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I.

Die Pastoren im Lande Stargard
seit der Reformation.

Von
Georg Krüger , Pastor in Strelitz.

M it meiner vorausgegangenen Schrift über "die Pastoren im Fürstentum Ratzeburg" (Schwerin, Bahn 1899) umfassen die folgenden Blätter alle Pfarren des heutigen Großherzogtums Mecklenburg=Strelitz und ihre Inhaber seit der Reformation. * ) Die Zusammenstellung erfolgte unter doppeltem Gesichtspunkte: Einmal nahm ich alles auf, was kulturgeschichtlich interessant erschien und dazu diente, Persönlichkeiten und Verhältnisse zu beleuchten; zum andern berücksichtigte ich den genealogischen Zusammenhang, insbesondere wo es sich um Familien handelte, die in dem Gelehrten= und Beamtenstande unseres engeren Vaterlandes auch sonst vertreten waren. Es liegt in der Natur der Sache, daß für jenes besonders die frühere Zeit - mit dem Ende des 18. Jahrhunderts werden die Akten kulturgeschichtlich angesehen langweilig - für dieses die neuere Zeit reichere Ausbeute darreichte. Eine Gleichmäßigkeit in der Behandlung der einzelnen Persönlichkeiten ließ sich wegen der verschiedenen Ergiebigkeit der Quellen nicht erzielen. Jede vervollständigende Mitteilung aus den Kreisen der Leser wird mir erwünscht sein. Bei der stets durch Anführungszeichen angedeuteten wörtlichen Wiedergabe älterer Schriftstücke habe ich die damalige Ausdrucksweise beibehalten, bin aber in der Schreibart dem heutigen Gebrauche gefolgt.


*) Mit den Worten "Land Stargard" des Titels will ich auch die 1701 damit vereinten Teile des Landes umfassen.
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Ich bin nicht der erste, der auf diesem Gebiete arbeitet. Abgesehen von Spezialforschungen, die einzelne Orte und Personen oder einzelne Zeitabschnitte behandeln, hat der verstorbene Pastor Sponholz=Rühlow in einer groß angelegten, aber nicht vollendeten Arbeit über die einzelnen Ortschaften unseres Landes auch die Inhaber der Pfarren berücksichtigt und kurz ihren Lebensgang skizziert. Seine Arbeit, die sich wieder auf eine mir nicht zugänglich gewordene Sammelarbeit des Herrn von Bork=Möllenbeck stufen soll, ist nicht im Druck erschienen, sondern befindet sich in der Registratur des Großherzoglichen Konsistorii, der auf die Pfarren bezügliche Abschnitt abschriftlich in den meisten Pfarrarchiven. Die Sponholzsche Sammlung bot mir wenigstens eine dankenswerte Grundlage und mancherlei Material. Freilich bedurften ihre Angaben überall der Nachprüfung und oft der Korrektur, zumal die Akten des Schweriner Archivs, die bis zum Jahre 1701 auch das Land Stargard umfassen, für sie nicht benutzt und berücksichtigt sind.

Die Archive der Pfarren leiden fast alle unter den Folgen des 30jährigen Krieges. Wie gründlich seine Verwüstung im hiesigen Lande war, ist daraus ersichtlich, daß von den 75 Pfarrorten, die im folgenden behandelt werden, 23 als solche durch den Krieg eingegangen sind. So sind denn die hiesigen Kirchenbücher im allgemeinen jünger und lückenreicher als beispielsweise im Fürstentum Ratzeburg und die Registraturen meist sehr ärmlich.

In entgegenkommenster Weise sind mir die Großherzoglichen Archive und Bibliotheken in Schwerin und Neustrelitz für meine Nachforschungen geöffnet und zugänglich gemacht. Desgleichen hat das Großherzogliche Konsistorium neben Darreichung von Akten meine Arbeit wesentlich erleichtert durch die Ermächtigung, die Kirchenbücher der Pfarren in meinem Hause durchzusehen. Ebenfalls habe ich bei meinen Herren Amtsbrüdern bis auf wenige Ausnahmen, ebenso bei vielen Nachkommen früherer Pastoren freundliche Unterstützung und Beihülfe gefunden. Für das alles darf ich auch hier meinen ehrerbietigsten herzlichen Dank aussprechen.

Strelitz (Meckl.), im November 1903.

Georg Krüger.

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Gedruckte Quellen:

Diet. Schröder, M.: Kirchenhistorie des evang. Meckl. Rostock. 1788/89.
Cleemann: Archiv=Lexikon etc. .
Walter: Unsere Landesgeistlichen. Penzlin 1889.
Neuer Nekrolog der Deutschen.
Genealog. Handbuch bürgerl. Familien. Hrsg. v. Dr. jur. Koerner. Berlin. Bruer. Bd. 1-10.
Schweriner Freimütiges Abendblatt.
Neue Strelitzer Anzeigen.
Jahrbücher des Vereins für mecklenburgische Geschichte.
Boll: Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg. 1875.
Mayer: Geschichte des Großherzogtums Mecklenburg=Strelitz und Chronik der Stadt Friedland. Neustrelitz. 1896.
Simonis: Vorhandene Nachricht der Stadt Friedland etc. . Neubrandenburg. 1730.
Jacoby: Geschichte der Parochie Prillwitz. Neustrelitz. 1893.
Hans Moderow: Die evangel. Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. I. Der Reg.=Bez. Stettin. Stettin, Niekammer 1903.
Krüger: Die Pastoren im Fürstentum Ratzeburg. Schwerin. 1899. (Past. Ratzeb.)

Vignette

Badresch.

(1541.) Hinrich Henning. Das Prot. Vis. 1541 sagt von ihm: "Ist ein Ehemann, ziemlich wohl gelehret und gottesfürchtig, eines ehrlichen Lebens."

(1545.) Hinrich Mastorp war früher katholischer Priester. Visit. 1541 fand ihn als Pastor in Gr.=Daberkow: "Ist ein Ehemann und wohl betaget, lebet ehrlich, ziemlich gelehrt." 1545 wurde sein und seiner jetzigen Ehefrau Sanna Springeborn vorehelich erzeugter Sohn Achim von Herzog Heinrich legitimiert. Er soll mit den ehelichen Kindern gleich stehen und gleich erben.

1554-1587. Gregorius (Georgius) Koeselitz (Kötzlitz), bei Walch Konkordienbuch 1750 unter den mecklenburgischen Unterzeichnern der Form. Conc. Caeselius genannt, bei Schröder: Evg. Meckl. I. pg. 336 als Koßlitz fälschlich ins Jahr 1538 gesetzt. Bei einem Zeugenverhör zu Neubrandenburg i. J. 1597 Apr. 23 sagte er aus, er sei 60 Jahre alt, 33 Jahre zu Badresch Prediger gewesen und sei jetzt auf nächsten Michaelis 10 Jahre in Friedland, wo er Bürgerrecht und eine eigene Wohnung habe.

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(1590. 1603.) Petrus Ludovicus hatte über seine Patrone viele Klagen wegen entzogenen Pfarreinkommens und vorenthaltenen Pfarrlandes. Die Wedeme zu Rattey hat sich der Junker genommen und mit einem Bauern und Kossaten besetzt.

(1630.) -1646. Johannes Georgius, auch Georg Dechatz genannt, "ist am 13. Dec. 1646 aus dieser betrübten Welt abgefordert."

1648-1661. Johann Christof Hübner cf. Stargard.

1661-1693. Ludovicus Steinwerker, geb. zu Gr.=Sulza bei Magdeburg 1620 Dez. 18, stud. zu Greifswald, P. zu Holzendorf, 1649 10. p. Tr. Als dort die Pfarre 1659 eingeäschert wurde, zog er ad interim, nach Badresch, wurde dort 1661 März 31 durch Sup. Wagener eingeführt. Bei der Kirche Visit. 1664 hielt er "eine kurze, jedoch nützliche Predigt" und bestand samt der Gemeinde im Examen gut. 1666 ward er vom Sup. Preen zum Adjunct. synodi in der Stargarder Kirchen ernannt. 1672 brannte er, und zwar zum 23. Mal in seinem Leben, des Nachts ab und mußte nackend den Flammen entfliehen. 1691 ward ihm sein Schwiegersohn Rütenick als Nachfolger substituiert. Er starb 1693 Aug. 15, nachdem er am 28. Mai dess. Jahres seine Gattin Katharina Dorothea durch den Tod verloren hatte.

1691-1713. Georg Rütenick, geb. zu Schönermark bei Prenzlau, hatte als hitziger Kopf viel Streit mit seinen adeligen Patronen. Als Stilprobe jener Zeit mag der Beginn einer Klageschrift gegen ihn aus dem Jahre 1703 und seine Verteidigung hier Platz finden. H. v. d. Osten schreibt: "Die unverantwortlichen Proceduren des hiesigen Holzendorfer Pastors Rutenick mit den Mitteln der hiesigen Kirchen zwingen mich abermals vor das von Gerechtigkeit und Billigkeit glänzende hohe Tribunal zu erscheinen und anzuflehen, den zerrütteten Zustand dieser armen Kirche anzusehen und selbige durch eine promte Remotion und Abstrafung des bösen Priesters abzuhelfen." Rütenick schreibt dagegen: "Es ist weltkundig sowohl aus Heil. Schrift als Profan=Geschicht=Büchern, daß diejenigen, welche dem starken Weltkützel folgen und Prediger, welche seind Christi, unseres Gottes, Diener, unverschuldeter Weise verfolgen, gemeiniglich zur Strafe reif seind und dazu mit ihrem unverantwortlichen Beginnen bei dem gerechten Gott auf verborgene Art sich anmelden, daß sie auch wollen ein Unglück haben u. s. w." Nachdem der Schriftwechsel in diesem liebenswürdigen Ton einige Zeit fortgesetzt war und die Patrone drohten, dem Pastor die

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Kirche zuzuschließen, kümmerte sich Rütenick schließlich um Holzendorf und Rattey überhaupt nicht mehr, und die Patrone erhielten die Erlaubnis, diese Kirchen von Badresch zu trennen. Sie übertrugen die cura zunächst dem Pastor in Helpt. Aber der hatte mit seiner Gemeinde zu tun, saß auch gern beim Trunk, so daß er oft gar nicht, oft erst des Abends um 8 Uhr zur Predigt kam. Als das Jahr um war, wurde daher der Rektor Herold in Friedland ordiniert, hielt in der Woche seine Schule und war Sonntags Pastor in Holzendorf und Rattey. Um ihn als seinen voraussichtlichen Nachfolger zu schädigen, heiratete Rütenick als alter Mann nach dem Tode seiner ersten Frau, der Tochter Steinwerkers, ein Kind von 16 Jahren, Amalia Hedwig Höften. Diese blieb 1713 bei dem Tode ihres Gatten mit 5 kleinen Kindern als Witwe zurück und starb erst nach 52 jährigem Witwenstande im 78. Lebensjahr am 1. Juni 1765. Trotzdem sie außer der Wohnung in jedem Schlage des Pfarrlandes 5 Schffl. Aussaat zur Verfügung hatte und einen eigenen colonus hielt, kam sie aus Klagen und Sorgen nicht heraus. Freilich machten ihr die Kinder viel Not, besonders ein Sohn, der nackt und blos aus preußischem Husarendienste nach Hause kam. Später wurde er Rektor in Grevesmühlen, kam aber der Mutter nicht zu Hülfe. 1748 klagte die Witwe: "Mein altes Haus ist vom letzten Sturmwinde so zerbrochen, daß ich nicht allein unter freiem Himmel liege, sondern auch stündlich befürchten muß, daß es mir gar auf den Kopf fällt, da die Sparren meist herunter und die Ständer und Balken teils zerbrochen teils mürbe sind." Die Untersuchung ergab, daß das Haus unbewohnbar war, ein Neubau zog sich freilich noch einige Jahre hin.

1714-1746. Jacob Herold, M., geb. in Buchow bei Jüterbock, wo sein gleichnamiger Vater Pastor war (so Cleemann) oder in Querfurt 1666 Jan. 30., Konrektor zu Anklam 1694, Rektor zu Friedland 1695, P. in Holzendorf und Rattey im Nebenamt (vgl. oben) 1704, als Pastor zu Badresch eingeführt 1714 Juli 1. † 1746 Jan. 24. - Seine Gattin Dorothea Elisabeth war eine Tochter des M. Plohstius in Neubrandenburg. Im Jahre 1733 starb ihm ein Sohn im Alter von 23 Jahren, ein anderer, Jacob, war P. in Gr.=Daberkow, ein Dritter, Otto Bernhard, wurde 1733 sein Substitut und Nachfolger. Seine einzige Tochter Catharina Elisabeth wurde 1717 Gattin des P. Seger in Helpt.

1733-1748. Otto Bernhard Herold, Sohn des vorigen, geb. zu Friedland 1698, ward am 18. p. Trin. 1733 als

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Substitut seines Vaters eingeführt, heiratete 1734 Mai 26 Johanna Magdalena Schernackin, des Pastor zu Prillwitz Tochter, und wohnte mit ihr in einem von seinem Vater auf eigene Kosten erbauten Hause. Als er 1746 in die Pfarre zog, mußte er er um einen Neubau bitten. "Der ist schon nötig gewesen vor 12 Jahren bei meinem Amtsantritt, aber mein Vater bestand darauf: alt sei alt! So ist es nun weit und breit das schlechteste Haus. In der einzigen Stube, darin um Wärmnis willen bei Mutter, Frau, Kindern und Gesinde studieren muß, bin nicht sicher, daß die Bohlen aus dem Schindelboden herabfallen. Bei starkem Regen tritt das Wasser herein." Er starb schon 1748 bei einem Besuche in Prillwitz; die Witwe blieb mit drei Kindern zurück, eine Tochter cop. P. Wildberg=Kotelow.

1749-1767. Johann Christof Ockel, geb. als Pastorsohn zu Warlin 1718 (?), auf Schule zu Friedland, studierte zu Rostock, ward Mich. 1749 introduciert. Bei seinem Amtsantritte fand er drei Witwen vor; allerlei Mißhelligkeiten, Truppendurchzüge usw. halfen dazu, daß sein Väterliches aufgezehrt wurde und nach seinem Tode († 1767 Jan. 31.) der Konkurs ausbrach. - Seine Gattin Elisabeth geb. Wetzel (cop. 1749 Nov. 18.), Pastortochter aus Woldegk, hatte viel mit Sorgen zu kämpfen, erreichte aber, daß ihr ältester Sohn Theologie studierte und P. in Warbende wurde, der 2. wurde Apotheker. Sie starb über 70 Jahre alt zu Badresch am 29. Febr. 1805.

1768-1783. Joachim Ernst Christian Schultz, geb. in Friedland 1738 Sept. 21, Pastorsohn, stud. zu Greifswald und Jena, ward P. 1769 Mai 4., † 1783 Juli 14. Seine Gattin Friederika Johanna geb. Otto, Tochter des Amtmanns Joach. Caspar zu Pragsdorf und der Anna Regina geb. Barneckow, überlebte ihn bis zum 31. März 1821. In der Traueranzeige rühmen die Kinder von ihr: "Bei dem frühzeitig erfolgten Hintritt unseres seligen Vaters war sie uns Vater, Mutter, weise Führerin unserer Jugend, treffliches Vorbild stiller Gottergebenheit und frommer Pflichttreue." (Vgl. N. Strel. Anz. 1821, 19.) Seine Tochter Wilhelmine heiratete 1797 der Pächter zu Neuhof, Joach. Heinr. Hoth, die Tochter Caroline 1810 der Bürger Johann Friedrich Milav in Friedland; sein Sohn Detlef lebte 1821 in Friedland.

1784-1824. Carl Curt König, geb. zu Golm 1758 April 1., besuchte die Schule zu Friedland, die Universität Bützow 1777-78, ward als Pastor eingeführt 1784 Okt. 31, † 1824 Okt. 18. Seine Gattin Dorothea Friederike Caroline Schultz,

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Tochter des Amtmanns Friedrich Wilhelm Alexander zu Schönhausen, beschenkte ihn mit einer ganzen Reihe Kinder; unter diesen sein Nachfolger und die Töchter: Caroline geb. 1793 cop. 1814 mit dem Zollinspektor Joh. Georg Buhlert zu Buxtehude; Wilhelmine cop. Ad. Gottlieb Kortüm, später P. in Prillwitz.

1818-1824. Friedrich Wilhelm König, Sohn des vorigen, geb. daselbst 1786 Nov. 8., stud. Halle 1803-5, machte die Freiheitskriege im vaterländ. Husaren=Regimente mit, ward seinem Vater adjungiert 1818 und starb bereits wenige Wochen nach diesem am 8. Nov. 1824. Seine Witwe Wilhelmine Auguste Christiane Rassow, Tochter des Pächters Alexander Ludwig zu Voigtsdorf, cop. 1818 Dez. 16, blieb kinderlos zurück.

1826-1874. Carl Otto Albert Horn, geb. 1794 Juni 12. zu Neustrelitz, Sohn des Geh. Legat.=Rats und Kons.=Rats Adolf († 1823) und der Maria geb. Gerling, Bruder des P. in Friedland. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, bezog 1812 die Universität Jena, 1813 trat er in das Korps der Lützower Jäger ein und war hier mit Theodor Körner sehr befreundet. Nach dem Frieden kehrte er nach Jena zurück. Dort wurde am 12. Juni 1815 die deutsche Burschenschaft gegründet. An ihrer Spitze standen die beiden Mecklenburger Horn und Riemann (vgl. Friedland), "stattliche, brave, junge Männer, die sich im Kriege tapfer geschlagen hatten. Der erste Sprecher, Karl Horn, der späterhin (in Friedland) als Lehrer Fritz Reuters weiteren Kreisen bekannt wurde, blieb bis ins hohe Alter dem Enthusiasmus seiner Jugend treu und starb in dem frommen Glauben, daß er mit der Stiftung der Burschenschaft "ein Werk des Herrn" getan habe. (Treitschke, deutsche Gesch. im 19. Jahrh. II. pag. 422.)- Nach beendeter Universitätszeit wurde Horn 1816 Hauslehrer, dann Prorektor und 3. Lehrer am Gymnasium zu Friedland, in welcher Stellung er sich besonders für das Turnwesen interessierte. Im Januar 1826 ward er Pastor zu Badresch, wurde an seinem 50jährigen Dienstjubiläum zum Kirchenrat ernannt und bei dieser Gelegenheit von den deutschen Burschenschaften sehr gefeiert. Im Herbste 1874 emeritiert, zog er nach Neubrandenburg und starb daselbst am 8. April 1879. Er war Ritter des Eisernen Kreuzes von 1813/14, sein Reliefbild befindet sich am Burschenschaftsdenkmal in Jena. - Er war verheiratet mit I. 1821 Sept. 13. Ferdinande Albanus, Tochter des Buchhändlers Ferdinand in Berlin, II. Ida Schröder, III. Friederike Hahn. Unter seinen Kindern sind zu nennen 4. Viktor, Kaufm. in Stettin, geb. 1828, †; 5. Fritz, Dr. phil., Litterat in Berlin,

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geb. 1830, † 1895; 6. Georg, Dr. med., Sanitätsrat in Charlottenburg, geb. 1832, † 1887; 7. Paul, Gutsbesitzer in Pommern, geb. 1833; 8. Johannes, geb. 1836, in Amerika; 9. August, Kaufm. in Stettin, geb. 1837, † 1881; 10. Albert, c. min., Lehrer an der höh. Töchterschule in Neustrelitz, geb. 1842, † 1871; 11. Theodor, Domänenpächter in Watzkendorf, geb. 1843. 12. Otto, geb. 1848, Kreisphysikus und Sanitätsrat in Tondern.

Schriften: Eine Ansprache an die Festgenossen auf dem Eichplatz zu Jena den 15. Aug. 1865; Jena, Frommann. - Rede zum Gedächtnis des Vize=Landmarschalls Ad. Fr. C. von Oertzen auf Rattey, Neubr., Brünslow, 1867. - Pred., gehalten am Tage seines Amtsjubiläums in der Pfarrkirche zu Badresch. 1869. - Vergl. Friedrich Latendorf: Karl Horn, der Stifter der deutschen Burschenschaft, und Heinr. Gesellius, der Lieblingslehrer Fritz Reuters. Pößneck, Latendorf 1881.

1874-1897. Wilhelm Schulenburg, geb. 1837 Nov. 21 zu Woldegk, Sohn eines Kaufmanns, besuchte 1851-58 das Gymnasium zu Prenzlau, studierte Theologie zu Halle, Tübingen und Erlangen, wurde Ostern 1863 Konrektor, Michaelis 1870 Rektor an der Bürgerschule zu Woldegk, 1874 Okt. 11 Pastor zu Badresch, † 1897 März 12; cop. 1867 April 30 Dorette Marie Henriette Mencke aus Hamburg. Ein Sohn ist cand. min. und Lehrer an der höh. Mädchenschule zu Neustrelitz ein anderer Steuerbeamter, d. Z. im Elsaß.

Seit 1898. Hermann Jacoby, Sohn des Bürgerschullehrers Ferdinand zu Neubrandenburg, geb. das. 1851 März 15, besuchte die Bürgerschule, dann das Gymnasium, studierte in Leipzig und Erlangen Mich. 1868-Ostern 1872, war 4 Jahre Hauslehrer, wurde Rektor der Stadtschule in Penkow bei Stettin Ostern 1876, Rektor in Waren Mich. 1876, P. in Prillwitz 1880 Okt. 3, P. in Badresch 1898 März 20, ist seit länger Zeit arbeitsunfähig und hat den cand. min. Hugo Grundt als Prädikanten. - Cop. 1878 Juli Pauline Elvers, Tochter des Medizinalrats in Waren. Sein einziger Sohn ist Mediziner.

Schrift: "Geschichte der Parochie Prillwitz Neustrel., Jacoby 1893.


Ballin.

Thomas Jsermenger (Jsermeyer), katholischer Pfarrer, ist vielleicht lutherisch geworden.

Die Vis. 1541 nennt als Pastor Nicolaus Möller und sagt von ihm: "Kein Ehemann, sondern lebt in Unkeuschheit, ist

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nicht sonderlich gelehrt." Nach Schröder, Evg. Meckl. II pg. 421, war er 1558 noch im Amte.

1568-1622. Joachim Vogeler. Dieser berichtet i. J. 1603 eingehend über seine Pfarrei Ballin mit der filia Plate. Er ist 1568 Pastor geworden. Die Kirche in Plath ist 1530 gebaut; in ihr ist eine braunsamtne Kasel, löbliche Alben, verschiedene Bücher. Auch hat das Gotteshaus eigene Bienen, mit einem alten Mann Chim Blynageln um die Hälfte. Da in Plath allein 30 Hufen sind, und der Pastor von jeder Hufe 11 Scheffel Roggen erhält, sind die Verhältnisse nicht schlecht. - Vogelers Name stand an der alten Kanzel in Plath. Er starb im Februar 1622 einige 90 Jahre alt.

1622-1648. Michael Dammes (Dammius), ein Sohn des P. in Warbende. Im März 1622 erbitten und erlangen Jochim und Hans Gevettern von Warburg die herzogliche Einwilligung wegen des Filials Plate für den von ihnen nach Ballin berufenen Michael Dammes, "so den Schuldienst zu alten Stargard anitzo verwaltet und unseres sel. Pastoren zu Schönefelde Sohn." Die Schrecken des 30jährigen Krieges, der hier arg wütete, hielt er tapfer aus und war lange der einzige Prediger der Gegend. Er entschuldigte sich, daß er 16 Rthlr. Kirchengelder habe angreifen müssen, um nicht Hungers zu sterben, da der Scheffel Roggen 2 1/2 Rthlr. gegolten. Dafür offerierte er die ihm rückständige 8 jährige Schreibgebühr. Im Jahre 1649 wurde von ihm berichte, daß er auf der ins 3. Jahr vakanten Pfarre zu Teschendorf aufgewartet habe, aber gestorben sei. Nach seinem Tode wurde die Pfarre nicht wieder besetzt.

Die Kirche hielt sich als vagans 1661 zu Warbende, ging 1728 zu Hinrichshagen, 1801 zu Dewitz. Doch trat der dortige Pastor sie 1810 wegen zu großer Entfernung und böser Wege wieder ab. Seitdem hält sie sich wieder zu Hinrichshagen.


Ballwitz.

(1560. 1580.) Johanna Gerceus (Gehrcke) unterschreibt die Form. Conc.

1593-(1614.) Andreas Bilank. Seine Frau, Margarete Pippow, starb kinderlos 1618, ihr Bruder war P. in Schloen.

(1634.) Christian Granzow.

(1649)-1672 Joachim Ulrici (Ulrich, Oelrich) starb 1672 so arm, daß er aus eigenen Mitteln kein Sterbekleid

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beschaffen konnte. Auch Godenswege, Cammin und Riepcke wurden von ihm pastoriert.

Nach seinem Tode ging die Pfarre aus Mangel an Subsistenzmitteln für den Pastor ein, so sehr hatte die Gegend unter den Folgen der Kriegsschrecken zu leiden. Die Dorfschaften wurden teils von Wanzka, teils von Prillwitz vikariert, bis 1747 die jetzige Pfarre zu Ballwitz hergestellt wurde.

1748-1797. David Bernhard Röhl, geb. zu Godenswege, wo sein Vater Martin Pensionarius war, 1722 Jan. 12, studierte zu Rostock und Jena, wurde 1746 Rektor zu Friedland und am 3. p. Ep. 1748 als Pastor zu Ballwitz eingeführt. Bei der Neueinrichtung der Pfarre war mancherlei an Eigentum und Einkünften der Pfarre in Vergessenheit geraten - u. a. zwei Pfarrbauerhöfe in Rowa - was mancherlei Schreiberei verursachte, ohne daß immer der gewünschte Erfolg erzielt wurde. Wildschaden, Hagelschlag und Mißwachs zwangen ihn mehrfach, den Herzog um Unterstützung anzugehen. 1753 klagt er, daß die Kinder oft bis zum 10. und 12. Jahre ohne Unterricht bleiben, und bittet die Eltern anzuhalten, daß sie die Kinder zur Schule schicken. 1754 beschwert er sich, daß die Bauersöhne des Nachmittags an den Feiertagen die Glocken läuten, Kegel spielen und Bier auflegen. AIs er den Turm verschlossen hat, haben sie die Tür erbrochen und erst recht vor seinem Hofe gespielt. † 1797 Sept. 18. Er war verheiratet mit I. Sofie Friederike von Altrock, geb. in Wesenberg 1730 Okt. 8, Tochter des späteren Ober=Forstmeisters Georg in Waren, † im ersten Kindbette 1751 April 17. Ihre Tochter Margreta ward Gattin des P. Barnewitz in Neddemin. Cop. II. 1751 Okt. 29 Christina Barbara Krauthoffen aus Neubrandenburg; III. Maria Elisabeth Wulfleff ebendaher, † 1807 März 24. Unter seinen 8 Kindern ist eine Tochter Charlotte, † 1814, verheiratet 1778 mit dem Amtmann Otto Rehfeldt zu Kl.=Nemerow, deren Tochter P. Genzmer=Warbende heiratete.

Über die Familien Röhl und Rehfeldt cf. die betr. Aufsätze im Geneal. Handb. bürgl. Famil.

1798-1828. Adolf Friedrich Gerling, Sohn des Kons.=Rats Hans Hinrich in Neustrelitz (vgl. das.), dort geb. 1769 Sept. 18, studierte in Jena und Göttingen 1787-90, wurde Pagenhofmeister in Neustrelitz 1791, Pastor in Ballwitz 1798 Nov. 11. "Er war als Mensch sehr achtungswert, als Gelehrter von höheren Kenntnissen, als man in der Regel bei einem Dorfpfarrer antrifft, und als Lehrer von der Beschaffenheit, wie er

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jeder Gemeinde zu wünschen wäre. Für diese Behauptungen spricht insbesondere die ehrenvolle Einladung, welche ihm im Juli 1817 durch den gelehrten Regierungs= und Schulrat von Türck in Potsdam zu teil ward, um dort einer unter dessen Vorsitz und Leitung über die Sache der Volksbildung sich beratenden Versammlung der ersten Geistlichen des Landes mitbeizuwohnen und wozu ihm nicht allein der allerhöchste Urlaub, sondern auch die Kosten der Reise aus der Großherz. Kasse bewilligt wurden." Er setzte alles daran, die Schulen zu heben und führte dies in seiner Gemeinde mit Milde und mit Strenge durch. Bei der Umarbeitung und Einführung des Herderschen Katechismus war er beteiligt. † 1828 März 28. - Am 2. Nov. 1802 verheiratete er sich mit Carolina Friederike Anna Eggers, geb. 1786 Apr. 24, † 1853 Apr. 18, Tochter des Kammerrats Joh. Diedr. Christian Eggers († 1806) und der Christiane geb. Cogho. Unter seinen Kindern sind zu erwähnen: 1. Emma, geb. 1804, † 1831, cop. 1830 Professor Ferdinand Groth in Neustrelitz, Mutter des Pastors in Staven; 2. Hermann, geb. 1805 Okt. 13, † 1857 Dez. 2, ward 1829 Vorsteher des Seminars in Mirow, erhielt 1838 den Titel Professor hat sich um die Lehrer und Schulen des Landes sehr große Verdienste erworben; 3. Wilhelmine cop. Super. Ohl=Neustrelitz; 4. Carl, geb. 1812, † 1878, Domänenpächter in Katzenhagen; eine Tochter ist verheiratet an Kammerpächter Hoffmann=Neetzka; 5. Maria cop. Präp. Dautwitz=Stargard; 6. Johanna geb. 1816, † 1861, cop. 1841 mit Prof. D. Haevernick († 1845) in Königsberg, einem Sohne des Präpositus in Kroepelin; 7. Carolina geb. 1819, † 1885, cop. 1843: Dr. med. Müller=Stargard; 8. Adolf, P. in Schlagsdorf (cf. Past. Ratzeb. pg. 49.)

Schriften: "Außer einigen anonymen Aufsätzen in Zimmermanns allgemeiner Kirchenzeitung und Schuderoffs Jahrbüchern für Religion etc. . hat er noch besonders drucken lassen: Das Gedächtnis Luthers und der Reformation, auch für das Andenken an seine 25jährige Amtsführung, gefeiert am 24. Trinitatissonntage 1823. Neubrandenburg. Dümmler 1824." (Vgl. Schweriner Freimüt. Abendblatt Nr. 514.)

1829-1862. Friedrich Wilhelm Weinreich (Weinrich), geb. in Dannenberg in Hannover 1783 Febr. 23 als Sohn eines theol. gebildeten Kantors und seiner Frau, einer geb. Oppermann, studierte in Göttingen 1803-6, war Hauslehrer in der Familie des H. von Laffert=Dammereetz und einer Frau v. Both, mit der er nach Neustrelitz kam, wurde Rektor zu Stargard 1814, Pastor zu Ballwitz 1829 Mai 3. Seine erste Frau war Julie

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Therese Hurka, geb. 1790 Nov. 15, † 1831 Mai 30, Tochter eines als Liederkomponisten bekannten Mitgliedes der königl. Kapelle in Berlin, böhmischer Abkunft, Schwester der Frau Sup. Kaempffer. Nach ihrem Tode heiratete er (1832 Febr. 23) Amalie Langbein, geb. 1808 Mai 20, † 1866 Jan. 27, P.tochter aus Schönbeck. Stilles Wirken in werktätiger Liebe gewann ihm die Liebe seiner Gemeinde, und im Unterrichten seiner zahlreichen Kinderschar erwies er sich als tüchtiger Schulmann. † 1862 Febr. 17. Unter seinen Kindern sind zu nennen: (I.) 1. August, g. 1817, Theolog, † im Irrenhause ca. 1880; 2. Therese, g. 1820, † 1901, cop. Ober=Steuerkontrolleur Böhm in Anklam; 3. Pauline, g. 1825, † 1880, Institutsvorsteherin in Neubrandenburg; 4. Friedrich, g. 1827, Kaufm. in Stargard, † bei seinem Schwiegersohn P. Dohrn=Helpt. (II.) 1. Marie cop. Landmann Langheinrich=Carwitz; 3. Anna, Institutsvorsteherin in Neubrandenburg; 4. Carl, geb. 1837, Maschinenfabrikant in Stargard; 5. Albert, geb. 1839, † als Steuermann in San Francisco; 6. Otto, P. in Alt=Gaarz; 7. Luise, cop. Pächter Nicolai=Zeddemin; 8. Paul, geb. 1844, † 1893, Kaufm. in Neubrandenburg; 9. Elisabeth, Lehrerin in Potsdam; 11. Minna, Lehrerin in Neubrandenburg.

1863-1878. Joh. Friedr. Hermann Nahmmacher, P.sohn aus Wesenberg, geb. 1824 Juni 22; besuchte das Gymnasium in Neustrelitz, studierte in Halle und Berlin (1848!), war Hauslehrer beim Pächter Wendland=Broda, Rektor in Wesenberg 1852-1863, P. in Ballwitz Ostern 1863, † 7. März 1878. Sein Bild hängt in der Kirche. - Seine Gattin Rosalie geb. Flügge aus Weselitz i. U., † 1892. Kinder: 1. Gotthold, P. in Strelitz; 2. Hans, Dr. med. in Malchow; 3. Emma, unverheir. in Neustrelitz; 4. Marie, cop. 1883 Hofapotheker Dr. Otto Zander, Neustrelitz.

1879-1884. Karl Nahmmacher. Vgl. Neustrelitz.

Seit 1884. Ludwig Kootz, geb. zu Voigtsdorf 1833 Jan. 4 als Sohn des Schullehrers Johann Friedrich (geb. 1792, † 1860) und der Auguste geb. Albrecht († 1863.) Er besuchte von Tertia ab das Gymnasium zu Neubrandenburg Ostern 1847-53, stud. in Erlangen und Rostock (Baumgarten) bis Mich. 1856. Nach verschiedenen Hauslehrerstellen, besonders bei Major von Arnim=Neuensund, ging er Mich. 1862 als Prädikant nach Triepkendorf. Ostern 1863 ward er Konrektor, Neujahr 1867 Rektor in Strelitz, 1869 Okt. 10 P. in Wanzka, 1884 April 27 in Ballwitz eingeführt. - Cop. I. 1867 Mai 31 Pauline Rohmann,

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geb. 1831 Febr. 13, † 1875 März 28, Tochter des Amtschirurgus Rohmann in Neubrandenburg. II. 1878 Febr. 12 Auguste Rohmann, geb. 1834 Dez. 24, † 1882 Jan. 4, Schwester der Verstorbenen. Kinder: 1. Nathanael, geb. 1869, † 1900, cand. rev. min., Leutnant d. Res., Lehrer an der höh. Töchterschule zu Neustrelitz; 2. Leberecht, geb. 1871, Dr. phil., cand. rev. min., Gymnasiallehrer in Neubrandenburg; 3. Lucius, geb. 1872, blind.


Beseritz.

Vergl. Dahlen.

Blankenförde.

Der Ort war mater mit Babke und Kakeldütt als Filialen, auch Granzin und Langhagel werden als solche genannt.

-1568. Nicolaus Sandmann wurde 1568 seiner Nachlässigkeit wegen entlassen. Von ihm erzählte später der alte Schulze zu Langhagel, er habe ihn sehr wohl gekannt, er sei immer auf einem Pferde geritten gekommen. "Da hat sich die Bauerschaft auf einmal mit ihm entsetzet und ihn erzürnet, daß er vor großem Eifer und Zorn das Pferd bei einem Dornbusch zwischen Blankenförde und Langhagel selber erstochen hat. Mehrgedachter Ern Nicolaus habe ihm wohl in die 10 Mal das hochw. Sakrament gegeben. Uns Bauern pflag er die Oblaten zu geben, er aber soff den Wein aus."

1568-1569. Laurentius Hagen wurde auf Bericht des Sup. Schermerus nach abgehaltener Visitation seines Amtes entsetzt, weil er unverständig in der Lehre, unfleißig im Amte und ärgerlichen Lebens befunden sei.

(1578. 1602.) Joachim Felgendreber (Felchendrebe) war bei der Visit. 1578 Pastor. 1595 stellt ihm und dem Schulzen zu Kakeldütt Herzog Karl zu Mirow einen Freibrief aus, für eine neue Glocke das Geld zu erbetteln. 1598 erlangt er vom Herzoge eine Stelle auf dem Kirchhofe zu einem Häuschen für sein Alter, ihm und seinen Erben steuerfrei. 1602 stellt er ein Einkommenverzeichnis der Kirche zu Babke zusammen.

1605-1638. Jacobus Reineccius. 1605 von Herzog Karl vociert, schrieb 1606 einen langen Klagebrief über Mängel in seinem Kaspel, † 1638.

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Im Vis.=Prot. 1651 heißt es: "Die Pfarre zu Blankenförde und Kakeldütte hat von anno 1638 an keinen Pastoren gehabt, auch nach Absterben des sel. Ern Jacobi Reineccii, weiland Pastoren daselbst, aus Mangel der Leute und bei Verwüstung des Landes keinen eigenen Pastoren bis auf dato halten können und ist von J. F. G. dem Pastori zu Schillersdorf Ern Joh. Andreae anbefohlen worden, daß er die wenige und in dieses Kirchspiel gehörige, auch beim Leben gebliebene Leute im Gottesdienste interimsweise und so lange ein jegliches Kirchspiel einen eigenen Pastoren wieder halten kann, mitversorgen soll." Blankenförde wird heute noch von Schillersdorf aus kuriert.


Blumenhagen.

(1578.) Jeremias Grofbecker wird Prot. Vis. 1578 als Pastor genannt für Blumenhagen und Weisdin. Dasselbe Protokoll sagt: "Wedeme, Kirche und Kirchhof sind gleich schlecht."

(1629)-1647. Valentin Kruse (Grusius). Sein Sohn Heinrich war Pastor in Beseritz=Dahlen. "Bei dem Gallasschen Ruin war Kirche und Wedeme eingeäschert" (Prot. Vis. 1661), darum wurde seit 1657 Blumenhagen, Glambeck und Blumenholz nebst vacierender Kirche in Weisdin von Prillwitz aus, und nach der Dimittiernng P. Eberhards von Strelitz aus kuriert.

1668-1698. Johannes Cornelius, voc. 1668. Er hatte das Unglück, daß ihm am Gründonnerstage 1682 "in einem Donnerwetter durch einen Feuerstrahl vom Himmel herab seine Wedeme ganz abbrannte" und er mit Weib und Kind nur das nackte Leben rettete, so daß ihm der Herzog Gustav Adolf eine Kirchenkollekte in der Superintendentur bewilligte und er um seiner elenden Verhältnisse willen scherzweise "Johannes in der Wüste" genannt wurde. Sein Haus wurde im folgenden Jahre wieder erbaut, freilich auf seine Kosten, da die Patrone sich nicht zum Wiederaufbau rührten. Ersatz der Baukosten wurde befohlen, war aber 1699 noch nicht erreicht. "Geraume Zeit hat er auf dem Siechbette liegen müssen, ehe er 1698 endlich Todes verblichen, dahero die Seinigen mit ihm in die äußerste Armut geraten, da sie ohnedem auf einer elenden und schlechten Pfarre in einem verwüsteten Orte sich aufgehalten." Der Sup. Phuel wollte die Witwe Anna Dorothea Thüselin,

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des Kratzeburger Pastoren Tochter, welche mit zwei unmündigen Kindern zurückgeblieben war, gerne bei der Pfarre erhalten, konnte aber gegen den Herrn von Peccatel als Patron nur erreichen, daß die von ihm vorgeschlagenen Kandidaten neben dem von jenem begünstigten, aber schon verlobten Eggebrecht zur Wahl aufgestellt wurden, nicht aber die Wahl des letzteren verhindern. "Dahero die Witwe wie Pfarre mit dem Rücken ansehen müssen und nunmehro ferner ihr Brot mit Kummer essen muß und doch dasselbige - Gott erbarme es! - nicht einmal zur Notdurft haben kann." Sie erhielt auf ihre Bitte wenigstens eine Kollekte an den Kirchtüren im Güstrowschen, Rostocker und Stargarder Kreise bewilligt.

1699-1707. Brandanus Eggebrecht aus Wismar. - Nach mehrfach ausgesprochenem Wunsch des Pastors wird die Pfarre 1707 vom Patron von Peccatel nach dem bisherigen Filial Zierke verlegt.


Bredenfelde.

(1560.) Joachim Kock. Bei der Visit. 1560 klagte er: "Die Bauern halten Hagelfeste, Abendtänze, St. Walpurgisnacht, machen Notfeuer, treiben viel Superstitiones, Zauberei und Unglaubens."

1584-1605. Andreas Senstius, ein Sohn des aus Schlesien gebürtigen P. Andreas zu Potsdam, der Luther gehört hatte, wurde nach seiner eigenen Angabe Ostern 1584 P. in Bredenfelde, steht aber unter den Unterzeichnern der Form. Conc. 1590 erbat er vom Fürsten, der seit 4 Jahren Bredenfelde hatte, die Viermahlzeiten auf dem Hofe für sich und den Küster, freie Mast für seine Schweine und freies Holz aus der Schlichter Heide, "weil ich oftmals einen bösen Weg dadurch zu meinen Pfarrkindern nach Schlichte reisen muß." Am Ägidientage 1605 machte er sein Testament. Sein Epitaph, das 10 fl. kostete, zeigt zwei Frauen, deren eine Christine Granzow war, und 17 Kinder. Unter letzteren: Elias, P. zu Hinrichshagen.

1595-1633. Bernhard Sperber, wohl identisch mit dem Bernhardus Sperwacht aus Neubrandenburg, der 1556 in Wittenberg immatrikuliert wurde, hat als P. in Wulkenzin (vgl. das.) Form. Conc. unterschrieben, ist von dort 1595 fortgegangen, zunächst wohl als Adjunkt des alten Senstius. 1632 (?) bat er um wüstes Bauernland als Ersatz ausgefallenen Meßkorns.

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Er klagte über seine kümmerliche Pfarre: "Wobei ich fast mich meiner Hände selbst aus dem Ackerbaue ernähren muß, daß in gegenwärtigen Kriegszeiten teils E. F. Gn. Bauhöfe zu Bredfelde und Schlichte wüste geworden, dannenhero mein jährlich Meßkorn in den Abgang geraten, also daß, wann es mir nicht sollte erstattet werden, ich bei dieser geringen Pfarre endlich der schnöden Armut leben müssen."

1634 März 25 bewarb sich Nicolaus Nesenius um die vakante Pfarre, daß er sich ein wenig erhole und auch sein Haus nach dem Exempel des Patriarchen Jacobus versorgen möge, "da ich mich nun fast müde gearbeitet in pulvere scholastico, dabei ich auch den catechismum alle Sonntag in die 23 Jahr nicht ohne fürstliche Anordnung bei einer gar geringen Besoldung geprediget habe." Ob seine Bewerbung von Erfolg gewesen, weiß ich nicht. Ebensowenig weiß ich von einem Joh. Rungius, den ein Verzeichnis als Pastor hier nennt. Jedenfalls war 1648 die Pfarre seit 10 Jahren unbesetzt.

1648-1654. Joachim Masius von der Insel Femarn, der 6 Jahre zu Greifswald studiert hatte, meldete sich zu der Pfarre, obgleich das Pfarrhaus in Gefahr stand, einzufallen, und wurde im Herbst 1648 eingeführt. 1654 Dez. 21 wird er noch als dortiger P. genannt war da aber schon auf eine Pfarre in Dithmarschen berufen.

1655-1698. Petrus Müller, geb. zu Bergen auf Rügen 1628, stud. in Greifswald und Rostock, wurde im April 1655 P., doch konnte er die Einführung in dem "märkischen" Dorfe Krumbeck nicht erreichen, da der dortige Junker von Trotha nach Anweisung des Brandenburger Kurfürsten auf der Einführung durch einen märkischen Inspektor bestand, diese aber von meklenburgischer Seite nicht zugegeben wurde. Seine Unterhaltung war wegen weniger Zuhörer gar schlecht, da das Filial Schlichte öde und wüste lag und sich in Bredenfelde nur vier Bauleute und ein Kossate befanden. Zum Ersatz für ausfallendes Meßkorn wurde ihm wüstes Bauernland zur Benutzung überwiesen, dessen Besitz aber auch nicht unbestritten blieb. Bis zum Jahre 1670 mußte er den Küsterdienst selbst verrichten, ohne dafür die Küsterhebung erlangen zu können. Da gelang es ihm, ein Küsterhäuschen zu erbauen und wieder einen Küster anzustellen, was doch sehr nötig sei, "damit nicht allein vermöge Ew. Hochfürstlich. Durchl. löblicher Kirchenordnung alles ordentlich mit Geläut, Beten, Glockstoßen und anderen Ceremonien möchte zugehen, sondern auch die anwachsende Jugend

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zum Gebet und Lernung des Katechismus möchte angewiesen werden." Aber noch 1674 konnte der Küster von dem fürstl. Meierhofe und den wüsten Bauernhufen kein Meßkorn bekommen, und die 3 1/2 Scheffel Korn, welche die vorhandenen Bauern aufbrachten, reichten zu seinem Unterhalt nicht aus. - 1698 erbat sich Müller einen Substituten, † in Woldegk 1700.

1698-1720. Georg Wildberg. Vgl. Rödlin.

1720-1750. Johann Kegebein, geb. in Neubrandenburg 1681 Juli 3, Bruder des P. in Hinrichshagen, stud. in Rostock, P. 1720 Himmelfahrt, † 1750 Nov. 15. - Cop. 1720 Juli 11 Anna Maria Müller aus Schwaan, Stieftochter des P. Bluhm=Strelitz, † 1761 Jan. 19, 66 Jahre alt. - Kinder: 1. Christine Henrike Maria cop. Daniel Krüger, Pension. das.; ihre Tochter cop. P. Wöldicke=Dahlen; eine andere cop. P. Tangatz=Triepkendorf; 2. Joh. Elis. Regine cop. Nachfolger.

1749-1803. Ernst Joach. Christian Brückner, geb. zu Toitenwinkel 1710 Okt. 29, Sohn des P. Joh. Ambrosius das. (geb. 1681, † 1757) und der Anna Sofia Schultetus († 1763), Enkel des Med. Licent. und Bürgermeisters zu Wittenburg Gustav Ernst, dessen Vater Caspar (de Ponte) wieder Leibmedikus des großen Kurfürsten war. Er studierte in Rostock 1729-31, besorgte als cand. min. zu Strelitz die Frühpredigten, condit. zu Cölpin, P. adj. in Bredenfelde 1749 Febr. 9, erhielt auch Cantnitz, Lichtenberg und Wrechen übertragen, † 1803 Jan. 14. -Cop. 1749. Johanna Regina Elisabeth Kegebein, des Vorg. Tochter, geb. 1726 Jan. 16, † 1791 Juni 27. - Kinder: 1. Doroth. Sofia cop. P. Weißenborn=Schönbeck; 2. der Nachfolger; 3. Sus. Dor. Johanna, geb. 1755, † 1821, cop. I. Ewert; cop. II. Lange, Pächter zu Lüttenhagen.

1783-1833. Ernst Joh. Christian Brückner, geb. 1751 Juni 1, des Vorg. Sohn, besuchte das Gymnasium in Neubrandenburg, stud. in Halle 1770-1774, P. adj. 1783 Febr. 23, † 1833 Apr. 9. - Cop. 1786 Okt. 4. Charlotte Fried. Eleon. Wenzel, P.tochter aus Wesenberg, geb. 1768 Apr. 22, † 1819 Dez. 22. - Kinder: 1. der Nachfolger; 2. Friederike, geb. 1800, † 1822. (Vgl. Neuer Nekrolog XI. pg. 259.)

1825-1843. Carl Ernst Friedr. Wilh. Brückner, des Vorg. Sohn, geb. 1796 März 22, stud. in Göttingen, Berlin und Jena 1815-18, wurde Lehrer am Gymnasium Carol. zu Neustrelitz 1821, P. adj. in Bredenfelde 1825 Juni 5, vom Amte removiert 1843, † in Neustrelitz 1868. - Cop. I. 1822. Friederike Dor. Ulr. Dörschner, geb. in Neubrandenburg 1800

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Juni 9, † 1828 Juli 1; cop. II. 1829 Juni 23. Friederike Elise Agnes Luise Voß, des Seidenhändlers Aug. Heinrich in Güstrow Tochter, Enkelin des P. in Gaarz, geb. 1796 Sept. 13, † 1858 Jan. 31. - 6 Söhne, deren einer Geheimpolizist in Berlin, ein anderer Postbeamter wurde. Seine Tochter Luise, geb. 1825, cop. 1853 Carl Krüger, Pächter zu Wredenhagen.

1843-1848. Rudolf Werner. Vgl. Neustrelitz.

1848-1880. Joh. Andr. Wilhelm Bergfeld, Sohn des Eigentümers Johann Andreas zu Ringsleben in Schwarzburg=Rudolstadt, wurde Mich. 1827 Lehrer später Professor am Gymnasium Carol. in Neustrelitz, P. in Bredenfelde 1848 Mai 7, Kirchenrat 1877 Okt. 12, emer. Joh. 1880, † 1888 Okt. 10. - Cop. 1829 Okt. 8. Wilhelmine Doroth. Ludov. Schröder, Tochter des Oberamtmanns Carl Ludwig zu Neetzka, † 1891. - Ein Sohn ist als Advokat und ritterschaftlicher Richter zu Gnoien gestorben, ein anderer als Gutsbesitzer auf Friedenthal bei Treptow a./T.

Schrieb: "Commentatio de jure et condicione Provinciarum Romanarum." - II. Abteilung: "Die Organisation der Römischen Provinzen." Programm des Gymnasium Carol. Neustrelitz 1841 u. 1846.

Seit 1880. Helmut Lawerenz, geb. 1837 Apr. 22, Sohn des P. zu Schwichtenberg, besuchte die Schule in Friedland, stud. in Erlangen und Berlin 1857-1860, war Hauslehrer in Alt=Käbelich und Wischerhausen bei Treptow, Prädikant in Warlin, wurde Lehrer an der höh. Mädchenschule zu Neustrelitz Joh. 1865, Rektor das. Joh. 1870, P. in Bredenfelde 1880 Juni 27. - Cop. 1867 Okt. 1. Johanne Theod. Marie Fischer, des Rats und Bürgermeisters August Eduard zu Neustrelitz Tochter, geb. 1841 Okt. 17, † 1888 Nov. 12. Der einzige Sohn ist Offizier.


Bresewitz.

Vergl. Schwichtenberg.

Brohm.

(1541.) Urban Huen. Prot. Vis. 1541: "Die Pfarre haben die Riben zu Galenbeke zu verlehnen, darzu ist belegen Cusaw (Cosa), Wittenborn. - Er Urbanus Huen ist ein

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Ehemann, ziemlich wohl gelehrt, lehret wohl und führt ein ehrlich Leben. - Zu Bruma ist ein Hof, hat zur Pfarre mit Diensten gehöret, denselben haben die Riben zu sich gezogen. Item eine Wiske und ein Holz, hat gehöret zur Wedeme und Kerken, das haben die Lübberstorp versetzt vor 30 Gulden, davon haben gehört dem Pastor 15 F1. und der Kerken auch 15 Fl. Die haben die Riben alle 30 zu sich genommen und wollen weder der Kerken noch dem Pastor etwas davon geben. - Item die Wedeme zerfällt ganz und gar. Das Kerkspel Rattey hat obgedachter Pastor auch."

(1558.) Hermann Reetzmann.

(1637.) Adamus Praetorius (Schultze). Der Friedländer Dichter Christian Conrad widmete ihm ein Gedicht beim Tode seines Sohnes Johannes, † 1636. Im folgenden Jahre verlor Praetorius noch zwei Söhne an der Pest, mußte dann vor den Gallasschen Horden fliehen und begab sich nach Friedland, wo er in der Zeit der schwersten Not, als nur noch ein Pastor dort war, den Gottesdienst mit verrichten half. Aus der Kirchenkasse erhielt er dafür eine kleine Unterstützung von 2 G. 6 s., starb schon 1638, und von seinem Begräbnis konnte nichts gefordert werden, da er nichts hinterließ. (Vgl. Dr. Neckel: Christian Conrad etc. .; Progr. Gymnas. Friedl. 1897.) Prot. Vis. 1665: "Weil die Kirche in dem ersten Kriegswesen nebst dem ganzen Dorf in die Asche geleget, ist der Gottesdienst auf des von Rieben Hofe in der großen Stube verrichtet worden. Der Pfarrhof ist anno 1637 mit abgebrannt und jetzo nichts als die wüste Stelle zu sehen." Die Kirche wurde 1669, die Pfarre überhaupt nicht wieder aufgebaut, sondern Brohm kam an Schönbeck, Wittenborn an Gehren, Rattey an Badresch.


Brunn.

(1560.) Joachim Leppin.

1567-1599. Daniel Schwichtenberg (Sigäoros), unterschrieb Form. Conc., † 1599. Sein Epitaph war in der Kirche zu Ganzkow.

(1611.) Heinrich Wildeshausen.

(1632)-1638. Joachim Dabelow. Die Pest trieb ihn 1638 nach Friedland, wo er im selben Jahre starb. "Hat allhie im exilio gelebt und den Gottesdienst mit verrichten helfen, und

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weil das Seinige ihm abgeraubet, hat vor dessen Begräbnus nichts gefordert werden könnend (Friedl. Oecon. Reg. cf. Neckel Programm.)

Seit der "im Total=Ruin erfolgeten großen Pest" hatte die Gemeinde keinen Pastor. "Obwohl eine Zeit lang die Gemeinde etwas verstreuet und geringe gewesen, hat dieselbe doch innerhalb 3 oder 4 Jahre ziemlich sich vermehret" und bat nun 1654 um Neubesetzung.

1654-1667. Caspar Lupelow. Vgl. Neubrandenburg.

1668-1720. Samuel Oertling, geb. 1638, Sept. 6 zu Trieglaff i.Pom Pomm., Sohn des P. Daniel und der Elisabeth geb. Horn, stud. zu Rostock, wurde Kantor zu Neubrandenburg 1655, P. zu Brunn 1668, † 1720 Juni 28. Auf seine Veranlassung wurde 1679 eine Frau wegen Hexerei verfolgt (vgl. Boll: Chronik von Neubrandenburg pg. 167, vgl. auch Boll Gesch. Meckl. I pg. 297.) - Cop. I. Sofia Laurentia, des P. Isaac in Neubrandenburg Tochter (lebte 1696); cop. II. Catharina Lübke; cop. III. Margar. Sof. Neanders; Tochter des P. in Göhren. - Kinder: 1. Johann Friedrich, Dr. jur., Justiz= und Kanzlei=Rat in Schwerin, † 1730; 2. Samuel, Geh. Sekretär der Hochfürstl. Durchl. zu Holst.=Glücksburg; 3. Joach. Felix, geb. 1678, † 1745, Kaufmann und Senator in Rostock; 4. Maria Sofia, cop. Zwerg, Bürger und Brauer zu Pasewalk; 5. Agnese Ilsabe, cop. David Hinrichs, Kaufm. und Ratsherr in Ribnitz; 6. Lovisa, cop. Sam. Hinr. Bartholdi, P. in Staven; 7. Magdal. Elisab., cop. Nachfolg.

1722-1732. Theodor Trendelenburg. Vgl. Neubrandenburg, Sup.

1732-1748. Christian Ludw. Wolter, P. 1732 17. p. tr., † 1748. - Cop. 1732 Okt. 18, Dorothea Elisabeth Dittmar, geb. 1706 März 26, † vor 1735, Tochter des P. Balthas. Ad. zu Schlagsdorf. (cf. Past. Ratzeb. pg. 46 f.)

1750-1798. Samuel Christof Ockel, geb. zu Warlin 1725 Aug. 15., P.sohn, stud. in Rostock 1743-45, wurde P. 1750 Himmelf., † 1798 Apr. 17. - Cop. Magdalena Sofia Bartholdi, geb. 1726 März 12, † 1790 Juli 30, P.tochter aus Staven. - 5 Kinder, unter ihnen: 1. Ilsabe Sofia Wilhelm., geb. 1751, cop. 1778 Joh. Dav. Funck, Pächter von Russow; 2. der Nachfolger; 3. Charlotte Magdal. Johanne, geb. 1756, cop. 1781 Carl Wilhelm Walter, Pächter von Brunn.

1799-1809. Anton Christof Ockel, des Vorg. Sohn, geb. 1754 Mai 7, stud. in Halle 1770-74, wurde P. 1799 Juli 21, † 1809 Okt. 10. - Unverheiratet.

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1810-1826. Carl Friedr. Gottl. Prozell, geb. in Drezel bei Magdeburg, des dortigen Amtmanns Friedr. Georg († 1820) Sohn, Bruder des P. in Hinrichshagen, stud. in Helmstädt 1808/9, wurde P. 1810 Febr. 25., † 1826 Okt. 12. - Cop. 1813 April 21 Elisabeth Dorothea Rudolphi, des P. in Friedland Tochter, geb. 1791 Okt. 5, † 1872 Nov. 22. - Kinder: 1. Carl, Theologe, ging nach Amerika; 2. Wilhelm, war Kaufmann in Gülzow; 3. Hermann, Buchbinder, wanderte aus; 4. Minna, geb. 1820, † 1903, cop. 1851 Carl Eduard Göbeler, Lehrer in Friedland, Mutter des Arztes in Mirow und des Realschullehrers in Neustrelitz; 5. Auguste, geb. 1823, † 1899, cop. P. Lüdicke=Boldekow; 6. Caroline, geb. 1824, † 1895 unverheiratet.

1828-1871. Christian Joh. Jac. Radloff, geb. in Glienke 1794, Dez. 20 als einziger Sohn des Bauern Christian Jacob das., dessen Hof er übernehmen sollte. Unüberwindliche Neigung zum Studium ließ ihn mit 20 Jahren das Gymnasium zu Neubrandenburg beziehen. Trotzdem er ohne geordnete Vorkenntnisse kam, gewann er bei ausdauerndem Fleiße in 5 1/2 Jahren die nötige Reife, um Ostern 1822 die Universität Halle und später Berlin beziehen zu können. Nach beendetem Studium wurde er Hauslehrer bei Herrn von Heyden auf Plötz (Pomm.), P. in Brunn 1828 Jan. 6., emer. Neuj. 1871, † 1875 Dez. 5. - Cop. I. 1830 März 14. Friederike Dor. Spiegelberg, geb. 1803 März 31, † 1839 Febr. 24, des P. in Schwichtenberg Tochter; cop. II. 1842 März 31 Emilie Sandmann, Tochter eines Hofbesitzers zu Badingen bei Zehdenik. - 9 Kinder, darunter: (I.) 1. Ida, geb. 1833, cop. 1857 Bernh. Warnitz, später Sup. in Obernick (Posen); 2. Mathilde, geb. 1835, cop. 1854 Carl Lawerenz, P.sohn aus Schwichtenberg; 3. Theodor, der Nachfolger; (II.) 4. Wilhelm, P. in Beidendorf; 5. Otto, P. zu Neukloster.

1871-1885. Theodor Radloff, des Vorg. Sohn, geb. 1838 Dez. 4, war auf dem Gymnasium zu Neubrandenburg, stud. in Halle und Erlangen, war Hauslehrer in Bresewitz, Prädikant in Kotelow und Parkentin, wurde Lehrer a. d. Realschule in Schwerin 1869, P. in Brunn 1871 Jan. 8. - Cop. Luise Fromm, Tochter des Kirchenrats Joh. Ludw. in Parkentin, † 1883. Kinderlos.

Seit 1886. Franz Voigt, geb. in Woldegk 1854 Nov. 19, Sohn des späteren P. in Schwichtenberg, erhielt Privatunterricht, besuchte Ostern 1865-68 das Erziehungsinstitut

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Keilhau bei Rudolstadt und darnach die Gymnasien zu Friedland, Anklam und Neubrandenburg, stud. in Leipzig und Erlangen Ost. 1878-81, war Mich. 1881 bis Ost. 1883 Hauslehrer beim Landrat von Mecklenburg auf Wieschendorf, wurde Prädikant in Kotelow 1883 Sept. 28, P. in Brunn 1886 Mai 9. - Cop. 1886 April 30 Bertha Marie Friederike Fick, Tochter des Domänenpächters Heinrich zu Loitz.


Cantnitz.

Cantnitz mit den Filialen Weitendorf und Lüttenhagen (Kl.=Hinrichshagen, auch zum Hagen genannt) bildete eine Parochie.

1519-(1578.) Johannes Bilenfeld. Prot. Vis. 1541: "Ist ein frommer, gelehrter christlicher Prediger, lebt wohl und ehrlich." Prot. Vis. 1578 sagt von ihm: "Ist über 80 Jahr alt, von Lichen bürtig, ist 60 Jahre bei dem Amte gewesen, anno 19 ist er Priester worden, anno 33 ist dieser Ort allererst das Evangelium recht an Tag kommen. Hat seine testimonia ordinat. et vocat. gezeigt, hat keine Collectanea oder Dispositiones seiner Predigten, denn er studiert die Predigten aus der Postillen, teilt seine Predigten in gewisse Stücke, verhört einen jeden in der Beichte insonderheit und lasset sie eine gewisse Beicht aufsagen des folgenden Tages, wenn er Sakrament halte, und werde es ihm Winterszeit sauer und müsse wegen der Kälte das Testament oft in der Stube halten." Die Bauern geben ihm ein gut Zeugnis stillen, frommen, friedlichen und nüchternen Lebens. "Er bleibe zu Hause und lese; wenn er sich müde gelesen habe, lege er sich auf seine Bank." Den Patronen wurde ausgegeben, für den alten, abgelebten Mann einen Nachfolger zu bestellen, auch die Wedeme neu zu bauen.

(1586. 1610.) Thomas Rawent. 1586 vertrug er sich auf der Plattenburg zu Neubrandenburg vor den fürstl. Visitatoren mit Jürgen Holz zum Hagen wegen 1 Schffl. Gerste jährlich von dessen Hof. Er war noch P. 1610 März 15. Um diese Zeit starben dort viele Menschen an der Pest.

-1638. Johann Sasse. Als Ort und Wedeme von Gallas' Völkern zerstört wurden, ging die Pfarre ein. Prot. Vis. 1665: "Wedeme ist solo adäquieret, Ort hat in vielen Jahren keinen eigenen Prediger gehabt." Cantnitz wurde von Teschendorf aus kuriert, Weitendorf hatte sich ohne Vorwissen des Sup. der P. zu Triepkendorf genommen.

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Nach 100 Jahren machte die Mirower Herrschaft den Versuch, die Pfarre wieder aufzurichten.

1750-1755. M. Carl Christ. Behm wurde hier 1750 1. p. Tr. eingeführt, aber schon 1755 nach Triepkendorf versetzt (vgl. das.). Darauf kam Cantnitz mit Lüttenhagen an Bredenfelde, Weitendorf aber an Carwitz.


Carwitz.

(Vgl. Feldberg.)

Cölpin.

(1541.) Adam Kempe. Prot. Vis. 1541: "Ist ein ziemlich gelehrter, frommer Mann."

(1558.) Martinus Dannenwalde. cf. Schröder, Evg. Meckl. II, pg. 209.

Später scheint Cölpin keinen eigenen Pastor mehr gehabt zu haben, wenigstens wird 1574 und 1583 der Dewitzer Pastor Vitus Schirmeister auch als P. von Cölpin genannt. Nach dem 30jährigen Kriege wurde es endgültig mit Dewitz verbunden.


Dabelow.

Im 30jährigen Kriege war Simon Stadius daselbst P. Am 4. August 1638 wurde das Dorf "von den kaiserlichen Soldaten mutwillig angezündet und nebst Pfarrhof und Kirchen bis in die Grund abgebrannt und all das Seinige, welches er nach unterschiedlichen Ausplünderungen übrig behalten, ging gänzlich in die Asche. Seine Zuhörer aber wurden zum Teile durch die geschwinde Seuche der Peste, zum teil auch durch große Hungersnot dermaßen dahingeraffet, daß von denselben über zwo oder drei Personen nicht übrig blieben. So mußte er mit Weib und Kind am Stecken herausgehen und im exilio leben." Er wandte sich zunächst nach Fürstenberg und wurde später P. in Strasen. (Vgl. das.) - Prot. Vis. 1664: "Im examen catecheticum mit der Gemeinde ist befunden, daß die Leute, jung und alt, daselbst gar wenig von Gott wissen, weile sie in langen Jahren keinen Prediger an diesem Ort gehabt. Die Alten, so viele ihrer

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sind, gestehen, daß sie sich nicht zu erinnern wissen, daß ihr Lebelang sie in catechismo wären unterrichtet, noch weniger daraus verhöret worden. Die Kirche, so die mater, ist solo adäquieret und nur die bloße Stelle, da sie gestanden, zu besehen. Das jus patron. gehöret der Kompturei Lütken Nemerow." (Darnach ist vermutlich der sonst nicht unterzubringende Bartholomäus Dumerus, der in praefectura Nemerovianae commendaturae Form. Conc. unterschrieben hat, 1579 hier P. gewesen.) - Da die kirchliche Versorgung durch den Fürstenberger Pastor nur sehr kümmerlich war, wurde 1704 der Versuch gemacht, die Pfarre wieder aufzurichten, scheiterte aber an der Weigerung der Gemeinde, die Baupflicht zu übernehmen. So wurde Dabelow 1736 zu der neu errichteten Pfarre Wokuhl gelegt.


Gr.=Daberkow.

(1541.) Hinrich Mastorp, vgl. Badresch.

(1579.) Caspar Pippovius unterschrieb Form. Conc. Sein Sohn wahrscheinlich P. in Woldegk.

1582-1615. Martin Möller. Sein Name und Bildnis an der ehemaligen Kanzeltür.

(1614.) Joachim Sadewasser. (Schröder, Evg. Meckl. I. pg. 420.)

