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Jahrbücher

des

Vereins für meklenburgische Geschichte
und Alterthumskunde,

gegründet
vom

Geheimen Archivrath Dr. G. C. F. Lisch,

fortgesetzt
vom

Geheimen Archivrath Dr. Wigger,


Zweiundfunfzigster Jahrgang.

Mit 6 Tafeln und angehängten Quartalberichten.

herausgegeben
vom

Archivar Dr. Schildt
als 1. Secretär des Vereins ad int.


Auf Kosten des Vereins.

Vignette

In Commission in der Stillerschen Hofbuchhandlung.

Schwerin, 1887.

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Gedruckt in der Bärensprungschen Hofbuchdruckerei.

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Inhaltsanzeige.


I. Untersuchungen zur jüngeren Bronzezeit in Meklenburg. Von Dr. Robert Beltz S. 1
    Tafel I. und II. zu S.24.
II. Castrum Wustrow. Von Archivar Dr. Schildt S. 25
    Tafel III. zu S. 26.
III. Die Wappen der bis 1360 in den heutigen Grenzen Meklenburgs vorkommenden Geschlechter der Mannschaft. Von Dr. Crull zu Wismar S. 34
IV. Rostocks Stellung in der Hanse. Von Dr. Karl Koppmann zu Rostock S. 183
V. Geschichte der Stadt Lage. I. Theil. Von Pastor C. Beyer zu Lage S. 209
    Tafel IV., V. und VI. zu S. 209.
VI. Meklenburgische Truppen im dänischen Dienste. Von Oberstlieutenant Freiherrn v. Sell zu Berlin S. 294
VII. Kleinere Mittheilungen:
1) Die Alt-Kalensche Pfarrhufe zu Damm S. 318
2) Der Grabstein des Abtes Joh. Billerbeck, gest. 1349, in der vormaligen Klosterkirche zu Dargun S. 319
Vom Landdrosten C. v. Pressentin zu Dargun    
3) Nachgrabungen auf der Fischerinsel im Tollense-See und auf dem Wustrower Felde. Ergänzung zu II. Castrum Wustrow. Von Archivar Dr. Schildt S. 320

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I.

Untersuchungen
zur

jüngeren Bronzezeit in Meklenburg.

Von
Dr. Robert Beltz.

I m vorigen Jahrbuch ist der Versuch gemacht, ein Gesammtbild der archäologischen Erscheinungen zu geben, welche in Meklenburg das erste Auftreten des Eisens begleiten. Es waren die Grabstätten der letzten Periode der Bronzezeit, aus deren Betrachtung man hoffen konnte, ein Bild von der damaligen materiellen Kultur Meklenburgs zu entwerfen - soweit die Archäologie allein, welche auf diesem Gebiete von jeder litterarischen Tradition verlassen ist es wagen darf - und die Kultureinflüsse nachzuweisen, die damals von Bedeutung gewesen sind. Eine Schwierigkeit fanden wir damals in dem Umstande, daß zwischen diesen Grabstätten der jüngsten Bronzezeit und denen der älteren, durch welche die meklenburgische Bronzekultur am Glänzendsten charakterisirt ist, ein Zusammenhang nicht nachzuweisen war. Allerdings stellten die Grabformen eine weitere Entwickelung, resp. Verkümmerung der älteren vor (s. Jahrg. LI, S. 4), und auch die Sitte der durchgängigen Leichenverbrennung war im älteren Gebrauche vorbereitet; aber der Geschmack in der Ausrüstung der Gräber und besonders die Beigaben selbst waren ganz anders geworden. Alle Waffen verschwinden, und an Messern, Nadeln, Ringen treten Typen auf, die aus den älteren nicht abzuleiten sind, und deren Import aus

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südlichen Ländern zum Theil direct nachweisbar ist (s. S. 16, 19, 22 u. f.). Hier klafft also eine Lücke, deren Ausfüllung unsere Aufgabe ist. Das beliebteste und bequemste Hülfsmittel ist solche Verschiedenheiten durch die Einwanderung einer neuen Bevölkerung zu erklären; dasselbe will hier aber nicht verschlagen, da einmal eine Anknüpfung an die ältere Bronzeperiode durch die nachweisbare Entwickelung der Grabformen und doch auch einzelne gleiche Objekte (S. 17 und 27) immerhin gegeben ist und zweitens die Kultur, wie sie in den Gräbern der jüngsten Bronzeperiode sich darstellt, einen so wenig einheitlichen CEharakter hat, daß wir nicht daran denken können, irgend ein einzelnes Volk Üeberbringer derselben zu bezeichnen.

In der That haben wir nun aber eine Anzahl von Funden, welche eine Art Vermittelung zwischen den älteren und jüngsten Grabbronzefunden herstellen. Nur sind das keine Grabfunde, sondern Moor= oder Erdfunde, niedergelegte Stücke, welche nicht direct einem Verstorbenen beigegeben sind, sondern welche man als Votivgaben, sei es an den Verstorbenen, sei es an Götter (beides ist ja im Wesentlichen dasselbe, denn der Verstorbene, dem man etwas votirt, muß doch irgendwie existirend und übermenschlich wirkend vorgestellt sein) aufzufassen hat. Einige sind auch als Vorräthe eines Bronzegießers zu deuten, und ihr Vorkommen in Mooren würde mit einer Ansiedelung im Wasser (Pfahlbauten) zu erklären sein. In solchen Funden kommen nun einerseits Formen vor, welche zu dem Inventar unserer älteren Bronzegräber gehören (z. B. die kleinen, reich verzierten Schmuckdosen im Moorfunde von Barnekow, s. Jahrb. XLVI, S. 301), andererseits solche, welche der jüngeren eigen sind (z. B. einige Arten von Halsringen, s. Jahrb. LI, S. 23). Im Ganzen aber bewahren die Depotfunde eine gewisse Selbständigkeit, indem ihre bedeutendsten Stücke, z. B. die schönen Hängegefäße, mit denen wir uns unten näher zu beschäftigen haben werden, weder in älteren, noch in jüngeren Gräbern vorkommen. Es war daher ein Verdienst von Worsaae, wenn er (Aarböger för nord. Oldk. 1866) die Moorfunde als selbständige Fundgruppe innerhalb der nordischen Bronzezeit behandelte, und wenn Sophus Müller (Die nordische Bronzezeit und deren Periodentheilung ; aus dem Dänischen übersetzt von J. Mestorf, Jena, 1878) ihr Verhältnis zu den anderen Funden einer eingehenden Prüfung unterzog. Sein Hauptresultat war, daß wir innerhalb der nordischen Bronzegruppe eine westliche und östliche zu scheiden haben, und daß die Depotfunde überwiegend der östlichen angehören. Er bekämpft damit hauptsächlich jene Ansicht, welche

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in den Typen der Depotfunde eine jüngere auf denselben Boden vorgegangene Entwickelung aus den früheren Formen sieht, wie sie besonders die Grabfunde darstellen. Der Ausführung und Begründung dieser letzteren Ansicht ist nun neuerdings ein vortreffliches Werk des bekannten schwedischen (gelehrten Oskar Montelius gewidmet (Om tidsbestämning inom bronsåldern. Stockholm, 1885). Montelius behandelt die Typen einzeln und läßt die Schwerter, Dolche, Äxte, Messer, Ringe u. s. w. sich aus ihren einfacheren Formen zn den künstlicheren entwickeln, immer mit Rücksicht auf die parallel gehende Veränderung im Verzierungsgeschmack. Er weist dann nach, wie in der That die entwickelteren Schwerter z. B. mit entwickelteren Fibeln zusammen zu erscheinen pflegen u. s. w., und kann so eine Anzahl von Gruppen von zusammengehörigen Bronzegegenständen constatiren. Diese Gruppen (es sind bei ihm sechs) entsprechen dann sechs aufeinander folgenden Perioden, in denen ebenfalls eine allmähliche Veränderung der Grabformen zu beachten ist. Die ruhige und durch das reichste Material unterstützte Auseinandersetzung wirkt als Ganzes mit überzeugender Kraft, doch glaube ich, daß zwischen den scheinbar so entgegengesetzten Ansichten von Müller und Montelius, wie sie der letztere in seinen Thesen (S. 49) formulirt, sich doch eine Vermittelung finden läßt. Montelius faßt die nordische Bronzekultur als Ganzes; verfolgt man aber die Entwickelung der Typen in den einzelnen Gebieten, so werden sich doch wohl locale Centren finden lassen, welche vielfach zu einer gleichen oder ähnlichen Sonderung führen werden, wie Müller sie vorgenommen hat. So bleibt auch für Meklenburg die Scheidung in "westliche" Grabfunde und "östliche" Moorfunde zu Recht bestehen, auch wenn die Trennung zwischen Ost und West sich nicht so scharf durchführen läßt, wie Müller es versucht. Es ist Thatsache, daß unsere Gräber im Wesentlichen nur die Formengruppen der zweiten und dritten Monteliusschen Periode enthalten, daß diejenigen seiner vierten und fünften bei uns durch Moorfunde repräsentirt werden. Um das Verhältniß an einem Geräthe zu verfolgen, sind die Mehrzahl der Bronzeäxte ("Celte") der mekl. Kegelgräber von Formen, welche Montelius seiner zweiten Periode zuschreibt; die seiner dritten Periode sind in Gräbern nur durch zwei Exemplare vertreten, die der andern kommen überhaupt nur in Moor= oder Einzelfunden vor (Belege s. in der Zusammenstellung am Schluß). Die sechste Periode, in der sich aber recht heterogene Sachen zusammengefunden haben, entspricht dann im Wesentlichen der durch unsere jüngsten Grabfunde dargestellten Kultur.

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Nach dem Gesagten ist also die Lücke, um deren Ausfüllung wir uns bemühen, auch eine zeitliche. Die Masse unserer jüngsten Gräber ist von der der älteren durch einen zeitlichen Unterschied getrennt, für welchen nach der Rechnung von Montelius, bei der wir ihm aber nicht folgen wollen (S. 195), sich etwa vier und ein halbes Jahrhundert (900-550 v. Chr. G.) ergeben würden. Innerhalb dieser Zeit hat die Sitte der glänzenden Gräberausstattung sich verloren, der Leichenbrand wird herrschend und damit die Sitte der Beisetzung der Leichenreste in Urnen (das älteste Beispiel wohl in Göhlen, s. Beilage Nr. 6). Wenn wir keine Gräber der vierten und fünften Periode nachweisen können, so liegt das wohl an der kümmerlichen Ausstattung, welche eine genaue Zeitbestimmung nicht ermöglicht. Ich glaube gern, daß unter den im vorigen Jahrbuch besprochenen auch außer dem von Göhlen (s. o.) sich eines oder das andere befindet, welches der sechsten voraufgeht. Eine schärfere Scheidung wird sich nur an der Hand gleichzeitiger Depotfunde ermöglichen lassen, durch welche die betreffenden Perioden sich so ungleich glänzender aussprechen. Als eine Vorarbeit dazu bespreche ich im Folgenden die einschlägigen Funde, welche in den letzten Jahren in Meklenburg=Schwerin gemacht sind.

1. Fund von Vielist.

(Katalog=Nummer B. 196-201.)

Beim Bau der meklenburgischen Südbahn wurde 1884 bei Vielist eine Meile nördlich von Waren, in der Tiefe von 1 Meter ein Bronzefund gemacht, welcher in die Hände des Herrn Gymnasiallehrers Struck in Waren kam und von diesem der Großherzoglichen Sammlung überlassen ist. Näheres über die Fundverhältnisse ist nicht bekannt geworden; doch sind die (Gegenstände meist ohne Patina und nähern sich dadurch dem Charakter der Moorfunde.

Es sind folgende Stücke:

1) Ein Spiralcylinder (Armband) aus 4 mm breitem Drahte, welcher nach dem Ende zu schmäler wird und am Ende sich zuspitzt. Der Durchmesser beträgt 7 cm, erhalten sind 9 Windungen, die Patina ist schmutzig grau=grün, an einigen Stellen glänzend und nicht tief (abgeb. Tafel I, 1.). Abbildungen entsprechender Funde s. u. a. Friderico-Francisceum XXI, 8 (doch hat dieses Exemplar scharfe Kanten), Bastian und Voß, Bronzeschwerter XVI, 9 (aus der Provinz Sachsen), von Tröltsch, Fundstatistik 73, wo zahlreiche analoge Funde aus Süddeutschland aufgezählt werden, Rygh, Antiquités norvegiennes 127 (das einzige

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Exemplar in Norwegen,Hampel, Antiquités préhistoriques de la Hongrie X, 16 und Alterthümer der Bronzezeit in Ungarn 116, 12. Schon diese Aufzählung beweist die weite Verbreitung dieser Form; in Meklenburg sind diese Armbänder bekannt geworden aus einem Moorfunde von Meteln, einem Grabfunde (?) von Ventschow und einem wichtigen Funde von Wendhof bei Malchow, über den leider kein genauer Fundbericht vorliegt, den ich aber nach Analogie völlig gleicher Moorfunde ebenfalls als solchen ansehe.

2) Drei ovale Halsringe aus rundem, nach dem Ende zu dünner werdenden Bronzedraht; Durchmesser 12 1/2 und 10 1/4, 11 1/2 und 10, 10 1/4 und 8 cm. Die Enden sind nach außen zu Ösen umgebogen. Die drei Ringe gehören zu einem Halsschmucke, wie die fast völlig gleichen von Pölitz (abg. Tafel I, 2). Das Nähere darüber siehe bei der Besprechung der Pölitzer Ringe, Jahrb. XLVIII, S. 330. Abbildungen s. u. a. Hampel, a. a. O. 116, 21, Mestorf, Vorg. Alterthümer aus Schl.=Holst. 303, aus einem Depotfunde, der besonders lehrreich dadurch ist daß die 7 Ringe noch über einander liegen; ähnliche, aber mit Riefeln, Voß u. Stimming, Vorgesch. Alterth. von Brandenburg II, 1, 1, aus einem Urnengräberfelde im Kreise Westhavelland; Baltische Studien, Stettin 1885, Tafel 4, 4 und 11; Pommern ist an solchen Ringen besonders reich; die abgebildeten stammen aus einem großen Moorfunde von Nassenheide, wo 90 Bronzegegenstände, die etwa der vierten Periode der Bronzezeit nach Montelius angehören, in einer Urne gefunden wurden.

3) Zwei Halsringe mit spitzen Enden, sonst gleich den vorigen; Durchmesser 11 1/2 und 7 1/2 cm.

4) Ein kleiner Ring mit spitzen Enden aus glattem Draht; Durchmesser 4 1/4 cm (s. Tafel I, 3). Ähnliche in Wendhof und Ventschow.

5) Ein verbogenes Stück Draht, auch von einem Ringe.

6) Zwei kleine Spiralcylinder aus plattem Drahte von 1 cm Durchmesser 6 und 4 cm Höhe, erhalten 24 und 17 Windungen (s. Tafel I, 4). Ihr Zweck ist unklar. S. Hampel, a. a. O. 116, 16 u. sost.

7) Ein kleiner "Flachcelt" mit erhabenen Rändern von 10 cm Länge (s. Tafel I, 5). S. u. a. Mestorf a. a. O. XXII 214. Rygh, Ant. norveg. 95. Wir haben ähnliche u. a. von Wendhof mit ganz gleichen Sachen), Lütgenhof bei Dassow mit einem Dolche ältester Form, Redentin in einem Moorfunde, sowie aus Gräbern von Göhlen b. Ludwigslust mit alten Bronzen (s. Frid.-Franc., Text S. 53) und Retzow b. Lübz mit demselben

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spiraligen Armringe (Jahrb. IX, S. 381). Die Form ist eine sehr einfache, und nach ihr beurtheilt, würde unser Exemplar älter sein als die Eelte, welche in unsern Gräbern charakteristisch sind (s. Montelius, Om tidsbestämning u. s. w., S. 52), was mit dem Funde von Lütgenhof stimmt und dem von Göhlen wenigstens nicht widerspricht. Leider ist diese Form des "Bronzeschaftcelts mit hochstehenden Kanten" sehr verbreitet und wenig bezeichnend. Bei Gelegenheit des Spandauer Bronzefundes, in welchem sie neben "Schaftcelten" und "Hohlcelten" vorkommt, hat A. Voß (Verhandl. der Berliner Anthrop. Gesellsch. 1882, S. 133 ihre Verbreitung und Herkunft besprochen, er weist sie einer westlichen, speciell nordwestlichen Richtung der Bronzekultur zu.

Der Fund von Vielist hat eine auffallende Ähnlichkeit mit Funden von Wendhof, Pölitz und Wotrum bei Teterow. Sicherlich ist auch er kein (Grabfund, sondern ein "Depotfund". Es sind jedesmal dieselben sonst bei uns gar nicht häufigen Fundstücke in derselben Zusammenstellung. Von dem Inventar unserer Gräber der Bronzezeit ("Kegelgräber) unterscheiden sie sich wesentlich (das Grab von Retzow bildet eine Ausnahme) und sind mit den dort vertretenen Formen kaum in topologischen Zusammenhang zu bringen. Im Allgemeinen s. Jahrb. XLVIII, S. 330. Bemerkenswerth ist die Übereinstimmung unseres Fundes mit einem großen Bronzefunde von Sajo=Gömör (Comitat Gömör, Ungarn), bei Hampel, a. a. O. Tafel 114-116. Es finden sich dort dieselben Spiralcylinder und Halsringe wie in unserem Funde, daneben gewisse starke Handringe, die in unseren Moor= und Erdfunden gelegentlich erscheinen (z. B. bei Viecheln und Neubauhof), in Ungarn in der Bronzezeit aber national sind. Daß in jener Periode eine lebhafte Beeinflussung des Ostseegebietes von Ungarn her stattgefunden hat, kann keinem Zweifel unterliegen; man vergleiche nur, um bei oben schon citirten Werken zu bleiben, den Moorfund von Kölpin in Hinter=Pommern (Baltische Studien, a. a. O. Tafel 5) mit Hampel, a. a. O. Tafel 43, 63 u. a., wo genau dieselben Typen erscheinen. Auch in unserem Funde glaube ich eine derartige Beeinflussung durch eine von Südosten zu uns gedrungene Bronzeindustrie zu erkennen, deren Stärke und Wege anzugeben wohl noch nicht an der Zeit ist.

2. Fund von Lübberstorf.

(Katalog=Nummer B. 191-195.)

Im Sommer 1885 wurde im Forstrevier Lübberstorf bei Neukloster beim Chausseebau 1/2 Meter tief ein Fund von Bronzen ge=

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macht und von Herrn Forstmeister von Flotow zu Sternberg dem Großh. Museum überwiesen.

1) Ein kesselartiges Hängegefäß mit kugelförmigem Bauche und senkrechtem Rande, an dem zwei aufrechtstehende, oblonge Henkel sitzen. Der Bauchrand setzt scharf an und zieht sich 1 1/2 cm ein. Die ganze Höhe beträgt 8 1/2 cm, der Durchmesser an der Öffnung 14 1/2 und der größte Umfang 54 cm. Die Henkel sind 4 cm lang. Auf der Bauchfläche sind wellenförmige Linien eingravirt (also nicht eingegossen) 1 ). Die Patina ist hellgrün und leicht (s. Taf. I, 6).

2) Die buckelartige Handhabe dazu (über ihre Verwendung s. Jahrb. XXVI, 172, über Ornamentirung und Technik auch Hostmann, Archiv für Anthrop. X, S. 48), Form und Zeichnung s. Tafel I, 7. Die Höhe beträgt 7 cm, der Durchmesser der Öffnung 7 1/2 cm. Die Patina ist ganz leicht.

3) Ein kesselförmiges Hängegefäß von derselben Form wie 1, aber kleiner. Höhe 6 cm, oberer Durchmesser 11 1/2 cm, größter Umfang 44 cm, Länge der Henkel 2 1/4 cm. Die Verzierungen weichen von denen des obigen etwas ab; die Patina ist schön hellgrün (s. Tafel I, 8).

4) Die Handhabe dazu, entsprechend der obigen, aber einfacher (s. Tafel I, 9); die Höhe 6 1/2, der Durchmesser 7 1/4 cm. Keine Patina. Vgl. Mestorf, Vorg. Alterthümer aus Schleswig=Holstein XXXII, 350.

5) Die Reste eines Handringes aus Bronzeblech von 2 3/4 cm Höhe, mit dreieckigem Loche am Ende (s. Tafel I, 10).

Der Fund schließt sich zwei früher gemachten, in unserem Museum aufbewahrten, fast völlig gleichen an, ist aber der erste dem westlichen Meklenburg angehörende. In Roga bei Friedland fanden sich 1 m tief in sumpfiger Erde ein Hängegefäß, unserem ersten sehr ähnlich, drei Paar breite, hohl gegossene Armringe, gleich dem unseren, ein Kopfring mit Drachenverzierung, spiralige Fingerringe, gewundene Halsringe und eine Bernsteinspange, ein Fund, den man bei seiner Entdeckung (1840) für "wendisches Priestergeräth" erklärte (s. die Publication Jahrb. VI B, 110 und VII B, 33). Nur eine Meile davon entfernt, zu Lübberstorf bei Friedland wurde, 1,25 m tief in Moorerde, in einer Kiste von Sandsteinen ein ganz ähnlicher Fund gemacht (s. Jahrb. XXVI, 172, XIV, S. 324): ein Hängegefäß mit Wellen= und Drachenornament, ebenfalls unserem ersten gleichend, zwei Buckel


1) Zur Technik der Hängegefäße s. Olshausen in den Verhandlungen der Berliner anthrop. Gesellschaft 1885, S. 410, wo die andere Litteratur angegeben ist.
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gleich den obigen, sechs geschlossene Armringe ans Blech, ein massiver Armring, zwei Spiralcylinder und mehren gewundene Kopf= und Halsringe von verschiedener Form.

Hängegefäße wie die besprochenen sind in Meklenburg=Schwerin selten; wir haben außer den neu erworbenen Lübberstorfern nur ein Exemplar, aus Düssin bei Hagenow (s. Jahrb. XXXVII, 205), leider ohne genauere Fundangabe, und ein Fragment in dem "Gießerfunde" von Ruthen bei Lübz (s. Jahrb. XXXIX, S. 127 flgd.). Ein anderes bei Basedow gefundenes (abgeb. Jahrb. XIV, 320) ist nicht in unserer Sammlung.

Allerdings ist eine Formenverschiedenheit an den erwähnten Gefäßen bemerkbar, und Montelius unterscheidet sie als Typus D, E und F (s. Figur 93, 118, 119), wobei das kleine neue Lübberstorfer als D, das größere, die von Düssin und Ruthen als E und die Neu=Strelitzer als F zu bezeichnen sein würden. Aber die Unterschiede sind doch nur geringfügig, und da Montelius selbst E und F als gleichzeitig bezeichnet, und, wie unser Fund beweist, bei uns auch D und E als gleichzeitig erscheinen, so dürfen wir bei der Allgemeinbesprechung sie zusammenbehandeln. Man glaubte früher, diese Gefäße dem östlichen Deutschland zuschreiben zu müssen (S. Sophus Müller, Die nordische Bronzezeit, S. 29), die Zusammenstellung von Montelius (a. a. O. S. 262, S. auch Virchow, a. a. O. S. 356) lehrt aber, daß westlich der Linie Rostock=Güstrow=Brandenburg, welche S. Müller als Grenzlinie zog, 32 1 ) (mit Einschluß der beiden hier neu publicirten), östlich 22 bekannt geworden waren, S. Müllers Ansetzung also auf falscher Voraussetzung beruhte. Interessant ist, daß sie als versprengte Stücke der nordischen Bronzezeit gelegentlich in südlicheren Gebieten erscheinen, in Deutschland wohl am südlichsten bei Frankenhausen (s. Photogr. Album der Berliner Ausstellung 1880, VI, pl. 22) und einmal sogar in der Schweiz in dem Pfahlbau von Corcelettes (s. Groß, les Protohelvètes, S. 90, Figur 11 und 12); dieser Umstand wird uns noch wichtiger dadurch, daß dabei die brillenförmige Fibel, von der wir gleich sprechen werden, und eine Gußform gleich unserer von Karbow (s. Tafel II, 2) gefunden ist. Ihr classisches Land aber bleibt Meklenburg=Strelitz, wo nicht nur die meisten (das Neu=Strelitzer Museum bewahrt 6 Ex., dazu kommen die im Schweriner befindlichen von Roga und Lübberstorf bei Friedland), sondern auch


1) Schöne hannoversche Exemplare s. Estorff, Heidnische Alterthümer von Ülzen, Tafel XI, 1, 2, XII, 1, 5, 6, ganz mit den unseren stimmend, auch die Deckel.
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die schönsten gefunden sind. (Siehe darüber Virchow in den Verhandlungen der Berliner anthr. Ges. 1885, S. 357, wo auf zahlreiche analoge Funde, auch aus Brandenburg, hingewiesen ist.) Fast alle sind sie Moor= oder Erdfunde. Sie gehören einer jungen Zeit der Bronzeperiode an. Ihre Form erscheint als eine Weiterentwickelung einfacherer und kleinerer Gefäße, wie sie in Grabfunden älterer Bronzezeit vorkommen (s. jetzt Montelius, a. a. O. die Typen seiner dritten und vierten Periode, bes. Fig. 92). Exemplare, welche den Übergang besonders deutlich machen, haben wir aus einem Grabfunde von Parchim (s. Jahrb. X, S. 281 und beistehenden Holzschnitt)

Hängegefäß

von Sukow bei Marnitz (s. Jahrb. XVIII, S. 255) und zwei Stücke aus einem Moorfunde von Klues bei Güstrow (Jahrb. XXXIII, S. 136). Das charakteristische Wellenornament findet sich ähnlich wie auf unseren Hängegefäßen auf einer Anzahl anderer Geräthe, die durch Form und Fundverhältnisse als relativ jung gekennzeichnet werden. In unserem Gebiete ist dieses Ornament selten (s. z. B. Jahrb. LI, Tafel 2, 2 ein Messer mit Wellen= und dem verwandten Schiffsornament aus dem Grabe der jüngeren Bronzezeit von Meyersdorf und Tafel 6, 2 ein ähnliches aus Kratzeburg), in Hannover und Schleswig=Holstein häufig auf Messern, Pincetten, breiten Ringen u. s. w. (s. Mestorf, Vorg. Alterth. auf Tafel 24-27). Wie und wo es sich entwickelt hat, ist noch nicht constatirt; aus der Spirale der nordischen Bronzezeit ist es kaum abzuleiten, wenigstens sind mir von da keine Übergangsformen bekannt, wohl aber aus der ungarischen, wo es an Schwertgriffen und Ringen, Streithämmern, Gürteln, Bronzeplatten, selbst Thongefäßen (s. J. Hampel, Alterth. d. Bronzezeit, auf fast jeder Tafel) in der reichsten Ausbildung als beliebteste Decoration erscheint. Vielleicht ist es mit den ungarischen Schwertern, die ja überall im nordischen Bronzegebiet vorkommen, importirt (s. Undset, études sur l'age de bronze de la Hongrie. Christiania 1880, bes. S. 127 flgd.). Virchow betont die Ähnlichkeit mit italischen Ornamenten der älteren Eisenzeit; da wir aber dieselben in Ungarn schon in der Bronzezeit haben (man vergleiche Hampel, Tafel 92 die Verzierung einer Schwertklinge mit denen des Rogaer Stirn=

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bandes, Tafel 70, 14 sogar den Stempel zu einem Quadriquetrum), so liegt doch diese Herleitung näher.

Zu einer relativen Zeitbestimmung des neuen Lübberstorfer Fundes innerhalb der meklenburgischen Bronzezeit giebt der Handring den besten Anhalt. Dreimal ist diese Form mit den Hängeampeln zusammengefunden (Lübberstorf bei Neu=Kloster, Roga und Ruthen in Moor= oder Erdfunden), und damit die Gleichzeitigkeit constatirt, andererseits findet sie sich aber auch in dem "Gießerfunde" von Holzendorf bei Wismar (s. Jahrb. XXXIV, S. 227) und (allerdings in wenig ansehnlichen Exemplaren, welche eine Verkümmerung der Form darzustellen scheinen und demnach jünger sein würden) in Gräbern von Ludwigslust, Alt=Schwerin, Vietlübbe und Borkow, welche alle der jüngsten Periode der Bronzezeit angehören (s. Jahrb. LI, S. 25 unten). Auch sonst stimmt das Inventar dieser Funde überein; die Typen des reichsten Fundes mit Hängeampeln, des von Roga, wiederholen sich in Ludwigslust, Vietlübbe und verwandten Gräbern, während sie in den älteren fehlen. Bemerkt mag auch werden, daß die brillenförmige Fibel (Abbild. Fr.-Fr. XX, 13, s. auch Jahrb. XLIII, 199), welche den älteren Perioden unserer Bronzezeit fremd ist, sich in gleicher Weise mit Hängegefäßen in Ruthen, in dem großen Wendorfer Funde, der im Museum von Neu=Strelitz aufbewahrt wird (s. Olshausen, a. a. O. S. 431) einem hannoverschen Funde (Dörmte, Amt Oldenstadt, s. Estorff, a. a. O. Tafel XI) und sogar in der Schweiz (s. o.) zufammenfindet. Eine genauere Analyse des Ruthener Fundes würde eine noch exactere Zeitbestimmung ermöglichen. Vorläufig möge es genügen, die ungefähre Gleichzeitigkeit unseres Fundes mit den im letzten Jahrbuche besprochenen Grabfunden (s. bes. S. 28) constatirt zu haben, denen ihre Stellung am Ende der Bronzezeit, u. a. durch das gelegentliche Vorkommen von Eisen (Ludwigslust, Vietlübbe), zugewiesen war. Auch Virchow rückt die Hängegefäße in die ältere Eisenzeit, indem er in Anschluß an Lisch den eisernen Verschluß des Stirnbands von Roga und das Vorkommen silberner Geräthe in einem altmärkischen Hängebecken hervorhebt. Da aber sowohl die Hängeampeln wie die Handringe von der Form, wie sie in Lübberstorf erscheinen, noch eine weitere Entwickelung durchgemacht haben, so ist nach meiner Meinung dieser Fund etwas weiter hinaufzuschieben. Begnügen wir uns mit einer Einordnung desselben in das Schema von Montelius, so würden die Grabfunde von Ludwigslust u. s. w. seiner sechsten, der Fund von Ruthen seiner fünften und unser besprochener seiner vierten Periode angehören, während die Masse unserer Grabfunde der Bronzezeit der

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zweiten und dritten, wie oben gesagt, zufällt. Montelius setzt für diese vierte Periode die Zeit von 900 bis 750 v. Chr. G. ein, worüber wir uns eines Urtheils enthalten; Virchow sagt entsprechend seiner oben mitgetheilten Auffassung: "Jedenfalls sind sie [die Hängebecken generell] mindestens bis auf ein halbes Jahrtausend vor der christlichen Zeit zurückzurücken."

3. Fund von Karbow.

(Katalog=Nummer B. 96-99.)

Im Jahre 1881 wurde bei dem Dorfe Karbow, 1 1/4 Meile südöstlich von Lübz, ein bemerkenswerther Bronzefund gemacht. Karbow liegt in jener sandigen Gegend des südlichen Meklenburgs, welche zu unseren ergiebigsten Fundbezirken, besonders der Bronzezeit, gehört (s. Jahrb. XLVIII, S. 314 bei Gelegenheit der Besprechung der Kegelgräber von Tessenow). Aus der näheren Umgebung des Ortes haben wir Grabfunde aus fast allen Perioden der Bronzezeit, von Karbow selbst, ferner von Kreien, Sandkrug, Vietlübbe, Damerow und Retzow. Der Karbower Fund ist kein Grabfund; die Fundstücke lagen nach dem Berichte des Finders frei, fast unmittelbar unter der Erdoberfläche in einem feuchten Acker dicht neben einander; Urnenscherben sollen dabei gefunden sein, sind aber nicht aufbewahrt, sodaß es nicht zu entscheiden ist, ob die Sachen etwa in einem Thongefäße gelegen haben, wie manche analoge Funde 1 ), besonders in Pommern (s. Kühne, Baltische Studien, Band 33, S. 313 u. s.). Der Fund ist gleich nach seiner Ablieferung in den Jahrbüchern XLVI, S. 303 von Lisch besprochen; die Seltenheit desselben und der Umstand, daß damals keine Abbildungen gegeben sind, berechtigt jedoch eine erneuete Behandlung.

Es sind folgende Gegenstände:

1) vier Stangen von Pferdegebissen (s. Tafel II, 1), je zwei sich entsprechend, mit geriefelten, durch den Guß hergestellten Verzierungen, 16 cm lang; sie sind etwas gebogen, an dem einen Ende zugespitzt und am anderen mit einer Höhlung versehen; in der Mitte sind in verschiedenen Richtungen zwei ovale Löcher zum Durchziehen des befestigenden Bandes. Stangen, welche den unseren völlig gleichen, sind mir nicht bekannt geworden, ähnliche aber auf den entlegensten Punkten der Bronzekultur. So z. B. finden sie sich auf dem Gebiete der "altaisch=uralischen Bronzezeit" im District


1) Classisch ist in seiner Art der großartige Fund von S. Francesco in Bologna, wo 1879 14000 Bronzestücke in einem großen Gefäße gefunden sind, leider steht die von Zannoni in Aussicht gestellte Publication noch immer aus.
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Minussinsk am Jenissei (s. Aspelin im Compte-rendu du congrès de Stockholm. St. 1876 S. 573, Fig. 42), zu Dodona (s. Karapanos, Dodone et ses ruines 52, 7) und ähnlich bei Bologna (s. Gozzadini, C.-R. de Stockholm, S. 385, Fig. 1, mit zahlreichen Analogien aus Italien und den Alpenländern); ungarische Formen: Hampel, Alterth. der Bronzezeit in Ungarn, Tafel 60 und 61; aus der Schweiz: Groß, les Protohelvètes, Tafel 24, 15. Näher liegend sind Funde aus dem südlichen Schweden (Montelius, Kultur Schwedens, übers. von Appel, S. 71), Schleswig (Undset, Das erste Auftreten des Eisens 364 und Tafel 29, 10) und besonders Pommern, wo bei Pyritz vier Gebißstangen mit Klapperstücken, Hängezierrathen und Ringen in einer Urne im Felde gefunden sind (s. Kühne, a. a. O. S. 315, abgeb. Photogr. Album d. Berl. Ausstellung II, Taf. 11 und 12 und Undset, a. a. O. Taf. 24, 5, Text S. 240). Auch Mittel= und Süddeutschland hat eine ansehnliche Zahl geliefert, sodaß wir kein Recht haben, die Stangen für die nordische Bronzezeit in Anspruch zu nehmen. S. über diesen Punkt Sophus Müller, Die nordische Bronzezeit, S. 120 flgd., wo die betreffenden Exemplare aufgezählt werden; für uns interessant ist besonders ein Stück aus der Gegend von Hanau, eine gebogene Stange mit drei ovalen Löchern, also den unseren ziemlich gleich, und eins aus Braunschweig, weil es mit Hängegefäßen zussammen gefunden ist, ein Umstand, welcher bei der Zeitbestimmung von Belang ist.

2) Vierzehn flach gewölbte, wahrscheinlich gegossene 1 ) Zierscheiben (s. Taf. II, 4), kreisrund, mit nach außen gebogenem Rande; die Spitze ist flach und hat ein Loch, durch welches bei mehreren Exemplaren ein starker Bronzedraht geht, der außen einen runden Knopf und innen eine Öse bildet. Die Höhe beträgt bei allen 3 cm, der Durchmesser bei fünf Stück 12 cm, bei vier 9 cm und bei drei 8 cm. Solche Zierscheiben waren ohne Zweifel Pferdeschmuck gleich den römischen phalerae (s. u. a. Lindenschmit, Tracht und Bewaffnung des röm. Heeres, Taf. 8, Fig. 2) und die Öse im Innern diente zum Aufziehen an einem Bande oder Riemen.

Solche Buckeln sind in Meklenburg erst einmal beobachtet; auf dem Felde von Basedow fanden sich ein größerer und ein kleinerer von beistehender Form

Buckel

in einem Hängegefäße, welches bei Besprechung des Lübberstorfer Fundes erwähnt ist (s. Jahrbuch XIV, S. 320 mit Abbildung); unsere Nachbarländer sind


1) Ein hiesiger Techniker äußerte sich zweifelnd; in Dänemark sind gegossene und getriebene Exemplare gefunden (s. Undset, a. a. O. S. 363).
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reich daran. Lindenschmit (Alterthümer unserer heidnischen Vorzeit, Bd. III, Heft 8, 2) giebt Beispiele aus Pommern, Provinz Sachsen, Hannover, Schleswig=Holstein. Aus Pommern zählt Kühne (a. a. O. S. 310 u. flgd.) in sieben Gesammtfunden von Bronzen diese Schreiben auf, darunter auch in dem von Pyritz, den wir schon bei Gelegenheit der Gebißstangen erwähnt haben 1 ); aus Holstein s. z. B. Olshausen, Verhandl. der Berl. anthrop. Ges. 1885, S. 444, Fig. 25 (Moorfund von Oldesloe), aus Schleswig s. Mestorf, Vorgesch. Alterth. XXII, 225 aus einem Gesammtfunde ("Gießerfund") von der Insel Alsen, welcher für uns dadurch besonders wichtig wird, daß er dieselben Sachen enthält, wie der unsere von Ruthen. In der Altmark sind sie zusammen mit Hängegefäßen gefunden, also wie in Basedow; im Norden sind sie häufig, werden aber als importirt betrachtet (s. u. a. Undset, Eisen, S. 364 und Tafel 29, 7); auch in Frankreich und der Schweiz kommen sie vor (s. S. Müller, a. a. O. S. 6, Anm.).

3) Eine bronzene Gußform zu einem "Hohlcelt", bestehend aus zwei Längshälften von 13 cm Länge (s. Taf. II, 2, den sich ergebenden Celt II, 3); die an den Seiten angegossenen Ringe dienten wohl zum Zusammenhalten der Form beim Gebrauche, wie in dem ähnlichen Exemplar aus dem Gießerfunde von Kölpin (s. Baltische Studien, Bd. 35, Taf. 5, 2 u. s.). Die aus dieser Form hervorgehenden Celte sind 9 1/4 cm lang, unverziert, mit einer Öse versehen; der Rand ist glatt und biegt sich etwas nach außen; unter dem oberen Theile ist eine ornamentale Anschwellung, der untere Theil ist ganz glatt. Mir ist ein gleiches Exemplar nicht bekannt, auch weiß ich diese Formen nicht dem Schema von Montelius einzuordnen.

Eine ähnliche Gußform, auch aus Bronze, befindet sich in dem bekannten Gießerfunde von Holzendorf (s. Jahrb. XXXIV, S. 223 und den auf folgender Seite stehenden Holzschnitt). Die Celte mit Schafttülle gehören zu den allerhäufigsten Fundstücken der Bronzezeit in allen Ländern; aber auch Gußformen gerade für ähnliche Exemplare, wie die besprochene sie liefert, sind häufig:

Schleswig und Holstein: Mestorf, Vorg. Alterth. XXI, 208 (aus Sandstein).

Schweden: Montelius, Ant. suèd. 211 (aus Sandstein) und 412 (aus Bronze).


1) S. auch Undset, a. a. O. S. 240 und XXIV, 6.
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 Gußform

Schweiz: Groß, les Protohelvètes, Tafel 27, 12 und 14, aus Pfahlbauten von Corcelettes und Estavayer (aus Bronze, der unsern sehr ähnlich).

Ungarns Hampel, Alt. d. Bronzezeit, Tafel 3 und 4 (aus gebranntem Thon).

Englands J. Evans, album de l'âge du bronze de la Gr. Bret., Tafel 35, mehrere (aus Bronze).

Was die Auffassung des Fundes betrifft, so glaube ich mit Lisch (a. a. O. S. 304), daß es der "Waarenvorrath eines Bronzehändlers" oder herumziehenden Bronzegießers ist. Darauf weist die Gußform, sowie der Umstand, daß eine Reihe von Zierbuckeln unfertig, nämlich noch ohne Öse sind.

Suchen wir nun den Karbower Fund in unser Bronze=Inventar einzureihen, so ist zunächst zu constatiren, daß an verschiedenen Orten die phalerae zusammen mit Hängebecken gefunden sind, also eine Gleichzeitigkeit dieser beiden Typen gesichert ist; schon oben sind erwähnt die Funde von Basedow, von der Insel Alsen

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und der Altmark, dazu kommt noch ein Moorfund von Morgenitz auf der Insel Usedom (s. Kühne, a. a. O. S. 313 und Undset, a. a. O. S. 240 u. a. m.). Von der anderen Seite her wird diese Gleichzeitigkeit dadurch erwiesen, daß in dem erwähnten Schweizer Funde von Corcelettes Hängebecken mit einer Gußform wie die behandelte von Karbow zusammen sind. Die Hohlcelte und Hängebecken gehören den letzteu Perioden der Bronzezeit an (s. die Besprechung des Fundes von Lübberstorf, oben S. 6 flgd.), die phalerae sind am Wahrscheinlichsten als nordische, in Guß hergestellte Nachahmungen der südlichen ("Hallstädter") getriebenen Bronzegeräthe aufzufassen (s. Undset, a. a. O. S. 364 und sonst), ein Einfluß, der in den ältesten Perioden der nordischen Bronzezeit noch nicht vorhanden ist. Würden wir uns mit einer Eintheilung der Bronzezeit in eine ältere und jüngere begnügen, so müßten wir demnach unsere Karbower Sachen der jüngeren zuschreiben, wollen wir aber Montelius folgend noch weiter scheiden, so haben wir keinen Grund, dieselben erst an das Ende der Bronzezeit überhaupt zu setzen, denn in der Reihe der Hohlcelte repräsentirt unsere Gußform eine ältere Entwickelung. Ich glaube den Fund etwa der vierten Periode von Montelius zurechnen zu dürfen, gleichzeitig also dem Funde von Lübberstorf.

4. A. Fund von Malchow.

(Katalog=Nummer B. 147.)

Am Malchower See wurden von Herrn Brauereibesitzer Lange in einer Torfschicht, welche 2 m unter dem festen Boden steht ein "Hohlcelt" aus Bronze und eine Lanzenspitze aus Eisen gefunden und unter gütiger Vermittelung des Herrn K. Virck in Malchow im Januar 1884 dem Großh. Museum übersandt. Da genauere Fundverhältnisse nicht zu ermitteln gewesen sind, kann auf das Zusammenvorkommen von Bronze und Eisen hier kein Gewicht gelegt werden. Über Form, Maaße u. s. w. des Celtes s. uns. Tafel II, 7 und die Zusammenstellung in Beilage Nr. 14. Das Exemplar hat gar keine Patina und wird dadurch besonders interessant, daß es noch eine rauhe Oberfläche hat, als wäre es eben aus der Gußform hervorgegangen; auch sind keine Spuren von Gebrauch bemerkbar. Es könnte also sehr wohl auch einem "Gießerfunde" entstammen, der sich damit eng an die Funde von Karbow und noch mehr von Holzendorf anschließen würde, in denen Gußformen zu ähnlichen Celten auftreten.

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B. Fund von Grabow.

(Katalog=Nummer L. I, E 1 , 8.)

Bei Grabow wurde in einer sandigen Viehweide bei Erdarbeiten 1885 ein Hohlcelt gefunden und vom Rathe der Stadt dem Großh. Museum als Geschenk übergeben. Ich erwähne ihn hier, weil er in den Zusammenhang der besprochenen Funde gehört. Es ist ein kleines, gut gearbeitetes Exemplar mit schöner dunkelgrüner Patina. Er hat ein ovales Schaftloch von 2 3/4, resp. 2 1/2 cm Durchmesser, einen etwas nach außen gebogenen Rand, eine schwache Einkerbung unter demselben, an den Breitseiten je drei, durch starke Rippen geschiedene Vertiefungen zur Verzierung (anders also als bei den Malchowern, wo die Rippen erhöht sind), starke Gußnähte an den Seiten, ist 7 cm lang und an der Schneide 3 1/2 cm breit. Er ähnelt dem Malchower sehr, leitet aber schon eine jüngere Entwickelung ein, wo die Rippen allmählich verschwinden (s. unsere Beilage Nr 17-20). Ähnliche Formen s. u. a. bei Montelius, A. S. 148, Mestorf, Vorgesch. Alterth. 205.


Beilage.

~~~~~

Die Hohlcelte in Meklenburg.

Zu den zahlreichsten Fundstücken aus der Bronzezeit gehört überall ein axtartiges, zum Schneiden und Hauen geeignetes, verhältnißmäßig kleines Geräth, welches bei uns früher als framea bezeichnet wurde, weil man es mit der von Tacitus beschriebenen germanischen Wurfwaffe identificirte 1 ), und für welches heute der Ausdruck "Celt" allgemein üblich geworden ist 2 ). Ihre Schäftung bestand sicherlich meist darin, daß sie an einem knieförmig gebogenen Holze befestigt wurden. Erhalten sind solche Schäfte aus der ältesten Zeit der oberitalischen Bronzeperiode, welche in den Ansiedelungen der sog. Terramaren ihre Vertretung findet. Im Museum in Parma werden - Dank der Sorgfalt des Professors Pellegrino Strobel - mehrere solcher Schäfte aufbewahrt, und zwar für Celte mit Schaftkerbe (Celte mit Schafttülle = "Hohlcelte" kennt diese Zeit


1) Lisch, Friderico-Francisceum 1837, S. 36.
2) Ueber die Terminologie s. Olshausen, "Zur Nomenclatur der Bronzecelte," in den Verhandlungen der Berliner anthr. Gesellsch. 1885, S. 364.
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noch nicht), sogar das Riemenwerk zur Befestigung ist noch erhalten; seine lineare Verzierungen erinnern an Motive der nordischen Bronzezeit, z. B. das "Tannenwedelornament". Ja, wir haben sogar bildliche Darstellungen dieser Geräte mit Schaft. Auf einer jener situlae die als Zeugnisse der ältesten italischen Kunst ein so hohes Interesse in Anspruch nehmen, der von der Certosa bei Bologna, ist u. a. eine Prozession von Kriegern dargestellt, voran zwei Reiter, über die linke Schulter Celte an langen Schäften hängen lassend, ebenso vier zuletzt marschirende (s. Zannoni. gli scavi della Certosa, Tafel 35, und Chierici im bullettino di paletnologia Italiana, 1880, Tafel 7; auch Hochstetter in den Mittheil. der WienerAnthrop. Gesellsch. 1883, Tafel 21). Auch auf den Felsensculpturen in Schweden (den hällristningar) kommen Flachcelte mit der erwähnten Schäftung in den Händen von kämpfenden Männern zur Darstellung (z. B. bei Simrislund in Schonen; s. Compte-rendu du congrès de Stockholm, 1876, S. 460 u. 482). Aber auch die jüngere Form des Hohlceltes mit erhaltenem Schafte aus einer Salzgrube in Hallein s. Montelius, Cultur Schwedens, S. 54. (S. auch Voß Nnd Stimming, Vorg. Alterth. von Brandenburg, Abth. I, 5, 3.)

Das Verbreitungsgebiet dieses Geräthes ist ein sehr großes; fast überall wo eine Bronzezeit constatirt ist, kommt auch der Celt vor, 1 ) und es sind auch überall dieselben Grundformen. Innerhalb derselben finden sich aber sehr bedeutende locale Unterschiede, sodaß von dem Aufsuchen eines gemeinsamen Ausgangspunktes der einzelnen Typen nicht die Rede sein kann. Vielmehr hat der Celt in den verschiedenen Gebieten seine eigene Entwickelung genommen, wobei natürlich Beeinflussungen von anderen ebensowenig ausgeschlossen sind, wie der Export einzelner Exemplare aus einem fremden Bereiche. Läßt sich innerhalb eines Gebietes an hinreichend vielen Exemplaren eine ununterbrochene Entwickelung von der einfachsten Form zu complicirteren zwanglos nachweisen und stimmen die Ergebnisse dieser typologischen Betrachtung mit den allgemeinen Fundverhältnissen insofern überein, als letztere der Chronologie der ersteren nicht widersprechen, so darf man die betreffenden Formen als Producte der Bronzekultur des betreffenden Gebietes in Anspruch nehmen. Von solchen Gesichtspunkten aus hat, wie oben


1) S. u. a. Worsaae, in den Mémoires des antiquaires du Nord. 1880, S. 195 (Beispiele aus China). Merkwürdiger Weise fehlen sie in der reich entwickelten Bronzezeit des Kaukasus (s. Virchow, Gräberfeld von Koban 1883, S. 129).
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erwähnt, Montelius das Material der nordischen Bronzen durcharbeitet und eine Gliederung in sechs Perioden durchzuführen gesucht. An ihn anschließend, stelle ich im Folgenden die Celte mit Schafttülle des Schweriner Museums zusammen.

Die bisherige Entwickelung hatte von der einfachen Nachahmung der Feuersteinaxt ("Keil"), wie wir in Schwerin sie in dem interessanten Exemplar von Kirch=Jesar haben (s. Frid.-Franc. XXXIII, 2 und die eingehende Besprechung von Lisch, Jahrb. XXX, S. 136) 1 ), bis zu dem "Paalstabe", d. h. Celte mit einer scharf absetzenden Rinne zur Aufnahme des Schaftes, geführt; von letzterer Form hat unser Museum 28 Stück, 5 aus Gräbern, 3 aus "Depotfunden", 12 Einzelfunde aus festem Bodeu, 8 Einzelfunde aus Mooren; eine Art Zwischenform sind die Celte mit aufrecht stehenden oder umgebogenen Lappen zur Verstärkung der Schäftung, bei uns nur durch 5 Exemplare sicher meklenburgischer Provenienz vertreten. Im weiteren Verlaufe verschwindet dann das obere Stück, welches zur Stütze des Schaftes dient, und die Befestigung geschieht vermittelst einer Öffnung (rund, oval oder viereckig). Der traditionelle Name dieser Bronzeäxte mit Tülle ist "Hohlcelt", ein Name, der auf einem etymologischen Irrthum beruht und vom logischen Standpunkte aus anfechtbar ist (s. darüber Olshausen, a. a. O.), der sich nun aber einmal in der archäologischen Terminologie das Bürgerrecht erworben und wenigstens den Vorzug hat, allgemein verstanden zu werden.

Die älteste Stufe der Entwickelung (Montelius, Typus A, s. S. 51) bewahrt im Allgemeinen die Schneide der voraufgehenden Schaftcelte und unterscheidet sich von diesen nur durch die Tülle, die Öse und ein ornamentales Band unter dem Rande, welches decorativ an das Band erinnert, mit dem bei den Schaftcelten der Schaft befestigt war; dasselbe ist entweder aufgehöht oder durch lineare Verzierungen hergestellt (s. Montelius, Ant. suéd., Fig. 149). Ein voll charakteristisches Exemplar besitzt unsere Sammlung nicht. Tafel II, Fig. 5 giebt eines aus einem Kegelgrabe, welches das Band besonders schön zeigt, im übrigen aber fast zur Meißelform übergeht.

Auch die nächste (Typus B) bewahrt in den ornamentalen Schaftlappen und der gelegentlich noch vorkommenden Mittelrippe die Erinnerung an den Schaftcelt, zeigt auch noch, aber schon weniger hervortretend das umlaufende Baud, unterscheidet sich aber von A


1) Ueber die Bedeutung, welche diese weit verbreitete Form für die älteste Metallzeit hat, s. M. Much, Die Kupferzeit in Europa. Wien, 1886.
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durch den schmalen, nach außen gebogenen Rand. Von diesem Typus haben wir sehr schöne Exemplare, Grab= und Moorfunde, meist unter wichtigen Umständen gefunden; wir wählen zur Illustration (Tafel II, 6) das aus dem Kegelgrabe von Vorbek, weil in diesem Grabe auch ein Hängegefäß, allerdings von älterem Typus als die Lübberstorfer und ihre Genossen gefunden ist. Sodann (Typus C) verschwindet die Ornamentirung, welche die Schaftcelte voraussetzte. Der untere Theil wird glatt, am obern erscheint eine Verzierung durch verticale, meist parallele Linien. Dahin gehören die oben besprochenen Stücke von Malchow (s. Tafel II, Fig. 7) und Grabow. In Gräbern kommt bei uns diese Form schon nicht mehr vor, sowenig wie die übrigen. Im weiteren Verlaufe geht auch die Ornamentation von C verloren, zugleich wird das Geräth kleiner und nach unten breiter (Typus E). Zwischen C und E zählt Montelius als Zwischenstufe einen Typus D, welcher bei uns nicht vorkommt. Dazu haben wir eine andere Zwischenstufe, welche local zu sein scheint; wenigstens finde ich in den gebräuchlichsten Nachschlagewerken keine ganz gleichen abgebildet 1 ). Es sind Stücke mit der Gestaltung der Breitseite, wie E sie zeigt, aber der Ornamentation von C. Taf. II, 8 giebt ein Beispiel (aus Hagenow). Die reine Form des überaus häufigen Typus E s. Taf. II, 9 (aus Zierow bei Wismar). Leider sind die Funde von diesem Typus bei uns zu einer Chronologie der Bronzezeit nicht zu verwerthen, da es sämmtlich Einzelfunde sind.



1) Ähnliche s. bei Worsaae, Afbildninger 138.
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Zu den Tafeln.

