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Jahrbücher

des

Vereins für meklenburgische Geschichte
und Alterthumskunde,

 

gegründet von                  fortgesetzt von
Geh. Archivrat Dr. Lisch. Geh. Archivrath Dr. Wigger.

 


 

Fünfundfunfzigster Jahrgang

herausgegeben
von

Archivrath Dr. H. Grotefend,

als 1. Secretair des Vereins.

 


Mit angehängten Jahresberichten für 1889 und 1890.

 

 

Auf Kosten des Vereins.

 

 

Vignette

Schwerin, 1890.

In Commission der Stillerschen Hofbuchhandlung.

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~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Gedruckt in der Bärensprung'schen Hofbuchdruckerei in Schwerin.

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Inhaltsanzeige.


I. Die Wismarschen Unruhen im ersten Drittel des funfzehnten Jahrhunderts. Von Dr. F. Techen zu Wismar S. 1
II. Geschichte der Sternberger Hospitalien. Von Lic. theol. K. Schmidt, Pastor zu Sternberg S. 139
III. Die Erwerbung des Landes Stargard durch Fürst Heinrich II. Von Dr. Karl Koppmann, Stadtarchivar zu Rostock S. 197
IV. Die Grabsteine der Wismarschen Kirchen. Von Dr. Crull und Dr. F. Techen zu Wismar S. 237
V. Zur Rethrafrage. Von Medicinalrath Dr. Brückner in Neubrandenburg S. 261
VI. Die Civitas der Slaven und Funde aus Feldberg S. 279
VII. Fund in der Kirche zu Gr.-Methling S. 287
VIII. Aus der Jugend des Schauspieldirectors Conrad Ernst Ackermann. Von Archivrath Dr. Grotefend S. 288

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I.

Die Wismarschen Unruhen

im

ersten Drittel des funfzehnten Jahrhunderts.