(1629)- ca. 1650. Johann Guthan aus Woldegk, als P. zu Gr.=Daberkow 1629 genannt in einer Obligation, die er dem P. zu Neetzka über 100 aus dem dortigen Kirchenärar geliehene Fl. ausstellt; † ca. 1650 in großer Armut (30jähr. Krieg).

1650-1680. Niclaus Stavenhagen aus der Uckermark trat 1650 die Pfarre an, beklagte sich bei der Visitation 1664, daß er nicht trocken in seiner Stube sitzen könne.

1680-84 ward die Pfarre von Badresch aus versorgt.

1684-1706. Michael Levecke, geb. 1656 Nov. 28, introd. 1684, 3. p. Tr., † 1706. Seine Witwe geb. Lubins, Schwester der Frau P. Walter=Eichhorst, † in Woldegk 1724 Febr. 10.

1707-1723. Joh. Friedr. Thile, geb. 1682 Sept. 3, introd. durch Sup. Böcker 1707 14. p. Tr., 1723 März 9. Sein Epitaph früher in der Kirche.

Hat drucken lassen: "Beweis, daß die Zeichen an Sonne, Mond etc. . Matth. 24, 29 nicht proprie zu verstehen sein."

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1724-1731. Jacob Herold, geb. zu Friedland 1701 Juli 5, sein Vater später P. zu Badresch, stud. in Rostock 1720. bis 1721, P. 1724 5. p. Tr., † 1731 2. p. Tr. Sein Bildnis früher in der Kirche.

1732-1761. Joh. Sam. Pistorius, geb. in Friedland 1702 Juli 3, P.sohn, stud. zu Rostock 1722, Greifswald 1726, P. 1732, am 9. p. Tr. durch Sup. Trendelenburg auf dem Schlosse zu Neustrelitz ordiniert und am 11. p. Tr. bei Einweihung der neuen Kirche in Gr.=Daberkow eingeführt. † 1761 Nov. 3. Seine Gattin: Sofia Dorothea geb. Berens. Seine Tochter ward Gattin des Nachfolgers, ein Sohn Gottlieb Sam., geb. 1747, † 1820, P. zu Altwigshagen in Pommern.

1763-1797. Adolf Fpriedr. Witte, geb. in Neustrelitz 1739 April 28, stud. zu Jena, als P. introd. durch Präp. Genzmer=Stargard 1763 7. p. Tr., † 1797 Febr. 3. Seine Witwe J. S. geb. Pistorius, † 1803 Dez. 6. Kinder: 1. Fr. Adolf, sein Nachfolger. 2. Dorothee Sofia Friederike, cop. P. Sponholz=Tornow. 3. Dorothea Sofia, † 1788, cop. 1764 Joh. Bernh. Bahlcke, Pächter in Lindow.

1797-1810. Friedr. Casp. Adolf Witte, Sohn des vorigen; geb. das. 1766 Juli 2, stud. zu Halle 1786-89, introd. 1797 Sept. 3, † 1810 Aug. 5. Cop. M. Elise geb. Kunow. Kinder: 1. Otto Friedrich, † 1871, P. in Giepe auf Usedom; 2. Friedr. Ad., † 1874, Gymnasiallehrer in Rostock; 3. Friederike, geb. 1802, † 1876, cop. 1828 Finanzrat Joh. Christ. Zander in Neustrelitz; 4. Wilhelmine, † 1886, cop. Apotheker Stahr in Gnoien; 5. Henriette, † unverheiratet 1899.

1811-1835. Christ. Friedr. Wilh. Wendland, geb. zu Neubrandenburg 1779, stud. in Jena 1798-1800, Subrektor in seiner Vaterstadt 1802, P. 1811 Sept. 29, † 1835 Dec. 6. "Er genoß allgemein den Ruf eines wackeren Geistlichen; sein Geist zeichnete sich durch wissenschaftliche Bildung, sein Charakter durch Milde und Liebenswürdigkeit aus. In seinen letzten Jahren litt er an großer, für sein Alter frühzeitiger Schwäche, die auch seine Auflösung herbeiführte." (Freim. Abdbl. 1836, Nr. 918.) Seine Söhne: 1. August, geb. 1806, Freiherr von Wendland, Königl. Bairischer Gesandter in Paris; 2. Franz von Wendland, geb. 1807, † zu Heidelberg 1872, Chef des Privatkabinetts des Königs Otto von Griechenland. (Vgl. W. Ahlers: "Hist.=topogr. Skizzen aus der Vorzeit der Vorderstadt Neubrandenburg." Neubrandenb. Brünslow. 1876.)

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Schrift: "Einige Gedanken über Bürgerschulen und den in denselben zu erteilenden Unterricht mit besonderer Rücksicht auf die neubrandenburgische mit der sogen. lateinischen verbundenen Bürgerschule." Neubrandenburg, Korb. 1804, 2 3/4 Bg."

1836-1860. Gottfried Dav. Ewald Hasper, geb. in Bergen auf Rügen 1799 Juli 13, besuchte ein Institut in Gingst, das Gymnasium zu Stralsund, stud. zu Greifswald 1821-24, P. introd. durch Kons.=Rat Visbeck 1836 Dez. 18., † 1860 Febr. 19. - 3 Kinder.

1861-1886. Bernhard Ernst Christ. Funk, geb. zu Rostock 1820 März 23. (sein Vater war seit 1822 Actuarius beim Amtsgericht in Stargard), Gymnas. zu Neubrandenburg 1834-Mich. 1842, stud. in Halle (Tholuck) und Berlin (Neander), bis Mich. 1845, Hauslehrer in Lindow bis Neuj. 1852, P. in Helpt 1852 Jan. 18. P. in Gr.=Daberkow 1861 April 1. 1873 gingen beim Brande des Pfarrhauses sämtliche Kirchenbücher und Akten verloren. † 1886 Sept. 22. Cop. 1852 Febr. 3. Agnes Carol. Heloise Göden, Tochter des Stadtphysikus Dr. med. Ludwig und Enkelin des P. M. Ad. in Friedland; seine Tochter Agnes cop. P. Heinicke=Limlingerode, jetzt emer. in Sachsa.

Seit 1887. Heinrich Friedr. Aug. Gerber, geb. zu Güstrow 1845 Juni 17 als Sohn des Kaufmanns Carl, Gymnasiast zu Güstrow und Rostock, stud. Ost. 1866 bis Mich. 1869 in Rostock und Erlangen, Hauslehrer bei von Bülow auf Kobrow bis Ostern 1874, Konrektor in Woldegk Neujahr 1875 Rektor daselbst Mich. 1875, P. in Helpt 1881 Okt. 2., P. in Gr.=Dab. 1887 Okt. 30.; Präpos. der Woldegker Synode 1901. Cop. 1874 Dez. 30 mit Helene Wiencke aus Rostock. 3 Kinder.


Dahlen (Beseritz).

1541 war die Pfarre in Dahlen, dann in Beseritz, seit Mitte des 18. Jahrh. wieder in Dahlen.

(nach 1530). Fliet.

(1541.) Nicolaus Rülow. Prot. Vis. 1541: "Ein ziemlich gelehrter und frommer Prädikant."

(1569. 1579.) Johann Picus (Specht), hat Form. Conc. unterschrieben. (Schröder, Ev. Meckl. III, pg. 1. 332. 479.)

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(1593. 1602.) Pagel Schult. Prot. Vis. 1602: "Müssen bekennen, daß wir keine unsauber und elender Kirch nie gesehen als daselbst, weil kein einziger Stuhl, da eine Person hätte auf sitzen und die Predigt hören können, gefunden, ja auch die Junker und Patronen selbst keinen Stand, sondern ein alt steinern Altar gehabt, worauf sie sich die Predigt über gelehnet. Und ist die Kirche so voller Kasten gestanden, daß kaume so viel Platz gewesen, daß die Pauren ihren Stand dazwischen haben können, wie es denn auch mehr ein Tauben= als Gotteshaus gleichgesehen. Ingleichen ist so eine Richtigkeit der Register alda gewesen, daß so wohl die Junker als Pfarrherr das geringste Zettelein nicht haben vorbringen können." Sie wurden zur Abhülfe ermahnt, widrigenfalls sie des Patronats resp. der Pfarre verlustig gehen sollten.

(1630.) Johannes Dabelow beschwerte sich u. a., daß "das Wohnhaus, des gleichen an Geringheit so leicht nicht mag gefunden werden, dacklos lieget, das Holz verweset, also daß man das Haupt im Trocknen nicht haben kann, wie denn auch kein Studierstüblein ist, besonderen man muß unter dem Gesindlein seine meditationes (?) haben." Die Beseritzer wollen nur das Wohnhaus, die Dahlenschen nur die Scheune zu bauen haben. So hält am Stall kein Gebinde mehr, und er muß bei jedem Sturmwind den Einsturz fürchten. 18 Schafe sind ihm gestohlen, der Kirchenacker ist nicht bestellt, der Kirchhof Viehweide etc. . Schließlich ist er davon gelaufen und 1638 in Friedland in exilio gestorben. (Neckel a. a. O.)

1648-1655. Johann Rhuelius (Röhl), geb. in Bärwalde in Pommern 1612, stud. in Wittenberg 1635, P. zu Boldekow, nach Beseritz berufen 1648, † 1655.

1656-1711. Henricus Crusius, Sohn des P. Valentin in Blumenhagen, geb. 1629, stud. zu Greifswald, wurde examiniert in Güstrow, weil die Superintendentur in Neubrandenburg gerade vakant, vociert vom Grafen Steinbock und 1656 vom Sen. min. Otto aus Neubrandenburg eingeführt. Bei der Visitation 1664 beschwerte er sich über den mangelhaften Zustand seines Hauses: "Der Kammerboden hat nun ins 3. Jahr schon niedergelegen, und ich habe mich müde darin gefordert, daß sie ihn wieder machen sollten. Meine alte kranke Mutter muß den Winter über so großen Frost darin leiden, und wenn ich einen fremden Menschen bekomme, muß ich ihn in meine Stube an die Erde betten; es ist Schande, daß sie mich so wohnen lassen." Da er keine eigene Stube habe, müsse er in der Eßsube studieren

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und seine Bücher hier um sich haben, wodurch ihm manches weg komme. So habe er vor etlichen Wochen sein Koncept fertig gemacht gegen den Sonntag. Da er es aber Sonnabends vorher wieder durchlesen wollen, habe ein guter Freund es heimlich in seiner Abwesenheit weggenommen. † 1711. - Kinderlos, stiftete er die noch heute bestehende Prediger=Witwen=Kasse auf dem Friedländer Werder und fundierte sie durch ein Kapital von 500 fl.

1696-1697. Christian Scharff, geb. in Neubrandenburg 1670, stud. zu Wittenberg 1694, P. adj. 1696, † 1697 Aug.

1699-1714. Christian Meyer aus Westfalen, stud. zu Rostock, dem Crusius adjungiert 1699, † 1714 Mai 16. Er war verheiratet mit einer Tochter des P. Rauch auf Rügen.

1715-1770. Andreas Masch, geb. in Gr.=Schönbeck bei Stettin 1681, P.sohn, stud. zu Greifswald, P. zu Beseritz 1715 6. p. Tr. 1757 wurde die Pfarre nach Dahlen verlegt. Jubil. 1765, † 1770 Aug. 25. Seine Gattin war eine geb. Schevenius von der Insel Rügen. 3 Töchter waren an die Kaufleute Stoltenburg und Kretschmer in Stettin und den Nachfolger Wöldicke verheiratet, der einzige Sohn wurde dem Vater adjungiert.

Er ließ drucken: "Jubelpredigt am Gedächtnistage der Uebergabe der Augsburger Konfession. 25. Juni 1730." Stettin, Effenbahrter, und "Letzte Kanzel=Rede, Am Tage Mariä Reinigung 1761 über das ordentliche Evangel. Luc. 2 gehalten und daraus fürgestellet: Ein wohlbestelltes Totenhaus eines gläubigen Dieners Gottes."

1752-1756. Andr. Gottl. Masch, vgl. Neustrelitz.

1757-1793. Levin Andreas Woldicke, geb. in Salow 1727 Dez. 25, P.sohn, stud. zu Halle 1747-49. P. adj. 1757 Sexages., † 1793 Dez. 9. Er war Schwiegersohn von Andr. Masch, sein Sohn wurde sein Nachfolger.

1792-1797. Christ. Gottlieb Wöldicke, Sohn des vorigen, geb. in Dahlen 1760, stud. zu Göttingen 1779-1781, Greifswald 1782, P. adj. 1792 Himmelfahrt, † 1797 Okt. 16. - Cop. 1792 Juli 23. Friederike geb. Krüger, Tochter des Pens. zu Bredenfelde, Enkelin des P. Kegebein das.

Einzelne Predigten sind gedruckt.

1799-1849. Carl Wilhelm Eman. Piper, geb. in Völschow i. Pomm. 1768 Nov. 2., stud. zu Halle 1788-90, Greifswald 1791, war Hauslehrer in Livland 2 Jahre, in Dänemark 1 Jahr, in Anklam 1 Jahr, dann Führer eines Studiosen in Leipzig und Göttingen 2 Jahre, bestand darauf das examen pro lic. conc. in Stettin vor der Wöllnerschen Glaubens=

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kommission, machte 1797 das exam. pro cand. in Greifswald, ward Hauslehrer in Neuvorpommern, zum P. in Beseritz und Dahlen gewählt 1798 1. Adv., eingeführt 1799 März 31. - "Als Pomolog hat er durch eine umfangreiche Baumschule, durch höchst uneigennützige Verbreitung besserer, selbst der edelsten Obstsorten, so auch durch unentgeltliche Unterweisung, besonders der Landschullehrer, in der Zucht und Veredelung der Obstbäume, nicht minder durch höchst populäre Belehrungen in den ehemaligen "Nützlichen Beiträgen" über Gegenstände des Garten= und Landbaus um unser Vaterland noch sprechende Verdienste sich erworben." - † als emeritus 1849 Januar 13. Cop. Charlotte Henriette Stavenhagen, geb. zu Anklam 1782 Aug. 9, † 1846 Okt. 3. - Kinder: 1. Carl, P. zu Gr.=Rischow bei Pyritz, † 1893; 2. Moritz, Gutsbesitzer zu Zartwitz b. Mirow, dessen Töchter Caroline, cop. P. Beutin zu Cammin b. Laage, und Hermine, cop. P. Martens zu Neuburg b. Wismar; 3. Wilhelm, Buchhändler zu Malchin; 4. Anton, Wirkl. Geh. Rat, Exzellenz zu Neustrelitz, geb. 1805 Juli 27, † 1880 Jan. 24, dessen Sohn Carl Landger.=Präsident und Kons.=Rat zu Neustrelitz; 5. Alexander, Gutsbesitzer zu Schwarzenberg; 6. Hans, Rittergutsbesitzer zu Schönwalde, Kreis Stolp.

1846-1875. Carl Jul. Friedr. Hävernick, geb. zu Stralsund 1812 Dez. 16 als Sohn des Schiffsmaklers Carl, P. adj. 1846 Febr. 15., emer. Johan. 1875, † zu Friedland 1887 Juli 19. - Cop. 1846 Mai 1 Emilie von Platen, Tochter des Adolf v. Pl. auf Gr.=Warksow auf Rügen. Keine Kinder.

Seit 1875. Carl Friedr. Johs. Suhr, geb. 1846 Dez. 23 zu Letzin, Kr. Demmin, Sohn des Bauerngutsbesitzers Carl und der Sofia geb. Pries, Gymnas. zu Anklam Ost. 1861 bis Mich. 1867, stud. zu Greifswald (Zoeckler) und Berlin, trat bei Ausbruch des Krieges in die Armee ein, wurde am 2. Jan. 1871 Leutnant der Reserve im 8. brandenb. Inf.=Reg. Nr. 64, Ritter des eisernen Kreuzes II. Kl., stud. von Jan. 1872 bis Ost. 1873 in Berlin (Brückner. Dorner. Twesten), wurde Ostern 1873 Hauslehrer bei Herrn von Lepel=Beseritz, zum P. gewählt und eingeführt 1875 Juli 11. - Cop. 1875 Nov. 10 Therese von Oppeln, Tochter des Curt auf Niemegk Kr. Belzig und der Bertha geb. von Francois. 4 Kinder, der älteste Leutnant im Infanterie=Regiment Nr. 131 zu Metz, der jüngste Landwirt.


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Dannenwalde.

Bei der Visitation des Jahres 1568 beschwerten sich die Dannenwalder, daß sie seit vielen Jahren keinen Pastor hätten, und den sie jetzo aus der Mark bettelweise haben müßten, komme nur alle 5-6 Wochen. Da nun ein Pastor die vier Dörfer des Fürstenberger Werders nicht versorgen könne, schlugen die Visitatoren eine Trennung vor: Blumenow und Dannenwalde und wiederum Tornow und Barsdorf sollten je einen Pastor haben, die Junker aber die Pfarrhöfe, die sie an sich genommen hätten, wieder herausgeben. Die Herzöge genehmigten diese Vorschläge unter dem 2. Dezember 1568, doch scheint sich die Ausführung noch verzogen zu haben.

1575- (1586). Jochim Dretze (Dretzius), 1575 ins Amt gekommen, unterschrieb Form. Conc., klagte 1583, daß ihm Franz Priegnitz zu Dannenw. und Haus Zernikow zu Blumenow die Besoldung von 3 Wispel und 5 Schffl. Roggen nicht gäben, geschweige denn ihr Versprechen einer Erhöhung hielten. Als der Herzog seinem Ersuchen gemäß verfügte, sagte man ihm die Pfarre auf Mich. d. J. auf, so daß der Herzog aufs neue eingreifen mußte. 1584/86 waren Schwierigkeiten mit Hans Zernikow in Blumenow, weil dieser den dortigen Pfarrhof nicht wieder herausgeben wollte.

(1606)-1623. Joachimus Colbergius war der letzte Pastor hier. Ob die Colbergs: Adam, 1681 Bürgermeister zu Himmelpfort, Jacob 1681 zu Lychen, Joachim 1714 P. zu Mildenberg, Daniel 1714 P. zu Vietmannsdorf, und Joh. Daniel, 1741 P. zu Warbende, Nachkommen sind?


Dewitz.

(1541.) Johann Verchen," ein Ehemann, lehret und lebet wohl, ist ziemlich gelehrt". Prot. Vis. 1541.

(1558.) Joachim Zacharias Koch (vgl. Schröder, Ev. Meckl. II. pg. 209.) Prot. Vis. 1558. Er kurierte auch Leppin; einer seiner Söhne war P. zu Neubrandenburg.

1570-1600. Vitus Schirmeister, geb. zu Eulenburg, seit ca. 1554 P. zu Weitin, siedelte wohl 1570 nach Dewitz über, unterschrieb hier Form. Conc., war zugleich P. von Cölpin, machte als solcher 1574 eine Eingabe wegen der dem dortigen Pfarrbauern abverlangten Burgdienste in Stargard, ebenso 1583

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wegen einer zur Cölpiner Pfarre gehörigen Kornhebung aus Pragstorf. Als Senior hielt er 1592 April 28 dem zu Stargard am 22. März gestorbenen Herzog Johann zu Schwerin die Leichenpredigt, ebenso 1600 dem Herzog Sigismund August.

Beide Reden sind im Druck erschienen, erstere unter dem Titel: "Christliche Trost=Predigt, gehalten auf dem fürstlichen Schlosse Schwerin, da der durchl. Fürst und Herr, Herr Johann Herzog zu Mecklenburg zur Erde sollte bestattet werden." Rost. 1595.

Vgl. Nettelbladt: Not. script. Megapol. pag. 59. 60 und Meckl. Skribenten Bibliotheque I, als der Miscell. Meckl. 5. Stück. Rost. 1731.

(1601. 1616.) Joachim Löwe. Unter ihm begannen die Streitigkeiten zwischen dem Patron und dem Pastor, die immer wieder laut wurden, so lange sich Dewitz in adeligem Besitze befand. 1616 mußte Löwe samt seinem Küster wegen vorenthaltenen Meßkorns klagen. Die Patronin entschuldigte sich mit Mißwachs und Armut, sie wolle im nächsten Jahre zahlen.

(1619. 1625.) Henricus (Henning) Conradi. 1619. Er hielt 1625 dem Henning von Dewitz auf Cölpin die Leichenpredigt und gab sie im nächsten Jahre gedruckt heraus.

1647-1665. Matthäus Stubbe, geb. in Rostock, P. 1647 Aug. 24, † 1665. Bezeichnend ist eine Eingabe, die er 1650 an den Herzog machte. Er habe schon früher den Sup. verklagen müssen, weil der ein Kind in seiner Parochie getauft, nun habe er gemeint, die Pastores würden sich das merken. "So befindet sich doch das Contrarium, indem daß Conrad Franke (P. zu Käbelich) sich bereden lassen zu predigen in einem wüsten Dorf mit Namen Leppin, in welchem Dorf die Kirche ist heruntergefallen und nur blos das Leichhaus stehet, auch nur ein einziger Pauer wohnet, und hat er auch in demselben Leichhause J. Victor von Gentzkowen, seiner Frau, seinem Sohne und zween Weibern ans unserem Dorfe, so bei Gentzkowen auf dem Hofe dienen, das H. Hochwürdige Abendmahl ausgeteilet und mir also als ein Mietling meine Kaspelkinder entzogen, die mir zu weiden und zu versorgen treulichen von E. F. Gn. sein anbefohlen und also hierdurch nicht allein große Aergernuß angerichtet, sondern auch E. F. Gn. Mandat auch mein Amt sehr dadurch verkleinert wird." Er verlangt, daß dem Franke 200 Rthl. unnachlässiger Fiskalstrafe oder Verlust seines Dienstes aufgelegt werde. Jener habe freilich, als er in Göhren war, Leppin zu kurieren gehabt, aber nun könne er von Käbelich aus dort nur predigen mit Versäumung seiner Pfarrkinder. "Und

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wenn er predigen wollte, könnte er predigen denen, die dazu gehören, und sollte nicht anderen ehrlichen Leuten ihre Beichtkinder abspenstig machen und das Brot aus dem Maul ziehen." - Franke führte dagegen den Nachweis, daß er noch heute ordnungsmäßiger Pastor von Leppin sei. Stubbe muß übrigens infolge der Kriegsunruhen auch einige Zeit seine Pfarre verlassen haben, wenigstens berichtet 1649 der Sup. Wagener, daß er, der einige Jahre das vakante Teschendorf versorgt habe, nicht mehr in loco sei.

1666-1707. Henricus Thelius, geb. in Malchin 1640 Febr. 4., stud. zu Rostock 1661-63, als P. vociert, zu Neubrandenburg examiniert und von Superint, von Preen ordiniert 1666, † 1708 April 26. Seine Gattin Maria Isermengers † 1689 Febr. 17. Ob er in zweiter Ehe mit einer Schwester des Präp. Nahmmacher in Stargard, der als sein Schwager genannt wird, verheiratet war? Jedenfalls hinterließ er eine Witwe, die 1710 noch im Schulhaus wohnte und es räumen mußte, weil ein Schulmeister angestellt werden sollte. Sein Sohn Johannes ward P. in Mirow. Für seine älteste Tochter hätte er gerne seinen Substituten als Gatten gehabt und zog seinen Einspruch gegen dessen Präsentation erst zurück, als sie sich mit dem P. Rauch in Gehren ehelich versprochen hatte. Seine zweite Tochter Anna Dorothea wurde 1750 als Gattin des P. Walther in Teetzleben genannt, ein Sohn Gotthard Jochim wohnte in Prenzlau.

1707-1760. M. Daniel Heinrich Beckmann, geb. in Güstrow 1679 April 3, als Sohn des Kanzlei=Sekret. Heinrich und der S. A. geb. Janus, stud. 1698 in Rostock, disputierte daselbst 1705 de quaestione, utrum libri symbolici vere an aequivoce dicantur divini. Als er 1707 für die Dewitzer Pfarre in Aussicht genommen und von der Familie gedrängt wurde, er solle die älteste Tochter seines Vorgängers heiraten, erklärte er, er wolle es der Fügung des Allerhöchsten überlassen, ob er zu dem Mädchen eine Neigung fassen könne und darum noch keine bestimmte Antwort geben. Als er später die landesherrliche Genehmigung erlangte die er zunächst entbehrt hatte, weil die Patrone ihn, ohne zu fragen, präsentiert hatten, machte das Neubrandenburger Ministerium wieder Lärm: In Zeiten der Superintendentur vakanz sei Ordination und Introduction ihr Vorrecht. Solle dies von den Präpositen geschehn, so liege darin eine Beschimpfung ihrer Person und eine Schmälerung der wenigen Accidentien bei so schlechter Besoldung. Nun, Präp.

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Nahmmacher=Stargard hat ihn geprüft und eingeführt Anfang April 1707. Er hatte sehr viel Streitigkeiten mit seinen Patronen, nicht immer ohne eigene Schuld. In einer Klageschrift heißt es: "Bei den meisten Pfarren sind die Einkünfte so schlecht beschaffen, daß ein Prediger dabei kaum subsistieren und nichts anderes als liberos und libros nachlassen kann." Im Jahre 1713 brannte die Pfarre ab, wodurch der Pastor bedeutenden Verlust erlitt. - 1718 starb in Dewitz eine Witwe, über deren Begräbnis viel verhandelt wurde. Unter dem Verdacht der Hexerei war sie 1708 in Untersuchung gewesen und gefoltert worden, dann hatte man sie losgelassen und ihr einen Freibrief gegeben, daß man ihr dies nicht vorwerfen solle. Da sie sich nie zu Gottes Wort gehalten, auch nicht nach einem Pastor auf ihrem letzten Lager verlangt hatte, bestimmte die Regierung auf geschehene Anfrage, sie solle in aller Stille und ohne alle Ceremonien an einem abgelegenen und dem geringsten Orte des Kirchhofes beigesetzt werden. - Nachdem B. 1749 einen Substituten erhalten hatte, wohnte er 1752 in Wesenberg, 1757 in Strelitz und starb in Neubrandenburg 1760 Mai 19. - Seine Gattin Juliane Hedwig geb. Stockmann, † in Strelitz 1757 Juli 25. Seine Söhne hatten 1738 Streit mit dem Präp. Loccenius in Stargard, da dieser ihnen als Neubrandenburger Schülern untersagt hatte, in Dewitz zu kommunizieren. Sie haben es weit gebracht in der Welt: 1. Otto David Heinrich, geb. 1722 Juni 29, † 1784 März 20, Professor der Philosophie und Hofrat in Göttingen; 2. Gustav Bernhard, Professor der Jurisprudenz und Hofrat in Göttingen, † 1783 April. Beide gaben 1775 ihr Gutachten für Joh. Heinr. Walther gegen Joh. Heinr Voß inbezug auf die Rektorstelle in Neubrandenburg ab. 3. Wedige, geb. 1730, † 1804 Okt. 2 in Neubrandenburg, Fürstl. Neuwiedischer Geh. Rat. Von ihm stammt das Beckmannsche Legat im Betrage von 3000 Tlr. (Gold) für die verschämten Armen der Stadt. 4. Der. Marg. Friederike, cop. 1751 Hauptmann Moritz Friedr. von Haacke, lebte 1804 in Neubrandenburg; 5. Sofie Doroth., blieb bei dem Tode ihres Vaters unvermählt zurück.

1749-1763. Carl Ludwig Wilpert, stud. Helmstädt, wurde Baccal. zu Neubrandenburg 1746, P. 1749 Jan. 26. 1753 wurde er vom Advoc. fisci. wegen Nachlässigkeit im Amte und Unfriedens mit seiner Frau, ungeziemenden Benehmens gegen die Patrone u. dgl. verklagt, wobei auch der Vorwurf nicht fehlte, er habe versäumt das Rescr. des regierenden. Herzog auf der Kanzel zu verlesen, dagegen das des Seren. Suerin.

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sofort gebracht. Es waren die Wirren beim Regierungsantritt Adolf Friedrichs IV. Nach längeren Verhandlungen ward er 1763 Sept. 10 dimittiert mit einem Gnadengehalt von 100 Thalern, er bemerkt dazu "welches betränte Amt ich mit Freuden niedergelegt habe". Nach manchem Hin= und Herziehen starb er zu Mirow 1786. - Verheiratet war er 1750 Apr. 9 mit Magdalene Charlotte Räthen, die 1763 Febr. 10 starb, wie ich aus einer Bemerkung des Kirchenbuches schließ. Für einen kranken Sohn erhielt er 1780 eine Unterstützung von 2 Thalern durch die Herzogin von Schwerin.

Die Pfarre stand 3 Jahre vakant, während welcher Zeit Dewitz von Stargard und Cölpin von Teschendorf aus kuriert wurde.

1766-1793. Johann Gottfried Seydel, geb. in Berlin 1735 Okt. 30 als Sohn des Bürgers und Mehlhändlers Joh. Gottfried, stud. Halle 1754-57, introd. 1766 Okt. 26, † 1793 Juni 8. - Cop. I. 1767 Okt. 30 Antonetta Elisab. Fuchsen, des P. Joh. Conrad zu Woldegk ältesten Tochter, † 1780 Aug. 25; cop. II. 1781 Apr. 27 Albertine Friederike Nahmmacher, Tocht. des P. in Käbelich. 6 Kinder, unter diesen der Nachfolger und Johanne Dorothee, cop. Amtsverwalter Joh. Carl Gotth. Lupelow in Strelitz, † 1810, 37 Jahre alt.

1794-1828. Joh. Beatus Friedr. Seydel, Sohn des vorigen, geb. das. 1768 Aug. 22, auf Schule zu Ratzeburg, stud. Göttingen und Rostock, P. 1794 Sept. 21, † 1828 Apr. 10. - Cop. I. 1794 Okt. 24 Friederike Ockeln, des P. zu Hohenmistorf Tochter, Enkelin des P. zu Warlin, † 1809 Okt. 8; cop. II. 1816 Sept. 8 Ulrike Emilie Otto, des Stadtsyndikus zu Anklam Tochter, † 1850 Nov. 11. Unter den Erben wird 1829 ein cand. Carl als Sohn genannt, eine Tochter Christiane verheiratete sich 1834 mit einem Kaufm. Volkmann aus Berlin.

1829-1876. Carl Christian Friedr. Reuschel, geb. zu Gaarz 1794 Febr. 7, P.sohn, stud. Berlin und Halle 1814-17, Kantor zu Woldegk 1821, introd. 1829 Juni 28, Kirchenrat 1872, emer. 1876, † in Neubrandenburg. - cop. 1822 Apr. 26 Wilhelmine Sofie Ulrike Albrecht, des Pensionär Carl zu Vietzen Tochter. Kinder: 1. Carl Ludw. Friedrich, P. in Warbende; 2. Hermann, Kommerzienrat in Wien; 3. Julius, Syndikus in Friedland; 4. Otto, Ökonom in Herzfelde, † 1858.

Seit 1876. Hermann Frehse, war Prädikant bei dem Vorgänger 1872 20. p. Tr., Gymnasiallehrer in Neustrelitz 1874

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1 p. Tr., P. 1876 Apr. 23. - Cop. Clara geb. Luther, Tochter des Musikdirektors Gustav in Neustrelitz; 3 Kinder, unter ihnen Hermann, cand. min. und Lehrer a. d. Realschule in Neustrelitz.


Eichhorst.

(1541) Wilhelm Wegener. Prot. Vis. 1541: "ein frommer gelehrter Pastor". Er pastorierte auch Sadelkow.

1556-(1590) Joachim Holdtorp (Holtorff) unterschrieb die Form. Conc., klagte 1590, daß ihm der neue Herr von Eichhorst, Claus von Oldenburg, der das Gut nach dem Tode der Rieben gekauft habe, seinen Pfarrbauern, dessen Dienste er ins 35. Jahr genützt habe, abstreiten wolle.

- 1634. Christianus Surius.

Nach seinem Tode blieb infolge der Verwüstung des Krieges die Pfarre von 1634 bis 1671 vakant, Eichhorst wurde von Jatzke und Kotelow, die Filiale Liepen von Rühlow aus vikariert. Prot. Vis. 1665: "Das Dorf ist in dem Kriegswesen in Asche gelegt und bis dato fast wüste geblieben. Die Kirche steht noch, aber sehr verdorben, die Pfarre ist abgebrannt."

1671-1712. Georg Walther, geb. in Greifswald 1644, Baccalaureus in Neubrandenburg, ward als P. eingeführt am Himmelfahrtstage 1671. Sein Name auf einer Glocke in Eichhorst. 1676 klagte er gegen Hans Christopher von Netzo, daß der seinen Knecht auf dem Pfarrhofe geschlagen habe. Dagegen machte dieser geltend, daß er als Patron über des Pfarrers Gesinde Macht habe. Er versorgte auch Lübbersdorf, das bis 1780 bei Eichhorst blieb. - Seine Gattin war eine Lubinus, Schwester der Frau P. Leveke=Daberkow. Sein Sohn Johann Georg war P. adj. in Käbelich.

1713-1748. Johann Christof (Jacob) Kortüm, geb. 1683 in Lüdershagen als Sohn des aus Minden stammenden P. Johann Kortüm, besuchte 9 Jahre die Schule zu Güstrow, studierte zu Rostock 1704 und 5, ward 1713 durch Präp. Lange=Stargard ordiniert. † 1748. - Die Familie Kortum (Kortüm) ist uralten westfälischen Ursprungs und führt ihren, im Anfang freilich nicht zweifellosen Stammbaum auf den sächsischen Herzog Wittekind zurück. - Seine Witwe † in Friedland 1755 Okt. 18. Von seinen Kindern fiel ein Sohn im Duell in Jena, eine Tochter heiratete den P. Titel in Roga, eine andere P. Rudolphi in Friedland.

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1749-1780. Siegfried Georg Kortüm, geb. zu Brohm 1721 März 23, Brudersohn des vorigen. Sein Vater Joachim Dietrich war Administrator der Schwerinschen und Dewitzschen Güter, seine Mutter hieß Anna Sofia von Rollmann. Nach Absolvierung der Schule zu Friedland und der Universität Rostock 1739/40 ward er 1749 11. p. Tr. durch P. Rudolphi=Friedland ordiniert. Nach einer Familienüberlieferung ist er Held folgender Episode. Mit seinem Patron lebte er in großer Feindschaft. Um so mehr überraschte es ihn, als er eines Tages von ihm zum Essen eingeladen wurde. Er witterte Unheil und steckte eine geladene Pistole zu sich. Von dem Patron freundlich empfangen und bewirtet, schämte er sich seines Argwohns. Doch sollte er Bestätigung finden. Nach dem Essen lud ihn sein Wirt freundlich ein, nach seinem Zimmer zu kommen, um eine Pfeife zu rauchen. Allein kaum waren sie dort, verriegelte der Patron die Tür, ergriff einen bereitstehenden Eichenknüppel und machte Miene, ihn durchzubläuen, indem er ihm zurief: Verfluchter Pfaffe, kennst du Mosis Stab?" Kortüm hatte inzwischen seine Pistole aus dem Stiefelschacht gezogen und entgegnete ruhig: "Halt, Junker, kennst du Aarons Räucherfaß?" Der Junker erbleichte und soll offene Gewalttat gegen seinen Pastor nicht wieder versucht haben. - Kortüm starb 1780 Juli 6. Er war verheiratet mit 1. Anna Dorothea Delbrück, 2. Sofia Doroth. Rosina Dittmann, 3. Johanna Sofia Berlin, † in Friedland 1829 Jan. 10, 89 1/2 Jahr alt. Unter seinen Kindern: 1. Ludeloff, P. zu Kublank; 2. Joh. Christ. Paschen, P. in Neubrandenburg; 3. Carl Siegfried, s. Nachfolger; 4. Carl, Syndikus in Friedland; 5. Friederike, geb. 1774, † 1837, cop. Heinrich Schaller, Uhrmacher in Friedland; 6. Siegfried Georg, geb. 1764, P. in Crien in Pommern, † 1834.

1781-1800. Carl Siegfried Kortüm, Sohn des vorigen, geb. 1757 Juli 7, war bis 1775 auf der Schule in Friedland, studierte in Halle bis 1777, ward P. 1781, † 1800 Dezember 25. - Er war 1783 verheiratet mit Anna Cath. Margar. Krüger. Unter seinen Kindern: 1. Friedrich, geb. 1788, † 1858 als Professor der Geschichte in Heidelberg; 2. Johanne, geb. 1792, cop. 1816 Apotheker Strübing in Pyritz.

1802-1841. Peter Carl Christian Haennings, geb. zu Mölln 1769 Apr. 3 als Sohn des P. Joach. Christian († 1789) und der J., geb. Prüss. Vom Vater vorgebildet, besuchte er seit Ostern 1786 die Schule zu Neubrandenburg,

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studierte in Jena 1788-90, dann in Bützow und Halle, konditionierte in Woggersin, ward ordiniert 1802 Apr. 25, † 1841 März 9. Wartung und Pflege seiner Blumen füllte seine Mußestunden aus. 1823 ernannte ihn die preußische Gartenbaugesellschaft zu ihrem Ehrenmitgliede. Bis zur Neugestaltung der Synoden war er der Senior synodi und weihte als solcher die neu restaurierte Kirche zu Eichhorst 1838 S. Judica ein. Seine 1802 Juli 23 zu Dabel b. Sternberg geschlossene Ehe mit der Pensionärstochter Friederike Schröder blieb kinderlos. (Vgl. Neuer Nekrol. XIX pag. 313.)

1842-1848. Gottlieb Julius Barnewitz geb. zu Neustrelitz 1810 Sept. 9, war Sohn des dortigen Postmeisters Sam. Ludw. Friedrich † 1811 Dez. 11, Enkel des P. in Rödlin. Nach Abschluß seiner Schul= und Universitätsbildung wurde er Hauslehrer bei H. von Engel=Eichhorst, darauf Konrektor in Schönberg und kehrte 1842 Juli 24 als P. nach Eichhorst zurück. † 1849 in Neustrelitz, cop. 1842 Sept. 22 Carol. Amal. Fischer, Tochter des Kaufmann Friedr. Paul in St. Petersburg. Sie heiratete 1850 den Prof. Dr. Ladewig=Neustrelitz. Kinderlos.

1850-1877. Carl Otto Gotthard Heinrichs, geb. als P.sohn zu Friedland 1819 Sept. 26, besuchte 1829-39 das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte in Halle und Berlin, war 6 Jahre Lehrer am Seminar in Mirow, eingeführt in Eichhorst 1850 Apr. 7, † 1877 Aug. 1, Kinderlose Ehe seit 1850 März 15 mit Ottilie Klessel aus Mirow.

1878-1881. Paul Ludwig Johann Bernhard Stolte, geb. 1851 Apr. 22 zu Stargard als Sohn des durch seine Schulbücher weitbekannten Lehrers, späteren Senators Carl und seiner Gattin geb. Müller; ein Bruder ist Oberschulrat in Straßburg i. E. Er besuchte die Stadtschule in Stargard und das Gymnasium in Neubrandenburg. 1869 ging er zur Universität Leipzig, trat im Juli 1870 als Kriegsfreiwilliger in das Füsil.=Reg. Nr. 90 ein, zeichnete sich durch Unerschrockenheit besonders in der Schlacht bei Le Mans aus, kehrte nach Beendigung des Feldzuges nach Leipzig zurück und beendete seine Studien in Erlangen. 1874 ward er Hauslehrer beim Landgerichtspräsident von Blücher in Neustrelitz und nach bestandener Prüfung pro min. als Lehrer an der Höh. Töchterschule das. angestellt. Ordiniert und in Eichhorst introd. 1878 Okt. 6, † 1881 Sept. 3. Cop. 1. Hedwig Kannengießer, P.tochter aus Kublank, † nach Geburt einer Tochter; cop. 2. 1880 Johanna Ahlers, ältesten Tocher des Landsyndikus Geh. Hofrat Ahlers in Neubrandenburg, Schwester des P. in Wulkenzin.

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Seit 1882. Alfred Berger, geb. in Gehren 1854 Apr. 21, P.sohn, Gymnasium zu Friedland 1862-72, Univers. Erlangen, Rostock und Göttingen, Hauslehrer beim Freiherr von Rotenhan in Neuenhof bei Eisenach Ost. 1876-Mich. 78, Lehrer an der Töchterschule in Neustrelitz und Realschule in Schönberg, P. 1882 Okt. 8. - Cop.: Dorothea Becker, Tochter des Präp. Carl in Warlin. 3 Kinder.

Schrift: "Die Lehre vom Reiche Gottes." Leitfaden für den Unterricht. Göttingen, Vandenhoeck & Rupr. 1891.


Feldberg.

1578 war die Pfarre in Carwitz, ging im 30jähr. Kriege ein und die Parochie wurde von Triepkendorf aus versorgt. 1740 wurde die Pfarre wieder in Carwitz errichtet und 1857 nach dem aufblühenden Feldberg verlegt, wo vor der Reformation sogar eine Prälatur gewesen sein soll.

1562-(1578). Tiburtius Schulze war bei der Visit. 1578 40 Jahre alt, aus Gransee gebürtig und seit 16 Jahren P. zu Carwitz.

(1616). Thomas Paemeler, P. in Carwitz.

1740-1782. Philipp Caspar Stoy, geb. zu Jarmen (Pomm.) 1708 Okt. 22, des dortigen P. M. Caspar Sohn, stud. in Altdorf und Halle, wurde P. 1740 1. p. Tr. 1765 bat er um Gehaltsaufbesserung, er könne mit den ihm bestimmten 160 Thal. nicht auskommen, da die Preise fast auf das Doppelte gestiegen seien, auch Großh. Kammer einer Judenfamilie nach der andern dort zu wohnen vergönne, was für ihn einen Verlust an Accidentien bedeute. Er erhielt denn auch 40 % Aufgeld seiner Bezüge aus der Renterei. † 1782 Mai 20. - Cop. 1750 Febr. 5 Marie Anna Sprenger geb. 1724 Nov. 23, † 1804 Jan. 8, Tochter des vornehmen Goldarbeiters Joh. Heinrich in Berlin. - Kinder: 1. Maria Regina Friederike, cop. I. P. Coppius=Wesenberg; cop. II. P. Nahmmacher das.; 2. Joh. Ad. Friedrich, geb. 1752, Dr. med. und Kreisphysikus in Mirow; 3. Gattin des Nachfolgers.

1779-1817. Joh. Jac. Koch aus Güstrow, Konrektor zu Friedland, P. adj. 1779 Okt. 10, wurde wegen gegebenen Ärgernisses vom Amte entfernt 1817, † 1834 in Fehrbellin. - Cop. 1779 Okt. 13 Elisabeth Albert. Adolf. Stoy, des Vorg. Tochter, geb. 1753 Juni 2, † 1822 Nov. 16. - Unter den

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Kindern: 1. Ernestine geb. 1783 cop. 1815 Carl Ludw. Bertrand, Apotheker u. Ratsherr in Fehrbellin; 2. Ernst, geb. 1786 † 1828 als privatis. Ökonom zu Stargard; 3. Carl, geb. 1788, Advokat und Syndikus in Neubrandenburg, dann Besitzer von Godenswege.

Von Weihn. 1817 bis Mich. 1818 wurde die Pfarre durch benachbarte Pastoren vikariert.

1818-1833. Gustav Philipp Grischow, geb. zu Dierberg bei Neu=Ruppin, Sohn des P. Gustav Eman. († 1801) und der Luise Philipp. Wiessan, besuchte das Lyceum zu Neu=Ruppin, stud. zu Halle Ost. 1790-Mich. 1792, war Hauslehrer beim Major von Kaphengst auf Mesenberg bei Gransee 1793-96, dann Prädikant bei seinem Vater, Lehrer in Lindow bei Neu=Ruppin, wurde Rektor in Fürstenberg 1805 Dez. 20. Dort erlebte er die harte Plünderung der Stadt durch die Franzosen 1806, verlor sein ganzes Vermögen bei der großen Feuersbrunst 1807 Mai 26 und hatte in den letzten Jahren unter langwieriger Krankheit zu leiden. Er wurde P. in Carwitz 1818 Sept. 27, erhielt erblindet 1832 einen Substituten, † 1833 Nov. 23, 65 Jahre alt. "In seinem Charakter war er edel, heiter, offen und fest; aufrichtig und treu in seiner Freundschaft; tätig und streng in der Verwaltung des ihm anvertrauten Gutes, gründlich und konsequent in allem, was er dachte und tat. Aufrichtige Liebe gegen seine Lebensgefährtin, treueste Fürsorge für seine Kinder, weise Mäßigung zur Zeit des Wohlstandes, ausharrende Geduld in den Widerwärtigkeiten seines Lebens, stille Ergebung in den Willen einer ewig weisen Vorsehung machen ihn unvergeßlich." - Cop. 1806 Jan. 28 Friederike Luise Teltow, Tocht. des Rektors in Fürstenberg Johann Christian, Enkelin des P. Vick das. - 2 Kinder: die Tocht. starb 1839, 27 Jahre alt; der Sohn Carl Gust. Ludwig war Bürgermeister in Wesenberg bis 1848, dann Regierungssekretär in Neustrelitz.

(Vgl. Neuer Nekrolog. XI. pag. 782.)

1834-1857. Heinrich Wetzstein. Vgl. Strasen.

1857-1889. Johann Schönbeck, geb. in Roga 1813 Sept. 2, Erbpächtersohn, besuchte das Gymnasium in Friedland bis Mich. 1833, stud. in Halle (Tholuck) und Berlin bis Ost. 1837, wurde Hauslehrer in Schwichtenberg, dann b. P. Witte in Briest b. Gramzow, wurde Mich. 1843 Rektor in Woldegk (ein Schreiben des Magistrats, das ihm den Dank der Stadt für seine treuen und ausgezeichneten Dienste ausspricht, liegt mir vor). - P. in Alt=Gaarz 1851 April 27, in Feldberg 1857 Jan. 25, emer. Neujahr 1889, † 1893 Okt. 12. - Cop. 1848 Juni 6 Lina Selmer,

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P.tocht. aus Göhren, † 1903 Juni 17, 88 Jahre alt. - kinderlos.

Seit 1889. Friedrich Wieland, geb. in Waren 1853 Febr. 13, besuchte seit Ostern 1862 das Gymnas. in Friedland, stud. in Erlangen und Straßburg i. E. Ost. 1873-Mich. 1876, wurde Hauslehrer beim Landrat von Engel=Eichhorst, Konrektor in Woldegk Mich. 1879-Weihn. 1880, Hauslehrer bei Major von Schmeling in Niederlandin b. Angermünde, Prädikant in Bredenfelde Ost. 1884, Rektor in Mirow Joh. 1884, P. in Feldberg 1889 Jan. 20. - Cop. 1902 Clara verw. Albertus geb. Meyer, P.tocht. aus Pahren i. Fürst. Reuß.


Friedland.

1525 predigte zu Friedland zuerst ein Augustinermönch aus Anklam, "daß die Mutter Maria und die Heiligen nicht anzurufen, daß gute Werke zur Seligkeit nicht nützlich, daß alle Christen gleiche Priester". Vielleicht war dies derselbe Henning Krukow, der um Ostern d. J. zu Neubrandenburg zuerst lutherisch predigte. (Vgl. hier und zum Folgenden Lisch: Gesch. der Reform, in Friedl. Jahrbuch XII. 1847.)

1531-1533. JürgenBerenfeld, "Nobilis Marchiacus", wurde Ende 1531 oder Anfang 1532 von Herzog Heinrich, dem Begünstiger der Reformation, als erster lutherischer Prädikant hierher geschickt. 1527 war er durch denselben Herzog an der Nikolaikirche in Wismar angestellt worden, war schon verheiratet. (Vgl. Schröder: Wismarsche Pred. Historie, Seite 10 f.) Am 16. Febr. 1532 kam der kathol. Herzog Albrecht nach Friedland, das zu dem Kommuniongebiet beider Brüder gehörte, und die lutherischen Bürger mußten mit ihrem Prädikanten die Stadt verlassen und blieben 14 Tage verbannt. Dann setzte Herzog Heinrich am 11. März Berenfeld wieder in sein Amt. Am 16. Sept. 1533 war Ber. noch in Friedland, wird später nicht mehr genannt.

1534 wurde Günther von Wangelin durch Herzog Heinrich auf die erledigte Propstei berufen. Er stammte aus bekannter mecklenb. Adelsfamilie, war 1528/29 in Wittenberg immatrikuliert. Trotz mancher Streitigkeiten mit Herz. Heinrich und Aufstellung eines neuen Propsten durch diesen erscheint er später noch in der Propstei, zog sich jedoch bald vom Amte zurück und bestellte Jakob Glasow als seinen Vikar.

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(1535). Lucas. Prot. Vis. 1535: "Da beklaget sich H. Lucas, der Friedländer Prädikant, daß etliche aus den Pfaffen öffentlich und heimlich in Häusern ihn und seine Lehre als ketzerisch schölten. Derohalben wir sie für uns berufen und ihren falschen Gottesdienst angezeigt, ernst verboten haben, sie sollten sich solcher Lästerwort enthalten umbs Aufruhr halben. Wollen sie sich nicht mit unser Lehre und rechtem Gebrauch der Sakrament nach Grund der Schrift und Ordnung richtig gebrauchen, so fahren sie immer dahin, wo sie hingehören."

1536-(1541). Jacob Glasow schreibt 1542 (?) an den lutherischen Herzog Magnus von Schwerin: "er sei beinahe 6 Jahre lang Prädikant in Friedland, wohin er von dem † Prediger Nicol. Kutzke in Vollmacht des Herzogs aus Pommern berufen sei. Er habe sich gehalten, wie es einem Diener des Wortes Gottes gebühre, wie ihm der Sup. Joh. Riebling und seine Gemeinde bezeugen könne, obgleich er viel Arbeit gehabt und viele Verfolgung erduldet habe sei er auch nach andern Orten einberufen, so sei er doch ferner seiner Kirche zu dienen geneigt, wenn er fortan unangefochten bleiben könne; er bitte daher den Herzog, daß er ihm ein schriftlich Zeugnis, welches er dem Rate und sonst vorzeigen könne, geben möge, daß er in des Propstes Namen die Kirche verwalten und Kirchen= und Schuldiener beaufsichtigen solle; denn die Kirche und Schule sei ihm nicht allein von dem Sup., sondern auch von Günther Wangelin, der von beiden Herzögen damit belehnt sei, durch Überreichung der Schlüssel und Register anbefohlen; er bitte daher um eine Konfirmation des an ihn abgetretenen Amtes, damit keine Versäumnis in Kirchen und Schulen, welche leider allzu oft geschehen sei, begangen werde, man ihn in Frieden lasse und vor dem Herzoge und Sup. verklage, wenn jemand etwas wider ihn haben sollte." Herzog Magnus verfügte sogleich ein bez. Schreiben an den Rat. Doch war Glasow 1552 P. in Neubrandenburg. (Vgl. das.)

(1536. 1541). Fabian Wegener aus Pommern, früher P. in Woldegk (vgl. das.) Prot. Vis. 1541: "Zu Friedland sind zween Prediger, Er Fabian Wegener und Er Jacob Glasow, und sind beide fromme, gelehrte, christliche Seelsorger. - Diese beiden Prädikanten klagen, sie konnen mit der Besoldung nicht zukommen. Es ist von noten, daß E. F. Gn. an den Rat schreibe, daß ihre Besoldung mochte verbessert werden."

(1574)-1581. Joachim Klingenberg. Zu Anfang 1574 war er Alters und Schwachheits halber nicht mehr fähig, dem Predigtamte vorzustehen, und man suchte jemanden, der

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"dem jetzt anwesenden Prädikanten die Bürde tragen helfe." Kl., "der gute alte Mann" ward "die Zeit seines Lebens mit notdürftiger Unterhaltung versorgt", auch blieb ihm die Oberstelle reserviert. Er unterschrieb Form. Conc., † an der Pest 1581 Nov. 29. Ob der Joachim Klingenberg, der 1577 auf dem Friedländer Werder Form. Conc. unterschrieben hat, ein Sohn ist? Ein anderer Joachim Kl. war 1578 Tertianus d. h. Baccalaureus an der Schule zu Friedland.

1566-1581. Gregorius Gentzkow wird 1560 und 1568 neben einem Balthasar Jentzkovius, wohl der frühere P. in Golm, als P. in Friedland genannt. Vielleicht war dieser Balthasar ebenso sein Bruder, wie der Caspar Gentzkow, der 1574 als Rektor der Schule in Stralsund einen Ruf nach Friedland ablehnte. Sie waren illegitime Söhne eines Gliedes der adeligen Familie des Namens. Nach Moderow war Greg. Jentschow seit 1562 P. in Putzar in Pommern und wurde 1566 nach Friedland berufen. Von ihm heißt es 1574, "daß er für einen gelehrten, christlichen, frommen Mann gerühmet werde". 1573 legte er das erste Okonomieregister an: "Hövetbock, d. i. Hauptbuch oder Matrikul von allem, was zur Ökonomie gehöret". Er ist unter den Unterzeichnern der Form. Conc. † an der Pest 1581. - Vielleicht ist der aus Friedland gebürtige Philippus Genzkovius, der 1604 Konrektor an dortiger Schule ward, sein Sohn.

1581-1584. Johannes Schmidt (Fabricius), P. zu Iven, wurde 1578 Sept. 18 gewählt, seine Berufung aber zog sich durch mancherlei Verhandlungen wegen "des Deputates, das dem alten, kranken pastori (Klingenberg) soll verordnet werden", sowie widerstrebende Strömungen bis 1581 Febr. 7 hin. Da er im Dez. 1583 durch Wahlumtriebe Zwietracht zwischen Rat und Bürgerschaft säete und auch sonst zu mancherlei Klagen Anlaß bot - er predige 1 1/2 Stunden, mache sich auf der Kanzel über den Rat lustig, schelte auf Kleiderschmuck, obgleich sein Weib am prächtigsten gekleidet sei, vernachlässige sein Pfarramt über der Landwirtschaft usw. - wurde ihm der Dienst auf Ostern 1584 aufgesagt, aber auf sein Bitten ihm die Frist bis Pfingsten verlängert.

1582-1583. M. Marcus Wasserhuhn, wurdeKantor 1578, Rektor der Schule das. 1580, zugleich Mag. in Greifswald, zum P. vociert 1582 Juni 29. In der Unterschrift der Legum Musicalium (der Musikalischen Gilde) nennt er sich P. und Präp., † in Greifswald 1583 Juni 6.

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1584-1600. Andreas Löper, seit 1568 P. in Staven, war ein Schwager des Sup. Schermerus, der ihn schon 1574 nach Friedland haben wollte. Damals protestierte der Rat, weil er "ein köpfischer, haderischer und gar eigensinniger Mann sein sollte". 1582 wurde er P. des Armenhauses zu Neubrandenburg und zu Küssow, 1584 Mai 20 "als alter Mann" P. zu Friedland, † 1600. Am 6. Aug. 1600 erbaten Bürgermeister und Rat für seine Witwe das Gnadenjahr.

1584-1603. Jacob Möller, seit 1582 Rektor das., P. 1584, † 1603 Jan.

1591-1603. M. Andreas Westphal wurde 1591 als 3. Prediger und zwar zuerst an St. Nicolai berufen. Von dieser Zeit an hatte die Stadt drei Geistliche, und bei eintretender Vakanz rückte der P. an St. Nicolai nach St. Marien auf. † 1603.

1600-1634. M. Henricus Biesenthal. Der Sup. empfahl ihn 1600 Sept. 7, er sei von Ballin unter Matthias Linstow als Sohn eines Pastoren bürtig und selig M. Hinrici Piporitis Schwestersohn, der sich ins 9. Jahr daselbst aufgehalten und sich im Lesende, Predigende und Disputierende geübt. Nach anderer Nachricht stammte er aus Güstrow. In einer Beschwerde betr. das jus patron. wurde er vom Rat als Schwager des Sup. bezeichnet. Simonis (Nachricht der Stadt Fr. 1730) urteilt von ihm: "Er ist ein feiner gelehrter Mann gewesen". Mit seinen Kollegen Böckeler und Bernhardi schrieb er in eine Bibelkonkordanz der Kirchenbibliothek:

Una Ministerii ut sit mens in corpore trino
Tu praesta famulis, optime Christe, tuis,
Ambitio & lites ad tristia tartara migrent,
Plane ignoretur nomen et invidiae
Pax decet alma pios; concordia sancta ministros
Laus et cum primis ornat amicitiae.

Er gab am 2. Mai 1634 in der Kirchen unter der Predigt in den Armen seines Kollegen Böckeler seinen Geist auf, 63 Jahre alt. Seine Witwe überreichte dem Herzoge eine noch von ihm aufgesetzte Bitte: er habe keinen Pfennig zurücklegen können, ja vorm Jahr zur Aussteuer seiner Kinder 200 fl. von der Kirche aufnehmen müssen, man möge ihm dies Geld als einen Gnadenpfennig schenken. Der Rat verwandte sich für die Tochter, "so wir wegen ihres seligen, ehrlichen, aufrichtigen Vaters, der nun 33 Jahre allhie geprediget und das Seinige auch in diesem betrübten Kriegswesen zugesetzet und verzehret, gerne bei der Pfarre

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befördert sehen", und erreichte auch die Berufung Johann Wittstocks, der sie heiraten wollte. - Nachkommen Biesenthals lebten noch 1730 in der Stadt in bürgerlichem Stande.

Schrift: Nobilioris quaestionis Theologicae pia contemplatio, exacta enodatio: utrum peceata fidelium aeque ac infidelium in extreme judicio sint publicanda? (negative beantwortet.) 1617.

1603-1606. Nicolaus Guthanus. Der Rat präsentierte ihn am 3. Sept. 1603, und der Sup. befürwortete seine Vokation und Konfirmation beim Herzoge, weil "derselbe in Lehr und Leben richtig und wohlgeschickt und also zum Predigtamt tüchtig befunden worden, auch allbereits etliche Jahr im Amte gewesen und der Kirchen zu Hertzdorf (Hetzdorf) mit großem Nutzen und Ruhm gedienet und wohl fürgestanden". So erhielt er denn am 20. Sept. die Bestätigung, starb aber bereits 1606 März 15, mit Hinterlassung von 7 Kindern, deren ältestes 10 Jahre alt war. Die Witwe wurde bei der Pfarre behalten, Petr. Bernhardi heiratete sie.

1604-1638. M. Christian Böckeler, Konrektor zu Neubrandenburg, wurde vociert 1604 Jan. 14 und durch Sup. Cregaeus eingeführt auf Quasimodo. † 1638. - Ob er ein Bruder war des P. in Rühlow? - Der Friedländer P. Friedrich ist sein Sohn.

1606-1626. M. Peter Bernhardt, geb. zu Damm in Pommern, wurde als stud. theol. zu Greifswald unter dem 5. Nov. 1606 vociert, weil er sich bereit erklärte die Witwe Guthan zu heiraten. Er hat erst 1607 gradum Magistri angenommen, und sind ihm dazu von der Kirche gegeben 10 fl. † 1626 Febr. 11, 54 Jahre alt.

1627-1636. M. Ulrich Prenger. Nach Neckel (Gymnas.= Programm 1897) richtete Christian Conrad an ihn ein Gedicht mit der Überschrift: "Ad Ulricum Magistrum et Pastorem, libros et liberos edentem." † 1636 März 24.

1634-1652. M. Johannes Wittstock war in Güstrow, aber noch nicht im Pfarramte, als er 1634 vociert wurde. Bei der Visit. 1644 hatte er zu klagen, daß ihm bei einem jährlichen Einkommen von 220 fl. und 7 Drömt Meßkorn 335 fl. an Geld und 11 Wispel 12 Scheffl. an Korn restierten. Bei seinen Kollegen war es ähnlich. † 1652 Aug. - Cop. Regina Biesenthal, M. Henrici das. Tochter, † 1637 Mai 23 durch einen herabfallenden Stein.

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1636-1638. Heinrich Schivenhövel (Schwensovelius), ein Mecklenburger, introd. an St. Nicolai 1636 Okt. 16, † 1638 mit Hinterlassung eines Kindes.

1639-1651. Franz Meien (Menius), Baccal. zu Friedland Ostern 1632, P. zu Watzkendorf Ostern 1635-37, P. zu Friedland Ostern 1639, † 1651 zwischen Joh. und Michael.

1641-1667. Friedrich Böckeler, Sohn des M. Christianus das. (Vgl. oben). Bei der Visit. 1644 "gefordert Red und Antwort zu stehen, warum er so unverantwortlich auf den Stadtvoigt auf der Kanzel geschmähet, hat er um Gottes Willen gebeten, wir möchten ihm diesen Fehltritt diesmal verzeihen, es sollt von ihm sein Lebetag nicht mehr geschehen. Darauf ist ihm nebenst einem guten Auswischer bei Verlust seines Dienstes anbefohlen, sich solcher Händel ferner zu enthalten." Von der Gründlichkeit seiner Besserung zeugt, daß er anno 1661 zum Mitglied der Visitat.=Kommiss. im Penzlinschen Cirkel berufen wurde. † 1667 April.

1653-1666. M. Franz Clinge. Vgl. Superint. Neubrandenburg.

1653-1687. Johannes Pistorius, Sohn des Erasmus, Berghauptmann zu Königsberg und Amtshauptmann zu Schlacken, introd. 1653 Sept. 29, zum Präp. ernannt 1671 Juni 30, als solcher eingeführt durch Sup. Clingius in Gegenwart der Prediger der Synode, begr. 1687 Dez. 19. - Seine Witwe † in Käbelich 1720 Jan. 17, 88 Jahre alt. Sein Sohn Johannes P. das. (Vgl. unten). Töchter: 1. Lea cop. P. Walter=Käbelich, 2. Elisabeth cop. P. Gerhard (vgl. unten).

1667-1677. Caspar Lupelow. S. Neubrandenburg.

1668-1690. Ludwig Gerhard, gebürtig aus Holstein, introd. 1668 um Ostern. 1688 wurde er von den Synodalen zum Präp. erwählt, vom Sup. vorgeschlagen und vom Herzog bestätigt, "nicht weil er der älteste im minIisterium, weil die Bestellung der Präpositorum daran nicht zu binden, sondern weil derselbe als ein tüchtiges und geschicktes subjectum zum Präp. konstituiert werden möge". † 1690 Okt. 22 "nach ausgestandener schwerer Leibesschwachheit mit allgemeinem Leidwesen, inmaßen er ein "feiner und gelehrter Mann gewesen". Cop. Elisabeth Pistorius, des Präp. Tochter. Kinder: 1. M. Ludwig, Rektor zu Ratzeburg 1709, zu Neustrelitz 1712 bis 1715, nachher Rostock, bekannt durch seine Irrlehre von der άποκατ ' στασις πάντων. 2. Johann, Disp. zu Rostock 1704, 3. Jacob, P. zu Kastorf.

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1680-1727. Hiob Hartmann, aus Arnstadt in Thüringen, seit 1668 P. an der Klosterkirche in Neubrandenburg, wurde 1679 Dez. 10 an St. Nicolai in Friedland voc., introd. 1680 Jan. 10, Präp. 1693 Nov. 21. Er erhielt 1723 in P. Rudolphi einen Adjunkten, behielt aber die Präpositurgeschäfte. Im Altarchor hängt sein Bildnis mit der Inschrift: Vir dei Hiob Hartm., Christi minister mysteriorimque Dei per annos 59 primum apud Neobrand., postea apud Friedland. fidissimus dispensator, Synodi quoque Friedland. per annos 34 praepositus et scholarcha, suae conjugis Euphrosynae Laurentiae per annos 56 verum sine prole maritus. Fidei constantia, pietatis exercitio, spiritus fervore, precum assiduitate, vitae integritate, beneficentiae ubertate, calamitatum tolerantia nemini facile secundus. Positis demum a. C. 1727, 4. idus Febr. aet. 87 exuviis sanctissimam animam coelo reddidit. - Mirare, lector, fata, venerare merita, imitare vestigia. - Seine Gattin, † 1725 Mai 5, war Tochter des P. Jsaac Laurentius in Neubrandenburg.

1687-1726. Johannes Pistorius, Sohn des Präp. Johannes das., introd. 1687 12. p. Tr., zunächst Adjunkt seines Vaters. "Er war ein begabter, rechtschaffener und bei jedermann beliebter Prediger, so daß man seinen Verlust noch immer beseufzet und das Gedächtnis seiner Verdienste und Treue noch beständig wiederholt." (Simonis a. a. O.) Am 13. Sept. 1703 wütete der große Brand, der die Kirchen, das Rathaus und 250 Wohnhäuser in die Asche legte. Pist. hielt am folgenden Sonntage (15. p. Tr.) eine Predigt, die gedruckt ist unter dem Titel: "Das vom schrecklichen Brande beunruhigte Friedland, eine Brandpredigt etc. Sein Bildnis im Altarchor trägt die Inschrift: "Joh. Pist. ad divae Mariae aedem symmysta fidelissimus, qui, postquam annos 39 in publico sinceritate doctrinae, simplicitate cordis vitaeque integritate conscientiam deo probasset et in hoc suo curriculo annos 67 magno ecclesiae commodo elaborasset, curis, laboribus, senio, doloribus confectus tandem placide in Christi merito exspiravit anno Christi 1726 d. 14. Aug. circa vesp)." - Cop. 1. Anna Christine Kestenmachers, 1689 genannt, † 1713 Aug. 26; cop. 2. 1715 Nov. 13 Regina Behm, anscheinend Tochter eines Arztes in Anklam, heiratete als Witwe P. Friedr. Schultze (vgl. unten). - Kinder: 1. Johann Samuel, P. in Gr.=Daberkow; 2. Johann Gottlieb, geb. 1708, † 1780, Landsyndikus in Neubrandenburg (vgl. Boll, Chronik); 3. Johann Erasmus (vgl. unten);

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4. Joh. Heinrich, geb. 1716, † 1793, preußischer Feldprediger, dann P. in Treptow a. Toll.; 5. Christina Elisab. cop. 1727 H. Mich. Beguhn.