~~~~~~~~
Tafel I. 1) Spiraliger Armring Vertikale Klammer von Vielist.
2) Halsring
3) Handring
4) Kleiner Spiralcylinder
5) Flachcelt
6) Hängegefäß Vertikale Klammer von Lübberstorf.
7) Handhabe dazu
8) Boden eines zweiten Hängegefäßes
9) Handhabe dazu
10) Armring
Tafel II. 1) Pferdegebisse Vertikale Klammer von Karbow.    
2) Gußform
3) Hohlcelt
4) Buckel
5) Hohlcelt von Goritz.
6)  desgl.   von Vorbek.
7)  desgl.   von Malchow.
8)  desgl.   von Hagenow.
9)  desgl.   von Zierow.  
Vignette
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Untersuchungen zur jüngeren Bronzezeit - Tafel I.
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Untersuchungen zur jüngeren Bronzezeit - Tafel II.
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II.

Castrum Wustrow.

Von
Archivar Dr. Schildt.

A n der südwestlichen Spitze des Tollense=Sees liegt das zum ritterschaftlichen Amte Stavenhagen gehörige Gut Wustrow, im Besitz des Herrn Freiherrn v. Maltzan auf Krukow. Das Dorf ist in einer Entfernung von etwa 50 Ruthen vom Ufer des Sees an einem Bache, der eine Mühle treibt, auf festem Boden aufgebaut. Seewärts und etwa 20 Ruthen von demselben beginnt eine Wiese, welche bis an den See reicht und diesen auf eine längere Strecke umsäumt. Die Wiese besteht größtentheils aus Moorboden. In neuester Zeit ist an der Südostseite des Hofes hart an der Wiese eine Ziegelei von etwas größerem Betriebe errichtet. Um die dort verfertigten Ziegel auf leichte Weise nach der Stadt Neubrandenburg verschicken zu können, ließ Herr v. Maltzan im jüngst verflossenen Sommer von der Ziegelei aus einen Kanal, der einen größeren Kahn tragen kann, durch die Wiese graben. Beim Ausstechen dieses Kanals stießen die Arbeiter hinter der Mitte desselben, von der Ziegelei aus gemessen, auf Bohlen und Pfähle, die auf eine alte Brücke schließen ließen.

Der der Familie v. Maltzan verwandte und befreundete Herr v. Meyenn, Archivcollaborator hieselbst, hörte bei einem Besuch in Krukow im letzten Spätsommer von diesen Ausgrabungen und machte dem Vorstaud des Geschichtsvereins davon Mittheilung.

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In Folge dessen wurde beschlossen, mit Zustimmung des Herrn Freiherrn v. Maltzan in der Wiese an verschiedenen Stellen, unabhängig von dem Kanalbau, Ausgrabungen vornehmen zu lassen, um feststellen zu können, ob in früherer Zeit von dem festen Lande über die jetzige Wiese, deren Boden muthmaßlich ehemals noch zum Bereiche des Sees gehörte, eine Brücke geführt habe.

Diese unter der Leitung des Herrn Inspectors Dühring zu Wustrow geschehenen Ausgrabungen wurden von reichem Erfolge gekrönt. Am 24. October theilte Herr Dühring schriftlich mit, daß die Arbeiter beim Nachgraben links und rechts vom Kanal auf eichene und tannene Bohlen und auf eichene Pfähle gestoßen seien.

Als die Untersuchung soweit vorbereitet war, reiste ich am 12. Nov. (1886) mit Herrn v. Meyenn nach Krukow, um von da aus am nächsten Tage nach Wustrow zu fahren und diese Arbeiten und ihre Ergebnisse in Augenschein zu nehmen. Von Herrn v. Maltzan eingeladen, erschienen am 13. Nov. gleichfalls zur Besichtigung der Wiese die Herren Rath Löper aus Neubrandenburg und Bürgermeister Dr. Piper aus Penzlin. Uns waren zur Erweiterung der Nachforschungen, soweit nöthig, auf das Freundlichste Arbeiter zur Verfügung gestellt.

Schon am Morgen des 13. Nov. ließ sich nach den bisherigen Ausgrabungen im Allgemeinen als zweifellos feststellen, daß ehemals durch die Wiese eine Pfahlbrücke gegangen sei, und daß dieselbe den Kanal so durchschneidet, daß sie ungefähr auf das Südende der nahe dem Ufer gelegenen kleinen Insel im Tollense=See führt. Der hieneben stehende Abriß mag ein ungefähres Bild der Gegend geben und das Verständniß dieser Zeilen erleichtern.

Die Untersuchungen wurden nun zunächst links vom Kanal, von der Ziegelei aus gesehen, fortgesetzt. Ich ließ dort einige der bereits vorhandenen Gruben verbreitern und vertiefen und von dem angesammelten Wasser entleeren, sodaß ich die Breite und Tiefe der jetzt deutlich erkennbaren Brücke messen konnte. Das Pfahlwerk lag mit seiner Oberfläche jetzt überall 80 bis 85 cm unter der Wiesenfläche; die Brücke hatte, wenigstens an einer Stelle - anderswo war es nicht so deutlich zu erkennen - eine Breite von 2,25 bis 2,75 m und ragte in nicht großer Entfernung von dem festen Boden, wo allein diese Untersuchung möglich war, nur reichlich 50 cm über den aus Sand bestehenden, anscheinend früheren Seeboden empor. Zwei aus der Brücke gezogene eichene Pfähle, welche schon auf den Hof getragen waren, wurden von mir gemessen: sie hatten bei einem Durchmesser von etwa 14 cm eine

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Karte Wustrow
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Länge von 3,50 m. Das untere zugespitzte Ende derselben war durch Anbrennen widerstandsfähiger gemacht.

Rechts von dem Kanal war erst an einer Stelle, und zwar nicht weit von demselben, die Brücke wiedergefunden worden. Ich ließ nun in größerer Entfernung vom Kanal, also nahe dem Seeufer, zur muthmaßlichen Richtung der Brücke einen Querschnitt in der Wiese machen, und wir hatten noch vor 12 Uhr die Freude, auch hier unsere Brücke wiederzufinden, indem wir wieder auf Holzstücke stießen.

Nach Mittag, wo die ganze Familie v. Maltzan unsere Untersuchungen mit ihrer Gegenwart beehrte, setzten wir zuerst dort, wo wir um 12 Uhr aufgehört hatten, das Ausgraben fort. Als wir aber mehrere eichene Plankenstücke gefunden hatten, und somit das Vorhandensein der Brücke unzweifelhaft feststand, beendeten wir die Nachgrabungen in der Wiese, die in der Nähe des Sees wegen des sehr von Wasser durchtränkten Bodens außerordentlich erschwert wurden.

Der Schluß der Forschungen sollte eine Untersuchung auf der schon genannten kleinen, der Stadt Neubrandenburg gehörigen Insel sein, und zwar nach den beiden Gesichtspunkten, ob das Ende der Brücke noch an der Insel zu finden 1 ), und ob auf derselben Spuren einer vorgeschichtlichen Wohnstätte vorhanden seien. Alle Anweseuden begaben sich darum in den bereit liegenden großen Ziegelkahn, und zwei Arbeiter ruderten uns geschickt durch Rohr und Untiefen hinan an das kleine Eiland. Dort war aber nichts zu entdecken. Denn erstlich verläuft das Südende der Insel, wohin die Brücke ihrer Richtung nach nur führen konnte, in einen tiefen Sumpf, der von Röhricht umgeben ist, und dann scheint der nördliche, festere Theil der Insel im Laufe der letzten Jahrhunderte durch Menschenhand, wohl des Anbaues wegen, so viele Veränderungen erlitten zu haben, daß auf die frühere Gestaltung nicht mehr, jedenfalls nicht mit Sicherheit zu schließen ist. Nur die Muthmaßung dürfte vielleicht erlaubt sein, daß der feste nördliche Theil, dessen Ufer bei dem heurigen niedrigen Wasserstand über 1 Fuß aus dem Wasser steil hervorragen, noch die letzten Reste eines alten Walles zeigt. Dafür scheint auch der Umstand zu sprechen, daß der Boden dort rings am Ufer etwas höher ist als


1) Pastor Willebrand zu Zapel erfuhr bei einem Besuche der Insel im Jahre 1877 (Jahrb. XLIV, S. 38) von dem Sohne des Inspectors Künzel zu Wustrow, daß sich im See zwischen dem Festlande und der Insel noch Ueberreste einer früheren Brücke finden.
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in der Mitte der Insel. Darf ich noch die Vermuthung aussprechen, daß man vormals, um die Insel zum Anbau von Getreide oder Gemüse geeignet zu machen, den Wall am Ufer abgrub und die tiefen Stellen in der Mitte damit ausfüllte, so bin ich mit allen meinen möglichen Schlüssen am Ende. Auf den Einwurf, daß dann der Boden in der Mitte in der Vorzeit müßte unter Wasser gestanden haben und also eine menschliche Wohnung nicht ermöglichte, läßt sich leicht antworten.

Wir haben nämlich gesehen, daß die alte Brücke jetzt ungefähr 3 Fuß unter der Oberfläche der Wiese liegt. Nun steht aber das Wasser des Sees nicht viel tiefer als die Wiese, wenn es hoch steigt, überfluthet es dieselbe sogar theilweise. Die ganze Brückenanlage ist daher nur verständlich, wenn man annehmen darf, daß der Wasserstand zur Zeit der Erbauung derselben viel niedriger war als jetzt, und zwar wenigstens 4 Fuß niedriger, so daß die Brücke sich etwa 1 Fuß über die Oberfläche des Wassers erhob. Daß aber die Tollense bei Ansiedelung der Deutschen aufgestaut wurde, wissen wir; denn bei der Anlage der Stadt Neubrandenburg (1248) baute man Mühlen am Tollense=Fluß, und dieser Mühlen wegen wurden im Flusse Wehre zum Aufstauen angelegt. Ja die Müller nutzen selbst in der Jetztzeit das Recht des Aufstauens so sehr aus, daß mitunter die Wiesen und Aecker der Stadt nicht wenig darunter leiden. Wir kennen also auch die Ursache, aus welcher das Wasser sich hob. Stand nun der See früher 4 Fuß tiefer, so war das Ufer der Insel bedeutend höher als der Wasserspiegel, und die innere Fläche derselben blieb noch trocken, auch wenn sie 2-3 Fuß tiefer lag. Denken wir uns nun, daß man diese bei dem späteren, höheren Wasserstand des Anbaues wegen um einige Fuß mit der Erde des am Seeufer liegenden Walles erhöhte, so können wir uns wohl vorstellen, daß die Insel vor der Planirung ein Wall umkränzte.

Daß die Moorerde, welche jetzt über der Brücke liegt, erst nach deren Bau im Laufe der Zeit sich dort ablagerte, ist eine nothwendige Annahme, schon wegen des Vorhandenseins der Brücke. Wenn sich aber über der Brücke seitdem das Moor bildete, warum sollte dasselbe nicht auch unterhalb der Oberfläche der Brücke geschoben sein, soweit überhaupt Moorboden vorhanden ist? Und ist auch dies der Fall, dann fehlte früher die jetzige Wiese ganz, und an deren Stelle sah man durch das Seewasser von geringer Tiefe auf den Meeresboden von Sand, den wir heute 50 cm unter den Belagplanken der Brücke gefunden haben. Daß Moore sich noch bilden, ist ja eine bekannte Thatsache.

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Aber auch schon daraus, daß es nunmehr unstreitbar feststeht, daß in grauer Vorzeit vom festen Lande aus eine Brücke auf die Insel führte, muß mit Nothwendigkeit folgen, daß die Insel früher als Wohnstätte von Menschen benutzt wurde 1 ). Ich halte es darum für durchaus unzweifelhaft, daß hier auf der Insel die in alten Urkunden erwähnte Burg (castrum) Wustrow lag. Ohnehin darf man, da es hier ein castrum Wustrow gab, dasselbe nirgends anderswo als auf der Insel suchen, weil das wendische Wort Wustrow (ostrowe) eben Insel (Werder) bedeutet 2 ). Daß aber das ebenfalls in alten Urkunden erwähnte Dorf (villa) Wustrow, das nach der Burg den Namen trug, auf dem Festlande in der Nähe der Insel lag, ist selbstverständlich, denn der geringe Umfang der Insel erlaubte die Anlage eines Dorfes nicht.

Aus welcher Zeit aber castrum et villa Wustrowe stammen, ist garnicht fraglich. Sie waren wendich wie ihr Name.

Es ist bekannt, daß die von Thietmar von Merseburg und Adam von Bremen erwähnte Tempelburg und Hauptstadt der Redarier Rethra seit Latomus der Gegenstand eifriger Forschungen unserer einheimischen und auch anderer Geschichtsforscher geworden ist. Es ist sehr viel gesucht und sehr viel angenommen, ohne daß die Frage nach der Lage Rethras bis jetzt endgültig beantwortet wurde. Diese Forschungen und die aus denselben gewonnenen Schlußfolgerungen nehmen unsere Theilnahme hier insofern in Anspruch, als Beyer mit großer Ueberzeugung die Behauptung aufgestellt hat, daß grade auf der kleinen Insel im Tollense=See neben der Feldmark Wustrow der Radegasttempel zu Rethra gestanden habe. Ich werde darum nicht umhin können, bei einer Untersuchung über Wustrow auch die Frage nach Rethra zu berücksichtigen. Um aber nicht mit Wiederholungen den Leser zu ermüden, und um mich überhaupt möglichst kurz zu fassen, verweise ich hier nur auf die Litteratur aus der neuesten Zeit, durch welche


1) Auffällig ist es allerdings, daß bis jetzt, soweit bekannt, nicht einmal Spuren von alten Geräthen auf der Insel gefunden sind; doch ist es möglich, daß man diese früher fand und verwarf. Vielleicht gelingt es auch noch einer späteren, genauen Untersuchung Scherben zu finden.
2) Wir finden zwar den Ortsnamen Wustrow auch anderswo als auf Inseln, aber dann doch auf Halbinseln, wie bei Neubukow und auf Fischland, oder zwischen Seen, wie bei Wesenberg, oder zwischen Flüssen, wie bei Lenzen und bei Lüchow. Wustrow bezeichnet also sowohl eine Halbinsel wie eine Insel, grade wie unser Werder. Aber darum darf man doch nicht annehmen, daß das Dorf Wustrow bei Penzlin wegen seiner Lage in der Nähe des Tollense=Sees seinen Namen erhielt, da die Gegend den Charakter einer Halbinsel nicht hat.
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man zugleich mit den Urtheilen früherer Forscher bekannt gemacht wird. Es ist folgende:

1) Lisch, Die Stiftung des Klosters Broda und das Land der Rhedarier. Jahrb. III, S. 1 ff. Lisch hielt (S. 21) Prillwitz für die Stätte des alten Rethra.

2) Franz Boll, Kritische Geschichte der sogenannten Prillwitzer Idole. Jahrb. XIX, 168-286.

3) Beyer, Die wendischen Schwerine. Darin: 8) Seitenblicke auf Rhetra und Arkona. Jahrb. XXXII, 134-148.

4) Beyer, Die Landwehren und die Grenzheiligthümer des Landes der Rhedarier. Jahrb. XXXVII, 42-171. Hier ist B. in dem festen Glauben, daß Rethra auf der kleinen Neubrandenburger Insel bei Wustrow lag.

5) Ernst Boll, Beschreibung der Tollense. Archiv für Landeskunde Meklenburgs. 1853, S. 1-69. B. vermuthet Rethra auf der Halbinsel im Norden des Sees Lieps bei Prillwitz.

6) F. Boll, Geschichte des Landes Stargard. I, 1 ff.

7) Wigger, Meklenburgische Annalen, S. 119, 120.

8) Willebrand (Past. zu Zapel), Rethra. Jahrb. XLIV, S. 37 ff. W. hält den Hof Wustrow selbst für die Tempelstätte Rethra 1 ).

Aus den alten Historikern, die uns Mittheilungen über die Wenden Meklenburgs machen, lernen wir mit Sicherheit, daß es eine weit berühmte Tempelburg Rethra gab, und daß diese im Lande der Redarier lag. Wenn man sonst auch die Berichte Thietmars und Adams, wo sie sich auf Einzelheiten einlassen, nicht so genau nehmen will, diese Nachricht verdient Glauben, denn es ist durchaus glaublich, daß eine so wichtige Thatsache auch den den Wenden nahe wohnenden deutschen Völkern der Zeit bekannt war. Gewiß ist ferner, daß Rethra in den Kämpfen der Deutschen gegen die Wenden unter Heinrich dem Löwen untergegangen ist, denn sonst würden die ersten christlichen Urkunden aus unserer Heimath etwas von dem berühmten Orte berichten. Und es wäre in der That merkwürdig, wenn Rethra der Zeit nicht untergegangen wäre; denn wie hätten die christlichen Deutschen wohl einen großen, heidnischen Tempel können stehen lassen, da sie bei der Unterjochung, um nicht zu sagen Vernichtung, der Wenden grade das Heidenthum bis auf seine letzten Spuren ausrotteten.


1) In einem Zeitungsartikel ("Tägliche Rundschau" vom 8. Dec. 1886) berichtet der obengenannte Herr Dr. Piper über die Nachgrabungen unseres Vereins zu Wustrow. Er ist geneigt, die Tollense=Insel für die Stätte Rethras zu halten.
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Lag aber Rethra im Lande der Redarier, im Radwer oder Raduir 1 ), so dürfen wir es nicht in Wustrow suchen, da das Land Radwer sich nach sicherem Zeugniß nur östlich vom Tollense=See ausdehnte 2 ) und dessen Westufer nirgends berührte. Die gegentheilige Behauptung Beyer's, daß nämlich in Wustrow Rethra zu finden ist, müssen wir durchaus als unbewiesen bezeichnen, trotz der langen scharfsinnigen und gelehrten Abhandlungen desselben, denn wir haben zwei Gegenbeweise, die seine Behauptung nicht gelten lassen können. Erstens heißt es in der freilich gefälschten Urkunde über die Stiftung des Klosters Broda vom 16. August 1170 3 ) illi ecclesie contulimus . . . Wustrowe castrum cum villa. In Raduir Podulin, Tribinowe etc. . So ist interpungirt, und das kann nur bedeuten, daß die Aufzählung der Örter in Raduir erst nach Wustrow beginnt, daß also Wustrow nicht zum Lande Raduir gehört. Zwar ist diese Urkunde, wie bemerkt, gefälscht; aber ihr Inhalt ist vollständig in die echte, unverfälschte Urkunde vom 27. Mai 1244 4 ), welche die Besitzungen Broda's bestätigt, wieder aufgenommen, daher ist nicht zu zweifeln, daß diese Orte so vorhanden waren, wie sie die falsche Urkunde aufführt. Diese Fälschung muß aber, weil sie 1244 bestätigt wird, jedenfalls vor 1244 angefertigt sein, also zu einer Zeit, wo man von den wendischen Völkerschaften und deren Wohnsitzen noch genügende Kenntniß haben konnte, denn in diesen Gegenden wohnten, wenn auch nur vereinzelt, noch Wenden, da es in der genannten Urkunde von 1244 heißt: "Absoluti sunt fratres nostri (die Mönche zu Broda) et homines eorum tam Slavi quam Teutonici ab omni exactione" etc. . Und wenn man die Oertlichkeiten kennen konnte, so wird man sich gewiß bei Abfassung einer falschen Urkunde hinlänglich über dieselben unterrichtet haben, um nicht durch falsche Bezeichnungen die Urkunde zu verdächtigen und die Fälschung zu verrathen. Nun kann man uns zwar entgegen halten, daß die echte Urkunde anders interpungirt, nämlich: "Wustrow. castrum cum villa in radur. Podulinov" etc. . Aber ich erwidere darauf: Dieselbe Urkunde giebt auch bei Benennung der Orte Groß= und Klein=Vielen: Vilim, item Vilim. Carstitze." für Vilim, item Vilim Carstitze, und da der Punkt hier nach dem zweiten Vilim als Zeichen einer Pause gradezu unsinnig ist, so muß man ent=


1) Lisch, Jahrb. III, S. 15 und 16.
2) S. ebendaselbst, S. 16 ff.
3) M. Urkb. I, Nr. 95.
4) M. Urkb. I, Nr. 563 und Anmerkung.
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weder einräumen, daß der Schreiber bei der Vertheilung der Interpunctionszeichen gedankenlos zu Werke ging, also kein sonderliches Vertrauen verdient, oder daß er, und dies wird das Richtige sein, den nachgesetzten Punkt bloß als eine Bezeichnung des Eigennamens verwendet, wie es in Urkunden auch Gebrauch ist 1 ). Bezeichnet aber der nachgesetzte Punkt hier bloß den Eigennamen als solchen, so konnte der Schreiber ihn nicht nach villa setzen, wo wir ihn erwarten, und mußte ihn hinter radur geben, eben weil radur ein Eigenname ist. Es ist ersichtlich, daß bei diesem Gebrauch die Deutung des Inhalts unsicher werden muß, und eben darum dürfen wir zwecks derselben nicht die echte, sondern nur die falsche Urkunde zu Rathe ziehen.

Zweitens aber kann ich nicht begreifen und darf es nicht gelten lassen, daß ein wendischer Ort, der sonst doch Rethra hieß und unter diesem Namen berühmt wurde, von den Wenden selbst sollte später Wustrow genannt sein. Der Name Rethra konnte meines Dafürhaltens in einen andern wendischen so schwer verwandelt werden, daß ich an diese Möglichkeit nicht eher glaube, bis ich unumstößliche Beweise dafür habe.

Aus den beiden, eben besprochenen Urkunden erfahren wir also, daß es zur Wendenzeit und noch während der ersten christlichen Ansiedelung eine Burg und ein Dorf Wustrow gab. Sehen wir, was andere alte Zeugnisse uns mehr von Wustrow lehren. In dem Vertrag von Kremmen, abgeschlossen zwischen Brandenburg und Pommern am 20. Juni 1236 2 ), traf Herzog Wartislav von Pommern an die Markgrafen Johann und Otto von Brandenburg u. a. ab: "terram Wostrowe, sicut sita est cum omnibus atenenciis, usque ad flumen, quod dicitur Tholenze." Es gab darum, wie sich übrigens schon aus dem Vorhandensein der Burg Wustrow schließen ließ, auch eine terra, ein Land Wustrow, und dieses erstreckte sich (mindestens) von der Südgrenze der Feldmark Wustrow bis zum Ausfluß des Tollense=Flusses aus dem gleichnamigen See, d. h. es lag an dem ganzen Westufer des Tollense=Sees. Später, und zwar schon 1274, gehörte der südliche Theil dieser Gegend zur Vogtei Penzlin, wie wir aus einer Urkunde vom 12. März des genannten Jahres erfahren 3 ). Damals wird schon die Burg Wustrow untergegangen oder verlassen sein, und aus diesem Grunde der neu aufblühende Ort Penzlin als Sitz des Vogtes der Gegend den Namen gegeben haben.


1) Jahrb. III, S. 15.
2) M. Urkb. I, Nr. 457.
3) M. Urkb. II, Nr. 1317.
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Zum Schluß möchte ich noch im Zusammenhang kurz mittheilen, welche Ergebnisse diese Untersuchung nach meiner Ansicht liefert.

Auf unserer gegen feindliche Anfälle sehr gesicherten kleinen Insel bauten die Wenden, zu welcher Zeit, wird nie bekannt werden, eine Burg, welcher sie wegen ihrer Lage ganz ihrer Gewohnheit gemäß den Namen Wustrowe, zu deutsch etwa Inselburg gaben. Um bequemen Zugang zu der Burg zu gewinnen, wurde die Erbauung einer Brücke nöthig, welche vom Festland durch das Vorland des Sees von geringer Tiefe zur Insel führte. Diese Brücke wurde hinlänglich fest (mit 3 Reihen Pfähle) und verhältnißmäßig kunstreich gezimmert. Vor der Brücke am Seeufer entstand nun das Dorf Wustrow. Diese Anlage wurde der ideelle Mittelpunkt der ganzen Gegend am Westufer des Sees, der Hauptort eines Gaues, einer terra, und von der Inselburg aus verwaltete der Burgvogt, der Zupan, diesen Gau.

Im Jahre 1164 setzte, wie bekannt, Herzog Heinrich der Löwe von Sachsen durch den Sieg bei Verchen hier der Wendenherrschaft ein Ziel, und es folgte nun die Germanisirung dieser Gegenden. Aber wenn auch beim Eindringen der Deutschen zahlreiche wendische Niederlassungen zerstört wurden, unsere Inselburg wurde verschont, und sie galt noch im Anfang des 13. Jahrhunderts für den Hauptort des Gaues Wustrow. Doch den deutschen Bewohnern sagte wohl dieser feuchte Wohnsitz auf der Insel nicht sonderlich zu; sie wandten vielmehr ihr Auge auf einen in der Nähe gelegenen, für sie günstiger scheinenden Ort, und so lief Penzlin dem alten Vogtssitz Wustrow den Rang ab. Nach der Verlegung des Verwaltungssitzes nach Penzlin mußte der Gau bald den Namen nach seinem neuen Hauptort annehmen, und die Burg auf der Tollense=Insel verfiel in ihrer Verlassenheit, und endlich verschwanden selbst die letzten Spuren derselben. Glückliche Umstände erhielten uns aber die alte Brücke. Unbenutzt ragte sie noch lange aus dem Wasser empor, bis allmählich sich das schützende Moor um sie bildete und sie endlich völlig verdeckte und dem Auge der Meuschen entzog. So ruhte sie lange im Grabe, und es verschwand selbst das Andenken an sie lange Jahre, bis in der Gegenwart Erwerb suchende Menschenhände ihr stilles Grab wieder öffneten und uns so Kunde gaben von grauer Vorzeit.

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III.

Die Wappen

der
bis 1360 in den heutigen Grenzen Meklenburgs
vorkommenden

Geschlechter der Mannschaft.

Von Dr. Crull
zu Wismar.

H aben die Römer ihre Schilde verziert, und weisen aus der Zeit der Karolinger und der Ottonen erhaltene Kunstdenkmäler einen gleichen Brauch auch für unsere Vorzeit nach, so war solcher Schmuck doch nur eine ornamentale Ausgestaltung des Beschlages und hatte höchstens individuelle, allein Beziehung auf den Eigethümer des Schildes. Etwas durchaus anderes war es aber, wenn ganze Geschlechter ein allen Gliedern gemeinsames Bild auf ihre Schilde setzten. Das ist vermuthlich etwa mit dem Beginne des zwölften Jahrhunderts in Deutschland in Uebung gekommen, und wir dürfen daher annehmen, daß die Kriegsmänner, welche mit Herzog Heinrich dem Löwen nach Meklenburg zogen und hier eine neue Heimath sich gründeten, diese Sitte bereits mitgebracht haben, welche hernach solche, die in der Folge in die Mannschaft eintraten, gleichfalls sich zu eigen machten. Im Laufe des dreizehnten Jahrhunderts, wie man vorherrschend glaubt, ist es dann Brauch geworden, daß die Geschlechtsgenossen wenigstens bei den Kampf=

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spielen - turnei, forest, buhurt - auch die Helme mit übereinstimmenden Zierrathen, den Zimieren, Kleinoden oder Helmzierden schmückten, zu denen dann das vierzehnte noch die Helmdecken hinzufügte.

So lange man turnirte und buhurdirte, war auch, wie nicht zu bezweifeln ist, die Kenntniß der Abzeichen der verschiedenen Geschlechter eine, wenu nicht allgemeine, so doch weit verbreitete und insbesondere Aufgabe für diejenigen, welche dem Waffenhandwerke sich widmeten. Mit dem Aufhören der ritterlichen Spiele verschwand die Kunde aber schnell, in Meklenburg also seit jenem unglücklichen Turniere im Jahre 1537, in welchem Herzog Philipp, Herzog Heinrichs Sohn, durch eine Verletzung die Gesundheit seines Geistes einbüßte 1 ), und nicht bloß im Allgemeinen verschwand diese Kunde, sondern auch bei den Meistbetheiligten, den Geschlechtern selbst. Eines Schildes bedurfte man nicht mehr beim Ringelrennen, auf welches man sich jetzt beschränkte, und wo man einen Helm aufstülpte, verschmähte man es, solchen mit dem von den Vätern überkommenen Kleinode zu schmücken, und putzte denselben vielmehr nach der allgemeinen, pomphaften Weise der Zeit heraus. Das Wappen repräsentirte daher nicht mehr die Waffen und kam nur noch auf Siegelringen, Laden, Schränken und sonstigem Geräthe, auf Grabsteinen und Epitaphien u. s. w. zu Gesicht, wo denn dasselbe unter Einwirkung des herrschenden Geschmackes von den Goldschmieden, Malern, Schnitzern, Steinmetzen völlig frei wie beliebiges Ornament gemodelt wurde. Nachdem schon Ausgangs des Mittelalters allerlei willkürliche Schildbildungen, die aber doch noch Maß hielten, zum Vorschein gekommen waren, werden unter dem Einflusse der im sechszehnten Jahrhundert eindringenden antikisirenden Kunstweise insbesondere die Schilde beiderseits geschweift, hernach geschweift und geschlitzt, darauf geschweift, geschlitzt und gerollt, bis man Ende des siebenzehnten Jahrhunderts auf die runden römischen Schilde kam, denen dann im folgenden die mit Muscheln und Blattwerk eingefaßten Rococo=Schilde, am Ausgange desselben die dreieckigen mit doppelt ausgeschweiftem oberen Rande folgten, und endlich im gegenwärtigen Jahrhundert ein völliger Eclecticismus herrschend geworden ist. Wurden mithin die Schilde wie Cartouchen behandelt, so ließen die Maler, Pitschierstecher u. s. w. auch von den Schildfiguren nicht die vermeintlich bessernde Hand; doch erstreckten sich ihre Emendationen hier allerdings nicht grade auf Wesentliches, und sie begnügten sich ihren Witz an allerhand mehr Nebensächlichem


1) Franck, A. und N. Meklenb. IX, S. 198.
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leuchten zu lassen, schräge gestellte Figuren im Längs= oder im Querdurchmesser darzustellen, Thieren einen Boden zu geben, die hängenden Flügel aufwärts geschwungen zur Ansicht zu bringen und dgl.; hin und wieder haben sie allerdings auch Tincturen verändert.

Sehr bedeutend sind dagegen die Umgestaltungen, welchen seit dem sechszehnten Jahrhundert die Helmzierden unterlagen. Nie freilich sind diese so gleichmäßig gehalten worden wie die Schildfiguren, und man trifft schon im funfzehnten Jahrhundert die auffallendsten Verschiedenheiten oder Veränderungen, aber nicht entfernt in dem Umfange und von der Bedeutung, wie sie in dem erst gedachten Zeitraume zum Vorschein kamen. Vormals waren die Zimiere entweder central auf dem Helme angebracht, - einige vielleicht auch hinterwärts -, oder seitlich und dann paarweise, oder aber sie fielen mit dem Längsdurchmesser des Helmes zusammen, selten mit dem Querdurchmesser, und wurden aus dem leichtesten Materiale hergestellt, aus Pergament, Leder, Gewandstoffen, die man, wo nöthig, ausstopfte, aus Holz und Blech, die dann bemalt wurden; nur Federn, kaum Hörner dürften in Wirklichkeit verwendet worden sein. Immer hatte man vor Augen, daß durch die Kleinode die ohnehin ansehnliche Schwere des Helmes nicht vermehrt wurde, daß sie das Gleichgewicht nicht störten, daß sie einem Speerstoße oder einem Hiebe mit Schwert oder Kolben, auch Handgreiflichkeiten keinen zu großen Widerstand boten, welcher dem Träger hätte verderblich werden können, endlich, daß sie beim Rennen dem Luftdrucke möglichst geringen Widerstand leisteten. Diese Rücksichten fielen mit dem Aufhören der Kampfspiele völlig weg, denn die Helme bedurften nicht mehr eines Anzeichens und wurden unterschiedslos mit Straußenfedern, welche sich wenigstens bei uns vor dem sechszehnten Jahrhundert nicht finden, mit Reiherbüschen und ähnlichem Putze decorirt, wie solcher aus den Bildern des "letzten Ritters", des phantastischen Kaisers Max bekannt genug ist. Galt es nun auf Ringen, am Geräth, an Baulichkeiten ein Wappen darzustellen, so verfuhren die Maler u. s. w. mit den althergebrachten Zimieren mit derselben Willkür, ja man muß sagen mit demselben Unverstande, der bereits oben bezüglich der Schildformen und Schildfiguren gekennzeichnet ist, ohne irgend Rücksicht auf die praktische Ausführbarkeit des Dargestellten zu nehmen. Vor Allem stand man nicht an, die Kleinode, welche im Längsdurchmesser des Helmes angeordnet getragen waren, nunmehr, wo ohne Ausnahme die Helme, wie die vom Gesetze der antiken Symmetrie beherrschte Kunstweise des sechszehnten Jahrhunderts, die Renaissance, es mit sich brachte, in der Vorderansicht, höchstens zu drei Vierteln ge=

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zeigt wurden, in dem Querdurchmesser des Helmes anzubringen, wozu man freilich dadurch gewissermaßen genöthigt wurde, daß z. B. ein Federkamn, ein sogenanntes Schirmbrett und dergleichen in den Längsdurchmesser des Helmes gestellte Zierrathen bei der Stellung desselben in Vorderansicht nicht zu unterscheiden gewesen wären. Erschien dann das quergestellte Kleinod nicht in symmetrischer Gestalt, so fügte man beiderseits Straußenfedern, Hörner, Flügel, Bäume, Fahnen u. s. w. bei oder gab einen breiten Federbusch oder dgl. dem Kleinode als Hintergrund. In solcher Weise ist man auch vielfach bei den Thieren, ganzen oder wachsenden, verfahren, welche vordem natürlich sämmtlich im Längsdurchmesser angebracht waren; doch haben sich unsere meklenburgischen Helmstaffirer in der Mehrzahl dieser Fälle in das Unvermeidliche ergeben und auf dem vorwärtsschauenden Helm die Thiere seitwärts gerichtet angeordnet, ohne daran zu denken, eine wie lächerliche Figur der Träger eines so ausgestatteten Helmes in den Schranken gespielt haben würde. Andererseits hat man zu einfach erscheinende, wenn auch noch so geschmackvolle Helmzierden nicht bloß in Straußenfedern, Blumen und Pflanzen, selbst menschliche Gestalten, Köpfe und Rümpfe in wachsende Figuren zu verwandeln keinen Anstand genommen, sondern sogar förmlich genrehafte kleine Gruppen auf den Helmen arrangirt, theilweise von einem Umfange, daß man die Helmdecken hat zu Hülfe nehmen müssen, um dieselben fest zu kriegen.

Die Helmdecken anlangend, so ist man mit ihnen gleichermaßen wie mit den Schilden umgesprungen und hat dieselben ebenso phantastisch gestaltet. Von Hause aus bestanden solche aus einem rechteckigen, länglichen Stücke Gewand, Leder, auch, wo ein Thierkopf die Helmzier bildete, aus Fell, welches die beiden Hauptfarben des Schildes wiederholte; aber früh kam man dazu den unteren Rand einzuschneiden, und daraus entwickelte sich im funfzehnten Jahrhundert, wo man es aufgab sich des die Schultern umwallenden Schmucks zu bedienen, wohl unter dem Einflusse der herrschenden Mode des Zottelwerks, jenes reizvolle Ornament, welches in dem gedachten Zeitraum auf graphischen oder plastischen Wappendarstellungen Helm und Schild umgiebt. Die Helmdecken dieser Art stellen aber immer noch schmiegsamen Stoff vor, während diejenigen der Folgezeit eine unmäßige Ausdehnung gewinnen und so gebildet sind, als ob sie wirklich aus Metall, Holz oder Stein beständen. Die Helmdecken sind nun freilich etwas Unwesentliches, denn Schild und Helm repräsentiren ein Wappen auch ohne dieselben vollständig, und sie sollen nur besprochen sein, um zu zeigen wie das

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sechszehnte und die folgenden Jahrhunderte überhaupt die Wappen behandelten, dem hier noch hinzugefügt werden mag, daß, so viel sich gegenwärtig übersehen läßt, meist auch die Wulste und Kronen auf den Helmen, sicher die rostförmigen Visiere und zuletzt die Schildhalter ihnen bei uns ihre Entstehung verdanken.

Authentische, officielle Abbildungen der alten Wappen, welche von Herolden angefertigt wären, giebt es so wenig in Meklenburg wie im übrigen Deutschland, denn auch die so wertvolle Wappenrolle von Zürich 1 ) ist nicht sicher das Werk eines solchen, und die übrigen mittelalterlichen Wappenbücher, welche auf uns gekommen sind 2 ), sind, wie es scheint, Arbeiten von Liebhabern der Heraldik und begreifen Niedersachsen nicht. Wir sind daher bei Erforschung der echten, legitimen Schildfiguren und Helmzierden vor Allem auf die alten Siegel angewiesen, die aus dem Mittelalter auf uns gekommen sind. Aber völlig zuverlässige Folgerungen ihnen zu entnehmen ist auch nicht in allen Fällen und nur dort möglich, wo sich eine größere Anzahl von Siegeln eines Geschlechtes erhalten hat, ja selbst dann ist es nicht leicht zu einem sicheren Resultate zu gelangen, da, wo z. B. ein Schrägbalken die Schildfigur bildet, derselbe bald als rechter, bald als linker vorkommt, wo ein Thier, solches auf einer Reihe Siegel stehend, auf einer zweiten laufend, hier steigend, dort springend sich dargestellt findet, Unterschiede, die offenbar in alter Zeit von geringer oder keiner Bedeutung waren, während die neuere Heraldik großes Gewicht darauf legt. Manche Geschlechter haben nur ihren Schild, andere wiederum nur den Helm in ihr Siegel gesetzt, und von noch anderen haben sich entweder keine Siegel aus guter Zeit oder überall keine gerettet. Von geringerer Bedeutung sind die Darstellungen von Wappen auf Grabsteinen, in Fenstern und dgl., denn es sind solcher leider ja nur wenige erhalten. Vielfach ist man daher genöthigt, die Siegel, Grabsteine, Epitaphien der letzten Jahrhunderte und die heraldische Litteratur, auf welche insgesammt man bezüglich der Tincturen fast ausschließlich angewiesen ist, zu Rathe zu ziehen.

Die Siegel betreffend, so sind diese im sechzehnten Jahrhundert durch die Bank Ringsiegel und meist mit Papierplatten überlegt, so daß sie selten klar genug sind, im folgenden Jahrhundert übermäßig klein und daher undeutlich; Epitaphien und Grabsteine sind aber, besonders seit der Sturm der sogenannten Restaurationen über die Kirchen des Landes losgelassen wurde, in erheblicher Zahl


1) Herausgegeben von der antiquarischen Gesellschaft in Zürich. Zürich, 1860, 4.
2) F. K., Das heraldische Pelzwerk, 1867, S. 45.
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nicht mehr vorhanden. Von den litterarischen Hülfsquellen ist das älteste heraldische Werk das handschriftlich im Großherzoglichen Archive zu Schwerin befindliche Manuscript des bekannten meklenburgischen Historikers Bernhard Latomus († 1614) vom Adelstande, welches 74 radirte Wappen enthält, nämlich von 36 Geschlechtern, die vorzugsweise im Lande Meklenburg, und von 38, die im Lande Wenden angesessen waren, während der Abschnitt über den Adel des Landes Stargard, da von diesem wenig mehr als eine Abschrift 1 ) erhalten ist, deren entbehrt. Das siebzehnte Jahrhundert war Arbeiten ähnlicher Art theils nicht günstig, theils beruhigte man sich mit dem, was Siebmacher bot. Wenn zwar dann im Jahre 1722 der Index concisus des dänischen Ober=Landdrosten Joachim v. Pritzbuer erschienen ist, eine ursprünglich deutsch geschriebene, 1708 bereits fertig gestellte und ohne Genehmigung des Verfassers gedruckte anspruchslose Privatarbeit, so ist solche ohne Werth, und auch dasjenige, was Mathias Hans v. Behr († 1729) in seinen Rerum Mecleburgicarum libri VIII, Leipzig 1741, über die Wappen der von ihm, Bd. 8, Kap. 13, aufgezählten 84 adeligen Familien beibringt, theils auffallend lückenhaft, theils entschieden falsch, so daß das Buch in dieser Hinsicht von durchaus geringer Bedeutung ist, wie auch die heraldischen Angaben in seines Bruders Claus Josias v. Behr von Ritter= und Landschaft 1749 angekauftem und in deren Bibliothek befindlichen handschriftlichen Werke nicht von Erheblichkeit sind, da sie in der Mehrzahl auf Latomus oder aber Micraelius 2 ) basiren. Großen Werth haben aber die Arbeiten, welche Johann Heinrich v. Hoinckhusen († 1746) und Conrad Lüder v. Pentz (1766-1782) hinterlassen haben, und die von Herrn A. M. L. v. Engel auf Bresen 1860 dem Schwerinschen Archive übergeben worden sind 3 ), da dieselben sich auf manche im Original nicht mehr vorhandene Siegel stützen, die auf solche Weise gewissermaßen erhalten blieben; dazu kommt dann noch etwa, was Christoph Otto v. Gamm († 1797) zusammengetragen und v. Meding 4 ) verwerthet hat.

Dies Alles blieb bis auf das im Jahrb. XI, S. 423 ff., von Dr. Lisch Veröffentlichte bloß handschriftlich und wurde nicht Gemeingut. Dagegen erschien als erstes publicirtes, Meklenburg


1) Derselben ist jedoch zu entnehmen, daß der zu Alt=Stettin 1619 erschienene Abdruck voller Fehler ist.
2) Micraelii 6. Buch v. d. Pommerlandes Gelegenheit, 1639, der sich wieder auf Lubins Kartenwerk hauptsächlich stützt.
3) Ausführlich behandelt von Lisch, J. XXIX, S. 25 ff.
4) Nachr. v. adel. Wappen, Hamb. 1786 ff. (I, S. 170).
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speciell und ausschließlich betreffendes heraldisches Werk 1837 das "Mecklenburgische Wappenbuch" des sel. Dr. Masch, in welchem 214 Wappen abgebildet und mit historischen Uebersichten und litterarischen Nachweisungen begleitet sind. Masch nahm für dasselbe regelrechte künstlerische Ausführung und Zuverlässigkeit der Angaben und der Darstellung in Anspruch. Was erstere anlangt, so entsprechen die Abbildungen allerdings wohl dem Verständnisse und dem Können der damaligen Zeit, erscheinen heute aber für wenig mehr als Karikaturen von Wappen; in Betreff der Zuverlässigkeit aber ist kein Zweifel, daß die Zeichnungen allerdings getreu die Wappen so zur Anschauung bringen, wie sie der Zeit geführt wurden und, wie man hinzufügen muß, seit dem sechszehnten Jahrhundert wesentlich geführt worden sind. Denn, während merkwürdig genug die alten Geschlechter unbekümmert in jener Zeit die von den Voreltern überkommenen Abzeichen der Umgestaltung capriciöser Willkür überließen, sind die damaligen Veränderungen in der Folgezeit mit überaus großer Ängstlichkeit festgehalten und conservirt worden. Zwanzig Jahre später erschien dann in dem zu Nürnberg von Otto Titan v. Hefner neu edirten Siebmacherschen Werke als 6. Abtheilung des 3. Bandes "Der Mecklenburger Adel" in 249 Abbildungen, denen Bemerkungen über 271 Familien und deren Wappen voraufgehen. Hefner gedenkt des meklenburgischen Wappenbuches als eines trefflichen Werkes, erklärt sich aber mit der künstlerischen Ausführung nicht immer einverstanden und hat gesucht, nicht bloß die Wappen der alten Geschlechter "nach echter Heraldik" zu verbessern, beziehentlich zu erneuern, sondern auch den Wappen nobilitirter Familien "den heraldischen Typus nach Möglichkeit aufzudrücken". Jene Anerkennung und das Maßvolle der Ausstellung haben den sonst so milden Masch aber nicht abgehalten, eine sehr scharfe Beurtheilung (Arch. f. Landesk. 1858, H. 8) zu veröffentlichen, in welcher man freilich die Billigkeit stark vermißt; denn abgesehen davon, daß manches Nebensächliche stark aufgemutzt wird, so ist auch das meklenburgische Wappenbuch keineswegs frei von Irrthümern, die in einem so umfassenden Werke wie der Siebmacher gewiß viel geringer zu taxiren sind, und was die Abbildungen Hefners anlangt, so ist doch nicht zu verkennen, daß solche, wenn auch nicht mustergültig, so doch gegen die des meklenburgischen Wappenbuches unendlich stilvoller sind. Da Hefner keine alten Siegel zu Gebote standen, so hat dieser Umstand zu manchen Irrthümern und Mißgriffen bei seiner beabsichtigten Richtigstellung der alten Wappen Anlaß gegeben, und was die Wappen der geadelten Familien anlangt, so muß man dem Verlangen von Masch aller=

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dings beifallen, daß solche in derjenigen Form und Weise hätten zur Anschauung gebracht werden sollen, in welchen sie durch die betreffenden Diplome verliehen sind; denn auch sie in mittelalterlichem Charakter darzustellen, mag den Familien selbst immerhin freistehen, aber der Heraldik als einer historischen Wissenschaft kann es nicht zukommen 1 ). Das letzte, Meklenburg speciell betreffende heraldische Werk, unter Masch's Einflusse und seiner Mitwirkung entstandeil, ist "der Adel Mecklenburgs seit dem landesgrundgesetzlichen Erbvergleiche (1755)" von G. v. Lehsten, ein Buch, welches im Jahre 1864 erschien. Es ist das eine mit größtem Fleiße gefertigte Arbeit, welche rund 600 Familien behandelt, indem sie 1) deren Wappen beschreibt, 2) ihr erstes Vorkommen oder ihre Nobilitirung angiebt, 3) die betreffende Litteratur nachweist und 4) den Besitz der einzelnen Familien verzeichnet, falls sie solchen gehabt haben. Denn der Verfasser hat nicht bloß über den Titel seines Buches hinaus über manches alte, bereits vor 1755 ausgestorbene oder verzogene Geschlecht Nachricht gegeben, sondern auch von etwa 170 Familien, aus denen der Eine oder der Andere einmal während der gedachten Zeit in fürstlichen Diensten oder sonstwie im Lande gelebt hat. Das Buch soll als wissenschaftliches Hülfsbuch dienen, aber auch zu practischen Zwecken. In ersterer Beziehung sind die Angaben über die Litteratur, die freilich nicht angemessen, weil nicht der Zeitfolge nach, geordnet sind, und die Nobilitirungen ohne Zweifel schätzbar und wahrscheinlich auch die über den Besitz; diejenigen über Alter und Herkommen der alten Geschlechter aber mehr oder weniger unfundirt, und was den practischen Gebrauch anlangt, so dürfte die große Mehrzahl der Graveurs, Maler u. s. w. durch die Peinlichkeit der Blasonnirung eher verwirrt als gefördert werden. Die Wappenbeschreibungen stützen sich auf die bezügliche Literatur und Masch's Siegelsammlung, bei den geadelten Familien möglichst auf die Diplome, wogegen die Siegel der Vorzeit nicht berücksichtigt sind und freilich auch nicht wohl berücksichtigt werden konnten, da, wenn auch Dr. Lisch in seinen Urkundenpublicationen schon vieles veröffentlicht hatte, erst das meklenburgische Urkundenbuch durch seine Siegelbeschreibungen und Siegelabbildungen eine Uebersicht und richtige Erkenntniß der Wappen der alten Familien ermöglichte, und dessen erster Band beim Tode v. Lehsten's noch nicht erschienen war.


1) Der Einwurf, daß auf solche Weise ein Wappenbuch das Bild heilloser Stilmengerei bieten würde, wie solche auch auf Hefners Tafeln nicht angenehm sich zeigt ist leicht zu beseitigen: man ordne die Wappen in chronologischer Folge und füge ein alphabetisches Register bei.
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Durch das meklenburgische Urkundenbuch, welches jetzt bis zum Jahre 1360 mit dem 14. Bande gediehen ist, ist es nicht bloß möglich geworden das erste Erscheinen der alten Geschlechter in Meklenburg sicher festzustellen, sondern auch Einsicht darüber zur Genüge zu gewinnen, welche Mißverständnisse den Technikern des sechszehnten Jahrhunderts in Betreff der Wappen begegnet, und welche Albernheiten durch jene in dieselben hineingekommen sind, Albernheiten, welchen nur die der sogenannten Wappensagen gleich kommen, die bei einigen Familien oder für dieselben ausgebrütet worden sind. Das meklenburgische Urkundenbuch bringt die Abbildungen von etwa 170 Siegeln von Privaten und Beschreibungen einer ungezählten großen Menge solcher. Auf Grund dieser habe ich den Versuch gemacht, die alten und echten Schildfiguren und Zimiere der bis 1360 auftretenden Geschlechter zu ermitteln, zunächst in historischem Interesse überhaupt, dann aber auch, wie ich durchaus nicht verhehle, um den noch bestehenden alten Familien Anlaß zu einer eingehenden Untersuchung ihres Geschlechtswappens und zu dessen Richtigstellung zu geben. Denn es ist mir nicht möglich, die Schnurrpfeifereien des sechszehnten Jahrhunderts sammt den oft noch hinzugekommenen krausen Einfällen der Perrückenzeit und den Fadheiten des Rococo, welche sich an den alten Wappen zeigen, als "Fortentwickelung" anzusehen, und es scheint mir, als müsse den alten Geschlechtern mehr daran liegen, ihr Wappen, ihren Schild und Helm so zu führen, wie sie tapfere, um das Land verdiente Vorfahren in Schimpf und Ernst wirklich getragen haben, als sich der Uebereinstimmung ihrer Petschafte mit denen etwaiger expatriirter Vettern im fernen Osten oder Westen zu freuen. Einem derartigen Bemühen um Richtigstellung ist durch gegenwärtige Arbeit allerdings in etwas vorgegriffen; aber bei deren allgemeiner Natur ist es wenig wahrscheinlich, daß Irrthümer sollten vermieden, und daß durch fortgesetzte Nachforschungen bessere Resultate nicht sollten zu erreichen sein.

Auf Stamm= oder Wappenverwandtschaft habe ich nur dort hingewiesen, wo solche bereits constatirt oder wahrscheinlich gemacht sind, aber durch eine Zusammenstellung der vorkommenden Schildfiguren, welche auch anderweitig von Nutzen sein kann, künftigen Bemühungen in dieser Richtung vorgearbeitet.

