgl. Reper.
Rosensky 1797.
Ross 1302.
Rossow 921, 990, 1517.
Rostke 956, 964, 1815.
Rostock vgl. Rostke.
v. Rotem 647.
Rotermuud 643.
Rötger 568.
Rubel 1278.
Rudolphi 975, 1380.
Ruhle 1653.
Rülow 529, 859.
Rumheld 1087.
Rumpf 1894, 1922.
Rumpshagen 1518, 1534.
Runge 1391, 1868.
Rust 685, 688, 697, 780.
S adewasser 964 a.
Sagittarius vgl. Schütz.
Salfeld 585.
Salige 1378.
Sandmann 1928.
Sandow 1282.
v. Sanitz 1565.
Sartorius 1387, vgl. Schröder.
Sass 600, 1238, 1419, 1487.
Sauer vgl. Suer.
Sauermann 823.
Schacht 785, 924, 1567, 1570.
Scharffenberg 838.
Scharzow 537.
Schele 1059, 1121, 1477, 1758.
Scheffel 1037, 1944.
Scheffer 1713.
Scheller 1949.
Schepel vgl. Schenel
Scherbeck 1728.
Schermer 547, 1716.
v. Schinkel 533.
Schirlenzky 1435.
Schirrmeister 1079, 1466, 1467, 1637.
Schlaf 1807.
Schlede 1458, 1530, 1531, 1884, 1916.
Schlick 1481.
Schliker 1016, 1056, 1652.
Schlorff 1601, 1807, 1874.
Schlotow 1049.
Schlüsselburg 1548, 1863.
Schlutow 1719.
v. Schmecker 1740.
Schmedecke 1748.
Schmidt 563, 564, 569, 576, 633, 718, 777, 779, 783, 1301, 1626, vgl. Faber, Fabricius.
Schmolde 1742.
Schnakenburg 588.
Schnittler 1318.
Schollin 634.
Schönemann vgl. Calander.
v. Schönfeldt 515.
Schreiber 1410.
Schröder 650, 668, 720, 844, 850, 861, 887, 907, 949, 1198, 1611, 1708, vgl Sartorius.
Schrundt 1905.
Schuckmann 1289, 1292, 1293, 1294.
Schultetus, Schultz 753, 915, 1094, 1156, 1240, 1242, 1346, 1647, vgl. Praetorius.
Schumacher 636, 1385, 1900.
Schumann 890, 1665.
Schummer 1860.
Schünemann 893.
Schuting 522.
Schütte, Schütz 644, 1229, 1449, 1604, 1612, 1709, 1735, 1861.
Schwaan 1596.
Schwager 1470.
Schwandt 853, 1578.
Schwarz 719, 1290.
Schwarzkopf 1328.
Schwede 1259.
Schweetsmann 752.
Schwichtenberg 787, 1443.
Schwiegel 1651.
Seedorf 1191.
Seehaus 1776.
Seger 631, 1774.
v. Segern 1650.
Semelin 836.
Senst 1306, 1344, 1471, 1712, 1721, 1914.
Settegast 1889.
Severin 1823.
Sibrand 1492, 1881.
Siegfried 566.
Sievert 1261.
Sihde 1836.
Silow 856.
Simonis 603, 1609, 1769, 1843, 1904.
Sledanus vgl. Schlede,

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de Snekis 726.
Sohst 673.
v. Sommerfeld 1300.
Sommerke 692.
Sowe 999.
Spalckhaver 849, 1635.
Sparwart 1934.
Spengler 1674.
Sperber 982.
Spiegelberg 1018, 1271, 1336.
Spulendreier 642.
v. Staffeld 847, 848, 974, 1017, 1051, 1052, 1430, 1599.
Stahl 1077.
Stalkoper 504.
Stalmeister 1138.
Stamer 1113.
Stammann 508.
Stammel 502.
Stanger 645.
Statz 1040, 1622, 1840, 1878.
Stavemann 583.
Stavenow 1128.
Stavet 559.
Stechow 575.
Stegemann 885.
Steigeresch 1097.
Stein 1200, 1311, 1936.
Steinhof 546.
Stellmann 1866.
v. Stemann 1887.
v. Stemmen 1887.
Sternbeck 1915.
Sternberg 866, 1064, 1736.
Sternhagen 1342.
Stintmann 1659, 1660, 1672.
Stobaeus vgl. Stubbe.
Stoll 1212.
Stollach 1754.
Stöppig 1806.
v. Stralendorff 1395, 1746.
Strele 1276.
Streve 1433.
Strich 1032, 1642.
Striegel 1208.
Strutzenberg 811.
Strüwing 674.
Stubbe 1668, 1943.
Stückmann 715.
Stüdemann 1931.
Sturm 1760.
Sturtz 1153, 1231, 1287.
Stuver 597.
Suantenius vgl. Schwandt.
Suasius 1600.
Suderow 1594.
Suer 627.
Sukow 500, 666, 709.
Sultemann 1789.
Süssesang 1161.
T addel 1727, 1924.
Tancke 1004, 1335, 1626, 1694, 1891.
Tange 714.
Tarnow 1305.
Techatz 758, 969, 1461, 1614, 1669.
Temann 773.
Tesch 613, 1234, 1645.
Teschendorf 886.
Theetz 832, 1431, 1538.
Thegel 797.
Theodor (ob Diederich?) 1677.
Thode 1333.
Thorwächter 1798.
Thuringus vgl. Düring.
Tiburtius 864.
Tiede 505, 725, 744, 1114, 1339.
Tiedemann 1246.
Tielke 1941.
Tile 1109, 1339.
Timm 757.
Timmermann 877.
Toppe vgl. Tubbe.
Tornow 612.
Trebbow 701, 1176.
Trebel 723.
Trendelenburg 593, 695, 712, 1508, 1821.
Treptow 524.
Tretow 1025.
Treymann 1486.
Trill 843.
Troye 937.
Tubbe 754, 1112, 1131, 1187, 1762, 1775.
Tucks 1254.
Tunder 1582, 1615.
U lrich 1277, 1678.
Utesch 675.
V alcher 1910.
Varenheid vgl. Fahrenheid.
Vatke 803, 1207.
Velth 858.
Vermann 649.
Vestest 1485.
Vick 1695.
Vieregge 514.
v. Vieregge 1149, 1453.
Vincke 855.
Vlotow vgl. Flotow.

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Vogelmann 1820.
Vogler 954.
Vogt 691, 1844, vgl. Praetorius.
Volkmar 1831.
Volkwich 1511.
Voss 857, vgl. Vulpius.
v. Voss 1230.
Voth 553.
Voysan vgl. Weisan.
Vram 561.
Vredeberg 510.
Vressel 684.
Vrigensten vgl. Freienstein.
Vrilde 682.
Vulpius 1030, 1593, vgl. Voss.
W ächter 862.
v. Wackerbart 942.
Wackerow 1767.
Wagenschütte 707.
Wahl 1134.
Walsleben 1667.
Waltberg 1739.
Walter 1313, 1352, 1584, 1756.
Wangelin 1356.
v. Wangelin 1019, 1021, 1597.
Wankelmuth 1439.
Warbeck 935.
v. Warburg 1661.
Warmann 523.
Warncke 925, 1073, 1407, 1519.
v. Warnstedt 1329.
Wasmund 851, 960, 1093, 1280, 1598.
Wasnuth vgl. Wasmund.
Wedemann 1832.
Wedige 1808, 1896.
Wedow 1483.
Wegner 528, 742, 984, 1279, 1297.
Weiger 1069.
Weinholz 762.
Weisan 1707.
Welberg 739.
Wendel 1195.
Wendin 1559.
Wendland 1371.
Werden 1648.
Werth 577.
Wesemann 764.
Wessel 1364.
Westphal 1001, 1047, 1055, 1099, 1384, 1587, 1592, 1673, 1745, 1770, 1850, 1885.
Wevetzer 658.
Wichmann 1129.
Wick 1695.
v. d. Wiede 1717.
Wiencke 1181, 1397, 1906.
Wiese 837.
Wiland 1043.
Wilcke 928, 1196, 1304, 1319, 1324.
Wilde 854, 912.
Wildshusen 1571.
Wilhelmi 1676.
Willebrand 1743, 1785.
Willich vgl. Wilcke.
Windelband 1174.
Wingder 1580.
Winkler vgl. Goniaeus.
Winne 581, 770.
v. Winterfeld 1141.
Witte 693, 965, 1398, 1646, 1827.
Wittling 796, 970.
Wittmütz 1197.
Wolder 1107, 1496.
Wogeler vgl. Vogler.
Wolff 669, 750, 807, 1859.
Wrede 1543.
Wrilde vgl. Vrilde.
Wulweke 815.
Wüstenberg 901, 950.
Z alfeld vgl. Salfeld.
Zander 768, 876.
Zarncke 873, 1002.
Zeger vgl. Seger.
v. Zeplien 1137.
Zimmer 1862.
Zimmermann vgl. Timmermann.
Zirichmann 1546, vgl. Cirkemann.
Zitzow 1357.
Zukow vgl. Suckow.
v. Zülow 646.

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VII.

Das Bisthum Schwerin

in der evangelischen Zeit.

Vom

Archivar Dr. Fr. Schildt.

II. Theil.


II. Die innere Geschichte des Bisthums.

[Fortsetzung zu Jahrbuch XLVII, S. 146 ff.]

W as unter innerer Geschichte eines Landes verstanden werden kann, scheint zwar an sich nicht zweifelhaft zu sein; doch mag hier im Interesse der Vollständigkeit und Deutlichkeit vorweg bemerkt werden, welche Grenzen der Verfasser sich bei der Behandlung dieses Abschnittes gesteckt hat.

Es sollen in den vorliegenden Zeilen alle Verhältnisse des Stiftes Schwerin an und für sich berücksichtigt werden, dagegen alle Beziehungen desselben zu ändern Staaten ausgeschlossen sein. Somit werden unter diesen Abschnitt das Verhältniß des Stiftes zu den benachbarten meklenburgischen Herzogthümern und das zum deutschen Reich nicht gehören. Freilich giebt es Ereignisse, die sowohl die innere wie die äußere Geschichte berühren. Da diese doch nur an einer Stelle Platz finden können, so wird man dem Verfasser einige Freiheit bei Vertheilung des Stoffes einräumen müssen.

Kurz gesagt, soll also in diesem Theil der Geschichte des protestantischen Bisthums eine Darstellung von der Verfassung des Landes, von seinen einzelnen Behörden und

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Instituten und von deren Wirksamkeit für sich und in Beziehung zu einander gegeben werden.

Wenn auf diese Weise der materielle Umfang dieses Capitels festgestellt ist, so bleibt noch die Frage der Zeit offen. Der Schluß der Periode ist zwar ein gegebener, da mit dem westfälischen Frieden das Bisthum definitiv zu existiren aufhörte; anders ist es aber mit dem Anfang. Denn die Frage: Seit wann war das Bischum Schwerin protestantisch? ist nicht kurzer Hand zu beantworten, da die Reformation der Kirche sich erst nach und nach vollzog. Indessen ist unbestreitbar, daß ganz Meklenburg um 1550 vorwiegend lutherisch war, und gerade das Jahr 1550 eignet sich insofern vorzüglich zum Beginn dieser Darstellung, als in diesem Jahre das Stift in der Person des Herzogs Ulrich von Meklenburg einen neuen Regenten erhielt. Hier setzen wir daher mit unserer Erzählung ein. Daß wir nicht zu spät beginnen, glauben wir behaupten zu können. Denn der Vorgänger Ulrichs, Herzog Magnus, war noch den hergebrachten Gebräuchen gemäß als ein katholischer Bischof eingeführt. Wohl war er, als er in seinen mündigen Jahren das Stift selbst regierte, ein entschiedener Anhänger der Lehre Luthers; aber seine ganze Zeit schon, wenn auch nur vorwiegend, eine protestantische zu nennen, ist man sicher nicht berechtigt. Hatte doch selbst Ulrich in den ersten Jahren seiner Stiftsregierung noch mit einzelnen katholischen Ueberresten zu kämpfen!

Während der so begrenzten Zeit, 1550 bis 1648, war die Verfassung des Stiftes denen rein weltlicher Herrschaften bis auf geringe Ausnahmen conform. An der Spitze desselben stand als nicht unumschränkter Herrscher der Bischof oder, wie später der Ausdruck vorwaltete, der Administrator. Beschränkt war die Gewalt des Administrators zunächst auf geistlichem und weltlichem Gebiet durch das Domcapitel, dann vorzugsweise auf weltlichem Gebiet durch die Stiftsritter und die Magistrate der Stiftsstädte, welche mit den Domherren die Stände des Stiftes bildeten. Zur Ausübung der landesherrlichen Befugnisse fungirten die Stiftsbeamten; aber auch Capitel und Ritterschaft hatten zur Ausübung ihrer ständischen Rechte und Pflichten Beamte im Solde. Diesen regierenden Gewalten standen die Unterthanen gegenüber, welche sich nach ihren directen Herren wieder in mehrere Gruppen sondern. Eine singuläre Stellung von größerer Selbständigkeit nahm endlich das Kloster Rühn ein. Darnach ergiebt sich die Eintheilung des vor=

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liegenden Abschnittes von selbst. Es werden nach einander behandelt werden müssen die Bischöfe, das Capitel, die Ritterschaft, die Städte, die Beamten, die Unterthanen und das Kloster Rühn.

A. Die Administratoren.

Es ist nicht die Absicht des Verfassers, zuerst eine Auseinandersetzung von der Stellung der früheren katholischen Bischöfe unseres Stiftes zu geben, um demnächst zu zeigen, wie weit die späteren protestantischen Administratoren sich von ihren Vorgängern unterschieden. Nur soviel mag angedeutet werden, daß mit Einführung der Reformation die Macht des Stiftsoberhauptes sich, mit Ausnahme des Canzellariats an der Universität Rostock, nicht mehr über die Grenzen des eigenen Landes erstreckte. Die Befugnisse, welche früher der Bischof in der ganzen Diöcese hatte, gingen in der protestantischen Zeit auf die einzelnen Landesherren über, da jeder protestantische Fürst in seinem Lande selbst Oberbischof wurde. Es dürfte für unsere Zwecke genügen, wenn nur das Amt der Administratoren möglichst genau geschildert wird. Aber auch nicht eine zusammenfassende Beschreibung soll gegeben werden, sondern wir wollen versuchen durch die geschichtlichen Ereignisse selbst die Stellung der letzten Beherrscher des Stiftes klar zu legen.

Zu dem Zwecke eignen sich nun vor Allem die Verhandlungen bei der Wahl der Bischöfe, indem durch diese deren Wirkungskreis, deren Rechte und Pflichten festgesetzt wurden. Mit den Wahlverhandlungen haben wir uns also hier in erster Linie zu beschäftigen.

Das durch die Wahl geschaffene Verhältniß war aber nicht in allen Fällen unwandelbar, sondern wurde, wie wir später sehen werden, durch die Persönlichkeiten der Administratoren selbst und durch äußere Gewalten, als da sind die Stiftsstände und geschichtliche Ereignisse, häufig geändert.

Die Zahl der Administratoren, welche in der Zeit von 1550-1648 das Stift regierten, ist nicht groß; es sind deren nur 4, nämlich 1) der meklenburgische Herzog Ulrich, hier Ulrich I. zu nennen, 2) dessen Enkel, der dänische Prinz Ulrich (II.), 3) der dänische Prinz Ulrich (III.) und 4) der meklenburgische Herzog Adolf Friedrich. Der zwar durch die Wahl zum Administrator bestimmte, aber nicht zur Regierung gelangte meklenburgische Prinz Christian wird mit seinem Vater Adolf Friedrich zugleich berücksichtigt werden,

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und der Usurpator Wallenstein, welcher wie in den meklenburgischen Herzogthümern auch eine Zeit lang im Stifte Schwerin herrschte, dürfte, wie die kurze Herrschaft der Schweden, passender Platz in der äußern Geschichte finden.