Gedruckt ist seine Leichenpredigt auf den Sup. Kohlreiff in Strelitz (vgl. das.).

1692-1704. Albert Clinge, Sohn des Sup. M. Franz in Neubrandenburg, P. 1692, hielt seine Abschiedspredigt 1704 2. p. Tr. und ging als P. prim. nach Aschersleben, wo er bald gestorben ist. - Cop. 1. 1692 Juni 1. Maria Elisab. Brandenburg, des P. zu Boizenburg Tochter; cop. 2. (1701 genannt) Dorothea Eleonore von Lübke.

St. Marien.

1727-1755. Joachim Gottfried Schultz, Sohn des gleichnamigen Bürgermeisters († 1708) das., introd. an St. Nicolai 1707 11. p. Tr., hielt 1727 10. p. Tr. als Sen. min. an St. Marien seine Antrittspredigt. † 1755 Jan. 12. - Cop. 1708 Jan. 25 Maria Kohlreiff, des Sup. Tochter. - 3 Töchter, unter ihnen: Maria Cathar., geb. 1719, cop. 1739 Kaufmann Carl Friedr. Messerschmidt das.

1723-1764. Gottfried Joachim Rudolphi, geb. 1688, Sohn des P. Andreas zu Golchen i. Pomm., stud. zu Halle 1710-1712, war Legationsprediger bei dem Gesandten in Polen, nachherigem Feldmarschall von Schwerin, wurde P. adj. des Präp. Hartmann 1723 Sept. 26, † als Sen. min. 1764 Mai 21. - Cop. 1725 Juni 14 Christine Doroth. Breitsprecher, † 1769 Mai 25; über seinen Sohn Polykarp Gottfried vgl. unten.

1757-1764. Johann Erasmus Pistorius, Sohn des P. Johannes das. (vgl. oben), geb. 1718, stud. Rechtswissenschaft zu Greifswald und Jena 1735/36, Theologie zu Halle 1738/40, P. an St. Nicolai 1745, an St. Mar. 1757, † als Präp. 1764 Juni 11. - Cop. 1745 Juni 14 Christiane Sofie Frieder. Jargow, Tocht. des Hof=, Kons.= und Kanzlei=Rats Georg Jarchow (sic!), die als Witwe den Herzogl. Rat und Bürgermeister das. Christ. Aug. Friedr. Schultz heiratete.

1757-1786. Polykarp Gottfried Rudolphi, geb. 1733, Sohn des P. Gottfried Joachim (vgl. oben), stud. in Halle und Greifswald 1751-55, wurde Gehülfe seines Vaters 1757, später sein Nachfolger, † 1786 Jan. 1. - Cop. Maria Christina Kortüm, P.tocht. aus Eichhorst, † 1817 Okt. 19 92 Jahre

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alt. - Sein Sohn Joh. Gottl. Polyk. P. das. (vgl. unten); eine Tocht. cop. 1780 Senator und Ökonomus Göden das.

1765-1793. M. Ludw. Carl Göden, Sohn des Bürgermeisters das., geb. 1738, studierte in Göttingen und Greifswald 1757-60, P. an St. Mar. 1765, † 1793 Juni 20. "Wir weinen die Tränen des Kummers in seine Gruft, aber auch die der ewigen Dankbarkeit und innigsten ehelichen und kindlichen Liebe." (Traueranzeige.) - Cop. 1769 Apr. 18 Sofia Caroline Messerschmidt, des Kaufm. Carl Friedr. das. Tocht., † 1812 Jan. 29, 63 Jahre alt. - Kinder: 1. Caroline cop. P. Horn=Käbelich; 2. Dorothea Sofia Ulrike cop. 1803 Rat und Hof=Medikus Dr. Joh. Friedr. Wilh. Götze=Neustrelitz; 3. Ludwig, Dr. med., Arzt in Friedland.

1786-1838. Johann Gottl. Polyk. Rudolphi, geb. das. 1760 Juli 24, Sohn des P. Polyk. Gottfr., stud. in Göttingen, P. 1786 Okt. 2, † 1838 Jan. 31. - Cop. 1788 Sept. 1 Christiane Masch, des Sup. Tocht., geb. 1771, † 1844 Okt. 10. - Kinder: 1. Eleonore cop. P. Sponholz=Rühlow; 2. Dorothea cop. P. Prozell=Brunn; 3. Charlotte, geb. 1794, cop. 1824 Carl Heinr. Matthias, P. zu Altenhagen, Pom.; 4. Bernhard, geb. 1799, † 1864, Dr. med., Arzt in Mirow; sein Sohn Adolf, geb. 1828, † 1899, Obermedizinalrat in Neustrelitz; 5. Auguste cop. P. Bossart=Weitin; 6. Johanne, geb. 1803, cop. Tuchfabrikant Bossart=Luckenwalde. - 34 Enkel und Urenkel feierten 1836 mit der Familie und der ganzen Gemeinde den schönen Festtag seines 50jährig. Jubiläums. (Vgl. Neuer Nekrolog XVI. - Schwer. freim. Abendbl. Nr. 929.)

1794-1834. Johann Gottlieb Lawrenz, geb. 1763 Juni 16, Sohn des Frei= und Lehnschulzen Elias Christian und der Sofie Christiane geb. Granzin in Rehwinkel in Pommern, besuchte die Schule zu Stargard i. Pom., wurde nach dem frühen Tode des Vaters in das Waisenhaus zu Halle gebracht, stud. dort seit 1782. Als Hauslehrer widmete er sich dann "dem Erziehungsgeschäfte mit so regem Eifer und gewissenhaftem, treuem Fleiße, daß er sich die Achtung und Liebe der Eltern wie der ihm anvertrauten Kinder in hohem Maße erwarb." Aus dem Hause des Geh. Rats von Berg=Neuenkirchen nach Friedland berufen, wurde er hier P. 1794 Okt. 5. † 1834 Juli 16. "Es wird den Zeitgenossen unvergeßlich bleiben, wie er in den Stürmen eines drangsalvollen Krieges zu stiller, demütiger Unterwerfung unter die Hand Gottes, zu weiser Schickung in die Zeit und zu treuer Bewahrung des Unvergänglichen, dann

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aber in Tagen großer Entscheidung zum Kampf für Freiheit, Fürst und Vaterland begeisternde Worte sprach. Daneben nahm er sich allzeit durch Worte und Werke einer begeisterten Liebe der Bedrängten und Gebeugten an." (Leichenrede.) - Cop. 1796 Juli 26 Johanne Marie Friederike Berlin, Rittergutsbesitzerstocht, aus Liepen. - Kinder: 1. Heinr. Friedr. Gottl., P. zu Schwichtenberg; 2. Johanne Friederike, geb. 1797, cop. 1816 Heinr. Friedr. Carl Schröder, Pächter von Schrödershof; 3. Joh. Frieder. Charlotte cop. 1828 Friedr. Wilh. Schröder, Rat und 2. Bürgermeister in Friedland.

1835-1872. Heinrich Armin Riemann, geb. 1793 Dez. 5 auf dem Domhofe Ratzeburg, wo sein Vater Heinrich, später P. prim. zu Schönberg (vgl. Past. Ratzeb. pg. 55 ff.) damals Rektor war. Von der Domschule ging er 1812 auf die Universität Jena, trat 1813 in die Lützowsche Freischar, stud. W.=S. 1814/15 wieder in Jena, zog im Frühling 1815 aufs neue ins Feld und erwarb sich als Offizier in einem westfälischen Landwehrregiment das Eiserne Kreuz. Im Herbst desselben Jahres kehrte er nach Jena zurück, wurde einer der Hauptführer der seit kurzem gegründeten Burschenschaft und hielt 1817 Okt. 18 seine "epochemachende" Rede in dem Minnesängersaale der Wartburg. Dann wurde er Lehrer am Gymnasium zu Eutin 1821, zu Friedland 1828, P. an St. Marien das. 1835 Febr. 22. Bei seinem Jubiläum 1871 Okt. 18 wurde er von seiner Gemeinde und dem Magistrate der Stadt, wie von den deutschen Burschenschaften vielfach geehrt und vom Großherzoge zum Kirchenrat ernannt. † 1872 Jan. 26. - Cop. Henriette Gensler, einer Juristenfamilie entstammend, geb. Jena 1803, † 1882. - 11 Kinder, unter ihnen: 1. Hermann, † 1892, Gymnas.=Direktor in Greifenberg; 2. Julie, cop. Kons.=Rat Scipio in Arolsen; 3. Adolf, Seemann, † im amerikanischen Bürgerkrieg; 4. Carl, † 1899, Eisenb.=Ober=Geometer in Schwerin; 5. Eduard, † 1874 an den Folgen des französischen Feldzuges; 6. Erwin, † Seemann; 7. Theodor, Geometer; 8. Mathilde, cop. Musikdirektor Albert Naubert in Neubrandenburg.

Schriften: "Vollständige Anweisung zum Stoßfechten nach Kreußlers Grundsätzen". Leipzig, Engelmann 1834. - Pred. am 18. Oktob. 1863. - "Rechtfertigung eines verleumdeten Burschenschafters". 1865.

1839-1877. Gustav Horn, geb. 1805 März 22 zu Neustrelitz, Sohn des Geh. Legationsrats Adolf, Bruder des P. in Badresch, stud. in Halle und Berlin 1824-27, war Haulehrer in Neustrelitz, Ramelow und Watzkendorf, wurde Sub=

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rektor in Friedland 1835, P. an St. Marien 1839 Apr. 7 † 1877 Juni 11. - Cop. 1835 Sept. 25 Wilhelmine Müller Tocht. des Amtmanns in Watzkendorf, † 1894 Mai 15. - Kinder: 1. Gustav, Gerichtsrat in Schönberg; 2. Adolf, Dr. med., Sanitätsrat in Gnoien; 3. Hedwig, in Friedland; 4. Rudolf, Landwirt und Bankbeamter in Berlin; 5. Sigismund, stud. theol., † an den Folgen des Feldzuges 1870/71; 6. Hildegard, cop. P. Plenz. (Vgl. unten.)

Seit 1873. Achim Mayer, stud. in Berlin, war längere Zeit Hauslehrer, kam 1870 nach Friedland als Prädikant, wurde P. an St. Marien 1873 März 9. - Unverheiratet.

Schrift: "Geschichte des Großherzogtums Mecklenburg=Strelitz nebst Chronik der Stadt Friedland." Neustrelitz, Barnewitz. 1896.

Seit 1878. Gerhard Plenz, geb. zu Cammin i. Pom. 1850 Nov. 27, Sohn des dortigen P. August, später P. in Goldschmieden bei Breslau und der Antonie Haenisch, Tochter des Gymnas.=Direktors in Cöthen. Er besuchte das Maria=Magd.=Gymnas. in Breslau, stud. dort und in Leipzig (Delitzsch, Kahnis, Luthardt), nahm am Feldzug 1870/71 im Garde=Gren.=Regim. König. Elisabeth teil, wurde Hauslehrer in Skyren bei Crossen a. O., Prädikant und Lehrer an der höheren Töchterschule und Bürgerschule in Friedland 1876 Dez. 16, P. an St. Marien 1878 März 3, ist seit 1888 Okt. 21 zugleich P. in dem bis dahin mit Kotelow verbundenen Lübbersdorf. - Cop. Hildegard Horn, Tochter seines Amtsvorgängers. 7 Kinder, eine Tochter Lehrerin das., ein Sohn stud. med., ein anderer in einem Bankgeschäft.

St. Nicolai.

Da die Pastoren an St. Nicolai bei eintretender Vakanz in die Pfarren an St. Marien aufrückten, werden unter den älteren nur Nicol. Guthanus, Peter Bernhardi und Heinr. Schivenhövel im Dienste bei St. Nicolai gestorben sein. Seit 1707 waren die Pastoren an dieser Kirche folgende:

1707-1727. Joach. Gottfr. Schultz. Vgl. St. Marien.

1727-1744. Friedrich Schultz, geb. 1693, Bruder des vorigen, P. 1727, † 1744. - Cop. I. 1727 Nov. 3 Regina Behm, des P. Pistorius Witwe, † 1728 Sept. 9; cop. II. 1730 Dez. 5 Regina Eleonore Kohlreiff, geb. 1708 Sept., † 1732 Sept. 29, Tochter des Propsten Lic. Gottfried zu Ratze=

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burg (cf. Past. Ratzebatzeurg, pag. 15 ff.); cop. III. 1737 Nov. 20 Ilsabe Maria von Warburg, † 1763 Nov. 23. - 5 Kinder, darunter Joach. Ernst, P. in Badresch.

1745-1757. Joh. Erasm. Pistorius. Vgl. St. Marien.

1757-1770. Joh. Georg Wilhelm Thiele, geb. zu Friedland 1727, stud. zu Rostock 1747/48, P. adj. des P. Joach. Schultz, P. an St. Nicolai 1757. Er blieb als erster trotz eintretender Vakanz bei dieser Kirche. Dort sein Bild. † 1770. - Cop. 1763 Jan. 11 Johanne Marg. Willich, Tochter des Postmeisters und Ratsverwandten Joach. Daniel das. - Seine Tochter Johanna, geb. 1763, cop. 1791 Kanzleisekretär Adolf Friedrich Götz in Neustrelitz, Mutter des P. in Grünow.

1771-1818. Johann Joach. Dan. Spiegelberg, geb. zu Friedland 1745, stud. zu Bützow 1765-67, P. 1771, † 1818 April 14. - Cop. I. 1772 Febr. 25 Beata Juliana Haken, des Konsumtions=Inspektors Carl Christian in Stralsund Tochter, † 1773 Okt. 20; cop. II. 1775 Febr. 9 Cath. Luise Klöckner, des H. Carl Ludw. Engel Witwe, † 1816 März 5, 74 Jahre alt. - 6 Kinder, von denen nur Carl, geb. 1779, 1823 noch lebte und zwar als Geh. Rechnungsrevisor bei der Königl. Oberrechnungskammer in Potsdam.

1819-1855. Johann Carl Conr. Heinrichs, geb. das. 1793 Juli 20, Sohn des Seilermeisters Samuel, besuchte die Gelehrtenschule das. unter Prof. Wegner und dem Konrektor Krüger, stud. seit Ostern 1812 in Berlin (Schleiermacher), trat im Frühjahr 1813 als freiwilliger Jäger in die Lützowsche Freischar ein, ging nach dem Pariser Frieden nach Jena und wurde einer der tätigsten unter den Gründern der Burschenschaft, stud. Ostern 1815/16 wieder in Berlin, wurde Hauslehrer bei Hofrat Berlin=Friedland, 1817 Prorektor und 1818 Konrektor am dortigen Gymnas., P. 1819 Juni 20, Präp. 1839, † 1855 April 19. - Fr. Heinr. Ranke, der als Student bei ihm einkehrte, nahm die wohltuendsten Eindrücke von seiner Persönlichkeit und seinem Hause mit hinweg. (Vgl. Ranke: "Jugenderinnerungen". Stuttg., Steink., 2. Aufl. 1886. pag. 117 f.). - Cop. 1817 Okt. 24 Ida Magdal. Ottonie Bindt, geb. 1792 Febr. 19, † 1863 Jan. 1, Tochter des Pension. Joachim zu Klockow. - 8 Kinder, darunter: 1. Carl, P. zu Eichhorst; 2. Helmut, geb. 1821, † 1847, Inspektor zu Lübbersdorf; 3. Johanna, geb. 1822, cop. I. Ratskellerpächter Schwartz=Friedland; cop. II. Kaufmann C. W. Nadal das.; 4. Ida, geb. 1824, cop. Kaufmann Wilh. Mayen das.

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Seit 1856. Carl Bossart, geb. 1825 Okt. 5 zu Friedland, Sohn des dortigen Konrektors, späteren P. zu Weisin (vgl. das.), stud. 1844-1847 zu Halle, P. 1856 Juli 13, Präp. 1888. - Cop. Luise Fröhlich. - Kinder: 1. Heinrich, Landgerichtsdirektor in Neustrelitz; 2. Rudolf, Dr. med., Arzt in Lichte (Thüringen); 3. Carl Ludwig, P. in Prillwitz.


Fürstenberg.

1551-1553. M. Matthias Bracht Kesselius (Caselius), geb. 1492 oder 1493, aus altem Adelsgeschlecht des Herzogtums Geldern, verlies sein Vaterland wegen Religionsverfolgung und Verlust seines Vermögens, war längere Zeit in England und Schottland, ging sogar nach Spanien. 1531-36 war er Lehrer in Göttingen, 1540 Kapellan in Northeim, 1543-47 Pfarrer und Sup. in Gandersheim, wurde 1547 wieder nach Northeim geschickt, um die Reformation in der Klosterkirche durchzuführen. Hier 1550 infolge des Interims vertrieben, kam er nach Mecklenburg zum Herzog Joh. Albrecht, der ihn 1551 als ersten protestantischen Prediger nach Fürstenberg schickte. 1552 klagte er in einem Briefe an den Herzog über die tiefe Gesunkenheit seiner durch die papistischen Vorgänger verdorbenen Gemeinde und die Erfolglosigkeit seiner Arbeit und bat um die Versetzung in eine andere Gemeinde, wo er zugleich Schuldienst haben könnte. Anfang Mai 1553 wurde er als Schulmeister nach Neubrandenburg berufen und sein Sohn Johannes ihm als Schulgeselle zur Seite gestellt. Hier führten beide eine gründliche Erneuerung der Schule durch, fanden dabei Unterstützung und Anerkennung des Sup. D. Alberus, daneben aber auch viel Anfechtung und Widerstand. 1557-59 war er wieder Kapellan in Northeim. Die letzten beiden Jahrzehnte seines vielbewegten Lebens brachte er als Privatmann in Ingersleben und Göttingen zu. † 1580. - Cop. Catharina Calebrade. Kinder: 1. Johannes Caselius, geb. 1533 in Göttingen, † 1613 als Professor und Schriftsteller in Rostock, ein berühmter Gelehrter und von großem Einflusse am Hofe Herzog Joh. Albrechts; 2. Christof, eine Zeit lang Legat.=Sekretär im Dienste Joh. Albrechts; 3. Samuel, † 1563, stud. in Wittenberg und Rostock; 4. Daniel, lebte 1563 und 69 in Rostock. - (Vgl. Koldewey, "Matthias Bracht von Kessel." Zeitschr. der Ges. für niedersächs. Kirchengeschichte. 1901. Desgl. Lisch im Jahrbuch XIX.)

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1553. Hermann Stäke wurde 1553 durch den Sup. als Prädikant in Fürstenberg eingesetzt und verrichtete hier eine Zeit lang das Predigtamt. Aber der fürstl. Voigt entsetzte ihn noch im selben Jahre seines Amtes und wies einen andern ein, erhielt freilich darob vom Herzog Joh. Albrecht Vorwürfe.

(1568.) Arnoldus Koch. Vis.: 1568.

(1575)-1587. M. Henricus Timannus, unterschrieb Form. Conc., † 1587 Dez. - Seine 2. Gattin Marie Stein, Tocht. des Bürgers Joachim das., blieb nach kaum einjähriger Ehe mit einem Kinde als Witwe zurück und heiratete den Nachfolger.

1588-1610. Martinus Turingius (Düring), der "neben guten Künsten und Sprachen seine theologiam aus Gottes Worte und dazu gehörigen reinen Schriften auf Universitäten mit Fleiße gestudieret und in Neubrandenburg an der Schulen gedienet", erhielt auf Vorschlag des Sup. 1588 Dez. die Pfarre. Bei der Wahl wurde berücksichtigt: "weil ein fürstlich Haus daselbst vorhanden und derowegen auch fürstl. Personen, neben denselben ansehnliche Räte, Amtleute und Diener zum ofternmal anlanget und zu residieren pflegen, daß derowegen auch ein gelehrter, tüchtiger und wohlbestellter Mann dahin käme." † 1610 um Pfingsten. Die Witwe mußte mit 10 kleinen Kindern die Pfarre räumen, unter ihnen: 1. M. David, P. in Kittendorf, † 1632; 2. Johannes, 1633 hier zur Pfarrwahl aufgestellt, aber nicht gewählt.

1611-1621. Michael Andreae aus Röbel, P. 1611 1. p. Tr., † 1621 Okt. 20. - Cop. Maria Krüger, des dortigen Ratsverwandten Petrus Tocht., die als Witwe mit 4 kleinen Kindern zurückblieb und den Nachfolger heiratete. Seine Tocht. Catharina heiratete M. Densovius (vgl. unten).

1623-1632. Heinr. Krevet, geb. in Herford, hielt 1622 2. p. Tr. seine Probepredigt auf dem Schlosse zu Schwerin, wurde 1623 Apr. 19 auf dem fürstl. Hause durch Joh. Colerus, Sup. in Parchim, eingeführt. 1629 erbat er wegen seiner armen Pfarre Sonntags auf S. Fürstl. Gnaden Hause den Tisch und das Recht, einige Schweine in die Mast zu treiben, wie es auch die Vorgänger besessen. † 1632 Sept. - Cop. des Vorgäng. Witwe, die auch ihn überlebte.

1633-1638. M. Andreas Densovius, geb. 1610, war 1630 Konrektor in Neubrandenburg, P. 1633 Nov. Im Febr. 1634 wurde er auf Anzeige des Hauptmanns v. d. Lanken mit Amtsentsetzung bedroht, falls er sich nicht der personalia auf der

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Kanzel enthalte. † 1638 Okt. - Cop. Catharina Anderessen, des P. Andreae (vgl. oben) Tocht., die als Witwe den Nachfolg. heiratete.

Von 1639-1644 versah Simon Stadius, bisher P. in Dabelow, vertretungsweise die Pfarre, ging dann als P. nach Strasen (vgl. das.).

1645-1676. Jacob Franke aus Gransee hatte geraume Zeit in Fürstenberg mit Predigen aufgewartet, als er 1645 23. p. Tr. P. wurde. Er verwaltete auch Dabelow. † 1676 Mai 9. - Cop. II. 1666 Dez. 3 Anna Krolen, Eliae Webers Witwe. - 5 Kinder unter ihnen: Maria, geb. 1650, cop. 1672 Matthias Merker das.

1677-1699. M. Joh. Senstius, geb. zu Warbende 1653 am Matthäustage, P.sohn, stud. in Rostock 1673 und Wittenberg 1676, wurde P. in Fürstenberg 1677 Febr., ging als Diakon an die Marienkirche in Rostock 1699 Juli 5, wurde Archidiakonus das. 1704, erlangte durch öffentliche Disputation den Grad eines D. theol., † 1723 Juli 30. - Cop. I. 1677 Catharina Müller, P.tocht. aus Mirow; cop. II. Anna Sofie Petersen (Petermann). - 8 Kinder, unter ihnen der älteste: M. Johann Christian, geb. 1678, Sept. 11, † 1742, war P. zu Zarrentin, dessen Söhne: Christian Friedr., P. zu Zarrentin; Joh. Friedr. Christof, P. zu Vipperow.

1699-1721. M. Joh. Joach. Poltzius, geb. zu Rostock 1670 Aug. 11, Sohn des D. theol. und Senior Joh. Mauritius, P. an Heil. Geist das., und der Sofia Schröder, wurde unter dem 12. Sept. 1699 zum P. in Fürstenberg vociert und durch Sup. Haberkorn bald darauf eingeführt, emer. 1716, † 1721 Jan. 18. Cop. 1700 Febr. 8 Jgfr. Gardeniennin zu Strelitz. Keine Kinder.

1716-1732. Matthaeus Huswedel (Hauswedel), geb. in Petschow (M.=Schwer.) 1676 Apr. 16, stud. in Rostock 1696, P. 1716, † 1732 Mai 2. - Cop. I. 1719 Nov. 1 Cathar. Elisab. Bruchmann, P.tocht. aus Warbende, † 1729 Jan. 9; cop. II. 1730 Mai 9 Gustave Mar. Carol. Natorp aus Neubrandenburg, die den Nachfolg. heiratete. - 7 Kinder, von denen 4 jung starben.

1733-1769. Ernst Joach. Vick, geb. in Neubrandenburg 1693 Dez. 13, stud. in Rostock 1715, P. 1733 Mai 3. † 1769 Mai 5. 1765 beschwerte er sich, er könne für die Ablösungssumme von 4 Tlrn. kein feistes Schwein mehr kaufen, worauf die Summe auf 5 Tlr. erhöht wurde. - Cop. I. 1733

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Mai 3 Gustave Maria Carol. Hauswedel geb. Natorp, des Vorgäng. Witwe, † 1739 Jan. 24; cop. II. 1740 Jan. 13 Maria Elisab. Grieben, des P. Joh. Christian zu Kl.=Mutz b. Zehdenik und der Cathar. Sofie Schütze Tocht., geb. 1717, † 1785 Dez. 5. - 10 Kinder, darunter: (I.) 1. Magdalena Mar. Carol., geb. 1735, cop. 1767 Joh. David Günther, Stadtchirurg das.; 2. Maria Regina Henriette, geb. 1737, † 1804, cop. 1766 Joh. Christ. Teltow, Rektor das., dessen Tochter cop. P. Grischow in Feldberg; (II.) 3. Johann Heinrich, geb. 1740, † 1800, Bürger und Handelsmann das.; 4. Carl Friedrich, geb. 1743, Bürger und Kaufmann das.; 5. Maria Elisabeth, cop. dem Nachfolgen.

1765-1799. Carl Ludwig Grieben, geb. zu Klosterfelde bei Berlin 1730 Okt. 14, ältester Sohn des P. Martin Ludwig und der Doroth. Elisab. Arndt († 1779), stud. in Halle 1749-51, P. adj. 1765 Pfingsten, † 1799 Dez. 14. - Cop. 1765 Nov. 12 Maria Elisabeth Vick, des Vorgäng. Tocht., geb. 1748 Mai 27, † 1807 Dez. 19. - Kinder: 1. Carl Ludwig, geb. 1766, † 1840, Kämmerer das.; 2. Marie Elisabeth, cop. dem Nachfolg.; 3. Friederike und 4. Julie, unverheiratet. - (Das Geneal. Handb. bürgerl. Fam. I pag. 102 ff., VII pag. 143 ff. nennt ihn einen P.sohn aus Kl.=Mutz und macht ihn zu einem Bruder der Frau P. Vick (vgl. oben); doch widerspricht dies seinen eigenhändigen Aufzeichnungen im Kirchenbuche.)

1797-1857. Ernst Sigism. Buschmann, geb. zu Berlin 1769 Juni 5, stud. in Jena 1788-90, P. adj. 1797 Aug. 20, † 1857 Sept. 11. - Cop. Marie Elisabeth Grieben, des Vorgäng. Tocht., geb. 1773, † 1832. Kinder: 1. Wilhelme, geb. 1798, † 1836, cop. Advokat Merker das.; 2. Eduard, geb. 1803, † 1847, Advokat das.

1843-1863. Hermann Meyer. Vgl. Schönbeck.

1863-1878. Franz Runge. Vgl. Wesenberg.

1878-1892. Friedrich Wilhelm Konow. Vgl. Teschendorf.

Seit 1892. Carl Runge, geb. zu Neustrelitz 1859 Mai 9, Sohn des jetzig. Präp. in Wesenberg, besuchte 1872-79 das Gymnas. Carol., stud. in Rostock und Erlangen, war Prädikant in Woldegk Aug. 1884 bis Ostern 1886, Prädikant in Feldberg Nov. 1886 bis Ostern 1887, Hülfsprediger in Neustrelitz 1887 Mai 1, P. in Fürstenberg 1892 Dez 18. - Cop. 1889 Juni 3 Käthe Giese, Tochter des Kaufmanns Otto in Neustrelitz.


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Fürstenhagen

ist nicht berücksichtigt, weil der Pastor in dem märkischen Dorfe Weggun zugleich diese Pfarre versieht.


Alt=Gaarz.

(1579). Johann Hartmann, hat Form. Conc. unterschrieben.

-1600. Andreas Schumann. Der Scharfrichter Meister Barthold aus Röbel sollte im August 1600 von dort fortziehen. Der hatte dem Pastor früher die Frau geheilt, so nahm er ihn nun mit seiner Familie auf 8 Tage in sein Haus auf, damit er auch seinem kranken Kinde helfe, ließ ihn auch in dieser Zeit zum heiligen Abendmahl zu. Darob entstand große Aufregung in der Gemeinde, man warf dem Pastor vor, er hätte den Scharfrichter sogar früher getrauet. Schumann bat, man solle ihn nicht absetzen, muß es aber nicht haben abwenden können, denn im Dez. d. J. fuhr der Sup. nach Gaarz, um einen neuen Pastor dort einzusetzen.

1600-1631. Jacob Gudenins. 1627 brannte sein Haus ab, ohne daß er etwas gerettet hatte. Er starb 1631 und seine Frau folgte ihm bald nach, die Tochter wurde bei der Pfarre behalten.

1632-1636. Johann Reichart, Schulmeister zu Mirow, erhielt die Pfarre und heiratete Catharina Guden, die Tochter des Vorgängers. † 1636. Die 22jährige Witwe blieb mit einem Töchterchen zurück und heiratete den Nachfolger.

1637-38. Johannes Andreae. Vgl. Schillersdorf.

Da nach seinem Fortgang "die Gemeinde wegen Krieges und Peste sehr in Abgang kommen", blieb das Dorf ohne eigenen Pastor und wurde durch den Mirower P. Johannes Müller mit versorgt.

1651-1674. Jacobus Lepperus. Vgl. Schillersdorf.

1675-1704. Christophorus Moltmann, Juni 1650 zu Rostock immatr., war Rektor zu Röbel, dann Pastor zu Ludorf und Nätebow 1667-1675 und wurde 2. Oktober 1675 als Pastor nach Gaarz berufen. 1696 machte er eine originelle Eingabe an den Herzog. Er sei alt und habe die geringste Pfarre im Amt mit nur ca. 40 Beichtkindern. Nun wolle er gern

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für die Zukunft seiner Frau sorgen. Darum möge ihm der Herzog "eine Kossatenstelle nebst zubehörigen Äckern zum steten hochfürstlichen Andenken schenken und verehren," damit er darauf aus eigenen Mitteln ein Witwenhaus baue. Ob dieses Gesuch erfolg hatte, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls blieb die Witwe, Katharina Koberin, im Dorfe, als er kurz nach Johannis 1704, 70 Jahre alt, gestorben war, und auch der ältere Sohn Friedrich wohnte dort und starb erst 1758 als ein Junggeselle von 84 Jahren. Der jüngere Sohn Michael Johann, 27. Juni 1701 zu Rostock immatr., erhielt 1708 das Kantorat zu Waren und starb dort 13. April 1709.

1705-1712. Georg Elias Elich, geb. zu Jerchsheim im Halberstädtischen, Bruder des Joh. Andreas, P. zu Blankenhagen 1703-61, wurde P. 1705, † 1712 Febr. Seine Frau starb unmittelbar nach ihm.

1713-1746. Johann Voß, geb. 1675 April in Neuenkirchen, wo sein Vater Eigentümer und Pächter von Warlin war, P. 1713. 1746 erhielt er einen Substituten und starb 1751 Jan. 16. - Seine Frau Eva Dorothea, geb. Gerlach, † 1786 April 4 im 96. Jahr. Ihre Brüder waren Bürgermeister zu Röbel und Advokat in Dömitz. Kinder: 1. Christina Elisabeth cop. dem Nachfolger; 2. Johann Christof, geb. 1722, Kaufmann in Röbel; 3. Hieronymus Henricus, geb. 1725, † 1802, cand. theol. und Pfarrkolonus in Gaarz; 4. Michael Gottfried, der 2. Nachfolger.

1746-1752. Heinrich Philipp Jacobi, geb. 1718, stud. 1738-40, P.adj. in Gaarz 1746 Juni 12; auch P. in Krümmel 1747 Sexag., † 1752 Nov. 4. - Cop. 1746 Sept. 27 Christina Elisab. Voß, des Vorg. Tochter, geb. 1718 Sept. 4, † 1791 Okt. 18. Kinder: 1. Christina, geb. 1749, † 1809 im Feuer zu Gaarz; 2. Friedrich Ludwig, der 3. Nachfolger.

1754-1773. Michael Gottfried Voß, geb. das. 1728 März 24, P.sohn. P. 1754 Epiph. 3., † 1773 Febr. 15. - Cop. I. 1757 Sofia Charlotte Satow, geb. 1736, † 1759 März 8, Tochter des P. Johann Friedrich in Plau, cop. II. Anna Elisabeth Studemann, † 1790 April 1, 55. Jahr alt. Kinder: 1. Johann Friedr. Adam, P. in Teschendorf; 2. Friedrich Hinrich Christoffer, geb. 1763, † 1836, P. in Federow; 3. August Heinr. Christian, geb. 1766, Kaufm. in Güstrow, Vater der Frau P. Brückner=Bredenfelde.

1774-1781. Georg Heinrich Schuckmann. Vgl. Wanzka.

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1781-1790. Friedrich Ludwig Jacobi, geb. das. 1751 März 21, P.sohn, P. 1781 1. p. Tr., † 1790 Juli 20. - 4 Kinder, unter ihnen Johann, 1817 Distriktshusar in Neustrelitz.

1791-1838. Johann Friedrich Albert Reuschel, geb. in Kutzerow i. Um. 1761, Sohn des Landmanns Georg Albert, später zu Gr.=Daberkow, † zu Woldegk 1772 und der Henriette Sofie Taube, † 1810. Schule zu Friedland bis Ost. 1781, Univ. Halle bis Ost. 1784, Hauslehrer bei P. Wöldicke=Dahlen und Amtmann Odebrecht=Schönbeck, P. in Gaarz 1791 Nov. 6, in Krümmel 1792 Okt. 21. 1806 wurde er durch französische Soldaten schwer gemißhandelt. Nach vielen Kolbenstößen, 4 Bajonettstichen und einem Hieb in die Schulter sollte er erschossen werden und konnte sein Leben nur durch Herausgabe seiner sämtlichen Habsligkeiten retten, welche die Barbaren teils wegnahmen, teils zertrümmerten. 1809 verlor er wiederum seine Habe durch eine Feuersbrunst, die auch seine beträchtliche Bibliothek und sämtliche Pfarrschriften mit Ausnahme des Kirchenbuches und der Kirchenrechnung vernichtete. "Strenge Rechtlichkeit, unermüdetes Wirken, Wohltun und menschenfreundlicher Sinn bildeten die Grundzüge seines Charakters." † 1838 April 8 auf der Rückkehr von der Konfirmation in Krümmel. - Cop. 1791 Nov. 16 Maria Friederike Rudolphi, des Kaufm. Joh. Heinr. Tochter aus Friedland, † 1834 Sept. 12, ca. 70 Jahr alt. Kinder: 1. Friederike, geb. 1792, † 1833; 2. Carl Christ. Friedr., P. in Dewitz; 3. Heinrich Ludwig Friedrich, geb. 1797 Okt. 9, † 1870 Nov. 29, P. in Rambow. (Vgl. Schwerin. Freim. Abdbl. 1838 Nr. 1012. - Neuer Nekrolog der Deutschen 1840 XVI pag. 376).

1838-1849. Heinrich Gottlob Ludwig Bluhme, geb. zu Friedland als Bürgersohn 1804 Mai 27, besuchte dortige Schule, Univers. Greifswald und Halle, P. adj. in Wulkenzin 1835 Sept. 27, P. in Gaarz 1838 Juli 29, † 1849 Dez. 21. - Cop. Auguste Bernstorff, † 1872 Okt. 8, Tochter des P. Christian zu Wernickow b. Wittstock. 3 Kinder.

1851-1857. Johann Joachim Schönbeck. Vergl. Feldberg.

1857-1874. Wilhelm Albert Friedrich Voigt, geb. zu Cölpin 1810 Nov. 11, besuchte das Gymnas. zu Neubrandenburg, stud. in Greifswald 1837-1841, Rektor zu Mirow Ostern 1850, P. zu Gaarz Neujahr 1857, † 1874 April 27. - Cop. Cathar. Marie Christiane Meyer aus Grimmen, † 1872 Aug. 11, 65 Jahre alt. Kinderlos.

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1874-1883. Otto Joh. Carl Friedr. Weinrich, geb. 1840 Aug. 21 zu Ballwitz, P.sohn. Gymnas. Neubrandenburg, Univers. Erlangen und Rostock 1858 -61, Hauslehrer, Rektor in Mirow 1865 Okt. 13, P. in Gaarz 1874 Sept. 27, legte sein Amt 1883 nieder und zog nach Hamburg. Cop. Bertha Keil, Ratsherrntochter aus Arnswalde i. Um.

1883-1891. Wilhelm Schönbeck. Vgl. Triepkendorf.

1891-1902. Bernhard Steinführer, geb. zu Stargard 1859 Febr. 13, Bruder des P. Wilhelm in Neubrandenburg; Gymnas. zu Neubrandenburg; Univ. Leipzig und Erlangen, Hauslehrer und Prädikant, Realschullehrer zu Schönberg Neujahr 1883, P. zu Gaarz 1891 Okt. 11, P. zu Herrnburg Johannis 1902.

Seit 1902. Franz Staecker, geb. 1865 Juni 26 zu Schwerin; die Eltern wohnten später in Leppin bei Stargard; Gymnas. zu Neubrandenburg Mich. 1875, stud. mit Einschluß des Militärjahres in Rostock, Erlangen und Rostock Mich. 1885 -89, Hauslehrer in Kl.=Strömkendorf und Zehlendorf bei Güstrow, Prädikant in Kratzeburg Mich. 1892, ord. daselbst Sept. 1893, Rektor der Mädchenschule in Schönberg 1895 Dez. 6, P. in Gaarz 1902 Juli 6. - Cop. 1898 Sept. 26 Auguste Sannecke aus Hamburg.


Galenbeck.

Vergleiche Gehren.

Gehren.

Die Pfarre war bis 1659 in Galenbeck, wurde nach einem Brande nach Gehren verlegt.

(1558). Laurentius Maas.

(1560). Jost Zebbergen.

(1592)-1626. Paulus Pippovius. Die Visitatoren d. J. 1602 rühmten die wohlgezierten Kirchen. "Wie wir da den Rieben solches Gezeugnus geben müssen, daß sie in allen ihren Kirchen feine Richtigkeit, wie denn auch mit ihren Priestern Einigkeit gehalten." † 1626 März 19. - 1627/28 stritten sich die Rieben und Erasmus Kussow um das Patronat und auch um den Nachfolger. Jene wollten Johannes Reiche, des P. Thomas zu Neubrandenburg Sohn haben, der Kussow nicht ge=

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fiel. Einen jungen ungeübten, ihm auch unbekannten Schulmeister wollte er nicht "uf die ansehentliche vornehme Pfarre zu Galenbeken, dazu gute Äckern, 2 Pauern und andere Herrlichkeiten mehr beleget, daß also dieselbe eines gelehrten, qualifizierten Mannes wohl würdig ist, denselben auch gottlob wohl unterhalten kann. Es würde vor dem lieben Gott nicht zu verantworten gewesen sein, solch einen in der Bibel unerfahrenen Mensch eine so vornehme Pfarre, da viele vom Adel wie auch ich mit meinen Kindern oft zur Kirche gehn, anzuvertrauen. - Es sind bei der Pfarre drei feine junge Dirnen, des selig und wohl verdienten Pastorn Ern Pauli Pippovii nachgelassene Dochtern, worunter keine, so nit eines rechtschaffenen, gelehrten, tüchtig Mensch würdig, und soll sich dieser paedagogus noch viele Bedenken machen, ob er auch eine davon bei der Pfarre behalten wollte, woraus denn auch eine sonderbare Üppigkeit und Hoffahrt, wo nit indiscretion an dem Menschen zu spüren, und hätte ichs für Gott nicht zu verantworten, daß ich alle die Waisen mit ihrer alten, betagten Mutter um dieses Pädagogii willen sollte ins Elend kommen lassen." Die Rieben unterließen natürlich nicht, ihren Schützling kräftig zu verteidigen, und schließlich erhielt keiner der vorgeschlagenen Kandidaten die Pfarre.

1629-(1638.) Christian Böckler, Sohn des P. Ludwig zu Rühlow, wurde 1629 berufen. 1638 bewarb er sich um die durch den Tod seines Vaters erledigte Pfarre zu Rühlow: "Wenn nunmehr fast anderthalben Jahre dies ganze Land mit beiden Armeen gleichsam als einer reißenden Wasserflut überschwemmet und diesem Ort principaliter den rechten Grund=Ruin gebracht, auch so erbärmlich mit den Leuten, so sie ertappet, umgesprungen, daß es übermenschlich gewesen, als habe ich mich ihren grimmigen blutdurstigen Händen zu entkommen nebenst anderen mit der Flucht salvieren und zur Errettung Leibes und Lebens alle mein Zeitliches zum Raube dahin gegeben, auch mich diese Zeit her also im Elende behelfen müssen; die Dörfer zur Pfarre gehörig zu Grunde eingeäschert, die Patrone nebenst den Kirchspielkindern fast alle Todes verfahren, dahero die Dörfer verödet und verwüstet und gar keine Speranz zu schöpfen, daß dieselben Dörfer so schier wieder besetzet, wenigers kundbaren Mangels die Pfarrintraden restaurieret oder zum adminicul voriges esse hinwieder gebracht werden möchte. Daher mein dolor exilis et consequens egestas sich täglich häufet, zumal ich dessen kein Ende kann absehen." Seine Bitte wurde nicht erfüllt; was aus ihm geworden, ist nicht bekannt.

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1651-1673. Henricus Wollin aus Usedom,voc. 1651. Prot. Vis. 1664: "Galenbeck ist ganz wüste, ohne daß der Pensionär darinnen wohnt. Das Pfarrgebäude ist ao. 1659 von den Kaiserl. Soldaten bei der Polnschen March abgebrannt, und hält der Pastor sich im Filial Gehren auf, woselbst er in einem Bauerkaten liegt." Die Pfarre hatte dort zwei Bauerhöfe, blieb von jetzt ab in Gehren. Bei derselben Visitation zeigte der Pastor an, er habe 1663 in Wittenborn einen Mann wegen Bötens und Segensprechens zur Rede gestellt. Während dessen sei dessen Weib laut redend und mit Hand und Taschentuch winkend aus der Kirche gelaufen, worauf erfolgt sei, daß Pastoris Pferd, worauf er hingeritten sei, den Gottesdienst zu verrichten, schleunig umkam." - Seine Witwe heiratete den Nachfolger. Vielleicht sind der Bartholom. Christof Wollin, der 1702 in Neuensund wohnte, und der Christof Wollin, der 1721 in Gehren heiratete, Sohn und Enkel.

1674-1706. Michael Wenthin, geb. in Anklam, stud. in Wittenberg, P. zu Gehren 1674, † 1706. - Cop. I. Margarete Wollin geb. Sager, des P. Bartholom. zu Rolofshagen Tochter, begr. 1700 Aug. 16; cop. II. Regina Witman, des P. in Rühlow Tochter.

1707-1717. Johann Rauch, geb. in Gingst auf Rügen 1671 Jan. 3, besuchte die Schule zu Stralsund 1686, stud. in Rostock 1690, in Greifswald 1691, wurde durch Präp. Hartmann=Friedland als P. in Gehren eingeführt 1707 3. Ostertag, † 1717 Febr. 21. - Die Witwe heiratete der Nachfolger. Die älteste Tochter Barbara Dorothea cop. 1737 Leutnant Dan. Friedr. Reuter.

1717-1745. Georg Eggert, geb. in Lübbenau i. Um. 1692 Apr. 5, war auf Schulen in Prenzlau und Stettin, stud. in Wittenberg 1710-13, P. 1717 24. p. Tr., † 1745. Nach seinem Tode entstanden Streitigkeiten wegen der Wiederbesetzung der Pfarre, die daher bis 1748 vakant blieb, aber während dieser Zeit von dem Sohne des vorigen Johann Christof, dem späteren P. in Strelitz, kuriert wurde. - Cop. Ilsabe Elisab. Rauch geb. Thel, des Vorgängers Witwe und Tochter des P. in Dewitz, begr. 1749 Jan. 20. Seine Tochter Eva Sofia cop. 1767 Propst Nauwerk in Ratzeburg. (Vgl. Past. Ratzeb. pg. 19.)

1748-1774. Daniel Christof Labesius, geb. zu Güstow i. Um. 1718, als P. eingeführt durch P. Rudolphi=Friedland 1748 Exaudi, † 1774 Dez. 5. - Cop. 1748 Juli 19

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Emilie Sofie Fried. Natorp, † 1784 Dez. 8, 58 Jahr alt. - 9 Kinder.

1776-1809. Caspar Friedr. Gieme, geb. zu Straßburg i. U. 1743 Jan. 1, stud. in Halle 1762-64, P. 1776 Febr. 4, emer. 1809, † 1815 Sept. 24. - Cop. Ida Spiegelberg. - 6 Kinder, unter ihnen: 1. Auguste, cop. 1801 Carl Aug. Ludw. Hopf, P. zu Blumenhagen i. U.; 2. Caroline, cop. 1820 Friedr. Rosenow, Kaufm. in Neubrandenburg.

1809-1837. Johann Mart. Dan. Wohlfahrt, geb. 1773 März 31 in Leutenberg (Schwarzburg), Sohn des Senators Johann Daniel, stud. in Jena, war Hauslehrer beim Geh. Rat von Rieben=Galenbeck, P. adj. 1809 Juni 4, † 1837 März 29. Die von der Landrätin von Rieben=Galenbeck gewidmete Inschrift auf seinem Grabstein lautet:

"So manchem Armen brach er gern sein Brot,
So manchem Kranken half er in der Not,
So manchem Trauernden sprach Gottes Trost er ein,
So mög er selig jetzt bei Gott im Himmel sein!"

- Cop. 1814 Jan. 14 Friederike Schröder, Tocht. des Kammersekretärs Georg Friedrich zu Neustrelitz, geb. 1774 März 6, † 1831 Nov. 14. Das einzige Kind Hugo, geb. 1815, † 1888 als Landgerichtsrat in Neustrelitz, war Vater des dortigen Bürgermeisters Hofrat Ewald.

1838-1860. Hermann Berger, geb. 1808 Juli 4, Sohn des P. Dr. phil. Joh. Gottlieb, später Sup. in Eisleben, absolvierte das dortige Gymnasium, stud. in Halle (Tholuck) und Berlin 1829-1833, war Hauslehrer bei Frau von Ahrenstorf=Neustrelitz, P. 1838 Juli 8, † 1860 Juli 1. - Cop. 1842 Juli 8 Clara Berlin, Tocht. des Dr. med. Carl zu Friedland, geb. 1821 Jan. 12, † 1900 Febr. 6. - Kinder: 1. Clara, unverheir.; 2. Hermann, geb. 1844, Präp. in Russow bei Neubuckow; 3. Marie, cop. 1879 Amtmann Dühr in Friedland; 4. Anna, cop. 1877 Gustav Lenthe, P. in Hanstorf b. Parkentin; 5. Eduard, geb. 1852, Gutsbesitzer in Eichen b. Neustettin; 6. Alfred, P. zu Eichhorst; 7. Max, geb. 1857, Buchhändler in Graz (Steiermark).

1861-1886. Albert Freytag, geb. 1831, Mai 7, Sohn des Sup. D. theol. Freitag in Sievershausen (Hannov.), war Hauslehrer bei Frau von Heyden=Bredenfelde (Schwer.), P. 1861 Okt. 27, † 1886 Dez. 12. - Cop. 1863 Juli 23 Anna Carol. Jul. Rathmann, Tocht. des Sup. und Oberpfarrers zu Straßburg i. U. - Kinderlos.

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Seit 1888. August Jacobi, geb. 1861 April 11 in Winsen a. d. Luhe (Hannover), Sohn des Sup. Karl († 1899, eines Forstmeisters Sohn) und der Adolfine Weibezahn, Kons.=Rats=Tocht. aus Osnabrück; besuchte seit Ost. 1875 das Gymnasium zu Lüneburg, stud. in Erlangen 1882, Greifswald und Göttingen, war Hauslehrer in Münster i. Westf., Prädikant in Kotelow Ost. 1886 bis Herbst 1887, P. in Gehren 1888 Jan. 8. - Cop. 1890 Juli 23 Elise Marg. Schindler, P.tocht. aus Erlbach (Sachsen).


Gevezin.

Vor und nach der Reformation war Gevezin eigene Pfarre und mater mit mehreren und verschiedenen Filialen, so: Lapitz, Chemnitz, Wrodow, Passentin (1587), später Gaedebehn, Helle, Godebant, Schwante.

Johann Nilß.

-1555. Cristian (Carstens) Schmidt, † 1555.

Nicolaus Dambek.

1574-1584. Christian Schreiber aus Grabow, "von Conrado Becker s. s Theol. Doctore z. heil. Predigtamte ordinieret und zum Gibenzinschen Pfarrdienst angewiesen". Er sprach und schrieb noch plattdeutsch.

1584-1607. Laurentius Spiegelbergius, Potsdamiensis Marchianus. Er war in Stettin ordiniert, vorher P. in Barnbusch, wurde 1584 Aug. 13 durch Sup. Schermerus eingeführt. Er hatte einen schweren Stand seinem Patron Bast. Hinr. von Peckatel gegenüber, welcher, der Kirche verschuldet, keine Zinsen zahlte und gewalttätigen Charakters war. † 1607.

1607-(1626). Henricus Küster (Custerus) aus Neubrandenburg, wurde 1607 Dez. 20 eingeführt. Zu seiner Zeit trug der Geistliche noch das Meßgewand. Der Perlensticker Augustin Förster in Neubrandenburg berechnete ein altes auf 4 Guld. und liquidierte für Seidenborte um den Kragen 7 Schill. Interessant sind die Preise jener Zeit. 1608 kostete 1 Scheffel Achter=Korn 4 Schill., Gerste 20 Schill., Hafer 8 Schill., 1 Töppel Flachs 2 1/2 Schill., 5 Schock Stroh 2 Guld. 12 Schill. Für eine 4tägige Reise nach Güstrow liquidierte er an Zehrungskosten für sich und den Knecht incl. der Futterkosten für die Pferde 3 Guld. 18 Schill. 1617/18 mußte Gebälk und Dach der Kirche gebessert werden. 10 Stück Balkenholz aus Kargow kosteten jedes 18 Schill. und

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2 Schill. Stammgeld, 2200 Stück Mauersteine aus Dratow 1 Guld. 2 Schill., dagegen derselbe Posten aus Wittenhagen wegen der weiten Entfernung 13 Guld. 4 Schill. Ein Bote, der vergeblich in Stargard und Strelitz Mauersteine aufzusprechen versuchte, erhielt 6 Schill. für den Weg. Der Tischler erhielt einen Tagelohn von 2 1/2 Schill. - Die Kirchenlichter wurden von den Gottesleuten gegossen. Für bei der Arbeit vertrunkenes Bier erhielten sie 2 Schill. Den Gottesmägden wurden 1618 dafür, daß sie an Festtagen die Kirche fegen und nach Gelegenheit des Jahres mit Kräutern und Blumen schmücken sollten, 4 Schill. gezahlt. - Am 10. Febr. 1622 brannte die Pfarre samt dem Saatkorn ab, wodurch dem Pastor große Sorgen erwuchsen, zumal die Ernte d. J. nur 1 Viert auf 4 Stiegen ergab. Schon 1614 hatte Küster zu klagen, daß er, wiewohl er kein Versäufer, Verbringer oder dergleichen sei, sich nicht auf der Pfarre halten könne, sondern in großen Schulden und Verlegenheiten stecke, er wisse sich auch nicht herauszuwirken, wo ihm nicht sein vollkommenes Ackerwerk, nämlich 4 Pfarrhufen eingeräumt würden - eine Klage, die damals, zumal in der Ritterschaft, vielfach laut wurde.

1628-1637. Johannes Cregaeus (Krey), vergleiche Neddemin.

1654-1663. Joachimus Scharffenberg, aus Neubrandenburg gebürtig, der in Rostock, Wittenberg und Leipzig studieret, ward vom Senior Henr. Otto=Neubrandenburg im Herbste 1653 dem Herzoge für die seit etzlichen Jahren vacierende Pfarre vorgeschlagen und 1654 Okt. 10 von Obrist Hans von Engel vociert. Das Prot. Vis. 1661 gibt ein anschauliches Bild des damaligen Pfarrhofes: "Das Priester=Wohnhaus ist von 8 Sparrgebind unter altem, zerrissenen Strohdach, und ist der Giebel mit Brettern zugenagelt. Der Hintergiebel ist von unten bis oben ganz verdorben, muß neu gebauet und mit Salen, Klaueren, Ständern und Balken versehen werden. Die Sparr auf dem Haufe sein vor dem Niederfall unterstützt, item die Platten über der Kammer sein unterstützet, der Hausboden ist auf Gebind ganz offen, die anderen Bretter sein mehrenteils verstockt. In der Stuben sein 6 neue Tafeln Fenster, in der Kammer 4 Tafeln neue Fenster, in der Abseitenkammer 2 Tafeln alte Fenster. Die Scheune ist von 8 Gebinden und 2 Kuhlenden unter ziemlichem Strohdache, daran eine Abseite mit Stalle. Ein Stallichen von 6 Gebinden unter altem Dache, dafür eine Thür. Das Thor vorm Hofe mit 2 Flügeln. Um den Hof ein fertig

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Hakelzaun, so der Herr Pastor auf seine Unkosten machen lassen. Nächst beim Hofe ein Häusichen, darinnen des Herrn Pastors Knecht wohnet, von 5 Gebinden und einem Kühlende unter altem Strohdache.

1663-1704. Georgius Frank (Francke), geb. 1640 Febr. 10 als P.sohn zu Käbelich, besuchte die Schulen zu Friedland, Frankfurt a. M. und Speier, studierte zu Altorf und Rostock, wurde Kantor zu Woldegk 1661, als P. in Gevezin durch Sup. v. Preen eingeführt Invoc. 1663. Auch er hatte mit seinen Patronen manche Kämpfe, um zu verhüten, daß von den Kirchengütern nichts entwandt, und zu erreichen, daß an den Pfarrgebäuden etwas gebessert werde. Mandate vom Herzoge, Geldstrafen, selbst die Entsendung von Exekutionstruppen, nichts wollte helfen. Zu seiner Zeit 1674 wurde als Sohn des Patrons in Gevezin geboren Albrecht Joachim von Krackewitz, D. theol. und Prof. in Rostock 1713, Generalsuperintendent von Schwedisch=Pommern 1715, Herausgeber des Pommerschen Gesangbuches 1723 und Verfasser des noch heute gültigen Meckl.=Schwer. Landeskatechismus. (cf. Meusel, Kirchl. Handlexikon.) - 1704 erbat und erhielt Frank einen Substituten, lebte als emeritus noch 1706. Seine Tochter wurde Gattin seines Nachfolgers, sein Sohn David P. in Gr.=Luckow.

1704-1727. Johann Balthasar Simonis, geb. in Garwitz bei Parchim als P.sohn 1675 Okt. 16, als P. adj. 1704 Jun. 24 in Gevezin durch Sup. Kohlreiff, in Wrodow und Lapitz durch Präp. M. C. Fr. Georgi introduziert. Bei zahlreicher Familie hatte er immer mit Not und Entbehrungen zu kämpfen, zumal die Filialen, die schon 1565-1684 anderweitig versorgt gewesen waren, aufs neue die Lostrennung, und zwar durch Versagung jeglicher Bauleistung zu erreichen suchten. Von einem Jahre zum andern schrieb und klagte Simonis. 1710 berichtete er, der Regen dringe überall durch, das Holz sei durchgehends verfaulet und vermodert, man könne auch beim geringsten Winde kein Feuer anmachen. Auch jetzt erwies sich die gedrohte Ungnade des Herzogs den widerstrebenden Ständen gegenüber machtlos. - Simonis starb am 6. Dez. 1727 und versetzte dadurch, wie berichtet wird, seine 7 teilweise noch kleinen Kinder in einen recht miserablen Stand. Sein Sohn Friedrich Balthasar wurde P. in Strelitz.

Nach seinem Tode trennten sich die Filialen von Gevezin, und da so nicht genügend Mittel zur Erhaltung eines eigenen Pastors übrig blieben, erbat und erreichte der Patron E. Chph.

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von Kaiserlingk bei Herzog Adolf Friedrich III. die Vergünstigung, die Pfarre so lange vikarieren zu lassen, bis sie unter günstigeren Umständen wieder hergestellt werden könnte. Seitdem hält sich Gevezin mit Passentin zu Wulkenzin.


Godenswege.

Godenswege war bis in die Zeit des 30jährigen Krieges mater und hatte als Filialen Riepke und Cammin.

(1541.) Hinrich Kannengeter. Prot.Vis. 1541: "Ist ein alter, ziemlich gelehrter, frommer Prediger."

(1558.) Jürgen Turnagel wird 1558 Okt. 29 als P. genannt, entlief aber. Die Pfarre wurde einige Zeit von Quaden=Schönfeld aus versorgt.

(1577)-1597. Joachim Gerdener unterschreibt die Form. Conc. † 1597.

Im Jahre 1597 ist die Stelle vakant. Eifrigst bewirbt sich um die Pfarre der Mansfelder Sebastianus Livonius, Rektor zu Waren. Zu seinen Gunsten wird betont, er sei der Gatte einer treuen Dienerin des † Sup. Schermerus, die ihn neun Jahre gepflegt habe. Diese habe er dadurch belohnt, daß er sie diesem Theologen verlobt und ihm habe zusagen lassen, er solle nach seinem Tode eine Pfarre haben. Livonius schließt seine Bewerbung mit den Worten: "Ich bins mit einem täglichen Pater noster zu unserem vielfrommen Gott umb E. F. Gn. zeitliche und ewige Wohlfahrt zu verdienen in schuldiger Unterhänigkeit jederzeit erbötig." Trotzdem scheint seine Bitte ohne Erfolg gewesen zu sein. Zunächst folgte ein mehrere Jahre dauernder Prozeß über das Patronatsrecht zwischen den Besitzern des Gutes und dem Pfandinhaber des Amtes Wanzka, und das Prot. Vis. 1665 nennt Gerdener als den letzten P. zu Godenswege. 1665 war die Wedeme mit dem Dorfe, das damals erst wenige Bewohner wieder zählte, verbrannt. Die aus großen Steinen aufgeführte Kirche stand noch, aber dachlos, öde, wüste, ohne Türen und Fenster. Später fiel sie ein und wurde völlig abgetragen. Das Dorf gehört jetzt zur Kirche in Cammin, einer Filiale von Rödlin.


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Göhren.

(1541). Carsten Isermenger. Prot. Vis. 1541: "Lebet nicht im Ehestande, sondern hat eine Köksche, zeiget an, daß dieselbe ihm von den Sidowen also sei gegeben worden, daß er sie sein Lebelang nicht verlassen sollte, als er sie auch angenommen, die Blankenburger (seine Patrone) aber wollten ihm nicht gönnen, daß er sie zur Ehe nehme. Hat aber bei Handschlagung zugesaget, daß er gegen Martini heuraten wolle; wiewohl er auch nicht sonderlich gelehrt ist, will er sich doch, wie er zugesaget, von Tage zu Tage bessern."

Schon damals gehörte zu Göhren Leppin und Plath.

1564-(1605). Johannes Spiegelberg unterschrieb Form. Conc. 1604 wollten ihn die Blankenburger wegen seines Alters von 70 Jahren und seiner angeblichen Unfähigkeit zu amtieren wider seinen Willen pensionieren und hatten auch schon einen Nachfolger vociert, der aber nach dem Berichte des Sup. hoch Meißnisch redete und eine "heimliche Sprache" hatte. Um Spiegelberg die Pfarre zu erhalten, riet ihm der Super., er solle sich wieder verheiraten. Aber er ließ sich zu keiner Alten wieder bereden, denn er könne keine ohne Kinder bekommen. "Er habe seine vorige Frau ziemliches Alters vor 40 Jahren mit einem Haufen Stiefkinder befreiet, die ihm alles bei der Frauen Leben abgezogen und hernach abgeteilet, daß er schier nichts übrig behalten hätte." Auch eine Illustration zu den durch die damalige Art der Witwenversorgung geschaffenen Verhältnissen! Spiegelberg verlobte sich zunächst mit der Tochter seines Hinrichshäger Nachbars, und als sich dies zerschlug, mit der Dienerin des Sup. Diese Maßregel scheint den gewünschten Erfolg gehabt zu haben, wenigstens war er 1605 noch im Amte.

(1608)-1634. Johann Süssang. Seine Tochter Catharina heiratete der Nachfolger.

1636 war die Pfarre nach Bericht des Sup. 1 1/2 Jahre vakant.

1636-1643(64). Conrad Frank ging 1643 nach Käbelich (vgl. das.) und verwaltete Göhren von da aus mit. Es wohnten hier nur 2 Bauern nebst dem Verwalter.

1664-1705. Friedrich Neander. Geb. zu Loitz, Pom., auf Schulen in Wismar und Stralsund, auf Universitäten Wittenberg und Greifswald, wurde als Schwiegersohn seines Vorgängers Anf. 1664 P. in Göhren. 1705 ward er dimittiert, ging nach Lübeck, wo er unterrichtete und predigte, † das. 1720. Von

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seinen 5 Kindern war ein Sohn Notarius in Friedland, eine Tochter wurde 3. Frau des P. Oertling=Brunn.

1705-1736. Bernhard Michael Roggenbau, P.sohn aus Salow, geb. 1675 Juli 22, stud. zu Rostock, wurde eingeführt Sept. 1705. Von Leppin konnte er zunächst keine Vokation erhalten, obgleich man gegen Lehre und Leben nichts einzuwenden hatte. Aber er war gegen den Willen des dortigen Gutsherrn gewählt, und dieser schrieb, er habe R. nie gesehen, und einem so wildfremden Menschen könne er seine Seele nicht anvertrauen. † 1736. - Unter seinen Kindern: 1. Heinr. Julius, der Nachfolg.; 2. Jacob Johann, † 1765 Sept. 27, Rektor in Fürstenberg, cop. P. Vicks Tocht. das.

1737-1788. Heinrich Julius Roggenbau, des Vorgängers Sohn, geb. 1708, stud. in Jena, P. 1737 5. p. Tr., † 1788 Sept. 29. Seine Gattin war Tochter des Sup. Trendelenburg. Unter seinen Kindern: Otto, P. in Warlin; Joh. Theodor, geb. 1746, † 1817, Oberinspektor in Ivenack, dann Pächter zu Grammentin i. Pomm.; Ludwig, Pächter zu Scharpzow; Friedrich, Kaufmann in Berlin; Sofia, verheir. Joh. Aug. Uhlig, P. in Gr.=Poserin, und die Gattin seines Nachfolgers.

1783-1804. Johann Ludwig Denzin, ein Schlesier, geb. 1749, stud. in Halle, P. adj. 1783 20. p. Tr., † 1804 Jan. 2. In der Traueranzeige der Witwe heißt es: "Der 2. d. M. war der schrecklichste Tag meines Lebens. Denn an diesem gefiel es der Vaterhand meines Gottes, Bande ehel. Treue zu zerreißen, die seit 20 Jahren bestanden und mich und meine 7 unversorgte, zum Teil zarte Kinder in den Witwen= und Waisenstand zu versetzen. An diesem Tage starb mein lieber Mann an einer Gallenentzündung. Was mein Herz dabei empfunden, mich von dem treuesten Gefährten meines Lebens getrennt zu sehen, meine Kinder um die erkalteten Gebeine des zärtlichsten Vaters jammern zu hören, das zu fühlen überlasse ich empfindsamen Herzen. Die Hoffuung eines baldigen Wiedersehens, den sichersten Trost in dergl. Fällen, darf ich mir kaum erlauben, wenn ich bedenke, wie lange ich meinen Kindern noch Pflichten schuldig bin." Sie hatte die Freude, ihre Tochter als ihre Nachfolgerin in der Pfarre zu sehen. 3 Söhne machten die Freiheitskriege im Meckl. Husaren=Regimente mit und kehrten mit dem Eisernen Kreuz geschmückt zurück. - Söhne: 1. Carl, P. in Warlin; 2. Georg, Gutspächter zu Levensdorf, geb. 1794, † 1859; 3. Ludwig, Pächter in Quitzin; 4. Fritz, Ober=Inspektor in Ivenack.

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1805-1866. Johann Ludw. Theod. Heinrich Selmer, geb. in Rühlow 1775 Mai 25, P.sohn, besuchte die Schule zu Neubrandenburg und die Univers. Jena 1793-95. Nach bestandenem Examen wurde er Hauslehrer in Pragsdorf und in Neustrelitz, wo seine ungewohnte erzieherische Tätigkeit, die die Zöglinge turnen und schwimmen ließ, viel Aufsehen erregte, aber ihm auch das Wohlwollen des Herzogs Carl gewann, der ihn in Göhren präsentierte. Dort wurde er 1805 Mai 5 eingeführt. Im November 1806 verheiratete er sich mit der Tochter seines Vorgängers, Wilhelmine Denzin, geb. 1791 Jan. 12, † 1849 Dez. 31. Schon vor der Hochzeit plünderten Franzosen das Pfarrhaus, später mußte man vor Marodeuren fliehen und sich 3 Tage lang im Walde verbergen. 1812 wiederholte sich das Plündern und Brandschatzen, kurz es fehlte nicht an Not und Sorgen, die bei der heranwachsenden Familie dem Hause treu blieben. Trotzdem verzagte man nicht, sondern hatte in tapferer Zuversicht auch noch ein offenes Herz und Hand für fremden Kummer. - Als Kenner der ökonomischen und rechtlichen Verhältnisse des Landes war Selmer lange Zeit Großh. Kommissar bei der Separation der Pfarr= und Kirchenländereien; bei Neueinrichtung der Synoden wurde er 1839 Präpositus der Woldegker Synode. 1853 erhielt er seinen Sohn als Adjunkten, wurde 1855 bei Gelegenheit des 50jähr. Jubiläums zum Kirchenrat ernannt und entschlief am 18. Aug. 1866. Von seinen 16 Kindern sind drei jung gestorben. Unter den übrigen sind zu nennen: 1. Wilhelmine, verehel. Kantor Asmis in Woldegk, Mutter des P. Bernhard in Neuzittau (Mark); 3. Friederike, verehel. Oberlehrer Groth=Neustrelitz, Mutter des P. in Staven; 5. Luise, verehel. P. Reinhard in Schönwerder; 6. Lina, verehel. P. Schönbeck=Feldberg; 7. Henriette, verw. Bold in Halle; 8. Bernhard, † 1883 als Landgerichtsrat in Neustrelitz; sein Sohn Martin dort Geh. Regierungsrat; 9. Heinrich, sein Nachfolger; 10. Theodor, Landmann, † 1890 in Newark, U. S.; 13. Auguste, verehel. Präpos. Runge=Wesenberg; 2 Töchter leben unverehel. in Neustrelitz.