Wo Angaben über alte Siegel nach 1360 ohne Verweisungen vorkommen, verdanke ich solche überwiegend den Mittheilungen des sel. Dr. Wigger; bezüglich der neueren Gestaltungen der Wappen aber habe ich noch außer dem, was oben bereits genannt ist, vermöge der Gefälligkeit Dr. Krause's, das 1689 begonnene, jetzt der

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Rostocker Schulbibliothek gehörige Wappenbuch eines bisher unbekannten Christian L. Schlichting benutzen können, welches außer märkischen, meißnischen und niedersächsischen Wappen, soweit dasselbe vollständig, die Wappen von 77 hier aufgezählten Geschlechtern wiedergiebt, eine Sammlung, welche, wenn sie auch viel Falsches sowohl in den Darstellungen, wie in den Namen enthält, doch Beachtung verdient.

In der Beschreibung der Wappen habe ich mich selbstverständlich nur auf das Wesentliche beschränkt. Da die Heraldik bezüglich der Schildfiguren eine, wenn auch nicht Alles umfassende Terminologie besitzt, so wird die Kürze, deren ich mich in den Angaben über diese Figuren befleißigt habe, kaum Mißverständnisse veranlassen; die Helmzierden aber anlangend, so giebt es für diese bekanntlich keine oder nur wenige Kunstausdrücke, und ich kann daher nur hoffen, daß meine Beschreibungen derselben verständlich sein werden, und nicht minder, daß die unten angegebenen Abkürzungen, deren ich mich zur Raumersparniß bedient habe, nicht unbequem fallen mögen.

Da die Personenregister des sel. Römer zum meklenburgischen Urkundenbuche eine möglichst vollständige Liste unserer alten Geschlechter von der Mannschaft herzustellen mich in den Stand setzten, so habe ich eine solche mit den Wappenangaben verbunden und die Familien nach der Zeit ihres ersten urkundlich gesicherten Auftretens hinter einander geordnet, ohne Rücksicht darauf, ob sie außerhalb unseres Landes schon vordem erscheinen, oder ob ihr Vorkommen früher anzunehmen ist, als die Urkunden erkennen lassen. Ob ein Geschlecht einzuordnen sei und wann, habe ich zwar sorgfältig überlegt, aber eine Entscheidung in dieser Hinsicht war nicht allemal leicht, und das Ableben Römer's und Dr. Wigger's entzog mir den verläßlichsten Beirath in diesen Fragen, die schwerlich ausnahmslos zutreffend entschieden sind. Einzelne Geschlechter können doppelt aufgeführt sein, wenn sie hier mit ihrem Familienamen, dort nach ihrem Sitze genannt sind, und solche als Meklenburger in Anspruch genommen sein, welche jenseits der Grenzen wohnten, aber als Verschwägerte oder Nachbaren bei Angelegenheiten sicherer Meklenburger mitwirkten oder als Gäste Ehren halber als Zeugen aufgeführt worden sind. Mag daher auch dieser oder jener Name irrthümlich, mancher zu früh, mancher zu spät, eingereihet sein zu groß ist die Zahl nicht, denn es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es unter der Mannschaft viele Geschlechter, besonders sogenannte Knappenfamilien gegeben hat, welcher in keiner Urkunde Erwähnung geschehen ist. Auf alle Fälle wird man Gelegenheit

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haben, v. Lehsten's Angaben über Alter und Herkommen der Familien verschiedentlich zu berichtigen.


Erklärung der Abkürzungen.

g. = Gold, w. = Silber oder Weiß, r. = Roth, bl. = Blau, sch. = Schwarz, gr. = Grün. S. = Schild, H. = Helmzier.

Behr = Lisch, Urkunden z. Geschichte des Geschlechts Behr, 1861 f. G. = C. O. v. Gamm's Manuscripte.

v. H. = J. H. v. Hoinckhusen's Manuscripte.

Hahn = Lisch, Geschichte des Geschlechts Hahn, Schwerin 1844 f.

Hef. = Hefner, Der Mecklenburger Adel, Nürnberg 1858.

J. = Jahrbücher d. Vereins f. meklenb. Geschichte u. Alterthumskunde.

v. L. = G. v. Lehsten, Der Adel Mecklenburgs. Rostock 1864.

Lat. = Latomus, Manuscript.

Lüb. Ub. = Urkundenbuch der Stadt Lübeck, Lübeck 1843 f.

MW. = (Masch) Mecklenburgisches Wappenbuch, Rostock 1835.

v. Maltzan = Lisch, Urkunden d. Geschlechts v. Maltzan, Schwerin 1842 f.

Milde = E. J. Milde, Holst. u. Lauenb. Siegel des Mittelalters, Lübeck.

v. Oertzen = Lisch, Gesch. d. Geschlechts v. Oertzen, Schwerin 1847 f.

v. P. = C. L. v. Pentz, Manuscripte.

Schlichting = Christian L. Schlichting's Wappenbuch.

Siebm. = (Siebmacher=Fürst) Des h. Römischen Reichs erneuertes Wappenbuch, Nürnberg 1657.

ZW. = Die Wappenrolle von Zürich, Zürich 1860.


Die kleiner gedruckten Zahlen hinter den Jahreszahlen weisen die betreffende Nummer des meklenburgischen Urkundenbuches nach.

Ein R. vor einem Namen kennzeichnet die Person als Ritter. Wo das R. nach dem Namen steht, hat die Person beim ersten Auftreten noch nicht die Ritterwürde und ist erst in der Folge derselben theilhaft geworden. Wo einer Angabe über Schildfigur oder Helmzier keine Quelle hinzugefügt ist, ist diese dieselbe wie diejenige, welche beim Namen steht.


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1) v. Driberg, R. Gottfried, 1178, 125.

S.: gespalten, vorne ein rechtshin und aufwärts gekehrter Greifenschenkel, sch. in w., hinten ein Querbalken, w. in r., 1337, 5795. Da ein Document von 1513, v. Maltzan IV, S. 432, die Figur des vorderen Feldes, welche auch die H. bildet, ausdrücklich als Greifenfuß bezeichnet, so sollten Fersenbein und Kralle nicht g. tingirt werden. Eine fade Zuthat ist es, wenn auf jüngeren Darstellungen der Querbalken mit drei Bergen belegt ist.

H.: Nach dem angeführten Zeugnisse von 1513 hat die Helmzier in einem Greifenfuß bestanden, und sind die begleitenden Straußenfedern erst in der Folge, als der Helm vorwärts gestellt gezeigt wurde, der Symmetrie zu Liebe hinzugefügt. Der Greifenschenkel war aber nicht quer oder gar schwebend auf dem Helme angebracht, sondern im Längsdurchmesser und zwar so, daß, wie ZW. 199 zeigt, die Ferse vorwärts, das Fersenbein in die Höhe und rückwärts, die Krallen aber wieder vorwärts gerichtet waren. Eine noch ältere Darstellung einer Kralle als Kleinod sieht man bei Kugler, kl. Schriften I, S. 44.

2) Prelle, R. Gerhard, 1178, 125, - 1189, 147, und weiter keiner des Namens.

3) v. Hagenow, R. Friedrich, 1190, 150.

S.: zwei aufwärts und gegen einander gestellte, lange Vogelbeine, 1354, 7934, 1389, Lüb. Ub. IV, S. 564, nach v. P. sch. und g. in bl.; später ist ein geästeter gr. Stamm mit einer r. Rose auf der Spitze dazwischen gestellt worden.

H.: nach v. P. ein Adlerbein (?) zwischen zwei Pfauenfedern. Alte Siegel mit Helmen haben sich bisher nicht gefunden, aber ohnehin kann es nicht zweifelhaft sein, daß, wenn, wie glaublich, das Zimier in einem Vogelbeine bestand, dasselbe in eben der Weise wie bei den v. Driberg angebracht war, und daß die Federn eine Zuthat des 16. Jahrhunderts sind.

4) v. Marsow, R. Werner, 1190, 150.

Schild
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S.: a. R. Werner, 1321, 4279, zwei kreuzweise gelegte Gegenstände, welche das Ansehen von Schreibfedern, deren Fahnen parabolisch gestutzt sind, oder von Pfeilschäften haben.

b. Gerhard, 1341, 6135, ein steigender Bock, dessen geöffnetem Maule eine Pfeilspitze entgegengestellt ist. So auch zwei andere Siegel von etwa 1335.

5) v. Kloddram, R. Dargemoyzle, 1190, 150. Nur durch zwei Personen vertreten.

6) v. Maltzan, R. Bernd, 1194, 154.

Schild
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S.: a. Das Siegel des älteren Sohnes des R. Ludolf I, Friedrichs I, 1293, 2218, zeigt eine Pflanze mit drei Blättern, jedenfalls r. in g.

b. Das Siegel des zweiten Sohnes, Ludolfs II., ebd., zeigt gespalten vorne zwei Hasenköpfe über einander, g. in bl., und hinten die Pflanze halb und an die Theilung geschlossen. So haben die v. Maltzan in der Folge den Schild stets geführt (nur Berthold, 1316, 3830, hat noch die Schildfigur wie a), und ist allein darin eine Veränderung in neuerer Zeit vor sich gegangen, daß die Pflanze als Weinstock gebildet wird, während die Blätter derselben, wie sie auf den alten Siegeln erscheint - v. Maltzan Taf. I, 2, 3, 5, II, 1, III, 1, 2, 3, 6, 9, V, VI, VII, 1, 2, 4, 6, 7, 8, 9 -, eher denen des Huflattichs gleichen, entschieden aber keine Weinblätter, und ebensowenig die Trauben auf den Schilden des Grabsteins zu Stralsund von 1452 - a. a. O. T. IX - und des Fensters zu Verchen von 1464 - a. a. O. B. III - nothwendig Weintrauben sind. Nur die Blätter auf dem Siegel Friedrichs von 1293 ähneln in etwas Weinblättern, die Pflanze aber nicht einem Weinstock. Im 15. Jahrhundert erscheinen die Blätter mehrfach als Stechpalmenblätter. Auf einem Versehen beruht es jedenfalls, wenn Jochim auf Wolde in seinem Siegelschilde nur zwei Hasenköpfe neben einander hat, eine Mutation aber ist es, wenn des obengenannten jüngeren Ludolf, auf Barskamp bei Blekede gesessener Sohn Otto I. einen gekrönten, geschachten Löwen im Schilde führt, a. a. O. T. VII, 3, 10.

H.: Sämmtliche alte Siegel haben den Helm seitlich gestellt, ein Beweis, daß die Helmzier von vorne nicht füglich darstellbar war und zwar deswegen, weil sie zu schmal und unverständlich erschienen sein würde. Seit dem 16. Jahrhundert wird der Helm aber von vorne zur Ansicht gebracht, jedoch nichtsdestoweniger das Kleinod ebenso darauf gesetzt, wie es von der Seite gesehen erschien, so daß man denken muß, dasselbe entspräche wesentlich einem gestürzten, abgestumpften Kegel. Betrachtet man dagegen die Siegel und die Grabsteine von Dargun und Rühn, a. a. O. T. V und VI, ohne Voreingenommenheit, so findet man daß der alte und echte Helmschmuck in der Weise hergestellt worden ist, daß man ein dem unteren Ende oder "Schalle" eines Blasinstrumentes ähnliches, am weiteren Rande zackig oder bogenförmig, flacher oder tiefer ausgeschnittenes und den Ausschnitten entsprechend in schwache Falten gekniffenes Blech oder dgl. seitlich zu einem Kamm - 1513 heißt es Pfahlwerk, a. a. O. IV, S. 432 - zusammengedrückt und diesen im Längsdurchmesser des Helmes auf solchem durch ein in

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seinem Centrum angebrachtes Stäbchen befestigt hat, welches, mit einem Pfauenfederbüschel versehen, den Kamm oder das Pfahlwerk überragte 1 ).

Die Helmdecken werden gegenwärtig bl. und g. und r. und g. geführt, wie zugegeben werden muß, nicht ohne Berechtigung, da der Schild ohne Zweifel ein zusammengesetzter ist. Vermuthlich hat man dieselben aber von Hause aus nur bl. und g. oder r. und g. tingirt, und es verdankt die Aufnahme der dritten Farbe ihren Ursprung wohl moderner heraldischer Peinlichkeit.

7) v. Bützow I, R. Heinrich, 1194, 154.

S.: Ein Siegel oder sonstiges Denkmal mit dem Wappen dieses hervorragenden Geschlechtes, welches nach den Castellanien, die es inne hatte, oder den Erwerbungen, die es machte, auch v. Gadebusch, v. Marlow, v. Loitz hieß, dessen Geschichte aber doch ziemlich dunkel ist, hat sich nicht erhalten. Einem Berichte aus dem letzten Jahrhundert zufolge, J. XIv, S. 85, soll der Zeit an einer nicht mehr vorfindlichen Urkunde von 1249 noch ein Siegel Dethlevs v. Gadebusch gehangen haben, welches in geteiltem Schilde oben einen wachsenden Adler zeigte und unten geschacht war, so daß er dem Schilde der v. Putbus geglichen hätte, eine Angabe, die einigermaßen unglaubhaft erscheint. Das Geschlecht ist, jedoch nur außerhalb Meklenburgs, bis 1271, 1227, nachweisbar. Vgl. v. Bützow II, Nr. 150.

8) v. Gadebusch, R. Friedrich, 1194, 154, außer welchem nur noch ein Knappe Simon 1295, 2349, vorkommt.

9) v. Dragun, R. Eilbert, 1194, 154.

S.: eine fünfblätterige Rose 1354, 7977, wie es scheint, denn sie ist frei im runden Siegelfelde angebracht.

10) v. Eixen, R. Gerold 1200, 165. Ein Siegel dieses bis 1309, 3325, in Meklenburg nachweisbaren Geschlechtes ist nicht auf uns gekommen.


1) Eine Reihe Siegel der Linie Meklenburg unseres Fürstenhauses - Separat=Abdruck der Siegel des M. U., Nr. 49, 202-205 und 210 - ergibt, daß die sogenannten "Schirmbretter" auf dem meklenburgischen Helme in Wahrheit gleichfalls ein in dem Längsdurchmesser desselben angebrachter, ähnlich wie der auf dem v. Maltzanschen Helme formirter Kamm waren, mit Pfauenfedern neben einander besteckt, welche durch zwei wagerecht gelegte, aus dem Kamm halb hervorragende Schildchen mit dem Stierkopfe größere Festigkeit erhielten.
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11) Hasenkopp, R. Friedrich, 1200, 165.

Schild

S.: a. zwei Hasenköpfe neben einander und unten ohne Schildtheilung ein aufrecht gestelltes Blatt (Huflattichblatt?), 1284 bis 1309? 1759, 3350.

b. drei Hasenköpfe, 1309, 3350.

c. der Schild der v. Maltzan.

Alle drei Formen, von denen die zweite die eigentliche und rechte bis zum Aussterben des Geschlechtes im Jahre 1494 blieb, s. v. Maltzan, T. VIII.

12) v. Everingen (Evern bei Lüneburg), R. Friedrich, 1217, 231.

Schild

S.: zwei gegengezinnte, geschachte Querbalken, 1288, 1969.

13) v. Freiberg, R. Friedrich, 1217, 231. Nächst diesem, den wir bei den Schweriner Grafen finden, begegnen uns, da Reinhold,

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1234, und Bolte, 2525, den v. Driberg zuzurechnen sein werden, nur Konrad, welcher Besitz an der Müritz gehabt hatte, 1356, 8236, und in derselben Gegend 1370 Eggert. Gehören diese alle zusammen, so war die Schildfigur ein Schrägbalken, nach v. P. r. in w.

H.: nach v. P. eine wachsende Jungfrau, bl. (!) gekleidet, mit fliegendem Haar, die Hände in die Seiten gestemmt und von 7 Diestelblättern umgeben, ein Kleinod, welches jedenfalls dem 16. Jahrhundert entstammt und wohl auf einen Jungfrauenrumpf zu reduciren ist.

14) v. Below (Lauenburg? Lüneburg?) R. Nicolaus, 1217, 231.

Schild

S.: drei Doppeladler, 1299, 2551, sch. in w. Wie andere Geschlechter haben die v. Below in der Folge statt der dreifachen Schildfigur selbige nur einmal in ihr Siegel genommen, so 1353, 7771, ohne Zweifel, weil bei dem üblich werdenden kleineren Formate derselben eine genügend deutliche Darstellung der Schildfigur in der Mehrzahl nicht thunlich war.

H. Alte Siegel oder sonstige Denkmäler, welche den Helm zeigten, haben sich bisher nicht gefunden; der seit dem 16. Jahrhundert übliche Helmschmuck, zwei gepanzerte Arme, welche einen Doppeladler einschließen oder einen solchen in die Höhe halten, erregt den Verdacht jüngeren Ursprungs.

15) v. Stralendorf, R. Heinrich, 1217, 235.

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Schild

S.: gespalten, vorne drei schräge aufwärts und rechts gewendete Pfeile (strale) übereinander, hinten an der Theilung ein halbes, meist achtspeichiges Rad, 1320, 4178. Bisweilen sind die Pfeile hinten das Rad vorne angeordnet. Dieses ist r. in w., während die Pfeile w. in bl. geführt werden, doch finden sie sich auf Monumenten des 16. und 17. Jahrhunderts auch g.

H. Das Kleinod ist auf allen alten Darstellungen ein auf dem Helm central befestigter, aufrecht und mit der Schneide in den Längsdurchmesser gestellter Pfeil, welcher mit einem weißen Federbüschel in der Kirche zu Zurow, auf späteren Denkmälern mit Pfauenfedern besteckt erscheint, 1460, 4178; das Zimier, wie solches im letzten Jahrhundert ausgestaltet wurde und im M.W. dargestellt ist, hat in Wirklichkeit natürlich nie bestanden. 1 )

Die Helmdecken sind von Hause aus wahrscheinlich bloß bl. und w. gewesen, wie auch ältere Darstellungen zeigen und Lat. ausdrücklich sagt, und das r. ist erst in neueren Zeiten hinzugefügt.

16) v. Oldagesdorp (wo?), R. Wulverich, kommt zwei Mal beim Grafen von Schwerin vor, 1217, 235, 1220, 266, und keiner dieses Namens weiter, falls nicht der 1358, 8454, genannte Aldeghestorp zu dem Geschlechte gehört.

17) v. Schnakenburg (im Lüneburgischen), R. Johann, 1218, 239.

S.: Schrägbalken, mit einer Schlange belegt, 1333, 5412.


1) Bemerkt sei, daß der Helm in neueren Zeiten gekrönt geführt ist, aber nur aus dem Grunde, um hinzuzufügen, daß weiterhin etwaiger Kronen ebenso wenig Erwähnung geschehen wird wie der Wulste. Beide sind erst in späterer Zeit aufgekommen und haben keine wesentliche Bedeutung; es zeigen insbesondere die Kronen in keiner Weise etwa einen Rang oder sonst etwas, speciell auch kein höheres Alter an. Ob sie angewendet werden sollen oder nicht, hängt ebenso sehr vom Stil ab, wie die Wahl der verschiedenen Schild= und Helmformen. Kronen oder Wulste bei Wappen, welche durch Diplome verliehen und in diesen angegeben sind, müssen freilich ohne Zweifel angebracht werden.
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18) Badelaken, R. Alard, 1218-1227, 241, 340; sicher seit 1236, 257, in Pommern.

19) Stoizslav Stoisloff, R. Janeke 1218, 244.

S.: drei vorwärts gekehrte Löwenköpfe, 1340, 6027, aus denen in der Folge Sonnen gemacht worden sind. Die überlieferten Tincturen variiren auf das Mannigfaltigste, nach v. L. g. in sch., g. in r., g. in bl. und sch. in g.

H. Wenn in den letzten Jahrhunderten als Kleinod eine Sonne zwischen zwei Straußenfedern angegeben wird, so ist das jedenfalls eine spätere Erfindung, und es ist nach derselben zu vermuthen, daß ein Löwenkopf die ursprüngliche Helmzier bildete, wie z. B. ZW. 22.

20) Gamme, R. Heinrich, 1218, 244.

S.: drei über einander schräge gestellte Sterne, 1335, 5569, r. in bl. Bernd, 1347, 6727, hat ausnahmsweise einen zweimal schräg getheilten Schild, in dem jeder Platz mit einem Sterne belegt ist; Kersten, 1390, v. Maltzan II, S. 396, einen mit drei Sternen belegten Schrägbalken.

H.: aus alter Zeit nicht bekannt, doch ist Westph., Mon. ined., IV, T. 19, 48, ein Siegel abgebildet, welches, abgesehen von Umschrift und Zeitbestimmung, die eitel Wind sind, Beachtung verdient, denn in der Folge erscheint wirklich auf dem Helme der mit Federchen auf den Spitzen verzierte Stern, wie ZW. 80 und 451, zwischen zwei anerkannter Maßen später, aber schwerlich schon im 15. Jahrhundert, wie v. L. überliefert, sondern frühestens im 16., wenn nicht erst im 17., hinzugefügten Standarten; Lat. kennt solche noch nicht. Uebrigens ist der Stern jedenfalls im Längsdurchmesser des Helmes angebracht worden.

21) Grube, R. Heinrich, 1218, 244.

Schild
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S.: drei schräge über einander gestellte Sterne, 1304, 2970.

H.: auf der Mitte ein kurzer Schaft mit einem Pfauenfederbüschel, und an beiden Seiten des Helms ein senkrechter Steg, in deren jedem sechs Hahnenfedern festgemacht waren, 1308, 3266. Ein anderes Siegel zeigt statt der letzteren Adlerfedern, flügelartig am Helme befestigt, 1319, 4151.

22) v. Rodenbeke (Lauenburg), R. Hermann, 1218, 244.

S.: ein wellig gezogener Schrägbalken, 1347, 6785.

23) v. der Sabel, Savene (bei Schwan), R. Jörden, 1218, 214, kommt nur allein von diesem Geschlechte vor (denn Heinrich, 1236, wird ein Baumann gewesen sein) und hat kein Siegel hinterlassen.

24) v. Parkentin (Lauenburg), R. Heinrich Holste, 1218, 211, welchen Lisch jedoch als Stammvater der Holsten oder v. Holstein anspricht, J. XXIX, S. 264.

S.: Eggert v. Parkentin, genannt Holste, führt 1240 ein Siegel, welches ein Schildeshaupt, den übrigen Schild aber nicht schräg getheilt hat, sondern vier linke Schrägbalken darin zeigt, Milde, S. 87 u. Taf. 9; ein ähnliches Dethlev, 1264, 1001, jedoch nach einer mir von Dr. v. Buchwald mitgetheilten Zeichunng mit dem Unterschiede, daß das Schildeshaupt mittelst eines durchgehenden, mit drei aufwärts gerichteten Blättern versehenen Kleestengels schrägrechts getheilt, und der übrige Schild viermal schrägrechts gestreift ist. Seit 1332, 5327, zeigen aber alle guten Siegel den Schild unter einem g. Schildeshaupte von r. und w. schräge getheilt. Daß von einer Spitze als Schildfigur nicht die Rede sein kann, hat bereits Lisch bezüglich des gleichen Negendankschen Schildes dargethan, J. XXXVIII, S. 218.

H.: an jeder Seite des Helmes eine halbe Scheibe, welche mit fünf oder sechs spindelförmigen Zapfen besteckt sind, die an ihren freien Enden Federchen oder einen andern kleinen Zierrath tragen. Das Siegel Hennings von 1387 hat keine Scheiben, sondern die Zapfen mittelst eines Wulstes oben auf dem Helme befestigt, und noch abweichender ist der Helm Heinrichs von 1332, 5327, wenn derselbe einen offenen Flug trägt. Die gedachten Scheiben sind übrigens offenbar die Vorderseiten platter Köcher oder Futter, welche, aus einem mehr oder minder soliden Stoffe hergestellt und am Helme befestigt, die Federn, Zapfen und dgl. aufnahmen, letztere aber, bei Milde a. a. O. als Reiherfedern bezeichnet, wahrscheinlich

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mit überzogener Polsterung umgebene Drahtstangen. Eine deutliche Vorstellung der Anordnung giebt der Helm, welcher unter den Füßen des Bildnisses des Bischofs Heinrich von Bokholt im Dome zu Lübek angebracht ist.

25) v. Brüsewitz (Brüz bei Goldberg), R. Alward, 1218, 245.

S.: eine schräge gelegte geflügelte Pferdebremse, 1369, v. Maltzan II, S. 214; nach v. P. g. in bl.

H.: nach v. P. fünf r. Federn zwischen zwei (sch. ?) Adlerflügeln (gemäß Siebm. III, 165?).

Schildfigur und Helmzier sind mit der Zeit unglaublich mißverstanden und entstellt, wie die Blasonnirung bei v. L. ergiebt, der übrigens eine zweite Abbildung des Wappens bei Siebm. V, 72, übersehen hat. Nach diesem haben die pommerschen an Stelle der Pferdebremse einen Triangel, die schlesischen drei zusammengebundene, wie es scheint, Palmzweige, jene auf dem Helme zwischen Flügeln fünf Federn, diese Zweige, Palmzweige. Sicher sind also nur die geflügelte Pferdebremse im Schilde und die Flügel auf dem Helme: ungewiß aber bleibt, ob die Pferdebremse (oder was sonst) zwischen diesen ursprünglich augebracht war. 1 ).

26) v. Plate (Plote) I, R. Rolof, 1218, 245.

Schild

1) Vielleicht ist es zweckmäßig, hier zu bemerken, daß in der älteren Zeit Flügel auf den Schilden regelmäßig mit den Schwungfedern abwärts dargestellt werden, allerdings aber nicht die am Helme als Zier angebrachten, da diese ursprünglich köcherartige, mit Federn besteckte Vorrichtungen waren, die erst in der Folge mehr flügelartig herausgebildet wurden; doch machte erst die Kunst des 16. Jahrhunderts richtige Flügel daraus.
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S.: ein Querbalken, 1320, 4194, nach v. P. w. in bl. Wenn derselbe noch angiebt, der Querbalken sei mit einer Weinranke belegt gewesen, so hat diese jedenfalls die Stelle der späteren Damascirung vertreten.

H.: Hörner, 1408, v. Maltzan II, S. 481, auf denen vermuthlich die Schildfigur wiederholt war. Der Todtenkopf zwischen demselben, von dem v. P. spricht, muß Erfindung späterer Zeit sein, falls die Angabe überhaupt nicht etwa eine irrtümliche ist.

27) v. d. Mölen, R. Bernhard, 1218, 245.

S.: sechsmal quergestreift oder fünfmal geteilt.

H.: nicht ein Federkamm, sondern Fähnchen hinter einander, 1347, 6755 1 ).

28) v. Ganzow, R. Ludolf, 1219, 254.

S.: ein Querbalken, 1368, 19/XII.

29) v. Vifle (?) R. Eilert, 1219, 254, kommt allein von diesem Geschlechte vor.

30) v. Lübow (?), R. Heinrich, 1219, 255, Barold 1222, 282, Friedrich, 1240, 511, begegnen im 13. Jahrhundert und weiter keiner in der Folge, bis 1356, 8218, Hermann, ein Knappe, zu Malchow erscheint. Sollten diese Personen zu demselben Geschlechte gehören, so ist der Schild allerdings nicht bekannt, aber des letztgenannten Siegel zeigt als

H.: Hörner, die mit Federn besteckt sind, und zwischen denen eine Scheibe oder ein Kreis steht 2 ).


1) Der R. Gevert v. Lüneburg, 1217, 230, wird wie die bei Weitem überwiegende Mehrzahl der unter dem gleichen Geschlechtsnamen im 13. Jahrhundert bei den Schweriner Grafen vorkommenden Personen kaum in Meklenburg angesessen gewesen sein, vielmehr in den überelbischen Besitzungen der Grafen gewohnt haben, und die Einzelnen hießen v. Lüneburg nach ihrer Castellanie, während sie verschiedenen Geschlechtern angehörten.
2) R. Reinbold von Gülze beim Schweriner Grafen 1220, 266, bis 1228, 347 allein des Namens; R. Bernd v. Masendorf (bei Uelzen), mit einem Bruder in derselben Zeit und nur ebenda begegnend, und in der Folge keiner weiter, sowie R. Arnold v. Segeberg, ein Holste, Bisch. Lüb. Ub. I, T. IV, der nur 1220, 266 vorkommt, dürften kaum in Meklenburg seßhaft und nur vorübergehend am Hofe zu Schwerin anwesend gewesen sein.
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31) v. Schönfeld I (?). Ein R. Arnold wird zuerst 1220, 266, beim Grafen zu Schwerin, dann 1237, 468, beim Herzoge von Pommern, bei demselben ein zweiter R. Arnold, 1264, 1013, bis 1301, 2747, und neben diesem im Lande Stavenhagen ein gleichnamiger dritter 1293, 7233, genannt. Diese gehören nach Vor= und Zunamen ohne Zweifel zusammen und führten im

Schild

S.: einen Schrägbalken, der in dem einzig erhaltenen Siegel von 1292, 2158, mit zwei halb in einander geschobenen Reihen von Röschen oder nelkenartigen Blümchen belegt ist.

32) v. d. Broke I, R. Konrad, 1220, 270, bis 1228, 348, beim Grafen zu Schwerin und allerdings 1227, 339, als lüneburgischer Ministeriale vorkommend, mag, wenn nicht direct Ahnherr, so doch Angehöriger der v. d. Broke sein, welche demnächst in Pommern und insbesondere im Lande Stavenhagen angesessen waren. Bei diesen kommt wenigstens auch der Name Konrad vor.

Schild

S.: nach 2615 und 2747 ein nach Anderer Vorgang dort als Ledermesser bezeichneter Gegenstand - nach Bagmihl, Pomm. Wappenbuch II, 161, sch. in w. -, den ich aber lieber als Feuereisen, d. i. Feuerstahl, deuten möchte.

H.: nach Bagmihl ein wachsender Hirsch, also ursprünglich wohl ein Hirschkopf oder Hirschgeweih.

33) Scherf, R. Dietrich, 1220, 270.

S.: a. schräge getheilt, oben mit unkenntlichem Bilde, unten leer, 1345, 6590.

b. gespalten und vorne an der Theilung ein halber Scherf, hinten leer, 1376, 16/XII.

34) v. Ritzerow (Lauenburg), R. Hartwig, 1222, 280.

S. Das Siegel des R. Walraven, 1240, 561, zeigt zwei unterwärts gezinnte Querbalken, und ebenso giebt Schlichting zwei Querbalken, die jedoch oberwärts und sägeförmig gekerbt sind.

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Seit 1340, 6089, aber findet man constant zwei "Turnierkragen" über einander, von denen gemäß der Schildform der obere vier, der untere nur drei Lätze hat, w. in r.

H.: 1360: Hörner. Seit 1365 ist jedes Horn mit fünf Fähnchen seitlich besteckt. Vgl. Milde, S. 102 und Taf. 11.

35) v. Trebbow (bei Schwerin), R. Engelke, 1222, 280.

S.: nicht geschacht oder gerautet, sondern geviertet, und das zweite und dritte Feld geschacht, 1351, 7474.

36) v. Bibow, R. Dietrich v. D ibow begegnet 1222, 282, bis 1237, 471, fünfmal: R. Heinrich, 1242, 543, und 1260, 270, mit Hinterlassung von Nachkommen als verstorben; Helmold tritt auf 1318, 4018, und Eggert 1325, 4616, sowie mehrfach in Wismar 1331 bis 1333, 5121n. Ich glaube, daß diese Personen sämmtlich zum Geschlechte der v. B ibow gehören, und in allen diesen Fällen nur eine Corrumpirung des Namens vorliegt, was an sich freilich nicht, aber um deswillen äußerst auffallend ist, weil jene in einem so langen Zeitraum so oft sich wiederholt, und weil man nicht einsieht, woher dies Mißverständniß rühren kann, da es wohl einen Ort Bibow, weit und breit aber kein Dibow giebt. Ich muß darauf verzichten, die Wahrscheinlichkeit der Verwechselung aus den Urkunden darzuthun, und beschränke mich auf das Hervorheben einer einzigen Thatsache. An der Urkunde 4999 von 1328 findet sich das Siegel des R. Eggert v. Bibow mit der Umschrift: S' DNI EGhARDI DE BIBOWE MILITIS , an der Urkunde 7324 von 1332 - aus der Zwischenzeit sind keine vorhanden - ein freilich leider beschädigtes, aber ohne Zweifel sicher zu ergänzendes zweites mit der Umschrift: [S' DNI E]ChAR[DI D]E * D[I-BOWE] . Der erste Stempel ist also auf eine oder die andere Art in Verlust gerathen, und deswegen der zweite angefertigt. Wenn sich nun aber schon 1333, 5412, ein dritter findet mit der Umschrift + S' DNI EChARDI · BIBOV · MILITIS , so scheint es doch näher zu liegen, wenn man annimmt, der R. Eggert habe den zweiten Stempel wegen der fehlerhaften Umschrift verworfen, als daß auch dieser verloren gegangen oder zersprungen sei. Allerdings hat er aber noch einen vierten Stempel 1343, 6350, gebraucht, abgebildet Hahn, Taf. I.

S.: ein schreitender Hahn, r. in w.

H.: ein Hahn. Ein Grabstein zu Doberan von 1445 (Jahrb. IX, 441) zeigt den Hahn auf ein Kissen gestellt, und letzteres wird auch in einem Document von 1513 bezeugt, v.

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Maltzan IV, 432. Das - gr. - Kissen im Schilde ist aber erst im 16. Jahrhundert hinzugethan.

37) v. Griwole (?), R. Peter, der 1222, 282, bei Heinrich Burwin im Kloster Sonnenfeld (oder, seit 1460, Sonnenkamp oder Neukloster) und auch nur das eine Mal vorkommt, hat kein Geschlecht gegründet. Uebrigens ist die Urkunde nur in einem Transsumte von 1490 erhalten, so daß der Name auch anders gelautet haben könnte; Römer erinnert an Gruel.

38) v. dem Gnemer, R. Heinrich, wird als Zeuge in einer zu Meklenburg dokumentirten Schenkung Heinrich Burwin's vom Jahre 1223, 299, genannt, hier allein, und keiner des Namens weiter. Römer vermuthet in ihm ein Mitglied der Preen, doch ist deren Besitz von Gnemern urkundlich nicht vor 1320 nachzuweisen.

39) v. Holldorf (bei Gadebusch), R. Segebod, 1226, 321. Dies Geschlecht ist zunächst nicht weiter nachweisbar als bis 1274, 1342. Erst 1311, 3466, erscheint wieder mit den Metzeke zusammen Gerd und etwas später dessen Bruder Heinrich; von letzteren hat sich je ein Siegel erhalten.

S.: ein sich zweiendes und verschlingendes Bäumchen, 1344, 6160.

40) Barold, R., 1226, 323.

S.: drei wellig gezogene Querbalken, nach v. H. w. in bl.

H.: zwei Pfauenfederwedel, 1347, 6727, aus denen in der Folge drei gestümmelte Rosenstöcke oder Eichenzweige gemacht wurden 1 ).

41) Heiden (paganus), R. Dietrich, 1226, 331; vielleicht auch nicht als Meklenburger anzusehen.

S.: oben einfach gekerbter oder gezinnter Querbalken, 1326, 4755, sch. in w.

H. Alte Siegel des Geschlechts mit dem Helme sind uns nicht überkommen; die jetzigen Straußenfedern und der Kranz der Jungfrau sind keinesfalls alt und echt.


1) v. Klöden (Altmark), R. Reinbert kommt allein 1226, 331, und zwar bei Heinrich Burwin zu Güstow an der Spitze der ritterlichen Zeugen vor und weiter keiner des Namens, so daß man ihn und sein Geschlecht kaum als eingesessen wird ansehen dürfen.
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42) v. Blücher, R. Ulrich, 1227, 339.

Schild

S.: zwei aufgerichtete, mit den Bärten von einander gekehrte Schlüssel, 1315, Wigger, v. Blücher Nr. 205 und T. I, 2, r. in w. Vgl. Wigger ebd. Bd. I, S. 33 ff.

H. So sicher und constant die Schildfigur, so ungewiß und verschieden ist das Kleinod. Aus guter Zeit hat sich weder ein Siegel noch ein sonstiges Denkmal erhalten, welches den Helmschmuck zeigte, aus den letzten drei Jahrhunderten stammend, sind aber folgende Typen beobachtet worden:

1) Erste Hälfte des 16. Jahrhunderts zwei gekreuzte Schlüssel vor einem Pfauenfederbusche nach v. H. Wigger a. a. O. I, S. 35.

2) 1561 Helmbusch mit einem aufgerichteten Schlüssel davor. Wigger a. a. O., T. III, 11.

3) Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Baum. Ebd. 9, 10.

4) 1569, 1597, 1600, 1603, 1623 zwei gekreuzte Schlüssel, ebd. 12 und so auch Siebm. III, 154, V, 161.

5) 1626 ein aufgerichteter Schlüssel. Wigger a. a. O., ebd. 13.

6) 1676 zwei aufgerichtete, mit den Bärten von einander gekehrte Schlüssel. Ebd. 14.

Es ist mithin ein großer Spielraum für Conjecturen über den alten Helmschmuck vorhanden. Dieser könnte möglicherweise aus nur einem central aufgerichteten Schlüssel bestanden haben, wie unter 5, nur daß der Bart dann rückwärts müßte gerichtet gewesen sein, oder es sind zwei Schlüssel seitlich am Helme angebracht gewesen, wie ähnlich unter 6, oder es ist außer den so befestigten Schlüsseln noch ein Schaft mit einem Federbüschel auf den Helm gesetzt, oder es waren endlich die Schlüssel über dem Helm gekreuzt wie die Federräder=Stangen am alten Kleinode der Herren zu Werle.Diese letzte Form ist diejenige, welche von den v. Blücher jetzt allgemein geführt wird. Daß sie die richtige, alte und echte sei, gestatte ich mir zu bezweifeln und vermuthe vielmehr, daß zwei

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Schlüssel an den Seiten aufrecht wie im Schilde das alle Kleinod bildeten; ob noch ein Schaft mit Federbüschel dazu kam, lasse ich dahin gestellt sein. Sollten aber wirklich gekreuzte Schlüssel das Zimier gebildet haben, so müßten die Reiden oder Griffe solider mit dem Helme verbunden gewesen sein, als dies in der Regel und auch auf der Vignette zur v. Blücherschen Geschlechtshistorie dargestellt wird 1 ).

43) v. Malchow, R. Zlawotech, 1227, 344, Dieser kann vielleicht schon 1218, 244, einzureihen sein und begegnet zuletzt 1233, 414, und als nobilis bezeichnet 415, wird aber nur am erstgenannten Orte v. Malchow genannt. Römer verumthet gewiß zutreffend einen Burgmann von Malchow in demselben, doch kommen noch der R. Wolter 1275, 1368, und als Verkäufer von Dimitz 1282, 1610, sowie Reimer v. Malchow 1292, 2162, vor, in der Folge aber bis 1360 sonst keiner des Namens.

44) v. Havelberg R. Gotimar, 1227, 344.

Schild

S.: a. ein Flug in gespaltenem Schilde, 1356, 8234.

b. ein Paar Flügel, 1356, 8280 2 ).

45) Gans, R. Alard, 1229, 362.

S.: eine auffliegende Gans von vorne, 1354, 7939.

H.: eine Gans zwischen zwei Armen, die eine Krone halten, 1389. Lüb. Ub. IV, S. 563, Note.


1) v. Werben, R. Arnd, 1227, 340. Nur dieser kommt vor und auch nur ein einziges Mal, so daß er wohl zufällig zu Schwerin zeugte.
2) Bei Siegelbeschreibungen sollte zwischen einem Fluge und einem Paar Flügeln unterschieden werden, denn diese haben offenbar vielfach zur Annahme von Adlern geführt dadurch, daß der verbindende Rückenknochen, der in der Regel am oberen Ende wie eine Lilie oder ein Kleeblatt ausgestaltet ist, zur Verwechselung Anlaß gegeben hat.
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46) v. der Schwingen (Zufluß der Unterelbe im Bremischen), R. Konrad, 1229, 362.

S.: Wenn dies anders dieselbe Familie ist, so giebt Mushard, Brem.=Verd. Rittersaal, 152, als Wappenbild der Bremischen an einen mit drei Zinnen senkrecht von r. und w. getheilten Schild und als

H.: einen mit Federn besteckten, spitzen Hut.

47) Warguswitz und Tesmer. R. Heinrich, 1229, 362, und Tesmer, 1232, 397, waren Brüder und Wargus' Söhne. Der erstere Name, Warguswitz, ist nicht fortgepflanzt, wohl aber der zweite.

S.: gespalten, vorne leer, hinten gerautet, 1365, v. Maltzan II, S. 190.

48) v. Pöl. Ein R. Bernhard wird 1229, 362, genannt, allein hier, und auch weiter keiner des Namens, denn der Vogt Hermann v. Pöl, 1338, 5869, gehört schwerlich zu jenem.

49) v. Zernin, R. Heinrich, 1229, 365.

Schild

S.: a. ein Paar Flügel, 1302, 2809. So auch noch 1308, 3245, bei den Kindern 1. Ehe des R. Johann.

b. ein Löwe, 1322, 4336, wird von den Kindern der 2. Ehe desselben und in der Folge von allen Nachkommen geführt bis zum Ausgange des Geschlechts.

H.: nach G. ein wachsender (?) Löwe.

50) v. Trechow, R. Berthold, 1229, 365.

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S.: ein paar Flügel, 1303, 3343 B, wie 1395, Lüb. Ub. IV, S. 710.

H.: vier bis sechs Fähnchen an beiden Seiten des Helmes, 1395, a. a. O.

Einzelne Mitglieder des Geschlechts (oder eine Linie desselben) werden v. Gikow genannt; weshalb, ist nicht bekannt. Mit den Holsten gleiches Namens, Milde S. 63, haben sie nichts zu schaffen.

51) v. Kröpelin, R. Wilhelm, 1229, 368.

S.: getheilt. Das einzige bisher beobachtete Siegel aus diesem Geschlechte, abgebildet J. XI, T. 1, zeigt einen Schild, oben rautenförmig schraffirt, unten mit Laubwerk belegt, beides ohne Zweifel, wie auch Lisch annimmt, um Farbe und Metall anzudeuten.

52) v. Windorf, R. Bernhard, 1229, 368.

Nur dieser wird von diesem Geschlechte mit Namen genannt, er begegnet aber noch 1250, 640, mit Kindern.

53) Jesewitz, R. Heinrich, 1229, 368.

S.: zwei gekreuzte Lilienstäbe, 1362, 9/IV, die auf einem Siegel von 1372, v. Maltzan III, S. 24, durch eine Querstange am unteren Ende verbunden sind. G. nennt als Schildfigur ein Windspiel, aber diese Angabe gründet sich vielleicht auf die Abbildung bei Westph., Mon. ined. IV, T. 19, wonach ein Johann 1318 ein Windspiel geführt hätte. Ein solches Siegel ist aber bisher nicht aufgefunden, und man könnte, falls nicht gradezu ein Irrthum, eine Verwechselung oder eine Windbeutelei vorliegt, höchstens annehmen, daß das Zimier, wie öfters, auf einem Schilde zur Anschanung gebracht worden sei. Freilich sind uns Siegel mit dem Helme nicht bekannt geworden, sodaß sich die Sache nicht entscheiden läßt.

54) v. Mallin, R. Gerhard, 1229, 370.

Schild
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S.: ein geschachter Sparren, 1301, 2725, nach v. P. bl. und w. in g. Auffallender Weise hat Nicolaus, a. a. O., im Schilde ein achtspeichiges Rad, ohne daß sich ersehen ließe, worauf diese Abweichung sich gründet.

H.: mit Fahnen besteckt, 1337, 5797, oder jederseits ein aufrecht stehendes und ein wagerecht angebrachtes Fähnchen, 1344, 6412, abwechselnd w. und bl.

55) v. Bülow, R. Gottfried, 1229, 370.

Schild

S.: Scheiben, Kugeln, Pfenninge (v. Maltzan IV, S. 432) oder, mit einem pomphafteren Ausdrucke, Byzanten in Querreihen, 1255, 741, g. in bl. Hervorgegangen sind diese Scheiben u. s. w. vermuthlich aus Nägeln oder Buckeln, mit denen der Schild beschlagen, und deren Zahl ursprünglich von Form und Größe des letzteren abhängig war; aber seit 1309, 3306, ist jene auf vierzehn normirt, welche in fünf Reihen: 4, 4, 3, 2, 1, geordnet sind, eine Zahl, welche auch nicht vermehrt wurde, als man die Dreieckschilde aufgab; eine Veränderung der Ordnung findet sich nur ausnahmsweise.

H. Die aus dem 14. Jahrhundert bekannt gewordenen Siegel, 1337, Milde, T. 5, 1343, 6350, 1353, 7783, u. s. w. zeigen fast sämmtlich an jeder Seite des Helmes ein nach unten sich verschmälerndes Futter, in welches je drei oder je fünf federartige Zierrathen eingesteckt sind, die hier (1337) bis auf das Auge abgestreiften Pfauenfedern, dort mit Hahnenfedern oder Kleeblättern an der Spitze verzierten Rohrschäften oder dgl. ähnlich sehen, bald aber auch schon förmliche Flügel. Die bisher beob=

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achteten Siegel des 15. Jahrhunderts dagegen haben wohl ausnahmslos auf dem Helm Hörner, - zuerst 1376, v. Maltzan II, S. 310 - die entweder geringelt, oder auf denen die Schildfiguren wiederholt sind, und dann einen Vogel zwischen denselben. Im Jahre 1513 erscheinen aber wieder Flügel und zwar sch. mit einem schon auf den ältesten Siegeln, wie auf der Schweriner Grabplatte von 1340, markirten r. Querstreifen, v. Maltzan IV, S. 432, nachdem schon 1509 ein Siegel beobachtet ist, auf dessen Helm Flügel und Hörner zugleich - jene hinter diesen natürlich - angebracht sind. Letztere unangemessene Ueberladung ist dann allmählich herrschend geworden und dadurch noch mehr deteriorirt, daß man seit dem vorigen Jahrhundert vermuthlich auf Grund von Siebm. V, 154, und in pedantischer Berücksichtigung des Grundsatzes, daß Farbe nicht auf Farbe Stehen dürfe, die Flügel g. tingirt. Vgl. G. v. Bülow, G. d. Wappens d. Geschl. v. B., Berlin 1871.

56) v. Lenzen, R. Nanne, 1229, 370, bis 1249, 633, repräsentirt allein dies Geschlecht.

57) v. Karlow, Gottschalk 1230/4, 375, S. 362 1 ).

Schild

S.: ein steigender Bär mit einer Halsfessel, 1313, 3628.

H.: nach einer von Dr. v. Buchwald gefälligst mitgetheilten Zeichnung auf einem dem Kreisabschnitte ähnlichen Futter oder Stege auf vorwärts gekehrtem (!) Helme neun Reiherfedern, 1373, Mai 26.


1) Ob die zu 57-62, 64, 67, 72 und 74 als Stammvater genannten Personen Ritter gewesen oder geworden sind, ist nicht zu ermitteln, jedoch ist es wohl wahrscheinlich.
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58) Koß, Hermann, 1230/4, 375, S. 365.

S.: ein Schrägbalken, 1348, 6825, w. in r. Später und wohl bereits im 15. Jahrhundert ist daraus ein Querbalken geworden mit r. Flammen darauf, wie ein 1520/30 gemaltes Bild im Kloster zu Ribnitz ausweist.

H.: aus guter Zeit nicht bekannt, doch wird v. L.'s Angabe, daß der Helm mit drei Pfauenfederwedeln - er nennt sie Pilgrimstäbe! - besteckt sei, richtig sein.

59) v. Melenteke (Neuhof bei Wittenburg), Wichmann, 1230/4, 375, S. 366. S. v. Boddin.

60) v. Wittenburg, Hildebod, 1230/4, 375, S. 367. Ob die v. Wittenburg im Lande Malchow, welche noch 1338, 5910, begegnen, oder die in Pommern zu ihm gehören, steht dahin.

61) v. Waschow, Hermann, 1230/4, 375, S. 367.

62) v. Wölzow, Heinrich, 1230/4, 375, S. 367.

S.: "rechts ein links gewendeter Widderkopf und davor ohne Theilungslinie eine fünfzinkige Hirschstange", 1422, Lüb. Ub. VI, S. 453.

63) v. Vellan, Friedrich, R., 1230/4, 375, S. 368.

Nur dieser wird genannt; Nachkommen finden sich nicht.

64) Huxit, Heinrich, 1230/4, 375, S. 368.

Im 13. Jahrhundert bereits ausgegangen.

65) v. Meding (im Lüneburgischen), Friedrich, R., 1230/4, 375, S. 368.

S.: ein trabender Hirsch, behängt mit einer w. und r. gestreiften, ursprünglich vielleicht mit drei geschachten Querstreifen verzierten Decke (couverture) in w., 1350, 7051. Die Darstellung des Hirsches als sich erhebend ist Mißverständniß, und der Boden unter demselben spätere, entstellende Zuthat.

H.: sechs - r. - Fähnchen hinter einander der Länge nach, 1307, Lüneb. Ub. Die Sicheleisen sind später hinzugefügt.

66) v. Jesow, Burchard, R., 1230/4, 375, S. 368.

S.: eine seitlich gewendete Pfeilspitze mit Widerhaken, 1333, 5465.

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67) v.Brützkow, Britschow, Martin, 1230/4, 375, S. 369. Den v. Bülow verwandt. S. v. Bülow, d. F. d. v. Bülow S. 77, 121, und Lisch in J. XXXIII, S. 88.

Schild

S.: wie derjenige der v. Bülow.

68) v. Güstow I (bei Gadebusch), Engelhard, R., 1230/4, 375, S. 371.

S.: zwei mit den Krallen aufwärts und gegen einander gerichtete Vogelschenkel, 1316, 3830.

69) Ketelhodt, Fredebern, R., 1230/4, 375, S. 372.

Schild

S.: drei - sch. - Kesselhüte mit - r. - einmal umgedrehten Bändern - in w. -, 1302, 2775.

H. Aeltere Darstellungen sind uns nicht bekannt geworden. Lat. giebt als Helmzier einen Hut mit drei Straußenfedern, v. H. eine Zipfelmütze - denn dazu waren die Kesselhüte umgemodelt -,

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G. einen Rumpf mit Zipfelmütze. Darnach wird die ursprüngliche Helmzier, wenn nicht, wie es scheint, bloß aus einem Kesselhute, etwa mit Hahnenfedern besteckt, so doch aus einem mit einem Kesselhute bedeckten (gepanzerten) Rumpfe bestanden haben, wie ihn die Familie wieder aufgenommen hat.

70) v. Barnekow, Alverich, R., 1230/4, 375, S. 373.

Schild

S.: eine Stierstirn, der "Grind", mit Hörnern und Ohren und darunter ein paar Flügel, 1324, 4544, 1333, 5412, nach v. P. sch. in r., Siebm. III, 162, w. in r.

H. Alte Siegel oder Denkmäler mit dem Helme haben sich nicht erhalten. Eine Darstellung am Mödentiner Chore in der Kirche zu Meklenburg aus dem Ende des 16. Jahrhunderts hat auf dem Helme eine Kugel mit einem Pfauenfederbusche darauf. Letzteren haben auch Siebm. III, 162, und (nach ihm?) G.

71) Ruze, EliaS, R., 1230/4, 375, S. 373.

Von 1220 bis 1245, 269, 568, ist in Lübek ein Rathmann Elias Ruz, Ruze, Rutherius (Ruthenus?) als thätig bekannt, und an der Eingangs angeführten Stelle wird ein Elias als Besitzer von Zehnten zu Gögelow aufgeführt; 1237, 471, wird Elias Ruze in einer Reihe von Rittern bei der Bestätigung des Klosters Rehna und 1263, 991, zu Wismar als letzter einer Reihe von Zeugen genannt, die allesammt sonst Ritter waren, jedoch a. a. O. allerdings als solche nicht charakterisirt sind. Immerhin darf man aber den Elias von 1263 identificiren mit dem Ritter von 1237. Ob aber auch mit dem Rathmann? Römer hält beide für identisch, aber es wäre auffallend, wenn die Lübische Stadtverfassung es damals noch gestattet hätte, Herren ebenmäßig wie der Stadt mit Eiden verbunden zu sein.