Ulrich I.

Noch ehe der Bischof Herzog Magnus gestorben war, versuchten dessen Vettern, die Söhne Herzog Albrechts VII. von Meklenburg, das Stift für sich zu gewinnen. Nach den Erbverträgen ihres Vaters und dessen Bruders Herzog Heinrichs V. sollten nämlich alle ihre Erben gleichen Theil an den heimgefallenen geistlichen Stiftern in Meklenburg haben, und das Bisthum Schwerin sahen die jungen Herzoge aus dem Grunde schon für heimgefallen an, weil Bischof Magnus "wider die Vorschriften der Kirche und die Reichsgesetze" seit 1543 im Ehestande lebte. Er habe ohnehin, meinten sie, lange genug, "um die zweinzigk jahren", das Stift besessen. Der älteste der Brüder, Herzog Johann Albrecht, wandte sich daher an den Kaiser und erreichte auch, daß derselbe von Magnus forderte, daß er nicht nur das Stift abtreten, sondern sich auch wegen seiner Einkünfte als Bischof während der Zeit seiner Ehe mit seinen Vettern abfinden sollte. Dem Capitel schrieb der Kaiser, man möchte nun einen andern Bischof wählen, bei der Wahl in erster Linie den Herzog Johann Albrecht berücksichtigen und erst, wenn dieser verzichte, dessen Bruder (Ulrich?) wählen, "der treuen Dienste halben, welche deren Vater, weiland Herzog Albrecht, und auch die jungen Herzoge dem Reiche vielfältig geleistet". Indessen kam es bei Lebzeiten des Bischofs Magnus zur Neuwahl noch nicht.

Als Magnus aber am Dienstag post conversionem S. Pauli, d. i. am 28. Januar 1 ), 1550 gegen 8 Uhr Abends gestorben war, mußte auch das Domcapitel auf eine Neuwahl Bedacht nehmen, da dieselbe nach den Statuten innerhalb 4 Wochen, also bis zum 25. Februar Abends 8 Uhr, vollzogen sein sollte.

Daher durften auch die Bewerber um das Bisthum nicht mehr säumen. Johann Albrecht leistete Verzicht, vielleicht, weil er im Herzogthum Meklenburg=Güstrow seit 1547 regierte


1) Franck, A. und N. M. giebt als Todestag den 29. Januar nach der Inschrift auf dem Monument in Schwerin an.
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und darum seinem jüngeren Bruder Ulrich, für dessen Wahl auch der Oheim Heinrich war, die Herrschaft im Stift gönnen durfte; wahrscheinlich aber nur gegen das Versprechen, daß er noch weitere 10 Jahre in Güstrow die Regierung allein führen sollte. Genug, die Herzoge Heinrich und Ulrich schickten ihre Räthe, und Johann Albrecht einen Brief zur Empfehlung Ulrichs, an das Capitel, welches am 18. Februar in loco capitulari zu Schwerin diese Bewerbung entgegennahm. Eine entschiedene Antwort gab man indessen noch nicht, da der Dekan von Pentz, welcher der "Mundmann" des Capitels genannt wird, wegen Krankheit nicht zugegen war; aber man versicherte doch im Allgemeinen, "daß einem der meklenburgischen Herzoge die Election zum Bischof nicht sollte abgeschlagen sein". Aus der Fassung dieser Antwort geht hervor, daß Ulrich nicht der einzige meklenburgische Herzog war, der sich bewarb. Wir werden später noch sehen, daß sein Bruder Georg, um 1 Jahr jünger als Ulrich und 22 Jahre alt, ihm auf das Entschiedenste Concurrenz machte. Vielleicht, um Georg zuvorzukommen, vielleicht auch, um die Wahl in der statutarisch bestimmten Frist vollzogen zu sehen, drängten die Herzoge Heinrich und Ulrich die Capitularen zur Abhaltung der Wahlversammlung. Man bestimmte dem Capitel sogar den Wahltag und die Stunde des Zusammentritts, nämlich 8 Uhr Morgens am 28. Februar, und bemerkte, daß dann auch die herzoglichen Räthe sich bei den Capitularen einfinden würden. Doch so sehr beeilten die Domherren sich nicht. Erst am 2. März versammelten sich die residirenden Canoniker im Capitelshause zu Schwerin in Gegenwart der beiden vicarii perpetui Konrad Krassow und Johann Diekmann und beschlossen die Wahl "wegen der Lutherschen Unruhen" bald vorzunehmen. Als Termin wurde dann der 22. März bestimmt, zu welchem auch die abwesenden (nicht residirenden) Domherren nach Schwerin zu kommen schriftlich geladen wurden. Doch unterdessen drang Herzog Georg mit einem Heer in das Stift ein, um gewaltsam seine Bewerbung durchzusetzen, da es ihm auf andere Weise nicht zu gelingen schien. Das Capitel floh daher von Schwerin nach Wismar und hielt dort am 18. März einen Convent, in welchem bestimmt wurde, daß die Wahl der Gefahren wegen, die zu Schwerin drohten, im Kloster der Prediger=Brüder zu Wismar stattfinden sollte. Das geschah denn auch. Am 22. März waren der Propst Dr. Joh. von Lützow, der Dekan Henning von Pentz, der Senior Petrus Conradi und die Domherren Paulus Gronemann, Nicolaus Köpke und Lorenz von Schack

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in der Kirche dieses Klosters versammelt 1 ). Nach Celebrirung der solennis missa Spiritus antiquo more catholico et latino begannen die von Pentz geleiteten Verhandlungen, in welchen weiter nichts abgemacht wurde, als daß der Wahltag auf den Montag nach Judica, 24. März verschoben sein, und daß als Notare für den Wahlact auf den Vorschlag Pentzens die discreti domini Siegfried Bundt, Priester zu Utrecht, und der Vicar Andreas Bekerer (aus Schwerin) fungiren sollten. Aber auch am 24. März kam man zur Wahl noch nicht, denn es fehlten von den Wählern zu viele. Man begnügte sich denn damit, auf die Abwesenden weidlich zu schelten, und verlegte die Wahl auf den 26. März. Dann sollte sie aber auf alle Fälle stattfinden, auch wenn einige Mitglieder des Capitels abwesend seien.

An dem bestimmten Tage versammelte man sich schon sehr früh im Kloster der Prediger=Brüder. Es erschienen: Propst von Lützow, Dekan von Pentz, Senior Conradi und die Canoniker Gronemann, Petri und von Schack. Letzterer hatte Vollmacht, auch für den nach Schwerin verreisten Köpke zu stimmen. Conradi führte das Wort; er schalt die Abwesenden, die mit Hintansetzung ihrer Pflichten die Wahl vernachlässigten, und erklärte dann, daß drei Arten der Wahl möglich seien: das scrutinium, die via compromissi und die inspiratio. Als er nun fragte, ob man das scrutimum wünsche, antworteten alle: placet. Nun wählte man zu Serutatoren den Propst, den Dekan und den Senior. Nachdem dies geschehen, forderte man die nicht zur Wahl berechtigten Anwesenden auf sich zu entfernen, und dann begann die eigentliche Wahl, welche der Reihe nach von allen anwesenden Capitularen vollzogen wurde 2 ). Der Notar verzeichnete sofort die Stimmen, welche das günstige Resultat ergaben, daß Herzog Ulrich einstimmig gewählt war.

Zur feierlichen Verkündigung des Ergebnisses wurde wieder Conradi aufgefordert. Derselbe holte dann sein Concept,


1) Außerdem waren noch zugegen "vocati ad hoc": Joachim Tidtken, Canonicus und Johann Petri, Vicarius, beide zu Havelberg. Auch der Schweriner Senior Conradi war zu Havelberg Domherr, und zwar Dekan.
2) Die Wahl von Ulrichs Vorgänger Herzog Magnus geschah so: Als die drei Serutatoren ernannt waren, erhoben sie sich von ihren Sitzen und gingen in eine Ecke des Zimmers. Hier gaben sie zuerst die eignen Vota ab, welche je zwei dem dritten abnahmen. Dann sammelten alle drei die Vota der übrigen Wähler der Reihe nach "secrete et sigil. latim coram notariis". Darauf wurden die Stimmzettel geöffnet, die Namen getreu aufgeschrieben, und endlich dieselben verlesen.
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in lateinischer Sprache geschrieben, hervor und erklärte im Namen Gottes und der Heiligen, daß Herzog Ulrich von Meklenburg u. s. w. "in ioco pro actu electionis seu postulationis legitime deputato" zum Bischof gewählt sei mit der Bedingung, "quatenus sese ad sacros ordines promoueri et iisdem insigniri procurauerit et consueta capitula et articulos ecclesie Suerinensis subscripserit et obseruare promiserit, necnon suo sigillo vna cum illustribus ducibus Hinrico patruo suo et fratribus suis ducibus Magnopolensibus sigillauerit, et non alias neque alio modo, alioquin jus de nouo eligendi seu postulandi venerabili capitulo Suerinensi salum et illesum maneat, de quo nomine, quo supra, publice et expresse protestor."

Bei der Mittheilung über das Wahlergebniß wurde Ulrich die Antwort, welche er dem Capitel geben sollte, vorgeschrieben; er sollte nämlich erklären, daß er weder zustimme noch widerspreche, sondern sich demüthig der Verfügung, der Gnade und dem Willen des Papstes unterwerfe. Das Capitel dachte also noch nicht daran, mit Rom zu brechen. Ulrich wird jedenfalls eine befriedigende Erklärung abgegeben haben; denn schon am nächsten Tage nach der Wahl wurde er vom Bischof Magnus Haraldson von Scara in Schweden, der gerade der Zeit in Wismar war 1 ), im Kloster der Dominikaner daselbst "ad omnes minores ordines unter Mitwirkung der Gnade des siebenförmigen Geistes" rite promovirt.

Dem Capitel lag nun vor Allem zweierlei am Herzen: die Bestätigung der Wahl durch den Papst und die Vereinbarung einer Wahlcapitulation mit dem Postulatus. Da aber nicht zu erwarten stand, daß die päpstliche Confirmation bald erlangt würde, und da bei der damaligen Unsicherheit aller geistlichen Stifter 2 ) das Bisthum unmöglich lange ohne eine sichere Leitung bleiben konnte, so übertrug man zunächst dem Herzog Ulrich interimistisch die Verwaltung des Stiftes. Unter der Bedingung, daß auf den beiden Stiftsschlössern Bützow und Warin neben dem Herzog je ein Domherr oder eine andere vom Capitel bestimmte Persönlichkeit residiren und dort nebst Dienern und Pferden verpflegt werde, übergab eine Deputation der Capitularen, bestehend aus dem Propst


1) Magnus Haraldson, letzter katholischer Bischof von Scara, floh bei Einführung der Reformation und soll im Exil zu Bützow gestorben und daselbst begraben sein. Handschriftliche Mittheilung an Lisch.
2) Außerdem drohte dem Stift noch immer Gefahr von Seiten Herzog Georgs.
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von Lützow, dem Dekan von Pentz und dem Domherrn von Schack, am 2. April 1550 dem Postulatus, "als einem Conservator, Schützer und Beschirmer, damit das Stift in keine Gefahr und Schaden gestellt werde", die Schlüssel zu den Schlössern und Städten Bützow und Warin 1 ).

Wie aber verhielt sich der Mitbewerber Ulrichs, dessen Bruder Herzog Georg, den oben erzählten Thatsachen gegenüber? In dem Charakter dieses kühnen, ritterlichen Prinzen lag es nicht, unthätig zuzuschauen, wo durch rasches Handeln möglicher Weise allein Befriedigung seiner Wünsche zu erlangen war. Darum fügte er sich auch nicht ohne Weiteres, als er sah, daß die Herrschaft im Stift an seinen Gegner gegeben werden sollte. Schon Anfangs März hatte Georg ein Heer in und um Rühn versammelt. Sein Bruder Ulrich suchte zwar auf friedlichem Wege sich mit ihm zu verständigen, aber er erreichte nichts, obgleich Georg in einer Unterredung zu Neukloster "freundliche Zusage gethan hatte". Auch die Vorstellungen von Seiten der Herzoge Heinrich und Johann Albrecht wirkten auf Georg nicht versöhnend, da er glaubte, der Abzug aus dem Stifte würde ihm "ganz schimpflich" sein. Uebrigens erklärte er sich zu einer Unterhandlung bereit, der er in eigner Person beiwohnen wollte; ja er bat sogar am 11. März Herzog Heinrich, er möchte nur Zeit und Ort der Zusammenkunft bestimmen. Heinrich lud ihn denn am 12. März auf den 13. nach Güstrow, wohin auch Ulrich kommen sollte. Zugleich tadelte der Oheim den Neffen, daß er "ungewarnter Sachen, ohne einige Wahrschuend fremdes Volk ins Land geführt, welches sich thätlichs Fürnehmen unterstanden".

Rechter Ernst kann es aber Georg mit seinem Anerbieten nicht gewesen sein; denn an demselben Tage, wo er sich zur friedlichen Unterhandlung bereit erklärte, forderte er die Stiftsritter auf, sich sofort am folgenden Tage "mit Harnisch und Rüstung, mit Pferden und Knechten" zu ihm nach Rühn zu begeben, da ihm "merkliche Sachen und Obliegen vorgefallen" seien, und suchte zugleich die Stadt Bützow durch einen fürchterlichen Drohbrief zur Uebergabe zu bewegen. Der Rath von Bützow schickte den Brief Georgs eiligst an Herzog Heinrich und bat um schleunige Hülfe, da sonst die Bürger die Stadt an Georg übergeben würden. Am 13. wiederholte und verstärkte Georg die Drohungen. Wenn man


1) Ueber die Uebergabe liegt ein vom Capitelssyndicus Finx beglaubigtes Dokument vor.
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ihm die Thore der Stadt nicht öffnete, schrieb er, so würde er Gewalt gebrauchen und die Stadt so feindlich behandeln müssen, "daß kein Haus beim andern soll bestehen bleiben, und das Kind in der Wiege die Gefahr des Todes stehen". Daß ein Handstreich gegen Bützow unternommen wurde, steht fest; aber gelungen ist er nicht, denn aus einem Briefe des Herzogs Franz von Sachsen=Lauenburg erfahren wir, daß Georg "Bützow mit etlichen aufzugeben (!) beschickt und darnach selbst mit Reutern und etlichen Knechten daran gewesen, aber nichts Fruchtbarliches ausgerichtet". Dieser Brief von Herzog Franz war eine Antwort auf ein jetzt nicht mehr vorhandenes Schreiben Georgs, in welchem derselbe um Zusendung von Kriegsmannschaft bat, die Herzog Franz am 18. März nicht bloß bereitwillig zusagte, sondern auch bald darauf schickte.