Schriften: "Reden bei der Einsegnung von Kindern auf dem Lande" 1826. - Einige Predigten.

1853-1891. Heinrich Selmer, Sohn des vorigen, geb. 1824 Mai 21, stud. in Jena und Bonn, ward seinem Vater adjungiert 1853 April 10, Präp. 1886, † 1891 Juli 27. - Cop. I. Gertrud Müller aus Bonn, † 1873, kinderlos; cop. II. deren Nichte Cathar. Schumacher; eine Tochter.

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Seit 1892. Wilhelm Hörich, geb. zu Prenzlau 1866 Okt. 30; Vater Gymnas.=Professor, absolv. das Gymnas. seiner Vaterstadt und stud. in Halle und Berlin 1886-89. Die beiden theol. Examina in Berlin bestanden. P. 1902 Nov. 6.


Golm.

Golm war vor der Reformation und noch 1534 mater ohne Filiale. Das Prot. Vis. 1534 nennt als Pastor Balthasar Gentzkow. Bald darauf muß die Pfarre eingegangen sein. Jetzt gehört Golm nach mancherlei Wandlungen zu Kublank als Filiale.


Grammertin.

(1578.) "Johannes Hollien, nicht examiniert." (Prot. Vis. 1578.)

(1581.) Paulus Crucius (Tiricius). 1580 bat der Below von Goldenbow, daß er nach Strelitz eingepfarrt werde. In Gramm, könne sich kein Pastor halten, da Örtzen und Feldberg sich die Pfarrhufe geteilt hätten. 1585 berichtete der Superint.: "Von den Predigern sind in wenig Jahr einer oder drei dagewesen und äußerster Armut halber verlaufen müssen." 1587 berichteten die Visitatoren: Die Patrone hätten dem Pastor nie gegeben, was ihm zukomme, und an den Gebäuden nichts machen lassen. "Daher kein tüchtiger Mann sich zu ihnen begeben, noch allda bei ihnen bedauren kann, sondern sie haben zu ihrem Pastor geholt, so lange wir gedenken können, der zu einem guten Küster nicht würdig und tüchtig gewesen sei." Über den jetzigen klagten die Patrone selbst, aber sie behielten ihn, weil sie ihm die ganz verfallene Wedeme nicht bauen lassen brauchten. Gemeint ist

1587. Johannes Fabricius. In seiner Verteidigungsschrift erzählt er seine Lebensgeschichte. Er ist eines Wollenwebers Sohn und von seinen Eltern bis ins 15. Jahr in die Schule geschickt; nebenher hat er zu Hause arbeiten müssen und so das Handwerk kennen gelernt. Weil seine Eltern ihn nicht auf fremde Schulen schicken konnten, haben sie, um ihm ein ehrlich Brot zu schaffen, "diese itzige meine Ehefrau, welche einer Meisterin Tochter gewesen, ehelich nach der Einsetzung Gottes zusagen und vertrauen lassen, und ihr im Stande der

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Ehe ein Jahr ehelichen beigewohnt, bis so lange das Hauskreuz als Armut und Not herangedrungen, und als ein junger damals und unmündiger Ehemann mich nicht ernähren können, ich auch wahrlich von meiner Frauen Mutter sehr übel gehalten worden, daß ich ihnen viele schaffen und erwerben sollte." So ist er denn davon gegangen auf die Schule nach Derenburg in Sachsen und dann nach Rostock auf die Schule und Universität, worüber er von Chrytraeus ein Zeugnis produziert. Seinen Unterhalt hat er durch Privatunterricht gewonnen. Darnach ist er zum Schuldienst in Strelitz befördert und endlich zur Pfarre in Gramm, von den Junkern vociert und nach bestandenem Examen durch den Strelitzer P. Cassubius auf Befehl des Sup. ordiniert und eingeführt. Darauf hat er sich dann seine vor 12 Jahren verlassene Frau auf seine Pfarre geholt. - Fabricius erreichte nicht, daß man ihn bei der Pfarre ließ. Andererseits wollte er nicht weichen, bis man ihm gegeben hätte, was man ihm noch schuldig sei. Das gab noch längere Verhandlungen.

1606-1637. Georg Cramerus. Vgl. Wanzka. Prot. Vis. 1664: "Kirche, Wedeme und Dorf ist in der Kriegszeit niedergebrannt; nur das Wohnhaus vom Rittersitz stehet noch." Die Pfarre ist nicht wieder aufgerichtet; das Dorf gehört jetzt nach Wokuhl.


Grünow.

Peter Schrieber.

1547-(1576.) Gerth von Meerwiek bat 1576, da er 29 Jahr im dortigen Amte und alt und verschuldet war, um Erlaß der Pacht und Dienste und um eine jährliche Zulage.

(1579)-1621. Michael Martini (Martens) unterschrieb Form. Conc., † 1621 im März. Sein Schwiegervater, P. Schreiber=Helpt erbat für seine Tochter das Gnadenjahr und Belassung bei der Pfarre, sowie Erlaß eines Teils der 1 1/2 Hundert Gulden, die Martini in den 40 Jahren seines Pastorats der Kirche schuldig geworden sei.

1621-(1632.) Jacob Ratichius, Sohn des P. zu Weitin, - erhielt 1621 die Pfarre. 1632 bat er, sein Verhältnis zu den Pfarrbauern neu zu ordnen, da die bisherige Leistung von Diensten viel Unzuträglichkeiten im Gefolge gehabt habe. Er machte den Vorschlag, der Bauer solle das Pfarrland um die Hälfte des Ertrages bebauen.

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-1662. Marcus Nicol. Clossius wurde 1662 wegen unordentlicher Amtsführung ans dem Dienste entlassen.

1662-1679. Marcus Haberland aus Pommern, der früher preußischer Feldprediger gewesen, erhielt 1662 die Pfarre. 1671 berichtete er, daß das Fischereirecht der Pfarre im Grünowschen See dadurch sehr geschädigt sei, daß der Teichmeister den See abgelassen habe, "dadurch etliche 1000 Fuder Fische ersticket und durchgegangen". Als Ersatz schlug er den "Schleingarten" vor. - Seine Tochter heiratete P. Pippow. (Vgl. unten.)

1680-1713. Christof Johannis war 1704 so kraftlos, daß er einen Adjunkten erbat. Er stiftete 1712 das legatum Johanneum zu Stargard mit 125 Tlr. Gold für arme Schulkinder. - Cop. Margareta Sofia Drülen.

1704-1726. Desiderius Pippow, geb. in Woldegk 1663 Mai 9., P.sohn, stud. in Jena, wurde Kantor in Stargard 1690, P. subst. in Grünow 1704 März 2, P. das. 1714. Zur Besserung seiner Verhältnisse wurde ihm 1714 gestattet, den von ihm mit Mühe ausgerodeten und bestellten Kirchenacker ad dies vitae für sich zu benutzen. 1717 zeigte er an, daß die Gemeinde nach dem Gottesdienste auf dem Kirchhofe bleibe, sich zu besprechen, dabei oft an einander gerate, so daß der Teufel das Wort wegnehme, auch ihn bei Taufen und Verlöbnissen nach dem Gottesdienste störe; ja die Krügerfrau habe sogar einen Kontrakt vor der Kirchtür verlesen lassen. 1721 bat er um Erbauung eines Schornsteins, da er durch den Rauch an Büchern, Kleidern, Leinen, Betten und nebst den Seinigen an den Augen großen Schaden erlitten habe. † 1726 Juni 6. - Seine Gattin Anna Haberland, † 1726 April 11, war Tochter seines zweiten Vorgängers. 2 Söhne und 3 Töchter teilten das Erbe, unter ihnen Marg. Elis., an Matth. Tangatz verheiratet, Sofia Katharina, cop. 1727 Nicol. Strasen, Rektor in Stargard, und die Gattin des Nachfolgers. Dem Sohne Christof Ulrich wurde bei der Erbteilung das bereits Erhaltene, nämlich eine halbe Hochzeit, Aussteuer, ein Ehrenkleid, 2 Kühe, 2 Schafe und 2 Schweine mit zusammen 180 Thalern angerechnet.

1726-1771. Samuel Bohl, geb. in Neubrandenburg 1693 März 23. (sein Bruder war dort Schustermeister), stud. in Greifswald. Nach seiner Studienzeit wurde er in Canow von preußischen Werbern überfallen und gebunden nach Ruppin geschleppt, um zum Soldatendienste gezwungen zu werden. Durch Vermittelung des Herzogs wurde er befreit. P. in Grünow 1726 Oktober 13. 1740 erbat das Gericht in Fürstenberg seine

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Zitierung zur Assistenz des dortigen Pastors bei der Hinrichtung eines Inquisiten, "von dem der P. Vick durch Gottes Gnade hoffet, ihn gegen den 11. Nov. so weit gebracht zu haben, daß er mit willigem, freudigen Herzen seine Todesstrafe antrete". Bohl wurde verlangt, "da ihm Gott ein Talent verliehen, vermöge dessen bekannt, daß er mit standhafter Freudigkeit dgl. Missetätern das Herz zu erweichen, einen Mut einzureden und ihnen den harten Todesgang leicht beizubringen die Gabe besitze".

Weil er vielfach bei Hinrichtungen hinzugezogen wurde, wurde er "der Galgenpreister" genannt. - 1750 klagte er wegen verringerter Pfarreinkünfte: "Ich bin zwar willens gewesen, um dem schändlichen Namen des Geizes zu entgehen, alles zu verscherzen: Allein, wenn ich bedenke, daß durch die Entziehung der zeitlichen Notdurft ich könnte in große Versuchung gesetzet werden, und überdem der große Theologus D. Baumgarten in seiner Kasuistischen Moral Theologiae 2. Sammlung pag. 393 et 397 mir einen Gewissensskrupel erreget, wenn ich durch Stillschweigen mir selbst in Versuchung setzte oder meine Nachfolger beleidigte, auch dadurch Gelegenheit zu einer Verleitung oder Bestärkung meiner Zuhörer zu einer strafbaren Pflichtvergessenheit brächte, so bin ich etc. ." - er bat um Hürdenlegung des Pfarrackers und das Recht der Mastbejagung. † 1771 April 16. - Cop. 1727 Jan. 31. Hanna Dorothea Pippow, des Vorg. Tochter, geb. 1711, † 1781 April 10. Von 14 Kindern überlebten ihn 9. 1. Catharine Wilhelm., cop. Chirurgus Carl Wulff=Wesenberg. 2. Heinrich Christof, cand. theol. 3. Sofia Luise, cop. P. Grieben das. (vgl. unten). 5. Juliana Elisabeth, cop. P. Leomann=Triepkendorf. 6. Anna Helena, geb. 1741, † 1811, cop. 1778 Daniel Koch, Kaufm. und Mühlenschreiber in Stargard. 7. Caroline Albert, geb. 1745, † 1794 als Wirtschaftsmamsell in Markau. 8. Carl Ernst, geb. 1746, † 1789, Wirtschaftsführer in Cressin b. Gr.=Poserin. 9. Johanna Dor., geb. 1748, † 1820, cop. 1776 Fechtmeister Carl Friedr. Wahler. - Als Kuriosum mag die Klage einer Frau Prof. Kruse in Jena aus dem Jahre 1752 Erwähnung finden, daß ihr der cand. Heinr. Christof die Jahresmiete für Stubenlogis mit 14 Tal. und 4 Tal. für Bier schuldig geblieben sei.

1772-1781. Michael Diedrich Grieben, geb. zu Kl.=Mutz 1728 Aug. 2, Sohn des P. Johann Christian das. und der Cath. Sof., geb. Schütze, Bruder der Frau P. Vick in Fürstenberg. Er hielt sich 1751 als Hauslehrer in Goldenbaum auf, wurde 1766 Rektor und Kantor in Mirow, P. in Grünow

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Johannnis 1772, † 1781 Januar 22. - Cop. 1760 Luise Sofie Carol. Bohl, P.tochter das., geb. 1732 Aug. 22, † 1795. 5 Kinder, unter ihnen: Dorothee, geb. 1771, † 1867, cop. I. Abraham Knauff, cop. II. Rendant Betzin in Rheinsberg. 2. Friedr. Gottl. Theod., geb. 1773, † 1856, Amtmann zu Kerkow b. Angermünde. Dessen Geschlecht blüht noch in verschiedenen Zweigen, ein Sohn ist Inhaber der Verlagsbuchhandlung Wiegand & Grieben in Berlin. Vgl. Geneal. Handbuch bürgerl. Famil. IX, pag. 145 ff.

1782-1788. Christian Friedrich Köhler, vielleicht ein Sohn des P. in Neverin, war Rektor in Friedland, als er Ostern 1782 P. in Grünow wurde. † 1788 Nov. 12. Seine Gattin Christina Veronica war Tochter des Senators Fischer in Woldegk. Kinder: 1. Adolf Wilhelm, Chirurgus in Gartow. 2. Johann, Kaufm. zu Altona. 3. Carl, 1804 Buchdruckergehülfe in Berlin. 4. Doroth. Fried. Sofia, cop. 1804 Joh. Bartels, Pächter des Vorwerks bei Soldin. 5. die Gattin des Nachfolgers.

1790-1836. Friedrich Phil. Beatus Raspe aus Schwerin, Bruder des dortigen P. und des P. in Sülze, wurde P. in Grünow 1790 Jan. 10, † 1836. - Cop. I. Caroline Marie Veronica Köhler, des Vorg. Tocht., † 1808 Oktober 19, 36 Jahre alt; cop. II. 1810 Febr. 24 Margarete Doroth. Frieder. Wentzel, P.tochter aus Wokuhl, geb. 1783 März 6. - 14 Kinder, unter ihnen: (I.) 1. Friederike, geb. 1792, cop. 1819 Christian Schreck, Konrektor zu Lüttichau, später P. in der Lausitz; 2. Carl, geb. 1796, Pächter von Alt=Rhese, später von Grauenhagen, Vater des Pächters Friedrich das., des Senators Wilhelm in Friedland und des Advokaten Rat Albert in Neubrandenburg, Großvater des Rektors Karl in Woldegk und des Landsyndikus Max in Neubrand.; 3. Lisette, geb. 1798, cop. 1818 Georg Ludw. Christlieb, P. zu Alt=Rhese; 4. Fritz, geb. 1801, Goldschmied in Berlin; 5. Joh. Carl Wilh., geb. 1804, Königl. Preuß. Kondukteur in Drebkau; (II.) 6. Ferdinand, geb. 1810, Kaufm. in Berlin; 7. Franz, geb. 1814, † 1833, stud. theol. in Jena; 8. Ludwig, geb. 1818, Kaufmann; 9. Minna, geb. 1824, cop. Besitzer Gerlich in Warlubien (Westpreuß.).

1837-1868. Joh. Heinr. Adolf Goetze, geb. zu Neustrelitz 1792 März 16; Sohn des Kanzleisekretärs Hofrats Adolf Friedrich († 1830) u. dess. Ehefr. Johanna, geb. Thiele († 1832), Bruder des Obermedizinalrats Ludwig in Neustrelitz, des Kanzlei=Registrators Wilhelm das., des Sup. Theodor in Wismar und

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des Kaufm. Franz in Boizenburg. Nach Absolvierung des Gymnas. Carol. stud. er in Jena, trat 1813 ins Lützowsche Korps ein, wurde von den Franzosen gefangen und in der kleinen Pyrenäenfestung St. Esprit interniert. Bei seiner Entlassung sah er sich von allen Mitteln entblößt und gelangte als Kutscher eines österreichischen Offiziers nach Wien, von wo aus er seine Eltern benachrichtigen konnte. Er studierte dann weiter in Göttingen, wurde Rektor in Wesenberg 1820 Jan. 17, P. zu Grünow 1837 April 16. Ostern 1868 auf seinen Antrag pensioniert, zog er nach Stargard, dort † 1868 Dez. 26. - Cop. Carol. Henriette Sof. Nahmmacher, Tocht. des P. in Wesenberg, geb. 1797 Sept. 26, † 1868 Nov. 21. 9 Kinder, unter ihnen: 1. Auguste, † 1900, cop. Amtsrat Wendland=Ollendorf. 2. Adelheid, † 1900, cop. I. Apotheker Rudeloff, cop. II. Apotheker Heyden zu Stargard. 3. Marie, † 1884, cop. Kaufm. Grammelsdorf=Perleberg. 4. Hermann, erster Staatsanwalt in Neustrelitz. 5. Otto, Gymnasial=Oberlehrer in Rostock.

1868-1879. Carl Wendt. Vgl. Neubrandenburg.

Seit 1879. Wilhelm Warncke, geb. in Babke 1839 Mai 1, Sohn des Küsters Johann Friedrich das. Mich. 1851 trat er in die Mirower Ortsschule ein, die er mit Unterbrechung eines halben Jahres bis Ostern 1854 besuchte, wo er in das dortige Schullehrerseminar aufgenommen wurde. Nach vollendetem 3jährigen Kursus nahm er Mich. 1857 eine Hauslehrerstelle in Gr.=Dratow an, die er nach einem Jahre mit einer andern in Gr.=Zerlang bei Rheinsberg vertauschte. Von hier ging er 2 Jahre darauf nach Schönberg zur interimistischen Verwaltung des dortigen Kantorats. Nach kurzer Zeit erbat er seine Entlassung, um sich auf das Studium der Theologie vorzubereiten, ging nach Lübeck und wurde, nachdem er ein Jahr hindurch Lehrer und Schüler zugleich gewesen, Ostern 1862 in die Prima aufgenommen. Nach 2 Jahren mit dem Zeugnis der Reife entlassen, studierte er 5 Semester in Erlangen, 2 in Tübingen Theologie, wurde nach bestandenem Examen Hauslehrer, Ostern 1868 Gymnasiallehrer in Neustrelitz, P. in Grünow 1879 Juli 15. Vielfache kolonialfreundliche Tätigkeit. Cop. 1868 Sept. 11 Mathilde Waack, Hauptlehrertochter aus Lübeck, Schwester der Fr. P. Rüdiger=Hinrichshagen. Eine Tochter ist an den in Kolonialkreisen bekannten Dr. Theodor Förster=Gr.=Lichterfelde verheiratet, ein Sohn wurde ein Opfer des jetzigen Aufstandes in Süd=West=Afrika, ein anderer ist Assistenzarzt in Berlin.


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Helpt.

1541 wurde Helpt durch den Woldegker P. Jodoc. Severin versorgt. (Vgl. Woldegk.)

(1579.) Adamus Mummius (Mumme) unterschrieb Form. Conc.

(1609-1623.) Johann Schreiber, hatte zu klagen wegen schlechter Wohnung und vorenthaltener Einkünfte; seine Tochter war verheiratet an P. Martini=Grünow.

-1638. Desiderius Pippow ward 1639 nach Woldegk vociert.

Prot. Vis. 1665: "Ein Michael Müller, Diaconus zu Woldegk, thut ad interim das Amt allhie verwalten, dieweil der vorige Pastor von hier weg und nacher Woldegk vocieret worden." Müller beklagte sich, es sei ihm zu viel, zumal er auch Pasenow ganz zu versorgen habe und sein Kollege Pippow ein alter, abgelebter Mann sei. Der Patron ward beauftragt, einen neuen Pastor zu vocieren.

(1679.) Martin Lemmann klagte wegen vorenthaltener Besoldung aus Kreckow.

1692-(1714.) Joh. Christoph Werner, Rektor zu Strasburg i. U., wurde 1692 19. p. Tr. als P. eingeführt. Sein Name auf einer Glocke in Helpt mit der Jahreszahl 1714. † in Woldegk 27. Mai 1723. Seine Witwe Catharina, geb. Ilenfeld, † ebendas. 1724 Febr. 22.

(1717)-1746. Joach. Christian Seger, geb. in Rühlow 1695 Mai 21, P.sohn, heiratete 1717 Oktober 1 als P. in Helpt Catharina Elisabeth Heroldin, einzige Tochter des P. in Badresch. Beim Brande der Pfarre 1736 gingen die Kirchenbücher verloren. † 1746. - Seine älteste Tochter Maria Auguste heiratete 1750 Juli 3 Ludw. Heinr. Steinorth, Konditor und Kellermeister in Ivenack; eine 2. Tochter Sofia Christiana 1773 den P. Brückner in Kublank.

1747-1761. Johann Friedrich Schulz (Schultz, Schultze), vgl. Woldegk.

1761-1770. Johann Friedrich Zander. Vgl. Neustrelitz.

1770-1773. Christian August Krebs, geb. zu "Löbegin" (Löbekühn?) im Magdeb. 1740, stud. Halle 1759-61, P. 1770, † 1773 Mai 6. Seine Witwe Ursula Florentine Frieder., geb. Evert, Tochter des Pächters Christoph zu Gr.=Helle, ward 1774 Aug. 19 Gattin des Nachfolgers.

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1774-1786. Joh. Heinr. Wilh. Colberg, geb. zu Warbende 1749, P.sohn, stud. Halle 1767-70, Hofmeister bei H. von Rhaden=Helpt, P. das. 1774 7. p. Tr., † 1786 Jan. 29.

1787-1820. Joh. Gotthard Weichel, geb. zu Gollnow 1751 Mai 5, Schule zu Usedom, stud. Halle 1770-73, Kantor, dann Rektor in Woldegk 1773-87, P. Helpt 1787 Dez. 9, † am Gesichtskrebs 1820 Juni 27. Cop. m. Dorothea Elisabeth Schultzen, Tochter des P. Joh. Friedr. in Woldegk.

1821-1851. Joh. Carl Friedr. Hartwig, Bürgermeistersohn aus Usedom, geb. 1778 Dez. 15, stud. Halle 1798 bis 1800, Kantor in Woldegk 1810, Rektor das. 1819, P. zu Helpt 1821 Okt. 21, legte sein Amt nieder Mich. 1851, † in Woldegk Nov. 1852. - Cop. 1822 Febr. 26 Henriette Cath. Wilh. Joh., geb. Masch, T. des Hofrats, Enkelin des Sup., geb. in Mirow 1786, † in Strelitz 1852 Aug. 17. S. Sohn August, geb. 1823, war Hofgartenkondukteur in Weimar, Vater des Gartenbaudirektors in Lübeck.

1852-1861. Bernhard Ernst Christ. Funk. Vgl. Gr.=Daberkow.

1861-1881. Gustav Friedr. Carl Lenz, geb. zu Neubrandenburg 1830 Juli 26, Gymnas. das., stud. Erlangen (Hofmann) und Rostock (Baumgarten) 1850-54, 7 Jahre Hauslehrer in der Familie von Walsleben auf Neuendorf bei Rostock; P. 1861 April 14; wegen Kränklichkeit pensioniert Mich. 1881. - Cop. 1865 Aug. 2 Anna Mar. Elis. Dreyer, Rentiertochter aus Neubrandenburg. 4 Kinder.

1881-1887. Heinr. Friedr. Aug. Gerber. Vgl. Gr.=Daberkow.

Seit 1887. Johannes Heinr. Dohrn, geb. zu Dannenfleth, Kr. Steinburg i. Holstein 1858 Jan. 19 als Sohn des Hofbesitzers, spät. Rentiers Marx, Gymnasium zu Glückstadt und Altona, stud. Tübingen, Berlin und Kiel Ost. 1880-86, Prädikant in Dambeck bei Bobitz, ord. und introd. in Helpt 1887 Nov. 13; cop. 1887 Nov. 30 m. Pauline Weinrich, Tochter des Kaufm. Fritz in Stargard, Enkelin des P. in Ballwitz. - 1 Sohn.


Hinrichshagen.

(1541. 1558.) Hinrich Wasmund (Wasmuth). Prot. Vis. 1541: "Lebet im Ehestande eines ehrlichen Lebens, auch ziemlich wohl gelehret."

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(1579)-1616. Stefanus Silberberg unterschrieb Form. Conc., war 1604 schon ein alter Mann, † 1616.

1617-1625. Adam Boetenius, berufen 1616, Oktober eingeführt 1617.

1625-1671. Elias Senstius, Sohn des P. Andreas zu Bredenfelde, geb. 1592. 1646 hatte der Pastor mancherlei zu klagen: "Die Glocken sind gelöset, es kann keine geläutet werden, dahero der Prediger die par Leute persönlich muß rufen, wenn sie zur Predigt kommen sollen in Mangel des Küsters. - In der Kirche sind Fenster und Türen rein aus, der Wind treibet den Schnee überall. - Des Pfarrhauses Förste ist weit offen, das Fundament ist verweichelt. An der Scheunen für das Korn inskünftige und an Ställen für des Pastoren Viehe ist ein sehr großer Mangel.- Kein Vorsteher ist mehr vorhanden, die Bauern zu mahnen, die Kirche muß tacendo ihr jus verlieren, denn von dem Pastor will keiner sich mahnen lassen." Er verlangte Abhülfe, sonst könne kein Gottesdienst gehalten werden und kein Prediger je dort leben. Die Visit. 1665 hat befunden, "daß der Pastor aetatis 73 annorum ac ferme emeritus dieser seiner Kirchen mit aller Treue fürgestanden, maßen dann dessen Zuhörer samt und sonders demselben ein löbliches Gezeugnis öffentlich gegeben, der Herr Pastor aber geklaget, daß, obgleich wenig Zuhörer in diesen beiden Dörfern vorhanden, gar sparsam zur Kirchen kommen." Auch arbeiten sie nach der Kirche und die Jugend flucht, wogegen die Gemeinde sich verteidigt und das nicht glauben will. - Er heiratete 1625 Christina Böten, die Tochter seines Vorgängers. Mit ihr schenkte er der Kirche 1645 zwei zinnerne Leuchter. Sein Sohn Christian war P. in Warbende. - Die Zeitangaben über ihn bei Schröder: Ev. Meckl. I pag. 421, II 472 und Cleemann: Syll. Parch. pag. 101 sind unrichtig.

1671-1699. Henricus Fürstenau, 1671 Nov. 1. durch Sup. Clingius als Substitut des Vorgängers ordiniert. 1678 fiel eine große Ecke vom Kirchturm herunter, so daß beide Glocken zersprangen; 1681 wurde der Turm wieder aufgebaut. † 1699. Cop. I. mit einer Tochter des P. Senstius in Warbende, Enkelin seines Vorgängers; cop. II. Sofia Elisabeth Hübnerin, Tochter des Pr. in Stargard; mit ihr gemeinsam schenkte er 1678 einen zinnernen Leuchter an die Kirche; cop. III Maria Pistorius, sie heiratete als Witwe den Bürger Hall in Woldegk und klagte 1720 wegen rest. Forderungen ihres verst. Mannes an die Kirchenkasse in Hinrichshagen.

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1699-1701. David Lange. Vgl. Stargard.

1701-1716. Andreas Pallicke, Bürgermeistersohn aus Neubrandenburg, geb. 1676 Sept. 22, P. 1701, † 1716 April 3. Für seine Witwe Elisabeth Nahmmacher, Tochter des Pr. in Stargard, die noch nicht 35 Jahre alt mit 2 Söhnen zurückblieb, suchten die beiderseitigen Verwandten vergebens die Pfarre zu erhalten. Sie verheiratete sich 1718 Juli 26 wiederum mit Friedrich Barth, Amtmann in Fürstenberg.

1717-1726. Joh. Jak. Heldt. Sein gleichnamiger Vater Hans Jakob Heldt war hochfürstl. Stall=Inspektor. Er war Informator der Prinzessin in Strelitz 1715 und wurde 1717 Mai 23 eingeführt, † zu Gnewitz 1726 Dez. 27. Sein Tod entriß ihn einer über ihn verhängten Disziplinaruntersuchung, der Konkurs über seinen Nachlaß war 1742 noch nicht beendet. Er war zweimal verheiratet, seine erste Gattin hieß A. S. Statius. Mehrere Kinder.

Unter seinem Namen ist gedruckt: Bericht von denen Pprophezeiungen Paracelsi Nostradami etc." 1711.

1728-1729. Joachim Röhl. P. 1728, † Ende des folgenden Jahres oder Anf. 1730. Er war unverheir. Sein Bruder Martin, Pension. zu Godenswege, war Vater des P. zu Ballwitz.

1730-1731. Adolf Friedrich Palitzsch. Vgl. Strelitz.

1731-1775. Friedrich Kegebein, geb. in Neubrandenburg 1684 Febr. 3, Bruder des P. in Bredenfelde, stud. Rostock 1705, voc. 1731 Aug. 12, † 1775 Febr. 19. Cop. Regina Dorothea Grantzow, † 1792 Okt. 14, 81 Jahre alt, Tochter des P. Jacob zu Käbelich. Kinder: 1. der Nachfolger; 2. Henning Wilhelm, † 1812, Amtmann und Pächter von Sabel; 3 (?). G. F., Advokat und Hofpoet in Neustrelitz (edid: "Fabeln, Erzählungen u. geistl. Lieder, 1792").

1772-1801. Jacob Johann Kegebein. Sohn des vorigen, geb. das. 1737 Jan. 22, stud. Rostock, dem Vater adjung. 1772 Fest. Trinit., † 1801 März 12. Witwe: Wilhelm. Sofie, geb. Seemann.

1802-1812. Herm. Christof Christian Hilgendorf, geb. zu Spotendorf i. Thüringen 1766, stud. Jena 1785-87, Subrektor zu Neubrandenburg 1793, P. 1802 Mai 16. - Am 1. Nov. 1806 und den folgenden Tagen wurde das Pfarrhaus von den Franzosen geplündert, dabei die Kirchenrechnungen und sonstigen Papiere verbrannt. - Um ein ihm in Neubrandenburg gehöriges Haus von harter, seiner Meinung nach ungerechter französischer Einquartierung zu befreien, übergab er, seine Landes=

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herrschaft übergehend, dem in der Stadt anwenden französischen General eine Schrift, welche seine Abfetzung am 1. April 1812 veranlaßte. Die Untersuchung hatte die Landesregierung geführt und das Urteil dem Konsistorium nur mitgeteilt. Hilgendorf erhielt aus milder Rücksicht ein Gnadengehalt von 200 Tlrn. aus der Pfarre, bis er 1820 Nov. 22 in Stargard starb. Verheiratet, Kinder.

1812-1833. Chr. Otto Brunnow, geb. Trantow i. Pommern 1763, stud. Greifswald 1782-84, P. zu Kratzeburg 1808 April 10, hier introd. durch P. Voß=Teschendorf 1812 Okt. 18, † 1833 Nov. 5. - Cop. Dorothee Johanne Tillemann, Schwester des späteren P. in Neubrandenburg. Kinder: 1. Caroline, cop. 1847 Lorenz Brunnemann, Kaufm. in Rostock; 2. Dorothea, cop. 1840 Johann Knebuß, Lehrer an der Bügerschule zu Neustrelitz.

1834-1870. Philipp Wilhelm Prozell, geb. Detzel bei Magdeburg 1792 April 10, Bruder des P. in Brunn, wurde ausgebildet auf der Klosterschule zu Bergen und der Domschule zu Magdeburg, stud. Berlin 1811-13, Lehrer an der Stadtschule zu Neustrelitz 1818, Kantor 1821, 1. Lehrer an der neuen Realschule das. 1825, P. 1834 Dez. 28 durch Konsistorialrat Visbeck eingeführt. "Seit 1848 beobachtete er mit genau regulierten Instrumenten und in Übereinstimmung mit den von A. v. Humboldt angeregten und von Dowe begründeten meteorologischen Stationen und legte so als erster in Mecklenburg die Grundlage für wissenschaftliche Meteorologie." (Vgl. Boll, Gesch. Meckl. II, 733.) Nachdem er Präp. der Woldegker Synode geworden und bei seinem 50jähr. Jubiläum 1868 zum Kirchenrate ernannt war, ließ er sich 1876 pensionieren und ging nach Friedland, wo er 1888 Jan. 19 gestorben ist. - Cop. I. 1821 Okt. 9 Ottilie Oertling, Tochter des Amtmanns Felix in Kurland, † 1833, April 7; cop. II. 1834 April 25 Auguste Kerkow, geb. 1807 Aug. 11, † 1878 April 25, Tochter des Amtsverw. Joh. Gottfr. Christian in Friedland. Kinder (I.): 1. Auguste, Diakonisse, geb. 1822, † 1892; 2. Johanne, cop. 1856 Wilhelm Peeck, Inspektor in Leppin († 1893); ihr Sohn Max ist Großherz. Amtmann im Amt Neubukow; 3. Charlotte, cop. 1852 Victor von Bergmann († 1879), Hofrat in Riga; 4. Wilhelmine, geb. 1827, † 1893, cop. Julius Oertling, Landmann inRußland; 5. Henriette, Konventualin des Klosters zum Heil. Kreuz in Rostock; (II.) 6. Marie, † 1872, cop. 1861 Apotheker Olivier Osterheld; 7. Wilhelm, geb. 1839, † 1847.

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1876-1895. Johanna Aug. Rüdiger, geb. zu Wittenberg 1836 Juli 2 als Sohn des späteren Konsistorialrats und P. zu Selmsdorf Karl August (vgl. Past. Ratz. pag. 73), studierte, nachdem er in Wittenberg sein Abiturientenexamen gemacht in Erlangen und Berlin. Joh. 1863 wurde er Lehrer a. d. höh. Mädch.=Schule in Neustrelitz, 1865 Juli 9 als P. das. durch Sup. Ohl und 1876 16. p. Tr. als P. in Hinrichshagen eingeführt. † 1895 Sept. 16. - Seine Frau Minna, geb. Waack, Tochter des Hauptlehrers Heinr. Friedr. Asm. in Lübeck (cop. 1863 Sept. 25), ist als fruchtbare christl. Schriftstellerin bekannt. Seine Kinder: 1. Gerhard, Arzt; 2. Hans, cand. theol., d. Zt. Prädikant in Wesenberg; 3. Magdalene, cop. P. Christ. Reimpel=Lübeck; 4. Elisabeth, Krankenpflegerin; 5. Anna, cop. Wilh. Schultze, Kronshof b. Bantin.

Seit 1896. Gerhard Nikod. Meyer, geb. in Fürstenberg 1859 Okt. 5, Sohn des dortigen P. Hermann, später in Schönbeck, besuchte das Gymnas. Friedland 1871-78, stud. Leipzig, Berlin und Rostock, wurde Hauslehrer, Lehrer am Gymnas. Carol. in Neustrelitz Mich. 1885, P. in Hinrichshagen 1896 Okt. 11.


Holzendorf.

(1579. 1588.) Isaac Grawert hat Form. Conc. unterschrieben.

1599-(1613). M. Joachimus Krupesacius. 1605 wollten ihn die Visitatoren absetzen, er vernachlässige sein Amt, sei unehrerbietig, habe den Küster mit der Karbatsche gepeitscht usw. Doch war er noch 1613 im Amt. Wegen vorenthaltenen Pfarrlandes in Miltzow hatte er viel Streit.

-1637. Georg Techatius, Sohn des P. in Neetzka. Nach dem Prot. Vis. 1644 ist er 1638 gestorben, seine Witwe blieb am Orte. Dagegen berichtet Conrad (vgl. Neckel a. a. O.), er sei am 15. Sept. 1637 in Friedland gestorben. Er wird vor den Gallasschen Horden nach Friedland geflüchtet sein, und die Witwe ist später in ihre Heimat zurückgekehrt.

Die Pfarre war noch 1649 vakant. "Es haben sich wohl verschiedentlich etliche Persöner angegeben für die Pfarre, aber wenn sie den Zustand der Pfarre gesehen, sind sie von ihrem proposito wieder abgekommen, teils ob devastationem des Pfarrhauses neben den zugehörigen Zimmern, teils ob andi-

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torum raritatem. Im ganzen Dorfe wohnen nur zwei." So berichtete P. Vatkius=Schönbeck und bat, Golm zu seiner Pfarre zu legen. Doch in demselben Jahre fand sich noch wieder ein Mann für die Pfarre:

1649-1659. Ludovicus Steinwerker. Vgl. Badresch. Prot. Vis. 1664: "Die Pfarre ist anno 1659 bei dem Kaiserl. Marsch aus Polen, da die Soldaten einen Bauerhof angesteckt, samt der Scheunen und ganzem Hofe mit eingeäschert, also daß itzo weder Stock noch Stiel davon stehet, die Mittel auch nicht vorhanden, daß eine neue auch wieder aufgebaut werden könne und zwar in so geschwinder Frist, dahero der Herr Pastor mit Belieben des Herrn Sup. nach Baderesche, so Feld an Feld gelegen, sich begeben." Steinwerker erhielt 1661 die erledigte Pfarre in Badresch und kurierte Holzendorf von dort. - Seitdem ist Holzendorf ohne Pfarre geblieben, nur 1704-13 durch den Rektor Herold in Friedland selbständig versorgt (vgl. Badresch). Jetzt gehört es nach Helpt.


Jatzke.

Der bei Schröder: Evang. Meckl. II pag. 209 für 1558 Nov. 11 als P. in Jatzke genannte Paul Timmermann ist vielleicht identisch mit dem Schwichtenberger P. des Namens. (Vgl. das.); cf. Schröder a. a. O. III pag. 332, 482.

(1560.) Ambrosius Martini.

(1584. 1600.) Heuricus Celius (Coelius), vielleicht ein Sohn des M. Franciscus in Stargard, war 1600 mit den Gebrüdern von Lübbersdorf in Streit.

(1614.) Martinus Fabricius, wurde 1614 wegen Schulden verklagt.

(1623. 1646.) Jacobus Klockovius, Friedlandensis war über 30 Jahre hier P., kurierte in der Kriegszeit auch Eichhorst und Lübbersdorf, zog nach Genzkow, als die Pfarre abbrannte. † nach 1646.

(1654. 1666.) Joachim Willichius (Wipbuhen), geb. zu Friedland, stud. zu Rostock, wo er einen seiner Kommilitonen im Duell erstach, war 14 Jahre hier P., starb 48 Jahre alt. Prot.Vis. 1665: "Die Kirche ist in dem Kriegswesen eingefallen. Das Pfarrhaus ist ao. 1634 vom sel. Ern Jacobo Klokowen gebaut, worüber 1637 das Kriegswesen eingefallen, daß es nicht vollent aufgebaut ist."

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1673-1689. Daniel Teschendorf, geb. in Friedland, stud. Jena, Baccalaureus in seiner Vaterstadt 1671-73, P. 1673. Die Pfarre brannte abermals ab. - 1689 Juli 4 wurde seine nachgeborene Tochter Emerentia getauft.

1690-1736. Joachim Cloeneus, geb. 1658 zu Wobbermin bei Pyritz i. Pommern, seine Mutter war eine geb. von Dewitz aus dem Hause Golm. Er besuchte die Schulen zu Pyritz, Königsberg, Stargard und Stettin, studierte und disputierte zu Greifswald. Hierher vociert 1690 Mai 28, ordin. durch Sup. Clinge, † 1736 Juni 2; cop. 1690 Nov. 27 Rahel Wilken, begr. 1714 Juli 23. 10 Kinder, darunter die Frau seines Nachfolgers.

1723-1756. Joh. Imman. Meincke, geb. zu Rambow bei Stavenhagen 1690 Nov. 22, angeblich stammend aus der Familie von M. auf Moorhof im Braunschweigischen, Schulen zu Malchin, Wismar und Lübeck, stud. zu Rostock 1712 und Kiel 1714, ward als Adjunkt seines Vorgängers 1723 Jan. 16 durch Pr. Lange=Stargard ordiniert. - 1724 brannte das Pfarrhaus ab. † Weihnacht 1756. Cop. I. 1723 Juli 9 Rahel Benigna Cloenen, seines Vorgängers Tochter, geb. 1693 Jan. 11, † 1735 Aug. 19. 6 Kinder; cop. II. 1736 Jan. 17 Cathar. Elisab. Keibel, Kantorwitwe aus Strasburg, † zu Rostock 1793 Febr. 8. 4 Kinder.

1757. Martin Jacobi, geb. zu Woldegk, ward P. 1757, starb nach 9 Tagen.

1758-1797. Johann Friedr. Spiegelberg, geb. zu Schwichtenberg 1726 Juni 13, P.sohn, Schule zu Friedland, Univ. Rostock 1746-49, introd. 1758 Invocav. † 1797 Okt. 23. Seine Witwe Maria Elis. Beata, geb. Petersen, † 1817 Okt. 16 in Friedland, 82 Jahre alt. 4 Kinder, darunter 1. Carl Friedrich, geb. 1762 Mai 5, † 1808 Sept. 19, P. zu Kittendorf; 2. der Nachfolger; 3. Henriette, cop. Dr. Ordelin, Regiments=Chirurgus in Posen.

1798-1834. Zabel Casp. Leop. Spiegelberg, Sohn des vorigen, geb. 1765 Juli 30, Schule zu Friedland, Univ. Halle 1784-86, P. 1798 April 15, † 1834 Okt. 17. - Cop. 1800 Jan. 21 Caroline Charl. Stolz aus Pasewalk, † 1842 Aug. 10, 69 Jahre alt. Sein einziger Sohn Ferdinand, geb. 1800, † 1835.

1834-1874. Carl Heinr. Friedr. Spiegelberg, Brudersohn des vorigen, geb. zu Kittendorf 1808 als Sohn des P. Carl Friedrich und der Christiane, geb. Heinzelmann, P.tochter

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aus Wulkenzin. Als Adjunkt seines Onkels von der Gemeinde gewählt, ward er nach dessen Tode am 7. Dez. 1834 durch P. Haennings=Eichhorst als Seniorem synodi ordiniert und eingeführt, † 1874 Juli 30. - Cop. Luise Sofie Georg. Knebusch aus Wesenberg, † 1891 Nov. 8 Kinder, darunter Carl, Schäfereidirekter in Güstrow; Max, Landmann, † 1897; Otto, Lehrer in Ostrau.

Seit 1875. Otto Plümecke, geb. in Feldberg 1840 Dez. 5, wo sein Vater (geb. in Welsleben b. Magdeburg 1812, † 1881) Hotelbesitzer war, besuchte die Gymnasien zu Neustrelitz 1854-58 und Prenzlau 1858 bis Mich. 1862, stud. in Jena (Hasse, Rückert, Kuno Fischer) und Berlin (Twesten), Hauslehrer bei Pächter Blank=Warlin Neuj. 1866 bis Oft. 1867, vertretungsweise Gymnasiallehrer in Neubrandenburg bis Mich. 1868, Hauslehrer bei Pächter Schröder=Rehberg Ost. 1869 bis Mich. 1870, Konrektor in Woldegk bis Mich. 1874, Rektor das. bis Mich. 1875, ord. und introd. 1875 Sept. 26 durch Sup. Ohl. - Cop. 1870 Nov. 22 Luise Wahnschaft, Kaufmannstochter aus Güstrow. 2 Kinder.


Ilenfeld.

Prot. Vis. 1541: "Dies Pfarr haben zu verleihen die Ilenfelde. Dazu hat vorzeiten gehöret Neverin und Gloxin, aber Albertus Hugo hats von dem Kerkspel genommen. - Er Petrus Fuchs, Prädikant, ist ein frommer, gelehrter, züchtiger christlicher Prediger, lehret und lebet christlich und ehrlich. Ihm sind zugesaget worden 41 Scheffel Mißkorn, haben ihme aber nicht mehr denn 35 geben. Ist ein armer Mann, er bedurft es sehr nötig, 1 fl. trägt ihm der Vierzeitepfenning. 4 Hufen haben je und allwege zur Wedeme gehört, die hat weiland ein Baumann begadet und dem Pastor die Hälfte der Früchte gegeben. Aber nun haben die Ilenfelde die Hufen zu sich genommen, gebrauchen sie für sich und geben dem Pastor davon nicht mehr denn 7 Gulden. Item es gehört ein Holz zu obgedachten Hufen, davon hat der Pastor jährlich frei Brennholz gehabt. Dasselbe haben die Ilenfelde auch zu sich genommen. Item sie haben ihme auch 6 Schwaden von dreien Wischen genommen." Weitere Pastoren sind hier nicht bekannt.


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Alt=Käbelich.

(1558)-1559. Christian Isermenger (Isermeyer), wurde vor die Visit.=Kommiss. 1558 beschieden, "einen Sermon zu thun". Prot. Vis. 1558 d. d. Ilenfeld Aug. 27/28: "So ist er erschienen, geprediget, aber nichts davon machen können. Derowegen ihm gesagt, daß er, weil es jetzen gegen den Winter ginge, auf Ostern, wann er ausgefuttert, davon ziehe."

1559. Johann Stademann, wurde sofort nach seinem Amtsantritt nach Stargard berufen. (Vgl. das.)

1560. Gregor Rahne.

-1608. Röhl. Die älteste Tochter war bei seinem Tode 17 Jahre alt und heiratete den Nachfolger. 1608. Jacobus Dabelow, aus Neubrandenburg, stud. zu Greifswald und Wittenberg, wurde 1608 Oktober 12 von Christof Peccatel zu Alten=Stargard dem Herzoge für die Pfarre in Käbelich präsentiert, heiratete Sofie Röhl, des Vorg. Tochter.

1612-1643. Friedr. Jacob Klepel, geb. zu Woldegk, war ludimoderator zu Stargard, wurde im November 1612 nach Käbelich berufen, durchlebte dort die Schrecken des 30jährigen Krieges. Einen Einblick in die damaligen Verhältnisse gibt eine vom Pastor, Schulzen und Küster unterzeichnete Urkunde: "Anno 1636 da das Duplasche Regiment im Lande Stargard Quartiere hatte, war das Dorf Käbelke mit vielen und hohen Kontributionen beleget. Unter anderem war dem Dorf vom H. Major des Regiments Christianus Becker bei Vermeidung militärischer Exekution vom 24. Martij bis auf den 13. Aprilis 50 fl. zu geben aufgeleget. Da aber die Pauern solches Geld nicht aufbringen konnten, verkaufte in der Zeit der Schulz Otto Magnus dem H. Major ein Pferd für 40 fl., welche 40 fl. er der Kirchen zu Käbelke, der er schuldig war, abtragen wollte, handelten die Pauern mit dem Pastoren, daß er die 40 ft. der ganzen Pauerschaft bis auf den Herbst dieses 1636. Jahres wollte vorstrecken, damit der H. Major befriediget würde. Wie nun der Pastor aus christlichem Mitleiden darein willigte, lobeten die sämtlichen Pauern in Gegenwart des Pastor, Schulzen und Küsters auf dem Kirchhofe vor dem Leichhause an, daß sie die 40 fl. auf den Herbst dieses 1636. Jahres der Kirchen wieder erlegen wollten. Da aber einer oder der andere in dieser Zeit sein Gehöfte aus Not mußte verlassen, soll sein Quote von dem ausgeseyten Korn genommen werden, derweil die Beamten zu Stargard den Pauern gesaget, dafern Gelder in den Kirchen vor=

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handen, sollen sie dieselben, sich damit vor Plünderung zu retten, annehmen. Darauf ist dem Schulzen seine Obligation wieder zugestellet worden, welcher angelobet, daß er die Zinse wegen der 40 fl. von Laurentii des 1629. Jahres bis Laurentii des 1635. Jahres der Kirchen erlegen will und beförderlich sein, daß die Pauren die 40 fl. auf den Herbst abgeben sollen." - 1637 Sept. 23 kaufte der Bürger und Tuchmacher Joch. Reichardt in Woldegk die Kirchen= oder Gottes=Gerste zu Petersdorf, "so noch auf dem Halm stehet", für 20 Rthl. oder 40 fl. - Des Gallas Horden trieben den Pastor in die Flucht. † 1643.

1643-1664. Conrad Frank, seit 1636 P. in Göhren, wurde 1643 nach Käbelich versetzt, behielt aber Leppin und wohl auch Göhren in seiner cura. † 1664 Febr. 10. - Cop. Katharina Süssangs, Tochter seines Vorgäng. in Göhren. † 1663 Nov. 16. Sein Sohn Georg wurde P. in Gevezin (vgl. das.); seine Tochter Margareta heiratete der Nachfolger. Der P. Jacob Roggenbau=Salow nennt im Kirchenbuche den Conrad Franke und die Cathar. Süssangs seine Eltern, ohne daß das Verhältnis klar wäre.

1665-1712. Joachim Walter, geb. zu Waren 1635, Sohn des Bürgermeisters Johann, studierte in Wittenberg, informierte die Kinder des Hauptmanns von Mecklenburg, wurde P. in Käbelich 1665 1. p. Epiph. Er war im Nov. 1664 allein zur Wahl aufgestellt, weil sich niemand weiter eingestellt hatte, da die Reisekosten nicht ersetzt wurden. Die Gemeinde erklärteausdrücklich, sie sei mit dem aufgestellten subjecto völlig zufrieden und verzichte auf Präsentation eines zweiten. 1671 erreichte er, daß ein wüstes Gehöft zu Petersdorf wieder als Eigentum der Pfarre anerkannt wurde. Im Juni 1698 erbaten die Geistlichen der Woldegker Synode einen Adjunkten für ihn, "der nunmehr in die 34 Jahre das. ein frommer, fleißiger und getreuer Diener am heil. Wort gewesen, so nicht allein das Seinige wohl studieret, sondern auch von Gott herrliche dona concionandi gehabt, nun aber geistesschwach geworden, daß er kein Vater Unser mehr beten kann." Nach der Absetzung des ihm gestellten Adjunkten, mußte er eine Zeit lang noch wieder das Amt übernehmen. † 1712 Sept. 28. - Cop. I. 1665 1. p. Epiph. Margareta Franken, des Vorg. Tochter, geb. 1648 Okt., † 1678 Febr. 2; cop. II. 1679 Febr. 18. Lea Pistorius, des Präp. Johannes zu Friedland Tochter. 7 Kinder.

1698-1704. Johann Georg Walther, P.sohn aus Eichhorst, wurde 1698 17. p. Tr. dem Vorgäng, adjungiert,

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aber bereits 1703 suspendiert und im folgenden Jahre auf Gutachten der theologischen und juristischen Fakultät in Leipzig seines Amtes entsetzt, weil er, obgleich verlobt, ein leichtfertiges Verhältnis mit der dortigen Küstertochter unterhalten hatte. Seiner Braut mußte er 50 Tlr. Entschädigung zahlen.

1705-1755. Jakob Grantzow, geb. zu Neubrandenburg, stud. zu Rostock, wurde 1705 März 4 einstimmig zum P. adj. erwählt, † 1755. - Seine Tochter cop. P. Friedr. Kegebein=Hinrichshagen.

1756-1780. Johann David (Friedr.) Nahmmacher, geb. in Rühlow 1717, P.sohn, P. zu Zierke 1752 2. p. Epiph., P. zu Käbelich 1756 Adv. 3, † 1780 Okt. 27, nachdem er kurz zuvor 3 Paare getraut hatte. - Cop. I. Maria Elisabeth Birckenstädt, Tochter des P. in Zierke, † 1755; cop. II. Dorothea Beata Gerling, P.tochter aus Iven, Schwester des Kons.=Rats in Neustrelitz, † 1798 März 20, 60 Jahre alt. - 9 Kinder, unter ihnen: 1. Adolf Friedr. Gotth., P. in Wesenberg; 2. Albertine Frieder. Wilhelm., cop. P. Seydel=Dewitz; 3. Dorothea Elisabeth, geb. 1757, cop. 1785 Gerhard Gerling, P. zu Iven (seit 1784, † 1833); 4. Charlotte Sofia Hedwig, geb. 1759, cop. 1776 Christof Theophil Hasselbach, P. in Anklam; 5. Philipp Jochen Friedrich, geb. 1761 Olt. 25, † 1804 März 28, P. zu Gr.=Vielen; 6. Peter Friedrich, geb. 1762, † 1806, Pensionär zu Mölln; 7. Maria Sofia, geb. 1767, cop. J. G. Otto, der Arzeneiwissenschaft Doktor.

1782-1805. Johann Friedrich Aepinus, geb. 1723 Mai 2, P.sohn, stud. Halle 1744, "verwaltete 12 Jahre hindurch (seit 1757) das Rektorat in Stargard mit vielen Vergnügen und Sorgen", wurde P. zu Teschendorf 1770 Februar 25, P. zu Käbelich 1782 Mai 6, † 1805 Juli 6. Er stiftete ein Legat von 1000 Tlr. Gold für die Schulen zu Käbelich und Petersdorf, um den Kindern der Tagelöhner Freischule zu gewähren. Außerdem machte er ein größeres Legat zu gunsten der Pfarre. Um beide wurde ein längerer Prozeß geführt. - Cop. I. 1757 Aug. 23 Marie Christine Schröder, Tochter des Arrendators Christ. Friedr. zu Ballwitz, † 1788 Jan. 16, 56 Jahre alt; cop. II. 1793 Catharine Luise Friederike Wentzel, P.tochter aus Wesenberg, geb. 1766 März 13, † 1814 Jan. 21. Kinder: Ein Sohn, † als cand. theol. 1786, 27 Jahre alt; Friedrich, Einwohner in Mirow, † 1827 im Alter von 65 Jahren; Christine war Pflegerin des Vaters, † 1793, 31 Jahre alt; Dorothea, geb.

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1798, † 1827, cop. 1822 Heinr. Wilh. Brückner, P. und Präp. zu Gr.=Gievitz.

1806-1837. Joh. Friedr. Theod. Horn, geb. 1769, Sohn des Regier.=Sekretärs Paul Dietrich zu Neustrelitz (geb. 1716, † 1784) und der Hedwig Ilsabe Spiegelberg, P.tochter aus Schwichtenberg. Er studierte in Jena 1789-91, wurde Lehrer a. d. Stadtschule seiner Vaterstadt 1795, P. zu Käbelich 1806 Okt. 19. Bald nach seinem Amtsantritt am 30./31. Oktober wurde die Pfarre von durchziehenden Franzosen zweimal geplündert, doch waren die besten Sachen vergraben. Die Dienstboten waren geflohen, Frau und Kinder in der Tagelöhnerwohnung versteckt und blieben dort unbelästigt. Als am nächsten Tage neue Feindeszüge nahten und doch alle Lebensmittel verzehrt waren, floh der Pastor mit den Seinen und der Familie des Oberamtmanns in den Wald und konnte erst nach 2 Tagen sein Haus wieder aufsuchen. 1835 wurde er Präp., † 1837 Febr. 28. - Cop. 1797 Nov. 9 Aug. Joh. Caroline Göden, geb. 1772 Febr. 18, † 1835 März 31, P.tochter aus Friedland Kinder: 1. August, geb. 1798, † 1835, cand. thcol., Lehrer a. d. höh. Mädchenschule in Neustrelitz; seine Nachkommen lebten in Anklam; 2. Wilhelm, geb. 1800, † 1859, Amtmann u. Domänenpächter in Gr.=Daberkow, Vater des P. Alfred in Neddemin und Selmsdorf (vgl. Past. Ratzeb. pag. 73/74) und des Landgerichtsrats Ulrich in Neustrelitz; 3. Ludwig, geb. 1802, † 1878, Kaufmann und Senator in Woldegk, Vater des P. Ludwig in Käbelich (vgl. unten), des Apothekers Paul in Waren und des Oberlehrers Dr. Carl in Braunschweig; 4. Franziska, geb. 1805, † 1831, cop. 1830 Moritz Bindemann, P. und Rektor in Pasewalk i. U.; 5. Caroline, geb. 1808, cop. 1831 Gustav Müller in Malchow; 6. Charlotte, geb. 1813, unvermählt.

1838-1858. Johann Heinr. Horn, geb. in Blankenburg a. Harz 1788 April 5, Sohn des Stadtdeputierten Heinrich und der Florentine, geb. Neuhaus, stud. in Helmstädt (Pott, Henke) 1806 und Göttingen (Plank, Gräfe) 1809, wurde Hauslehrer beim Medizinalrat von Hieronymi=Neustrelitz, P. adj. zu Prillwitz 1810 Jan. 17, P. zu Käbelich 1838 April 7, † 1858 April 28. - Cop. 1811 April 5 Adolfine Schmidt, seines Vorgängers in Prillwitz Tochter, geb. 1785 Dez. 4, † 1863 Okt. 12. - Kinder: 1. Albertine, geb. 1812, † 1831; 2. Justine, geb. 1815, cop. Kaufm. Schmid=Greifswald; 3. Georgine, geb. 1817, cop. 1855 Herm. Meyncke, Kreissekr. in Neubrand.; 4. Ferdinand, geb. 1819, † 1882, Kaufm. in Neubrand. 5. Florentine,

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geb. 1821, cop. 1841 Franz Moncke, Brauherr in Neubrand.; 6. Ernst, geb. 1823, † 1843, Ökonom; 7. Emilie, geb. 1826, † 1842; 8. Heinrich, geb. 1830, Kaufm. in Berlin.

Ließ einzelne Predigten, Gedichte und Festspiele, mehrere Aufsätze im Schwer. Freim. Abdbl. drucken; außerdem: "Kultur der Winterlevkojen". Neubr. Brünslow 1846. - "Die Wahrscheinlichkeit einer ferneren beträchtlichen Preissteigerung des Grund und Bodens." Ebendas. 1846.

1859-1863. Wilhelm Heinrich Kracht, geb. 1808 Dezember 11, besuchte die Schule in Friedland, stud. in Heidelberg, Jena und Berlin 1828-31, war Hauslehrer bei Obristleutnant von Wenkstern=Neustrelitz, P. in Woldegk 1833 Juni 30, P. in Käbelich 1859. "Es war mir schwer, hierher zu gehen, wo Kirche, Schule und Pfarrhaus kalt, tot und wüste." † 1863 Febr. 6. - Cop. I. 1834 Juni 18 Auguste Glaser, Tochter des Sup. in Neustrelitz, geb. 1811, † 1844; cop. II. 1846 April 23 Helene Glaser, Schwester der vorigen, geb. 1826 Jan. 10, † 1880 März 26. Kinder (I.) 1. Johannes, Buchhändler in Leipzig; (II.) 2. Helene, Erzieherin; 3. Stephan, Kaufmann in Hannover; 3. Wilhelm, Bankbeamter in Breslau; 4. Marie, cop. Dr. med. Fritz Jahn=Meran; 5. Hermann, Apotheker, Berlin; 6. Ulrich, Versicherungsdirektor und Verlagsbuchhändler, Berlin; 7. Karl, Bankbeamter, Berlin.

Schriften: Predigt zur Prüfung der alleinseligmachenden Kirche. Neustrel. 1839. - Die evangel, Kirche und ihre symbolischen Bücher 1845. - Predigt zum Gedächtnis Luthers 1846.

1864-1887. Theodor Reinke, P. in Ziethen 1848 April 9, P. in Käbelich 1864 April 10, † 1887 Febr. 9. (Vgl. Past. Ratzeb. pag. 77. 78.)

1888-1896. Karl Beckström, geb. in Neustrelitz 1838 Sept. 6, Sohn des Hausbesitzers Friedrich († 1871) und der Marie, geb. Lange († 1892), Bruder des P. in Strasen, absolvierte das Gymnas. Carolin. Mich. 1856, stud. in Erlangen und Tübingen bis Mich. 1859, unterrichtete den Sohn des verstorbenen indischen Mission. Häberlein in Kornthal (Württb.) und die Kinder des Fabrikbesitzers Keller in Siegfeld bei Siegburg (Rheinprov.), wurde Gymnasiallehrer in Friedland Ostern 1863, Rektor der Mädchenschule in Schönberg Ostern 1865, Seminarvorsteher Ostern 1866, erhielt den Titel Seminardirektor 1870, P. in Käbelich 1888 April 15, † in Neustrelitz 1896 Sept. 29. - Cop. 1865 Aug. 2 Gabrielle Petitpierre aus Neufchâtel. - Die einzige Tochter starb wenige Tage nach dem Vater; seine

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Söhne: Hermann, Sekretär des allgem. deutsch. Versicherungsvereins in Stuttgart; Rudolf, Landwirt.

Schriften: "Geschichte des Landschullehrerseminars in Mirow etc. ." Neustrel. Barnew. 1870. - "Einrichtungs= und Unterrichtsplan für ein= und mehrklassige Volksschulen auf dem Lande". Berlin, Wilh. Schultze 1875.

Seit 1897. Ludwig Horn, geb. in Woldegk 1840 Sept. 11, Sohn des dortigen Senators Ludwig (vgl. S. 88) und der Charlotte Asmis (geb. 1820, † 1880) Tochter des dortigen Kaufm. Justus, Enkelin des dortigen Pastors. Privatim vorbereitet, besuchte er das Gymnasium zu Friedland 1852-1860, studierte, mehrfach durch Augenleiden gehindert, in Erlangen (Hofmann) 1861-63 und Tübingen (Beck) 1863-64, wurde 1866 Hauslehrer bei von Scheve=Cantzow, Prädikant in Brunn 1868, Konrektor der Mädchenschule in Neubrandenburg 1869, Hülfslehrer am Gymnas. Carol. in Neustrelitz Neujahr 1871, Lehrer a. d. höh. Mädchenschule das. Ostern 1871, zweiter Stadtpfarrer das. 1876 Sept. 24, übernahm nach längerer Krankheit 1880 Juni 21 das Rektorat der Mädchenschule, war 1885 und 1886 als Hülfsprediger in der Stadtgemeinde tätig, wurde zum Schulrat ernannt 1895 Juli 19, P. in Käbelich 1897 Dez. 19. - Cop. 1872 April 4 Marie Lehmann aus Schwedt a. O., Tochter des Versicherungsbeamten Julius (geb. 1813, † 1889) und der Luise Helm (geb. 1821, † 1857), einer Enkelin des P. Asmis=Woldegk. (Vgl. das.)


Kotelow.

Eine Zeit lang war die Pfarre in Klockow.

(1541.) Nicolaus Bartold, "ist ein frommer gelehrter Prediger." Prot. Vis. 1541.

-1558. Marcus Schumann, P. in Klockow. Vgl. Schönbeck.

(1558.) Joachim Bruno. 1558 Nov. 8.

(1607.) Jacob Teschendorf, früher Baccal. zu Friedland, P. zu Klockow 1607 nach einer Inschrift auf einem Altarleuchter.

1612- Johannes Parisius wurde 1612 von den Rieben zu Brohm vociert, aber über das Patronatsrecht erhub sich ein Streit, bis durch ein Universitätsgutachten am 12. Aug. seine Einführung bestimmt wurde.

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1632-1643. Ludovicus Fried. Böklerus, Sohn des P. in Rühlow, 1632 P. zu Kotelow, † 1643. Über das Vokationsrecht war 1631 zwischen der Stadt Friedland und den Rieben ein Streit.

1643-1677. Joachim Fabricius (Schmidt), Baccal. zu Friedland, P. zu Kotelow 1643. 1666 Mai 1 brannte das Dorf ab, da der Wind ein von Pferdejungen angezündetes Feuer durch Wachholdergesträuch und Gebüsch bis zum Dorf fortleitete. Man sieht, wie wüste die Feldmark durch das Kriegselend geworden war. Infolge dieses Brandes zog der P. nach Klockow, wo er 1677 starb.

1678-1715. Ludovicus Hoepffner, geb. zu Penzlin 1650; sein Vater und Großvater waren dort Bürgermeister, sein Ältervater Schloßhauptmann. Er war auf Schulen in Braunschweig, auf Universität zu Rostock und Helmstädt, P. 1678 5 p. Tr., † 1715 Nov. 5. - Cop. Esther Witmann, Tochter des P. Joachim in Rühlow.

1716-1755. David Hoepffner, Sohn des vorigen, geb. das. 1682 März 6, auf Schulen in Anklam, Friedland und Prenzlau, stud. Greifswald und Wittenberg 1702-4, P. 1716 Sexages., † 1755.

1750-1790. Carl Christof Wildberg, geb. zu Rödlin 1720 Sept. 29, P.sohn, stud. in Halle 1740-42, P. adj. 1750 Quinquag., † 1790 Nov. 6. - Seine Gattin, Tochter des P. Herold=Badresch, † 1817 März 12 nach 5jährigem, schmerzvollen, gichtischen Krankenlager.

1791-1829. Joh. Heinr. Mart. Ehlers, geb. in Rostock 1761 Sept. 14, Sohn des Dr. med. Joh. Leonhard, besuchte die Schule seiner Vaterstadt, stud. das. und in Göttingen 1779-82, Hauslehrer in Kotelow, P. das. 1791 Juni 16, † 1829 April 4. - Cop. I. Elisabeth Barthelemy, Tochter eines Kaufm. in Insterburg, † 1804 Febr. 3; cop. II. 1804 Okt. 5 Auguste Sprengel, † 1827 Aug. 6. Ihr Vater, M. Joach. Friedr., in Adelsgeschichte, Genealogie und Heraldik kenntnisreich, war P. in Boldekow, flüchtete von dort 1806 nach Kotelow, weil sein Haus von französischen Dragonern ausgeplündert und zerstört war, legte sein Amt nieder und starb 1808 Jan. 10. (Vgl. Schweriner Abdbl. Nr. 577, deutscher Nekrolog VII pag. 321. 322.) Unter dem Titel: "Zugabe, eine Sammlung von 1490 Mustergesängen. Neubrandenburg 1802" gab Ehlers ein rationalistisches Gesangbuch heraus, das mit Erlaubnis Konsistorii in Kotelow eingeführt wurde, eine weitere Verbreitung aber nicht fand. (Vgl. Boll, Meckl. Gesch. II pag. 447.)