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S.: dem der v. Barnekow, Nr. 70, gleich, 1344, 6448.

H.: zwei Pfauenfederräder, 1390, Jahrb. XXXI, S. 77, XLI, S. 195.

72) v. Plüskow I, Lever, wird 1229, 362, als Zeuge einer Verhandlung bei Wismar genannt, 1230/4, 375, S. 373, 374, als Besitzer von Zehnten zu Plüschow und Naschendorf, 1237, 471, unter lauter Rittern als Zeuge. Daß er zu der späteren Familie v. Plüskow gehören sollte, scheint nicht recht glaublich; ein Lever kommt in dieser sonst nicht vor, und die ersten beiden, welche genannt werden, 1248, 617, haben die bei den v. Plüskow und Negendank vielfach wiederkehrenden Namen Ludolf und Eggert. Nun wechselte die Mode freilich schon im 13. Jahrhunderte die Namen, und so könnte auch Lever etwa seinen Söhnen neue, bis dahin nicht übliche Namen gegeben haben, aber die Sache wird complicirter dadurch, daß 1309, 3272, die Wittwe eines dominus Marquardus de Plezcowe eine verkaufte Worth in Lübek vor dem Rathe zu Grevesmühlen aufließ und 1320, 4188, das vorhin genannte, unweit Plüschow und Grevesmühlen belegene Naschendorf gemeinsam mit ihren Söhnen Dietrich und Markward veräußerte. Diese Namen kommen aber sonst weder bei den v. Rlüskow noch bei den Lübischen v. Pleskow vor, (vgl. Milde, Lüb. Bürgersiegel unter 23), und somit scheint nichts übrig zu bleiben, als Lever und seine Nachkommen als eine besondere Familie v. Plüskow anzusehen, die aber nicht weiter als bis 1320 zu verfolgen ist.

73) v. Kalsow, Evert, R., 1230/4, 375, S. 374. Evert, wohl Vogt zu Grevesmühlen, begegnet bis 1266, 877, dann aber erst wieder 1321, 4270, ein Hermann, und 1349, 6950, gleichfalls im Lande Grevesmühlen, ein Johann. Falls letzterer zu dem Geschlechte, wie glaublich, gehört, so führte dasselbe im

S.: einen Schrägbalken.

74) Knut, R. Heinrich, 1230/4, 375, S. 376.

S.: a. ein schräge gelegter Kesselhaken, 1353, 7771, sch. in w.

b. ein schräge gelegter Kesselhaken, begleitet von drei - 1, 2 - Kleeblättern, 1370, J. XXV, S. 311.

H.: ein Stengel mit drei in Form eines Kreuzes angeordneten Kleeblättern, in den Längsdurchmesser desselben gestellt, jedes mit einem Hahnenfederbüschel besteckt, 1370 a. a. O.

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75) Mann, Dietrich, 1230/4, 375, S. 378.

Schild

S.: der Kopf eines Thieres mit langem, schlanken Halse, Borstenkamm, ohne Ohren und mit aufgerissenem Maule, aus dessen Unterkiefer hervorgehend zwei lange Hauer den Oberkiefer überragen, 1320, 4221, 1358, 8459. Der Kopf scheint eher einem fabelhaften Thiere als einem Eber zuzuschreiben zu sein.

76) v. Knesse, R. Volkwin, einmal und zwar als Burgmann von Marlow, 1230, 380, genannt.

77) v. Blese, R. Johann, 1230, 380, und 1236, 458.

78) v. Gansedorp, R. Peter, 1230, 381, allein und nur hier genannt, ungewiß, in wessen Gefolge.

79) Hahn, R. Eggert, 1230, 381.

Schild

S.: in w. ein r. schreitender Hahn, dessen Schnabel, Füße und beiden ersten Schwanzfedern sch. sind. So nach dem Grafen=

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diplom von 1802 und so auch bei Lat. und an einem gemalten Fenster zu Dargun aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. In einem Documente von 1513, v. Maltzan IV, S. 431, ist nur ein "roter han" angegeben, und so wird es ursprünglich auch nur gewesen sein.

H.: der Hahn vorwärts sehend, also im Längsdurchmesser befestigt, Hahn I T. 1.

80) Berser, R. Otto, 1230, 381.

Außer diesem nur noch ein Ritter Dietrich.

81) Baier, R. Otto, 1230, 381.

Zuletzt 1244, 558, und weiter keiner des Namens.

82) v. Rome, R. Heinrich, 1230, 381. Nur hier genannt bei einem Vertrage Johanns von Meklenburg und Nicolaus' von Werle mit dem Grafen Günzel. Desselben Namens ist der R. Henning, welcher als Mitgelober für Heinrich d. L. 1304, 2903, unter der Stargardischen Mannschaft begegnet. Vielleicht gehört dazu, wenigstens zu letzterer, der R. Zabel Römer, welcher 1349, 7016, im Lande Stargard vorkommt. Die Römer führten folgendes Wappen:

S.: gespalten, vorne eine halbe Lilie, hinten zwei Querbalken.

H.: drei Federbüsche aus einer Krone. Lüb. Ub. IV, S. 772.

83) v. Dechow, R. Gottschalk, 1230, 381. Eines Stammes mit den Hahn.

S.: ein schreitender Hahn, 1474, r. in w., Hahn I, T. 1.

H.: ebenfalls der Hahn. Vgl. Hahn I, S. 41.

84) v. Pöterow, R. Jörden, 1230, 381.

Nur in drei Personen, deren jede nur einmal genannt wird, bis 1348, 6830, vorkommend.

85) Boidewitz, Johann und Heinrich allein und nur 1231, 385, zu Ilow erscheinend; vielleicht desselben Geschlechts wie die v. Boidensdorf.

86) Völtzeke. Woltzik, 1231, 385, früherer Besitzer von Nakenstorf, wird von Römer gewiß zutreffend identificirt mit dem R. Völtzeke, der bis 1263, 982, vorkommt.

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87)v. Schlagbrügge, Werner, 1231, 390, u. 1235, 441, genannt.

88) v. Barlin, R. Robert, 1232, 410.

89) Dargatz, R. Heinrich, 1232, 410.

Schild

S.: ein halber, schreitender Bär, 1273, 1300.

90) v. Duding (so nach einem untergegangenen Orte ursprünglich genannt, sehr früh aber schon bloß Duding), R. Heinrich, 1233, 414.

S. An einer v. Duding'schen Urkunde von 1320, 4160, hängt ein Siegel mit der Umschrift S' hINRICI DVVENDI[C], einen Schild mit einem mittelst einer Ranke damascirten Querbalken enthaltend. Auf Grund dieses Siegels ist Heinrich von Römer als ein v. Duvendik zu den so genannten Pommern um so mehr gezogen, als in der Note zum MUb. 4160 gesagt ist, das Siegel der Duding habe ein anderes Schildzeichen, keinen Querbalken. Aber es ist weiter nur noch ein v. Duding'sches Siegel bekannt geworden, welches jedoch bloß den Helm zeigt, und wenn G. sagt, die Schildfigur der v. Duding sei "ein alter Mannskopf" gewesen, so bezieht sich diese Angabe offenbar auf ein anderes Geschlecht. Vgl. Meding I, S. 133. Dem Inhalte der Urkunde nach ist man berechtigt, das Siegel des ersten Zeugen, des Heinrich Duding, an derselben zu erwarten, während zu eines Heinrich Duvendik BesiegeIung gar kein Anlaß in der Urkunde sich findet, so daß ich der Meinung bin, daß das Siegel wirklich das v. Duding'sche, und daß der Name in der Umschrift corrumpirt ist, wie sich solches öfters findet.

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H.: zwei über dem Helme sich kreuzende Pfauenfederwedel, 1320, 4168 1 ).

Schild

91) Lepel, R. Gerhard, 1236, 453. Es ist dies freilich der einzige bis 1360 in Meklenburg begegnende Repräsentant dieses pommerschen Geschlechtes; aber seine Stellung unter den Zeugen einer zu Gadebusch für Rehna ausgestellten Urkunde Johanns d. Th. scheint doch zu nötigen, ihn als Mitglied der meklenburgischen Mannschaft anzusehen.

S.: ein Schrägbalken, r. in w.

H. Aeltere Siegel mit dem Helme sind nicht erhalten; aber ein Grabstein im Kloster Eldena bei Greifswald aus dem Ende des 14. Jahrhunderts, abgebildet bei Pyl, Gesch. d. C.=Kl. Eldena I, zu S. 135, zeigt auf dem, übrigens vorwärts gekehrten Helme ein Schildchen mit der Schildfigur, welches mit neun Zierrathen besteckt ist, die doch in der That in ihren Umrissen mehr Löffeln gleichen als Pfauenfedern, für welche Pyl dieselben auf Grund der Darstellung auf einer ziemlich ebenso alten Glocke angesehen wissen will. Auffallend ist, daß der Helm vorwärts gerichtet ist, während das Schildchen und die Zierrathen doch jedenfalls in der Längsachse angebracht waren.

92) v. Langwedel (im Lüneburgischen), R. Volkwin, 1236, 453. Nur im 13. Jahrhundert.


1) Die Ritter Konrad v. Schönwolde und Johann Däne werden nicht als Meklenburger, und ihre Anwesenheit bei Nicolaus von Werle, 1235, 435, nur als eine zufällige anzusehen sein; sie gehören Pommern an.
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93) Metzeke, R. Werner, 1236, 458.

Schild

S.: zwei gekreuzte Lilienstäbe, unter denen der Winkel mit einer giebelartigen Verzierung ausgefüllt ist, 1317, 3939, oder deren untere Enden durch eine Querstange verbunden sind, 1342. Milde, T. 9.

94) v. Reventlo, Reventlow (?), R. Detlev, 1236, 458.

S.: mit drei Zinnen von w. und r. schräge getheilt, 1347, 6751.

H.: mit einem großen Pfauenfederrade auf einem kurzen Schafte auf vorwärts gekehrtem Helme. Milde, Taf. 3.

95) Picht, R. Berthold, 1236, 458. Nur dieser kommt vor und allein in der angeführten Urkunde, einem Vertrage des Bischofs von Schwerin mit Johann d. Th.

96) Pole, v. Polen, R. Nicolaus, 1236, 458. Nur in wenigen Personen auftretend.

97) Preen, R. Heinrich, 1237, 461. Vgl. Nr. 38.

Schild

S. Die alten Siegel, zuerst eins von 1309, 3304, zeigen drei Ringe, auf Stangen stehend, r. in w. In der Folge hat man diese Gegenstände für Pfriemen angesehen, die Ringe zu Griffen umgemodelt und zuletzt gar schalmeiförmige Figuren daraus ge=

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macht wie z. B. im MW. Hier sieht man auch die Umbildung in der Anordnung dieser sogenannten Pfriemen, die neben einander und mit den Spitzen sich nähernd gestellt sind, was allerdings sich bereits im 15. Jahrhundert vorbereitet. Hin und wieder finden sich auch Siegel mit nur einem "Pfriemen", so schon eins 1316, 3840. Aber Pfriemen können die Schildfiguren unmöglich sein, da ein Ring, und noch dazu ein verhältnißmäßig so großer, die denkbar unzweckmäßigste Handhabe für dergleichen Instrumente bilden würde. Zu bemerken ist übrigens, daß ein Siegel Gottschalks von 1311, 3441, statt der Ringe der Schildfiguren Kugeln zeigt.

H. Die Helmzier keines unserer alten Geschlechter hat so viel Wandelungen durchgemacht und ist in so kopfloser Weise verunstaltet wie diejenige der Preen. Dieselbe bestand aus einem zu einem Kamm der Länge nach zusammengebogenen Schilde, jederseits mit einem "Pfriemen" bemalt und zur Aufnahme eines großen Pfauenfeder=Kammes adaptirt, 1339, 5996. 1346, 6623. Alle Verunstaltungen dieses schönen Helmschmuckes aufzuzählen, würde mehr Raum beanspruchen, als die elenden Erfindungen werth sind, und ich bemerke allgemein nur, daß in größtem Umfange die Augen der Pfauenfedern in Kugeln oder Perlen verwandelt worden sind, im Einzelnen aber sei angeführt, daß man im Kloster zum H. Kreuz in Rostock ein Monument von 1587 sieht, auf dem der natürlich vorwärts gewendete Helm ein viereckiges Schirmbrett trägt, auf welchem ein Pfriemen, jederseits von sechs Kugeln begleitet, angebracht ist, daß man in der Kirche zu Meklenburg aus gleicher Zeit auf dem Helm einen Pfriemen sieht, an dem ein Fahnentuch mit sechs Kugeln in zwei Reihen befestigt ist, sowie daß man auch den Pfriemen aufgerichtet und von Kugeln umgeben vor einem Pfauenfederbusch dargestellt hat. Alles dieses waren aber doch Anordnungen, welche allenfalls practisch möglich waren, ganz unsinnig jedoch ist die Weise, in welcher der Helmschmuck in neueren Zeiten (wohl nach Siebm. V, 157 und 163) und auch im MW. dargestellt ist, wo ein schalmeiartiger Pfriemen aufgerichtet auf dem Helme steht, umgeben von einer Anzahl Kugeln, welche in der Luft schweben.

98) v. Artlenburg, R. Heinrich, 1237, 467.

S.: a. gespalten, vorne drei Hiefhörner über einander, hinten drei zweimal gezinnte Querbalken, nicht viermal mit Doppelzinnen quergestreift, 1266, 1070 es ist offenbar Pelzwerk gemeint.

b. drei Hiefhörner über einander, 1310, 3355.

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Schild

99) v. Kogel (Lauenburg), R. Otto, 1237, 467. Nur dieser als meklenburgischer Vasall.

100) v. Stove (?), R. Reimbern, 1237, 467.

S.: drei in Form eines Schächerkreuzes um eine Rose gestellte Blätter, 1342, 6238. Milde, Taf. 14. Freilich ist nicht zu ermitteln, ob der gedachte Reimbern und sein Bruder Raven der holstischen Familie gehören, welche im 14. Jahrhundert in Meklenburg erscheint, und es ist zu bemerken, daß es im Lauenburgischen noch ein Geschlecht des Namens gab, welches im Schilde, der auch getheilt erscheint, einen Schrägbalken führte, Milde, Taf. 16, Behr III, S. 127.

101) Hardenack, R. Lüdeke, 1237, 467.

S.: ein schreitender Hahn, 1335, 5616. Hahn I, Taf. 1. Vgl. Hahn I, S. 51.

102) Wulf, R. Burchard, 1237, 467.

Schild

Es sind nach Wigger im J. XXXVIII, S. 211, mindestens zwei Familien Wulf, aus Lauenburg stammend, zu erkennen. Diejenige, welcher der Genannte angehörte, führte im

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S.: einen Wolf, anspringend, 1364, Milde, Taf. 10, während die älteren Siegel von 1334, 5544, 1336, 7339, und 1349, 7015, den Wolf darstellen als von einer hinter ihm stehenden (weiblichen?) Figur am Stricke gehalten.

H.: ein hockender Wolf, 1359, 8581.

103) Ribe, v. Rieben, R. Heinrich, 1237, 471.

Schild

S.: ein Fisch, wie solcher in der Regel dargestellt wird, aufrecht und etwas gekrümmt, 1334, 5482, w. in r., doch giebt v. H. ihn bl. in r., was auffallend ist, da auch Siebm. V, 155, bl. in r. tingirt.

H.: aus alter Zeit nicht bekannt. Siebm. hat einen Pfauenfederbusch, während die Neueren eine w. Straußenfeder zwischen zwei r. geben.

104) Suleske, Otto, R., 1238, 485, bis 1262, 959.

105) v. Hakenstädt (Altmark), Hermann, R., 1239, 493.

S.: zwei neben einander aufgerichtete und von einander gekehrte Sturmhaken, 1333, 5381.

106) Behr, R. Lippold, 1239, 499.

Schild
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Schild

S.: drei Schwanenhälse. Zwei Mitglieder des Geschlechtes führten die Schwanenhälse auf einer einem schräg gestellten Bären übergelegten Decke, während ein drittes Siegel statt des unteren Schwanenhalses einen halben aufgerichteten Bären zeigt. Letztere Anordnung kehrt noch 1577, jedoch mit dem Unterschiede wieder, daß der Schild getheilt ist, und der Bär unten in ganzer Figur erscheint, Behr I, Taf. 7. Sonst bildet seit 1382 ständig ein schreitender Bär, in den besseren Siegeln schräge gestellt, die Schildfigur, ebd., Taf. 5 und 7, sch. in w.

H.: zwischen zwei nach außen gewendeten Schwanenhälsen ein mit einem Blätterbüschel besteckter Schaft, welcher letztere in der Folge verschwindet. Ebd., Taf. 4, 5, 7 1 ).

107) v. d. Walie und v. Plessen (Plesse). Von den Urkunden, welche Johann d. Th. seit dem Hochsommer 1240 bis zum Sommer 1254 ausgestellt hat, sind 12 von Meklenburg und 10 von anderen Orten datirt, und von denjenigen, welche er von 1254 bis zu seinem Tode, 1264, ausstellte, datiren 18 von Wismar und 11 von anderen Orten. In den von Meklenburg und von Wismar datirten Urkunden fehlt selten und nimmt eine hervorragende Stelle unter den Zeugen ein der Ritter Bernardus de Walie, Walia, Walige, Walge, Wali, Balige, Balghe, indem er elfmal an erster, siebenmal an zweiter, dreimal an dritter und je zweimal an vierter fünfter und sechster Stelle aufgeführt wird. Im Jahre 1246, 575, wird er als Burgmann zu Meklenburg bezeichnet und neben ihm


1) v. Emmelndorf (Lüneburg), zwei Brüder, im Lüneburgischen angesessen, begegnen (1239), 496, beim Grafen v. Schwerin, im selbigen Jahre, 500, bei Johann d. Th. in einer Darguner Urkunde, und der eine von ihnen beim Herzoge v. Pommern ebenfalls in einer Darguner Urkunde, so daß se wohl kaum als Meklenburger zu rechnen sein werden.
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zweimal, 1244, 554, und 1256, 782, sein Bruder Helmold, dieser ohne Familiennamen. Am 25. Mai 1263, 991, erscheint zu Wismar der Ritter Bernd v. Walie oder, wie man aus der Form Walia schließen darf, v. d. Walie zum letzten Male, auch weiter keiner des Namens, und kurz vorher, am 1. Mai, vermuthlich ebendort, der Ritter Helmold v. Plesse zuerst, welcher, 1270, 1193, Burgmann zu Wismar genannt, bis 1280 eine ziemlich ebenso hervorragende Stellung wie Bernd v. d. Walie behauptet, indem er als Zeuge sechsmal an erster, elfmal an zweiter und je einmal an dritter und vierter Stelle genannt wird. Unter diesen Umständen liegt doch die Annahme nicht fern, daß Helmold v. Plesse eben der Bruder Helmold des Bernd v. d. Walie war. Woher aber die Verschiedenheit der Zunamen rühren mag, läßt sich eben so wenig nachweisen, als wir im Stande sind die Orte zu bezeichnen, nach denen die muthmaßlichen Brüder genannt worden sind. Nach Dr. Krause's gefälliger Mittheilung begegnen v. d. Walie in der Stadt Bremen, der Name v. Plesse aber führt auf die bekannte Burgruine bei Göttingen und die ehemals dort hausenden Edelherren, und da ist es in der That auffallend, daß in demselben Jahrhundert auch bei diesem Geschlechte die Namen Bernhard und Helmold wiederkehrend sich finden. Im Jahre 1211 begegnet in Lievland ein Helmoldus de Plesse nobilis homo, 204n, und nach dem freilich wohl nicht allzu sicheren Joach. Meier, Orig. Pless., Lpz. 1713, gestaltet sich der Stammbaum der Herren v. Plesse der Zeit also:

Stammbaum

Daß die Edelherren v. Plesse ein anderes Wappen als unsere v. Plessen führten, ist allerdings sicher, gewiß aber auch, daß Mutationen des Wappens keine unerhörte Erscheinung sind. Dr. Wigger's Ansicht ging dahin, daß Bernhard v. d. Walie und Helmold Stiefgeschwister waren, dieser Sohn einer Wittwe v. d. Walie und eines Edelherrn v. Plesse, dessen Wappen aber zu führen ihm wegen Unebenbürtigkeit der Ehe nicht zustand.

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Schild

S.: ein ausschauender, trabender Stier, der den Schwanz über den Rücken schwingt, so daß man sagen könnte ein leopardirter Stier, 1316, 3830, sch. in g. Die Bezeichnung als Stier ist allerdings nur ein Nothausdruck, denn nach Siegelbeschreibungen des 14. Jahrhunderts (MUb. XIV, S. 451) ist die Schildfigur ein Wisent, nd. Wesent, Name einer ausgestorbenen, vom Ur= oder Auerochsen verschiedenen Gattung (Braun=Hogenberg, civ. orb. terr. II, 47. Brehm, Naturgesch. II, S. 635), deren Kopf ohne Zweifel wir im landesherrlichen Wappen sehen. Die Verdoppelung des Schwanzes ist eine spätere Ausschmückung, und der grüne Boden unter dem Stiere eine überaus große Unschicklichkeit neuerer Zeit.

H.: zwei halbe Rädchen - sch., wenn nicht r. von Hause aus - zu beiden Seiten des Helmes, besteckt mit Pfeilschäften, die auf ihrer Spitze Sterne tragen und vielleicht um ihre Achse beweglich waren; daraus sind später Pfauenfedern geworden. 1343, 3830.

108) Klawe, R. Dietrich, 1240, 511.

S.: eine Bärenklaue, nicht Vogelklaue, seitlich gewendet, 1321, 4274. Vgl. MUb. 1529 und unten Nr. 333.

109) v. Isenhagen (Lüneburg), R. Friedrich, 1240, 511, bis 1244 mehrfach bei Johann d. Th. vorkommend, und weiter keiner des Namens.

110) Schalip, R. Reimbern, 1240, 511. Nur dies eine Mal bei Johann d. Th. genannt. Als Vorname findet sich der Name Schalipe bei einem v. Peckatel, 1312 f. Vgl. MUb., P.=R.

111) v. d. Lühe (die Lühe, Fluß im Alten Lande), Reinhard, 1240, 511. Derselbe zeugt mit mindestens zwei Anderen gleichen Geschlechtsnamens bei Johann d. Th. allerdings als miles

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Christi und nicht als dessen Vasall, als welcher zuerst R. Hermann, 1256, 771, erscheint.

Schild

S.: a. drei quergelegte Hackmesser übereinander, 1305, 3044, ein Siegelbild, welches nach Dr. Krause, Rost. Zeit. 1885, Nr. 292, auch die v. Zesterflet im Alten Lande führten, Mushard, S. 565.

b. eine gezinnte Spitze, 1316, 3830, bl. in w. Dieselbe ist später, im 15. Jahrhundert schon, als ein Giebel angesehen und dieser im 16., 17. Jahrhundert zunächst zu einem Hausgiebel, endlich sogar völlig zu einem Hause geworden, welches zum Ueberflusse noch auf einen grünen Boden gestellt ist. Ein ähnliches Wappen giebt Mushard, 40, als das der v. Nindorp im Bremischen: in w. ein bl. getreppter Giebel, belegt mit einem aufrecht gestellten Schwerte.

H. Das älteste, mir bekannt gewordene Siegel mit Helm, das Vickes von Költzow von 1458, zeigt als Kleinod einen gekrönten Jungfrauenrumpf, ein Grabstein zu Neukloster von 1464, Jahresb. III, S. 150, einen geästeten Stamm zwischen Hörnern, das Siegel Hermanns von Panzow wieder einen Rumpf, und ein geschnitztes Wappen in der Kirche zu Vilz von 1571 eine wachsende Jungfrau zwischen Hörnern, welche mit Zinnen besetzt sind. Darnach läßt sich vermuthen, daß die ursprüngliche Helmzier in einem gekrönten Jungfrauenrumpfe zwischen Hörnern bestand, deren jedes mit der correspondirenden Hälfte der Schildfigur belegt war.

112) Balch, v. Balge, Balke (Hoya), Johann, 1240, 512.

S.: ein geschachter Schrägbalken, nach v. P. r. u. sch. in w.

H.: nach dem Siegel Hennings, 1490-1525, und v. P. der aufgerichtete Balken, welcher ursprünglich auf einem Schirmbrette angebracht gewesen sein dürfte.

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113) v. Bralstorf (b. Boizenburg), Albrecht, 1240, 512.

S.: ein Schwan, 1358, 8537.

114) v. Buren, R. Dietrich, 1240, 515.

S. G. giebt, vermuthlich nach Siebm. I, 167, als Schildfigur einen gewellten - also wohl bl. - Querbalken in g. und als

H.: Flügel, auf denen die Schildfigur wiederholt ist.

115) Bune, R., 1240, 517.

Schild

S.: drei Hüte, 1357, 8359. Daß es keine Kesselhüte sind, beweisen die aufgekrämpten Ränder, sowie die starke Prominenz der Spitzen.

116) v. Hamburg, Nicolaus, 1241, 522. Nur im 13. Jahrhundert.

117) Schackmann, R. Dietrich, 1241, 523, wenn nicht schon 1237, 345. Nur dieser.

118) v. Peckatel (bei Penzlin), R. Gerold, 1241, 523.

Schild
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S.: ein Querbalken, 1312, 3522. Die Autoren geben sämmtlich den Balken w. in bl.; auf dem v. peckatelschen Epitaphium in der S.=Marien=Kirche zu Wismar aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges und auf einer Scheibe aus dem 1. Viertel des 17. Jahrhunderts, ehemals in der Kirche zu Meklenburg, waren die Tincturen aber umgekehrt.

H.: ein Stiergehörn mit Grind und Ohren, 1396, Lüb. Ub. IV, S. 724, also ähnlich wie die landesherrlichen Helme (Sep.=Abdr. d. Siegel d. M. Ub. Nr. 213, 214, 217, 234). Daraus ist dann in der Folge ein - sch. - Stierkopf gemacht, dessen Hörner die Schildfigur wiederholen.

119) Blixen, R. Heinrich, 1241, 523. Nur dieser hier und außerdem noch 1242 beim Herrn zu Werle.

120) v. dem Kalande, R. Leopold, 1241, 527.

Schild

S.: ein schräge gelegter, aus dem Schildrande aufwachsender Steighaken, 1318, 3987 (vgl. 6697), nach v. P. r. in bl.

H.: a. ein in den Längsdurchmesser gestelltes Stangenkreuz, dessen Enden mit Pfauenfederbüscheln besteckt sind, und in dessen Mittelpunkte eine Scheibe mit der Schildfigur angebracht ist. So auf einem Grabsteine von 1394 im H.=Kreuz=Kloster zu Rostock.

b. nach v. P. zwischen zwei (auswärts gekehrten) Steighaken ein Schaft mit einem Pfauenfederbüschel.

121) v. Flotow, Gottfried, 1241, 528.

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Schild

S.: ein Schrägkreuz, begleitet von vier Ringen, 1277, 1429, r. in w.

H.: Hörner, zwischen denen ein Vogel mit einem Ringe im Schnabel sitzt. Die Hörner werden von r. und w. übereck getheilt, der Vogel sch. tingirt. Der um die Hörner geschlungene Kranz ist ohne Zweifel Zuthat des 16. Jahrhunderts. Vgl. Lisch im J. XLII, S. 149, Ragotzky ebd. XLIV, S. 99.

122) v. Oldendorp, Albrecht, 1242, 541. Nur im 13. Jahrhundert in Meklenburg.

S. Siebm. giebt II, 123, ein Wappen der v. Oldendorf als Braunschweiger: zwei gegengezinnte g. Querbalken in bl., als

H.: Hahnenfedern. Ob dies aber dasselbe Geschlecht, steht dahin.

123) v. Dessin, Düssin, R. Johann, 1242, 541.

S. Siegel oder andere Denkmäler mit dem Schilde aus älterer Zeit haben sich nicht erhalten. Die späteren zeigen in w. einen angeblich bl., von Hause aus aber wohl eisenfarbenen - wie auch C. J. v. Behr sagt - d. i. sch. Helm, umgeben von einem Kranze r. Rosen.

H.: zwei sich kreuzende Stangen mit Federbüscheln, 1347, 6727; daraus sind in der Folge im 16. Jahrhundert Blumen gemacht.

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124) v. Schlagstorf (b. Ratzeburg), R. Ludolf, 1242, 543. Vielleicht kaum als Meklenburger anzusehen und jedenfalls nur vorübergehend im Lande.

S.: eine Pflanze mit drei Blättern, v. Maltzahn, T. VIII.

125) Rubin. Ein so genannter Ritter begegnet 1243, 550, beim Herrn zu Rostock und 1246, 583, mit Besitz in Zepelin, und weiter keiner des Namens.

126) v. Neuenkirchen I, (bei Schwan), R. Arnold, 1244, 557.

Es gab mehrere Familien dieses Namens; ob Obiger einer der an geeigneter Stelle aufzuführenden angehört habe, ist nicht zu entscheiden, und derselbe deshalb für sich hingestellt.

127) v. Bertekow (Altmark), R. Friedrich, 1244, 559.

S.: ein Schrägbalken, belegt mit drei Rosen, 1363, nach v. P. r. auf w. in bl. So auch Schlichting.

H.: Hörner, an jedem, sowie auf dem Helme, ein Fähnchen, 1363. Schlichting hat die Hörner übereck getheilt von bl. und w. und dazwischen einen aufgerichteten, geästeten Stamm, auf dessen Spitze eine Rose. Das ist also schon eine neuere Anordnung. v. P. giebt sogar als Helmzier des in Meklenburg 1459 ausgegangenen Geschlechtes ein Pelikansnest an.

128) Vunke, R., 1244, 560.

Bis 1360 außer durch diesen nur durch eine Person vertreten. Römer zieht dieselben zu den Fineke, was mir nicht zulässig scheint.

129) v. Walsleben (Altmark), R. Wedege, 1244, 560.

Schild
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S.: drei Hiefhörner über einander quergelegt, 1299, 2557, r. in w.

H.: in alten Darstellungen nicht erhalten, doch liegt es auf der Hand, daß der überlieferte Helmschmuck sachlich unmöglich ist. Nur als Vermuthung stelle ich hin, daß an dem Helme zwei Hiefhörner in der Weise gewöhnlicher Hörner angebracht waren, wie ZW. 25, 62, 85 (!), 94, 193, 319, 353. Sollte aber, wie Hefner zeichnet, nur ein Horn im Längsdurchmesser auf dem Helme angebracht gewesen sein, wie nicht glaublich, so war jedenfalls das Mundstück nach hinten, nicht nach vorne gerichtet. Vgl. ZW. 26, 93, 161, 202, 299.

130) Söneke, R. Berthold, 1244, 560.

Schild

S.: vier wellig gezogene Querbalken, 1297, 2465. Ebenso Siegel von 1387 und 1389. Dagegen hat ein Siegel von 1386 oben einen Stern und ist unten gewellt, v. P. und G. geben ganz falsche Wappenbilder an. 1 )

131) Mörder, R. Gothan, 1244, 561.

S.: ein vorwärts gekehrter Löwenkopf, 1318, 3971, nach Bagmihl r. in w. Ebenso die 1335, 5606, vorkommenden Sisik.

H. Nach Bagmihl II, 42, jederseits am Helme eine halbe r., den Helm überragende Lilie mit einem w. Federballen auf der Spitze. Daraus ist später, Siebm. V, 166, eine von w. und r. gespaltene, auf dem Helme schwebende Lilie geworden, deren Spitze einen Pfauenfederbüschel trägt.


1) v. Weihe, Deters, 1244, 560, wird nur vorübergehend in Meklenburg gewesen sein.
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132) v. Süttorf (Lüneburg). Es kommt nur Dietrich, 1244, 561, einmal beim Herrn zu Rostock vor.

133) v. Schwaß, R. Johann, 1244, 561.

S.: ein schräge aufwärts gelegtes Schwert, 1364, 23/III.

134) Dargezslav. Dieser beim Herrn zu Rostock von 1244, 561, bis 1268, 1140, genannte Ritter dürfte kaum zu dem in der Grafschaft Dannenberg heimischen Geschlechte gehören; die gleichzeitig vorkommenden Mitglieder des letzteren führen alle bereits Vornamen.

135) v. Kessin, R. Rüdiger, beim Herrn zu Rostock 1244, 561, bis 1252, 686, und zwei Söhne 1262, 952, und 1268, 1141. Ob der 1351, 7499, in Stavenhagen, 1355, 8097, im Lande Stargard vorkommende Knappe Johann dazu gehört, ist ungewiß. Derselbe führte einen

S.: gespalten, vorne eine halbe Lilie an der Theilung, hinten anscheinend einen unten abgekürzten, rechten Schrägbalken.

136) v. Warburg (Altmark), R. Heinrich, 1244, 564.

S.: in w. ein r. Schrägbalken, belegt mit drei w. Rosen, 1335, 5583.

H. Darstellungen aus guter Zeit sind nicht erhalten. Nach MW. und v. L. bestände das Kleinod, wenn wir das Unwesentliche fortlassen, aus einer r. Burg mit drei Thürmen und einem offenen Thore, in welchem ein Wächter steht. Hefner nimmt auffallend genug keinen Anstoß an diesem Helmschmuck, indem er freilich wohl mit Siebm. I, 170, die Zahl der Thürme auf zwei reducirt, aber doch den Thorwächter beläßt. Daß dieser aber eine spätere Zuthat sei, erscheint mir nicht zweifelhaft, da eine solche Figur in Wirklichkeit viel zu minutiös gewesen sein würde, um irgend ins Auge zu fallen, und ich glaube vielmehr, daß das alte Kleinod in zwei jederseits angebrachten, durch eine niedrige Mauer etwa noch verbundenen Thürmen bestanden habe, wie wir einen ähnlichen Helmschmuck auf der Lübecker gestickten Decke, Lüb. Zeitschr. B. I, und ZW. 119, finden. Höchstens könnte der Wächter durch einen Rumpf vertreten gewesen sein.

137) Wackerbarth, R. Konrad, 1245, 566.

S.: quadrirt, 1325, 4587 von w. und r. S. Milde, T. 15.

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138) v. Kramon, R. Heinrich, 1245, 566.

Schild

S.: gespalten, vorne ein halbes achtspeichiges Rad an der Theilung, r. in w., hinten ein Querbalken, w. in r., 1316, 3830.

H.: "die obere Hälfte eines Rades vor einem Pfauenfederwedel," d. h. ein auf den - nach Dr. Baier seitlich gewendeten - Helm längs gelegtes und beiderseits in die Höhe gebogenes Rad, welches einen Pfauenfederwedel einschließt, 1339, 5970.

139) Rehschinkel, R. Nicolaus, 1245, 570.

Schild

S.: gestalten, vorne ein halber Stierkopf, auch gekrönt, an der Theilung, hinten getheilt, 1320, 4210, 1333, 5396.

140) v. dem Jorke (im Alten Lande), R. Berthold, 1245, 572.

S.: ein Schrägbalken, 1318, 3988, und zwar nach 6623 nicht gewellt; nach Siebm. III, 156, bl. (?) in w., nach G. r. in w.

H.: aus guter Zeit nicht erhalten. Siebm. III, 156, und nach ihm wohl Bagmihl geben dem Helme jederseits 4 Fähnchen, w. mit einem r. (!) Längsstreifen, v. P. eine r. gekleidete, wachsende Jungfrau.

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141) Brüsehaver, R. Friedrich, 1246, 582.

S.: eine geflügelte Pferdebremse, schräge gelegt, 1345, 7393, nach G. sch. in w.

H.: nach G. die Bremse aufrecht zwischen Flügeln.

142) Swichtup, R. Hermann, 1246, 582.

S.: ein einfacher Maueranker, Zförmig, 1367, 19/II.

143) Luch, R. Dietrich, 1247, 589. Zuletzt von diesem Geschlechte, von dem kein Siegel erhalten ist, ein Johann, 1301, 2861.

144) v. Büne (Altmark), R. Johann, 1247, 591, beim Herrn zu Rostock, vor 1287, 1927, todt, und zwar, wie es scheint, ohne Nachkommen hinterlassen zu haben. Zu den Bune, Nr. 115, wird er nicht gehören, da so, wie jene schlechthin Bune genannt werden, er stets de Bune heißt.

145) v. Schweden. Nur ein R. Johann beim Herrn zu Rostock, 1247, 591, bis 1262, 959.

146) Berkhahn, R. Konrad, 1247, 592.

S.: drei Birkhähne, 1302, 2846, sch. in w.

H.: ein Birkhahn, 1390, 3/X, nach v. P. ein Pfauenfederbusch, und so auch am Mödentiner Chore der Kirche zu Meklenburg.

147) vom Anker (Lauenburg), v. Ankershagen, R. Eggert, 1248, 607.

S.: ein Schiffsanker, 1342, 6224.

148) v. Goldenbow, R. Markwart, 1248, 607.

S.: eine schräge gelegte Leiter, 1333, 7327.

149) Kabold, R. Ludwig, 1248, 607.

Schild
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S.: gespalten, vorne getheilt, hinten zwei rechte Schrägbalken, 1367, 1367 n.

H.: jederseits neben dem Helme hervorragend ein oberes größeres und ein unteres kleineres Pfauenfederrad, 1275, 1367; ob hinter dem Helme befestigt und beweglich? 1360, 8775, anscheinend drei Pfauenfederwedel. 1 )

150) v. Bützow II, R. Albern, 1248, 610. Albern kommt sicher bis 1261, 907, vor und wird noch 1275, 1378, als Vater Hermanns genannt, welcher hier zuerst und 1288, 1983, zuletzt und zwar als Ritter erscheint. Dann tritt erst wieder 1320, 4206, ein Knappe Hermann auf, welcher als Ritter zuletzt 1343, 6313, begegnet. Einen Heinrich finden wir 1331, 5213, und 1349, 6927, die Gebrüder Hermann und Heine.

S. Siegel sind erhalten vom R. Hermann II, wie man wird annehmen müssen, und von Heinrich zu beziehentlich 4206 und 5213. Beide zeigen ein geschachtes Schrägkreuz als Schildfigur. Dieselbe haben auch die Brüder Dietrich und Claus, Martins Söhne, in ihren 1421, 1425 und 1430 gebrauchten Siegelstempeln; aber ihre Siegel von 1442 und 1467, J. XLI, S. 138, zeigen einen getheilten Schild, oben mit einem vorwärts gekehrten Stierkopfe, unten geschacht, ein Bild, welches an das oben zu Nr. 7 erwähnte Siegel des Dethlev v. Gadebusch erinnert, denn es erscheint nicht unwahrscheinlich, daß der pommersche Berichterstatter einen Stierkopf für einen halben Adler gehalten hätte, der ihm geläufiger war. Die genannten Gebrüder von Bützow könnten wohl ihr Wappen dem der anderen (?) Familie haben ähnlich oder gleich gestalten wollen.

H. Auf dem Siegel Heinrichs von 1331 findet sich auch der Helm, doch ist dessen Zimier leider abgebröckelt; auf den älteren Siegeln der Gebrüder Dietrich und Claus ist aber kein Helm, sondern nur ein kleiner Stierkopf unmittelbar auf den gelehnten Schild gesetzt. Demnach und da die Siegel eines Dietrich von 1395, Lüb. Ub. IV, S. 712, und des Propstes Johann v. Rühn von 1401 zwei Stierhörner mit den Ohren in einem Schilde zeigen, möchte die Helmzier wohl aus solchen bestanden haben.

Lisch wollte aus der Umschrift der Siegel von 4206 und 6927 schließen, daß die Familie eigentlich v. Bössow hieße. Da aber die Urkunden den Namen immer v. Bützow schreiben und mehr


1) Zoye, R. Dietrich, 1248, 609, bis 1252, 685, beim Bischofe von Schwerin einige Male begegnend, aber, da er sonst Burgmann zu Triebsees war, wohl nur vorübergehend im Lande.
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Glauben verdienen als die Stempelschneider, so halte ich die Formen Bossowene und de Bossow für Schnitzer der letzteren.

151) v. Plüskow II, R. Ludolf, 1248, 617.

S.: unter einem - r. - Schildeshaupte schräge getheilt - von w. und g. - 1349, 6950. Vgl. Lisch in J. XXXVIII, S. 218, und oben Nr. 24.

H.: gemäß einer von Dr. v. Buchwald gefälligst mitgetheilten Zeichnung nach dem Siegel Eggerts, 1349, 6950, ursprünglich zwei seitlich am Helm angebrachte Futter, die mit ähnlichen, sich nach innen überbiegenden Federn besteckt sind, wie die auf den ältesten v. Bülow'schen Helmen, keine eigentlichen Flügel. Daraus ist denn, aber wohl sehr viel später, ein Hirschzweig gemacht worden.

152) v. Restorf (bei Banzin untergegangen), R. Johann, 1249, 633.

S.: ein bäumendes Einhorn, r. in w. Auch ein schreitendes findet sich; so 1389, Lüb. Ub. IV, S. 563, Note.

H.: aus guter Zeit nicht überliefert; wir kennen von den meklenburgischen v. Restorf keinen anderen Helmschmuck als den üblichen, nämlich eine Jungfrau, die ein aufgerichtetes Einhorn am Fuße hält. So, wie diese gewöhnlich dargestellt werden, kann in Wirklichkeit der Helmschmuck aber nicht gewesen sein, da dies technisch unmöglich wäre, so daß auch die Zeichner u. s. w. des 16. Jahrhunderts und der Folgezeit unerhörter, unsinniger Weise die Figuren haben auf die Helmdecken stellen müssen. Allerdings aber mögen Jungfrau und Einhorn uralt sein, da dieselben einer bekannten altchristlichen Allegorie entsprechen; wie aber etwa die betreffenden mittelalterlichen Techniker die Gruppe auf dem Helme zusammengebracht haben könnten, ist nicht zu errathen. Beide Figuren nebeneinander auf dem Helme zu placiren, scheint unausführbar - auch Hefner hat es nicht vermocht - und sie so zu gruppiren, wie die allegorische Darstellung beider zu sein pflegt, daß nämlich die Jungfrau sitzt und das Einhorn auf dem Schooße birgt, dürfte für die alten Schilderer doch zu große Schwierigkeit geboten haben. Uebrigens führen unter 26 verschiedenen Geschlechtern Deutschlands, die alle ein Einhorn als Schildfigur haben, nach Siebmacher 20 ein wachsendes Einhorn, 2 einen (auch sonst als Kleinod beliebten) Einhornskopf, 1 ein Einhorn hockend und 3 Federn oder Hörner auf dem Helm. Die v. Restorf in der Mark führten das Einhorn

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wachsend zwischen zwei w. Straußfedern, und die den v. Restorf jedenfalls verwandten v. Gülen haben ein wachsendes Einhorn zwischen Flügeln.

153) Rone. Nur ein Ritter dieses Namens, 1249, 634, bis 1261, 913, dreimal im Lande Werle vorkommend.

154) v. Gorow, R. Walter, 1250, 640, und 1268, 1143, bei den Herren zu Rostock; identisch mit diesem wird nach Römer's Vermuthung der R. Walter v. Konow sein, der 1264, 1021, und 2165, 1051, genannt wird. Ein Nicolaus v. Gorow findet sich noch 1296, 2387, ein Ebel Konow sogar noch 1404 zu Lübeck, der drei Hüte - nicht Eisenhüte - im Schilde führte. Lüb. Ub. V, S. 92. 1 )

155) Seger, R., 1250, 642, bis 1274, 1340. Nur dieser.

156) v. Böddenstedt (Lüneburg), R. Burchard, 1251, 667. Nur hier.

157) v. Rosenthal (bei Peine?). Ein Wilhelm v. R. findet sich 1232, 404, 7163, beim Bischofe von Hildesheim, ein zweiter, wie es scheint, 1251, 672, beim Grafen von Schwerin, 1252, 692, beim Bischofe von Ratzeburg und in demselben Jahre, 703, 704, wieder beim Grafen in Angelegenheiten des Klosters Zarrentin, zuletzt 1255, 755, bei demselben zu Boizenburg, weiter aber nicht mehr, und auch kein anderer des Namens.

158) v. Rensow, R. Konrad, 1251, 677.

159) v. Dartzow (bei Dannenberg), R. Christian, 1252, 683.

S.: drei Löwen, von denen die beiden oberen einander entgegengekehrt sind, 1322, 4325.

H.: "anscheinend ein spitzer Hut, von dessen Krämpe seitwärts Federn abstehen." 1270, 1196.

160) v. Dargenow (in parochia Mustin). Nur in Angelegenheiten des Klosters Zarrentin zwei Ritter des Namens, 1252, 692, bis 1254, 733, von denen der eine bis dahin Kölzin besaß.


1) R. Gottfried v.Warsow erscheint zweimal im Jahre 1250, 643 und 645, beim Bischofe von Schwerin und beide Male in Neuenkamp'schen Sachen, so daß derselbe wohl nach Pommern gehört. Auch Konrad v. Meinen war offenbar nur 1251, 667, im Lande.
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161) Schacke, v. Schack, R. Eckehard, 1252, 704.

Schild

S.: eine Lilie quer gelegt, 1269, 1156, später schräge gestellt, endlich aufrecht und gemeinhin w. in r.

H.: a. die Lilie auf einem Schildchen zwischen Hörnern, 1256, 8245. Ebenso Milde, T. 15. Vgl. ebd. S. 108.

b. die Lilie zwischen den Hörnern querliegend, 1375, Milde a. a. O., T. 12.

162) v. Gikow s. v. Trechow.

163) Wesent. Allein ein R. Gerhard beim Herrn zu Rostock zu Alt=Kalen, 1253, 713, in einer nur abschriftlich erhaltenen Urkunde genannt.

164) v. Lehsten (Lauenburg), R. Gerhard, 1253, 714.

S.: ein geflügelter Leisten (Sohle) schräge gelegt, 1356, 8234, sch. in w.

H.: a. ein aufrecht gestellter Leisten zwischen zwei seitlich angebrachten Stäben, 1376, 10/IV.

b. fünf Pfauenfedern, 1404, Lüb. Ub. V, S. 114.

165) v. Rollstädt (?). Einzig R. Heinrich, 1253, 714, bis 1256, 771, und zwar im Lande Parchim; 1262, 935, verstorben oder verzogen.

166) Voß, R. Johann, 1253, 721.

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Schild

S.: ein springender Fuchs, 1284, 1725, aber auch trabend und schreitend, 1356, 8193, r. in w.

H.: ein laufender Fuchs, mit dem Bauche auf dem Helme befestigt, 1330, 5161, aber auch hockend, 1404, Lüb. Ub. V, S. 117.

167) v. Vizen (Altmark?), R. Heinrich, 1253, 721.

S.: ein aufgerichteter Wolf, 1313, 3654.

168) v. Dotenberg (?), R. Konrad, 1254, 730.

S.: ein aus dem seitlichen Schildrande hervorwachsender, geästeter Stamm, 1336, nach Bagmihl II, 6, sch. in w.

H.: nach Bagmihl a. a. O. drei geästete Stämme vor drei Pfauenfedern. Siebm. III, 160, hat nur Pfauenfedern als Helmschmuck.

169) v. Zecher (Lauenburg), R. Heinrich, 1254, 733.

S.: eine seitlich gewendete Pfeilspitze mit Widerhaken, 1326, 4708.

170) Moltke, R. Friedrich, 1254, 732.

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Schild

S.: drei Birkhähne, 1296, 2377, sch. in w.

H.: sechs Pfauenfederwedel auf seitlich gestelltem Helme, 1315, 3745.

171) v. Boltendorp (?), R. Heinrich, 1256, 770, 771, beim Herrn zu Richenberg.

172) Huskummer, R. Fredebern, 1257, 791.

S.: drei Kesselhüte mit geschlungenen Bändern, 1325, 4587.

173) v. dem Buge, R. Albrecht, vor 1257, 792, im Lande Bug oder Bukow angesessen, aber mit drei Söhnen nur dies eine Mal genannt.

174) v. Schaliß. Ein R. Friedrich 1257, 801, beim Grafen von Schwerin und weiter nicht.

175) v. Eckernförde, R. Nicolaus, 1258, 818.

Schild
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S.: ein paar Flügel, 1316, 3830.

176) v. Wodenswege (bei Alt=Haldensleben), R. Albrecht, 1259, 833.

Schild

S.: a. zwei gekreuzte Knebelspieße über einem Sterne, 1324, 4541.

b. ein Ledermesser oder ein Feuereisen wie die v. d. Broke I, 1344, 6405.

Ob hier eine Mutation vorliegt, oder ob es zwei verschiedene Geschlechter des Namens gab, oder was sonst für ein Grund für die Verschiedenheit der Schildfigur vorliegen möchte, hat sich bisher nicht ermitteln lassen.

177) v. Mödentin, R. Hermann, 1260, 854.

S.: ein Kranz, "Sapel", abwechselnd mit 7 Blumen und 7 Kugeln besteckt, 1340, 6070, 1350, 7073.

178) v. Oertzen (Lüneburg), R. Dietrich, 1260, 854.

Schild
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S.: zwei gebogene, geharnischte Arme, die einen Ring emporhalten, 1311, 3441, 1318, 3966. Nach Lisch's Untersuchungen sind die Arme nicht bl., wie sie vielfach in neueren Zeiten tingirt worden sind, um die Eisenfarbe anzudeuten, sondern w., und so waren sie auch auf der wahrscheinlich untergegangenen Ahnentafel am Epitaphium des Landraths Balthasar v. Schöneich von 1600 pp. in St. Marien zu Wismar. Die Belegung des Grundes, wie solche die Abbildungen zeigen, findet sich noch sehr viel später einmal wieder auf einem Siegel Hermanns von 1431. Lisch hält die Figuren für Pflugscharen und sieht darin eine Beziehung auf den Namen Oertzen, den er aus dem Slavischen erklären will, indem er die Deutung als Eisenhütlein oder Pelzwerk verwirft. Es ist aber doch die Annahme, daß das Geschlecht nach einem Orte und zwar Oertzen im Lüneburgischen den Namen habe, vorzuziehen, da die Mitglieder desselben stets von Oertzen heißen, auch in der Nähe von Oertzen, im Bremischen, ein anderes Geschlecht saß, die v. Anmünde, welche (sowie diesen gleich die Braunschweigschen v. Schönenbeck, Siebm. I, 186) nach Dr. Krause, Rost. Zeit. 1885, Nr. 292, mit den v. Oertzen nahezu dieselbe Schildfigur und denselben Helmschmuck hatten, nämlich einen gepanzerten, einen Ring haltenden Arm in bl., und die Helmzier derjenigen der v. Oertzen gleich. Was die Figuren vorstellen sollen, mit denen der Grund belegt ist, ist schwer zu sagen; doch scheint es, daß sie keine besondere Bedeutung haben, sondern willkürliche Ornamente sind, wie die Sterne im Schilde des Gerhard v. Rostock, s. Nr. 223, die Herzen im Schilde des Johann Küle, s. Nr. 437, und die Kreuze in dem des Albern v. d. Wisch, Milde, T. 10.

H.: die Schildfigur wiederholt, 1358, v. Oertzen, T. III.

179) v. Quitzow (Prignitz), R. Heinrich, 1261, 907.

Schild

S.: schräge - von w. und r. - getheilt, mit einem Sterne in jedem Felde mit abgewechselten Tincturen, 1349, 7006. Johann,

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1359, 8581, und 1379, Hahn II, U., S. 68, sowie Heinrich, 1395, Lüb. Ub. IV, S. 711, haben den Schild jedoch quer getheilt.

H.: ein Hahnenfederbusch, aus dem ein citronenförmiger Knopf hervorragt, 1319, 4114, oder ein abgeplatteter Knopf mit einem Hahnenfederbusche darauf, 1346, 6644. Eine Quitte wird man in den Knöpfen nicht sehen dürfen, da sprachlich quede, wie Quitte niederdeutsch heißt, doch eine Beziehung auf den Namen Quitzow kaum veranlassen kann. Allerdings aber scheinen die beiden Bäume von heute, die jedenfalls aus dem Federbusche hervorgegangen sind, Quitschbeerenbäume (Sorbus) darstellen und auf den Namen deuten zu sollen. Nach Ausweis der alten Siegel ist der Fuchs auf dem Helme auch eine moderne Zuthat.