Aber auch die Gegenpartei blieb nicht unthätig. Die Herzoge Heinrich und Ulrich befahlen unterm 13. März, "da der Herzog von Sachsen=Lauenburg ohne Anzeige etliche Reuter und Knechte ins Fürstenthum geschickt, die sich um Bützow ins Kloster Rühn begeben und die armen Jungfrauen und andere arme Leute daselbst überfallen und das Ihre verzehren und sich täglich stärken", dem Adel des Landes sich zum Sonntag, den 23., mit Knechten und Pferden (jeder Ritter sollte 2 Knechte und 3 Pferde mitbringen) nach Güstrow zu begeben, weil man dem feindlichen Ueberfall Georgs mit gewaffneter Macht begegnen wollte. Ebenfalls verlangten die beiden Herzoge von der Stadt Rostock, "eine Anzahl Hakenschützen mit halben Haken, Pulver und Loch in Eile bereit zu halten, weil der ausgekündete, hochverpönte Landfrieden gebrochen". Die Rostocker Hakenschützen sollten bei Schwan von fürstlichen Befehlshabern in Empfang genommen und dann nach Bützow geführt werden. Aber jedenfalls gehorchte Rostock diesem Befehl nicht; denn auch Georg hatte die Stadt um Hülfe ersucht, und man wagte nicht eine entschiedene Stellung in diesem Streite zu nehmen. Daher hatten die Rostocker Georg unterm 20. März geantwortet, daß sie auch ihn als ihren Fürsten anerkenneten, dem sie eidlich verpflichtet wären. An Herzog Heinrich sandten sie einige Rathsherren nach Güstrow, um Verschonung zu bitten, aber Heinrich bestand auf seiner Forderung. Die Stadt kam deshalb wohl in eine unbequeme Lage; aber sie wußte sich doch noch zu helfen, indem sie vorerst nur das Versprechen gab, dann auch Hülfe zu leisten, wenn es die gemeine Landschaft ebenfalls thun würde. Die Stiftsritter=

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schaft war vollends in den Händen Georgs und konnte nicht einmal Partei für Ulrich ergreifen.

Während dessen wurden die Vergleichsverhandlungen ununterbrochen fortgeführt. Nachdem die Herzoge Heinrich und Johann Albrecht gemeinschaftlich sich an Franz von Lauenburg gewandt und demselben sein Unrecht vorgehalten hatten, daß er dem Herzog Georg "Hauptleute, Räthe, Hofdiener und Unterthanen" geschickt habe zum Ueberfall friedlicher meklenburgischer Unterthanen, scheint Franz sich doch mehr von Georg abgewandt zu haben. Außerdem änderte die zur Thatsache gewordene Wahl Ulrichs nicht wenig die ganze Sachlage. Als daher nun auch Markgraf Johann von Brandenburg Georg zum Vertrage aufforderte, und ebenfalls der Herzog von Pommern=Stettin sich für den Frieden bemühte, wurde auch Georg nachgiebiger und ging auf einen Vergleich ein. In Folge dessen kam am 3. April zu Schwerin ein Vertrag zu Stande, welcher mit der Stiftsangelegenheit die ganze Erbfolge in den meklenburgischen Landen ordnete. In Betreff des Stifts bestimmte dieser Schweriner Vertrag, daß Herzog Georg seine Ansprüche, zu welchen er "vermöge erlangter Begnadigung von der röm. kais. Majestät und päpstlichen Confirmation auch berechtigt zu sein verhofft", auf dem Wege Rechtes geltend machen sollte. Was bisher geschehen, solle "zu Grunde vertragen, entschieden und vergessen sein". Unterzeichnet wurde der Vertrag vom Markgrafen Johann, von den meklenburgischen Herzogen Heinrich, Johann Albrecht, Ulrich und Georg und von den Räthen des Herzogs Philipp von Stettin: Achim Maltzan und Jacob Zitzewitz.

Georg entließ darauf einen Theil seiner Kriegsmannschaft und zog mit dem Rest in das Amt Wittenburg. Auch diese "wenigen Knechte" zu entlassen, war er nicht zu bewegen, denn es möchte vielleicht bald geschehen, meinte er, "daß dieselben in andere Wege und Orte möchten ihren Weg nehmen". Daß dies geschehen und Georg später an den großem Kämpfen im Reich thatkräftig Theil nahm, ist allgemein bekannt.

Wir wenden uns nunmehr zu der Capitulation, die Ulrich als erwählter Bischof mit dem Domcapitel abschloß. Leider ist das Original derselben nicht mehr vorhanden 1 ),


1) Schon 1591, bei Abfassung der Capitulation Ulrichs von Schleswig=Holstein, suchte man vergebens nach diesem Original, das man zum Vergleich benutzen wollte. Rudloff giebt in seinem "Verhältniß zwischen dem Herzogthum Meklenburg und dem Bisthum Schwerin", Anlage VII., den Inhalt der Capitulation nach einer lateinischen Vorlage im ritter= (  ...  )
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wir kennen daher das Datum der Vollziehung und den genauen Wortlaut nicht. Daß aber die Capitulation im Mai vereinbart war, scheint aus einer Aufzeichnung des Vicars Andreas Bekerer, die derselbe als Notar machte, hervorzugehen. Darnach kamen die Domherren von Lützow und von Pentz als Deputation des Capitels mit dem Benannten Notar am 20. Mai 1550 auf die Burg zu Bützow und präsentirten Herzog Ulrich das Instrumentum postulationis mit der Frage, ob er die Wahl annehme. Nach kurzer Berathung ließ Ulrich wegen seiner Heiserkeit "durch seinen Redner" verkündigen, daß er weder zustimme, noch ablehne, sondern sich den Bestimmungen Gottes und des Papstes fügen wolle.

Diese Frage kann hier nur einen Sinn haben, wenn unter dem Instrumentum postulationis die Capitulation verstanden ist, oder wenn wenigstens vorausgesetzt wird, daß Ulrich jetzt die Bedingungen der letztern kannte, da der Postulatus ja sofort nach der Wahl schon eine vorläufig zustimmende Erklärung abgegeben hatte und in Folge dessen als Conservator eingeführt war.

Was den Wortlaut der Capitulation betrifft, so ist nicht zu zweifeln, daß das Original im Wesentlichen mit einer im hiesigen Archiv aufbewahrten lateinischen Abschrift übereinstimmte, und ebenso ist es unzweifelhaft, daß man mit den Verhandlungen um die Capitulation bald nach der Bischofswahl fertig wurde, wahrscheinlich noch vor der interimistischen Uebergabe des Stifts an Ulrich am 2. April 1550.

In dem Capitulationsinstrument bekannte Ulrich vorweg, daß er, per venerabile capitulum ecclesie Suerinensis ad episcopatum ejusdem ecclesie postulatus, wenn ihm mit Gottes Hülfe die (päpstliche) Confirmation und folglich die Possession des Stiftes zu Theil geworden, für die Integrität, die Erhaltung der Güter, der Rechte und Privilegien der Kirche und deren Personen sorgen wolle. Dann schwur er, "um Frieden, Einigkeit und Eintracht zwischen sich und dem Capitel zu nähren", indem er die Hand aufs Herz legte (tactis praecordiis), folgende Artikel zu halten:

1) Der Postulatus beansprucht für sich und sein Haus nicht ein Erbrecht im Stift, sondern garantirt in Zukunft dem Capitel die freie Wahl.


(  ...  ) schaftlichen Archiv, die vom 26. März 1550 datirt ist. Die Vorlage, welche Rudloff benutzte, stimmt mit der lateinischen Abschrift des hiesigen Archivs überein.
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2) In Bützow sollen täglich, wie hergebracht, aus den bischöflichen Mitteln 12 Arme gespeist werden.

3) Ulrich will seine bischöflichen Officien selbst verrichten oder durch einen tauglichen Suffragan verrichten lassen, er will den Ritus und die Ceremonien der katholischen Kirche wahren und die Kirche nur "in habitu, quem religionem appellant", betreten.

4) Dem Stift sollen keine neuen Lasten auferlegt werden.

5) Die Rechte, Jurisdictionen, Freiheiten, Privilegien, Statuten und Gewohnheiten der Geistlichen und sämmtlicher Bewohner des Stifts sollen erhalten bleiben

6) Ohne Zustimmung des Convents der Capitularen will Ulrich weder dem Bischofsamte entsagen, noch einen Coadjutor bestellen.

7) Er will in eigener Person die Burgen des Stifts regieren und nur im äußersten Notfall, und auch dann nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Capitels, einen Hauptmann oder Vogt auf die Burgen setzen.

8) Alle bischöflichen Beamten und Diener, sowie alle Vasallen des Stifts, die Rathmänner und Bürger von Bützow und Warin und andere Unterthanen sollen eidlich dem Bischof und dem Capitel verpflichtet werden.

9) Auf den Burgen zu Bützow und Warin sollen je ein oder zwei Capitularen wohnen und mit 2 Dienern und 3 Pferden verpflegt werden. In Bützow dient zu dem Zweck das neue Haus, die Ravensburg. Der Capellan zu Bützow erhält in seiner Abwesenheit 60 Mk. Lüb., der zu Warin im gleichen Falle 20 Mk. gut Geld. In Abwesenheit des Bischofs sorgen diese Canoniker für die Sicherheit der Burgen, und deshalb schwören sie dem Bischof und dem Capitel.

10) Wenn ein Canoniker aus Furcht vor Gewaltthätigkeiten in seiner Präbende nicht zu residiren wagt, so soll er auf den bischöflichen Burgen Schutz und Verpflegung finden.

11) Alle Güter und Kleinodien auf der Burg Bützow sollen erhalten bleiben.

12) Die Capitularen sollen am Einfordern ihrer Präbenden und Beneficien nicht gehindert werden.

13) Bei Aufständen der Unterthanen können die Capitularen und deren Boten ihre Zuflucht zur Burg Warin nehmen, und sie sollen dort honorifice et decenter empfangen werden.

14) Ulrich will infra tempus debitum die Bestätigung der Postulation durch den Papst auf eigne Kosten erwirken,

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doch sollen ihm dazu die gewohnheitsmäßigen Unterstützungen von Seiten der Kleriker und Unterthanen zu Theil werden.

15) Alle wichtigen Verhandlungen und besonders alle neuen Auflagen werden nur mit Beirath und Zustimmung des Capitels geschehen.

16) Ulrich will sich keine Jurisdiction über die Canoniker und andern Geistlichen des Stifts anmaßen.

17) Die Testamente der Canoniker und der Geistlichkeit überhaupt sollen respectirt werden.

18) Vicare und Beneficiaten werden in ihren Rechten geschützt werden.

19) Der Bischof will auf alle Fälle durch diese Verpflichtungen gebunden sein und selbst nicht eine Lossprechung des Papstes annehmen.

Unterschrieben war das Document:

Ego Ulricus ecclesie Suerinensis postulatus et dux Magnopolensis, prout supra, juro et servare promitto.

Auffällig ist bei diesem Vergleich zunächst die übergroße Sorgfalt der Domherren für sich und für alle Geistlichen. Um ihre Rechte zu sichern, wird im Grunde die ganze Capitulation abgeschlossen. Alle ihre Besorgnisse werden auf das Genaueste specificirt, während dem ganzen Stift gegenüber der neue Bischof sich nur im Allgemeinen verpflichten muß. Dann aber befremdet es geradezu, daß man noch gar nicht einsah oder nicht einsehen wollte, wie weit man sich bereits von Rom entfernt hatte. Den Ritus und die Ceremonien der katholischen Kirche zu wahren, soll sich Ulrich verpflichten, und ebenso die Bestätigung des Papstes nachsuchen. Man hätte wissen müssen, daß keins von beiden mehr möglich war. Doch auch Ulrich scheint bona fide diese Versprechungen gegeben zu haben, wenigstens gab er sich die möglichste Mühe die Confirmation des heiligen Vaters zu erlangen. Aber hier handelte er vielleicht nicht freiwillig; denn das Capitel machte die Confirmation zur Bedingung der definitiven Einführung des Bischofs.

Ulrich wählte zu seinem Gesandten nach Rom den Aegidius Ferber. Am 17. October 1550 wanderte derselbe mit einem Reisegeld von 56 blanken Thalern von München ab nach Süden. Die Reise Ferbers ist höchst charakteristisch für die damalige Zeit; wir erzählen sie deshalb etwas ausführlicher. Der Weg ging von München nach Augsburg, denn dort sollte der Gesandte vom Bischof Cardinal Otto Truchseß von Waldburg Empfehlungsbriefe an

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den Papst erhalten, und dann weiter nach Trient, von wo aus ihn ein Agent nach Rom geleiten sollte, Ferber wartete auf diesen Agenten volle 14 Tage in Trient und zog dann mit demselben weiter nach Mantua. Hier wurde er nun von seinem Führer treuloser Weise verlassen und irrte daher im fremden Lande lange umher, bis er endlich in Rom ankam, aber ohne alle Mittel. Denn sein von München mitgenommenes Reisegeld und dazu 40 Thaler, welche ihm der Cardinal Bischof Madruzzi in Trient verehrt hatte, waren auf der Reise völlig verzehrt worden. Zum Glück fand Ferber zu Rom im Hause des Bischofs von Lübek gegen ein verabredetes Kostgeld Aufnahme. Es war nun seine nächste Sorge, Geld aus der Heimath zu bekommen, und Ulrich schickte auch bald darauf über Augsburg 50 Dukaten und Pfingsten 1551 wieder 70 Kronen. Später kamen noch 28, dann 50 Kronen, und zuletzt, im September 1551, brachte der Agent des Cardinals von Trient mit einem Schreiben Ulrichs 113 Kronen. Man sollte meinen, daß Ferber mit all dem Gelde selbst die Thore zum Vatikan sich hätte öffnen können, aber weit gefehlt: er erreichte auch hiermit noch gar nichts. Im Jahr 1552 schrieb er, daß es mit seiner Mission noch schlecht stehe, und daß trotzdem das Geld verbraucht sei. Er sei 24 Wochen in Rom krank gewesen, und deshalb sei seine Baarschaft darauf gegangen. Nun wurde aber Ulrich mißtrauisch und schickte nichts mehr. Auf wiederholtes Bitten von Seiten Ferbers forderte der Herzog im Frühling 1553 Abrechnung, Ferber sollte kein Geld mehr erhalten; doch wollte Ulrich jedem Vermittler, den der Gesandte in Anspruch genommen, nebst einem Dankschreiben soviel zukommen lassen, wie ihm versprochen worden. Indessen sollte wegen der Armuth des Stifts, das in den letzten Jahren durch Krieg gelitten habe, eine Abminderung der geforderten Summen erstrebt werden.

Unterdessen bot sich ein Anderer, der sich Christoph von der Straße nannte, von Berlin aus Ulrich zum Agenten in Rom an, indem er seine Connexionen in Rom selbst, sowie an den Höfen des Kaisers und der Kurfürsten rühmte. Ulrich ließ sich aber vernünftiger Weise nicht mit diesem Aufdringling ein 1 ).


1) Was Ferber betrifft, so zeigte er mit vieler Freude das Schreiben Ulrichs, in dem ja Geld versprochen war, den einflußreichen, geldgierigen Römlingen; aber man glaubte nicht mehr, daß man jemals von einem so schlechten Zahler Geld zu erwarten hätte, sondern beschuldigte ihn vielmehr, den Brief gefälscht zu haben, und warf ihn ins Gefängniß, aus welchem ihn jedoch zu seinem Glück der Rostocker Bürger Hassebek Krohn durch (  ...  )
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Nachdem Ulrich mit Rom so traurige Erfahrungen gemacht hatte, gab er den Wunsch, vom Papst bestätigt zu sein, ganz auf. Er konnte das um so leichter, da er bereits seit einigen Jahren im vollen Besitz der Rechte eines Stiftsregenten war.