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1830-1852. Wilh. Christian Ludw. Mussehl, geb. zu Lübbersdorf 1803 Dez. 3, Inspektorsohn, Schule zu Friedland, stud. zu Greifswald 1824, Halle 1825/27, Hauslehrer in Brunn, P. zu Kotelow 1830 Juli 4, beteiligte sich lebhaft an der politischen Bewegung des Jahres 1848, legte 1852 sein Amt nieder, übernahm mit seinem Schwiegersohn, dem früheren Rektor Joh. Christ. Ludw. Arndt in Friedland, ein Landgut in Ostpreußen und ging darnach mit seiner Familie (10 Kinder) nach Amerika, wo er 1857/61 als Lehrer in Newark lebte, dann mit 3 Söhnen beim Ausbruch des Unionskrieges in die Armee eintrat und eine Kaplansstelle übernahm. Später wirkte er als College=Lehrer und als Journalist, † in Newark 1889 April 16, betrauert von seinen Kindern, 30 Enkeln und 5 Urenkeln. Seine Leiche wurde im Krematorium verbrannt. - Cop. 1830 Aug. 20 Pauline Runge, Tochter des Gutspächters Carl Hermann zu Roga.

M. war großer Entomologe. Seine reiche Sammlung von Faltern ging bei dem Brande des Pfarrhauses 1839 zu Grunde, er war eifriger Mitarbeiter an Fachzeitschriften. Auch die Bienenzucht betrieb er, übersetzte das Werk von Th. Nutt über Lüftungsbienenzucht aus dem Englischen (Neubrandenb. 1834), schieb "Anweisung zur Lüftungsbienenzucht" (Neubrandenb. Dümmler 1837). Außerdem gab er heraus: "Anweisung für Damen, das Landleben zweckmäßig, wirtschaftlich und elegant einzurichten und verständig zu genießen. Aus dem Engl. übersetzt von Dr. Ludw. Lehnert, Subrektor in Friedland" (Neubrandenb. Brünslow 1846). Von 1836-46 war er Herausgeber des "Mecklenb.", später "Praktischen Wochenblattes für Land= und Hauswirtschaft, Gewerbe und Handel". (Neubrand. Höpfner.)

1852-1888. D. Hermann Ferdinand Uhden, geb. in Hamburg 1812 Juni 20, Sohn des P. Joh. Gust. Anastasius und der Doroth. Elisab., geb. Uhde, besuchte seit 1824 das Johanneum, seit 1829 das Gymnas. seiner Vaterstadt, stud. in Göttingen, Kiel und Berlin 1830-34, war 1835 als cand. in Hamburg, Hauslehrer in Triebel und Berlin 1836-38, wurde 1841 von der preuß. Regierung nach England geschickt, zu studieren, wie die Gründung so vieler neuer Pfarrsysteme dort zu stande gekommen sei, ordin. 1844 Febr. 27 als P. an der Stadtvogtei in Berlin. Bedenklich geworden über sein Amtieren innerhalb der Union wurde er 1849 P. am Stift Heiligengrabe, das lutherischen Charakter behauptete; P. in Kotelow 1852 Aug. 15, Präp. der Friedländer Synode 1863, von der Rostocker Fakultät zum D. theol. ernannt 1883, † 1888 Juni 11. - In kinderloser, glücklicher Ehe war er seit 1845 verheiratet mit

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Joh. Luise Henr. Schinmeyer, Kantorstochter aus Königslutter, die wenige Jahre vor ihm starb.

Seit 1888. Ludwig Imman. Wilhelmi, geb. 1855 Jan. 14 in Heddesbach (Baden), Sohn des P. Wilhelm in Brudersdorf und der Rosine, geb. La Roche, war auf Schulen in Ludwigslust, Basel, Demmien und Friedland, stud. seit Mich. 1875 mit Unterbrechungen bis Ost. 1880 in Tübingen, Rostock und Leipzig, war Hauslehrer und Prädikant, Gymnasiallehrer in Parchim, Hülfsprediger in Crivitz, P. in Penzlin II 1884 Aug. 31, P. in Kotelow 1888 Okt. 14. - Cop. 1886 Okt. 28 Lonny Neumann, Offizierstochter aus Berlin.


Kratzeburg.

(1579.) Joachimus Bohmeus unterschrieb Form. Conc.

(1606.) Joachimus Sperling, curierte neben Kratzeburg auch Langhagen und Liepen.

Joachim Granzow, erhielt Granzin als Filiale zur Pfarre gelegt. Ob er identisch mit dem P. des Namens in Kiewe?

1628-1638. Joachim Tollius aus Neubrandenburg, erhielt 1628 die Pfarre. † 1638.

Prot. Vis. 1651: "Die Pfarre hat von anno 1638 keinen eigenen Pastoren gehabt, dieweile zu der Zeit und in dem elenden Kriegswesen Sel. Er Joachimus Tollius durch die grassierende Infektion aus dem Leben gerufen und hat das ganze Kirchspiel wegen Mangel der Leute und Verwüstungen des Landes bis auf diese Zeit keinen eigenen Pastoren halten und erhalten können. Ist demnach auch diese Pfarre dem Pastori zu Schilderstorf Ern Johanni Andreae von J. F. Gn. interimsweise und bis die Kirchspielleute einen eigenen Pastoren wieder halten können, eingeräumt und zugeleget worden. - Die Pfarrwedeme sei zwar noch vorhanden, habe aber großen Mangel und sein deren Pertinentien an anderen Zimmern bei gemeiner Landesruin verwüstet." Die Pfarre war noch 1661 unbesetzt.

1662-1697. Johannes Thüselius, geb. zu Löwenbruch i. d. Mark, erhielt als ein Fremdling im Lande 1662 die Vokation und bat um der geringen Einnahme willen um Zulegung des Dorfes Granzin, wie sie sein Schwiegervater Andreae bereits erbeten hatte. In Schillersdorf hielt er sich im Anfang auf, weil das Pfarrhaus noch unbewohnbar war. Am 21. Sept. wurde er durch Sup. M. Henr. Preeger aus Parchim eingeführt.

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Aus Not und Kummer kam er sein Lebtag nicht heraus, zumal er die geringen Bezüge der Pfarre nie rechtzeitig erhalten konnte. - 1688 Aug. 16 verfaßte er ein Gratulationsschreiben an den Herzog mit der Bitte, daß er "mich alten 27jährigen Prediger, qui magno cumulo liberorum adhuc vixit miserrime, magna sollicitudine affectus magna ignopia auxilii, mit Gnaden gewogen bleibe. Empfehle E. F. G. nebst der hochfürstlichen und geliebten Comitat göttlicher Gnaden. Dat. Kratzeb. am Tage Isaac nämlich 16. August, das ist an dem Tage, allwo der höchste Gott Ew. hochf. Durchl. ein sonderbar Gelächte causiret und ein gaudium magnum erwecket, denn Isaac heißt ein Gelächte oder Freude." Doch fand er mit solch kriechenden Briefen nicht viel Anerkennung, zumal der Mirower Beamte ihm nicht gewogen war. † 1697 März 9. - Cop. Sabina Elisabeth Andreae, † 1709, des P. in Schillersdorf Tochter, die mit 2 Söhnen und 2 Töchtern als Witwe zurückblieb. Die eine Tochter, Anna Dorothea, wurde Gattin des P. Cornelius in Blumenhagen; die andere heiratete den Nachfolger. Die Söhne blieben in der Parochie; der Name Thüsel sindet sich dort noch lange in Arbeiter= und bäuerlichen Kreisen.

1698-1699. Johannes Napsius wurde 1698 zum Nachfolger vociert und am 3. Adv. eingeführt, mußte aber klagen, daß ihm Liepen und Langhagen, "welches das Beste der ganzen Pfarre ist," abgenommen und zu Peccatel gelegt wurde. † Ende 1699. - Seine 19jährige Witwe Rebecca Thüselius, blieb mit einem Kinde zurück und heiratete den Nachfolger, nachdem sie noch im Mai 1700 einer Tochter das Leben gegeben hatte.

1700-1709. Johann Kaspar Giesenhagen, in Schwerin, erbat und erhielt im Herbst 1700 die Pfarre, die freilich nicht sehr beneidenswert gewesen zu sein scheint. Denn ein Bericht vom August des Jahres schildert die Verhältnisse der Pfarre folgendermaßen: "Einwohner in Kratzeburg und Granzin sind vordem 30 gewesen, itzo aber nicht mehr denn 19. Das Meßkorn beträgt 30 Schffl., die Accidentien in summa 5 Thal., der Pfarracker hat 2 1/2 Drömt Roggen Saat, ist aber lauter Sandfeld, und die Wirtschaft kostet mehr, als sie einbringt. Das Pfarrhaus ist der täglich besorgenden Umfallung unterworfen, weil es teils versunken ist, teils von Stützen nur gehalten wird." † 1709 Okt. Seine Witwe Rebecca, verw. Napsius, geb. Thüselius, blieb mit 5 Kindern bei der Pfarre zurück, scheint die von ihr erbetene nochmalige Konservierung bei der Pfarre aber nicht erreicht zu haben.

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1711-1748. Georg Josua Vulpius, geb. in Eisleben 1671, Kantor zu Strelitz, P. 1711 Juli 6, † 1748 um Mich. - Cop. Margar. Dorothea Birckenstädt, P.tochter aus Federow und Schwester des P. in Zierke, begr. 1778 Mai 17. - 7 Kinder: eine Tochter war verheiratet an den Müller Witte in Bredenfelde, eine andere an den Nachfolger. - Die Überlieferung, daß der Sohn Georg Gustav Vater der Christiane Vulpius, der Gattin Goethes, gewesen sei, ist unrichtig.

1750-1785. Aug. Wilh. Seyer, geb. in Suckow 1723 Sept. 6, stud. in Rostock, P. 1750 Quasim., † 1785 Nov. 27. - Cop. Dorothea Sofia Vulpius, des Vorg. Tochter, geb. 1734 April 22, † 1802 Febr. 20. - Kinderlos.

1786-1794. Samuel Gottfried Dühr. Vgl. Stargard.

1795-1808. .Carl Martin Retflag. Vgl. Weitin.

1808-1812. Christian Otto Brunnemann. Vgl. Hinrichshagen.

1812-1842. Christian Leopold Bartholdi, geb. in Strelitz 1762 Sept. 30, Sohn des Bürgermeisters und Gerichtsverwalters in Woldegk Adolf Theodor (vgl. Staven), besuchte das Gymnas. zu Friedland, stud. in Jena 1782-84, war Hauslehrer in Warlin und Broda, wurde Kantor und Organist zu Stargard 1802 Dez., P. zu Kratzeburg 1812 Okt. 11, emer. 1842, hatte zunächst Leopold Kracht, bald gestorben, dann Otto Stüber als Adjunkten, † 1847 Nov. 29. - Cop. I. 1804 Nov. 2 Maria Friederike Hennig, geb. 1779, † 1813 Nov. 15, Ratsherrntochter aus Stargard; cop. II. 1814 Jan. 6 Juliane Friederike Caroline Stryck, Tochter des P. Johann zu Kiewe. - Kinder: 1. Johanne Sof. Dor., cop. 1828 Johann Friedr. Petzold, Kaufmannssohn aus Mirow; 2. Sofia Wilhelm. Frieder., cop. 1834 Joh. Christof Ladendorf, Amtszimmermeister in Penzlin.

1840-1900. Otto Stüber, geb. zu Neustrelitz 1805 Jan. 6, Sohn des dortigen Rentschreibers, P. adj. 1840 Okt. 25, P. 1842 Nov. 13, hatte seit 1889 Prädikanten zur Hülfe, wurde Kirchenrat 1890, † 1900 Sept. 21. - Seine Gattin Auguste Therese Henriette Neumann, geb. in Friedland 1815 Sept. 10, † 1891 Sept. 24, Tochter des Gutsbesitzers auf Lapitz. - Kinder: 1. Anna, cop. 1866 Rudolf Hahn, jetzt Oberforstinspektor in Neustrelitz; 2. Friederike, cop. 1868 Adolf Linde, Kaufmann in Mirow, Mutter der Frau P. Schinn=Neuenkirchen; 3. ein Sohn, in Kratzeburg.

Seit 1901. Wilhelm Kootz, geb. in Voigtsdorf 1862 Okt. 33, Sohn des Lehrers Albert, jetzt in Dewitz; Gymnas.

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in Neubrandenburg, Univers. Rostock und Berlin 1885-1888, Haus= und Privatlehrer; Prädikant in Kratzeburg 1895 Dez. 8, P. das. 1901 Mich. - Cop. 1902 Okt. 7 Anna Marie Schmidt, Tochter des Oberpostsekretärs Adolf in Neustrelitz.


Kublank.

Die Pfarre war ursprünglich in Neetzka und wurde 1748 nach einem Brande nach Kublank verlegt. Das Patronat in Neetzka stand dem pommerschen Klosteramt Stolpe zu, bis es 1615 nebst den übrigen Gerechtsamen des Klosters für 5000 fl. an Mecklenburg abgetreten wurde. Kublank war immer mecklenburgischen Patronats.

1531-(1534). Jacobus Egger. Nach Prot. Vis. 1534 damals "Besitzer des Kirchenlehns, ihm 1531 verliehen von Herzog Heinrich". Er wohnte in Kublank auf der Pfarrhufe und bebaute sie.

(1568)-1598. Petrus Dechatius (Techatz) aus Neubrandenburg, stud. 1555 in Wittenberg, 1568 P. zu Neetzka, hat Form. Conc. unterzeichnet. Sein Name auf einer Glocke in Neetzka. † 1598. Sein Sohn Georg war P. in Holzendorf. Vielleicht war der P. Andreas in Neuenkirchen gleichfalls ein Sohn. Seine Witwe, eine geb. Witling (ob aus Rühlow? vgl. das.) heiratete der Nachfolger.

1599-1605. Adamus Havemann, aus Neubrandenburg gebürtig, erhielt die Pfarre auf die Empfehlung des Hauptmanns von Restorff zu Alten=Stargard, dessen Kinder er ein Jahr lang unterrichtet hatte. Dechatii Witwe, die mit kleinen Kindern auf der Pfarre zurückgeblieben war und übrigens erwachsene Stiefkinder hatte, mußte er heiraten.

1605-1628. Paulus Müller (Mollerus). Er war zunächst durch den Herzog von Pommern=Stettin für Neetzka vociert, erreichte aber von den Herzögen Adolf Friedrich und Johann Albrecht auch die Vokation für Kublank. Trotzdem wollte ihm 1609 der Hauptmann von Stargard die Kublanker Kirche verschließen und das Dorf von Neetzka abnehmen. Darüber Klagen und Verhandlungen, die schließlich dahin führten, daß Mecklenburg auch das Patronatsrecht über Neetzka erwarb.

1629-1638. Jacobus Rahn. Nach dem Tode Müllers war großes Laufen um die Pfarre, aber einige nahmen Anstoß daran, daß sie die Witwe heiraten sollten. Rahn, geb. in Neu=

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brandenburg als Sohn des Ratsverwandten Caspar, Collega der Schule zu Woldegk, erlangte die Vokation durch Fürsprache des Sup. und heiratete die Witwe. Ob er 1638 bei der Verwüstung des Landes umgekommen ist?

1643 wird die Gemeinde von Rühlow aus vikariert.

Prot. Vis. 1644: "Die Pfarre ist ganz ledig, das Dorf wüste, die Wedeme noch gut. Die Rechnungen sind von den Soldaten weggenommen. Die Pastoren Paulus Möller und Jacobus Richter (rectius Rahn) sind tot. Die Gemeinde besteht aus 10 Manns= und 4 Frauenspersonen." Die Frage, ob Senger und Böter in der Gemeinde seien, wird verneint, "nur daß etliche ziemlich fluchen konnten." Die Witwe Rahns heiratete 1648 den Nachfolger.

1648-1698. Jacobus Fischer, geb. in Wendisch=Mark bei Alt=Brandenburg 1620. Zwei Jahre war er in Fürstenwerder Schulmeister gewesen, aber der Krieg hatte ihn davon getrieben. So pädagogierte er bei dem Pastor in Käbelich und erlangte die Pfarre auf dessen Zeugnis, daß er still und eingezogen lebe und seiner Tuns warte. 1648 23. p. Tr. wurde er durch Sup. Wagener eingeführt. 1654 April 23 starb seine erste Frau, die frühere Witwe Rahns. Vier Wochen darauf hielt Fischer mit "einer anderen Person öffentliche sponsalia und ließ sich ohne öffentliches Aufgebot trauen." Darob verklagte ihn das Ministerium zu Neubrandenburg. Fischer berief sich auf die zwingenden Verhältnisse, ein Tagelöhner habe es besser als er, der empfange seinen Lohn und sei des Sonntags frei. 1671 verwandte sich der Sup. für ihn, daß er Golm, welches eine Zeit lang von ihm verwaltet sei, wieder erhalte. Der Badrescher Pastor habe 134 Schffl. Meßkorn und Fischer nur 32, jener 200 Beichtkinder, dieser nur 60. Doch blieb die Verhandlung resultatlos. Zugleich bat Sup. um Reparatur des Neetzkaer Pfarrhauses. Pastor habe an dem sehr baufälligen Hause schon unterschiedliche Jahre aus eigenem Beutel gebessert, könne aber nun nicht mehr raten und müsse mit Leib= und Lebensgefahr mit den Seinen (9 Kinder) darinnen liegen, daß wenn ein starker Wind wehe, er sich besorgen müsse, daß er's über'n Haufen werfen werde. Man solle bald Sorge tragen, damit das Haus nicht vorher umfalle, wie es in Ankershagen geschehen sei. 1690 erhielt er einen Substituten. † 1698. Seine Tochter heiratete der Nachfolger; über den Sohn vgl. unten.

1690-1707. Henricus Müller, geb. Malchin 1660 Nov. 10, stud. Rostock 1683, wurde Rektor in Grimmen 1689

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und 1690 3. Adv. eingeführt. Er heiratete Emerentia Fischer, die Tochter seines Vorgängers. - Als Probe des Zeitgeschmacks mögen einige Verse hier Platz finden, die er 1698 als "einfältige doch mit unterthänigster, schuldiger Reverentz aus gutem Wohlmeinen verfaßte Zeilen" einer Supplikation um Restitution früheren Pfarrlandes beilegte.

Adolf Friederich, der allerhöchst Berater
Wird's dennoch fügen, daß du wirst Landes=Vater,
Ihm soll Lob, Ehr' und Dank dafür gesaget sein,
Daß er erhöret hat der Armen Bitt' und Flehn.

Gott woll' zum Regiment sein gnädiges Gedeihen,
Schutz, Segen, Hülf und Heil, Gesundheit, Fried' verleihen,
In allem, was du thust und was du fängest an,
Sei Gott mit Rat und That dir selber beigethan!

Und laß den Fürstenstuhl ohn' gänzliches Versterben
Dein fürstliches Geschlecht von Glied zu Glied beerben.
Dies wünsche jedermann und rufe gleich wie ich:
Vivat, vivat, vivat Adolfus Friederich!

Ob für das negative Resultat seines Gesuches die Beschaffenheit seiner Verse Ausschlag gebend war, kann ich nicht sagen. - Müller war stets kränklich, ließ sich daher 1706 seinen Schwager adjungieren und starb 1707 am Blutsturz. - Seine Witwe lebte noch 1741 als Gattin des Chirurgen Winnemer in Friedland.

1706-1737. Christian Fischer, geb. dort als Sohn des P. Jacob 1663 Sept. 25, stud. Königsberg 1692. Um nach England zu gehen, bestieg er ein Schiff zu Riga, wurde aber von dem Kaper Jean Bahrd zu Calais aufgebracht und aller seiner Habseligkeiten beraubt. Über Paris kehrte er zurück. Seine abenteuerlichen Fahrten scheinen nicht ohne Einfluß auf seine Sitten geblieben zu sein, wenigstens gab er, nachdem er 1706 seinem Schwager adjungiert war, nach allen Seiten hin viel Grund zum Klagen. † 1737 Juli 27. Er heiratete die Witwe des P. Neander=Triepkendorf, Ursula Sabine, geborene Colberg.

1736-1741. Samuel Christian Fischer, Sohn des vorigen, dort geb. 1710, stud. Jena 1730, dem Vater adjungiert 1736, † 1741 Mai 5.

1742-1786. Christoph Adam Brückner, geb. zu Toitenwinkel 1713 Sept. 4, Bruder des P. in Bredenfelde. Er studierte in Rostock und ward 1742 Exaudi als P. eingeführt. Zu seiner Zeit wurde 1748 die Pfarre nach Kublank verlegt.

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Auch dort brannte 1783 die Pfarre ab, und sämtliche Pfarrakten gingen verloren. † 1786 Jan. 26. - Cop. I. 1742 Juli 6 Sofia Trendelenburg, des Sup. in Neubrandenburg Tochter, geb. 1724, † 1759 Nov. 20; cop. II. 1760 Sept. 24 Elisabeth Gerling, † 1771 Dez. 15, Tochter des P. Gerhard zu Jven, Schwester des Kons.=Rats in Neustrelitz; cop. III. 1773 Jan. 13 Sofia Christiana Seger, † 1799 Okt. 5, Tochter des P. zu Helpt. - Kinder: 1. Adolf Fr. Th., geb. 1744, † 1823, Dr. med. und Hofrat zu Neubrandenburg. Dessen älteste Tochter verheiratet an P. Franz Boll das., eine andere an P. Milarch=Schönbeck. Sein Sohn Gustav Adam Geh. Medizinalrat zu Ludwigslust, Großvater des O.=L.=G.=R. Gustav zu Rostock. Ein anderer Sohn, Heinrich Wilhelm, P. zu Gr.=Giewitz, Vater des Kirchenrats Adolf zu Schloen, Großvater des P. zu Neubukow; 2. Ernst, P. zu Neubrandenburg, vgl. das.; 3. Magdalene, geb. 1762, † 1805; 4. Ernst Fr. Christ., geb. 1766, † 1837, Hofrat Dr. jur. in Neubrandenburg. Sein ältester Sohn, Friedrich Gustav, Geh. Hofrat, Bürgermeister das., dessen Sohn, Gustav Ernst, desgl. das., dessen Sohn Gustav Ernst Amtsrichter in Feldberg. Der zweite Sohn Fr. W. Ludwig war Rat Dr. med. in Neubrandenburg, dessen gleichnamiger Sohn Arzt das.

1787-1828. Ludloff Ehrenr. Joh. Friedr. Kortüm, geb. zu Eichhorst 1750 Nov. 11, P.sohn, stud. zu Halle 1769 bis 1771, P. zu Tornow 1780 Juli 2, in Kublank introd. 1787 Jubilate. "Er war nach Giesebrechts (Mirow) Tode der Senior der Strel. Geistlichkeit. Auch war er der einzige Prediger des Landes, der noch eine Lockenperücke trug, dergleichen er nach damaliger Sitte aller Theologen beim Abgange von der Universität schon von Halle mitgebracht hatte. Wahrscheinlich konnte er sich zur Ablegung dieser Kopfbedeckung nach dem Beispiele anderer deshalb nicht entschließen, weil er nachteilige Folgen für seine Gesundheit fürchtete. Nie aber hat man Spott oder Sticheleien auf ihn deswegen gehört, vielmehr war er allen wegen seiner gefälligen und unbescholtenen Sitten sowie wegen seiner tüchtigen Amtsführung ein Gegenstand der Achtung und aufrichtiger Liebe." (Freim. Abdbl. Nr. 475.) † 1828 Jan. 15. - Cop. 1780 Nov. 3 Eleonore Masch, Tochter des Sup. Kinder: 1. Gottlieb, P. in Prillwitz. Vgl. das.; 2. Wilhelm, † 1859, Wirkl. Geh. Ob.=Reg.=Rat Exz. im Kultusministerium in Berlin; 3. Andreas, jung gestorben, Maler; 4. Ludwig, † 1845, Holzhändler in Berlin und Stettin; 5. Friederike, geb. 1791, † 1865, cop. 1815 Kaufm. Joh. Carl Friedr. Genzke=Friedland.

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1829-1848. George Gottfried Phil. Siefert, geb. 1769 Sept. 7 zu Nordhausen bei Königsberg i. N.=M., Sohn des P. George Friedrich, stud. Halle 1788-92, Lehrer am dortigen Waisenhause bis 1792 Juni 21., Lehrer am Königl. Pädagogio daselbst bis 1802, Rektor der Domschule zu Ratzeburg bis Ostern 1804, ward Direktor und Professor am Friedrich Wilhelm=Gymnasium zu Königsberg i. N.=M., als Direktor sämtlicher Residenzschulanstalten nach Neustrelitz berufen 1809, Schulrat, I. Professor und Direktor des neugegründeten Gymnas. Carol. daselbst 1811, als P. in Kublank introd. 1829 April 28. † 1848 Nov. 28. - Cop. 1803 Juni 6 Dorothea Ernest. Joh. Zander, Tochter des Kons.=Rats in Neustrelitz. Sein Sohn Otto war Lehrer an der Domschule, dann am Gymnasium zu Ratzeburg, später Direktor in Flensburg. Von seinen 3 Töchtern heiratete die jüngste den Nachfolger.

Schriften: Nouveau choix des morceaux les plus intéressants de la littérature française. II Vol. 3. Aufl. 1823. - Christl. Gesangbuch für Schulen. Neustrelitz 1825. - D. Martin Luthers Ratschläge und Ermahnungen zur Verbesserung des Schulwesens. (Einladung zur Schulfeier beim Reformat.=Jubelfest). Neubr. 1817.

1845-1876. Carl Louis Aug. Georg Kannengießer, geb. zu Neustrelitz 1819 April 15, wo sein Vater Carl Geh. Kammerier des Großherzogs war; seine Brüder: Albert, Oberförster in Glambeck; Stephan, Stallmeister; Georg, Professor und Maler, † 1900. Er besuchte die Schule in Neustrelitz, wurde nach beendetem Studium Prädikant in Kublank, dort seinem Vorgänger adjungiert 1845 Nov. 16. † nach langen Leiden 1876 Sept. 22. - Cop. 1845 Dez. 9 Bertha Siefert, Tochter seines Vorgängers. Kinder: 1. Martha, cop. I. José Severin, II. Dr. Wilda in Berlin; 2. Gertrud, cop. Rentier Wollank=Berlin; 3. Hedwig. cop. P. Stolte=Eichhorst.

Seit 1877. Hermann Naumann, geb. zu Eimbeck (Hannover) 1825 Jan. 19. Sein Vater war ursprünglich Kaufmann, studierte dann Jura und lebte als Obergerichtsanwalt und Notar in Hameln. Dort und seit Ostern 1839 in Holzminden besuchte er das Gymnasium und ging Michaelis 1842 auf die Universität Göttingen, um Theologie und Philologie zu studieren. Mich. 1845 nach 1. theol. Examen Lehrer am Institut des P. Piper inBassum, übernahm er Mich. 1848 dort das Pensionat mit Ortsschule selbständig und setzte es bis Ende Juni 1852 mit Hülfe eines cand. theol. und eines seminarist. gebildeten Lehrers und zweier Ortslehrer fort, wurde am 20. Juli 1852 provisorisch und nach erlangter facultas docendi

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im August 1853 definitiv als Kollaborator am Progymnasium zu Goslar angestellt, dort Subkonrektor Michaelis 1857, als Rektor an die Stadtschule zu Uelzen berufen Ostern 1862. Diese entwickelte sich unter seiner Leitung zur höheren Bürgerschule mit Berechtigung zur Abgangsprüfung. 1870 wurde er als Konsistorialrat, Hülfsprediger an der Schloßkirche, Oberaufseher der Großherzogl. Bibliothek und Mitglied der Armenbehörde nach Neustrelitz berufen und am 8. Okt. durch Sup. Ohl ordiniert. Seine Haupttätigkeit widmete er dem Schulwesen des Landes und hat sich um höhere und niedere Schulen große Verdienste erworben. Auf Bestimmung des Großherzogs übernahm er das Pfarramt in Kublank und wurde dort am 7. Okt. 1877 eingeführt. Doch blieb er mit dem Titel eines Konsistorialrats Mitglied der Prüfungs=Kommission für die beiden theologischen Prüfungen. Seit dem 20. Apr. 1880 ist er ordentl. theologisch. Mitglied des Oberen Kirchengerichts für beide Meckl. zu Rostock. Er ist Vorsitzender des Ratteyer Bibelvereins, im Vorstande der landeskirchlichen Konferenz wie der Pastoral=Konferenz und des Unterstützungsvereins für Predigertöchter. Bei Gelegenheit seines 50jährigen Dienstjubiläums am 20. Juli 1902 ward er zum Geh. Kirchenrat ernannt. - Cop. 1853 Sept. 27 mit Sofie Kleinschmidt aus Hannover. Kinder: Johannes, Oberapotheker im allgem. Krankenhaus in Hamburg; Carl, Rechtsanwalt zu Lüchow, und eine Tochter.

Verf. des Artikels "Meckl.=Strel." in Schmidt: Encyklop. des Unterrichtswesens.


Küssow.

(1541). Jacob Pelle, nach dem Prot. Vis. 1541 "ein frommer, ziemlich gelehrter Mann, lehret und lebet wohl", war der erste evangel. Pastor zu Küssow mit der filia Sponholz.

(1578). Valentin Walkerstorff.

Später (so 1643, 1742) war der P. an der Klosterkirche zu Neubrandenburg zugleich P. der beiden Dörfer Küssow und Sponholz, jetzt gehören diese zur Pfarre in Warlin. Küssow hat auch seine Kirche verloren.


Lichtenberg.

Vgl. Wittenhagen.

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Lindow.

Vgl. Schönbeck.

Lübbersdorf.

(1541). Jochim Draheim. Prot. Vis. 1541: "Es ist ein Pfaff, wohnhaftig zu Friedeland, genannt Er Jochim Draheim, der hat ein Pfarr von den Lübberstorpen, auch Lübberstorp genannt, derselb ist ein arger Papist und Verführer der Christen. Der entzeucht viel Leut zu sich aus dem Kerkspel zu Friedeland. Es wäre wohl von Noten, daß Fürstl. Gnaden solchem argen Verführer solches sein unchristlich Fürnehmen aus fürstlicher Macht hindern." Über ihn klagten ebenso die Pastoren zu Kotelow und Eichhorst.

(1560). Marcus Schulte, unter den Unterzeichnern der Form. Conc. nicht genannt.

Von seinem unbekannten Nachfolger sagt Prot. Vis. 1602: "Ein elender Pastor, doch weil die Patronen ziemlich mit ihme zufrieden, als haben wir denselbigen mit ernstlicher geschehener Erinnerung wegen seines Alters und langen Dienstes alda bleiben lassen."

M. Joh. Heinsius starb hier im 30jährig. Kriege.

Prot.Vis. 1665: "Das alte Pfarrhaus allhie stehet noch, ist aber alt und sehr löcherig an sich, ganz dach= und fach= auch sohlen= und bodenlos, darin weder Türen noch Fenster, auch zu mehrenteilen die Wände ausgeschlagen sein, welche das ganze Kriegswesen über ledig gestanden, jedoch noch zu helfen stehet, wann nur ein guter Priester wieder dareinkommt. - Patroni sind unzufrieden, daß der nur ad interim, bestellte Pastor alles genau gesucht, und behalten sich das Recht vor, bei Gelegenheit einen andern zu vocieren." Es war allerdings wohl nötig, alles genau zu suchen, da die 4 Hufen Pfarrland bei Vakanz der Pfarre vom Gutsherrn unter den Pflug genommen waren.

Die Pfarre wurde nicht wieder aufgerichtet, sondern Lübbersdorf kam als vagans 1664 an Jatzke, 1712 an Eichhorst, 1750 an Kotelow und wird seit 1888 von St. Marien in Friedland (P. Plenz) aus versorgt.


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Mirow.

(1534.) Balzer Sabelmann, "Prester to Myrowe" 1534, trat zum Protestantismus über.

(1553.) Stephanus Gebharde, bedankt sich 1553 bei Herzog Johann Albrecht für ein beneficium.

(1575)-1580. Johannes Andreae Heinensis, geb. 1527, bittet 1575 den Herzog um eine Unterstützung. Er hat 7 Söhne und 2 Töchter; 5 Söhne haben studiert "denen er all seinen Verdienst in diesen teuren Zeiten vorgestrecket und darbei in große Schulden geraten." Der älteste Sohn will nun in Frankfurt a. O. ad gradum magistri promovieren, das verursacht neue Kosten. Er unterschrieb Form. Conc. und soll 1580 gestorben sein. (Schröder: Ev. Meckl. III pg. 534.) Sein Sohn wurde sein Nachfolger.

1580-1610. M. Johannes Andreae, des vorigen Sohn, bedankte sich 1584 durch Zueignung einer Schrift bei Herzog Carl für Förderung seiner Studien, wurde 1595 in einem Passe als Hofprediger bezeichnet, war Beichtvater des Herzogs Ulrich und begleitete dessen Leiche nach Schwerin, ihm dort die Leichenrede zu halten. † 1610. - Seine Gattin und spätere Witwe Apollonia Vincelia (Fincken) muß aus Görlitz gewesen sein, wenigstens war mit dem dortigen Magistrat 1602 ein Streit wegen einer ihr vorenthaltenen Erbschaft. Im selben Jahre klagte sie, daß man sie einen Zaubersack und eine Zauberhure gescholten habe. - Seine Schwiegersöhne: Johannes Hildebrant, P. zu Güstrow, Joachimus Plutschowius, P. zu Wesenberg, Johannes Lievenhagen, P. zu Dargun, Petrus Frankus, P. zu Wredenhagen, erbaten 1611 die Pfarre für den Nachfolger, gleichfalls Schwiegersohn.

Schriften: "Hochfürstlicher Ehrenpreis aus Josefs herrlicher und denkwürdiger Valetrede Gen. 50 auf die fürstliche und in Gott ruhende Leiche des Hochwürd. Durchlaucht. Fürsten und Herrn Ulrichen, H. z. M." 4. Ohne Ort und Jahreszahl. (Dr. H. Nettelbladt: Not. script. megap. Rostock 1745 S. 50.) - "Christliche Erklärung des Spruches Johann. 5: Es kommt die Stunde etc. . durch M. Joh. Andr. auf dem fürstlichen Hause zu Myrow gestellet und geprediget usw." Rostock, Stph. Möllmann 1584. (cf. Meckl. Jahrbuch 1842.)

1611-1615. Christian Koppius, war Schulmeister in Mirow und seinem Schwiegervater Andreae in seiner Schwachheit schon als Adjuvant zugeordnet. Der Sup. wollte ihn freilich 1611 Dez. 9 nach abgehaltenem Examen nicht für die Pfarre in Mirow als tüchtig gelten lassen, er muß sie aber doch erhalten haben, denn der vom Sup. vorgeschlagene M. Steph.

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Leomannus aus Neubrandenburg bewarb sich 1615 aufs neue um die Pfarre. Koppius wird 1615 gestorben sein.

1616-1625. M. Andreas Martin Pauli wurde im April 1616 auf Befehl des Herzogs für die Mirower Pfarre examiniert, hatte bis dahin einen jungen Samuel Penze in Neubrandenburg unterrichtet, erbat in demselben Jahre als P. in Mirow die Erbauung einer Scheune, wurde 1625 als Archidiakonus nach Wismar berufen.

1625-1638. Christof Ottfar (Ottofar), wurde vociert 1625 Aug. 31., † 1638. Nach seinem Tode wurde der Pfarrdienst durch die Pastoren von Wesenberg, Müller und Hasenius, sowie durch den P. Andreae aus Gaarz, die sämtlich der Kriegsgefahr wegen sich in Mirow aufhielten, besorgt, bis Müller auf Wunsch der Gemeinde die Pfarre übernahm und die Witwe heiratete. Ottfars Kinder klagten 1645 auf Herausgabe des väterlichen Erbes. Der Ratsverwandte Theodor Christophorus Ottofar zu Wesenberg, der 1651 unter den Schuldnern der Kirche zu Mirow aufgeführt wird, ist vielleicht ein Sohn.

1638-1669. Johannes Müller.

Prot.Vis. 1651: "Sei bürtig Ribbenitze aus Mecklenburgk, habe sonderlich in seiner Jugend zu Rostock studieret und daselbst sich drittehalb Jahr aufgehalten, sonsten auch eine Zeit lang zu Wittenbergk kommorieret". 1627 wurde er als Diakonus in Wesenberg durch Sup. Schlüsselburg ordiniert und eingeführt. Er hatte freilich zugesagt, die Witwe seines Vorgängers zu heiraten, bat aber dann, ihn dieser Verpflichtung zu entheben. Die Witwe habe geraume Zeit im Ehestände gelebt und sei schon vorher eine alte betagte Jungfer gewesen. Als Ersatz versprach er ihr einen Teil seiner Besoldung. 1633 rückte er in das Pastorat zu Wesenberg auf und flüchtete 1638 wegen der Kriegsunruhen mit seinem Kollegen nach Mirow, wo er die soeben erledigte Pfarre erhielt und durch den Sup. Colerus aus Parchim eingeführt wurde. Von 1639-1651 besorgte er auch die Gemeinde zu Gaarz und Krümmel. 1651 gestattete ihm der Herzog, daß er zwei Pferde, vier Ochsen, fünf Kühe, 50 Schafe und etliche Schweine und Gänse hut= und weidefrei halten möge. Bei der Visit. desselben Jahres bekannte er sich gänzlich zu den Bekenntnisschriften mit Einschluß der Form. Conc. "Er halte selbige Lehre vor göttlich und selig, wolle mit Gottes Hülfe ferner solche lehren und treiben und bis an sein Ende dabei beständig beharren". In dem mit ihm angestellten colloquium theol. von etlichen streitigen Glaubenspunkten wurde er als in der

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heil. Schrift ziemlich belesen und in reiner Lehre fundiert befunden, aber ermahnt, seine studia theolog. fleißig zu kontinuieren. Die Gemeinde war in den letzten betrübten Zeiten um die Hälfte geschwächt. † 1669. - Ob er in Wesenberg verheiratet gewesen, ist nicht bekannt. Jedenfalls heiratete er 1638 die Witwe Ottofars. Seine Tochter Catharina heiratete 1677 P. Senst=Fürstenberg.

1670-1676 (?) Caspar Krause, geb. in Riga, wurde P. zu Varchentin, als Hofprediger nach Mirow berufen 1670, durch Sup. M. Jac. Sommerfeld von Parchim am 7. Aug. eingeführt. Er ging mit der Witwe Herzogs Joh. Georg, einer Prinzessin von Braunschw.=Wolfenbüttel, in deren Heimat und wurde dort Präp. † 1682.

Schrift: "Indissolubile foedus amoris d. h. die Hochfürstl. Alliance mit Gott unverbrüchlich gehalten im Leben und im Tode, als des weil. Durchl. Fürst, und Herrn Joh. Georgen H. z. M. verblichener Leichnam den 30. Nov. 1675 mit christl. fürstl. Ceremonien beigesetzet worden, des nachfolgenden Morgens in der Kirche das. vorgetragen." Wolfenbüttel, Paul Weiß, 1676, fol. (cf. Nettelbladt 1. c. pg. 79.) -

1676(?)-1682. Andreas Rudeloff.

1683-1696. Daniel Bilderbeck, Sohn des Hofprokuristen und Rats Heinrich in Schwerin, Enkel des dortigen Sup. Heinrich, besuchte 7 Jahre die Fürstenschule in Meißen, 5 Jahre die Universität und erhielt die Pfarre auf Fürsprache seines Vaters. Er richtete statt der bisherigen Mittwochs=Gottesdienste, die nicht besucht wurden, an den Sonntag=Nachmittagen 1683 Katechismus=Examen ein. † 1696. - Seine Witwe, Magdalena Thomsen, heiratete der Nachfolger. 2 Töchter.

1697-1726. Johannes Thel, Sohn des P. in Dewitz, war 1696 in Beseritz präsentiert, aber nicht gewählt, für welches Resultat er in einem Briefe die Ungerechtigkeit des Sup. Pfuel verantwortlich gemacht und auf diesen gescholten hatte. Pfuel verklagte ihn darauf, konnte aber seine Berufung nach Mirow und Einführung am 8. p. Tr. nicht hindern, sondern erreichte nur, daß Thel im folgenden Jahre Abbitte leisten mußte. Als eisernes Inventar fand sich damals auf der Pfarre vor: "In der Schlafkammer eine alte Bettstell und ein Schlagtisch, auf der Diele ein alter Tisch, in der Küche ein von dem Vorgänger neu geschenktes Kannenbort und ein alt Schap". Als die Witwe Herzog Adolf Friedrich II. 1708 nach Mirow zog, erhielt Thel den Titel eines Hofpredigers; "scheint kein bedeutender Geist gewesen

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zu sein" (Giesebrecht). † 1724. - Die Witwe des Vorgängers hatte er geheiratet. 2 Kinder.

Vgl. hier und im folgenden: Dr. Ludw. Giesebrecht: "Der Fürstenhof in Mirow während der Jahre 1708-1761". (Herbstprogramm des Gymnas. zu Stettin 1863.)>

1725-1753. Bernh. Heinr. Büddemann. Vgl. Neustrelitz.

1753-1769. Johann Ludw. Leithäuser, Sohn eines Kaufmanns in Unna i. Westfal., Verwandter des vorigen, besuchte das Gymnas. zu Soest 1739, stud. in Halle 1743, wurde nach kurzer Hauslehrerzeit P. zu Wiedenest im Amte Neustadt, kam aber nicht zu ungestörtem Besitz der Pfarre, da die Bürger von Neustadt gegen seine Wahl protestierten. Es entstand ein langwieriger Prozeß, so daß er zweimal nach Wien reisen mußte, um sein Recht zu erhalten. Beide Male ohne Erfolg. Auf Empfehlung Büddemanns wurde er nach Mirow berufen und am 2. Advent 1753 eingeführt. "Ein Theolog aus Baumgartens Schule, von inniger Religiosität, zugleich eine dichterisch gestimmte Natur, die dem gläubigen Gefühl wie dem Scherz und der heiteren Neckerei den Ausdruck zu finden wußte, war er, was anderwärts nicht wohl vereinbar sein mag, beides, Seelsorger und Hofdichter. Gellert war augenscheinlich sein Vorbild in der Poesie". Er erfreute sich der besonderen Huld der Herzogin Elisabeth Albertine; die fürstlichen Kinder, besonders die spätere Königin Charlotte von England, waren viel in seinem Hause. † 1769 Mai 14, am 1. Pfingsttage. - Cop. 1755 Juni 13 Ilse Dorothea Helm, geb. 1731, † 1812 Mai 26, Tochter des Pächters Joachim zu Neetzka, später zu Wanzka, und der Dorothea Behm, P.tochter aus Wanzka. Kinder: 1. Elisabeth, cop. dem Nachfolger; 2. Charlotte, cop. P. Schuckmann=Gaarz, später Wanzka; 3. Marie, cop. P. Loholm=Weitin.

1769-1827. Benjam. Christian Heinr. Giesebrecht, geb. zu Rostock 1741 Febr. 6. Sein Vater Johann Heinrich war ein Kammacher, der wegen seiner ungünstigen Vermögenslage auswandern wollte, aber in Rotterdam starb. Die Witwe, Margarete Schall († in Mirow 1789), zog 1753 zu ihrer in Anklam lebenden Mutter. Dort besuchte Benjamin das Gymnasium 1754-60. Widerrechtlich zum Soldaten ausgehoben, flüchtete er nach Friedland und dann nach Halle, wo er bis 1763 studierte. Als der Hubertusburger Friede die Rückkehr nach Pommern erlaubte, wurde er Hauslehrer beim Landrat von Parsenow auf Zemmin 1763-67, und ging dann in gleicher

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Eigenschaft zum P. Herder nach Lärz. Hier wurde er mit P. Leithäuser und durch diesen mit dem Sup. Masch bekannt, zu dem er Ostern 1767 als Hauslehrer kam. Dessen Sohn und die von ihm mitunterrichteten Söhne des Staatsministers Seip brachte er 1769 auf das Pädogogium in Halle und erhielt in demselben Jahre die Pfarre in Mirow, wo er am 3. Dezember eingeführt wurde. Für die ihm entgehenden Hebungen des Gnadenjahres wurde er von der Gemeinde entschädigt. Als ihn am 1. Pfingsttage 1815 vor dem Altar eine Lähmung der Sprachorgane überfiel, wurde ihm sein Sohn adjungiert. Doch blieb sein Geist frisch, und er konnte noch 1819 sein Amtsjubiläum in dankbarer Freude feiern. † 1827 April 26. - Cop. 1772 Okt. 23 El. Ad. Luise Christ. Leithäuser, geb. 1756 Juni 30, † 1823 Juni 9, Tochter seines Vorgängers, war seit 1790 erblindet. - Kinder: 1. Luise, cop. P. Dulitz=Triepkendorf; 2. Henriette, geb. 1778, † 1865 unverheir.; 3. Carl, geb. 1782 Juli 9, † 1832 Sept. 20, seit 1812 Professor am Gymnasium z. grauen Kloster in Berlin. Sein Sohn Wilhelm von Giesebrecht, geb. 1814 März 5 in Berlin, † 1889 Dez. 17, Geh. Rat Prof. der Geschichte a. d. Univers. München; 4. Auguste, cop. P. Probsthan=Strelitz; 5. Friederike, geb. 1787, † 1836, unverheir.; 6. Adolf, geb. 1790 Febr. 26, 1815 Lehrer am Gymnas. Carol. in Neustrelitz, wurde nach einer Studienreise zu Pestalozzi Leiter des Schullehrer=Seminars in Mirow, legte dies Amt 1826 nieder, darauf Lehrer in Berlin, Konrektor in Prenzlau 1828, Rektor in Neustettin 1833, Prov.=Schulrat in Stettin 1842, dasselbe in Königsberg i. Pr. 1848, † das. 1855 Okt. 7, cop. Caroline Probsthan, P.tochter aus Strelitz; 7. Ludwig, geb. 1792 Juli 5, † 1873 März 18, "der Lehrer, Historiker und Dichter", kämpfte mit seinen Brüdern Adolf und Friedrich 1813 unter den C.=Husaren, war 50 Jahre Lehrer am Gymnasium zu Stettin. Sein Hauptwerk: "Wendische Geschichte 780-1182. 3 Bd. 1843; 8. Friedrich, der Nachfolger; 9. Ernestine, geb. 1796, † 1861, cop. Wilhelm Böhmer, Professor am Gymnasium zu Stettin.

Schriften: "Empfindungen eines Jünglings bei dem traurigen Kriegsschicksal seines Vaterlandes." Rostock 1760. - Antrittspredigt in Mirow. Berlin 1769. - Moralische Gedanken vom gesellschaftlichen Leben. 4 Stücke. Neubrandenburg 1774-78. 8°. - "Erklärende Umschreibung des I. Buches Mosis mit Anmerk. und moralischem Gedanken für Unstudierte." Rostock und Leipzig I. 1784. II. 1785. - "Physikalische Beschreibung des Amtes Mirow." (Siemssens Magazin f. Naturkunde 1791 Bd. 1). - Außerdem ästhetische Aufsätze, Recensionen und Gedichte für Zeitschriften.

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Vgl. "Die schriftstellerische Fünfmannschaft in Vater und Söhnen." (Schwer. Abdbl. 1824 Nr. 295.) - Meusel: "Gelehrtes Deutschland. Lemgo 1796 Bd. 2 pag. 561. - Monatsschr. von u. f. Meckl. 1791 St. 1. -

1816-1865. Friedr. Ernst Theod. Giesebrecht, Sohn des vorigen, geb. das. 1792 Juli 5, besuchte das Gymnasium zum grauen Kloster 1807-12, machte den Feldzug 1813/14 im vaterländischen Husarenregiment mit, studierte weiter in Berlin bis Mich. 1815, wurde dem Vater adjungiert 1816 März 17, Präp. der Wesenberg=Mirower Synode 1839 Febr. 26. Er war Mitglied der theol. Prüfungskommission und bei der Herausgabe des Gesangsbuches 1832 tätig. Für das Schulwesen hatte er allzeit ein lebhaftes Interesse. "Lange Zeit durch seine persönliche, lautere Frömmigkeit zu den Stillen im Lande gehörend, war er später ein ausgesprochener Freund der preußischen Union und Gegner der konfessionalen Richtung in der Theologie." Durch Altersschwäche wurde er genötigt, Mich. 1865 sein Amt niederzulegen, und bei seiner Emeritierung durch den Titel "Konsistorialrat" geehrt. Doch war er auch später noch wissenschaftlich tätig. † 1875 Mai 3. - Cop. 1817 Mai 29 Dorothea Loholm, † 1832 Nov. 3, P.tochter aus Weitin. Keine Kinder.

Mitarbeiter des Schwer. Freim. Abdbl.; geistlicher Liederdichter (vgl. Sieffert: Gesangbuch s. Schulen.) - Rede bei der Erinnerungsfeier des vaterl. Hus.=Regiments. Neustrelitz 1838. - "Versuch geistlicher Lieder im Bibel= und Volkston." 1821.

1865-1897. Ad. Wilh. Eberhard Becker, geb. 1823 Jan. 16. Sein Vater, Dr. Ulr. Just. Herm., war Direktor der Domschule in Ratzeburg, † 1843 (vgl. Freim. Abdbl. 1845 Nr. 404); seine Mutter eine Tochter Hufelands. Einer seiner Brüder, Otto, war der berühmte Augenarzt, Prof. an der Universität Heidelberg. Er besuchte die Domschule bis Ostern 1841, stud. in Erlangen (Harleß u. Hofmann) und Berlin (Neander und Marheinecke), wurde Hauslehrer, seit Ostern 1848 Lehrer am Gymnasium Carol. in Neustrelitz, Lehrer (1850) und Rektor (1857) an der höheren Töchterschule bstdaselbst, auch Lehrer des Erbgroßherzogs 1860-65, P. in Mirow 1865 Okt. 8, Präp. 1877 Juli 14. Er starb nach schweren Leiden, die ihn schon längere Zeit verhindert hatten, sein Amt zu verrichten, am 28. Okt. 1897. - Cop. 1850 März 21 Auguste Jul. Wilh. Sof. Kortüm, Tochter des Geh. Med.=Rats Dr. med. Theodor in Neustrelitz. 2 Söhne: Theodor, Prof. am Gymnasium Carol. in Neustrelitz; Otto, Kaufmann in Hamburg; 2 unverheir. Töchter.

Reden bei der Beisetzung des Herzogs Georg (Neustr. Barn. 1876), der Herzogin Caroline (Neustr. Barn. 1878), des Drosten Carl von

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Oertzen=Rattey (Mirow 1890.) - Die Bedeutung des evang. Hauses für die Erhaltung und Forderung kirchlicher Sitte. Vortrag. Neubrandenburg 1882.

1898-1902. Carl Horn. Vgl. Neustrelitz.

Seit 1903. Ernst Röper. geb. Neustrelitz 1860 Okt. 15; dort auf dem Gymnasium bis Ostern 1881, stud. in Rostock, Greifswald und Leipzig, Lehrer an der Bürgerschule in Neustrelitz, Prädikant in Strelitz Ostern 1886, Lehrer der fremden Sprachen an der Stadtschule in Fürstenberg Ostern 1887 Konrektor am Seminar und der Ortsschule in Mirow 1889 Jan. 8, ordiniert als Hülfsprediger des Präp. Becker Ostern 1897, P. das. 1903 Jan. 18.


Neddemin.

(1560.) Peter Joachim Kruse. Visit.

(1579)-1596. Jacobus Rossovius, unterschrieb Form. Conc., hatte seinen Sohn und Nachfolger als Substituten. † 1596.

(1596)-1611. Georg Rossovius, Sohn und Adjunkt des Vorgängers, P. 1596. † 1611, neben seinem Vater vor dem Altar begraben.

1611-163 .? Joachim Schneidewin, geb. zu Neubrandenburg. Im Kriege flüchtete er. "Hier ist eine elende Zeit erfolgt und ist dieser im exilio (zu Neubrandenburg) gestorben" 1636.

1639-1670. Johann Cregaeus (Krey), geb. zu Pritzwalk 1599 März 14, Sohn des späteren Sup. Matthias in Neubrandenburg, stud. in Greifswald, P. in Gevezin 1628. Vor Krieg und Pest flüchtete er 1637 nach Neubrandenburg, wo er seine Frau an der Seuche verlor. Zwei Jahre lebte er dort im Exil und vikarierte an der Klosterkirche. "Er hat keine Mittel und Zehrpfennig, das Seine, was er an Kleidern und andern Gutes gehabt, haben ihm die Soldaten alles genommen", sagt der Sup. 1639 von ihm in einem Empfehlungsschreiben, in dem er seinen stillen, eingezogenen Wandel rühmt. Im selben Jahre erlangte er die Pfarre in Neddemin. Bei der Visit. 1664 gaben Pastor und Gemeinde einander ein gutes Zeugnis, und trotzdem P. durch Alter etwas unvermögend war, waren die Visitatoren mit dem Examen zufrieden. "Das Pfarrhaus allhie ist sehr alt und baufällig, hat Mangel an den Sohlen, also daß es sehr versackt, auch sonst einwendig an Stuben und Kammern

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geringe, auch fast gefährlich ist, sonderlich das Strohdach, so nach dem Kirchhof eine Kuhlunge hat, so auf die Stube gehet und nimmer dichte halten will, also daß der Pastor nicht trucken in seiner Stube sitzen kann, wie denn auch das ganze Haus an sich enge und behende ist." † 1670 Febr. 18.

1671-1702. Erdmann Raepke, geb. Prenzlau 1641 April 21, Konrektor zu Friedland 1666, P. 1671 Reminisc. Beim Brande der Pfarre 1702 April 2 wurde er so verletzt, daß er bald darauf starb. Auf einem Epitaph in der Kirche kniet er mit seiner Gattin, einer Tochter des Senators Ramsen in Friedland, die noch 1721 lebte, 6 Söhnen und 9 Töchtern. Ihm folgte sein Sohn.

1703-1713. M. Matthias Gottlieb Paepke. Vgl. Strelitz.

1713-1768. Christian Bresse, geb. Demmin 1686 April 7, ging nach Besuch der Gymnasien zu Loitz und Neubrandenburg 1707 auf die Universität Rostock. "Wie ihn nun Gott bishero wunderlich und weislich geführet, und da er von den Seinigen zu seinem Studieren wenig Zuschub haben können, doch aller Orten für ihn väterlich gesorget und gute Herzen erwecket, die ihm fortgeholfen, so gefiel es auch dem gütigen und allweisen Gott nach dem Zurücklegen τής άκαδημίας, ihn zeitig in seinen Weinberg zu berufen. Er war ja nun zum künftigen heil. Predigtamt durch Gottes Gnade gebührend zubereitet und geschickt gemacht worden. Anno 1710 Dom. Judica wurde derselbe zu Zierke in Gegenwart des H. Sup. Boekers präsentiert und per majora erwählet und am Sonntag Exaudi als am 11. Juni zum Prediger dasiger Gemeinde ordinieret, wurde bald darauf verheiratet den 18. Juni mit Jgf. Christina Catharina Clingen, des noch itzo lebenden alten Predigers zu Neukirch Herrn Franzisci Friederici Clingen eheleiblicher Tochter, mit welcher er gottlob noch itzo in einer vergnügten und gesegneten Ehe lebt. Nachdem er nun das. 3 Jahre im Predigtamt gewesen, ist er anno 1713 von dem wohlgeb. Herrn Hof=Marschall und Geh. Rat Herrn Adam Friedrich von Jasmund und dem damaligen Stallmeister, nunmehr wohlbestellten Landmarschall Herrn Hans Christof von Dechowen an der Stelle des nach Strelitz berufenen Herrn Mag. Paepken wiederum zum Prediger der Kirchen zu Neddemin, Trullenhagen und Podewall ordentlich vocieret und am Sonntage Trinitatis als am 11. Juni von dem nunmehro sel. Herrn Sup. Ern Johann Heinr. Boekern ordinieret und introducieret worden. Wie er nun bishero durch

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Gottes gnädigen Beistand bemüht gewesen, das heil. Amt. so ihm anvertrauet, nach dem Vermögen, so Gott selbst dargereichet, mit aller Treue, Fleiß, Sorgfalt und Wachsamkeit zu pflegen und zu verwalten, so wolle der Allmächtige das aufrichtige Bemühen und redliche Absichten noch ferner, so lange es ihm gefällt, denselben im Leben zu lassen, in Gnaden gesegnen, daß er sich möge als ein frommer und getreuer Knecht Gottes erweisen, viele Seelen gewinnen und Jesu, seinem Fürsten und Oberherrn zuführen." Mit dem Kammerjunker von Gäfertsheim, der das Gut 1754 übernahm, hatte Br. einen langen Prozeß mit mancherlei Widerwärtigkeiten, in denen ihm die Abhängigkeit in Holz und anderen Lieferungen sehr zum Bewußtsein kam. † 1768 Nov. 6. - Kinder: 1. Adam Christof, geb. 1715 Juni 24, P. in Gr. Varchow 1756, † 1775 Dez. 23; 2. Margarete, cop. P. Köhler=Neverin. Ein anderer Sohn wurde 1743 als Kandidat wegen seiner ansehnlichen Körperlänge von den Werbern auf der Landstraße aufgegriffen, worauf sein jüngerer Bruder, M. Christian Friedrich, welcher damals in Halle Theologie studierte, es garnicht wagte, wieder nach Mecklenburg zurückzukehren, sondern in Sachsen blieb, wo er 1749 Diakon, im Städtchen Zöblitz wurde. (Boll: Gesch. Meckl. II pag. 274).

1770-1818. Johann Friedrich Barnewitz, geb. zu Rödlin 1737 Sept. 25, P.sohn, stud. Rostock, 1757-59, introd. 1770 April 8, † 1818 April 30. - Cop. Margreta Röhl geb. 1751 März 31, Tochter des P. in Ballwitz. - 6 Kinder, unter ihnen 1. Sofia, cop. 1796 Christoph Stolzenburg, Konrektor in Anklam; 2. Margreta, cop. 1797 Kaufm. Dav. Thom. Reuter in Treptow a. T., Mutter des P. in Neverin und der Fr. P. Brückner=Neddemin.

1819-1853. Ernst Heinr. Ferd. Brückner, geb. zu Gr.=Vielen 1784 Apr. 27, Sohn des späteren P. in Neubrandenburg, Gymnas. zu Neubrandenburg, Univ. Halle 1804-1806, ordin. 1819 Jan. 27, † 1853 Dez. 9. - Cop. 1820 Nov. 27 Dorothea Sof. Fried. Reuter, Kaufmannstochter aus Treptow, Enkelin seines Vorgängers, geb. 1798 Apr. 7, † 1890 Juli 28. Kinder: 1. Auguste, geb. 1821, † 1857, cop. 1843 Dr. med. Funk zu Neubrandenburg; 2. Ferdinand, geb. 1824, † 1869 Landwirt; 3. Emil, geb. 1830, † 1865, Leutnant im Meckl.=Strel. Bataillon, cop. Anna Carls, Tocht. des P. in Staven.

1854-1866. Johann Heinr. Franz Beyer, geb. zu Merseburg 1827 Jan. 30, Sohn eines Bürgers, besuchte dort das Gymnas., stud. zu Halle 1846-49, Lehrer an der Mädchenschule zu Neubrandenburg, P. in Neddemin 1854 Dez. 17, wurde

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P. an der lutherischen Gemeinde in Elberfeld 1866 Okt. 28, † 1887 Dez. 15. - Cop. 1852 Juli 30. Marie Milarch, Tocht. des P. in Schönbeck. Kinder: 1. Franz, geb. 1853, † 1887, P. in Olde=Beckum, Westfalen; 2. Ernst, Sup. in Filehne; 3. Ulrich, Lehrer an der Realschule in Neustrelitz.

Schriften: "DasWesen der christl. Predigt etc. ." Gotha. Perthes 1861. - Vortrag über Jesuitismus; Streitschrift gegen D. Schwarz=Gotha 1857; einzelne Predigten.

1866-1879. Curt Langbein, Präp. in Stargard. (Vgl. das.)

1879-1880. Alfred Horn, P. in Selmsdorf (d. Past. Ratz. pag. 73).

1880-1881. August Kolbatz, geb. zu Neustrelitz, war Realschullehrer in Schönberg, P. zu Neddemin 1880 Okt. 31, ging nach Jahresfrist als P. ins Hannöversche, wo er nach einigen Jahren gestorben ist. - Cop. Marie von der Lühe, Tochter des Rittergutsbesitzers auf Schabow bei Sülze.

1881-1888. Adolf Krüger, P. in Plath. (Vgl. das.)

Seit 1888. Hermann Lebbin, geb. zu Lapitz bei Penzlin 1851 Febr. 6 als Sohn des aus Friedland stammenden Küsters und Lehrers Carl und der Dorothea, geb. Roloff. Er besuchte das Gymnasium zu Friedland seit Ostern 1863, stud. in Rostock, Erlangen und wieder Rostock Ost. 1872-75, diente dann sein Militärjahr, war Hauslehrer in Zernikow und bei P. Ziehe in Rühlow Ost. 1876 bis Mich. 1878 wurde Konrektor an der Bürgerschule zu Lübz, Rektor in Tessin 1880 Febr. 1, Rektor zu Stargard Joh. 1880, P. in Neddemin 1888 April 8. - Cop. Marie. Buck, Tochter des Schiffskapitäns Heinrich in Rostock. 2 Söhne.


Neetzka.

Vgl. Kublank.

Gr.=Nemerow.

Vor der Reformation hatte Gr.=Nemerow einen Kapellan, der aber im Johanniter=Hause zu Kl.=Nemerow verpflegt wurde. Bei der Visit. 1541 gehörten die beiden Nemerow zur Mutterkirche und Pfarre in Rowa. Bald darauf scheint aber die Pfarre nach Gr.=Nemerow verlegt worden zu sein, denn es finden sich dort als Pastoren:

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(1579.) Thomas Costerus unterschrieb Form. Conc.

(1613. 1614.) Andreas Werner wurde wegen zu strenger Kirchenzucht verklagt.

(1633. 1640.) Andreas Sternberg ließ 1633 einen Priesterkaten zu Rowa auf seine Kosten bauen. Sein Schwiegersohn Jochim Kükenbieter meldete 1666 vor der Visitationskommission daraus resultierende Forderungen an die Pfarre für seine Frau an.

(1644)-1671. Theodor Küper. Er hatte Frankreich, England, Holland, die Schweiz und Italien gesehen. 1644 führte er die Kirchenrechnung. Bei der Visitation 1661 ff. war er fürstl. Kommissar im Strelitzer Distrikt. † 1671. Seine Witwe lief im Gnadenjahr mit dem Küster davon.

1671. Theodor Rumpeda. Er kann nur kurze Zeit hier Pastor gewesen sein, denn 1676 berichtete der Sup., "die Pfarre sei in die 5 Jahr schon ohne Pastor." Gr.=Nemerow hielt sich meist zu Prillwitz, bis es 1748 der neugegründeten Ballwitzer Gemeinde zugeteilt wurde.


Neubrandenburg.

Superintendenten.

1552-1553. D. Erasmus Alberus, geb. in der Wetterau oder nach anderen zu Sprendlingen im Darmstädtischen, studierte zu Mainz und 1520/21 zu Wittenberg, war anfangs ein Anhänger Karlstadts, später aber einer der eifrigsten Schüler und Anhänger Luthers. Ums Jahr 1524 war er Schulmeister zu Ursel in seinem Vaterlande, 1527 zu Heldenbergen bei einem Ritter von Hanstein, führte die Reformation in das Ländchen Dreieichen ein und war 11 Jahre das. P. zu Sprendlingen und Götzenhain, wurde aber hier, wie es scheint zum ersten Mal, seines heftigen Eiferns wegen vertrieben. Dann wurde er von dem Kurfürsten Joachim von Brandenburg als Hofprediger nach Berlin berufen, aber bald wegen seines Eiferns gegen die den Geistlichen aufgelegten Abgaben entlassen. Darauf berief ihn 1541 der Rat der Neustadt Alt=Brandenburg zum Pfarrherrn, aber auch von dort wurde ihm bald wieder durch den Kurfürsten Urlaub gegeben. Darauf P. zu Baden bei Friedberg, 1545 zu Babenhausen im Hanau=Lichtenbergschen, wo er Kirchen und Schulen reformierte, bis ihn sein heftiger Angriff auf das Interim dort unmöglich machte. Magdeburg, das dem Interim

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kühn zu widerstehen wagte, bot ihm eine Freistätte, aber Kurfürst Moritz vertrieb ihn auch dort. Er ging nun nach Hamburg und von dort nach Lübeck, aber auch hier wies ihn im September 1552 der Rat aus, weil er den Prediger an der Hospitalkirche wegen angeblicher Irrlehren aufs heftigste angegriffen hatte. Er wandte sich nach Mecklenburg, und der Rostocker Prof. Conrad Pegel empfahl ihn dem Herzog Johann Albrecht für eine erledigte Pfarre in Wismar, allein der Herzog schickte ihn als ersten Sup. des Landes Stargard und P. prim. nach Neubrandenburg, wo er während der vom 22. Nov. bis 2. Dez. 1552 stattfindenden Kirchenvisitation eingeführt wurde. Die Visitatoren hatten das Gehalt des Sup. auf 200 Gulden, 4 Drömt Roggen, 10 Fuder Holz, freie, bequeme Wohnung und einen Garten festgesetzt, doch konnten sie mit dem Rat der Stadt sich nicht einigen, da dieser das Patronatsrecht für sich begehrte. Zwar mußte er hierin nachgeben und auch der von ihm ernannte P. Martinus Wendt von der ersten Stelle zurücktreten, aber dafür erhielt Alberus kein Gehalt. Der Rat erklärte bei der Visit. 1558: "Obwohl Alberus ein gelehrter, frommer und gottesfürchtiger Mann gewesen, wäre er doch derowegen, daß er also ungeheischen eingeführt, verächtlich gehalten und hätte, wenn er gepredigt, kaum 3 oder 4 Zuhörer gehabt." Der Ärger über die mancherlei Widerwärtigkeiten - er konnte weder Fische vom Fischer erhalten, noch wollte ihm der Schuhmacher arbeiten oder verkaufen - fraß an seinem Leben. Nach einer erregten Verhandlung mit dem Magistrat am 4. Mai 1553 starb er in der Frühe des folgenden Tages, nachdem er nur 7 Wochen in Neubrandenburg seinen Wohnsitz gehabt hatte. Am 6. Mai ward er vom Rat der Stadt, der nun allen Haß fahren ließ, mit allen möglichen Ehren in der Kirche beigesetzt. Seine Witwe veröffentlichte ein Sendschreiben an seinen Freund Matth. Flacius Jllyricus: "Des beständigen Bekenners und treuen Dieners Christi D. Erasmi Alberi christlich=seliger Abschied von dieser argen, undankbaren Welt." David Chytraeus widmete ihm das Epicedion:

Hic situs Alberus, magni collega Lutheri,
qui fuit et verbi lucina clara sacri.