180) v. Bützkow (?). Der R. Hartwig begegnet 1261, 907, bis 1279, 1492, im westlichen Meklenburg und keiner weiter, denn daß die Daam von Büschow zu ihm gehören sollten, ist nicht wahrscheinlich.

181) v. Morin, Marin, R. Konrad, 1261, 911.

S.: zwei aufgerichtete, von einander gekehrte Angelhaken, 1342, 6191, nach J. XVII, S. 384, w. oder g. in r., nach G. in bl.

H.: mit den Angelhaken besteckt, 1365, 11/IV, oder ein Flug darauf nach Jahrb. a. a. O.

182) v. Koniat (?) ein Konojad in West=Preußen, ein anderes im Posenschen) auch Koneunt, Koneiunt, Conyut, Hildebrand, 1261, 911, nur im 13. Jahrhundert und bei Röbel.

183) v. Zernow (bei Röbel). Nur ein Heinrich, 1261, 911.

184) v. Dewitz (Altmark), R. Engelke, 1261, 912.

Schild
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S.: drei Deckelbecher, 1315, 3738 (auch ein einzelner Becher kommt vor 1369), g. in r.

H.: aus guter Zeit nicht bekannt. Es ist allerdings möglich, daß die jetzige Helmzier, zwei Arme, die einen Deckelbecher emporhalten, die ursprüngliche sei, eben so wohl aber, daß dieselbe, wie ZW. 110, nur aus einem Becher bestanden habe, und die Arme eine spätere Zuthat seien, da in Wirklichkeit der Becher sonst doch unverhältnißmäßig klein hätte sein müssen.

A. Grafen v. Fürstenberg, R. Otto, 1349, 6914.

Schild

S.: ein mitten ausgebrochenes Andreaskreuz. Vgl. Gatterer, Abr. d. Herold. 1792, S. 59. Mayer, Her. ABC.=Buch, München 1857, bildet T. XL, 195, jene Heroldsfigur gleichfalls ab, aber während er alle übrigen blasonnirt, sagt er merkwürdiger Weise zu dieser: durch zweimalige Schrägrechts= und Schräglinkstheilung entstehen große, liegende (?) Rauten (?).

H.: mit Pfauenfedern besteckte Hörner (?), 1349, 7016.

185) Spole, R. Heinrich, 1261, 912.

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186) v. Staffelde (Altmark), R. Hermann, 1261, 912.

S.: drei neben einander aufrecht gestellte, schmale Messer mit kurzen Heften, an deren Enden je ein Ring, 1382, 1/XI. Die Neueren legen die Messer quer und tingiren sie w. in bl.; Schlichting hat sie w. in r.

H. Schlichting giebt eine mit gr. Federn besteckte r. Säule - d. i. einen Hut mit Pfauenfedern -, an deren Seiten je ein Messer aufgerichtet ist, v. H. drei Morgensterne, G. und MW. aber drei w. Straußenfedern oder Pfauenfedern.

187) v. Heidebrake, Heidebrek (Lüneburg), R. Heinrich, 1261, 912.

S.: zwei gekreuzte Wedel, 1287, 1878. Nach Micraelius sind es Heidequäste, und dieselben br. mit gr. Stielen in r. zu tingiren.

H.: nach Wigger, v. Blücher Nr. 408, ein Hirschgeweih, 1426, oder "befiederte Hörner, zwischen denen eine Figur, wie ein Kesselhaken steht" 1450, v. Maltzan III, 213; mir scheinen jene gegen einander gebogene Keulen zu sein, die an den convexen Seiten mit drei krappenartigen Knoten besetzt aind, sicher kein Hirschgeweih, wenn auch in Form eines solchen gebogen, und den Kesselhaken halte ich für ein h . Micraelius giebt als Helmzier an einen Pfauenfederbusch zwischen von sch. und w. übereck getheilten Hörnern, Schlichting einen r. Stierkopf.

188) v. Stockflet (?), R. Reinbert, 1261, 913.

S.: nach v. P. ein w., geharnischter Arm, einen Ring haltend, in bl.

H.: nach v. P. sechs spitze Pfähle mit fünf Pfauenfedern darüber. Von den Pfählen sollen 1 l und 4 g., 2 und 5 sch., 3 und 6 bl. sein. Offenbar war demnach der ursprüngliche Helmschmuck dem der v. Maltzan gleich, denn die mehrfarbige Tingirung des "Pfahlwerks" ist ohne Zweifel derjenigen des meklenburgischen Helmschmuckes im landesherrlichen Wappen ebenwerthig.

189) v. dem Hagen I, R. Markwart, 1261, 929.

S.: ein Bärenkopf mit aufgerissenem Maule, 1395, 8/IX, sch. in g.

H.: ebenso.

190) v. der Lipen, R. Johann, 1261, 933.

S.: eine quergelegte Pfeilspitze, 1355, 3095.

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191) Stange, R. Ratislav, 1262, 947, und Johann im 13. Jahrhundert bei den Herren zu Werle.

192) v. Oldenburg, Ludolf, 1262, 947.

S.: ein halber, schreitender Hirsch, 1349, 6969. Nach einem Documente von 1512, v. Oertzen II, U., S. 349, soll die Tingirung r. in w. sein, und Hefner giebt, wahrscheinlich mit Rücksicht auf Mushard, wenigstens an, daß eine Linie den Hirsch r. in w. führe. Dagegen ist der Hirsch in den Fenstern zu Dargun w. in bl. tingirt und seit dem 16. Jahrhundert immer so geführt.

H.: der Hirsch wachsend. Vgl. v. Oertzen a. a. O.

193) Pritzbuer, 1262, 947.

Schild

Die v. Pritzbuer führen jetzt bekanntlich einen sch. Doppeladler ohne Köpfe in w. im Schilde und ebendenselben auf dem Helme. Letzteres ist nun ganz entschieden falsch, da die alten Siegel übereinstimmend jederseits ein halbes Rad mit (Adler=) Federn besteckt als Helmschmuck zeigen. Alte Siegel mit dem Schilde fehlen aber gänzlich, und Lisch ist daher auf die Vermuthung gekommen, daß der Helm mit den Flügeln, wie man sich ausdrücken darf, die eigentliche Schildfigur sei, aus welcher dann in der Folge der Doppeladler entstanden wäre. J. XXX, S. 26, XXXIV, S. 250. Helme gehören zu den seltenen Schildfiguren. Schlicht führen einen solchen die v. Helmshofen, ZW. 106, und nach Siebm. die v. Wildungen in Hessen, I, 140, mit Beiwerk unsere v. Dessin, s. o. Nr. 123, dem Helme gleich mit Fähnchen besteckt die Schade in Westfalen, I, 188, und die Brannschweigischen Frese und v. Helmersen, I, 184, 185, und es wäre also immerhin möglich, daß auch die Pritzbuer ursprünglich den gedachten Helm geführt hätten. Aber es erscheint nicht glaublich, daß aus dem geflügelten Helme

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ein Doppeladler sich entwickelt haben sollte, und viel wahrscheinlicher ist es, daß das ursprüngliche Wappenbild ein Flug gewesen ist, da nicht allein die v. Havelberg, welche anscheinend den Pritzbuer stammverwandt waren, einen solchen führten, sondern auch die Verwandlung eines Fluges, besonders wenn bei demselben der Rückenknochen markirt war, in einen, noch dazu kopflosen, Adler sehr viel leichter war als die eines geflügelten Helmes. Vgl. Hohenlohe=W. Sphr. Aph., Nr. 45, 115.

194) v. Lüneburg, Erich, 1262, 949, bis 1282, 1180, beim Grafen zu Schwerin, vormals mit Besitz in Warnitz. Die übrigen im M. Ub. vorkommenden v. Lüneburg werden zu den Grote oder den überelbischen v. Schwerin gehören.

195) v. Ladekop (im Alten Lande), R. Berthold, 1262, 952, bis 1283, 1682. Knappen des Namens saßen noch 1357, 8413, zu Schorrentin.

196) v. Damekow, R. Timme, 1262, 959.

In Wismar begegnet als ansässig ein Timme v. Damekow, 1250 und 1258, Wism. Stadtb. A, p. 12, als Rathmann, 1260, 854, und Ende des Jahres, 876, 877, als abgetretener Rathmann. Zwischen 1260 und 1272, A, p. 28, wird ein Radolfus cognatus Timmonis de Domechowe, dort genannt, etwas später, p. 32, die uxor Timmonis de Domechowe und 1277, Stadtb. B, p. 52, ein Haus als ihm früher gehörig bezeichnet. Während also dieser Timme als persönlich handelnd in Wismar 1260 zuletzt erscheint, tritt 1262, 959, zu Rostock beim Herrn daselbst ein Ritter desselben Namens auf und zeugt 1272, 1247, zu Güstrow beim Herrn zu Werle. Da nun der Ritter bald darauf erscheint, als der Rathmann verschwindet, Timme aber ein keineswegs häufiger Vorname ist, und kein zweiter Ort Namens Dömechowe, heute Damekow bei Wismar, weit und breit sich findet, so wird man Römer wohl für berechtigt halten müssen, wenn er beide identificirt. Aber es scheint doch, als wäre der Uebergang vom Rathmann zum Ritter ein allzu schleuniger, und es würde auch, dies angenommen, in solchem Falle im Wismarschen Stadtbuche kaum ein dominus vor dem Namen gefehlt haben, nachdem der Rathmann Ritter geworden. Ich möchte es daher vorziehen, den Ritter für einen Sohn des Rathmannes anzusehen, die Ritter Heidenreich mit Oettelin und Simitz, 1284, 1729, bis 1288, 1957, und Konrad, die 1305, 2994, verstorben waren, und den Güstrowschen Scholasticus Heinrich, 1293, 2221, bis 1297, 2447, als dritte Generation zu betrachten und als weitere den

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Knappen Damekow beim Herrn zu Meklenburg, 1314, 3725, den Güstrowschen Decan Timme, 1316, 3823, bis 1342, 6259, und den mit Lehngut angesessenen Rostocker Bürger Konrad, 1327, 4847, bis 1335, 5606.

S.: ein Schrägbalken, belegt mit drei halbkugeligen Trinkschalen mit gleichfalls halbkugeligem, aber kleineren Fuße hinter einander, 1325, 4634, 3.

197) v. Lowtzow (bis zum 16. Jahrhundert v. Levitzow, nach Levitzow bei Teterow), R. Eler, 1262, 959.

Schild

S.: ein halber, schreitender Hirsch, 1308, 3236, r. in w.

H.: ein wachsender Hirsch, jedoch in älteren Denkmälern nicht nachweisbar, und ursprünglich wohl nur ein Hirschkopf.

198) Storm, R. Hermann, 1263, 982.

Schild
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Im Jahre 1251, Lüb. Ub. I, S. 160, ist ein Hermann Storm, burgensis zu Lübek, in Angelegenheiten seiner Stadt in Wismar, wo er in persönlichen auch sonst vorkommt, und wird 1255 und 1259, 2669 und Lüb. Ub. I, S. 230, ausdrücklich als Rathmann zu Lübek bezeugt. Dann verschwindet er dort, und es erscheint 1263, 982, bei Johann d. Th. ein Hermann Storm, welcher unmittelbar hinter die zeugenden Ritter, die als solche übrigens nicht ausdrücklich bezeichnet sind, und vor die Geistlichen gestellt ist. Als Ritter, und zwar als Burgmann zu Wismar, wird er dann 1266, 1059, 1193, und zuletzt 1279, 1506, genannt.

S.: drei sechsspeichige Räder, r. in w., 1318, 4008. J. XXXVIII, S. 187.

H.: a. ein r. vierspeichiges Rad mit drei paar w. "Reiherfedern" besteckt,

b. sechs paarweise hinter einander angebrachte "Reiherfedern". J. a. a. O.

199) v. der Zenen, R. Machorius, 1263, 987. Gehören die in Rostock im 14. Jahrhundert vorkommenden v. d. Zenen, insbesondere der Knappe Völzeke, 1334, 5502, dazu, so führten sie im

S.: einen Schrägbalken.

200) v. Karin, R. Adam, 1263, 987.

S.: drei "Vögel", 1462, v. Oertzen II, B, S. 190. Birkhähne?

201) v. Fliemstorf (Vrimannesdorp), R. Ludolf, 1263, 988. Im Jahre 1204, Lüb. Ub. I, 12, holte Gerhard "Vriman" das große Privileg König Waldemars nach Lübek, und 1238, 484, zeugt der Lübische Bürger Ludolf "Vriman". Dann wird eines Vrimann in Lübek nicht weiter gedacht. Dagegen erscheint 1263, 988, der obengedachte Ritter beim Landesherrn zu Wismar und im selbigen Jahre, 1078, zu Lübek bei einem Handel des S.=Johannis=Klosters, von dessen Convent er, Ludolfus cognomine Vriman, und Fredebern Huskummer, s. o. Nr. 172, als fideles amici bezeichnet werden. Zwei Menschenalter später, 1320, 4206 und 4208, begegnet dann Ludolf "Frimannestorp", 1334, 5522, Gerhard mit unmündigen Vettern zu Mandelshagen und 1345, 6546, Fredebern unter Mannen aus dem Lande Bukow.

S.: drei Kesselhüte, 1345, 6546.

202) v. Tramme, R. Heinrich, 1263, 988. Nur dieser und einzig hier bei Johann d. Th. zu Wismar.

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203) v. Quetzin, Reinwart, 1264, 1016, allein von diesem Geschlechte bekannt.

S. Ein Transsumt von 1358, J. XVII, S. 271, beschreibt den Schild als, in cuius medio tres incisiones, superius acutae, inferius latae, sculptae erant, superior longior media breuior, infima breuis, wonach Lisch wohl mit Recht schloß, daß er dem Schilde der Rohr ähnlich gewesen sei, der durch große Spitzen längs getheilt ist.

204) v. Parum (bei Bützow), Konrad, R., 1264, 1017, beim Bischofe von Schwerin.

205) v. Konow, s. v. Gorow.

206) v. Schwerin I, Alexander, 1265, 1032.

Schild

Alexander vom Markte begegnet als Bürger zu Schwerin, 1244, 565, wird an obgedachter Stelle aber als letzter einer Anzahl sicherer Ritter, die jedoch als solche nicht bezeichnet werden, genannt. Er war 1280, 1543, verstorben, und es erscheinen seine Söhne, der Domherr Adam, Alexander, Johann und Heinrich. Von diesen wurde der zweite, der auch nach dem Besitze von (Gr.=)Tessin genannt wurde, Ritter, und führte das abgebildete Siegel. Vgl. Wulveskroch, Nr. 520.

H.: mit fünf Hahnenfederbüschen besteckt, 1302, 2775.

207) v.Grambow (bei Goldberg), R. Bernhard, 1265, 1039.

S.: ein Eberkopf, 1342, 6191, nach allen Nachrichten sch. in w.

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H.: aus guter Zeit nicht bekannt. In der Folge nach v. L. fünf Straußenfedern, sch., r., w., sch., r.

208) v. Grönow (Lauenburg), R. Siegfried, 1265, 1046. Nur dieser.

S.: schräg geviertet, und jedes Viertel mit einer Lilie belegt.

H.: Hörner, auch wohl eine Lilie dazwischen. Milde, S. 69 und T. 7 und 8.

209) v. Bresen (bei Gadebusch), R. Christian, 1266, 1056, als ehemaliger Besitzer von Vitense genannt.

210) Babbe, R. Otto, 1266, 1078.

Schild

S.: ein Sparren, 1296, 2377.

211) v. Levetzow (bei Wismar), R. Günther, 1266, 1078.

Schild
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S.: ein Kerzenrechen, 1313, 3654, r. in w.

H.: der Länge nach der gespaltene Schild als Kamm, besteckt mit Pfauenfedern neben einander und überragt von einem Pfauenfederwedel, 1356, 8202. Die Herstellung der Helmzier ist ohne Zweifl in der Weise geschehen, daß man einen auf der oberen Fläche an den seitlichen Rändern mit Vorrichtung zum Einstecken der Pfauenfedern versehenen, kleineren Schild mittels des Wedels auf dem Helme der Länge nach befestigte und denselben alsdann von den Seiten aufbog, zu einem Kamm zusammenpreßte und jede Seite mit der halben Schildfigur bemalte.

212) Kruse, R. Eckehard, 1266, 1080.

Schild

S.: gespalten, vorne ein Flügel an der Theilung, sch. in r., hinten in w. eine ganze r. Rose und darunter eine halbe Rose an der Theilung, 1337, 5740.

H.: aus alter Zeit nicht überliefert. Daß von Hause aus Stierkopf und Flügel nicht in der Weise auf dem Helme balancirt haben können, wie es bei Lat. und MW., 104, dargestellt ist, liegt auf der Hand, und auch Hefner's Bemühung, T. 8, den Helmschmuck sachgemäßer zu gestalten, ist nicht gelungen. Höchst wahrscheinlich bestand der alte Helmschmuck nur aus einem Stiergehörn mit Grind und Ohren. Daß dazwischen noch ein Flügel angebracht gewesen sein sollte, ist äußerst unwahrscheinlich, da in guter Zeit derartige Ueberladungen nicht beliebt waren; wenn aber, so könnte derselbe nur einen längslaufenden Federkamm gebildet haben oder aus einem Federbnsche hervorgegangen sein. Vgl. Nr. 234.

213) v. Langewörde (Oldenburg?), R. Hermann, 1266, 1080. Nur dieser und zwar bei den Herren zu Werle.

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214) v. Halberstadt, R. Werner, 1266, 1082.

S.: ein halber Mond, quergelegt, 1337, 5813, w. in r., wie Siebm. V, 20, ganz richtig angiebt.

H.: der halbe Mond mit Federn an den Spitzen verziert der Länge nach gestellt, 1422, Lüb. Ub. VI, S. 460. Vgl. ZW 419. Zuweilen fehlen die Federn. v. Oertzen II B, 150, 359.

215) v. dem Lobeke (wohl Lobke bei Winsen a./L.), R. Balduin, 1266, 1088.

Schild

S.: ein trabender Hirsch, 1329, 5093, nach C. J. v. Behr, der sich auf Pfeffinger bezieht, sch. in g.

216) Musteke, R. Hermann, 1266, 1096.

Schild

S.: zwei aufgerichtete, von einander gekehrte Sturmhaken, 1289, 2000.

217) v. Kardorf (Lüneburg), R. Rudolf, 1267, 1108.

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Schild

S.: drei sechs= oder mehrspeichige, spitzgezahnte Räder, nach einer Bezeichnung des Malchiner Raths von 1423 wetrade, d. h. Richträder, 1319, 4081, r. in w.

H.: ein im Längsdurchmesser stehendes Rad, 1373, 4081. Spätere Siegel, von 1444 und 1473, zeigen das Rad befestigt durch einen dasselbe überragenden, mit einem Federbüschel besteckten, kurzen Schaft. Masch, v. Kardorff, T. III, 22, 25, und ebenso das gemalte Wappen in der Kirche zu Dargun aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, während ein Siegel von 1438, Masch a. a. O. 28, nur eine Andeutung des Schaftes bemerken läßt.

218) Mund I, im Lande Stargard, R. Rudolf, 1267, 1119.

Schild

S.: sechsmal gesparrt, 1324, 4503.

219) v. Rehberg, R. Günther, 1267, 1119.

S.: ein auf einem Hügel stehendes Reh, 1380, 21/XII.

220) v. Travemünde, R. Rudolf, 1267, 1122. Nur im 13. Jahrhundert.

S.: getheilt, oben zwei Rosen, unten eine Rose, 1339. Milde, S. 156 und T. 15.

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221) v. dem Lohe, R. Emeke, 1267, 1122.

Schild

S.: ein Mühlenrad, 1318, 4008, nach Schlichting r. in w., was mehr Wahrscheinlichkeit hat als die Angabe von G., daß das Rad g. in w. gewesen sei. Auch am öfter erwähnten Chore der Kirche zu Meklenburg ist es r. angegeben, und wenn auch die Tingirung der dort gemalten Wappen nicht maßgebend sein kann, so scheint dort r. doch allenthalben richtig verwendet zu sein.

H.: nach Lat. ein von zwei Frauenarmen gehaltenes, halbes Mühlenrad, am Mödentiner Chore ein ganzes Rad, von gepanzerten Armen gehalten.

222) v. Scharnebek (Lüneburg), R. Christian, 1267, 1126.

Schild

S.: ein "Ledermesser" oder ein Liedhänge, 1320, 4227.

223) v. Rostock I, R. Gerhard, 1268, 1141. Nachkommen nicht bekannt.

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Schild

S.: ein beiderseits gezinnter Schrägbalken (Steigbaum?) 1283, 1694.

224) v. Lanken, Jordan, 1268, 1142.

225) Reddach oder Reddich, R., 1268, 1146, bis 1296, 2365, und R. Nicolaus Reddach, 1313, 3654, bis 1320, 4176; ob der Knappe Reddich mit der Nase dazu gehört, der 1302/6, 7245, bis 1319, 4046, vorkommt, ist ungewiß und wird auch durch die Siegel nicht ausgemacht, denn wenn dieser im

S.: einen (aufrecht gestellten) Fisch führt, 1313, 3654, und das runde Siegel des R. Reddach im Siegelfelde einen gespannten Bogen mit darauf gelegtem Pfeile zeigt, so entscheidet dies nicht, da letztere Darstellung nicht so sehr als Schildfigur, als vielmehr als Siegelbild anzusehen sein wird, wie bei Milde, Taf. 6, Nr. 77.

Schild

226) Tunneke, Völzeke, R., 1268, 1177, bis 1283, 1682.

227) v. Vitense, R. Gerhard, 1269, 1163.

S.: ein Querbalken, dessen Belegung mit einer Ranke die Stelle von Damascirung vertreten wird, 1329, 5044.

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228) Frese, R. Nicolaus, 1269, 1164, bis 1275, 1368, bei den Herren zu Werle. Seine (ungenannten) Söhne hatten 1282, 1639, wo er verstorben war, Bobbin verkauft.

229) v. Kling (?), R. Herbert, allein einmal, 1269, 1164, beim Herrn zu Werle begegnend.

230) Barfot, R. Friedrich, 1269, 1171.

S.: nicht zwei concentrische, gezahnte Räder, sondern ein Widderhorn, pfahlweise, 1331, 5213 A.

231) v. Weltzin, v. Weltzien (bei Lübz), R. Daniel, 1270, 1180.

S.: eine schräge gelegte, geflügelte Pferdebremse, 1379, 11/XI, r. in w.

H. Alte Darstellungen sind nicht erhalten; aber es ist nicht zu bezweifeln, daß der überlieferte Helmschmuck, zwischen zwei Flügeln eine Pferdebremse, gestürzt, wesentlich richtig ist; die geflügelte Pferdebremse auf dem Helme würde dessen Gleichgewicht bedenklich beeinträchtigt haben. Vgl. Nr. 25, 141 und 689.

232) Roßkule, Hermann, 1270, 1180. Dieser hier beim Herrn zu Richenberg oder beim Grafen v. Schwerin, dann 1329, 5056, ein Henning zu Meienburg beim Herrn zu Meklenburg.

S.: ein aufgerichteter Krebs, 1356, 8233.

233) v. dem Stüke, Florin, 1270, 1180, und Johann, 1350, 7064.

H.: vorwärts gekehrt, mit einem Pfeile jederseits, dessen Spitze abwärts gerichtet ist, 1389, Lüb. Ub. IV, S. 564.

234) Holste, jetzt v. Holstein, Ludolf, 1270, 1182. Wie von Lisch, J. XXIX, S. 263 ff., nachgewiesen, den Kruse, Nr. 212, stammverwandt und wappengleich, doch führen sie gegenwärtig den Flügel nicht wie diese sch., sondern w., eine Verschiedenheit, welche erst in verhältnißmäßig neuer Zeit eingeführt sein muß, da Schlichting, C. J. v. Behr, v. H. und G. den Flügel übereinstimmend sch. tingiren. Der Helmschmuck ist dem der Kruse gleich, und es gilt das bei diesen Gesagte auch hier, wozu noch kommt, daß nach einer Nachricht von 1513, v. Maltzan IV, S. 431, das Kleinod der Holsten einzig in Hörnern (wohl mit den Ohren), und zwar r., bestand.

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Schild

235) v. Schwan oder Takelange, Heinrich, 1270, 1183. Nur dieser.

236) v. Bardenflet (Stedingen), Ulrich, 1270, 1182.

S.: zwei quergelegte Barten über einander. 1404, Lüb. Ub. V, 11.

237) Mägdetrost, R. Johann, 1270, 1191, bis 1278, 1459, beim Herrn zu Werle, und nur dieser.

238) v. Retzow (bei Mirow), R. Gotemar, 1270, 1199.

S.: drei aufgerichtete Pfeilspitzen, 1370, 29/VIII, nach Schlichting sch. in w.

H.: nach v. P. drei Straußenfedern, nach Schlichting sch.

239) v. dem Hagen II, R. Friedrich, 1271, 1219. Derselbe erwarb in gedachtem Jahre das (untergegangene) Michaelisberg, wird aber nicht weiter genannt. Zu welchen v. d. Hagen er gehörte, steht dahin.

240) Rodevoß, R. Johann, 1271, 1219, Mitkäufer von Michaelisberg und ebensowenig wie der vorige weiter vorkommend.

241) v. Perlin, R. Erich, 1271, 1224.

S.: ein schreitender Hirsch, 1358, 8537.

242) v. Greben (?), R. David, 1271, 1226, allein und zwar beim Herrn zu Meklenburg.

243) v. der Oldenstadt (= Uelzen?, R. Johann, 1271, 1235.

S.: getheilt, 1336, 5648.

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244) v. Kölln, R. Heinrich, 1271, 1235.

S.: zwei aufgerichtete, von einander abgekehrte Angelhaken, 1339, 5972, 6942, nach G. sch. in w.

H.: nach Lat. sch. Flügel, nach G. zwischen solchen ein Angelhaken.

245) v. Brokhusen (H. Pommern?), Konrad, 1271, 1235. Nur in zwei Personen in Meklenburg bisher bekannt. Falls sie zu der Pommerschen Familie gehörten, so führten sie nach Bagmihl I, 88, einen Fuchs im Schilde.

246) v. dem Spiegelberge (bei Elze?), R. Heinrich, 1272, 1254.

H.: zwei sich kreuzende Stangen mit Pfauenfederbüscheln, 1356, 8202.

247) v. Blisekow, Werner, R., 1272, 1259, in der Herrschaft Rostock (= v. Axekow?).

248) v. Dalberg, Hermann, 1272, 1260. Nur zwei Personen, jede ein Mal im 13. Jahrhundert in der Grafschaft Schwerin.

249) Misner, R. Heinrich, 1273, 1283. Nur im 13. Jahrhundert bei den Herren zu Werle und im Lande Stargard.

250) v. Dambek I (bei Röbel), Berthold, 1273, 1283. Nur dieser.

251) v. Bellin, R. Johann, 1273, 1292.

Schild

S.: ein vorwärts gekehrter Widderkopf, 1337, 5816.

252) v. Ludorf, R. Heinrich, 1273, 1292. Nur dieser und allein hier: vielleicht identisch nach Römer's Vermuthung mit Heinrich Knut, welcher 1284, 1754, auftritt.

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253) v. der Osten (Fluß im Bremischen), R. Dietrich, 1274, 1314.

S.: gespalten, vorne ein schrägrechter, wellig gezogener Balken, 1319, 4140, und 1339, 5961, dagegen 1369, Behr III, 36, drei schräge links wellig gezogene Balken, hinten ein aufgerichteter Schlüssel. Nach Bagmihl IV sind die Balken w. in bl., der Schlüssel w. in r.

H.: zwischen Flügeln ein Schaft mit einem Pfauenfederbüschel, 1319, 4140, 1369, Behr a. a. O. Die jetzt vor dem Schaft, aus dem man eine Säule gemacht hat, angebrachten, gekreuzten Schlüssel sind natürlich eine moderne Zuthat, und modern ist auch die Ueberecktheilung der Flügel von w. und r.; Bagmihl's Angabe, sie seien sch., ist durchaus glaublich.

254) v. Kröcher (Altmark), R. Johann, 1274, 1314.

Schild

S.: ein zweihöckeriges Kameel, 1317, 3919, w. in bl.

H.: vorwärts gekehrt, mit einer an der Vorderseite etwas concav gehaltenen, mit Pfauenfedern besteckten, halben Scheibe, 1321, 4299.

255) v. Plau, R. Zabel, 1274, 1314.

S.: ein aufgerichteter Wolf, 1360, 8759.

256) v. Rohrbek (Altmark), Heinrich, 1274, 1314. Nur dieser beim Herrn zu Werle.

257) v. Smarzenow (?), Hermann, 1274, 1317. Nur dieser und allein hier beim Herrn zu Werle.

258) v. Rosenhagen I (Prignitz?), Lambert, 1274, 1317, beim Herrn zu Werle.

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259) Schütte, Hermann, 1274, 1317, einmal beim Herrn zu Werle. Vielleicht gehören einige der von Römer unter Schütze aufgeführten Personen hierher, nicht aber 4, 6, 18 und 19.

S.: ein Sechspaß, dessen Rand mit sechs runden Oeffnungen, den Abschnitten entsprechend, durchbrochen ist, 1368.

260) Spottegeile, Adam, R., 1274, 1324, und 1285, 1817, beim Herrn zu Werle.

261) Gargewitz oder Garwitz, R., 1274, 1336, bis 1291, 2116 n, beim Grafen von Schwerin.

262) v. Röggelin, R. Nicolaus, 1274, 1350.

S.: drei Lilien, 1327, 5728.

263) Nordmann, R. Johann, 1274, 1350.

S.: drei w. Seeblätter, in Form eines Schächerkreuzes gegen eine r. Rose gestellt, in bl., 1341, 7361. J. XIII, S. 415. Vgl. 292.

264) v. Rostock II (Rostke = Faulenrost), R. Henneke, 1275, 1352.

S.: gespalten, vorne eine halbe Lilie an der Theilung - nach v. P. r. in w. - hinten ebenso ein Flügel - nach v. P. sch. in bl. - 1431, Hahn III, B, S. 104.

H.: nach G. abwechselnd 4 Pfauenfedern und 5 r. Fähnchen.

265) v. Mandelshagen, R. Lambert, 1275, 1367.

266) v. Pressentin, Henze, 1275, 1368.

Schild

S.: ein quergelegter Adlerschenkel, 1348, 6844, sch. in bl.

H. Alte Siegel mit dem Helme haben sich bisher nicht gefunden. Das älteste derartige ist von 1595, und es besteht das Kleinod hier aus einem mit der Ferse aufwärts gerichteten Adlerschenkel, wogegen die Abbildung bei Lat. einen gestürzten Adlerschenkel zwischen Flügeln zeigt, J. XXIII, Taf. 2. Man könnte nun zwar

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meinen, daß auf dem kleinen Siegelstempel wegen Mangels an Platz und Schwierigkeit der Ausführung die Flügel fortgelassen wären; aber viel wahrscheinlicher ist es bei der Tendenz des 16. Jahrhunderts, die Helmzierden möglichst aufzuputzen und auf dem, nunmehr vorwärts gekehrten Helme, auf welchem der Adlerschenkel jetzt in der Quere erschien, Symmetrie herzustellen, daß die beiden Flügel, eben wie bei den v. Driberg die Federn, eine spätere Zuthat sind, daß also das alte Kleinod in einem mit der Ferse und der Kralle nach vorne gerichteten Adlerschenkel bestand. Vgl. Nr. 1.

267) v. Gustevel, Dankwart, R., 1275, 1373.

S.: mit Zinnen schräge getheilt, 1352, 7583.

268) v. Falkenberg (Altmark), R. Otto, 1276, 1390.

S.: drei Schrägbalken, 1366, 10/X. Vgl. J. XXXVIII, S. 221.

269) v. Osterwald (bei Hannover? bei Elze?), R. Friedrich, 1276, 1390.

S.: eine fünfblätterige Rose, 1361, 14/V, am Mödentiner Chore zu Meklenburg (Säc. 16) drei Rosen.

H.: zu Meklenburg ein mit einem Rosenkranze gekrönter Helm.

270) v. der Wik, R. Konrad, 1276, 1409. Nur in drei Personen bekannt.

271) Bussehl, R. Dietrich, 1276, 1409.

H.: mit drei Pfauenfedern und drei Fähnchen hintereinander abwechselnd besteckt, 1353, 7758, 1356, 8233.

272) v. Kammin (bei Lage?); nur die R. Eckehard und Herder, 1276, 1409, beim Herrn zu Werle.

273) Katt, R. Johann, 1276, 1411.

S.: eine springende Katze, 1357, 8317, w. in bl. 1 )

274) v. Tralow (bei Oldesloe), Hartwig, 1278, 1454.

S.: eine quergelegte Pfeilspitze mit Widerhaken, 1319, auf mit Nagelköpfen oder Kugeln verziertem Felde. Milde, S. 127


1) v. Ribnitz, R. Ludwig, 1277, 1444, allein dieses Namens vorkommend, dürfte nach Römer R. Ludwig Kabold sein.
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und Taf. 13. Nach G. wäre die Pfeilspitze r. und w. geschacht in bl. gewesen.

275) v. Karwe (Prignitz), R. Hüne, 1278, 1472.

Schild

S.: dreizehn in Form eines Schrägkreuzes geordnete, mit den Ecken sich berührende Würfel, 1295, 2309.

276) Smeker, Heinrich, R., 1279, 1488.

S.: gespalten, vorne eine halbe Lilie an der Theilung, hinten ebenso ein halber Adler, 1335, 5595, 1359, 8561, 1428, v. Oertzen II B, S. 71; in der Folge umgestellt. Die Tincturen sind r. in g. und sch. in bl.

H.: im Jahre 1513, v. Maltzan IV, S. 432, eine Jungfrau, d. h. wahrscheinlich ein Jungfrauenrumpf; nach geschnitzten Wappen zu Jördensdorf, angeblich von 1569, drei Straußenfedern oder ein Flügel zwischen zwei Straußenfedern, J. XII, S. 466: nach Lat. ein Adlerbein zwischen Straußenfedern; nach v. Behr, rer. Mecl., p. 1583, zwischen zwei bl. Straußenfedern ein sch. Adlerschenkel und (oder?) zwei Adlerschenkel; nach v. H. eine gestürzte [w.] Klaue und [sch.] Flügel zwischen zwei Straußenfedern; nach v. P. ein Adlerschenkel mit Klaue. Jedenfalls wird man sich für die Angabe von 1513 oder für eine gestürzte Klaue zu entscheiden haben, da die übrigen Angaben zu deutlich den jüngeren Ursprung verrathen.

277) Schötze, Vollrath, R., 1279, 1488.

S.: ein Schwan, meist gekrönt, 1391 und 1420, Lüb. Ub. VI, S. 319, nach v. P. w. in r.

H.: nach späteren Denkmälern ein geknoteter, gekrönter Schwanenhals.

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Schild

S.: ein sich bäumendes Einhorn, 1362, 9024.

279) Hüne, R. Johann, 1279, 1504, bis 1298, 2494.

280) v. Thorstorf, Timme, 1279, 1505. Dies Geschlecht wird nur von wenigen Knappen vertreten.

281) v. Niendorf, Johann, 1280, 1543, beim Abte zu Doberan, als Ritter, 1284, 1766, beim Bischofe von Schwerin und 1286, 1862, Burgmann zu Warin; Heinrich, vielleicht ein Knappe, 1284, 1713 und 1298, 2512, Georg, 1287, 1919, und 1298, 2496, und Konrad, 1320, 4176, gehörten schwerlich zu einem Geschlechte und dürften meist nach dem Besitze eines der vielen Niendorf genannt sein. Den Georg zählt Römer zu den v. Rukiten, vgl. 327.

282) v. Berkling (?), R. Friedrich, 1280, 1543, und 1316, 3843, ein Knappe Friedrich.

283) v. Demen, R. Heinrich, 1280, 1552. Nur im 13. Jahrhundert in drei Personen bekannt.

284) Raven, Gerhard, R., 1281, 1577.

Schild
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S.: eine halbe, gespaltene Lilie, schräge gelegt, 1337, 5813, g. in bl.

H.: ein auffliegender Rabe, 1473, 12/V. Auf einem Siegel von 1354, 7902, ist ein Rabe frei auf einen Schild gesetzt.

285) v. Dambek II (bei Wismar), R. Johann, 1281, 1577.

S.: ein Querbalken, 1356, 8228.

286) v. Dragen (bei Winsen a./L.), R. Markwart, 1281, 1581 1 ).

S.: im Schildeshaupte drei Bären= oder Wolfsköpfe nebeneinander, der übrige Schild nicht leer, sondern gespalten, 1299, 2563.

287) v. Linstow, R. Gerhard, 1281, 1583.

Schild

S.: getheilt, 1366, v. Maltzan II, S. 200, nach v. H. und G. von w. und sch., und so auch auf einer v. Stralendorf'schen Ahnentafel von etwa 1600, jetzt in Gamehl, nach v. L. aber nach den Angaben der neueren Antoren von sch. und w.

H.: zwei halbscheibenförmige Köcher, mit gestutzten Federn besteckt, 1342, 6246, 1359, 8571. Ans diesen Federscheiben sind dann zwei wachsende Jungfrauen mit einem bis drei Kränzen gemacht worden.

288) v. Gellersen (Lüneburg), Konrad, 1282, 1596; zwei Knappen dieses Namens im 13. Jahrhundert bei den Herren zu Werle.

289) v. Putlitz, Reineke, 1282, 1598. Nur dieser Knappe beim Herrn zu Werle.

290) v. Goldstädt, Johann, R., 1282, 1630.

291) v. Wangelin, R. Heinrich, 1282, 1639.


1) Im PR. sind die v. Dragun und v. Dragen zusammen geworfen. Zu letzteren gehören 3-8 und 11-13.
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S.: gespalten, nach Siebm. V, 153 und allen folgenden von r. und w.

H.: ein Pfauenfederbüschel auf kurzem Schafte zwischen Flügeln, d. h. mit Federn besteckten Futtern, 4151, 6461, 7771. Siebm. und v. L. geben einen r. und einen w. Flügel; v. H. aber sagt, sie seien von r. und w. übereck getheilt, was weniger Wahrscheinlichkeit für sich hat. Von einem Hunde zwischen den Flügeln ist in alter Zeit keine Spur vorhanden.

292) v. Zapkendorf, Heinrich, R., 1282, 1639.

S.: drei w., in Form eines Schächerkreuzes gegen eine r. Kugel gestellte Seeblätter in bl. Vgl. 263. J. XIII, S. 415.

293) v. Gutow (bei Grevesmühlen), R. Eckhard, 1283, 1682.

S.: nach G. ein Adlerschenkel.

294) Stockfisch. Ein Ritter dieses Namens begegnet ein einziges Mal, 1283, 1682, und zwar als Mann der Schweriner Grafen, und außer ihm noch ein Knappe Burchard, 1343, 6293, mit Besitz in Brahlstorf, Kirchspiels Zittow.

295) v. Kuthdorp (?), R. Siegfried, 1283, 1682, kommt allein hier vor und zwar beim Herrn zu Werle. Römer vermuthete, daß Kerkdorp zu lesen sein möchte; dann müßte aber der Schreiber der Urkunde den Fehler gemacht haben, da ohne Zweifel richtig gelesen ist, wie Dr. Wehrmann bestätigt.

296) Hunger, v. Hungersdorf, R. Rudolf, 1283, 1682.

S.: schräge getheilt und unten geschacht, nach G. oben w., unten bl. und sch., 1319, 4114.

297) v. Thun (Hannover), R. Heinrich, 1283, 1682.

Schild
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S.: ein wellig gezogener Schrägbalken (Strom), welcher auf dem ältesten Siegel, 1324, 4503, mit drei Fischen hinter einander belegt ist, die jedoch den späteren Siegeln fehlen, bl. in g. Anfangs des 16. Jahrhunderts waren aus dem einen Strome bereits drei gemacht.

H.: zwei mit Federn besteckte Köcher oder Scheiben, später Flügel, zwischen denen ein einen Pfauenfederbüschel tragender Schaft aufgerichtet ist.

298) v. Axekow (eigentlich wohl v. Nakskow), R. Werner, 1283, 1682.

Schild

S.: a. zwei aufrecht gestellte Scheeren und darunter ein abwärts gerichtetes Seeblatt, 1298, 2512 und 1336, 7340;

b. dieselben Figuren, aber auf getheiltem Schilde, 1307, 3054, 1328, 4999, 1334, 5505(4), 1339, 5929;

c. bloß die Scheeren, und das untere Feld leer, 1334, 5505(5).

Scheeren und Seeblatt im geteilten Schilde sind bis zum Aussterben des Geschlechtes gegen 1490 constant geblieben. Die Tincturen sind ungewiß. Auf dem Epitaphium Daniels v. Plessen zu Neuburg von 1592 sind die Scheeren w. in b1., das Seeblatt, oder, wie dort, das Weinblatt, gr. in w. Mehr Wahrscheinlichkeit haben die Angaben von v. H. und v. P. - auch von C. J. v. Behr, welcher sich auf ein Epitaphium zu Buchholz (bei Schwan) beruft - nach welchen das Seeblatt r. in g. war, "begleitet" von zwei eisernen, d. h. sch. Scheeren, was sehr wohl glaublich, nur daß das Wort "begleitet" verkehrt gebraucht ist, da das obere Feld bestimmt anders tingirt war als das untere, wie die Verschiedenheit der Schraffirung in älteren Siegeln beweist. Vielleicht waren die Scheeren sch. in w.

H.: ein Pfauenfederwedel, begleitet von zwei Scheeren, 1389. Ein Pfauenfederbüschel auf einem kurzen Schafte, begleitet jederseits

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von einer Scheere, 1395, Lüb. Ub. IV, S. 708; 1452, 1/I, nur zwei Scheeren. Auf dem gedachten Epitaphium zu Neuburg bildet ein Blumentopf mit Blumen das Kleinod!

299) Grope, Nicolaus, 1283, 1695. Nur dieser und zwar beim Herrn zu Werle.

300) v. Geez (d. i. Karcheez), Johann, R., 1283, 1695.

S.: die Hälfte einer gespaltenen Lilie, gebogen und schräge gelegt, 1304, 2921.

301) Busche, Heinrich, 1283, 1695.

S.: ein oben gezinnter Querbalken, 1318, 3988, oder mit vier Zinnen getheilt, 1334, 7330, und 1359, 8662.

302) Glöde, R. Wichmann, 1283, 1702.

S. Alte Darstellungen sind bisher nicht aufgefunden; nach v. L. ein Widderhorn, pfahlweise, bl. in w. Büttner, Lüneb. Patrizier=Geschl., giebt - und v. P. ebenso - das Horn w. in bl.

H.: nach v. L. zwei auswärts gekehrte Widderhörner, wie ZW. 487, oder nach Büttner nur ein Horn, wie ZW. 536; so auch v. P. Im MW. sind Gemshörner gegeben, von denen in Meklenburg natürlich keine Rede sein kann; die Bockshörner Hefner's widersprechen aber aller Ueberlieferung.

303) v. Wosten, Arnold, R., 1284, 1743.

S.: vielleicht eine schräge gelegte, halbe, gespaltene Lilie, 1343, 6345.

304) v. Benten, Jordan, und noch zwei Knappen, 1284, 1743, bei den Herren zu Werle.

305) v. Weisin, Gerhard, 1284, 1743 (Vater: Johann).

S.: nach v. P. ein sch. Hund mit Halsband in bl.

H.: der Hund wachsend.

306) v. Passow (bei Lübz), Gerhard, 1284, 1743.

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S.: ein aufgerichteter Huud mit Halsband, 1353, 7790, sch. in w.

H.: der Hund wachsend nach v. P.

307) v. Karbow (bei Röbel), Ludolf, 1285,1781. Nur dieser Knappe einmal beim Herrn zu Werle.

308) Pape, Dietrich, R., 1285, 1781.

Abgesehen davon, daß Pape ein nicht zu seltener Spitzname war, der zum Theil an Stelle des Familiennamens trat, hat es offenbar verschiedene Familien Pape gegeben, die aber nicht auseinander gehalten werden können. Ein Johannes zu Malchow hat ein Siegel hinterlassen und stammt nach Lisch, Berichtigung S. 20, allem Ansehen nach von obigem Ritter. Vgl. Nr. 416.

S.: nach Lisch, a. a. O., ein halbmondförmiges Pelikansnest oder, v. Maltzan II, S. 138, ein halber Mond; aber nach Wigger ein Hut mit breiter Krämpe, Troddel und herabhängenden Bändern.

309) v. Sparow, Hermann, 1285, 1781; nur drei Knappen im Werleschen.

310) v. Sanz, Wratislav, 1285, 1781; nur dieser Knappe beim Herrn zu Werle.

311) v. dem Dike, R. Johann, 1285, 1788.

S.: drei schräge gestellte Sterne, 1353, 7771.

312) v. Klaholt (Gr. Hoya), R. Johann, 1285, 1788, nur dieser und allein beim Herrn zu Werle.

313) Schade, R. Heinrich, 1285, 1788.

S.: ein halber Greif, 1369, 7/XI.

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314) v. Gremmelin, s. v. Oldenburg.

315) v. Huxal (Lüneburg), R. Johann, 1285, 1788. Nur zwei Personen dieses Namens im Werleschen.

316) v. Rambow (bei Wismar), Heinrich, R., 1285, 1791, beim Herrn zu Meklenburg. Das Geschlecht hat sich wenig ausgedehnt und scheint im 14. Jahrhundert erloschen zu sein; denn daß die erst im 17. Jahrhundert ausgegangene Familie gleichen Namens in Hinterpommern mit unserer identisch sein sollte, ist nicht glaublich, vielmehr ist anzunehmen, daß letztere von Rambow bei Stolp genannt worden sei. Ein Pfarrherr Johann Rambow zu Waren führt 1351, 7435, einen einfachen Maueranker im Schild, dürfte aber seinen Namen von Rambow bei Waren tragen.

317) v. Lage, Konrad, 1285, 1817. Derselbe wird als Knappe beim Herrn zu Werle nur dies einzige Mal genannt, und keiner weiter des Namens. Römer hält ihn für identisch mit dem 1279, 1507, bis Ende der neunziger Jahre, 2424, vorkommenden gleichnamigen Rathmanne zu Rostock.

318) Stint, Johann, 1285, 1817. Nur dieser vorkommend.

319) Krull, Johann, 1285, 1817, nur dieser und nur hier als Knappe vorkommend.

320) v. Bützow III, Peter, 1286, 1866. Nach dem oben zu den v. Bützow II, Nr. 150, Gesagten halte ich die von Fromm, Familie v. Zepelin, S. 44, in die Stammtafel der v. Bützow im Lande Rostock eingefügten Abbrecht, Hartwig und Hermann nicht für zu letzteren gehörig, vermuthe dagegen, daß der 1275, 1381, bis 1284, 1718, als Mitglied des Rathes zu Rostock und zwar seit 1283, 1700, anscheinend als Bürgermeister vorkommende Peter v. Bützow als erster der neuen Reihe anzusehen ist, da derselbe unter den Rathmannen, 1285, 1782, und 1286, 1837, nicht mehr genannt wird, dagegen an der Eingangs genannten Stelle schlechtweg als burgensis beim Herrn zu Werle in einer Befreiung des Klosters Neuenkamp in Marlow zeugt, und der damals nicht allzu häufige Vorname Peter auch später bei diesen v. Bützow sich findet.

S.: ein Eselskopf, 1370, 29/IX, Lüb. Ub. IV, S. 709, nach Siebm. III, 180, grau in w., nach v. H. sch. in w., nach v. P. grau in bl. Fromm, Fam. Zepelin, T. 1.

H.: nach v. P. ein Eselskopf.

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321) v. Zepelin, Heinrich, 1286, 1866.

Schild

S.: ein Eselskopf, 1313, 3654, w. in bl. G. hat bl. in r. verändert. Auf der v. Stralendorf'schen Ahnentafel von 1600 ist der Eselskopf sch. iu w. tingirt. Vgl. 320.

H.: der Eselskopf, der aber selbstverständlich nicht auf dem Helme balancirt haben kann, wie es die Darstellungen im MW. und die Vignette bei Fromm zeigen, sondern auf dem Helme so angebracht war, daß das Fell oder der Ueberzug unmittelbar in die Helmdecken überging, wie Hefner richtig zeichnet.

322) Hahnenstert, Hahnenzagel, R. Arnold, 1286, 1870.

Schild

S.: drei Hähne ohne Kopf und Hals, 1302, 2775, später nur ein Hahn. Hahn, T. 1.

Vgl. Hahn I, S. 54, und J. XXXIV, S. 154.

323) v. Gnoien, Hermann, 1287, 1884. Nur dieser und allein hier vorkommend.

324) v. Rumpshagen, Hermann, R., 1287, 1906.

325) v. Grüssow, Johann, 1287, 1914. Nachkommen nicht bekannt.

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326) v. Zisendorf, Gottfried, 1287, 1919.

S.: drei schräge gestellte Sterne, 1320 4210; einmal findet sich ein Schrägbalken mit drei Sternen belegt, 1336, 5648, auch einmal zwei schräge gestellte Sterne, 1386, Lüb. Ub IV, S. 516.

327) v. Rukiten, R. Gerhard, 1287, 1925. Nur im 13. Jahrhundert. Vgl. 281.

328) v. Lützow (gesprochen Lüzow), Johann, R., 1287, 1929.

Schild

S.: eine Leiter, schräge gelegt, 1319, 4048, sch. in g. Daß es eine Sturmleiter sei, bezeugen die alten Siegel in keiner Weise. Die Zahl der Sprossen ist meist vier, seltener fünf: es ist völlig unerheblich, und man wird auch, soll die Figur nicht unschicklich schmal werden, nicht mehr als vier, höchstens fünf Sprossen anbringen können, da sonst aus der Leiter eine Raufe wird.

H. Siegel mit dem Helme sind aus guter Zeit nicht erhalten, dagegen giebt es, falls nicht inzwischen dort "restaurirt" sein sollte, ein Fenster in der Kirche zu Gadeusch, welches den Helmschmuck des 15. Jahrhunderts zeigt. Hier sieht man einen Pfauenfederbusch und gleichfalls an dessen Heftstelle festgemacht zwei "Reiherfedern" (vgl. Nr. 24), die seitwärts gerichtet, der Länge nach halb grün, halb gelb gefärbt und an dem freien Ende mit ein paar weißen Federchen verziert sind; aus diesen sind dann die späteren Lilien gemacht. Von einer Mauer ist auf dem Helme nichts wahrzunehmen und ebenso wenig auf dem bei Milde, Taf. 9, abgebildeten Siegel von 1456, auf dem auch die "Reiherfedern" fehlen.

329) Mandüvel, Manteufel, R. Heinrich, 1287, 1931.

S.: ein Querbalken, 1339, 5949, nach dem im Klosterarchive zu Ribnitz befindlichen Originale r. in w.

H.: nach v. P. zwei sch. Flügel.

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330) v. Teterow. Die R. Markwart, 1287, 1932, bis 1295, 2358, und Nicolaus im letztgedachten Jahre beim Herrn zu Werle. Sollte ein 1393, 10/V, vorkommender dazu gehören, so führten sie im

S.: drei Greifenköpfe und als

H.: zwei von einander gekehrte Greifenköpfe.

331) Negendanke, R. Eckhard, 1288, 1952.

Schild

S.: ein g. Schildeshaupt und darnnter von w. und r. schräge getheilt, 1329, 5102; vgl. oben Nr. 24. Diese Ordnung der Tincturen ist nach jetzt überstrichenen Darstellungen in der Kirche zu Proseken bereits für das 15. Jahrhundert gesichert.

H.: ein aufgerichteter, gepanzerter Unterschenkel nach einer Malerei am Chorgewölbe in der Kirche zu Proseken (übertüncht), auf Siegeln ein ganzer Schenkel, der im Knie nach rückwärts gebogen ist, 1376, 21/I.