Von

Dr. F. Techen.

~~~~~~~~~~~

Einleitung.

E s dürfte wenige Thatsachen in der Wismarschen Geschichte geben, die in der Erinnerung der nachfolgenden Geschlechter so festgehalten sind, wie die Hinrichtung des Bürgermeisters Johann Bantzekow und des Rathmanns Hinrik van Haren. An und für sich schon mußte der Eindruck eines solchen Staatsprocesses, wie er in Wismar weder vorher noch nachher geführt worden ist, auf die Bürgerschaft lange nachwirken. Dazu hat die zur Sühne auf dem Marienkirchhofe erbaute Kapelle bis in die Mitte dieses Jahrhunderts das Andenken wachgehalten, mehr aber noch das auf dem Markte an der Stelle der Hinrichtung gesetzte Denkmal, von dem jetzt noch der letzte Rest, der runde Stein, jedem Kinde gezeigt und erklärt wird. Endlich hat, so arm unsere Stadt sonst an Chroniken ist, ein gleichzeitiger Chronist diese Geschichte eingehend und geschickt behandelt, und seine Chronik ist viel abgeschrieben, auch umgearbeitet, und viel gelesen worden.

Dennoch und trotzdem der freilich recht mangelhafte Abdruck dieser Chronik bei Schröder - der ältere bei Regkmann ist völlig unbrauchbar - jedem zugänglich ist, ist die Erinnerung an jenes Ereigniß sehr verblaßt und theilweise von der Sage getrübt. So ist vorauszusetzen, daß eine Abhandlung darüber eine freundliche Aufnahme finden wird. Diese Abhandlung durfte sich aber nicht

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eng auf die "Bantzkow'sche Geschichte" beschränken, sondern mußte die frühere Bewegung mit in ihren Kreis ziehen. Ebensowenig durfte sie eine bloß umschreibende Wiedergabe jener Chronik werden, sondern es mußte alles benutzt werden, was an sonstigen Quellen zugänglich war; und endlich durfte die Abhandlung nicht allein hervortreten. sondern mußte in Begleitung von Urkunden und einer neuen Ausgabe der Chronik erscheinen. Das braucht keine besondere Begründung.

Meine Arbeit zerfällt also in drei Theile, eine Darstellung der Unruhen, eine Urkundensammlung und eine neue Ausgabe der Chronik.

Während es unnöthig ist, zu den ersten beiden Theilen hier etwas zu bemerken, erscheint es geboten, zu dem dritten einiges vorauszuschicken über den Verfasser, die Handschriften und ihre Benutzung.

Der Verfasser nennt sich nicht gerade heraus. Es scheint mir aber keinem Zweifel zu unterliegen, daß Dr. Crull recht hatte, der, bevor ich mir selbst eine Meinung über die Sache hatte bilden können, mich auf den Magister Johann Werkmann als Autor hinwies. Dieser stammte aus einer angesehenen Wismarschen Familie, ward 1406 in Prag als baccalaureus (Balck, Jahrb. L, S. 351, 2072), 1419 in Rostock als magister (Hofmeister, Matrikel S. 1) inscribirt. Im Jahre 1430 trat er in den Rath 1 ) dem er bis zu seinem Tode, 1456, Nov. 21, angehörte (Hans. Geschichtsq. II, S. 61, 246, vgl. Jahrb. LIV, S. 141, 324, wo hinter p festo einzufügen ist: cecilie v'gρ.). Die Frage, ob er mit jenem Joh. Werkmann, welcher 1413 und 1416 in dem Neuen Rathe saß, identisch gewesen sei, wird sich nicht mit Sicherheit beantworten lassen.

Daß ein Zeitgenosse über Selbsterlebtes berichtet, wird niemand verkennen. Er selbst verräth, daß er zu den Sechzigern gehört hat (do qweme wi u. s. w. pg. 39 A). Bei den Worten do was dar ein mank de em (Hans Bantzekowen dem Jüngeren) sere gunstich was vp de tiid, de wart mit em wenende vnde borde ene van der erden vp. desse sulue hadde ok sinen vader to voren entsettet, dat he nicht in den torne settet wart, do her Hinrik van Haren settet wart dar van to vorne (pg. 13 A) gesecht is (pg. 31 A) wird jeder unwillkürlich an Joh. 18, 15 oder auch Joh. 13, 23 denken; und auch schon Schröder hat


1) Die Identität des Magisters und Ratsherrn erweist die Urkunde bei Schröder P. M. 2025 und eine Neuklostersche Urk. von 1449, Oct. 6.
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A. B. 1105 angemerkt, daß dieser "eine" nur der Chronist sein könne. Ebenso wenig wird, denke ich, jemand zweifeln, daß der gefährdete Verfasser und Verleger des Briefes pg. 10 A selbst redet (bes. do schach id, dat etlike . . . . . . reddeden dessen leser desses breues, so id god schickede, dat em nicht qwades vppe de tiid wedderuor). In derselben Weise redet unser Freund aber auch pg. 52 A, nur daß er hier die Anonymität ganz fallen läßt (hadde dat nicht schen, so wolden se mester Johan Werkmanne vte deme vinster worpen hebben, dar vmme dat he der borgere wort hadde geholden vnde dat rechte ordel . . beschermede . ok wusten se wol, dat he den olden rat beschermede vnde eme hulpelik was, wor he konde vnde mochte . ok sparde he dar nicht ane noch gelt noch gut noch sin egen leuent).

Die Sache spricht für sich selbst und Momente, die irgend entgegenständen, sind, soweit ich sehe, nicht vorhanden. Der Parteistandpunkt, der Johann Werkmann zugeschrieben wird, ist kein anderer als derjenige, den der Erzähler überall offen zur Schau trägt, und der Umstand, daß es ein Magister ist der sich zum Verfasser anbietet, kann auch wohl für einen günstigen in Anspruch genommen werden. Schön wäre es freilich, wenn wir Werkmann auch sonst als die Feder führend erweisen könnten, aber der Bericht L. U. B. VIII, Nr. 23 (S. 26-35), welchen man darauf ansehen könnte, wird doch eher von dem Protonotar Hermann van Greben verfaßt sein.

Dadurch, daß der Verfasser der vorliegenden Erzählung sich als einen Zeitgenossen und zwar einen an jenen Vorgängen selbst hervorragend betheiligten und demgemäß wohl unterrichteten offenbart, wird in uns ein für die Glaubwürdigkeit der von ihm berichteten Thatsachen günstiges Vorurtheil erweckt werden. Doch werden wir uns des Bedenkens nicht entäußern können, er möge seiner Parteistellung nach in der Beurtheilung der Personen und Vorgänge nicht immer der Wahrheit ihr Recht gegeben haben. Beweise für seine ausgesprochene Hinneigung zu den Bantzekows und dem Alten Rathe sind hinreichend angeführt und derselbe Ton klingt überall durch; andererseits giebt sich so mannigfach sein Abscheu gegen Jesup kund, daß es fast überflüssig erscheint, wenn ich in dieser Hinsicht auf pg. 12, 19, 20, 48, 49, 51 verweise, wo dieser das Prädikat teuflisch bekommt oder als im Dienste des Teufels stehend von diesem geleitet bezeichnet wird, auf pg. 15, 17, wo er verrätherisch, auf pg. 8, 48, 51, wo er boshaft, tückisch, hinterlistig genannt wird; wobei ich dahin gestellt sein lasse, ob

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nicht von seinen Schwüren pg. 6 und 16 in bestimmter Absicht erzählt ist. Die Schmälerung der Macht des Raths durch die Gemeinde ist dem Autor zuwider (pg. 28) und gar das von dieser gegen jenen geübte Gericht ein Greuel (pg. 31).

Unparteiische Geschichtsschreibung können wir von einem Manne, der so offen seine Vorliebe und Abneigung zeigt, nicht erwarten, doch braucht ihm Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe darum nicht abzugehn. Gegen die Schilderung des Charakters und der Beweggründe Jesups werden wir von vornherein mißtrauisch sein müssen und nicht glauben, daß an jenem kein gutes Haar gewesen sei; wir werden auch nicht genöthigt sein, zu glauben, daß alles dem Alten Rath Feindselige von ihm seinen Ursprung genommen habe und daß alle Unordnung und alle Aufläufe von ihm angestiftet seien. 1 ) Dagegen werden wir annehmen dürfen, daß die Gegner dem Alten Rathe und den beiden Hingerichteten manches im Einzelnen vielleicht mit Recht vorgeworfen haben, das uns verschwiegen wird. Doch werden wir uns vor zu starker Zweifelsucht hüten müssen und aus der Offenheit, mit der Werkmann dem Rathe und der Bürgerschaft Kopflosigkeit, Aengstlichkeit, Unentschlossenheit - schlimme Eigenschaften für eine Regierung und den herrschenden Stand - unbedenklich und nicht nur einmal nachsagt, Zutrauen auch für andere Theile seines Berichts gewinnen. Und fragen wir, ob die erzählten Thatsachen mehr als es der Parteistandpunkt nothwendigerweise mit sich brachte, entstellt, ob sie mit Absicht verfälscht sind, ob böslich Schlimmes auf den Gegner ausgebracht ist, Nachtheiliges für die Freunde unterdrückt ist, so müssen wir diese Frage unbedingt verneinen. Ueberall, wo solche herbeigezogen werden konnten, haben die Urkunden den Bericht lediglich bestätigt. Die einzige Abweichung in der Zahl des den Sechzigern vorausgehenden Ausschusses ist für die Tendenz vollkommen gleichgültig.

So werden wir unter dem gemachten Vorbehalte die Chronik Johann Werkmanns getrost als eine gute Quelle für die Er=


1) Wenn ich später über Jesup im allgemeinen doch wie der Chronist rede, so bitte ich das oben Gesagte mir nicht entgegen zu halten. Soll nicht das ganze Bild grau und nebelhaft werden, so müssen die bestimmten Züge festgehalten werden, wie sie überliefert sind, auf die Gefahr, daß wir mit irren. Einen Gegenbericht der uns zurecht hülfe, haben wir einmal nicht. Wo aber in aller Geschichte müssen wir den allgemeinen Vorbehalt nicht machen: vorausgesetzt, daß wir wahrhaft berichtet sind?
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kenntniß der damaligen Ereignisse ansehen und ohne Furcht, uns zu schwer zu irren, ihr im ganzen Glauben schenken dürfen.

Als Abfassungszeit würde sich der Ausgang des fünften Jahrzehnts vom funfzehnten Jahrhundert ergeben, wenn wir neben die Worte der Chronik 28 A: wente se (die erbgesessenen Bürger) hadden se (die Aemter) to verne ingestedet, so id nu ok leider vuste schut in velen steden die Klage des Lübischen Rathes halten dürften: dat leider in velen steden twisschen den reden vnde den gemeinden sorchuoldighe twidrachte vpstan vnde erwecket werden (Lübeck an Kiel 1447, Apr. 5: Wetzel, die Lübecker Briefe des Kieler Stadtarchivs, S. 8). Ich muß aber bekennen, daß ich lieber eine viel frühere Zeit für die Abfassung in Anspruch nehme, die Zeit zwischen 1428 und 1430. Dafür berufe ich mich vor allem auf den Ton, nicht weniger aber auf den Umstand, daß alle aufgeführten Personen noch am Leben zu sein scheinen. Das Verhältniß zwischen dem Verfasser und den Bantzekows könnte durch das Vorgehn des Lüdeke getrübt sein, wenn wir eine Erklärung haben müßten. Der oben angeführte Satz würde dann als späterer Einschub anzusehen sein. Nun bricht freilich die Chronik weit vor dem natürlichen Abschlusse, der Sühne 1430, mitten im Jahre 1428 plötzlich ab, was man geneigt sein könnte, aus einer Behinderung des Verfassers durch den Tod zu erklären. Als falsch vermag ich eine solche Auffassung nicht zu erweisen, so wenig ich meine eigne als die allein richtige hinstellen will. Nur kann ich nicht zugeben, daß der Grund des (unserer Anschauung nach) vorzeitigen Abbrechens in einer Verhinderung gesucht werden müsse. Wir haben eben keinen kunstmäßigen Geschichtschreiber vor uns, sondern einen Chronisten, und offensichtlich trat die Sache, welche der Nachwelt zu berichten er sich vorgenommen hatte, in ein ruhigeres Stadium ein, so daß es für ihn keinen Reiz haben mochte, die beiden folgenden Jahre zu schildern, denen das abgeht, was unsere damaligen Chronisten der Mittheilung werth hielten, denn der Krieg mit König Erich war sein Vorwurf nicht und gern vermied er gewiß, dem Neuen Rathe für seinen hierauf verwendeten Eifer Beifall zu spenden. 1430 aber neu anzufangen konnte er die Lust verloren haben. Wollte er jedoch abbrechen und nicht schließen, so ist der Punkt, wo er die Feder niederlegte, nicht schlecht gewählt.

An Handschriften sind mir folgende bekannt geworden:

A , dem Großherzogl. Geheimen und Hauptarchive zu Schwerin gehörig, auf Papier in Quart, unbeschnitten, in blaue Aktenpappe geheftet, nach der Subscription 1535 geschrieben, enthält

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S. 1-53 die Bantzkowsche Geschichte: Duth is de hiistoriie van her Johan Bantschow u. s. w., in Capitel getheilt mit Ueberschriften, S. 53 einen Spruch,

S. 54-71 die Sühnurkunde in 23 Paragraphen (12 u. 13 verstellt), S. 71 das Vicarien=Verzeichniß und die Subscription.

B , der Großherzogl. Regieriungs=Bibliothek zu Schwerin gehörig, auf Papier in Folio, 28 Blätter mit Subscription 1544, enthält

S. 1-34 die Bantzkowsche Geschichte: Historia Johannis Bantschowe n mit Querstrich n vnde her n mit Querstrich n Hinrici van Haren u. s. w. ohne Capitel=Ueberschriften,

S. 34 einen Spruch und die Subscription,

S. 35-47 die Sühnurkunde,

S. 47 das Vicarien=Verzeichniß,

S. 48 eine Nachricht von dem Brande des St. Marien=Turmes 1539,

S. 51 ein Schreiben Herzog Heinrichs zur Begleitung der

S. 52-55 mitgetheilten Constitution Kaiser Karl V. in Betreff der Erbfolge von 1529, April 23.

Die Aufzeichnungen von S. 1-47, S. 48, S. 51-55 sind von drei verschiedenen Händen.

R , Anhang in Reckemans Lübischer Chronik, pg. 1073-1143 (Text 1075-1143): Bericht und Urkunde ohne Spruch und Vicarien=Verzeichniß. Die Handschrift, über welche man den Bericht Schäfers, Hansische Geschichtsblätter 1876 (1878), S. 61 ff. sehe, ist von der verehrlichen Verwaltung der Hamburger Stadt=Bibliothek auf meine Bitte mit der größten Zuvorkommenheit in das Schweriner Archiv geliehen und dort von mir verglichen worden. Die Bantzkowsche Geschichte (de warhafftyge hystorie van heren Johan Bantsschowen vnd Hynryck van Haren u s. w.) scheint von Reckemans Hand zu sein.

G , eine Quarthandschrift auf gelblichem Papier, ehemals dem Prof. Schildener gehörig, der sie aus dem Nachlasse Palthens erhielt (Kosegarten), jetzt im Besitze der Greifswalder Universitäts=Bibliothek (Mss. germ. Quart 8), trägt vor der Urkunde die Subscription 1543 und weist nach Kosegarten auch "Schrift des sechzehnten Jahrhunderts" auf. Als ich im September 1887 wegen einer Handschrift unserer Chronik in Greifswald anfragte, fand sich zunächst nur eine Abschrift Kosegartens (Nachlaß Kosegartens, Saxonica Vol. 3, 9), die mir zuvorkommendst von Herrn Ober=Bibliothekar Prof. Dr. Gilbert nach Schwerin in das Archiv geliehen ward. Nachher erfuhr ich von Herrn Gymnasial=Director Dr. Krause in Rostock, daß auch die Vorlage Kosegartens in Greifswald sein müsse, was mir auch die Verwaltung der Königl. Universitäts=Bibliothek daselbst bestätigte. Diese Handschrift kann trotz der Subscription und trotz der, allerdings vorsichtigen, Charakterisirung Kosegartens erst im Anfange des siebzehnten Jahrhunderts geschrieben sein, denn Jeronymus Schulte, der nach einer unten ausgehobenen Einschaltung zu pg. 23 A das Haus Hinriks van Haren später bewohnte, wird 1603, Juni 11, Bürger, erscheint 1605 im Zeugebuche und das fragliche Haus ist ihm nach dem "Alten" Stadtbuche 1615 hereditatis zugeschrieben, er starb 1628; auch Andrens Hein, der nach einer andern Einschaltung zu pg. 34 A das Bantzkowsche Haus bewohnt hat, kommt im Zeugebuche erst 1603 ff. vor, todt 1619. Als ich wegen dieser Stellen nochmals in Greifswald anfragte, erhielt ich von Herrn Dr. Steinhausen die gefällige Auskunft, daß die fraglichen Bemerkungen zwar um Rande nachgetragen seien, aber wenn auch mit hellerer

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Tinte, doch entschieden von derselben Hand. Daß die Handschrift aber nicht nur hier erweitert, sondern auch sonst überarbeitet ist, ergiebt der Augenschein, wird aber zum Ueberflusse durch ihren Titel (s. die Varianten zur Ueberschrift) bestätigt. Ob die Ueberarbeitung vor 1543 fällt, wofür die Subscription zu sprechen scheint, und die Bestimmung der Häuser von einem andern vorgenommen ist, wofür man sich auf die Stellung am Rande berufen könnte, muß ich dahin gestellt sein lassen. Von dem freundlichen Erbieten der Bibliotheks= Verwaltung, mir die Handschrift nach Wismar zu senden, habe ich, da für meine Zwecke die Kosegarten'sche Abschrift genügte, keinen Gebrauch gemacht. Die Einleitung lautet:

pg. 3.

Ein mercklick vnordentlick 1 ) vnd erbarmlick gescheffte geschen in pg. 3. der stadt Wismar, im jahre vnsers heren Jesu Christi 1427 am dage Laurentii vnd darna van h Johan Bandtschouwen borgermeistern 1 ) vnd h Henrick van Haren raedtman, wo vorredtlick de alhir sin vmmegebrocht worden. Clawes Jesup, sines handtwerckes ein wullenweuer wanhafftich thor Wismar bi der vulen grouen vp der rechtern handt, wen men van sunte Jurgens kerke geit na dem water, welck ein wordsam man he gewesen is, mach men hir wol mercken, de disse dinge lest effte lesen horet 1 ); auerst wen men de warheit seggen will │ so is he ein vorredtlick valsck vprorsck 1 ) stucke schelmes gewest mit

pg. 3.

alle sinem anhange.

Am dage des hilligen marterers s Laurentii u. s. w.

W , in einer einst Herrn Jochim Schomann (Rathslinie S. 111, 538) gehörigen Miscellan=Handschrift des Wismarschen Rathsarchivs aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, auf Papier in Quart. Bis offerden - 18 Blätter, pg. 35 A - auf B unmittelbar zurückzuführen. Dort die Bemerkung: d rest habe nicht haben können. Gleich darunter aber: ich habe nachgehendsz d rest dieser marckwürdigen historie doch bekommen, als continuire allhie vndt follgendsz diesellbe. Die Fortsetzung - 2 Blätter - reicht aber nur bis pg. 39 A Mitte, wo mitten im Satze zu Ende des Blattes abgebrochen ist. Der Rest der angebrochenen Lage Papier ist freigelassen, woraus uns indeß kein Verlust erwachsen ist, da dieser letzte Theil zum Schweriner Bruchstücke und Schröder steht. Der Text ist verhochdeutscht.

L , eine Papier=Handschrift in Quart aus dem Anfange des 18. Jahrhunderts, im Besitze der Erben des wailand Advokaten Gabriel Lembke zu Wismar, bietet Chronik und Urkunde und außerdem eine Anzahl chronistischer Notizen.

F , Fragment einer Papier=Handschrift des Schweriner Archivs mit der Subscription scripta tragica haec anno 1593 Wismariae 12 Juli. Das Bruchstück enthält pg. 9 A-14, pg. 20 bis Schluß ohne die Verse aber mit der Urkunde. Hochdeutsch.

Außerdem giebt noch Schröder in der ausführlichen Beschreibung der Stadt und Herrschaft Wismar (s. M. U. B. I, pg. XLVIII, Jahrb. XLIII, S. 166) und in der kurzen Beschreibung im Anhange, S. 596-638, zwei in einigen Ausdrücken von einander abweichende Texte: Sab, Skb, beide hochdeutsch.

Daß A und B gegenüber alle übrigen Handschriften minderwerthig sind, ergab sich leicht.

Denn wenn in R, deren Dialect entschieden auf einen Schreiber aus westlicheren Gegenden hinweist, eine lange Reihe eigner Abweichungen das


1) Ueber dem o ein e.
1) Ueber dem o ein e.
1) Ueber dem o ein e.
1) Ueber dem o ein e.
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Gepräge der Willkür trägt, 1 ) so wird sich auch auf den Rest niemand verlassen wollen; und was hilft uns die Möglichkeit, daß etwa die von dieser Handschrift gebotene Wortstellung die wahre sein könnte, während an der von AB nichts auszusetzen ist ? Werth gewinnt R in den Fällen, wo A und B aus einander gehn, nur schade, daß ABR nicht als drei gleich nahe und gleich entfernte Vettern angesehen werden dürfen. sondern BR sich als Brüder aus= Weisen, daß daher die Uebereinstimmung von BR gegen A nichts beweist; auch AR wird nicht stets unbedingt vor B den Vorzug verdienen, da es Fälle giebt, in denen A und R willkürlich auf dasselbe geraten sein können. Angezogen ist R ausnahmelos, wo A anders liest als B, außerdem, wo es in irgend einer Hinsicht nützlich oder nur interessant schien. Auslassungen nur eines Wortes sind nicht bemerkt, größere Lücken nicht verschwiegen.

G ist eine ganz lesbare Ueberarbeitung, aber doch nur Ueberarbeitung und kann demnach als Zeuge nur hier und da in Betracht kommen: sie steht öfter zu A gegen die B=Klasse. Ausgehoben ist für kritische Zwecke eher zu viel als zu wenig.

Die anderen Handschriften sind nicht zu jung, sondern zu fehlerhaft, als daß sie irgend in Betracht kommen könnten, alle stehn zu B, von der jedoch nur W im ersten Theile direkt abhängig ist.

L scheint einige Verwandtschaft mit R zu haben. Merkwürdig ist hier, daß ein jedesfalls nicht verstandenes eyn die alte Negation wiederholt erhalten hat. Die mitgetheilten Auszüge haben nicht die Bestimmung den Text zu fördern. Einige Anmerkungen Schröders glaubte ich unter dem Texte am besten anzubringen.

Reimar Kock wirft nur ganz geringen Nutzen ab.

Eine Ausgabe der Chronik mußte demnach auf A und B begründet werden. Deshalb habe ich A selbst abgeschrieben, von B aber konnte ich eine Abschrift Herrn Dr. Crulls, die ich nachträglich noch mit ihrer Vorlage verglichen habe, benutzen. Die Collationen habe ich in meine Abschrift eingetragen.

Das leichteste wäre nun gewesen, entweder A oder B, nur an den fehlerhaften Stellen nach den anderen Handschriften verbessert, zum Abdrucke zu bringen. Ich konnte mich aber nicht entschließen, die verdorbene, umständliche, ganz den Stempel des sechzehnten Jahrhunderts tragende Schreibung ohne weiteres wiederzugeben, sondern wollte lieber versuchen, unter thunlichstem Festhalten an den Handschriften und ohne Scheu vor Ungleichheiten eine Schreibung zu bieten, wie sie der Abfassungszeit der Chronik entspricht und sich in den Wismarschen und Lübischen Urkunden und Chroniken aus der ersten Hälfte des funfzehnten Jahrhunderts findet. 2 ) Ich hoffe, so größere Lesbarkeit erzielt, grobe Verstöße aber vermieden zu haben


1) Wie überhaupt die späteren Schreiber ihrem Abscheu gegen Jesup immer mehr Ausdruck geben, so titulirt ihn Reckeman pg. 6 de valsche, pg. 17 de bose. pg. 43 hat er dulle duuelsche lude für dulle lude, pg. 50 eine grote loggene für ene logene, pg. 1 man für bode, öfter mißverständlich komen für ramen, auch sachten für saten. Ich greife hier nur Einzelheiten heraus.
2) Um Mißverständnissen vorzubeugen, bemerke ich ausdrücklich, daß ich in der Wiedergabe der Urkunden genau der Weise des Meklenburgischen Urkundenbuches gefolgt bin, wie ich auch bei der Chronik, hätte ich nur eine einigermaßen gleichzeitige Handschrift gehabt, deren Schreibung ohne weiteres vorgelegt haben würde.
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Alle Abweichungen nun von der gewählten Schreibung als Varianten mitzutheilen, wäre sinn= und zwecklos gewesen; um aber den gerechten Forderungen Walthers zu entsprechen, gebe ich im Folgenden eine Uebersicht der Veränderungen, über welche unter dem Texte keine Rechenschaft abgelegt wird, wobei ich zugleich den Apparat auch in einigen anderen Dingen entlaste.

Die Handschriften haben nur Formen von ratgeuer und a m mit Querstrich pth (A) oder ampth (B und A), ammet erscheint in ihnen nur an drei Stellen, 1 )

Für wanne, wan, wen (cum wie quam) haben AB allüberall nur wen.

Betreffs des Conjunctiv Präteriti von hebben, den A durchgängig mit e schreibt, sind bei dieser Handschrift nur die Fälle bemerkt, wo diese Formen mit a erscheinen.

Anstatt der erst späterer Zeit zukommenden Form ouerst oder ouers (so hat unter allen 14 Fällen 3 Mal B, 2 Mal A, nie R) ist auer gegeben, wenn die Partikel nicht hinter men durch Klammer ausgeschieden ist. auer steht in unseren Handschriften nur für super.

Die einsilbige Form des unbestimmten Artikels ist mit ei, die mehrsilbigen Formen sind mit e gegeben und keine Abweichungen verzeichnet; findet man ausnahmsweise die einsilbige Form mit e, eine mehrsilbige mit ei, so beruht das auf Uebereinstimmung von A und B. In den Varianten würde einen und eine je etwa 20 Male, eineme bezw. einem halb so oft, spärlich einer und eines mit A, en 14 Mal mit B stehn müssen.

Die mehrsilbigen Formen des hinweisenden Fürworts zeigen e gemäß der Handschrift B, die ganz selten ein dysse bietet, während bei A dusse bei weitem überwiegt, desse nur zweimal, einmal disse, etwa ein Dutzend Mal diisse vorkommt. Für das Neutrum bietet A abweichend einmal duth.

Vereinzelt hat A bogherde, bositten, B desgleichen bogere, boslaten.

Für tonlanges o haben beide Handschriften, soweit nicht mhd ein u Laut entspricht, überall a, nur bieten AB vogede (advocati) neben vaget (advocatus), immer auer (super), dagegen ouers oder ouerst (autem), A pg 26 vorboden, B 15 bodeschopp. Besonders bemerkt sei vlate (classis), tostakere, vortogert, touoren. Unregelmäßig findet sich bei A (pg. 11) to hape.

Kurzes a ist bisweilen unter konsonantischem Einflusse in o übergegangen. Aus den Varianten würde nicht zu ersehen sein, daß im Präteritum und Particip von bringen o und a in beiden Handschriften wechseln


1) Zu Aenderungen hierin und in anderen Punkten berechtigt vollauf eine Vergleichung der Gestalt der Urkunde im Originale mit derjenigen, in welcher sie in A erscheint - B genauer zu vergleichen, fehlte die Zeit - : aus radgeue ist immer rathgeuer, aus ammet ampth, aus wanne wen, aus besundern besunderghen, aus hertoch hertogynne meist hertich hertechiinne, aus de market dat market, aus stede steder, aus sulues suluest, aus edder zehnmal efte, einmal umgekehrt aus ofte edder, aus desse disse oder dusse geworden, an die Stelle von o ist in den betreffenden Fällen a getreten u. s. w. Es sind ja mehrere der von mir beseitigten Formen für die Abfassungszeit der Chronik möglich, aber nicht wahrscheinlich, so wenig wie das in reinem Niederdeutsch des 15. Jahrhunderts äußerst seltene, in dem von mitteldeutscher Sprache (Danzig) beeinflußten recht häufige iderman. Ich bekenne, daß ich noch gegen mehreres, das stehn geblieben ist, wie bursse, sal der bodelie u. a., große Bedenken habe.
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(angemerkt sind nur die Fälle, wo sie im o zusammen kommen) und daß das Präteritum von werden in B etwa ein Dutzend Mal worth lautet.

In B findet sich e dem o übergeschrieben einmal zum Zeichen der Dehnung (loth 1 ), einmal zu dem des Umlautes (loue Laube). In A dient übergeschriebenes e zur Kennzeichnung der Dehnung in how (Hieb), drowworth, loth, hopens (des Hoffens) je einmal - weiter hin gebe ich die Häufigkeit durch eine bloße Zahl in Klammern an, die Zahl nach dem Kolon zählt die Fälle des einfachen o - dore (Thore 7), ratstol (1:3; stole ohne e 1), noghafftich (1:1); im Präteritum kosz (1), koren (6 :1), toghen (5), floghen (1), sworen (s), houen an (1), droghen (4), vlokede (1), drowede (1), wrogede (1); zur Kennzeichnung des Umlautes in borger (74:17), borgermeyster (3:1), sostich (23:22), slote (Plural zu slot, 8:2), slothele (1), konning (8), konninglik (3:1), monneke (7:4), bodel (12), bodelie (2), loffle (1:1), vorloff (1), sone (Sohn 2:1 sons ohne e), broderschop (1:11 broder ohne e), loue (Laube 1: 2), logene(7), ordel(5), vorordelt (1), Joden (2), vogede (6), Roggendorp (2:1 Wenendorp ohne e), Gotke (2), 1 Mal Gobele, Reueshol, Hamborgher, Kropelin, sproke, hode, aremborste, bone, bedroffnisse, bodester, morder, kore, orgelen, houetman, blodich, fromet, otmodich, modicheit, hogeste (2), bose (6:3), bosheit (3), vorsten (1), forstynne (1:8), in den Präsensformen wi moghen (1), ik loue (1), den Infinitiven (ver)horen (3), doden (2), den Participien (ge)dodet (3), geuordert (1), verordelt (1), vortoghert (1), voget (1), brocht (2), wilkorden(1), den Präteritis dorsten (8:1, immer mochte, moste, dorffte ohne e), brochten (3:1), sochten (3), borde (1), verromede (2), horde (4, davon 2 Conj.), den Conj. Prät. koren (1), toghe (1), storue (1). Zweifelhaft bin ich, wie das Präteritum worden (von werden) aufzufassen ist es begegnet 3 Mal als Ind., 1 Mal als Conj. Von Adverbien sind anzuführen dorch, dore, dor, ouerst je 1 Mal, to voren (3), to vorne (3), vore, vor mehr oder minder selbständig 15 Mal (davon 7 Mal vorsprake); hier überwiegt bei weitem einfaches o. - Im Diphthong erscheint hoykenen und moye je 1 Mal mit überschriebenem e.

Dem o nebengeschrieben findet das e sich nicht in A, wohl aber in B: loeth 1 ), doeth (facite), geloent, voer, koesz, koere, soestighen, Goetke.

ue erscheint bei B häufig in hues, 1 Mal huesz (öfter husz), in den durch Flection gelängten Formen kommt es nie vor, wie überhaupt nicht in A.

ae in A nur 2 Mal in raeth (consilium). B schreibt dies Wort immer raedt (1 Mal radt (6), ratgeuere (37); in derselben Handschrift überwiegt im Genitiv und Dativ zuerst einfaches a, später ebenfalls ae; ebenda begegnen häufiger qwaedt, vaere, vaer, auch Raetszeborch und 1 Mal raedt auch für rota (pg. 19). a e nur in A: 2 Mal ra e th, 1 Mal da e th.

ee bei A vereinzelt in geseen, seen, beer (cerevisia), hee (is), neen, leedth (Leid), leeth (ließ), deel, steen, eeth; viel häufiger in B: szeen, reep, eere (Ehre und eher), scheen, heelth, heerschop, szeere, Beere, theen, vordreeth, veer, nee, knee, dree, dreen, neen, Groteeke, eede, meneedere, deel. deelde, steen.

Ueber dem u findet sich in A fast immer ein Haken, wenige Male zwei Striche; 1 Mal ein e (rugheden, das andere Mal fleht ein Häkchen darüber), 1 Mal ein Kreis (pur). Der Haken steht öfters noch über w, selten über v;


1) Reuter, Stromtid III, Kap. 42: de ganze Laut.
1) Reuter, Stromtid III, Kap. 42: de ganze Laut.
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ein Dach über n ist ganz vereinzelt in A wie in B beliebt, wo Verwechselungen vorgebeugt werden sollte. In B stehn über u sehr häufig 2 Strichelchen, die von keiner grammatischen Bedeutung sein können.

Einzelnes i ist, abgesehen vom Anlaute, wo ii auch häufig genug ist, recht selten in A, durchweg steht ii. Die Quantität des Vokals ist dafür vollkommen gleichgültig. In B mögen sich y und i die Waage halten. Den Wechsel für Quantitäts=Bestimmung zu verwerthen, ist nicht angängig, wenn auch im ganzen y häufiger für langen Vokal, i häufiger für kurzen gebraucht ist.

sch in allen Formen von schen und schicken, in vnschult, vnschuldich, vnuorschuldes, schin, schinbar, vnbescheden, schepe, schaden, schilt, schuttink, schare, schulder, vorscheffte, beschermen, schone, schelen, schande, schenken, schot, voreschot, schomaker, schoue, schalkheit, schelden, brotscharen; minschen, valsche, valschheit, theilweise (namentlich in B) auch ssch: Bantschow 1 ), flamesche, baiesche.

scolde 2 Mal in A im Anfange, daneben über 80 Mal scholde, schal, schalt.
vorschrecken bezw. vorschreckinge (2 Mal), mit sc bei BR.
schriuen (1 Mal), mit sc AR.
beschriuen (1 Mal), mit sc BR.
(ge)screuen (5 Mal), 1 Mal mit sch bei A.
schrifft (4 Mal), mit sch B, mit sc AR.
vtschrifft (1 Mal), mit sch AB, mit sc R.
vmmeschrifft (1 Mal), mit sch B, mit sc AR.
scriuerie (5 Mal), 3 Mal mit sch bei B.
vrunt-schop (4 Mal), mit sch AR, mit sc B.
selschop (4 Mal), 2 Mal mit sc B.
wiken schop (2 Mal), mit sc B.
bischop (1 Mal), mit sc A, mit ssch B.
Nur broder , bode-, her-schop (1 bezw. 1, 4 Male), B öfter hersschopp.
esschen (4 Mal), 3 Mal mit sk bei A, 1 Mal essen R.
vissche (1 Mal), mit sk bei A.
vlessche (1 Mal), mit sk bei A.
denschen (1 Mal), mit sk bei A.
duuels(s)che (4 Mal), 1 Mal duuelse bei A.
harns(s)che 3 Mal ABR, harnsch 1 Mal BR, harnsk 1 Mal A.
lubsche, lubsches 5 Mal A, 4 Mal B, lubesche 1 Mal R, lubes 4 Mal R, lubsk 2 Mal B, 1 Mal A.

  twis(s)chen 4 Mal B, 2 Mal R, 1 Mal A, vertikale Klammer für AB 11 Fälle, 4 Mal
Uebereinstimmung.
tus(s)chen 6 B, 6 R, 2 A,
tusken 7 A, 1 B,
twiisken 1 A,

z anstatt des gewöhnlicheren s beruht auf B, A hat es nie.


1) Der Name lautet im Nominativ bei ABR meist Bantschow, daneben hat A Bantzschow, B und R Bantschowe, R Bantschoue, G hat Bandtscho(u)w(e). Jn den obliquen Casus überwiegt Bant(s)schowen, Bantschouwen, daneben zeigt A den Accusativ Bantschow, R die Formen Banssowuen, Bantschowuen (wie diese Handschrift oft wu für uw hat) und Bantschouen. Die Angaben in den Varianten beziehen sich nur auf die Flection.
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sz ist in B ausnehmend häufig im Inlaut, Anlaut, wie Auslaut, drängt jedoch das s keineswegs ganz aus. sze ist häufiger als se, dagegen syn und Jesupp häufiger als szyn und Jeszupp, neben husz und hues steht 1 Mal huesz, neben 43 Mal was nur 1 Mal wa z; bei A ist mit sz öfter wasz (17 Mal neben 29 Mal was) geschrieben, vereinzelt husz, kosz, 1 ) wiisz, wesz, arbeideszlude, vosz, blesz, losz, drosz, bursze.

ss außer vor ch, wo es bei B öfter, seltener bei A sich findet, selten in A sse, reiisse, tziisse, einige Male Wiissmar.

f ist im Anlaute vor Vokal wie Konsonant keineswegs selten; bei B durchgängig in frunt, frouwe, funden, aber auch in andern Wörtern; bei A ist es weniger oft zu treffen. Vor t und im Auslaut ist es in beiden Handschriften meist gedoppelt, öfter noch als in meinem Abdrucke; in offte ofte habe ich mich streng an A gehalten. In Verwendung Von u und v bin ich den Handschriften gefolgt; wichen sie einmal von einander ab, so habe ich u im Anlaute vorgezogen.

Für v findet sich in B vereinzelt w.

ll im Auslaut zuweilen in B: vyll, duuell, bodell, öfter vull.

Doppelung von n bei B nur 4 Mal, anfangs Bantschowen und her n mit Querstrich n (demme pg. 4), etwas öfter bei A, z. B.: konniinghe, 1 ) teghenn, siinnghen, anne, vorgeuenn und hebbenn, mo n mit Querstrich neken, 1 ) offerde n mit Querstrich n, dagegen auch biinen, pcnniige, vorstiinen; stemmpet und kūmpth sind A eigenthümlich, wo die Schreibung a m mit Querstrich pth in der erften größeren Hälfte die Regel bildet gegen einfacheres ampth zum Ende.

pp regelmäßig Jesupp, Jesuppes (Jesupe ein paarmal in A) AB, vpp B; öfter dorpp -schopp AB; vereinzelt noch sonst werppen, vnbegriippliik A, vplopp. behalpp B.

ck regelmäßig in ock, sick, Hinrick, sprack und auch sonst häufig nach Vokal wie Konsonant, besonders gern nach n, marcket ist bei B ganz selten; Mekelenborch bezw. Mekelborch aber in A und B.

tt in A öfter nach ch: so rechtter, riichtteth, achtteden, sachtten u. m., fast nur ruttiingh; in B nur ruting, tt öfter in Silbenschluß, schutt, hatth, blott, brott, schyltt, markett, geweszett u. m.

dt fast ausschließlich in stadt, tiidt (tydt), ydt, sonst gudt, godt; in A noch dodt, leedth; in B noch geszandt, mydt, szundt, allendt, qwaedt, ludt, vulbordt, stundt und szadt (saß), ausnahmelos in B raedt (in A rath); dt wird in A auch noch durch h verstärkt.

th in A zum Ueberdruß oft, die Silbe mag lang oder kurz sein, Vokal oder einfacher oder doppelter Konsonant vorhergehn, in Anlaut, Inlaut und Auslaut; in B ist doch etwas öfter einfaches t erhalten, oder es steht wohl dt; aus th bei A habe ich t, aus dt bei A d gemacht.

Das vielfache gh für g ist aus A beibehalten, wo nicht die annotatio B als Gewähr erkennen läßt. Diese Handschrift bietet es weniger oft und würde als Norm angemessener gewesen sein, immer hat sie ggh (nur toruggende 27, Roggendorppe 30, Roggendorp 30);

Für nie (neu) hat A fast immer niie, B immer nyge und entsprechend nach den Flectionen. Abweichendes ist angemerkt, hilghe beruht auf A, B kennt nur hillige.

Die Abkürzungen sind sämmtlich aufgelöst. In beiden Handschriften finden sich Striche über den Vokalen für n und m und eine Kürzung für Mark und Schilling, in A außerdem zweimal eine für -en (43, 50), je eine


1) Ueber o ein e.
1) Ueber o ein e.
1) Ueber o ein e.
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für -us (51) und er (51), pg. 32 lūb, in B begegnet lūbsk 2 Mal pg. 19, oft v n mit Querstrich , zweimal pg. 16 vp p mit Querstrich ; eine Schleife an g d und t in vnschuldigen, ghyngen, hilligen, wegen, sundergen, wolden, frunden, konden, gulden, straten, ersten; ein paar Male würde Lösung mit e mehr zusagen: pg. 11 int sunderge, pg. 29 sammelinge, pg. 41 gnedige u. s. w.; in -es muß sie gelöst werden gades (40), namyddages (43); hin und wieder treffen wir auf einen Strich über m, den ich für e genommen habe thome (41), eme (23), syneme (18, 21), eneme (21), y m mit Querstrich (ymme 11), vnbegryplykeme (20). Der Haken, den derselbe Schreiber zu Ende des Wortes hinter dem r liebt, könnte oftmals gar wohl ein e bedeuten, mußte aber unberücksichtigt bleiben, da eine solche Lösung in anderen nicht wenigen Fällen sprachwidrige Formen erzeugt haben würde und einmal über borgere derselbe Haken geschrieben ist. Er hat also nicht mehr Bedeutung als das in A erscheinende durchstrichene r.

Das in Abzug gebracht sind sämmtliche übrigen Abweichungen von A und B gewissenhaft angegeben, so daß, wenn nichts notirt ist, die überenstimmende Lesart beider vorliegt, wenn nur eine der beiden Siglen in den Varianten erscheint, der Text die Lesung der andern Handschrift bietet. Stehn hinter einem Kolon nur Siglen, so ist der Text nach ihnen gegeben und vorher gehn die abweichenden Lesarten anderer Handschriften, zu denen die betreffende Textstelle leicht gefunden werden wird. Mußten dagegen, um Mißverständnisse zu verhüten, in der varia lectio Textesworte ausgeschrieben werden, so folgen Siglen mit Varianten hinter dem Kolon.

Auszuscheidendes ist in runde Klammer ( ), Ergänzungen sind zwischen eckige Klammern [ ] gesetzt.

Citirt wird nur nach den Seiten von A, während auch die Seitenzahlen von B am Rande bemerkt sind.


Geschichte der Unruhen.

Im Vierzehnten Jahrhunderte waren die wendischen Städte mächtig aufgeblüht. Was sie vermochten, erwies der Sieg, den sie, von den übrigen Genossen der Hanse treulich unterstützt, nach langem Ringen über König Waldemar davon getragen hatten. Es hatte aber dadurch nicht allein das Selbstgefühl der nur aus der Bürgerschaft im engeren Sinne erwachsenen und aus ihr sich fortwährend ergänzenden Räthe eine Steigerung erfahren, sondern es war auch ein solches in der übrigen Bürgerschaft und in den nach Aemtern gegliederten Handwerkern erweckt. Und diese letzteren, auf welche auch die Vorgänge in den Städten des inneren Deutschlands nicht ohne Einwirkung bleiben konnten, begannen bei annehmendem Wohlstande unlieb zu empfinden, daß sie vom Stadtregimente so gut wie ausgeschlossen waren. Sie vermißten aber die Möglichkeit wirksam zu übenden Einflusses um so mehr, als die wachsenden Auflagen zu zeigen schienen, daß die Verwaltung keineswegs in den besten Händen ruhe. Dies Moment der an den Beutel aller gemachten Ansprüche darf nicht unterschätzt

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werden. Schwerlich wäre es ohne das Erwachen von Standesehrgeiz und ohne unbefriedigte Ehrbegier, auch Haß einzelner zu Unruhen gekommen: aber mindestens ebenso großen Antheil hatte je und je eine durch materielle Verluste oder Anhöhung der Steuern erweckte allgemeine Unzufriedenheit. - Immer hat Kriegführen Geld gekostet und zu Schuldenmachen geführt und nicht am wenigsten bei den Städten im Mittelalter, deren Räthe ihre nur zu oft schon durch allerlei andere Einflüsse behinderten Unternehmungen nicht hätten durchführen können, wenn sie ihren Bürgern dazu große Geldleistungen zugemuthet hätten. Oft waren die Dinge zudem in Unterhandlungen mit anderen Städten, die geheim bleiben mußten, verquickt, gegenüberstehende Schadenansprüche, die manchmal über fünfzig Jahre verfolgt wurden, nicht zu übersehen, dazu die Kassen=Verwaltung eine verwickelte. Aber am Ende stand dann der Rath vor einer Schuldenlast, derentwegen doch die Bürger angegangen werden mußten, und die um so größer zu sein pflegte, je länger der Rath in Hoffnung auf andere Auswege und günstigere Zeiten sich gescheut hatte, die Sache zur Sprache zu bringen. Dann ging Unglück seinen Gang.

In Lübeck gaben sich Anzeichen von Verstimmung der Bürgerschaft zuerst 1376 kund, stärker und deutlicher äußerte sich dieselbe nach vier Jahren, und wieder nach vier Jahren hätte wenig gefehlt, daß eine Verschwörung "die Herren" gestürzt hätte. Von Erfolg gekrönt sah sich erst der vierte Vorstoß der Gemeinde gegen den Rath, indem es 1408 nach langen Reibungen so weit kam, daß die Bürgermeister und ein Theil der Rathmannen die Stadt verließen und die übrigen sich des Rathstuhls enthielten. Ein neuer, erwählter Rath, an dem auch die Aemter Theil hatten, nahm sich mit dem Ausschusse der Sechzig des Stadtregimentes an und beide Körperschaften suchten ihre Stellung gegen die an der Wiedergewinnung ihres Rechtes und ihrer Macht arbeitenden Alten Herren dadurch zu festigen, daß sie in den Nachbarstädten eine gleiche Umwälzung hervorzurufen trachteten.

Zu dem Zwecke zogen Kord Semmelowe, Johan Plote und Hinrik Bloyebom, die in Lübeck nach dem Ausdrucke des Chronisten das Unglück gebraut hatten, zuvörderst nach Wismar. Es werden hier die Verhältnisse ganz ähnlich gelegen haben, wie in der Vorderstadt und namentlich Schwierigkeiten im Geldwesen - hatten doch Rostock und Wismar für den im Interesse König Albrechts weiter geführten Krieg große Opfer gebracht - der Punkt gewesen sein, wo der Hebel angesetzt werden konnte und angesetzt ward. Der erste Erfolg war, daß man zur Controle und zur Vermittelung

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zwischen Rath und Gemeinde einen Ausschuß erwählte. Aber die Wünsche und Forderungen wuchsen und wuchsen, bis der Rath, der Plackereien und des Drängens müde, abdankte. Das spielte sich indeß keineswegs in so kurzer Zeit ab, als es nach der Lübischen Chronik scheinen könnte. Denn nicht 1409 schon, sondern erst 1411, wie Dr. Crull dargethan hat (Hans. Geschichtsquellen II, S. 49), trat der Alte Rath vollständig ab und der Neue in seine Stelle. Die Erkenntniß der Entwicklung aber, welche zu diesem Abschlusse führte, kann, da die zeitgenössische Geschichtschreibung im Stiche läßt, nur aus Urkunden - wegen der bedauerlichen Lücke im Zeugebuche s. Hans. Geschq. II, 0 - gewonnen werden. Die von diesen gewährten Daten, die Crull uns a. a. O. S. 49-51 in wünschenswerther Vollständigkeit bereit gestellt hat, möge der geneigte Leser sich hier in einer neuen, wenig ergänzten Uebersicht vorführen lassen.

1410  
April 20. Johan Bantzkow, Rathssendebote in Hamburg, H. R. I 5, S. 546.
Mai 1. Umsetzung des Rathes nach alter Gewohnheit.
nach Mai 1. Richteherren: Nic. Bucowe, Joh. Bantzekowe, Ludolfus Oldeselle, Nic. Ponat, lib. proscript. pg. 68. 1 )
Juni 14. Vorsteher zum Heil. Geist: die Bürgermeister Joh. Tückeswert und Gert Loste und die ehrlichen Bürger Hinrik Rampe, Johan Dame, Claus Küsel, Reg. Sci. Spir. fol. 8.
Juni 24. Odbert Lüderstorp dominus, Geistl. Rentenreg, fol. 27.
Juli 22. nuncii consulares auf dem Hansetage zu Wismar: Johan Tückezwert, Herman Meyer, Ghert Loste, Reineke Peezel, Johan Hartwich, Nicolaus Jesup H. R. I 5, S. 557.
? eine Verhandlung coram dominis Joh. Tuckezwerd et Nicol. Yesup atque camerariis, SAB. S. 1118.
December 6. Nicolaus Trechow dominus, Hermen Brüsewitz dominus Zb. f. 207.
December 13. Münzkonvent zu Lübeck, Nicolaus Yesup, Johannes Bantzekowe, Johannes Houeman. L. U.B. V, Nr. 347, S. 375, H. R. I 5, S. 565.
?? Albert Scroder is vorvestet - in der ieghenwardicheyt der voghede her Clawes Bucow her Johan Bantzecowen Ludolf Oldezellen vnde her Nicolaus Ponat (l. proscr. pg. 69. pg. 70 gewährt das Datum 1412 auend Maria Magdal. - 21 Juli - )

1) anno domini m cccc anno decimo post assensionem domini judices Nicolaus Bucowe Johannes Bantzekowe Ludolfus Oldeselle Nicolaus Ponat lib. proscr. pg. 66 gestrichen, pg. 68 nochmals eingetragen.
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1411  
Januar 27. Hinr. Vilebom dominus, Zb. f. 207.
März 12. honorabiles viri Johannes Tuckeswerd Gherardus Loste Reynerus Pesel Johannes Hartwich et Nicolaus Jesop proconsules et alii consules opidi Wismer - et quidam alii ciues eiusdem opidi Urk. (Hans. Geschq. II, S. 50 ist März 11 Druckfehler.)
März 29. Reynoldus Pezel Johannes Hartwici Nicolaus Jezup proconsules Zb. f. 207 (Am 27. Januar finden sich diese Namen nicht.)

Diese Liste, meine ich, läßt sich nur so deuten, daß der Rath im Mai oder Juni 1410 1 ) sich entschlossen hat, eine Reihe angesehener oder von der Gemeinde besonders gewünschter Leute aus Bürgerschaft und Aemtern in den Rathstuhl zu nehmen, wofür möglicherweise eine entsprechende Zahl Alter Herren von den Geschäften zurückgetreten ist. Aehnliches wünschte man ja auch in Lübeck zu erreichen (Grautoff II, 639).

Drei von diesen neuen Mitgliedern erhielten sogleich den Bürgermeistersitz, so daß sechs Bürgermeister vorhanden waren, andere traten den Alten Rathmannen in ihren Aemtern zur Seite: so begegnen vier Richteherren.

In dieser Verfassung wird der Rath bis um Himmelfahrt des folgenden Jahres geblieben sein, und dann werden - einen genauen Zeitpunkt anzugeben ist nicht möglich 2 ) - die Alten Herren ihren Sitz aufgegeben haben. Wie weit während der Uebergangszeit die Neuen Herren die Verwaltung an sich allein gezogen und wie viel Einfluß sie den Alten noch mögen gestattet haben, ist nicht sicher auszumachen. Denn wo wir Alte und Neue Herren zusammen antreffen, stehn zwar beinahe immer die Alten voran, allein wir finden in Amtsübung begriffen wohl Neue Herren ohne Alte, nicht jedoch Alte ohne Neue, und daß der Wille der Neuen überwogen habe, ist schon daraus zu folgern, daß bereits zu Ende des Jahres 1409 der Rath nicht nach seiner Neigung handeln durfte: sonst würden kaum die Sendeboten angewiesen sein, dat se nenerleye wiis by des olden rades deghedinghe ghan edder ichtes don scholden, dat en tho ghude komen mochte; wor se auer dem nyen rade to Lubeke ane tho willen wesen mochten dat se dat deden (1409, Nov. 12, L. U. B. V, S. 304, H. R. I 5,


1) Für dies Jahr scheint auch das Verfestungsbuch fol. 99 Spuren von Reibungen zwischen Bürgerschaft und Rath aufzuweisen.
2) Die letzte Urkunde, in der Alte Herren erscheinen, ist vom 12. März datirt.
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S. 487, 13), und ebenso wenig würde trotz der Acht König Ruprechts (Jan. 21) am 20. April 1410 mit Lübeck und Rostock das Bündniß 1 ) geschlossen sein, welches sich einer bewaffneten Zurückführung des Alten Lübischen Rathes widersetzen wollte, wenn es auch einen endgültigen Bruch mit demselben nicht ausbedang. (L. U. B. V, Nr. 317.)

Die Erscheinung, daß der Rath zu einer Zeit, wo er nachweislich noch im Alleinbesitze des Rathstuhls war, gegen seine Neigungen seine Entschließungen faßte, beweist deutlich, daß die Gemeinde über die vorliegenden Fragen ihren Willen in einer Art geäußert haben muß, daß man nicht mehr ohne Rücksicht auf sie vorzugehn wagte. Erinnern wir uns nun an die Erzählung des Lübischen Chronisten, so werden wir es wahrscheinlich finden, daß die Wismarschen auf Anregen der von Lübeck entsandten Prediger des Aufruhrs schon 1409 2 ) Hundertmänner 3 ) ihrem Rathe beschränkend zur Seite gestellt haben. Ausmitteln zu wollen, wie weit deren Befugnisse gegangen, würde eine ebenso undankbare Bemühung sein, wie der Versuch, die Zeit zu bestimmen, zu welcher die Herzoge, unglücklich genug, ihren Einfluß zu Gunsten des Alten Rathes zur Geltung zu bringen suchten. Ob, wie in Rostock, ein Bürgerbrief zu Stande gekommen ist, können wir nicht wissen: die Quellen sagen nichts darüber; jedesfalls aber haben die Hundert dahin gestrebt, an Verwaltung, Gesetzgebung und Diplomatie so viel Antheil zu bekommen wie irgend möglich; hauptsächlich werden sie getrachtet haben, den nervus rerum unter ihre Obhut zu stellen.

In der That finden wir in der Vorstandschaft des Heil. Geistes 1410, Juni 14, neben den beiden Bürgermeistern drei ehrliche


1) Die Folge war, daß zu Bergen und anderswo die Wismarschen von den Rechten der hansischen Kaufleute ausgeschlossen wurden (Klagen 1410 im Juli, H. R. I 5, S. 559, vgl. L. U. B. V, S. 354.)
2) 1408 stand der Wismarsche Rath entschieden zum Lübischen Alten (H. R. I 5, S. 419, Juni 17, S. 447, 558, Sept. 21), 1409 im November trafen die Wismarschen Sendeboten verspätet zum Tage in Lübeck ein, sie hatten keine Vollmacht mehr, sondern sollten zurückberichten (a. a. O. 486,8), am 12. November erhielten sie die schon angeführte Instruction.
3) Hans. Geschq. II, S. 53, L. U. B. V, Nr. 545 (1414 nach Koppmann's Datirung, H. R. I 6, S. 123), Schröder P. M. 1781 ex jussu et precepto tocius consulatus et centenariorum tunc regencium (nach den namhaft gemachten Vögten 1414 anzusetzen?). Die Sechzig in der Chronik sind entweder ein verzeihlicher Irrthum, - Lange Rostocker Verfassungskämpfe S. 14 - oder es hat, was mich weniger wahrscheinlich dünkt, in den fünf Jahren eine Umformung stattgefunden.
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Bürger 1 ), die als Vorstand des Instituts in den folgenden Jahren allein, ohne Bürgermeister oder Rathmannen zur Seite, angetroffen werden (Register und Manual Sei. Spiritus). Die Rolle der Bäcker 1410, November 14, ertheilt der Rath mit vulbort vnde endracht vnser borgere vnde der amte menliken. (Burmeister, Alterthümer des Wismarschen Stadtrechts S. 59.) Ein Schreiben des Lübischen Rathes über die Walen ist 1414 den Hundertmännern mitgetheilt. (L. U. B. V, Nr. 545, über das Datum H. R. I 6, S. 123.)

Unregelmäßigkeiten und Unannehmlichkeiten konnten dabei nicht ausbleiben. So ist nach dem Manual Sei. Spiritus im Verwaltungsjahre 1411-1412 keine ordentliche Rechnung geführt worden (fol. 17 a), und den Lübeckern gab das angeführte Verfahren Anlaß zu Klage über Bruch des Rathsgeheimnisses. (L. U. B. V, Nr. 545.)

Diese Einschränkung seitens einer Gemeinde=Vertretung, die schon 1409 auf den Alten Rath einwirkte, blieb während der ganzen Verwaltungszeit des Neuen zum Unbehagen der Regierenden (s. dieselbe Urk.) von Bestand. Ueber des Rathes Constitution und Zahl selbst befinden wir uns ziemlich im Dunkeln. Nur das ist von Crull dargethan, daß die Rathsämter, namentlich Gericht und Kämmerei, nicht wie üblich von zweien, sondern von drei Herren besetzt waren. 2 ) Aber über die Zahl der Bürgermeister, betreffs der Stärke der Besetzung des Rathstuhls, der Umsetzung ist Vermuthungen freier Raum gelassen. Denn wenn die von Dr. Crull a. a. O. S. 50-53 zusammengetragene Liste fünfunddreißig Namen bietet, so ist, da die Liste ihren Quellen gemäß schwerlich vollständig sein wird, die Organisation nothwendig eine andere gewesen, als beim Alten Rathe: entweder sind die üblichen 24 überschritten, wofür die stärkere Besetzung der Rathsämter herangezogen werden könnte, oder es sind die im Turnus Ausgetretenen keineswegs regelmäßig wieder berufen worden, sondern


1) Wenn ich im Text ehrliche Bürger, Hundertmänner und Gemeinde durcheinander anführe, so zwingt dazu die Dürftigkeit unserer Quellen, ich meine aber auch, daß die ehrlichen Bürger, wenn nicht aus, so doch von den Hundert erwählt sind, und daß von der Gemeinde nichts ohne eben dieselben Hundert verhandelt worden ist.
2) Hans. Geschq. II, S. 50. Regelmäßig ? 1414 sind im lib. proscriptor. pg. 73 nur zwei als judices verzeichnet.
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zum guten Theil draußen geblieben. 1 ) Dieselbe Alternative wäre für die Bürgermeister zu stellen, deren mehr als vier zugleich gewesen sein müssen, wenn ihre Würde nicht auf eine bestimmte Zeit verliehen worden wäre. Für den letzten Fall würde der Umstand sprechen, daß für kein Jahr mehr als vier erwiesen sind. Der Termin, in welchem Umsetzung oder Ergänzung stattgefunden hat, isft aus den zu Gebote stehenden Daten 2 ) nicht zu gewinnen. Die Theilnahme der Aemter am Rathe ist schon erwähnt: Jesup war (Werkmeister der?) Wollenweber, Jörden ein Schmied (Werkmeister?), Hinrik Krassow Werkmeister der Böttcher, Kort Witte Werkmeister der Krämer (Crull a. a. O. S. 58 f.), Nicolaus Ponat (Werkmeister der?) Knochenhauer (Reg. S. Spir. fol. 4 a 1399). Zählte der Rath vierundzwanzig Mitglieder, so ist zu vermuthen, daß acht von den Aemtern gestellt sind, und möglicherweise sind von den drei Richteherren und Kämmerern je zwei Bürger, je einer Gewerker gewesen. - Als Stadtschreiber begegnet von 1411 bis 1414 wieder Herr Hinrik van Balsee, der bis 1396 dem Alten Rathe gedient hatte: Crull, Jahrb. XLIII, S. 169 ff., besonders S. 172 f.

Die früheren Rathmannen blieben nach ihrer Abdankung unangefochten in der Stadt, was uns um so weniger wundern kann, als sie ja eine Zeit lang mit den Neuen Ein Collegium gebildet hatten und vor allem manche Familienverbindungen bestanden haben müssen, da Tückeswerts, Hagemesters, Rampes, Buks auf dieser wie jener Seite stehn.