Seine Tochter Gertrud heiratete 1570 P. Petra=Weitin.

Zahlreiche Schriften theologischen und polemischen Inhalts, in denen er in schärfster Tonart streng lutherische Lehre vertrat, so: "Eulenspiegel und Alcoran der Barfüßer=Mönche, mit einer Vorrede D. Lutheri." Wittenberg 1542. - "Dialogus wider das Interim" 1548. - "Wider das Lästerbuch Osiandri." 1551. - "Wider die verfluchte Lehre der Karlstädter und aller fürnehmsten Häupter

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der Sakramentierer, Rottengeister, Wiedertäufer etc. ." (8 Tage vor seinem Tode vollendet, gedruckt 1556 Neubrandenburg, Ant. & Walt. Brenner). - "Dictionarium Latino-Germanicum", Frankfurt 1540, das erste Reimlexikon. - "Buch der Tugend und Weisheit, nämlich 49 Fabeln, der mehreren Teile aus Aesopo gezogen", zuerst 1534 erschienen und mehrfach aufgelegt. - Mehrere Kirchenlieder, so: "Nun, freut euch, Gottes Kinder all"; "Steht auf, ihr lieben Kinderlein"; "Christe, du bist der helle Tag" (M.=Strel. Ges.=Buch Nr. 165, 577, 593.) - (Vgl. Boll: "Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg" und Krey: "Beiträge zur mecklenb. Kirchen= und Gelehrten=Geschichte".)

1554-1558. M. Johann Garcaeus (Garzius, Gartz), stammte aus Spandau, war Konrektor am Johanneum in Hamburg 1529-32, P. zu St. Petri in Hamburg, P. zu Spandau 1543, wieder an St. Jacobi in Hamburg 1546, wurde nach heftigem Streit mit D. Aepinus, dem angesehensten der dortigen Geistlichen, über die Höllenfahrt Christi, vom Rate enturlaubt 1551, wurde Prof. und P. zu Greifswald, 1553 Rektor der Universität daselbst, wurde vom Magistrat als Nachfolger Alberi berufen Anfang 1554. Doch war seine Stellung sehr unbehaglich, da die Patronatsfrage und damit die Superintendenturberechtigung unerledigt war. Auch wurde das Gehalt höchst unregelmäßig gezahlt, so daß 1555 März 25 die theologische Fakultät in Wittenberg die Vermittelung des Herzogs wegen pünktlicherer Besoldung für ihn anrief. Das Pfarrhaus war so verfallen, daß er sich auf eigene Kosten eine Wohnung mieten mußte. Er richtete daher an die Visitatoren des Jahres 1558 eine ausführliche Klageschrift, starb aber schon am 24. Aug. dess. Jahres. - Der Dr. Joh. Garcaeus, geb. zu Wittenberg 1530 Dez. 13, † 1575 Jan. 22., Prof. zu Wittenberg, dann P. zu St. Jacobi in Hamburg, wird ein Sohn sein. (Schwierig ist es, Vater und Sohn zu unterscheiden, zumal beide Schriftsteller sind, hinzukommt noch, um die Schwierigkeit zu vergrößern, der gleichnamige Sup. zu Alt=Brandenburg, † 1574.)

1558-1565. Joachim Kükenbieter (Nossiophagus), geb. in Nossen, P. a. d. Klosterkirche zu Schwerin 1534, an St. Nicolai in Hamburg 1545, kehrte 1547 nach Schwerin zurück, wurde 1553 dort Domprediger. Neben Rothmann war er dort zuerst als lutherischer Prädikant aufgetreten, hatte dann neben Riebling visitiert und an der Kirchenordnung mitgearbeitet. Als seine an einen dortigen Kaufmann verheiratete Tochter von der öffentlichen Stimme eines Ehebruchs beschuldigt wurde, ließ sich der Vater, von ihrer Unschuld überzeugt, dazu hinreißen, den Gegenstand auf der Kanzel zu verhandeln und Donner und

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Blitz herbeizubeschwören, falls seine Tochter schuldig sei. Durch wunderbare Fügung wurden nach geendeter Predigt durch einen zündenden Blitzstrahl 44 Häuser in Asche gelegt. Das war am 21. Aug. 1558 d. 12. p. Tr. Infolgedessen mußte er die Stadt verlassen, wurde zunächst interimistisch als P. in Neubrandenburg angestellt und erhielt 1559 die Superintendentur. Der Rat wollte ihn zuerst nicht anerkennen und drohte ihn ebenso zu behandeln wie früher Alberus, schließlich gab er nach, und 1560 wurde durch Herausgabe eines Drittels der Kirchengüter an den Rat der langjährige Streit zwischen Herzog und Stadt geschlichtet und so die Reformation vollendet. † 1565. - Seine Witwe, Gertrud Budden, verheiratete sich mit Thomas Koppen, einem Schmied. (Schröder II pag. 473.) - Möglicherweise stammte von ihm der Jochim Kükenbieter ab, der 1666 als Schwiegersohn des P. Sternberg in Gr.=Nemerow (vgl. S. 113) genannt wird.

1566-1597. M. Georg Schermerus (Schirmer), geb. in Freienwalde, stud. in Rostock. Als Rektor der Schule zu Stargard i. Pomm. hatte er in den Wochenpredigten, die ihm oblagen, "gar hart und eifrig wider das unordentliche Leben und insonderheit wider die Gastereien am heil. Feiertage" gepredigt und wurde endlich 1565 abgesetzt, weil er den Rat wegen der Verwaltung der Kirchengüter heftig angegriffen hatte. 1566 promovierte er zum Mag. in Greifswald und predigte als Prof. der Philosophie und Moral in der Klosterkirche, wurde aber auch hier entsetzt. So kam er als Sup. und P. prim. nach Neubrandenburg. Auf Chytraei Veranlassung mischte er sich 1568 als Ratgeber in den Streit des Güstrower Sup. Conrad Becker (Pistorius) mit dem Hofe und dem Rate. (Vgl. Mnschr. v. u. f. Meckl. 1789 Juni, pag. 570.) 1569 visitierte er Kloster Dobbertin, 1573 ließ er eine gedruckte Ermahnung an alle Prädikanten des Landes Stargard ergehen. 1576 wandte er sich in Gemeinschaft mit seinem Kollegen Trojae und in Übereinstimmung mit der herzogl., Polizeiverordnung in der Predigt gegen das Pfingstbierbrauen und die Gastereien der Zünfte, sowie gegen das Zinsnehmen. Es erhob sich ein großer Streit, so daß Herzog Ulrich selbst mit Dav. Chytraeus und Simon Pauli nach Neubrandenburg kam, um zu vermitteln. Schermer mußte das Zinsnehmen als berechtigt anerkennen, dagegen der Magistrat seine Pfingstschmäuse entbehren und die Gilden sich auf das zugelassene Maß beschränken. Er unterschrieb Form. Conc. 1585 verkaufte er seine bedeutende Bibliothek an die Marienkirche für 300 Taler; der Katalog ist dem Vis.=Protok. von 1664 angefügt.

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Leider ist sie bei einem Stadtbrande untergegangen. † 1597 Jan. 12. - Cop. Elisabeth Schacht, Schwester des Prof. D. Valentin in Rostock. Eine Tochter war an Joach. Trojae, dann an Henric. Crusius, P. P. das. (vgl. unten), eine an Sup. Dornemann das. (vgl. unten), eine dritte an D. Valentin Schachtius in Rostock verheiratet.

1598-1601. M. Christian Dornemann, geb. in Güstrow, stud. in Rostock 1579, promovierte das., Rektor der Schule zu Neubrandenburg 1591, ging als solcher nach Güstrow 1593, kehrte als Sup. und P. prim. zurück 1598 Dez. 20. † 1601 Juni 12. Verheiratet mit der Tochter seines Vorgängers.

1602-1613. M. Matthaeus Cregaeus (Krey), ein Mann von milder Gesinnung, Präp. in Pritzwalk 1599, Sup. und P. pr. 1602 April 11, war 1603 im Leichenkondukt des Herzogs Ulrich, bewirkte 1608 den Orgelbau in St. Marien, † 1613 Aug. 17. - Sein Sohn Johann war P. in Gevezin, später in Neddemin; vielleicht ist auch der P. Nicolaus in Prillwitz ein Sohn.

Er ließ drucken: Leichenpredigt für Margarete Behr, geb. Peccatel, auf Hugelsdorf. Rostock 1612.

1614-1631. M. Andreas Schlüsselburg, geb. zu Königsberg 1564, Sohn des späteren Sup. in Ratzeburg M. Conrad (cf. Past. Ratz. pag. 2 f.), stud. und disputierte zu Gießen 1609, introd. 1614, überstand die Pest 1625. † 1631. - Seine Witwe heiratete den Stadtrichter das. Gregor. Toppe, der noch 1666 lebte. Sein Sohn Johann war 1636 P. zu Ankershagen.

1632-1637. M. Nicolaus Burchardi, geb. in Stralsund, stud. in Rostock, verteidigte dort unter D. Affelmann seine Dissert. de baptismo 1616, P. zu Strelitz 1619 nach dem 27. Mai, Sup. und P. prim. zu Neubrandenburg 1632 Nov. 1, † wahrscheinlich 1637. - Cop. 1619 Catharina Bordings, seines Vorgängers M. Bernh. Wolderi in Strelitz Witwe, † in Strelitz 1653 Sept. 15.

"Trostpredigt, betr. die Feuersbrunst in Strelitz am 27. Mai 1619". Rostock, Ferber, 1619.

1638-1651. M. Caspar Wagener, geb. zu Augsburg 1582 Febr. 22, Sohn eines Ingenieurs, stud. in Wittenberg, promovierte das. 1608, wurde P. zu Kemberg und Gommlo in Sachsen 1609, P. zu Meißen 1616, P. an der Dreifaltigkeitskirche zu Prag 1621, wurde nebst drei anderen evangelischen Predigern von dort vertrieben 1622, Hofprediger in Schwerin 1623 Mai 11, soll dort bei sich selbst kommuniziert haben,

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nachdem er bei Sup. Wetter gebeichtet hatte, hielt 1634 der Herzogin Anna Maria die Leichenpredigt, wurde 1638 Juli 11 Sup. und P. prim. in Neubrandenburg, führte 1639 den Sup. Michaelis in Güstrow ein, † 1651 Juli 16. - Seine Witwe, geb. Ottofar (ob verwandt mit dem P. in Mirow?), bat 1653 um restierende Besoldung, ja 1730 klagte eine Frau Dr. Pompejus, Witwe eines Professors am Gymnasium in Stettin, um 3600 fl., die sie noch als Enkelin des Sup. von der Marienkirche in Neubrandenburg zu fordern hatte. Ein Sohn Caspar war P. in Stargard (vgl. das.), ein anderer Christian wurde als Erbe seines Schwiegervaters Joh. Lossius 1647 Besitzer von Riepke, das von jenem als Hauptgläubiger der Warburge in Besitz genommen war, aber 1665 noch fast wüste lag.

Seine zahlreichen kleinen Schriften historischen, polemischen, homiletischen Inhalts sind verzeichnet in Menkens Gelehrten=Lexikon.

1658-1669. Adolf Friedrich von Preen, geb. zu Güstrow 1623 als Sohn des Fürstl. Rats Otto, erbgesessen auf Wehnendorf, und der Dor. von Bülow. Als sein Vater schon 1631 starb, nahm ihn sein Schwager, der Landrat Andreas Bugenhagen zu sich und ließ ihn durch Hauslehrer erziehen. Er studierte dann zu Rostock 1641, ging nach Holland, hielt sich in Leiden auf, wurde zu Zütphen und Deventer als Prediger verlangt, kehrte aber nach Mecklenburg zurück und privatisierte zu Rostock, darnach Hof= und Schloßprediger zu Güstrow, wurde er 1658 Jan. 10 zum Sup. und P. prim. nach Neubrandenburg vociert, nachdem die Superintendentur 7 Jahre vakant gewesen. Der Sup. Janus von Güstrow investierte ihn Jan. 12 in Gegenwart von 42 Predigern des Landes Stargard. 1662 ernannte ihn Herzog Gustav Adolf zum Kirchenrate. Um die Kirchenvisitation während seiner Amtsführung machte er sich besonders dadurch verdient, daß er den während des 30jährigen Krieges sehr zu kurz gekommenen Ärarien, oft fast zu strenge gegen verarmte Schuldner, zu dem Jhrigen verhalf. Bei seinem Landesherrn galt er viel. † 1669 Aug. 17. Sein Bildnis findet sich in Westphal: Monum. inedita. - Cop. I. in Strelitz 1658 Okt. 26: Adelheid Margareta von Plessen, Tochter des Stephan und der Hippolyta Lützowen, † 1663. - Der Name der zweiten Gattin ist mir nicht bekannt, doch hinterließ er eine Witwe, die sich 1672 in großer Not befand.

1670-1693. M. Franziscus Clinge (Clingius), nach Cleemann (Syll. Parch. pag. 191) Sohn des Lic. theol. Heinrich († 1657 zu Schwerin als designierter Professor für

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Rostock) und Enkel des Dr. jur. Bartholomaeus († 1610 als Prof. instit. zu Rostock), nach anderer Nachricht geb. 1626 Aug. 8./18. in Bünde in Westfalen, wo der Vater und Großvater Prediger gewesen. Er besuchte die Schulen zu Herford und Osnabrück, stud. Rostock 1647, promov. Greifswald 1652, P. zu Friedland 1653 Jan. 30, hielt hier am 12. Juli 1666 seine Abschiedspredigt und ging als P. nach Boizenburg a. Elbe, als Sup. und P. pr. in Neubrandenburg eingeführt durch den Güstrower Sup. Schuckmann 1670 Mai 19. "Ist ein gelehrter, beliebter, erfahrener und treuer Mann in allen solchen Ämtern gewesen und hat ein unvergeßliches Andenken hinter sich gelassen." (Simonis: Nachricht der Stadt Friedland.) Unter ihm wurde 1681 die Superintendentur, jetzt I. Pfarre, erbaut. † 1693 April 15. - Er war Schwager des Caspar Lupelow (vgl. S. 129). Der weit und breit in großem Ansehen stehende dortige Bürgermeister Friedrich Kasimir († 1710) war sein Schwiegersohn. Seine Söhne: 1. Albert, P. zu Friedland; 2. M. Johann Friedrich, † 1688, P. zu Wustrow, später zu Boizenburg.

Verfaßte u. a.: "Synodi Stargard. monita atque responsa theol. ad generosum dmn. C. P. H." (Cuno Paris Hahn=Ramelow, cf. Schwanbeck.)

1693-1705. D. Johann Ernst Phuel, geb. Berlin 1640, Sohn des Advokaten und Com. Pal. Caes. Dr. Ernst, stud. in Wittenberg, Leipzig und Frankfurt 1657 ff., wurde an letzterem Orte Mag., las Kollegia in Rostock, wurde Prof. in Greifswalde 1675, Rektor des Gymnasiums zu Stettin 1678 Dez. 30, D. theol. 1689, in demselben Jahre Hofprediger und Kirchenrat zu Güstrow, Sup. in Neubrandenburg 1693 Okt. 8, eingeführt durch Sup. Haberkorn. 1701 wurde Kohlreiff ihm als Sup. substituiert (cf. Strelitz). 1705 April 12 in Stettin begraben. - Vermutlich sind der 1723 genannte Bürgermeister Phuel in Neubrandenburg und der 1766 genannte Ratsverwandte Phuel in Strelitz Nachkommen, auch war 1772 ein Gastwirt Georg Friedr. Phuel in Neubrandenburg.

Außer mehreren Dissertationen und Programmen gab er heraus: "Orthodoxia Phueliana contra Theologos Pommeranos." 1691.

1706-1731. Johann Heinrich Boeker, geb. 1673 Sept. 9 zu Frankfurt a. M., nach anderer Nachricht zu Sanitz. Vorgebildet auf der Schule zu Idstein, studierte er, 15 Jahre alt, die Rechte zu Frankfurt a. O., ging aber 1698 nach Rostock, dann nach Leipzig, Theologie zu studieren, wurde Hospitalprediger zu Frankfurt, Prediger beim schwedischen Gesandten Palmquist in Paris. Nach Neubrandenburg wurde er als Sup.

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und P. berufen 1706 Okt. 24. 1714-1721 muß er in Strelitz gewohnt haben, wenigstens wurden dort in diesen Jahren vier seiner Kinder getauft. Er starb, während er sich zur Kirche ankleidete, 1731 Juli 1. Sein Grab in der Marienkirche.

(1732) 1753-1765. Theodor Trendelenburg, geb. zu Anklam 1696 Febr. 19., Sohn des P. und späteren Präp. Caspar das. († 1707), Bruder des Präp. Caspar das. († 1740). Bei den Kriegsunruhen flüchtete er von dortiger Schule nach Colberg, ging dann auf die Universität Jena. 1722 P. zu Brunn, wurde er 1732 als Hofprediger und Kons.=Rat nach Neustrelitz berufen und auch als Sup. im Audienzsaale dortigen Schlosses, weil die Schloßkirche noch nicht fertig war, durch den Präp. Loccenius=Stargard investiert. 1753 wurde er bei dem Regierungswechsel nach Neubrandenburg versetzt, was in verschiedener Weise begründet wird. Hier verwaltete er die Superintendentur bis zu seinem am 24. Februar 1765 erfolgten Tode. - Cop. 1722 Magdal. Elisab. Oertling, Tochter des P. Samuel in Brunn, geb. 1705 Nov. 28, † 1796 Dez. 3. 18 Kinder, darunter: 1. Agneta Wilhelmine, cop. P. Roggenbau=Göhren; 2. Friedrich, geb. 1724, † 1792, ein durch Meckl. und Holst. gesuchter Arzt in Lübeck, sein Enkel der berühmte Aristoteliker Adolf Trendelenburg in Berlin, † 1872; 3. Sofia, cop. P. Brückner=Kublank; 4. Regina, cop. P. Labsen=Rühlow; 5. Lucia Luise, cop. P. Roggenbau=Göhren; 6. Christiane, cop. P. Rahne=Strasen; 7. Adolf Friedrich, geb. 1737, Prof. der Rechte zu Bützow, dann Tribunalrat im Ob.=Appell.=Gericht für die deutschen Besitzungen der Schweden in Wismar, zuletzt Prof. der Rechte und Etatsrat in Kiel; 8. Dorothea, geb. 1740, † 1802, cop. I. 1763 Ratsherr und Gastwirt Andr. Friedr. Toll=Neubrandenburg, cop. II. 1777 Advokat Chr. Friedr. Koelling das.; 9. Albertine geb. 1742, † 1798, Wirtschafterin im Pastorat Gressow; 10. Julius Dorotheus, geb. 1746, † 1816, Kaufmann in Fürstenberg; 11. Carl, geb. 1748, † 1783, P. in Gressow, unverheiratet; 12. Friedrich Ernst, geb. 1749, † 1772, Kontorist in Lübeck. - Die übrigen sind jung gestorben. - Nach seinem Tode wurde die Superintendentur mit der Hofpredigerstelle wieder vereinigt und endgültig nach Neustrelitz verlegt.

Pastoren.

Von den 5 Pfarrstellen, die die Reformation bei St. Marien vorfand, gingen bald einige ein, und die ohnehin schwankenden Verhältnisse der ersten Zeit wurden noch unsicherer durch die

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auch in Religionssachen entgegengesetzten Meinungen der herzoglichen Brüder, zu deren gemeinsamem Gebiet die Stadt gehörte.

(1523.) Johann Berckmann, aus Stralsund gebürtig, ein Mönch aus dem Augustinerkloster in Anklam, predigte 1523 in der Marienkirche zu Neubrandenburg zuerst das Evangelium und wurde darin von der Gemahlin des Herzogs Albrecht, einer Tochter des Kurfürsten von Brandenburg, geschützt, doch mußte er vor den Verfolgungen des Bischofs von Havelberg=Wittstock wieder die Stadt räumen und war 1524 wieder in seiner Vaterstadt. (Vgl. seine Stralsunder Chronik pg. XII.)

(1524.) Henning Krukow, Terminierer des Augustinerordens, wahrscheinlich gleichfalls aus dem Kloster zu Anklam, hielt am Weihnachtstage 1524 eine Predigt, die viel Rumor machte.

1525-(1541.) Caspar Schmidt, verheiratete sich 1525. Der Bischof sprach über ihn und die anderen lutherischen Prädikanten den Bann aus, aber Herzog Albrecht gab ihm und Henning Krukow am 21. März 1525 einen Schutzbrief, das Wort Gottes öffentlich zu predigen. Später wurde der Herzog der Reformation feind und setzte 1532 die evangelischen Geistlichen ab, um katholische einzuführen, aber sein Bruder Heinrich führte sie wieder in ihr Amt. - Prot. Vis. 1541: "Sie haben einen Prädikanten, Caspar Schmidt genannt, welcher auch den Gottesdienst in der Kirchen hilft versehen, den stellen sie der Besoldung halber zufrieden."

(1532. 1541.) Matthias Papenhagen, wurde 1532 Febr. 15 vom Herzog Albrecht seines Amtes entsetzt, kehrte aber bald zurück. - Prot. Vis. 1541: "Die Brandenburgischen haben einen alten Prädikanten, Er Matthias, dem geben sie, was er bedarf."

(1535.) Nicolaus Kutzke hatte 1535 Wirrnisse mit den Mönchen vom grauen Kloster, leitete mit Aegidius Faber die Visitation des Jahres 1535. Ihm war von Herzog Heinrich die Beförderung der evang. Lehre im Lande Stargard übertragen, er nahm also eine Art Superintendentenstellung ein. † nicht lange vor der Visitation d. J. 1541.

1539-(1541.) Luder Greve. Am Freitag nach Leonhardi 1539 empfahl Herzog Ernst von Braunschweig ihn, der bisher zu Dannenberg Prädikant gewesen und nun von Herzog Heinrich nach Neubrandenburg berufen worden, dessen Hulden. Der Herzog versprach denn auch, ihm jährlich einen Ochsen und zwei Schweine von seinem Hause Stargard zu geben. Die Visit. 1541 fand ihn als Kapellan.

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(1541.) Nicolaus Milsow. Prot.Vis. 1541: "Item sie haben auch einen Prädikanten angenommen, Nic. Milsow genannt, welcher weiland zu Rova (vgl. das.) unter den Ilenfelden Pastor gewesen, dem geben sie jährlich 30 fl. an Gelde. Hiermit (nämlich mit Greve, Papenhagen, Schmidt und Milsow) vermeinen sie mit evangelischen Prädikanten nach Notdurft genugsam zu dieser Zeit versorget zu sein." Die ersten evangelischen Predigten hielt Milsow aus Furcht vor den Papisten teils in Rowa, teils auf dem Kirchhofe der Gertrudenkapelle vor dem Stargarder Tor.

1547-1575. Erasmus Papenhagen, früher P. zu Rostock, war 1558 P. an der Klosterkirche. † 1575. Seine Witwe, Ursula Frickene, klagte, daß man ihr und ihren 4 Kindern nicht einmal das Gnadenjahr gewähre, obgleich ihr Mann 28 Jahre dort Prediger gewesen. Man wollte ihr die Hälfte von ihres Mannes Einkommen gewähren, doch zogen sich die Verhandlungen bis zum Oktober 1577 hin.

(1550.) Nicolaus Schütt.

(1550.) Henning Schwichtenberg.

(1550. 1558.) Matthias Heise, schon 1550 Klosterprädikant, noch 1558, hatte bei der Visit. 1552 vom Rat 50 fl. und 3 Wispel Korn als Gehalt.

(1552.) Martin Wendt, war 1552 Pastor, mußte vor dem neu ernannten Superintendenten im Range zurücktreten, hatte vom Rat 60 fl. und 3 Wispel Korn.

(1552. 1558.) Jacob Glasow, früher in Friedland (vgl. das.) war bei der Visit. 1552 Diakonus an St. Marien, erhielt 60 fl. und 3 Wispel Korn als Besoldung, war in dieser Stellung noch 1558.

(-1575.) Albertus Furmann wurde wegen seiner Streitigkeiten mit dem Sup. Schermerus von diesem seines Amtes entsetzt, obwohl der Rat und der Hauptmann zu Stargard für ihn eintraten.

Engelke cf. Schröder: Evang. Meckl. I. pag. 412.

1571-1592. Joachim Trojae, geb. zu Waren 1540, Diakon an St. Marien 1571, war beteiligt an dem Streit des Sup. Schermerus mit dem Magistrat (vgl. das.), unterschrieb Form. Conc., war 1589 als Kommissar auf der Kirchenvisitation in Fürstenberg, hatte mit Hermann Kamptz die Vertretung des erkrankten Sup. und dadurch sehr viel Arbeit, so daß Johann Restorff zu Burg Stargard berichtete, Trojae habe über dem vielen Predigen die Stimme verloren und Kamptz liege

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auf dem Siechbette, und die Anstellung einer Hülfskraft vorschlug. † 1592. - Cop. mit Elsabe, einer Tochter des Sup. Schermerus, die nach seinem Tode Henric. Krause heiratete. Seine Tochter Ursula heiratete Thomas Vatke. (Vgl. unten.)

1574-1597. Hermann von Kamptz, geb. zu Dratow, Sohn des Ewald auf Godow, Dratow etc. . und der Dorothea von Kruse (Krusicke) a. d. H. Dannenwalde, erhielt am 15. Dez. 1552 vom Herzog Joh. Albrecht Anwartschaft auf ein 5jähr. Stipendium zu 30 fl. jährlich, studierte Rechtswissenschaft zu Jena und dann zu Paris. Bei der Pariser Bluthochzeit 1572 kam er in dringende Gefahr und gelobte im Falle der Rettung sich dem Dienste der Kirche zu widmen. So studierte er in Tübingen Theologie, wurde 1574 Archidiakon an St. Marien, unterzeichnete Form. Conc., vertrat seit 1589 den erkrankten Sup. Schermerus in der Superintendentur und starb in demselben Jahre wie jener 1597. - Seine erste Gattin ist nicht bekannt. Cop. II. Ursula von Barstorff, Tochter des Joachim und der Cath. von Rohr, zuvor Unter=Priorin in Kloster Malchow und Hoffräulein zu Kopenhagen. 1611 Jan. 28 klagte sie dem Herzoge aus Neubrandenburg ihre bedrängte Lage und bat um ein "Heuschen" in Friedland. Der Herzog bewilligte dies und rühmte dabei die langjährigen Verdienste ihres Gatten um das Predigtamt und die Kirche. Sie starb 1613. - Töchter 1. Ehe: 1. Dorothea, cop. Jacob Krauthoff, Ratsherr in Neubrandenburg; 2. Catharina, cop. Eberhard von Köppen (Koppe) auf Kl.=Kienitz b. Mittenwalde. Beide nahmen nach ihres Vaters Tode das Erbjungfernrecht für dessen Anteil an Dratow in Anspruch, entsagten dann aber demselben durch einen Vergleich gegen eine Abfindung von 1000 Gulden.

(Vgl. von Kamptz: "Gesch. der Fam. v. K." Berlin 1843 und C. G. J. von Kamptz: "Die Familie v. K." Schwerin 1871.

(1574. 1579.) Valentin Woltersdorfius, P. an St. Johann, unterschrieb Form. Conc., hat sich 1574 mit einer von Dragun verheiratet.

1582-1584. Andreas Löper, Prediger des Armenhauses und zu Küssow. (Vgl. Friedland.)

(1592. 1602.) Johannes Sternberg P. der Armen im Kloster zu Neubrandenburg.

-1603. Thomas Revelius (Renwert), P. an St. Marien, † 1603.

1592-1606. Heuricus Krause (Crusius), geb. zu Stralsund und einige Jahre an der Schule befindlich, wurde

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1592 Aug. 14 für die Marienkirche vociert. Er ist berüchtigt geworden durch die Art, wie er die Redefreiheit auf der Kanzel mißbrauchte. So griff er das Vorrecht der Ratmänner und Bachherren, ein Gericht Fische frei zu haben und außerdem noch ein gewisses Vorkaufsrecht zu beanspruchen, in folgender Weise an: "In unserer Tollense müssen weise Fische sein, daß sich nicht mehr fangen lassen, als ein Rat und die Bachherren bedürfen, und wenn du welche fängst, so haben sie noch Zettel am Halse, und damit ja deine Seelsorger und die anderen Bürger keine Fische bekommen mögen, so nimmst Du sie fast alle zu dir, drei Gerichte auf deinen Tisch, zwei gesotten und eins gebraten, und zwei aufgehäufte Schüsseln voll für dein Gesinde, die müssen fressen, daß ihnen die Fische aus Nase und Ohren wachsen mögen. Man sollte dir einen Stein an den Hals binden und schmeißen dich in die tiefe Tollense hinein, du Fischbauch, und lassen dich so lange Fische fressen, bis du satt bist." - Einen Advokaten Quilitz griff er auf das heftigste an, weil dieser die Verteidigung einer auf das Gerücht sträflichen Umgangs mit ihrem Stiefsohn hin gefänglich eingezogenen Frau übernommen hatte, ja er wies ihn vom heil. Abendmahl und dem Patenamte zurück. Als sich Quilitz durch einen Unfall verwundet hatte, triumphierte Krause: "Die Faust, damit du die sodomitische Blutschande hast verteidigen wollen, die ist dir nun lahm und verstümmelt; der Kopf, damit du die Sachen gedichtet hast, der ist dir nun zerhauen; ja der sonst zuvor ihrer wohl 8 oder 9 zugleich begegnen konnte, der liegt nun mit so vielen Wunden wiederum tödlich verletzt." (Vgl. Boll: Meckl. Gesch. I. pag. 243.) - Über seinen Sup. Cregaeus berichtete Krause nach Rostock, er zerstöre alle guten Einrichtungen des verstorbenen Schermerus betr. den Pfingstschmaus. So fehlte es dann nicht an Klagen wider ihn vor der Visit.=Kommiss. des Jahres 1602. Es wurde auch das Konsistorium in Rostock mit der Untersuchung der hervorgetretenen Ärgernisse beauftragt, doch blieb Krause im Amte. † zu Anfang des Jahres 1606. - Er hatte 1593 Elsabe Schermer, die Witwe Trojaes, geheiratet. Nach seinem Tode wäre sie am liebsten bei der Pfarre wiederum behalten worden, trotzdem sie 2 Männer und 15 Kinder gehabt hatte. Nach 9monatlichen Verhandlungen erhielt ihre älteste Stieftochter, Ursula Trojae, die Pfarre mit der Hand des neu berufenen Johannes Vatke, nachdem deren bisheriges Verlöbnis mit einem Wollenknappen als hinter dem Rücken der Eltern geschehen für ungesetzlich und darum ungültig erklärt war.

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-1599. M. Hieron. Brannesus, erst Konrektor das., dann P. † 1599.

1592-1619. Ulrich Jsaac Leomannus (Leumann) war 20 Jahre P. in Federow und Kargow, wollte von dort fort, weil ihm der Patron seinen verdienten Lohn vorenthielt, wurde am 2. Juli 1592 vom Sup. vorgeschlagen und bald darauf an St. Marien eingeführt, † 1619 Jan. 12. - Seine Witwe, Anna Dohmes, erbat das Gnadenjahr und zugleich die Succession ihres ältesten Sohnes, der in den letzten Jahren dem Vater zur Seiten gestanden, nachdem er auf Universitäten studiert und an Schulen gedienet; ihr jüngster Sohn diene etliche Jahre an der Schule zu Mirow. Vielleicht ist der Georg Leomannus, der als Organist in Neubrandenburg 1665 taufen ließ, ein Nachkomme.

1605-1606. Thomas Reiche aus Pritzwalk, wurde 1605 P. an die Klosterkirche, nach Henr. Krauses Tode an dessen Stelle berufen, starb aber bereits 1606 Mai und ließ Anna Pankowen als Witwe zurück.

1606-1637. M. Johannes Vatke (Vatkius), geb. in Pasewalk, stud. und promov. zu Rostock, P. an St. Marien 1606, heiratete Ursula Trojae, wurde Archidiakonus und Sen. min., † 1637 Aug. 16. Kurz vor seinem Tode erbat er die Rühlower Pfarre für seinen Sohn David: "Dieweil ich über 30 Jahr allhie am heil. ministerio gewesen und bei mir wohl 3 Superintendenten und 4 andere Kollegen durch Tode abgegangen, ich aber durch göttliche Verleihung bei schwerer Arbeit nicht allein bis hero überbleiben, sondern auch so wohl für Jahren die Tillysche (die Eroberung NBr. 1631!), als auch itzo beide schwedischer als kaiserlicher Soldaten schwere Plünderung mit großem Schaden ertragen müssen, dennoch 2 Söhne ad studia academica gehalten, welche auch das Alter und profectum in studio theologico durch Gottes Gnade erreichet und insonderheit der älteste, daß er zum h. Predigtamt salvo tamen censorum judicio möchte befördert werden. Und wäre mir in meinem angehenden Alter in künftig sehr tröstlich und ersprieslich, daß derselbige in hac proxima vicinia zum Dienste befördert werden konnte." Diesen Wunsch erreichte er zwar nicht, aber sein Sohn Matthias wurde P. in Schönbeck. (Vgl. das.) Dieser Sohn übernahm von seinem Vater eine Schuld von 175 fl. an die Kirche zu Zirzow und von 50 fl. an die Kirche zu Weitin, welche bei seinem Tode 1667 durch die Zinsen auf 493 fl. angewachsen waren. Diese Gesamtschuld wurde von dem Herzoge auf die Kirchenökonomie in Neubrandenburg über=

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wiesen, weil des M. Johannes Erben noch 700 fl. an restierender Besoldung zu fordern hatten.

1617-. M. Georg Koch (Coccius), Sohn des P. Zacharias in Dewitz, war etzliche Jahr Rector scholae in Neubrandenburg, 1617 P. an der Klosterkirche, 1619 Diakon an St. Marien.

(1625)-1631. M. Georg Helmichius, geb. aus Rostock, Rektor, darnach zur Zeit der Pest 1625 Klosterprediger in Neubrandenburg, Diakon an St. Marien. "Bald nach Einnehmung und Plünderung der Stadt (1631) ist er durch groß feindseliges Anlaufen und Schrecken in solche Krankheit geraten und darauf den 28. März selig verschieden", berichtete die Witwe, Ilsabe Schröders, eines Brauers Tochter aus Rostock, die hernach Henricus Otto (vgl. unten) heiratete. Von seinen 5 Kindern war M. Georg P. zu Waren († 1660), Gertrud (1701) Gattin des Senators Joach. Gottschalk in Friedland, und Sofia an die Pastoren Laurentius und Völkner verheiratet. (Vgl. unten). - Helmich war Schriftsteller.

1626-1639. M. Ludolf Peitmann, geb. zu Stadthagen im Schaumburgischen, stud. in Rostock 1621, disput. in Giessen 1623, wurde P. an St. Marien 1626, bei der Eroberung der Stadt 1631 März 9 schwer am Kopf verwundet, kehrte 1639 in sein Vaterland zurück.

1632-1665. Henricus Otto, Kapellan zu Grubenhagen, P. an St. Marien 1632, später Sen. min. und nach Sup. Wagners Tode mit der Verwaltung der Superintendentur beauftragt, hat viele Prediger des Landes eingeführt. - Cop. 1632 Juli 5 Ilsabe Schröders, M. Helmichs Witwe.

-1643. M. Philipp Hartmann, geb. zu Lübben i. d. Lausitz, P. an St. Marien, ging 1643 an die Marienkirche in Stralsund, von wo aus er noch 1664 500 fl. und 20 Drömt Gerste an restierender Besoldung von der Kirchenökonomie in Neubrandenburg forderte, † 1664 Dez. 20. - Schriftsteller.

1645-1675. M. Matthaeus Wiese, geb. zu Ahrensberg 1612 Juni 23, Sohn des M. Bernhardus, P. das., später Archidiakonus an St. Catharinen in Hamburg, und der Anna Ellerbecken, Bürgertochter aus Rostock. Er studierte auf dem Johanneum zu Hamburg, zu Rostock 1633, zu Jena 1635, wo er überall bald öffentlich disputierte, bald opponierte. Mit seinem Lehrer und Freund Joh. Gerhard flüchtete er während der Pest nach Kahla. Mag. wurde er 1637, ging nach Hamburg 1638, hielt sich dann in Greifswald, Leipzig, Erfurt und 1642 Rostock

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auf und gab außer seinen Disputationen mancherlei heraus. Concionator und Diakon an St. Marien in Neubrandenburg 1645 Febr. 14, wurde später Archidiakon und Senior min., war 1661 Mitglied der Visitat.=Kommission für das Land Stargard. † 1675 Jan. 13. Sup. Clingius widmete ihm ein Ehrengedächtnis (Güstrow, Schippel 1675), in dem es heißt: "Ich habe ihn befunden in doctrina orthodoxen, war kein Neuling, der bald diese, bald jene opinion ergriffen, sondern hielt über der lauteren Wahrheit und lehrte Gottes Wort recht, wie er von reinen und aufrichtigen Lehrern gelehret war. In seinem Amt war er industrius, ließ sich keiner Mühe und Arbeit verdrießen, so lange er konnte, also daß er sich zuletzt in die Kirchen führen und nach der Kanzel leiten und tragen ließ. In seinem Leben und Wandel hielt er sich also, daß sein Amt nicht verlästert ward. Schwachheiten aber und menschliche Fehler erkannte er selber an ihm, darum er sich auch oft zum Beichtstuhl fand und dieselben mit herzlicher Reue und Leid abbat. Gegen die Oberen war er ehrerbietig und wußte einem jedweden gebührenden Respekt zu geben. Gegen seines Gleichen, insonderheit seine Herrn Kollegen war er friedfertig, gegen die Geringeren demütig und freundlich, gegen die Armen guttätig, und wenn er mit Rat und Tat dienen konnte, that er solches gern, daß wenn ihm Gott hätte Gesundheit geben und sein Leben länger fristen wollen, wir insgesamt solches von Herzen gewünscht und gerne gesehen hätten. Denn was man gehabt hat, weiß man; was man aber bekommen werde, weiß man nicht, und heißet recht: Tum denique nostra intelligimus bona cum, quae in potestate nostro habuimus ea amisimus." - Cop. I. 1645 April 29 Regina Sandow, Tochter des Registrators und Ratsverwandten Joachim in Güstrow, † 1647 Himmelfahrt; cop. II. 1648 April 25 Catharina Tetzen, Tochter des Ratsverwandten Jacob in Neubrandenburg, † 1660 Dez. 20; cop. III. 1661 Aug. 27 Dorothea Steinkopfen, des Ratsverwandten Jacob das. Tochter, † 1664 Nov. 10; cop. IV. 1665 Juli 12 Catharina Elvers, des Ratsherren Ulrich in Rostock Tochter, † 1666 Aug. 12; cop. V. 1668 Jan. 22 Johanna Marci, Tochter des P. M. Matthaeus in Güstrow und der Christina geb. Bacmeister, † 1680. Kinder: (II.) 1. Bernhard Jacob, Juris Practicus in Neubrandenburg; 2. Johannes, Richter in Strelitz; 3. Matthaeus, 1683 und 1697 inStrelitz; 4. Regina, cop. M. Kohlreiff, Sup. in Strelitz; 5. Anna Margareta, cop. 1673 Jochim Tiedeke, Amtsschreiber in Mirow.

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1644-1661. Isaak Laurentius, geb. in Schneeberg 1614, stud. in Rostock, wurde Rektor in Neubrandenburg, 1644 P. an St. Johannis, legte nach langer Krankheit sein Amt nieder 1661, † 1664 Mai 27. 1668 wurde von seinen Erben noch restierende Besoldung aus seiner Rektorzeit von der Stadt gefordert. - Cop. I. Dorothea Schröder; cop. II. Sofia Helmich, des dortigen P. Tochter, die später P. Völkner das. heiratete. Kinder: 1. Sofia, cop. P. Oertling=Brunn; 2. Euphrosyne, cop. P. Hiob Hartmann=Friedland.

1666-1667. Johann Völkner, geb. zu Rostock, stud. das., P. an St. Johann 1666 Februar 25, † 1667, cop. Sofia Helmich, Witwe seines Vorgängers Laurentius.

1666-1671. Johannes Binkepank, geb. zu Brenz bei Neustadt M., Sohn des P. Heinrich und der A., geb. Tamann, Rektor zu Neubrandenburg 1661 Febr. 1, P. an St. Marien 1666 Jan. 21, † 1671. Seine Witwe Catharina Gregoria heiratete den Nachfolger Plohstius.

1668-1679. Hiob Hartmann. Vgl. Friedland.

1672-1710. M. Hieronymus Plohstius, geb. am 2. Ostertage 1640 zu Sadenbeck bei Wittstock, Sohn des Administrators der Güter des Klosters z. heil. Grabe in Wittstock Johann und der Elisabeth Reiben, genoß zuerst Privatunterricht, war dann auf Schulen in Pritzwalk (1656) und Havelberg, zu Lüchow bei Dannenberg 1659, dort Privatlehrer bis 1660, dann in Celle. 1661 Juni 15 kam er nach Neubrandenburg in das Haus des M. Wiese, ward Chor=Präfekt, versah die vices eines Kantors, ging 1663 auf die Univers. Rostock, wo er 4 Jahre studierte und disputierte. Hauslehrer beim Oberpräsidenten v. d. Lühe 1667, wurde er Rektor zu Wittstock 1669 April 5, M. zu Rostock 1671 Oktober 5, P. zu Neubrandenburg 1672 März 6, † 1710 Sept. 11. - Cop. Catharina Binkepank, geb. Gregoria, † in Badresch 1729 Oktober 8, 87 Jahre alt. Kinder: 1. Hieronymus, 1718 Rats= und Gerichtsassessor in Neubrandenburg; 2. Doroth. Elisab., cop. M. Jakob Herold, P. in Badresch; 3. Christina, cop. P. Lupelow=Weitin.

1676-1682. Caspar Lupelow, geb. in Neubrandenburg 1631, "von ehrlichen, christlichen, frommen Eltern, der auch seine studia in particular-Schulen sowohl in Neubrandenburg als in Stralsund und sonsten wie auch in der Universität Rostock feliciter continuieret und fortgesetzet, in seinem Leben unstrafbar ist und wie in Rostock also auch allhier (Neubrandenburg) in

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unserer Kirchen mit Konsens des Ministerii in Predigten sich ziemlich geübet", wurde 1654 P. zu Brunn. 1667 berief der Sup. ihn nach Friedland: "von dem ich Amts und Gewissens halber wohl bezeugen kann, daß größere Gaben von Gott ihme verliehen an ihm finde, denn eben an einem schlechten Ort und in der Dorfschaft nötig und er bei einer größeren Gemein so viel größeren Nutzen schaffen könnte und also wegen seiner in timore Domini wohl erwogenen qualitäten und meriten eine fürnehmere Stelle ihm wohl zu determinieren, in Betrachtung des Ausspruches Christi des Herrn: "Wer da hat, dem wird gegeben. Math. 13, 12." - 1676 siedelte er nach dem gerade abgebrannten Neubrandenburg über, wohin ihn der Rat, dessen Stipendien er während seiner Studienzeit genossen, berufen hatte, und wurde Archidiakon an St. Marien an M. Plohstii Stelle, † 1682. - Er war Schwager des Sup. Clingius, 1673 wird Margareta Sandrenin als seine Gattin genannt. Der als Herr bezeichnete Caspar Lupelow, der 1701 in Neubrandenburg wohnte, wird wohl ein Sohn gewesen sein. Vielleicht ist auch der Stadtsekretär zu Strelitz Caspar Friedrich, dessen Sohn dort Amtsverwalter war und der 1804 starb, ein Nachkomme.

[(1680.) Georg Barth, wird für das Jahr 1680 hier als P. von Cleemann genannt, doch findet sich von ihm sonst keine Spur. Vielleicht liegt eine auch sonst vorkommende Verwechselung mit der Neustadt in Brandenburg a./H. vor.]

1684-1709. Johann Schade, geb. in Wismar 1655 Dez. 1, besuchte die Schule seiner Vaterstadt bis zu seinem 19. Jahr, zu Stade 1674-76, stud. in Rostock 1679, wurde Hauslehrer, P. in Neubrandenburg 1684 Juni 2, † 1709 Apr. 4. - Ein Sohn war Diakon in Wesenberg; seine Tochter Emerentia Christina cop. 1719 Hermann Sponholz, P. zu Tornow.

1697-1712. Henricus Paris Roggenbau, P.sohn aus Salow, war auf Schulen in Friedland, Anklam, Malchin und Güstrow, stud. in Rostock 1683, wurde Konrektor in Neubrandenburg 1688, Rektor das. 1693, P. 1697, P. prim. in Schönberg 1712 (cf. Past. Ratzeburg. pag. 54.)

1701-1704. Lic. Gottfried Kohlreiff, Propst in Ratzeburg, (cf. Past. Ratzeburg. pag. 15-17.)

1704-1734. M. Adolf Friedr. Dermann, geb. zu Strelitz 1680 Nov. 18 (im Kirchenbuche nicht aufzufinden), stud. in Rostock 1700, Rektor zu Strelitz 1702, resignierte nach 9 Monaten, ging nach Leipzig 1703, disputierte das., wurde Mag. in Wittenberg, P. in Neubrandenburg 1704 Adv. 2. In

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einer Predigt i. J. 1708 warf er dem Magistrat vor, daß er Witwen und Waisen um das Ihrige betröge, im Gerichte würden Personen angesehen und Geschenke genommen. Ein darauf an ihn ergangenes Magistratsschreiben verlas er von der Kanzel und machte dabei "viele empfindliche Expressionen, ließ die Predigt drucken und nannte sie in der Zuschrift an den Herzog "ein angefeindetes Wort Gottes." Daraus entstand ein langer Rechtsstreit, in welchem ein eingeholtes Gutachten der Fakultät in Leipzig (gedruckt Neubrandenburg, Ziegler 1709) für Dermann nicht günstig ausfiel. (Vgl. Boll: Meckl. Gesch. I pag. 245.) Er hatte überhaupt nach allen Seiten hin viel Streit, † 1734 Juli 16. - Cop. II. 1709 Dez. 1 Elisab. Zander, verwitw. Schärpelz, † 1745 Sept. 25. - 7 Kinder, unter ihnen: (II.) 1. Doroth. Elisab., geb. 1711, cop. 1732 Notarius Larson; 2. Maria Regina, geb. 1720, cop. 1744 Georg Friedrich Gerling, P. zu Iven.

1709-1727. M. Joh. Wilh. Daniel Stricker, geb. in Güstrow 1673 Sept. 1, dort auf der Schule 1690, stud. und disput. in Rostock 1693, ging dann nach Greifswald, Stettin, Stargard, Kolberg, Danzig, Königsberg, Berlin, Wittenberg und Hamburg, um sich weiter zu bilden, wurde 1696 Mai 26 in Rostock Mag. und Adjunkt der theol. Fakultät, Rektor zu Neubrandenburg 1697 Jan. 4, P. zu St. Marien 1709, verlor bei einem Schlaganfall sein Gedächtnis 1720, † 1727 Mai 16. - Cop. 1705 April 19 Anna Margar. Kasimirs, Tochter des Bürgermeisters, Enkelin des Sup. Clinge. 1767 bat sie in großer Not um Hülfe. 78 Jahre alt, war sie seit 9 Jahren gelähmt, eine Tochter hatte ihr geholfen, war nun aber auch von der Gicht kontrakt, sie erhielt pro anno eine Unterstützung von 12-16 Tal. zugesagt. † 1768 Mai 7. - Eine Tochter war verheiratet an P. Kirchstein das. (Vgl. unten.)

1710-1716. M. Jacob Flint, geb. in Stralsund 1680 Nov. 19, zum P. prim. in Neubrandenburg vociert 1710, ging 1716 als Präp. nach Treptow a./Toll., Mag. 1720, † dort 1740. - Cop. 1710 Dez. 2 Frau Eleonore Cathar. von Rosenkrantz, verwitw. Föderlingen.

Schrift: "Erschreckliche Eroberung und Zerstörung der Stadt Neubrandenburg." 1713. 4.

1712-1713. Gustav Wulfleff, geb. in Neubrandenburg 1689 Juni 20, besuchte bis 1707 das. die Schule, stud. in Rostock bis 1710, in Jena bis 1712, P. an St. Johann 1712,

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† 1713 Mai 13. - Cop. 1713 Jan. 31 Dorothea Rahnen. - S. Bruder Heinrich P. das. (Vgl. unten.)

1714-1723. Andreas Hille, geb. das. 1695 Nov. 11, stud. Rostock 1705, Wittenberg 1707, wurde Kantor in Neubrandenburg 1710, später Rektor, P. an St. Johann 1714, an St. Marien 1716 Mai 24, † 1723 April 3. - Cop. 1715 Juli 24 Maria Hedwig Arensbergin, des Amtmann Christian Julius zu Wanzka Tochter, die später P. Georgi heiratete. - Unter seinen Kindern: 1. Anna Elisabeth, geb. 1718, cop. I. 1766 Buchdrucker Christ. Heinr. Oesten; cop. II. 1775 Buchdrucker Christ. Gottlob Korb das.; 2. Johanna Catharina, geb. 1719, cop. 1741 M. Sam. Friedr. Dankert, Rektor das., † 1804.

1716-1758. Heinrich Wulfleff, Bruder des P. Gustav (vgl. oben) und auch wohl des gleichzeitigen Bürgermeisters Jacob, geb. das. 1691 Febr. 20, hier und in Güstrow auf Schulen, stud. in Rostock 1708, Wittenberg 1710, Jena 1711, wieder in Rostock 1714, wurde Rektor in Neubrandenburg 1714, P. an St. Johann 1716 Juli 2, † 1758 Aug. 29. - Cop. 1718 Febr. 10 Maria Elis. Höpfmann. Unter seinen Kindern: Anton Jacob, 1760 Syndikus der Stadt.

1724-1754. Franz Christof Georgi, geb. in Penzlin 1690 Nov. 17, Sohn des Präp. M. Carl Fr. das., Enkel des P. in Neverin, stud. in Jena 1710, P. an St. Marien 1724 14. p. Tr. † 1754 Febr. 15, nachdem er 2 Jahre vorher pro emerito erklärt war. - Cop. 1724 Nov. 28 Maria Hedwig Arensbergin, Witwe seines Vorgängers Hille. † 1755 März 5. - Aus der Zeit seiner Amtsführung mag als für die Zeitanschauung charakteristisch folgendes Erwähnung finden: 1730 zeigte das Ministerium an, der katholische Pfarrer aus Schwerin habe einem kranken Katholiken das Sakrament gereicht und zugleich auch die Gesunden seiner Kirche absolviert. Sie hätten zwar den betr. Hauswirt veranlassen wollen, ihm das Haus zu verbieten, aber auf Zureden des Bürgermeisters Wulfleff habe er es zugelassen. Wulfleff schrieb als Antwort einen bissigen Bericht von einem armen Scherenschleifer, der unter die Mörder, d. h. in seine Sünden, gefallen sei und totkrank darnieder liege, und Priester und Levit bekümmerten sich nicht um ihn, sondern zeigten ihn an. - 1742 erhielten Frau von Tornow und Frl. von Petkum Befehl, zu den Betstunden in ihren Häusern niemand außer den Dienstboten zuzulassen, damit keine Konventikel entständen.

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1724-1776. Johann Jacob Kirchstein, geb. 1696 März 15 in Massow i. Pommern, wo sein Vater und Großvater Präp. gewesen, war auf Schule in Stargard im collegio Groeningiano, stud. in Wittenberg 1716, Halle 1720, durfte die Pfarre in Witzmitz, zu der er berufen war, nicht antreten, weil er in Wittenberg studiert hatte, wurde 1724, zunächst als Adjunkt des P. Stricker, P. in Neubrandenburg, erhielt 1766 einen Adjunkten, behielt aber den Rang vor den übrigen Pastoren. † 1776 Jan. 7. - Cop. 1724 Nov. 30 Christina Elisab. Stricker, geb. 1708 Mai 10. - 9 Kinder, unter ihnen: 1. Margareta Sofia, geb. 1726, cop. 1750 Baccal. Hörschelmann das.; 2. Carl Friedrich, geb. 1736, † 1811, Rat "bei der Steuerpartie" das., cop. 1788 Sofie Friederike Simonis, Enkelin des P. in Gevezin. Sein Sohn Joh. Friedr. Theod., Pächter in Küssow, Großvater mütterlicherseits des P. Ahlers=Wulkenzin; 3. Anna Christ. Elisab., cop. Kons.=Rat Zander=Neustrelitz (vgl. das.); 4. Joach. Georg Joh. Jacob, geb. 1745, † 1818 in Küssow.

1735-1756. M. Matthias Ritter, geb. in Gutenzell 1689 Febr. 24, stud. in Altorf, Jena und Halle 1708-11, lebte 9 Jahre in Halle als Privatdozent, wurde 1717 Mag. nach seiner Disputation de minimis in philosophia non negligendis, Rektor in Perleberg 1720, Rektor in Potsdam 1729. Als Kantor der dortigen Nikolaikirche führte er Kirchenkonzerte auf, wobei sich seine Tochter Doris durch ihre schöne Stimme auszeichnete. Dadurch wurde Kronprinz Friedrich auf sie aufmerksam, und es entspann sich zwischen beiden ein zärtliches Verhältnis, 1730 kam der König dahinter, war außer sich vor Zorn, die Tochter wurde verhaftet, öffentlich ausgepeitscht und "auf ewig" in das Spinnhaus nach Spandau abgeliefert. Der Vater wurde seines Dienstes entlassen und aus der Stadt verbannt. Er suchte im Mecklenburgischen eine Zuflucht, erreichte von Neubrandenburg aus 1733 die Freilassung seiner Tochter, wurde als Nachfolger Dermanns 1735 P. an St. Marien. 1741 leitete das Konsistorium eine Untersuchung gegen ihn ein, weil in einer von ihm in Druck gegebenen Predigt eine von der Behörde untersagte Art des Katechisierens verteidigt wurde. † 1756 Jan. 18. Seine Gattin Marie Christine Hermannin, † am 15. Juni dess. Jahres. 3 Töchter: eine nach Schlesien, die andere an einen Advokaten Monicken verheiratet, die dritte: "Dorothea Elisabeth Schommer, née Ritter".

Schrift: "Die auch in den Strafgerichten über seine Kinder beibehaltene Gnade Gottes. Psalm 89, 31- 34." Neubrandenburg, Dobberthin. (Brand der Stadt am 24. April 1737.)

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1757-1761. Joh. Heinr. Gerling. Vgl. Neustrelitz.

1761-1789. Georg Andreas Stock, geb. in Querfurt 1717 Jan. 12, verlor früh seinen Vater, einen Chirurgus, war auf der Schule seiner Vaterstadt, 1735 im Waisenhaus zu Halle, ging 1739 auf D. Baumgartens Empfehlung als Hauslehrer zum Obr.=Leutnant von Legat nach Uekermünde, wurde P. in Daberkow i. Pommern 1742 Palm., P. an St. Marien zu Neubrandenburg 1761 4. p. Tr., P. prim. 1766, † 1789 Jan. 13. - Cop. 1742 Juni 1 Engel Agnese Loeper aus Daberkow, seines Vorgängers in Daberkow Tochter, geb. 1710 Aug. 26. Kinder: 1. Christian, 1789 ritterschaftlicher Einnehmer in Schwerin; 2. Eva Charl. Sofia, † 1775, cop. 1767 Dan. Joach. Köppen, P. in Zettemin, † 1807; 3. Friederike Wilhelmine, cop. 1778 Schulrat Prof. D. theol. M. Joh. Heinr. Walter, Rektor des Gymnasiums zu Neubrandenburg, † 1830. (Vgl. Freim. Abdbl. Nr. 601.)

1767-1778. Carl Ludw. Friedr. Jacobi ging als Präp. nach Stargard. (Vgl. das.)

1770-1789. Joh Friedr. Zander. Vgl. Neustrelitz.

1779-1800. Joh. Christof Paschen Kortüm, geb. 1752 März 6 in Eichhorst, P.sohn, ging von der Schule zu Friedland auf die Universität Halle 1768-70, konditionierte bei P. Nahmmacher=Käbelich, dann 6 Jahre in Neustrelitz bei Sup. Masch und Landrentmeister Noebe, P. an St. Marien und St. Johann 1779 Septuag., P. prim. 1789, führte 1799 die allgemeine Beichte ein, "ein in Lehre und Leben verdienstvoller Mann", † 1800 Okt. 3. - Cop. Wilhelmine Elisabeth Gerling, Tocht. des Kons.=Rats Joh. Heinr. in Neustrelitz, geb. 1760 Febr. 7, † 1811 Aug. 28. - Kinder: 1. Theodor, Geheimer Medizinalrat und Leibarzt in Neustrelitz, † 1858, Vater der Fr. Präp. Becker=Mirow; 2. Siegfried, Dr. med. in Wismar; 3. Wilhelmine, † 1869, cop. 1814 Helmut Timm, † 1848, Präp. in Malchin; 4. Sofia Elisabeth, geb. 1793, cop. 1815 Heinr. Andr. Ludw. Willebrand, † 1845, P. in Melz; 5. und 6. Julie und Adolfine, unverheiratet.

Schriften: "Beschreibung eines neulich bei Neubrandenburg aufgefundenen wendischen Monuments mit historischen Erläuterungen zur näheren Bestimmung der Lage des alten Rhetra". Neubr. 1798. - "Was wir von der Beichte denken und urteilen müssen." Predigt am Sonntag nach Ostern 1799. Neubr. Bolzendahl. - "Über die Einführung der allgemeinen Beichte." Predigt am 15. p. Tr. 1799 über Gal. 5, 13. Neubr. Bolzendahl. (Vgl. den Nekrolog im patriotischen Archiv. 1801. I. 1. Rostock.)

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1789-1805. Ernst Theod. Joh. Brückner, geb. 1746 Mai 23 zu Neetzka, P.sohn (vgl. Kublank). "Sein Vater gab seinem Geist und seinen Studien eine solche Richtung, daß er darnach beides gleich sehr haßte, den Fanatismus, wobei der Verstand schüchtern, und die Spekulation, wobei das Herz kalt wird." Nach häuslichem Unterricht besuchte er die Schule zu Neubrandenburg, das Joachimsthalsche Gymnas. zu Berlin 1763, stud. in Halle 1765-67, konditionierte 1768, wurde P. coll. des P. Asmis=Wesenberg 1770, P. zu Gr.=Vielen 1771 März 14. "Als er 1779 in dem von J. H. Voß herausgegebenen Musenalmanach "ein Rezept, einen Freigeist zu machen" abdrucken ließ, wurde er deswegen von dem Kons. Fiscal denunziert, kam aber noch gnädig mit einem Verweise davon. Das Rezept war übrigens mehr geeignet, ihm eine Anklage von seiten der Dichterzunft als eine kirchliche Verfolgung zuzuziehend (Boll.) 1789 Dez. 20 wurde er P. an der Klosterkirche in Neubrandenburg, P. prim. 1801, † 1805 Mai 29. - Cop. 1771 Nov. 21 Helene Dorothea Beata Fabricius, Tochter seines Vorgängers Johann Samuel in Gr.=Vielen, geb. 1742 Juni, † 1802 Juli 16. Kinder: 1. Margarete, geb. 1772, † 1820, cop. 1804 Adolf Frisch, Bürger in Greifswald; 2. Conrad, geb. 1774, † 1808 in Lindow, Landmann; 3. Henrike, geb. 1778, † ledig 1824; 4. Helene, geb. 1780, † 1852, cop. August Sponholz, P. in Breesen; 5. Charlotte, geb. 1782, † 1826, cop. Gastwirt Jarmer=Greifswald; 6. Ernst, P. in Neddemin.

Schriften: "Etwas für die deutsche Schaubühne" (2 Trauerspiele und 1 Nachspiel), Neubrandenburg 1778. - Beiträge zum Voßischen Musenalmanach und der Campeschen Kinderbibliothek.-"Predigten über die gewöhnlichen Evangelien der Sonn= und Festtage des ganzen Jahres", Leipzig, Beer 1778, 1779, 2 Bd., 3. Aufl. 1795. (In den Lesegottesdiensten der Kirchen Mecklenburgs lange und viel gebraucht.) "Predigten über die Episteln", 4 Tle. Schwerin und Wismar 1792/93. - "Predigten für Ungelehrte" 2 Bd. 1797. -"2 Gedächtnisreden" ("die bei einem rührenden Vorfall in Peccatel gehalten wurden"). Neubrandenburg, Korb 1781 - "Gesammelte Gedichte." Neubr. 1803. - (Vgl. Koppe: Jetztlebendes gelehrtes Mecklenburg, 1. St. pag. 22-25. Rost. 1783. - Schweriner Abdbl. Nr. 669. - Boll, Gesch. Meckl. II, pag. 434.)

1790-1834. Samuel Friedr. Aug. Alban, geb. zu Dahlen 1762 April 10, Sohn des Küsters und Lehrers Joh. Jac. Aug. und der Mar. Elisab., geb. Witte, Schule zu Friedeland, stud. Halle 1782-84, Hauslehrer beim Drosten von Altrock=Staven, 2. P. an St. Marien 1790 März 14, P. prim. 1806; kurz vor seinem Tode emeritiert, † 1834 Apr. 6. "In ihm

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wurde wieder ein treues, liebendes, menschenfreundliches Herz zu Grabe getragen. Er schied, betrauert von allen, die seine würdige Amtsführung zu schätzen wußten, und ließ bei allen Guten und Edlen ein so rühmliches als dauerndes Andenken zurück." - Cop. I. 1790 April 14 Elisab. Sofia Juliane Spengler, Rektortochter aus Friedland, † 1809 Apr. 20, 48 Jahre alt; cop. II. 1810 Dez. 7 Johanne Friederike Ernestine Schubert, Tochter des Königl. schwer Majors Gustav Adolf in Stockholm. Kinder: 1. Joh. Heinr. Ernst, geb. 1791, † 1856, nach einander Theologe, Dr. med. und berühmter Augenarzt in Rostock, Landwirt und Gutsbesitzer auf Kl.=Wehnendorf, Erfinder auf dem Gebiete der Dampf= und Säemaschine und Maschinenbauer in Plan. (Sein Lebensbild in Conrad Matschiß: "Geschichte der Dampfmaschine." Berlin, Springer, 1901); 2. Friedr. Wilhelm, P. zu Bremen und Ritter des Eisernen Kreuzes.

Mehrere Gelegenheitsreden und Predigten sowie einige Aufsätze und Gedichte in Zeitschriften sind veröffentlicht.

1802-1808. Franz Christian Boll, geb. in Neubrandenburg 1776 Aug. 31, Sohn des Böttchers Franz Christian und der Regina Maria Schärpeltz, ging von der Schule seiner Vaterstadt auf die Universität Jena, P. an St. Marien und Johann 1802 März 28. Die Franzosenzeit mit ihrer Plünderung und ihren Schrecken und der zur Seite gehenden Entkirchlichung und Genußsucht hat er miterlebt und anschaulich geschildert. (Vgl. seines Sohnes: Mecklenb. Geschichte II. pag. 347, 360.) † 1818 Febr. 12. Seine zahlreichen Freunde und dankbaren Pfarrkinder setzten ihm ein Denkmal an der Südseite der Kirche mit der Juschrift: "Verehrt und beweint von allen Gliedern seiner Gemeinde, welche hierdurch sein Andenken sich und ihren Kindern zum Segen zu erhalten sucht." - Cop. 1802 Juni 10 Friederike Ernestine Brückner, Tochter des Hofrats Dr. med. Adolf Friedr. Theod. das. und der Ernestine, geb. Lemcke, Enkelin des P. Christof Adam in Kublank, geb. 1780 Febr. 15, † 1839 April 22. - 6 Kinder, unter ihnen: 1. Franz Christian, P. das. (vgl. S. 136); 2. Ernst Friedr. Aug., Dr. phil., geb. 1817, † 1868, Verf. der "Mecklenb. Geschichte" I und II.

Schriften: "Von dem Verfalle und der Wiederherstellung der Religiosität mit besonderer Rücksicht auf das protestantische Deutschland." Berlin, Dümmler 1-3. 1809/22. - "Predigten über Dr. Martin Luthers Leben und Wirken etc. ." Rostock und Schwerin 1817. - Mehrere Predigten und Kasualreden. - Mitarbeiter an mehreren theolog. Zeitschriften und Klefeckers homilet. Ideen=Magazin.