Als man nämlich im Stift zwei Jahre vergebens auf die Confirmation gewartet hatte, beschloß man dem unerträglichen Zustand des Interregnums ein Ende zu machen. Es wurde deshalb ernstlich verhandelt, unter welchen Bedingungen Ulrich von den Stiftsständen ohne Confirmation die Huldigung empfangen könne. Leider sind die Nachrichten über diese Verhandlungen nur ganz lückenhaft, da nur wenige kladdeartige Aufzeichnungen aufbewahrt sind. Doch geht aus diesen so viel hervor, daß die Stände versuchten, aus dem Umstand, daß sie zur Huldigung vor der Confirmation nicht verpflichtet waren, Capital zu schlagen. Alle verhandelten daher und forderten vorher Zusicheruna ihrer "Privilegien, Freiheiten und Gerechtigkeiten" im Allgemeinen, während einzelne Ständemitglieder noch besonders die Gewährung specieller Wünsche erstrebten. Darum wies man auf das Ungewohnte einer Huldigung vor der Confirmation hin. Aber Ulrich entgegnete, daß auch in andern protestantischen Stiftern nicht päpstlich bestätigten Bischöfen gehuldigt worden sei. Der Stiftsadel stellte als Bedingung die Wiedereinsetzung der ihrer Güter beraubten Lehnsmänner, namentlich der von Bülow zu Prüzen und Zibühl wegen eines Sees, der von Moltke und der von Platow wegen des Gutes Lenz. Auch die von


(  ...  ) Geld erlöste. Nun rieth man Ferber aber ernstlich seiner Schulden wegen aus Rom zu fliehen, und diesem Rath folgte er. Mit vielen Mühen und Gefahren hatte er sich endlich vermittelst Anleihen und Bettelns bis nach Meklenburg durchgeschleppt und forderte hier nun von Ulrich neben einem Jahreshonorar von 20 fl., zahlbar seit dem Jahre 1550, Bezahlung seiner Auslagen und seiner Schulden. Daß seine Mission ohne Erfolg gewesen, komme daher, daß er nicht genug zu Geschenken gehabt, und daß seine Gegner in Rom erzählt hatten, der Herzog Ulrich sei ein Lutheraner.
Im December 1554 erschien der Wirth Ferbers aus Rom in Schwerin, um seine Forderung einzucassiren; jedenfalls mußte er aber lange vergeblich "in der Herberge" warten, da die Abrechnung am 25. December 1555 noch nicht gestehen war. Verweigert hat Ulrich die Zahlung nicht; aber er behauptete immer, daß die Forderung Ferbers zu hoch sei. Andere Gesandte hätten jährlich 100 Thaler bekommen, Ferber aber 2 bis 3 Mal so viel und habe doch noch große Schulden gemacht. Endlich wurde von Ulrich ein Termin der Abrechnung in Tempzin festgesetzt; weiter berichten die Acten über diese Angelegenheit nichts. Ferber war indessen wieder aus aller Noth; denn er stand jetzt im Dienst des Herzogs Johann Albrecht als Secretair.
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Rohr wollten bei diefer Gelegenheit die Siegel und Briefe über Keez, welche bei der (Kirchen=) Visitation (von 1541?) abgefordert waren, wieder gewinnen. Ulrich entgegnete diesen Forderungen, daß die Privatangelegenheiten besser nach der Huldigung geordnet werden könnten, und bestimmte zu dem Zwecke den Termin in nicht allzu ferner Zeit. Vielleicht beruhigte das zunächst.

Die Klerisei zu Bützow sperrte sich ganz und gar, da sie sonst nicht gehuldigt hätte. Doch knüpfte sie an diese Ablehnung die Bitte, es möchten ihre Bauern von ungewöhnlichen Diensten entfreit werden, woraus man wohl schließen darf, daß sie doch zu Verhandlungen bereit war.

Jedenfalls ist die Huldigung im Herbst 1552 geschehen, wie aus den Vermerken auf den Rückseiten der Huldigungsformeln für die Stadt Warin und die Ritterschaft zu ersehen ist. Nach allen vorliegenden Formularen versprachen die Stände eidlich, dem Herzog Ulrich als Postulaten des Stifts getreu, hold, gehorsam und dienstgewärtig zu sein, dessen Nutzen zu fördern und dessen Schaden zu verhüten, sich in keinen Handel oder Tractat gegen ihn einzulassen, ihm in redlichen Kriegssachen mit Rath, Hülfe, That und Beistand zu erscheinen, seine Geheimnisse niemand zu offenbaren und überhaupt so zu handeln, wie es Lehnsmännern und Unterthanen gewohnter Maßen gebühre. Die Schlußformel des Eides lautete: "So wahr Gott und sein heiliges Wort mir (uns) helfen soll."

Somit war denn Herzog Ulrich endlich Landesherr des Stifts geworden, wenn auch nicht, wie zuerst beabsichtigt, bestätigter Bischof. Er gab denn auch bald sein Streben nach der katholischen Bischofswürde auf und führte als Regent des Stifts den einfachen Titel eines Administrators. Sein Wirkungskreis als Regent war durch die Capitulation allerdings nicht wenig eingeschränkt, aber in jenen Zeiten galt die Persönlichkeit noch mehr als jetzt, und auf sie kam es vorzugsweise in der Praxis an. Ulrich war aber ein Fürst, der schon durch seine Herrschaft in Meklenburg den kleinen Mitregenten im Stift imponiren mußte, und ein Charakter, der sich von seinen bewußt gewählten Zielen nicht abbringen ließ.

Zunächst hatte indessen Ulrich noch keinen Theil an der Herrschaft im Meklenburgischen, er konnte also sein ganzes Interesse dem Stift Schwerin allein zuwenden. Er schlug nun seinen Wohnsitz auf der Bischofsburg zu Bützow auf und behielt diese als Residenz selbst noch eine Zeit lang, wenigstens noch 1556, bei, als er schon in Meklenburg=Güstrow

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(seit 1555) regierte. 1558 war Güstrow sicher die Residenz des Herzogs.

Mit dem Beamtenpersonal, das Ulrich I. vorfand, nahm er eine Veränderung nicht vor. Der erste Stiftsbeamte war damals der Stiftshauptmann, als welcher seit 1546 der Stiftsritter Jürgen Wackerbarth, auf Katelbogen, Gralow, Moisall und Steinhagen erbgesessen, ein verständiger Mann, mit Umsicht wirkte. Derselbe stand 1550 in dem besten Mannesalter von etwa 35 Jahren; denn 1583 sagte er selbst in einem Zeugenverhör, daß er näher an 70 als an 60 Jahren wäre. Er hat unter Ulrich I. noch lange sein Amt verwaltet, denn noch 1586 war er nachweislich Stiftshauptmann. Sein Nachfolger wurde Wedige Leisten, dessen Name uns zuerst 1591 und zuletzt 1607 in den Acten begegnet. Der Stiftshauptmann wurde bei den mannigfaltigsten Angelegenheiten amtlich in Anspruch genommen; er führte die Oberaufsicht über die bischöflichen Aemter Bützow, Warin und die Seedörfer, controlirte das Finanzwesen, war landesherrlicher Commissarius auf den Stiftstagen und nahm an allen Regierungsgeschäften Theil, so oft es verlangt wurde. Sein Wohnsitz war in der Stiftshauptstadt Bützow. Wenn so der Stiftshauptmann die Hauptstütze Ulrichs in seinem Stiftsregiment war, so konnte doch in allen Fällen eine einzige Persönlichkeit nicht genügen. Ulrich gebrauchte sicher in den wichtigsten Fragen den Rath mehrerer einsichtsvoller Männer; die Namen seiner Räthe aus der ersten Zeit sind aber dem Verfasser nicht bekannt geworden. Seit 1555, wo Ulrich auch in Güstrow herrschte, standen ihm die dortigen Räthe auch in Stiftsangelegenheiten zu Gebote, und es waren in solcher Weise thätig Dr. Johann Bouke, in Billwärder ansässig, Dr. Borchardt, Dr. Georg Kummer, der Rentmeister Gabriel Brokmann, der Herzogliche Rath und Canonicus Joachim von Wopersnow, Otto von der Lühe, Dr. Jesaias Hoffmann, die Kanzler Dr. Heinrich Husanus und Dr. Jacob Bording, Joachim v. d. Lühe, Dr. Veit Weißheim, Dr. Bartholomäus Klinge und der Rostocker Professor Dr. Ernst Cothmann.

Ulrich I. hatte als Herzog von Meklenburg=Güstrow um so weniger Veranlassung, sich mit einem besonderen Collegium von Stiftsräthen zu umgeben, als er das Stift Schwerin nie als einen eignen Reichsstand angesehen wissen wollte, sondern dasselbe jeder Zeit für ein "incorporirtes Gliedmaß" von Meklenburg hielt. Daher gab er seinem Stift trotz der häufigen bezüglichen Anträge der Stände kein eigenes Obergericht und führte meklenburgische Verordnungen ohne Weiteres

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auch im Stifte ein. So wurde die meklenburgische Polizei= und Landordnung von 1572 einfach im Namen der meklenburgischen Herzoge im Stift publicirt und ungeachtet der unablässigen Forderung der Stiftsstände, daß die Publication wenigstens im Namen Ulrichs als Administrators nöthig sei, daran jedenfalls bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts nichts geändert. Auch die Stiftssteuern, zu deren Erhebung ein Stiftsmonitor angestellt war, wurden nach Güstrow abgeliefert. Daß das Kirchenregiment für das Stift indessen ein selbständiges war, werden wir weiter unten sehen.

In den Domänenämtern besorgten die Verwaltungsgeschäfte und die niedere Gerichtsbarkeit Amtleute, Küchenmeister und Amtsschreiber und, zeitweilig mindestens, ein Amtsnotar. Mitunter hatten die beiden Aemter Bützow und Warin einzelne Beamte gemeinschaftlich. Der Schelfvogt zu Schwerin wirkte als Verwaltungsbeamter und Richter zugleich, in Bützow und Warin gab es für die niedere Gerichtsbarkeit Vögte, deren Functionen übrigens auch die Domänenbeamten mit verrichten konnten.

Das Cassenwesen im Stift ist sowohl wegen der Verpflichtungen dem Reiche, dem Kreise und den meklenburgischen Herzogthümern gegenüber, als auch wegen eines Theiles der Einnahmen, besonders derer, die durch die Officialeien zu Rostock und Waren und durch die Collectorei zu Stralsund erhoben wurden, so sehr mit dem anderer Staaten verflochten, daß es am passendsten in der äußern Geschichte des Stifts behandelt wird. Wie hoch der reine Ertrag aus den bischöflichen Aemtern sich belief, läßt sich auch nicht annähernd bestimmen, da die pflichtmäßigen Pächte und Zehnten der Bauern nur unvollständig und ungenau angegeben sind, und außerdem ein großer Theil derselben wegen der vielen wüsten Hofstellen und wegen der Armuth der vorhandenen Bauern ganz gewiß nicht einging.

Ulrich I. starb am 14. März 1603 des Morgens zwischen 3 und 4 Uhr und wurde am 14. April (Donnerstag vor Palmsonntag) in Güstrow beigesetzt. Unter den fürstlichen Personen des Leichengefolges ging auch des Verstorbenen Enkel und Nachfolger im Stift neben dem meklenburgischen Herzog Adolf Friedrich; das Domcapitel hatte nach dem Programm seinen Platz im Zuge zwischen den Landräthen und den Mitgliedern der Universität; mit unter den Letzten des Gefolges sah man einige Conventualinnen des Klosters Rühn. Das war die letzte Ehre, welche die Vertreter des Stifts ihrem langjährigen Herrscher erwiesen.

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Ulrich II.

In Ländern, in welchen kein Fürstengeschlecht nach Erbrecht regiert, muß selbstverständlich in unruhigen, gefahrvollen Zeiten Jeder, der geordnete Verhältnisse zu erhalten wünscht, besorgter sein um die Zukunft, als anderswo. Im Stift lag diese Sorge vor Allem dem Domcapitel ob, da die Erhaltung des Bestehenden dessen eigenstes Interesse forderte. Um der Gefahr des Interregnums zu entgehen, sah man sich deshalb früh nach einem Nachfolger Ulrichs um. Schon im Herbst 1586 schickte das Capitel seine drei ersten Mitglieder mit einem Schreiben an Herzog Ulrich, in welchem es vorstellig machte, es sei notorium, wie jetzt allenthalben "nach den Bisthümern und (andern) geistlichen Stiftern practicirt würde, so daß dieselben fast mehr durch Gewalt und ungeziemende Practiken, als durch ordentliche Wege occupirt würden". Damit aber das Stift Schwerin auch nach Ulrichs Tode bei seinen Würden, Freiheiten und Gerechtigkeiten, so viel möglich, erhalten bliebe, so stellten die Capitularen in Ulrichs Bedenken, wie dem auch ihrem Stift drohenden Unheil vorzubeugen sei. Nun war damit zwar zunächst noch nicht gemeint, daß schon ein künftiger Bischof gewählt werden sollte, sondern man wünschte nur, daß die Stiftsamtleute gemäß der Capitulation Ulrichs und der alten Gewohnheit gegen das Domcapitel verwandt, d. h. eidlich verpflichtet, werden sollten. Aber das Erkennen der drohenden Gefahr legte doch auch bald den Gedanken nahe, sich durch die Wahl eines Nachfolgers Ulrichs zu sichern.

Daß das herzogliche Haus Meklenburg ein größeres Recht an das Stift beanspruchte, als andere, kann uns nicht befremden; war doch das Stift im Grunde ein meklenburgischer Landestheil! Meklenburg wollte sich daher auch für immer vertragsmäßig die Nachfolge im Stift sichern und forderte von den Domherren das Versprechen, daß nur ein meklenburgischer Prinz zum Administrator gewählt werden solle. Die Domherren waren auch nicht abgeneigt, sich eine solche Beschränkung in der Wahl aufzulegen; denn sie waren als Meklenburger lieber ihrem angestammten Fürstenhause unterthan, als Fremden, und sie sahen vor Allem recht gut ein, daß die Erhaltung eines guten Verhältnisses zum Hause Meklenburg für das Stift wegen seiner Lage eine Nothwendigkeit war. Indessen wollte man so ein Zugeständniß doch nicht ohne Gegenleistung machen, besonders aber die eignen

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Rechte auf das Bündigste garantirt wissen. Daher gingen die Verhandlungen nicht rasch von Statten.

Nun hatte aber die an den König Friedrich II. von Dänemark verheirathet gewesene Tochter Ulrichs, die Königin=Wittwe Sophie, das Stift als eine gute Versorgung für einen ihrer Söhne sich ausersehen, und man konnte ihr nicht verdenken, daß sie den Enkel zum Erben des Großvaters machen wollte. Säumen durfte sie aber nicht; denn die Nachfolge eines ihrer Söhne war am leichtesten und vielleicht überhaupt nur zu erreichen, so lange ihr Vater im Stift regierte und mit seinem ganzen Einfluß für den Enkel eintreten konnte. Darum stellte sie auch im Jahre 1590 ihrem Vater bei einer Zusammenkunft in Wolfenbüttel ihre Wünsche vor, und Ulrich gab ihr "väterliche Versprechungen".

Unterm 25. August desselben Jahres sandte die Königin Sophie durch den Schweriner Propst Heinrich von der Lühe 1 ) ein Schreiben an Herzog Ulrich, um denselben an das zu Wolfenbüttel gegebene Versprechen zu erinnern. In einem gleichzeitigen Briefe an den genannten Propst versprach die Königin, daß bei Lebzeiten Ulrichs dessen Einkünfte aus dem Stift durch den zu wählenden Coadjutor nicht verkürzt werden, und daß die Wahl nichtig sein solle, wenn Ulrich, der sich 1588 in zweiter Ehe mit der Prinzessin Anna von Pommern=Wolgast vermählt hatte, noch mit männlichen Leibeserben gesegnet würde. Ja, sie fügte sogar hinzu, daß sie noch auf andere Bedingungen, die etwa das Capitel stellen möchte, eingehen wurde, und daß sie auch für eine würdige Erziehung ihres Sohnes sorgen wolle. Das konnte nun sowohl den Administrator als das Capitel zufrieden stellen. Das Capitel mußte um so mehr sich auf die Seite eines dänischen Prinzen neigen, weil unter seiner Regierung die Selbständigkeit des Stifts wahrscheinlich eher erhalten blieb als unter der eines Meklenburgers, und das meklenburgische Herzogshaus ließ sich am Ende doch die Wahl des verwandten dänischen Prinzen lieber gefallen, als die eines ganz fremden. Die Domherren beschlossen also, auf dem nächsten Stiftstage, 1. September 1590, über diese Angelegenheit vorläufig zu sprechen.