Innerhalb der Hanse hielt natürlich der Wismarsche Neue Rath ebenso wie der Rostocker sich eng an Lübeck, mit welchem ein besonderes Bündniß geschlossen ward (vgl. H. R. I 6, S. 28 f., 1411, Septbr., S. 56, 4, S. 67, 15). Und es zeigte sich 1412 auf dem großen Tage zu Lüneburg, daß sie lieber mit allen übrigen Städten sich spannen, als von Lübeck sich trennen wollten, indem sie mit den Lübeckern Lüneburg verließen (a. a. O. S. 55, 3,


1) Einige mögen sich als unfähig erwiesen haben, während auf anderer Erwerbsverhältnisse billige Rücksicht genommen sein mag. Viele Namen kommen nur einmal vor (Nic. Trechow, Joh. Hovemau 1410, Kort Witte 1411, Hinrik Hovot, Diderik Bekker, Joh. Düre, Hinrik Vrome 1412 u. s. w.), andere fast Jahr für Jahr, Nic. Buk 1411-15, Nic. Jesup 1410-13, Herm. Brüsewitz 1410, 13-15, Nic. Ponat 1410, 12-14; Otbert Lüderstorp 1410 und 1414, Jörden de Smit 1411 und 1415.
2) Johan Düre 1412, Juni 7, ohne her im Reg. S. Spir. fol. 26 a, Hinrik Warendorp 1414, Jan. 17, ebenso, ebendort.
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S. 67, 17) und sich weigerten, ohne diese irgend etwas zu verhandeln (a. a. O. S. 56, 6, S. 55, 4). So fehlen denn auch die Sendeboten der drei Städte in dem offiziellen Recesse (a. a. O. S. 52). Ebenso wenig sind sie bei den Verhandlungen zu Nyborg (a. a. O. S. 106 ff.) vertreten, und als es sich 1414 um die Beschickung des Konstanzer Concils handelt, sind sie außer Fühlung mit den übrigen Hansestädten ganz auf sich selbst angewiesen (ebenda S. 123 f.). Das erste Zeichen - die Nachrichten über die Hanse von 1412 bis 1415 sind äußerst dürftig - das erste Zeichen dafür, daß Rostock und Wismar mit den anderen Städten wieder in Verbindung stehn, ist der Brief Herrn Nicolaus Vöges, L. U. B. V, Nr. 519, H. R. I 6 S. 147 vom 20. Februar 1415. Im December desselben Jahres nahmen ihre Sendeboten zuerst, so weit wir wissen, wieder an den Berathungen der Hanse Antheil. Unter solchen Umständen mußte dem Einzuge des Alten Rathes in Lübeck (1416, Juni 16) wenigstens in Wismar ein Umschwung wohl folgen.

Verhandlungen zwecks einer Sühne mit den tiefgekränkten Herzogen 1 ) waren bereits seit längerem im Gange 2 ) und zwar wollten die Wismarschen gern ihre Sache im Einvernehmen mit Rostock 3 ) führen. Da ein solches aber aus unbekannten Gründen nicht erreicht werden konnte, demüthigte sich der Neue Rath, nachdem noch seine Sendeboten, Herr Evert Groteeke und Herr Herman Wesboem, 4 ) an den Verhandlungen über die Rückkehr des Alten Raths nach Lübeck und an der Einführung am 16. Juni selbst theilgenommen hatten, mit den vornehmsten Bürgern und


1) Bei ihrem Versuche, den Neuen Rath wegen der Verdrängung des Alten zur Rechenschaft zu ziehen, hatte man den Herzogen Johann und Albrecht in Wismar übel mitgespielt, und mit Mühe und Noth waren sie der Lebensgefahr entronnen. Den Vorfall setzt der Lüb. Chronist (Graut. II, 475 f.) in das Jahr 1409, wozu, von anderem abgesehen, die bei Gorlosen und Stritfeld 1410 und 1411 (Graut. II, 597 f.) geleistete Heeresfolge nicht zu passen scheint.
2) Schon in den vorhergehenden Jahren war kein festes Vertrauen mehr zu der Dauer des neuen Regiments, wenigstens behaupten die 1414 oder 1415 eingesetzten neuen Vorsteher des Nicolai=Werkhauses in der Rechtfertigung gegen ihres Vorgängers, des wegen Unterschleifs, dessen man ihn beschuldigte, damals entsetzten Goslik van der Kulen Angriffe, sie hätten Geld und Gut geboten, um von dem Amte frei zu kommen und nur der Drohung mit Stadtverweisung nachgegeben. Crull: Michael Kopmans Chronik, Anhang B. Jahrb. XLVII, S. 85.
3) Das ergiebt ein Brief an Rostock 1416, April l, H. R. I 6, S. 171, wonach am 31. März ein Tag mit den Herzogen gehalten worden ist.
4) Anfangs ist in Lübeck nur Herman Wesebom zugegen gewesen (Mai 24, 28: H. R. I 6, S. 199, S. 229, 264), aber spätestens zum 30. Mai muß auch Evert Groteeke eingetroffen sein, wie sich aus Werkmann's (  ...  )
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vielen aus der Gemeinde vor den Herzogen am 30. Juni 1 ) des gedachten Jahres, worauf diese selbst, durch eine Zahlung von 10000 Mk. lüb. zufrieden gestellt, am 1. Juli die noch lebenden Alten Rathmannen in den Rathstuhl zurückführten und auf die Zahl von vierundzwanzig ergänzten. Die neuen Rathmannen wurden aus den vppersten genommen (Graut. II, 17), keiner aus den Gewerken, und soweit unsere Kenntniß reicht, fand auch zunächst kein Angehöriger des revolutionären Rathes Aufnahme (im folgenden Jahre aber allerdings Nicolaus Buk, 1419 Odbert Lüderstorp).

Die Hundertmänner mußten selbstverständlich zugleich mit dem Neuen Rathe abtreten, und für die alten Freiheiten und Privilegien verfängliche Maßregeln und Gesetze wurden beseitigt. Uebrigens vermied man allem Anscheine nach bei der Uebernahme der Stadtverwaltung durch unnützes Ueberhasten und Verändern Störungen zu verursachen. 2 ) Von Abstrafung oder Vertreibung einzelner - es handelt sich hier um Wismar - ist keine Rede, 3 ) wohl aber suchte man sich durch Gesetze und Beliebungen gegen künftigen Umsturz zu sichern.

Besonderes Mißtrauen hegte man erklärlicher Weise gegen die Aemter. So erfolgte 1417 (Ende Juli oder Anfang August) der Hansebeschluß, es sollten die Aufnahme in ein Amt Nachsuchenden weder den Aelterleuten Eide leisten, noch ihre Dienstbriefe (Crull, Goldschmiede S. 4) von Aelterleuten zu Aelterleuten, sondern von Rathe zu Rathe bringen, 4 ) und in die 1417, März 18 (Donnerstag nächst vor Sonntag vor Mittfasten) neu ertheilte


(  ...  ) Chronik S. 40 A zu H. R. I 6, S. 208, 36 gehalten ergiebt. Juni 2 und Juni 15 sind beide als Sendeboten bezeugt (H. R. I 6, S. 230, 265, S. 233). Bei den Verhandlungen mit König Erich im Juli ist Wismar durch Herrn Johann Bantzekowe und Herrn Gerd Below vertreten (a. a. O. S. 252).
1) commemorationis apostoli Pauli der lat. Körner, Eckhart II, S. 1218, mit der Variante conversionis?, im niederdeutschen Texte, Graut. II, 16, steht uppe sunte Pawels daghe, alse he bekeret wart.
2) Der unter dem Neuen Rathe als Stadtschreiber eingetretene M. Jürgen Below verblieb in seinem Amte. Beim Heil. Geiste treffen wir noch Sept. 27 die unter dem neuen Regimente eingesetzten Vorsteher (Reg. S. Spir. fol. 20 a); einer derselben, Hinrik Odbrecht, war freilich zu Rathe gewählt.
3) 1417, Aug. 25, ward Godschalk Scheversteen (1411-14 Vorsteher des Heil. Geistes) aus der Stadt verwiesen: aber weil er neuerdings über das Verhalten der Rathssendeboten in Lübeck (1417, Jan.) unziemliche Reden geführt hatte. Später ist er begnadigt worden. Rathswillkürbuch fol. 102 f.
4) Burmeister, Beiträge 150 Anm., H. R. I 6, S. 384, 103.
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Knochenhauerrolle 1 ) setzte der Wismarsche Rath den Artikel to dem ersten. een iewelk knokenhower deme dat ampt des knokenwerkes vorlenet wert, de schal zweren to den hilghen vor deme rade, dat he nummer vorbyndinghe maken schal ieghen den rad bynnen amptes edder buten amptes edder ienigerleye vpsate edder sette, de dem rade edder dem borgheren moghen ieghen wesen: ebenso soll kein Werkmeister irgend einen in Eid nehmen bei willkürlicher Strafe.

Weiter gingen die Beschlüsse des Hansetages von Johannis 1418. Anstifter von Verbindungen oder Auflauf gegen den Rath sollten mit dem Leben gestraft werden, ebenso soll es denen ergehn, die darum wissen und es nicht melden; mit Städten, die solche Leute hausen, soll aller Verkehr abgebrochen werden; Absetzung des Raths oder eines Theils desselben seitens der Gemeinde sollte Ausschluß der Stadt aus der Hanse und Verlust hansischer Privilegien nach sich ziehen; denselben Nachtheil sollte, falls nicht rechtzeitig Besserung geschähe, Einschränkung der Macht des Raths zur Folge haben; und endlich sollte niemand mit mehr als sechs Begleitern in Geschäften vor dem Rathe erscheinen. 2 ).

Das waren keine leeren Worte, sondern bitterer Ernst und sicher würde man nicht nur in den ersten Jahren in frischem Eifer diesen Beschlüssen nachgelebt, sondern auch später keine Umwälzung geduldet haben: aber die Verhältnisse waren stärker als der Wille der hansischen Räthe und als neue Verwickelungen eintraten, konnte an die Ausführung der Strafbestimmungen nicht gedacht werden. - In Wismar saß der wieder eingeführte Rath nur elf Jahre, und auch diese Zeit verlief nicht ohne Störung, wie man daraus wird schließen dürfen, daß 1425 Hinrik Rampe, gewiß identisch mit dem Mitgliede des Neuen Raths H. van Rampen, verfestet werden mußte, weil er den Bürgermeister Herrn Joh. Bantzkowe des Verrats beschuldigt hatte (lib. proscr. pg. 102). Den Anlaß aber zu neuem Aufruhr gaben die auswärtigen Verhältnisse.


1) Burmeister, Alterthümer des Wismarschen Stadtrechts S. 71 ff. -Für kein anderes Amt ist ein derartiger Artikel nachweisbar, im Besonderen weder für die Bäcker, die im selben Jahre eine neue Rolle erhielten, Burmeister S. 60 ff., noch für die Wollenweber, die mit einem Zusatze bedacht wurden, Burmeister S. 57.
2) Burmeister, Bürgersprachen S. 64 f., H. R. I 6, S. 555, 1-4 und ebenda 544, 60, 61, 62, 543, 53. Die Grundlage zum ersten Artikel stammt aus dem Jahre 1412, H. R. I 6, S. 60, 22; 1417 wird Todesstrafe angedroht, H. R. I 6, S. 385, 106, 388; die Verschärfung gegen die Mitwisser und die Städte ist 1418 hinzugefügt. Vergleiche noch S. 545, 63.
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König Erich von Dänemark lag mit den Grafen von Holstein schon seit seinem Regierungsantritte wegen Schleswigs in Streit und befand sich seit 1413 in erklärtem Kriege. Er war es, dessen Eingreifen vor allem der Alte Rath seine Rückkehr nach Lübeck zu danken hatte. Dabei scheint er nicht zum wenigsten durch die Hoffnung auf ein Bündniß mir den Hansestädten bestimmt zu sein, wie er denn 1416 zu Laalands Ellenbogen und weiter 1417 im April zu Kopenhagen die größten Anstrengungen machte, ein solches, und zwar auf ewige Zeiten, zu Stande zu bringen. Entwürfe sind auch von beiden Seiten vereinbart und liegen vor (H. R. I 6, S. 356-59), aber zum Abschlusse ist man trotz der Meldung des Presbyter Bremensis (S. 121 Lappenberg), dem Reimar Kock folgt, nicht gekommen, wiewohl Stralsund und Greifswald auf dem Tage zu Lübeck im Sommer 1417 warm dafür eintraten (H. R. I 6, S. 384, 100) und die Beziehungen der übrigen Städte zu Hamburg, das sich mit den Holstenherren verbündete (ebenda S. 362), eine Zeit lang abgebrochen werden. Sichtbar waren die Städte dem Könige sehr geneigt, wie es überall in den Verhandlungen der Jahre 1417 und 1418 - beide Parteien hatten sich vor je zwei Herren und vier Städten zu Rechte erboten - zu Tage tritt (a. a. O. namentlich S. 586 f.). Sie ließen nicht einmal das rücksichtslose Ausbleiben des Königs vom Rechtstage, Johannis 1418, den Holstenherren merklich zu gute kommen und scheinen auch noch in den folgenden Jahren in keinem unfreundlichen Verhältnisse zu König Erich gestanden zu haben, wenn auch Mißverständnisse und Scenen vorfielen. 1 ) Es ward fortverhandelt. Im Jahre 1422 aber giebt sich eine wesentliche Verschlimmerung in den gegenseitigen Beziehungen kund. Der König erließ ein Ausfuhrverbot und hieß hansische Kaufleute anhalten, erklärte aber, daß das den Städten nicht zu Unwillen geschehen sein solle. Die Städte dagegen rüsteten eine Seewehr 2 ) aus (Hansebeschluß Pfingsten zu


1) Bündnißbemühungen 1416: H. R. I 6, S. 220, 111, S. 221, 113, 116; 1417 ebenda S. 346, 23, 347, 25 - 350, 55, 351, 64. Ueber die nächsten Jahre bin ich nur aus der Wismarschen Receßhandschrift und dem Lübischen Urkundenbuche unterrichtet. Abschließendes wird sich erst sagen lassen, wenn alle Recesse und Briefe gedruckt vorliegen.
2) Wenn der Lüb. Chronist (Eckhart II, 1253, Graut. II, 32, 522 Anm.) zum Jahre 1423 erzählt, die Städte hätten zu Schonen im September die Schiffe der Holländer seeuntüchtig gemacht, damit der König sie nicht gegen sie bemanne: so ist sicher das Jahr unrichtig, wie auch der Tod Herzog Johannes von Meklenburg nicht 1423, sondern 1422, und der Herzog Albrechts 1423 und nicht 1424 erfolgte (Wigger, Jahrb. L, S. 186, 188. Ob aber damit mehr die Hollander über die auf den (  ...  )
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Lübeck): aber nur gegen die Seeräuber, wie sie verlautbarten, und verboten im Juli den Handel mit des Königs Reichen. Dabei wurden die Verhandlungen nicht abgebrochen - stand doch ein Verbündniß auf dem Tapete -, aber zum Spätherbste scheint dem Könige ein Ultimatum gestellt zu sein. Zu den kräftigen Entschlüssen, welche die Städte in Aussicht nahmen, kam es jedoch nicht, indem Herzog Rumpolt von Schlesien eine Annäherung zwischen dem Könige und den Städten bewirkte, die sogar zu einem Verbündnisse auf ewige Zeiten führte (1423, Juni 15, L. U. B. VI, Nr. 523). Die wichtigsten Bestimmungen dieses wenigstens für die Räthe von Wismar und Rostock verhängnißvollen Vertrages sind folgende.

König Erich und seine Nachfolger auf der einen Seite und die Städte Lübeck, Rostock, Stralsund, Wismar, Lüneburg, Greifswald und Anklam auf der anderen Seite schließen für ewige Zeiten einen Bund zu gegenseitiger Unterstützung, vorbehältlich der besonderen Pflichten jeder Stadt gegen ihre Herrschaft, nur daß keine gegen den König Beistand gewähre. Die Hülfe wird auf 1000 Mann 1 ) festgesetzt, kann aber nach Bedarf und Gelegenheit auf Grund gegenseitiger Vereinbarung erhöht oder vermindert werden. Zu leisten ist dieselbe binnen dreier Monate nach Anforderung und kann einzig dann Aufschub erleiden, wenn der um Hülfe Angegangene des Widersachers zu Ehren und Recht mächtig ist: in diesem Falle jedoch ist derselbe in sechs Monaten von der Anforderung an zu Rechte zu stellen. Bei gemeinsamer Fehde soll kein Theil ohne Einwilligung des andern Frieden und Vertrag schließen. Unterthanen des Königs sollen bei den Städten, und Einwohner dieser in den Landen jenes freies Geleit haben Jährlich sollen in Kopenhagen Berathungen zu Förderung des gemeinsamen Besten gehalten werden und daselbst Klagen über Schädigungen ihre Erledigung finden.

Ob dieser Vertrag im Interesse der Städte gelegen habe, kann hier unerörtert bleiben: König Erich schien einen großen Vortheil errungen zu haben. Aber es war sein Schicksal, daß ihm aus jedem Vertrage neuer Unfriede und schlimmerer Streit


(  ...  ) Tagen zu Wismar und Lübeck geklagt ward, oder der König, dessen Beschwerden 1434 (H. R. II 1, S. 244, 27) hierauf zu gehn scheinen, geschädigt werden sollten, das läßt sich jetzt noch nicht ausmachen.
1) Die Vertheilung plante man so, daß Lübeck 200, Rostock 100, Stralsund, Greifswald, Anklam 200, Wismar und Lüneburg je 100, die preußischen Städte 150 und ebensoviel die livländischen stellen sollten (Hansetag Lübeck 1423, Juli 16).
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erwuchs: durch eigne Schuld. Und wie er den Holstenschen Grafen gegenüber hartnäckig auf König Siegmunds parteiischem Spruche bestand, so forderte er auch im Sommer 1426 - die anderen Jahre hatten Verhandlungen ausgefüllt - halsstarrig die vertragsmäßige Hülfe, wogegen die Städte sich auf die Ausnahmebestimmung beriefen, welche, wie sich ans H. R. I 6, S. 356 bis 359 ergiebt, von ihnen in den Vertrag gebracht war, und ihm vorhielten, er habe durch Verletzung der Abmachungen vom September 1425 (L. U. B. VI, Nr. 682) die Schlichtung des Streites gestört (L. U. B. VI, Nr. 748, 752, 756, 760, 761).

Schwerlich hatten die Städte bei Abschluß jenes Vertrages die Absicht gehabt, dem Könige die Holsten unterwerfen zu helfen. Nun, da fie erkannten, daß solches das von ihrem Partner unbeirrt verfolgte Ziel sei, zogen sie sich - und dazu bot der Vertrag selbst die Handhabe - von ihm zurück und näherten sich seinen Feinden. Sie konnten auch nicht anders; denn die Unterwerfung der Holsten lief ihren eigensten Interessen schnurstracks zuwider. Ebenso wenig konnten sie die Förderung der westerseeischen Städte durch Erich ruhig ansehen, und auch das den Dänen feindliche Hamburg wird es an Vorstellungen nicht haben fehlen lassen (v. d. Ropp: König Erich S. 8).

So ward, nachdem noch in der zweiten Hälfte des August mit König Erich unterhandelt war (L. U. B. VI, Nr. 760, 761), schon September 22 die Zahl der von Lübeck, Hamburg, Rostock, Stralsund, Wismar, Lüneburg zum Kriege gegen ihn zu stellenden Mannschaft festgesetzt (Nr. 764) und am 27. September das Bündniß mit den Grafen abgeschlossen (Nr. 767). Am 17. October ward der Lübische Fehdebrief abgesendet (Nr. 774) und am 18. waren dieser wie die der übrigen Städte 1 ) in des Königs Händen (Graut. II, 41).

Noch in demselben Jahre zog man eine bedeutende Flotte zusammen, ohne wegen der späten und ungünstigen Jahreszeit irgend Ernstes unternehmen zu können. Um so nachdrücklicher wollte man im folgenden Frühling und Sommer den Krieg führen


1) Der von Wismar datirt vom 13. October (Sonntag nach Dionysii; Sartorius, Gesch d. Hans. Bundes II, 806 - für 1427 muß es natürlich 1426 heißen). Huitfeld giebt als Datum der Fehdebriefe der wendischen Städte October 6 - daterit søndagen effter Remigii - (III, pg. 405, Ausgabe 1603). Dies Datum tragen nach der gefälligen Mittheilung des Herrn Dr. Koppmann wirklich die Briefe von Lübeck und Lüneburg. Der von Stralsund datirt October 15, die der sächsischen Städte aus dem Frühling des folgenden Jahres.
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zu Lande wie zu Wasser. Aber als in einem, durch die Voreiligkeit des Hamburgischen Führers Herrn Johann Kletze veranlaßten Nachtkampfe Herzog Heinrich bei Flensburg vor dem Berge seinen Tod gefunden hatte (Mai 28), ließen sich die städtischen Hauptleute von der Nachricht, der König nahe mit starkem Heere, beunruhigt, durch keine Bitten der Brüder des Gefallenen halten und führten ihre Mannschaft heimwärts (Graut. II, 42-44, Werkmann). - Noch ungünstiger endete das Unternehmen zur See. Eine stattliche, wohlbemannte 1 ) Flotte war es, welche die Städte zu Anfang Juli 2 ) in den Sund entsandten. Der Oberbefehl war dem Lübischen Bürgermeister Herrn Tideman Steen übertragen worden, dessen Willen die Führer der Abtheilungen sich fügen sollten (Graut. II, 44, 553). Ihm war die Aufgabe gestellt worden, die Baiische wie die Weichselflotte (H. R. II 2, S. 71, 30) durch den Sund zu geleiten und diesen zu dem Zwecke zu halten 3 ) Nachher war seine Bestimmung gen Bornholm oder anders wohin zu segeln und nach Umständen zu handeln (L. U. B. VII, Nr. 106, 105, Graut. 11. 556). Noch waren aber die Schiffe der Stralsunder nicht eingetroffen, als eine ansehnliche dänische, durch schwedische, englische und holländische Schiffe verstärkte Flotte 4 ) herausfordernd nahte. Nach Rücksprache mit dem Oberbefehls=


1) cum multo populo Körner bei Eckhard II, 1281, über 4000 Mann im niederdeutschen Texte bei Graut. II, 45, über 8000 Graut. II. 553.
2) Nachdem im Frühjahre die Verabredungen nicht inne gehalten waren - am 19. April klagen die Sundischen, sie lägen unnütz wochenlang im Wismarschen Tiefe, wo zu Ende März die ganze Flotte sich hatte sammeln sollen (L. U. B. VII, Nr. 24) wollten Lübeck und Hamburg zum 30. Juni in See legen (L. U. B. VII, Nr. 31). Die Erzählung bei Graut. II, 42 ist mit dem ersten Briefe nicht wohl vereinbar.
3) in den Sund to segelende - vnde den nicht to rumende, de Bayesche vnd de Prutzesche vlote enweren dor den Sund gesegelt (L. U. B. VII, Nr. 106, 105).
4) Den englischen Schiffen schreiben die Hamburger 1434 ihr Unterliegen zu, indem sie ihren Schaden auf 100000 Nobel berechnen (H. R. II 1, S. 301, 20, vgl. S. 72, 30). Aus L. U. B. VII, Nr. 143 erfahren wir daß es fünf große englische Fahrzeuge gewesen sind. - Vom Hansetage zu Stralsund 1427, August 3, wird Lübeck beauftragt zu schreiben in de Hollandeschen vnde Vlameschen stede vnde wor des not vnde behuf is, en to vorkundegende vnde se warnende dat se de segelacie afleggen vnde der stede viende mit eren schepen nicht en sterken, wente de stede van erer schepe wegen alrede groten drepliken sschaden nomen hebben, dat gode geklaget mote sin (Wism. Receßhandschr. fol. 313 r). Ueber die später von Wismar gegen die Holländer erhobenen Schadenansprüche s. S. 28, l. Die Betheiligung der Schweden bezeugt die Chronik.
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haber nahm der Hauptmann der Hamburger, Herr Hinrik Hoyer, am 11. Juli 1 ) den Kampf mit den Dänen auf, kam aber von der übrigen Flotte ab, gerieth in zu seichtes Wasser, ward von den kleineren dänischen Schiffen umzingelt und erlag nach tapferer Gegenwehr der Uebermacht. Die Lübecker legten derzeit mit den Schweden zusammen und machten Gefangene, die sie lange Jahre in Gewahrsam behielten (v. d. Ropp a. a. O. S. 24 Anm.). Ob die Hamburger Recht hatten, ihrer Schuld die Niederlage zuzuschreiben, oder ob Hülfeleistung wirklich unmöglich war, das entzieht sich unserer Beurtheilung. 2 )


1) In dem suluen jar des vridages vor sunte Margareten dage wart gegrepen her Hinrik Hoyer, borgermester van Hamborch, mit vifhundert borgeren in dem Sunde van den Denen mit den badequesten bestellet van Lubeke (Magdeb. Schöppenchronik S. 405. Für diese Stelle bin ich Herrn Dr. Koppmann verpflichtet.) Zwar setzt Körner (Eckhart Corpus II, 1281) die Schlacht circa festum b. Marie Magdalene, und der niederdeutsche Text läßt bestimmter die Flotte am Tage vor Marien Magdalenen (also Juli 21) im Sunde anlangen (Graut. II, 45) und nach der Danziger Schadenrechnung von 1434 (H. R. II 1, S. 289) wäre der Verlust der Baiischen Flotte umb festum Jacobi (Juli 25) gefallen: aber für die Magdeburger Chronik entscheidet ein anonymer Briefe welcher, nach den Verlusten geschrieben, der Juli 30 in Wismar tagenden hansischen Versammlung zuging und datirt ist scriptum vp sunte Marien Magdalenen dach XXVII° (Wismarsche Receßhandschr. II, 291 v).
2) Die Magdeburger Chronik giebt leider keine Einzelheiten. Der lat. Körner (Eckhart II, 1281) läßt die Hamburger abwärts gerathen und die Lübecker unterdeß mit den Schweden kämpfen: der Untiefen geschieht Erwähnung im deutschen Text (Graut. II, 45. Unterlassens möglicher Unterstützung zeiht der wohl die Volksstimmung wiedergebende sog. Rufus den führenden Bürgermeister (Graut. II, 555) und läßt im Gegensatze zu ihm nur ein paar Lübecker ihre Pflicht thun. Die Hamburger Chronik S. 406 f. ist zu spät und zu ungenau, als daß ihre Darstellung Gehör verdiente. - In dieser Schlacht soll der Anlaß gegeben sein, daß die Lübecker seitdem mit dem Badequaste geärgert und gehöhnt wurden. (Die Hauptstellen hat Mantels Z. V. L G. I 118 f. vereinige Dazu kommt Berckmanu, Sund. Chr. S. 48 und eine Stelle aus Reckeman, die Hans. Geschbl. I. 145 citirt wird.) Die älteste Quelle dafür, die aus der Magdeburger Chronik oben ausgehobene Stelle, entzieht sich in dieser Beziehung meinem Verständnisse; wie mir auch die ähnlichen Worte der Hamburger Chronik dorch list der Lubeker badequast (Lappenberg S. 37) unverständlich geblieben sind. Haltlos ist die Erklärung der Hamb. Chronik S. 406, der Badequast sei als Erkennungszeichen zwischen Lübeck und Hamburg verabredet gewesen. Wenn dagegen die Chronik der nordelbischen Sassen (S. 125 Lappenberg) und Hamburgische (S. 252, 407 Lappenberg) berichten, daß die Lübecker während dieses Kampfes unter Ausstecken eines Badequastes halt gemacht hätten oder abgesegelt wären, so werden (  ...  )
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Da in dem unter dem ersten Eindrucke der Niederlage gehaltenen Kriegsrathe die Befürchtung vorwog, die Dänen könnten die Sundischen vereinzelt wie die Hamburger schlagen oder gar die preußische Flotte, welche man höher anschlug als die aus der Bai abfangen; und da man sich so wie so nicht mehr den Dänen gewachsen fühlte - denn jene verfügten über 33 große Schiffe, die Städte über 36 große und kleine zusammen (L. U. B. VII, Nr. 105, 106) -: so ward beschlossen, den Sund aufzugeben, die Vereinigung mit den Stralsundern zu suchen und die Weichselflotte zu decken. Und nachdem man um 100 Mark Jacob Bollael gedungen hatte, damit er die Baiischen Schiffe warne, segelte man getrost auf Bornholm zu. Aber kaum war Bollael vor dem Oeresunde angelangt, da begegneten ihm schon die den Dänen entronnenen Reste der Baiischen Flotte und enthoben ihn seines Aufträges (L. U. B. VII. Nr. 96). Drei Stunden waren erst seit dem Rückzuge der Hansen vergangen, als die auf das zugesagte Geleit sich verlassende Handelsflotte in die Hände der Dänen fiel. Zwar wehrte sich die Bemannung tapfer, aber nur wenige entkamen, und der Verlust war groß 1 ) und um so


(  ...  ) sie mit dem Ausstecken der Quäste nicht ganz Unrecht haben, nur muß Zeit und Meinung eine andere gewesen sein, als jene überliefern. Es war eine That des Uebermuths - man erinnere sich, daß von einer Seite die städtischen Schiffe Kirchen, die dänischen Kapellen verglichen wurden - und sollte den Dänen zu verstehn geben: wir wollen Euch "quästen". Das stellen meines Erachtens folgende Stellen aus Grautoffs Lübischer Chronik klar: nement wolde wedderkomen in den baststouen, dar me so hete questede II, 376; he brochte de Bremer to bade, dar se degelken wurden questet II, 381; dar gynk it in eyn questent II, 395; dar gynk it in en vnsachte questent II, 399. Verständniß für solche Zeichensprache, wie die Lübecker sie hier angewendet haben müssen, setzte noch Tromp im siebzehnten Jahrhundert voraus, als er bei seiner Fahrt längs der englischen Kanalküste (1652) einen Besen statt der Flagge am Maste führte (Pauli, Aufsätze zur englischen Geschichte I, S. 292). Bei den Lübeckern aber heftete sich, weil ihr unrühmliches Thun so wenig der Drohung entsprach, der Spott daran.
1) Ueber 30 Schiffe Graut. II, 46, 36 Eckhart Corpus II, 1281, 46 Graut. II, 356. Noch nach fünfzig und mehr Jahren (1479) rechneten die Wismarschen ihren 1427 im Orsunde, dar de Hollandere to hulpen deme koninghe van Dennemarcken, erlittenen Schaden auf 32000 rh. Gulden und zählten 12 Schiffer mit Namen auf, die ihre Schiffe eingebüßt hatten (Wism. Klagen im Hansereceß von Münster, Wism. Handschrift, Hanserecesse III 1, Nr. 227). Ein Irrthum ist aus den Namen nicht nachzuweisen und nach dem Zusammenhange auch unwahrscheinlich. (Ein Schiffer Hans Schulte erscheint übrigens auch 1434 in den Schadenrechnungen Danzigs.) Die Danziger konnten (  ...  )
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schmerzlicher, als für den Krieg ganz erhebliche Aufwendungen gemacht waren. 1 )

Der Muth sank den Räthen nicht. Denn wenn auch der Anonymus, der für die Datirung der Schlacht so schwer ins Gewicht fällt, dringend zu Nachgiebigkeit rieth, so ward doch auf der gleich nach dem Unglücke in Wismar am 30. Juli (Wism. Receßhandschr. II, fol. 291 r, L. U. B. VII, Nr. 106) zusammengetretenen, zum 3. August aber zwecks Verhandlungen mit einem Abgesandten des Hochmeisters schon nach Stralsund 2 ) verlegten Versammlung beschlossen, den Krieg fortzusetzen und Kaperbriefe auszugeben (Wism. Receßhandschrift II, fol. 313 r).

Die Geschädigten verlangten Bestrafung der Schuldigen, und gern hätten die besonders schwer getroffenen Hamburger Herrn Tideman Steen am Leben gestraft gesehen, aber der Lübecker Rath zog die Sache hin und ihr Bürgermeister kam mit langem Gefängniß davon. 3 )

Schlimmeren Verlauf nahm die Sache in Wismar, wo sie von den 1416 wieder aus dem Rathe Gedrängten und deren Anhange begierig aufgegriffen ward, um den rechtmäßigen Rath zum zweiten Male zu Fall zu bringen und sich selbst wieder in den Sattel zu schwingen. Es ist sehr zweifelhaft, ob ihnen durch die übrigen Klagen, welche vorgebracht wurden, gelungen sein würde, die nöthige Aufregung hervorzurufen: gewiß aber hätte auch der große Verlust für den Wismarschen Flottenführer, den ältesten Bürgermeister und den ganzen Rath nicht jene schlimmen Folgen gehabt, wenn nicht ehrgeizige bedeutende Persönlichkeiten, denen der Rath nichts entgegen zu stellen hatte, hier hätten einsetzen können.


(  ...  ) 1434 15 bei ihnen zu Lande und in Livland beheimathete Schiffer aufzählen, welche in der Baiischen Flotte ihre Schiffe verloren hatten. Nicht alle werden geschätzt. Hanserecesse II 1, S. 289 f. Ueber die von Hamburg 1434 an England erhobene Forderung f. S. 26, 4. Der Gesammtschade belief sich nach Pauli, Lüb. Zust. II 59, auf 400 000 Mk.
1) Von Seiten Lübecks 14541 Mk. 8 ß. (L. U. B. VII, S. 414 f.), von Hamburg 4125 Pfund 15 ß. 3 Pf. und 4098 Pfund 4 ß 8 Pf. (Kämmereirechnung).
2) Die Versammlung in Lübeck zum 15. August, von der bei Grautoff II, 556 zu lesen steht, bewährt sich nicht. Wenn ich sage, es sei beschlossen, den Krieg fortzusetzen, so ist damit nicht behauptet, daß man Verhandlungen durchaus von der Hand gewiesen habe, aber man war, wie der Receß zeigt, weit entfernt, mit beiden Füßen hineinzuspringen.
3) Vermuthlich haben die noch übrigen Mitglieder des einstigen Alten Raths damals, um ihren guten Willen zu zeigen, auf weitere 20000 Gulden der ihnen vor 10 Jahren zugesprochenen Entschädigung verzichtet. Pauli, Lüb. Zustände II, 56, L. U. B. VII, Nr. 75.
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Daß wirklich die Fäden, welche 1416 abgerissen waren, 1427 nur wieder angeknüpft wurden, läßt sich zur Noth aus den Namen der Betheiligten erschließen, wird aber auch ausdrücklich von dem uns über die folgenden Wismarschen Ereignisse vorzüglich unterrichtenden Chronisten hervorgehoben. Der diesmal klar hervortretende, vielleicht von Werkmann zu sehr in den Vordergrund geschobene Führer der Aemter war Claus Jesup, 1 ) wie nicht zu bezweifeln steht, seines Zeichens ein Wollenweber. Alles, was gegen den Rath unternommen wird, plant er und weiß es durchzusetzen Der Bäcker Hans Hamborch, der Schuhmacher Bantekow und der Krüger Hinrik Tideman sind nur seine Werkzeuge, die ihm dienen, Aufläufe ins Werk zu setzen. Die Aemter stehn unbedingt zu seiner Verfügung und auch unter der Bürgerschaft hat er seine Anhänger und Zuträger. Wie er schon 1411 und 1413 Bürgermeister war, so nahm er dieselbe Stellung 1428 bis 1430 ein. Nächst ihm fällt auf Evert Groteek das meiste Licht. 1413, 1415, 1416 als Bürgermeister bezeugt, taucht er in der neuen Bewegung wieder als Bürgerworthalter auf. Er suchte versöhnend zu wirken; doch wird seiner Nachgiebigkeit das Hereinbrechen des Verderbens zugeschrieben. 1428 bis 1430 nahm er den ersten Bürgermeistersitz ein und ward 1430 in den rechtmäßigen Rath aufgenommen. Außerdem haben Kort van Pegel und Clawes Trechow nachweislich beide Male dem Neuen Rathe angehört. Godschalk Scheversteen, welcher gemäß der Titulatur, Schröder P. M. S. 1896, 1429 Rathmann gewesen sein muß, war das vorige Mal Vorsteher zum Heiligen Geiste und hatte 1417, wie


1) Abgesehen von den Zeiten der Unruhe 1399 und 1419 in Wismar nachzuweisen. Sein Erbe lag an der Faulen Grube, heute Wilhelmsstraße, (Verzeichniß der geistl. Renten fol. 35) rechts nach dem Hafen gesehen (Greifswalder Handschrift, s. oben S. 7). Die Ueberlieferung, daß er Wollenweber gewesen (Greifswalder Handschrift, Latomus, Schröder) findet ihre Betätigung in der Rathsmatrikel, Hans. Geschq. II, S. 60, wonach ein Angehöriger dieses Amtes, nicht aber ein Pelzer - das soll Claus Jesup nach Reimar Kocks Erinnerung gewesen sein - in den Rath gekommen ist. Gleichzeitig begegnet ein Wollenweber Hinrik Jesup, dessen Buden in der Baustraße lagen, und den Schröder A. B., S. 1118 als Bruder von Clawes anführt. Leute des Namens Jesup, zum Theil an der Faulen Grube angesessen, können das ganze funfzehnte Jahrhundert hindurch und bis in das sechzehnte hinein nachgewiesen werden. Einen Kleriker Nic. Jesup belegt Schröder a. a. O. 1438 und 1447 als Sohn Hinriks; derselbe ist in Rostock 1419, 131 inscribirt (Hofmeister, die Matr. d. Univ. Rostock S. 3). Auch unser Nic. Jesup hatte nach Schröder einen Sohn gleiches Namens. Die Familie könnte aus Pöl stammen: ein Jesoph thu deme vorwerke 1412 (Manual S. Spir. fol. 109 v).
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schon berichtet (S. 21,3), aus der Stadt weichen müssen. Lüdeke Wischür endlich ist zwar nicht wieder in den Rath berufen, hat aber 1427 eine solche Haltung eingenommen, daß Lüdeke Bantzekow ihn vor der Veme zu verklagen Ursache hatte. Mehr Berührungen würden sich wahrscheinlich ergeben, wenn uns vollständige Listen der Räthe und der Ausschüsse vorlägen, indeß wird auch das Gegebene hinreichen, der Chronik in diesem Punkte Glauben zu verschaffen.

Es war der Tag des heiligen Lorenz, des Schutzpatrons der Stadt, der 10. August als Jesup seine Anhänger sammelte und durch Mittheilungen, welche die Stadt gefährdet 1 ) scheinen ließen, eine ungeheure Bewegung hervorrief. Er wollte Nachricht haben, daß sich bei Sternberg Bewaffnete gesammelt hätten, die Nachts in Wismar einreiten sollten, und daß zu dem Zwecke die Thore - das Meklenburger und das Lübsche wurden genannt - wohl schon acht Tage offen gestanden hätten. 2 ) Einzelne Rathmannen, behauptete man weiter, hätten mit dem Dänenkönige ein Einverständniß, und schließlich fanden sich gar Leute, die am Strande eine Schaar Bewaffneter in verdächtiger Bewegung gesehen hatten.

Darauf hin trat man vor den Rath, um von ihm bessere Fürsorge für die Stadt zu verlangen, und der älteste Bürgermeister, Herr Johann Bantzkow, war kurzsichtig genug, den Unzufriedenen die Schlüssel zu übergeben, damit sie selbst die Bewachung ausüben könnten. So bekam Claus Jesup, der diese Pflicht bereitwilligst übernahm, zugleich Gelegenheit und Recht Aemter und Bürger um sich zu sammeln: und nun wurden die Wachen allabendlich mit großem Eifer und unter Aufbietung von nicht geringem Mannschaft bestellt. Nebenbei aber war gar bald ein Verbündniß von Bürgern und Aemtern erstanden, nicht gegen den Rath - das war ja strenge verpönt - aber um Rechenschaft zu fordern wegen der Versäumnisse und der Verluste vor Flensburg und im Sunde.

Zu Verhandlungen mit dem Rathe ward stracks ein engerer Ausschuß 3 ) aus Bürgerschaft und Aemtern erwählt: Vierundzwanzig


1) Durch eine gleiche Aussprengung verursachte man auch in Lübeck 1405/6 die erwünschte Gährung, Graut. II, 624.
2) Bei den am 23. August vorgebrachten Beschwerden treffen wir die Bemerkung, es seien zwei Schlösser vorgelegt, die ohne Schlüssel von den Thoren abgezogen wären (also Vorlegeschlösser). Burmeister, Bürgerspr. S. 56. In der Anklage ist von sechs Nächten die Rede.
3) In der Chronik werden irrthümlich nur zwanzig Bürger und zehn Gewerker angegeben.
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Bürger und zwölf Werkmeister dazu von zwölf Aemtern. Und der Rath ließ sie gewähren, nahm von ihnen die zusammengestellten Beschwerden entgegen und trat am 23. August mit seinen Bürgern in eine Besprechung darüber ein. Die wesentlichsten Punkte (Aufzeichnung in den Bürgersprachen, Burmeister S. 56 f.) dürften folgende sein: Man begehrte Erlaß der 1417 neu eingeführten Eide (s. oben S. 22), mehr Entgegenkommen bei Anliegen der Bürger, Heranziehen derselben bei Verhandlungen über wichtige Stadtangelegenheiten, bessere Bestellung der Wachen, 1 ) tüchtige Rüstung 2 ) im Fall der Verlängerung des Krieges, Gerechtigkeit im Aufbieten zum Kriegsdienste und Untersuchung wegen der bisher vorgefallenen Versäumnisse in der Kriegführung. Außerdem wünschte man eine Einschränkung der vielen Tagfahrten 3 ), Herabsetzung der auf Bier gelegten Accise 4 ) und Beseitigung der ans Brett geschlagenen Artikel, d. h. nach Burmeisters ansprechender Vermuthung (Bürgersprachen S. 66) vor allem derjenigen vier Bestimmungen des Hanserecesses von 1418, deren Inhalt S. 22 in Kürze angegeben ist. 5 )

Was das Ende der Besprechungen gewesen und was vereinbart sein mag, erfahren wir nicht; doch steht zu vermuthen, daß der Rath durchweg nachgegeben und höchstens versucht habe, die Entscheidung hinzuziehen.


1) Diese Forderung verträgt sich nicht ganz mit unserer Erzählung. Der Zusatz, auf den ich erst schon hingewiesen habe, lautet: et nota . de borghere brachten II slote, de se van den porten taghen hadden sunder slotele.
2) In der That ist der Krieg im folgenden Jahre mit besonderem Eifer geführt worden.
3) Vgl. Artikel 18 des Rostocker Bürgerbriefes von 1428 und Lüb. Chron., Graut. II, 33.
4) 4 ß. erhob der Rath von jeder im Kleinen verzapften Tonne; von Michaelis an wollte man nur 2 ß. geben. Nach dem Chronisten könnte es scheinen, als ob die Steuer ganz abgeschafft sei. Der Neue Rath mußte sie in der alten Höhe wieder herstellen.
5) Burmeister wird seine Vermuthung an das bei diesen und einigen andern Artikeln (H. R. I 6, S. 543, 52, 53, S. 544, 60, 61, 62, S. 545, 65 - w - 66, 67, 68, 69, 70) in der Wismarschen (und auch der Lübischen) Receßhandschrift am Rande stehende tabula angeknüpft haben. - Andere Wünsche in Betreff des Brauens, freieren Kaufes von Hopfen und Kohlen, in Betreff der Gewährung von Geleit konnten im Texte übergangen werden. Nach Reimar Kock waren die Bäcker Herrn Johann Bantzkow besonders deshalb gram, weil er sie nöthigte, nach Gewicht zu backen.
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Der Ausschuß aber der Sechsunddreißig, welcher die Beschwerden vorgetragen hatte, bestand nicht lange und machte bald Sechzigern Platz, die aus Bürgerschaft und Aemtern in demselben Verhältnisse wie die Sechsunddreißig erwählt, im übrigen so zu sagen fortschrittlicher gesinnt waren und schon durch die Zahl, die revolutionäre Erinnerungen wecken mußte, Achtung geboten. Die Rührung übernahm ein engerer Kreis, hauptsächlich wohl Gewerker, die sich um Jesup zusammenschlossen und regelmäßige Vereinigungen und Berathungen in Tidemans Kruge 1 ) abhielten, während die an Zahl überwiegende Bürgerschaft, ohne Organisation wie sie war, oft überrascht ward und bald alles Einflusses beraubt war.

Wahrscheinlich um ein Statut nach Art des Rostocker Bürgerbriefs auszuarbeiten, wurden von diesen wieder in der bekannten Zusammenstellung zwölf Männer abgeordnet, die aber binnen Kurzem, da sie zu keiner Vereinbarung gelangen konnten, um vier, vermuthlich lauter Gewerker, verstärkt wurden. Zu einem Abschlusse ist ihre Arbeit trotzdem nicht gekommen und sollte es auch wohl garnicht; 2 ) trefflich aber dienten die Berathungen der Sechzig und nachher der ganzen Bürgerschaft über den Entwurf, die Bewegung in Gang zu halten und zu verstärken und gaben zuletzt die Gelegenheit zu einer Kraftprobe ab. Als nämlich nach nicht wenigen Vorverhandlungen schließlich der Entwurf vor der Bürgerschaft verlesen ward, kam es zu offenem Tumulte und unter dem Geschrei Verrath, Verrath drang ein Haufe mit Messern auf den Leser ein. Der ward zwar gerettet, aber das Benehmen der ganz eingeschüchterten Bürger, die zudem sparsam und sparsamer erschienen, und die stattliche, in ganz kurzer Zeit zusammen getrommelte Zahl der Handwerker besiegelte die Obmacht dieser, die Ohnmacht jener.


1) pg. 11 - Derselbe muß in der Nähe des Marktes gelegen gewesen sein, pg. 18; Genaueres ist nicht bekannt. Die erbgesessene Bürgerschaft pflegte sich in dem Hause der Kaufleute zu versammeln, pg. 9, 12, 41, versammelt sich in dem Schütting der Seglercompagnie, pg. 18, 25, 26. Die Jesupiten versammeln sich bei den Grauen Mönchen pg. 4, in der Kaufleute Hause pg. 4, 27. Die Aemter und Gemeinde finden sich bei den Grauen Mönchen zusammen pg. 9, 41. (Die Citate nach A) Das Haus der Kaufleute lag damals wahrscheinlich an der Ecke des Krönkenhagen und der Borstraße, Südseite.
2) Die Forderung der Aemter, sie wollten vorkommenden Falls die Ergänzungswahlen für die Sechzig vornehmen, konnte nur bezwecken, eine Einigung zu hindern.
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Endlich schien dem Kreise Jesups die Stunde gekommen, weiter gegen den Rath vorzugehn und diejenigen Rathmannen, welche man für das Mißgeschick im Kriege und den ungenügenden Verschluß der Thore verantwortlich machte, wegen Verrätherei zur Rechenschaft zu ziehen. Darum ward den Sechzigern so lange zugesetzt, bis sie die Sache an die Bürgerschaft zu bringen beschlossen. Die deshalb bei den Franciskanern versammelten Bürger aber nöthigte man auf den Markt, den die Aemter mit ihrem ganzen Anhange, Waffen unter den Mänteln, besetzt hatten. An geordnete Berathung und Widerstand gegen die Menge war da nicht zu denken, weder von Seiten der eingekeilten Bürgerschaft noch der Sechzig noch des Rathes, die auf dem Rathhause tagten. So war es schon ein Gewinn, daß es dem Geschicke und dem guten Willen zweier aus den Sechzig - der eine war der Magister Johann Werkmann - gelang dem ersten Bürgermeister den Genuß seiner Freiheit zu bewahren, und daß die Jesupiten sich begnügten, nur Herrn Hinrik van Haren in den Thurm zu bringen (Sept. 24).

Für Herrn Johann Bantzekow war aber nur kurzer Aufschub gewonnen. Denn am nächsten Morgen, dem 25. September 1 ), verbreitete sich, da schon die Nachricht von gekaperten Salzschiffen 2 ) einen Auflauf veranlaßt hatte, das Gerücht, derselbe bringe seine Habe in Sicherheit und wolle selbst - Geleit habe er sich von der Herzogin verschafft - die Stadt verlassen. Und in der That sah man ihn, nachdem er sich zweimal auf dem Markte hatte blicken lassen, die Dankwartsstraße entlang zum Meklenburger Thore und aus dem Thore hinausgehn. Er gelangte aber nur


1) Sept. 22 ward noch ein Verwendungsschreiben an Herrn Joh. Bantzkow, Ritter, vom Lübischen Rathe gerichtet (L. U. B. VII, Nr. 53), und kurz zuvor war er noch in Lübeck gewesen. Interessant wäre es, das Datum des Briefes zu kennen, in dem Wismar Lübeck um Beistand wegen Aufruhrs der Bürger angeht (Mittheilung Grautoffs an Burmeister). - Als Tage der Gefangensetzung werden in der Rathsmatrikel (Hans. Geschq. II, S. 60) der 24. und 25. September angegeben (feria ouarta ante festum Mychaelis - sequenti die scilicet feria quinta); die Abweichung einer Notiz auf der Handschrift F, donnerstag vor Michaelis - am volgenden freytag wird auf einem Mißverständnisse des feria quarta beruhen, das als der vierte Tag genommen ward. Die Erklärung zu sequenti die sc. feria quinta ist entweder einfach übersehen oder als unverständlich und widersprechend bei Seite gelassen.
2) Die Schiffe waren nach Osten bestimmt. Kröplin, der sie genommen, wird der bekannte dänische Hauptmann sein, L. U. B. VI, Nr. 523 [1423] und L. U. B. VII, S. 387 [1430].
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bis zum Kreuze, 1 ) wo er von einem unter Hamborchs 2 ) Führung nachgesandten Haufen eingeholt ward. Gebunden brachte man ihn auf den Markt zurück. Hier rief Jesup die Aemter zu den Waffen und schüchterte den Rath so ein, daß dieser die Gefangensetzung des Bürgermeisters, der sich selbst im Widerstande schwach zeigte, zuließ. Ein Bürgschaftsangebot wurde abgewiesen 3 ); dagegen versprach Jesup, alter Haß solle im Verfahren keine Einwirkung üben.

Vor dem Thurme, in welchem seitdem die beiden Schicksalsgenossen gefesselt saßen, ward nun allabendlich und allnächtlich starke Wacht gehalten und Muthwillen genug gegen die Gefangenen verübt. Halten wir indeß Umschau nach ihren Persönlichkeiten.

Johann Bantzekowe 4 ) stammte aus einer, nach Hausbesitz und Stiftungen zu urtheilen, reichen Familie. Sein Vater hieß wie er mit Vornamen Johann, dessen Bruder 5 ) wird der Rath=


1) Cillinges Kreuz (M. U. B. 5422)? Die Greifswalder Handschrift: bi dem hilligen crutze, worin eine Verderbniß stecken könnte. Es wird bei der Abzweigung des Weges nach Grönings zu suchen sein.
2) Der Chronist nennt die Auftraggebenden nicht. Es werden keine andern als Jesup und seine nächsten Freunde gewesen sein. Hans Hamborch war nach Reimar Kock ein Bäcker. Daß Schröder und Franck erzählen, die Bäcker hätten Herrn Johann Bantzkow aufgepaßt, hat Latomus zu verantworten, der die Nachricht Reimar Kocks von dem Hasse der Bäcker gegen jenen nicht besser verwerthen zu können glaubte, als wenn er einen Zusammenhang mit Hamborchs, des Bäckers, Schergendienst herstellte.
3) Was der Chronist dazu sagt, verstehe ich nicht. Für Herrn Bantzekow war es von großer Bedeutung, daß Jesup ihn nicht "to borge" that. Wäre die Bürgschaft bewilligt, so hätte er auf freien Füßen gestanden. Vgl. Michelsen, Oberhof, Urtheil 19, und s. unten S. 43, 3.
4) Der Familienname wird zu Ende des 14. und im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts recht verschieden geschrieben. Bantzekowe, Siegel, Rathsmatrikel S. 37, 42, 43, 44, 45, 46 (Hans. Geschq. II), Bantzecowe, Rathsmatrikel S. 36, 39, 40, 44, 53, Bantzekouwe, Rathsmatrikel S. 46, 47, 48, Bantzekow, Grabstein, Rathsmatrikel S. 37, 41, 42, 43, L. U. B. VI, Nr. 411, Bantzkowe, Urk. der Söhne, Rathsmatrikel S. 45, 46, 47, 48, 49, Bantzcowe, L. U. B. VI, Nr. 386, Bantzcow, Rathsmatrikel S. 64, Bantzkouw, L. U. B. VI, Nr. 427; Banskow 1478, Rathsmatrikel S. 72.
5) Nach einer Neuklosterschen Urkunde von 1443, Nov. 25, haben Marquard, Johann, Clawes und Johann, alle geheten Bantzkowen, den Klosterfrauen Wendele und Heseke Klenedenst und Gheseke Bantzkowen 50 Mk. mit der Rente gegeben. Diese Personen waren 1443 alle verstorben. Die drei erstgenannten werden Brüder gewesen sein; der zweite Johann der Bürgermeister und Gheseke etwa seine Tante. (  ...  )
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mann (seit 1373), spätere Bürgermeister (seit 1385), Markwart Bantzekowe gewesen sein, welcher 1404 starb (Hans. Geschq. II, S. 36, 191). Seit 1391 gehörte Johann, eine Reihe von Jahren mit seinem Oheime zusammen, dem Rathe an, und zwar 1403, 4, 6. 7, 9, 10 - für 1405 und 1408 mangeln die Angaben - als Richteherr (lib. proscr. pg. 54-68). 1411 mußte er samt seinen Genossen resigniren, ward aber 1416 wieder in den Rathstuhl gesetzt und zum Bürgermeister berufen. Der regelmäßigen Ordnung nach wird er die Jahre hindurch in der Matrikel als intrans manens exiens geführt, 1419 aber und 1421 und 1423 gleich wieder in den geschäftsführenden Rath gerufen, 1425 steht er als intrans, obwohl er das Jahr Vorher unter den manentes war, und 1427 fehlt wohl nur der Vermerk, daß er gleich wieder eingetreten. Seit 1417 ist er also ununterbrochen im geschäftsführenden Rathe gewesen. Auch die Ritterwürde 1 ) hat er erlangt


(  ...  ) (Die monialis in Novo dauere Elisabeth, welche der Stadtsecretär Evert Elmhof in einem freilich durchstrichenen Stammbaume als Schwester des unglücklichen Bürgermeisters giebt, ist aus Neuklosterschen Urkunden und auch aus Wismar sonst nicht zu belegen). Dem älteren Johann Bautzkow gebar seine Frau Ghese außer dem einen gleichnamigen Sohne zwei Töchter, Gertrud oder Ghese, die Frau Herrn Göbels v. d. Sterne, und Margareta, die Frau Diederik Wentorps (Memorienstiftung Geses, der Witwe des Rathmannes Gobel v. d. Sterne, 1440, Oct. 1 - im Copiar des minderen Kaland fol. 22 - Urk. des Bischofs Johann von Ratzeburg, 1431, März 20 - Gretke, die Frau Johann Stamps, wird die Tochter Göbels gewesen sein - Grete, die Frau Wentorps, war nach einer Urk. schon 1421, Juni 24, todt.) Francks Nachricht (VII, 226), betreffs Greteke Wentorpes als Frau des Bürgermeisters beruht auf einem verzeihlichen Mißverständnisse der ersten in einer schwer lesbaren und von Schröder (W. E. S. 147, P. M. S. 1987) verlesenen Abschrift erhaltenen Urkunde.
Der Bürgermeister Joh. Bantzkow hatte zwei Söhne, Johann und Lüdeke, und eine Tochter, welche an Gotle Vogheler verheirathet war (zu erschließen aus der S. P. M. 2321 mitgetheilten Urkunde von 1481 in Beihalt einer Neukl. Urkunde von 1443, Nov. 18).
Das Haus Herrn Joh. Bantzetows lag nach einer Randbemerkung in G in der Borstraße und war im Anfange des 17. Jahrhunderts von Andreas Hein bewohnt (oben S. 6). Ein diesem zugeschriebenes Haus findet sich nicht. Da aber Andreas Hein die Witwe des 1599 verstorbenen Heinrich Tamke geheirathet hat, jener aber Häuser in der Borstraße besaß, so wird er eben dessen Wohnhaus bezogen haben, welches, wie der Besitzwechsel ergiebt, an der Westseite unter Nr. 8 des Alten Stadtbuches, jetzt Polizei Nr. 10, belegen gewesen ist. Der Bürgermeister war in beiden Kalanden, Mitglied der Segler=Compagnie und der Papageien=Gesellschaft und auch in anderer Aemter Brüderschaft.
1) Zeugnisse: 1422, Mai 31, Wismarsche Receßhandschrift II, fol. 211 r, 1427, Sept. 22, L. U. B. VII, Nr. 53.
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und sollte von Wismars wegen nebst Herrn Peter Wilde an der vormundschaftlichen Regierung in Meklenburg theilnehmen (Vormundschaftsurkunde 1424, Mai 6, Gerdes 689-692).

Von den Reisen, welche die Stellung eines Rathmannes mit sich brachte (Crull, Hans. Geschq. II, S. XXV) hat er sein redlich Theil auf sich genommen. Nachweisbar ist mir folgendes, wobei mir für die Jahre, die noch in der Ausgabe der H. R. fehlen, die Wismarsche Handschrift ausgeholfen hat, während ich für 1427 Herrn Dr. Koppmanns Güte Auszüge aus seinen Materialien zu danken habe.

1408, Juni 20, war Joh. Bantzkow neben Nic. Vink und Gerd Loste auf dem Hansetage zu Hamburg, H. R. I 5, S. 417,
1410, April 20, auf dem Hansetage zu Lübeck, H. R. I 5, S. 546,
December 13, auf dem Münzconvente ebenda mit Niv. Jesup und Joh. Honeman, L. U. B. V, Nr. 347, S. 375, H. R. I 5, S. 565,
1416, Juli 23 (Juli 13 aus Lübeck), zu Laalands Ellenbogen und später ohne Zweifel in Lübeck mit Gerd Below, H. R. I 6, S. 252,
August 11 bis September 10, in Lübeck mit demselben, ebenda S. 260,
October 16, zu Lübeck (Befriedigung des Alten Raths wegen der genommenen Güter), L. U. B. V, Nr. 602, H. R. I 6, S. 277,
November 30, in Lübeck mit Joh. Vrese, a. a. O. 288,
December 8, mit demselben nach Rostock, ebenda 289, 10, 290,13,
1417, Januar 20, in Lübeck mit demselben, ebenda S. 312, kommt
Juni 10 in Konstanz an, ebenda S. 430 (Aug. 8 wieder in Wismar, S. 446, 465),
1420, April 14, hat er mit Joh. Vrese und dem Bischofe von Schwerin eine Sühne zwischen Balthasar von Werle und Lübeck zu Stande gebracht, L. U. B. VI, Nr. 196,
Juni 2, nimmt er in Schleswig an den dänisch=holstenschen Verhandlungen theil,
Juni 29, wo?,
August 14, ladet er den Lübischen Bürgermeister Pleskow ein, mit ihm an Verhandlungen in Schwerin sich zu betheiligen (L. U. B. VI, Nr. 263; derselbe Brief ist L. U. B. VI, Nr. 45, zum Jahre 1418 gezogen),
September 24, zu Stralsund, wo er beauftragt wird, wegen verschiedener Sachen ein Einvernehmen mit dem nicht vertretenen Lübeck herzustellen,
1421, September 21 (Mathei apostoli), zu Stralsund,
October 7, vom Lübischen Rathe gebeten, sich um Ausgleichung des Streits zwischen dem Abte von Reinfeld und Heinrich Quitzow und Claus Parkentin zu bemühen, L. U. B. VI, Nr. 357
,December 12, zu Schleswig, nachher zu Flensburg in den dänischen Angelegenheiten,
1422, Januar 6, ist er in Rostock gewesen, L. U. B. VI, Nr. 386, vor April 22 in Lübecks L. U. B. VI, Nr. 408,
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1422, April 24, bittet Lübeck ihn und Peter Wilde zu Verhandlungen nach Dassow zu senden, L. U. B. VI, Nr. 411,
Mai 31, ist er mit Nic. Buk und Joh. Vrese in Lübeck Befriedung der See,
Juni 24, wird er nach Hamburg entsendet, das damals mit den Städten zerfallen war,
Juli 21, ist er mit Joh. Brese in Rostock: wegen der dänischen Sache,
August 5, vereinbart er und Joh. Vrese den Münzreceß von wegen Wismars, L. U. B. VI, Nr. 432,
October 3, mit Peter Wilde in Rostock (wegen Hamburgs, Befriedung der See, Dänemarks),
1423, Juli 16, mit Joh. Vrese zu Lübeck (Feststellung der Contingente für den Bund, Befriedung der See),