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1819-1851. Friedrich Joh. Mart. Tillemann, geb. Neubrandenburg 1776 Aug. 10, Sohn des Lehrers der französischen Sprache Lorenz Ludwig und der aus der französischen Kolonie in Berlin stammenden Luise Ravel, Bruder der Fr. P. Brunnemann=Hinrichshagen, stud. in Halle 1795-97, Hauslehrer, Lehrer 1809 und Rektor 1810 in Woldegk, zweiter P. an St. Marien 1819 April 18. Bei seinem Fortgang von Woldegk folgte ihm der öffentliche Dank der Eltern: "Unter drückenden Verhältnissen und Entbehrungen hat er in musterhafter Treue gearbeitet; makelloser Wandel, stille Redlichkeit, freiwilliges Verzichten auf alle für sein Amt nicht passenden und seine geringen Einkünfte übersteigenden Ergötzungen zeichneten ihn aus." (Neue Strel. Anz. 1819, 17.) P. prim. 1834 geworden, ließ er sich Ende Mai 1851 pensionieren, † 1855 Febr. 11. - Cop. 1810 Mai 18 Caroline Walther, Apothekertochter aus Woldegk, † 1867 März 3. - Kinder: 1. Friedrich, geb. 1819, † 1889, Ökonom; 2. Eugenie, geb. 1812, † 1883, cop. Dr. med. Groschopf=Neubrandenburg; 3. Ferdinand, geb. 1814, † 1871, Kompagniearzt zu Stettin; 4. Gustav, geb. 1816, † 1892, Kaufmann, dann Reichsbankbeamter in Berlin; 5. Emil, geb. 1817, † Ökonomie=Inspektor in Rußland; 6. Hermann, geb. 1819, † Eisenbahnbeamter in Magdeburg; 7. August, geb. 1822, † 1842, Konditor; 8. Adolf, geb. 1823, † 1885, Rentier in Greifswald.

1826-1858. Carl Aug. Anton Kühne, geb. das. 1802 Nov. 24, Sohn des Kaufm. Carl Gottlob und der Maria Sofia, geb. Keibel, stud. in Rostock, wurde Rektor der Bürgerschule 1825 Okt. 8, P. an St. Johann 1826 Mai 28, an St. Marien 1835 Juni 21, P. prim. Mich. 1851, † 1858 Nov. 10. - Cop. 1832 Okt. 9 Constantine Toll, Kommerzienratstochter das. Kinder: 1. Hermann, geb. 1833, † 1894, Geh. Oberzollrat in Schwerin; 2. Emma, geb. 1835, † 1875, cop. 1857 Erbpächter Kirchstein in Glienke; 3. Luise, lebt bei der Mutter; 4. Karl. geb. 1839, † 1901, Verwalter und Gärtner zu Krökschino b. Moskau; 5. Friederike, cop. 1878 Buchhändler Hanow zu Berlin; 6. Auguste, cop. I. 1864 Gutsbesitzer Lüthke=Lüthkeshof (Mark), cop. II. 1883 Meno Genzmer in Neubrandenburg, P.sohn aus Wulkenzin; 7. Otto, geb. 1848, Kaufm. in Doberan.

1836-1875. Franz Christian Boll, geb. zu Neubrandenburg 1805 Okt. 17, P.sohn (vgl. S. 135), besuchte das dortige Gymnas., stud. seit 1824 in Berlin, Halle und Rostock, war Hauslehrer in Leizen und Dambek, P. an St. Johann

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1836 Jan. 10, zugleich Erster Lehrer an der Bürgerschule, welches Amt er erst 1867 niederlegte; Präp. 1866, † 1875 März 20. - Cop. 1841 Mai 7 Auguste Joh. Wilhelm. Krull, Tochter des Kaufleuteältermanns Friedr. Aug., geb. 1821 Okt. 11, † 1886 April 12. 6 Kinder unter ihnen der einzige Sohn Franz, Prof. der Physiologie an der Universität Rom, † 1879 und die Frau Dr. Scheven=Teterow und Frau P. Radloff=Beidendorf.

Verzeichnis seiner 29 Schriften in seiner von dem Sohne herausgegebenen "Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg". Neubr. Brünslow 1875. - Hauptwerk: "Geschichte des Landes Stargard bis 1471". Neustrelitz Barnewitz, I und II. 1846.

1852-1863. Johann Friedr. Ahrendt, geb. in Neubrandenburg 1805 Juli 25, erhielt von seinen schlichten Eltern, die dem Bürgerstande angehörten, eine fromme Erziehung. An seinem 14. Geburtstage wurde sein Vater, ein Schmied, begraben. Er studierte in Greifswald und Halle 1824-27. "Meine Studienzeit fiel leider in die Blütezeit des Rationalismus, welcher in Halle durch Gesenius und Wegscheider vertreten war. Ich erkenne es mit der innigsten Dankbarkeit als ein Werk der göttlichen Gnade an, daß ich vornehmlich erst im Amt aus den dürren Steppen des Rationalismus herausgerissen und zur Erkenntnis meines hochgelobten Herrn und Heilandes und seines allein selig machenden Wortes geführt worden bin!" sagt er selbst von seiner inneren Entwickelung. Er wurde Hauslehrer bei P. Buchka=Schwanbeck, P. in Tornow 1830 April 25, zweiter P. an St. Marien 1852 April 18, P. prim. 1859, † 1863. "Auf der Kanzel wie in der Seelsorge, an der Jugend wie an den Erwachsenen, an Hohen wie an Geringen, öffentlich und sonderlich überall hat er als einen rechten Vater seiner Beichtkinder, als einen treuen Hirten seiner Herde, mit einem Worte als einen ganzen Mann sich bewiesen." (Milarch.) - Cop. 1833 Okt. 1 Luise Charlotte Ottilie Scharlau, geb. 1812 Juli 23, † in Kotelow ca. 1878, Tochter des Sup. Otto in Gransee. - Kinderlos.

1859-1888. Ernst Milarch, geb. zu Neubrandenburg 1829 Jan. 29, Sohn des späteren P. in Schönbeck (vgl. das.), besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt (Prof. Arndt), stud. in Halle Ostern 1848-1851, war Hauslehrer in Lübbersdorf, Gymnasiallehrer in Neustrelitz, P. an St. Marien 1859 Dez. 26, P. prim. 1864, Präp. 1883, † 1888 Mai 26. Seine reiche, gesegete Wirksamkeit als Prediger und Seelsorger sichert ihm ein dankbares Andenken. - Cop. I. 1855 Okt. 5 Mathilde Löfgrèn, † 1876 Jan. 31, Tochter des Schiffskapitäns Carolus

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Olaf Magnus; cop. II. 1877 Okt. 2 Lavinia Harms, geb. von Hassel, deren Tochter Luise Harms cop. P. Steinführer (vgl. unten). Kinder (I.) 1. Marie, cop. P. Quistorp=Schwerinsburg, † 1904; 2.Hedwig, unverheir., 3. Adelheid, cop. P. Krüger=Plath; 4. Ernst, Gymnasial=Oberlehrer in Bonn; (II.) 5. Gertrud, cop. Ulrich Peters, Konrektor in Woldegk.

Verschiedene Predigten und Gelegenheitsreden sind gedruckt. - Herausgeber des Sonntagsblattes "Der gute Hirte". (Sein Lebensbild von P. Krüger=Plath in "Erinnernngsblätter der kirchl. Konferenz in Meckl.=Strel.", Neubrand. Brunslow 1903. Dort auch ein Lebensbild des D. Uhden=Kotelow von Präp. Berger=Russow.)

1865-1878. Wilhelm Krüger, geb. in Neubrandenburg 1833 Okt. 13, war Konrektor in Strelitz Ostern 1859 bis 1863, Rektor in Wesenberg Ostern 1863 bis Weihnachten 1864, zweiter P. an St. Marien 1865 Jan. 8, † 1878 Juni 6.

Seit 1879. Carl Wendt, geb. in Neubrandenburg 1837 Aug. 6, stud. in Erlangen und Rostock Ostern 1856 bis Mich. 1859, war Hauslehrer, wurde Ostern 1863 Lehrer am Gymnasium Carol. in Neustrelitz, zugleich Joh. 1863 bis Ostern 1866 Instruktor des Erbgroßherzogs. P. in Grünow 1868 April 19, P. an St. Marien 1879 Juni 29, P. prim. 1890, Präp. 1896. - Cop. 1868 Mai 1 Friederike Dor. Hel. Raeth, Tochter des Kaufmanns Ludwig in Neustrelitz. Kinder: 1. Carl, Dr. phil., cand. min., Rektor in Neubrandenburg; 2. Erich, Dr. med., Arzt in Thüringen; 3. Victor, Landmann.

Seit 1877. Wilhelm Steinführer, geb. in Stargard 1851 Mai 10, Sohn des Färbereibesitzers Carl, Bruder des P. in Gaarz, besuchte die Schule in Stargard und Neubrandenburg, stud. in Leipzig, Erlangen und Rostock, wurde Konrektor in Woldegk, P. an St. Johann 1877 Sept. 23, zweiter P. an St. Marien 1889 Juni 30. - Cop. Luise Harms, Tochter des P. Harms in Oerel, Stieftocher des Präp. Milarch. (Vgl. oben.)

Seit 1889. Heinrich Kort, geb. zu Schönhausen 1855 Nov. 3, stud. Jena und Rostock Michaelis 1878 bis Ostern 1882, wurde Rektor der Mädchenschule in Schönberg Ostern 1887, P. an St. Johann und Diaconus an St. Marien 1889 Juni 30.


Neuenkirchen.

(1560.) Peter Schultz (Schulte). Prot. Vis. 1560: "Zweierlei abusiones werden bei den Toten gebraucht, als daß sie Lichte dabei brennen und Nachtwache halten, in demselben

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sie ein wildes und unchristliches, rohes Leben mit Saufen, Fressen, Schreien, Rufen thun haben und gebrauchen. Nun ist verordnet und unseres gnädigen Herrn wegen ihnen ernstlich befohlen, was solche Lichte und Fressen und Saufen kostet, sollen sie in die Kirche geben und solches hinfüro also halten, und solche heidnische Gebrauch ganz und gar abgethan sein." Ebenso zeigte der Pastor 1561 an, daß Christoffer Jlenfelds Mann, Hans Wüstenberg, in 10 Jahren nicht zum Sakrament gewesen sei. Jetzt liege er krank. "Dem Jlenfelde ist befohlen, daß er den Verächter göttlichen Befehls straks dahin halte, daß er Pönitenz thue und das Sakrament empfange oder sollt ihne aus dem Dorfe jagen."

(1571)-1593. Johann Schultz. (Ob er des Vorgänger Sohn ist?) 1571 klagten die Visitatoren, daß er durch Jacob Riebe zu Galenbeck Unbill erlitten, deren Malzeichen sie in seinem Gesicht selbst gesehen. Bis 1574 folgte darauf ein fiskalischer Prozeß gegen Riebe. - 1593 mußten die Visitatoren berichten, daß P. Johann Schultz mit Grund des Ehebruchs bezichtigt sei, und daß die Patrone ihn nicht wieder auf die Kanzel kommen lassen wollten.

(1596). Andreas Techaz, vielleicht ein Sohn des P. Petrus in Neetzka.

(1632)-1638. Thomas Matzdorf (Metzdorf, Molsdorf), klagte 1632 wegen rest. Meßkorns, † 1638 an der Pest in Neubrandenburg.

Die Pfarre blieb 7 Jahre vakant und wurde meistens von Staven aus kuriert.

1645-1683. Jacobus Schmidt, geb. in Neubrandenburg 1617 Juni 1, war dort, dann in Sternberg, Wismar und Lübeck auf Schulen 1634-36, hatte bei großer Armut Freitische, unterrichtete Kinder, stud. in Rostock 1641-43, flüchtete vor Gallas' Horden nach Rügen, P. in Neuenkirchen 1645 Jubil. Bei der Visit. beschwerte er sich unter anderem über seinen zum Dienst unlustigen Pfarrbauern, daß er selbst Pferde halten und aus Mangel an einem Jungen selbst die Eggen treiben müsse. † 1683 Dez. 30. 4 mal verheirathet. Seine Tochter Catharina cop. P. Haller=Roga; seine Tochter Sofia cop. dem Nachfolger.

1685-1732. Franz Friedrich Clinge, geb. in Räddingshausen bei Osnabrück 1653 Okt. 4, auf Schulen in Friedland, Boizenburg, Anklam, Salzwedel und Perleberg. Als er zur Universität gehen wollte, hielt ihn die dort ausgebrochene Pest zurück. So ging er in Stellung als Hauslehrer und stud. hernach in Rostock 2 Jahre, als P. in Neuenkirchen eingeführt 1685

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Febr. 15 durch Sup. Clinge seines Vaters Bruder. † 1732 Sept. 17, cop. Sofia Schmidt, des Vorg. Tochter. Kinder: 1. Christina Catharina, cop. P. Bresse=Zierke, später Neddemin; 2. Dorothea Tugendreich cop. dem Nachfolger.

1728-1738. Georg Hermann Sponholz, geb. in Neubrandenburg 1700 Aug. 7, stud. in Rostock, P.adj. in Neuenkirchen 1728 4 Adv., † 1738 Okt. 8. - Cop. Dorothea Tugendreich Clinge, des Vorg. Tochter, die als Witwe wiederum den Nachfolg, heiratete. 4 Kinder.

1739-1759. Johann Conrad Fuchs. Vgl. Woldegk.

1759-1774. Albert Theodor Barnewitz, geb. 1720 Aug. 9 zu Walsleben bei Ruppin, war Pagenhofmeister in Neustrelitz, P. in Strasen 1756 1, Adv., P. in Neuenkirchen 1759 24 p. Tr. † 1774 Febr. 6. - Cop. 1762 Anna Sofia Maria Cowalsky, geb. zu Bützow 1721 Dez. 6, heiratete den Nachfolger. Sein einziger Sohn, Adolf Christ. George, † 1789 als cand. min., 29 Jahre alt. - Dan. Christof Barnewitz, früher Feldprediger im Königl. Preuß. Kürassier=Regt. von Buddenbrock, † in Neuenkirchen 1783 Juni 7, ist wohl sein Bruder.

1775-1802. Martin Krenis, geb. in Felka in Ungarn 1741 Nov. 4, stud. in Halle und Greifswald 1764-66, P. in Neuenkirchen 1775 März 19, † 1802 Aug. 2. - Cop. 1775 Anna Sofia Maria Barnewitz, geb. Cowalsky, † 1798 Dez. 11. Todesanzeige des Gatten: "Sanft war ihr Ende wie ihr Charakter, und bald folge ich ihr in die seligen Gefilde des Friedens ohne alle Furcht neuer Leiden. Dies ist der einzige Trost, dessen mein bekümmertes Herz für jetzt noch fähig ist." (N. Strel. Anz. 1798, 51.)

Vgl.: Geneol. Handb. bürgerl. Fam. IV, 415.

1799-1802. Jacob Krenis, Brudersohn des vorigen, geb. in Felka 1773 Mai 1, studierte in Wittenberg 1794-97, P.adj. seines Onkels 1799 Nov. 24, kehrte 1802 nach Ungarn zurück.

1803-1840. Johann Joach. Friedr. Bohm, geb. zu Salzwedel i. d. Altmark 1758 Jan. 26, Bürgermeistersohn, stud. in Halle 1779-82, war Hauslehrer bei einem Baron von Laffert, P. zu Bresen b. Lüneburg 1791, P. zu Neuenkirchen 1803 Jan., introd. D. Exaudi, † als P. emer. 1840 Juli 10. - Cop. Auguste Luise de Rougemont, † 1810 Febr. 5. Sein Adoptivsohn folgte.

1829-1881. Ferdinand Christof Bohm, geb. 1801 März 31 zu Limmer i. Hannov. als Sohn eines Hauptmanns von Müller. Die Eltern starben früh, der Vater fiel im spanischen Feldzuge. Da nahm der P. Bohm, der die Schwester der Mutter zur Frau hatte, den verwaisten Knaben zu sich, um ihn später

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zu adoptieren. Er besuchte die Lateinschule in Neubrandenburg, stud. in Breslau und Berlin (Schleiermacher, Neander), war Hauslehrer bei Freiherrn von Maltzahn=Rothenmoor, Rektor in Lindow (Mark) 1827 Nov. 20, P.adj. zu Neuenk. 1829 Nov. 15, leitete von 1838 ab eine Vorbereitungsanstalt für ritterschaftliche Schullehrer, wurde Kirchenrat 1879, † 1881 Okt. 18. - Cop. 1827 Friederike Zorn, des P. Joh. Ernst in All=Rehse Tocht., geb. 1796 Mai 3, † 1869 Mai 2. - Kinder: 1. Friedrich, geb. 1828, † 1852, cand. theol.; 2. Ernst, geb. 1830, † 1902, in Berlin, früher Landmann; 3. Wilhelm geb. 1832, † 1858, Wirtschafter in Hildebrandshagen; 4. Emilie geb. 1834, † 1902, unverheir.; 5. Elisabeth, geb. 1835, † 1869, cop. Fritz Ahrendt, Kaufmann in Schwerin, Mutter der Frau P. Schütte=Neverin; 6. Rudolf, geb. 1838, Prof. am Gymnasium in Neubrandenburg.

1882-1894. Carl Friedrich Hauck aus Meiningen, geb. 1831 Febr. 13, besuchte das dortige Gymnasium seit 1845, stud. in Jena 1851-54, wurde Hauslehrer in Trollenhagen, P. in Neverin 1859 April 10, P. in Neuenk. 1882 Dez. 17, † 1894 Sept. 5. - Cop. Marie Hoffschildt aus Zirzower Mühle, † 1886 Mai 30, 47 Jahre alt. Der einzige Sohn Otto ist Eisenbahnbeamter in Berlin.

Seit 1895. Otto Schinn, geb. zu Strelitz 1860 Dez. 24, Sohn des dortigen Rektors, späteren P. zu Weitin (vgl. das.), besuchte die Gymnasien zu Neustrelitz und Neubrandenburg 1873-1882, stud. in Erlangen, Leipzig und Greifswald bis 1886, wurde Prädikant bei seinem Vater 1887, Prädikant in Kratzeburg Mich. 1889, Rektor der Mädchenschule in Schönberg Neujahr 1892, P. in Neuenk. 1895 Dez. 15. - Cop. 1891 Dez. 29 Alma Linde, Tochter des Kaufm. Friedrich in Mirow, Enkelin des P. Stüber=Kratzeburg.


Neustrelitz.

Superintendenten.

1732-1753 (1765). Theodor Trendelenburg. Vgl. Neubrandenburg (S. 120).

1765-1807. D. Andreas Gottlieb Masch, geb. zu Beseritz 1724 Dez. 5, P.sohn, auf Schulen zu Friedland 1737, Neubrandenburg 1738, zu Stralsund 1742 und Stettin, stud. 1745 zu Halle (Baumgarten), 1746-49 zu Jena und hatte die Auf=

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sicht über D. Semmlers Bibliothek. Er wollte sich der akademischen Karriere widmen, schwächte aber durch anhaltendes Studieren seine Gesundheit und kehrte daher nach Hause zurück, wurde P.adj. seines Vaters 1752 Jan. 22, Stadtprediger in Neustrelitz 1756 Dez. 12, Hofprediger und Konsistorialrat 1761 Febr. 15, Sup. 1765. "Ebenso ausgezeichnet als Kanzelredner wie als Gelehrter, besonders Orientalist, ein umsichtiger und erfahrener Geschäftsmann, wurde er in seinen vielfachen Verhältnissen von allen geschätzt, die mit ihm in näherer Berührung standen, von auswärtigen Gelehrten geachtet, von seiner Gemeinde geliebt. Manche heilsame Einrichtung - wie die geregeltere Bewirtschaftung des Kirchengutes in den Domänen, die Ordnung des Gnadenjahrs und der Auseinandersetzungen zwischen Vorgänger und Nachfolger - verdankt ihm ihren Ursprung oder ist wenigstens durch ihn kräftig gefördert worden." Bei seinem 50 jähr. Amtsjubiläum ward ihm von seinem Landesherrn das Diplom als D. theol. der Univers. Halle überreicht. Er war Ehrenmitglied der naturf. Gesellschaft zu Neustrelitz und großer Altertumsfreund, † 1807 Okt. 26. - Cop. I. 1752 Eleonora Doroth. Bunthebarth, Tochter des Präp. zu Bahn bei Stettin, † 1782 Sept. 19; cop. II. 1784 Margar. Elisab. Käding aus Knegendorf, † 1822 Sep. 11. - Kinder: (I), 1. Andreas Gottlieb, geb. 1753, † 1832, Gerichtsrat, Hofrat und Visit.=Sekretär zu Mirow; 2. Eleonore, cop. P. Kortüm=Kublank; 3. Samuel Friedr., Kaufm. zu Lübeck, † 1831; 4. Carl Theod., Amtsverwalter in Mirow; 5. Friedrich, P. zu Schlagsdorf, vgl. Past. Ratzeb. pag. 48; 6. Christiane, cop. P. Rudolphi in Friedland.

Das Verzeichnis seiner Schriften zählt 67 Nummern. Darunter: "Abhandlung v. d. Grundsprache des Evg. Matthäi." Halle 1755.- "Die Lehre von Jesu dem Erlöser in Predigten abgehandelt." 2 Teile, Rostock 1759/60. - "Prüfung der Übersetzung des N. T. für denkende Leser (von Damm)" 2 Teile, Bützow 1763-67. - "Die gottesdienstl. Altertümer der Obotriten aus dem Tempel zu Rhetra" Berlin 1771. - "Abhandlung von der Verteilung der Hebungen des Gnadenjahres und von der Berechnung des Witwengehalts." Neubrandenburg 1792. 2. Aufl. 1831. - Predigten und Kasualreden.

Vgl. Koppe: "Jetzt lebendes gelehrtes Mecklenburg" II. Rost. 1783, pag. 84 ff. - "Wissenschaftl. Jahrbuch der Herzogt. Meckl." ed. Koppe 1808, Nr. 2. - "Gelehrtes Deutschland" Bd. 5, 10. - Boll: "Chronik von Neubrandenburg" pag. 230. - Fr. Ludw. Reinhold: "Dem frohen Amtsjubelfeste des D. Masch im Namen und Auftrage den Woldegkischer Synode gewidmet." Neubrandenburg 1802.

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1809-1837. D. Dr. Andreas Friedr. Gottl. Glaser, geb. 1762 März 11 zu Michelfeld b. Schwäbisch=Hall, Sohn des P. und späteren Inspektors Carl Albrecht und der Anna Florine Messerer. Er sagt von seinen Eltern: "Habui matrem, religiosam in Deum, piam in liberos et familiam, honestam erga omnes homines, quae verbis et factis nunqam cessavit suorum saluti prospicere, patremque virum eruditum, in labore indefessum et in erudienda juventute pridem bene exercitatum." Von seinem Vater unterrichtet, bezog er 1780 die Universität Göttingen, wo sich besonders Prof. Feder seiner annahm und ihm nach absolviertem triennio die Hauslehrerstelle bei dem großbrittann. Präfekten und Kons.=Assessor Schrader zu Lauenburg verschaffte. Vor dem dortigen Konsistorio bestand er beide theol. Prüfungen. 1788-96 war er Gouverneur eines Grafen von Rechtern im Haag, für seine Ausbildung sehr wichtige Jahre. Dann habilitierte er sich als Privatdozent in Helmstädt, wurde 1798 Dr. phil., 1800 P. an der dortigen St. Stephans=Kirche, erhielt 1804 die dortige homilet. und katechetische Professur und wurde 1806 auf Grund seiner Dissertation "de Johanne apostolo, evangelii quod nomen ejus prae se fert, vero autore etc." Dr. theol. 1809 März 29 ward er zum Kons.=Rat, Sup. und Hofprediger in Neustrelitz berufen und hielt am 1. Pfingsttage seine im Druck herausgegebene Antrittspredigt. "Als Gelehrter, als Kanzelredner, als Examinator genügte er den Anforderungen seines Berufes." In den letzten Jahren seines Lebens konnte er nur noch den kleinsten Teil seiner Amtsgeschäfte verwalten. † 1837 März 21. - Cop. I. 1804 Jan. 3 Christ. Justine Frieder. Cappel, Tochter des Hofrats Prof. Dr. med. Cappel in Helmstädt, † 1818 April 30, 48 Jahre alt; cop. II. 1819 Dez. 26 Wilhelmine Binder, geb. 1796 Sept. 26, † 1854 März 4, Tochter des Hofrats Dr. jur. Christian Wilhelm in Neubrandenburg. Kinder: (I.) 1. Henriette, cop. P. Thiele=Triepkendorf; 2. Auguste, cop. P. Kracht=Woldegk; (II.) 3. Marie, cop. P. prim. Kaempffer=Schönberg (vgl. Past. Ratzeb. 58 f.); 4. Helene, cop. P. Kracht=Woldegk=Käbelich.

Außer Abhandlungen, Predigten und Aufsätzen hat er herausgegeben: "Homilien, Predigten und Charaktergemälde zur Beförderung christl. Weisheit und Tugend." I. 1796; II. 1803. -. "Leben und Charakter des Papstes Leo X. Aus dem Englischen des Roscoe." 3 Teile. Leipzig 1806.
Vgl. Freim. Abdbl. Nr. 1002. - Neuer Nekrolog der Deutschen. XV pg. 374 Weimar 1839.

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1838-1846. Andr. Heinr. Joh. Carl Kaempffer, geb. zu Hasserode 1784 Mai 6, Sohn des Joh. Gottl. Friedr. † 1821 als P. und Sup. in Gr.=Wechsungen b. Nordhausen) und der Joh. Sof. Christ. Pick, des Not. Andreas in Nordhausen Tochter. Er besuchte die latina in Halle, stud. das. Theologie, kam als Hauslehrer zum Staatsminister von Oertzen, wurde Lehrer am Gymnas. Carol., Direktor desselben mit dem Titel Schulrat 1829, wurde Mitglied des Konsistor., Sup. und Hofprediger 1838 März 25, Geh. Kirchenrat, † 1846 Dez. 18. - Cop. 1819 Okt. 29 Marianne Wilhelmine Hurka, Tochter eines Königl. Kapellmeisters in Berlin, geb. 1792 Sept. 9, † 1865 Jan. 13. - Kinder: 1. August, war Ökonom, † in Strelitz 1888; 2. Elisabeth, cop. P. Reinke=Käbelich; 3. Friederike, lebt unverheiratet in Neustrelitz. - Sein Neffe Carl war P. pr. in Schönberg. (Vgl. Past. Ratz. pg. 58 f.)

Einzelne Predigten und Kasualreden; u. a.: Predigt bei Einweihung der Marienkirche in Neubrandenburg" 1841.- Kaemffer & Gerling: "Zwei Festreden am 25 jähr. Jubelfest des Großherz. Landschullehrer=Seminars zu Mirow den 16. Mai 1845." Neustrelitz, Barnewitz 1845. - "Über den Zweck der Gelehrtenschule im christl. Staate." 1822. Vgl. Neuer Nekrolog XIV. 1119.

1848-1885. D. Herm. Leber. Ohl, geb. in Breslau 1806 Okt. 26, Sohn des (kathol.) Partkrämers Carl August († 1825) und der Christ. Doroth. Gerloff († 1835), besuchte seit 1817 das dortige Friedrichs=, später das Elisabeth=Gymnasium, war eifriger Turner. Wolfgang Menzel war sein Vorturner zu Heinr. Leo und Maßmann stand er in Beziehung, machte unter Jahn eine Turnfahrt ins Riesengebirge und mit Freunden eine Fustwanderung nach Dresden. Er stud. seit Ostern 1825 in Breslan (Passow), ging nach einem Jahre nach Berlin (Schleiermacher und Karl Ritter), wo er den Sohn Schleiermachers unterrichtete, wurde hier mit dem späteren Geh. Rat Wiese und dem Sohn des P. Gerling in Ballwitz befreundet, machte als Hauslehrer in Berlin seine theologischen Examina, erweiterte seinen Gesichtskreis durch große Reisen, wurde als Hülfsprediger nach Neustrelitz berufen und 1831 Jan. 9 dort ordiniert und eingeführt. Neben eifrigem Studium war er seelsorgerisch tätig, unterrichtete 1833 die Prinzessin Luise, konfirmierte nach erteiltem Unterricht den Erbgroßherzog, Herzog Georg und die Herzogin Caroline, ging 1841 April 18 als Präp. nach Stargard, kehrte 1844 Oktober 20 als Stadtprediger und Kons.=Rat nach Neustrelitz zurück, wurde 1848 Mai 14 Hofprediger und Sup. Bei seinem 25jährigen Amtsjubiläum ernannte ihn die Rostocker

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Fakultät 1856 Jan. 9 zum D. theol.: "evangelii festem. ac praeconem. acrem et disertum, in administrandis ecclesiasticis muineribus amplissimis atque gravissimis fidei sinceritate, varitatis ardore, sapientiae moderatione insignem et probatum de regeneranda vita christiana et restituendis ecclesiae moribus normis atque institutis bene meritum et merentem." Als er 1881 sein 50jähr. Amtsjubiläum feierte, wurde er zum Oberhofprediger und Kons.=Präsidenten ernannt. "Seine Jugend und erste Amtswirksamkeit fiel in eine Zeit, wo die Predigt von Jesu als dem eingeborenen Sohne Gottes, dem Heiland der Sünder, nur vereinzelt gehört wurde. Er aber legte von vornherein ein lebendiges Zeugnis ab, hat von seinem Herrn gepredigt mit dem Feuereifer jugendlicher Begeisterung, mit der nachhaltigen Kraft des gereiften Mannes und mit der ruhigen Gottgelassenheit des frommen Greises. Er hatte ein reiches, inneres Leben, zumal Gebetsleben, besaß große Pflichttreue und trieb fleißiges Studium bis ins hohe Alter. Neuer Landeskatechismus und neues Gesangbuch wurden unter ihm ohne Anstoß eingeführt. Zuletzt war er ein Patriarch in seiner Gemeinde und unter seinen Pastoren, die er bis auf einen oder zwei alle eingeführt hatte." † 1885 Okt. 28. "Fein sanft und stille ist er nach Gottes Rat und Willen eingeschlafen. Ein reiches Leben ist geschlossen, reich an Müh' und Arbeit, reich an Gnad' und Segen. Und bei all seiner ungewöhnlichen Begabung und Tüchtigkeit auf allen Berufsstationen - seine größte Zierde war die Demut, worin auch seine Treue, sein Mut und seine Tapferkeit wurzelten." - Cop. 1832 Mai 25 Wilhelmine Gerling, P.tochter aus Ballwitz, geb. 1810 Jan. 15, † 1886 Juni 10. - Kinder: 1. Hermann, Propst in Ratzeburg, (cf. Past. Ratzzeb. pg. 22 f.); 2. Anna, cop. 1864 Kammersekretär Hofrat Paul Horn das., Mutter des Superintend. Karl (vgl. unten); 3. Robert, früher Kaufmann in Dresden; 4. Marie, cop. 1871 D. Theodor Zahn, Prof. theol. in Erlangen.

Einzelne Predigten und Kasualreden sind gedruckt.

1886-1904. Gustav Langbein, geb. zu Friedland 1833 April 16, Sohn des Konrektors Wilhelm (vgl. Schönbeck) und der Sofie Matthias, Tochter des P. zu Altenhagen, hatte Privatunterricht bis Mich. 1841, besuchte die Bürgerschule, dann das Gymnas. seiner Vaterstadt 1842-52, stud. in Erlangen und Berlin Ostern 1852-55, verlebte das folgende Jahr in Friedland unter Examensarbeit und Privatunterricht, war Ostern bis Mich. 1856 Hauslehrer in Damerow i.Pomm., wurde Hülfslehrer am Gymnas.

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in Friedland Mich. 1856, Rektor der dortigen Bürgerschule und höh. Töchterschule Mich. 1862, Rektor der höh. Töchterschule in Neustrelitz Mich. 1865, P. in Weitin 1870 Juli 10, Konsistorialrat in Neustrelitz 1877 Okt. 14, Hofprediger und Sup. Weihn. 1886, Oberhofprediger 1895. Seit längerer Zeit leidend, wurde er Johannis 1904 pensioniert und zog in seine Vaterstadt zurück. - Cop. 1861 Okt. 8 Emma Sauer, geb. 1837 Juli 6, † 1894 April 15, Tochter des Kammerpächters Heinrich in Kl.=Nemerow. - Kinder: 1. Wilhelm P. in Schwichtenberg; 2. Antonie, † 1902, cop. Rat Gustav Fölsch, Bürgermeister in Woldegk, † 1903; 3. Gustav, geb. 1871, † 1897, Steuersekretär in Kamerun (Afrika); 4. und 5. unverheirat. Töchter.

Seit 1904. Lic. theol. Carl Horn, geb. 1869 Juli 16, Sohn des Hofrats und Kammersekretars Paul Horn († 1887) und der Anna, geb. Ohl, Enkel des Sup., besuchte das Gymnas. Carol. bis Ostern 1887, stud. in Leipzig, Erlangen und Rostock, wurde 1891 Febr. 1 Instruktor des Erbprinzen Adolf Friedrich und blieb in dieser Stellung bis Weihnachten 1898, P. in Mirow 1898 Dez. 11. Im Okt. 1902 promovierte ihn die theol. Fakultät der Universität Leipzig auf Grund seiner Dissertation über "Abfassungszeit, Geschichtlichkeit und Zweck von Joh. C. 21, ein Beitrag zur johanneischen Frage" zum Licentiaten der Theologie und zwar unter Dispens von der sonst vorgeschriebenen mündlichen Prüfung. Im Dez. 1902 wurde er als Kons.=Assessor in das Großh. Konsistorium und zugleich in die theol. Prüfungskommission, daneben als Gehülfsprediger nach Neustrelitz berufen. Bei der Trauerfeier für den hochseligen Großherzog Friedrich Wilhelm erhielt er von S. M. dem Kaiser den Kronenorden 3. Kl. und wurde Johannis 1904 Superintendent, Konsistorialrat und Hofprediger. - Cop. 1895 April Maria Zahn, Seminardirektor=Tochter aus Mörs im Rheinl.

Seine Licent.=Arbeit ist bei Böhme in Leipzig erschienen 1903. - Trauerreden nach dem Ableben Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Friedrich Wilhelm. Neustrelitz 1904.

Pastoren.

1749. Adolf Friedrich Palitzsch, P. in Hinrichshagen 1730 März 12, P. in Strelitz 1732, wurde als Kons.=Rat nach Neustrelitz berufen 1749, resignierte auf den geistlichen Stande wurde Hofrat bei der verwitweten Herzogin Dorothea Sofia. Bei der Einführung des Sup. Trendelenburg gab er eine Festschrift heraus, † in Fürstenberg 1761 Febr. 28; seine Witwe Doroth. Friederike Moll, † 1787 Jan. 24.

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1753-1760. Bernh. Heinr. Büddemann, geb. 1695 in Westfalen, wurde P. in Mirow 1725 10. p. Tr. In seine dortige Amtszeit fielen die großen Feuerbrünste, die den Flecken nebst Kirche und Pfarre vernichteten. 1752 begleitete er den jungen Herzog Adolf Friedrich IV. nach Greifswald, wo dieser zum Rektor der Universität gewählt war. Im Dezember 1753 ging er als Hof Prediger und Kons.=Rat nach Neustrelitz, † 1760 Nov. 18, "der erste Lehrer des Evangelii, der aus diesem Orte zur Ewigkeit gehet". - Seine Tochter Christiane Luise Carol., geb. 1727, † 1762, cop. Kammerjunker Martin Heinr. von Gäfertsheim.

1756-65. D. Andr. Gottl. Masch. Vgl. oben Sup. 1761-1789. Hans Heinr. Gerling, geb. in Iven in Pommern 1723 April 24, Sohn des P. Gerhard (geb. in Soest 1688, † 1766) und einer geb. Dömler († 1733), stud. zu Halle 1743-45, wurde P. zu Kartlow in Pommern 1750 Quasim., P. zu Neubrandenburg 1757, Stadtprediger in Neustrelitz und Zierke 1761 Rogate, Kons.=Rat 1765, † 1789 Juni 17. - Cop. I. 1757 Aug. 30 Maria Renata Hasselbach, geb. Stettin 1736 J. n. 21, † 1778 April 11; cop. II. 1779 Sept. 24 Cathar. Maria Schröder, geb. Serrahn 1744 Febr. 21, † 1811 Jan. 28. - Kinder: 1. Charlotte Doroth., geb. 1758, † 1816, cop. Johann Sänger, P. in Kastorf, Senior; 2. Wilhelmine Elisab., cop. P. Kortüm=Neubrandenburg (vgl. das.); 3. Johanne Henr. Luise, geb. 1761, † 1811, cop. 1788 Joach. Aug. Scheven, P. zu Ivenack; 4. Christiane Fried. Wilh., geb. 1766, cop. P. von Scheven zu Leopoldshagen; 5. Maria Sofia Frieder., geb. 1767, † 1836, cop. 1787 Geh. Legationsrat Adolf Horn, Neustrelitz, geb. 1759, † 1823, Mutter der Pastoren in Badresch und Friedland; 6. Adolf Friedrich, P. zu Ballwitz; 7. Doroth. Friederike, cop. Kons.=Rat Visbeck (vgl. S. 148); 8. Albert Friedr. Werner, geb. 1772, † 1811; 9. Ludwig Gottl., geb. 1773, Arzt, verschollen in Italien; 10. Friedr. Wilhelm geb. 1782, Kaufm. in Hamburg; 11. Justina Elis. Wilhelm., geb. 1784, cop. 1805 Kanzleisekretär Prehn=Rostock.

1789-1820. Johann Friedr. Zander, geb. zu Perwenitz bei Nauen 1735 Juli 12, Sohn des P. Joh. Friedr. und der Doroth. Sofia Wredow, besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin, stud. in Halle 1754-57, war Hauslehrer in den Familien von Tornow=Wittenhagen und von Oertzen=Blumenow, wurde P. zu Helpt 1761 Dez. 20, P. in Neubrandenburg 1770 Juli 2, Stadtprediger in Neustrelitz und Kons.=Rat 1789 Okt. 4,

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† 1820 April 25. - Bei seiner Einführung in Neubrandenburg wurde ihm zu Ehren in der Kirche eine Fest=Cantate aufgeführt, in der es heißt:

Neubrandenburg, sieh doch
Des höchsten Herrschers Gnade noch
In deiner Kirche walten.
Er sucht durch selbige dich liebreich zu erhalten.
Er lenkt des Fürsten Sinn
In weiser Wahl auf Zandern hin.
Und dieser folgt getrost, tritt heute bei dir ein,
Gelobet feierlichst vor Gott, dein Lehrer nun zu sein.
O, nimm ihn auf als den der Herr dir sendet
Und fleh' zum Herrn, der alles wohl vollendet.

Sein Jubiläum am 4. Adventssonntage 1811 wurde glänzend gefeiert. Der Herzog und der Erbprinz holten ihn unter dem Geläute aller Glocken in ihrer Equipage zum Festgottesdienste in der Stadtkirche ab, an deren Tür er von dem Magistrate und den Geistlichen des Landes empfangen wurde. Auch hier wurden eigens dafür gedichtete Lieder gesungen und eine Fest=Cantate durch die Kapelle vorgetragen, die den ganzen Lebenslauf des Jubilars behandelt, aber zu lang ist, um hier abgedruckt zu werden. Nur die Schluß=Arie mag hier Platz finden:

"Allmächtiger, der auf Welten thront,
du zeigst der Gegenwart Geschlechten
im sanften Alter des Gerechten,
wie deine Güte Tugend lohnt.
Er hat der Wahrheit Reich vermehret,
der in der Würde hoher Jahre
im Ehrenschmnck der Greiseshaare
uns noch die Wege Gottes lehret.
Die er zum Weg der Tugend rief,
dir danken sie, die Taufend alle,
die er geschützt vor nahem Falle,
wenn noch der Keim des Guten schlief."

- Cop. I. 1767 Johanna Fried. Elis. Engel, des Pächters von Schönhausen Tochter, † 1784; cop. II. 1784 Nov. 17 Anna Christ. Elisab. Kirchstein, des P. in Neubrandenburg Tochter, geb. 1738 Okt. 24, † 1815 Nov. 23. - Sein Sohn Friedrich, P. in Herrnburg. (Vgl. Past. Ratzeb. pag. 41); seine Tochter cop. P. Siefert=Kublank.

Sein latein. Lebenslauf in der Jubil.=Festschrift des Sup. Glaser: "De Joanne baptista 1811.

1821-1841. Joh. Christ. Carl Visbeck, geb. zu Deutsch b. Seehausen (Altmark) 1766 Mai 9, P.sohn, stud. in Halle, war Hauslehrer in Neubrandenburg, wurde Rektor der

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Interimsschule in Neustrelitz 1795, Präp. in Stargard 1809 April 9, Stadtprediger in Neustrelitz und Kons.=Rat 1821 Okt. 4, Ober=Kons.=Rat mit dem Vorsitz im Konsistorium 1838, † 1841 Aug. 5. - Cop. I. 1805 Dez. 5 Doroth. Fried. Gerling, Kons.=Ratstochter das., geb. 1771 Jan. 24, † 1824 April 9; cop. II. 1825 Mai 9 Justine Amal. Frieder. Eggers, Kammerratstochter das., geb. 1784 Dez. 19, † 1871 Sept. 28. - Kinderlos.

Schrift: "Die Hauptmomente der reinholdschen Elementarphilosophie in Beziehung auf die Einwendung des Aenesidemus untersucht." Leipzig 1794. 24 Bg. - (Vgl. Schwer. Freim. Abdbl. Nr. 1192.)

1841-1844. Johannes Alexander Bickel, geb. zu Randau b. Magdeburg 1810 Aug. 10, Sohn des Kaufmanns Johannes, später zu Hamburg. Auf dem dortigen Johanneum vorgebildet, bezog er Michaelis 1828 die Universität Erlangen und nach 2 Jahren Berlin (Hegel). Auf Neanders Empfehlung wurde er 1832 Hauslehrer in Gentzkow bei Friedland, dann 1835 beim Obristleutnant von Wenkstern in Neustrelitz. Aus Gesundheitsrücksichten - er litt an Nervenschwäche - mußte er diese Stelle bald aufgeben, wurde 1838 April 1 P. in Prillwitz, 1839 Mitglied der theol. Prüfungskommission, Gehülfsprediger in Neustrelitz 1841 April 12, Stadtprediger und Kons.=Assessor das. 1842 Oktober 2, † 1844 Febr. 4. - Cop. 1838 Mai 8 Auguste Grapow, Tochter des Ökonomieschreibers Joach. Friedr. August in Neustrelitz, Schwester des Obersteuerrats in Schönberg. Kinder: 1. Christine, geb. 1839, † 1904, cop. 1863 Otto Hintze, Rentier in Neustrelitz; 2. Carl, geb. 1840, Kaufmann in Hamburg.

Schrift: "Das Leiden Christi. Passionsbetrachtungen". Neustrelitz und Neubrandenburg 1840. - Einzelne Predigten - "28 Predigten aus der 1. Hälfte des Kirchenjahres". Neustrelitz und Neubrandenburg. Barnewitz 1745. 20 Bg.

1844-1846. Carl Aug. Rüdiger, introd. 1844 21. p. Tr. - Vgl. Past. Ratz. pag. 73.

"Die heil. Passion Jesu Christi". Ratzeburg, Linsen 1846. - Einzelne Predigten.

1844-1848. Herm. Leber. Ohl. Vgl. oben: Sup.

1846-1865. Dr. Ludw. Heinr. Aug. Genzken. Vgl. Wesenberg.

1848-1878. Rudolf Werner, geb. zu Neubrandenburg 1807 April 16, war Lehrer am Gymnas. Carol., unterrichtete den Erbgroßherzog Friedrich Wilhelm, wurde P. in Bredenfelde 1843 Okt. 15, Kons.=Rat und I. Stadtpfarrer in Neustrelitz 1848 April 30, † 1878 Jan. 12. - Unverheiratet.

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1865-1876. Johannes Rüdiger. Vgl. Hinrichshagen.

Seit 1878. Victor Praefcke, geb. in Weitin 1842 Juli 1, P.sohn, besuchte das Gymnasium zu Neubrandenburg 1856-60, stud. in Erlangen, Berlin und Rostock, war 3 Jahre Hauslehrer in Augustenruh bei Güstrow, wurde Gymnasiallehrer in Neustrelitz 1866 Oktober, P. in Prillwitz 1874 Juli 5, I. Stadtpfarrer und Kons.=Rat in Neustrelitz 1878 April 28, zum Oberkonsistorialrat ernannt 1904 Juli 13. - Cop. 1868 April 17 Lucie Stein, Tochter des Rittergutsbesitzers Ludwig auf Augustenruh. Kinder: 1. Martha, cop. Dr. jur. Hans Müller, Landgerichtsrat in Neustrelitz; 2. Victor, Dr. med., d. Zt. Schiffsarzt.

"Über die katholische Lehre von den überflüssigen Werken und den evangelischen Räten". Progr. des Gymnas. Carol. 1869.

1880-1884. Ernst Ahlers. Vgl. Wulkenzin.

1884-1897. Carl Nahmmacher, P. pr. in Schönberg. (Vgl. Past. Ratzeb. pag. 59 f.)

Seit 1897. Hans Reinhold, geb. zu Neubrandenburg 1865 Juli 29, Sohn des Kaufmanns Ludwig, Urenkel des P. in Staven, besuchte die Schule seiner Vaterstadt, stud. in Leipzig, Erlangen, Rostock und Greifswald 1886-90, war Hauslehrer, Prädikant in Neuenkirchen, Lehrer an der höh. Mädchenschule in Neustrelitz 1895 Ostern, II. Stadtprediger das. 1897 Mai 9, 1900 wurde ihm die Militärseelsorge übertragen. - Cop. 1895 Okt. 5 Helene Wöhnert, Kaufmannstochter aus Altona.

Hülfsprediger.

1790-1795. Carl Martin Retslag. Vgl. Weitin.

1814-1822. Joh. Heinr. Ludw. Fischer, P. pr. in Schönberg. (Vgl. Past. Ratzeb. pag. 58.)

1831-1841. Herm. Lebr. Ohl. Vgl. oben: Sup.

1842-1844. Jos. Mart. Dautwitz. Vgl. Stargard.

1870-1877. Hermann Naumann, Kons.=Rat, Hülfsprediger an der Schloßkirche. Vgl. Kublank.

1887-1892. Carl Runge. Vgl. Fürstenberg.

1892-1896. Max Schmidt, geb. in Stargard 1864 März 13, Sohn deS Mühlenbauers Friedrich, besuchte die dortige Stadtschule und das Gymnasium in Neubrandenburg, stud. seit 1881 in Breslau, Leipzig und Erlangen, war Hauslehrer in Prov. Brandenburg, Kgr. Sachsen und Schlesw.=Holstein, wurde Hülfslehrer an der Realschule in Neustrelitz Weihnachten 1889, Lehrer an der höh. Mädchenschule das. Michaelis 1890, Real=

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schullehrer in Schönberg Michaelis 1891, Hülfsrediger und Militärgeistlicher in Neustrelitz Weihnachten 1892, Divisionspfarrer in Düsseldorf 1896, im selben Jahr nach Breslau versetzt und 1899 nach Berlin, seit 1900 Juli 16 Felddivisionspfarrer im ostasiatischen Expeditionskorps, nahm bis Nov. 1901 am chinesischen Feldzuge teil, wirkte seit Dez. 1901 als Divisionspfarrer in Braunschweig und ging im Sommer 1904 als Felddivisions=Prediger nach Südwestafrika.

Schriften: "Geleitsbuch für junge und alte Soldaten". - "Warum sind wir Christen"? "Predigten für Denkende und Suchende". Berlin, Runge 1901. - In Vorbereitung: "Als Feldprediger mit unseren Ostasiaten."

1896-1900. Nathanael Fischer, geb. in Woldegk 1869 Juli 27, P.sohn, besuchte das Gymnasium in Friedland, studierte in Rostock, Leipzig und Erlangen, wurde Hülfsprediger in Neustrelitz 1896 Mai 3, Divisionspfarrer in Rendsburg Michaelis 1900. - Cop. Marie Luise Charl. Selmer, Tochter des Landgerichtsrats Dr. Bernhard in Neustrelitz, Enkelin des Präp. in Göhren.

Seit 1900. Otto Rütz, geb. in Feldberg 1872 Jan. 26, Sohn des Oberpostsekretärs Hans in Neubrandenburg, besuchte dort die Schule, studierte in Erlangen, Leipzig und Rostock 1890 bis 1893, war Hauslehrer in Gützkow und Breesen, wurde Realschullehrer in Schönberg Michaelis 1898, Lehrer an der höheren Mädchenschule in Neustrelitz Ostern 1900, Hülfsprediger das. 1900 Oktober 14. - Cop. 1904 Jan. Käthe Schmutzler aus Neustrelitz.


Neverin.

(1596.) Johann Trescovius.

(1599.) Adamus Minne.

(1611.) Paulus Eiche, klagt wegen rest. Meßkorns.

(1650)-1667. Christoph Georgi, ein Sachse, hatte 1650 über seinen Patron Claus Heinr. Warburg zu klagen. Als er sein zugesagtes Meßkorn verlangte, hatte der ihn mit der Faust blutig geschlagen. † 1667. Sein ältester Sohn M. Carl Friedr. war Rektor in Neubrandenburg, dann Präp. in Penzlin, dessen Sohn P. in Neubrandenburg.

1668-1715. Jacob Cron (Krohn), geb. 1639 Juli 25 zu Abtshagen in Pommern, stud. in Greifswald, P. 1668, † 1715.

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1718-1737. Heinrich Ehrenreich Cron, dessen Sohn, geb. das. 1696, stud. Rostock 1711. Er sollte 1714 dem Vater adjungiert werden, doch verzog sich seine Einführung infolge von Streitigkeiten über die Präsentation bis 1718 Cantate, † 1737 September.

1739-1757. Christian Friedrich Köhler, geb. zu Pasewalk 1714, stud. Greifswald und Halle, ord. und introd. 1739 Septuag., † 1757. - Cop. Margaret Bresse, P.tochter aus Neddemin, geb. 1717, † 1773 März 22. - Vielleicht ist der gleichnamige P. in Grünow sein Sohn.

1758-1791. Christian Friedr. Meier, geb. zu Rostock 1719 Aug. 1, stud. das. 1738-42, wurde infolge von Wahlstreitigkeiten zweimal (Jubil. und 11 p. Tr. 1758) in Neverin zum P. erwählt, introd. 19 p. Tr., † 16. März 1791.

1791-1843. Ludwig Joh. Aug. Meier, Sohn des vorigen, geb. das. 1765 Nov. 25, Univ. Rostock 1785-87, P. introd. 1791 Sept. 25. Nach seinem Amtsjubiläum konnte er nicht mehr amtieren, † 1843.

1844-1858. Albert Gustav Reuter, geb. zu Neddemin 1801 Juli 4 als Sohn des Kaufmanns David Thomas in Treptow a. T. und der Margar., geb. Barnewitz, P.tochter aus Neddemin, 1833 Konrektor und Kantor an der Treptower Stadtschule, ord. und introd. 1844 Nov. 19, † 1858 März 9.

1859-1882. Karl Friedr. Hauck. Vgl. Neuenkirchen.

Seit 1883. Friedrich Schütte, geb. zu Neubrandenburg 1857 Jan. 9, Gymnasium das., stud. Rostock und Leipzig 1876 bis 1879, Hauslehrer in Alt=Karin, Prädikant in Neukirchen, Lehrer an der Realschule in Schönberg Ostern 1882 bis Neujahr 1883, ord. und introd. 1883 Jan. 14: cop. Käthe Ahrendt, Kaufm.=Tochter aus Schwerin, Enkelin des P. Bohm=Neuenkirchen.


Plath.

1892 wurde Plath mit Leppin von der Parochie Göhren abgenommen und bildet seitdem eine eigene Pfarre.

Seit 1892. Adolf Krüger, geb. zu Rattey 1853 Nov. 11, Sohn des Hausvaters im Rettungshause Bethanien Heinrich († 1887) und der Mathilde, geb. Haye († 1901), Bruder des P. in Strelitz, besuchte das Gymnasium zu Friedland seit 1868, zu Neubrandenburg seit 1872, stud. in Rostock 1873-75, wurde

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Hauslehrer in Kotelow, stud. in Erlangen Ostern 1876/77, wurde Oberhelfer im Rauhen Hause bei Hamburg Ostern 1877, Prädikant in Bredenfelde Michaelis 1879, Lehrer an der höh. Mädchenschule in Neustrelitz Ostern 1880, P. in Neddemin 1881 Okt. 16, Seminardirektor in Mirow 1888 April 9, P. in Plath 1892 Okt. 16. Er ist im Moderamen der Theol. Lehrkonferenz in Mölln, im Vorstande des Landesvereins für Innere Mission in Mecklenburg und im Ausschuß der Landeskirchlichen Konferenz für beide Mecklenburg. - Cop. I. 1881 Okt. 28 Hermine Schröder aus Neubrandenburg, geb. 1861 Juli 15, † 1890 Okt. 6; cop. II. 1892 Juni 9 Adelheid Milarch, Tochter des Präp. Ernst in Neubrandenburg. - Seine älteste Tochter ist an Kaufmann Wagener in Mexiko verheiratet; sein ältester Sohn im preußischen Forstdienste.


Prillwitz.

(1568.) Elias Adelpull.

(1578. 1586.) Johannes Walich, unterschreibt als Walingius Form. Conc., wird bei der Visit. 1578 Wollingius genannt, führte 1581-86 einen Prozeß wegen Meßkorns.

1596-1624. Abraham Henrici (Hinrich) klagte 1600 gleichfalls wegen Meßkorns. 1625 Juni 16 bat seine Witwe, Emerentia Brandes, um Verlängerung des Gnadenjahrs, da sie sich mit dem am Sonntag Oculi eingeführten Nachfolger, ihrem Schwiegersohne, über die Auseinandersetzung nicht einigen könne.

Nicolaus Cregaeus (Krey) aus Neubrandenburg, wohl ein Sohn des Sup. M. Matthaeus das., † in Penzlin während des 30 jähr. Krieges.

1648-1668. Augustin Eberhardi, aus Greifswald, P. 1648, gab seinen Patronen und dem Sup. viel Anlaß zu Klagen, wurde 1667 suspendiert und 1668 April 22 abgesetzt. Bei der Vakanz der Pfarre 1676 legte Sup. Clingius ein gutes Wort für seine Wiederanstellung ein, das von Erfolg gewesen zu sein scheint, wenigstens ist von 1676-86 kein anderer P. dort bekannt.

1668-1670. Gerhard Aepinus, Urenkel des berühmten Joh. Aepinus (Hoek) in Hamburg, besuchte das dortige Gymnasium, stud. zu Straßburg i. E., P. in Prillwitz 1668, ging 1670 als P. nach Weggun.

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1670-1676. Georg Salchow, wurde 1676 P. in Hohenmocker in Pommern, wo er 43 Jahre im Amte war.

1676-1686 vgl. oben Aug. Eberhardi.

1687-1697. Friedrich Samuel Sponholz aus Neubrandenburg, P. in Prillwitz 1687 Michaelis, fand beim Pflanzen eines Obstbaumes die sogen, "Prillwitzer Idole", deren Echtheit oder Unechtheit lange die Altertumskundigen beschäftigte, † 1697 Dezember. - Kinder: 1. Hermann, P. in Tornow; 2. Jürgen, Ratsherr in Neubrandenburg.

1698-1749. Martin Manasse Schernack, geb. in Wittenberg 1670 Febr. 12, besuchte die Schule dort und 1689 in Köslin, stud. zu Greifswald 1693, zu Rostock 1696, P. 1698 5. p. Tr., kurierte auch Nemerow und Rowa, emer. 1748, † 1749. Seine Tochter Johanna Magdalena war Gattin des P. Otto Bernh. Herold=Badresch.

1748-1779. Erdmann Christian Schmidt, geb. in Zierke 1717 Okt. 28, P.sohn, P.adj. des Vorgäng. 1748, 10. p. Tr., erhielt 1757 beim Eingehen der Parochie Zierke auch Weisdin und Blumenholz zugewiesen. Seine große Korpulenz und sein gewöhnlich sehr gravitätischer Gang veranlaßten J. H. Voß, damals in Neubrandenburg, zu einem launigen Gedicht. (Vgl. W. Ahlers: Historisch=topograph. Skizzen. Neubrandenburg 1876 S. 129.) † 1779 Sept. 4. - Cop. 1748 Dez. 13 Anna Margar. Rosenow, Tochter des Pächters Rudolf Friedrich zu Wildberg in Pommern, geb. 1732 Jan. 28, † 1802 Sept. 26. - 9 Kinder, unter ihnen: 1. der Nachfolger; 2. Christian Matthias, Amtmann zu Zippelow, cop. 1794 Juli Magdal. Sponholz, Tochter des P. zu Lychen, Enkelin des P. zu Tornow; 3. Rudolf Friedr. Diedrich, Kaufmann und Kirchenvorsteher zu St. Jacob in Greifswald; 4. Wilh. Friedr. Christian geb. 1753, † 1772; 5. Carl Otto Wilhelm, geb. 1759, † 1827; 6. Theod. Heinr. Carl, geb. 1761, † 1833; 7. Friedr. Wilh. Julius, geb. 1766, † 1841. (Die drei letzten unverheiratet, in Prillwitz); 8. Sofie Doroth. Friederike, geb. 1769, cop. 1784 Carl August Benold, P. zu Schloen.

1780-1811. Christian Ehrenreich Schmidt, geb. 1750 Jan. 13, des Vorg. Sohn. Da sein Vater wenig für die Ausbildung seiner Kinder tat, wurde er nur einige Jahre auf die Stadtschule zu Penzlin geschickt, erreichte es aber durch den tüchtigen Rektor Struck, daß er, wenn auch ungenügend vorbereitet, 1768 die Universität Rostock beziehen konnte. 1770 wurde er Hauslehrer bei Herrn von Warburg =Quadenschönfeld, dann

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bei Landrat von Bredow=Prillwitz, Nachfolger seines Vaters 1780 10. p. Tr. Seit dem Jahre 1795, wo Herzog Carl die Prillwitzer Güter ankaufte, kam er in ein näheres Verhältnis zu diesem, das sich bald in engste treueste Freundschaft verwandelte. Nie jedoch wurde diese von Schmidt zu egoistischen Zwecken in Anspruch genommen. Im Jahre 1809 erlitt er einen Schlagfluß, erhielt daher 1810 einen Adjunkten, † 1811 Jan. 30. - Cop. 1782 Okt. 11 Dorothea Elisab. Scheuring, Tochter des P. Joh. Christof zu Bisdorf in Pommern, † 1833 Nov. 23, 78 Jahre alt. - 8 Kinder, unter ihnen: 1. Wilh. Christian, geb. 1784, Pächter von Adamsdorf; 2. Adolfine, cop. dem Nachfolger; 3. Charlotte Friederike, geb. 1800, cop. 1827 Joh. Wilh. Völlner, Hofgärtner in Neustrelitz.

1810-1838. Joh. Heinr. Horn. Vgl. Käbelich (S. 88).

1838-1841. Joh. Alex. Bickel. Vgl. Neustrelitz (S. 149).

1841-1869. Adolf Gottlieb Kortüm, geb. in Tornow 1782 Sept. 1, P.sohn. Im elterlichen Hause vorgebildet, bezog er Ostern 1797 die Prima des Gymnasii zu Friedland, stud. in Halle seit Ostern 1801, war Hauslehrer bei von Oertzen=Ankershagen 1804-1810, in Neetzka und Hinrichshagen, wurde Rektor und Organist in Strelitz 1823 Okt. 23, P. in Prillwitz 1841 März 28, erhielt seinen Sohn als Adjunkten 1862, pensioniert Ostern 1869, † 1871 Okt. 19. - Cop. I. 1823 Okt. 11. Wilhelmine König, des P. zu Badresch Tochter, † 1835 Juli 6, 37 Jahr alt; cop. II. 1837 Nov. 9 Elisabeth Zander, Tochter des Gerichtsrats in Strelitz Enoch Peter Ernst, † 1857 Dez. 28, 61 Jahr alt. - 7 Kinder, unter ihnen: 1. Hermann, P. in Teschendorf; 2. Rudolf, geb. 1831, † 1887 in Neustrelitz, Landmann.

1862-1874. Ludl. Carl Aug. Herm. Kortüm. Vgl. Teschendorf.

1874-1878. Victor Praefcke. Vgl. Neustrelitz (S. 149).

1878-1880. Gustav Bachmann. Vgl. Strelitz II.

1880 - 1898. Hermann Jaeoby. Vgl. Badresch (S. 8).

Seit 1898. Carl Ludwig Bossart, geb. in Friedland 1866 Febr. 16, Sohn des P. an St. Nicolai, besuchte die Schule seiner Vaterstadt, stud. in Erlangen, Tübingen, Leipzig und Rostock 1885-88, war ein Jahr in den Bielefelder Anstalten tätig, darauf Prädikant in Kratzeburg, wurde Rektor in Stargard Michaelis 1892, P. in Prillwitz 1898 März 27. - Cop. 1899 April 7 Therese von Hahn, Tochter des Präsidenten August in Darmstadt.


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Rödlin.

Rödlin, früher Filial von Watzkendorf, wurde 1679 Pfarrort, indem der Landrat Christof Friedr. von Jasmund hier eine Pfarre errichtete und seine übrigen Güter derselben als Filialen beilegte.

1680-1719. Christof Mentzel, geb. zu Putzar 1651 Mai 30, als erster P. eingeführt 1680 Ostern. "Finde einen wüsten Ort und zweifelsohne wüste Herzen, weil in vielen Jahren kein ordentlicher Prediger allhie gewesen. Gott gebe Gnade, daß ich in den wüsten Herzen möge Jesum pflanzen und sie erbauen zum ewigen Leben." † 1719 April 14. Sein Epitaph zeigte Sinnbilder der Auferstehung und die Inschrift:

(Christophorus tegit hoc busto Menzelius ossa,
confisus Domino mox redivivus erit.
Hier Christoph Mentzel lieget, mit Erd und Stein bedecket,
er glaubet, daß ihn Gott zum Leben auferwecket.

- Cop. Anna Elisab. Schwandt. 3 Töchter und 1 Sohn.

1720-1735. Georg Wildberg, geb. zu Fürstenberg 1667 Aug. 13, stud. zu Wittenberg 1692, zu Rostock 1695, P. zu Bredenfelde 1698 Mai 18 als Adjunkt des alten Petrus Müller, P. in Rödlin 1720 April 7. † 1735. Er wird zuerst mit einer Tochter seines Bredenfelder Vorgängers verheiratet gewesen sein; cop. II Christine Ilsabe Nahmmacher, Tochter des Präp. in Stargard, † 1727 Jan. 13. - Mehrere Kinder, unter ihnen: 1. Carl Christof, P. in Kotelow; 2. Regina Dorothea, cop. 1733 Zinngießer Jürgen Dietrich Holstein=Neubrandenburg, † nach 5wöchentl. Ehe; 3. Rahel Elisabeth, cop. 1733 Johann Leonhard Preß in Neustrelitz; 4. die Gattin des Nachfolgers.

1736-1776. Samuel Friedr. Barnewitz, nach Familienüberlieferung von einem Freischulzenhof bei Schwedt a. O. stammend, war Informator bei Herrn von Tornow=Rehberg, wurde P. 1736 März 4. Auch Godenswege und Möllenbeck wurden ihm übertragen, † 1776 Mai 19, 64 Jahre alt. - Er war verheiratet mit Helene Wildberg, der Tochter des Vorgängers, † 1767 Sept. 9, 50 Jahre alt. Unter seinen Kindern: 1. Johann Friedrich, P. in Neddemin; 2. Arend Heinrich Christian, geb. 1739, † 1805, P. in Gr.=Vielist; 3. Adolf Samuel, geb. 1744, † 1818, Amtsrat in Bredenfelde; 4. Christof Theodor, geb. 1746, † 1803, Pensionär von Conow; 5. Gottlieb Julius, geb. 1748, † 1810, Postmeister in Neustrelitz, Vater des dortigen Postmeisters Sam. Ludw. Friedr., der wiederum Vater des Hofbuchhändlers Gottlieb das. und des P. Julius in Eichhorst war;

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6. David Daniel, geb. 1750, † 1832, Pächter zu Conow, dann Eigentümer zu Neugarten, Vater des Präp. Ernst Heinr. Georg in Körchow.

1777-1809. Georg Johann Zitelmann, geb. 1730 Febr. 7 zu Flieth i. Ukm., stud. 1746-49 in Halle, wurde P. zu Bruchhagen i. U. 1753 Aug. 12; von seinem Studienfreund, Herrn von Jasmund, nach Rödlin berufen 1777 Juli 20, † 1809 Dez. 25. - Cop. 1756 Dorothea Elisab. Gysae, geb. 1732 Okt. 9, † 1803 Juli 15. Unter seinen Kindern: 1. Auguste Charlotte, cop. dem Nachfolger; 2. Johanne Mar. Wilhelm., cop. 1812 Christian Friedr. Schröder, Mühlenmeister in Friedland; 3. Siegmund Friedr. Wilh., geb. 1771, † 1841, Kaufm. in Güstrow; ein Enkel Apothekenbesitzer in Berlin, ein anderer Kaufm. in Güstrow.

1804-1832. Christof August Rhades, geb. 1772 Aug. 14 zu Leussow (Meckl.=Schwer.), stud. Rostock 1792-94, wurde P.adj. 1804 Juli 29, † 1832 Febr. 1. - Cop. 1804 Juli 29 Auguste Charlotte Zitelmann, des Vorgängers Tochter, † in Wanzka 1850 April 7. - Kinder: 1. August, geb. 1805, † 1819, Schüler in Friedland; 2. Ludwig, geb. 1806, † 1886, Oberamtmann in Buchholz bei Fürstenberg, 8 Kinder; 3. Charlotte, cop. P. Neidhardt=Wanzka.