Administrator Ulrich selbst war aber zu sehr Patriot, als daß er völlig diese geplante Wahl billigen konnte. Sein Wolfenbütteler Versprechen bereute er bereits, da er


1) Von der Lühe war zugleich braunschweigischer Rath und Oberhauptmann des Stiftes Halberstadt.
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am liebsten, wie er selbst bekannte, einen meklenburgischen Prinzen gewählt sehen wollte. Doch, da schon der verstorbene König Friedrich von Dänemark ihn gebeten habe, an seine Söhne zu denken, und da jetzt auch seine Tochter Sophie, vereint mit dem Capitel, denselben Wunsch ausspräche, so wolle auch er damit einverstanden sein; das Capitel möchte sich nur officiell erklären.

In Folge dessen beschloß das Capitel in pleno consilio am 24. September 1590, daß der dänische Prinz Ulrich, geboren am 30. December 1578, gewählt werden solle, wenn er sich verpflichtete, die bei einem Stift Augsburgischer Consession gewöhnliche Capitulation zu unterschreiben, und theilte dessen Großvater sofort das Resultat der Berathung mit. Bischof Ulrich antwortete unter demselben Datum, es möchten in die Capitulation folgende drei Bestimmungen aufgenommen werden:

1) daß die jetzige Wahl dem fürstlichen Hause Meklenburg nicht präjudicirlich sein, 2) daß während seiner Lebenszeit er allein das Stift beherrschen und alle Einkünfte aus demselben genießen, und 3) daß die Wahl Ulrichs von Dänemark hinfällig sein solle, wenn er selbst, Ulrich von Meklenburg, noch mit männlichen Leibeserben sollte gesegnet werden. Er erklärte dazu, daß er zwar die Nachfolge im Stift nicht für erblich halte, daß er aber glaube, das Capitel wähle am liebsten einen Sohn von ihm.

Das Capitel erwiderte ebenfalls unterm 24. September, die erste Bedingung könne nicht in die Capitulation aufgenommen werden, weil das Capitel über dieselbe die Entscheidung nicht hätte, gleichfalls wäre die dritte nicht geeignet zur Aufnahme, weil sich das Capitel dadurch der freien Wahl begäbe; die zweite Bedingung wäre billig und sollte berücksichtigt werden.

Die Königin Sophie hingegen billigte alle drei von ihrem Vater gestellten Bedingungen, und auch der junge Herzog Ulrich, welcher damals in Helmstedt studirte, war mit denselben einverstanden. Er schrieb, hocherfreut über den Fortgang der Wahl, an seinen Großvater, er wolle in seinen Studien so fortfahren, daß Letzterer "darob ein gemenen frolocken vnd wohlgefallen haben und dragen" solle.

Im Allgemeinen waren also alle betheiligten Personen mit der Wahl einverstanden, doch handelte es sich nun erst um die Vereinbarung der Wahlcapitulation. Herzog Ulrich von Meklenburg - wir nennen ihn von jetzt ab zum Unterschiede von seinem Enkel (Ulrich II.) Ulrich I. - beauftragte

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seinen Kanzler Jacob Bording, den Dekan Otto Wackerbarth zur Aufstellung der Capitulation zu bewegen. Am 12. Dec. 1590 wurde das Instrument bereits an Ulrich I. übersandt mit der Bitte, er möge bestimmen, ob es der Mutter des Postulaten oder dem unmündigen Prinzen selbst zur Unterschrift übergeben werden, und wo und wann das sein solle. Doch soweit war es nun freilich noch nicht. Bording äußerte allerlei Bedenken über die Capitulation: die Bestimmungen über Jurisdiction, Administration der Stiftsgüter, Bestallung der Amtleute u. a. wären nicht den Vereinbarungen gemäß ausgefallen. Darum verweigerte Ulrich I. die Vollziehung, und die Verhandlungen begannen von Neuem.

Die Hauptschwierigkeit machten die Wünsche der Capitularen, daß Ulrich I. und Sophie von Dänemark bis zur Volljährigkeit Ulrich II. einen Revers ausstellen sollten, in welchem sie die spätere Vollziehung einer am 13. Januar 1591 fertig gewordenen Capitulation oder einer solchen, wie sie in Bremen, Lübek und Ratzeburg gebräuchlich, durch Ulrich II. garantirten und zugleich dem Capitel die früher Kloster=Reinfeldschen, in Meklenburg gelegenen Dörfer Wichmannsdorf und Uelitz, welche die dänische Krone sich angeeignet, als ein erbliches Lehen verschafften. Ulrich I. hob mit Recht hervor, er kenne die Capitulationen von Bremen, Lübek und Ratzeburg nicht und könne sie darum unmöglich seinem Enkel aufdringen, und die Dörfer Wichmannsdorf und Uelitz besitze er nicht, darum dürfe er sie auch nicht verschenken. Endlich gab das Capitel nach, und Ulrich I. und Sophie stellten am 27. April 1591 zu Boizenburg, wohin auch Propst Wackerbarth eingeladen und gekommen war, einen Revers aus, daß Ulrich II. beim Eintritt seiner Volljährigkeit die am 13. Januar 1591 vereinbarte Capitulation unterschreiben 1 ), daß im Falle eines frühen Todes Ulrichs I. das Capitel bis zum 18. Lebensjahre Ulrichs II. im Stift regieren solle, und daß man dem Capitel zur Erlangung der beiden Reinfeldschen Dörfer behülflich sein wolle.

So kam denn die Angelegenheit endlich zu Stande. Ulrich I. übersandte schon am 7. Mai das documentum postulationis an die Königin Sophie, und diese bezeugte am 15. Mai, daß sie dasselbe empfangen habe.

Die nächste Sorge war nun die Confirmation des Kaisers zu erlangen, an die des Papstes dachte man nicht mehr. Bischof Ulrich empfahl seiner Tochter, vorerst die Bestätigung


1) Die Capitulationen von Bremen, Lübek und Ratzeburg fielen weg.
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ihres Sohnes zum Coadjutor zu erbitten, nach seinem Tode möchte man dann die Confirmation des Successors zu erwirken suchen. Es scheint fast, als ob Ulrich I. ein kaiserlich bestätigter Nachfolger unbequem war. Aber auch am kaiserlichen Hofe ließe sich, wie Ulrich meinte, "ohne Verehrung" nichts ausrichten.

In einigen Jahren erfahren wir dann über den Stand dieser Angelegenheit nichts; erst aus dem Jahre 1595 liegen wieder Nachrichten vor. Man war wieder nicht einig wegen der Capitulation, die nach einem Schreiben des Capitels an Ulrich I. vom 23. December 1595 wegen der Minderjährigkeit Ulrichs II., wegen der Uelitzer Güter und aus andern Gründen nicht vollzogen war. Die Königin Sophie schickte deshalb in dem genannten Jahre als Gesandte Hans Blume, Dr. Ludwig Pinziers und Apitz von Grunenberg zu Verhandlungen nach Bützow. Am 7. December (Sonntag nach Nicolai) kamen die Dänen dort an, und sogleich am andern Morgen erhielten sie Audienz bei Ulrich in Gegenwart von dessen Kanzler und einigen Räthen. Die Hauptdifferenz bestand in Hinsicht der Jurisdiction im Stift. Uebrigens wurden die Gesandten freundlich aufgenommen und noch am Montag im bischöflichen Schlosse einquartirt. Am Dienstag war Verhandlung mit den Abgeordneten des Capitels: Propst Otto Wackerbarth, Dekan Ludolf von Schack und Domherrn Joachim von Bassewitz, welche sich zur Unterstützung Dr. Daniel Zöllner aus Lübek und Dr. Nordanus aus Rostock mitgebracht hatten. Die Dänen überreichten ihre Vollmachten, man gab sich gegenseitig allgemeine Versprechungen und ließ sich auf Weiteres nicht ein. In der nächsten Versammlung am Mittwoch Nachmittag übergaben die Capitularen ihre Bedenken, welche sie zu Papier gebracht hatten, auch legten sie eine Abschrift der vom Herzog Christoph unterschriebenen Ratzeburger Capitulation vor. Aber bestimmte Zusagen wollten sie nicht ohne den Administrator machen. Ulrich I. und seine Räthe wollten aber dem Stift die völlig selbständige Ausübung der Jurisdiction nicht zugestehen, da der Herzog dieselbe in zweiter Instanz für Meklenburg in Anspruch nahm. Das Capitel wie die Abgesandten Ulrichs II. wollten aber ungern in dieser Hinsicht nachgeben. Am 15. December berichtete dann doch der Kanzler, daß man dem Stift wohl eigne Jurisdiction zugestehen könne, aber nicht gestatten dürfe, daß die Appellationen vom Bischof von Schwerin an den Erzbischof von Bremen oder ad imperialem cameram gingen, sondern es müßte immer erst immediate an das fürstlich meklenburgische

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Hofgericht appellirt werden, "weil man dessen in possessione und das Stift Schwerin ein incorporirter Stand des Fürstenthums Meklenburg" wäre. Auf die Entgegnung der Capitularen, womit man die Zugehörigkeit des Stifts zu Meklenburg beweisen wolle, zeigte man einen Vertrag von 1523 vor, den der Bischof von Schwerin mit den Ständen Meklenburgs unterschrieben hatte. Dieser Beweis genügte aber den Domherren nicht. Die Verhandlungen wurden zuletzt ohne Resultat abgebrochen, und die Botschaft aus Dänemark reiste unverrichteter Sache wieder ab.

Obgleich Ulrich I. bei den letzten Verhandlungen die Meinung ausgesprochen hatte, daß die Capitulation nicht eher abgeschlossen werden könne, als bis Ulrich II. 18 Jahre alt sei, also erst 1597, so drängten doch das Domcapitel und die Königin Sophie auf Fortsetzung der Conferenzen. Das Capitel behauptete, es verlange nichts, als was in allen reformirten Stiftern gebräuchlich sei, und in diesem guten Glauben arbeitete es in einer Capitelsversammlung zu Bützow 1596, wahrscheinlich im Beisein fürstlich meklenburgischer Räthe, wieder eine Capitulation aus. Nun folgten mehrere briefliche Verhandlungen, und diese führten endlich zur Vereinbarung einer vom 19. Februar 1597 datirten Capitulation folgenden Inhalts:

1) Ulrich II. gelobt an Eides statt die nachfolgenden Artikel zu halten.

2) Er will die Ergänzungen etwaiger Mängel in der Postulation auf eigne Kosten machen lassen.

3) Im Fall die Postulation nicht gültig wird, soll dem Capitel die freie Wahl wieder zustehen.

4) Die Wahl soll kein Erbrecht bedingen.

5) So lange Ulrich I. lebt, will Ulrich II. nur Coadjutor sein.

6) Er will dafür sorgen, daß der König von Dänemark sich das Stift wird befohlen sein lassen.

7) Er will Kirchen und Schulen mit tüchtigen Dienern versehen und für Unterweisung der Unterthanen im Worte Gottes nach den Verträgen Ulrichs I. mit dem Capitel vom 21. Februar 1568 sorgen.

8) Es soll auf gute Rechtspflege im Stift gesehen werden.

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9) Die Regalien und Dignitäten des Stifts, sonderlich das Cancellariat der Universität Rostock, sollen erhalten bleiben 1 ).

10) Täglich sollen 12 Arme aus der bischöflichen Küche zu Bützow gespeist werden.

11) Der Bischof will die "Häuser und Städte des Stifts" selbst regieren oder mit Vorwissen des Capitels durch einen tüchtigen Hauptmann regieren lassen. Sede vacante sollen die Beamten und Unterthanen dem Domcapitel "verwandt" sein.

12) Zu dem Zwecke sollen Beamte und Unterthanen schon beim Antritt der Regierung Ulrichs dem Capitel ver= pflichtet werden.

13) Ulrich will die Stiftshäufer und Festen in gehörigem Stand halten und sie in Kriegszeiten bemannen.

14) Jn Abwesenheit Ulrichs sind zwei vorher bestimmte Capitularen, welche dem Capitel verpflichtet werden, Statthalter im Stift.

15) Werden Capitularen oder Unterthanen unverschuldet von Fremden gewaltsam aus ihrem Besitz getrieben, so soll Ulrich sie auf feinen Stiftshäusern aufnehmen und unterhalten.

16) Ulrich will die Kirche und das Capitel in allen ihren Rechten schützen.

17) Er will das Capitel in der Jurisdiction über die Capitularen, Prälaten, Beneficiaten der Kirche zu Schwerin und über des Capitels Höfe, Wohnungen, Diener und Unter= thanen nicht hindern.

18) Ebenso soll dem Capitel die Wahl des Propstes und des Dekans und die Verleihung der Präbenden völlig frei stehen.

19) Wenn Ulrich die Capitularen in Capitelssachen zu sich fordert, so will er sie "mit Futter und Mahl" versorgen.

20) Wenn die Capitularen in amtlichen Angelegenheiten in Bützow anwesend sein müssen, so sollen sie dort auf der Ravensburg frei wohnen.


1) Papst Martin V. bestimmte in der Fundations=Bulle der Universität vom 13. Februar 1419, daß der Bischof von Schwerin zu allen Zeiten Canzler derselben sein sollte. (Krabbe, Universität Rostock, S. 98.) Als Canzler gab der Bischof die Erlaubniß zu Promotionen an der Universität und konnte verlangen, daß vom geistlichen Consistorium in Rostock an ihn, und nicht an eine andre Instanz appellirt wurde. Uebrigens hatten Ulrich I. und das Domcapitel unterm 23. Januar 1570 die geistliche Jurisdiction in der Stadt Rostock an die Herzoge von Meklenburg abgetreten.
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21) Ulrich will niemand in unbilligen Dingen gegen das Capitel vertreten.

22) Gefänglich einzuziehende Frevler darf das Capitel in "Gefängniß und Thurm" zu Warin einsperren, doch wird schnelles Verhör zur Pflicht gemacht.

23) Ulrich will alle wichtigen Stiftsangelegenheiten mit dem Capitel berathen und ohne dessen Rath den Unterthanen keine "Schätzung oder Bede" auferlegen, auch keine Stiftstage ohne Beisein des Capitels halten.

24) Er will das Stift nicht mit ungewöhnlichen Ablagern und andern Ausrichtungen beschweren, noch durch andere beschweren lassen.

25) Er will die Rechte und Grenzen im Stifte schützen und nicht dulden, daß etwas vom Stift veräußert wird.

26) Bei Versetzungen und Verkäufen von Stiftsgütern, die nöthig werden sollten, hat zuerst der Administrator, dann das Capitel und zuletzt die einzelnen Capitularen der Reihe nach das Vorrecht zu pachten oder zu kaufen.

27) Der Bischof darf das Stift ohne Zustimmung des Capitels nicht vertauschen, abtreten oder verlassen.

28) Er wird mit Zuziehung des Capitels über die Kleinodien und Schriften des Stifts ein Inventarium anfertigen lassen.

29) Des Capitels Siegel und Briefe sollen in des Capitels Verwahrsam gegeben oder gelassen werden.

30) Wenn die dem Stift gehörigen goldenen und silbernen Gefäße umgearbeitet werden, so soll auf ihnen neben dem Wappen des Administrators das der Kirche angebracht werden.