1424, vor September 10, in Lübeck in Sachen der Herzogin Katharina und Wismars, L. U. B. VI, Nr. 616,
1426, mit Peter Wilde zu Hadersleben, Graut., Lüb. Chr. II, 40,
1427, März 23, mit Nic. Buk zu Stralsund,
April 15, zu Marienburg,
Mai 13, zu Stralsund,
August 3, zu Stralsund mit Joh. Vrese,
September 4, zu Lübeck (vgl. L. U. B. VII, Nr. 53).

Die Gesandtschaft an den König von Dänemark, die er (von 1427 gerechnet) "vor einigen Jahren" mit Hinrik van Haren ausgerichtet haben soll (Schröder A. B., S. 1001), kann ich nicht näher nachweisen.

Nicht mit Unrecht rühmt also der Chronist Herrn Johann Bantzekowe nach, daß er manche fährliche Reise des allgemeinen Besten halber zu Wasser und zu Lande gezogen sei. Wir werden aber kaum irren, wenn wir diese ganz außergewöhnliche Antheilnahme an Verhandlungen und Geschäften auswärts wie auf eine große Bereitwilligkeit der Stadt zu dienen, so nicht minder auf den Ruf seiner Erfahrung zurückführen, die oft gerade seine Absendung wünschenswerth machte.

Ein anderes Zeugniß für das Ansehen, dessen er sich erfreute, sind die an ihn persönlich gerichteten Briefe mit Bitten um Vermittelung und Fürsprache u. dergl.

Auch das fällt als Zeugniß ins Gewicht, daß die Maßregeln, über welche hervorragende Gewerke klagten, ihm (wohl nicht bloß in späterer Zeit) zugeschrieben und aufs Kerbholz gesetzt wurden.

Wer Ehre genießt, muß Anfeindung in den Kauf nehmen, und die mag er, ganz abgesehen von dem Angriffe, von dem wir handeln und der ihn zum Theil deshalb traf, weil er als ältester Bürgermeister für die Sicherheit der Stadt hauptsächlich verantwortlich war, mehr erfahren haben, als zu unserer

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Kenntniß 1 ) gelangt ist, und er wird zu der Verwahrung, man solle alten Haß außer Spiel lassen, wohl gute Gründe gehabt haben.

Aus seinem Benehmen gegenüber der revolutionären Bewegung würden wir übrigens ein minder günstiges Urtheil gewinnen, da die Schwäche, die er in seinem Handeln hier an den Tag legt, unverkennbar ist. Doch müssen wir, um nicht ungerecht zu werden, wozu uns leicht ein Vergleich mit dem Sundischen Bürgermeister Herrn Nicolaus Lippe verleiten könnte, dessen kraftvolles Auftreten in Stralsund den Aufstand im Keime erstickte - wir müssen, sage ich, bedenken, daß unser Bürgermeister aller Wahrscheinlichkeit nach ein Siebziger wird gewesen sein.

Herr Hinrik van Haren 2 ) (in der Rathsmatrikel immer de Harne, van Haren L. U. B. VI, Nr. 669 und auch die Lüb. Chronik) scheint im Gegensatze zu seinem Leidensgefährten nur unbedeutende Familienverbindungen in Wismar gehabt zu haben: nur ein Bruder wird angefüllt. Er trat 1416 als einer der vppersten vte der meenheyt (Lüb. Chronik II, 16) in den wieder hergestellten Rath ein und wird ganz der Reihe nach als


1) Der alte Krakehler Engelbert Bartscherer zieh ihn in seiner großen Klageschrift über das Regiment in Wismar des Friedensbruches. Er führte an item. so beclaged sik een erbar man, de het Jacob van Lune, wo dat sin broder Hans Luneborch gegrepen vnde geuangghen is in deme lande to Mekelemborch an velighen vrede vnde gedeme gelouen vnde is geuord to Swane in den torne sunder schuld, des her Bantzkouwe een houetman weset is. Die Klage wendet sich an Lübeck. Der dortige Rath schickte 1424, Dec. 10, die im Wismarschen Archive bewahrte Abschrift auf Papier. - Der Angriff Hinriks van Rampen ist oben S. 22 berührt worden.
2) Er wohnte, wenn wir uns auf die Greifswalder Handschrift (oben S. 6) verlassen dürfen, in der Krämerstraße in einem Hause, das, in der Mitte des 17. Jahrhunderts wüst geworden, jetzt unter die Polizei=Nr. 14 fallen würde. Im Anfange des siebzehnten Jahrhunderts soll sein, uns unbekanntes, Wappen noch auf der Docke vor dem Hause den einstigen Besitzer verkündet haben. Er war Mitglied der Segler=Compagnie und der Papageien=Gesellschaft (vgl. Jahrb. VII A, 179 ff.). - Personen des Namens van Haren begegnen in Lübeck und Rostock; im Rathe der Stadt Stralsund saß von 1409 bis 1422 ein Herr Johann van Haren, von 1432 bis 1449 ein Herr Hinrik van Haren (Brandenburg, Geschichte des Magistrates der Stadt Stralsund S. 86 f.) In Bremen war die Familie van Haren im vierzehnten Jahrhunderte mehrfach im Rathe vertreten (Rynesberch=Schenesche Chronik bei Lappenberg S. 91, 115). Und wenn wir dahinter, daß unser Hinrik van Haren im Zeugebuche fol. 213 als Bevollmächtigter des unglücklichen Bremischen Bürgermeisters Johann Vasmer in Erbschaftssachen erscheint, Familienbeziehungen suchen dürften, so könnten wir geneigt sein, ihn dem Bremischen Geschlechte zuzuweisen.
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manens exiens intrans geführt. Richteherr war er 1418 neben Clases Borchard, 1419 mit Martin Roberstorp (lib. proscr. pg. 82, 87). 1423 ist er von seinem Rathe mit den Verhandlungen über den Betritt zum Bunde, den König Erich und der Hochmeister geschlossen haben, beauftragt und mit Jörden Pleskos und Hinrik Buk am 28. August in Wollin eingeritten, September 12 in Neu=Stettin, September 21 in Landsberg (Wism. Receßhandschrift II, fol. 258). Sonst läßt er sich bei auswärtigen Aktionen nachweisen zu Kopenhagen 1424, October 8, (Münzvertrag ; mit Tideman Steen, L. U. B. VI, Nr. 619) und nochmals ebenda im folgenden Jahre mit Johann Vrese zusammen, L. U. B. VI, Nr. 669. Schröders Angabe, er sei einige Jahre Vor 1427 mit Joh. Bantzkow und einigen andern an den König von Dänemark gesandt, ist leider recht unbestimmt und kann zu Zweifeln Anlaß geben (A. B. S. 1001). Vor Flensburg und auch im Sunde führte Hinrik van Haren die Wismarschen, und diese Führung gerade setzte ihn zuerst dem Angriffe aus.

Hatte der Rath die Gefangensetzung seiner beiden Genossen zugegeben, so konnte er sich mit dem Vorgange der Lübecker trösten, die auch ihrerseits den Flottenführer, den Bürgermeister Herrn Tideman Steen in schweres Gefängniß gelegt hatten, aber während der Lübische Rath die Widerstandskraft besaß, ein weiteres Verfahren hinauszuschieben, und es verstand, das Drängen der besonders erbitterten Hamburger mit Gutachten anderer Räthe zu pariren, sah sich der Wismarsche bald genöthigt, dem Andringen der Jesupiten Statt zu geben und zunächst Hinrik van Haren aus dem Thurme in die Büttelei bringen zu lassen, ohne auch nur bei dem Plenum der Sechzig oder einer allgemeinen Bürgerversammlung Rückhalt gesucht zu haben.

So ward Herr Hinrik eines Abends in die Diebskammer geführt und in Eisen gelegt. Ein Verhör, das einige von den Sechzig dort mit ihm anstellten, lief fruchtlos ab.

Auf welchen Rechtstitel sich diese Abgesandten gestützt haben mögen, ist völlig unklar; wie indeß die ganze Institution der Sechzig eine Unregelmäßigkeit war, so wird man auch für ihr Vorgehn im Einzelnen kein Gesetz und keine Norm vorauszusetzen und zu suchen haben. Wären wir nur im Stande, über den weiteren Verlauf der Untersuchung und des Gerichtsganges, der kein ungesetzlicher gewesen zu sein scheint, mehr Licht zu verbreiten, als unser Bericht ermöglicht!

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Denn so ausführlich er scheint, übergeht er, als den Zeitgenossen bekannt, vieles und läßt anderes völlig unbestimmt, und es fördert auch wenig, daß die Aehnlichkeit des Verfahrens gegen den Bürgermeister eine zweite, hier gleich mitbenutzte, Schilderung veranlaßt hat. Die folgende Darstellung bedarf daher besonders nachsichtiger Beurtheilung.

Zunächst wird in beiden Processen die Vorfrage verhandelt, wie in der Sache verfahren werden solle. Die Bürgerschaft, auf welche die Sechzig die Entscheidung abwälzten, wie auch der Rath wollten beiden Herren Lübsches Recht gönnen. Aber Jesup trat ihnen mit dem Bemerken entgegen, so werde man zu keiner Verurtheilung kommen, 1 ) und er setzte mit seinen Mitteln den Beschluß durch, daß die Klage von königlicher Gewalt wegen zu erheben sei. 2 )

Den Vorsitz im Gerichte führte als Vogt 3 ) einer der beiden Richteherren, also entweder Herr Nicolaus Borchard oder Herr Peter Wilde, beide Richteherren aber hatten sich gemäß der Chronik zum Gerichte verfügt. Als Kläger hatte, da von königlicher Gewalt 4 )


1) so wen me ene Lubsches rechtes gunnen wolde, me wunne se nummer mer.
2) Dies scheint Lübischem Rechte nach pg. 19 nicht entsprochen zu haben; nach jenem Rechte wäre, vorausgesetzt, daß ich die angeführte Stelle richtig auffasse, nöthig gewesen, daß sich jemand fand, der auf eigne Gefahr die Klage erhob, während jetzt der Kläger bestellt ward. - In den Worten se wolden mit em vmme nen Lubsk recht riiden (A, B, G., ryngen R, Reim. Kock) muß eine Corruptel vorliegen, da schlechterdings nicht abzusehen ist, weshalb hier nach Lübeck geritten werden sollte oder nicht sollte. Das konnte doch erst nach Scheltung eines Urtheils des Rathes in Betracht kommen. Schreiben wir für riiden striden, so ist die Sache klar. - Andere wesentliche Verschiedenheiten mögen vielleicht in der Auswahl der Urtheilsfinder und in der Art des Beweises statt gehabt haben; auch kann zur Frage stehn, ob nach Lübischem Rechte dem Büttel die Findung des Urtheils übertragen werden durfte, und ob wie hier über die Scheltung des Urtheils wieder erst ein Urtheil gefragt werden mußte.
3) Seitdem die Stadt 1373 die Vogtei erworben hatte, werden die beiden Richteherren häufig als Vögte bezeichnet, wie auch vom Chronisten hier. Vermuthlich ist der den Vorsitz führende Richteherr als Vogt angeredet worden. Vgl. Mevius commentarius in jus Lubecense V I 1, 3 f.: inferiori (judicio) praeficiuntur aliqui ex Senatu, hujusque delegati sunt - quos vulgo Judices, seu Richter vocamus. Ex quibus unus tanquam praeses et director est, qui praefectus judicii seu der Gerichts=Voigt appellatur, caeteri tanquam assessores ei adjunguntur.
4) Frensdorff hat in der Einleitung zum Verfestungsbuch der Stadt Stralsund, Hans. Geschq. I, S. XLIII zwei Fälle beigebracht, in denen (  ...  )
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wegen geklagt werden sollte, ein Kohlenträger 1 ) aufzutreten. Derselbe brachte jedoch nach altem Gerichtsgebrauche nicht selbst die Klage vor, sondern bediente sich dazu eines ihm bestimmten Fürsprechen. 2 ) Urtheilsfinder waren eine Anzahl Bürger, vielleicht diejenigen, über welche später Ludolf Bantzekowe bei dem Freigrafen Kurd Rube klaghaft ward; wenn nicht etwa, was nach Maurer a. a. O. § 87 auch möglich gewesen wäre, das Volk, das wahrscheinlich dicht gedrängt herumstand, selbst das Urtheil finden sollte. Der Büttel war selbstverständlich zugegen. Ob den Beklagten Fürsprechen bewilligt sind, erhellt nicht. 3 )


(  ...  ) die königliche Gewalt Klägerin ist, einen aus Stralsund vom Jahre 1422 und einen andern (schon von Pauli hervorgehobenen) aus Lübeck vom Jahre 1493. In Uebereinstimmung damit steht, daß, falls kein Ankläger da ist, der königlichen Gewalt die Kosten zur Last fallen sollen, wenn jemand wegen pinliker missedat ingesettet vnd doch allerdinge vnschuldig befunden werdt. Hach, Lüb. Recht, S. 147.
1) do sprak de vorsprake van des koldregers weghen, de de stede helt der koninkliken walt pg. 21; do sprak de vorsprake em to, alse em de alderslimmeste koldreger het vnde vorgaff, de dat van dwanges weghen den moste, de van der koninkliken walt wegen klagen moste pg. 29. Darum auch pg. 27 f. dar hadden se den rat vppe dat hus vorboden laten; dar qwemen de lx to vp mit den koldregeren vnde vorspraken. Wenn nun nach Maurer, Geschichte des altgerm. öffentlich=mündl. Gerichtsverfahrens § 119, S. 152, der es freilich erst von späteren Zeiten berichten kann, vielfach bei den hochnothpeinlichen Halsgerichten der Kerkermeister als öffentlicher Ankläger gedient hat, so wird uns der Kohlenträger nicht mehr überraschen: es ist kein anderer als dieser Kerkermeister; denn die Stätte der königlichen Gewalt ist das Gefängniß, wie ja die königliche Gewalt selbst geradezu Gefängniß (L. U. B. VII, S. 92) und Kerkermeister bedeuten kann (Frensdorff a. a. O. S. XLIV). Später sind in Wismar, wenn nicht vielmehr beides eins und dasselbe ist, für die Kohlenträger die Kohlenmesser eingetreten. Diese hatten im Anfange des vorigen Jahrhunderts die Gefangenen anzunehmen und zu bewahren, auch Pfändungen zu vollziehen. Kein Wunder, wenn darunter ihr Ruf litt. Darum erließ der Rath am 21. Juni 1706 eine Warnung, ihnen nicht an ihre Ehre zu sprechen. Noch in unserm Jahrhunderte hatten die beiden Kohlenmesser die den Delinquenten zuerkannten Röhrchenhiebe auszutheilen. Ihre Officialwohnung war in der Hege hinter der jetzigen Hauptwache.
2) Der jüngste ward dazu ausersehen. Im zweiten Processe ist es ein Roggendorp.
3) Marquard Techow, der in Kiel Todschlags halber gefangen gesetzt war, erhielt das Urtheil, er solle noch achte edder vorspraken genießen; ein Urtheil, das er zwar schalt, wobei es aber blieb, weil er den Stekerechtstag versäumte. Michelsen, Oberhof, Urtheil 196.
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Die Verklagten wurden ungebunden 1 ) vorgeführt, wie es von Hinrik van Haren wenigstens ausdrücklich bezeugt wird. Beide bestritten, was ihnen der Kläger Schuld gab, in besonders nachdrücklicher Weise Johann Bantzekowe. 2 ) Da nun auch keiner in der Büttelei bekannt hatte, auch nicht scheinbare That vorlag, noch Zeugen vorhanden waren - so versichert der Chronist in Betreff Herrn Hinriks -: so hätte, wenn sie auf freien Füßen gewesen wären, nach gewöhnlichem Rechtgange eine Verurtheilung nicht wohl erfolgen können. 3 )

Der Fürsprech 4 ) aber dingte nach dem Bande 5 ) und es ward demgemäß erkannt. 6 ) Zwar schalten die Beklagten das Urtheil und forderten ein Erkenntniß des Rathes, indeß wollte auf die Frage des Vogts 7 ) das Volk (der Umstand) hierauf kein Urtheil 8 )


1) Ueber die Sitte, die Angeklagten vor Gericht der Fesseln zu entledigen, Maurer a. a. O. § 155.
2) Die berichtete Scene würde ich, wenn sie Reimar Kock erst erzählte, für sagenhaft zu erklären nicht anstehn. So aber, wie sie überliefert ist, wird man sie sich gefallen lassen müssen.
3) Als berüchtigt konnten sie doch unmöglich angesehen werden. Für gefangen wird man sie aber erachten müssen, wenn sie auch vor Gericht der Bande entledigt waren. Gefangene waren aber nach manchem Rechte der Uebersiebnung durch den Ankläger ausgesetzt (Wächter, Beiträge zur Deutschen Geschichte, S. 265), und daß das oder Aehnliches hier in Betracht kam, wird man aus dem 19. und 234. Urtheile in Michelsens Oberhof schließen dürfen.
4) So pg. 30, pg. 21 dagegen Büttel, wofür jedoch R und Reim. Kock richtiger vorsprake geben, wenn der Verfasser nicht etwa den Kohlenträger hier Büttel titulirt. So heikel die Sache ist, mußte im Texte die Lesart der besseren Handschriften gegeben werden, wiewohl das Verbum dingen für den Büttel im genauen Sinne des Wortes kaum am Platze ist.
5) Band hier nicht der Strick zum Hängen. Nach Ertheilung des Bandes wird Herr Hinrik gebunden und erfolgt bei Herrn Johann der Antrag auf Todesstrafe, die der Erzählung nach im ersten Falle gleichzeitig mit dem Bande beantragt war.
6) Daß erst, nachdem die Urtheilsfinder ihr Urtheil abgegeben haben, das Urtheil gescholten wird, entspricht der Natur der Sache, ist in einem Falle ausdrücklich erzählt und steht nicht in Widerspruch mit der andern Erzählung.
7) So pg. 21 der Sache gemäß, pg. 30 de vorsprake, der höchstens die Frage veranlaßt haben kann.
8) wer se em ordels wolden gunnen pg. 21 und fast wörtlich ebenso pg. 30. Auf die Scheltung des Urtheils wird keine Rücksicht genommen, so wenig wie in Bremen auf die Herrn Johann Vasmers, der in gleicher Lage war. Nach dem Sachsenspiegel II 12, 15 entbehrte der um Ungericht gefangene und vor Gericht geführte Mann des Rechts, ein Urtheil zu schelten. Die Glosse zu II 12, 1 spricht dies Recht allen peinlich Beklagten ab. Vgl. Planck, Deutsches Gerichts= (  ...  )
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gewähren, und sie wurden gefesselt (bemerkt bei Herrn Hinrik). Darauf forderten die Fürsprechen die Verurtheilung zum Tode und das war auch der Spruch des Gerichtes. 1 )

So stellt sich der Verlauf des Processes in beiden Fällen übereinstimmend heraus. Die Anklage ging aber bei Hinrik van Haren auf Verrath, den er sowohl vor Flensburg wie im Sunde - hier wie dort muß er also der Führer der Wismarschen gewesen sein - geübt haben sollte. Daß an beiden Stellen von Seiten der Stadt mit Mißgeschick gekämpft ist, und daß durch das folgende Aufgeben der Stellungen große Mißerfolge verursacht sind, haben wir gesehen. An Verrath jedoch ist im Ernste nicht zu denken und mit vollem Rechte wird Herr Hinrik diese Beschuldigung zurückgewiesen haben. Die Verurtheilung erfolgte trotzdem wegen dieses Verbrechens und lautete auf Tod durchs Rad. Diese schmähliche Todesart ward ihm freilich erspart, indem der Rath im Einvernehmen mit den Sechzig wohl ebenso sehr aus politischer Klugheit wie aus Humanität ihn zum Schwerte begnadigte. Der Rath hatte nämlich, als er durch Auflauf und Drohungen gezwungen war, die gerichtliche Verfolgung ins Werk zu setzen, zugleich den Sechzig versprechen müssen alle Folgen zu verantworten und gewann nun Sicherung gegen Ansprache dadurch, daß er die Begnadigung an die Bedingung knüpfte, der Bruder des Verurtheilten solle für sich und die Seinen urkundlich auf alle Rechtsverfolgung verzichten. Nachdem Wilkin van Haren 2 ) diese, nicht erhaltene, Urkunde ausgestellt hatte, fand die Hinrichtung


(  ...  ) verfahren im M. A. I 1, S. 268 f. In Hamburg genoß 1536 Bernd Beseke, obwohl er gefangen und auf Leib und Leben beklagt war, das Recht, die Urtheile zu schelten, in ausgiebigster Weise. Hamb. Chron. 113-116 (Lappenberg).
1) Der Büttel findet das Urtheil. Wie die Frage des Vogtes und die Verkündung des Urtheilsspruches durch ihn als selbstverständlich und andere Zwischenfälle als unwesentlich übergangen sind, so ist auch wahrscheinlich ausgelassen, daß der ursprünglich gefragte Urtheilsfinder nach Rücksprache das Urtheil dem Büttel zugeschoben hat. Maurer, Geschichte des altgermanischen Gerichtsverfahrens, § 158, 4 b. Vgl. Waitz, Wullenwever III, 523 ff., bes. 526. In dem Vasmerschen Processe weist der Bremishe Rath den Vogt an, den Büttel zu fragen. Auch aus Dortmund snd Fällbekannt, in denen der Büttel das Urtheil auf Tod findet. Die Feiberger Statuten im Titel vom Friedebruch lassen dies als Regel erscheinen (Haltaus glossar. fori germ. s. v. Büttel).
2) Er begegnet im Kl. Stadtbuch fol. 226 b 1429, 1435 (L. U. B. VII, Nr. 647, Anm. 11) und 1441 als Testamentarius des Hinrik Wesebom. Ob Heileke van Haren, Vorgersche tor Wismar (1443, Oct. 10, 1445), seine oder Hinriks Witwe gewesen, ist nicht auszumachen.
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mitten auf dem Markte am 31. October 1 ) statt. Seine Ruhe fand der Enthauptete bei den Schwarzen Mönchen, in deren Kirche der von ihm selbst lange vorder beschaffte Stein noch im vorigen Jahrhunderte, zerbrochen freilich und des Messingschmucks beraubt, zu sehen war. 2 ) Von einem Vermächtniß von 50 Mark, welches die Witwe dem Schwarzen Kloster 1429 zugewendet, giebt nur noch Schröder (P. M. 1896) Kunde.

Der Rath mochte gehofft haben, mit Einem Opfer sich loskaufen zu können; das war aber nicht die Meinung der Jesupiten, und wahrscheinlich hatte auch Herr Bantzekow mehr persönliche Feinde als der schon Gerichtete. So wurden denn neue Aufläufe ins Werk gesetzt und die Bürger aus dem Hause der Segler=Compagnie, in welchem sie unter sich verhandelten, auf den Markt genöthigt, wo weder sie noch die Sechzig noch der Rath der Menge widerstreben durften, um so weniger als diese in Waffen erschien oder die Waffen in der Nähe bereit hielt. Auf die Art ertrotzte man erst, daß der im Thurme Gefangene in die Hechte gebracht ward "damit das Recht seinen Lauf behielte" 3 ) und weiter, daß gegen ihn dasselbe Verfahren angewendet wurde, welches schon einmal so gute Dienste geleistet hatte.

Die Anklage ging auf Meineid und Verrath. Meineid fand man darin, daß er trotz seines Schwurs, lebendig und todt bei den Bürgern zu bleiben, sich auf die Flucht begeben habe, der Verrath aber sollte aus den Ansammlungen fremdes Volks vor Wismar und aus dem Offenhalten von Thoren 4 ) bei Nachtzeiten erwiesen werden.

Die Wahrheit dieser Anschuldigungen bestritt Herr Bantzekow durchaus und behauptete, die ganze Anklage beruhe auf Haß, ja,


1) in vigilia omnium sanctorum. Rathsmatrikel, Hans. Geschq. II, S. 60. Darum ward die Sühnkapelle auch Allen Heiligen geweiht, wie wegen Bantzekows der Heil. Elisabeth: am Tage des Abts Benedict ward die Sühne geschlossen. Die Weihung an die Mutter Gottes erklärt sich aus dem Standorte der Kapelle.
2) Schröder A. B. 1103. Jetzt liegt der Stein wahrscheinlich in der nördlichen Halle der Marienkirche. S. Jahrb. LIV, S. 144 f. zu *6.
3) In Koppmanns Abhandlung: die Kriminal=Gerichtsbarkeit in Rostock im Zeitalter der Reformation (Hans. Geschbl. 1887-1889) heißt es des öfteren, nachdem der Beklagte bekannt hat: hir up is he ghekamen in de hechte, ute der hechte to rechte oder ganz ähnlich, und hat er dann auf die vorgelegten Fragen sein ja gesagt, so ergeht das Urtheil.
4) pg. 1 hieß es, die Thore hätten 8 Tage lang nachts offen gestanden, hier 6 Tage. Die vorgezeigten Schlösser sind früher (S. 32, 1) erwähnt.
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er nahm den klagenden Fürsprech zum Zeugen der Nichtigkeit der Klage, worauf dieser erwidert haben soll: o leue her Johan, here vorgeuet id mi, ik mot id don, id is mi so beuolen.

Doch alles half nicht; das Gericht erkannte ihn Meineids und Verrathes schuldig und für Recht, dat me ene scholde bouen alle deue in eine galgen hengen vnde scholde ene slepen vt der stat vnde setten vp ein rat. 1 )

Auch hier führte das zusammentreffende Interesse des Rathes und der Angehörigen zu der Begnadigung zum Schwerte. Indeß verursachte die Ausfertigung der verlangten Urkunden einige Schwierigkeiten, da der jüngere Sohn des Verurtheilten Ludolf samt dem Schwiegersohne Götke Vogeler nach Lübeck entwichen war, und der Rath sich nicht mit Urkunden des zurückgebliebenen und die Fürbitte einlegenden Sohnes Johann und des Schwagers Herrn Göbele van der Sterne begnügen konnte. Den dadurch bewirkten Aufschub benutzten der Bischof Johann von Ratzeburg, zu dessen Sprengel ja Wismar gehörte, und sein Official zu Fürsprache bei Jesup und erlangten auch, daß dem Verurtheilten im Saale der Büttelei das Sacrament gereicht werden konnte. 2 )

Endlich waren die Urkunden, von denen uns diejenige der Söhne 3 ) erhalten ist, ausgestellt und noch am selben Tage, dem


1) Doppelte Strafe gemäß dem doppelten Verbrechen. So ward der Hauptmann Linstow von den Sundischen, weil er, anstatt die See zu befrieden, Kaufleute beraubt hatte, für seinen Verrath auf ein Rad gesetzt und nachher als Meineider in den Galgen gehängt. Lüb. Chron. zu 1417, Graut. II, 497. Wegen des Höherhängens vgl. Rugianischer Landgebrauch 53 (Grimm R. A. 905) de olden seden man möchte en (den Meineider) bauen alle deue hengen; 1446 Erthmer Kohne zu Stralsund wegen Meineids bauen alle deue gehenget. Sund. Chron., Mohnike und Zober I, 187; Lüb. Recht, Uffenbachscher Codex, Hach S. 372, Anm.: is dat en man dre mene ede sweret, den mach me bauen ander deue henghen. S. auch Grimm, R. A. 684 über die Strafe des (meineidigen) Verrath übenden Freischöffen, der u. a. 7 Fuß höher gehängt werden soll als ein anderer Dieb. Verrath durchs Rad geahndet in Stettin 1429. Graut. II, 571, Sachsensp. II 14, 5.
2) Der Besuch der Frau des Bürgermeisters bei Jesup, von dem noch in Reimar Kocks Jugend in Wismar erzählt ward, würde einer früheren Zeit angehören. Nach der Sage wäre jene mit einer Hand voll Gulden zu Jesup gegangen, um ihn ihrem Manne günstig zu stimmen. Die Gulden hätte er auch genommen, aber beim Abschiede auf den Thurm der Marienkirche gezeigt und gesagt: vaddersch, wen juwem manne de halsz so dicke were alse de thorn, so moth unde schal he doch ehme up dem rumpe nicht blivenn.
3) Sie findet sich im Großh. Archive zu Schwerin, wohin sie offenbar gesendet ist, um zu erweisen, daß die Söhne sich jegliches Klagerechtes begeben hätten.
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18. November, 1 ) ward um Mittagszeit die Hinrichtung auf offenem Markte vollzogen, nahe bei der Stelle, wo Herrn Hinriks Haupt gefallen war. Von dem Ungeschicke des Büttels wollen wir schweigen, während die Anordnung des Gerichteten, ihn blutig in den Sarg zu legen, damit er so vor Gottes strengem Gerichte erscheine, als ein Zeichen seines guten Gewissens erwähnt werden muß. In der Kapelle Maria zur Weiden, in der die Familie einen eignen Altar und Gottesdienst 2 ) hatte, ist Herr Johann bestattet worden. Die Kapelle steht noch südwestlich der Marienkirche, aber das Grab ist (nach Schröder A. B. 1106) schon 1705 wegen eines Glockengusses ausgeräumt, die Grabplatte in die Marienkirche gebracht worden, jedoch gegenwärtig nicht mehr vorhanden.

Durch die Hinrichtung der beiden Rathsherren mochten persönliche Rachegefühle befriedigt sein: für die Sache der Aemter war, da nichts den Rath im Ganzen Belastendes sich ergeben und der Rath dem Sturme nicht wie eine Eiche getrotzt, sondern sich in die Rolle des Halms gefunden hatte, recht wenig gewonnen. Bei dem Errungenen stehn zu bleiben, war aber nicht rathsam, da sich voraussehen ließ, der Rath werde bei einiger Unterstützung seitens der verbündeten Städte über kurz oder lang die Vormundschaft der Sechzig abschütteln, und sich dann fürchten ließ, es möchte auf Grund der hansischen Beschlüsse gegen die ohnehin von der Rache der getroffenen Familien bedrohten Führer vorgegangen werden. Die Rücksicht auf die eigne Sicherheit mußte also ein neuer Sporn werden, dem Ziele des Ehrgeizes, der Rathsfähigkeit, mit allen Kräften zuzustreben.

Erst versuchte man noch auf dem betretenen Wege vermittelst Angriffe auf einzelne vorwärts zu kommen. Aber Herr Johann


1) in profesto beate Elizabet. Hans. Geschq. II, S. 60. Damit stimmt überein, daß des Bürgermeisters Schwester Ghese, Herrn Göbels v. d. Sterne Witwe, für ihn eine Memorie prope festum beate Elizabet vidue anordnete (S. 36, Anm.). Vgl. auch S. 45, 1.
2) Herr Joh. Bantzekow selbst mit seinen Schwestern Margareta und Gertrud, den Frauen Dietrich Wentorps und Göbels v. d. Sterne, hatten 1415 an einem eignen Altar in Maria zur beiden zwei ewige Vicareien mit den Einkünften von 600 Mark ausgestattet (bestätigt von Bischof Johann von Ratzeburg, 1431, März 20); eine Memorie für ihren Bruder zugleich mit andern für andere Familienangehörige stiftete Gertrud im Jahre 1440, Oct. 1 (Copiar des minderen Kaland, fol. 22, Schröder W. Erstlinge 147).
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Vrese, 1 ) auf den es abgesehen war, weil er vielfach mit dem hingerichteten Bürgermeister zusammen gewirkt hatte, war aus härterem Holze geschnitzt und ließ sich die Drohungen nicht anfechten, sondern blieb auf seinem Posten. Ein Fluchtversuch würde auch aller Wahrscheinlichkeit nach ihn auf den Richtplatz geführt haben: so jedoch fand sich kein Anlaß, die Drohungen zur That werden zu lassen.

Nebenher betrieb man eifrigst Verhandlungen, angeblich zur Sicherstellung von Macht, Gut und Ehre der Sechzig, und veranstaltete zahlreiche Versammlungen, bis man eine Sache ausgespürt hatte, die, gut benutzt, den Rath wohl zu Falle bringen konnte; das war das Bündniß der Hansestädte mit König Erich vom Jahre 1423. 2 ) Dasselbe ist offenbar von den Räthen den Bürgerschaften nicht zur Bestätigung vorgelegt und in Wismar so gut bewahrt, daß eine Abschrift erst aus Rostock 3 ) besorgt werden mußte. Wie die Führer zu seiner Kenntniß gelangten, ist nicht bekannte es läßt sich aber vermuthen, daß Briefe König Erichs an die Bürgerschaften der Anlaß der Entdeckung gewesen sind, Briefe, 4 )


1) Er war 1416 nach der Restauration in den Rath aufgenommen, gehörte 1416, 17, 19, 20, 22, 23, 25, 26 zusammen mit Herrn Bantzekow zum geschäftsführenden Rathe, begleitete 1416 und 1417, 1420, 1422, 1423, 1427 diesen mehrfach zu Hansetagen und in Verhandlungen, und verhandelte zusammen mit Herrn Hinrik van Haren 1425 im Juli in Kopenhagen (L. U. B. VI, Nr. 669). Sobald man den Sitz Herrn Bantzekows für erledigt ansah, erhob der Rath ihn zum Bürgermeister (schon Oct. 16 wird er als Vorsteher des Hauses zum Heil. Geist, und am 10. November urkundlich Bürgermeister genannt), eine Wahl, die später nicht als gesetzlich anerkannt und deshalb wiederholt ward. Hans. Geschq. II, S. 58, S. 54, 233.
2) Siehe oben S. 24.
3) Als Boten werden Berthold Weitendorp und Hans Sasse genannt.
4) Zwei Briefe an die Lübische Bürgerschaft, datirt vom 9. October und vom 4. November, übergeben am 8. December und 18. December (L. U. B. VII, Nr. 57, 67), sind erhalten, fignirt als prima littera und secunda littra; ein früheres Schreiben, auf das sich der König im ersten bezieht, ist nach den Signaturen zu des Rathes Händen nicht gekommen. Den Inhalt bilden Beschwerden über den ungerechten Krieg und die Bitte, die Bürgerschaft möge ihrem Rathe steuern; und anderes scheint, gemäß der Anführung, der vorausgehende Brief auch nicht enthalten zu haben. Die Auffassung des Chronisten, als habe der Schreiber nur beabsichtigt, Zwietracht zu säen, begegnet schon in der Antwort der Lübecker (L. U. B. VII, Nr. 91). An Lübeck gerichtete Briefe, wie sie die Erzählung des (  ...  )
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an die der Lübische Chronist den Ausbruch der Revolution anknüpft, während der Wismarsche ihrer nicht einmal erwähnt.

Für Logik ist der große Haufe nicht zu haben, am wenigsten in aufgeregten Zeitläuften: sonst hätte man sich sagen müssen, die Räthe selbst hätten den Vertrag thatsächlich längst zerrissen, 1 ) zumal der König in seinen Briefen bei den Bürgern Hülfe gegen jene nachsuchte. Aber Verrath war das Feldgeschrei. Nun, da der Vertrag bekannt geworden, war es für Hans und Kunz sonnenklar, weshalb man von Flensburg abgezogen war und den Sund vorzeitig geräumt hatte, und wer früher etwa gezweifelt hatte, war nun gewiß vollkommen überzeugt, daß die Stadt den Dänen hatte in die Hände gespielt werden sollen, und daß nur Jesup der Retter gewesen war.

Unter dem Drucke des laut sich äußernden allgemeinen Unwillens wich der Rath weiter zurück und trug den Sechzig, deren Vermittelung er anrief, die Ausarbeitung eines Bürgerbriefes an. Jene aber meinten, dem Rathe komme es zu, Vorschläge dazu zu


(  ...  ) Lübischen Chronisten skizzirt, sind auf uns nicht gekommen und auch wohl nicht vor den Rath. Die betreffende Stelle des lat. Textes, der in der niederdeutschen Bearbeitung, Graut. II, 46, mißverstanden wiedergegeben ist, lautet: literas - continentes confoederationes speciales contractas inter civitates praedictas et Ericum regem sine consensu et requisitione comunitatum suarum. His literis et alias junxit, in quibus supplicavit -, quatenus consulatum suum inducere et exhortari studerent, ut de injusto bello, quod secum agerent contra firmata pacta juramentis et sigillis suis, desisterent (Körner bei Eckhart II, 1282). Da hätten wir zwei Briefe einen, welcher der Bürgerschaft das ohne ihr Zuthun abgeschlossene Bündniß vorlegt, und einen andern, in dem gebeten wird, den Rath von dem vertragswidrigen Kriege abzuhalten. In dem zweiten könnten wir die oben angeführten Briefe L. U. B. VII, Nr. 57 oder 67 erkennen, wenn nicht der gesperrt gedruckte Passus wäre, der auf das Schreiben L. U. B. VI, Nr. 778 (1426, Dec. 8: tegen - vruntliker betzegelder tozade, in der se sik to vns, vnsen riken ind landen verplichtet vnd verbunden hebben) zutreffen würde: dies Schreiben selbst ist an keine der verbündeten Städte gerichtet und demnach im übrigen nicht zur Chronik stimmig. - Daß die Lübische Darstellung, wonach des Königs Briefe den Ausbruch der Revolution veranlaßt hätten, gegenüber der Wismarschen kein Gewicht hat, versteht sich von selbst.
Dem weiteren Kreise der Hanse gegenüber haben übrigens, wie L. U. B. VI, Nr. 777 (1426, Nov. 19) ergiebt, die sieben Städte kein Hehl aus dem Bündnisse gemacht.
1) Der König freilich bestand auf seinem Scheine noch in den Verhandlungen 1430, und 1435 mußte der Vertrag feierlich für vernichtet erklärt werden (L. U. B. VII, Nr. 648 und 649).
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machen, und so entschloß sich dieser, da er nunmehr raschen Frieden wünschte, einen Entwurf fertig zu stellen, wobei er sich so wenig als Herrn der Lage zeigte daß er es ganz dem Gutdünken der Sechzig anheimstellte, die ihnen zugedachten Rechte zu mindern oder zu mehren.

Nicht so gar eilig hatte es die Aemterpartei, die sich in vielen Versammlungen gefiel und, da die Aemter sich gewöhnten, weit mehr als ihre zwanzig zu den Sechzig zu entsenden, die Bürgerschaft mehr und mehr terrorisirte.

So kam man erst nach langen Versammlungen überein, einen kleineren Ausschuß von fünfzehn (neun aus der Bürgerschaft, je drei aus einem jeden Kirchspiele 1 ), und sechs aus den Aemtern) zu Verhandlungen mit dem Rathe, der ihnen die eine Seite des Rathstuhls einräumte, zu entsenden. Von Versöhnlichkeit waren jedoch die Gewerker weit entfernt 2 ) und wollten vor allem Auskunft darüber, ob die Landesherrschaft durch die Hinrichtung der beiden Rathmannen verletzt sei, und ob der Rath sich entschließen wolle Gewerker aufzunehmen. Auf dies letzte Ansinnen einzugehn, war der Rath nicht geneigt und brach die Verhandlungen ab.

Ein anderer Weg noch als der bisher beschrittene konnte zu der Beseitigung des Rathes führen: wenn man die Landesherrschaft gewann. Die Regierung führte damals für ihre beiden minderjährigen Söhne die Herzogin Katharina unter Beistand eines vormundschaftlichen Rathes, der hauptsächlich der Mannschaft des Herzogthums entnommen war, dem aber auch je ein Bürgermeister und Rathmann der Städte Rostock und Wismar angehörte. Nun hatten die Jesupiten schon nach der Enthauptung des Bürgermeisters mit Adlichen aus der Vormundschaft 3 ) sich in Verbindung


1) Wegen der Klage wider den Rath wollen die Bürger später ebenfalls nach Kirchspielen berathen. Jesup kennt sich unter den Bürgern in den verschiedenen Kirchspielen gut aus, pg. 37. Nach Kirchspielen berathen die Bürger darüber, ob Herrn Hinrik van Haren und Herrn Johann Bantzekow Lübisches Recht gegönnt werden solle, pg. 18.
2) Evert Groteek, der Worthalter der Bürger (allgemein, oder der den Sechzig angehörenden?), machte den Vorschlag, Rath und Sechzig sollten gemeinschaftlich bei feierlichem Gottesdienst Gottes Beistand zur Herbeiführung der Einigkeit anrufen. Der Rath war geneigt, aber Jesup wollte nichts davon wissen.
3) S. 37: dat he id dorstak mit etliken eddelen mannen efte houeluden, de id vnser gnedigen vrouwen scholden andragen, den se gelt loueden vnde geuen, dat se den rat scholde vmme setten. So ging wenigstens das Gerede, wie der Chronist vorsichtig hinzusetzt. Krantz, Vandalia lib. xi cp. XIV, spricht von einem miles obaeratus, Vormunde der jungen Herren, der ins Mittel gezogen sei, (  ...  )
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gesetzte sobald sie aber in Besitz der Vertragsurkunde gelangt waren, schritten sie zur Klage bei der Herzogin und baten sie nach Wismar zu kommen.

Die Feststellung der zu überreichenden Klageschrift zog sich jedoch hin, da die Kaufleute das Offenlassen der Thore, das Aufziehen der Vorhängeschlösser und die Absicht des Rathes, das Land ihren Herren zu entfremden, nicht wahr haben wollten, und der engere Ausschuß 1 ), der zuletzt nicht ohne Widerspruch erwählt ward, um zwischen Bürgern und Landesherrschaft zu vermitteln und die Klage aufzusetzen, hatte sein Werk noch nicht beendet, als eines Morgens die Herzogin in der Stadt erschien und bei den Dominikanern 2 ) Wohnung nahm. Da mußten schleunigst die Bürger zusammenberufen werden, damit sie zu dem Entwurfe der Klage ihre Zustimmung gäben. Aber sie sperrten sich wie früher. Was half es? Der Schuhmacher Bantekow schüchterte sie im Auftrage Jesups mit einem bewaffneten Haufen Volks derartig ein, daß aller Widerspruch verstummte und die Aemter vollständig ihren Willen behielten. Gründen derselben Art, wie die Bürger, mußten die Sechzig sich fügen und, wie Jesup es forderte, Nachmittags - um die Mittagszeit hatte die Herzogin die Klage nicht angenommen - Vollzählig vor der Herzogin erscheinen und der Vorbringung der Klage 3 ) beiwohnen. Und da einiger Straßenlärm den Verhandlungen der fürstlichen Räthe - darunter war Herr Matthias Axekow - nicht undienlich dünkte, so zog auch Bantekow mit seinen Scharen von Amtknechten und Selbstherren Nachmittags noch einmal auf. Das mag der Herzogin, die sich gewiß der Vorgänge von 1410 erinnerte, unbehaglich geworden


(  ...  ) und Franck nennt VII, 230 Matthias Axekow, der den Wismarschen große Geldsummen schuldig gewesen sei, welche man habe dran wenden wollen. So hat einer auf den Vermuthungen des andern weiter gebaut.
1) Dieser Ausschuß bestand nach pg. 44 (unten) neben den Sechzig; ob derselbe später bei den Vorschlägen zur Wahl des Neuen Raths betheiligt gewesen, oder ob dazu wieder ein anderer gebildet ist, das läßt sich nicht sagen. - Beim Worthalter der Bürger Evert Groteek scheint es gestanden zu haben, die Wahl dieses Ausschusses zu hindern oder zuzulassen.
2) Entweder war der Fürstenhof inmitten der Stadt zwischen St. Marien und St. Jürgen nicht wohnlich - der Hof in der Meklenburger Straße ist nicht genügend beglaubigt - oder er schien zu unsicher. Das Dominikanerkloster lag in unmittelbarer Nähe der Stadtmauer.
3) Ueber Hans Haker, der, im Gegensatz zu ehrenwerthen Leuten angeführt, hinderte die "grobe Klage" von früher anzubringen, ist nichts ermittelt. Der ganze Passus ist wenig klar und entweder von Ursprung an schlecht abgefaßt oder theilweise in der Ueberlieferung verderbt.
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sein: denn sie verließ noch desselben Tages die Stadt, während ihre Räthe zurückblieben, um den inneren Frieden herzustellen. Diese tagten mit den Sechzig und dem Ausschusse auf dem Rathhause "bis in die dunkle Nacht" - es war die Zeit der Wintersonnenwende - und vereinbarten endlich eine Urkunde, laut welcher die Herzogin den bestehenden Rath, dem man nicht einmal eine Verantwortung gönnte, absetzen und einen neuen einsetzen sollte. Ehre, Leben und Gut sollte aber den Alten Herren gewährleistet werden. Dies Zugeständniß ging den Sechzig jedoch zu weit und deshalb veranlaßten sie, bevor die Urkunde der Herzogin zur Bestätigung vorgelegt ward, anderen Tages eine Abänderung dahin, daß dem Alten Rathe zwar das Leben verbürgt, dagegen in Bezug auf Ehre und Recht ein jeder verantwortlich sein sollte.

Den Vorwand, die Entsetzung des Rathes auszusprechen, lieferte der vor fünf Jahren mit dem Könige von Dänemark geschlossene Vertrag 1 ) (S. 24), der, ohne Rath und Bevollmächtigung der Landesherrschaft und ohne Wissen und Zustimmung der Bürgerschaft vereinbart, der Herrlichkeit der Landesfürsten Abbruch thue und Behinderung schaffe und zu den inneren Zwistigkeiten Veranlassung gegeben habe. Ich sage Vorwand, denn wenn Rostock und Wismar unbeanstandet dem Hansebunde angehörten, wenn sie Krieg beginnen und Frieden schließen durften, wenn sie als Hansestädte mit Dänemark und Norwegen Frieden haben konnten, während ihr Herzog bezw. Herr noch im Felde lag (1370), wenn sie später, 1399, mit den nordischen Reichen ihren Separatfrieden machten, wenn nach der Besiegung von 1311 Wismar das Recht zugestanden ward, dem noch in Krieg mit dem Fürsten befindlichen Rostock beschränkte Hülfe zu leisten (M. U. B. Nr. 3501): so wird das abgeschlossene Bündniß gegen das thatsächlich bestehende Recht nicht wohl verstoßen haben. Mehr Schein möchte die Klage wegen Mißachtung der Rechte der Bürgerschaft haben, die nach Lübischem Rechte allerdings in schwierigen und wichtigen Angelegenheiten, wo es sich um ein für Stadt und Gemeinde präjudiciirliches Recht handelte, sammt den Werkmeistern


1) Auf Grund desselben Vertrags ward auch gegen die Rostocker Bürgermeister und den Rathmann Hinrik Heket von Seiten der Herzogin processirt und von Herrn Bernd von Plesse unter Beisitz von Henning Halverstad und Henning Gartze entschieden 1428, Jan. 16. Lange, Rostocker Verfassungskämpfe S. 31 f. - Bemerkenswerth ist es immerhin, daß der Lübische Chronist, der bei dem Angriffe auf Rostock sich auf die Seite des Neuen Rathes stellt (Graut. II, 576), den Vertrag als gegen die Landesherrschaft gerichtet auffaßt (Graut. II, 564).
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der Aemter zugezogen werden sollte (L. U. B. II, Nr. 715, Frensdorff, Stadt= und Gerichtsverfassung Lübecks, S. 206 f.); aber die Praxis der ganzen Zeit ist doch entschieden dahin gegangen, nicht in alle Verhandlungen und Verträge die Gemeinde hineinzuziehen, sondern nur in solche, bei denen es dem Rathe nützlich schien, und alle Verhandlungen breiter Oeffentlichkeit zu übergeben, wäre auch kaum dem Wohle der Städte entsprechend gewesen. Die wahren Gründe der fürstlichen Räthe werden, neben der ehrlichen Meinung vielleicht, daß nur so die Stadt beruhigt werden könne, Aussicht auf freiere Bewegung nach Ausdrängung der beiden Städte aus der Vormundschaft und nicht minder die Hoffnung gewesen sein, die Selbständigkeit der Städte einzuschränken und die Hoheit der Landesherren mehr zur Anerkennung zu bringen. Dies letzte ist ja auch erreicht worden, wie regelmäßig innerer Zwist mit Verlust an Rechten geendet hat. Denn während bei ruhiger Fortwährender Ergänzung des Raths nach alter Gewohnheit die fürstliche Macht als Grund der Macht des Rathes in Vergessenheit kommen mußte, gewann sie doppelte und dreifache Anerkennung als solcher, indem sie erst den Alten Rath absetzte, dann den Neuen einsetzte und schließlich den Alten wieder zurückführte und diesen zu einem Huldigungseide 1 ) zwang, den in Zukunft jeder neue Rathmann leisten sollte.

Doch sei dem, wie ihm wolle. Die vorgegebenen Gründe hatten einen guten Schein und am Abende des vierten Januar ward die Tags zuvor entworfene Urkunde mit den von den Sechzig verlangten Aenderungen von der Herzogin besiegelt. Sie hatte den Rath auf ihren Hof entbieten lassen, um ihn, über dessen Köpfe hin bisher verhandelt war, in Gutem oder Bösem zur Abdankung zu vermögen. Dieser machte auch keine Schwierigkeiten, denn Jesup hatte für einen solennen Aufzug des Volks unter Waffen Sorge getragen, der auch die Herzogin mit ihren Kindern und ihrer gesammten Umgebung in Schrecken setzte. Solchen sprechenden Gründen verschloß sich der Rath nicht und bewilligte und besiegelte alles, was man von ihm forderte.


1) Derselbe fand Aufnahme in die Friedensurkunde (unten S. 79, 26 ff. ganz gegen den Willen des Rathes, wie daraus hervorgeht, daß er in einer zweiten, auch in Schwerin vorhandenen, Ausfertigung der Urkunde, die, von der herzoglichen Kanzlei zurückgewiesen, nur das Stadtsiegel trägt und der notariellen Beglaubigung entbehrt, mit allen Beziehungen auf ihn ausgelassen ist. Andere geringe Abweichungen dieser Ausfertigung sind für zufällige anzusehen.
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Die feierliche Entsetzung des Raths hatte am 11. Januar 1 ) statt. Vergebens hatte der Rath die Herzogin noch zu bewegen gesucht, ihm die Schmach zu ersparen, öffentlich aus dem Rathstuhle gewiesen zu werden. Aber die Aemter waren unerbittlich: der Alte Rath mußte seinen Platz einnehmen und dann auf das Gebot der Fürstin aufstehn und den Rathstuhl verlassen. Darauf ward nach Verlesung der fürstlichen Urkunde 2 ) die Neuwahl des Rathes durch einen von den Sechzig erwählten gemischten Ausschuß, vielleicht denselben, der vorher die Vermittlung mit den fürstlichen Räthen auf Hand gehabt hatte, vorgenommen, und zwar wurden sechzehn aus der erbgesessenen Bürgerschaft, acht aus den Aemtern 3 ) der Knochenhauer, Wollenweber (Clawes Jesup), Schneider, Bäcker (Hinrik Hanneman), Schuster, Schmiede, Böttcher, Krämer (Hinrik Dobbin) berufen. Bevorzugt wurden diejenigen, welche sich im Kampfe mit dem Rathe hervorgethan hatten, unberücksichtigt blieben die Alten Herren, obwohl sie sicher nicht von der Wählbarkeit ausgeschlossen waren. Die Erkorenen 4 ) wurden auf eine Liste gesetzt und von der Herzogin feierlich nach der gegebenen Reihenfolge als Rathmannen eingeführt. Den Gewerkern war die Bedingung gemacht, aus ihrem Amte auszutreten.

Der Neue Rath, welcher der Landesherrschaft huldigte, empfing die Befugniß, sich nach Bedürfniß späterhin aus Bürgerschaft und Aemtern zu ergänzen. Die alten Privilegien wurden ihm bestätigt, und die städtischen Beamten leisteten, nachdem sie vom Alten Rathe ihrer Eide entbunden worden, neue Eide. Kurzum, der Neue Rath trat vollkommen in die Stelle und Rechte des Alten ein, nur daß die Sechzig kraft fürstlicher Urkunde ihm zur Seite bestehn blieben.

In Anlaß der hergestellten Einigkeit ward dann eine feierliche Messe veranstaltet, was einst Evert Groteek vorgeschlagen und der


1) Datum nach der Eintragung in die Rathsmatrikel, Hans. Geschq. II, S. 60. Unser Chronist "des anderen dages"; halber degedingesdages gemeint, oder haben sich die Verhandlungen noch in die Länge gezogen, oder ist sein Bericht nicht genau?
2) de schrift heißt es in dem Berichte. Es könnte auch eine verlorene Urkunde über die Bestellung der Wähler sein. Doch muß der Brief der Herzogin zweifelsohne bei dieser Gelegenheit veröffentlicht sein.
3) Die Knochenhauer, Wollenweber, Schmiede, Böttcher, Krämer waren auch 1410 ff. berücksichtigt. S. oben S. 19. Die acht Aemter nennt die Aufzeichnung in der Rathslinie S. 60.
4) Die nachzuweisenden Namen hat Dr. Crull in der Rathslinie S. 59 f. zusammengestellt.
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Alte Rath gewollt, Jesup jedoch vereitelt hatte. Die Alten Herrn aber nahmen keinen Theil mehr daran.

In der Stellung Wismars zur Hanse trat, soweit es ersichtlich ist, keine Aenderung ein. Der Krieg ward mit Energie, aber ohne besonderes Glück fortgesetzt. Mit Lübeck fand nach wie vor ein eifriger Meinungsaustausch und Verkehr statt. Auch was das städtische Regiment betrifft, sahen sich die Neuen Rathmannen genöthigt, den Bahnen ihrer Vorgänger zu folgen. Dieselben Bürgersprachen wurden verlesen, und von der Bieraccise, die vor der Einrichtung der beiden Rathmannen auf Jesups Betreiben abgeschafft war, wird ausdrücklich berichtet, daß sie bald hernach wieder erhoben ward. Die Verwaltung des Hauses zum Heiligen Geist enthielt man sich diesmal umzugestalten, nur daß in den Jahren 1428-30 sämmtliche vier Bürgermeister des Neuen Rathes als Vorsteher erscheinen, während es vom Alten nur zwei zu sein pflegten. Auch das ist nicht wesentlich, daß die Rathsämter wieder mit je drei Personen besetzt wurden (Hans. Geschq. II, S. 59). Zweifelhaft ist, ob auch diesmal wieder Herr Hinrik van Balsee dem Neuen Rathe sich als Stadtschreiber zur Verfügung gestellt hat (Crull, Jahrb. XLIII, S. 172, 174).

Einen leichten Stand hatte der Neue Rath dabei in der Stadt keinesfalls. Denn mochten die Herren des Alten Rathes, die auch diesmal in der Stadt blieben, und ihre Anhänger auch öffentlich nichts gegen ihre Nachfolger in der Macht unternehmen: besonders willige Unterthanen werden sie nicht gewesen sein, und bald liefen Gerüchte von Verschwörungen um. Auf der andern Seite aber war ebenso schwer auszukommen mit den Elementen, welche man als Sturmbock benutzt hatte, und die erbgesessene Bürgerschaft kam unter den Sechzig jetzt so wenig zu ihrem Rechte wie in den letzten Zeiten des Alten Rathes. Nach wie vor drängten sich die Werkmeister und Aelterleute 1 ) der Aemter ohne


1) Es scheint bisher nicht bemerkt oder wenigstens nicht genügend hervor gehoben zu sein, daß die Namen Werkmeister und Aelterleute keineswegs unterschiedslos zur Bezeichnung der Vorsteher von Aemtern anzuwenden sind. Denn es hat Zeiten gegeben, wo an der Spitze einzelner größerer Aemter neben einander Werkmeister und Aelterleute gestanden haben, wie Blümcke in seinen Handwerkszünften im mittelalterlichen Stettin bei den Riemenschneidern, Beutlern u. s. w. einen olderman der compans, bei den Kleinbindern Worthalter, bei den Schneidern vadersz neben den Aelterleuten nachweist und für andere, nicht genannte, Aemter Amtsbeisitzer, Aelteste oder Geschworene Aelteste neben Aelterleuten anführt (Balt. Studien 34, 184). In Wismar stiften 1398 de werkmester vnde de olderlude vnde dat gantze ambacht (  ...  )
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Fug und Recht hinein, und nach wie vor hatten so die Aemter die Oberhand. Und an dem Bäcker Hamborch, welcher einst Herrn Bantzekow gefangen eingebracht und hernach bei der Einschüchterung der Bürger treffliche Dienste gethan hatte, erlebte man einen Vorfall, der augenscheinlich bewies, wie schwach dem Volke gegenüber die Autorität des Rathes und der Sechzig war. Er hatte ein Gerede auf Dietrich Bützow zum Grese ausgebracht, wonach in dessen Hand verrätherische Briefe der Alten Rathmannen an Herrn Helmold von Plessen 1 ) zu Lübz gewesen wären, und sich vermessen, den Beweis dafür zu erbringen. Weil er das zum rechten Termine nicht vermochte und jener, für den es um Leben oder Tod ging 2 ), mit seinem Nein siegreich blieb, hieß der Rath mit Beistimmung der Sechzig den Angeber ins Gefängniß gehn und sprach ihm das Urtheil, dort bis auf Weiteres zu verbleiben. Aber vor einem Auflaufe, den die Parteigenossen des Gefangenen erregten, konnte der Rath seinen Spruch nicht aufrecht erhalten


(  ...  ) der kremer Vigilien und Seelmessen, belieben Werkmeister, Aelterleute und ganzes Amt (undatirte) Artikel, lassen 1411 die Werkmeister mit vulbort der olderlude vnde des gantzen ammetes eine Kapelle bauen, während 1415 und 1421 in Almosen=Angelegenheiten die Aelterleute und Geschworenen Meister desselben Amtes handeln (das Rothe Buch der Krämer, bezw. Stadtbuch=Eintragungen). 1425 kaufen olderlude werkmester vnde dat gantze ammet der Wollenweber Rente (Lisch, Meklenb. Urk. II, Nr. 107) und 1489 klagen in den Streitigkeiten dieses Amts die Aelterleute vor dem Rathe, daß die Werkmeister keine Rechenschaft ablegen wollen. Auch bei den Haken sind zu Anfang und bei den Reifern zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts Werkmeister und Aelterleute nebeneinander in Thätigkeit. Dergleichen Nachweise lassen sich auch für Lübeck, Lüneburg und besonders Hamburg geben. Aber die Einrichtung wie die Namen sind einem steten Wechsel unterworfen gewesen. Was für eine Stadt gilt, gilt nicht für die andere Stadt, was für eine Zeit gilt, nicht für die andere Zeit. Daß für die Krämer an Stelle der Werkmeister und Aelterleute wenig später Aelterleute und Geschworene Meister eintreten, haben wir gesehen, 1517 ist aber im selben Amte Hinrick Becker zugleich Aeltermann und Geschworener Meister. In Lübeck heißen die Werkmeister in den älteren Zeiten einfach Meister, in Hamburg scheint immer der Name Aelterleute überwogen zu haben, und namentlich haben in dieser Stadt im sechzehnten Jahrhundert die Aelterleute den Werkmeistern gegenüber die hervorragendere Stelle inne.
1) Vgl. L. U. B. VII, Nr. 155, 165, 165, 180, 193, 195, S. 183, Nr. 224, 646.
2) Nach der Erzählung muß Dietrich Bützow Wismarscher Gerichtsbarkeit unterstanden haben. Ist er demnach, obgleich der Mannschaft angehörig, Wismarscher Bürger gewesen? Sein Verhältniß zu der Stadt war auch später ein gutes. S. Crull, die Bisthums= und Kirchspiels=Grenzen bei und in Wismar. Beilage I (Jahrb. XLI, S. 137 f.).