332) v. der Dollen (Altmark), R. Christian, 1288, 1984.

Schild

S.: ein sch. Zweig mit drei oder vier Blättern in w., 1317, 3919.

H.: nach v. L. jetzt drei Straußenfedern.

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333) v. Lübberstorf (bei Friedland), R. Wilhelm 1288, 1984.

S. Alte Siegeln sind bisher nicht bekannt geworden. Lat. giebt als Schildfigur einen Leithaken, v. H. einen Doppelhaken, Maueranker, r. in w., v. P. w. in bl., G. w. in r.

H. Lat.: zwei Gabeln zwischen drei grauen Federn, v. H.: zwei r. Gabeln zwischen drei w. Blättern, v. P.: der Maueranker vor zwei g. Gabeln und drei w. Straußenfedern, G.: zwei Gabeln zwischen drei Straußenfedern.

334) v. Overberg, Averberg (?), Dietrich, R., 1289, 2039. Vgl. Nr. 106.

Das Geschlecht ist nur sehr sparsam vertreten, und ein Zusammenhang der Personen nicht zu erkennen.

S.: eine seitlich gekehrte Bärentatze, 1449, 22/IV, sch. in w. nach dem v. Plessen'schen Epitaphium zu Neuburg, auch einer gemalten Scheibe zu Alt=Karin.

H.: ebendort die Bärentatze aufgerichtet.

335) v. Haselow (Holstein), Hermann, 1290, 2085. Zwei Knappen dieses Namens im 13. Jahrhundert beim Herrn zu Werle.

336) v. Bokwold, Buchwald, R. Dethlev, 1291, 2101.

Schild

S.: ein gekrönter Bärenkopf mit aufgerissenem Rachen im schräge getheilten Schilde, 1319, Milde, S. 6 und Taf. 1, sch. in w. und r. Auf einzelnen Siegeln ist die Theilung nicht angegeben.

H. Bisher ist nur ein einziges Siegel aus guter Zeit aufgefunden, welches den Helm darstellt, und zwar von 1319, Milde, a. a. O. Dasselbe ist aber eigenthümlich gestaltet, indem es den Helm vorwärts gekehrt erscheinen läßt, seitlich mit je einem Federfächer, oberwärts aber nicht allein, sondern auch unterwärts mit drei Fähnchen besteckt: diese Anordnung wird man in Beihalt des oben erwähnten Gamm'schen Siegels, Nr. 20, und der Siegel 10,

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14, 15, 19 u. s. w. bei Milde, Holst.=Schauenb. Grafen, so deuten müssen, daß die unterwärts angebrachten Fähnchen nur der Symmetrie wegen da sind und zur Ausfüllung des Raumes, daß also der Helmschmuck bestand in zwei seitlich am Helme angebrachten Fächern und drei oben auf denselben gesetzten Fähnchen, die übrigens von einer Farbe waren, da sie durchweg gleichmäßig schraffirt sind. Vgl. auch Milde, Bürgersiegel, Taf. I, 12. Die Helmdecken waren nach älteren Darstellungen nur r. und w., nicht, wie MW. und v. L. angeben, r., w. und sch.

337) Kosegard, Dietrich, R., 1291, 2110.

S.: fünf, 1399, 1/III, bis sieben "Querbinden", Lüb. Ub. V, S. 117.

338) v. Gützkow, Johann, R., 1292, 2158.

S.: a. zwei gekreuzte Wedel wie bei den v. Heidebrek, 1300, 2615;

b. ein Ledermesser oder Feuereisen wie bei den v. d. Broke, 1301, 2747.

Ist der Wechsel an sich schon bemerkenswerth, so ist er es noch mehr, weil beide Siegel, wie nicht zu bezweifeln, einem und demselben Manne gehören. 1 )

339) v. Dersentin, Jakob, 1293, 2162.

340) Fineke, R., 1292, 2171.

S.: ein gestürzter Flug mit einer Binde, die 1390, 9/X, noch schlicht, aber in Quadern getheilt erscheint, 1400, 9/XI, aber schon oben gezinnt ist und dann auch geschacht, während aus dem Fluge allmählich ein Adler ohne Kopf gemacht wurde. Der Flug war sch., die Binde r. und w., das Feld w.

H.: sch. Flügel, v. Maltzan IV, S. 431.

341) Pramule, Heinrich, R., 1292, 2182.

H.: zwei oberwärts und zwei seitlich angebrachte Federräder, 1331, 5229.


1) Der 1292, 2160 genannte (R.) Fredebern de Barsse gehört nicht zu den später erscheinenden Berse, dann Barsse, sondern führt den Namen vermuthlich von seinem Wohnsitze Barssee, d. i. Passee, und dürfte eher zu den v. Frimannstorp gehören.
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342) v. Lukow, R. Heinrich, 1292, 2200.

S.: gespalten, vorne ein halber Adler, hinten drei Rosen über einander, getrennt durch zwei Querbalken, 1314, 3677.

343) v. Wizek (?), R. Johann, 1293, 2208. Nur einmal mit einem gleichnamigen Knappen im Lande Stargard.

344) v. Kanzow, R. Eckehard, 1293, 2208. Nur dieser und nur hier: im Lande Stargard.

345) v. Holstendorf (bei Woldegk), R. Engelbert, 1293, 2208. Nur dieser und nur hier.

346) v. Dören (Lüneburg), R. Gerhard, 1293, 2209.

Schild

S.: ein Schrägbalken, mit zwei Fischen hintereinander belegt, 1361, 14/V, und 1377, 25/I. Nach v. P. führten die v. Dören zwei Karpfen in w., so daß man wohl annehmen muß, die Karpfen seien bl., der Balken w. und das Feld wieder bl. gewesen.

H. An jeder Seite des Helmes ein Thorflügel, nach v. P. sch., 1321, 4279.

347) v. Latendorf (Holstein), Markwart, 1294, 2297, bis 1360. Nur ein Knappe dieses Namens beim Herrn zu Meklenburg.

348) v. Klenow, R. Hermann, 1294, 2297.

S.: zwei gegen einander aufgerichtete Vogelbeine, 1422, Lüb. Ub. VI, S. 465. Später ist ein geästeter Rosenstock mit einer Rose auf der Spitze dazwischen gestellt.

H.: nach Lat. sieben Pfauenfedern.

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349) Budde, R. Ernst, 1295, 2305. Vielleicht nur vorübergehend beim Herrn zu Werle und nicht dem, 1345, 6549, zu Lexow gesessenen Henning verwandt, dessen Vorfahren aber auch schon dort gewohnt hatten.

Schild

S.: eine unklare Figur. Wigger hielt sie für eine Wolfsangel, doch scheint sie mir eher einem Hute zu gleichen, 1357, 8349.

350) v. Schwansee, Johann, R., 1296, 2371.

S.: ein Schwan, 1327, 4820.

351) v. Schossin, R. Friedrich, 1296, 2384.

S.: drei oder vier Querbalken, 1326, 4778. 1327, 4839. 1 )

352) v. Samekow, R. Johann, 1297, 2456.

S.: schräge geviertet, oben und unten mit drei Rauten belegt, rechts und links mit je einer dreiteiligen Flamme, die von der Kreuzung ausgeht, 1363, 22/III.

353) v. Gletzow, Johann, 1297, 2456.

354) v. Benzin (bei Rehna), Hermann, 1297, 2456.

S.: ein Querbalken (mit einer Ranke belegt), 1353, 7760.

355) v. Schwetzin, R. Peter, 1298, 2492.


1) Die Ritter Hermann v. Ziggelmark, 1296, 2395, und Wipert v. Bakendorf, 1297, 2448, sowie Wipert v. Lesen, ebd., gehören zur Familie v. Blücher. S. Wigger, v. Blücher.
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Schild

S.: getheilt, oben zwei Wolfs= oder Bärenköpfe, unten leer.

356) v. Feldberg (Brandenburg), R. Konrad, 1298, 2510. Nur zwei Personen im Lande Stargard.

S.: drei Rosen, schräge gestellt, 1387, 12/XII.

357) v. Schepelitz (Altmark), R. Konrad, 1298, 2510.

S.: zwei aufgerichtete, von einander gekehrte Beile, 1323, 4471.

H.: ebenso, 1363, 4/IV.

358) v. Pinnow (Lüneburg) oder Wagel, R. Ulrich, 1298, 2525.

Schild

S.: ein Deckel= oder Liedhänge, quergelegt, 1358, 8471.

359) Kranz, R. Werner, 1299, 2537.

S.: ein auffliegender Vogel, 1347, 6755.

360) v. Schönfeld II (bei Gadebusch), R. Albrecht, 1299, 2571.

S.: ein Querbalken, 1353, 7771, sch. in w. nach J. XXVI, S. 226.

H.: Hörner, 1477, 6/IV, wohl mit der Schildfigur belegt.

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361) v. Goldensee (Lauenburg), Johann, 1299, 2554.

S.: aus Wellen im Schildesfuße aufwachsend drei Seeblätter an Stielen neben einander, 1391, J. XXIII, S. 205. 1 )

362) v. Löwenberg (bei Ruppin), R. Heinrich, 1300, 2597.

S.: a. zwei gekreuzte Sturmhaken, 1339, 5936.

b. gespalten, vorne ein halber Adler, hinten eine Lilie quergelegt, 1350, 7043.

Ob es zwei verschiedene Geschlechter des Namens gab, oder ob eine Wappenveränderung stattgefunden, ist unermittelt.

363) v. Gerden (bei Melle?), Dietrich, R., 1300, 2618.

S.: drei Flügel, schächerkreuzförmig um einen Stern gestellt, 1342, 6191.

364) v. Kroppenstädt (Magdeburg), Johann, 1300, 2618. Nur dieser und nur hier beim Herrn zu Werle.

365) v. Berne (bei Solingen?), Bernhard, 1300, 2618.

H.: Hörner, 1377, 11/XII.

366) v. Bernstorf, Johann, 1300, 2627.

S.: aus r. Wellen im Schildesfuße aufwachsend drei überhängende gr. Seeblätter an Stielen neben einander in w. 1351, 8644, 1391, 15/V, 1480.

H. Das Siegel von 1480 zeigt auf dem Helme einen höheren Schaft, begleitet von zwei niedrigeren, alle mit Pfauenfederbüscheln besteckt, das Steinkreuz von 1351 deren nur zwei.

367) v. Walsmühlen, Heinrich, † 1300, 2639. Nur noch gleichzeitig ein Florentius.

368) Vole, Otto, 1300, 2639. Nur dieser beim Grafen von Schwerin.

369) v. Neuenkirchen (bei Wittenburg?), Ludolf, 1300, 2639.

S.: gespalten, vorne ein Zweig mit Blättern, hinten eine halbe Lilie an der Theilung, 1353, 7758.


1) v. Damshagen, R. Markwart, 1299, 2570. Nur hier vorkommend und wohl = Markwart v. d. Hagen.
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370) v. Aderstädt (Magdeburg), R. Heinrich, 1301, 2756. S.: in w. eine bl., quergetheilte Rose, deren beide Hälften etwas von einander gerückt sind. So G. und damit übereinstimmend ein Grabstein in der Pfarrkirche zu Güstrow von etwa 1620.

H.: vier Federbüsche, zwei aufrecht, zwei wagerecht, 1326, 4778. Nach G. zwei übereck von w. und bl. geteilte Flügel und dazwischen die Blume.

371) Zirow, N., 1302, 2776. Beim Herrn zu Meklenburg und nur in einer Person.

372) Berner, jetzt in Folge schlechter Aussprache Barner; R. Otto, 1302, 2790.

S.: ein bekleideter (gepanzerter) Arm, einen Brand haltend, 1361, 8856, nach v. L. w. in bl., der Brand oder die Fackel sch. und dessen Flamme g. Letzteres ist so künstlich und gesucht, wie die Wolke, aus welcher die neuere Heraldik den Arm hervorkommen läßt; es ist vielmehr glaublich, daß der Brand nicht g. brannte, sondern wie alle übrigen Brände r. Die alten Siegel stellen übrigens den Brand oder die Fackel ganz kurz dar.

H. Schlichting hat drei w. Fähnchen an r. Schäften, v. H. ein sch. Fähnchen zwischen zwei r., G. alle drei r., was am Glaubhaftesten. Sie überragen in neuerer Zeit eine - natürlich wieder g. brennende - Granate, welche nach v. L. auf eine Verleihung von 1683 gegründet, aber sehr übel als Wappenverbesserung bezeichnet wird. Auch die drei Farben der Helmdecken, welche MW. und v. L. angeben, sind gelehrte Erfindung; sie werden allein bl. und w. gewesen sein, wenn nicht bl. und r.

373) v. dem Broke II, Siegfried, 1302, 2794; bis dahin auf Schlagbrügge und Schlagstorf.

374) v. Kemerich, Friedrich, 1302, 4806. Nur dieser und nur hier, im Lande Stargard.

375) Hoge, R. Georg, 1302, 2830.

Wenn Fromm den Namen mit der Grafschaft Hoya zusammenbringt, so kann ich so wenig, wie Römer es gethan, dem beifallen, denn man sagte vor Alters nicht v. Hoya, sondern v. der Hoye oder Hoyen, und es findet sich bei sicheren Gliedern des Geschlechtes weder das eine, noch das andere. Ein Ratzeburger Canoniker allein heißt de Hoge, und dieser wird seinen Namen wohl

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von dem Bremischen Höge haben. Da der Name des Geschlechtes vorherrschend mit einem gh geschrieben wird, so ist ohnehin zu vermuthen, daß das g nicht, wie in dem Ortsnamen, wie y oder j gesprochen ist.

S.: ein Eselskopf, 1395, Lüb. Ub. IV, S. 709. Fromm, v. Zepelin, Taf. 1; nach G. sch. in w.

376) Schele, R. Johann, 1302, 2830. Nur dies eine Mal beim Herrn zu Rostock genannt, und ebenso

377) Krit, R. Johann, 1302, 2030. 1 )

378) Stahl, Apollonius, 1303, 2837.

S.: ein quergelegter, geästeter Stamm, 1366, 31/X, v. Maltzan II, 201.

379) Kartelwitz, R. Dietrich, 1303, 2839.

S.: ein Zweig mit drei Blumen, 1377, 11/XII.

380) v. dem Hagen III, Johann, 1303, 2846.

Schild

S.: ein gekrönter Fisch, aufrecht und gekrümmt wie in der Regel die Fische.

381) v. Hallermund (?), Ludolf, 1303, 2857.

S.: drei in Form eines Schächerkreuzes gelegte, in der Mitte in einem Triangel vereinigte Blätter, 1368, 27/III.

382) v. Staven, Henning, 1303, 2872.

383) v. Schönhusen, Heinrich, R., 1303, 2885, im Lande Stargard.


1) mit der Nese, s. Reddach.
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384) Wadeschinkel, Burchard, 1303, 2885, im Lande Stargard.

385) v. der Eikhorst (Altmark), R. Brunwart, 1304, 2903.

S.: ein schräge gelegter Fisch, 1348, 6812.

386) v. Gentzkow, R. Anselm, 1304, 2903.

S.: eine Pflanze, pfahlweise, ohne Blätter, aber mit drei Blumen, 1386, 10/X.

387) v. Helpte, R. Bodo, 1304, 2903.

Schild

S.: ein Schrägbalken, w. in r., belegt mit drei sch. Doppeladlern hinter einander, 1334, 5502.

H.: zwei Federräder an Stangen, 1358, 8534, aus denen nach G. in der Folge zwei mit den Stengeln über einander gebogene Rosen gemacht wurden.

388) Krauel, R. N., 1304, 2903.

S.: ein wellig gezogener Schrägbalken, 1359, 8561.

389) v. Lockstädt (Prignitz?), Hermann, 1304, 2903.

S.: nach Siebm. V, 170, getheilt, oben in r. ein w. wachsendes Einhorn, unten von bl. und r. geschacht.

H.: das wachsende Einhorn.

390) v. Petersdorf (bei Woldegk), R. Heinrich, 1304, 2903. Allein hier, im Lande Stargard.

391) v. Schwanbek (bei Friedland), R. Johann, 1304, 2903.

S.: nach Siebm. I, 168, getheilt, oben ein Löwe, g. in bl., unten sieben (4, 3) Trauben, bl. in w.

H.: getheilte Hörner, oben bl., unten w., mit Trauben belegt und dazwischen der Löwe wachsend. Aber schwerlich ist dies Wappen

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das unseres Geschlechts. Viel eher möchte das von Schlichting gegebene Wappen, ein w. Schwan in r. (derselbe auch auf dem Helme) das zutreffende sein. Nach G. führten sie im von g. und bl. gespaltenen Schilde zwei Spaten neben einander (mit abgewechselten Tincturen?), als H. einen Schwan zwischen Hörnern.

392) Tepling, Henning, 1304, 2903. Nur dieser.

S.: nach v. P. unter einer Rose drei Querbalken, nach G. drei Querbalken, von denen der oberste mit einer Rose belegt war.

393) v. Thomsdorf (Ukermark), Henning, 1304, 2903.

S. Alte Siegel sind nicht erhalten. Die drei g. Lilien in r. sind gewiß ächt, sicher aber nicht als

H.: die Straußenfedern.

394) v. Vilist, R. Heinrich, 1304, 2903. Nur dieser, im Lande Stargard.

395) v. Ilenfeld, R. Ulrich, 1304, 2903.

S.: zwei gekreuzte Hellebarden, 1380, 21/XII, nach G. w. mit sch. Stielen in bl.

H.: nach G. eine w. ungarische Mütze, d. h. ein spitzer Hut, mit r. Federn.

396) v. Gögelow (bei Wismar), Nicolaus, 1304, 2910.

S.: eine Muschel, das Schloß oben, 1339, 5999.

397) v. Rödelin (Prignitz), Nicolaus, 1304, 2913. Mit einem Bruder (?) allein hier.

398) v. Wulfsberg (?), Wilhelm, 1304, 2913. Allein und nur hier.

399) v. Lankow (?), R. Konrad, 1304, 2919. Im Lande Werle.

S.: zwei gekreuzte Spieße, 1342, 6197.

400) v. Zachow (bei Parchim?), R. Friedrich, 1304, 2939. Nur dieser und nur hier beim Herrn zu Werle in Röbel.

401) v. Kargow, Johann, 1304, 2959.

S.: ein Schrägbalken, mit drei Kesselhaken nebeneinander belegt, 1356, 8234.

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402) v. Wokenstädt, R. Arnold, 1306, 3065.

S.: getheilt, oben ein wachsender Löwe, unten geweckt, wie es auf dem Siegel von 1330, 5161, scheint; 1360, 8723, geschacht.

403) v. Minstädt (Bremen), R. Werner, 1306, 3066.

S.: ein Adler quergelegt, 1349, 7006.

404) v. Gottberg (Altmark? Pommern?), R. Florian, 1306, 3067.

S.: schräge getheilt, 1352, 7599. 1 )

405) v. Vogelsang (bei Neubukow), Rudolf, 1306, 3070. Dieser und noch ein Knappe desselben Geschlechtsnamens begegnen nur ein Mal und zwar Beim Herrn zu Meklenburg in Wismar. Man wird daher wohl annehmen müssen, daß sie nicht zu dem später angeblich aus Pommern eingewanderten, nach v. L. erst 1450 nachweisbaren Geschlechte gehören, sondern ihren Namen nach Vogelsang bei Neubukow führten.

406) v. dem Sture, R. Friedrich, 1306, 3071.

S.: nach G. im gewellten (!) Schilde quergelegt drei Fische über einander, und der mittlere linkshin gewendet.

H.: ein Fisch vor von w. und bl. getheilten Hörnern.

407) v. Schwastorf (bei Waren), Eckehard, 1306, 3071.

S.: ein Greifenkopf, 1387, 8/V.

408) Sprengel, R. Heinrich, 1307, 3145.

Schild

S.: ein Schrägbalten mit drei Rosen belegt, 1332, 5353, nach v. P. g. in r. und die Rosen r.


1) Johann v. Bliderstorf, 1306, 3067, hier einzufügen, scheint bedenklich.
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H.: ein mit sechs Pfauenfedern hinter einander besteckter Kamm (Pfahlwerk), 1358, 8529. Statt dessen später nach v. P. eine wachsende, gekrönte Jungfrau mit der Rechten drei Windhunde am Stricke führend, in der Linken drei Rosen haltend!

409) v. Grammestorf (bei Tessin?), Bernhard, 1307, 3147. Nur noch ein Mal beim Herrn zu Meklenburg.

410) v. Wittenbek, Konrad, 1307, 3171. Nur dieser und einzig hier.

411) Gute oder Chute, Johann, 1307, 3194.

S.: ein Zweig mit drei Rosen.

412) v. Galenbek (bei Friedland?), R. Markwart, 1307, 3194. Derselbe begegnet schon 1298 als Gläubiger von Stralsund und 1307 als Besitzer von Woltersdorf, Strals. Stadtb., S. 101, 103, um 1325, 4680, als Schuldner eines Rostocker Bürgers, dem die Pfändung in Woltersdorf frei gegeben wird. Die Lage dieses Ortes ist aber bisher nicht zu ermitteln gewesen, und es wäre ebenso möglich, daß er im Lande Rügen gelegen hätte als in Meklenburg. Außer dem Genannten sind noch bekannt sein Sohn Nicolaus und sein Bruder Johann Pape.

413) v. Falkenhagen (Pommern), R. Heinrich, 1308, 3230.

S.: gespalten, vorne ein (aufgerichteter) Schlüssel, hinten ein wellig gezogener Schrägbalken.

H.: ein Pfauenwedel zwischen Flügeln, 1315, 3745.

414) v. Güstrow, Johann, 1308, 3238. Nur dieser.

S.: "am oberen Schildrande mit fünf gestürzten Spitzen", 1326, 4698.

415) Bohnensack, Heinrich, 1308, 3243.

S.: zwei Schrägbalken, 1320, 4206, oder drei, 1331, 5213, auch ein Schrägbalken mit einem gefiederten Blatte belegt, ebd.

416) Swartepape, Berthold, 1308, 3254.

S.: ein mit drei Sternen belegter Schrägbalken, 1354, 7931.

H.: vielleicht ein Pelikansnest. Lisch, Berichtigungen, S. 60. Vgl. Nr. 308.

417) Heket, Gottschalk, 1309, 3281.

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418) v. Bengerstorf, N., 1309, 3295.

Schild

S.: a. durch einen mit drei Pfennigen belegten Schrägbalken von Metall und Farbe oder Farbe und Farbe schräge getheilt, 1355, 8081;

b. schräge getheilt, und auf der Theilung drei Sterne, 1356, 8202.

H.: ein denselben vorne und hinten überragender Kamm von gestürzt=kahnförmiger Gestalt, also wohl durch Zusammenbiegen einer parabolisch geschnittenen Scheibe hergestellt, gespalten und mit Hahnenfedern, wie es scheint, besteckt.

419) v. Pravsthagen, Hasse, 1309, 33 15; nur dieser und allein hier.

420) v. Plön, R. Siegfried, 1309, 3321.

S.: ein gekrönter (nach Micraelius sch.) Jungfrauenadler, Harpyie, 1340, 6089. Milde, T. 11.

H.: nach Micraelius Hörner.

421) Rüsboge, Johann, 1309, 3341. Nur dieser.

422) Breide, R. Burchard, 1309, 3345.

S.: ein gekrönter Löwe, aufgerichtet, aber meist den Kopf von vorne zeigend, 1356, 8234, nach v. P. w. in r.

H.: a. ein Löwe, mit dem Bauche auf demselben befestigt. Milde, S. 38 und T. 4,

b. "umgeben von einem faltigen Schirme, aus dem ein Federbusch hervorragt", 1387, 14/IV.

423) Bulle, R. Gerhard, 1309, 3345, bis 1313, 3609, im Werleschen, und keiner weiter.

424) v. Petersberg, Dietrich, 1309, 3345. Nur dieser.

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425) v. Laßbek (Holstein), R. Ludolf, 1309, 3353.

S.: eine quergelegte, geschachte Pfeilspitze mit Widerhaken, 1313, 3664, Milde, S. 122 und T. 12.

426) v. Pölitz, Heinrich, 1310, 3394. Nur dieser.

427) v. Vicheln (bei Wismar), Ludolf, 1310, 3394. Wohl nur dieser.

428) v. dem See (Seedorf auf Pöl), Peter, 1310, 3396.

Schild

S.: getheilt, oben schräge getheilt, unten drei Seeblätter. Nach v. P. wäre das obere Feld von gr. und r. getheilt, die Seeblätter gr. in w. gewesen, allein mittelalterliche Wappen auf der Wand neben der Sacristeithür zu Dreveskirchen, die ich nach der letzten Renovirung allerdings nicht wiederfand, hatten bestimmter Erinnerung nach das obere Feld von w. und r. schräge getheilt, ebenso nach Dr. Pyl ein Epitaphium zu Greifswald.

H.: drei Fähnchen, jedes mit einem Seeblatte: so nach einem Grabsteine von 1582 in S. Marien zu Wismar.

429) v. Törber, Gerhard, 1310, 3398.

430) v. Sitow, Gerhard, 1310, 3404.

431) Knop, R. Johann, 1310, 3427.

S.: schräge geviertet, 1353, 7717, nach G. von w. und bl.

H.: nach dem einzigen, leider unklaren Siegel anscheinend zwei Halbmonden oder abgestumpften, abgeplatteten Hörnern, wie Milde, T. 7, 98, ähnliche Gebilde, 1337, 5813.

432) Both, R. Heinrich, 1311, 3450.

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Schild

S.: ein Boot, 1318, 3960. Milde, T. 4 und S. 37. Nach v. H. sowohl, wie nach G. r. in w. Wenn letzterer noch hinzufügt: auf bl. Wellen, so ist das eine arge Verschlimmbesserung, über welche aber die weitere noch hinausgeht, daß, wie MW., v. L. und Hefner haben, das Boot w. in bl. auf w. und (!) bl. Wellen dargestellt wird.

H. Alte Helmsiegel und dgl. sind nicht bekannt; v. H. giebt an: das Boot und darin eine pfahlförmige Scheide mit Federn; G.: das Boot und darin eine w. Säule mit drei gr. Federn; dagegen v. L.: das Boot vor einer g., oben gekrönten und mit drei Pfauenfedern besteckten Säule. Die Angabe von v. H. hat jedenfalls das Richtige. Das Boot war ohne Zweifel im Längsdurchmesser angebracht. Im Allgemeinen ist die Entwickeiung nach dem v. Bothmer'schen Wappen hin klar.

433) v. Vietlübbe (bei Gadebusch), Gottfried, 1311, 3479. Durch zwei Personen vertreten.

434) Tütze, R. N., 1311, 3498. Zwei Personen im Werleschen.

435) v. Schwerin II (Pommern), R. Gerhard, 1311, 3512.

S.: eine Raute, 1361, 14/V, r. in w.

H.: Zwei Federbüsche und davor zwei Rauten, 1369, 7/VII, Behr III, S. 37.

436) v. Lübzin, N., 1313, 3594, im westlichen Meklenburg.

437) v. Stöllnitz, Volkmar, 1313, 3594.

438) Küle, Johann, 1313, 3598.

S.: zwei gekreuzte Morgensterne. Auf dem Siegel des Obigen ist der Grund mit Herzen bestreut, 5444. Milde, dessen Text mehr=

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fach zu berichtigen, T. 5 und 6. Siebm. V, 172, giebt dasselbe Wappen für eine pommersche Familie v. Keulen g. in r. und als

H.: die Morgensterne gleichfalls gekreuzt.

439) v. Zülow (bei Schwerin), R. Anton, 1313, 3605.

S.: ein Querbalken, 1347, 6755, sch. in w.

H.: Alte Siegel u. s. w. fehlen. Siebm. V, 155, hat Hörner, die übereck von sch. und w. geteilt sind, während die Neueren seit Meding, Nachrichten, sogar noch den Querbalken dazwischen spannen. Heroldsfiguren werden aber so gut wie nie auf dem Helme frei dargestellt, vielmehr nur auf Hörnern, Flügeln, Schirmbrettern und dgl., und es ist nahezu zweifellos, daß die Ueberecktheilung nicht richtig, sondern die Schildfigur auf den Hörnern wiederholt ist. Vgl. ZW. 157, 219, 228, 336, 376, 439, 516, 517.

440) v. Zickhusen, R. Hartwig, 1313, 3605.

Schild

H.: jederseits der dritte Theil eines Rades mit Hahnenfedern. In der Folge nimmt die Helmzier mehr die Gestaltung derjenigen der Knop an.

441) Cocle (oder Kotle ? Römer), 1313, 3619. Nur dieser und allein hier.

442) v. Hitzacker, R. Georg, 1313, 3645.

S.: ein Löwe, 1328, 4897, geschacht, Lüb. Ub. IV, S. 367, nach Meding I, S. 257, von gr. und r. schräge gestreift in w.

H.: nach demselben der wachsende Löwe, dessen Kopf mit gr. Federn besteckt ist.

443) v. Hundorf (bei Gadebusch), Konrad, 1313, 3653.

444) v. Stoltenberg (Pommern?, Markwart, 1313, 3654.

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H.: "Hörner, zwischen denen eine Säule", 1389, v. Maltzan II, S. 390. Mir scheint es ein Pfauenfederbüschel auf einem kurzen Schafte zu sein, seitlich von je einem mit Federn besteckten Köcher begleitet.

445) Bernefür, R. Johann, 1313, 3657.

Schild

S.: ein aufgerichteter Feuerwedel, 1340, 6027. Dieselbe Schildfigur haben die Stake in Holstein und die v. d. Meden im Bremischen. Milde, Taf. 15.

H.: als solche haben die Stake und die v. d. Meden zwei Feuerwedel. Ein geschnitztes Wappen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Privatbesitz zeigt außer den beiden Wedeln Hörner, neben denen Flammen herausbrechen.

446) v. Raden, Johann, 1314, 3687.

Schild

S.: die Figuren eines Siegels von 1356, 8218, deutete Dr. Wigger als drei wellig gezogene Schrägbänder, während ich darin irgend welche Instrumente sehe; am meisten gleichen sie freilich - Fliegenbeinen.

447) v. Boienstorf, Johann, 1314, 3694.

S.: a. ein Schrägbalken, belegt mit drei unkenntlichen Gegenständen, vielleicht Steigbügeln, hinter einander, 1320, 4206;

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b. dieselben "Steigbügel, im Dreieck zusammengestellt," 1350, 7104.

448) v. Predöl (Prignitz), R. Konrad, 1314, 3715.

S.: in einem Schildeshaupte zwei gegen einander gewendete Wolfs= oder Bärenköpfe, 1381, 21/XII.

449) v. Passentin, Gise, 1315, 3737.

S.: ein Sparren, vielleicht geschacht, 1420.

450) v. Wodarge (Pommern), Berthold, 1315, 3737.

451) v. Wedel (Holstein), R. Reimar, 1315, 3743.

S. Sämmtliche ältere Siegel, die bekannt sind, nämlich dasjenige des Obgenannten von 1316, 3840, das Heinrichs von 1322, Milde, T. 8, diejenigen Johanns, Reimars und Hasses von 1335, 5605, Hennings und Gottfrieds von 1394, Milde, S. 78, haben ein Rad - sch. in g. - mit runder Nabe, acht Speichen und einemn sägeförmig gezahnten äußeren Rande. Das Rad ist also keineswegs ein Mühlrad, wofür es in neueren Zeiten angesprochen wird, sondern wie die Räder der v. Kardorf ein Richtrad. Auch ist nichts von einem Rumpfe in oder auf dem Rade wahrzunehmen, dieser vielmehr wohl vom Helme in den Schild versetzt. Die Siegel Johanns und Reimars von 1335, 5605, zeigen freilich in der Nabe des Rades ein vorwärts gekehrtes Köpfchen, in dem bei Milde, Taf. 8, abgebildeten Siegel des R. Heinrich von 1322 sieht man statt dessen aber nur einen Runkt oder Knopf und in dem Hennings von 1394, Milde, S. 78, einen kleinen Halbmond, während das gleichzeitige Siegel Gottfrieds, ebd., nichts dergleichen zeigt. Es ergiebt sich daraus, daß der Kopf in der Nabe nichts Wesenliches im Wappen war, sondern nur dazu diente, ebenso wie Knopf und Halbmond, die Spur des Cirkels zu verbergen, mittelt dessen der Stempelschneider die Kreise auf dem Pettschafte sich vorgemerkt hatte. Die in späterer Zeit auf das Rad gelegte Figur ist also eine auf Mißverständniß oder Neuerungssucht beruhende Zuthat.

452) Sperling, Wilhelm, 1315, 3747.

S.: drei Sperlinge, 1473, 12/V. Auf dem v. Peckatel'schen Epitaphium in der Sperling'schen Kapelle zu S. Marien in Wismar sind die Sperlinge w. in bl., nicht, wie v. L. sagt, naturfarben.

H.: zwei aufgerichtete und je zwei seitlich gerichtete Federbüschel, 1345, 6545. Konrad hat 1441, v. Oertzen II, 2, S. 114,

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schon zwei lange Wedel, durch welche zwei andere wagerecht geschränkt sind, Otto, 1446, 26/IV, freilich nur zwei Wedel. Dagegen sind diese Wedel auf dem gedachten Epitaphium zu vier Pfauenfedern geworden, und die modernste Heraldik hat sie für Fackeln erklärt. Der Sperling auf dem Helme ist gleichfalls neuerer Zusatz.

453) v. Stargard, Hugo und Otto, 1315, 3789, verstorben, und keiner weiter.

454) v. Papenhusen, Nicolaus, 1316, 3834.

S.: ein Zwillingsstreifen, 1337, 5732.

455) v. Boddin (bei Wittenburg, R. Markwart, 1316, 3848.

S.: acht bis zehn Mal quergestreift, 1327, 4839, 1352, 7678.

456) v. Wöz, Heinrich, 1316, 3848.

457) v. Strohkirchen (bei Hagenow), Johann, 1316, 3848.

Schild

S.: drei Seeblätter, 1358, 8537.

458) v. Nossentin, Erich, 1317, 3895.

H.: "mit einer Rose an jeder Seite" des vorwärts gekehrten Helmes.

459) v. Kressin, Nicolaus, 1317, 3895.

S.: zwei gekreuzte Beile.

460) v. Hertzberg, Heinrich, 1317, 7284. Nur hier und nur dieser.

461) Westfal, Ludolf, 1317, 3934.

S.: ein Querbalken, oben begleitet von einem Turnierkragen mit fünf Lätzen, 1359, 8687.

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462) Gemeke, R. Nicolaus, 1317, 3939. Außer ihm nur noch der Name des Vaters, Berthold, bekannt. 1 )

463) v. Werle, Jakob, 1318, 3954. Allein dieses Namens.

464) v. Lelkendorf, Burchard, 1318, 3987. Nur dieser und allein hier.

465) v. Basepol, R. Burchard, 1318, 3987.

S.: ein Steighaken, nach 3987 n.

466) v. Grabow, Ernst, 1318, 4003.

S.: a. Die bis 1360 in Meklenburg vorkommenden v. Grabow werden kaum alle zu der bekannten Familie - s. b. - gehört haben, sondern zu einer anderen, von welcher Berthold, 1396, Lüb. Ub. IV, S. 724 n, einen aufgerichteten Krebs führte;

b. ein Schrägbalken, belegt mit drei Rosen (?), 1364, oder drei Sternen, 1382, 16/X. Aus dem Schrägbalken ist später, wahrscheinlich auf Grund gelehnter Schilde, ein Querbalken gemacht. Siebm., welcher III, 164, noch den Schrägbalken hat, giebt V, 154, den Balken r. in w. mit w. Sternen, Bagmihl III, 34, mit g. Sternen; in den gemalten Wappen zu Dargun aus dem Ende des 15. Jahrhunderts sind Feld und Sterne g. Es scheint, als ob Bagmihls Angabe die größte Wahrscheinlichkeit für sich hätte.

H. Siebm. giebt III, 164, als Kleinod zu b. an einen r. Stern, 154, eine bl. (!) Straußenfeder zwischen zwei w. Auf einem Epitaphium zu Proseken aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist der Balken mit den Sternen als Pfahl auf einem viereckigen Schirmbrette angebracht, und eine ähnliche Beschreibung giebt Bagmihl, so daß diese Anordnung für zutreffend zu halten sein wird.

467) v. Peetsch, R. Johann, 1318, 4007.

S.: nach Dr. Wigger zu 1331, 5286, drei "aufrecht stehende Balken, welche jedoch an jeder Seite drei ganz kleine Quersprossen haben (gestümmelte Steighaken?)." Mir scheinen die Schildfiguren eher Schachrochen zu gleichen, die an den Seiten mit Knöpfen besetzt sind. Anders, aber ebenso unsicher erscheinen die Figuren auf einem Siegel von 1392, 4/XII, doch widerspricht die skizzenhafte Zeichnung desselben, welche ich sah, meiner Annahme nicht.


1) Löser v. Rehfeld, 1318, 3949, ist wohl schwerlich zur meklenburgischen Mannschaft zu rechnen.
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468) v. Brodersdorf, Johann, 1318, 4007. Nur dieser und allein hier, zu Neukalen. Ebenso

469) Musehar, Dethlev, 1318, 4007.

470) Ummereiseke, Johann, R., 1318, 4007.

Schild

S.: a. eine Pflanze mit drei Blättern, 1335, 5605, v. Maltzan, Taf. VIII;

b. gespalten, vorne ein Flügel an der Theilung, hinten neun Pfennige paarweise über einander, 1340, 6027.

471) v. Santow, Nicolaus, 1318, 4008.

S.: ein vierspeichiges, am äußeren Rande sägeförmig gekerbtes Rad mit viereckiger Nabe (also ein Mühlrad) in der eine kleine Figur wie ein gekrönter Thier= oder Menschenkopf, 1353, 7744.

472) v. Hülsingen oder Hülsen (Bremen oder Lüneburg), Helmold, 1318, 4025. Nur dieser.

473) v. Steinborn (?), Johann, 1318, 4026. Nur hier als Rath des Herrn Johann zu Werle.

474) v. Wüstenfelde, Johann, 1319, 4039. Nur dieser und nur hier, zu Dargun.

475) v. Sukow (Pommern), R. Dietrich, 1319, 4046.

S.: getheilt, oben zwei Bärenköpfe, unten leer, 1350, 7111. Siebm. V, 158, giebt die Bärenköpfe ssch. in w., das leere Feld bl., trennt aber dies von dem oberen durch einen r. Faden.

H.: nach Siebm. ein Bärenkopf.

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476) Schlicht, R. Burchard, 1319, 4060.

S.: ein großer, schreitender Vogel, vielleicht ein Kranich, 1361, 8837.

477) v. Tarnewitz, Walter, vor 1319, 4070.

S.: ein gewässerter Schrägbalken, 1319, 4071, w. in r.

H.: ein geschlossener Flug, 1437, 30/XII. Im 16. Jahrhundert finden sich die Flügel r. und mit dem Schrägbalken belegt, Lat. hat solchen aber nicht.

478) v. Harkensee, Rudolf, 1319, 4070. Nur dieser und allein hier.

479) Spet, Friedrich, 1319, 4081. Nur dieser und allein hier.

480) v. Redekewitz (Pommern), Boleslav, 1319, 4081. Nur dieser und nur hier.

S.: ein Löwe.

481) v. Alverstorf (Holstein), Eckehard, 1319, 4082.

S.: ein Adler, dessen linker Flügel verkehrt gestellt ist.

H.: Hörner, deren Spitzen mit je einer Kugel besteckt sind. 1320, 4240. Milde, S. 35 und T. 4.

482) v. Alkun (Pommern), Heinrich, 1319, 1090.

Schild

S.: ein flacher Becher oder Schauer, 1347, 6771.

483) v. Lantow, Johann, 1319, 4152.

S.: drei Sterne, schräge gestellt, 1344, 6466.

484) v. Micheelsdorf, Heinrich, 1320, 4156.

S.: gespalten, vorne eine halbe Lilie an der Theilung, hinten ein links gewendeter halber Mond, 1344, 6424.

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485) v. Koppelow, Erich, 1320, 4161.

S.: fünf Rauten, 2, l, 2 gestellt, 1392, 11/III, r. in w.

H.: eine wachsende Jungfrau, nach Lat. eine Straußenfeder, nach v. H. eine Nelke, nach G. ein Beil haltend, also ursprünglich wohl ein Jungfrauenrumpf.

486) v. Zülen (Holstein), Hermann, 1320, 4174.

Schild

S.: eine quer gelegte, geschachte Pfeilspitze mit Widerhaken, 1324, 4503. Milde, S. 130 und T. 13. Nach v. H. war die Pfeilspitze w. und sch. geschacht in gr. (!), nach G. von r. und sch. in bl.

H.: nach v. H. und G. die Pfeilspitze aufgerichtet mit einem Pfauenfederbüschel. Vgl. Milde, v. Borstel und Wulf. Vgl. Nr. 489.

487) v. Kritzemow, Hermann, 1320, 4176. Nur dieser und nur hier.

488) Böhme, N., 1320, 4176. Nnr dieser und nur hier.

489) v. Scharfenberg (?), R. Johann, 1320, 4187.

S.: eine quer gelegte, geschachte Pfeilspitze mit Widerhaken, 1315, 3749, nach v. P. r. und w. in bl. Vgl. Nr. 486.

H.: Hörner, Milde, S. 112 und Taf. 12. Wenn v. P. und wohl nach ihm v. L. auf dem Helme eine gestürzte Spitze angeben, so ist das eine spätere, widersinnige Erfindung; hat das Geschlecht in der Folge für die Hörner den Strahl genommnen, so mußte dieser mit der Spitze aufwärts gestellt werden, wie bei den v. Borstel und Wulf.

490) v. Rederen (?), R. Redeke, 1320, 4195. Nur dieser.

491) v. Püschow, R. Subislav, 1320, 4206.

S.: a. zwei gekreuzte Haken, "in welche je eine Kette von drei Gliedern eingehakt ist," 1320, 4210;

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b. "zwei gekreuzte Kettenstäbe von je drei Ringen," 1335, 5595;

c. zwei gekreuzte Instrumente: "drei über einander auf einem Stiele stehende Ringe," 1350, 7067;

d. zwei gekreuzte Gegenstände: von einem Stiele aus gehen drei Windungen aufwärts und dann wieder abwärts, um wieder zum Stiele zurückgekehrt einen wagerechten, nach auswärts gewendeten Haken zu bilden. Sollte es eine Peitsche mit kurzem Stiele sein, deren langer Schlag in drei Windungen zusammengelegt ist? 1358, 8489.

Schild

H.: "mit einer Kette belegt, vorn, oben und hinten ein Wedel und dazwischen Federn," 1370, 22/I.

492) v. Rese, Johann, 1320, 4209. Nur dieser und nur hier.

493) v. Sack (Hinterpommern?), Heinrich, 1320, 4214. Nur dieser und nur hier.

494) v. Kerkow (Brandenburg), R. Dietrich, 1320, 4217.

S.: eine seitlich gerichtete Greifenklaue, 1326, 4717.

495) v. Greifenberg, R. Gottfried, 1320, 4217.

S.: getheilt, oben ein wachsender Löwe, unten ein vorwärts gekehrter Hirschkopf, 1376, 1/V.

496) v. Blankenburg (Brandenburg), Henning, 1320, 4217.

S.: ein seitlich gewendeter Bockskopf, 1326, 4717, nach v. P. w. in bl. mit sch. (?) Hörnern.

497) Stüve, N., 1320, 4246.

S.: drei Löwen, 1326, 4779.

498) v. Kossebade, R. Gemeke, 1320, 4247.

S.: nach v. H. von r. und w. gespalten mit einer Lilie in gewechselten Tincturen, dagegen nach v. L. gespalten, vorne in g. eine r. Lilie, hinten in r. eine halbe g. Lilie, an die Theilung geschlossen.

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H.: ein Federbusch und jederseits vier Fähnchen, 1350, 7142, ohne Federbusch, 1440.

499) v. Blengow, Heinrich, 1321, 4270.

S.: ein etwas phantastisch gestalteter, gekrönter Fisch, aufrecht.

500) v. Bobitz, Timme, 1321, 4270. Nur dieser und nur hier.

501) Boidewin (v. Kartlow), Johann, 1321, 4274.

S.: ein aufrecht gestellter Fisch.

502) Höbe, Dietrich, 1321, 4276.

S.: eine Rose, 1349, 6953, nach Siebm. V, 153, r. in w., jedoch wohl im gespaltenen Schilde mit gewechselten Tincturen von Hause aus, wenn auch die Siegel a. a. O. eine solche Anordnung nicht zu erkennen geben, da v. H. ein Siegel von 1491 abbildet, auf dem die Spaltung ersichtlich ist. Eine Darstellung in der Kirche zu Levin an der Kanzel von 1575 zeigt die Rose aus sechs abwechselnd r. und w. Blättern bestehend in r., aber dies dürfte auf Mißverstehen einer mündlichen Anordnung zurückzuführen sein.

H. Die Wappen zu Levin haben eine halbe Rose auf dem Helme, Siebm. und die übrigen neueren Autoren geben sie ganz zwischen von w. und r. übereck getheilten Hörnern. An einer Brüstung zu Levin von 1581 sieht man die Hörner mit einem Bande umwunden.

503) v. Pentz, R. Raven, 1321, 4279.
Schild

S. Die älteste beobachtete Gestaltung der Schildfigur ist ein stehender, nicht ein aufgerichteter Löwe, 1395, Lüb. Ub. IV, S. 708, 710, und ebenso zeigen diesen Siegel von 1422, ebd. VI, S. 460 und 1438. Ein Siegel von 1453 hat ihn aufgerichtet, eins von

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1480 leopardirt. Ob von jeher, beziehentlich seit wann, der Löwe mit goldenen Pfennigen belegt ist, steht dahin.

H.: zwei an den Seiten des Helmes befestigte, aufrecht stehende, mit einer dritten wagerecht darauf gelegten sich kreuzende Stangen, deren freie Enden sämmtlich mit Hahnenfederbüschen verziert sind, 1321, 4279, sowie auch 1329, 5025; ebenso die v. Mertzel in Holstein nach Milde, Taf. 9. Dann kommen schon 1387, Lüb. Ub. IV, S. 535, vier Wedel, zwei wagerechte, zwei senkrechte, verschränkt vor, und 1513, v. Maltzan IV, 431, wird als Helmzier ein r. viereckiges Gitter angegeben. Lat. hat vier Pfauenfedern und ebenso Siebm. I, 129, - anderswo ganz abweichend - und MW. und v. L. vier Lanzen mit Pfauenfedern auf den Spitzen.

504) v. Bekendorf (bei Boizenburg), Hermann, 1321, 4284.

S.: ein aufgerichteter Fuchs? 1345, 6545.

505) v. der Hude (Ritterhude an der Wümme nach Dr. Krause), R. Martin, 1321, 4286.

S.: quergestreift, 1340, 6062, von w., sch. und g. nach Siebm. I, 186.

H.: seitwärts je ein Federbusch und - wahrscheinlich - oben zwei. Siebm. giebt in den Farben des Schildes gestreifte Hörner.

506) Schadeback, R. Henning, 1321, 4301.

507) Mund II, Nicolaus, 1321, 4303.

H.: ein Bügel, an dem jederseits zwei Fähnchen mit Federchen an den Spitzen angebracht sind, 1342, 6199.

508) v. Subzin, Wolf, 1322, 4322.

509) v. Tulendorf, Nicolaus, 1322, 4333.

S.: gespalten: a. vorne ein halber Adler, hinten drei Sterne schräge rechts;

b. vorne ein halber Adler, hinten eine sechsblätterige Rose, 1349, 6938;

c. vorne ein halber Adler, hinten drei Rosen über einander, 1387, 20/I.

Nach v. P. waren der Adler sch. in g., die Rosen r. in w.

H.: drei Straußenfedern, r., w., sch. nach demselben.

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510) v. Neuenkirchen III (bei Friedland ?), R. Bernhard, 1322, 4340.

S.: drei Sparren, v. Behr III, S. 37, nach Micraelius bl. in w., nach Siebm. sch. in w.

H.: ein Pfauenfederbusch.

511) v. Klepzig (Mark), R. Albrecht, 1323, 4443.

512) v. Brakdorf (Holstein), Eckehard, R., 1323, 4457.

S.: ein anspringender Hund.

H.: auf einer gemeinschaftlichen, den vorwärts gekehrten Helm umgebenden Basis fünf flache, in der Mitte eingezogene Federköcher. Milde, S. 16 und Taf. 1.

513) Kapphingst, Hartwig, 1323, 4469.

S.: ein Pferd, gezäumt und trabend, 1341, 6135, nach der v. Stralendorf'schen Ahnentafel von 1600 aus S. Marien in Wismar, jetzt in Gamehl, sch. in w., und ebenso bei Schlichting, nach v. L. aber r. in w.

514) v. dem Kroge, Balduin, 1323, 4471.

S.: ein steigendes Einhorn, 1333, 5408. Eine sehr kuriose Darstellung giebt Schlichting: "Im r. Felde sitzt eine bl. gekleidete Jungfrau auf einem g. Armstuhle, welche einem gegen sie aufgerichteten w. Einhorn die Hände entgegenstreckt; auf dem Helme ein Baum und dahinter ein trabendes w. Einhorn". 1 )

515) v. Stavenow (Prignitz), Henning, 1323, 4471.

Schild

S.: mit vier großen Spitzen der Länge nach getheilt. 1 )

516) v. Wamekow, Nicolaus, 1324, 4561.


1) Vielleicht sind 514 und 515 erst später einzureihen.
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Schild

S.: ein Schrägbalken, belegt mit drei Lilien hinter einander.

517) v. Hoikendorf, Jakob, 1324, 4575.

S.: ein Mühlstein mit einem Ausschnitte an der linken Seite, quer getheilt, 1395, Lüb. Ub. IV, S. 711.

518) v. Lepzow, Hildebrand, 1325, 4604.

S.: ein halber, springender Stier, 1356, 8218.

519) Rode, Bernhard, 1325, 4676.

S.: ein Schrägbalken, nach Milde, Taf. 11, wenn die dabei genannten Rode zu unseren gehören.

H.: drei Schäfte mit Federbüschen, 1391, J. XXIII, S. 205, Lüb. Ub. IV, S. 713.

520) v. Stade, Johann, 1326, 4698.

521) up dem Berge, Otto, 1326, 4749.

522) v. Nemerow, Bernhard, 1326, 4749.

523) v. Goldbek, Heinrich, 1326, 4749.

524) v. Bretzke (Altmark), R. Degenhard, 1326, 4763.

S.: mit einem pfahlweise und zwei als Andreaskreuz gelegten Bändern, die an ihren Enden mit je einer Rose belegt sind, 1434, 23/III (Lüb.). Schlichting giebt die Bänder w. in bl. und Füße statt der Rosen. 1 )

525) Wedermude, Eckehard, 1327, 4869.

S.: ein halber, springender Bock, 1391, J. XXIII, S. 205.

526) v. Schwartz, Albrecht, 1327, 4872.


1) v. Vietinghof (?), R. Heinrich, 1327, 4857 und 4869, wohl nur vorübergehend in Meklenburg.
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Schild

S.: zwei gekreuzte Hiefhörner, die Mundstücke unterwärts, 1354, 7931.

527) v. Parsenow (?), Heinrich, 1328, 4917.

S.: nach einem Siegel von 1430 sicher kein Engelskopf, wie Siebm. V, 165; eher eine Rose zwischen zwei Vogelbeinen.

528) v. Rosenhagen II (bei Schwerin), Heinrich, 1328, 4962.

Schild

S.: zwei gekreuzte Rosenbäumchen.

H.: nach v. P. zwei Rosen zwischen zwei Fähnchen.

529) Unrowe, Otto, 1328, 4966.

S.: mit zwei ganzen und zwei halben Spitzen getheilt.

H.: ein hoher Federbusch, 1386, 10/II.

530) Wenkstern, Dietrich, 1328, 4977.