31) Erspartes Stiftsvermögen soll der Bischof zum Ankauf von nahe gelegenen Landgütern verwenden oder zinsbar belegen.

32) Rechtmäßige Testamente der Domherren und andrer Personen des Stifts dürfen nicht angefochten werden.

33) Ulrich verpflichtet sich alle rechtmäßigen Verträge der Administratoren fürstlich zu halten.

34) Er will alle Reichs=, Kreis= und Deputationstage, zu denen er oder das Capitel gefordert wird, auf seine und des Stifts gemeinsame Unkosten beschicken und alle Visitations= und sonstige Kammergerichtsunkosten, die während seiner Regierung erwachsen, abtragen.

35) Allen unrechtmäßigen Angriffen auf Capitelsgüter soll auf Ansuchen des Capitels gewehrt werden.

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36) Ulrich will dafür sorgen, daß dem Capitel seine Rechte wieder vom Kaiser, wie früher von der Fundation des Stifts her bis auf Karl V., seitdem aber nicht mehr geschehen, bestätigt werden.

37) Das Domcapitel soll in Betreff seiner Tractaten mit dem fürstlichen Hause Meklenburg puncto restrictionis electionis ad certam familiam et praesertim ducum Megapolensium durch die Wahl Ulrichs II. nicht eingeschränkt sein.

38) Ulrich will sich auf keine Weise und von niemand von diesen Verpflichtungen lossprechen lassen.

Diese in einer Capitelsversammlung auf dem Bischofshause zu Bützow am 19. Februar 1597 aufgestellte Capitulation wurde neben dem erwählten Administrator von dessen Bruder König Christian IV. von Dänemark und Herzog Ulrich von Meklenburg unterschrieben und untersiegelt.

Nach den früheren Entwürfen hatte das Capitel wenigstens einige Forderungen fallen lassen, da es zuerst die Errichtung einer Ziegelei für die Reparaturen an der Domkirche und die Verleihung der Dörfer Wichmannsdorf und Uelitz in der Capitulation garantirt haben wollte und sogar verlangte, daß alle Stiftsbeamte, im Falle Ulrich II. die Capitulation nicht hielt, nicht mehr dem Administrator, sondern nur dem Capitel verpflichtet sein sollten.

Ulrich I. starb, wie oben angegeben ist, am 14. März 1603. Noch an seinem Todestage wurde vom Hofe von Güstrow aus ein Schreiben an seinen Enkel Ulrich II. gerichtet, um denselben zur Herkunft und zum Antritt der Administration aufzufordern. Der Stiftshauptmann Wedige von Leisten sollte bis zur Ankunft des neuen Herrschers die Häuser des Stifts, vor Allem die Burg zu Bützow "in Acht nehmen". Zur Ueberwachung der Vorgänge in der Stiftshauptstadt schickte der Propst Joachim von Bassewitz sofort Heinrich von Bülow ab und ließ sich von demselben berichten (17. März), daß der Stiftshauptmann auf die Häuser zu Bützow und Warin Wache gestellt, die Gemächer versiegelt, das Zeughaus in Verwahrung genommen und die Bürgerschaft auf das Capitel verpflichtet habe. Am 27. März richtete das in Bützow versammelte Capitel an Ulrich schriftlich die Bitte, er möge die Administration antreten, und am nächsten Tage reiste der Propst selbst nach Güstrow, um mit der Mutter Ulrichs II., die damals in Güstrow war, über die Stiftsangelegenheiten mündlich zu verhandeln. Am 29. bat das Domcapitel die Königin, sie möchte das am 27. vom Capitel

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aufgesetzte Schreiben an ihren Sohn befördern, da sich eine andre Gelegenheit nicht biete. Außerdem hatte man aber noch allerlei andre Wünsche, deren erster war, daß die Königin dem Capitel eine Matrikel über die Stifts= und Capitelsgüter, welche Ulrich I. an sich genommen und zu Bützow verwahrt hätte, wieder verschaffen möchte, die andern bezogen sich auf die Trauerfeierlichkeit wegen des Ablebens Ulrichs I.; man wollte Trauerkleider haben, forderte schwarzes Gewand für die Kirchenstühle u. s. w. Sophie antwortete am 30. März. Den Brief wollte sie nicht abschicken, da sie am Tage vorher von ihrem Sohne einen Boten aus Dänemark empfangen hatte mit der Nachricht, daß der Administrator in wenigen Tagen in Bützow sein würde. Falls die Matrikel sich fände, so würde sie dieselbe an Ulrich geben; wegen der Trauerkleider möge man es nur so halten, wie es gebräuchlich sei, und wie man es verantworten könne.

Unterm 30. März schrieb Ulrich II. von Kopenhagen aus auch an Herzog Karl von Meklenburg, er habe dessen Nachricht vom Tode des Großvaters empfangen und würde zu der auf den 14. April festgesetzten Bestattungsfeierlichkeit sicher da sein, ja er käme schon acht Tage früher "E. Liebden zu Trost und Aufwartung zu Güstrow".

Daß eine Huldigung des neuen Administrators im Stift stattfand, ist gewiß, und daß diese bald nach Ulrichs II. Ankunft geschehen ist, brauchen wir wohl nicht zu bezweifeln. Indessen wissen wir von dem ganzen Hergang weiter nichts, als daß bei der Huldigung Ulrichs III. im Jahr 1624 mehrere Stiftsritter behaupteten, der Stiftsmarschall Levin Vieregge habe nach altem Brauch das Pferd, welches Ulrich II. zur Huldigung geritten, zu eigen bekommen. Die Behauptung der Ritter ist übrigens insoweit eine irrige, als 1624 nicht Levin, sondern Johann Reimer von Vieregge Marschall war. Ulrich II. nannte sich seit Antritt seiner Stiftsregierung: "von Gottes Gnaden Erbe zu Norwegen, Herzog zu Schleswig=Holstein, Stormarn und der Ditmarschen, Administrator des Stifts Schwerin, Graf zu Oldenburg und Delmenhorst."

Ulrichs II. Herrschaft ist von der seines Großvaters grundverschieden. Während der Großvater als regierender meklenburgischer Herzog das kleine Stiftsland gern als ein Anhängsel seines größeren meklenburgischen Herzogthums betrachtete und sein innigster Wunsch war, das Ländchen zu einem Erbe der meklenburgischen Herzogsfamilie zu machen, war das Stift des Enkels einziger Besitz, und ihm, dem Fremden,

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konnte natürlich nur daran liegen, sein Land von den mächtigeren meklenburgischen Nachbarn möglichst unabhängig zu erhalten, damit es in der That das würde und bliebe, was es sein sollte: ein selbständiger Stand des deutschen Reichs. Ulrich II. suchte sich daher von Anfang an möglichst von Meklenburg zu emancipiren. Neben einem eignen Hofstaat richtete er in Bützow sofort eine eigne Stiftsregierung ein, an deren Spitze er den Dr. Erasmus Reutze, welcher seit 1597 herzoglicher Rath zu Güstrow gewesen war, als Kanzler berief. Wahrscheinlich wird Reutze sein Kanzleramt schon 1603 in Bützow angetreten haben, wie Rudloff in seiner meklenburgischen Geschichte behauptet, nachweislich aber fungirte er als solcher 1605. Reutze, der auch holsteinischer Gesandter genannt wird, wirkte als Stiftskanzler bis zu seinem Tode; er starb 1617 oder nicht lange vorher. Sein Nachfolger wurde Dr. Heinrich Stallmeister, früher Bürgermeister zu Rostock, der auch den Titel eines stiftischen und holsteinischen Geheimen Rathes führte. Er verwaltete das Kanzleramt noch unter Ulrichs II. Nachfolger, bis die Kaiserlichen ihn aus dem Stift vertrieben. Unterstützt wurde er in den Regierunasgeschäften durch die Räthe Otto von Grunenberg und Dr. Theodor Bussius.

Wie für die Stiftsregierung, sorgte Ulrich II. auch für ein Stiftsgericht höherer Instanz. Wir werden indessen die höhere Gerichtsverwaltung erst im 3. Theil dieser Stiftsgeschichte näher kennen lernen.

Die übrigen Beamten behielt der dänische Prinz zunächst in derselben Weise bei, wie er sie beim Regierungsantritt übernahm, und er änderte später auch an den Aemtern weiter nichts, als daß er sie, soweit es nöthig wurde, mit andern Personen besetzte. Als Stiftsrentmeister fungirte der spätere schwedische Administrator der Güter Zibühl und Gallentin Daniel Troie, und Kammersecretair war um 1620 Peter Hennichow. Die meisten Stiftsbeamten waren auch unter den fremden Herrschern sicher Meklenburger.

Von dem Charakter Ulrichs II. wissen wir außerordentlich wenig. Vorgeworfen wurde ihm, daß er zum Trunke geneigt war; doch hat dies Laster ihn sicher nicht soweit beherrscht, daß seine Thatkraft darunter litt. Denn wo er handelnd auftritt, zeigt er sich willensstark und beharrlich, und seinem Auge entgingen die vielen Mängel im Lande nicht. Ein großes Verdienst erwarb er sich um die Reorganisation des ganz verlotterten Domcapitels; und wenn er auch trotz seiner Anstrengung ein Institut, das sich überlebt hatte, nicht wieder

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lebensfrisch machen konnte. so rüttelte er doch zeitweilig die trägen Canoniker aus ihrer Unthätigkeit gehörig auf. Daß er in seiner ganzen Verwaltung Ordnung schaffen und erhalten wollte, ist unverkennbar, und ebenso offen liegt zu Tage, daß er für das Wohl seiner Unterthanen ein warmes Herz hatte. Wir wollen hierbei freilich auch nicht übersehen, daß seinen Kanzlern und Räthen gewiß ein Antheil an dem Lobe gebührt, das man der Regierung Ulrichs II. zollen darf.

Hier wird es noch nöthig sein, das Verhältniß des Administrators zu der Katharina von Hahn zu berühren, welche nach der Ansicht von Lisch die "eheliche Gemahlin" desselben gewesen sein soll (vgl. Jahrb. XXIII., S. 34 ff.). So viel steht zwar fest, daß Ulrich II. in sehr vertrautem Umgang mit der K. von Hahn lebte, auch zweifeln wir nicht, daß er ihr das Gut Zibühl zu schenken versprach, und sie dasselbe noch zu Lebzeiten Ulrichs nicht ganz mit Unrecht als ihr Eigenthum ansah; aber daß beide mit einander wirklich ehelich getraut waren, ist aus den Acten nicht zu beweisen. Im Gegentheil scheint uns wenigstens aus den actenmäßigen Berichten, und zwar gerade aus denen, die Lisch anführt, eher hervorzugehen, daß beide ungetraut mit einander lebten 1 ). Ulrich II.


1) Zur Begründung unsrer Behauptung Lisch gegenüber dürfen wir anführen:
1. Die Kath. v. H. erklärt sich in den Hof= und Landgerichtsacten, betreffend den Streit um den Besitz von Zibühl, nicht öffentlich für eine Ehefrau Ulrichs, wie L. behauptet, sondern sie spricht nur von einem Ehegelübde und von Ehegeldern. Ihre Aussagen dürften für diese Streitfrage überhaupt nicht entscheidend sein.
2. Seite 37 (Jahrb. XXIII.) führt L. unter 3 einen Frageartikel an, den das Hof= und Landgericht gestellt haben soll. In demselben wird allerdings Katharina die Ehegemahlin des Herzogs genannt; aber dieser Frageartikel ist nicht von jenem höchsten meklenburgischen Gericht, wie L. meint, sondern von dem Notar Cuper zu Güstrow, und zwar auf Wunsch des spätern Ehemanns der Katharina, des Hauptmanns Nidrumb, dem Bürger Probst zu Güstrow vorgelegt worden und hat daher für die fragliche Ehe keine Beweiskraft.
3. Wenn der Dr. Crull zu Güstrow erzählt, Ulrich habe Zibühl "seiner Frawen, als er sie zu nennen pflach, Cath. Hahnen" Vermacht, so beweisen doch die Worte: "als er sie zu nennen pflach" vielmehr, daß Kath. in der That nicht die Frau des Herzogs war.
4. Daß Katharina Hahn eine Witthumsverschreibung gehabt habe, sagt, wie L. behauptet, der Canzler Dr. Stallmeister nicht aus, sondern derselbe erzählt nur, daß ihr 30000 Rthlr. vermacht seien.
5. Daß die Gemahlin des Herzogs nur sollte Frau Katharina Hahn genannt sein, wie es nach den Acten wirklich der Fall war, ist doch mindestens verdächtig.
6. Daß auf dem Hofe Zibühl auch das Wappen der Familie von Hahn angebracht war glauben wir wohl, denn Katharina wohnte dort zuweilen (  ...  )
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war schwerlich mit der Katharina von Hahn, noch sonst verehelicht. Wäre es der Fall gewesen, so würden wir gewiß nicht nöthig haben, mühsam Beweise dafür zu suchen, sondern wir würden aus vielen überlieferten Nachrichten, wie über Ulrichs Krankheit und Tod und über seine Leichenbestattung, sicher auch etwas über seine Gemahlin, die ihn ja überlebt hätte, erfahren.

Nach einer Mittheilung des Predigers Andreas Cracovius zu Bützow fühlte Ulrich II. am 14. März 1624, als er sich auf dem Propsteihofe zu Rühn aufhielt, "einen schweren Anstoß". Es wurde ihm dann zwar noch wieder etwas besser; aber er nahm doch schon am 21. März (Palmsonntag) 4 Uhr Morgens das Abendmahl, weil er sich sehr krank fühlte. Am 22. wurden zu dem Hofmedicus Crull aus Güstrow noch zwei Aerzte aus Rostock gerufen, die Doctoren Michaelis und Stockmann. Am Sonnabend vor Ostern, 27. März 1624, verschied der Herzog, während man ihn in ein anderes Zimmer trug, in dem rüstigen Mannesalter von 45 Jahren und 3


(  ...  ) allein und mit dem Herzog), und Ulrich beabsichtigte wenigstens, ihr das Gut zu schenken. Doch ist für uns die Aussage der Wittwe Trost, der "Verwalterschen" zu Rothenmoor, die früher zu Zibübl gedient hatte, daß nämlich "I. F. G. (des Herzogs) vnd Frawen Catharinen Hahnen wapen an zweien schornsteinen gemahlet," kein Beweis für die fragliche Ehe. Daß an Oertern, "dar I. F. G. wapen gestanden, gemeinlichen Fraw Catharinen Hahnen Wapen darbei gesetzt," sagt der Zeuge Karl Casper Danckwardt aus Rostock - Stallmeister weiß es nicht -; doch dies alles hat nur Bedeutung für die Ansprüche Katharinas auf Zibühl und beweist nichts für ihre Ehe. Daß aber irgendwo ein Alliance=Wappen Ulrichs und Katharinas in Zibühl angebracht gewesen, wird nirgends behauptet. Die "Schenkscheiben", welche L. (S. 39) citirt, sind nicht, wie er zu meinen scheint, Fensterscheiben mit Wappen, sondern der Ausdruck Schenkscheibe, der einmal in den Acten vorkommt, bedeutet eine Art Buffet, eine Schenke oder eine Art Schrank.
7. Daß die Schenkung von Zibühl an Katharina eine "donatio inter vivos stante matrimouio" "im Verlaufe des Gerichtsverfahrens", wie L. anführt, genannt wird, können wir nicht finden. Nidrumb schreibt an Wallenstein in dieser Angelegenheit: "Demnach befinden E. F. G., das der Herr Administrator des Stifts Schwerin, Herr Ulrich, Herzog zu Schleswig=Holstein etc., das guett Ziebühl alß ein Allodiall weltlich Guett vor eine genannte Kaufsummen, keiner andern Intention, dann meiner lieben Hausfrawen zum besten, tytulo emptionis an sich gebracht und Ihr auß sonderbarer liebe, gnade vnnd affection, vnnd zwar in praemium seu recompensationem obsequiorum et bene meritorum zu schenken, Solches auch nach S. F. G. Todte zu behalten, gestalt aus der Eydtlichen Zeugen=Kundtschafft erhellet. Ob dan woll bey dießem Passu obycyret vnndt furgeworffen werden muchte, das solche gerumbte donatio inter vivos stante matrimonio Allerding zu rechte nicht krefftig vnnd beständig, weil darvber keine schriftliche documenta" etc. Anderswo findet sich der Passus donatio inter vivos slante matrimonio nicht, und hier bedeutet er für die Entscheidung unsrer Frage nichts.
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Monaten. Auch Cracovius war an das Krankenbett nach Rühn befohlen worden, um dem Leidenden mit geistlichem Zuspruch nahe zu sein.