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und mußte Hamborch wieder frei lassen, der nun mit gezücktem Messer in den Straßen umherlief und Drohungen gegen seine Feinde ausstieß.

So stand es um das Ansehen des Neuen Rathes. Und die Worte des Chronisten: men ik loue nicht dat se (die Neuen Herren) darin (in die Stelle der Alten Herren) qwemen (pg. 48) werden bedeuten sollen, daß die Neuen weder zu dem Ansehen, noch zu der Macht gelangen konnten, deren sich die Alten vor ihrem Sturze zu erfreuen hatten.

Leider bricht der Bericht, dem wir bisher folgen konnten, mit der Losgebung Hamborchs ab, so daß wir für das folgende auf Urkunden und wenige Notizen angewiesen sind.

Die beiden Söhne des hingerichteten Bürgermeisters Johann und Lüdeke Bantzekowe hatten, wie berichtet, um ihrem Vater einen schmachvollen und grausamen Tod zu ersparen, eidlich und urkundlich sich verpflichtet, auf keine Weise die Sache rechtlich zu verfolgen. Die Urkunde ist bindend, so bindend eine sein kann. Aber der jüngere der beiden Brüder Lüdeke setzte sich über alle Rücksichten hinweg und suchte Recht, wo er es finden konnte. Da die Herzogin keine Neigung gehabt haben wird, für den gewissermaßen auch von ihr Verurtheilten gegen den Neuen Rath einzutreten, die Hansestädte aber, die sich des Krieges halber mit Wismar nicht überwerfen wollten, höchstens im Stillen Vorschub leisten konnten: so blieben noch der König und die Vemgerichte, und an diese wendete sich auch der junge Bantzekow mit Erfolg.

Schon am 4. October 1428 verhängte König Sigismund wegen der Hinrichtung des Bürgermeisters die Acht in contumaciam über die Stadt (Notiz in der Handschrift F). Das ließen die Wismarschen wohl in gutem Vertrauen auf ihr Einvernehmen mit den Bundesstädten und mit der Herzogin zunächst auf sich beruhen. Im nächsten Frühjahre aber klopfte die Veme an. Lüdeke Bantzekowe hatte bei dem Grafen Heinrich zu Waldeck Hülfe gesucht, war in seinen Dienst 1 ) getreten und hatte vor Kurd Rube, Freigrafen zu Sachsenhausen in der Grafschaft Waldeck, Klage erhoben gegen die Rathmannen Evert Groteek, Clawes Jesup, Clawes Trechow, Bertold Weitendorp, Kort Dargun und Hinrik Hanneman, weiter aber gegen die Bürger Hans Panstorp, Lüdeke Wischür, Heine Dordewand, Hinrik Spalkehaver, Clawes Stalköper, Hans Brüseke, Hans Bomgarde, Peter Kanne, Hans Hamborch


1) Vgl. Lindner, die Veme, S. 623.
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und Clawes Wulf. In Folge dessen gingen gleichzeitig am 4. April vom Grafen Heinrich und vom Freigrafen Kurd Rube zwei Briefe aus. Beide suchten zu vermitteln, indem der Graf den Lüneburger Rath bat, seinem Schutzbefohlenen zu einer Genugthuung zu verhelfen, während der Freigraf die genannten Bürger 1 ) aufforderte, innerhalb vierzehn Tage nach Empfang seines Briefes den Kläger zufrieden zu stellen. Beide verbanden aber ihre Mahnung mit einer Drohung, der Graf: er werde Lüdeke Bantzekowen mit seinen freien Gerichten und sonst wie er könne, beistehn, der Freigraf: er werde nach Ablauf der gesetzten Frist, wie es sich gebühre, über Leib und Ehre der Beklagten zu Gerichte sitzen.

Darauf hin wandte sich der Wismarsche Rath an den Lübecker um Vermittelung - in Lübeck hielt sich Lüdeke Bantzekowe damals auf - und erbot sich, dem Kläger sicheres Geleit zu geben, seine Sache in der Vaterstadt abzumachen. Jener lehnte aber ab, nach Wismar zu gehn, war dagegen bereit, in Lübeck mit einem Bevollmächtigten aus Wismar zu verhandeln (Lübeck an Wismar 1429, Mai 5, unten Urk. e).

Aber auch bei der Landesfürstin suchte der Rath Hülfe, und die legte sich bei dem Grafen von Waldeck ins Mittel, indem sie ihn bat, seinen Freigrafen richterliches Eingreifen in dieser Sache zu untersagen und den Fall vor ihr eignes Gericht zu verweisen (Bruchstück eines Briefs des Grafen an die Herzogin, s. S. 73). Sie erbot sich, Lüdeke Bantzekowen Recht zu verschaffen, der auch bereit war, an einem zu Lübeck oder Schlutup abzuhaltenden Tage vor der Herzogin zu erscheinen, um seinen Widersachern gegenüber wahrzunehmen, was ihm von Ehre und Rechts wegen zukäme. Den Lübischen Rath ersuchte der Graf Heinrich mit Bantzekow zu Tage zu kommen und ihm behülflich zu sein (Schreiben des Grafen an Lübeck 1429, Juni 3, unten Urk. f)

Was aus diesen geplanten Tagen und gepflogenen Verhandlungen geworden ist, wissen wir nicht. Lüdeke war jedoch rastlos thätig und betrieb seine Sache auch vor dem deutschen Könige weiter und erwirkte im Laufe des Jahres 1429 2 ) von diesem ein


1) Ein Schreiben an die betheiligten Rathmannen ist vermuthlich verloren.
2) Das Mandat brachte nach dem Lüb. Chronisten (Eckhart II, 1297, Graut. II, 574) Johann Bantzkow Jacobi (Graut. a. a. O.) -Juli 25 - 1430 nach Lübeck. Das Datum ist ungenau, wahrscheinlich in der Jahreszahl. Auch den Vornamen möchte ich nicht vertreten, weil sonst überall Lüdeke als der Handelnde auftritt und auch in der Friedensurkunde seinem älteren Bruder immer voransteht (umgekehrt in der Urkunde von 1427, in der die Brüder auf die Verfolgung ihres Rechts verzichten, unten Urk. a).
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Mandat mit schweren Drohungen, falls die Stadt sich nicht fügen wolle. Vollstrecker sollten die Herzogin und Lübeck sein. Noch am 12. Februar 1430 hatten die Lübecker keine Antwort, scheint es, mit der sie vor den König zu treten für räthlich hielten (Brief des Lüb. Raths an Wismar 1430, Febr. 12, unten Urk. g), aber bis zu Oculi (März 19) des Jahres war es doch der Herzogin im Vereine mit den Sendeboten Lübecks, Hamburgs 1 ), Stralsunds und Lüneburgs gelungen, die Wismarschen zu Nachgiebigkeit zu bestimmen und den inneren Frieden herzustellen. Die augenscheinlich nicht ohne Schwierigkeiten vereinbarte Urkunde darüber vom 21. März führt als Zeugen außer den Sendeboten der Städte Bischof Herman von Schwerin, Abt Bernd von Doberan und die Vormundschaftsräthe auf. Sie ist in dem Schweriner Exemplare mit den Siegeln der Herzogin und dem der Stadt Wismar versehen und von dem Kleriker Gherd Brüsewitz, späterem Probst zu Neukloster, beglaubigt und unter der Beglaubigung desselben Klerikers ins Zeugebuch der Stadt fol. 2-6 eingetragen. Die Bestimmungen zerfallen hauptsächlich in zwei Theile: die Sühne für die Hinrichtung der Rathmannen und die Herstellung der alten Ordnung in der Stadt.

Was die Sühne betrifft, so sollte der Neue Rath den beiden Söhnen des Bürgermeisters und den Angehörigen des Rathmanns öffentlich im Namen der Stadt Abbitte leisten, in St. Marien drei feierliche Seelmessen vor aufgestellten Särgen unter eigner Betheiligung veranstalten und einen Opfergang 2 ) von zweihundert Bürgern und eben so viel Frauen und Jungfrauen veranlassen; auf Stadtkosten sollten innerhalb zweier Monate drei Pilgrime nach Thann im Elsaß zu St. "Ewald" 3 ), nach Rom und zu St. Jago di Compostella entsendet werden, um dort für die Hingerichteten zu beten. Auf Marienkirchhof sollte binnen Jahr und Tag auf Kosten der Stadt eine Sühnkapelle 4 ) errichtet werden mit


1) Die beiden Rathssendeboten Hamburgs nahmen ihren Weg über Lübeck und liquidirten 46 Pfund (Hamb. Kämmereirechn. II, 50).
2) Nach den Bürgersprachen 1418-30 sollten nur fünf Frauen mit der Hausfrau eines Verschiedenen sich am Geleite betheiligen dürfen.
3) Die Bürgersprache von 1419 und 20 verbot zu St. Ewald zu pilgern. Daß Thann das Ziel der von uns aus zu St. "Ewald" pilgernden gewesen sei, hat Dr. Crull mir nachgewiesen.
4) Ueber die Kapelle giebt Herr Dr. Crull, der mich überhaupt bei meiner Arbeit durch Mittheilung von Material und durch guten Rath in ausgiebigster und dankenswerthester Weise unterstützt hat, folgenden Bericht: Die St. Maria, St. Elisabeth, St. Benedict und Allen Heiligen geweihte, 1433, März 1, als gebaut bezeugte, Kapelle lag im Nord= (  ...  )
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zwei, je mit zwanzig Mark Lüb. und sonst nach Gebühr auszustattenden Vicareien. Die Präsentation der Vicare sollte je sechs Mal den Familien zustehn, später dem Rathe, und jeder Vicar sollte täglich zu einer Messe verpflichtet sein. Zum Andenken sollte außerdem auf dem Markte an der Stelle, wo die Hinrichtung vollzogen war, ein Kreuz 1 ) aus Stein errichtet werden. Endlich sollten


(  ...  ) westen der Marienkirche nach Negenchören zu, dem Hause Lübsche Straße Nr. 28 gegenüber so daß zwischen diesem und der Kapelle ein Hof war. Von dem Grundstück Lübsche Straße Nr. 30 ging ein Garten an der Westseite der Kapelle bis zur südlichen Fassade derselben auf den Kirchhof hinaus. Ein neuerdings gelegter Granitkubus bestimmt die Ostseite. Die Kapelle bildete ein richtig orientirtes längliches Rechteck von zwei quadratischen Gewölben mit einem abgewalmten Satteldache. Der östliche Gewölberaum hatte allein drei Seitenfenster und zwar dreipfostige, der westliche nur an der Schmalseite ein Fenster, während nach Süden und Norden Pforten waren. Unter dem Dachgesimse war ein Fries von glasurten Vierpässen ("Kreuzsteinen") angebracht. Die Schmiegen der Fenster und Pforten waren mit Stäben gegliedert. Die Dienste bestauden aus drei Stäben, von denen der mittlere etwas vortrat; ihre Kapitale, Köpfe aus Kalkguß, werden noch im Museum aufbewahrt. In dieser Gestalt hat die Kapelle, au der Ostseite allerdings geborsten, sonst jedoch in baulichem Stande, bis 1850 gedauert. Der Schaden war nach dem Gutachten sowohl des Landbaumeisters Schumacher wie des Baumeisters Thormann mit 50 Thalern zu repariren, während der Sachverständige des Departements der geistl. Hebungen, Maurer=Aeltester Sorger, die Kosten auf 500 Thaler anschlug und ein benachbarter Industrieller, welchem sie im Wege war, die Baufälligkeit der (nachher nur mit schwerer Mühe niedergelegten) Kapelle nicht aufhörte auszurufen. Der Bau sollte fallen und fiel trotz der Bemühungen sämmtlicher Prediger und einer Anzahl namhafter Bürger und Einwohner und zwar ohne oberbischöfliche Einwilligung, weshalb der hochselige Großherzog der Behörde sein Allerhöchstes Mißfallen unverhalten sein ließ. - 1433, März 1, wurden dem Vertrage gemäß jährlich 40 Mark Lüb. für die Vicare auf die Kämmerei angewiesen. 1436, Juli 2, bestätigte Bischof Paridam von Ratzeburg Kapelle und Vicareien und bestimmte zugleich das Verhältniß der Vicare zu dem Pfarrherrn zu St. Marien. Eine Reihe der Vicare findet man in Anschluß an die Chronik. - Bei der Inventarisirung 1530, Aug., (Crull, Goldschmiede S. 28) fand man in der "Banthschouven Cappellen" 1 kelch mid 1 patenen, vorguldet.
1) Die nach dem von Schröder A. B. S. 1248, K. B. S. 250 citirten Anon. Chron. Wism. Msct. pg. 38 (S. Jahrb. XLIII, 179) im Jahre 1439 errichtete Docke ward in Reimar Kocks Kindheit entzwei gefahren, wie man munkelte, absichtlich von Nachkommen der den Bantzkowen feindlichen Familien, aber nach einigen Jahren wieder aufgerichtet. 1513, als zum Zwecke des Turnirs, das am 7. Juni zur Verherrlichung der Hochzeit Herzog Heinrichs daselbfl abgehalten ward, der Markt abgeräumt werden mußte, ward sie auf den Marienkirchhof neben die (  ...  )
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den Söhnen des Bürgermeistern die Kostien für die Verfolgung ihres Rechtes mit 600 rh. Gulden ersetzt werden. 1 )

Die Anordnung der Seelmessen sollte die letzte Amtsthätigkeit des Neuen Rathes sein, wenn wir von den Verfügungen absehen, die er zu seiner eignen Abdankung zu treffen hatte. Denn die Herzogin gab ihr eignes Werk vollständig auf, welcher sie nach kurzem sogar vor dem Könige verleugnete (Brief 1431, Oct. 27). Bevor der Neue Rath nun zurücktrat, mußte er sich den Alten Herrn gegenüber zu einer Abbitte entschließen und versprechen, der Stadt und des Rathes Wohl zukünftig im Auge haben zu wollen, es auch an der schuldigen Ehrerbietung nicht fehlen zu lassen; dagegen sollte den abtretenden Herren, wie auch der gesammten Bürgerschaft und Einwohnerschaft völlige Vergebung zu Theil werden und sie an Gut und Ehre unbeschädigt und ungekränkt bleiben. Die Urkunden, Bücher, Schlüssel und Gelder sollten dem Alten Rathe ausgeliefert und ihm auf Verlangen auch ein Verzeichniß der Stadtschuld übergeben werden.

Die Sechzig mußten gleichfalls entsagen, und für alle Zukunft sollte ein solches Collegium zur Beschränkung des Rathes, es sei unter welchem Namen es sei, verboten sein. Ebenso sollten alle


(  ...  ) Bantzkowen=Kapelle gesetzt, kam jedoch nach etlichen Jahren an ihre alte Stelle zurück. Im Anfange des nächsten Jahrhunderts muß sie wieder in Trümmern gelegen haben. Es erstand nämlich damals der Bürgermeister Jaspar Schwartzkopff, mütterlicherseits ein Nachkomme Joh. Bantzkows, eine Docke, ließ ein Crucifix darauf meißeln und sie an die Stelle der verfallenen setzen (Schröder A. B., S. 1254 und 1408 [K. B. 251] zu 1602; ein Irrthum in der Jahreszahl ist nach den S. 1408 namhaft gemachten Personen ausgeschlossen). Auch die stand nicht lange. Sie soll nach mündlicher Ueberlieferung bei der Einführung des Tribunals (S. K. B. S. 551) 1653 fortgeschafft sein (S. A. B. S. 1254); wozu stimmt, daß der spätere Bürgermeister und Dr. juris Kasp. Schwartzkopff 1657, März 14, beim Rathe um die Erlaubniß zur Errichtung eines neuen Denksteins einkam, aber laut Rathsprotocoll von 1657, März 19, abschläglich beschieden ward. Zu Anfang dieses Jahrhunderts - bis 1822 der Markt neu gedämmt ward - waren nach der Erinnerung alter Leute noch zwei oder drei Steine an jener Stelle über das Pflaster sich erhebend zusammengesetzt. Später lag dort bis zur jüngsten Neupflasterung ein runder Granit von 2 Fuß Durchmesser mit einer einzeiligen nicht lesbaren Inschrift in gothischer Minuskel. Die Platte ist bei unvorsichtiger Handhabung einer großen Ramme in Trümmer gegangen und jetzt durch einen sehr viel kleineren runden Stein neben der Fahrstraße ersetzt.
1) Ganz ähnliche Bestimmungen enthielt die Sühne für Braunschweig 1380 (Br. Chron. I, S. 386 ff.) und erlangte der Sohn des 1430 zu Bremen hingerichteten Bürgermeisters Johann Vasmer (Geschichtsquellen des Erzstiftes und der Stadt Bremen S. 163).
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Verbünde in der Stadt aufhören und nie wieder errichtet werden. Auch Aufläufe und Aufsätzigkeit gegen den Rath wurden für alle Zeit untersagt bei schwerer Strafe. Weder in Meklenburg noch in den Hansestädten sollte ein Aufrührer Sicherheit finden, und auch dem Rathe wurde für den Fall, daß er einen solchen zu strafen unterlasse, große Pön und der Stadt Ausschluß aus der Hanse angedroht. Die Einsetzung der Werkmeister und Aelterleute sollte beim Rathe stehn, von dem die Aemter sich diese ihre Vorsteher zu erbitten angewiesen wurden.

Den Bürgern und Einwohnern ward außerdem ein Eid abgenommen, in dem sie sich zur Treue gegen die Landesfürsten und zu Gehorsam gegen den Rath verpflichteten und Aufsätzigkeit, Verbündnisse, Aufläufe ablobten. Der Eid sollte, wie er auch seit alter Zeit üblich gewesen wäre, auch in Zukunft von jedem geleistet werden, der in Wismar Wohnung haben wollte.

Diese Verfügungen liefen darauf hinaus, des Rathes Macht im Innern sicher zu stellen. Dagegen ward jener verpflichtet, seinen Gegnern Amnestie 1 ) zu gewähren und mußte die Amtsthätigkeit des Zwischenregiments anerkennen, soweit es nicht seine Macht verwendet hätte, die Landesherrschaft oder den Alten Rath und dessen Anhang geradezu zu schädigen und in ihren Rechten zu verkürzen. Besonders anerkannt ward dem wieder eingesetzten Rathe sein Recht, sich nach Gutdünken, wie es erforderlich sei, zu ergänzen.

Wie der Bürgereid, so fand auch der Rathseid 2 ) seine Feststellung. Auch er verpflichtete in erster Linie zu Treue gegen die Herzoge.

Endlich nahm die Herzogin den Rath und die ganze Stadt in ihre Huld auf und bestätigte ihnen alle ihre Privilegien und Freiheiten und Gewohnheiten und gab insbesondere ihre Autorität zu der Erhebung der Accise für einige Jahre, damit die Stadt aus ihren Schulden kommen könne.

Die Sühne ward nach der Eintragung in die Rathsmatrikel (Hans. Geschq. II, S. 60 f.) am 19. und 20. März vollzogen, während die Urkunde das Datum des einundzwanzigsten trägt. Feierlich wurden die noch lebenden Mitglieder des Alten Rathes von der Herzogin und ihren beiden Söhnen wieder in den Rathstuhl


1) In der That ist nach Schröders Sammlungen selbst Jesup unbehelligt in der Stadt geblieben. In den erhaltenen Urkunden und Stadtbüchern kommt er nicht weiter vor. Hamborch mag wirthschaftlich zu unbedeutend gewesen sein, als daß wir ihn ebenda vermissen könnten.
2) S. oben S. 53 Anm.
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eingeführt 1 ). Wir vermissen Herrn Hinrik Hagemester und Göbel van der Sterne 2 ), den Schwager Joh. Bantzekows. Der Bestand des Rathes war siebzehn Personen, von denen drei in ihrer früheren Würde als Bürgermeister eintraten, während andere drei, darunter Herr Johann Vrese 3 ), sogleich zu derselben Würde befördert wurden. Der Grund, aus welchem man die gewöhnliche Zahl der Bürgermeister (vier) soweit überschritt, ist durchaus dunkel. Als Vermuthung mag hingestellt werden, daß man Ansprüchen derer vorbauen wollte, die man aus dem Neuen Rathe aufzunehmen vorhatte. Denn es fällt auf, daß unter den am 11. April des Jahres Erwählten, die die Zahl der Rathmannen auf fünfundzwanzig brachten, sich drei Bürgermeister aus dem Neuen Rathe befanden: Evert Groteek, Johann Sasse, Peter Loste. Der letzte erreichte es, 1437 zum Bürgermeister erkoren zu werden, nicht bei der ersten Vacanz.

In der baldigen Aufnahme dieser und anderer Angehörigen des revolutionären Rathes 4 ) bewiesen die wieder zur Macht gelangten Herren bei weitem größeres Zuvorkommen als 1416, und es wird nicht am wenigsten ihrer Mäßigung gedankt werden müssen, daß der innere Friede auf Jahrzehnte hinaus keine Störung erfuhr.

So war, Dank dem Eingreifen des römischen Königs, die gesetzmäßige Herrschaft wieder in ihre Rechte eingesetzt, scheint aber, wohl weil sie die Sache für an sich erledigt ansah, um Aufhebung der Acht sich nicht besonders bemüht zu haben. Zwar ward mit Lübeck über Briefe an den König verhandelt (Schreiben Lübecks an Wismar 1430, Apr. 5), auch ward Wismar nebst Stralsund vom Könige beauftragt, Rostock zur Wiederaufnahme des Alten Rathes zu vermögen (Lange a. a. O. 22; - der Rostocker Bürgermeister Johann Katzow starb zu Wismar, Jahrb. LIV, S. 135, 240),


1) Ausgaben der Herzogin bei dieser Gelegenheit hat Lisch aus den Rechnungen der Vogtei Bukow publicirt Jahrb. XI, S. 226.
2) Gestorben Anfang 1430, Hans. Geschq. II, S. 54, Nr. 228; eine Urkundencopie, der zufolge er schon 1428 todt gewesen wäre, muß fehlerhaft sein.
3) S. oben S. 48 Anm. 1.
4) Hermen Weltzin. Als Sechziger, aber der Partei des Alten Rathes angehörige läßt sich Johann Werkmann erweisen, s. oben S. 2. Nicolaus Küsel war 1410, Juni 10, nebst zwei andern ehrlichen Bürgern den Vorstehern zum Heil. Geiste zugeordnet. Vielleicht sind von den 1430 neu Aufgenommenen auch noch der Rest dem Neuen Rathe oder den Sechzig zugehörig gewesen. Herrn Joh. Sasse vergab man sogar, daß er die zum Sturze des Rathes ausgenutzte Urkunde hatte holen helfen. Ausgeschlossen mußten priucipiell nach Lübischem Rechte alle Gewerker bleiben.
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jedoch am ersten März des nächsten Jahres sah sich der (wieder einmal geldbedürftige ?) König veranlaßt, von Nürnberg aus Bischof Johann von Lübeck zu beauftragen, die Wismarschen zu Genugthuung gegenüber dem Reiche, an dem sie sich durch ihren Aufruhr vergangen, anzuhalten: - die für Widersetzlichkeit angedrohten Strafen sind nicht gering - worauf sich October 27 die Herzogin für ihre Stadt beim Könige verwendete und ihn bat, da ihr selbst für die Sache genug gethan sei, auch seinerseits es dabei sein Bewenden haben zu lassen. Die Acht ward aber erst am 12. Mai 1432 - unter demselben Datum ward über Rostock die Aberacht verhängt - von Parma aus für aufgehoben erklärt. 1 ) Und damit hatten denn diese Unruhen nach allen Seiten hin ihren Abschluß erreicht.



1) Notiz zur Handschrift E, nach einer andern Nachricht bei einer verschollenen Handschrift um Michaelis. Von dieser Urkunde besorgte sich der Rath zwei Ausfertigungen und verausgabte dafür und für Botenlohn achthundert Mark Lüb. (S. den Anhang zur Chronik.) Die Urkunden sind aus dem Raths=Archive verschwunden.
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Urkunden.

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1427. Novbr. 18. Wismar. a.

Die Brüder Hans und Lüdeke Bantzkow begeben sich, nachdem auf ihre Bitte ihr Vater, Herr Johann Bantzkow, zum Schwerte begnadigt ist, für alle Zeiten jeder Ansprache wegen der Verurtheilung.

Wy Hans vnde Ludeke, ghenomet Bantzkowen, her Johan Bantzkowen sones, bekennen vnde betughen openbare in desseme breue vor alsweme, dat wy de ersamen wisen manne borghermestere vnde radmanne tor Wysmer vnde de erliken sostich borghere darsulues myt andachtighen, vruntliken beden angheuallen vnde otmudichliken beden hebben vmme hern Johan Bantzkowen gnade vnde vntsachtinghe des ordels to donde, dat em vor deme sittenden rychte to der Wysmer myt rechte ghedelet is; vmme welker bede willen deme vorbenomeden her Johan Bantzkowen grote gnade vnde entsachtinghe des ordels ghescheen is vnde des swerdes gheghunt ward. Darvmme wy hochliken danken den borghermesteren, radmannen vnde borgheren tor Wysmer vorbenomet. Vnde wy Hans vnde Ludeke, brodere ghenomet Bantzkowen, vorbenomet hebben ghelouet den erbenomeden borghermesteren vnde radmannen tor Wysmer borgheren, ampten vnde werken darsulues vnde alle den iennen, de se myt rechte vordeghedinghen moghen, vnde louen en in kraft desses breues vor vns, vor alle vnse eruen, vor vnse vrunde vnde maghen, boren vnde vngheboren, ghestlik vnde werlik, vnde vor alle de iennen de vmme vnsen [willen] don vnde laten willen, dat en vnde der stad Wysmer nenerleye maninghe ofte beswaringhe scheen edder wedderuaren schole an tokomenden tyden van dessen vorgherorden saken weghen vnde van des weghene, dat her Johan Bantzkowe vorscreuen vorordelt vnd

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enthouedet is, vnde wes her Johanne darane beyde vore vnde na gheschen is. Wente wy, vnse eruen vnde alle vnse vrunde vnde maghen, ghestlik vnde werlik, gheboren vnde vngheboren, scholen vnde willen nummer darvp saken edder namanynghe don edder don laten an tokomenden tyden, nemende darvmme bescheddighen edder bescheddighen laten, vnde wy vorlaten alle manynghe vnde wrake. Alle desse vorscreuenen stucke vnde articule vnde eyn iewelik besunderghen loue wy Hans vnde Ludeke, brodere vorbenomet, by vnsen lyffliken eeden, de wy deme rade vnde borgheren tor Wysmer darvp ghedaen hebben, by vnsen rechten truwen vnde vasten louen, alle myt ener sameden hand, stede vnde vaste to holdende to ewyghen tyden den borghermesteren, radmannen, borgheren, ampten vnde werken tor Wysmer vorbenomet, ouergheuende alle beschermynghe ghestlikes vnde werlikes rechtes, darmede wy dessen breff breken mochten. Des to tughe vnde merer witlicheit so hebbe wy Hans vnde Ludeke vorbenomet vnse ingheseghele myt gantzen vrygen willen vnde wol bedachten mode henghen laten vor dessen breff, gheuen vnde screuen tor Wysmer na der bord vnses heren Crysti veerteyn hundert iar an deme souenvndetwyntighesten iare achte daghe na sunte Mertens daghe, de[s] hilghen byscopes.

Original im Grossh. Geh. und Haupt-Archive zu Schwerin, auf breitem Pergament sorgfältig geschrieben. An Pergamentstreifen hangen zwei Siegel mit rother Platte:

1) des Joh. Bantzekow im Schilde zwei auswärts gekehrte Halbmonde, je einen Stern umschliessend; dazwischen oben und unten je ein runder Knopf. Der Schild ist von einem Dreipass mit drei eingeschalteten Spitzen, die bis zum Rande reichen und die Umschrift schneiden, eingefasst; Umschrift in gothischer Minuskel:

s' iohan nis : bant │ zekow
(Vgl. Hans. Geschichtsqu. II. zu Nr. 191.)

2) des Lüdeke Bantzekow. in der Rundung eine Hausmarke; Umschrift in gothischer Minuskel:

Kreuz s' lvdeke Blumenvignette bantzekowen .

1428. Jan. 4. Wismar. b.

Die Herzogin Katharina von Meklenburg urkundet, dass sie den Rath der Stadt Wismar wegen des ohne Wissen

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und Einwilligung der Landesherrschaft und der Bürger mit dem Könige von Dänemark [1423] geschlossenen ewigen Bündnisses kraft ihrer vormundschaftlichen Rechte entsetzt hat in der Weise, dass die früheren Rathmannen als Bürger in der Stadt verbleiben sollen, sicher ihres Lebens, verantwortlich jedoch zu Recht und zu Ehren, dass sie nach Ausweis der von Bürgern und Aemtern ihr übergebenen Schrift einen neuen vollmächtigen Rath aus Bürgern und Aemtern eingesetzt hat zu den alten Rechten, insbesondere dem der freien Ergänzung aus Bürgern und Aemtern. Die zu Rathe gekorenen Handwerker sollen ihr Amt übergeben. Der Rath hat der Landesherrschaft und der Stadt Eide geleistet.

In nomine sancte et indiuidue trinitatis, amen. Wy Katherina, van godes gnaden hertoginne tho Mekelenborch, greuinne to Zwerin, tho Stargarde vnde Rozstok der lande vrůwe, bekennen vnde betůgen openbare in desseme breue vor alsweme, de ene ze e n edder lesen horen, vor vns vnde vnse kyndere, heren Hinrike vnde heren Johanne, van der vorscreuen gnade godes hertogen tho Mekelenborch vnde greuen to Zwerin etc., der wii vormundere syn, vnde vor ere eruen, dat wii vormyddelst rade vnde vulbort vnser leuen getruwen herschop rade hebben angeramet myd den erliken borgheren vnde inwonren an vnser stad Wysmer: also vmme de twedracht vnde vnwillen, de dar is gewesen thůschen deme rade, den borgheren vnde menheyden also van der tosathe weghene, de de vorscreuen rad ghemaket heft myd deme konynghe van Dennemarken vnde synen landen to ewygen tiiden zunder vnse vnde sunder vnser herschop rade offte vulbort vnde sunder vnser vorscreuenen borger willen, wischop efte vulbort, dat vns de erbenomeden vnse borgere tho kennende gheuen, also schaden, brekeligheit, de daraff ghekomen is vnde noch aff komen můchte, dat god affkere, in tokomeden tiiden, dar wii myd vnser herschop rade zee vmme entset hebben vmme zodanen breke vnde hynder vnser herschop vnde vnser vorscreuenen stad vnde vmme des menen besten willen, also dat wii den suluen vorscreuen rad, de van der herschop gheset was, den van deme vorscreuen beuele vnde herligheit beuelen was vnde macht, dar zee to zettet weren, hebben myd vnsen

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kinderen vnde heren, hertoghe Hinrike vnde hertogen Johanne vorgescreuen, vnde herschop rade wedder affgezettet vmme des erbenomeden vorbundes willen, dar sik de vorscreuen rad tho deme koninghe van Dennemarken vnde synen landen ane vorzeghelt vnde vorbreuet hebben tho ewiigen tiiden sunder vns vnde vnser herschop vnde zunder vnser vorbenomeden borghere willen, wischop ofte vulbort, wodoch de sulue rad, de seten heft, vor medeborghere to blyuende lik anderen borgheren, vnde de twedracht, vnwille thuschen en vnde den borgheren darmede vorlecht, men zee scholen antworden to eeren vnde to rechte, doch eres lyues velich to wesende van desser vorscreuenen zake van den borgheren edder herschop weghene erbenomet. Also hebbe wii myd vnsen vorscreuen kinderen vnde heren vnde vor ere eruen vormyddelst vnser herschop rade myd ghantzen vrigen willen vnde wolbedachten mode an vnse vorbenomeden stad Wiismer yn de suluen stede des vthenomen rad es vorgescreuen ene[n] vullenkomen mechtigen rad van borgeren vnde van ampten na vthwiisynghe der scrift, de vns de borghere vnde ampte antwordet hebben, dar zee angetekent weren, wedder zettet vnde stediget, setten vnde stetigen iegenwardigen in craft desses breues an aller vullenmacht, vryheiden vnde nůtticheiden, also ere vorevaren den erbenomeden rad, stad vnde tobehoringe ye vrighest beseten vnde had hebben, vnde also yd van der herschop ie vrigest vorbreuet is dar nichtes buten beschenen; vnde desse breff schal den anderen breuen, de de rad vorgescreuen by sik hebben, van der herschop van Mekelenborch beseghelt, nergen ane to vorvanghe komen. Vnde ok de yenen, de van den ampten an den rad werden koren, de scholen ere ampte ouergheuen, vnde de sulue rad eren vrigen kore to hebbende vnde to beholdende van borgeren vnde ampten in aller mathe, also vorgescreuen steit, also wan des van dodes weghene deme rade not vnde behůff 1 is. Ok heft de sulue rad, den wii hir settet hebben, eede dan, also sik dat bort, vns, vnsen kinderen vnde vnser stad Wiismer vorgenomet. Hirouer sint gewesen vnse leuen getruwen, der herschop van Mekelenborch raad, de dyt, also vorscreuen is, myd vns vnde vnsen vorscreuen kinderen vnde heren vnde vor ere eruen dedinghet vnde ghantzliken mede vulbordet hebben, also Wypert Lutzouwe, marschalk, her Bernd van Plesse, her Mathias Axekouwe, voghet to Zwerin, her Hinrik van Stralendorpe, rittere, Clawes Sperlingh, Otto Veregghe, kamermester, Henningh Haluerstad, vndermarschalk, Hinrik Molteke, Johan vnde Curd,

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brodere, gheheten van Plesse, Clawes van Ortze, Vikke Stralendorp van Criuitze, Johan Veregghe, Helmold Lutzouwe van Grabouwe vnde Hermen Kerkdorp van Gnoyen myd velen anderen erliken luden, gheislik vnde werlik, de wol louen vnde thuchnisse werdich synt. Des to tůughe vnde warheyd alle desser verstreuen stukke vnde articule hebbe wii vruwe Katherina, hertoginne vergescreuen, vor vns, vnse kindere vnde heren erbenomet vnde vor ere eruen vnse ingesegel mid willen vnde ghantzer wytschop henghet laten vor dessen breff, de geuen vnde screuen is tho der Wysmer na der bort godes verteyn hundert iare darna an deme achtevndetvynteghestem iare des neghesten sondaghes vor der hilligen driger koning daghe.

Original im Grossherzogl. Geh. und Haupt-Archive zu Schwerin. Pergament. An rothen und grünen seidenen Fäden hängt das in der rothen Platte etwas beschädigte grosse Wachssiegel der Herzogin Katharina, wie es Jahrh. XXXIII, S. 197 abgebildet ist. 1 In der Urkunde: hehůff.


1429. April 4. Waldeck. c.

Graf Heinrich zu Waldeck ersucht Bürgermeister und Rath der Stadt Lüneburg, sich dafür zu verwenden, dass benannte Rathmannen und Bürger von Wismar seinem "Knecht und lieben Diener" Lüdeke Bantzkow für das seinem Vater zugefügte Unrecht genugthun. Widrigenfalls will er demselben mit seinen freien Gerichten zu seinem Rechte verhelfen.

Heinrich, graue zu Waldegken. Vnsir fruntlichen grus zuuor. Ersamen vnd vorsichtigen liebin bisundern, wir vornemen vnd vns ist ouch also in warheyden vorbracht, wie Ebirhart Groißeiche, Clawes Yhesup, Clawes Trechauwe, Bertold Weißindorff, Curd Dargune vnd Heinrich Haneman, raitmanne zu der Wismar, vnd Hans Pantzdorff, Luderke Wißkure, Heyne Durchdiewant, Henrich Spalkehafer, Clawis Stailkoiffer, Hans Bruseke, Hans Boymgarte, Petir Kanne, Hans Homborgh vnd Clawis Wolf, gemeynen burger darselbis zu Wismar, den ersamen Ludolf Bontzkowe von der Wismar, vnsin knecht vnd besunderlichs lybyn dyner, an synem vatyr sere swerlich entweldiged, uergreffin vnd vervnrechtid habyn; worvmme wir vch

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biddin gutlich mit gantzem fließe vnd ernste, ir villen (villen) vmbe vnsern wullen de vorgenanten raitmanne vnd gemeynen burger 1 zu Wismar bitdin, sie vndirwisin vnd ouch berichten, daz sie dem obgenanten Ludolfe, vnsim knechte vnd dener, vmbe sulche entweldunge, gewalt vnd vnrecht, so sie an sinem vatir seligen begangen vnd getan han, tun willen so vil sii ime darvan schuldigen vnd plichtich sin zu thunde, vnd ime ouch eyn sulch von ine vnuortzoghed gedigen moghe. Daz willen wir gerne gein uch verschulden. Weres obir der obgenante vnser knecht vnd dener uwer berichtunge gein de obgenanten nicht genißin mochte, des wir doch nicht meynen, so ist vns der obgenante Ludolff also gewand, daz wir ime geraten, behulfen vnd biistendich wullen sin gein de vorgenanten burger von Wismar mit vnsern friien gerichten vnd andirs, wormidte wir mogen, biß also lange er sin recht gein sie erfurdern kunne, vnd vns fuget eyn sulchs nicht zu laßen. Datum Waldegke nostro sub sigillo secunda feria proxima post Quasimodogeniti anno etc. XXIX.

Den ersamen vnd vorsichtigen borgermeistern vnd raitmannen der stad Luneborg, vnsern liebin besundern, detur.

Gleichzeitige Abschrift auf einem breiten Papierstreifen mit Einschnitten für Bänder im Raths-Archive zu Wismar. 1 Hinter "burger" über der Zeile "ztzu" durchstrichen.


1429. April 4. [Sachsenhausen.] d.

Kurd Rube, Freigraf zu Sachsenhausen in der Grafschaft Waldeck, mahnt benannte Wismarsche Bürger, sich mit Lüdeke Bantzkow, der gegen sie Klage erhoben hat, innerhalb vierzehn Tage nach Kenntnissnahme von dem Briefe gütlich zu vergleichen oder ihm nach Recht genugzuthun. Sonst müsste er auf weitere Klage über ihr Leben und ihre Ehre richten.

Wisset, Hans Pantzdorff, Ludeke Wyßkure, Heyne Durchdiewandt, Heinrich Spalkehafer, Clauwis Stailkouffer, Hans 1 Broseke, Hans Bomgarte, Petir Kanne, Hans Hamberch vnd Clauwis Wolff, gemeyne burger in der staid zu Wißmar, das

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mir der ersame Ludolff Bantzkouwe von der Wißrnar an dem heiligen hemelichin friien gerichte zu Sassinhusin, in der graueschafft zu Waldegken belegen, seer swerlich ubir uch geclait hait uwir liebe vnd hoestin ere antreffende; warumbe ich uch anemude mit gantzem ernste von wegin des abgenantin friien gerichtes, das ir uch mit dem abgenantin Ludolff vmbe sulche ergerurten swerlichin clage vnuertzoglich innewendig viertzehen tagen darnach irs[t]in volgende, als uch diese briff zu wissin werdet, gutlich richtet, adir abir ime darenbynnen thut, souil ir ime von eren vnd rechtes wegin schuldig vnd plichtig siit zu thunde. Wereß abir ir des ime darenbynnen nicht thedet, des ich doch noch nicht gloube, clagede mir danne die obgenante Ludolff adir imand van siner wegin ubir uch furder, moste ich ime danne furbaßir ubir uwir liibe vnd ere richten, als sich das geburte, vnd wiewol ich das seer vngerne thede, doch mochte ich ime des nicht geweigern; danne ich raden uch getruwelich, ir eß darzu nicht komen laißet, want eß uch alsdanne ser swer vnd herte ligende wurde. Datum meo sub sigillo anno domini etc. XXVIIII° secunda feria proxima post dominicam Quasimodogeniti.

Curd Rube,                
friigraue der graueschafft zu Waldegken.

Original im Raths-Archive zu Wismar auf einem Quartblatte Papier mit Spuren eines Siegels auf der zu Notizen benutzten Rückseite. Keine Adresse. 1 Aus dem ursprünglichen Hans ist Clauwes gemacht.


1429. Mai 5. Lübeck. e.

Der Rath von Lübeck meldet dem Wismarschen, dass Lüdeke Bantzkow ablehne, in Wismar seine Sache zu betreiben, dagegen bereit sei, in Lübeck mit Bevollmächtigten freundliche Verhandlungen zu pflegen.

Vnsen fruntliken grud vnde wes wii ghudes vormogen to u oren. Ersamen heren, le u en fr u nde, iuwen breff an vns gesant, darinne gi vns scri u en vmme de tosprake, de Ludeke Bantzkawe mene to i u w vnde to den i u wen to hebbende van sines vaders wegen vnde wille he körnen bynnen de Wismere, he schole an e i u weme geleyde vnde velicheit wol verwaret wesen etc. mangk mer worden, hebbe wii, le u en vrunde, wol

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vorn oe men vnde begeren i u wer le u ten weten, dat wii darvmme vor vns vorbodet hebben Ludeken erbenomet vnde gheuen eme desset to kennende mit g u tliker vnderwisinge, dar de sulue Ludeke to antwordet dat eme bynnen i u we stad nicht v oe chliken sy to komende, nademe he nymandes hebben en k oe ne, de eme beqwemelik sin ouer sinen dedingen to wesende, men wille i u we le u en iemendes darvmme bynnen vnse stad senden, he wille vruntlike dedinghe gherne lyden, vnde m oe ge eme redelicheid in fr u ntschoppen weddervaren, dat wille he mit den i u wen gherne handelen, so he g u tlikest m oe ge Siid gode beuolen. Scriptum vnder vnsem secreto an vnses heren hemmeluart d ae ge anno etc. XXIX°.

Consules Lubicenses.     

Auf der Aussenseite: Den ersamen, vorsichtigen, wiisen m ae nnen heren borgermesteren vnde r ae tmannen tor Wismer vnsen besunderen g u den vr u nden, detur.

Original im Raths-Archive zu Wismar, ein breiter Pergamentstreifen. Reste des aufgedruckten briefschliessenden Secrets.


1429. Juni 3. Waldeck. f.

Da die Herzogin von Meklenburg erklärt hat, die von Lüdeke Bantzkow Beklagten sollten ihm vor ihr leisten, was Recht sei, und dieser eingewilligt hat, entweder zu Lübeck oder zu Schlutup in seiner Sache zu verhandeln, so bittet Graf Heinrich zu Waldeck Bürgermeister und Rath der Stadt Lübeck, mit seinem "Diener" Lüdeke Bantzkow zu Tage zu reiten und ihm förderlieh zu sein.

Heinrich, graue zu Waldecken Vnsern fruntlichen grus zuuor. Ersamen, guden frunde, so als ir wol vernomen habt, wie das vnser dyener Ludecke Bantzouwe eynteils ingeseßen burger zu der Wißmar vor vnserm friien stůle an dem heiligen heymelichin gerichte beclagt hat etc., dea th ue n wir uch zu wissende, das die hochgeborn frauww hertzoginne zu Megkelnsborg vns vor denselben geschrebin hat, wie daz sie Ludeken,

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vnserm dyner vor er vnd iren sonen th ue n sullen, wes sie ime in rechte plichtig sin. Daruff wir mit dem obgenanten Ludecken geredt han, also das wir sin darzu mechtig sin vnd ine vermogen, das er gein sie uff einen gelegelichen tag riiden wil bii namen zu Lubecke odir z ue Sluckup an der tzwiger stede eyne, vnd aldarselbs vor der hochgeborn frauwen der hertzoginnen vnd vor iren sonen van den vorgeschrebenen sinen wedirsachen nemen wil, so uill sie ime von eren vnd rechtes wegen plichtig sin zu thunde, darvmbe er sie vor vnserm heymelichin gerichte uerclagt hat, das wir doch ouch der hochgebornen frauwen der hertzoginnen so geschribin han. Ist ez nu sache, das sie des, als vorgeschrebin steet, mir ime zu tagen kommen vnd dem noch gehen w u llen, so bitdin wir uch mit allem fliße fruntlich, daz ir dan mit dem obgenanten Ludeken, vnserm dyner, vmbe vnse liebe willen uff den tag riiden wüllen vnd ime in sinen sachen getruwelich helffin vnd raden wollen, als wir vns des gentzlich zu uch versehen : daz wullen wir sunderlich gein uch verschulden. Des iuwer entwert. Datum Waldeck nostro sub sigillo sexta feria proxima post octauam corporis Christi anno etc. XXIX°

Den ersamen burgermestern vnd reten der staid Lubeke, vnsern guden frunden.

Abschrift auf einem Quartblatte Papier mit Einschnitten für Steifen im Raths=Archive zu Wismar.

Auf der Rückseite finder sich gleichfalls abschriftlich das Bruchstück eines Briefes desselben Grafen an die Herzogin Katharina, er werde das Ersuchen der Herzogin seinen Freigrafen nicht zu gestatten, über ihre Untersassen, die von Wismar, zu richten, sondern dieselben (!) an ihren Rath und ihr Gericht zu weisen, Lüdeke Bantzkow oder dessen Boten zur Kenntniss bringen. sobald sie vor ihm oder seinen Freigrafen erschienen.


1430. Febr. 12. Lübeck. g.

Der Lübische Rath bittet den Wismarschen um einen endgültigen Bescheid, wonach er auf den dem Wismarsehen Rathe früher zur Kenntniss gebrachten Brief des Römischen Königs antworten können. Die Frist sei abgelaufen.

Vnsen vr u ntliken gr u d vnde wes wii gudes vorm oe gen to u oren. Ersamen heren, le u en vr u nde, als wii vnses rades

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erliken sendeboden van gebodes wegen vnses allergnedigesten le u en heren des romisschen konynges mit sinen bre u en, in welken sin koninglike gnade vns by sw ae rer penen strengeliken ge(be)bedende was des nicht to vermydende, by i u we le u en gesant hadden, solliken siner koningliken gnaden geb oe den wii, alse wii schuldich weren, gehorsamen sin gewesen, vnde also de vnsen i u wer le u en siner gnaden bre u e verk u ndiget vnde lesen hebben laten, vnde doch, leuen vr u nde, gii vns bii i u wen erliken sendeboden i u we antwerde darvan wedder en b oe den hebben etc., vnde wante n u , le u en vr u nde, de tiid vmmek oe men is, so m o te wii van gebodes wegen vnses gnedigen heren des romisschen koninges sinen gnaden dat verk u ndigen vnde verschriuen, alss siner k u ngliken gnaden bre u e dat clarliken inneholdeil vnde vt e wisen etc.: hirvmme, leuen vr u nde, eft gii in dessen zaken n u wor vurder vp verdacht hebben, dat wii dem heren romisschen koninghe van i u wer wegen versehriuen m oe gen, begeren wii vns des i u wen willen in schrifften bii desseme vnseme boden to benalende; dara n ne bewyse wii vns vmme i u wer le u en willen gerne na vnseme verm oe ge. Siid gode heuolen. Screuen vnder vnsem secreto des sondages na s u nte Scholastiken dage anno etc. XXX°.

Consules Lubicenses.     

Den ersamen, vorsichtigen, wysen mannen heren borgermeysteren vnde radm ae nnen tor Wysmer, vnsen bes u ndern g u den vrunden, detur.

Original, ein breites Stück Pergament mit Resten des briefschliessenden Secrets, im Raths-Archive zu Wismar.


1430. März 21. Wismar. h.

Herzogin Katharina urkundet über die Sühne, welche wegen der Hinrichtung Herrn Joh. Bantzkow's und Herrn Hinr. van Haren vereinbart ist, wie über die Bedingungen, unter denen der Neue Rath abtreten und der Alte wieder eingesetzt werden soll, bestätigt die alten Privilegien und die Accise und bekräftigt den Frieden.

In 1 godes namen, amen. Vppe dat de dingk, de yn der tiid scheen, mit vorlope der 2 tiid nicht en komen in vorgheten-

1 Initiale nicht ausgefüllt Zb │ 2 vorlopender S 2

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heid, so hefft de vorsichtige sorchuoldicheid gevunden, dat men de dinghe vnde also vele de merkliker sint in scrifft bringe vnde darmede beueste. Vnde wente nu opembare witlik is, wat merkliker, vnordeliker, entfarmeliker vnde schedeliker dinge bynnen kort vorledenen tiiden bynnen der Wismer, gode ent- 5
farmet gescheen sint mit menniger hande gewalt vnde vnrechtem, de an den erliken luden, de de olde rad der stad Wismer nu heten, vnde besundergen an den erliken vnde woldedigen mannen heren Johanne Bantzkowen, borgermeystere, vnde heren Hinrike van Haren, radmanne in vortiiden der 10
stad Wismar, van der meynheid darsulues geda e n vnde begha e n synd, darumme id in varen vnde kentlikem angeste hangede, dat de stad Wismar to vnuorwinlikem schaden vnde gruntlikem vorderue moste gekomen hebben, wan men dar myd der hulpe godes nicht truweliken were voregeweset: vnde hirvmme wii 15
Katherina, van godes gnaden hertogynne to Mekelenborgh, greuynne to Zwerin etc., angeseen vnses aldergnedigesten heren, heren Sigmundes, romschen koninges etc., sware vnde strenge bode vnde breue, van synen koningliken gnaden tegen den nyen rad, borgheren, meynheid vnde inwonere vnser vnde der 20
hochebornen fursten hertogen Hinrikes vnde hertogen Johannis, vnser sones, stad Wismer vmme der vorgerorden walt vnde vnrechtes willen vtgesand, vnde mennichuoldigen vorderffliken schaden, de vnser vnde vnser erbenomeden sone stad Wismer vnde eren inwoneren zune was vnde ane twiuel to komende 25
wesen hadde, wanne se sik na alsodanen koningkliken boden vnde breuen nicht gerichtet en hedden, vnde vppe dat wii mid der hulpe godes alsodanen vorderffliken schaden affkeren vnde vnfrede vnde alle schelinge vnde vnwillen, twisschen beyden ergerorden partien wesende, mit medewerkinge des gheuers des 30
vredes vorsonen moghen: so hebbe wii vns na rade vnser vnde vnser ergenanten sone truwen radgheuen vnde mit hulpe eres wisen rades der erliken stede Lubeke, Hamborch, Stralessund vnde Luneborgh, de wii dart o beden hebben, vnde besunderen

2 merkliken S │ 5 vorleden Zb │ 5 Wismar Zb │ 7 luden bis erliken am Rande nachgetragen Zb │ 8 bisundern Zb │ 9 Bantzcowen Zb │ 9 borgermestere Zb │ II menheid Zb │ 12 kentliken Zb S 2 │ 16 Mekelenborch Zb │ 17 vnses war in S doppelt geschrieben, das erste ist getilgt │ 20 menheid Zb │ 21 hochgebornen Zb │ 22 Wismar Zb │ 24 erbn immer in S Zb │ 24 Wismer war in S doppelt, das zweite getilgt │ 25 suue W, zu u e T, schen A │ 32 eres wisen rades fehlt S 2 │ 34 Luneborch Zb │ 34 de bis hebben fehlt S 2

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der van Lubeke, de to den vorscreuenen koningliken boden vnde breuen voruolghere by zwaren penen van vnsem gnedigen heren dem romschen koninge gesat weren na ynneholde der suluen breue, dar so hochliken mede bekummert, gode almechtigem to loue, vnsem aldergnedigesten heren dem romschen 5
koninge erbenomet to eren vnde vnser vnde vnser sones stad Wismer † vnde erer inwonere, vnser leuen vnderdanigen, t o nutticheid,* vromen vnde bestentnisse, dat beyde de yennen, †2b
Zb
*S2
de de olde rad tor Wismer heten, vnde Ludeke Bantzeowe vnde Johannes, syn broder, vnue de vrunde heren Hinrikes 10
van Haren van eyner ziiden, de ienne, de de nye rad tor Wismar nu heten, de borghere, ammete vnde alle ynwonere der stad Wismer van der anderen siiden, vmme alle vorgerorde gewalt vnde vnrecht hii vns, vnsen vnde vnser erbenomeden sone rad gesat hebben also, dat wii erer darane 15
mechtich wesen scholen to eren, to rechte vnde to aller mogelicheid id sunder inseggent to holdende, wes wii en na rade vnser vnde vnser sone radgheuen vnde der erbenomeden stede vorschedinge affseggen edder affseggen laten, vnde hebben vns gebeden, dat wii vns vmme godes willen darmede bekummeren 20
vnde id gnedichliken besorgen willen, also wii vnde vnse rad kennen, dat id vor de stad Wismer vnde ere inwonere n u tte, vromelik vnde bestentlik sy; dat welke wii also gerne to vns genomen hebben vnde dancken en, dat se vns ere, rechtes vnde aller mogelicheid horen willen. Vnde wii willen se dar ok na 25
rade vnses vnde vnser sones rade mid der hulpe godes vnde der erbenomeden erliken stede ane besorgen dat beste, lymplikeste vnde redelikeste wii konen. Vnde wii vorwaren touoren an, wes wii vppe de vorscreuenen maght affseggen edder affseggen laten, dat dat nymende to na wesen en schal an 30
syner ere, also dat wes eme also to doende togesecht wert, dat men eme des to den eren nicht vorwiiten en schole.
1. Int erste vmme gewalt vnde vnrecht, also yn heren Johanne Bantzowen vnde heren Hinrike van Haren gescheen synd, god sy eren zelen gnedich, segge wii Katherina, van
35
godes gnaden hertogynne to Mekelenborgh, na rade vnser vnde

2 vnseme Zb │ 3 deme Zb │ 3 romischen Zb │ 5 römischen Zb │ 7 Wismar Zb │ 8 vrom oe n S, vormanen A │ 11 siiden vnde de A │ 12 Werner Zb │ 15 rad bis sone fehlt A │ 18 bis auf eine Stelle hat A stets steder │ 23 welke wille W │ 24 ere : eres A │ 30 en fehit in W und A wo die Partikel nur einmal vorkommt │ 36 Meklenborch Zb

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vnser erbenomeden sones radgheuen vnde der erbenomeden stede, dat de ienne, de de nye rad tor Wismer heten, van erer vnde der ghantzen meynheid vnde inwonere weghen der stad Wismer Ludeken Bantzcowen vnde Johanse, synem brodere, van eres erbenomeden doden vaders wegen vnde heren Hinrikes 5
vrunden van Haren van des suluen heren Hinrikes wegene erlike zone doen scholen in nascreuener wiise.
2. To dem ersten scholen de nye rad vorsereuen van erer vnde der gantzen meinheid vnde inwonere wegene der stad Wismer Ludeken Bantzcowen vnde Johanse, * synem brodere,
10
*S3
vnde heren Hinrikes vrunden van Haren opembarliken yn iegenwardicheid vnser, vnser erbenomeden sones, vnser beyder radghe†uen, der erbenomeden stede vnde der erliken lude, de †3a
Zb
de erbenomeden Bantzcowen vnde heren Hinrikes vrunde van Haren dar bringende werden, bidden, dat se en vmme godes 15
willen vnde vnser leuen vrowen togheuen vnde vorgheuen, wes se an eren erbenomeden doden vrunden gebroken hebben, vnde dat se de zone, de wii van der wegen hir vtspreken laten, annamen vnde entfan vor ene erlike zone, vnde weret dat alsodane o 1 uer 1 angk vnde gewalt an en so bescheen were, dat 20
se sik an sodaner zone vnue bote wolden genoghen laten. Vnde desse bede schal schen vppe dem markede bii der louen. Vnde wanne de bede geda e n is, so scholen de yenne, de nu nye rad. tor Wismer heten, van stund vortgan yn vnser leuen vrouwen korken vnde bestellen, dat dar gode to loue, den zelen der 25
vrouwen vnde iuncvrowerbenomeden heren Johans vnde heren Hinrikes vnde allen cristenen zelen to troste dre erlike zelemissen gesunghen werden. Vnde to den suluen missen scholen se offeren mid twen hunderden erliken borgheren vnde mid twehundert erliken vrouwen vnde iuncvrowen na loueliker vnde zedeliker wiise, also sick 30
en yn sodanem offergange to zelemissen plegen to hebbende. Se scholen ok mede bestellen, dat de vorscreuenen missen ouer twe sarke, vppe twen baren, getziret mit boldeken vnde vmme standen waskersen, na wonliker wise yn de vorscreuenen kerken gesettet, werden. Vnde wanne de 35

2 Wismar Zb │ 3 menheid Zb │ 3 wegene Zb │ 5 d oe deden A │ 5 wegene Zb │ 5 hern Zb │ 5 Hiinrickes van Haren vrunde vnde van A │ 6 Hiinrickes erliken sones weghen don A │ 8 deme Zb │ 9 menheid Zb │ 18 wegene Zb │ 20 ouergank W, T │ 21 genughen Zb │ 21 lathen dat begerden se vn desse A │ 23 wanner W, wen dusse A │ 24 Wismar Zb │ 29 twen hundert Zb, S 2 │ 29 erliken vor vrouwen fehlt A │ 30 sedeliker cristliker A │ 31 offerghande W │ 33 miit boldeken getziret A │ 34 wasliichten A │ 35 wanner W A, welche einmal wenne hat, sonst nur wen kennt.

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missen vthe synt, so scholen de vorscreuen nye rad wedder ghan mid den vorgerorden erliken borgheren vnde anderen erliken borgheren vppe den market vor de louen vnde vort anhoren, wes wii dar vtspreken laten.
3. Vortmer schal men to troste der zelen der erbenomeden
5
heren Johannis vnde heren Hinrikes vnde aller cristenen zelen van deme ghemenen gude der stad Wismar bynnen twen manten erst tokomende vthsenden dre pelegrimen, enen to sunte Enwalde, enen to Rome vnde enen to sunte Jacobe in Gallitzien, welke pelegrimen vor de vorscreuenen zelen yn eren reysen 10
vude eyn ieslik vppe der hilgen stede, dar he henne geschicket is, truweliken bidden.
4. Vortmer schal men to troste der zelen heren Johans vnde heren Hinrikes erbenomet vnde aller cristenen zele vppe vnser leuen vrouwen kerkhoff bynnen der Wismer vppe ener
15
bequemen stede van deme gemenen gude der stad Wismer bynnen iare vnde daghe erst tokomende buwen laten ene redelike cappellen, vnde dar sulues schal men van deme gemenen gude erbenomet * vnde bynnen de vorscreuenen tiid in ffunderen twe ewighe vicarie vnde t o ysliker † der vicarien to schickende *84
†3b
Zb
bynnen der vorscreuenen tiid twintich mark lubesch lubescher edder wismerscher penninge guder ewigher iarliker vnde wissen rente, vnde dar schal men ok van deme suluen gemenen gude to schicken boke, kelke, missewade vnde ornate, dar to erlik vnde temelik. Vnde de vorscreuenen twe vicarie scholen der 25
vorsereuenen heren Johans vnde heren Hinrikes eruen vorlenen, alse islike partie ene, vnde islike partie to sos personen, vnde men schal erer nummende lenen denne armen presteren. Vnde wanne de twelff personen vorstoruen synt, so schal de lenware der beyden vicarie to ewigen tiiden bliuen by dem rade tor 30
Wismar, der doch nemende to lenende denne armen presteren. Vnde de suluen prestere scholen alle daghe, wanne se darto geschicket synd, darane eyn islik ene missen lesen; vnde bouen alle so schal dar yo alle daghe ene misse inne geholden werden. Vnde wanne de vorscreuenen prestere dat vorsumeden 35
sunder echte vnde bewislike nodsake, so scholen se van stunden