Schild
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S.: ein sechs=, auch siebenstrahliger Stern, 1326, 4768, 1341, 6135 (3), und 1357, 8382, w. in bl.; nirgends eine Spur von den drei r. Rosen in den Schildwinkeln, die also eine spätere Verschönerung sind.

H.: der Stern und dazu ein Schaft mit einem Hahnenfederbusch, 1357, 8382. Auf dem öfter genannten v. Peckatel'schen Epitaphium in Wismar ist der Stern von zwei Rosen begleitet, von den Armen aber, die den Stern halten, und dem Beine zwischen den Armen nichts zu sehen, während Lat. einen Stern über einem Baumstamm zwischen Hörnern hat.

531) v. Rastorf (Holstein), N., 1329, 5021.

Da es sich a. a. O. nur um einen Pfandbesitz des Fischlandes handelt, so ist dies übrigens nur vorübergehend in Meklenburg ansässige Geschlecht gemäß 6343 vielleicht erst 1343 einzureihen.

S.: gespalten, vorne ein Flügel an der Theilung, hinten vierfach getheilt. Milde, S. 4 und Taf. 1.

532) v. Schwerin, genannt vom Wulveskroge, Alexander, 1329, 5046n. Wahrscheinlich identisch mit den v. Schwerin I, N. 205. Vgl. 5046n, 5419, 6668, 8709. v. Maltzan II, S. 340, 386.

S.: zwei Schrägbalken, 1360, 8709.

533) Paschedach, Albrecht, 1329, 5056.

S.: ein aufgerichteter Krebs, 1356, 8246.

534) v. Wesenberg (Holstein), Wedege, 1329, 5090.

S.: eine quergelegte Pfeilspitze mit Widerhaken. Milde, S. 137 und Taf. 13.

535) v. Federow, Nicolaus, 1330, 5161. Nur dieser und nur hier, zu Penzlin.

536) v. Dokerstorp (?), Hartwig, 1330, 5161. Nur hier, zu Penzlin.

537) v. Zelle, Johann, 1330, 5192. Nur dieser und nur hier, beim Bischofe von Schwerin.

538) v. Rankendorf, Hartwig, 1331, 5213A.

H.: an einer querliegenden Stange jederseits des Helmes ein Federrad.

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539) v. Küsserow, Heinrich, 1331, 5220.

S.: ein Andreaskreuz, jedes Ende und die Mitte mit einer Rose belegt.

540) v. Poppendorf, Heinrich, 1331, 5286.

S.: gespalten, vorne eine halbe Lilie, hinten nach einem Vidimus des Rathes zu Malchin von 1423, Masch, v. Kardorff, S. 301, en halft mo e rkoy, auch 1386, 7/VI, ein halber Rindskopf.

541) v. Klive, (?), Nicolaus, 1331, 5291.

542) v. Lukow II, Berthold, 1332, 5294.

S.: vier Schrägbänder, 1334, 5544.

543) v. Sandow, Heinrich, 1332, 5344. Nur dieser und nur hier.

544) Daam v. Büschow, 1332, 5348.

Schild

S.: ein Greifenkopf, 1430, 27/IV.

H.: derselbe, Lisch, MU. II, S. 140. Vgl. Ub. Nr. 8918 n.

545) v. der Specken, Raven, 1332, 5369. Ob zur Mannschaft gehörig? S. 5370.

Schild
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S.: über einer Lilie ein Sparren, an den sich oberwärts je eine halbe Lilie anschließt, 1357, 8349.

546) v. Roggentin (bei Röbel), Otto, 1333, 5386.

S.: gespalten, vorne eine halbe Lilie, hinten ein halber Adler.

547) v. Zirzow (bei Röbel), Heinrich, 1333, 5386. Nur dieser und nur hier.

548) Dargezslav, Dargetze, Dargse, Darves, 1333, 5399.

Schild

S.: gespalten, vorne 8 bis 15 Nagelköpfe oder Pfennige, hinten eine Ranke mit Blättern, auch eine Pflanze. A. a. O. und 7950, Milde, S. 58 und Taf. 6. G. giebt eine ganz abenteuerliche Blasonnirung, deren Mittheilung unnöthig erscheint.

549) v. Tarnow, Walter, 1333, 5446.

S.: drei seitlich gewendete Halbmonde.

550) v. Schönberg (bei Parchim), Dethard, 1333, 5464.

S.: eine Kugel, begleitet von drei Sternen, 1353, 7717. J. XI, T. 1.

551) v. Wotenick (Pommern), Johann, 1335, 5570.

Schild
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S.: gespalten, vorne ein halber Flug, hinten zwei schräge links gestellte Rosen, von denen die untere gespalten an der Theilung liegt.

552) v. Schwerin III (Alt=Schwerin?), Johann, 1335, 5598. Derselbe begegnet zu Röbel als Zeuge bei einer Stiftung zu Alt=Röbel und könnte identisch sein mit dem, welcher 1343, Lüb. Ub. II, S. 726, zu Lübek eine Zahlung für den König von Schweden entgegennahm, da dieser dieselbe Figur im Schilde führte, welche die bereits von Lisch, v. Oertzen I, S. 18, konstatirte Familie v. Schwerin im südlichen Meklenburg hat, nämlich einen bis über den Ellenbogen nackten Arm, der einen Ring hält; in der Folge erscheinen auch wohl zwei Arme, v. Oertzen, T. III. Weiter dürfte der zu Satow bei Malchow angesessene Friedrich, 1344, 6401, dazu gehören, sicher aber der, 1346, 6686, zu Güstrow zeugende Otto, von dem ab Lisch, a. a. O., den Stammbanm aufgemacht hat.

553) v. Salitz, Johann, 1335, 5612.

554) v. dem Broke III (bei Klüz), Dethlev, 1335, 5612.

S.: sechs Mal längs gestreift, 1349, 6950, sieben Mal, 1529, vielleicht w. und r., denn die beiden Wappenschilde, welche ehemals in einem Fenster des Klosters zu Ribnitz zu sehen waren und von Slaggert Lübischen Geschlechtern zugeschrieben werden, obschon keines diese Schilde führt, sind allem Ansehen nach die der vom Hagen und der ihnen nachbarlich im Klüzer Orte gesessenen vom Broke.

S. J. XXVIII, S. 319. G. giebt ein ganz falsches Wappen.

555) v. Reppenhagen, Nicolaus, 1335, 5612.

556) v. Poppentin, Otto, 1335, 5624.

S.: mit vier Sternen längs jedem Schildrande belegt, 1393.

557) v. Möllendorf, Ludolf, 1335, 5624.

558) v. Schmachtenhagen, Schmatzhagen (Ukermark), Heinrich, 1336, 5651.

S.: ein wellig gezogener Schrägbalken, 1404, v. Behr III, S. 153; drei solcher, 1605, Pyl, Greifsw. Kirchen I, S. 583, nach Siebm, bl. in w.

H.: nach Siebm. V, 159, drei w. Straußenfedern.

559) v. Buggelmast (= Neukalen), Janeke, 1336, 5690.

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560) v. Holtebötel (Verden), Hermann, 1336, 5713.

S.: eine seitlich gekehrte Adler= oder Greifenklaue, 1339, 5797.

561) Kortenacke, Friedrich, 1337, 5731.

S.: eine männliche Büste mit langem Haar, vorwärts gekehrt.

562) Stallbom, Friedrich, 1337, 5739.

S.: ein halber, steigender Bock, 1353, 7778.

563) v. Speckin (?), N., 1337, 5785.

S.: ein oben mit drei Doppelzinnen versehener r. Querbalken in w., oben und unten von einer r. Rose begleitet.

H.: eine Mauer und auf jeder Zinne eine weiße Straußenfeder, nach Siebm. V, 159.

564) v. Vitorgestorp (Torriestorf), Nicolaus, 1338, 5876. Nur dieser und allein hier, zu Bussewitz.

565) Berse, v. Bersen (?), Barsse, Heinrich, 1338, 5882.

S.: im Schildeshaupte zwei Rosen neben einander, nach v. H. r. in g., nach C. J. v. Behr und v. L. r. in w., was glaublicher, da die Theilung öfter gar nicht erkennbar ist; darunter der Schild fünf, sechs oder sieben Mal schräge gestreift, w. und r., 1395, 8/IX.

H.: nach v. H. drei gr. (!) Straußenfedern, nach G. eine r. Rose, aus welcher drei g. Säulen, mit Pfauenfedern besteckt, also wohl drei Wedel, hervorgehen.

566) Brasche, Dethard, vor 1338, 5890.

S.: ein steigender Hund mit Halsband.

567) v. Büssow (Pommern), Reimar, 1338, 5890. Nur dieser und nur hier.

568) v. Kittendorf, Snering, 1338, 5890. Nur dieser und nur hier.

569) Witte, Gerhard, 1338, 5890.

S.: drei Rosen, 1396, 6/I.

570) v. Plaasten, Otto, 1338, 5890.

S.: gespalten, vorne an der Theilung ein Flügel, hinten eine halbe Lilie, 1362, 11/II, nach Siebm. III, 166 sch in g. und w. in r.

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H.: sieben Fähnchen.

571) Ramel, Arnold, R., 1339, 5927.

S.: schräge getheilt, 1282, 1608, 1345, 6515, 1366, 31/X. G. und Bagmihl I, 160, geben einen getheilten Schild, in dem oben ein Stern, g. in r., und der unten geschacht ist, nach G. r. und w., nach Siebm. V, 162, und Bagmihl sch. und w.

572) Höfisch, Heinrich, 1339, 5941.

S.: drei Seeblätter, in Form eines Schächerkreuzes gegen eine Kugel gestellt.

573) Snepel v. Benitz, Johann, 1339, 5950.

Schild

S.: gespalten, vorne ein Flügel an der Theilung, hinten eine halbe Lilie, 1345, 6492.

574) v. Wanenberg (Hoya), Johann, 1339, 6008.

S.: eine Lanzenspitze, schräge gelegt, 1342, 6246.

575) Slüter, Hermann, vor 1340, 6027. Allein dieser.

576) Bussewitz, Johann, 1340, 6032. Nur dieser und nur hier.

577) Trendekopp, Nicolaus, 1341, 6153.

S.: ein Schrägbalken, welcher in der Mitte mit einem Menschenkopfe in seitlicher Ansicht und oben und unten mit einem Sterne belegt ist.

578) Döring, Berthold, 1342, 6197.

S.: gespalten, vorne ein Flügel, hinten vier Mal schräge links getheilt, ebd., oder zwei linke Schrägbalken, 1353, 7778.

579) Flöre, Flöreke, Heinrich, 1342, 6240.

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580) v. Adrim, Adrum (?), Heinrich, 1342, 6246.

S.: nach Siebm. I, 178, in w., mit sch. Kreuzen bestreutem Felde drei sch. Hahnenköpfe; ebenso Schlichting, aber v. H., v. P. und G. tingiren die Hahnenköpfe r. und haben die Kreuze nicht.

H.: ein Hahnenkopf.

581) Geilhop, Walter, 1343, 6287.

582) Hösik, Dietrich, 1343, 6313 (oder schon 1308, 3237, einzureihen?).

S.: eine Lilie, 1396, 26/VI. Lat. hat noch drei Kugeln unter derselben.

H.: nach Lat. eine Lilie.

583) v. Mölln, Markwart, vor 1343, 6333.

S.: ein geschachter Sparren.

584) v. Schwarfs, Henneke, 1343, 6361.

585) v. Manderow, Konrad, 1343, 6361.

586) v. Güstow II (bei Neubukow), Nicolaus, 1344, 6449.

587) v. Gummern (Lüneburg), Arnold, 1344, 6451.

S.: eine vom linken Schildrande unten nach der oberen rechten Schildecke sich krümmende Spitze, 1387, 3/V, J. XXXVIII, S. 237, vielleicht nur die rohe Darstellung eines Astes, ein schräge gelegter, durchgehender, an beiden Seiten zwei Mal geästeter Stamm, 1414, 31/X, ein Stamm mit zwei gestümmelten Zweigen, schräge gelegt, 1462.

588) v. Distelow, Hermann, 1345, 6496.

S.: eine schräge gelegte, gespaltene, halbe Lilie, 1372, 22/II.

589) v. Demetze (?), Johann, 1345, 6545.

H.: zwei Federbüsche aufrecht und je einer seitlich wagerecht.

590) v. dem Moore, Johann, 1346, 6657.

591) v. Woggersin, Konrad, 1346, 6708.

S.: drei Wolfsköpfe.

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592) Vieregge, Dietrich, 1346, 6709.

S.: drei Brunnenhaken, 1347, 6751, sch. in w.

H.: ein sch. Hundskopf mit Halsband, 1399, 16/V, ebenso noch 1452, v. Maltzan III, S. 246, hernach ein wachsender Hund.

593) v. Kassow, Hartwig, 1347, 6724.

594) Mule, Ulrich, 1347, 6755.

S.: quer getheilt.

595) v. Gubkow, Nicolaus, 1347, 6769.

S.: ein vorwärts gekehrter Löwenkopf.

596) Hoppe, N., 1347, 6769.

597) v. Zorow (?), Konrad, 1348, 6835.

598) v. Babbezin, Gemeke, 1349, 6978.

S.: nach v. H. in bl. ein von r. und w. geschachter Sparren.

H.: fünf r. Fähnchen.

599) Buk I, Nicolaus, 1349, 7011.

S.: drei schräge, hinter einander liegende Rauten, 1359, 8581, wie 1365, 29/VI, aber 1389, v. Maltzan II, S. 393, ein Schrägbalken, mit drei Rauten belegt.

600) v. Lebbin (Pommern), Peter, 1349, 7016.

S.: ein halber, springender Bock, 1352, 7615. v. H. giebt nach einem Siegel von 1428 einen ganzen Widder, und derselbe soll in r. sein.

H.: nach v. H. ein blauer Schiffsanker, das Ringende oben.

601) Sasse, Konrad, 1350, 7023.

S.: ein Adler.

602) v. Schlemmin, Dietrich, 1350, 7043.

S.: "ein gekrümmter Stockfisch, das Schwanzende oben", 1385, 16/IV.

603) v Wozenitz (?), Heinrich, 1350, 7117.

S.: drei wellig gezogene Querbalken, 1355, 8022, auch einer, 1360, 8793, nach v. P. bl. in w.

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H.: drei Pfauenfedern, 1466; auf einer gemalten Scheibe aus dem 16. Jahrhundert in der Kirche zu Alt=Karin drei Pfauenfederwedel, wie es scheint; nach v. P. eine gestürzte Vogelklaue zwischen zwei Straußenfedern.

604) v. Sürekow, Heinrich, 1350, 7136.

S.: a. ein Löwe;

b. getheilt, oben ein wachsender Löwe, unten geschacht.

605) v. Mistorf (bei Neukalen), Konrad, 1351, 7407.

606) v. Löwitz, Dietrich, 1351, 7449.

Schild

S.: ein Maueranker oder Doppelhaken, 1359, 8581.

607) Brokert, N., 1351, 7458.

608) v. Warnstädt (Halberstadt), Gerhard, 1351, 7474.

609) Wagenknecht, Johann, 1351, 7493.

610) v. Pustekow, Arnold, 1351, 7493.

611) v. dem Hofe, Konrad, 1351, 7499.

612) v. Janekendorf, Heinrich, 1351, 7510.

S.: nach einem Siegel zu Kloster Ribnitz ein 6strahliger Stern.

613) Schriver, Brand, 1351, 7528.

614) v. Alefeld (Schleswig), R. Benedikt, 1351, 7543.

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S.: gespalten, vorne ein Flügel an der Theilung, w. in bl., hinten vier Mal quergestreift von w. und r., nicht zwei r. Balken in w. Milde, T. 1.

H.: ein w. Hund, auf einem Kissen sitzend.

615) v. Swickow (Pommern), Markwart, 1352, 7577.

S.: drei Ringe (l, 2) unter einem Sparren, 1375, 6/XII.

616) v. Schönfeld III (?), R. Ludolf, 1352, 7594.

S.: eine Sonne, 1353, 7717.

617) Stoltevot, Friedrich, 1352, 7597.

S.: ein Thier - Hirschkuh? - mit aufgerissenem Maule, 1362, 4/IX.

618) v. Berchteheile (= Bargteheide, Holstein), Johann, 1352, 7602.

S.: ein Löwe, 1353, 7717.

619) v. Bornhöft (Holstein), Nicolaus, 1352, 7616.

S.: eine vom linken Schildrande rechtshin sich erstreckende Figur, gestaltet wie der Bart eines Schlüssels zu einem Chub=Schlosse oder wie eine quergelegte, dreilatzige Kirchenfahne, deren oberster Latz der längste, deren mittlerer aber kürzer ist als der unterste, und deren oberer Einschnitt tiefer ist als der untere.

620) v. Kölpin, Heinrich, 1352, 7616.

S.: nach meinem Dafürhalten eine Büste, seitlich bedeckt mit einem spitzen Hute, der einen Hahnenfederbusch trägt. Dr. Kindscher zu Zerbst, wo sich die betreffende Urkunde befindet, spricht die Büste jedoch für einen Helm an.

621) v. Bentin, Nicolaus, 1352, 7686.

622) v. Steinfeld, Johann, 1353, 7690.

S.: ein steigender Hund, 1355, 8114.

623) Krevet, Rikbern, 1353, 7694.

624) v. Nienstadt, Heinrich, 1353, 7704.

625) v. Hackeborn (bei Egeln), Albrecht, 1353, 7705.

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S.: nach Siebm. I, 172, ein halber, springender Hund, sch. mit r. Halsband in w., und

H.: derselbe wachsend.

626) v. Runow, Albrecht, 1353, 7749.

627) v. Rosenow, Reinhard, 1353, 7761.

S.: ein Schrägbalken, belegt mit drei Rosen, 1366, 7/XI.

628) v. Vitegest, Ludolf, 1353, 7771.

629) v. Kamptz, Heinrich, 1353, 7771.

Schild

S.: eine Lilie. 1356, 8234, r. in w.

H.: gegenwärtig und seit dem 16. Jahrhundert drei Straußenfedern und zwar eine sch. zwischen zwei r., eine Tingirung, die aber auf völliger Willkür beruht. Als solche wird sie durch Aussage aus der Familie vom Jahre 1616 documentirt, v. Kamptz, Fam. v. Kamptz, S. 38, nach welcher die Straußenfedern von Hause aus w. waren. Wenn nun solche überhaupt nicht die ursprüngliche Helmzier gebildet haben können, so wird man meiner Meinung nach durch das Siegel Hermanns von 1519, v. Kamptz a. a. O., S. 181, darauf geführt, daß das ursprüngliche Kleinod der obere Theil einer Lilie war und zwar einer w., wie genau eben solches Wappen sich ZW. 442 findet; ein Blick in den Siebm. zeigt, daß überall die halbe Lilie ein beliebter Helmschmuck der vielen Geschlechter war, die eine Lilie im Schilde führten.

630) v. Mirow, Dietrich, 1353, 7772.

631) v. Dannenberg, Johann, 1353, 7780.

S.: drei in drei Reihen geschachte Querbalken, w. und bl. in g., 1353, 7780,

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632) v. Teschendorf, Jakob, 1353, 7847.

S.: drei Ringe, 1356, 8258.

633) v. Schudern (?), Burchard, 1354, 7874.

634) Papesicher, N., 1354, 7934.

635) v. Harigen (Holstein), Nicolaus, 1354, 7973.

S.: ein Flügel.

636) v. Bentze, R. Andreas, 1354, 8016.

637) Däne v. Fahrenholz I (bei Rostock), Vollrath, 1355, 8030.

S.: gespalten, vorne eine Greifenklaue, hinten ein Querbalken, 1355, 8109.

638) v. Gottun, Jordan, 1355, 8035.

639) Drake, Reinhard, 1355, 8067.

S.: ein Drache, steigend, nach v. Behr IV, S. 85, r. in bl.

640) v. Biestow, Hermann, 1355, 8079.

S.: drei als Schächerkreuz gelegte, rautenförmige, stachlichte Blätter, nach den Schildwinkeln gerichtet.

641) v. Tribsees, Hermann, 1355, 8105.

S. Eine pommersche Familie des Namens, zu welcher Obiger wohl gehört haben könnte, führte nach v. Behr II, S. 23, acht mit den Stengeln zusammenstoßende heraldische Lilien (Karfunkelstein), später nach Siebm. V, 171, einen mit w. Lilien besetzten gr. Kranz in r.

642) v. Warbende, Heidenreich, 1355, 8122.

643) v. Alsleben, Bernhard, 1355, 8131.

S.: getheilt, oben ein wachsender Löwe, unten drei Rosen.

H. Flügel, auch dazwischen eine Rose.

644) v. Kammin II, Johann, 1355, 8143.

H.: auf seitlich gestelltem Helme drei vorwärts gerichtete, hinterwärts sich überbiegende, und drei rückwärts gerichtete, vorwärts sich überbiegende längere, schmale, etwas eingekerbte Blätter. Die Beschreibung a. a. O. ist nicht zutreffend.

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645) Wöste, Friedrich, 1355, 8143.

646) v. Fahrenholz II (bei IVenack), Friedebern, 1355, 8143.

647) v. Gantekow (?), Heinrich, 1356, 8233.

648) Ziselmund, Johann, 1356, 8233.

649) v. Altena, Engelke, 1356, 8246.

650) v. Lukow III, Dankwart, 1356, 8252.

S.: ein Flügel, quer gelegt.

651) v. Zittow, Nicolaus, 1356, 8264.

652) Stamp, Markwart, 1356, 8287.

653) Rotermund, Ernst, 1356, 8302.

S.: nach Siebm. V, 161, in r. ein w. Schrägbalken, belegt mit drei r. Rosen.

654) Wigger, N., 1356, 8302.

655) v. Plote II (Altmark) oder Bevernest, Werner, 1357, 8315, 8382. J. XXIII, 45.

S.: ein Baum oder eine Pflanze mit drei Wurzeln und jederseits drei Blättern, 1357, 8382, 1412, 5/II, ein Ast mit drei gestutzten und einem Zweige mit drei Blättern, in w., 1496, 8/XI. J. XXIII, S. 50.

H.: zwischen zwei Flügeln - sch. - ein Zaun oder ein Flechtwerk (Bibernest), 1496, 8/XI. Daraus ist später eine Kette gemacht.

656) v. Krevestorp (?), Wilhelm, 1357, 8317.

657) Vogedes, Brand, 1357, 8349.

Schild
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658) Nacke, Machorius, 1357, 8349.

659) v. dem Knesebeck, R. Ludolf, 1357, 8381.

S.: ein steigendes Einhorn, r. in w.

660) Kempe, Johann, 1357, 8405.

S.: Zwillings=Schrägbalken.

661) Buk II, Johann, 1357, 8406.

S.: getheilt, oben schräge getheilt, unten drei Seeblätter, Hans. Geschichtsq. II, S. 42.

662) v. Robertsdorf, Friedrich, 1357, 8406.

H.: eine Lilie, Hans. Geschichtsq. II, S. 39.

663) Kock, Johann, 1357, 8419.

664) v. Dummerstorf, N., 1358, 8453.

665) v. Bartelstorf, N., 1358, 8453, S. 262.

666) v. Krakow, Wolf, 1358, 8453, S. 262.

667) Haver, Siegfried, 1358, 8453, S. 275.

668) Struve, Nicolaus, 1358, 8453, S. 277.

669) v. Polchow, Dietrich, 1358, 8453, S. 280.

670) Kötelberg, N., 1358, 8453, S. 280.

671) v. Köselow, N., 1358, 8453, S. 280.

672) Woke, Dietrich, 1358, 8453, S. 280.

673) v. Stendal, Heinrich, 1358, 8459.

S.: zwei aufgerichtete, von einander gekehrte Beile, nach G. sch. in w.

674) v. Sanewitz (?), Heineke, 1358, 8520.

S.: drei Schrägbalken, 1373, 30/XI.

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675) Zabel oder Durebolte, Konrad, 1358, 8537.

S.: ein Schrägbalken, oben von zwei, unten von einer Raute begleitet.

676) Vateschild, Bernhard, 1358, 8558.

677) v. der Böken, Albrecht, 1359, 8561.

S.: zwei nebeneinander aufgerichtete Fische, 1389, v. Maltzan II, S. 386.

678) Nostaal, N., 1359, 8561.

679) Rentzel, N., 1359, 8561.

680) Selege, Hermann, 1359, 8564.

S.: ein Schrägbalken, 1388, 13/XII.

681) Hahnensee, N., 1359, 8564.

682) v. Parow (F. Rügen), Heinrich, R., 1359, 8565.

S.: a. gespalten, vorne und hinten eine Ranke mit drei Blättern, 1376, 16/VII.

b. gespalten, vorne ein halber, gekrönter Stierkopf, hinten eine Ranke, 1376, 21/XII.

H.: mit Federn besteckte Hörner, 1369.

683) Bassewitz, Gerhard, 1359, 8565.

Schild

Römer hat den Gerardus in 6153 auch als Gerhard Bassewitz genommen, aber es liegt meiner Meinung nach näher, jenen als Gerhard Jesewitz zu betrachten, denn es ist nicht abzusehen, wie der dem Lande Wenden angehörige Bassewitz dazu hätte kommen sollen, als Richter im Meklenburgischen zu fungiren. Daß übrigens

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die Bassewitz zu den wirklich eingeborenen Geschlechtern wendischen Ursprungs gehören, kann keinem Zweifel unterliegen; das unverhältnißmäßig späte Erscheinen derselben ist reiner Zufall.

S.: ein Eber, schräge gestellt, 1360, 8713, sch. in w.

H.: nach dem Grabsteine von 1391 in der Kirche zu Barsse ein Eberkopf, dessen Fell die Helmdecke bildet, 1470, 18/XI. Die Bezeichnung des Helmschmuckes von 1513, v. Maltzan IV, S. 432, als ein Wildschwein wird auch nicht mehr bedeuten. Später ist der Eber wachsend auf dem Helme dargestellt, und es sind, um bei der Vorwärtsstellung des Helmes Symmetrie zu erreichen, ein paar Elephantenzähne hinzugefügt, welche die neueren Autoren sonderbar genug als Fänge, d. h. als Eberzähne, bezeichnen.

684) Kind, Rudolf, 1359, 8602.

Die Lauenburgischen Kind, zu denen Obiger gehört haben könnte, führten im S.: drei Querbalken, mit Eisenhütchen hinter einander belegt, 1321, 4292.

685) v. Muggesfelde (Holstein), Nicolaus, 1359, 8633.

H.: ein Federfächer oder Reiherfedern hinter einander auf einem halbkreisförmigen Kamm, Milde, Taf. 13.

686) Wokert, Ludolf, 1360, 8712.

687) Rümeschöttel, N., vor 1360, 8720.

688) Swanen, Michael, 1360, 8723.

S.: eine Blume, um die drei größere, den Schildwinkeln zugewendete Blätter gestellt sind.

689) v. Winterfeld (Altmark), Hartmann, 1360, 8726.

Schild

S.: ein springender oder laufender Wolf, 1326, 4755 und 1346, 6643, w. in bl. Die heutige Garbe ist also spätere Zuthat.

H : zwei Arme über einem Wolfskopf, 1513, v. Maltzan IV, S. 432.

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690) v. Wolkow, Johann, 1360, 8729.

S.: eine geflügelte Pferdebremse, schräge gestellt.

691) Holle, Johann, 1360, 8756.

692) Krisent, Gerhard, 1360, 8756.

693) Kulebuz, Heinrich, R., 1360, 8789.

S.: ein "schrägrechter Balken," 1395, Lüb. Ub. IV, S. 710.


Namen=Register.


v. Aderstädt, 370.
v. Adrum, 580.
v. Aldegestorp, s. v. Oldagestorp.
v. Alefeld, 614.
v. Aikun, 482.
v. Alsleben, 643.
v. Altena, 649.
v. Alverstorf, 481.
v. dem Anker, 147.
v. Artlenburg, 98.
v. Averberg, 334.
v. Axekow, 298.

Babbe, 210.
v. Babbezin, 598.
Badelaken, 18.
Baier, 81.
v. Bakendorf, S. 131 n.
Balch, 112.
v. Bardenflet 236.
Barfot, 230.
v. Barlin, 88.
v. Barnekow, 70.
Barner, s. Berner.
Barold, 40.
v. Barsse, 565 u. S. 129 n.
v. Bartelstorf, 665.
v. Basepol, 465.
Bassewitz, 683.
Behr, 106.
v. Bekendorf, 504.
v. Bellin, 251.
v. Below, 14.
v. Bengerstorf, 418.
v. Benitz. 573.
v. Benten, 304.
v. Bentin 621.
v. Bentze, 636.
v. Benzin, 354.
v. Berchteheile, 618.
up dem Berge, 521.
Berkhahn, 146.
v. Berkling, 282.
v. Berne, 365.
Berner, 372.
Bernefür, 445.
v. Bernstorf, 366.
v. Berse, s. v. Barsse.
Berser, 80.
v. Bertekow, 127.

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v. Bertelsdorf, s. Bartelsdorf.
Bevernest, s. v. Plote.
v. Bibow, 36.
v. Biestow, 640.
v. Blankenburg, 496.
v. Blengow, 499.
v. Blese, 77.
v. Bliderstorp, S. 138 n.
v. Blisekow, 247.
Blixen, 119.
v. Blücher, 42.
v. Bobitz, 500.
v. Böddenstedt, 156.
v. Boddin, 455.
Böhme, 488.
Bohnensack, 415.
Boidewin, 501.
Boidewitz, 85.
v. Boienstorf, 447.
v. der Böken, 677.
v. Bokwold, s. v. Buchwald.
v. Boltendorf, 171.
v. Bornhöft, 619.
Both, 432.
v. Bralstorf, 113.
Brasche, 566.
Breide, 422.
v. Bresen, 209.
v. Bretzke, 524.
v. Brodersdorf, 468.
v. Brokdorf, 512.
v. dem Broke I, 32.
- II, 373.
- III, 554.
Brokert, 607.
v. Brokhusen, 245.
Brüsehaver, 141.
v. Brüsewitz, 25.
v. Brützkow, 67.
v. Buchwald, 336.
Budde, 349.
v. dem Buge, 173.
v. Buggelmast, 559.
Buk I, 599.
- II, 661.
Bulle, 423.
v. Bülow, 55.
Bune, 115.
v. Büne 144.
v. Büren, 114.
Busche, 301.
v. Büschow, 544.
Bussehl, 271.
Bussewitz, 576.
v. Büssow, 567.
v. Bützkow, 180.
v. Bützow I, 7.
- II, 150.
- III, 320.

Cocle, 441.

Daam, s. v. Büschow.
v. Dalberg, 248.
v. Dambek I, 250.
- II, 285.
v. Damekow, 196.
v. Damshagen, s. v. dem Hagen I.
Däne, s. v. Fahrenholz u. S. 72 n.
v. Dannenberg, 631.
Dargatz, 89.
v. Dargenow, 160.
Dargezslav I, 134.
- II, 548.
v. Dartzow, 159.
v. Dechow, 83.
v. Demen, 283.
v. Demetze, 589.
v. Dersentin, 339.
v. Dessin, 123.
v. Dewitz 184.
v. Dibow, s. v. Bibow.
v. dem Dike, 311.
v. Distelow, 588.
v. Dokerstorp, 536.
v. der Dollen, 332.
v. Domechow, s. v. Damekow.
v. Dören, 346.
Döring, 578.
v. Dotenberg, 168.
v. Dragen, 286.
v. Dragun, 9.
Drake, 639.
v. Driberg, 1.
v. Duding, 90.
v. Dummerstorf, 664.

v. Eckernförde, 175.
v. der Eikhorst, 385.
v. Eixen, 10.
v. Emmelndorf, S. 77 n.
v. Everingen, 12.

v. Fahrenholz I, 637.
- II, 646.
v. Falkenberg, 268.
v. Falkenhagen, 413.
v. Federow, 535.

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v. Feldberg, 356.
Fineke, 340.
v. Fliemstorf, 201.
Flöreke, 579.
v. Flotow, 121.
v. Freiberg, 13.
Frese, 228.
Funke, 16.

v. Gadebusch, 8.
v. Galenbek, 412.
Gamme, 20.
Gans, 45.
v. Gansedorp, 78.
v. Gantekow, 647.
v. Ganzow, 28.
Gargewitz, 261.
v. Geez. 300.
Geilhop, 581.
v. Gellersen, 288.
Gemeke, 462.
v. Gentzkow, 386.
v. Gerden, 363.
v. Gikow, 162.
v. Gletzow, 353.
Glöde, 302.
v. dem Gnemer, 38.
v. Gnoien, 323.
v. Gögelow, 396.
v. Goldbek, 523.
v. Goldenbow, 148.
v. Goldensee, 361.
v. Goldstädt, 290.
v. Gorow, 154.
Gothan, s. Mörder.
v. Gottberg, 404.
v. Gottun, 638.
v. Grabow, 466.
v. Grambow, 207.
v. Grammestorf, 409.
v. Greben, 242.
v. Greifenberg, 495.
v. Gremmelin, 314.
v. Griwole, 37.
v. Grönow, 208.
Grope, 299.
Grube, 21.
v. Grüssow, 325.
v. Gubkow, 595.
v. Gülze, S. 55 n 2.
v. Gummern, 587.
v. Gustevel, 267.
v. Güstow I, 68.
v. Güstow II, 586.
v. Güstrow, 414.
Gute, 411.
v. Gutow, 293.
v. Gützkow, 338.

v. Hackeborn, 625.
v. dem Hagen I, 189.
- II, 239.
- III, 380.
v. Hagenow, 3.
Hahn, 79.
Hahnensee, 681.
Hahnenstert, 322.
v. Hakenstädt, 105.
v. Halberstadt, 214.
v. Hallermund, 381.
v. Hamburg, 116.
Hardenack, 101.
v. Harigen, 635.
v. Harkensee, 478.
v. Haselow, 335.
Hasenkopp, 11.
v. Havelberg, 44.
Haver, 667.
v. Heidebrek, 187.
Heiden, 41.
Heket, 417.
v. Helpte, 387.
v. Hertzberg, 460.
v. Hitzacker, 442.
Hobe, 502.
v. dem Hofe, 611.
Höfisch, 572.
Hoge, 375.
v. Hoikendorf, 517.
v. Holldorf, 39.
Holle, 691.
Holste, v. Holstein, 234.
v. Holstendorf, 345.
v. Holtebötel, 560.
Hoppe, 596.
Hösik, 582.
v. der Hude, 505.
v. Hülsingen, 472.
v. Hundorf, 443.
Hüne, 279.
Hunger, 296.
Huskummer, 172.
Huxit, 64.
v. Huxal, 315.

v. Janekendorf, 612.
Jesewitz, 53.

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v. Jesow, 66.
v. Jlenfeld, 395.
v. dem Jorke, 140.
v. Jsenhagen, 109.

Kabold, 149.
v. dem Kalande, 120.
v. Kalsow, 73.
v. Kammin I, 272.
- II, 644.
v. Kamptz, 629.
v. Kanzow, 344.
Kapphingst, 513.
v. Karbow, 307.
v. Kardorf, 217.
v. Kargow, 401.
v. Karin, 200.
v. Karlow, 57.
Kartelwitz, 379.
v. Kartlow, s. v. Boidewin.
v. Karwe, 275.
v. Kassow, 593.
Katt, 273.
v. Kemerich, 374.
Kempe, 660.
v. Kerkow, 494.
v. Kessin, 135.
Ketelhodt, 69.
Kind, 684.
v. Kittendorf, 568.
v. Klaholt, 312.
Klawe, 108.
v. Klenow, 348.
v. Klepzig, 511.
v. Klinge 229.
v. Klive, 541.
v. Klöden, S. 58 n.
v. Kloddram, 5.
v. dem Knesebeck, 659.
v. Knesse, 76.
Knop, 431.
Knut, 74.
Kock, 663.
v. Kogel, 99.
v. Kölln, 244.
v. Kölpin, 620.
v. Koniat, 182.
v. Konow, 205.
v. Koppelow, 485.
Kortenacke, 561.
v. Kosegard, 337.
v. Köselow, 671.
Koß, 58.
v. Kossebade 498.
v. Kötelberg, 670.
Kotle, 441.
v. Krakow, 666.
v. Kramon, 138.
Kranz, 359.
Krauel, 388.
v. Kressin, 459.
v. Krevestorp, 656.
Krevet, 623.
Krisent, 692.
Krit, 377.
v. Kritzemow, 487.
v. Kröcher, 254.
v. dem Kroge 514.
v. Kröpelin, 51.
v. Kroppenstädt, 364.
Krull, 319.
Kruse, 212.
Küle, 438.
Kulebuz, 693.
v. Küsserow, 539.
v. Kuthdorp, 295.

v. Ladekopp, 195.
v. Lage, 317.
v. Langewörde, 213.
v. Langwedel, 92.
v. Lanken, 224.
v. Lankow, 399.
v. Lantow, 483.
v. Laßbek, 425.
v. Latendorf, 347.
v. Lebbin, 600.
v. Lehsten, 164.
v. Lelkendorf, 464.
v. Lenzen, 56.
Lepel, 91.
v. Lepzow, 518.
v. Lesen, S. 131 n.
v. Levetzow, 211.
v. Linstow, 287.
v. der Lipen, 190.
v. der Lobeke. 215.
v. dem Lohe, 221.
v. Lockstädt, 389.
Löser v. Rehfeld, S. 147 n.
v. Löwenberg, 362.
v. Löwitz, 606.
v. Lowtzow, 197.
v. Lübberstorf, 333.
v. Lübow, 30.
v. Lübzin, 436.

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Luch, 143.
v. Lüchow, 278.
v. Ludorf, 252.
v. d. Lühe, 111.
v. Lukow I, 342.
- II, 542.
- III, 650.
v. Lüneburg, 194, S. 55 n. 1.
v. Lützow, 328.

Mägdetrost, 237.
v. Malchow, 43.
v. Malenteke, s. v. Melenteke.
v. Mallin, 54.
v. Maltzan, 6.
v. Mandelshagen, 265.
v. Manderow, 585.
Mandüvel, 329.
Mann, 75.
v. Marin, 181.
v. Marsow, 4.
v. Masendorf, S. 55 n. 2.
v. Meding, 65.
v. Meinen, S. 91 n.
v. Melenteke, 59.
Metzeke, 93.
v. Micheelsdorf 484.
v. Minstädt, 403.
v. Mirow, 630.
Misner, 249.
v. Mistorf, 605.
v. Mödentin, 177.
v. der Mölen, 27.
v. Möllendorf, 557.
v. Mölln, 583.
Moltke, 170.
v. dem Moore, 590.
Mörder, 131.
v. Muggesfelde, 685.
Mule, 594.
Mund I, 218.
- II, 507.
Musehar, 469.
Musteke, 216.

Nacke, 658.
Negendanke, 331.
v. Nemerow, 522.
mit der Nese, s. Reddach.
v. Neuenkirchen I, 126.
- II, 369.
- III, 510.
v. Niendorf, 281.
v. Nienstadt, 624.
Nordmann, 263.
v. Nossentin, 458.
Nostaal, 678.

v. Oldenburg, 192.
v. Oldendorp, 122.
v. der Oldenstadt, 243.
v. Oldagesdorp, 16.
v. Oertzen, 178.
v. der Osten, 253.
v. Osterwald, 269.
v. Overberg, s. v. Averberg.

Pape, 308.
v. Papenhusen, 454.
Papesicher, 634.
v. Parkentin, 24.
v. Parow, 682.
v. Parsenow, 527.
v. Parum, 204.
Paschedach, 533.
v. Passentin, 449.
v. Passow, 306.
v. Peckatel, 118.
v. Peetsch, 467.
v. Pentz, 503.
v. Perlin, 241.
v. Petersberg, 424.
v. Petersdorf, 390.
Picht, 95.
v. Pinnow, 358.
v. Plaasten, 570.
v. Plate I, 26.
- II, 655.
v. Plau, 255.
v. Plessen, 107.
v. Plön, 420.
v. Plote, s. v. Plate.
v. Plüskow I, 72.
- II, 151.
v. Pöl, 48.
v. Polchow, 669.
v. Polen, 96.
v. Pölitz, 426.
v. Poppendorf, 540.
v. Poppentin, 556.
v. Pöterow, 84.
Pramule, 341.
v. Pravsthagen, 419.
v. Predöl, 448.
Prelle, 2.
Preen, 97.
v. Pressentin, 266.
Pritzbuer, 193.

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v. Püschow, 491.
v. Pustekow, 610.
v. Putlitz, 289.

v. Quetzin, 203.
v. Quitzow, 179.

v. Raden, 446.
v. Rambow, 316.
Ramel, 571.
v. Rankendorf, 538.
v. Rastorf, 531.
Raven, 284.
Reddach, 225.
v. Redekewitz, 480.
v. Rederen, 490.
v. Rehberg, 219.
v. Rehfeld, S. 147 n.
Rehschinkel, 139.
v. Rensow, 158.
Rentzel, 679.
v. Reppenhagen, 555.
v. Rese, 492.
v. Restorf, 152.
v. Retzow, 238.
v. Reventlow, 94.
v. Ribnitz, S. 116 n.
v. Rieben, 103.
v. Ritzerow, 34.
v. Robertsdorf, 662.
Rode, 519.
v. Rödelin, 397.
v. Rodenbeke, 22.
Rodevoß, 240.
v. Röggelin, 262.
v. Roggentin, 546.
v. Rohrbek, 256.
v. Rollstädt, 165.
v. Rome, Römer, 82.
Rone, 153.
v. Rosenhagen I, 258.
- II, 528.
v. Rosenow, 627.
v. Rosenthal, 157.
Roßkule, 232.
v. Rostock I, 223.
- II, 264.
Rotermund, 653.
Rubin, 125.
v. Rukiten, 327.
Rümeschöttel, 687.
v. Rumpshagen, 324.
v. Runow, 626.
Rüsboge, 421.
Ruze, 71.

v. der Sabel, s. v. der Savene.
v. Sack, 493.
v. Salitz, 553.
v. Samekow, 352.
v. Sandow, 543.
v. Sanewitz, 674.
v. Santow, 471.
v. Sanz, 310.
Sasse, 601.
v. der Savene, 23.
Schacke, 161.
Schackmann, 117.
Schade, 313.
Schadeback, 506.
Schalip, 110.
v. Schaliß, 174.
v. Scharfenberg, 489.
v. Scharnebek, 222.
Schele, 376.
v. Schepelitz, 357.
Scherf, 33.
v. Schlagbrügge, 87.
v. Schlagstorf, 124.
v. Schlemmin, 602.
Schlicht, 476.
v. Schmachtenhagen, 558.
Schmeker, s. Smeker.
v. Schnakenburg, 17.
v. Schönberg, 550.
v. Schönfeld I, 31.
- II, 360.
- III, 616.
v. Schönhusen, 383.
v. Schönwolde, S. 72 n.
v. Schossin, 351.
Schötze, 277.
Schriver, 613.
v. Schudern, 633.
Schütte, 259.
v. Schwan, 235.
v. Schwanbek, 391.
Schwanen, s. Swanen.
v. Schwansee, 350.
v. Schwarfs, 584.
v. Schwartz, 526.
v. Schwaß, 133.
v. Schwastorf, 407.
v. Schweden, 145.
v. Schwerin I, 206.
- II, 435.

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v. Schwerin III, 552.
v. Schwetzin, 355.
v. Schwickow, 615.
v. der Schwingen, 46.
v. dem See, 428.
v. Segeberg, S. 55 n. 2.
Seger, 155.
Selege, 680.
Sisik, 131.
v. Sitow, 430.
Slüter, 575.
v. Smarzenow, 257.
Smeker, 276.
Snepel, s. v. Benitz.
Söneke, 130.
v. Sparow, 309.
v. der Specken, 545.
v. Speckin, 563.
Sperling, 452.
Spet, 479.
v. dem Spiegelberge, 246.
Spole, 185.
Spottegeile, 260.
Sprengel, 408.
v. Stade, 520.
v. Staffelde, 186.
Stahl, 378.
Stallbom, 562.
Stamp, 652.
Stange, 191.
v. Stargard, 453.
v. Staven, 382.
v. Stavenow, 515.
v. Steinborn, 473.
v. Steinfeld, 622.
v. Stendal, 673.
Stint, 318.
Stockfisch, 294.
v. Stockflet, 188.
Stoisloff, 19.
v. Stöllnitz, 437.
v. Stoltenberg, 444.
Stoltevot, 617.
Storm, 198.
v. Stove, 100.
v. Stralendorf, 15.
v. Strohkirchen, 457.
Struve, 668.
v. dem Stüke, 233.
v. dem Sture, 406.
Stüve, 497.
v. Subzin, 508.
v. Sukow, 475.
Suleske, 104.
v. Sürekow, 604.
v. Süttorf, 132.
Swanen, 688.
Swartepape, 416.
Swichtup, 142.
v. Swickow, s. v. Schwickow.

Takelange, s. v. Schwan.
v. Tarnewitz, 477.
v. Tarnow, 549.
Tepling, 392.
v. Teschendorf, 632.
Tesmer, 47.
v. Teterow, 330.
v. Thomsdorf, 393.
v. Thun, 297.
v. Törber, 429.
v. Torriestorf, 564.
v. Torstorf, 280.
v. Tralow, 274.
v. Tramme, 202.
v. Travemünde, 220.
v. Trebbow, 35.
v. Trechow, 50.
Trendekopp, 577.
v. Tribsees, 641.
v. Tulendorf, 509.
Tunneke, 226.
Tütze, 434.

Unrowe, 529.
Ummereiseke, 470.

Vateschild, 676.
v. Vellan, 63.
v. Vicheln, 427.
Vieregge, 592.
v. Vietlübbe, 433.
v. Vifle, 29.
v. Vilist, 394.
v. Vitegest, 628.
v. Vitense, 227.
v. Vitinghoff, S. 155 n.
v. Vitorgestorp, s. v. Torriestorf.
v. Vizen, 167.
Vogedes, 657.
v. Vogelsang, 405.
Vole, 368.
Völtzeke, 86.
Voß, 166.
Vunke, 128.

Wackerbarth, 137.
Wadeschinkel, 384.

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Wagel, s. v. Pinnow.
Wagenknecht, 609.
v. der Walie, 107.
v. Walsleben, 129.
v. Walsmühlen, 367.
v. Wamekow, 516.
v. Wanenberg, 574.
v. Wangelin, 291.
v. Warbende, 642.
v. Warburg, 136.
Warguswitz, s. Tesmer.
v. Warnstädt, 608. v. Warsow, S. 91 n.
v. Waschow, 61.
v. Wedel, 451.
Wedermude, 525.
v. Weihe, S. 85 n.
v. Weisin, 305.
v. Weltzien, 231.
Wenkstern, 530.
v. Werben, S. 60 n. I.
v. Werle, 463.
v. Wesenberg, 534.
Wesent, 163.
Westfal, 461.
Wigger, 654.
v. der Wik, 270.
v. Windorf, 52.
v. Winterfeld, 689.
Witte, 569.
v. Wittenbek, 410.
v. Wittenburg, 60.
v. Wizek, 343.
v. Wodarge, 450.
v. Wodenswege, 176.
v. Woggersin, 591.
Woke, 672.
v. Wokenstädt, 402.
Wokert, 686.
v. Wolkow, 690.
v. Wolzow, 62.
Wöste, 645.
v. Wosten, 303.
v. Wotenick, 551.
v. Woz, 456.
v. Wozenitz, 603.
Wulf, 102.
v. Wulfsberg, 398.
v. dem Wulveskroge, 532.
v. Wüstenfelde, 474.

Zabel, 675.
v. Zachow, 400.
v. Zapkendorf, 292.
v. Zecher, 169.
v. Zelle, 537.
v. der Zenen, 199.
v. Zepelin, 321.
v. Zernin, 49.
v. Zernow, 183.
v. Zickhusen, 440.
v. Ziggelmark, S. 131 n.
Zirow, 371.
v. Zirzow, 547.
Ziselmund, 648.
v. Zisendorf, 326.
v. Zitlow, 651.
v. Zorow, 597.
Zoye, S. 89 n.
v. Zülen, 486.
v. Zülow,.439.


Schildfiguren=Register.


Adler, 403, 420, 481, 601; wachsend, 7; halbirt, 276, 342, 362, 509, 546. vgl. Doppeladler.
Adlerschenkel, 266, 293, 560. vgl. Greifenfuß.
Andreaskreuz, s. Schrägkreuz.
Angelhaken, 181, 244.
Anker, s. Schiffsanker.
Arm, 178, 188, 372, 552.
Balken, s. Querbalken, Schrägbalken.
Bäumchen, 39, 528.
Bär, 106, halber 57, 89.
Bärenkopf, 189, 286, 336, 355, 448, 475, 591.
Becher, 184, 482.

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Beil, 236, 357, 459, 673.
Birkhahn, 146, 170. 200.
Blatt, 100, 381, 640, 688. vgl. Seeblatt.
Bock, 4, halbirt, 525, 562, 600.
Bockskopf, 496.
Boot, 432.
Bremse, s. Pferdebremse.
Brunnenhaken, 592.
Büste, 90, 561, 577, 620.

Doppeladler, 14, 193, 387.
Drache, 639.

Eber, 682.
Eberkopf, 75, 207. vgl. Untier.
Einhorn, 152, 278, 514, 659; wachsend, 389.
Eisenhütchen, 683.
Eselskopf, 320, 321, 375.

Fackel, 372.
Feuerstahl, 32, 176, 338.
Feuerwedel, 445.
Fisch 103, 225, 297, 346, 380, 385, 406, 499, 501, 602, 677.
Flamme, 352.
Flug und Flügel 44, 49, 50, 70, 71, 162, 175, 193, 340, 363; halber, 212, 234, 264, 470, 531, 551, 570, 573, 578, 614, 635, 650.
Fuchs, 166, 245, 504.

Gans, 45.
Gerautet, s. Raute.
Geschacht, s. Schach.
Geteilt, s. Theilung.
Geviertet, s. Quadrirung.
Greif, halber, 313.
Greifenfuß, 1, 494, 560, 637. vgl. Adlerschenkel.
Greifenkopf, 330, 407, 544.

Hackmesser, 111.
Hahn, 36, 79, 83, 101.
Hahnenkopf, 580.
Hahnenrumpf, 322.
Hasenkopf, 6, 11.
Heidequast, 187, 338.
Helm, 123, 620.
Hiefhorn, 98, 129, 526.
Hirsch, 65, 215, 241; halber, 192, 197.
Hirschkuh, 617.
Hirschzweige, 62, 495.
Hund, 305, 306, 512, 566, 622; halber, 625.
Hut, 115, 308, 349.

Kameel, 254.
Karfunkelstein, 641.
Katze, 273.
Kerzenrechen, 211.
Kesselhaken, 74, 401.
Kesselhut, 69, 172, 201.
Klaue, 108, 334.
Kranich, 476.
Kranz, 123, 177, 641.
Krebs, 232, 466, 533.
Kreuz, s. Schrägkreuz.
Krug? 467.
Kugeln, 292, 550, 572.

Lanzenspitze, s. Spieß.
Ledermesser, s. Feuerstahl.
Leisten, 164.
Leiter, 148, 328.
Liedhänge? 222, 358.
Lilie, 150, 161, 208, 262, 393, 492, 498, 516, 545, 582, 629; gespalten, 284, 300, 303, 588; halbirt, 82, 135, 264, 276, 369, 372, 484, 492, 498, 540, 546, 570, 573.
Lilienstäbe, 53, 93, 641.
Löwe, 49, 159, 391, 422, 442, 497, 503, 604, 618; wachsend, 402, 495, 604, 643.
Löwenkopf, 19, 131, 595.

Maueranker, 142, 316, 333, 605.
Messer, 111, 186.
Mond, halber, 214, 484, 549.
Morgenstern, 438.
Mühlrad, 221, 471.
Mühlstein, 517.
Muschel, 396.

Nagelköpfe, s. Pfennige.

Pfeil, 15.
Pfeilschaft? 4.
Pfeilspitze, 4, 66, 169, 190, 238, 274, 425, 486, 489, 534.
Pfennige, 33, 55, 67, 470, 548.
Pferd, 513.
Pferdebremse, 25, 141, 231, 690.
Pflanze, 6, 124, 386, 470, 548.
Pfriemen, 97.