Die Meldungen von dem Ableben Ulrichs wurden an verschiedene Fürsten im Namen König Christians von Dänemark geschickt; besonders mag bemerkt werden, daß auch Herzog Adolf Friedrich von Meklenburg mit seiner Gemahlin Anna Maria vom Könige zu den Bestattungsfeierlichkeiten eingeladen wurde. Nach dem Wunsche der Mutter des Verstorbenen sollten diese erst am 24. Mai stattfinden, und so ist es auch geschehen. Zugegen waren bei der Feier in Bützow, wohin die fürstliche Leiche gebracht wurde, Herzog Adolf Friedrich und Gemahlin mit 67 Personen, 36 Reisigen und 30 Pferden, Hans Albrecht von Meklenburg mit 60 Personen und 52 Pferden, der Prinz Christian (V.) von Dänemark mit einem sehr großen Gefolge (85 vom Adel, 42 andern Personen, unter diesen 15 Köche und in der Voraussicht, daß die vielen Köche den Brei verderben würden, 4 Apotheker), die Herzogin=Wittwe zu Schleswig=Holstein Auguste, geb. Prinzessin von Dänemark, mit 33 Personen und 29 Pferden und die Herzogin=Wittwe zu Braunschweig=Lüneburg Elisabeth, Schwester der vorigen, mit 40 Personen und 34 Pferden 1 ). Die meisten fürstlichen Personen blieben nur bis zum nächsten Tage; die beiden letztgenannten Herzoginnen reisten aber erst Ende Juni über Warnemünde nach Dänemark ab.

Die Leiche, welche man in einen zinnernen Sarg mit vergoldeten Ringen legte, fand ihre Ruhestätte zunächst in einem Grabgewölbe der Bützower Kirche. Im Jahr 1642 aber ließ sie König Christian IV. nach Dänemark überführen.


1) Ein Verzeichniß der ausgaben "zum Begräbniß" Ulrichs II. enthält folgende Positionen:
Ausgaben zum Begräbnis
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Sie wurde auf der Warnow bis Warnemünde gebracht und von dort durch ein königliches Schiff abgeholt, um ihre endliche Ruhestätte im Dom zu Roeskilde zu finden. (Vgl. Jahrb. XXIII., S. 33.)

Die Ehrenpredigt, welcher der Pastor Andreas Cracovius zu Bützow auf den verstorbenen Administrator am Tage nach dessen Beisetzung, den 25. Mai 1624, hielt, mag der Uebertreibung des Ruhmes viel enthalten; aber doch giebt sie bis zu einem gewissen Grade auch ein glaubwürdiges Zeugniß, und wir wollen nicht unterlassen, Einiges aus derselben mitzutheilen. Cracovius rühmt die große Thetlnahme bei der Beisetzung. Es seien viele Menschen aus der Fremde, die zum Jahrmarkt (Pfingstmarkt) nach Rostock gezogen, nach Bützow gekommen; "denn dieses seligen Herrn Tischtuch, Bier= und Weinkeller hat sich weit gestrecket." Ulrich II. habe für seine Ausbildung durch den Besuch der Universitäten Helmstädt, Leipzig und Rostock (wo er Rector war) aufs Beste gesorgt und habe seine dort erworbenen Kenntnisse durch Reisen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, in Lappland und Norwegen (1601 und 1602) erweitert. 1605 sei er als tapferer Heerführer dem Kaiser Rudolf mit 1000 Pferden wider die rebellischen Ungarn zur Hülfe geeilt. Während seines Aufenthalts in England im Jahr 1606 habe er sich soviel Anerkennung erworben, daß er mit dem Hosenbandorden geschmückt worden sei, und der Kurfürst Christian II. habe ihn 1607 zum Gubernator in Kursachsen ernannt. Er sei fromm gewesen und habe die Bibel fleißig gelesen (er brachte seine letzten Stunden mit religiösen Betrachtungen zu) und habe sich immer milde und freigebig gezeigt. Die Unterthanen habe er gern geschont, Bauern und Bürger seien nicht von ihm belästigt worden. Die Prediger hatten sich seiner besonderen Gunst erfreut, da er sie oft vom Kopf bis zu den Füßen einkleidete. Seine Neigung zur Wissenschaft habe er bethätigt durch fortgesetztes Studiren der Arithmetik und der Geometrie, er habe sich sogar geometrische Instrumente und Globen aus Holland kommen lassen.

Ulrich III.

Bald nach dem Regierungsantritt Ulrichs II. begannen wieder die Verhandlungen für die Wahl eines Nachfolgers des jungen Administrators. Schon am 10. November 1604 schrieb die Herzogin=Wittwe, Sophie von Meklenburg, von ihrem Wittwensitz Lübz aus in Anlaß des beabsichtigten Aus=

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tausches einiger Stiftsdörfer und Hebungen gegen meklenburgische Besitzungen an Hzg. Karl von Meklenburg, er möge bei dieser Gelegenheit das Capitel verpflichten, nur aus dem Hause Meklenburg künftig einen Bischof zu wählen. Ein ausdrückliches Versprechen der Capitularen in dieser Hinsicht sei um so nöthiger, "da einige Domherren eine andre Absicht hätten, und sie gewiß wisse, daß dieselben "dar all Geschenk daraus empfangen."

Wohin die Absicht einiger Domherren ging, erhellt aus einem Brief Ulrichs II. von Dänemark aus an das Capitel (vom 7. August 1605). Er habe, schreibt Ulrich, mit den Capitularen über die Wahl eines Coadjutors gesprochen und dabei an den ältesten Sohn des Bischofs Heinrich Julius von Halberstadt, Herzogs von Braunschweig=Lüneburg, gedacht; doch sei seine Absicht jetzt "aus erheblichen Ursachen" eine andre. Er befiehlt nun geradezu, daß man den ältesten Sohn des Bischofs von Lübek, Johann Adolf, Erben von Norwegen u. s. w., wähle. Aber ebenso wenig, wie die "erheblichen Gründe" bekannt sind, wegen welcher der Bischofssohn gewählt werden sollte, ebenso wenig wissen wir, warum später nie mehr von dieser Wahl die Rede ist. Von dieser Seite drohte also den Plänen der Meklenburger nur eine vorübergehende Gefahr.

Nun erfuhr aber der Kanzler Adolf Friedrichs, Hajo von Nessen, von dem Domherrn Joachim von Bassewitz, daß der Dr. Reutze eifrig beim Capitel die Wahl eines dänischen Prinzen betreibe, und daß das Capitel gewillt sei, zu Anfang des Jahres 1606 in Bützow über diese Angelegenheit zu verhandeln. Nessen wandte sich deshalb schleunigst an die verwittwete Herzogin in Lübz, die ja so reges Interesse für die Wahl eines Meklenburgers zeigte, obwohl sie eine geborne Herzogin von Schleswig=Holstein war. Nessens Wunsch ging dahin, Sophie möchte die Capitularen bewegen, daß sie mit der Wahl bis Ulrichs Zurückkunft (aus Dänemark) warteten, und dieselben zugleich erinnern, daß sie doch meistens Meklenburger seien. Nöthig würde auch ein Brief an Heinrich von Bülow sein, dem Nessen nicht glaubte trauen zu dürfen. Sophie schrieb sofort nach Empfang dieser Nachricht, wie der Kanzler es wünschte, und einige Wochen später schickte auch Herzog Karl von Meklenburg einen gleichlautenden Brief an das Capitel, indem auch er, wie Sophie, demselben vorhielt, "man möge für das eigne Vaterland und den angestammten Fürsten (Adolf Friedrich ist gemeint) 1 ) sorgen, dafür auch die


1) Nach einem Schreiben Adolf Friedrichs vom 22. Juli 1612.
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Heiden und barbarischen Völker Leib und Leben, Gut und Blut freiwillig darzustrecken sich nicht geweigert". Merkwürdiger Weise bleibt Adolf Friedrich selbst, um den es sich doch handelte, Jahre lang ganz passiv. Zwar berichten die Acten von "Ungelegenheiten", die er mit Bischof Ulrich im Jahre 1609 hatte und die "in offenen Streit" überzugehen drohten, und es ist wohl wahrscheinlich, daß diese Differenzen ihren Grund in der geplanten Bewerbung um das Coadjutor=Amt hatten; aber, daß bis zum Jahre 1612 von Adolf Friedrich keine directe Bewerbung an das Capitel gelangte, ist gewiß.

Um so besser benutzten Ulrich II. und seine Verwandten die Zeit, um das Capitel für die Wahl eines dänischen Prinzen zu gewinnen. Als er im Sommer 1611 aus dem Stift reisen wollte, um sich, wie er sagte, nach Wolfenbüttel in Kriegsgefahr zu begeben, berief er das Capitel zum 1. August nach Schwerin, dort wollte er demselben seinen Wunsch in Bezug auf die Wahl eines Coadjutors vortragen. Sein Vertrauensmann unter den Capitularen war der Dekan Otto von Estorff, der als Nicht=Meklenburger natürlich für Adolf Friedrich weniger Interesse hatte. Estorff ging auf Ulrichs Pläne, wenn auch zögernd, ein und entwickelte später im Verfolg derselben eine ungemein rührige Thätigkeit. Unterm 8. September erhielt das Capitel vom Administrator folgenden Brief: "Wir Ulrich u. s. w. bekennen, zur Vermeidung der den evangelischen Stiftern drohenden Gefahr, zumal wenn sie ohne Haupt sind, daß wir bewogen sind zur Erhaltung des Stiftes Hoheit, Freiheit und Gerechtigkeit bei Lebzeiten einen Coadjutor und künftigen Successor dem Capitel zu präsentiren und zu nominiren; und da das Capitel sich mit uns dahin gütlich geeinigt, daß wir den mittlern Sohn des Königs Christian von Dänemark, den Prinzen Friedrich, zum Coadjuter am Stift cooptirt, postulirt und adscribirt haben und denselben zur Wahl eines künftigen Successers oder Administrators - da dem Capitel die freie Wahl unzweifelhaft gebührt - präsentirt, nominirt und commendirt, und ersuchen ein erwürdiges Domcapitel instanter, instantius et instantissime, daß es mit der ordentlichen Postulation und Election förderlichst fürgehe, vorbehaltlich unsrer noch habenden Administration und Regierung." Kurz vor seiner Abreise schrieb Ulrich (18. Septbr.) an Estorff, das Kapitel solle am 24. September zu Wahlverhandlungen, die die fürstlichen Räthe leiten würden, in Bützow zusammentreten, und dem Capitel theilte der Bischof mit, daß sein Kanzler Erasmus

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Reutze und Dr. Otto von Grunenberg ihn am 24. September vertreten würden. Aber dies schien dem Capitel noch wider alles Herkommen zu sein; die Versammlung am 24. wurde nicht abgehalten, auch nicht die später auf den 29. September anberaumte, da man sich mit der Abwesenheit des Propstes entschuldigte.

Nun schickte aber der König von Dänemark im April des nächsten Jahres 1612 seine Räthe Apitz von Grunenberg und Dr. Bernhard Metzner nach Bützow mit der Weisung, so lange in der Stiftshauptstadt zu bleiben, bis einer seiner Söhne zum Coadjutor Ulrichs gewählt sei. Da wurde wiederum das Capitel zum 23. April nach Schwerin zusammenberufen; am Abend vorher sollte, wie gebräuchlich, Meldung sein. Doch nun konnte Estorff nicht kommen, da er in Angelegenheiten des Stifts Ratzeburg als Domherr desselben nach Köln verreisen mußte, und seine Gegenwart war sicher nöthig, wenn ein dänischer Prinz gewählt werden sollte. Außerdem schrieb auch der abwesende Propst (Winterfeldt), man möchte die Versammlung bis zu seiner Rückkehr aussetzen. Das geschah denn; Ulrich wollte die Conferenz, nach einem Schreiben an Estorff, nun am 1. Mai in Schwerin abgehalten wissen, auch wenn der Propst fehle. Da vermochte das Capitel die Wahl nicht mehr hinzuhalten. Es trat am 1. Mai 1612 ohne den Propst wirklich zusammen, vereinbarte mit den dänischen Gesandten schon am 2. Mai die Wahl des dänischen Prinzen Friedrich, des zweiten Sohnes von König Christian IV., und einigte sich darauf mit eben diesen Gesandten um die Capitulation. Allerdings behaupteten die Capitularen später, daß sie bei allen diesen Beschlüssen die Zustimmung des Propstes zur Bedingung gemacht hätten.

Die dänischen Räthe reisten nun mit der Capitulation ab in der sichern Meinung, daß sie ihren Auftrag glücklich ausgeführt hätten. Aber man hatte die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Der Propst kehrte Mitte Juni zurück und erklärte alle Beschlüsse des Capitels für ungültig. Das Capitel mußte sich also am 16. Juni zu der unangenehmen Erklärung bequemen, daß es sein Versprechen wieder zurücknehme. Darauf folgte aus Kopenhagen von den frühern Gesandten ein scharf tadelndes Schreiben vom 27. Juni 1612. Es wäre nun einmal Herzog Friedrich von Schleswig=Holstein pure et simpliciter absque ulla ullius voti reservatione zum Coadjutor und dereinstigen Administrator erwählt, sogar sei die Wahl in eventum auf des Königs jüngsten Sohn Ulrich ausgedehnt, die Capitulation wäre vom Capitel unter=

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schrieben 1 ) und den Gesandten zur Ueberreichung an den König zwecks Ratificirung eingehändigt. Der König hätte die Capitulation acceptirt und mit Handzeichen und Siegel befestigt, auch einen Schutz= und Schirmbrief neben einer Obligation auf 15000 Rthlr. 2 ) und neben ansehnlichen Geschenken ("güldenen Ketten und Konterseien") an das Capitel abgeschickt. Seinerseits sei also Alles, was verlangt worden, erfüllt. "Also setzen wir demnach außer Zweifel, E. L. (die Capitularen) als ehrliche, verständige, redliche Leute, die ihre Discretion und männliches Alter erlangt, werden hinwiederum ihre Wahl und Schluß standhaftig vertreten." Auch wisse man, "quod solus praepositus non faciat capitulum, et quod a majori parte conclusum est, pro eo secundum jura habeatur, ac si omnes adfuissent". Uebrigens möchten die Capitularen sich auch "zu Gemüthe führen, daß sie nicht mit Privatpersonen oder Kindern, sondern mit einem mächtigen König und Potentaten und einem vornehmen fürstlichen Stand des heil. römischen Reiches Handlung angestellt." Es bleibe dem Capitel darum weiter nichts übrig, als den Propst zur Zustimmung zu bewegen. Erfolge dessen Zustimmung, so solle er auch das ihm zugedachte ansehnliche Geschenk erhalten.