3 dat market W A │ 4 h oe ren vort an A │ 4 wat A │ 5 den (auch W) selen to troste A │ 6 sele Zb S 2 │ 8 kamende vnde senden A │ 8 Ewalde Zb, Enwolde S 2 │ 9 Gallicien Zb │ 13 den selen W A │ 14 alle W, allen A │ 14 selen S 2 W A │ 16 dem Zb │ 16 gude fehlt A │ 18 me Zb │ 19 der Zb S 2 W │ 19 funderen Zb S 2 │ 28 denne : den Zb, also A │ 30 deme Zb │ 36 noidsake Zb

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an der lene beyde berouet siin, vnde so schal men se twen anderen armen presteren wedder lenen in vorscreuener wiise.
5. Vortmer schal me eyn stenene cruce vppe den market selten, dar de erbenomeden her Johan vnde her Hinric entlyuet worden.
5
6. Vortmer schal me Ludeken Bantzkowen vnde Johanse, synem brodere, van dem gemenen gude der stad Wismer vor alle koste vnde teringhe, de se vmme der vorscreuen walt vnde vnrechtes vnde vorderinge willen rechtes vmme de suluen walt vnde vnrecht gheda e n hebben, bynnen deme ersten to- 10
komenden haluen iare gutliken vntrichten sos hundert rinsche gulden.
7. Vortmer, vppe dat vnses gnedigen heren des romschen koninges boden vnde breuen, also wol billik is, gevolget werde, segge wii, dat de yenne, de n u de nye rad heten tor Wismar,
15
nyn rad dar sulues lengher wesen schal, vnde vntsetten se vnde wii vorlaten en der eede, de se vns van der wegene gedan hebben, vnde de yenne, de de olde rad heten tor Wismer, wille wii van stund an wedder setten in den radstol, den to besittende vnde de stad to regerende also eyn recht, mechtich 20
rad vnser stad Wismer myd aller werdicheid to wesende vnde to bliuende, also se vnde ere voruarne in vortiiden na der stad Wismer erliken vnde olden loueliken erbenomeden sones sodane eede wedder do e n, also wii en in vor- *S5
25
tiiden etliker wiise vordregen mosten. Vnde de eed schal luden yn desser nascreuenen wiise:
Dat wii vnser heren † hertogen Hinrike vnde hertogen
†4a
Zb
Johanne vnde eren rechten erffnamen vnde vnser gnedigen vrowen vorscreuen, erer moder, van erer 30
wegene ere truwe, holde borgermestere vnde radmanne willen wesen vnde ere stad vnde inwonere [tor] Wismer

1 beyde fehlt Z │ 6 Bantzcowen Zb, Bantzchouwen A │ 7 deme Zb │ 11 entrichten Zb S 2 │ 14 ge u olget Zb, ghenoch ghesche vnde volghet A │ 14 werde vnde vppe de vorgerorden maght segge S 2 , werde vppe de vorger oe rden vnse macht so segge A │ 15 wii nu dat A, dat vns de S 2 │ 15 nu tor tiidt A │ 15 Wismar van stund an vpseggen schoten vnde wii vorlaten en der eede, de se vns etc. S 2 │ 16 schal men wii vthsetten se vnde wiillen, dat se den rathstol tor Wismer van st u ndt an vpseggen sch oe len vnde vorlaten vnde wii vorlathen en ock der ede etc. A │ 17 weghen Zb │ 18 Wismar Zb │ 21 Wismar Zb │ 22 alse Zb S 2 │ 26 die Ankündigung des Eides vnde de eed etc. und der Eid fehlen in S 2 │ 26 de: dat A │ 32 tor fügt Dr. Crull ein.

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verstan vnde vore wesen, also bedderuen borgermesteren vnde radmannen van ere vnde rechtes wegene tobort. Dat vns god so helpe vnde [de] hilghen.
Vnde de de nye rad weren, scholeu den olden mit temeliker ere bidden, dat se en vorgheuen willen, wes se teghen se edder
5
ere vrunde gebroken hebben mit worden edder mid werken. Se seholen secgen opembare, dat se mit des olden rades vnde der stad Wismer besten truweliken vmmegha e n willen vnde ere ergeste keren vnde se eren vnde werdigen allerweghene. Vnde de olde rad schal ok deme nyen rade vnde der gantzen meyn- 10
heid togheuen allen vnmud, den se to en geha e bt hebben.
8. Vortmer scholen, de de nye rad weren, van stund an denne deme olden rade wedder antwerden alle priuilegia, ingesegele, rede gelt, slotele, boke, gudere vnde wes deme rade der stad Wismer tokumpt vnde dat se hebben, vnde were ok
15
anders yement, den se wusten, de wes hadde van breuen, clenoden edder anderen stucken, dat deme rade to queme, des scholen se dem olden rade vnderwisen, dat dat by se komen moghe.
9. Vortmer, wanne vnse rad tor Wismer dat van den, de
20
de nye rad weren, esschen, so scholen se en in scrifft gheuen, wat der stad schulde syn.
10. Vortmer, vmme alle vnwillen, schelinge, clage, ansprake, twedracht, angest, vare vnde vnlouen, de twisschen den yennen, de de olde rad tor Wismer heten, vnde eren vrunden,
25
den Bantzkowen vnde heren Hinrikes vrunden van Haren, van eyner siiden vnde den, de de nye rad weren, vnde den borgheren, ammeten vnde ghantzen meynheid dar sulues van der anderen siiden bette yn dessen dach geweset synd, dat sy geweset hemelik edder opembare vnde yn watte wiise edder wor 30
vmme dat geweset sy, segge wii Katherina, van godes gnaden hertogynne to Meklenborg etc., na rade vnser vnde vnser erbenomeden sones radgheuen vnde der erbenomeden stede, dat de alle gentzliken vnde degher scholen vorsonet, gescheden vnde to ende sleten vnde henne gelecht wesen, vnde nemant 35
van dessen partien schal den anderen samentliken * edder be- *S6

2 weghen Zb │ 3 de: alle A, es fehlt in S Zb │ 4 vnde de nye Zb │ 7 vnde mid der S 2 │ 11 vnm oe d Zb S 2 │ 12 stunden S 2 A │ 13 denne : de m mit Querstrich e A, fehlt S 2 │ 18 deme Zb │ 23 allen W A │ 23 claghe vnde ansprake W, clage alle ansprake A │ 26 Bantzcowen Zb │ 26 vrunden fehlt Zb │ 27 den, de: de e n de Zb │ 28 menheid Zb │ 29 syden weghene W │ 32 Mekelenborgh Zb

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sunderen veyden, hinderen, beschedigen, vtheren offte yenigerleye wrake do e n vnde ok nicht veyden, hynderen, beschedigen, vtheren edder wreken laten hemelken offte opembare. Nymant schal ok den anderen darumme vorachten, vorspreken, vorhonen mid worden edder mid werken. 5
11. Vortmer scholen de sostich, de aldus lange bynnen der Wismer geweset hebben † vnde noch synd, van stund an
Zb
afflaten vnde sik mid sodanen dinghen vnde vnderwinde, so se aldus lange geda e n hebben, nicht meer beweren teghen des rades maght vnde der stad wonheid vnde herlicheid. Ock en 10
scholen de borghere vnde de inwonere der stad Wismer deme rade dar sulues in tokomenden tiiden nynerleye sostich, vorstendere, houetlude offte medeweters kesen edder tovoghen, darmede des rades herlicheid, maght, vrigheid vnde der stad olde wonheid edder rechticheid mede vormynnert edder vorandert werde. 15
12. Vortmer, wes de, de nye rad weren, in der stad Wismer boken van kope edder vorkope hebben scriuen laten, entfanginge testamente vnde wes se vorbreuet vnde besegelt hebben vnde wes se ok gerichtet hebben vnde gheistlike vnde werlike lene vnde ammete, de se vorlenet hebben, schal by vuller 20
maght bliuen, also verne dar nicht mede sy, dat vnser vnde vnser kyndere herscop edder deme olden rade vnde eren vrunden sunderges schedelik edder opembare to voruange were.
13. Vortmer schal vnse rad, den wii n u wedder gesettet hebben in besittinge des radstoles vnde rades vnser vnde vnser
25
kyndere stad Wismer, wesen in roweliker des rades besittinge vnde vuller vrien maght, vppe ere eede to sik yn den rad t o kesende wene vnde wo vele se willen, de en vor de herscop vnde de stad Wismer dart o duncket nutte wesen, vnde also vakene en vnde eren nakomelingen, de van en gekoren werden, 30
des behu e ff wert. Vnde de yennen, de aldus van en to sik in den rad gekoren werden, de scholen den vorscreuen eed in erer iegenwardicheid do e n yn aller wiise, alse se vns den vore geda e n hebben.
14. Vortmer scholen de gemenen borghere vnde alle yn-
35
wonere, iegenwardige vnde tokomende, der herscop huldinge

1 vtheren edder wreken W mit Auslassung des Folgenden bis laten, sie fahrt mit hemeliken fort │ 3 hemeliken Zb W │ 11 vnde ynwonere Zb A │ 24 Artikel 13 ist in A dem Artikel 12 vorangestellt │ 24 nu na ynholde vnses gnedigen heren des romschen koninges bode vnde breuen wedder gesetten hebhen S 2 │ 28 weme S und A │ 31 vnde bis hebben fehlt S 2 │ 32 geboren T und Schröder │ 32 vorscreuenen Zb

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vnde ede do e n, alse hir to hand nagescreuen steyt, also sik dat van rechte geboret vnde van oldinges wontlik geweset is. Vnde we sik sodanes to doende werede vnde nicht doen en wolde, de en schal bynnen der Wismer nicht lengk wonen.
Dit is de h u ldinge: *
5
dat wii vnser heren hertogen ninrikes vnde hertogen Johans vnde erer rechten eruen vnde vnser gnedigen vrouwen, erer moder, van erer weghene truwe, holde borghere wesen willen, also bedderue borgere eren rechten heren van rechtes wegene plichtich synd, vnde 10
creme rade tor Wismer vnde eren nakomelingen horsam wesen willen, nynerleye vpsate, vorbunt edder vplop teghen se to makende, dat vns god so helpe vnde syne hilgen.
Vnde desse huldinge is aldus gescheen. †
†5a
Zb
15. Vortmer, alle de yenne, de na desseme daghe borgere werden bynnen vnser vnde vnser erbenomeden sones stad Wismer, de scholen vor deme rade dar sulues dessen vorscreuenen eed doen in aller wise, alse he hir vore gescreuen steyt.
16. Vortmer, wanne de erliken ammete werkmeistere edder
20
olderlude offte vorstendere hebben willen, de scholen se sik to settende esschen vnde bidden van deme rade, vnde de schal se en setten na n u tticheid der stad, vnde de en scholen in eren ammeten nicht handelen edder vortsetten suuder des rades medewetende. 25
17. Vortmer, offt iement mid deme anderen vorbunt gemaket hadde edder ede malkandere geda e n hadden, de segge wii maghtlos vnde crafftloos, vnde der schal de eyne deme anderen vorlaten.
18. Vortmer segge wii vnde beden vmme vredes vnde des
30
gemenen besten willen, dat na desser tiid nemant quade vpsate, vplop, samelinge, vorbunt edder ouerual en make edder do teghen vnsen rad tor Wismar, ere gerichte, bode edder erlike gesette, sunder eyn islik schal sik myd deme anderen in rechte vnde geliiken noghen laten. Wente worde dar 35
yement mede begrepen, de dar ane breke, den edder de scholde vnse rad richten an ere, liff vnde gu e d, de helffte des gudes

2 boret Zb │ 5 dyit Zb; A hat hierbei eine später eingetragene Note: sint hir de borgers vann der Wyßmer nicht vnßen g. h. to Mekelnborch etc. voredede lude, ßo swige ick stylte. │ 7 vnde vnser bis weghene fehlt S 2 │ 8 weghen Zb │ 10 weghen Zb │ 16 yennen Zb │ 17 werder Zb │ 26 iemant Zh │ 32 sammelinge Zb │ 35 geliikem Zb S 2

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to komende an vnse herscop vnde de helffte an de stad Wismer. Vnde weret ok dat de entquemen, de en scholen yn vnsen vnde vnser kindere landen nyne velicheid edder vrede hebben vnde des geliikes ok yn nyner hense stad, de vmme vnsen vnde vnser sones vnde erer nakomelinge willen doen vnde 5
laten wil. Vnde weret ok dat de rad des nicht en richtede, wer se sodane vpsettere vnde vorderuere voresscheden, des en wolde wii vnde vnse erbenomeden sones vnde vnse nakomelinge se sunder grot vorwiit vnde straffinge nicht laten, vnde so en scholde ok de stad Wismer der hense nicht werdich 10
wesen.
19. Vortmer, vmme vlitiger bede * willen der erbenomeden *
*S8
erliken stede so willen wii vnde vnse erbenomeden sones vnsen rad tor Wismar vnde alle borghere vnde inwonere dar sulues vnde de stad mildechliken beholden by allen priuilegien vnde 15
vrigheyden, dar se van oldinges bette her t o mede bewedimet synd, vnde by allen eren olden erliken wonheyden; vnde der alle mogen se vortan vrig bruken, also se der ye vriest gebruket hebben. † †5b
Zb
20. Vortmer, wente kentlik vnde opembare is, dat desse 20
stad yn groten schulden vnde zwarem krige sittet, dar me merklikes gheldes to behouet, so segge wii vnde beden, dat me de tzise, also de yn vortiiden vpgesat is, willichliken vort gheuen schole to etliken iaren, alse des not wert, vppe dat de stad vte swarheid erer schulde komen moghe. 25
21. Vortmer, vppe dat alle vorscreuen st u cke samentliken vnde besunderen in truwen vnde gudem louen gentzliken vnde vnuorbroken geholden werden vnde nymant sik beuaren en dorue, so schal de rad tor Wismer den borgheren vnde meynheid dar sulues seggen bii den eeden, de se vns vnde desser 30
stad geda e n hebben, dat se vmme desser schelinge vnde twedracht yn tokomenden tiiden nynerleye wrake don en willen, men dat se eynem isliken ghunnen, staden vnde helpen willen, dat recht is vnde geliik.
22. Vortrner, weret dat yement, radman edder borgher,
35
dessen vorscreuenen vrede vnde louen breke, den schal vnse rad tor Wismer richten an syn hogeste, vnde qweme he wech edder entwurde he, so scholde sik de rad holden an syn g u d, wat

2 were id Zb │ 2 dat entquemen S │ 2 entqwemen Zb │ 14 Wismer Zb │ 15 mildichliken Zb │ 16 bewedemet Zb │ 18 also Zb │ 23 tziize Zb │ 24 noid Zb │ 27 gudeme Zb, guden S 2 │ 29 Wismar Zb │ 29 menheid Zb │ 33 eynen Zb S 2 │ 37 Wismar Zh │ 37 queme Zb

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vnde wer dat were, vnde de helffte des gudes scholde vallen an de herscop vnde de andere helffte an de stad Wismer. Vnde wor me ene yn vnsen landen vnde den henzesteden ankumpt, dar magh me ene richten vor enen meneder.
Dessen vorscreuenen vtsproke vnde wes daraus begrepen
5
is, is bevulbordet van deme rade, borgeren, ammeten vnde ghantzen meynheid der stad Wismer. Vnde dat wii Katherina, hertogynne vnde grevynne vorbenomet, van vnser vnde vnser erbenomeden sone wegen na rade vnser beyder radgheuen, hir na genomet, vnde der erbenomeden stede desse ! vorscreuenen 10
vtsproke hebben do e n vnde vtkundigen laten, vnde wii den ok van werde vnde by vuller maght strengeliken willen geholden hebben by pynen vnde broke, dar ane vtgedrucket: so hebbe wii des vnse ingesegel * vor vns vnde vnse erbenomeden sones* *S9
vnde ere nakomelinge hengen heten vor dessen vorscreuenen 15
vtsproke. Vnde desses to witlicheid vnde vmme horsames willen so hebben vnse rad vnser stad Wismer der suluen stad ingesegel hir mede vore henghen laten. Vnde hir hebben ane vnde ouer wesen de erwerdigen yn gode vedere vnde heren here Herman bischop to Zwerin vnde her Bernd abbet to 20
Dobberan, her Bernd van Plesse, her † Mathias Axekowe, her †6a
Zb
Hiniric van Stralendorpe riddere, Wipert Lutzowe vnse marschalk, Otte Veregge vnse kamermeyster, Hartich van Bulowe, her Joachim van Bulowe, olde Clawes Sperling to Slawestorpe, Detloff Negendancke to ! Syrowe, Henneke van Plesse to Barne- 25
kowe, Curd van Plesse to dem Dammeshagene vnde Clawes van Ortzen to Gemmelin, vnse ghetruwen radgheuen, vnde de erliken radessendeboden also van Lubeke: her Cůrd Brekewolt, her Hinric Rapesuluer, meyster Pawel Oldenborgh, van Hamborch: her Hinric van deme Berghe, her Eric van Tze u en, 30
van deme Stralessunde: her Curd Bisscop vnde van Luneborgh: her Johan Schellepeper vnde her Frederic Hogeherte vnde noch vele meer erliker louen werdige lude, gheistlike vnde werlike. Gheuen to der Wismer in dem iare vnses heren Cristi dusent verhundert vnde druttich des dinxtedages vor 35
miduastene.

5 desse S 2 A, welche dem Absatze die Ueberschrift giebt: item concl u sio │ 7 menheid Zb │ 9 wegene Zb │ 13 vtedrucket Zb │ 19 vadere S 2 │ 22 Wipert bis marschalk, in Zb am Rande nachgetragen, fehlt in S 2 │ 23 Veeregghe Zb │ 24 Jachim Zb S 2 │ 24 Sperlingk Zb │ 25 Detleff Zb S 2 │ 25 Syrowe S S 2 A: Eggherstorpe Zb │ 26 Barnecowe Zb │ 26 Cord Zb │ 26 deme Zb │ 28 Cord Brekewol Zb │ 29 Oldenborch Zb │ 30 dem Zb │ 30 Tzeuen Zb, Tzenen S 2 │ 31 Cu e rd Zb │ 31 Luneborch Zb │ 34 deme Zb

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Et ego Gherardus Bruseuitze, clericus Zwerinensis diocesis, publicus imperiali auctoritate notarius supradictorumque domine Katherine ducisse et filiorum suorum ducum Magnopolensium etc. secretarius, huiusmodi presentem scripturam in hiis quatuor prepositis foliis et hoc medio 5
latere per alium fideliter conscriptam sigillo eiusdem domine mee de ipsius mandato sigillaui, hie me subscripsi signoque et nomine meis solitis et conswetis consignaui iussus, rogatus et requisitus, presentibus honorabilibus viris strennuo milite Mathia Axcowen, Nicolao 10
Reuentlowe cancellario, Hermanno Sperwater canonicis ecclesie Zwerinensis, Johanne de Bulowe famulo necnon Petro Wilden proconsule Wismariensi, fidelibus ipsius consiliariis, testibus ad hec vocatis specialiter et rogatis in testimonium omnium et singulorum pro- 15
missorum etc.
Es folgt die Beglaubigung, wie sie sich im Zb findet, mit den Varianten von T.
Et ego Gerhardus Brutzeuitze, clericus Zwerinensis diocesis, publicus imperiali auctoritate notarius, supra-
20
dictorum domine et dominorum, domine Katherine ducisse et dominorum Hinrici et Johannis ducum Magnopolensium etc., secretarius, huiusmodi prescriptam scripturam manu alterius fideliter conscriptam sigillo supradicte doniine mee Katherine et de ipsius mandato sigillaui 25
iussus, requisitus et rogatus, ideo presentem huiusmodi scripturam in huiusmodi quatuor foliis antepositis comprehensam nomine et signo meis consignaui et hic me subscripsi in testimonium premissorum, presentibus honorabilibus viris dominis Mathia Axkouwen milite, Nicolao 30
Reuentlowen cancellario et canonico Zwerinensi, Hermanno Speerwater rectori ! in Boitzenborch, Johanne de Bulouwe famulo et Petro Wilden proconsule Wismariensi, fidelibus consiliariis ipsius, ad hoc debite requisitis.
Dazu bietet T noch folgende eigene Beglaubigung:
35
Concordat praesens copia cum vero suo originali de verbo ad verbum, quod ego Marcus Tancke, imperiali

19 Gherardus T │ 19 Bruseuitze T │ 21 supradictaeque (immer ae für e im Genitiv und Dativ erster Declination und prae) T │ 22 Joannis T │ 23 etc. fehlt T │ 30 Axcowen T │ 32 Sperwater T │ 32 Boytzenborg T │ 32 Joanne T │ 33 Bulowe T │ 34 haec T

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authoritate publicus notarius, hac manus meae propriae subscriptione attester.

Die Urkunde ist im Grossherzogl. Geh. und Haupt-Archive zu Schwerin in doppelter Ausfertigung vorhanden. Ueber die Hauptunterschiede ist schon S. 53, 1 berichtet und nur einiges über das Aeussere hinzuzufügen. Das Authentikum (S, signirt G 56) besteht aus drei Pergamentblättern, von denen das erste ganz, das letzte auf der Rückseite frei geblieben ist. Durchzogen sind sie von einer aus rothen und schwarzen Fäden geflochtenen Schnur, welche die beiden sehr schönen Wachssiegel der Herzogin (s. Urk. 1428, Jan. 4) und der Stadt trägt. Auf S. 9 ist die Beglaubigung Gerd Brusewitzens mit dem Notariatszeichen eingetragen. Zu der andern Ausfertigung (S 2 , signirt G 57) sind vier Pergamentblätter verwendet, von denen das erste und die beiden letzten vollkommen frei geblieben sind. Die hindurchgezogene grün-roth schwarze Schnur trägt nur das unversehrte Wachssiegel der Stadt. Die Beglaubigung fehlt. Ausserdem ist die Urkunde mit einer etwas andere gewendeten Beglaubigung desselben Notars (ohne sein Zeichen) in das Zeugebuch der Stadt auf Blatt 2 bis 6 (die letzte Seite frei) eingetragen (Zb). Ein Stück der Urkunde, bis Art. 5 reichend, dazu aber noch Art. 10 gebend, befindet sich noch auf einem einzelnen grossen Pergamentblatte im Raths-Archive (W). Abschriften sind bei jeder Handschrift über den Jesup'schen Aufruhr. Eine losbändige, von Zb genommene, mit der Beglaubigung des Stadtschreibers Marcos Tanke (aber nicht von seiner Hand: es ist eine weitere Copie) wird im Schweriner Archive aufbewahrt (T).

S und Zb und mit Vorbehalt des S. 53 Bemerkten auch S 2 weichen eigentlich nur in orthographischen Kleinigkeiten von einander ab. Ich gebe S wieder mit den genauen Varianten von Zb und S 2 1) für wirklich Abweichendes, 2) für Abweichungen in Wortbildung, 3) für die Schreibung der Namen. Rein orthographische Abweichungen, wie y für i, gh für g, deren übrigens merkwürdig wenige sind, bleiben meist unerwähnt. Die Abweichungen von A für den ersten Theil der Urkunde sind mitgetheilt, um zu zeigen, wie wenig wir vertrauen können, dass wir für die Chronik einen unverfälschtem Text habem, die von W und T aus Nebenrücksichten.

Gezählt finden sich die Artikel erst in den späteren Handschriften, zum Theil abweichend. S setzt nicht einmal ab. - Gedruckt bei Burmeister, Bürgersprachen S. 72-80.


1430. April 5. Lübeck. i.

Der Lübische Rath erwidert auf das Schreiben des Wismarschen von wegen der Dankbriefe, die in der Bantzkow'schen Sache an den Kaiser abgehn sollten, dass die Briefe fertig gestellt seien und dem Wismarschen

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Boten eingehändigt werden könnten; er erbittet sich aber, falls die Wismarschen sonst kein besonderes Gewerbe beim Kaiser hätten und die Kosten mit tragen wollten, seinen eigenen Boten darum zu senden.

Vnsen vruntliken grud vnde wes wii gudes verm oe gen to u oren. Ersamen heren, leuen frunde, iuwen breff an vns gesant van wegen der breue to beredene an den heren romisschen koning sinen gnaden to dankende alse van Bantzkowen wegen etc., vnde wan de breue rede sin, so schole iuwe bode bii vns komen, de vort dem romisschen koninge to bringende etc.: le u en vruiide, de breue hebbe wii in der besten wyse, wii m oe gen, laten bereden, vnde hirvmme so m oe ge gii i u wen boden bii vns laten k oe men van st u und an, deme wille wii sodanne breue antworden laten. En hadde gii auer, le u en vrunde, anders dar nen besunder werff, so wolde wii vnsen egenen boden darvmme senden, so verre gii de koste mede sta e n willen. Vnde des i u we bescreuene antworde mit den ersten. Siid gode be u olen. Screuen vnder vnsein secreto des midwekens vor Palmen anno etc. XXX°.

Consules Lubicenses.     

Den ersamen, vorsichtigen, wiisen mannen heren borgermesteren vnde radmannen tor Wysmer, vnsen besunderen guden vrunden, detur.

Original auf breitem Pergamente mit Resten des briefschliessenden Secrets im Raths-Archive zu Wismar.


1431. März 1. Nürnberg. k.

Weil die von Wismar wegen des durch das rechtlose Verfahren an Joh. Bantzkow und Hinr. van Haren am Reiche verübten Frevels dem Reiche noch nicht genuggethan haben, beauftragt König Sigismund den Bischof Johann von Lübeck bei Strafe von 100 Mk. l. G., die von Wismar aufzufordern, binnen einem Monate, nachdem sie Kenntniss von diesem Briefe erlangen, genugzuthun bei Strafe von 200 Mk. l. G., Ratification der vereinbarten Genugthuung durch den König vorbehalten.

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Bei Halsstarrigkeit sind sie auf den vierzigsten Tag nach der Ermahnung nach Nürnberg, oder wo in Deutschland sich das Hoflager beenden wird, vorzuladen, die Pön zu bezahlen, wie auch dann über ihre Bestrafung wegen des Frevels gerichtet werden soll.

Wir Sigmund, von gots gnaden romischer kunig, zu allentzeyten merer des richs vnde zu Hungeren, zu Behem, Dalmacien, Croacien etc. kunig, embieten dem erwertigen Johan, bischoff zu Lubike, vnsern fursten vnde lieben andechtigen, vnser gnad vnde alles gud. Erwirdiger fürst vnde lieber an- 5
dechtiger, von solchs vfluffs, rumors vnde geschichts wegen, so dann die gemein der stat zu Wismaren wider die einsamen Johan Bantzkowe vnd Heinrichen von Haren, vnseren burgermeyster vnde burger, hat gehabt vnde die selben burgermeyster vnd burger an alles recht freulich vnd myt gewalt gekopfet 10
vnde andere vnfure getriben haben, als dann deiner andacht das alles wol wissenlich ist, daran sy wider vnser kuniglich maiestat vnde daz heylich romisch reich großlich getan vnde merkchlicher peen fellig worden seyn, vnde wie wol sy darnach vff vnsir ermonung Lutke vnde Johan Bansko, desselben 15
burgermeysters sunen, eyn wikomen widerlegung getan vnd vnserm gebot daran gehorsam gewesen sein: yedoch so sein sie bisher vmb daz freuel vnde gewald, die sie also wider vns haben vnd das rich getan, myt vns nicht vberkomen noch vns darumb besuchet, sunder daz mit widersessigen vnd freuelen 20
mute vertzogen, daz vns doch von in fromd nymbt. Sindtemalen wir aber nu yn vnserein kuniglichen gemuit eygenlich bedacht vnd fur vns genomen haben, so solch widersessicheyt vnd freuel, ye lenger verswigen, vertzogen wirt vnde wechst, daz ouch die peen solchs freuels ouch wachset vnde sich meret, 25
so merken wir ouch eygenlich, solt solch freuel vnde gewalt vngestraffet beleiben, daz vns vnd dem rich vnd ouch allen anderen steten, landen vnd luten groß vngemach, missehellung vnd vorderbnusse daruß vffersteen mochten, vnd wir sein von gotlichem vnd menschlichem rechten pflichtig solch freuel vnd 30
gewalt zu straffen vnd also dartzu zu tun, daz das anderen

1 van A │ 2 allentziten B │ 3 erwerdigen B │ 4 Lubecke B │ 4 vnserm B │ 8 Bantzkow A, Bantzcowe B │ 8 Horen B │ 15 Ludeken B │ 15 Bantzko B │ 16 volkomen B │ 20 widersessigem B │ 21 in A : iw B │ 24 weychst A │ 29 mochan A, moch n mit Querstrich B │ 30 pflichtich A

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steten, landen vnde luten zu beispil vnd exempel kome. Vnd wann wir nu zu deiner andacht ein sunder gut getruwen haben, du werdest yn der sach also gefaren, als du vns vnd dem reich dann pflichtig bist zu tun: darumb begeren wir von deiner andacht myt gantzem fliß vnd ernst vnd gebieten dir ouch 5
von romischer kuninglicher macht ernstlich vnd vestichlich mit diesem brieff bey vnseren vnd des reichs hulden vnd bey eyner peen hundert mark lotiges goldes, daz du deiner reet zwen oder drey zu den, die solch freuel vnd gewalt an den ergenanteil burgermeyster vnd burger zu Wismare n mit Querstrich haben be- 10
gangen, sendest vnd sy ermonen lassest, die wir ouch gemonen vnd erheysche n mit Querstrich myt diessem brieff, daz sy vns yn eynem manod, nach dem vnd yn dieser vnsir briff furkumbt, vmb solch freuel vnde missetat widerleggung vnde genug tun vnd myt den benanten deinen reten oder myt dir an vnser stat darumb vber- 15
komen, den wir euch mit sambt dir dorynne vollemacht geben in krafft dises brifs, vnd das sie des nicht lassen bye verliesung vnser vnd des richs hulden vnd bey einer peen zweyhundert mark lotigs goldes, ob sy des nicht enteten vnd sich dawider meynten zu setzen. Doch wie du vnd deine rete mit in betey- 20
dingt vnd beredt, daz das nit beslossen, sunder vor an vns gebracht vnd vsgenomen werde. Wer ober daz sy des nicht teten, des wir in doch nicht getrawen noch gelauben, so heyschet vnd ladet sy alsdann vnd setzet in tag, die wir ouch nu als dann vnd dann als nu heischen vnd laden vnd setzen in tag, 25
gebietund von romischer kuninglicher macht ernstlich vnd vestichlich mit diesem brieff, daz sie an dem viertzigestem tag nach solcher ermonung fur vns her gen Nurenberg, oder wo wir dann dieselb zeyt sein werden in dutschen landen, komen vnd gesteen, horund vnd sehund zu erkennen, daz sy vns myt 30
gotlichem vnd menschlichem rechten [in] solch peen redlich voruallen vnd zu bezalen pflichtich sein. Wan sy komen oder nicht, so wollen wir daz recht gen vnd vnser fursten, herren vnd reet darvmb erkennen lassen, wes sie vns vnd dem reich dorumb pflichtig sein, vnd mit irem rat gedenken dartzu ze 35
tun vnd zu bringen, damit sy vmb solch freuel vnd [gewalt]

5 dier A │ 7 riches B │ 8 du fehlt A │ 11 gemonen : ermonen B │ 12 eynen A │ 12 monad B │ 15 vnseir B │ 16 vollegemacht B │ 17 bey B │ 17 vorleysung A │ 19 sey A │ 20 menten A │ 20 set n mit Querstrich A, seg n mit Querstrich B │ 23 das B │ 23 getruwen A │ 28 Nurnberg B │ 29 deutschen B │ 30 gesieen A │ 33 willen A │ 34 riche B │ 35 pflichtigh A │ 36 freuel vnd puß genug A, freuel vnd vns genug B

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vns puß [vnd] genug tun. Vnd lasse vns herwider wissen, wann vnd vff welche tzeyt du in solch vnser brieff geantwirt hast vnd was sy dyr zu antwirt geben, daz wir vns yn dem rechten darnach wissen zu richten, Myt vrkund diesses briefs, versigelt myt vnserem kuniglichen anhangenden insigel, geben 5
zu Nurenberg am donerstag nach Reminiscere nach Cristi gepurde virtzenhundert iar vnde darnach in dem anis vnd drissigestern iare, vnsere rich des hungerischen etc. im xliiij, des romischen im xxi vnd des behemschen yn dem eylften iaren. 10

Im Raths-Archive zu Wismar sind zwei gleichzeitige Abschriften von dieser Urkunde, beide auf Papier A und B. Hier ist A wiedergegeben und nur hin und wieder eine Lesart aus dem schöner geschriebenen B aufgenommen. In den Lesarten sind alle Abweichungen von A, dagegen von den Abweichungen der Copie B nur eine Auswahl des Erheblicheren gegehen.

Im Allgemeinen kann über die nicht stark abweichende Schreibweise von B gesagt werden, dass mehr Niederdeutsches eingeflossen ist, sonst öfter i für y, fast regelmässig das für daz, vnd für vnde, sy für sie, mehrmals dor für dar geboten wird. Einzelne von B irrthümlich ausgelassene Worte sind nicht angemerkt.


1431. Octobr. 27. l.

Die Herzogin Katharina bittet König Sigismund, da die Gemeinde und der Neue Rath der Stadt Wismar ihr wegen der Umwälzung und der an Herrn Joh. Bantzkow und Hinr. van Haren verübten Gewalt genuggethan, den Genannten von Wismar gleichfalls gnädig zu sein und sie der berührten Sache wegen nicht mehr zu beschweren.

Deme alderdorchluchtigisten hochebornen ffursten vnde heren, heren Sigismundo romischen koninge, to allen tiiden merer des richs, to Vngheren, Behemen, Dalmacien, Croacien etc. koninge, vnserm aldergnedigisten heren, Katherina, van godes gnaden hertogynne to Meklenborch, greuynne to Zwerin, der lande Stargharde vnde Rozstoke vrouwe etc., vnsen plichtigen wilghen denst vorgescreuen. Alderdurchluchtigiste hoche-

1 lassen B │ 5 anhangandem B │ 6 Nurnberg B │ 6 an B │ 6 xpi A, Krist B │ 8 hungrisschen B │ 9 behemischen B

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born furste vnde gnedige here, iuwen koningliken gnaden do wii to weten, alse de gemeynte vnser stad Wismar mid deme rade, den se do mid gewalt vpgeworpen hadden, vor alsodane sulffwolt, misdaet, vploff vnde rum oe r, alse se beghangen vnde bedreuen ha e n vnde her Jo. Bantzcowen vnsen borgermester vnde Hinric van Harne vnsen radman freuelk mit gewalt gekoppet, vnsen rad affgesettet vnde vnfure ghedreuen hadden, vnde vor alsodane pene, also se vns van des wegene voruallen weren, vns vnde vnsen sons heren Hinrike vnde heren Johanne, hertogen to Meklenborch etc., iuwen gnaden vnderdanigen, eren erffboren heren, wedderleggunge gen ue ch gheda e n vnde ghantzliken vorbot hebben, also dat wii vnde vnse ergenanten sons se an vnse hulde vnde vorsonunge genomen vnde wedder entfangen hebben vnde en allen vnmůd vnde tosprake van des wegene togheuen, qwiid vnde loos vorlaten hebben: vnde wii bidden denstliken iuwen koningliken gnaden mid andachliken beden vnsen erbenomeden vnderdanighen van der Wismar gnedich to synde, se van der vorgerorden schicht vnde zake weghen nicht to bozwarende, wante se vns vnde vnsen sons, eren erffboren heren, dat vorbot hebben vnde nuch geda e n hebben, <vnde wii hopen vnde gentzliken betruwen, daz iuwe koninglike mildicheyt vnser herlicheyt vnde rechtewalt nicht to na syn wille>. Aldergnedigeste here, gnedich vnde gudwillich iw hirane to bewisende, darumme wille wii vnde vnse ergenanten sons gerne willichliken to denste wesen iuwer koningliken werdicheid, de de koningk der ere mute sund vnde salich bewaren to langhen tiiden. Gheuen na der bord Cristi verteyn hundert iar darna an deme enen vnde dortigisten iare in vigilia Symonis et Jude apostolorum vnder vnsem anhangenden ingesegele.

Nach dem Entwurf auf einem halben Bogen Papier im Raths-Archive zu Wismar. Ebenda sind noch zwei Entwürfe desselben Briefes, einer die Grundlage des andern, beide diesem zu Grunde liegend, gleichfalls auf Papier, vorhanden, <vnde - wille> von anderer Hand am Rande nachgetragen.


1433. März. 1. Wismar. m.

Anweisung von jährlich 40 Mk. lüb. auf die Kämmerei für die zwei Vicare an der Sühnkapelle. Wegen Pa-

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tronats und Messfeier Hinweis auf die in das neue Zeugebuch eingetragene Sühnurkunde.

Dominica Invocavit anno 1433.

Adimplendo et satisfaciendo pronunciationi et definitioni inclytae dominae, dominae Catharinae, ducissae Magnopolensis, comitissae Zwerinensis, dominae nostrae gratiosae, quas ipsa de consensu filiorum suorum TTinrici et Johannis, ducum Magnopolensium, dominorum nostrorum in iuniori aetate constitutorum, necnon de consensu fidelium consiliariorum eorundem dominorum nostrorum et etiam nunciorum consularium civitatum Lubeck, Hamborgh, Stralessund et Luneborgh in emendam decapitationis dominorum Johannis Bantzekowen proconsulis et Hinrici de Harne consulis ad clamorem populi licet iniuste in foro perpetratae solenniter pronuntiari fecit et detinivit, domini proconsules et consules huius civitatis Wismariae pro fundatione et erectione duarum perpetuarum vicariarum et missarum in capella nova super caemiterio ecclesiae beatae Mariae virginis in emendam pretacti lamentabilis negotii constructa(m) perpetuis temporibus observanda[ru]m et celebranda[ru]m nomine dotis dederunt et assignaverunt, dant et assignant per praesentem scripturam annuos perpetuos redditus quadraginta marcarum Lubecensium denariorum dandos singulis annis presbyteris et vicariis dictarum vicariarum in quatuor anni temporibus de camera et de certioribus huius civitatis redditibus, in quolibet termino unicuique vicario antedicto quinque marcas Lubecenses, sine briga persolvendo. Tamen dicti domini proconsules et consules possunt, quando eis placet, praescriptos quadraginta 1 marcarum redditus de camera civitatis eximere et cum consensu haeredum dominorurn Johannis Bantzecowen et Hinrici de Harne medio tempore, quo ius patronatus apud eos existit, in aliis certis bonis redditus XL marcarurn Lubecensium denariorurn pro vsu dictarum vicariarum exemere et comparare, ita quod vicariae predictae in suis redditibus firme et perpetue permaneant et inconfracte. Insuper de iure patronatus et celebratione missarum dictarum vicariarum ita est observandum, provt in scriptura super diffitione et pronunciatione praetacta confecta lucide et suffcienter est expressum, cuius scripturae tenor de verbo ad verbum in libro novo testimoniali in cancellaria deposito in principio eiusdem libri in Theutonico est insertus.

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Aus dem 1601 angelegten "Vertzeichnus - aller - Haubtsummen vnd - Zinsen, so den - Gottesheusern - bey der Chemmerey - verschrieben -", fol. 2. Registrirt im liber missarum, fol. 35 v (für definitioni: diffinicioni), "habetur in nono libro Anno xxxiij Inuocauit."
1 quinquaginta in der Vorlage. Anstatt ss überall ß.


1436. Juli 2. Wismar. n.

Bischof Paridam von Ratzeburg bestätigt die neuerbaute, der Jungfrau Maria, der h. Elisabeth, dem h. Benedict und allen Heiligen geweihte Sühnkapelle und ordnet das Verhältniss zwischen den Vicaren und dem Kirchherrn und der übrigen Pfarrgeistlichkeit an St. Marien zu Wismar.

Pardamus, dei et apostolice sedis gracia episcopus Razeburgensis, ad omnium Cristi fidelium presencia visurorum seu auditurorum noticiam deduci volumus per presentes, quod, quia capella noua in emendam dominorum videlicet Johannis Bantzekowen olim proconsulis et Hinrici de Harne quondam consulis opidi Wismar nostre diocesis ad clamorem populi, ut dicitur, decapitatorum intra septa cimiterii parrochialis ecclesie beate Marie virginis opidi predicti in laudem et honorem omnipotentis dei et gloriosissime virginis Marie, beate Elizabeth vidue, beati Benedicti abbatis et omnium sanctorum honorifice sit constructa ac certi redditus pro duabus perpetuis vicariis in eadem capella fundandis sunt assignati et deputati: nos igitur ad supplicacionem proconsulum et consulum eiusdem opidi Wismariensis actu regencium de expresso consensu honorabilis viri domini Nicolai Boddeker, rectoris parrochialis ecclesie beate Marie, predicte cappelle prefate construccionem ac reddituum ipsorum assignacionem ratam et gratam habentes ipsas auctoritate nostra ordinaria approbamus, prouiso tamen quod vicarii in eadern capella pro tempore existentes ipsi rectori seu capellanis eiusdem pro tempore existentibus in licitis et honestis obedire teneantur nec ipsi ecclesie ac rectori et cappellanis pro tempore existentibus in aliquo preiudiciales existant, sed magis ipsi ecclesie parrochiali et eius rectori, prout et dictam cappellam cum suis attinenciis in regimine diuinorum subditam esse volumus, sint subiecti, chorum quoque eiusdem parrochialis ecclesie beate Marie virginis et diuina officia inibi celebranda debitis

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horis visitare et illis interesse ut ceteri vicarii ipsius ecclesie debeant et teneantur; decernentes nichilominus, quod iidem vicarii, nec alius quiscunque cuiuscunque condicionis existat, de oblacionibus in dicta capella quomodolibet prouenientibus, in quibuscunque rebus existant siue de truncis in seu extra prope illam cappellam positis seu ponendis ante quascunque ymagines sanctorum, nullatenus se intromittant, sed huiusmodi oblata omnia rectori predicto aut suis cappellanis fideliter teneautur presentare, ac alias rector ipse et sui cappellani oblata huiusmodi libere tollere et in vsus rectoris conuertere poterint in contrarium facientibus, non obstantibus quibuscunque. In quorum omnium et singulorum fidem et testimonium premissorum presentes litteras cum sigilli nostri appensione duximus roborandas. Datum et actum in ecclesia beate Marie virginis dicti opidi Wismar sub anno a natiuitate domini millesimo quadringentesimo tricesimo 1 sexto in die visitacionis beate Marie virginis gloriose.

Nach der Eintragung in das Zeugebuch, fol. 1 v . Gedruckt: Burmeister, Die Bürgersprachen und Bürgerverträge der Stadt Wismar, S. 75 f. 1 trisesimo in der Vorlage.


1657. März 14 und 19. Wismar. o.

Gesuch des Caspar Schwartzkopf, als Nachkomme des Bürgermeisters Joh. Bantzkow im sechsten Grade die zum Andenken jenes einst errichtete Docke auf eigene Kosten wiederherstellen zu dürfen. Abschlag des Rathes.

Wol Ehrnveste, Groß Achtbare, Hoch vnd Wolgelarte, Hoch vnd Wol Weise, insonders HochgeEhrte Herren!

Welcher gestaldt a° 1427 Sehl. Bürgermeister Johan Bantzschaw im auffruhr auff hiesigen offendlichen Marckte ist decolliret vnd an der Stedte eine steinern Dock nachgesetzet, Solches ist den ausländischen ex rumore, den Einheimischen aber aus der beschriebenen Historien bekandt. Wan aber solche nachgesetzte steinern Docke lenger den furm Jahr daniedergelegen, auch gantze in stucken zerfallen, daß sie schwerlich kan wiedergesetzet werden, vnd aber vorgesetzeter Sehl. H. Johan Bantzschaw Tritavus meus von der Großmutter seiten

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gewesen vnd also Ich vnd die meinigen [nicht] nur in sexto gradu von Ihm stehen, sondern auch dessen negesten Erben sein, maßen wan es begehret wird Ich zu ieder stunde vnd Zeit beweisen kan, daher daß solches also nicht wieder auffgesetzet als dessen Erben nicht verantworten kan, vnd ob Ich wol eine ander Docke dahin setzen laßen willens, so habe Ichs doch ohn deren Consensus nicht thun m oe gen. Gelanget demnach an E. Wol Ehrnv. Herl. vnd Gunst. mein dienstliches bitten, mir per decretum zu erlauben, daß Ich auff mein Vnkosten eine andere steinern Docke an dem orte, wo vorige gestanden, der posterität, sowol frembden als Einheimischen, zum gedächtnus wieder auffrichten laßen mag. Den Herren Bürgermeistern vnd samptlichen Rathsfreunden angenehme Dienste wieder zu erweisen bin Ich willig vnd erbottig. E. Wol Ehrnv. Herl. vnd Gunst. Diener vnd Freund

Casparus Schwartzkopff.     

Wißmar, d. 14. Martii 1657.

Denen wol Ehrnvesten, Großachtbarn, Hoch vnd Wolgelarten, Hoch vnd Wolweisen Herrn, Herrn Bürgermeistern vnd Rath dieser Königl. Stadt Wißmar, Meinen insonders großgünstigen Herrn.

Dienstl.     

Lectum d. 19. Martii 1657.

Nach dem Original im Raths-Archive zu Wismar.

Rathsprotocoll 1657, März 19: decretum: Es ist EE. Rath verkleinerlich, daß solchs von supplicanten geschehe, in betrachtung die erste Docke nicht von privatis sondern EE. Rath auffsetzen laßen.


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Die Chronik des M. Johann Werkmann.

Historie van her Johan Bantzkowen vnde her Hinrik van Haren, wo se enthouet sin t etc.

In den iaren des heren dusent veerhundert vnde souenvndetwintich in sunte Laurentius dage, do sammelde Clawes Jesup de sinen to hope vnde makede enen vplop iegen den rat vor der scriuerie vnde sede, dat dar komen were ein vromet bode van deme Sterneberge vtgesant, de vnsen borgheren tor 5
Wismer openbaren scheide vnde se warnen, wo dar weren grote sammelinghe in deme lande vnde de Wismer were vorraden vnde hadde wol achte daghe des nachtes opengestan vnde de sammelinghe scholden in de stad riden vnde de stad innemen vnde winnen bi nachtslapender tiid vnde scholden de borger 10
vnde ammete dot slan vnde vanghen van den inwoneren. Ok wart dar gesecht van etliken, dat dat Lubsche dore vnde dat Mekelenborger dore weren open vunden vnde dat * dar ein *2a
man mit eneme waghene were ingeuaren; ok dat de slote vor den doren vnde porten des nachtes worden affgesloten vnde 15
dat etlike vt deme rade sik mit deme koninghe beraden hadden, he scholde komen bi nachttiiden, so wolden se ene inlaten vnde

historia Johannas Bantschowe n mit Querstrich n mit Querstrich vnde her n mit Querstrich n mit Querstrich Hinrici van Haren u. s. w. B, historia van h Johan Bandtschowe vnd h. Henrick van Haren welchergestalt de sulven enth oe vet sint mit etliken spr oe cken g oe ttliker schrifft getziret G, de warhafftyge hystorie van heren Johan Bantsschowen vnd hynryck van haren wo se beyde vnvorsch u ldes synt entho u edet worden etc thor Wyssmar R, D u th is de hiistoriie van her Johan bantschow vnde van her hiinric va haren woth iies u p miith siineme anhanghe angeriichtteth hebbe n mit Querstrich n mit Querstrich etc. A, de historia van Clausz Jesuppen L - van her Johan Bantschowe n mit Querstrich B R, 1427 R

1 iaren d u usenth A, in deme iare vnsses heren R, im iahre vnsers heren Jesu Christi G │ 1 xvij A │ 2 La u renciius A │ 5 Sternebarge B L │ 6 Wiissmar A │ 6 were eyne R W │ 7 Wiissmar A │ 8 apenstan A : B R G L │ 9 scholde B R G, scolde A │ 10 wiinnen se A B R │ 10 -slapener R │ 10 scholde B : A R L │ 11 iinwanren A │ 13 Mekelborgher A B R │ 13 f u nden A, befunden B, gevunden G R L │ 14 wagē B G L : AR │ 15 worden des nachtes B R L : A G │ 16 vthe B : A G R │ 16 hadden A B

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so scholde he de stad innemen. Ok wart dar do gesecht, dat vor der Helleporten buten vp der lastadien weren gheseen wol hundert wepener blank mit vullem harnsche.
Do se de Helleporten sloten vunden, do seden se, id were en so ghesecht, vnde seden, se weren lank de lastadien ghan
5
vnde weren wedder vmmegekeret, do se wene vornemen. Dat doch nicht war en was, men vt rechter bosheit gedichtet.
Do Jesup mit siner sammelinghe aldus vor den rat qwam, do sede her Bantzekowe, dat Jesup vnde de ienne, de he mit sik hadde, scholden de slotele nemen vnde de bewaren vnde
10
scholden de † stad bewaken vnde seen to, dat id gut worde, †2B
vnde scholden spreken, wan id not were vnde behoff.
Dat dede her Johan Bantzekowe * iegen der anderen
*3A
borgermeister willen vnde des gantzen rades. Wente darmede vorgaff her Johan Bantzkowe des rades macht in der anderen 15
hande. Hadde de rat do gesecht: Neen, vrunde, gii scholen in de slote ghan, so langhe wii des to der warde offte wetenheit komen, vnde hadden de erffzeten borgher vorboden laten vnde de to sik getoghen, vnde de ratmanne de dore mit den borgeren bemannet, vnde de borgher to perden bracht mit den 20
ridenden stadknechten vnde ratmannen vnde hadden der borgher offte dreger bunghen slan laten: so hadde de rat eren willen beholden. Men do se dat nicht en deden, do was ere macht in der Jesuppiten hende gekomen.
Des suluen auendes do bemannede sik Jesup mit den
25
ammeten, vnde de he dar toteen konde, vor den deren der stad. vnde de ammete sammelden sik mit etliken borgeren vnde

1 do A, dan R, tho G, by B │ 2 helporthen A S, Hellenporten G L : B R Reim. Kock │ 2 buthene A : B R G │ 2 vppe A : B R G │ 3 mehr alse viff menner G │ 3 f u llenkamen A : B G Reim. Kock │ 4 den se A : B R L │ 5 en gesecht B R L : A │ 5 gegan B R G L │ 6 -kerth A : B R G L │ 7 war wasz A B, war ey was R : L │ Den Absatz verstehe ich wie G. Dort heisst es: do nu etlike dar quemen van den b oe rgern vnd wolden darna sehn, so f ue nden se de porten thogeschlaten vnd vornemen dar nemande. Do seden de l oe geners, de dit gesecht hadden, se hedden idt nicht gesehn, sunder idt were en gesecht, dat se lenckst der lastadien weren gegan vnd weren wedder ummegekeret, do se dar etlike l ue de vornamen hadden │ 8 alsus A : B R L │ 9 Johan Bantschow R S │ 9 iienen A, jennen B │ 11 wurde B : A G R │ 12 behuff B : A R L │ 16 hende A G : B R │ 17 so lange wy B, so langhe beth A L, beth dat R │ 17 warheiith A : B R L │ 18 hadde B, hedden A G L : R │ 18 arffsethen A │ 19 de dore bemāneth A : B L, R hat hier stark gekürzt │ 21 hadden do der B │ 23 nicht deden B : A L │ 24 Jeschuppiten B │ 24 kamen B │ 25 auendes bemannede B R L │ 26 ammethen A, ampten B L : synen R │ 26 de doren B, de d oe ore A, deme dore R: G

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makeden grote wachte vppe den straten vnde in der ammete huseren vnde ginghen darna alle nacht vnde warden de dore vnde alle porten.
Darna sammelden sik de ammete mit etliken borgeren, de ok * tovoren ouer xi iaren mede in deme regimente do weren,
*4A
5
do se ok den rat affgeworpen hadden, vnde toghen dar andere borgher to vnde qwemen in der koplude hus vnde setteden sik dar tosamende vnde vorbunden sik bi eren vnde bi louen beide, ammete vnde borgere, to hope to bliuende de eine bi deme anderen : weme wat ouerginghe, dat wolden se alle dregen 10
vnde vp sik nemen vnde dar vast bi bliuen. Jodoch vmme andere slichte, vrome borghere willen, de dat bevruchteden, dat dar aff echter mochte komen ene affwerpinge des rades vnde sodane vordreet vnde twist, also id er gheschen was, so besworen se sik darvp to hope vmme des willen also de sake 15
van des kriges weghen twischen deme koninge vnde deme Holsten heren, dar de stede mit dem Holsten heren hadden geweset vor deme Berghe vnde dar † de Holsten here in der †3B
nacht dot bleff vnde des morgens de stede afftognen vnde wolden dar nicht bliuen vmme bede willen der anderen heren, 20
des doden broder. Dat makede en de anxst, de en maket was. * Wente en was gesecht, dat de konink mit groter macht *5A
qweme; des vruchteden se, dat en de konink de schepe scholde nemen vnde se alle doden. Do segelden se van dar in den Sunt. Dar scholden se de Flameschen vnde de Baieschen 25
vlote dore helpen. Dar qwam de konink vor deme Reueshole vor Kopenhaghen mit den sinen vnde venk vnde sloch de Hamborgher vt der vlote der anderen stede alle, vnde do toghen de anderen stede van deme Sunde. Auer hadden se

4 siick do de A : B R L G │ 5 vorne B │ 5 41 jaren - Grantzius schrifft, dat idt anno 1416 geschen si G │ 5 regemente A : B R L G │ 6 den raedt do B : A R L │ 6 affgeszettet B R L G S Reim. Kock │ 6 hedden A L : B G │ 6 ander B │ 7 der AB, dat R │ 8 dar A, aldar G, fehlt B R L │ 8 siick tho bii A : B R L G │ 8 lo u uen A, truwen B R L S │ 10 dem A G : B R │ 12 b oe rgher A B : R │ 13 dar echter mochte affkamen B, dar echter eyn affwerppynge des rades van kamen mochte R : A │ 14 eere B, A hatte zuvor ere : A R │ 15 sw oe ren A : B R L G │ 17 her n mit Querstrich n mit Querstrich B │ 17 steder A B R │ 17 de m mit Querstrich e B │ 17 hedden A : B R │ 18 gewest A, weszet B : R │ 18 berge etc. B, borgeren R, borgere L : A G │ 18 dar do de B : A R │ 19 steder G : A B │ 21 broders A G : B R │ 22 wasz hiir d oe rch wenthe A : B R L G │ 23 fr u chten A │ 24 nemen scholde R │ 26 dath re u es h oe l A, den Reueshole R, van deme Reueshole L : B G │ 28 stede L, steder A B R G │ 29 steder alle │ 29 van A B, vth G R │ 29 hedden A, weren G : B R

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to hope bleuen, se mochten de Hamborger vnde alle des koninghes volk beholden hebben. Do se vte deme Sunde weren gheseghelt, do qwam de Flamesche vnde de Baiessche vlote, de nam de konink mit alle ereme groten gude.
Vmme desse vorsumenisse offte vorretnisse, so men mende,
5
so sworen sik de borger to hope mit den ammeten bi eren vnde bi louen tosamende de ene bi dem anderen to bliuende; vnde offte * dar iemant binnen rades were offte buten rades *6A
mank ammeten offte borgeren, de dar vorraden hadde vor deme Berghe offte in deme Sunde, den wolden se richtet hebben: 10
men (ouerst) eren erliken rat wolden se bi aller vullen macht beholden.
Dar richtede Jesup vor allen anderen borgeren vnde ammeten twe vingher vp vnde swor, dat em god moste helpen vnde alle hilghen, dat he anders nicht mende, men dat he den
15
rat, de dar sete, bi aller macht beholden wolde, vnde offte de dar nicht en seten, de dar nu seten, so wolde he se dar setten alse noghafftige heren vnde kloke manne, vnde sprak, dat he des rades nicht begerde, ok wolde he des ratstols nicht besitten. 20
Do se aldus sik to hope ghesworen hadden, do koren se xx borghere vnde x ammetlude, de scholden twisschen deme rade vnde den borgeren ghan vnde ere werue vor deme rade weruen. † Dat leet de rat van vruchten weghen vnde van anxtes wegen to vnde vmme hopens willen, dat se sik saten †B
25
scholden.
Darna do setteden de borgher de xx alle aff vnde * koren
*7A
do vte den dreen kerspelen borghere, dede vt eneme iewelikem kerspele scholden kesen sulke lude, de en dar nutte duchten to wesen to desseme vorderue. 30

1 hamb oe rghere A : B R G │ 2 folleck A │ 2 don A R : B G L │ 2 were A : B R L G │ 3 szegelt B │ 3 vnde bayessche vlate B G L : A R │ 5 dusseA, desser B, disser G, dusser R │ 5 vorrethenisse B │ 6 b oe ghere A │ 7 deme B │ 7 blyuen B : A R │ 8 offt B │ 9 āmpthen vnde b oe rgeren A B, borgeren offte ampten were R │ 9 hedden A : B R G │ 10 de A : B R L G S Reim. Kock │ 11 vullenkamen B, wuller R, vul G L │ 14 ii A │ 16 alle A : B R L G │ 16 anstatt offte de dar nicht u. s. w. hat G : effte etlike dartho h oe rden, de dar nicht in seten, de scholden dorch sinen willen darin tho sittende kamen also u. s. w. │ 17 de bis setten fehlt R │ 17 so bis setten fehlt A │ 18 menre alle │ 19 rades AB, rathstols G R │ 21 sick aldus B R L │ 21 swaren B : A R │ 21 hedden A L : B R │ 24 vruchten vnde B R L │ 25 weghe A │ 27 na setteden A L : B R G │ 27 borgere B │ 28 vth A G R │ 28 karspelen A B, kaspelen G, kasplen L : R │ 28 jewelken B : A R │ 29 karspele A R │ 30 dysseme B, dussem A R

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Do koren se do van den xx de iennen, de en to dessem duuelsspele nuttest weren vnde koren ok darto etlike andere der geliiken, so dat se do xl to hope hadden van den borgeren. Vnde de ammete koren ok xx van den ammetluden.
Desse de ginghen dicke vnde vaken tosamende vnde
5
brachten io to allen tiiden ein islik sinen rat vnde sin so lange, dat se darvp sochten sake, dar se her Hinrik van Haren vp mochten angripen vnde ene van den haren bringhen. Vppet leste Jesup mit sinen makeden sammelingen van deme ghemenen volke, dar he anxst vnde vruchten vakene mede makede 10
in der stad, qwemen vppe dat hus, vnde Clot stotte dat hus vp. Men to den Grawen monneken qwemen se ersten tosamende. Do sprak Jesup na willen der ammete vnde etliker van den geschickeden sostighen, de mit eme to helden vnde sik besunderghen na der ersten tohopevorbindinghe mit Jesuppe 15
to vor * bunden hadden, de ok vakene tosamende ginghen, vnde *8A
sede also desse Jesup, men scholde darna wesen, dat me ene gude sate maken konde twisschen deme rade vnde den sostigen schickeden. Dat mende he so mit den sinen, dat he den rat affzetten wolde; men he sprak so nicht vtwendich, wat he 20