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Quadrirung, 35, 137; schräge, 208, 352, 431, 440? Querbalken, 1, 26, 34, 90, 118, 138, 227, 285, 329, 354, 360, 392, 439, 461, 631, 637; mehrere, 27, 82, 337, 342, 351, 614, 684; gezinnt, 12, 34, 41, 97, 122, 301, 563; wellig gezogen, 40, 114, 130, 603.

Rad, 15, 54, 138, 198. vgl. Richtrad und Mühlrad.
Ranke, 548, 682.
Raute, 47, 352, 435, 485, 599, 675.
Reh, 219.
Richtrad, 217, 451.
Ring, 121, 615, 632.
Rose, 9, 100, 259, 263, 269, 370, 502, 509; mehrere Rosen, 123, 127, 136, 212, 220, 234, 269, 342, 356, 392, 408, 509, 524, 551, 563, 565, 569, 627, 643, 653, 687.

Schach, 7, 35, 389, 402, 604.
Schale, 196.
Schauer, s. Becher.
Schere, 298.
Schiffsanker, 147.
Schildeshaupt, leer, 24, 151, 331.
Schlange, 17.
Schlüssel, 42, 253, 413.
Schneidemesser, 186.
Schrägbalken, 13, 58, 73, 91, 100, 112, 140, 149, 199, 268, 415, 477, 519, 532, 542, 578, 674, 675, 680, 693; belegt, 17, 20, 31, 127, 136, 196, 326, 346, 387, 401, 408, 415, 416, 418, 447, 466, 516, 577, 627, 653; wellig gezogen, 22, 253, 297, 388, 413, 558; abgekürzt, 135.
Schrägkreuz, 121, 150, 184, 524, 539.
Schwan, 113, 277, 350, 391.
Schwanenhals, 106.
Schwert, 133.
Seeblatt, 263, 292, 298, 361, 366, 428, 457, 572, 661.
Sonne, 616.
Spaltung, 47, 291.
Sparren, 54, 210, 228, 449, 510, 545, 583, 598, 615.
Sperling, 452.
Spieß, 176, 395, 399, 574.
Spitze, 111, 414.
Stamm, 168, 378, 587.
Steigbaum, 223.
Steigbügel, 446.
Steighaken, 120, 465, 467.
Stern, 20, 21, 130, 179, 311, 326, 363, 416, 418, 466, 483, 530, 550, 556, 612.
Stier, 107; halber, 518.
Stierkopf, 139, 150, 540, 682.
Stierstirn, 70, 71.
Strahl, s. Pfeilspitze.
Streifen, Quer=, 27, 337, 360, 455, 505, 614; Längs=, 554; schräger, 206, 268, 415, 532, 542, 565, 578.
Strom, s. Balken.
Sturmhaken, 105, 216, 362.

Teilung, 51, 139, 149, 243, 287, 531, 594; mit Spitzen, 203, 515, 529; schräge, 24, 151, 296, 331, 404, 428, 571, 661; mit Zinnen, 301, mit Zinnen schräge, 94, 267; mit Zinnen Längs=, 46.
Traube, 391.
Turnierkragen, 34, 461.

Ungedeutete Schildfiguren, 446, 447, 467, 491, 619, 620.
Unthier, 75.

Vogel, 200, 359, 476. vgl. Birkhahn, Hahn, Kranich, Sperling.
Vogelbein, 3, 68, 348, 527.

Widderhorn, 230, 302.
Widderkopf, 62, 251.
Wisent, s. Stier.
Wolf, 102, 167, 255, 689.
Wolfsangel, 158, 349.
Wolfskopf, 285, 355, 448, 591.
Würfel, 275.

Zweig, 332, 369, 379, 411, 655.
Zwillingsstreifen, 454, 660.

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IV.

Rostocks Stellung in der Hanse.

(Vortrag, gehalten in der Generalversammlung des Vereins
zu Rostock am 12. Juli 1886.)
Von
Archivar Dr. Karl Koppmann
zu Rostock.

E ine Stadt, der die Ehre zu Theil wird, einen Verein in ihren Mauern zu begrüßen, dessen Thätigkeit der Geschichte und Alterthumskunde des ganzen Landes gewidmet ist, hat die natürliche Verpflichtung, sich auf ihre eigene, besondere Geschichte zu besinnen. Wer einen Gast umherführt, wird ihm aber nicht absichtlich dasjenige zeigen wollen, was derselbe täglich zu Hause sieht, sondern das, was seiner Meinung nach eigenartig und charakteristisch ist, was der Stadt, in der er lebt, ihr individuelles Gepräge giebt. Ein solches Gepräge aber wird der Geschichte der Stadt Rostock durch ihre Bezeichnung Seestadt ausgedrückt, die bekanntlich nicht ihre Lage unfern der See kennzeichnen, sondern ihren Entwickelungsgang zum Ausdruck bringen will, der sich nicht nur innerhalb der Landesgeschichte Meklenburgs, sondern auch außerhalb derselben in der Geschichte des hansischen Städtevereins bewegt.


Der Name Rostock bedeutet einen Ort, neben welchem ein Gewässer aus enger Rinne heraustritt, um in breiterem Bette seine

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Wellen weiter zu rollen. 1 ) Schon Bischof Boguphal von Posen, um die Mitte des 13. Jahrhunderts, giebt solche Ableitung: Rostock, sagt er, trägt seinen Namen von dem Auseinanderfließen des Wassers (Rostoky a dissolucione aquarum). 2 ) Ursprünglich eignete dieser Name jener Wendenburg, welche die am rechten Ufer der Warnow wohnenden Kissiner 3 ) in der Sumpfniederung der jetzigen Petribleiche aufgeworfen hatten. 4 ) Einige wenige Notizen, welche sich in den Geschichtswerken dreier verschiedener Schriftsteller finden, bilden aber die Gesammtheit dessen, was uns über die Wendenburg Rostock von zeitgenössischen Historiographen überliefert ist.

Es ist das Jahr 1160, zu welchem Alt=Rostocks zum ersten Male Erwähnung geschieht. 5 ) Als der Obotriten=Fürst Niklot im August dieses Jahres gefallen war 6 ) und seine Söhne Pribislav und Wartislav sich vor dem Sachsenherzog Heinrich dem Löwen in die Wälder geflüchtet hatten, erschienen Heinrichs Verbündete, die Dänen, mit ihrer Flotte vor der Warnow, 7 ) erzwangen sich die Einfahrt in den Breitling 8 ) und verwüsteten die Ufer; ihr König Waldemar brannte, wie der dänische Geschichtsschreiber Saxo sich ausdrückt, das von seinen Bewohnern feige verlassene Rostock nieder und überlieferte auch ein dort verehrtes Götzenbild dem Feuer. 9 ) Die zweite Nachricht verdanken wir der Slavenchronik Helmolds, des Pfarrers von Bosau. Von Pribislav, der im Jahre 1167 die Lande seines Vaters, mit Ausnahme der Grafschaft Schwerin, von Heinrich dem Löwen zurück erhalten hatte, 10 ) berichtet er am Schlusse seines Werkes: Er begnügte sich mit dem, was ihm geblieben war, und baute die zerstörten Burgen wieder auf, Meklen=


1) Lisch u. Mann in Jahrb. für mekl. Gesch. 21, S. 7-9; Kühnel das. 46, S. 122.
2) Jahrb. 27, S. 128.
3) Wigger in Jahrb. 28, S. 19.
4) Lisch u. Mann in Jahrb. 21, S. 46.
5) Ueber eine Erwähnung Rostocks in der späteren Knytlinga=Sage vom Jahre 1151, s. Beyer in Jahrb. 13, S. 31; Wigger das. 28, S. 137, und 50, S. 122.
6) Wigger in Jahrb. 28, S. 114, Anm. 1; 50, S. 136.
7) Saxonis Grammatici Gesta Danorum (herausg. von A. Holder, S. 523: "Inde ad Gudacram amnem navigacione discessum."
8) Saxo, S. 523: "Quo (Absalone) auctore eo loci perventum, ubi gurges ingentis stagni diffusior speciem preferebat." Jahrb. 28, S. 116.
9) Saxo, S. 524: "Urbem quoque Rostock, oppidanorum ignavie desti-tutam, nullo negocio perussit. Statuam eciam, quam gentis profana credulitas, perinde ac celeste numen, divinis honoribus prosequebatur, incendio mandavit." Jahrb. 21, S. 9; 28, S. 116.
10) Jahrb. 28, S. 159.
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burg, Ilow und Rostock. 1 ) Helmolds Fortsetzer, Arnold, Abt zu Lübek, theilt uns die letzten Nachrichten mit. Nach Pribislavs Tode (30. Dec. 1178) 2 ) standen dessen Sohn Heinrich Borwin I und Wartislavs Sohn, Niklot II, der sich im Besitze von Ilow und Rostock befand, einander gegenüber; 3 ) die Wechselfälle des Krieges führten beide in die Gefangenschaft König Knuds von Dänemark; als dieser die gegnerischen Vettern im Jahre 1184 wieder in Freiheit setzte, theilte er das Land dergestalt unter sie, daß Heinrich Borwin zwar neben Meklenburg auch Ilow behielt, Rostock aber an Niklot zurückgeben mußte. 4 )

Vom Fürsten Niklot II sind zwei Urkunden vom 8. April 1189 erhalten, die für die Geschichte Rostocks vom höchsten Jnteresse sind. 5 ) Auf den Siegeln derselben nennt sich der Fürst Nicolaus von Rostock, während sein Oheim im Jahre 1171 die Bezeichnung Pribislav von Kessin geführt hat. 6 ) Von den drei bekannteren Burgen der Kissiner, Rostock, Kessin und Werle, 7 ) war Kessin die Hauptburg gewesen; 8 ) hier war die Gottheit der Kissiner, Goderak, verehrt worden, 9 ) nach der die Dänen die Warnow als Goderaks=Fluß, Gudakr=Aa, Gudakurs=Aa, bezeichneten; 10 ) jetzt aber stand offenbar Rostock an hervorragendster Stelle. Unter den Zeugen werden Thiedwig, Kaplan zu Rostock, und Heinrich, Kaplan zu Goderak, aufgeführt. Ausgestellt sind die Urkunden zu Rostock; 11 ) erlassen sind sie zu Gunsten des Klosters Doberan. In der einen gestattet der Fürst den Mönchen, wie auch den Handwerkern


1) Helmoldi Chronica Slavorum II, 14: "Sedit quietus et contentus funiculo portionis sibi permisse et edincavit urbes Mekelenburg, Ylowe et Rozstoc et collocavit in terminis eorum Sclavorum populos." Jahrb. 21, S. 9; 28, S. 185.
2) Jahrb. 28, S. 256, Anm. 3; 50, S. 158.
3) Jahrb. 28, S. 257, 260, 268.
4) Arnoldi Chronica Slavorum III, 4: . . . "Burvinus . . . recessit a castro Rostoch, tradens illud nepoti. Ipse vero Ylowe et Michelenburg in possessionem sortitus est rege sic disponente." Vorher heißt es: "Burvinus vero . . . optinuit castra Rostoch et Michelenburg." Vgl. Jahrb. 21, S. 10-21; 28, S. 268, 271.
5) Mekl. Ub. 1, Nr. 147, 148; Jahrb. 21, S. 11.
6) Mekl. Ub. 1, Nr. 100, S. 100; Jahrb. 28, S. 21, 163, Anm. 1; 50, S. 137.
7) Jahrb. 28, S. 19.
8) Jahrb. 50, S. 127, Anm. 3.
9) Jahrb. 28, S. 163, Anm. 1.
10) Oben S. 184, Anm. 7; Jahrb. 28, S. 163, Anm. 1.
11) Ueber die Klemens=Kirche in Alt=Rostock, s. Jahrb. 21, S. 34. Ein christlicher Begräbnißplatz Alt=Rostocks befand sich nach Lisch's Vermuthung (Jahrb. 28, S. 301-7) in Bartelsdorf.
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des Klosters Doberan den zollfreien Einkauf und Verkauf auf seinem Markte (in foro nostro), in der andern befreit er die Klosterbauern von den Landespflichten, speciell vom Burgwerk und vom Bau der Brücke vor der Burg (ab extructione urbium aut pontis ante urbem). Die hier genannte Burg ist diejenige, in welcher Fürst Niklot urkundet, das wendische Rostock; 1 ) die Brücke vor der Burg, deren Bau und Unterhaltung Landessache ist, 2 ) kann meines Erachtens nur als Warnowbrücke, in der Gegend der jetzigen Petribrücke, aufgefaßt werden; 3 ) der Markt aber, auf dem der Fürst einen Zoll erheben läßt, 4 ) ist der mittels der Warnowbrücke mit der Wendenburg verbundene Altmarkt, 5 ) die Grundlage und der Ausgangspunkt für die Entwickelung der deutschen Stadt Rostock.

Freilich vergeht noch ein Menschenalter, ehe von einer eigentlichen Stadt die Rede ist. Erst im Jahre 1218 beurkundet Fürst Heinrich Borwin I, dem nach dem Tode des kinderlosen Niklot (25. Mai 1200) 6 ) auch die Herrschaft Rostock zugefallen ist, er sei mit seinen Söhnen Heinrich Borwin II und Nicolaus die Stadt Rostock auszubauen Willens geworden (Rozstok oppidum delegimus astruendum) und bestätige deshalb denen, welche zur Ansiedelung dorthin kommen würden, Zollfreiheit in seiner ganzen Herrschaft und Gebrauch des Lübischen Rechts. 7 ) Es ist nicht eine Neugründung, sondern ein Ausbau, was hier beabsichtigt wird; Zollfreiheit und Lübisches Recht werden nicht verliehen, sondern bestätigt; daß eine organisirte Stadtgemeinde bereits vorhanden ist, wird durch die Aufführung von 10 Rathmannen (ejusdem opidi consulibus) unter den Zeugen erwiesen, und die Namhaftmachung


1) Jahrb. 21, S. 12.
2) Ueber die Verpflichtung zum Burgwerk und Brückenwerk, s. Jahrb. 28, S. 25. In unserer Urkunde aber - und nur hier - ist von einer bestimmten Brücke die Rede.
3) Auch die Brücke, welche König Waldemar nach der Niederbrennung Rostocks schlagen ließ (Saxo, S. 524: "Post hec Henricum, cum exercitu suo conserendi secuim sermonis gracia venientem, preparato ponte trajecit"), wird man am natürlichsten hier zu suchen haben; "wohl bei Rostock" meint auch Wigger (Jahrb. 28, S. 116).
4) Ueber diesen Zoll s. Jahrb. 21, S. 11, Anm. 3.
5) Krause in Hans. Geschsbl., Jahrg. 1884, S. 43: "vielleicht noch in der Wik, höchst wahrscheinlich aber schon auf dem Alten Markte". In der Wik wurde der Markt von Mann gesucht (Jahrb. 21, S. 47).
6) Jahrb. 50, S. 144.
7) Mekl. Ub. 1, Nr. 244; Hans. Ub. 1, Nr. 142; Jahrb. 21, S. 12-13; Hans. Geschsbl. 1884, S. 43-44.
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des Priesters Stephan von Rostock 1 ) läßt auf die Existenz einer eigenen Stadtkirche, der Petrikirche, schließen. Dreizehn Jahre später (1231) begegnet uns auch der Priester von St. Marien, 2 ) und 1252 erscheinen neben einander die Pfarrer von St. Petri, St. Marien und St. Jacobi: 3 ) der Ausbau der deutschen Stadt Rostock, ihre Gliederung in Altstadt, Mittelstadt, Neustadt ist damals vollendet.

In der Zeit zweier Menschenalter, von 1189 bis 1252, ist diese Entwickelung von einem Marktplatz zu einer dreigliederigen Stadtgemeinde vor sich gegangen. Wenn während dieser ganzen Periode die Urkunde Heinrich Borwins vom Jahre 1218 das einzige Privileg bleibt, das Rostock von seinen Fürsten verliehen wird, so muß offenbar dieser Armuth in der Zahl der Documente ein Reichthum dessen gegenüber stehen, was das Privileg von 1218 enthält oder voraussetzt, ausdrücklich oder stillschweigend bestätigt. Den Hauptschatz dieses Reichchums bildet zweifelsohne das Lübische Recht. Dieses zumeist und zunächst ist gemeint, wenn der Rujaner=Fürst Wizlav im Jahre 1234 seiner neugegründeten Stadt Stralsund dieselben Gerechtsame und Freiheiten verleiht, mit denen die Stadt Rostock bewidmet ist (eandem justiciam et libertatem contulimus, que civitati Roztok est collata). 4 ) Unter den Ostseestädten ist Rostock die erste, die sich dieses Rechtes erfreut, durch seine Vermittelung erhält es Stralsund, 1250 wird Greifswald in Pommern, 5 ) 1266 Wismar in Meklenburg 6 ) direct mit dem Lübischen Rechte beliehen. Solche Gemeinsamkeit des Rechtes webt um diese auf gleichartigem Boden erwachsenen und unter gleichartigen Lebensverhältnissen aufblühenden Städte ein starkes Band, macht sie geeignet zum festen Kern des großen hansischen Städtebundes.



1) Stephano sacerdote; Mekl. Ub. 1, Nr. 254: Stephanus de Rodestoc; Nr. 255: Stephanus in Rodestoc. Jahrb. 21, S. 12-13.
2) Mekl. Ub. 1, Nr. 391: Walterus, Gerhardus, plebani de Rozstoc. Mann (Jahrb. 21, S. 15) hält sie, "weil die Marienkirche im Jahre 1231 noch nicht gegründet war," für die Pfarrer von St. Petri und St. Nikolai (vergl. auch Hans. Geschsbl. 1874, S. 44). Aber schon 1232 vollziehen die Fürsten in der Marienkirche eine Schenkung (Mekl. Ub. 1, Nr. 398; vergl. Jahrb. 21, S. 17, Anm. 1), während die Nikolaikirche urkundlich nicht vor 1260 (Mekl. Ub. 2, Nr. 865) nachzuweisen ist.
3) Mekl. Ub. 2, Nr. 686; Jahrb. 21, S. 15 Anm. 2; Hans. Geschsbl. 1874, S. 46.
4) Mekl. Ub. 1, Nr. 424, 509; Hans. Ub. 1, Nr. 265, 299.
5) Mekl. Ub. 2, Nr. 1011; Hans. Ub. 1, Nr. 386.
6) Mekl. Ub. 2, Nr. 1078, 1079; Hans. Ub. 1, Nr. 623.
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Das Substantiv Hansa oder Hanse, gothisch bei Ulfilas und fränkisch beim sogenannten Tatian hansa, angelsächsisch im Beowulf=Liede hôs, hat zunächst die Bedeutung von cohors, Schaar. 1 ) In frühzeitiger Begriffsverengerung bezeichnet es dann Gemeinde, Vereinigung, Gesellschaft, speciell die Stadtgemeinde, die organisirte Kaufmannschaft; in England heißt schon unter König Heinrich I (1110-1135) hanshus das Gebäude, in welchem die Bürger ihre Beschlüsse fassen, 2 ) und hansa wird seit 1200 synonym mit Kaufmannsgilde, gilda mercatoria, gebraucht. 3 ) Als Vorsteher solcher Vereinigungen begegnen uns in Deutschland Hansegrafen, so namentlich in Regensburg seit 1190. 4 ) In weiterer Entwickelung bedeutet hansa das Recht der Kaufleute, in fremden Städten und Ländern Handel treiben zu dürfen, die Vereinigung derer, welche dies Recht ausüben, und die Abgabe, welche dem betreffenden Landesherrn für die Ausübung desselben zu zahlen ist: die Bürger zu St. Omer, welche nach dem Lande des Kaisers handeln, werden von Graf Wilhelm von der Normandie 1127 für die Grafschaft Flandern von der hansa befreit, 5 ) für Bremen verzichtet der Erzbischof etwa 1181 auf die ihm gebührende hansa, 6 ) und den Lübekern bestätigt der Kaiser 1188 für das ganze Herzogthum Sachsen Einkauf und Verkauf frei von Zoll und hansa; 7 ) den Paderborner Bürgern bestätigt ihr Bischof ihr Hanse=Recht, jus quod hanse dicitur, de quo nobis solvunt annuam pensionem; 8 ) in London hat sowohl Köln wie Brügge seine besondere Hanse, 9 ) und Hamburg hat Hansen in Utrecht und Ostkerken, später in Staveren, Amsterdam und Sluys. 10 ) Das Verbum hansen oder hensen, auch vorhansen, bezeichnet das Beitreten zu einer solchen Vereinigung, das Zahlen eines Aufnahmegeldes oder eines Beitrages zu den Unterhaltungskosten, 11 ) Von einem latinisirten


1) Sartorius in Urk. Gesch. 1, S. 75, Anm. 3; Pauli in Hans. Geschsbl. 1872, S. 15-16.
2) Urk. Gesch. 1, S. 73, Anm. 1; Hans. Geschsbl. 1872, S. 16.
3) Sartorius in Urk. Gesch. 1, S. 73, Anm. 1; Lappenberg das. 1, S. XVI, Anm. 2; Pauli in Hans. Geschsbl. 1872, S. 17.
4) Urk. Gesch. 1, S. 74, Anm. 2; S. XVLII, Anm. 1.
5) Hans. Ub. 1, S. 13, Anm. 3; Urk. Gesch. 1, S. XIX, Anm. 1; Hans. Geschsbl. 1872, S. 19.
6) Hans. Ub. 1, Nr. 31; Urk. Gesch. 1, S. 75; S. XVIII.
7) Hans. Ub. 1, Nr. 33; Urk. Gesch. 1, S. 75; S. XVIII-XIX.
8) Urk. Gesch. S. XVI, Anm. 1; Schäfer S. 251, Anm. 3.
9) H. R. I. 1, S. XXVI-XXVIII.
10) Urk. Gesch. 1, S. XXI; Koppmann in Hans. Geschsbl. 1875, S. 13.
11) Nd. Wb. 2, S. 242, 243; 5, S. 361.
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Verbum hansare kommt das Particip hansatus vor: in Frankreich bezeichnet es 1204 denjenigen, der in eine Stadtgemeinde aufgenommen ist, derselben angehört: hansatus Parisiis, id est de communia Parisiensi. 1 ) In ganz eigenthümlicher Bedeutung wird aber das Verbum 1259 in Köln gebraucht; hier sind den fremden Kaufleuten nach den Ländern, von denen sie kommen, bestimmte Verkaufsplätze angewiesen, und wer von ihnen sich anderswo mit seinen Waaren von einem Kölner Bürger betreffen läßt, den kann derselbe nach alter Sitte anhalten und hansen, d. h. ihn mit Binsen oder Bast binden, vermuthlich, um ihn dadurch zur Zahlung eines Lösegeldes zu zwingen (ab ipso cive impune et licite arrestari et puniri poterit more antiquo, secundum quod vulgo hansin vocatur, quod taliter fieri consuevit, quod civis Coloniensis mercatorem in tali excessu a se deprehensum calamo vel junco vel consimili ligamento ligabit). 2 ) Diese Bestrafung des Hausirhandels oder wohl richtiger des Handels an unerlaubten Orten ist dasselbe Binden, das noch heutigen Tages unsere Bauerburschen über den unbefugten Betreter ihrer Felder verhängen, nur recht emsthaft gemeint: wer sich seiner Bande entledigt, der verfällt dem Kölner Bürger mit Leib und Gut, und wer sich dem Binden mit Gewalt widersetzt, an dem soll auf Antrag des Bürgers der Erzbischof oder dessen Richter die Strafe vollziehen. Diese Bedeutung des Worts hansin weiß ich mir nur durch die Annahme zu erklären, daß das Lösegeld hansa genannt wurde, es sei denn, daß grade das Binden als die ursprüngliche Bedeutung aufzufassen wäre.

Die deutsche Hanse, der große hansische Städtebund, war bekanntlich eine Vereinigung der deutschen Seestädte zur Sicherung ihrer Handelsstraßen und zum Schutze des deutschen Kaufmanns im Auslande.

So lange noch die jetzigen deutschen Ostseelande in der Hand von Undeutschen sich befanden, war die Nordsee - die Westsee hieß sie eigentlich den Deutschen - die vorzüglichste Wasserstraße für den Handelsverkehr zwischen Deutschland und dem Auslande. Besonders lebhaft zeigt sich dieser Verkehr in Bezug auf England und Flandern. Während aber der Handel zwischen Deutschland und Flandern in älterer Zeit offenbar mehr von den Flämingern als von den Deutschen betrieben wird, befindet sich der Handel


1) Urk. Gesch. 1, S. 74, Anm. 3; S. XVIII, Anm. 2; Hans. Geschsbl. 1872, S. 20.
2) Hans. Ub. 1, Nr. 523; Urk. Gesch. 1, S. XIX, Anm. 1.
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zwischen Deutschland und England größtentheils in den Händen der Deutschen. 1 ) In London wurden nach einer dortigen Aufzeichnung etwa ums Jahr 1000 die Leute des Kaisers, die in ihren Schiffen kamen, der gleichen Gesetze würdig geachtet, wie die Londoner selbst. 2 ) Diese Leute des Kaisers, homines imperatoris, mercatores de terra domini imperatoris, waren vorzüglich die Kaufleute Kölns, die schon 1157 ihr eigenes Haus, die Gildehalle, in London besaßen; 3 ) der Kölner Hanse gehörten aber auch die übrigen deutschen Kaufleute an, welche aus Städten an oder unweit der Nordsee 4 ) oder aus dem Binnenlande 5 ) über dieselben nach London kamen. Auf der Ostsee wurde der Handelsverkehr zwischen Deutschland und Rußland von Alters her durch die Insel Gothland vermittelt; 6 ) aber vermuthlich suchten auch westfälische Kaufleute Schleswig aus Gothland auf, wagten sogar von hier aus die den Gothen längst bekannte Fahrt nach Rußland, 7 ) dessen Besuch durch Kaufleute aus der kleinen Stadt Medebach für das Jahr 1165 bezeugt ist. 8 ) In der Hauptstadt Gothlands, Wisby, bestand 1163 eine eigene deutsche Stadtgemeinde, deren Anfänge natürlich in frühere Zeiten zurückreichen müssen. 9 )

Einen gewaltigen Aufschwung nahm der deutsche Handel, als ihm durch die Christianisirung und Germanisirung der Ostseelande die Ostsee völlig erschlossen worden war. Von Lübek bis nach Riga und Reval erwuchs eine Reihe von deutschen Städten, die sich am Seehandel zu betheiligen vermochten, auf Handel und Schifffahrt angewiesen waren; allen voran strebte Lübek jugendkräftig empor. Von besonderer Bedeutung war die enge Verbindung, die sich zwischen Lübek und Hamburg spann, denn diese bedeutete eine


1) Der strenge Nachweis eines solchen Unterschiedes, so wichtig derselbe auch ist, würde hier zu weit abführen.
2) Hans. Ub. 1, Nr. 2; Lappenberg, Stahlhof S. 4; H. R. 1, S. XXVI; Höhlbaum in Hans. Geschsbl. 1875, S. 24.
3) Hans. Ub. 1, Nr. 14; Lappenberg, Stahlof, S. 7; H. R. 1, S. XXVI; Hans. Geschsbl. 1875, S. 25. Ueber die Datirung s. Höhlbaum in Hans. Geschsbl. 1882, S. 45-48.
4) Lappenberg, Stahlhof S. 9; H. R. 1, S. XXVI.
5) Hans. Geschsbl. 1875, S. 24-27.
6) H. R. 1, S. XXVIII-XXIX; Höhlbaum in Hans. Geschsbl. 1872, S. 41-65; Schäfer, S. 35-49; Koppmann in Hans. Wisbyfahrt, S. 15-16; Winckler, Die Deutsche Hansa in Rußland, S. 3.
7) Vergl. Höhlbaum in Hans. Geschsbl. 1872, S. 49; Schäfer, Hansestädte, S. 39; Koppmann in Hans. Wisbyfahrt, S. 15.
8) Hans. Ub. 1, Nr. 17; Hans. Geschsbl. 1872, S. 45, Anm. 2; Winckler, S. 5, 133.
9) Hans. Ub. 1, Nr. 16; Hans. Geschsbl. 1872, S. 44, 47-48.
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Verbindung zwishenchen Ostsee und Westsee. Hand in Hand mit der älteren Schwesterstadt, die aber durch die Gründung einer mit Lübischem Rechte bewidmeten Neustadt frisches Leben gewonnen hat, geht Lübek zunächst auf der Westsee vor. Gemeinsam erwerben beide Städte Privilegien in der Grafschaft Holland 1243 und 1249, im Bisthum Utrecht 1244, in der Grafschaft Cleve 1251, in Flandern 1252. Diese Privilegien in Flandern werden aber nicht nur für Lübek und Hamburg nachgesucht, sondern zugleich auch für alle Kaufleute des römischen Reichs. 1 ) In England, wo die Bürger von Köln und Tiel und deren Genossen die Kaufleute Lübeks 1226 als gleichberechtigt nicht anerkennen wollen, erwirbt Lübek 1238 ein neues Privileg für sich und die Kaufleute anderer Städte Deutschlands; 1260 wird ein Freibrief für "die Kaufleute Deutschlands, welche die Gildehalle besitzen," nicht für Köln, sondern für Lübek ausgefertigt; 1266 wird Hamburg, 1267 wird Lübek gestattet, eine eigene Hansa in England zu haben. 2 ) Nachdem so im Bunde mit Hamburg Kölns Uebergewicht im Nordseehandel beseitigt ist, schickt Lübek sich an, im Bunde mit den deutschen Ostseestädten auch die Leitung des deutschen Kaufmanns auf der Ostsee zu gewinnen.


Bereits im Jahre 1163 hat Heinrich der Löwe zu abgabefreiem Besuch seiner Stadt Lübek Russen, Gothen, Normannen und die andern Völker des Ostens eingeladen. 1199 wird der alte Frieden hergestellt zwischen Deutschen, Gothen und Nowgorod. 1229 wird auf Gothland ein Handelsvertrag vereinbart zwischen Smolensk, Polozk und Witebsk einerseits und Riga, Gothland und den deutschen Kaufleuten andererseits. 3 ) Nach Riga, wie nach Nowgorod, war der Deutsche von Gothland aus gekommen; 4 ) Wisbysches Recht galt wie in Riga, so auch auf dem Hof der


1) Hans. Ub. 1, Nr. 331, 334, 373, 402, 403, 421, 422, 428, 431, 436. Koppmann in H. R. 1, S. XXX-XXXII; Zeitschr. f. hamb. Gesch. 6, S. 420-27; Hans. Geschsbl. 1875, S. 8-9; Schäfer, S. 65-67.
2) Hans. Ub. 1 Nr. 205, 292, 552, 633, 636. Koppmann in H. R. 1, S. XXVI-XXVIII; Hans. Geschsbl. 1875, S. 8; Höhlbaum das. 1875, S. 27-30; Schäfer, S. 62-65.
3) Hans. Ub. 1, Nr. 15, 50, 232. Koppmann in H. R. 1, S. XXIX; Höhlbaum in Hans. Geschsbl. 1872, S. 50-51. Schäfer, S. 40, 43; Koppmann in Hans. Wisbyfahrt, S. 15-16; Winckler, S. 4, 11-13.
4) Koppmann in H. R. 1, S. XXIX; Höhlbaum in Hans. Geschsbl. 1872, S. 23 65; Schäfer, S. 37; Koppmann in Hans. Wisbyfahrt, S. 15; Winckler, S. 5.
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Deutschen zu Nowgorod, der schon 1199 neben dem älteren Gothenhof vorhanden war; 1 ) zu Wisby wurde das "Siegel der gesammten Kaufmannschaft" aufbewahrt, dessen Abdruck 1229 an den Vertrag mit Smolensk gehängt wurde. Beim Abschluß dieses Vertrages aber waren die Deutschen vertreten durch Kaufleute aus Lübek, Soest, Münster, Dortmund, Groningen und Bremen, 2 ) und die Schlüssel zu der Geldkiste des deutschen Kaufmanns zu Nowgorod führten die vier Aelterleute von Wisby, Lübek, Soest und Dortmund. 3 ) Wie Köln auf der Westsee, war Wisby auf der Ostsee die Führerin und der Vorort der deutschen Kaufmannschaft. Lübek, das sich bereits neben und vor die westfälischen Städte gedrängt hat, hat sich nun auseinanderzusetzen mit Wisby.


Am 6. Januar 1257 4 ) finden wir zum ersten Mal Rathmannen der drei Städte Lübek, Rostock und Wismar zusammen; in Wismar vergleichen sich Lübek und Rostock zu gegenseitigem Verzicht auf die Ansprüche, die sie an einander wegen des Krieges haben, der zwischen Lübek und Dänemark stattgefunden hat. 1259 beschließen Lübek, Rostock und Wismar, daß See= und Straßenräuder nirgendwo Frieden haben, sondern bei allen Städten und Kaufleuten für verfestet gelten sollen; wird solchen Räubern mit ihrem Raube Zuflucht gewährt, so soll das Land oder die Stadt, die sich dessen schuldig macht, gleichfalls bei allen Städten und Kaufleuten für verfestet gelten. 5 ) Etwa 1264 zu Wisniar und wiederum 1265 werden Beschlüsse gefaßt zum Nutzen aller Kaufleute, die nach Lübischem Rechte leben (in subsidium omnium mercatorum, qui jure Lubicensi gaudent et reguntur). 6 ) Im Jahre 1281 findet


1) Hans. Ub. 1, Nr. 50.
2) Hans. Ub. 1, Nr. 232.
3) Koppmann in H. R. 1, S. XXIX-XXX; Höhlbaum in Hans. Geschsbl. 1872, S. 53; Schäfer, S. 45; Winckler, S. 19.
4) Mekl. Ub. 2, Nr. 764, 786; H. R. 1, Nr. 1, 2; Hans. Ub. 1, Nr. 487, 495. H. R. 1, S. XXXII; Schäfer, S. 81. Die eine Urkunde trägt das Datum 1256, Jan. 6, die andere die Jahreszahl 1257. Rostocks Urkunde in Betreff der Stadt Ribnitz (Mekl. Ub. 2 Nr. 794, Hans. Ub. 1, Nr. 497), die offenbar in diesen Zusammenhang gehört (anders Schäfer, S. 80, Anm. 1), entscheidet für 1257.
5) Mekl. Ub. 2, Nr. 847; H. R. 1, Nr. 3; Hans. Ub. 1, Nr. 534. H. R. 1, S. XXXII; Schäfer, S. 81.
6) Mekl. Ub. 2, Nr. 873, 1030; H. R. 1, Nr. 7, 9; Hans. Ub. 1, Nr. 599, 609. H. R. 1, S. XXXIII; Frensdorff in Hans. Geschsbl. 1871, S. 11-19; Schäfer, S. 79-80; Frensdorff in Hans. Geschsbl. 1883, S. 155-61.
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eine Versammlung zu Rostock statt, wo die bisher zum Nachtheil des Kaufmanns obwaltenden Streitigkeiten zwischen Stralsund und Greifswald durch Lübek, Wismar und Rostock beigelegt werden. Auf dieser Rostocker Versammlung sind die fünf Städte zum ersten Male zusammen. 1 ) Zwei Jahre später, am 13. Juni 1283, wird zu Rostock ein Landfriedensbündniß geschlossen, an dem außer einer Reihe Fürsten auch die Städte Lübek, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Stettin, Demmin und Anklam betheiligt sind, 2 ) und in das neben dem Herzog Otto von Braunschweig=Lüneburg 3 ) und König Erich von Dänemark 4 ) auch die Städte Hamburg und Kiel aufgenommen werden. Im Jahre darauf, 1284, treten die Rathmannen der Seestädte, welche dem Rostocker Landfrieden angehören (consules istarum civitatum maritimarum, comprehensarim in confederacione concepte pacis in civitate Rozstoc), zu hochwichtigen Beschlüssen in Wismar zusammen. 5 )

Was uns schwankend und unsicher erscheint, ist nur die Form. Bald unter dieser, bald unter jener, bald ohne alle Bezeichnung treten die fünf Städte zusammen; die nächsten Aufgaben sind die Beilegung von Streitigkeiten unter einander, die gemeinsame Ordnung von Rechtsverhältnissen, der gegenseitige Beistand bei feindlichem Angriff, das gemeinsame Einschreiten gegen See= und Straßenräuber; wie aber Lübek mit Hamburg zusammen Privilegien nachsucht für alle Kaufleute des römischen Reichs, so faßt es in Gemeinschaft mit Rostock und Wismar, Stralsund und Greifswald Beschlüsse zum Nutzen aller Kaufleute, die nach Lübischem Rechte leben, Beschlüsse für alle Städte und Kaufleute, die denselben beitreten wollen, und gegen alle Städte und Kaufleute, die sich ihnen widersetzen.

Auf dem Städtetage zu Wismar 1284 wird der Kampf gegen Norwegen beschlossen. An solchem Kampfe betheiligen sich außer Lübek, Rostock, Wismar, Stralsund und Greifswald auch Wisby und Riga. Mit Wisby hat Lübek im Jahre 1280 ein Bündniß auf 10 Jahre geschlossen zum Schutze aller Ostseefahrer zwischen Travemünde, dem Sund und Nowgorod, sowie auch auf der ganzen


1) Mekl. Ub. 2, Nr. 1586; H. R. 1, Nr. 11; Hans. Ub. 1, Nr. 887. H. R. 1, S. XXXIII; Schäfer, S. 81.
2) Mekl. Ub. 3, Nr. 1679, 1681, 1682; Hans. Ub. 1, Nr. 914, 916, 917. Schäfer, S. 81.
3) Mekl. Ub. 3, Nr. 1688.
4) Mekl. Ub. 3, Nr. 1760, 1762; H. R. 1, Nr. 31, 32; Hans. Ub. 1, Nr. 953, 954.
5) Mekl. Ub. 3, Nr. 1733; H. R. 1, Nr. 30; Hans. Ub. 1, Nr. 938.
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Ostsee; 1282 ist Riga diesem Bündniß für die noch übrigen 8 Jahre beigetreten, 1 ) Eine Gegnerin steht den Städten in der Weserstadt Bremen gegenüber: 1285, wiederum zu Wismar, wird der Beschluß gefaßt, die Bremer, die sich von den verbündeten Städten abgesondert haben, in keine dieser Städte zum Handelsverkehr zuzulassen. 2 ) Durch Vermittelung des Königs Magnus von Schweden kommt der Friede zu Stande: Erich von Norwegen muß versprechen, seinen Raub herauszugeben und 6000 Mark Norwegisch an die sieben Städte zu bezahlen. 3 ) In einem Schreiben Wismars, das an die Städte Stade, Osnabrück, Münster, Koesfeld, Soest, Dortmund, Leeuwarden, Groningen, Staveren, Kampen, Zwoll, Deventer, Zütphen, Harderwyk und Muiden adressirt ist, berichtet dasselbe, daß es seine Bürger zum Kampf gegen Norwegen ausgesandt habe, um die Freiheit des gemeinen Kaufmanns wiederherzustellen, daß es dabei von Niemandem unterstützt sei, als von einigen seiner Nachbarstädte und zwei auswärtigen Städten (nullo tamen juvamine quoadjuti, nisi quarumdam civitatum nobis adjacentium et duarum alterius provincie civitatum), und daß es von den Städten, welche der wiedergewonnenen Freiheit mitgenießen wollen, einen Beitrag zu den aufgewendeten Kosten erwarte. 4 ) Aus Gründen, die uns unbekannt sind, scheint jedoch Lübek dieses Schreiben zurückbehalten zu haben, 5 ) und erst in Folge eigener Streitigkeiten mit König Erich von Norwegen sind die beiden Städte Staveren und Kampen mit Lübek, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald im Jahre 1293 zu einem Bündniß gegen Norwegen zusammengetreten. 6 )

In demselben Jahre 1293 schließen auch die fünf Städte zu Rostock unter einander ein Bündniß auf drei Jahre, 7 ) das 1296 auf weitere drei Jahre erneuert wird. 8 ) Im Interesse des Friedens


1) Hans. Ub. 1, Nr. 863, 906; H. R. 1, S. XXXII; Harttung, Norwegen und die Deutschen Seestädte, S. 35-36; Schäfer, S. 56.
2) Mekl. Ub. 3, Nr. 1732, 1733, 2242; H. R. 1, Nr. 29, § 3, 30, § 3, 34, § 2. Hans. Ub. 1, Nr. 936, 938, 989. Schäfer in Hans. Geschsbl. 1874, S. 8-9; Harttung, S. 57; Schäfer, Hansestädte, S. 88.
3) Mekl. Ub. 3, Nr. 1806, 1821; H. R. 1, Nr. 37, 41; Hans. Ub. 1, Nr. 985, 993. Harttung, S. 80.
4) Mekl. Ub. 3, Nr. 1839; H. R. 1, Nr. 44; Hans. Ub. 1, Nr. 996. Harttung, S. 83.
5) Das Original befindet sich im Stadtarchiv zu Lübek.
6) Mekl. Ub. 3, Nr. 2223, 2224; H. R. 1, Nr. 62, 63; Hans. Ub. 1, N. 1114, 1115.
7) Mekl. Ub. 3, Nr. 2248 A, B; H. R. 1, Nr. 64, 65; Hans. Ub. 1, Nr. 1130, 1131.
8) Mekl. Ub. 3, Nr. 2414 A, B; H. R. 1, Nr. 73-76; Hans. Ub. 1, Nr. 1224-27.
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und zum Besten des gemeinen Kaufmanns (ob bonum pacis et utilitatem mercatorum communium) verpflichtet man sich zu gegenseitiger Hülfe und zur Besendung von Tagfahrten in gemeinschaftlichen Angelegenheiten; im Falle eines Krieges will jede Stadt ihr bestimmtes Kontingent stellen, Lübek 100, Rostock 70, Stralsund 50, Greifswald und Wismar je 38 Mann; auf die muthwillige Versäumung einer Versammlung wird eine Strafe von 100 Mark wendisch gesetzt.

Gleichzeitig mit dem Abschluß dieses Bündnisses muß hier zu Rostock der Beschluß gefaßt sein, daß fortab von den Urtheilen des Hofes zu Nowgorod nicht mehr nach Wisby, sondern nur nach Lübek appellirt werden dürfe. Rostock und Wismar melden diesen Beschluß und ersuchen im Interesse des gemeinen Kaufmanns (ob utilitatem mercatorum communium) um Zustimmungserklärungen. 1 ) Wisbys Widerspruch, dem Riga und selbst Osnabrück beipflichten, 2 ) ist vergeblich; von Februar 1294 bis October 1295 anerkennen 24 Städte Lübek als den Oberhof Nowgorods. 3 ) Im Jahre 1299 zu Lübek, wohin zum ersten Mal auch die westfälischen Städte ihre Rathmannen geschickt haben, geschieht der zweite Schritt gegen Wisby: die Städte belieben, daß auf Gothland nicht länger ein Siegel geführt werde, welches als Siegel der gemeinen Kaufleute gilt, da mit denselben Etwas besiegelt werden könnte, was den übrigen Städten nicht gefiele: jede Stadt habe also ihr Siegel für sich und besiegele damit, wenn es die Nothdurft erfordere, die Angelegenheiten ihrer Bürger. 4 ) Durch solche Anerkennung Lübeks als Oberhof für den deutschen Kaufmann zu Nowgorod und die Abschaffung des auf Gothland bewahrten Siegels der gemeinen Kaufleute ist Wisbys Vorortschaft auf der Ostsee gebrochen, und Lübek für die Städte des gemeinen Kaufmanns in Wahrheit geworden, als was es von Zwoll und Kampen gepriesen wird, "das Haupt und der Vorort von uns allen (quasi capud et principium omnium nostrum)." 5 )



1) Mekl. Ub. 3, Nr. 2255 A, B; H. R. 1, Nr. 66, 67; Hans. Ub. 1, Nr. 1131, 1132. H. R. 1, S. XXIII; Schäfer, S. 56-57. Hans. Wisbyfahrt, S. 17. Winckler, S. 20.
2) H. R. 1, Nr. 70, 71; Hans. Ub. 1, Nr. 1169, 1171.
3) Mekl. Ub. 3, Nr. 2324; H. R. 1, Nr. 69.
4) H. R. 1, Nr. 80; Hans. Ub. 1, Nr. 1299. H. R. 1, S. XXIII; Schäfer, S. 58; Hans. Wisbyfahrt, S. 16; Winckler, S. 21.
5) Hans. Ub. 1, Nr. 1154, 1155. Schäfer, S. 89; Winckler, S. 20.
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Aus einer Gruppe von Städten, die so eng mit einander verbunden sind, wie die fünf wendischen Städte während der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, eine einzelne Stadt herausheben und für sich betrachten zu wollen, ist selbstverständlich schwierig und zuweilen unmöglich. Innerhalb der Gruppe selbst nimmt Rostock nach Lübek den vornehmsten Platz ein; nach ihm folgt Stralsund; den Beschluß machen Wismar und Greifswald. Mit Lübek einerseits und mit Stralsund andererseits ist Rostock noch inniger verbunden, Lübek, von dem es sein Recht empfangen, ist seine Mutterstadt, Stralsund, dem es dasselbe mitgetheilt, seine Tochterstadt. Als Stralsund 1295 seine Zustimmung zu der ausschließlichen Appellation von Nowgorod nach Lübek ausspricht, behält es sich zugleich sein altes Recht vor, daß bei einer in Stralsund anhängig gemachten Rechtssache von einem Urtheil seines Rathes zunächst nach Rostock und eventuell von Rostock nach Lübek appellirt werden müsse. 1 ) Lübek, dem im Jahre 1226 von den Söhnen Heinrich Borwins II, Johann, Nicolaus und Heinrich Borwin III, als Herren von Rostock, die Zollfreiheit für ihre ganze Herrschaft auf immerwährende Zeiten verliehen worden ist, 2 ) hat in seiner 1227 abgefaßten Zollrolle auch den Leuten des Herrn Borwin und seiner Söhne die gleiche Freiheit zugesprochen. 3 )

Die älteste Urkunde, welche unser Rathsarchiv im Original aufbewahrt, ist ein Handelsprivileg König Abels von Dänemark vom Jahre 1251, welches den Bürgern Rostocks die Freiheit vom Strandrecht ertheilt und sie für die Jahrmärkte von Skanör in Bezug auf die Geldbußen, welche bei Streitigkeiten unter einander verhängt werden, den Lübekern gleichstellt. 4 ) Fünfundzwanzig Jahre später erhalten die Stralsunder von König Erich das gleiche Recht, das denen von Lübek und Rostock von seinen Vorfahren verliehen ist, in den Streitigkeiten, die sie unter einander haben, die Entscheidung ihres eigenen Vogtes anrufen zu dürfen. 5 ) Die eigene


1) Mekl. Ub. 3, Nr. 2361; H. R. 1, 68, 19; Hans. Ub. 1, Nr. 1197.
2) Mekl. Ub. 1, Nr. 321; Hans. Ub. 1, Nr. 200.
3) Mekl. Ub. 1, Nr. 273; Hans. Ub. 1, Nr. 223.
4) Mekl. Ub. 2, Nr. 675; Hans. Ub. 1, Nr. 401: "Indulsimus vobis hanc graciam, ut in nundinis Skanorae, si eveniant inter vos rixe, jurgia seu alle quecunque discordie, excepta tamen effusione sanguinis, utamini eodem jure quoad composicionem inter vos faciendam, quo utuntur cives Lybicenses in nundinis memoratis."
5) Mekl. Ub. 2, Nr. 1395; Hans. Ub. 1, Nr. 774: "Coram suo proprio officiali possint et debeant super hujusmodi questionibus in forma judicii agere et respondere et eam finaliter terminare, sicut civibus Lybicensibus et de Rostok a nobis et nostris progenitoribus est concessum."
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Gerichtsbarkeit des Rostocker Vogtes auf Schonen, dessen urkundlich erst im Jahre 1283 Erwähnung geschieht, 1 ) muß also bis ins Jahr 1251 zurückreichen. Hundert Jahre später (1352) erhalten wir Nachrichten über das Lager der Rostocker Schonenfahrer, ihre sogenannte Fitte, neben der deutschen Kirche und dem Rostocker Kirchhof. 2 )

Noch weiter zurück reichen vermuthlich die Beziehungen Rostocks zu Livland. Nicht gehört hierher der übrigens noch unaufgeklärte Besitz des Klosters Dünamünde in Rostocks Nachbarschaft, den 1235 Papst Gregor in seinen Schutz nimmt: 3 ) Wustrow auf Fischland, Volkenshagen, von wo aus die alte Straße nach Ribnitz führt, 4 ) Bentwisch und ein vierter Ort, in dessen verstümmeltem Namen ich Mönchhagen vermuthen möchte. Wohl aber darf man das Privileg, in welchem Heinrich Borwin III im Jahre 1257 der Stadt Riga Zollfreiheit in seinen Landen gewährt, für die Bestätigung eines älteren Rechtes halten, da als Gegenleistung ausbedungen wird, daß Riga im Namen des Fürsten jährlich einen Gewappneten stelle zum Kampf gegen die Heiden, wie es solches bisher gethan zum Seelenheil Heinrich Borwins I und Heinrich Borwins II (sicut pro anima nostri avi et anima patris nostri facere consueverunt). 5 ) Ein Rostocker Bürger setzt 1268 seinen beiden Tochtersöhnen 40 Mark aus, unter der Bedingung, daß einer von ihnen zu seinem Seelenheile nach Riga gehe. 6 ) In den Jahren 1297 und 1298 schickt mit den übrigen wendischen Städten auch Rostock einen Rathmann nach Riga, um in dem Streit, der zwischen der Stadt und dem Deutschorden obwaltet, vermitteln zu helfen. 7 )

Auch der Handelsverkehr mit Norwegen ist für frühe Zeiten beglaubigt. Vom Jahre 1260 besitzen wir eine Aufzeichnung über Verluste, die der König von Norwegen Rostocker Bürgern zugefügt hat. 8 ) Eine Reise Rostocker Rathmannen nach Norwegen ergiebt sich aus der Kämmerei=Rechnung vom Jahre 1283; 9 ) offenbar steht sie im Zusammenhange mit den Gewaltthätigkeiten, welche


1) Mekl. Ub. 3, Nr. 1705: "Item advocato in Nore" . . . .
2) Mekl. Ub. 13, Nr. 7637; H. R. 1, Nr. 179, 180.
3) Mekl. Ub. 1, Nr. 442.
4) Mekl. Ub. 2, Nr. 686: "usque ad Indaginem Volquini . . . ., postea vero directe per viam, que ducit Ribenitz."
5) Mekl. Ub. 2, Nr. 798; Hans. Ub. 1, Nr. 499.
6) Mekl. Ub. 4, Nr. 2694; "et pro anima sua unus ex eis in Rigam ibit."
7) Grautoff, Lüb. Chroniken, S. 420, 428. Hans. Ub. 1, S. 420, Anm. 4, 438, Anm. 3.
8) Mekl. Ub. 2, Nr. 851; H. U. B. 1, S. 205, Anm. 2. Harttung, S. 26.
9) Mekl. Ub. 3, Nr. 1705, S. 109.
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1284 den Krieg der Städte gegen Norwegen herbeiführen. Scheint doch unter den Räubereien Alf Erlingssons, des Lehnmanns von Tönsberg, Rostock besonders gelitten zu haben: 1 )

"Und als Kunde davon kam nach Rostock herein,
Da erbleichte manch rothrosig Wängelein.
Kennt ihr den Alf?"

In diesem Kriege versuchen sowohl die wendischen Städte, wie König Erich, England für sich zu gewinnen. Von Seiten der Städte sind es Lübek, Rostock und Wismar, welche 1284 König Eduard I die Unbilden klagen, die dem gemeinen Kaufmann in Norwegen zugefügt sind, und ihn bitten, auch seinerseits die Getreideausfuhr nach Norwegen zu verbieten. 2 ) Schon 1262 finden wir Engländer in Rostock, die sich mit einem Bürger, der zu ihnen in einem Schuldv