Der Administrator Ulrich erhielt die Erklärung des Capitels von der Zurücknahme der Wahl erst unterm 19. Juni zugeschickt. Auch er ist höchst entrüstet, will sich auf schriftliche Verhandlungen nicht mehr einlassen und bestellt das Capitel, scheinbar ohne den Propst, zum 25. Juni nach Gallentin zur Conferenz. Ob die Capitularen sich einstellten, wissen wir nicht, wahrscheinlich ist es wenigstens nicht.

Sicher hatte Herzog Adolf Friedrich aus erster Hand die Nachricht von dem Scheitern der dänischen Wahl erhalten; denn noch ehe das Capitel officiell Mittheilung von seiner Verlegenheit machte, brachte der Herzog seine Bewerbung um das Stift an. Schon am 10. Juni 1612 schrieb er deshalb an die Capitularen und bemerkte, daß er das, was


1) Eine im Besitz des Vereins für meklenburgische Geschichte befindliche Copie enthält die Unterschriften: "Ulrich, Erbe von Norwegen, Administrator des Stifts u. s. w., Apitz von Grunenberg, Leonhard Metzner, Dietrich von Winterfeldt, praep., Otto von Estorff, Dekan, Claus von der Lühe, Senior, Ulrich Wackerbarth, Joachim Wopersnow."
2) Von dieser Summe, zahlbar zu Kiel in der heil.=Drei=Könige=Woche 1613, sollte die Domkirche 5000, das Capitel 10000 Rthlr. bekommen. (Nach einer Copie im Besitz des Geschichts=Vereins.) Der königliche Schutzbrief ist mitgetheilt von Rudloff in: "Das Verhältniß zwischen Meklenburg und dem Stift", Anlage XVIII, B.
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Andre etwa versprochen hätten, auch gewähren könne. Auch am herzoglichen Hofe zu Güstrow interessirte man sich lebhaft für die Wahl eines meklenburgischen Herzogs zum Administrator des Stifts. Der Kanzler Johann Cothmann und andere Räthe forderten schon am 15. Juni Herzog Adolf Friedrich auf, zusammen mit Herzog Johann Albrecht zu diesem Zwecke Schritte zu thun. Das Stift wäre doch, meinten sie, von den Vorfahren der meklenburgischen Herzoge fundirt, es läge mitten in Meklenburg, und meklenburgische Herzöge hätten "in demselben Erbschutz und Schirm." Das Capitel müsse einen Assessor zum fürstlichen Hofgericht schicken, wie denn auch die Appellationen vom Bischof an das meklenburgische Hofgericht gingen. Die Capitularen wären meistentheils Meklenburger, und was die Hauptsache sei, es beständen Vorträge zwischen dem Stift und dem Hause Meklenburg, nach welchen der Bischof dem Capitel gestatten müsse, den Tractat, daß "die electio episcoporum ad familiam ducum Megapolensium restringirt werden möge", fortzusetzen und zu vollenden. Dieser Tractat war wegen des Ablebens Ulrichs I. nicht zu Stande Bekommen und konnte deshalb jetzt grade wohl nicht schwer in die Wagschale fallen. Aber ein andrer Umstand kam den Meklenburgern besser zu Statten. Das Kapitel wünschte nämlich den Ramper Werder gegen den gewöhnlichen Canon in Pacht zu nehmen und hatte sich darum mit einer Bitte an Adolf Friedrich gewandt. Der Herzog benutzte diesen Umstand und machte die Gewährung dieses Wunsches von dem Fortgang der Wahlverhandlunaen abhängig. Das Capitel aber äußerte sich dahin, daß zwar der §. 37 der letzten Capitulation (Ulrichs II.) für das Haus Meklenburg günstig sei, es sei aber bis jetzt an Meklenburg nicht gedacht, da dasselbe sich nicht beworben habe; und nicht ganz der Wahrheit gemäß fügte man hinzu, daß vorerst der Administrator einen Coadjutor begehren müsse.

Der dringende Rath, welcher wiederholt aus Güstrow ertheilt wurde, Adolf Friedrich möge in der Wahlangelegenheit mit Hans Albrecht gemeinsam vorgehen, schien Ersterem nicht recht zu behagen. Er beschloß hingegen für sich allein zu operiren, und zwar wählte er den Weg, welchen ihm die Dänen gezeigt hatten, indem er zuerst einzelne der Capitularen zu gewinnen suchte. Der herzogliche Kanzler Hajo von Nessen wurde nebst einigen Räthen mit den Verhandlungen betraut. Vor allen hatte man es auf von Estorff und von der Lühe abgesehen; der Propst von Winterfeldt neigte an sich schon auf die Seite Adolf Friedrichs. Wirklich kam

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man denn auch so weit, daß Hajo von Nessen, Hans Christoph von Jasmund und Elias Judelius am 20. Juli eine Conferenz mit dem Capitel gewährt wurde. Aber nach langem Hin= und Herreden gab das Capitel die Resolution, non jam rem integram esse. Als Ulrich II. (1605) die Reuter nach Ungarn geführt, habe er den jungen Herzog von Holstein zum Coadjutor vorschlagen lassen, doch damals habe das Capitel sich noch gesträubt, und die Wahl sei unterblieben. Als aber im vorigen Jahre der Administrator "sich in das braunschweigsche Kriegswesen begeben", habe er vorher den Sohn des Königs von Dänemark zum Coadjutor nominirt, und derselbe sei in Folge dessen, allerdings vorbehältlich der Zustimmung des Propstes, gewählt, aber in Dänemark halte man diese Wahl für gültig auch ohne des Propstes Einwilligung. Uebrigens dürfe ohne den Willen des Bischofs ein Coadjutor nicht gewählt werden. Zur Entschuldigung führten die Capitularen an, sie hätten geglaubt, Adolf Friedrich reflectire nicht auf das Stift, da er nie vorher einen solchen Wunsch geäußert, und sie hätten rasch wählen müssen, da "das Unwesen in Ratzeburg" sie besorgt gemacht hatte 1 ). Uebrigens würde man jetzt, wo nicht periculum in mora, den Tractat mit Meklenburg wegen der alleinigen Postulation dieses Hauses gern fortführen. Adolf Friedrich entgegnete einige Tage später, daß das Capitel allerdings mehrmals an seine (des Herzogs) Wahl erinnert wäre; doch sei es auch jetzt noch nicht zu spät zu wählen, da die Verhandlungen mit Dänemark sich wieder zerschlagen hatten. Des Herzogs Räthe empfahlen dem Capitel, unter so bewandten Umständen die Wahl bis zum Tode des Bischofs auszusetzen. Auf keinen Fall dürfe man aber Meklenburg übergehen, wenn man sich die bisherige Nachsicht desselben gegen das Stift erhalten wolle. Um den Aufschub der Wahl zu sichern, schrieb Adolf Friedrich auch an Ulrich II. einen sehr verbindlichen Brief, in welchem er indessen auch seine wohlwollende Gesinnung gegen die Stiftsregierung gehörig hervorhob; aber Ulrich meinte, "das Werk habe vor etlichen Monaten all seine Richtigkeit erlangt". Die Verpflichtung des Capitels, das Haus Meklenburg in erster Linie zu berücksichtigen, wollte er nicht anerkennen. Uebrigens ist auch Ulrichs Antwort freundlich und herzlich; er schließt:


1) Herzog Hans Albrecht von Meklenburg belagerte im Sommer 1610 die Stadt Schönberg, weil er als Erbe seines Schwiegervaters, des verstorbenen Administrators zu Ratzeburg Herzogs Christoph, eine ansehnliche Summe an Baukosten vom Stift forderte.
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"Bin und bleib allzeit Dein von Herzen getreuer Bruder, weil mir warm zum Herzen ist."

Um so schlechter war das Verhältniß zwischen Ulrich und Hans Albrecht, ohne Zweifel in Folge der Wahlangelegenheiten. Ulrich ging in seiner Aufregung gegen seinen Gegner sogar so weit, daß er denselben zum Zweikampf herausforderte.

Einige Jahre hindurch erfahren wir nun über die Wahlangelegenheit nichts, bis wir im Herbst 1619 die Räthe des Herzogs Adolf Friedrich wieder in voller Thätigkeit in dieser Sache sehen. Alle möglichen Wege, die zum erwünschten Ziel führen konnten, wurden berathen, aber man konnte sich über den richtigen nicht einigen Eine Hauptschwierigkeit bot der Umstand, daß man nicht wußte, wie weit die Wahl eines dänischen Prinzen gediehen war. Bevor daher Herzog Adolf Friedrich weitere Schritte that, versuchte er, sich erst gehörig über den Stand der Wahl zu informiren, und gab deshalb seinem Rath Dr. Christoph von Hagen Vollmacht und Geleitschreiben nach Wismar und Rostock. Dieser langte am 2. December 1619 in Rostock an und begab sich dort zu dem Notar Jacob Eill Hoyerschwerd, welcher bei zwei wichtigen Stiftsverhandlungen als Notar fungirt hatte, und deshalb der Wahrscheinlichkeit nach über die Wahl etwas wußte. Bei der ersten Unterredung wollte Eill noch nichts verrathen, doch war er bei einer wiederholten Anfrage von Hagens, die von Versprechungen auf einen Judaslohn begleitet wurde, geneigt, die Hauptpuncte aus der alten Capitulation - die letzte auf den jungen Prinzen wollte er selbst nicht kennen - ad calamum zu dictiren. Er that aber schließlich mehr, als er versprochen hatte. Am 4. December Morgens dictirte Eill, der Propst Winterfeldt habe sich schließlich auch auf die Seite der Dänen geneigt und in Dänemark in seinem und des Capitels Namen die Erklärung abgegeben, daß Friedrich von Schleswig=Holstein oder in eventum dessen Bruder Ulrich als erwählter Coadjutor und Successor im Stift gelten solle 1 ). Die Immission des dänischen Königs für seine


1) Dies geschah am 11. September (stylo veteri) zu Frederiksborg, wohin mit dem Propft von Winterfeldt und dem Notar Eill auch der Stiftskanzler Dr. Erasmus Reutze Von Ulrich II. geschickt war. Der Propst übergab das Postulations=Decret, welches unterm 29. September 1611 (Bützow) in conventu capituli ausgestellt und von Winterfeldt, Estorff, von der Lühe, Ulrich Wackerbarth und Joachim Wopersnow unterschrieben war. Dr. Leonhard Metzner gab im Namen des Königs die Erklärung, daß die Capitulation angenommen sei.
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Söhne ins Stift sei darauf zu Schwerin, Warin und Bützow in Gegenwart Estorffs, Wackerbarths und des Syndicus Finx, welcher das Wort geführt habe, im Namen aller Capitularen geschehen. Er, Eill, habe, requirirt vom Bischof, Capitel und den königlichen Rächen, über die Intimation und Immission drei Instrumente ausgefertigt und diese an die Requirenten abgegeben. Zum Schluß bittet Eill, ihn nicht zu verrathen, was versprochen wird, und erhält dann von Dr. von Hagen zum Lohn 2 Rthlr.

Diese Nachrichten waren freilich für Adolf Friedrich ungünstig genug; was hatte er nun noch zu hoffen, wenn er sich nicht etwa gewaltsam in den Besitz des Stiftes setzte? Doch vor Gewalt hatten alle seine Räthe gewarnt. Es blieb nur noch ein Trost übrig, nämlich die Schuld des Mißlingens einem Andern in die Schuhe zu schieben. Und dieser Sündenbock wurde Cothmann. Christoph v. Hagen wies nach, daß Heinrich von Sperling in früheren Zeiten einmal eine Instruction vom Capitel gehabt hätte, laut welcher die Domherren für einen Preis von 12000 Rthlr. baar die Wahl nach des jetzigen Administrators Tode auf das Haus Meklenburg hätten restringiren wollen. Aber damals habe man nicht mit Ernst die Sache in die Hand genommen, obgleich die Gelegenheit günstig gewesen, und diese Schuld trage Cothmann.

Dänemark wußte also seit 1612 schon, daß ihm die Nachfolge im Stift gesichert war, es hatte darum auch nicht besondern Grund, sich weiter zu bemühen. Nun war aber zwar allgemein abgemacht, daß die Postulation auf Grund der Capitulation von 1597 gelten sollte, doch eine eigne Capitulation hatte man bisher wohl nicht aufgestellt. Erst als der Prinz Friedrich zum Bischof von Verden erwählt war, und nun das Stift Schwerin seinem für einen solchen Fall als Ersatzmann gewählten Bruder Ulrich überlassen wollte, kam mit andern Verhandlungen auch diese Angelegenheit völlig zum Schluß. Am 9. März 1622 ließ König Christian IV. dem Schweriner Capitel durch seinen Kanzler Heinrich Stallmeister die Mittheilung machen, daß nunmehr sein Sohn Ulrich in die Stelle Friedrichs als Coadjutor und dereinstiger Successor trete. Er meinte, es brauche weiterer Förmlichkeiten nicht, das Capitel möge nur einfach seine Zustimmung geben 1 )


1) Zugleich theilte der König mit, daß er das Gut Zibühl für die bischöfliche Tafel gekauft habe, und forderte zu diesem Kauf den Consens des Capitels, welcher gegeben wurde.
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Letzteres hatte denn auch weiter nichts einzuwenden, war vielmehr ganz erfreut, daß das Stift Schwerin "in den ganz schwierigen Zeiten, da fast niemand mehr vor dem Andern sicher, sondern ein Jeglicher es nur auf die Spitze und Faust setzen will", seinen eignen, alleinigen Regenten haben und behalten solle; nur bat es um Aufschub der Antwort bis Ostern 1 ). Wahrscheinlich wurde diese Frist gewährt; weniger wahrscheinlich ist, daß sie den Capitularen genügte, um sich schlüssig zu machen. Jedenfalls datirt das decretum postulationis, das man auf den jungen Prinzen Ulrich speciell ausstellte, erst vom 28. Juni 1622. Unter diesem Datum wurde zu Schwerin für Ulrich, in der Reihe der Administratoren Ulrich III., eine Capitulation vereinbart und dieselbe am 12. August desselben Jahres für den noch unmündigen Coadjutor von Christian von Dänemark zu Kopenhagen mit dem großen königlichen Siegel und mit eigner Namensunterschrift befestigt. Diese Capitulation ist fast durchweg der von 1597 gleich, wir verweisen daher auf jene und geben hier nur die Abweichungen.

Wie schon gesagt, unterschrieb der Postulatus 1597 selbst, während es 1622 für ihn der Vater König Christian that. Von den einzelnen Verpflichtungen fielen die 1597 unter Artikel 5 und 6 genannten als überflüssig weg, und während dann die Artikel 7-36 der alten Capitulation den Artikeln 5-34 von der neuen gleich sind, folgen zum Schluß:

35) Ulrich III. soll erst mit dem 18. Lebensjahre die Regierung antreten; stirbt Ulrich II. eher, so soll bis dahin ein Statthalter des Capitels nebst einem Adjuncten aus der Mitte des Capitels mit dem Kanzler und den Räthen Ulrichs III. sowie nebst dem Stiftshauptmann, der dem Postulatus und dem Capitel verpflichtet ist, das Stift regieren. Die reinen Erträge aus dem Stift erhält aber Ulrich III. alle Jahre auf Trinitatis.

36) Stirbt Ulrich III. bei Lebzeiten Ulrichs II., so geht die Postulation ohne Weiteres auf des ersten Bruder Friedrich über.

37) Christian IV. und Ulrich III. versprechen die Capitulation unverbrüchlich zu halten; Ulrich III. wird dasselbe bei Eintritt der Volljährigkeit noch einmal an Eides Statt geloben.

38) Wie in der Capitulation von 1597.


1) Aus einem spätem Brief des Capitels an den König erfahren wir, daß Christian 1622 den Wunsch aussprach, da