mende vnde dachte binnenwendich in sineme valschen, bosen herten. Do anderen van den sostighen, de in sineme vnde der sinen rade, den se hemeliken sunderghen helden, nicht plegen to wesende, de menden, dat Jesup vnde de anderen menden [sik] vruntliken to satende vnde to vruntschop to settende mit 25
deme rade vnde vulbordeden mit en darinne, dat me kos viij van den borgeren vnde iiij van den ammeten, de scholden vppe ene gude säte ramen.

1 em B, ene R │ 2 tho weren R │ 2 koren do ock A : B R │ 3 hedden A │ 5 dysse gynghen B R L │ 5 to samēde diicke vnde vakene A : B R L S │ 6 islik : ein jeder alle │ 6 raedt szo B, r. vnd so R, rath sin vnd vornemendt G │ 7 langhe beth dath A G : B R │ 8 angrypen. Vppeth B S, angrypen. Jesup R, mehr fehlt in L : A G │ 8 G hat vor bringen die Erklärung : dat is vam leuende thom dode │ 9 vppeth leste A B, darna G │ 9 myth den synen R L G │ 9 makede sammelynge B R, makede vor Jesup G L │ 10 fr u chte A : B G │ 11 stad feht in B │ 11 Cloet R, vnde sloth stede dath h u sz vp (stede am Rande) A, und shlot stack stot L, und schlossen und stieszen es auf S, do wasz dar ein mit, de h te Kloth, de nam hulpe vnd st oe tte de d oe ren vp vnd quam in G : B R │ 12 de grawen B : A R 13 tho │ ope R : A B │ 13 den āmpthen A, der ampte B R L │ 14 schyckeden B R │ 14 em B, ene R, en G │ 14 vnde A G L, vnder B R │ 16 vorbinden B R : A G │ 16 hedden A │ 16 vaken B R G │ 17 alse A 18 vnde szoestygen B : A G R L │ 20 -zetten : werpen G │ 21 siinem A │ 22 siinem A │ 23 hemliiken A: B R G │ 26 vullebordeden B : A R │ 27 vpp B R

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† Dar brachte Jesup do to dit, wan se wes beramet hadden, †5B
dat scholde men vor den sostighen lesen, offte se dat ok beleueden offte nicht, weret dat se id bewilleden, so scholde me id ok vor den ammeten vnde vor den borgeren lesen, offte id en ok so beuille vnde * beleuede. *9A
5
Jodoch des rames weren de xij nicht alle ens. Se wolden dar noch mer to sik geschicket hebben van den ammeten vnde borgheren. So worden dar noch iiij to gheschicket, so dat er er xvj to hope weren.
Do se do des rames ens weren tosamende, do wart de
10
rame vor den sostighen gelesen. Do menden de ammete, wen van den sostigen we storue van den borgeren, so wolden de ammete van den borgeren wedder kesen. Men dat wolden de borgher nicht inrumen.
Men se droghen hiirinne ouerein desse sostich, dat me
15
vorboden scholde de borgere in der koplude hus vnde de ammete to den Grawen monneken.
Dar wart de rame gelesen vor den borgeren in der koplude hus, vnde dat was so bestellet, dat etlike borgere dar legen spreken, dat en de rame nicht behagede. Do se to den
20
Grawen monneken qwemen vnde scholden den breff dar lesen laten, dar hadden de werkmester van den ammeten vorboden laten alle den gemenen hupen van alleme losen volke, van dregeren, bruwerknechten, arbeides*luden, vt kelleren vnde boden allent, dat se konden vorboden laten vnde to hope *
10A
25
bringhen konden, vnde hadden id bestellet also, wan de breff gelesen were, so scholden erer etlike enen vplop maken vppe den, de den breff las, mit eren messen vnde steken ene dot. Wente de ammete weren em dar gram vnde qwad vmme, dat he den breff so grof iegen den rat nicht setten wolde vnde 30
scriuen, so se gherne seen hadden. Doch do desse vppe den

1 do brachte B : A G R │ 1 rameth B : A R S │ 2 me B : A G S │ 2 lx B R │ 5 ock befille B R: A (bofiille) │ 6 de rames B : A R │ 6 allens R, a u er ens A: B G │ 7 mere A : B R L G │ 8 borgeren vnde ampten R S │ 11 lesen A : B R L G; geleszen. We unter Auslassung des Zwischensatzes B R L S : A G │ 12 wol A │ 12 wolde B : A G R L │ 15 lx B R │ 16 b oe rgher A G │ 16 hinter vnde: das was getilgt B │ 18 vor b oe rgeren A : B R L G S │ 19 b oe rgher A : B R │ 20 de rame en nicht B R: A G L │ 22 hedden A G L : B R │ 22 warckmester A │ 22 vorboden laten fehlt A : B R L G │ 23 gemeynen B L : A G R │ 24 dregeren vnde br u werknechten A S : B R G │ 24 kelren A, kellern G : B R L │ 25 für allent u. s. w. hat G : alle proie vnd huszken schlus, wat se men konden krigen vnd tho hope eschen laten │ 25 vobaden (!) konden A : B R L │ 26 hedden A L : B R G 27 ere R L │ 27 vpp B R G │ 2s8 lese G L

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leser des breues mit eren mesten vnde mit bosen reden rugheden vnde drengeden vnde repen: O du krodenvorreder, mit desseme breue woldestu vns vnse viende vnde vorreders entbracht hebben, dat me se nicht richten scholde, men † kum, du schalt de erste †6B
wesen! - do schach id dat etlike van den ammeten dar twisschen 5
qwemen, de in desseme bosen rade nicht mede gewest hadden, vnde qwemen em to hulpe vnde reddeden dessen leser desses breues, so id god schickede, dat em nicht qwades vppe de tiid wedderuor.
Darna vorhouen sik de ammete bouen de borgere, do se
10
vornemen, dat se sulken hupen volkes alse van dren dusent offte mer binnen ener * stunde konden to hope vorboden vnde *
11A
de borgere sik dar nicht in steken, men wan me de borgere vorbodede, so qwam dat teiende part van den borgeren nicht to hope, wente ein iewelk vruchtede sik vor schaden vnde 15
qwat. Darna do qwemen de sostich vakene tosamende, vnde etlike van en weren mit den ammeten int sunderge vorbunden, de qwemen alle auende to hope to Tidemans hus in sinen krogh. Dar qwemen se denne ouerein, wat se des anderen dages den wolden. Wen se denne to hope qwemen des morgens, 20
so begunden se ere sake to vorhandelende, de se des auendes in deme kroghe hadden besloten, do se vul bers weren, dar denne de anderen nicht van wusten, de dar nicht mede weset hadden. Vnde so behelden se stedes eren willen, vnde de deme denne nicht vulborden wolde vnde dat nicht beleuen, dat 25
se besloten hadden vnde vorhelden, den droweden se dot to slande. Dit warde so lange, bet dat se hadden to Tidemans huse mit Jesuppe ramet vnde besloten, wodane wiisz se wolden

1 metszen B, messen G R │ 2 kraden A B R, vgl. krodenduvel, krodensone und kradendoren (Seelmann, mnd. Fastnachtspiele S. 24, 48), kotzenvorrêter (Bech aus Pegauer Handschr.), ertz- G │ 2 dussem A │ 3 entbr oe cht A B G │ 4 scholth A │ 6 de bis qwemen fehlt R │ 6 dussem A 6 weszet B: A G │ 6 hedden A │ 7 des bre u es A : B R G │ 9 vore A R │ 10 b oe rgher A │ 12 mere A : B R │ 12 hape A │ 12 vorbaden A G, bryngen B L S, brengen R │ 13 b oe rgher A : B G │ 13 sik fehlt B R │ 13 me : men R, fehlt B │ 13 b oe rgher A │ 14 teiiede A G: B R │ 15 jeder de A, jeder B R L G │ 15 syck R L G S, fehlt A B │ 16 dar do na B R, den do na A, darna ohne do G L │ 16 lx B R │ 16 vaken B G │ 17 sunderg B │ 18 to Tydemans husz to hope B R S: A G │ 19 kroch B │ 22 ii m mit Querstrich e vor kroghe getilgt A, y m mit Querstrich B, yne R : A │ 22 hedden A G L : B R │ 22 wull B R │ 23 weszet B R, gewesth A G │ 24 hedden A, weren G : B R │ 25 denne deme A : B R │ 25 wolden R G │ 26 hedden A │ 26 deme B, denne A G: R │ 27 hedden A │ 28 beramet B R L

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her Hinrik van Haren van den haren bringhen, van deme leuende to deme dode. O du vormalediede vnde duuelssche rat! Dit was ein rat, so de Joden rat helden ouer den vnschuldigen heren Jesum. So * sammelde desse bose Jesup sinen rat iegen desse vnschuldigen lude, dar hiir van gesecht wert iutto. † *
12A
5
†17B
Do worden de sostich vorbodet to den Grawen monneken, vnde de sake wart vorbracht so langhe, dat de borgere mank den sostighen, dede mank dessem sundergen valschen, bosen, duuelschen rade nicht pleghen to wesende, spreken, se wolden 10
desse sake vor de gemenen borgere bringhen.
Des morgens worden de borgere vorbodet in der koplude hus. Do menden de borgere, men scholde en dar de zake verstan laten hebben; men dar qwam de duuelssche Jesup mit sinen ammeten indrengende vnde sprak, dat ein iewelk bi
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siner ere volgen scholde vppe dat hus.
Dar weren do alrede vppe den market vorbodet alle lose lude, wilde bursen, ammetknechte vnde suluesheren, ok kellerlouwen vnde bodeneres, vnde dar hadden de ammete ere pantszere vnde were, rutinge vnde korden vnder eren hoikenen.
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Dar hadden se den rat vorboden laten vppe dat hus. Auer de sostich ghingen bouen vppe dat rathus vnde de rat ok; de borgere bleuen dar neddene mit der menheit samentliken. Dar bouen handelenden se de wiise vnde mate, wo se her Hinrik van Haren anspreken wolden, de sostich, vnde ene in de 25

1 van den haren fehlt B R L S, wolden bringen van den haren dat isz u. s. w. G, bringhen hinter leuende B, hinter dode R L S : A │ 2 vormallediiede A │ 2 d u u elschee A │ 3 was eyn so B R: A S │ 4 Jhesum B │ 5 jegen A S, wedder G L, fehlt B R │ 5 secht B 6 iutto : iidtsundes A, ytzundes B R; hinter ytzundes hat R vmme tho brengende │ 7 de nachgetragen B │ 7 lx B │ 9 den A, de B R L │ 9 lx R │ 9 dusseme A, fehlt R │ 13 b oe rger A G R L │ 13 me B R │ 14 men A, fehlt B R L S │ 15 den synen R │ 15 iderman B R L, jederman A G │ 17 vp A G R L, dat A B R G │ 17 allerlei G │ 17 bose R L : A B G │ 18 busse G, putzen R │ 18 ammetknechte B; anstatt des Folgenden bis hoikenen bietet G: kellerlowken, h oe skenslusz, bruwerknechte, b oe deners, sulffmesters, aller pr oe ie pack, wat se men in den hupen bringen konden vnde damit de anderen b oe rgers desto mehr vnderdrucken De weren dar mit eren speten, korden, swerden, barden, ecksen vndhellebarden, ock etlike van den emptern quemen dar mit eren pantzern vnde harnsken, gerade also effte se wolden in den stridt ten iegen de turcken. │ 18 sulffmestere A B │ 18 kelre- A : B R G, -lowken G, -bouen L │ 19 bodeners G R L, b oe desters A ; R stellt bodeners vnde k. │ 19 hedden A │ 20 pansere A │ 20 vnder : vnde A │ 20 hoken R │ 21 hedden A │ 21 vp A G R │ 22 lx B R │ 23 nedden B │ 23 samptlich B, samptlyken R │ 24 handelden B R G │ 25 lx B R

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slote drenghen mochten. Ok wolden se to * der suluen tii *
13A
her Johan Bantzekowen in de slote gesettet hebben, men dat behinderden erer twe, de id vppe andere rede brachten. Darna steghen de sostich do aff vnde gingen vor de menheit vnde seden, wer id der menheit wille were, dat her Hinrik van 5
Haren in de slote scholde gan. Do repen se alle : Ja, ia, ia. Do setteden se her Hinrik in den torne, vp dat he sik nicht vorantwerden mochte offte konde, de ghude man, dat em doch vnuorschuldes schach sunder reddelike zake.
Des anderen morgens weren de tidinge gekomen, wo de
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soltschepe nomen weren van Kropeline, dede ostwert scholden segelen, dar ein tohopelop van wart in der stad. Ok sede me, wo her Johan Bantzekowe sin gud hadde voren laten na deme Nienkloster, ok ein deel na Zwerin, vnde he wolde wech teen. † †8B
Ok sede me, wo he sik hadde leiden laten to Zwerin van 15
vnser gnedigen vrouwen, vnde qweme he wech, so mochte dar vele grotes qwades vt komen, vnde he mochte de stad vp groten schaden bringhen. Dit seden se vmme des willen, vppe dat se ene ok mochten in de slote bringen. Dit wart her Johanne to wetende, dat de ammete vnde de borgere hirmede 20
vmmeginghen, vnde hadde wol twiie alrede vppe deme markede weset vnde gink do van deme markede de Dankmerstraten entlank vnde gink vte deme Mekelenborger dore. Do wart Hamborghe vppe deme markede gesecht vnde geheten, * dat * he em scholde volgen vnde nemen hulpe vnde halen ene wedder, *
14A
25
se wolden em vor allen schaden stan. Also volgede em Hamborch vnde krech hulpe vor deme dore vnde grepen ene buten deme crutze, also he van vruchten wegen was vtgan, vnde

2 settet B : A R │ 3 ander A, anderen R │ 4 lx B R │ 4 do hen aff B R L : A G │ 5 sede A, frageden G : B R │ 5 wer : were R, offte G Reim. Kock, ob F S, dat A B L │ 6 gan scholde G, scholde yn de slote gan B R S Reim. Keck │ 7 settende R │ 7 Hinricke B : A R │ 8 alle nur ghude man │ 10 ander A : B R L G │ 10 dages B S Reim. Kock : A G R L │ 10 kamen A : B R L G │ 11 dorch den Kr oe pelin G, van den D ae nen S k b (fehlt S a b) : A B R │ 14 Sweriin, Swerin A B R G │ 15 Sweriin, Swerin A B R G │ 18 seden vmme B : A G R │ 18 vpp B │ 20 de b oe rgere vnde de āmpthe A G : B R L (G R L fehlt das zweite de; alle : ampte) │ 21 hadden B, hedde A : G R │ 21 t w ij- (!) A, twye R, twyge B │ 22 danckwerstrathen A, danckwars- R, danckquar- B, danckwor- G │ 23 dit wart alsobalde dem houetmanne van der wacht gesecht vnd tho wetende gedan, dede gen oe met wasz Hamborch, dat he scholde hulpe nemen u. s w. Ueber Schröders Entstellung S. 35, 2. │ 24 markede do secht B : A R │ 25 ene doppelt B │ 27 en B G │ 28 bi dem hilligen crutze G │ 28 wegen fehlt B R L │ 28 vthe- B : A R

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brachten ene harde gebunden vppe den market vor de scriuerie, dar etlike borgermeisters vnde ratmans weren vnde vele van den ammeten vnde borgeren vorgaddert. Do sprak Jesup ein van den ammeten an vnde sede so, dat her Johan Bantzkowen vrunde sik sammelden to hope vnde ginghen to harnsche, 5
dat doch nicht war en was. Do sede Jesup, dat de ammete scholden ok to harnsche gan. Do lepen alle de ammete to hus vnde halden ere spete.
Dit wart den borgermeisteren vnde deme rade vnde den sostich to wetende vor der scriuerie. Do ginghen se tosamende
10
vppe dat rathus mit her Johan Bantzekowen van vruchten haluen, vppe dat se vor der scriuerie nicht seker hadden gewest vor deme volke des vnbescheden hupen.
Dar qwam mit speten vnde mit korden vnde anderer were bouen iij dusent man to hope vppe den market † vnde behalu-
†9B
15
ueden dat rathus alle vmmeher, also dat de gantze rat in groten vruchten sat vnde anxste vnde menden, se wolden se alle hebben gedodet. Men Jesup vnder eneme schine, offte he ene wol mende, mit den anderen sostich ginghen to * hope vor den ratstol vnde klageden vnde karmeden, dat se dat volk *
15A
20
nicht wol stillen konden, sunder se reden her Johan Bantzkowen, dat he in den torne ginghe so lange, dat me dat volk bestillen mochte. O du listige, sneidige, bedrechlike vos! O du vorreder desser vnschuldigen, vromen heren, wo bedruchst du dat simpele volk! 25
Do her Johan Bantzekowe dat inrumede van vruchten wegen, do gink Jesup, de vorreder, mit etliken anderen vt

1 br oe chten A B │ 1 den market gegen alle Handschriften │ 2 -meiister A, -meistere G : B R 3 borgeren vnde ampten R G : A B L (auch diese haben ampten) │ 3 en B, en an van den der ampte wegē R, an fehlt A, J. tho einen van den ampten vnd sede L, J. vor den ämptern dasz S k b, J. zu den ämptern dasz S a b, J. de wullenwever vnd sede also tho her Johan Bandtschouwe, wen se sick tho hope vorsammelden G │ 5 sick vor her B R L │ 5 vorsammelden B R │ 5 ginghen fehlt B : A R L │ 6 en fehlt A B G, ey R │ 7 ock scholden R │ 7 de fehlt R G │ 9 de lx B, den lx R │ 12 vpp B │ 12 weszet B R │ 14 erstes vnde fehlt B R │ 14 ander R, andere A │ 15 iiij A G, in die 3 oder 4000 S: B R L │ 15 miinschen A B │ 15 den market gegen alle Handschr. │ 16 here A : B R G │ 18 dodeth B R (d. hebben) │ 18 eynem guden (groten L S) schyne R G │ 19 en B, ydt R, denn rath wol vnd mit truwen G │ 19 lx B R │ 21 bestyllen B R L S : A (am Rande) G Reim. Kock │ 21 redden B : A R │ 23 stillen G Reim. Kock : A B R L │ 23 konde vnde mochte B R : A G │ 23 schneider undt W │ 23 zweites O fehlt B : A G R L S │ 25 sympel B : A R │ 26 her Bantschow B R : A G L S │ 27 de vorreder fehlt R

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hen to deme volke vppe den market vnde sprak luder stemme also: Leuen, guden vrunde, geuet iuw to vreden vnde dot nemande ouerlast offte walt, wente iuwe borgermeister schal to iuweme willen in den torne gan; darvmme dot em offte nemande dar bouen neue ouerlast. 5
Do se wedder vor den ratstol qwemen, do esscheden her Johans vrunde binnen rades ene to borghe, gelik also he alrede in den sloten sete. Do sede Jesup, dat he vnde de sostich alle des neue macht en hadden vmme de velen volkes willen.
Men Jesup mit den sinen sundergen hemelken vorrederen
10
hadden dat in allen ammeten bestellet, dat se etlike hadden vppe deme markede, de darvp warden, vnde de anderen ammete mit eren knechten weren to erer werkmester husen gesammelt. Also do en de bodeschop qwam, * do qwemen se alle to hope.
Do sprak her Johan Bantzekowe vnde sede, were dar wol,
*
16A
15
dede olt hat vp em hadde, so begerde he, dat me ene dar nicht vppe richten wolde. Do swor Jesup mit etliken anderen in alle godes hilgen, dat dar nen hat mede were offte wesen scholde, stunde † id bii en, id scholde nicht scheen.
Dar brachten desse valschen lude her Johan Bantzkowen

10B
20
in den torne. Dar volgede eme dat gantze sammelde volk na mit speten vnde swerden, korden vnde bilen, vnde gewapent, bouen iij dusent man. Dar wart he in den torne gesettet mit keden vnde helden vaste bewaret, vnde bii em in den torne stedes to bewarende, (vp) dat se beide nicht vt en breken offte 25
van vrunden vtgehulpen worden, ij offte iij staddenre besloten, vnde de butensten porten vaste gesloten mit eneme starken slote buten vorgehenget, vnde helden vppe der straten grote

1 den market gegen alle Handschr. │ 1 stemmen A B │ 2 jw A │ 2 vnde fehlt R Reim. Kock │ 3 schal iw R │ 4 juwē B, juwen G L, iwen R │ 4 eme A: B G │ 5 nemende A R, nemandt G │ 5 nenen A, fehlt R G │ 7 rade R │ 7 enen G : A B R │ 7 borgen B R G, dat se ehn mochten vorborgen Reim. Kock, was S a b in Klammern beigefügt hat │ 7 alse A B, offte R │ 8 sede A B, se R │ 8 lx B │ 9 en fehlt A B R G, ein L │ 9 weghen A : B R G │ 10 hemeliken A G R │ 11 beide Male hedden A │ 12 āmpthen A, ampte B R │ 13 huszer B, husz A R │ 14 alsze B │ 16 de B R G : A L │ 16 v p p B : A G R │ 17 v p p B, vp A, vmme G │ 19 em B, eme A : R G │ 20 Bantschow A : B R G │ 21 volgeden B R : A G │ 21 em B G : A R │ 22 vnde myt swerden B R │ 22 korden vnde bilen vnde fehlt R │ 23 manne B : A G R │ 23 settet B : A G R L │ 24 bewarth A : B R G │ 25 en fehlt A B G, eyn R │ 26 gheholpen A R │ 26 wurden B │ 26 twe B │ 26 -dhener B G, -dore R │ 27 eiinem A R │ 28 vorgehangheth A B R │ 28 den A R : B L G │ 28 straten dar weren vele in der wacht bi 5 effte 10 mit speten u. s. w. G

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wachte mit volke wol j c offte ij c edder mer mit speten vnde wapenen vnde darto de riidende waght alle nacht wol bi xxiiij mannen offte mer, vnde ginghen offte reden ersten vor den torne vnde repen en to se to bespottende vnde to vorachtende vnde to vorsprekende vnde belacheden * desse vanghen, also *
17A
5
de here Cristus vnschuldich bespottet vnde vorachtet wart. Dar seten se in groter moiie vnde pinlicheit eres herten, so id wol afftonemende is.
So schach id vp enen auent spade, dat her Hinrik van Haren dorch de bestellinghe Jesuppes, de de borgermeister
10
vnde den rad darto drunghen hadde [dat] to vulberdende, bracht wart in de bodelie. Dat schach sunder vulbort der gantzen sostich vnde der gemenen borgere, men dit dede Jesup mit etliken sinen sundergen ratgeuen, dede io so uorretlik weren also he. Dar wart her Hinrik van Haren gesettet in 15
der deue kameren, dar me de deue vnde mordere plecht intosettende, vnde wart in iseren keden vnde helden swarliken gesloten. Do worden darto geschicket etlike van den sostigen, de ene vorhoren scholden, dar he doch so wol to antwerdede, dat se van em nicht hebben konden, dar se rechte orsake vt 20
hebben konden teghen eme, mit iennigem rechte ene to dode to bringende. Dar sat he noch ene tid lank, † vppe dat se
11B
sake iegen em vunden ene to richtende.
Darna vorbodede Jesup mit sinen sundergen ratgeuen de sostich to hope vnde gaff en vore, wer me ene mede bringen *
*
18A
25
mochte vnde ok her Johan Bantzekowen to deme dode. Dar spreken do de lx borgere vp vnde menden, se wolden dar nicht

1 waght B │ 1 h u nderth A : B R │ 2 wapende A, wapenden B : R │ 2 de de - wacht A │ 3 manne A R, perden G │ 5 vnde vorsprekende B R L │ 5 belachenden B, belachgeden A : R G │ 5 alsze B │ 6 vnschuldich fehlt G, de vnschuldige here Christus B R (here fehlt R) │ 7 moyge B, mowue R │ 7 vnde in A : B R G │ 9 vppe B │ 10 Jesupps B │ 10 borghermeister vnde fehlt R │ 11 vnde ratma n mit Querstrich A : B R L G │ 11 drben A, gedrungen R G │ 11 hadden R, hedde A │ 11 dat fehlt in allen Handschrifen │ 12 bodelyge B │ 12 dath A, dyth B R L │ 13 lx B R │ 13 meynen B : A G R │ 13 diith A G R L, fehlt B │ 14 etliken A B G, den R │ 14 sinen fehlt A : B R L S G │ 14 de B R : A G L 14 vorretlich B │ 16 de alle │ 16 de fehlt A : B R G │ 16 yn- B (urspr. in der Stellung yn plecht) R G, fehlt A │ 18 geslaten B R L S G, entholden A │ 18 wurden B │ 18 schiicketh A : B R G, etlike geschicket B, etl. tho gesch. R : A G │ 18 lx B R │ 21 em B G : A R │ 21 iennyghen B, ienygen R │ 22 briinghede A │ 22 vpp B │ 23 en R, v u nden iiegen em A : B R L │ 25 lx B R │ 25 em A : B R G │ 25 vor B R G │ 27 b oe rgher A R : B G │ 27 vp B R L, darvp A G

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an seggen offte don, sunder se wolden spreken mit eren erffzeten borgeren; vnde leten se to hope vorboden in der segeler kumpanien hus vnde beghunden darvan to sprekende. Do droghen de borghere van allen dren kerspelen darinne ouerein, dat me beide her Hinrike vnde her Johan Bantzekowen 5
Lubsches rechtes scholde gunnen. Do qwam Jesup, vnde nicht Jesus, mit sinen ammeten in dat hus drengende to den borgeren vnde sprak, so wen me ene Lubsches rechtes gunnen wolde, me wunne se nummermer, vnde sede do, dat ein islik scholde volgen, se hadden de eren alrede vppe deme markede. Vnde 10
hadden ere spete vnde harnsch in den brotscharen vnde vmme den market in den huseren, to Tidemans hus vnde ander lude husen, vnde hadden ok ere pantzer ane vnde ere rutinghe vp eren siiden, so dat nemant van den borgeren dorste en entiegen seggen offte den. Do sede Jesup, weret dat sik 15
iemant van en ten wolde, den wolden se richten like den anderen vorrederen. * *
19A
Dar ginghen de sostich to hope vp dat hus, dar doch vele mede weren, dede van vruchten weghen der ammete vnde des menen volkes dar mede vpgan mosten ane eren dank, wolden 20
se van deme duuelschen Jesuppe vnde sinen hemelken ratgeuen vnde der menheit vnde den ammeten, de do den lop vnde dat regemente hadden, nicht mit den anderen voruolget werden. Dar hadden se den rat vppe dat hus vorboden laten in den ratstol. Vnde se gingen to hope vp deme rathuse in 25
enen rat vnde vorbodeden de vorspraken to sik in dat rathus vnde spreken mit en darvan vnde beslotent also, dat de iungeste vorsprake † scholde ene anklagen van der koninkliken walt
12B
weghen vor enen vorreder der gemenen stede, beide vor deme

1 eren fehlt A : B R L G │ 1 arffsethen A │ 3 cumpanien G, cumpanie B, kumpeniien A, kumpenye R │ 3 daraff A : B R L G │ 3 spreken A, redende G : B R │ 4 karspelen A B : R │ 5 Hiinrick A R │ 6 rechtteth A │ 6 vnde niicht Jes u s A B R, fehlt G │ 7 syneme B │ 8 en B R │ 8 lubes R │ 8 rechte B, recht R G, A ursrünglich rechtteth, th in s gebessert │ 8 scholde (auch G) gunnen A : B R S G │ 9 me B R, we A │ 9 iderman B R, jederman A G │ 10 volgen. Dar gingen se alle na dem marckede. Der hedden se u. s. w. G │ 11 hedden A │ 11 -schrangen R │ 12 den market : dat marcketh A B R │ 12 andere B : A R │ 13 h u sz A B R │ 13 hedden A │ 13 pantsere B : A G R │ 14 vppe B │ 15 J. vnde niicht Jes u s A : B R L G │ 15 werth A : B R │ 16 lick A, gelyck R L G │ 18 lx B R │ 21 se niicht AG │ 23 dat AG, fehlt B R L │ 23 regimente B G : AR │ 23 hedden A │ 24 hedden A │ 24 vp A G │ 25 dem A G, den R │ 26 vorbadden R, vorbaden A L, leten vorbaden G │ 29 gemeynen B R : A G │ 29 steder A B R G

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Berghe vnde ok in deme Sunde. Dar qwemen se do mit den vorspraken vor den ratstol vnde begerden, dat de rat ene richten laten wolde. Do sprak de rat, were dar we, de ene anklagen wolde, se wolden em Lubsches rechtes gunnen. Do sede Jesup, se wolden mit em vmme neu Lubsk recht striiden, 5
se seghen io wol, wo se van der menheit drungen worden; wolden se ene nicht richten, so scholden se ere euenture stan van der mente weghen, se * konden deme rade nicht lenk vor *
20A
schaden stan. Alsus sät de rat in liues vare, wente Hamborch vnde sine medehulpers hadden alrede dat rathus eins vpgelopen 10
vnde weren na Jesuppes tolatinghe vnde sin er selschop vp dat rathus mit speten, exsen, barden vnde rutingen vnde pantzeren gedrenget mit vnbegriplikeme volke, so dat de rat vnde de anderen van den sostigen, de in deme hemelken, duuelschen rade Jesuppes nicht en weren, stunden vnde seten in groter 15
liues vare vnde menden ok anders nicht, sunder dat se se alle dot wolden slan hebben.
Do sede de rat to en : Leuen vrunde, betrachtet doch dat, dat wi de dink don, de wi mit eren vnde mit rechte vorantwerden moghen. Do spreken se dar vmme vnde seden deme
20
rade also, dat id anders nicht wesen mochte, men dat me ene mit rechte winnen scholde mit der koninkliken walt. Hiir mit desser sammelinge des losen volkes vnde der ammete drungen se den rat, dat de rat moste dit inrumen, wolden se anders nicht alle steruen van eren henden. † So senden se ere vogede
13B
25
in dat richte. Vnde drunghen ok den rat darto, dat de rat ene dat toseggen moste, dat de rat mit en id wolde helpen dregen, were dat sake dat dar wes van qweme, vnde wolden dat vorantwerden. * *
21A

1 barge L, Bergen ohne Artikel G, dazu von anderer Hand (B 2 ) offt slate to Flensborch B 2 W │ 1 dem A G : B R │ 1 Sunde: dazu vor Copenhagen B 2 W │ 2 hinter vorspraken ursprünglich auer A │ 4 lub s k B, lubesck G, lubes R │ 4 recht B R G │ 5 J. vnde nicht j h sz A : B R L S G │ 5 lub s k B, lubes R │ 5 striiden : riiden A B G, ryngen R Reim. Kock, richten L, sie wolten nicht mit ihnen rechten S │ 7 scholden A R L S, mochten B Reim. Kock, mosten vnd scholden G │ 7 euentur B R : A G │ 8 weghen fehlt R L G │ 10 hedden A │ 11 nach A G R │ 11 Jesupps B │ 11 vppe B │ 12 exzen A, exen R │ 12 r u ttiinge A, rutynge R │ 13 bedrenget B R : A G 14 lx B │ 15 Jesupps B │ 15 en L, fehlt A B G │ 16 vaer B : A R │ 20 spreke A : B R L G │ 22 mit rechte fehlt A : B R 22 scholden B : A R; scholde wiinnen A : B R │ 23 vor sa m mit Querstrich eliinghe urspr. wiise A │ 25 alle fehlt R; wollten sie anders nicht alle die helse dazu thun F S │ 26 en B │ 27 dat A R, fehlt B G │ 27 de : urspr. der A │ 27 em A, ene R : B G │ 28 wer B │ 28 dat vor dar fehlt B : A R │ 28 wolden A R, wol B │ 28 dat A R : dar B

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Dar ginghen de vogede in dat richte, vnde her Hinrik van Haren wart vt der hechte gehalet vnde qwam vngebunden vor dat richte. Do sprak de vorsprake van des koldregers weghen, de de stede helt der koninkliken walt, wo her Hinrik hadde vorraden vor deme Berghe vnde in deme Sunde de stede 5
vnde were der menen stede vorreder. Dar sede her Hinrik van Haren, de vrome here, neen to vnde sprak, he hadde newerle anders gedan vnde handelt, wan eneme bedderuen, erliken manne tohorde vnde den scholde. Vnde dar was nene bekantnisse, nen tuch, nene schinbar dat, offte neue vogede 10
gichtinge, dat he vor en wes bekant hadde, men her Hinrik stunt in siner were, in siner vnschult, alse ein vnschuldich, bedderf, vrom man. Doch dat mochte em nicht helpen De bodel dingede na deme bande vnde na sineme hogesten. Dar rep her Hinrik van Haren luder stemme also: Jodute ouer de 15
walt vnde ouer dat vnrecht, dat mi schut. Ik schelde dat ordel vor den rat. Do vragede de voget deme gemenen volke, wer se em ordels wolden gunnen. Do rep dat mene volk: Nen, nen, luder stemme, also de Joden ouer Cristum repen: Crucige ene, crucige ene, sin blot gha * ouer vns vnde vnse *
22A
20
kindere, alse id en van Jesuppes selschop was innegheuen. Dar bunden se her Hinrike in deme richte, vnde de bodel † delde
14B
em dat wedde, dat me ene scholde slepen vt der stad vnde vp ein rat setten, sunder de heren van der Wismer wolden ene begnaden. 25
Do de delinghe ghan was, do weren mank den sostighen vnde mank den anderen borgeren vele, dede bitterliken sere

1 richteheren G │ 2 Haren de warth A : B R L G │ 2 vthe B │ 2 b oe delie G │ 2 haleth A, gehalt R : B G │ 3 do B R L G, dar A │ 3 des A B R G, der Reim. Kock │ 4 gewalt B R L G, des - waldes Reim. Kock │ 5 Bergen ohne Artikel G, dazu dat is vor deme slate Flensborch B 2 W │ 5 Sunde : dazu vor Copēhagen B 2 W │ 5 st der A B R G │ 6 steder A B R G │ 8 eiinem A │ 8 badderuen B, fehlt R L │ 10 bekantenisse B, bekentnysse R │ 10 keyne tuchnysse R │ 10 keyne gychtynge R │ 11 em A : B R G, wes vor en B R : A G │ 12 siine were A : B R │ 13 vram A am Rande, fehlt R │ 14 b oe del A B L S G, vorsprake R Reim. Kock, vgl. S. 43, 4 │ 14 vnde fehlt R │ 14 siinem A G R │ 15 stemmen A B │ 15 jodute : ja leute W │ 17 dem rade G : A B R │ 17 da A, don L : B R G │ 17 ein richtvaget G, vrageden de voegede L S │ 18 oe rd ls A B G L, de scheldynge R Reim. Kock │ 19 st mmen AB │ 19 Christum B │ 20 crucige bis kindere fehlt R, das zweite Mal cr u sege A │ 21 m B G : A R │ 21 yugegeuen B R L G │ 22 se fehlt B : A G R L │ 24 vppe B │ 24 sunde B │ 24 Wiissmar A : B R │ 26 so de A :B R L G │ 26 lx B R │ 27 dede A G L, de B R │ 27 szeer B

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wenden vmme desse walt vnde vnrecht, men dar was nemant, de desse walt halp keren. Do dit gheschen was, do esschede de rat de sostich vor sik vnde seden: Leuen vrunde, dit recht is nu geghan, wille gii em dit delde recht ok sachten? Do spreken se darvmme vnde seden deme rade darna ein antwort, 5
so sprekende, wolde sin broder dat bebreuen, dat vp de sachtinge des rechtes he offte de sinen nicht saken wolden, dat me em gnade dede. Dar besegelde sin broder do einen breff, dat he vppe de entsachtinghe des rechtes mit alle den sinen, de vmme sinent willen den vnde laten willen, nicht saken willen. 10
Dar gingen de ratmanne vnde etlike van den sostigen, den dit vnrecht led was, mit wenenden tranen van deme hus.
Dar ward id van den Jesuppiten vnde Jesuppe, den bosen luden, to * laten, dat he gink vor vppe dat rathus binnen vor de deren mit den bodelen so langhe, dat he sine bicht dede
*
23A
15
deme brodere to bekennende (gaff) mit der vart, wat eme wrogede. Darna so togen de bodele mit em so mer midden vppe den market na deme rathuse wert. Dar gink de gude man sitten vppe sine knee vp ein graw laken; dar houw em de bodel sin houet aff. 20
Dar weren vppe deme markede vntellike lude vorsammelt, beide man vnde vrouwen, alle de gantze market vul, vmmehere alle vinstere, vppe den bonen, vor allen husen vul. Dar treden do to sine vrunde, † sin broder mit den negesten, in
15B

3 lx B R │ 5 antwerth A : B R G │ 6 vorbreuen R L G │ 7 he bis rechtes fehlt B W, dat he offte de s. vp de s. d. r. stellt R, dat vp de sackinge des rechtes dat he ente de sinen nicht saken wolden vmme der begnadinge willen, dat sine broder dat schwert kregen, versegelde he einen breeff, dat he noch de sinen dar nicht vp saken wolden. Dar u. s. w. L │ 7 wolden saken, so mochte em gnade weddervaren. Darvp vorsegelde u. s. w. G │ 8 em A G, ene denne R │ 8 vorsegelde R G │ 8 broder AG, fehlt R 8 do A, fehlt R G │ 9 den B R G, fehlt A │ 10 wolden B R │ 10 vppszaken B R G │ 10 wolden B, wolde G, schollen R │ 11 lx B R │ 12 wenden A : B R │ 12 husze B R │ 14 vp A G R │ 15 pedelen S a b, büttel Skb │ 15 dede : sprack G │ 16 den R, sinem G │ 16 to A G R, fehlt B │ 16 bekennede A : B R G │ 16 gaff fehlt G │ 16 em G, en R, fehlt A │ 17 miitden A │ 18 vp A G R │ 18 dat marcketh A B │ 18 de B R L G, fehlt A │ 19 vppe syne knee B R L S G, fehlt A │ 19 vppe B │ 19 grawe B, grae R, grun F │ 19 laken vnde badt dat volck, efft dar jemandt wehre, den he vort oe rnet hadde, dat he em sulckes doch vmme gades willen wolde vorgeuen vnde sach vp na dem hemmel. Do sloch de b oe del tho vnde houede em sin houet aff. So voer he tho gade. (Jesup vnde sine selschop m oe gen varen in nobis kroch) G │ 19 howe B, houede R G │ 21 vntelieke A : B R │ 22 de : dat alle Handschriften │ 23 vp A │ 23 huszeren B │ 24 sine frunde tho sinem bedr oe ueden broder G │ 24 vrunde vnde siin A : B R

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groter wemodicheit vnde mit bedroffliker vare vnde leden en in ein sark. Vnde dit was dorch den broder vnde sine vrunde van den sostighen gebeden, dat se ene mochten to den Swarten monneken in sin graff leggen. Do drogen se en ersten in sin eghen hus vnde leten em des auendes villige singhen. Auer 5
he was in der segeler kumpanien vnde in der papegoien selschop: dar wart bestellet, dat em van den beiden kumpanien nen boldik konde werden offte lichte. Ok wart id bi de ratmanne bracht, dat se van vare wegen * vnde vruchten haluen ene nicht dorsten to der kulen dregen. Men se kregen gude *
24A
10
andere iunghe lude van erliken slechten, de droghen den doden to den Swarten monneken vnder siner erliken husvrouwen egenen gulden stucke, dat se hadde, vnde dar volgeden na mer erlike lude, vrouwen vnde mans, vnde offerden des anderen morgens, wan offte he vppe sinem egenen bedde gestoruen were. 15
Sus wart her Hinrik van Haren begrauen in der Swarten monneke kore vnder sinen liiksten, den he dar tovorne let leggen vppe sin graff. Den steen hadde he laten siren mit reineme missinghe, schilt vnde helm vnde de vmmescrifft, lange tovoren, ere he van sulk eneme dode wuste offte dachte. Sus 20
is em doch alliike wol ene erlike, herlike bigrafft geschen tegen siner viende vnde voruolgere willen.

1 vaer B │ 1 ene A, em G : B R │ 2 vor dorch urspr. van A │ 2 synen (fehlt R) frunden B R : A G │ 3 lx B R │ 3 beden A : B R G │ 4 ene A R : B G │ 5 egene A : B R G │ 5 hus in der cremerstraten, dar nu Jeronymus Schulte wanet. Dat wapen is noch vp der docken G │ 5 em dar des A G : B R L │ 6 k u mpeniien A, cumpanye B G │ 6 papegegen B R, papengoiien A : G │ 7 kmpenii n A, cumpanyen B G, kumpenygen R │ 8 neue G │ 8 boldick B, -diick A, -dike G, -dych R; boldych offte lychte mochte werden R │ 8 radesheren R G │ 9 vr u chtens A B │ 12 vnder : vnde A │ 13 egen R, alle Handschriften stellen es vor erliken │ 13 guldene A, guld B : R G │ 13 hadde vp erem bedde in groten festen liggen G │ 13 mer fehlt R │ 14 mans vnde frouwen R G │ 14 offer den B │ 15 wen fehlt R │ 15 offte am Rande A │ 15 vp A │ 15 stror u en A : B R G │ 16 swarte B R │ 17 den : de A │ 18 vp A │ 18 grab, anitzo gleich gegen der canzeln daruber ein groszer leichenstein, welchen er hatte in seinem leben mit meszing mit helm und schild beschlagen laszen (welches aber anitzo alles herunter geriszen und ist der stein in viele stücke zerbrochen). Kurz vorher in einer durchstrichenen (an eine falsche Stelle gerathenen) Bemerkung wird die Farbe des Steins als braunlich angegeben S a b 1003 │ 19 reiinem A R │ 19 mes synge R │ 19 vmmescrifft : dazu alse men darsuluest sehn mag G │ 20 sulleck B, solken R │ 21 erlyke vnde B R │ 21 begraffnysse R │ 22 willen : dazu etc. A; desse enthouynghe schach etc. B; dusse enthouynge en schach R, G bringt noch die Jahreszahl.

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* Darna qwemen se tosamende Jesup mit den sinen vnde *
25A
makeden grote vare vnde anxst mank deme volke vnde wolden her Johan Bantzekowen ok wech hebben. Dar qwemen de borgere vmme tosamende in der segeler kumpanien hus vnde menden, se wolden † weten, worvmme onte wormede se ene
16B
5
anklagen wolden. Do qwam Jesup mit siner lot vnde selschop in den schuttink drengende, er se id wusten, vnde rep ouerlut, se scholden vppe den market komen, alle, we sik daraff toghe, den wolden se richten also enen anderen vorreder.
Do de sostich vppe dat hus qwemen vnde hadden den
10
rat to hope vorbodet, do was de market vul volkes mit eren wapen vnde panseren, speten, rutingen vnde in mer husen vnde sieden vorgaddert wen tovoren. Do repen se: In dat recht, in dat recht. Men dar wart inne ramet, dat me ene vt deme torne scholde * in des bodels hus setten, er he vor dat *
26A
15
recht qweme, vppe dat dat recht sinen gank behelde.
Dar worden de voghede to geuoghet van des rades wegen, alse de rat van den Jesuppiten darto gedwungen was, dat se ene mit den anderen, de van den sostigen darto schicket weren, vnde mit den ammeten vnde gantzer menheit, also he in den
20
torne gesettet was, mit sodaner sammelinge scheiden so wedder vt bringhen in des bodels hus. Dar setteden se ene in der deue kameren, mit iseren banden, helden vnde keden swarliken
1 * N volgelth (!) hiirna, wo Jes u p, de bloth u nth, miith siime *
25A

falschen anhanghe miith deme vramen heren hēr Johan Bantzschow vmmegan hebbe n mit Querstrich etc. A, dith gelt nu her Johan Bandtschouwen G, ohne Kapitelüberschrift B R

2 dem A G : B R │ 3 Bantschowen B R G, Bantschow A │ 3 e y wech R │ 4 b oe gher A : B R G │ 4 der B R L G : de A │ 4 k u umpeniien A, kumpenyge R, kumpanyge B: G │ 4 hus fehlt R L │ 5 vor vmme ursp. mede A │ 6 qwam : dazu der retlinführer F S │ 6 l oe th A, loeth B, loth G R │ 7 de kumpenyge R │ 7 ere A: B R G │ 8 alle scholden se B, se scholden alle R, alle so vele dar weren de seholden G │ 8 dat alle │ 8 alle hinter komen fehlt B R L G : A │ 8 dar B R L G, fehlt A │ 10 lx B, suluen G │ 11 dat marcketh A B R G │ 11 ereme A : B R G │ 12 wape n mit Querstrich B R, wapende A G │ 12 pantszeren B, dazu v n mit Querstrich R │ 12 mer : eren R │ 13 stede A │ 13 uorne B : A R G │ 14 in dat recht (int recht G) doppelt A G, einmal B L, nur recht doppelt R, vor dem zweiten in urspr. int erste A │ 15 scholde : dazu halen vnd R │ 15 de bodelye R L │ 15 ere A │ 17 geuoghet B : v oe geth A, schycket G, geschycket R, gesettet L │ 18 van : davor ursspr. miit A │ 18 gedrungen G L : A B R │ 18 was : anstatt alse bis was: so dat de Jesupiten myt den ampten hebben wolden R │ 19 den anderen bis hus umgearbeitet in R │ 19 lx B │ 20 alsze B L, so also G │ 21 sottet B : A G L │ 21 scholde ene A B, scholden se nu G │ 22 ene : dazu yn de bodelye R │ 22 der A: de B R G

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gespannen, geliik also enen misdeder. Dar sat he wol mennigen dach lank in moiie vnde sorgen grot.
Do darna na etliken daghen vorbodede Jesup de sostich to hope vnde redede mit en hiirvan, also he alrede mit sinen sundergen rederen, ik segge nicht vorrederen, vnde ratgeuen
5
ouerein gekomen was vnde besloten hadde hemeliken, so he plach, dat se wolden de ammete vnde borgere vorboden laten vnde handelen van her Johan Bantzkowen weghen, se konden sulk enen misdeder mit sik nicht liden in der stat.
Do de borgere to † hope qwemen in der segelere schuttink * vnde begunden darvan to ramende vnde wolden, dat me her

17B
*
27A
Johan Bantzkowen scholde [Lubesches] rechtes gunnen, do qwam Jesup, ik wil nicht seggen Judas, de vorreder, mit siner schare, mit den ammeten vnde mit sinen sunderghen hemeliken ratluden, de mank den borgeren weren, dar qwam he mede 15
her vte der koplude huse mit dranghe vnde mit eneme toruggende vnde mit eneme storme, so he id mit den sinen besturet hadde, vnde hadden ere pantzere ane vnde ere wapen vnde were bi sik.
Do wolden de borgere, de in der segelere kumpanie weren,
20
dar se to indrengende qwemen, weten, wat se em weten, worinne offte wormit se ene anklagen wolden, vnde menden also, de borghere, se weren ouerein gekomen, dat me em scholde Lubsches rechtes gunnen, offte (giffte) em we to spreken wolde. Men dar wolde Jesup mit den sinen nicht aff weten 25

1 gespannen G, fehlt A B R L │ 2 moyge B, mowue R │ 2 sorge A, groten szorgen B R, in groter moie vnd sorge G │ 3 do fehlt R, die Handschr. begnügen sich mit einem na │ 3 Jesup : dazu vnde niicht Jhs A : B R L S G │ 3 lx B R │ 5 wil nicht segnen G │ 6 kamen B L, gedāē R (ohne was) │ 6 hedde A │ 6 hemylyken B │ 7 wolden B R G, fehlt A, später bei L │ 7 de ampthe vnde de b oe rgere A, de borgere vnde ampte R : B G L │ 9 sulleck B, solck R : A G │ 9 eiinen A G, ene B, e y n R │ 9 miit A G, manck B R L │ 10 szegeler B │ 10 schuttinck B A G, kumpenyge R, dazu offte k u mpeniie A │ 13 wyl B R L G, fehlt A │ 13 nicht fehlt R │ 13 segnen : dazu sunder id was L; es war der rechte Judas F S │ 14 den B R, fehlt A │ 14 siinen A G R L, fehlt B │ 14 sunderliken B, sundern G : A R │ 14 hemelken A: B R G │ 15 ratgeueren R │ 16 husz B R G │ 16 drengen B : A R L │ 16 eiinem A │ 16 tor u gende A : B R │ 17 vnde A, fehlt B R │ 17 eiinem A G │ 17 best u rt A : B R G │ 17 hedde A │ 17 hedden A │ 18 pantzer A R : B G │ 18 wapent B A │ 20 segelerē A, szegeler B G, seggeler R │ 20 k u mpeniie A, kumpenyge R │ 21 drengēden R, drengheden B : A G │ 21 qwemen A G, fehlt B R L │ 23 weren : dazu so B R, also G L │ 23 dat A G, fehlt B R L S │ 24 scholde em B R L S │ 24 gyfft B, fehlt R │ 25 aff A : van B R L G

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offte horen, sunder Jesup de rep ouerlut, dat ein iewelk volgen scholde vppe den market bii siner ere; de dat nicht den wolden, de wolden se richten alse de anderen vorreders.
Dar hadden se den rat vppe dat hus vorboden laten; dar qwemen * de lx to vp mit den koldregeren vnde vorspraken.
*
25A
5
Vnde de ammete vnde de menheit des losen volkes weren alle vppe deme markede mit eren speten, pantzeren vnde anderer were vnde hadden sik ghehelet offte vorborgen, dat meste part, in den huseren vmme des willen, offte de erffzetene borghere wolden ene entfriien offte entsetten, so wolden se sik vtert 10
hebben vnde vp se geslagen hebben. Men (ouers) van alle den erffzeten borgeren was nemant so driste, de sik iegen de ammete vnde de lozen menheit setten dorste, wente se hadden se to verne ingestedet, so id nu ok leider vuste schut in velen steden †
18B
15
Auer vppe deme huse spreken de sostich mit den vorspraken, wo se ene anklagen wolden. Wat schal ik vele seggen, so also se her Hinrik van Haren to deme dode vnrechtuerdigen brachten kort tovoren, so geliken deden se ok bi her Johan Bantzkowen, deme vromen heren vnde rechtuerdigem 20
manne, sunder egene bekantnisse edder vogede gichtinghe, men den rat mit den ammeten vnde mit deme gemenem hupen todrengen de darto, dat se dat mosten tosteden vnde anrumen, wolden se anders alle nicht vormordet werden.
Do gingen * de vogede in dat richte so na der wiise, alse
*
29A
25
do her Hinrik van Haren vorrichtet wart, mit groter bedroffnisse vnde vare vnde banghicheit sitten. Do sprak de vorsprake em to, alse em de alderslimmeste koldreger het vnde vorgaff,

1 de A, fehlt B R L G │ 1 iderman B R, iederman A G │ 2 dat marcketh A B, dat marck R 3 wolden, de A R : wolde, den B G │ 4 hedden A │ 4 vp A │ 5 lx B R : he A │ 5 urspr. koldregers A │ 7 eren spissen, speten A 7 ander R, andere A, andern G │ 8 hedden A │ 9 de husere A : B R │ 10 entfrygen B │ 12 erffsetten R, arffsetenen A │ 12 borgers R │ 12 sick dorste B R : A G L (dorffte setten L) │ 13 vnde lozen B R │ 13 hedden A │ 14 vorne B, vorē R : A G │ 14 inne stedeth A, ingestadet G : B R; der nächste Satz fehlt in R │ 14 leyder ock B L : A G │ 16 lx B R │ 16 den : de A │ 17 schal fehlt A │ 19 vorne B │ 19 gelick A G L : B R │ 20 rechtferdig B │ 21 egen R │ 21 bekantenisse B : A R; L fährt fort de gemeine vnd her omnes (auch F und S) raedt de drengen einen erbaren rath │ 21 edder gichtinghe (giittinge A) : sunder tuchnysse vnd schynbar daet R │ 22 gemene B │ 23 inrumen G : A B R │ 25 so fehlt R G │ 26 do nachgetragen A │ 26 groteren A : B R L │ 26 bedroffenisse B : A R │ 28 kaldeff B R, kaelstorter Reim. Kock : A G │ 28 hete A B R, dazu seggen R, wo vnde vorgaff fehlt.

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de dat doch van dwanges weghen den moste, de van der koninkliken walt wegen klagen moste. Do sprak he her Johan Bantzekowen an vor enen meneeder vnde vor enen vorreder, dat he de stad vorraden hadde, so dat dar grote sammelinge des volkes weset hadde buten der stad Wismer vorsammelt, 5
den de stad open stan hadde vj nacht, vnde dat de slote open weren gevunden van den doren vnde porten der stad, vnde her Johan Bantzekowe hadde gesworen ein eed in alle godes hilgen, dat he wolde bi den borgeren bliiuen leuendich vnde dot vnde sin blot vor en geten - also he ok vnuorschuldes dede 10
- vnde hadde sik in ene wiikenscop gegeuen, dat is, he hadde vorgeweken, dar he ouer beherdet vnde beslagen were vnde angetastet vnde in de slote gekomen. Dar her Johan Bantzekowe to allen reden vnde saken vorgeholden * aller dinge nen sede, vnde dat he newerle anders gedan hadde offte handelt bi der stad saken † offte sus anders, wen em van ere offte *
30A
15

19B
rechtes wegen tobehorde, vnde were alle erer ticht vnde tosage vnschuldich, vnde allent wat se em deden, dat schege van hates weghen. Vnde sprak to deme vorspraken Roggendorpe also: Du west wol, dat id so nicht en is, so du sechst. Do 20
sede Roggendorp: O leue her Johan, here, vorgeuet id mi, ik mot id don, id is mi so beuolen. Dar vorgaff her Johan Bantzekowe id em vnde allen, de wat teghen em deden efte dan hadden, vnde sprak aldus: O leue here Jesu Criste, ik bidde di, vorgiff en dat se vnuorschuldes an mi don. Darna 25
dingede de vorsprake na deme bande, vnde de bant wart em todelet. Dat wolde he schelden vor den rat, men de vorsprake vragede deme menen volke, wer se em eines ordels gunnen

1 doch fehlt A, doch sulkes G : B R │ 1 moste don A : B R L G │ 2 do A G : dar B R │ 4 dar A G, fehlt B R L │ 4 sammeling B, sāmeliige A │ 5 gewest G R │ 5 hadde A B R G │ 5 Wiissmar A │ 6 den A : densuluen hedde u. s. w. G, vnd dat R, wen B │ 6 mante L, monat F S │ 8 hedde A, hadden B: R G │ 9 blyuen by den borgeren B, blyuen erst hinter dot R G │ 9 vnde dodt A R, offte doeth B │ 10 se vorgeyten R │ 11 urspr. wiicken- A, wyckenysse ohne die folgende Erklärung R │ 11 hadde : were G │ 12 behardet B │ 13 Bantzekowe: dazu doch A : B R G │ 13 reden dyngen R │ 14 nen : dazu tho R │ 15 offt B, vnd R │ 16 der R: den A B │ 16 sust R │ 17 ere B R │ 17 tydt R │ 18 schege : dazu em B, alle G : A R │ 19 dem A G R │ 20 en : e y R, fehlt G │ 21 leue doppelt A : B R L │ 21 here fehlt A : B R ; o min leue gude here, vorgunnt G │ 23 für id bis wat: synen vyenden dat se R │ 23 offte B R, edder G │ 24 als u s A G : B R │ 24 J y u A │ 24 x y e A, christe B G : R │ 25 vorgiff : dazu ydt R G │ 25 na : dazu do B R : A G L │ 26 dem A G R │ 27 delet: urspr. dazu de vorsprake A │ 28 were dat L, ente R G

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wolden. Do repen se alle: Nen, nen, nen. Do dingede de vorsprake na deme wedde des dodes. Do delde de bodel na der ansprake, dat me ene scholde bouen alle deue in eine galgen hengen vnde scholde ene slepen * vt der stad vnde selten vppe ein rat. *
31A
5
Sze nu wo de vndersaten ere heren, wan me en vorloff ghifft, deren vordelgen vnde iamerliken des smeliken dodes vorlesen. Dit was darvor, dat he vor dat mene beste mennege varlike reise dan hadde to water vnde to lande de menheit to vordegedinghende vnde dat mene gud vnde beste vor heren 10
vnde vorsten, vnde deme gemenen volke gudes kopes behalp in bere, brode, vlessche, visschen vnde aller veilinghe. Se wo em gelont is darvor, dat he dat gemene beste vnde gud geuordert hefft.
Do he aldus vorordelt was, do qwam sin oldeste sone
15
Hans Bantzkowe vor de sostich vppe dat hus vnde vil vor en dale nule vp sine borst mit vtgetenden tranen † vnde bat, dat
20B
se dat ordel sinem vadere entsachten wolden vmme godes willen.
Do was dar ein mank, de em sere gunstich was vp de tiid, de wart mit em wenende vnde borde ene van der erden
20
vp. Desse sulue hadde ok sinen vader tovoren entsettet, dat he nicht in den torne sottet wart, do her Hinrik van Haren settet wart, darvan touorne gesecht is. De sulue man sprak vor * em, so dat de sostich mit em vor den rat gingen vnde spreken dar mit Hans Bantzkowen also: Nademe dat sin broder *
32A
25
vnde siner suster man Gotke weren vte der Wismer weken, wolde he denne sine negesten noghafftigen vrunde dar vor setten, dat he vnde sin broder vnde nement, boren offte vn-

1 degedingede B : A G R │ 2 dem A │ 2 delede G, reep Reim. Kock │ 3 deue: urspr. dazu hengen A │ 3 eiine A B, de G L, dē R │ 4 hangen R │ 4 effte G, edder L │ 4 vther B : A R │ 5 esten en G │ 5 vp A │ 5 raedt B │ 6 seth A: B R │ 6 wo : dazu hiir A │ 8 vmmebrengen R │ 8 mennyge B │ 9 heddeA │ 10 vordedynge R, vordedingen G │ v oe rsten: dazu tho v oe rdern G │ 12 alle B R, allerlei G │ 12 veiielynge A, velynge gudes kopes behalp R, vitallie G, victallie L │ 12 seet G, szo B R │ 12 wo : wort R │ 13 nu dat belonet werdt. De rackers scholden sulcker lude borgermeister vnd rahtlude wesen, de ere heren so ehren also de b oe del sinen knecht G │ 15 alsus A : B R │ 16 ix B R │ 16 vpp B G │ 16 en : dazu nedder R │ 17 nule A B G L, fehlt R │ 17 vthgetheden A, vthgeytynge syner R │ 18 ordele B │ 18 synē B, synes R │ 18 vader B, vaders R │ 19 ser B │ 19 gunstigen B : A G R │ 21 hedde A │ 21 touorne B : A G │ 23 secht B: A G R │ 24 lx B R │ 25 nachdeme A B R G │ 26 Gotke : Hans Golke S │ 26 were erst hinten Wismer R │ 26 vth A G │ 26 Wiissmar A │ 28 effte G, vnde B R L

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geboren, dar to neuen tiiden vp saken scholden offte wolden, so wolden se em gnade don.
Dit konde Hans Bantzkowe so hastigen vnde varlosen nicht don, men he bat, dat me sinen vader wech setten wolde mit barmherticheit, he wolde van stunden an riiden na Lubeke
5
vnde halen sinen broder vnde siner suster man tor stede vnde wolde gerne bebreuen, wes se begerden.
Aldus wart id vortogert ene tiit lank. Men (ouers) sus wolde vnde dorste ok sin broder vnde siner suster man Gotke to der stede binnen de Wismer nicht komen vp ere leide,
10
wente Jesup was mit den sinen mechtiger wan de rat. So schach id, dat binnen desser tiid vnse gnedige here de bischop van Ratzeborch vnde de offcialis Jesuppe mit beden vnderwiseden vnde bewekeden, so dat he mit den sinen dat tolet, dat em binnen der tiid in der bodelie * in deme sale dat sacra- *
33A
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mente des lichammes vnses heren Jesu Cristi wart gegeuen, also dat he qwam to eneme saligen berouwsamen leuende vnde to groter dult, vnde bleff ok dar vast inne bei in sinen dot.
Darna besegelden sine beiden sons enen breff, wolden se den vader bouen dat vnrecht, dat em schach, nicht slepen laten vnde radebraken vnde bouen alle deue hengen † laten.
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21B
Wente dat volk was so sere grimmich vnde vul duuele worden, dat se gerne den gantzen rat, den enen na deme anderen, so vtelesen vnde dodet hadden; men god schickede dat dorch andere gude lude, de mank den sostigen weren, dat id wun- 25
derker wiis behindert wart. Ok mosten etlike andere vrunde, alse her Gobele van der Sterne, her Johan Bantzkowen suster man, ok enen breff besegelen.

1 vnbaren A: B R G │ 3 vorlasen R │ 5 barmhertiiheit A, barmeharticheit B : R G │ 5 lūb A │ 6 siinen (vor suster) A : B R L G │ 8 alsus A B : R │ 9 G oe tke A, fehlt S │ 10 de Wismer : der Wiismar A │ 10 vppe B │ 11 den fehlt A │ 11 mechtiger was B L, synen was R : A G │ 13 Raetszeborch B │ 13 offitialis B │ 13 Jesupp B G : A R │ 13 bedende G │ 14 dat (hinter sinen) fehlt R G │ 15 der : desser B, dusser R │ 15 deme sale : der d oe rnsen G │ 16 Jhesu B │ 16 Christi B G: A R │ 17 beruwsamenden G, beruwsāmeden A, berusamenden B R │ 18 darynne vasth B, vast darynne R : A G │ 20 den A R L: deme B, eren G │ 21 -breken G │ 21 hangen R │ 22 szer B │ 22 duuel A B: R G (boser duuele G) │ 23 eiine n mit Querstrich n mit Querstrich A │ 24 vthleszen B R, vthgelesen G │ 24 hebben B R │ 25 lx B R │ 25 wunderlyker R, wunderbarliker G │ 26 vorhindert B R G S │ 27 Gobbele R, Gabriel L │ 27 dem A : B R L G │ 27 Sterne : dazu de sin graff harde bi her Henrick van Haren in dem chore tho den Schwarten monniken vnder einem herliken breden stein hedde, de wasz G │ 28 vorszegelden B, vor- R L G : A

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Do desse breue besegelt weren, do logen de bodele vnder der rechten maltiid mit eme vppe den market harde bi de stede, da her Hinrik van Haren affgehowen wart. Dar settede sik her Johan Bantzekowe dale vp ein graw laken. Jedoch so was dar bouen male vele volkes vppe deme markede, also dat de bodel * sinen frien how nicht wol hebben konde, do he 5
*
34A
dat swert hadde vtgetogen. Do sach her Johan Bantzekowe den bodel an vnde sede, he scholde en weinich beiden. Do vorscreckede sik de bodel vnde dat volk drengede to so sere, dat he eme in de schulderen how vnde moste em dat houet 10
affsniden, dat em grote pine was sulke martele to lidende.
Do qwemen sine vrunde vnde leden ene in ein sark vnde leten ene dregen in sin hus vnde toghen ene vt vnde wunden ene in ein laken vnde leden ene so blodich in dat sark wedder vnde negelden id vaste to, wente he hadde sine vrund dar
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vmme beden, dat me ene so scholde bliuen taten, vppe dat he in sodaner varwe, also he vnrechtuerdighen vorrichtet wart vnde dodet, so mochte vor dat strenghe richte godes komen. Dar in sineme huse wart he mit villien des auendes beghan, men van vruchten vnde anxtes wegen dorsten ene de ratmanne 20
nicht to der kulen dregen. Ok esscheden sine vrunde nene boldeke vt nenen kumpanien - he was in beiden kalanden vnde in der segelere kumpanie vnde papegoiien selschop vnde * ok in ander ammete broderschop, de do alle sik an en nicht en kerden mit bol†deken vnde mit lichten, (so de wiise was). *
35A

22B
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1 vorsegelt B R L G │ 2 em B G │ 2 dat marcket A B R G │ 3 dem stene L │ 4 vppe B │ 4 graue R │ 5 dem A G │ 5 merkede A │ 6 frygen B : A R G │ 6 wol fehlt R : A B G │ 7 vthetagen A : B R G │ 7 do A G R L : szo B │ 9 dat fehlt A │ 10 em G, ene B R │ 10 huw A, hawue R, houwede G │ 11 sulleke A, solcke R: B G │ 11 lyden R G, dazu auerst hadde de b oe del dat einem slimmen struckr oe uer gedan, se hedden em dodt gesteniget G (Vgl. Cornelius Gesch. des Münsterischen Aufruhrs I, 269; II, 306.) │ 12 qwemen B R L S G Reim. Kock : nemen A │ 12 ene A G R, fehlt B │ 13 hus : dazu in der borstraten, dar nu Andreasz Hein wanet G │ 13 em A B, em sine kleder G : R │ 14 en A: B R │ 14 wedder A G, fehlt B L, wedder bis to fehlt R │ 15 dat A : B G │ 15 hedde A │ 16 dat : urspr. dazu ene B │ 16 so : dazu blodych R │ 17 sodaner: urspr. dazu wer A │ 17 gerychtet R G │ 18 strege A │ 19 husze B, husz A : R G │ 19 villigen B, vygyllyen R, vigilien G │ 20 vnde: dazu van B : A R │ 20 anxstes A │ 21 dragen G, dazu also do de wise vnde gewanheit wasz G : A B R │ 22 boldycke B, boldeken G, bollten W : A R │ 22 kumpanygen B, k u mpeniien A │ 22 he bis selschop vnde fehlt R │ 23 szegeler B G │ 23 k u mpeniie A, kumpanygen B │ 23 letztes vnde A L : fehlt B, dartho G │ 24 anderen A R L │ 24 ampten R L │ 24 em A B : R │ 25 mit vor lichten fehlt A L : B R │ 25 für so bis was : domalsz dem pawestliken gebruke na G ; was : dazu vnde B L G : A R

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Dat schach van vruchten weghen des bozen vorreders Jesuppes vnde siner tohenger, de em biiuillen in der bosheit. Auer sine erlike husvrouwe, sin suster vnde sine negesten leten ene vnder eneme witten otmodigen wullen lakene to Vnser Leuen Vrowen tor Wiiden dreghen erliken iunghen luden, de van 5
guden, erbaren slechten weren. In desser cappellen hadde he sin graff, dar he to liggende qwam vnder sinen sten, vnde em volgeden vele erliker lude na, beide vrouwen vnde man, de em ok des morgens alle naofferden.
* Darna, do desse beiden dot weren, do weren se noch
*
36A
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nicht tovreden, men se sochten sake, wo se noch mer ratlude, de de dreplikesten weren binnen rades, mochten ok vmmebringhen vnde se doden, vnde houen ersten an to ratslagende van her Johan Vresen, wente de hadde alle reise mit her Johan Bantzkowen getogen vnde hadde ein vullenkomen medemaker 15
weset alle der dink, de her Johan Bantzekowe bedreuen hadde. Deme leden se vore vare vnde drow, wort vnde werke, vnde menden, he scholde vorfluchtich worden hebben, alse her Johan Bantzekowe wart van lede vnde vruchten weghen, den se

2 anhanger B R, thojeger G │ 2 eme B R │ 3 vro u we A B : R │ 4 vnder A G S : yn R L, fehlt B │ 4 laken B R G │ 5 dragen G, später R, dazu mit G │ 6 erlyken R │ 6 weren : dazu thor kulen dregen R │ 7 hedde A, hadden de Bantschouen ere graff R, wo das Folgende bis zum Absatze fehlt │ 8 erlike A G │ 9 des anderen dages G │ 9 -offerde n mit Querstrich n mit Querstrich etc. A

Zu der Kapelle und Grabe giebt S a b 1106 folgende Nachricht: ist diejenige capelle, welche . . . und weil man etliche glocken vor einigen jahren darin gegoszen jetzund die glockencapelle genennet wird, und ist zu merken dasz da man āō 1705 einige Glocken gieszen wollen, das grab ausgeräumet, da man den noch unterschiedliche gebeine, in sonderheit den schädel des enthaupteten nebst einem schwarzen mützchen soll gefunden haben, welche ausräumung wohl unterlaszen worden, wenn jemand den leichenstein, der hernach in Marienkirche hingeleget worden, recht betrachtet. Der Stein ist verschwunden. In der Kapelle südwestlich der Marienkirche, stehn jetzt die Leichenwagen.

Kapitelüberschrift in A: Hiir volgeth n u na wo de blothūt Jes u p miith siinem anhange noch niicht gesadiiget was vnde wolde noch mer p me den hals hebben van den le u en radesherē, in G: wat sick darna thogedragen.

12 drepelkesten B, drepelykesten R: A G │ 13 auch muchten auff die fleischbanck opfern F S W │ 14 went wenthe A │ 14 he R │ 14 hedde A │ 14 alle B R G : ock A ; reisen G │ 14 mit A │ 15 taghen B R, gedan G │ 15 vnde: dazu de A, he R │ 15 hedde A, fehlt G │ 16 weset : gewesen R, siin AB │ 16 hedde A │ 17 dro(w)worth in einem Worte in den Handschriften │ 17 vnde fehlt R │ 17 warke A B, fehlt R │ 18 geworden hebben R, geworden sin G, werden A : B

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wedder inhalden, so tovorne gesecht is. Darvmme tergeden se desse anderen ok mit veler moie; se menden ene ok so to bringende in ene wikenschop, vnde hadde he sik darinne geuen, so ere beghere was, so wolden se ene gerichtet hebben liik her Bantzkowen, vnde warden de dore mit velen luden dach vnde 5
nacht: hadde erer ein van deme rade, de se menden, dar vte gan, varen offte reden, den wolden se vp der wikenschop anegrepen hebben vnde de pylterpasse ok mit em gespelet hebben also mit den beiden anderen.
Mlen † (ouerst) do mit desser erer * wiise se nicht konden

23B
*
37A
vortkomen vnde eren willen schaffen, do lede Jesup mit den sinen hemelken rat to hope vnde sochten andere wiise, wo se den gantzen rat mochten affwerpen vnde sik wedder in de stede setten. Doch vppe de mede, dat id dat mene volk nicht en merkede vnde vorneme, makede he ein hemelk vorbunt mit 15
anderen luden, also dat he id dorstak mit etliken eddelen mannen efte houeluden, de id vnser gnedigen vrouwen scholden andragen, den se gelt loueden vnde geuen, dat se den rat scholde vmmesetten - also do des vele mank den luden secht wart: wat des was, dat is gode bewust vnde wol bekant. 20
Darna vorbodede Jesup de borghere vnde ammete van den sostigen vnde hadde mit sinen hemelken ratgheuen bestellet mank den borgheren, dar he in alle dren kerspelen sik mank den borgheren wol verwuste, de mit den ammeten tohelden vnde sik mit den ammeten teghen de borgere vorbunden 25
hadden, vnde sprak aldus to en: Leuen vrunde, wi ghan hiir

1 secht B, zwischen ge und secht scheth getilgt A : R G │ 1 targeden B, torgeden R, targende A, trachteden . . . . na G │ 2 m oe iie A, moyge B, moue R │ 2 ene : se R │ 3 hadden se R │ 3 dariin A, fehlt R : B G │ 3 gegeuen A R G │ 4 er boger B │ 4 ene : se R │ 4 riichtteth A, geruchtet R : B G │ 4 her Bantzkowen : den anderen R │ 7 vthgegaen R, dazu offte B : A R G │ 7 vppe A │ 7 a n mit Querstrich e A, an B R │ 8 peltzerpassiien A, peltzerpassie B G : R │ 8 gespelt A R : B G │ 9 andern R G, andere A │ 10 do se R G │ 10 diisse A : B R G │ 12 sinen : dazu e y R │ 13 -werpen : dazu edder selten G │ 14 vp A │ 15 en fehlt A B G, e y R │ 15 markede AB │ 15 hemelick B R │ 16 he fehlt A │ 16 eddele B, fehlt G ; etlyken van adele R │ 17 offte B R, fehlt G │ 18 iindreghen A: B R G │ 18 geuen : dazu iegenwardich vndt in de handt G │ 19 scholden R, mochten G │ 20 wat des was : effte idt nu so gewesen is edder nicht G │ 20 wol am Rande A, fehlt R. Der Passus lautet in L: also idt manck de lude quam vnd gesecht wardt, fragede de eine dem andern, wat dat were. Se seden, dat were gade bekandt und entsprechend in F und S │ 21 darna : dazu do B │ 22 lx B R │ 22 hedde A │ 22 hemeliken B R │ 23 karspelen A G : B R │ 24 vormochte G │ 25 den fehlt B │ 25 b oe rgher A : B R │ 26 hedden A │ 26 alsus A, also G: B R │ 26 leue B, guden R : A G

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alle tid to hope vnde settet nicht vort; wi weten nicht, wo wii darane stan. Konde wii doch ene ghude sate maken, dat wi alle vnses liues, gudes vnde ere velich mochten wesen vnde wusten, wo wi mit deme rade dar*ane stunden.
Desse sproke qwam mank de borghere vnde ammete. Do
*
38A
5
menden de, de in creme rade nicht geweset hadden, dat se sik menden mit deme rade in vruntscop to vorenighende vnde to settende vnde louen vnde velicheit mit deme rade to ramende vnde to makende. Men ere meninghe was so nicht. Se menden den rat afftowerpende ofte gantz dot to slande, so id de nadat 10
wol vtwisede vnde ok de vorscheffte, vnde wolden sik wedder in de stede vligen.
Hiir ginghen se vaken vmme to hope, vnde Vicke Beer, de duuel, bles vul to, so dat se de degedinghe daghe vppe de louen † leden vnder wilen, to den Grawen monneken ok

24B
15
vnder wilen, so lange dat se id vtlopen leten, dat sik de rat hadde vorenighet vnde tosatet to deme koninghe vnde sik keret van vnses landes heren.
Dar toch do Bertelt Weitendorp vnde Hans Sasse vmme to Rostock vnde halden de vtschrifft van der tosate. De wart
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gelesen vor den borgheren vnde ammeten vnde darna vppe deme huse vor deme rade vnde den sostigen vnde vor der gantzen menheit, also dat dat gantze volk wart mit torne bewagen teghen den rat. Also dat de borghere affghingen, ramede de rat mit den sostighen, dat se scholden ramen vppe ene wiise, 25
dar me allen vnmot mede vorlegghen mochte vnde vorsekeren alle dink tusschen deme * rade, borgheren vnde ammeten. Do *
39A

2 doch fehlt R L │ 4 wo fehlt A │ 4 dar fehlt A │ 6 hedden A │ 7 myt deme rade menden (G gedachten) B G : A R │ 7 vnde to settende fehlt R 8 enycheyt R │ 10 warpende A, settende G: B R │ 11 vthwisende werth B, bewysede R │ 11 vnde wolden : dat se R │ 12 flyen R │ 13 Bere R, dazu iick mene A : B R ; anstatt vnde Vicke bis to hat G nicht in gades namen │ 14 so : dazu langhe A : B R G │ 14 degehdynge B, dazu vnder tidensz in der koplude husz, mit bet se fortfahrend G │ 14 vp A, vnder de l oe uen G, aber erst nach dem zweiten vnder wilen │ 15 l oe uen : leuen R │ 15 to bis vnder wilen (dazu etc.) am Rande A │ 16 vthropen L F S W : A B R, an den dach brochten, wat dar binnen beschlaten wasz, n oe mlick dat G │ 17 sick . . hadde A, hadde sick B R L │ 17 vnde tosatet fehlt R │ 18 vnsen A R │ 19 do A L to B, fehlt R │ 19 Bertoldt B R : A │ 19 Wenendorpp A B, Weynendorpp R, Wedendorp G │ 20 Rostke B, Rosteke R │ 21 vnde ampthen ARG, vnde den ampten B │ 22 h u s A, hues B R G │ 22 vnd den 60 G, fehlt A B R L │ 23 dat dat A R L : dat B │ 23 bewagen miit torne A: B R G │ 25 ramede rath A, kamē de rath R, do berathschlagede de raht vnd beredede idt mit den 60 G │ 25 lx BR │ 25 komen R │ 25 vp A

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spreken de sostich darvmme vnde seden deme rade also, dat de rat daran ramen scholde, id were eres dinghes nicht.
Dar let de rat bescriuen ene wise, de gaff de rat den sostighen vnde sede, were id to luttik, se wolden id vormeren, were id auer to vele, se wolden id minren, vnde allent wes
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den sostich duchte, dat se mit eren vorantwerden mochten, des en duchte, dat wolden se altomale gherne na ereme rade holden, hiir wolden de lx vp vordacht siin. Men dit wart alle vor nicht vorslagen mank velen anderen tohopekomingen [der] ammete vnde sostich borgere: dar de borgere scholden xl hebben, dar 10
hadden de ammete vaken wol sostich ofte mer, dar se de borgere mede drungen vnde vnderhelden. Dat makeden allene de hemelken ratgheuen, de mank den borgheren weren, vnde wat se horden van den borgheren, dat seden se alle bi auenttiiden mank den ammeten in deme kroghe vnde vorreden so 15
de anderen ghuden, vromen lude, dede ere vnde recht gerne beschermet hadden vnde den mort gerne gesturet hadden vnde den rat gerne bii aller macht † beholden hadden.
25B
Jedoch vppe dat lateste, do qweme wii vor den rat vnde rameden mit deme * rade, dat de rat scholde vppe enen na- *
40A
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middach vppe dat hus komen, wi wolden van den sostighen enen minren hupen maken vnde wolden seen, wes wii ramen konden ofte mochten.
Do setteden se vt den kerspelen malk iij vnde vt den ammeten vj vnde qwemen des namiddages vppe dat hus. Do
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wek de rat vppe de enen siden des ratstols vnde desse van den sostigen ghingen sitten iegen den rat in den ratstol vp de andereil siiden. Do beghunde Euert Groteeke hertoseggende,

1 lx B R │ 2 ane R │ 3 rat: dazu do A : B R L G │ 41 lx B R │ 4 weynych R │ 5 wat B R L G │ 6 de B : A G R L │ 6 lx B R │ 6 dat A G L: wes B R │ 6 -wanden A │ 7 em A B: R │ 8 de nachgetragen A │ 10 lx B R │ 10 b oe rgeren A B R │ 10 lx B R L S G │ 11 hedden A │ 11 lx B R │ 11 mere A : B R │ 12 b oe rgher A : B R │ 12 allenē A : B R G │ 13 hemeliken B G │ 15 vorredden A B : R │ 17 hedden A B │ 17 stureth B, gest u rt A : R │ 19 quemen wy R, wy qwemen B, quemen se L S, quemen disse frame b oe rgere G │ 20 dem A │ 20 vp A 21 namyddach scholde B : A G R, nanydach R, mandach G, mandach auende L F S │ 21 vp A │ 21 wi : se G, vnd L │ 21 lx B R │ 22 maken B R L : nemen A │ 22 wolden fehlt B R L │ 22 wii A B R L │ 22 komen R │ 24 se nachgetragen A, fehlt R │ 24 vthe B │ 24 karspelen A : B R │ 24 vnd nachgetragen A │ 24 vthe B │ 25 vnd B │ 25 mandages L, morgens S: A B R G │ 25 vp A │ 26 vp A │ 26 ene R, eiinen A │ 26 siide A G : B R │ 27 lx B R │ 27 vppe B │ 28 beghunde : dazu her G │ 28 Groteke R, Grotheke A, Gödtke L, Golcke S : B G

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-124-
wo he er euer sulken merkliken saken weset hadde, dar rep men ersten an godes hulpe vnde dede gode van hemmele dar ein loffte, wo god vns hulpe enes ghuden endes to guder eindracht, dat me scholde der hilghen dreualdicheit singhen ene schone missen, dar scholden beide de rat vnde de sostich to 5
Men (ouerst) desse rame, de warnet wart van deme rade mit dessen schickeden, de was Jesuppe vnde den sinen nicht wol anname, men se vorachteden ene, so se wol ere ghedan hadden. Men de herschop wart darto toghen, dat se ersten wolden 10
weten, wer der herschop ok dar wes ane schelen mochte, dat de lude sus weren gerichtet, vnde ofte de rat de ammete in den rat settede, efte wer dar we buten bleue, so langhe bet dat desse * vruntlike rame affslogen.
Men de erste bestellinghe bi der herschop wart vullen-
*
41A
15
bracht, so dat vnse gnedige vrouwe wart vorbodet, vnde grote klage worden to hope gescreuen, vnde de menen ammete worden mit der menheit to den Grawen monneken vorbodet, vnde de gemenen borgere in der koplude hus.
Dar worden desse sake vorklaret, tom ersten, wo de stad vorraden were, † wo de dore opene vunden weren, wo de slote
20

26B
vppetoghen weren, wo de rat hadde sik tosatet mit deme koninghe vnde wolden eren heren ere lant vt den henden bringhen. Dar doch in der koplude hus teghen secht wart. Dar qwam Hamborch vnde Rachow, de wolden den rat affhebben, 25
den denschen rat, vnde vele andere ere medehulpere, vnde
offeren.

1 ere A R │ 1 merliken A, marckliken B │ 1 dar : urspr. dazu vp A │ 1 rep am Rande A │ 2 me A : B R │ 2 hulpe an B R │ 2 hemmel B R │ 4 endracht B │ 5 scholde B G, schollen R │ 5 beydt B, fehlt A G L : R │ 5 de A G R, fehlt B │ 5 de R L G, fehlt A B │ 5 lx B R │ 8 den R, fehlt A B │ 9 se fehlt hinter men A │ 9 hedden A │ 11 offte de herschop ock wat daran tho dadeln hedde G │ 11 dar ock B R : A L │ 11 an wat L │ 12 alsus B, aldus R │ 12 richtet B : A R ; G fahrt fort: vnde effte de raht de ampte in den raht mochte setten edder effte se dar buten bliuen scholden, bet so langhe disse vientlike twespalt grundtlick vordragen were │ 13 offte B : A R │ 13 wer : urspr. dazu buthen A │ 13 dar A R : der B │ 13 we fehlt R │ 13 bleuen B : A R │ 14 vientlike A G : B R L S k b, fehlt S a b │ 14 ramen AB, handel L, handlung S k b, fehlt S a b: R │ 14 sloge R, fl oe hen A, were vortgegan L, wahrete S k b, fehlt S a b │ 15 de B R L, disse G, fehlt A │ 16 gnedig B, gediighe A │ 17 worde A : B R │ 17 schreuen A : B R │ 20 tho m mit Querstrich B │ 20 staet R │ 21 apen B, appen R │ 22 hadde sick A R, szyck hadde B │ 23 vthe B │ 24 koplude hus A G, kumpanye B, kupen y e R │ 25 rackawue R, rakow G, radthow L, Rochaw S │ 26 densken A S, denpten de L : B R │ 26 ander A R

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makeden vele beweringhe so langhe, dat se Hamborghe vt der borghere sammelinghe wiiseden.
Darna qwemen se echter vp dat hus vnde hadden do mit den houetluden alrede sproken vnde hadden to den Grawen monneken geweset ens auendes, dar de ammete hadden ere
5
groten sammelinghe, men van den borgeren was dar nicht vele, so dat de ammete mit wall teghen de borghere eren willen wolden beholden: * dat makeden de vorredere vnde de tostokere, *
42A
de de borghere mank sik hadden.
Do qwemen se wedder vppe dat hus tosamende, dar was
10
de rat do nicht ieghenwardich. Do was id des auendes mank den ammeten mit den borgeren des hemelken rades bestellet, dat de ammete scholden vt den borgeren kesen vnde de borghere vte den ammeten, vnde de se koren, de scholden gan tusschen den borgeren vnde der herschop vnde scholden ramen 15
vppe wiise, de se vor de heren bringhen mochten. Dat wart van etliken borgeren weret, men Groteeke, de der borghere wort helt, de let dat do na. Dar volgede do alle vorderff na.
Darna do was de vorstinne hir to den Swarten monneken des morghens, vnde id ruchte gink, dat se dar wolde middelen
20
tusschen deme rade vnde den borgeren. Do qwemen desse mit der schrifft, de se ramet hadden, dar se de schande, laster vnde logene vp den rat † ingescreuen hadden, de se vor vnse
27B
gnedighen vrowen bringhen wolden.
De scrifft wart gelesen vor den borgheren. Dar wart
25
inne secht, dat id so nicht en were, dat wolden se nicht vulborden, ok were en dat nicht beuolen. Doch de kerspele gingen in dre parte vnde scholden darvmme spreken. Do * *
43A
qwam Bantekow, also Jesup dat bestellet hadde, mit ouermate vele volkes loser partiie mit eren speten vnde rutinghen en dels 30
vnde repen vor deme hus also dulle lude, se scholden ende maken, offte se wolden en wol endes helpen. Dar rugeden

3 vppe B │ 3 hedden A │ 4 hedden A │ 5 weset A : B R G │ 5 hedden A │ 6 dar: dazu do B : A R │ 8 vnde tostakere A : B R G; tostakere A B, -stackere R │ 9 hedden A │ 10 vp A │ 11 manck de A : B R G │ 14 vt A │ 14 scholden fehlt B │ 16 waret A │ 17 Groteke A R │ 18 wor A │ 18 vordarff B │ 19 was do B, do fehlt R │ 20 idt A B, dat R G │ 22 beramet R L │ 22 hedden A │ 22 schande : dazu vnde A : B R L S G │ 22 lastere B : A R │ 23 vppe B │ 23 in- nachgetragen A │ 23 hedden A │ 26 inne fehlt G, ene R │ 26 en A L, eyn R, fehlt B │ 26 beuulborden A: B R │ 27 karspele A R │ 29 hedde A │ 30 partyge B │ 31 vor: urspr. dazu der A │ 31 scholden: dazu eyn R L G │ 32 edder R L │ 32 em B, ene R L │ 32 ruueden R, urspr. dazu dat A

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de lude van ander: nemant was dar, de ein wort dorste seggen van lede vnde vruchten weghen des dodes, wente nemant wüste, wo se hiirane stunden; se hadden ok nene were bi sik. Men dit deden de ammete van modicheit vnuorueret, wente se weren den borgeren euer de hant. Dar rep do de Bantekow ouerlut 5
mit alle sineme hupen: wol bi den ammeten wil bliuen, de gha hir dorch vns velich hen, wol auer bii en nicht bliuen wil, de bliue hir binnen, den wille wi sen. Men dar dorste nemant bliiuen. Do bot Jesup bi der ere, dat ein iewelik to den Swarten monneken volgen scholde. Dar loch dat volk in 10
ener rege hen also ein swerk van volke. Do se dar qwemen, do was id bi der maltiid, so dat vnse vorstinne de degedinge vorsloch vppe den namiddach; so vorlos sik alle volk. Men Jesup de sprak, we des namiddages van den lx dar nicht were, den scholde me richten also enen vorreder.
Dar qwemen * se des namiddages wedder, dar scholden
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*
44A
se ere klage vorbringen, men de grouen klacht, de se vorhen luden leten in der koplude hus, dorsten † se nicht vorgeuen
28B
laten, wente Hans Haker sturde en des; dar horden se Hans Haker mer, wan se vor erliken luden horen wolden, de se 20
gerne gutliken vnderwiiset hadden. Wente alle de klage was men pur dichtede loghene, also ere gantze ambegin was, dar se des vngemakes mede beghunden.
Dar hadde Jesup mit den sinen bestellet, dat Bantekow dar qwam mit alto uele loses proiies, ammetknechten vnde
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suluesheren vnde anderen losen burszen, den to vorderue leue was. De repen, me scholde ende maken, vnde vorachteden her Mathias vnde vnser vorstinnen rat vnde dreuen vele bouerie vnde spottes so lange. Vnde desse klaghe vnde loghene deden se ouer den rat, dar se nicht to antwerde weren. 30

1 einander L : A B R │ 3 hedden A │ 4 vnuoueret B │ 5 dar B R G : do A │ 6 den synen R │ 6 wal R, we A : B L G │ 7 ghan A : B R G │ 7 wal R, we A │ 8 wylle B L G, will A R │ 9 nement A : B R G │ 9 ein : urspr. dazu jewelk A; jewelk B: A R │ 10 grauwen G : A B R L │ 11 swarck A B : R │ 12 vnse : de R L │ 13 vp A │ 13 einen mandach L F S : A B R G │ 14 mandages L F S │ 16 mandages L F S : A B R G │ 17 klach R, klage G │ 19 des A : dat B R L 20 vor : van R │ 21 -rychtet R F S : A B L │ 21 de A, disse ere G, fehlt B R │ 22 pure B R │ 23 med fehlt A : B R G │ 24 hedde A │ 24 den G R L S, fehlt A B │ 25 uelen R, velem A │ 25 proges B : A R │ 25 ammetknechten B │ 26 andere A : B R │ 26 bussen R │ 26 vordarue B : A R │ 26 leff B, leuer R │ 27 vorachteden : dazu dar A : B R G │ 28 Mathiese A, Mathyes Axkawuen R, Matthies Axkouwen G

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Darna voer vnse vorstinne wech vnde let eren rat hir tor stede bliiuen, de scheiden mit en enen vrede vnde wise ramen, dar se mede den vnmot stillen mochten vnde den borgeren vnde ammeten eren vnvrede vnde twedracht saten. Dar gingen se vppe dat rathus to hope, de lx vnde de van den borgeren 5
vnde ammeten darto koren weren, bet in de dusteren nacht vnde rameden vppe den breff, den vnse gnedige vro*we vor- *
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seghelen scholde vp de affsettinge der olden vnde insettinge der nigen.
Do de breff maket was, do was dar screuen, dat de olden
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scholden vte deme ratstole settet werden, vnde de nigen scholden van vnser gnedigen vrouwen werden wedder inghesettet etc., men de olden scholden erer ere, liues vnde gudes velich siin.
Des anderen dages vp den auent, also me den breff vp der heren houe vor vnser vorstinnen scholde lesen †
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29B
laten, do wart de breff vppe deme rathuse vor den lx ersten lesen vnde was van Jesuppe vnde den sinen Jesuppiten vmmewandelt alsus: de olden scholden eres liues velich wesen, men se scholden to eren vnde rechte antwerden. 20
Des auendes was de olde rat van vnser gnedigen vrouwen vorbodet vp eren hof vnde ok van Jesuppe vnde den anderen degedingesluden. Men dar let Jesup der ammete tosegger des middaghes bestellen, dat des auendes de ammete to hope qwemen vnde alle dat lose volk mit speten, swerden, iseren hoden, arem- 25
borsten vnde anderen wapenen vnde were, dat dar mer wen iij offte iiij dusent volkes vor den hof to hope qwemen, dar alle redere vnde knechte vnde de vorstinne mit vnsen iunghen heren in groter vorscreckinghe weren, vnde de olde rat wuste anders nicht, men dat me se to allen stucken scholde hebben gehowen. Dar mosten * se, wolden se mit vreden vnde in 30
*
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1 voor A │ 7 vp A │ 7 gnedig B │ 8 vp : dazu dat B : A G R L │ 9 niigen A │ 11 niigen A │ 15 vppe B │ 15 de A 15 men B G :A R │ 16 vnser : der G L; dazu gnedigen A : B R L G │ 18 vnde A G: do B R L │ 18 wasz A G R L, fehlt B │ 18 van A : dor R, fehlt B G, de verflöckede L │ 18 Jesuppe G : Jesupe R, Jesuppen B, Jesup A L │ 18 den fehlt A R : B G, midt den (ohne vnde) L │ 18 Jesuppiten A B R, fehlt G L │ 19 welych B │ 21 des : de A │ 21 vnszer vorstynnen B L S G : A R │ 22 vppe B │ 22 vnde bis luden fehlt R L │ 22 Jes u ppes A, Jesup G │ 23 den A : B G, den ampten thoseggen vnd bestellen R │ 23 -seggers G │ 26 wapenden A B │ 26 weren B G und urspr. A : A R; dazu so G │ 26 dat fehlt B │ 28 riddere G │ 28 de B R L S G, fehlt A │ 30 houwen (geh. R) hebben B R

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deme leuende bliuen vnde nicht vormordet werden, vorsegelen vnde totalen allent, wes se van en esschende vnde begehende weren.
Des anderen dages darna, do men se affsetten scholde, do ghingen se vor vnse gnedigen frowen, de olde rat, vnde
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beden ere gnade, dat se de sostich wolde bidden vnde de degedingheslude, de Jesuppiten, dat ere vorstlike gnade vnde se mochten vordreghen deme rade vp ereme houe, dat se in den ratstol nicht dorfften sitten gan vnde darvt werden heten gan. Dat wolde Jesup vnde de sinen nicht inrumen, men de olde 10
rat moste sitten gan in den ratstol vnde vnse gnedige vorstinne van Mekelenborch mit ereme oldesten sone het se vpstan vte deme ratstole, vnde leten do de scrifft lesen, ere se koren weren, de nige rat, vormiddelst den ammeten vnde borgeren, de van den sostich darto koren weren, dat se bi eren 15
eden scholden kesen xxiiij manne, xvj van den borgeren vnde viij van den ammeten, │ nicht na gunst ofte na vruntschop,
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men alse se der stad vnde deme lande nutte weren. Wo de kore togink, dat entbarme gode! Wente de, den se hadden huldiget vnde gesworen, de koren se nicht, men de desse logene 20
stempet hadden vnde desse twedracht gemaket twisschen den borgeren vnde ammeten, de koren se van deme rade, so vele se mer weset hadden in erer valschen, bosen lo*gene, so vele *
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mer worden se hoger settet in den rat. De settede vnse vorstinne, alse se er vte der schrifft gelesen worden. 25
Do de niie rat gesettet was, do ghingen de nien to vnde leten de olden vppe dat hus vorboden. Dar mosten de olden allen staddheneren vordreghen aller ede vnde louen, de se en

2 wat B R L G │ 4 me A : B R G │ 5 ghynge B │ 5 gnediige A G B R │ 5 vorstiinen A G : B R S │ 6 lx B R │ 7 der G, fehlt R │ 7 Jhesuppiten A │ 7 vorstke R │ 8 vppe B │ 9 drofften B R │ 10 wolde : dazu de B R, dazu der verflockede L: A G │ 12 s oe nee, urspr. dazu he se A, dazu h. Henrich, disser her is do van 8 jahren gewest vnd hefft einen jeden bi der handt gev oe ret, wo se sitten scholden, vth bewegingen des Axkowen G │ 12 het se am Rande A, hethe B G, heten R │ 13 vt A │ 13 do B R S G, fehlt A L │ 13 er B │ 14 de niige A, deme B L, de m mit Querstrich e R │ 14 rade R L │ 14 borgeren vnd ampthen R L │ 15 lx B R │ 16 mā B │ 17 g u nste A : B R │ 17 offt B │ 18 se A G, idt L, fehlt B R S │ 18 were R L S │ 19 enberme B, erbarme R │ 19 de nachgetragen A │ 19 dem A : B R G │ 19 hedden A │ 20 swaren A : B R G │ 20 men desse B │ 21 stampet G, bestemmet R │ 21 hedden A B, hadde R │ 22 van deme rade A B R = eo consilio ut ? (oder liegt eine Verderbniss vor?), tho rade L, in den raht G │ 23 hedden A │ 23 eren A, ere R │ 24 rathstoel R G │ 25 scriiff A, scryff R │ 27 den A R : B G │ 27 vp A │ 28 stadtdenren A │ 28 alle B G, fehlt L : A R, dazu ere B L │ 28 em A B, e m mit Querstrich e R : G

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secht hadden, vnde de denre mosten den nien vppe dat nie ede don vnde louen toseggen.
Darna wan de sostich to hope qwemen, also de endracht tusschen en was, dat der borghere scholden xl wesen vnde der ammete xx, so qwam der ammete wol twiie so vele also der
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borghere, alse se ok touorne dan hadden vor der vmmesettinge des rades, dar se de borgere mede vnderhelden, wente de olden werkmestere vnde de nien vnde darto de olderlude van den ammeten, de dar mank plegen to wesende, de qwemen dar alle mank. 10
Ok do de ix van den borgeren vnde vj van den ammeten mit deme olden rade vppe der westersiide des ratstols vp der groten louen seten, do hoff her Euert Groteeke vp vnde sede, dat he dar ere mede weset hadde, wor me vrede vnde vruntschop scholde maken twisschen twedrachtigen luden, dar scholde me mit den ersten vnsen heren gode * almechtich anropen vnde 15
*
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sinen trost vnde hulpe begheren vnde scholden gode ein werdich, erlik, herlik loffte louen. Also deden de olden ratheren na siner vnderwisinghe vnde repen de hulpe godes an vnde loueden, wanne se ere dink † mit eindracht twisschen sik vnde den bor-
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geren mit gude hadden satet, so wolden se van der hilgen dreualdicheit ene missen to Vnser Leuen Vrouwen vp den orgelen singhen laten, dar scholde de rat to offeren mit den borgheren. Dit loueden de ratmanne, men Jesup vnde de sinen menden den rat nicht mit truwen, dat se offeren scholden, ofte dat se 25
sik mit en saten wolden; wente de duuel let ereme herten nenen vrede Jesuppe vnde den sinen, men ere sin de was, se wolden se affwerpen van deme stole, also id ok schach, vnde wolden sik suluen in de stede settenn: men ik loue nicht, dat

1 hedden A │ 1 vp A │ 2 eet R; den fehlt R │ 2 seggen etc. A │ 3 lx B R │ 3 samende A G : B R L S │ 4 was tusschen en B G : A R │ 4 de borgere B : A R G │ 4 1x R : A B G L │ 5 twyge B, twe mal L : A R │ 6 hedden A │ 7 borgher A : B R │ 7 vnderholden hedden A, vnderholden wolden G : B R L │ 7 de fehlt B │ 8 werckmester A : B R │ 9 weszen B R G │ 9 de B R G, fehlt A │ 12 westen B R, wüsten L F S : A G │ 12 -syden R G : AB 12 vppe B │ 13 grotē am Rande A │ 13 louynge R, lobung F │ 13 Groteke A R, Golke L S : B G │ 16 me B, fehlt A R │ 16 vnsen heren A R, fehlt B │ 18 erlich herlich B │ 18 de nachgetragen A │ 18 radesheren R │ 19 -wysing B │ 20 se B R L, fehlt A G │ 20 endracht B : A R │ 21 wolde B : A G R │ 22 miisse A G R │ 22 den A G R L : de B │ 23 de A G R, fehlt B, ein L │ 24 radesheren R G │ 25 myt B R G, fehlt A │ 26 erem B │ 27 keyne rowe R │ 27 de siinen A : B R │ 27 er B : A R │ 29 suluen: urspr. dazu we A │ 29 men bis qwemen fehlt R L

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se darin qwemen. Do nu de nie rat gesettet was, in kort darna leten se de missen singhen vnde offerden darto mit den sostich borgeren, men (ouers) de olden weren dar al vtescreuen, de let me dar do nicht.
Ok so hadde de olde rat vmme kriges willen vnde nottrofft der stad, vppe dat se eren louen * holden mochten, eine
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*
49A
tzise vppesettet, van ener iewelken tunnen, de me vmme penninge schenkede, iiij ß to geuende do vor der tid, ere her Hinrik van Haren vnde her Johan Bantzekowe dodet worden. Do drengede Jesup mit den sinen den rat darto, dat se de 10
tzise(n) affleggen mosten. Dat dede he der menheit to wolghevalle vnde to willen, vp dat se deste bei an em houeden vnde horen scholden vnde em volgen also eneme houetmanne. Men he was ein qwat leidesman, de so van deme duuele regeret wart, dede nicht gudes ingifft, men alle twedracht, vpror vnde 15
dotslach: dat behaget em vnde den sinen, dar enen isliken got vor beware. Amen.
Men (ouerst) also vro, alse de nien to sittende qwemen, do wart de tzise wedder vppebracht, alse se de olden † vor hadden, vnde wart mank en vortastet: scholde en iewelik geuen

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hebben i mark to voreschotte ofte ein mene schot oueral, dat hadde men to eneme iare denet, men de tzise gifft ere gelt allentliken vnde kumpt der gantzen menheit sachtliken an, wente desse(n) tzise(n) gifft de wanderende man, he is geistlik ofte werlik. 25

1 qwemen : dazu den idt wasz sulcken luden bequemer tho sittende in des fronen huse alse vp dem rathuse G │ 3 lx B R │ 3 alle B R │ 3 vthgescreuen B, vorgetten R ohne die nächsten Worte │ 5 so A R, fehlt B G L │ 5 hadden R │ 5 kryghen B : A G │ 6 vp A │ 6 eyn R │ 7 aczysse R, accise G │ 7 vpgesettet B R G │ 7 eiiner A, eynen R │ 7 tune R, dazu beers R G │ 7 penniige A, pennynck B │ 8 vthtappet R │ 9 worde A : B G L │ 10 de B R : den A │ 11 accysen R │ 11 walgeualen R │ 12 vppe A │ 12 houeden : loueden R, hengeden B │ 13 men A R, fehlt B │ 14 de A : dede B R │ 14 dem A : B R │ 15 dede A : de B R │ 15 vprore A │ 16 enen : eiine A, e y R │ 16 jederen A B, yderen R │ Der folgende Absatz ist in G recht verändert. Ich gebe die für den Sinn erheblichen Varianten.

18 so R G │ 19 sysse R │ 19 vppgebrocht B G R │ 19 alse bis hadden fehlt R, hat L, wo das Folgende weggelassen ist │ 20 hedden A │ 20 vorhandelt ock G │ 20 jewelk B │ 21 vorschate B, vorschotte R, -schatte A │ 22 hedde A, fehlt B R, he hedde sunst G │ 22 man B │ 22 denet: deyt R, fehlt G │ 22 sysse R │ 23 dagelyken R │ 24 tziissen A, fehlt B, disse accise G, desses geldes R │ 24 gyff R │ 24 wandernde B, reyssende R │ 24 sy R │ 25 wertlick B R

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* Darna schach id, dat Hamborch, de her Johan Bantz- *
50A
kowen angrep, brachte ene loghene vor den nien rat, wo Diderik Butzow to deme Gredese hadde geseten to Roden hus vnde hadde secht, dat dar de Plesse were nacht geweset to sineme houe, dar hadde Diderik Butzow bii em vunden enen 5
breff, de were vtgesant van etliken van deme olden rade to her Helmolde van Luptze vnde de breff wolde vele lude des houedes qwiit maken. Dit dede Hamborch na anwisinghe der iennen, de den olden rat gherne alle vormordet hadden, vp dat se velich mochten wesen van erer weghen eres liues 10
vnde gudes.
Hir wart do Diderik Butzow vorbodet vor den rat vnde sede dar neu to to den stucken vnde saken, vnde Hamborch de vorromede sik tughe to bringhende teghen Diderik Butzowen vppe den negesten rechtdach. Vnde Hamborch bewarde dat
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nicht mit rechte, ofte he sine tughe nicht hebben konde, dat he sinen tuch mit rechte verlenghen mochte.
Des wilkorden rechtdages dar qwam Diderik Butzow vor den rat vnde ok Hamborch; men Hamborch hadde sin er tughe dar nicht. Do wart Hamborch mit sinen vrunden in de
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kameren wiiset, vnde Diderik gink buten de louen mit sinen vrunden.
Do sprak de rat bi sik, vnde de sostich, beide * borghere vnde ammete, ein iewelik ok bi sik, vnde brachten alle eren ram in ein aldus to hope: nademe dat de sake Di†derik
*
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33B
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Butzowen in sin hogheste ghalt, iffte em Hamborch de sake konde ouertuget hebben, vnde he tughelosz wart vnde dat nicht

Kapitelüberschrift: hiir na volget van eneme de hete hamborch wo he eiine l oe ghene br oe chte vor den niien rath A

1 na A G R, fehlt B │ 1 Hamborch : dazu de droch G │ 2 angrep : dazu de A G B R │ 3 Butsschoue R │ 3 setten R, fehlt B: A G L │ 4 hadde A 4 weren R, dazu de R, dazu ein G │ 4 gewest A, gewesen G : B R │ 4 to : vp R G │ 5 Diirck A : B R G │ 7 lubse A, Lupse B G : R │ 7 velen luden AB │ 8 den kop G │ 9 der : de A │ 12 do B R G : to A │ 13 nen: anstatt des Folgenden : wente idt wasz ock erlagen G │ 14 de fehlt B R │ 14 beromede B R │ 14 Dyryck Butzowue R │ 15 vp A │ 15 rechte- R, rechtes- G │ 17 sinen : syne B │ 17 tughe B R │ 17 vorlangen R, urspr. dazu konde A │ 18 Diirick A │ 19 hedde A │ 19 syne R G │ 20 nicht dar B L, fehlt R : A G │ 20 do A L : dar B R G │ 21 kamere A, weddekameren R, h oe rkamer G │ 21 Diirick A R │ 21 der l oe ue G │ 23 do A G L : dar B R │ 23 lx B R │ 24 jewelk B, iuelyck R │ 24 brachte B, brochten A G : R │ 25 ra e m B │ 25 alsus A, also B R L G │ 25 nach- alle Handschriften │ 25 dat fehlt R G │ 26 gholt A R, ghuldt B, gulde G │ 26 giiffte A, effte R │ 27 auertuget konde hebben B R : A G │ 27 -losz : urspr. dazu los A

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tugede, alse he vppe den stekerechtdach sik tuge to bringende vorromet hadde, so delde de rat, dat he nener borghen scholde neten, men he scholde in de hechte gan so langhe, dat de rat dar vurder vmme spreke.
Dit was Jesuppe vnde den sinen entiegnen, wente he
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vruchtede, wan dit schen hadde, dat desse Hamborch hadde gerichtet worden, so he wol vordent hadde vnde Jesup mit den sinen vorreders darto, dat denne alle man vorsaghet hadde vnde hadde vmme vruchten willen des duuels karen so nicht ghetrecket, in der stad twedracht to makende vnde vnvrede, 10
vnde hadde sik sulk enes ofte des geliiken ok vormodet, dat en ok so mochte touet hebben, vnde hadde darvmme de hant affghetogen van des duuels hellekaren vnde hadde ereme Jesuppe nicht mer biiplichtet. Ja dat hadde wol gud vor en vnde vor de stad gewest. 15
Do bestellede Jesup mit sinen hemelken radgeuen, de ne wat gudes reden, wat nies vnde brachte desse vare bi de ammete, also vorhen nu screuen steit, vnde dat de Hinrik Tideman, sin gude stalbroder in aller bosheit, mit deme schomaker Bantekowen - se * weren alle bouen - to sik sammelden *
52A
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schoue volkes mit eren medehulpers, also se ok deden vnde sammeiden bouen iiij c lude to hope in korter tiid mit speten, exsen, barden, bilen, rutinghen vnde mit anderem wapene vnde lepen vor de schriuerie vnde repen, se wolden Hamborge losz hebben. De rat antwerdede vnde sede, he were darinne komen 25
mit vulborde des gantzen rades vnde der sostich, beide borghere vnde ammete, se wolden mit en † dar gerne vppe ein
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ander tid vmme spreken.
Men dar mosten se des negesten dages de sostich vorboden laten. Dar qwam ok Tideman mit den sinen mit loser
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1 vp A │ 1 stycken- R │ 1 tughens A: B R │ 2 beropen R │ 2 keyner R │ 4 wyder B R G │ 6 geschen B R │ 7 rychtet B; geriichtet worden hedde A : B R │ 8 hadde B : hedd A, hadden R │ 9 hedden A, hadde B R │ 10 trecket B: A R │ 11 hadde he R │ 11 sulleck B : A R │ 11 ens B │ 12 em A B R │ 12 toweth A B, tawuet R │ 14 hadde em ereme B R │ 15 geweszett B, gewesen R │ 16 hemelyken R │ 16 raedgeueren B R, ratgeuers A │ 16 de A R : dede B │ 16 nee B R │ 17 redden A R │ 18 gescreuen A R │ 18 dat B R, fehlt A │ 19 Tiiddeman A │ 19 szyn B, sii A │ 19 stallebroder B :A R │ 20 se : urspr. dazu werden A │ 21 se A, fehlt B R │ 22 hop A : B R │ 23 exen A : B R │ 23 anderen A │ 23 wapende A B, wape n mit Querstrich de R │ 25 antwerde B R │ 26 lx B R │ 27 mydt B R, fehlt A │ 27 eme R, fehlt A │ 27 vp A │ 27 ene B, eyne R │ 29 rechtsdages L F, reichstages S │ 29 mosten se de lx des negesten dages B R │ 30 qwam A G R, fehlt B │ 30 Tiiddeman A │ 30 loszer B, losen A

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lot vnde ammetknechten vnde mit suluesheren van den ammeten, alse dat van den werkmesteren der ammete bestellet was, mit mer wen twen dusent luden vppe dat hus, derer en dels hadden pantzere, rutinge, spete, bile. Dar mosten se, de rat vnde de sostich, de delinghe ouergeuen vnde mosten ene vt den sloten 5
seggen to latende. Hadde dat nicht schen, so wolden se mester Johan Werkmanne vte deme vinster worpen hebben darvmme, dat he der borgere wort hadde geholden vnde dat rechte ordel, dat teghen Hamborghe geuen was, beschermede. Ok wusten se wol, dat he den olden rat beschermede vnde eme hulpelik 10
was, wer he konde vnde mochte. Ok sparde he dar nicht ane noch gelt noch gut noch sin egene leuent. Vnde hadde dat togan, so hadden dar wol mer vromer lude ouer dot * ge- *
53A
bleuen, dede ok den olden heren gantz gunstich vnde trostlik weren. 15
Do Hamborch vtekomen was, do lep he vppe der straten mit eneme langhen messe vnde drowede vnde vlokede den vromen luden in er antwert, dat doch nemant klagen moste offte dorste, wente hadde dar we klaget, dar hadde nen recht ouer gan, wente dat meste del des rades vnde der sostich be- 20
schermeden ene, vppe dat se de borgere vormiddelst em vnderholden mochten. Dar sla en ein drosz to! kyrioleison.
O valscheit vnde schalkheit
regeret mit mennichvoldicheit,
vorrederie is darmede
vnde nerghen is nu vrede.

1 lo e th B, loeth A, mit vele loses volckes G │ 1 vnde mit bis ammeten fehlt R │ 1 sulffmesteren A, suluesmesteren B │ 2 van: vor R │ 3 mer wen miit A, wol myt twen B, quemen wal myt R │ 3 vp A │ 3 hedden A │ 4 pantzer B, pansen A : R │ 5 lx B R │ 6 niichte A │ 7 Werckmanne A, Werckman B R G │ 8 b oe rgher A │ 8 hedde A │ 8 holden B R │ 9 bescharmede A : B R │ 10 bescharmede A B : R G │ 10 eme A : en G, fehlt B R │ 10 behulplich B, behulplyck R G │ 11 dar : dazu ock A : B R G │ 12 egen R │ 13 szo hadde szo hadden B │ 13 merer B : A G R │ 14 trostlich B │ 16 do (vor lep) A : den R, dar B │ 16 he A R, fehlt B │ 16 straten : dazu alse ein dull hundt G, wie ein toller hund F S, wie ein vnsinnich minsche unter Auslassung des Folgenden L │ 17 eiinem A, e y R │ 17 metze A: B R │ 17 vl oe kede : dazu sprack ouele bose worth A B: R │ 18 ere B R │ 19 mosten offte dorsten B, mochte onte dorste R, moste offte fehlt A │ 19 wol B, wal R │ 20 lx B R │ 21 bescharmeden A, bescharmede R : B G │ 21 vp B G, fehlt R │ 22 Der Fluch fehlt in G, dafür ein frommer Wunsch L │ 22 en ein : se de R │ 22 drosz : mort R │ 22 kyryoleyson B, kriioleiis A, fehlt R

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Der Spruch nach A B, fehlt in R, G bietet:

Ende disser historien.
Dit si daruan gesecht:

Sus hebben gericht de Jesupiten,
so m oe te se de quaier beschiten !
se hebben gehandelt also b oe se h ue de,
dit seggen vnde bet ue gen alle l ue de,
de dit lesen, h oe ren effte beschriuen,
de gerne bi gade willen bliuen,
dat se vnrecht deden dissen heren,
de en doch nergen entiegen weren,
noch in w oe rden noch in wercken,
noch in h ue sen, straten effte kercken.
Men de valscheit vnd v oe rretlicheit,
de waß in en mennichfoldicheit
haedt vnd nidt waß darmede;
darvmme hadden se nenen frede:
men se hebben nu er lon gekregen,
dat se m oe ten tho ewigen tiden dregen
effte in fahrlicheit effte in groter pinlicheit,
godt geue vnß de ewige salicheit.

anno 1543.

Zur Seite des Reimes steht in B links: E. f. scripsit, rechts: 1544 Mathie apli. Datirung von A siehe S. 135. Das Schweriner Fragment hat an dieser Stelle: scripta tragica haec anno 1593 Wismariae 12. Juli.

Hierauf folgt in unsern Handschriften die Friedensurkunde in A mit der Einleitung:

Hiirna volget n u na de sone van her Johan bantschouwen vnde her hiinrik van haren, wo de v oe rstīīne vāme lande dat vtheriichteth heffth v n mit Querstrich ock miith deme niien rade vnde ock namals miith deme olden (etc. getilgt), wo se den wedder ingesetteth heffth.

B: de sz oe ne van her Johan Bantschowen weg. volget hyrna.

R: de sone herē Johan Bantschouwen vnde her hynryck van harē etc.

G : didt iß de vors oe ninge van her Johan Bandtschowen vnd her Hinrick van Haren, dat en godt gnedig si.

L : hir iß de ende der historien der beiden framen heren, alse her Hinrick van Haren, radtmanne, vnd her Johan Bantschowe, borgermeister thor Wißmar, wo se den dodt vnschuldig geleden hebben, des ene gott wille gnedich sin. Die Urkunde schliesst sich mit einer gleichgültigen Ueberleitung an, derentwegen der Anfang derselben arg entstellt ist.

Zum Schluss der Urkunde haben A B ein Vicarien-Verzeichniss für die laut des Vertrages errichtete Sühnekapelle, welches auch Schröder, P. M. 1933, mittheilt, während die am Rande wiedergegebene, vermuthlich in den neunziger Jahren des funfzehnten Jahrhunderts bewirkte Aufzeichnung im Zeugebuche p. 1 einen etwas ändern Bestand gewährt.

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71 A/47 B Possessores vicarie
Johannis 1 Bantzchouwen: 2
Possessores vicarie
Hinrici 3 van Haren:
her Johan Werners 4
(her Eggert Sweder)
her Johan Plawe 6
her Gregorius 8 Messan
her Johan Wylde
her Hermannus 10 Krumtunger 11
her Johan Horne 5
her Eggert Sweder
her Jacob van Klene 7
her Johan Jepkendorp 9
her Johan Dobbertyn
her Tomas 12 Scr oe der 13
her Johan Buweman

Darunter A:

a nn mit Bogen o 1535 scrips'
c f b

1 B, Johānes A │ 2 A, Bantschowen B │ 3 B, Hinrick A │ 4 Werner A B │ 5 Horner S │ 6 Plawe A B S, Plaweman Zb │ 7 A S, Kleue B, Cleyne Zb │ 8 Gregoius A, Massaen Zb, Messerer S (in einer Wism. Urk. von 1459 Messaen) │ 9 Zb, Bopkendorp A, Bekendorpp B, Lepkendorn S │ 10 Ermannus B, Mannus A │ 1 A S, Krumptunger B │ 12 B, Tomes A │ 13 A, Schroder B. - Im Zeugebuche p. 1 lesen wir: desse nabescreuenen synth belenth van den eruen seligen hern Johannis Banskowen: her Johan Werners, her Johan Plaweman, her Gregorius Massaen, her Johan Wilde. Desse synth ghepresentereth van her Hinrici van Haren frunde [n] : her Johan Horne, her Eggerth Sweder, her Jacob van Cleyne, her Johan Jepkendorp, her Johan Dobbertin, her Thomas Scroder a quodam consule Rostockensi dicto van Verlen et dominus Steffanus Rebbetzin ab heredibus domnini Eleri van Verlen in Bremis residenlibus. Deinde dominus episcopus Razeburgensis contulit eandem vicariam domino Johan Buwman . . deuoluto, et est septimus. Als zweiter in der Bantzkow'schen Reihe war her Johan Horne geschrieben, ist aber getilgt; hinter demselben Namen in der Haren'schen Reihe ist eine unleserliche Bemerkung am Rande. An Stelle der beiden Punkte steht eine mir nicht deutbare Abkürzung, man vermuthet etwas wie jure heredum. Her Johan Wilde ist 1481 mit der Vicarei belehnt worden. S. P. M. 2321 f. In dieser Urkunde wird u. A. h. Johan Buwman als Zeuge aufgeführt. Her H. Krumthungher ist in Angelegenheiten der Stadt thätig 1489, wird als Secretär des Raths bezeichnet 1499. Ein her Johan Plawe war 1436 f. Beichtvater in Neukloster. Der Kleriker Stephanus Robbetzin begegnet 1447 in einer Wismarschen, von Schröder, W. E. 150-155 ungenau wiedergegebenen, Urkunde als familiaris des Bischofs Johann Proel von Ratzeburg. Für h. Thomas Schröder habe ich keine Belge aus andren Urkunden. Die Listen werden, wie Dr. Crull vermuthet, auf Eintragungen im Missale zurückgehn (vgl. S., P. M. 1933). (1530 Aug.) bei der Inventarisirung des Silbers in der Kapelle werden als possessores angegeben domini Johan Bosel et Punth, als Patron der Rath.

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Die wenigen annalistischen Aufzeichnungen, welche in dieser und jener Handschrift der Chronik, wo noch Raum war, angeschlossen sind, gebe ich gleich mit. Das meiste ist werthlos, einiges würde sonst nicht bekannt sein.

B. p. 48.

In den iaren des heren dußent vyffhundert vnde xxxix van deme Mydweken vppen Donnerdach yn der nacht vor sunte Jacob yn der arne, do hadde wy sunte Jacob vppen Vrygdach, do brenede aff Vnßer Leuen Frowen thorne beth nedden yn de grundt, darto dat sperte vpper kercken vnde dat ßeygerwerck, vnde dar bleff nicht aff stande. Ock brende aff de boddeker cappelle vnde dat grote orgelwerck. Dyth warde van xj wente to dreen, dre stunde lanck so endyghen. Vnde dat wedder styckede den thorne ersten an bauen vnder deme knope. Dyth ys yn der warheit so geschen imme iare vnde vn der nacht, wo vorberorth.

Vgl. Dr. Crull Michael Kopman's Chronik, § 47 : Jahrb. XLVII, S. 83 und dazu S. 69.

L auf dem letzten Blatte.

Anno 1238 ward de stad Wißmar ersten begrepen vnd gebuwet.

Anno 1364 do fengen de van der Wißmar Peter Denen, des königes van Dennemarcken sinen ridder.

Anno 1391 do gröven de Lüpschen den graven na Möllen.

Anno 1402 do let de koneginne Margareta in Dennemarcken eren liflicken sohne bernen twischen Schoner vnnd Wa[l]sterbo.

Anno 1402 do fingen de Hambörger Wichman vnd Störtebecke[r], darna Götke Micheel vnd Wickboldt.

Anno 1403 do ward tho Wißmar ein ridder gehenget in de galgen mit stevelen vnd sparen vnd was gebaren im lande tho Mecklenborg vnd hete mit nahmen her Johan Gar.

Anno 1409 do quemen vp de söstige tho Rostogk vnd thor Wißmar, des andern iahrs darna tho Hamborg.

Anno 1416 quam de radt wedder thor Wißmar in de stadt.

Anno 1419 do begunde sick dat studium tho Rostogk.

Anno 1423 do was so grot ein winter, dat de koplüde reden äuer de se tho ise vth Prüßen bet tho Lübeck.

Anno 1489 lag hertoch Magnus vor Rostogk. Do ward hertoch Albert to Mecklenborg gebaren.

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Ao. 1492 do worden de Jöden tho Sternebarge gebrant ergent 24.

Item van der tiidt an, dat Lübeck ist erst gefunderet worden, bet tho der tydt, dat men schreff 1519, sint mit rechte vnd ordel gewunnen vnd thom dode gerichtet 37442 minschen.

Eine verlorene Handschrift, welche Schröder (A. B., p. 117) und Joh. Dav. Lembke (1764, corp. jur. statut. w., vol. X; vgl. Dr. Crull, Zeitschr. d. V. f. L.-G. V, 455) noch vorlag, hatte hinter der Friedensurkunde folgende Reime:

Wo Gott nicht gibt seine Gnade und Gunst,
do arbeit jederman umsunst.

Heimlich Neit, ein jungker Rath
Trogahn, Rohme und viel ander Stät verstoret hat. * )

- so hochdeutsch giebt Lembke für sie die einzige Quelle, sie wieder - und darauf die auch bei Schröder und zwar niederdeutsch erhaltene Nachricht: de absolution van dem heren römischen könige van der enthö u edinge wegen h. Johan Bandscha u en und h. Hinrick van Haren kosteden a u erall vor bre u e den boden viij c mark lüb.; Churt (Chort L) Klingenberg (Lingenberg L) portat unam absolutionem et Gerard Ammendorp portavit (fehlt Schr.) alteram (aliam Schr.) sub minori secreto domini regis Romanorum. Actum anno domini 1432 circa festum Michaelis. Item x mark Gre u eraden vor de mützen (Müntzen lese ich bei L).

Auch diese gute Notiz hat Lembke verhochdeutscht. Nicht übergehn will ich, dass nach ihm die Handschrift diese Reihen (nicht die Reime) angab als herstammend ex libro quodam civitatis.

Eine in Schwerin befindliche Abschrift der Urkunde