1833-1854. Carl Aug. Nippe. Vgl. Stargard.

Seit 1854. Ludwig Dörbandt, geb. 1817 Aug. 18, stud. zu Rostock 1838-40 und Berlin 1840/41, war Hauslehrer zu Weisdin und Kl.=Nemerow, Hülfslehrer an der Realschule in Schönberg 1849, Rektor in Wesenberg 1850, Pfarrverweser in Selmsdorf 1851 (cf. Past. Ratz. pag. 73), Rektor in Fürstenberg 1851, P. in Rödlin 1854 April 23, wurde Kirchenrat 1900.


Roga.

(1541). Hinrich Adermann od. Oldermann. Prot. Vis. 1541: "Ist ein Ehemann, ein frommer gelehrter Prediger lehret wohl, giebt auch ein gut Exempel im Leben."

-1560. Marcus Timhermanuus, † 1560 in Schwichtenberg, ob sein Sohn der dortige P. Paulus?

1560-1585. Joachim Bars, geb. in Friedland, 1550 P. in Staven, 1560 hierher berufen, hat Form. Conc. unterschrieben. Ein Bild von ihm, seiner Gattin, Ursula Dollen,

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und seinen 4 Töchtern hing früher in der Kirche. Anno 1585 den 25. November ist er "seliglich in Gott entschlafen."

(1618. 1621.) Michael Gerven. Sein Name auf 2 Kontrakten.

1626-(1630.) Joachim Gerven, wohl Sohn des vorigen. Für seine Ordination erhält 1626 der Sup. als Gebühr 8 ßl. - 1630 ist er mit seiner Mutter wegen einer Schuld in Streit und erbittet vom Herzog die Einsetzung eines Schiedsgerichts.

(1649)-1679. Caspar Halle. Er protestierte, als mau ihm das Bertekowsche Legat aus Neuenkirchen nicht zahlen wollte. Damit hat es folgende Bewandnis: 1366 hatte Fritz Bertekow auf Pleetz etc. . ein Legat von 50 Mark in einigen Höfen und Hufen, so er in Neuenkirchen besaß, seinem Kapellan Werner Rülowen zu Roga gestiftet. "Davor sall he opwarden ene Lampen in de Kerken to Roga, dat se brenne Dag un Nacht." (M. U.=B. 9452.) Noch heute erhält der P. jährlich 5 Taler aus Neuenkirchen. - Das Prot. Vis. 1664 besagt: "Es ist aus allem befunden worden, daß allhier eine gute Kirchendisciplin gehalten worden." - Cop. I. N. N., † 1665 Juni 7; cop. II. 1665 Nov. 29 Catharina Schmidt, des P. in Neuenkirchen Tochter, begraben 1669 Dez. 21; cop. III. 1671 Louvisa Genschowen.

(1686)-1693. Daniel Hagen. Seine Witwe, Frau Hagensche, die im Kolonus=Hause gewohnt hatte, wurde begraben 1727 April 20.

1694-1729. Friedrich Kärsten (Carsten) aus Neubrandenburg, wurde im Nov. 1694 gegen Adolf Behm gewählt, † 1729. Cop. I. Dorothea Rauch, P.tochter aus Rügen, Schwester der Frau P. Meyer=Beseritz begr. 1712 April 10, cop. II. 1713 Nov. 30 Euphrosine Trendelenburg, Tochter des P. Caspar in Anklam, Schwester des Sup. Theodor in Neubrandenburg. 2 Kinder; cop. III. 1724 der wohledlen und tugendsamen Frau Sofie Regina Springmannin.

1731-1753. Martin Fr. Titel. Vgl. Schwanbeck.

1753-1760. Christian Friedrich Wolff aus dem Mansfeldischen, hier P. 1753, erhielt 1754 April die Erlaubnis zu nur zweimaliger Proklamation mit Augusta Maria Henningen, des † P. zu Recknitz Tochter, weil der Landrat von Hahn ihnen am Hochzeitstage ein Ehrenmahl geben und später verreisen wollte.

1761-1792. M. Christof Heinrich Hahn, geb. in Stettin 1726 Nov. 7, stud. Rostock 1743-49, wurde Mag. 1754, P. 1761 1. Adv., † 1792 März 18. - In kinderloser Ehe

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verheiratet mit der Witwe seines Vorgängers, die auch ihn überlebte und am 1. Mai 1806 starb.

1793-1817. Gustav Carl Böttger, geb. zu Neukalen 1756 Sept. 9, stud. zu Greifswald 1772-75, P. 1793 Juni 16, † 1817 April 4. - Kinderlose Ehe mit Charlotte Kriebel, Tocht. des Sup. D. Kriebel in Wolgast.

1818-1862. Christian Ehregott Carl Leuschner, geb. in Collmen bei Colditz (Kgr. Sachsen) 1787 als Sohn des Schullehrers Carl Gottlob, besuchte 6 Jahre die Fürstenschule zu Grimma, stud. zu Leipzig 1804-1808, wurde Hauslehrer in Friedland, dann Prorektor, später Konrektor das., P. hier 1818 Mai 31, bei seinem Jubiläum Kirchenrat, † 1862 Jan. 19. - Cop. 1818 Juli 28 Johanna Dor. Fried. Uterhart, Tochter des Bürgermeisters zu Friedland Hofrat Carl und der Johanna geb. Berlin. 4 Töchter; 2 starben unverheiratet, Ida und Johanna heirateten 1841 resp. 1858 den Rittergutsbesitzer Hermann Runge, Pächtersohn aus Pleetz, auf Züsedom dann auf Alt=Damerow bei Stargard i. Pommern.

1862-1882. Franz Ludwig Werner, geb. 1809 April 15 in Kapelle, Prov. Sachsen, Sohn des dortigen lutherischen Pastors, der 1820 nach Zerbst berufen wurde. Er besuchte zunächst die Schule seines Heimatsdorfes, dann 1820-28 das Gymnasium iu Zerbst, bis 1830 die Univers. Halle, wo unter Gesenius und Wegscheider der seichteste Rationalismus herrschte, aber unter Leo und Tholuck die Keime des christl. Glaubens neu gestärkt und aufgefrischt wurden. Nachdem er 1 1/4 Jahr bei einem Pächter in Dessaus Nähe Hauslehrer gewesen, wurde er Rektoratsverweser und Hülfsprediger in Wörlitz, 1837 zweiter P. in Sandersleben und 1841 Kreisschulinspektor des dortigen Amtsbezirks. Sein Bestreben, die dortigen Lehrer aus dem Banne des Rationalismus zu führen und für evangel. Heilserkenntnis zu gewinnen, blieb nicht unangefochten, und das seit 1827 uniert gewordene Kirchenregiment zwang ihn, von Einführung des lutherischen Katechismus abzustehen. Seine Wirksamkeit würde ihm dadurch erschwert und teilweise verleidet, und so ließ er sich am 15. p. Tr. 1844 vom Erblandmarschall Grafen Hahn für die Pfarre in Serrahn präsentieren, wo er mit großer Stimmenmehrheit gewählt wurde. Am 29. März 1852 übernahm er die Leitung des Landschullehrerseminars in Ludwigslust, die er in großer Treue bis 1862 inne hatte. Als das Seminar nach Neukloster verlegt und neu organisiert wurde, trat er wieder in ein Pfarramt und zwar in Roga ein (1862 April 27), wurde am

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Jubiläumstage 50jähr. Amtsführung 1882 Okt. 31 Kirchenrat und starb am 10. Dez. 1883. - Cop. I. 1837 Julie Risch, Tochter des Postdirektors in Dessau, † 1851 Mai 30; cop. II. 1853 Febr. 8 Magdalena Engel, geb. 1829 Mai 4, † 1885 Okt. 2, Tocht. des P. Carl zu Rittermannshagen und der Luise, geb. Bring. Kinder: 1. Gustav, geb. 1839, P. in Rittermannshagen; 2. Emilie, cop. 1878 Carl Hoppe, Inspektor der Bürgerschule in Dessau; 3. Magdalene, † 1877, cop. 1876 demselben; 4. Minna, cop. 1880 Johannes Bahlcke, P. in Stuer; 5. Hermann, geb. 1854, † 1883, cand. phil.; 6. Elisabeth, cop. dem Nachfolger.

Schriften: "Der kl. Katechismus Dr. M. Luthers - - für den ersten Unterricht." Güstrow, Opitz 1850. - "Gebete für Kinder (Schuljugend)." - Wismar 1856. - Einzelne Predigten. - (Vergl. Sellin=Dassow: "Ein Gedenkblatt für Vater Werner." Schwerin, Herberger 1884.)

1884-1901. Otto Ludw. Ad. Beyer, geb. in Ludwigslust 1847 Mai 2, Sohn des Garnison=Auditeurs Georg das., Schule in Schwerin bis Ostern 1868, stud. Rostock und Leipzig, Hauslehrer in Cramon 1872, Lehrer an der Bürger=Töchterschule in Schwerin Mich. 1873, P. in Wittenburg II 1878 Okt. 27, P. in Roga 1884 Aug. 17. † 1901 Dez. 16 im Eisenbahnzuge am Herzschlage. - Cop. 1882 Jan. 4 Elisabeth Werner, Tochter des Vorgängers. Mehrere Kinder.

Seit 1902. Carl Mützke, geb. 1875 Mai 5 in Stralsund, (Gymnasium in Neubrandenburg, Univ. Rostock, Berlin und Greifswald seit Mich. 1894, Hauslehrer, Prädikant in Strelitz Mich. 1901, Konrektor in Woldegk 1902 Jan. 6, P. in Roga 1902 3. Advent.


Rowa.

Zu der Zeit der Reformation war Rowa mater, zu der außer den beiden Nemerow, wahrscheinlich auch Holldorf eingepfarrt war.

Nicolaus Milsow war hier 1534 erster lutherischer Geistlicher. Prot. Vis. 1541: "Ein frommer und gottesfürchtiger Mann, die zu Neubrandenburg haben ihn zum Prädikanten angenommen." Beide Ämter scheint er geraume Zeit neben einander geführt zu haben. Später wird Rowa kurze Zeit von Wanzka aus kuriert sein, 1641 ist es Filiale von Nemerow und gehört seit 1748 zu Ballwitz.


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Rühlow.

(1558.) Henning Schwichtenberg.

(1579.) Gerhard Witlingus, unterschrieb Form. Conc.

1598-1637. Ludovicus Böckeler, vielleicht ein Bruder des P. Christian in Friedland, P. 1598 Palm. Am Osterfest desselben Jahres unterschrieb er als Bürge einen Schuldschein seines Schwagers Andreas Krause in Neubrandenburg über 16 Gulden. 1617 wurde er wegen dieser und 1619 wegen einer anderen Bürgschaft aus dem Jahre 1599 in Anspruch genommen. 1621 klagte sein Mündel Petrus Behm, des Bürgermeisters Georg in Neubrandenburg Sohn, gegen ihn, daß er ihm den für ein Darlehn von 15 Rtl. verpfändeten "Portugalöser" trotz Rückzahlung der Schuld nicht zurückgeben wolle. Die Kriegsnot trieb ihn 1637 nach Friedland. Von dort berichtete seine Witwe, Catharina Vahlen, am 29. Nov. 1637, "daß Gott meinen gewesenen liebsten Ehewirt in abgewichener Zeit (Aug. 27) aus dieser Mühseligkeit seliglich abgefodert und dadurch mich armes, junges Mensch gar zeitlich zum betrübten Witwenstand gelangen lassen." Sie bat um Belassung bei der Pfarre, starb aber schon 1638, noch in Friedland. - Sein Sohn Christian P. in Galenbeck (vgl. Gehren).

1639 Jan. 26 erbaten die Dorfschaften Rühlow und Glienke die Wiederbesetzung der Pfarre durch diesen Christian, "da wir die hochelende, kümmerliche Zeit erlebet, daß uns der Herr Herr nicht allein einen Hunger nach dem natürlichen und leiblichen Brot ins Land geschicket und uns müssige Zähne gegeben und Mangel an Brot in allen unsern Örtern, dahero der meiste Haufe der Unsrigen wegen Mangels des Brotes verschmachtet und Hungers umbkommen, sondern einen Hunger nach dem Worte des Herrn zu hören, indem der allein weise Gott nach seinem unerforschlichen Rat und Willen fast alle Prediger in den Städten und Dörfern dieses Stargardischen Kreises durch die zum Teil im Sommer grassierende Pestilenz, zum Teil vorher aufgeraffet, unter welchen auch unser sel. Pastor Er Ludovicus Böclerus, unser in die 40 Jahr gewesener Seelenhirte, mit der Frauen und Kindern aufgangen und wir nunmehr fast anderthalb Jahr wie die verstreueten Schafe ohne Hirten einhergegangen und hin und her von einem Ort zum andern umlaufen müssen, des Herrn Wort zu suchen und könnens doch nicht finden." Aber im April d. J. waren in Rühlow nur 5 und in Glienke nur 3 Mannspersonen am Leben. So kam denn Juni 29 der

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herzogl. Bescheid an Christian Böckler, der Zustand der Dörfer erlaube noch nicht die Neubesetzung der Pfarre. Diese geschah erst 1643.

1643-1692. Joachim Witmann, Sohn des Ratsverwandten Arnd W. in Neubrandenburg, Kantor an dortiger Schule seit 1614, P. 1643 April 4. 1651 erbat er Holz zum Bau eines Kolonushauses. Denn es hatte sich der Sohn des letzten Pfarrbauern, dessen Gehöft 1638 abgebrannt war, wieder angefunden und wollte Dienste tun, wenn er Wohnung erhalte. Der Pastor hatte Sorge, er möchte sich wieder davon machen, und beschleunigte daher die Sache nach Kräften. 1691 bat er, daß ihm die bei der Visit. 1665 statt des Meßkorns und der Accidentien eingeräumte wüste Hufe ad suam vitam möchte gelassen werden. † 1692. - Interessant ist die Kursoria vom 6. April 1692, durch die der Sup. den Synodalen Witmanns Ableben anzeigt:

Plurimum reverendi, clarissimi et pereximii Domini Senior et Pastores, observanter colendi!
Trans ivere patres et nos transibimus omnes.
In caelo patriam, qui bene transit, habet.
Ita transivit Rever. Senior e Synodo vestra Dn. Joach. Witmann, confrater noster clarissimus. Attigit terminum Ps. 90 a Mose praefixum, imo supervixit, non longe ab octogenario transivit, nunc in patria exsultans. Nos adhuc sumus in via, tendentes simulac metam properantes ad unam, da Deus, ut laeti conveniamus ibi! Nostrae nunc curae erit providere anno gratiae, ut Ecclesiis suo pastore orbatis satisfiat. Distribuite igitur inter vos annum et more consueto suum quisque ordinem servate. Servet et vos Jesus ex morte Redivivus. Dat. Brand. 6. Apr. An. 1692.

V. observantissimus

M. Franz. Clingius.

Die einzelnen Pastoren gaben darauf in mehr oder weniger elegantem Latein ihrer Teilnahme (so: Ab angelis in sinum Abrahae deportatus fuit Senior etc. Wittmann, vere jam Wittmann h. e. alternae gloriae candidatus ac Senioribus istis, qui albis induti coram throno Agni triumphant, associatus.) und Bereitwilligkei Ausdruck. - Unter seinen Kindern: 1. Esther, cop. P. Hoepffner=Kotelow; 2. Regina, cop. P. Wenthin=Gehren; 3. Anna, cop. dem Nachfolger.

1693-1715. Christian Heinrich Seger, geb. in Anklam 1665 Febr. 18, besuchte dort und zu Stettin die Schule, stud. in Greifswald und Wittenberg, wurde durch Sup. Haberkorn aus Güstrow während der Vakanz der Brandenburger Superintendentur eingeführt 1693 Himmelfahrt, † 1715 Jan. 24.

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- Cop. Anna Witmann, des Vorg. Tochter, † 1754 Nov. 23. - 7 Kinder, unter ihnen: 1. Joach. Christian, P. in Helpt; 2. Eleonore Sofie, cop. dem Nachfolger.

1716-1746. Johann Nahmmacher, geb. in Stargard 1686 März 9, P.sohn, war auf der Schule zu Güstrow 1704/5, stud. in Leipzig, flüchtete während des Krieges nach Jena, P. 1716 März 1. Da er durch einen Schlagfluß an der Zunge gelähmt war, wurde er nach jahrelangen Verhandlungen im März 1746 emeritiert und zog nach Glienke, wo er das Haus des Pfarrkolonus bewohnte, das Pfarrland und 40 Tal. jährlich erhielt. Er erklärte sich mit der Pensionierung einverstanden, da ihn der Höchste sowie so mit ansehnlichen Mitteln gesegnet habe. † 1767 April 19. - Cop. 1716 Juni 16 mit Eleonore Sofie Seger, des Vorg. Tochter, † 1754 Mai 24. Seine Tochter Anna Eleonora, geb. 1729 Dez.

Schrift: "Evangel. Quatember". 1714/15.

1746-1768. Joach. Christian Labsen, geb. in Fürstenberg als Bürgersohn, P. 1746, † 1768 Sept. 29, Schwiegersohn des Sup. Trendelenburg. - Nach seinem Tode brach Konkurs aus.

1770-1782. Johann Christian Eilhard Selmer, angeblich geb. 1721 Mai 21, Sohn des Pagenhofmeisters in Strelitz, stud. zu Rostock 1741-43, wurde P. zu Teschendorf 1748 Mai 26, P. zu Rühlow 1770 Febr. 11, † 1782 Okt. 11. - Cop. I. 1748 Mai 26 Dorothea Charlotte Müller, des Pensionärs Johann zu Zapel Tochter, geb. 1729 Mai 27, † 1770 Juni 1; cop. II. 1770 Nov. 23 Charlotte Sofia Tiede, Tochter des Pächters von Zierke, Prälank und Bauhof Neustrelitz. - 10 Kinder, unter ihnen: (I.) 1. Carol. Magdal. Frieder., geb. 1752, † 1810, cop. 1778 Johann Friedr. Thiele, Amtschirurgus in Stargard; 2. Hedwig Christine Sofie, cop. dem Nachfolger; (II.) 3. Carl Bernhard, Kaufmann, † in Göhren; 4. Joh. Heinrich, P. in Göhren.

1784-1819. Aug. Friedr. Joach. Weißenborn, geb. in Schönbeck 1751, P.sohn, besuchte die Schule zu Friedland bis 1777, stud. in Rostock, P. 1784 März 21, † 1819 Juni 2. - Cop. Hedwig Christine Sofie Selmer, des Vorg. Tochter, geb. 1754 Juni 6, † 1836 Febr. 28. - 5 Kinder, unter ihnen: 1. Ernestine, geb. 1785, † 1859, cop. Friedrich Wilhelm Ockel, P.sohn aus Warbende, Kaufm. in Friedland; 2. Margarete, geb.

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1787, † 1857, unverheir.; 3. Dorothee, geb. 1793, † 1854 unverheir. in Friedland.

1820-1861. Christian Friedr. Ludw. Theod. Sponholz, geb. in Tornow 1788 März 10, P.sohn, besuchte die Schule zu Neustrelitz, das Berlin=Cöllnsche Gymnasium zu Berlin und die Schule zu Friedland, wurde 1806 aus Halle, wohin er sich soeben zur Universität begeben, durch die Franzosen verjagt, stud. in Frankfurt bis 1809, wurde Subrektor in Neubrandenburg 1811 Nov., P. in Rühlow 1820 Okt. 1, emer. 1861. 1832 bis 1838 leitete er ein Seminar für ritterschaftliche Schullehrer. - Cop. 1812 Jan. 3 Marie Eleonore Rudolphi, geb. 1789 Juli 28, P.tochter aus Friedland. Unter seinen Kindern: 1. Hermann, ging nach Afrika; 2. Rudolf, Maschinenbauer; 3. Ida, geb. 1821, cop. 1849 Carl Friedr. Jannoch, Kunstgärtner in Schwerinsburg.

Schriften: "Choralbuch in Ziffern". Neustrel., Dümmler 1834. - "Gebete, Abkündigungen usw. für Dorfküster." Friedland, Barnewitz 1836. - "Wo lag Rhetra?" Neubr. 1861. - Zahlreiche Aufsätze in Zeitschriften. - Mehrere Jahre Herausgeber des allgemeinen mecklenb. Volksbuches. - Eine eingehende Sammlung von Nachrichten über die einzelnen Ortschaften liegt als Manuskript beim Großh. Konsistorio in Neustrelitz. (Vgl. die Einleitung.) - Bedeutende Mineralien= und Petrefaktensammlung hat er hinterlassen.

1862-1884. Carl Ziehe, geb. in Neubrandenburg 1822, Sohn des Lehrers an dortiger Töchterschule Heinrich Ludwig und der Wilhelmine von Kaminsky, besuchte das Gymnasium das., stud. in Rostock Mich. 1845 bis Ostern 1849, trat Ostern 1851 zur Unterstützung des Sup. Nagel=Trieglaff in den Dienst der luth. Kirche Preußens, wurde Ostern 1852 Hauslehrer in Gamehl, Ostern 1853 desgl. bei P. Radlof=Brunn, darnach in Roggow bei Neubukow und in Lenzen bei Güstrow, wurde im Herbst 1860 Prädikant in Rühlow, im Juni 1861 Hülfsprediger in der luth. Kirche Elberfelds, P. in Rühlow 1862 Jan. 5, † 1884 Juli 12. - Cop. Johanna Behm, † 1892, Tochter des Gutsbesitzers auf Rethwisch. Kinder: 1. Hans, Kapitän eines Lloyddampfers; 2. Carl, P. in Amerika; 3. Martha, † nach Lehrerinnenexamen; 4. Gerhard, Farmer in Amerika; 5. Margarete, Diakonisse an der Frauenklinik in Halle; 6. Martin, † als Arzt in Hamburg.

Seit 1885. Wilhelm Woisin, geb. in Schönberg 1853 Sept. 11, Sohn des späteren Küsters Wilhelm in Selmsdorf, Bruder des P. in Woldegk, besuchte die Schönberger Realschule Ost. 1859 bis Mich. 1867 und das Gymnasium in Lübeck, stud. in Erlangen und Leipzig 1873/75, wurde Lehrer an der Bürger=

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knabenschule in Schwerin Mich. 1878, Gymnasiallehrer in Neustrelitz Joh. 1879, P. in Rühlow 1885 Okt. 15. - Cop. 1881 Sept. 30 Caroline Herm. Frieder. Teller, Tochter des Brauereibesitzers Ernst in Neubrandenburg.


Salow.

Vgl. Schwanbeck.

Schillersdorf.

Joh. Holtze, erster evangel. P., verheiratete seine Tochter an einen Bauern in Qualzow und gab ihr als Aussteuer zwei Pfarrwörden das. mit, welche bei der Visit. 1578 reklamiert wurden.

Laurentius Becker, sein Nachfolger.

(1579)-1580. Bernhard (Berend) Dreier, unterschrieb Form. Conc., † in den Fasten 1580. Seine Witwe erhielt das Gnadenjahr, konnte aber nicht erreichen, daß ihre älteste Tochter bei der Pfarre behalten wurde. Sie wohnte später "mit einem Haufen unberatener Kinder" in Waren.

1581-1605. Johannes Berendes, war viele Jahre Schulmeister in Mirow und wurde von Herzog Carl gegen den Widerspruch Herzog Ulrichs berufen, † 1605.

1605-1638. Carolus Berendes, "nach Absterbung seines sel. Vaters von S. Fürstl. Gnaden gnädigst an seiner Stelle für einen unwürdigen Prediger vociert", † 1638.

1639-(1669). Johannes Andreae, Sohn des Bürgers Christian zu Plau (seine Brüder waren Bürgermeister und Ratsverwandter das.), wurde nach fünfjährigem Dienst als Schulmeister zu Mirow 1637 P. in Alt=Gaarz, wo er Catharina Guden, die Witwe seines Vorgängers Reichart, heiratete. Sie starb, über 90 Jahre alt, 1709. 1639 Jan. P. in Schillersdorf. 1664 berichtete er an den Herzog: "Wasmaßen den 3. Mai eine unvermutliche Feuersbrunst entstanden, welche wegen des starken Windes dermaßen überhand genommen, daß leider in einer Stunde nicht alleine meine teuer erkauften Bücher und andere Mobilien, besondern auch das ganze Dorf (ohne die Kirche, ein Bauer und das Schäferhaus) jämmerlich eingeäschert worden und ich mit

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meinem armen Weibe und Kindern (ohne das große Viehe, die Schafe und die Wintersaat) nichts denn das bloße Leben conservieren und erhalten können." Herzog Carl in Mirow beurkundete ihm dies in einem offenen Briefe zum Ausweise, "deshalben er entweder bei hohen und niedrigen, geist= und weltlichen Standespersonen, dergleichen auch bei fürnehmen Zünften und Gilden um Hülf und Handreichung Ansuchung zu tun genötiget würde." 1665 wurde ihm in Ansehung seines hohen Alters und der summa paupertas vom Herzog Christian Louis für seine Lande eine Kirchenkollekte bewilligt. In demselben Jahre klagte er, daß er in seinem Logament im verflossenen Winter durch Kälte und vor allem durch den Rauch, der nicht abziehen können, große Moleste und Schaden des Gesichtes erlitten habe," und bat um ein neues Haus, wogegen die Gemeinde aber protestierte. Sein Schwiegersohn war P. Thüselius=Kratzeburg.

1674-(1688). Jacobus Lepperus, ein Lübecker, P. in Alt=Gaarz 1651, P. in Schillersdorf 1674; er lebte noch 1688, hatte aber seinen Schwiegersohn als Adjunkten.

1678-1714. Nicolaus Grundt, Sohn des P. Nicolaus zu Waren, P. in Schillersdorf 1678. Ihm folgte sein Sohn.

1715-1723. Christof Grundt, war 12 Jahre P. in Thulendorf Amts Ribnitz, wo er sich mit der Tochter des P. Nicol. Hinr. Stubbe verheiratete, P. in Schillersdorf 1715, † 1723 Juni 3.

1724-1747. Bernhard Keilenberg, geb. 1681, Kantor zu Mirow 1706, P. 1724 Juli 2, † 1747 am Pfingsttage.

1748-1763. Johann Christof Lohmann, geb. zu Lärz 1711, Sohn des P. Johann und der Marg. Elisab., (geb. Permin), stud. zu Rostock, P. 1748 Juni 10, † 1763, 22. p. Tr. - Cop. Magdalena Ilsabe Rümker, † 1802 Aug. 13, 81 Jahre alt. Sie war vorher mit dem Kantor in Mirow Joh. Henning Hesse verheiratet, der 1748 als P. des. für Schillersdorf starb. - Seine Söhne: Albert, Kaufmann in Lübz und Johann Friedrich, geb. 1754, † 1816, Steuer=Kommissär in Woldegk, später Steuereinnehmer in Fürstenberg. Eine Stieftochter war an den Nachfolger verheiratet.

1762-1819. Joh. Joach. Birckenstädt, geb. 1729 April 3 zu Zierke, P.sohn, stud. zu Rostock, P.adj. 1762 Sept. 26, amtierte noch mit 90 Jahren, † 1819 März 26. - Cop. Christine Luise Hesse, des Vorg. Stieftochter. Seine Tochter heiratete am 5. April 1807 den Nachfolger.

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1807-1811. Georg Friedrich Schmidt, geb. 1775 in Kambs, des dortigen P. Sohn, stud. in Rostock 1792-94, war Hauslehrer in Crivitz, war schon 1806 vom alten Birckenstädt als Adjunkt erbeten, doch zögerte sich seine "Hörpredigt vor der Gemeinde" wegen seines von den Franzosen erlittenen Verlustes bis zum Jan. 1807 hin, P.adj. 1807 Mai 10, † nach langem Krankenlager 1811 Sept. 17. Da das Gnadenjahr Schwierigkeiten hatte, machte Sup. Glaser den Vorschlag, Birkenstädt solle sich nach einem adjungendo umsehen, der die kinderlose Witwe, Marie Elisabeth, geb. Birckenstädt, wieder heirate. Er könne ihm den cand. Nusche rekommandieren, der für 4 Pistolen jährlich bei Müllern und Pächtern Hauslehrer sei. Freilich ein jämmerliches Subjekt! Aber auch welche jämmerliche Lage, die man ihm offeriert!"

1812-1844. Christ. Gottfr. Konrad Eggers, geb. zu Wassel in Hannover 1776 April 7, Sohn des P. Ludwig († zu Bleckede 1802). Von seinem Vater vorgebildet, besuchte er 3 Jahre die Schule zu Lüneburg, stud. in Helmstädt und Göttingen 1796-99, war Hauslehrer bei Gerichtsrat Twachtmann in Schönberg, dann 9 Jahre bei Pensionär Fiedler, zuletzt in Erlenkamp bei Dambeck, P. adj. 1812 Sept. 27. Nach dem Tode seines Schwiegervaters erhielt er die ganze Pfarre. Im Herbste 1843 bekam er selbst einen Adjunkten, zu Mich. 1844 wurde er pensioniert, † 1862 Jan. 7. - Seine Ehe mit Marie Elisab. Schmidt, geb. Birckenstädt, geb. 1770 April 26, † 1846 Sept. 29, war kinderlos.

Vgl. H. H. Eggers: Geschichte der Fam. Eggers. Nachtrag. - Stade, Rockwitz 1889.

1843-1883. Heinrich Jul. Theod. Behn, geb. zu Neustrelitz 1810 Aug. 24, Sohn des Kaufm. Johann Arnold, P.adj. in Schillersdorf 1843 Nov. 12, P. das. Mich. 1844, † 1883 Dez. 30. - Cop. 1844 Nov. 13. Emma Albert. Carol. Frieder. Schröder, des Ratskellerpächters Christian Albert zu Strelitz Tochter. - Kinder: 1. Anton, Gasanstaltsdirektor in Bautzen; 2. Bertha, cop. Eisenbahnbeamter Ihle das.; 3. Ida, unverheir.; 4. Friedrich, † als Postsekretär.

1884-1896. Dr. phil. Carl Pohl, geb. zu Neubrandenburg 1854 Juli 8, Konrektor, dann Rektor in Woldegk, P. in Schillersdorf 1884 Sept. 21, legte sein Amt nieder mit Ende des Jahres 1896.

Seit 1897. Hermann Barteld, stammt aus der alten Triepkendorfer Lehrerfamilie, geb. zu Fürstenberg 1859 Mai 31,

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Gymnasium zu Neustrelitz, Univers. Rostock und Leipzig 1879 bis 1882, Lehrer an der Missionsanstalt zu Hermannsburg Ostern 1885 bis Weihn. 1887, dann 9 Jahre Rektor der Stadtschule in Wesenberg, P. in Schillersdorf 1897 Jan. 17.


Schönbeck.

1558-1591. Garens Schumann, P. in Klockow, wurde 1558 Nov. 1 in das hiesige Pfarramt eingeführt. Zu seiner Zeit wurde Lindow zu Schönbeck gelegt, da die dortige Pfarre nicht bestehen konnte. Er hat Form. Conc. unterschrieben und ist 1591 gestorben. Seine noch heute erhaltene Grabschrift lautet:

Anno post Christum natum MDXCI reverendus et doctus vir Dn. Marcus Schumannus qui jussu summi illius biarchae de praesidio et statione vitae, in qua collocatus erat, decedere jussus et cum Simeone ad multos annos hujus pagi ecclesiam verbo et sacramentorum administratione curavit, posteaquam ex mundi hujus ergastulo et durissimo servitutis mundanae jugo in pace dimissus est, ipso die apostolorum Philippi et Jacobi christiano ritu hoc in loco humatus est, et non sine fidei pace tuum, o Christe, ad Judicium praestolatur adventum exspectatissimum.

1593-(1618). Georgius a Wida (Sala), wahrscheinlich Sohn des gleichnamigen P. in Salow. Seiner beiden Frauen und Kinder Epitaph befand sich früher in der Kirche. Vielleicht sind der 1661 im Salower Pfarrhause als Pate genannte H. Georg von der Weiden und die Maria von der Weiden, 1675 und 1695 als Gattin des Senators Matthias Piseler in Friedland genannt, Nachkommen.

-1642. von der Lücke (Lühe). Sein Sohn war 1665 Ratsverwandter in Friedland.

1642-1665. Matthias Vatke (Vatich), Sohn des Archidiakonus M. Johann zu Neubrandenburg, war Konrektor in seiner Vaterstadt, wurde 1642 Pastor. Im Kriege nahmen die Soldaten die Kelche nebst dem Meßgewand aus der Kirche und brannten die Pfarre nieder. Diese wurde erst 1664 wieder aufgebaut. Er hatte mit großer Not zu kämpfen, 1649 waren in Schönbeck nur 6 Bauern, in Lindow 5. † 1665 Okt. 11.

1666-1709. Michael Busseus wurde am Sonntag Jubilate 1666 gewählt. In einem Empfehlungsschreiben wird von ihm gesagt, er stamme aus Rostock, habe von H. D. Varenius, dessen Kinder er informieret, ein rühmliches Gezeugnis und sei

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unter denen Blöden, welchen der gütige Gott hold ist, und die mit Furcht und Zittern in das heilige Amt des Geistes Gottes treten, nicht der geringste.

1710-1715. Brandanus Eggebrecht aus Wismar, wurde 1699 P. zu Blumenhagen, erreichte 1707 die Verlegung der Pfarre nach Zierke, und erhielt im Aug. 1709 die Vokation für Schönbeck, auf das er seit einigen Jahren die Exspektanz hatte. Als er nun im Oktober d. J. die Wintersaat hier bestellen wollte, wollte die Witwe Busse ihm dies nicht gestatten, und es bedurfte erst des Einschreitens der Behörde. Im Mai 1710 wurde er eingeführt, † 1715. Die Witwe Catharina Elisab. Grafe zog mit ihren Kindern nach Lindow, wo ihr der zur Pfarre gehörige Bauerhof von allen Lasten frei zum Wittum angewiesen war, starb aber schon 1720 auf einer Reise, und die zum Teil noch unmündigen Kinder baten vergebens, ihnen den Hof noch auf ein Jahr zu lassen, damit sie die Schulden des Vaters bezahlen könnten.

1716-1736. Andreas Krey, geb. zu Woldegk 1682, auf Schulen in Prenzlau, Greifswald, Stargard i. Pomm., stud. in Greifswald 3 Jahre, wurde aus Stralsund, wo er Hauslehrer war, durch die Pest vertrieben, Kantor zu Strelitz 1712, P. zu Schönbeck 1716, † 1736.

1738-1777. Johann Fridr. Weißenborn, geb. in Erfurt 1706, stud. Jena und Halle 1725-27, P. 1738 Mai 4, † 1777 Aug. 30. - Cop. II. 1759 Juli 24 Regina Sigismunda Schütz, Schneidermeisterstochter aus Neubrandenburg, geb. 1742, † 1800 Juni 26. Als Witwe bat sie 1778, die Einkünfte des Gnadenjahres zwischen ihr und ihren Kindern zu teilen. - 8 Kinder: 1. Der Nachfolger; 2. Beatus Joh. Friedr. Wilh., geb. 1748, Eigentümer und Krüger in Schönbeck, seit 1799 Pfarrackerpächter in Glienke; 3. August Friedr. Joach., P. in Rühlow; 4. Caroline Sofia Magdalena, geb. 1756, † 1796, cop. Carl Gottlob Fischer, Kaufm. in Woldegk.

1773-1811. Adolf Friedrich Weißenborn, Sohn des vorigen, geb. das. 1742 Juni 22, Schule Friedland, Univers. Greifswald 1763/64, P.adj. 1773 Juli 11. Wegen andauernder Gemütskrankheit erhielt er, nachdem die umwohnenden Pastoren einige Jahre für ihn aufgewartet hatten, 1799 einen Adjunkten. † 1811 Aug. 21. - Cop. 1774 Nov. 8 Dorothea Sofia Brückner, des P. in Bredenfelde Tochter, geb. 1750 Jan. 22, † 1824 Aug. 6. - 9 Kinder. Ein Sohn Carl, geb. 1790, † 1865, P. in Varchentin, eine Tochter heiratete den Nachfolger.

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1799-1831. Andreas Christian Gottlob Langbein, geb. zu Güstrow 1774 Jan. 19, wo sein Vater, Johann Christian, der während des 7jährigen Krieges aus Schkeuditz in Sachsen ausgewandert war, als Kanzlist ein Unterkommen gefunden hatte. Seine Mutter Catharine war Tochter des Kaufm. Lütke zu Güstrow. Er besuchte die Schule seiner Vaterstadt und die Universität Rostock. Gerne hätte er die akademische Karriere gemacht, konnte aber nicht daran denken, da die Eltern ihm nichts geben konnten und er seinen Unterhalt durch Unterrichtsstunden und Wohltaten finden mußte. Ostern 1794 ward er Hauslehrer bei Frau von Maltzahn in Neustrelitz und wurde 1799 Mich. 29 P.adj. in Schönbeck, wo er 1800 Nov. 12 Johanna Sophia Dorothea Weißenborn (geb. 1. Juni 1780), die älteste Tochter seines Vorgängers, heiratete. Es war ein sehr glückliches Familienleben, obgleich er nur die Hälfte der Pfarreinkünfte hatte, aber die Familie war noch klein, die Kornpreise hoch, zwischen den Gatten herrschte nie gestörte Eintracht und inniges Vertrauen, dazu kam angenehmer Umgang. So war der spätere Prof. Marheinecke=Berlin, damals Hauslehrer in Milzow, oft gesehener Gast. Die Kriegsjahre brachten harte Prüfungen; die Kinder wuchsen heran, das Korn sank im Preise, aber alles übrige wurde teurer. Wohl stiegen die Einnahmen 1811 durch den Tod des Schwiegervaters, aber 1816 Nov. 27 starb seine Gattin nach langen Jahren des Leidens, und er blieb mit 8 Kindern, 3-15 Jahre alt, zurück. Am 19. August 1817 schritt er zu neuer Ehe mit Auguste Evert, Tochter des verstorbenen Pächters Carl zu Alt=Rhese, einer Kousine der Verstorbenen. Mit dieser hatte er noch 2 Söhne. Er unterrichtete seine Kinder selbst, brachte seinen ältesten Sohn bis zur Universitätsreife, bildete mehrere Töchter als Erzieherinnen aus. Daneben studierte er eifrig Literatur, Mathematik, Astronomie, orientalische Sprachen und Theologie. Doch blieb er immer ein treuer Anhänger der Wegscheider, Paulus und Röhr. Daneben absolvierte er in Treue verwickelte Vormundschaftsrechnungen, hatte viel mit Auseinandersetzungen bei Veränderung der Pfarrinhaber zu tun und leitete zwei Lesegesellschaften, die eine für Theologen seit 1819 mit 44 Mitgliedern, die andere stiftete er 1823 für Landschullehrer. Da er fast allein die Bücher wählte und die Ordnung aufrecht hielt, hatte er wohl viel Arbeit davon, stiftete aber auch großen Segen, † 1831 Okt. 14. Kinder: (I.) 1. Wilhelm, geb. 1801, † 1840, Konrektor am Gymnasium in Friedland, Vater des Sup. und des Präp. in Stargard; 2. Luise, geb. 1802

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† 1873, cop. 1835 Wilh. Schweiker, Kaufm. in Demmin; 3. Friederike, geb. 1804, Vorsteherin eines Mädchenpensionats in Berlin; 4. Charlotte, geb. 1805, † 1878, cop. Dr. med. E. F. Bethke, Arzt und bekannter Botaniker in Penzlin; 5. Amalie, cop. P. Weinreich=Ballwitz; 6. Carl, geb. 1810, † 1890, Konrektor in Schönberg, Pomologe; 7. Wilhelmine, geb. 1811, † 1883, cop. I. 1835 Ratskellerpächter Joh. Carl Friedr. Glandt=Friedland, cop. II. Kaufm. Ahrens=Hamburg; (II.) 8. Theodor, geb. 1818, † 1890, Dr. phil., Mitbegründer und Redakteur der Neuen Preuß. Kreuz=Zeitung von 1840-90; 9. August, geb. 1820, † als Ingenieur in Warschau. (Vgl. Schwer. Abdbl. 1832 Nr. 689. Deutsch. Nekrolog IX, 908).

1833-1862. August Alexand. Ferdin. Milarch, geb. in Falkenburg i. Pommern 1786 Juli 11, als Sohn eines Administrators, der früh starb. So besuchte er die Waisenhausschule in Halle, stud. das. Mich. 1804-1806, wurde Hauslehrer beim Baron le Fort in Neubrandenburg 1807, Lehrer an der Lateinschule das. 1810, Konrektor 1813 mit einem Gehalt von 300 Talern, trat mit der Mehrzahl seiner Schüler in das Meckl. Husar.=Reg. ein, wurde Ritter des Russ. St. Wladimirordens und des Eisernen Kreuzes, wurde nach seiner Rückkehr Professor, Rektor 1830, P. in Schönbeck 1833 Jan. 6, † 1862 Juni 13. - Cop. Adolfine Hedwig Brückner, geb. 1788 März 29, † 1838 Aug. 12, Tochter des Hofrats Dr. med. Adolf in Neubrandenburg, Enkelin des P. Christ. Adam in Kublank. Kinder: 1. Ida, cop. Präp. Bahr=Woldegk; 2. Clara, † unverheir. 1891; 3. Marie, cop. P. Beyer=Neddemin; 4. Ernst, Präp. in Neubrandenburg.

"Gedanken bei der Wiederkehr der gottesdienstlichen Feier des 18. Oktober." 1823. - "Predigt am Neujahrstage 1834 über Luc. 2, 21." - "Denkwürdigkeiten des Meckl.=Strel. Husaren=Regiments 1813-15 etc. ." (Verf. nicht genannt.) Neubrandenburg, Brünslow 1854.

1863-1877. Hermann Georg Meyer, geb. in Kl.=Mellen bei Dramburg i. Pomm. 1817 Sept. 2, Sohn des P. Carl Leberecht, besuchte die Schule in Dramburg und das Gymnasium in Neustettin, stud. seit Mich. 1835 in Berlin, wurde Mich. 1838 Erzieher in einem gräflichen Hause Meckl.=Schwerins, darauf in Neustrelitz, ging im Herbste 1842 mit seinem Zögling auf ein Jahr nach England, wurde P. in Fürstenberg 1843 Dez. 17. Ein herzenswarmer Vertreter des neuerwachten Glaubenslebens, wurde er zuerst mit Mißtrauen aufgenommen, "gewann aber bald eine Stellung des Ansehens und Vertrauens

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in seiner Gemeinde, wie sie nur wenigen Pastoren zu teil wird, und hatte die Freude, daß seine Gemeinde an Kirchlichkeit bald allen anderen voranleuchtete." P. in Schönbeck 1863 Juli 5, † 1877 Febr. 10. - Cop. I. 1843 Dez. 5 Bertha Beck; cop. II. 1857 Marie Bossart, P.tochter aus Weitin, geb. 1827 Juni 5, † 1897 Febr. 25. Unter seinen Kindern der P. Gerhard in Hinrichshagen.

Seit 1878. Friedrich Schreiber, geb. zu Neustrelitz 1827 April 12, Sohn des Professors am Gymnasium das. Adolf Friedrich (geb. 1796, † 1826) und der Friederike Eggers, Hofapothekerstochter das. (geb. 1798, † 1867). Nach Absolvierung des Gymn. Carol. studierte er in Halle und Berlin (Nitzsch und Neander) 1845-1849, besuchte das Prediger=Seminar zu Domhof Ratzeburg Ostern 1849 bis Mich. 1850, wurde Lehrer am Gymnas. Carol. zu Neustrelitz, P. in Warbende 1855 Mai 20, P. in Schönbeck 1878 Mai 5, bei seinem 50jährigen Jubiläum zum Konsistorialrat ernannt. Er ist langjähriger Leiter der Pastoralkonferenz für Meckl.=Strelitz, im Vorstande des Vereins für hülfsbedürftige Predigertöchter und führt den Vorsitz im Vorstande des Rettungshauses Bethanien. - Cop. 1857 Mai 1 Ida Becker, geb. 1836 Aug. 19, † 1887 Juli 24, jüngsten Tochter des P. in Strelitz. 5 Tochter, von denen eine an den Sup. Oskar Miething in Beelitz (Mark) verheiratet ist.

Einige Konferenzvorträge und Aufsätze in Zeitschriften sind gedruckt.


Gr.=Schönfeld.

(Mit den Filialen Bergfeld und Carpin.)

(1580.) Martinus Ramsetzer unterschrieb Form. Conc., klagte 1580 wegen einer ihm in Dolgen entzogenen Pfarrhufe.

(1614-1619). Johann Probstorffius bat 1614 um Visitation.

(1620.) Joachim Wulff.

(1635.) Tobias Senstius floh infolge des Gallas'schen Ruins und starb 1638 in Neubrandenburg.

Prot. Vis. 1665: "Die Kirche zu Schönfeld liegt im Haufen bis auf einen Giebel und beide Seiten mit dem Leichhäuschen. Den Turm hat der große Sturm 1648 samt der Kirche in einen Haufen geworfen, der Kirchhof ist mit Dornen bewachsen."

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Auch die Pfarre war in der Kriegszeit zerstört, das Dorf fast unbewohnt. Schon 1679 wird der Ort, der weder Pfarre noch Kirche wieder erhalten hat, als zu Rödlin eingepfarrt aufgeführt.


Schönhausen.

(1579)-1602. Franziscus Fpabricius (Schmidt), unterschrieb Form. Conc. -Prot.Vis. 1602: "Alda ist ein Priester bei 80 Jahren, so wegen seines hohen Alters und Unvermögens weder die Sakramente oder Gottesdienste verrichten können. Derowegen von uns vor gut angesehen, daß ein ander alda. muß hingestellet werden. Doch damit dieser Alter auch in seiner Schwachheit nicht muchte gar verlassen werden, als haben sich die Patronen und sonderlich Berend Wangelin, dahin erboten, daß sie ihme jährlich die Zeit seines Lebens 2 Wispel Korn, 8 Reichstaler wegen eines beneficii wollen unweigerlich geben und folgen lassen, was er auch zu Danke angenommen."

1603-1637. Christophorus Strichius, Kantor der Schulen zu Neubrandenburg, voc. 1603 Jan. 2 für Schönhausen c. fil. Voigtsdorf von Achim Riebe auf Galenbeck und Broma, Erb= und Berend Wangelin auf Schönhausen Pfandgesessen, † 1637. Seine Frau † in Friedland 1638.

Prot. Vis. 1664: "Die Kirche in Schönhausen liegt ganz darnieder, der Pastor von Gehren sorgt für das Sakrament. Im übrigen gehen die Leute nach Rattey, Badresch und Gehren zum Gottesdienst. Bei unartigem Wetter läßt sie der Pensionär auf den Hof kommen. Dort wird Evangelium und Epistel gelesen und ein Lied gesungen. Von der Pfarre, die in den ersten Kriegsjahren ganz heruntergekommen, steht nur noch ein kleines Backhäusichen. Die zugehörige filia Voigtsdorf ist ganz ruinieret, es wohnen dort nur noch 2 elende Bauern."

Die Pfarre wurde nicht wieder besetzt; die Parochie wird jetzt von Badresch aus versorgt.


Schwanbeck.

Bis 1732 war die Pfarre in Salow.

(1541.) Paulus Zimmermann, Prot. Vis. 1541: "Ist ein gelehrter und frommer Pastor, lehret und lebet wohl."

(1560.) Joachim Dechatius (Techaz).

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(1570. 1579.) Georgius a Wida (v. d. Weiden), hat Form. Conc. unterschrieben. Die Witwe heiratete den Diakonus in Treptow Johann Koeler, und dieser erbat 1582 die Auseinandersetzung mit den Patronen wegen des im Gnadenjahr ausgesäeten Getreides. Vielleicht ist der gleichnamige P. in Schönbeck ein Sohn.

(1583. 1599.) Joachim Notenburg (so Schröder, Evg. Meckl.) oder Wartenberg (so einmal in den Akten), wurde 1583 Dez. 19 als P. in Salow von der Bürgerschaft Friedlands dem Herzoge für eine dort erledigte Pfarre vorgeschlagen. - Aus Moderow, Geistl. des Regbez. Stettin, ergibt sich, daß ein Johann Noetenberg (Nothenberg) 1576 von Kuno Hahn, Schwerin, Wolde, Ilenfeld, sämtlich auf Müggenburg erbgesessen, als P. nach Teterin (Pomm.) berufen wurde, aber dem Amte 1582 entsagte, vermutlich wegen zu geringen Gehaltes. Er wird mit unserem Joachim Notenburg identisch sein, da Kuno Hahn hier begütert war.

(1630.) Joachim Schröder, früher Konrektor zu Friedland, P. zu Salow 1630 (Cleemann.)

-1638. Joachim Schultz. "1638 ist der Pfarrhof von den Soldaten angezündet und mit allen Zimmern in den Grund abgebrannt." (Prot. Vis. 1666.) Der Pastor flüchtete nach Friedland, wo er starb. Die Witwe wurde begraben 1681 Febr. 18. Die Tochter heiratete der Nachfolger.

1638-1658 war die Pfarre vakant.

1658-1676. Jacobus Roggenbau, geb. 1632 Juli 24 zu Saalfeld i. Ostpr., wahrscheinlich ein Sohn des 1634 dort genannten Schusters Jürgen R. und seiner Frau Marie, Kantor zu Stargard 1640, P. zu Salow 1658 Juni 24, † 1676 an der Ruhr, die er sich aus dem feindlichen Lager vor Anklam geholt hatte, als er dort ein ihm gestohlenes Pferd nachsuchte. - Cop. I. 1658 Juni 24 Dorothea Schultz, des Vorgängers Tochter, begr. 1660 März 2, cop. II. Elisabeth Gädeken, † 1720 März 19. Kinder: 1. Heinrich Paris, P. prim. in Schönberg (cf. Past. Ratzeburg. pg. 54); 2. Clara Sofia, cop. dem Nachfolger; 3. Bernhard Michael, P. in Göhren. (Über sein Verhältnis zu dem P. Frank in Käbelich vgl. das.)

1678-1686. Petrus Beckmann, geb. in Kiel 1648 April 26, stud. in Wittenberg 1672, wurde P. 1678 Juli. Zu seiner Zeit veranlaßte der Übertritt des Landmarschalls Kuno Paris von Hahn auf Ramelow zum Katholizismus das gesamte geistliche Ministerium des Landes Stargard, sich mit diesem auf einen schriftlichen Disput über diesen Konfessionswechsel einzu=

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lassen, der aber ohne Erfolg blieb. P. Beckmann hatte mit dem Landmarschall viele und harte Kämpfe. † 1686 Febr. 16. - Cop. 1676 Sept. 27 Clara Sofia Roggenbau, des Vorgängers Tochter, geb. 1661, 17. p. Tr., heiratete als Witwe den Nachfolger. Kinder: 1. Petrus, geb. 1682, wohnte 1722 in Friedland; 2. Sofia, geb. 1686, cop. 1700 Simon Jochim Mühlphort, Schreiber in Pleez.

1688-1706. Balthasar Hartwig, geb. in Neubrandenburg 1663, stud. in Wittenberg, wurde P. in Salow 1688 Jan. 29, und zwar vom Herzog Gustav Adolf berufen, weil der katholische Patron seine Rechte nicht ausüben durfte, † 1706. - Cop. 1688 Jan. 29 der Witwe des Vorgängers, die nach seinem Tode mit dem Nachfolger zur 3. Ehe schritt. - 7 Kinder, unter ihnen: 1. Margareta Maria, geb. 1690, cop. 1717 Joh. Friedr. Ziemann, Barbier zu Neubrandenburg; 2. Dorothea Eleonore, geb. 1701, cop. 1729 Martin Voigt, Perüquier in Anklam.

1708-1752. Andreas Wöldicke, geb. in Ahrensberg 1683 Himmelfahrt, stud. in Wittenberg 1702, wurde P. in Salow 1708 Remin. Am Donnerstag darauf brannte er ab, 1715 wurde er von Marodeurs ausgeplündert, 1732 die Pfarre nach Schwanbeck verlegt, † 1752 Juli 17. - Cop. I. 1708 März 5. Clara Sofia Roggenbau, des Vorg. Witwe, † 1723 Mai 24; cop. II. 1724 Nov. 16 Margar. Elisab. Heyne, des Emanuel Heyne in Anklam Tochter, † 1765 Febr. 22, 57 Jahre alt. - 3 Kinder, unter ihnen: Levin Andreas, P. in Dahlen und die Gattin des Nachfolgers.

1753-1769. Martin Fr. Titel, geb. 1706 Jan. 22 in Pribbenow bei Wollin, P. zu Roga 1731, P. zu Schwanbeck 1753, † 1769 Dez. 20. - Cop. I. Margarete Elisab. Kortüm P.tochter aus Eichhorst, geb. 1714; cop. II. Tochter seines Vorgängers Wöldicke.

1771-1807. Christ. Friedr. Jansen, geb. 1743 April 4 in Gardingen (Schleswig), stud. in Göttingen 1763-66, wurde P. 1771 Mai 9. Bei der französischen Invasion 1806 wurde er in jeder Weise hart mitgenommen, † 1807 Okt. 5.

1808-1863. Gottlieb Gerhard Buchka, geb. zu Alt=Damm 1788 Mai 10, stud. in Halle 1806, in Stellung bei Bürgermeister Berlin in Friedland, P. 1808 (Qasimodo., Präp. 1856, Kirchenrat 1858, † 1863 Febr. 6. - Cop. Luise Henriette Wilhelmine Hansen, geb. 1797 Nov. 5, † 1876 Febr. 20. - Kinder: 1. Carl, Bürgermeister in Lübz; 2. Heinrich, bewirtschaftete einen doppelten Bauerhof in Schwanbeck; 3. Luise, cop.

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Leutnant Carl Ferd. Mor. von Fuchs, bald verwitwet, lebt in Friedland; 4. Hermann von Buchka, geb. 1821 Juni 10, † 1896 Dez. 3, Dr. jur., Großh. Meckl. Wirkl. Geh. Rat in Schwerin; sein Sohn ist Kanzler der Univers. Rostock. (Vgl. Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. I. Berlin 1897.)

Schrift: "Das köstliche Amt des Bischofs= oder evangel. Predigtamts." Berlin, Jonas 1835. 8.

Seit 1864. Ludwig Berlin, geb. 1835 Sept. 9 inFriedland, Sohn des Bürgermeister Geh. Hofrat Ludwig das. (geb. 1800, † 1875), dessen Vater Georg Ludwig und Großvater Jacob Ernst Friedrich gleichfalls dort Bürgermeister waren, und der Johanne Runge, Gutspächtertochter aus Pleetz. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt bis Mich. 1855, stud. in Erlangen (Hofmann, Thomasius) und kurze Zeit in Rostock, war Hauslehrer 1860-63 in Brunn, wurde P. 1864 Jan. 31. - Cop. 1864 April 20 Laura von Levetzow, Tochter des Majors Carl Wilhelm und der Emilie v. d. Asseburg. - Kinder: 1. Hartwig, Apotheker in Anklam; 2. Ludwig, P. in Schönberg II; 3. Stephan, seit 18. Okt. 1903 ordinierter Hülfsprediger seines Vaters in Schwanbeck; 4. Eckard, Leutnant im 3. Eisenbahn=Regiment in Schöneberg.


Schwichtenberg.

(1560.) Nicolaus Rülow, anfangs noch katholischer Pfaff.

1571-1584. Paulus Timhermannus, vielleicht 1558 P. in Jatzke, begann 1571 die Kirchenregister in Schwichtenberg und Sandhagen zu führen, unterschrieb Form. Conc., † 1584.

1585-1604. Nicolaus Stamwede, † 1604. Am Tage Simon und Judae 1695 war er auch als P. zu Bresewitz eingeführt. Dies Dorf hatte ursprünglich seine eigene Pfarre, die aber nach dem Tode des P. Johannes Breidenbecker 1537 wegen der Streitigkeiten zwischen der kathol. und evangel. Partei, auch wegen des Mangels an lutherischen Prädikanten nicht wieder besetzt wurde. Bresewitz wurde nach Beseritz=Dahlen später nach Salow eingepfarrt, bis es mit Schwichtenberg verbunden wurde.

1605-1642. Dionysius Dannehl, beschwerte sich 1608, daß er, wenn er nach Bresewitz fahre, oft Stunden lang vor Friedland warten müsse, bis das Tor geöffnet werde, und so vor 2 oder 3 Uhr kein Mittag erhalte, † 1642.

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1643-1682. Christian Neumann. P. 1643 Okt. 27. - Prot. Vis. 1664: "So viel nun das Examen catech. betrifft, seien die jungen Leute an Knechten, Mägden und jungen Kindern sehr wohl, als fast an keinem Orte bis dato geschehen, bestanden, also daß sie nicht allein ihren catechismum in dessen Hauptstücken, sondern auch auf die darauf aus H. Gessenii catechismo gefaßte Fragestücke sehr viel respondieret, woraus denn des Pastoren sonderbarer Fleiß zu verspüren." Pastor beschwerte sich bei der Kommission, daß er nicht nach Bresewitz könne, weil die Tore Friedlands am Sonntag geschlossen seien und ihm nicht geöffnet würden. Im übrigen sei Bresewitz seit dem großen Kriege noch wüste und öde, "neulich war zwar ein Rittmeister wieder darin gezogen, der von Timplingk, sonsten aber wohnte kein Mensch mehr darin."

1683-1713. Friedericus Neumann, geb. 1650, Sohn des vorigen, P. 1683 Juli 4, † 1713. - Cop. I. Dorothee Bökler; cop. II. Marie Pippow, Tochter des Bürgermeisters Elias in Friedland; cop. III. Anna Maria Breitsprecher, Apothekertochter aus Friedland; cop. IV. Anna Sofia von Engel, Tochter eines Obristen a. d. H. Gr.=Helle. 16 Kinder, unter ihnen: (I.) 1. Catharina Maria, cop. Goldschmied Dithmar= Pasewalk; 2. Christian Ludwig, Kaufm. in Friedland; 3. Jacob Friedrich, Kaufm. in Anklam; 4. Johann Heinrich, † stud. theol.; (II.) 5. Euphrosyne Elisabeth, cop. Nachfolger; (III.) 6. Anna Maria, cop. P. Gottfried Ludwig Grosch=Ducherow; ihr Sohn Heinrich Friedrich Küster an St. Petri=Lübeck; (IV.) 7. Hedwig Elsabe, cop. Kaufm. Klewenow=Anklam; 8. Margar. Magdalena, cop. Apotheker Paepcke=Friedland.

1715-1765. Johannes Spiegelberg, geb. Friedland 1689 Juni 24, Sohn des Bürgermeisters Joachim und der Sofie, geb. Löfler, besuchte die Schule seiner Vaterstadt, dann, als der große Brand 1703 diese zerstört hatte, die zu Güstrow und seit 1709 zu Parchim, stud. Rostock 1710-12, P. 1715 Septuag. Er hatte viel Nöte mit dem Grafen Hahn auf Bresewitz, der das Pfarr= und Kirchenland einfach zum Gute schlagen wollte, dem protestierenden Pastor den Weg zur Kirche verbot und durch gehetzte Hunde zu verlegen suchte. so daß ihn der Pastor mit der Waffe in der Hand erzwingen mußte. Auch verbot die Gutsherrschaft den leibeigenen Leuten den Besuch des Gottesdienstes und ließ die baufällige Kirche einstürzen, so daß die Predigt vor den 2-3 Freien, die erschienen, unter freiem

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Himmel gehalten wurde. Diese Feindseligkeiten hörten erst auf als sich der Pastor mit einer jährlichen Pacht von 25 Talern für 150 Schffl. Aussaat Acker zufrieden gab. † 1765 Dez. 3. - Cop. I. Euphrosyne Elisabeth Pippow, geb. 1697 Mai 20, † 1736 Aug. 13; cop. II. 1738 Juli 16 Margar. Johanne Ockel, Tochter des P. in Warlin, † 1791 Febr. 23, 77 Jahre alt. 14 Kinder, unter ihnen: 1. Johann Friedrich, P. in Jatzke; 2. Marie Luise, cop. Nachfolg.; 3. Hedwig Ilsabe, geb. 1733, † 1780, cop. Paul Diedr. Horn, Regierungssekretär zu Neustrelitz.

1765-1792. Friedrich Gotthilf Genzmer, geb. in Hohen=Lübbichow 1732 Sept. 25, P.sohn, Bruder des Praep. in Stargard, besuchte die Waisenhausschule in Halle, die dortige Universität 1752/53, P.adj. 1763 Cantate. Er hatte mit seiner Gemeinde schwere Zeiten durchzumachen. 1763 war ein Teurungsjahr: Der Scheffel Roggen galt 6 Taler 16 Groschen, Gerste 4 Taler, Erbsen 15 Taler, Ende 1770 dagegen kostete der Scheffel Roggen 12 Groschen. 1766 und 1780 wütete die Rinderpest, in Sandhagen fielen z. B. 166 Stück Vieh und nur 57 kamen durch. 1770 vernichtete der späte Schnee die Wintersaaten; er fiel Ende März so hoch, daß er bis an die Dächer reichte und sich erst nach 6 Wochen wieder verlor. 1771 Mai 27 ging das Dorf nebst Kirche und Pfarre in Flammen auf, P. mußte auf einige Zeit nach Klockow übersiedeln, † 1792 Mai 14. - Cop. 1765 Nov. 12 Marie Luise Spiegelberg, geb. 1739 Juni 6, † 1819, Tochter seines Vorgängers. 7 Kinder, unter ihnen die Gattin des Nachfolgers.

1793-1835. Johannes Peter Paschen Spiegelberg, geb. zu Friedland 1753 Sept. 2, Sohn des Bürgermeister Hofrats Peter Paschen. Vom dortigen Gymnasium ging er zur Universität Jena 1773-1776, war Lehrer am Landschullehrerseminar in Ludwigslust 1790, P. 1793 Nov. 17. In einem 20jährigen Prozesse erkämpfte er eine Änderung der Verhältnisse zwischen der Kirche und Bresewitz zum Vorteil der Pfarre (vgl. oben), † 1835 Juli 15. - Cop. 1794 Jan. 21 Catharina Hedwig Genzmer, des Vorgängers Tochter, geb. 1770 Aug. 3, † 1829 April 5. - 8 Kinder; mehrere starben in der Jugend; außer diesen: 1. Elise Amalie, cop. dem Nachfolger; 2. Friederike Dorothea, cop. P. Radloff=Brunn; 3. Sophia Dorothea, geb. 1719, cop. 1754 Johonn Heinrich Michaelis, P. zu Ducherow (Pomm.)

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1826-1859. Heinrich Friedr. Gottl. Lawerenz, geb. in Friedland 1800 Nov. 22, P.sohn, Gymnasium das., Universität Halle und Göttingen 1820-24, Hauslehrer in Schönbeck, P.adj. 1826, 23. p. Tr. Schüler der Gesenius und Wegscheider, überwand er später den Rationalismus; eine milde Persönlichkeit voller Liebe, hat er sich die Liebe seiner Gemeinde in reichem Maße erworben, so daß sein Andenken dort noch in Ehren steht. † 1859 Juni 18. - Cop. 1827 Febr. 9 Elise Amalie Spiegelberg, Tochter des Vorg., geb. 1801 Febr. 5, † 1884 Mai 2. 6 Kinder, unter ihnen: 1. Helmut, P. in Bredenfelde; 2. Paul, Landmann im Schwerinschen; 3. Elise, cop. A. Nahmmacher, Landmann, später Rentier in Friedland; 4. Bertha, bei ihrem Bruder in Bredenfelde; 5. Carl, Domänenpächter in Lüttenhagen, † 1896 in Newark, cop. Mathilde Radloff, P.tochter aus Brunn.

1860-1894. August Christian Voigt, geb. 1815 Mai 9 zu Böhlen (Schwarzbg.=Sondersh.), Sohn des Landwirts und Fabrikbesitzers Christian Heinrich, war in der Erziehungsanstalt Keilhau und seit 1828 auf dem Gymnasium zu Rudolstadt, stud. Jena (Hase) 1835-38, Hauslehrer in verschiedenen Familien beider Mecklenburg, Leiter einer Privatschule in Penzlin Ost. 1851, Rektor in Woldegk Neuj. 1854, P. in Schwichtenberg 1860 Juli 8, † 1894 März 4. - Cop. 1853 Sept. 16 Maria Luise Lisette Sohst, Tochter des Rittergutspächters Helmut zu Kruckow und der Marie geb. Fick. 6 Söhne: 1. Franz, P. in Brunn; 2. Hugo, Professor am Gymnasium in Wandsbeck; 3. August, † Gutspächter, Wagemannshof bei Prenzlau; 4. Hermann, Kaufmann, Stendal; 5. Helmut, Buchhalter, Berlin; 6. Erwin, Hauptmann und Kompagniechef Inf.=Reg. Nr. 150, Ostrowo.

Seit 1895. Wilhelm Langbein, geb. 1862 Nov. 13 zu Friedland, Sohn des damaligen Rektors, späteren Sup. in Neustrelitz, besuchte Bürgerschule zu Friedland, Gymnasium Erfurt und Neustrelitz, stud. Leipzig, Erlangen und Rostock, Hauslehrer beim Kammerherrn v. Petersdorff=Campen und dem Grafen Schwerin=Wolfshagen, Lehrer an der höheren Mädchenschule in Neustrelitz Mich. 1891, vertrat nebenher den Erzieher des Erbprinzen Ostern 1892-93 und unterrichtete die Prinzessinnen bis Ostern 1895; P. in Schwichtenberg 1895 April 21. - Cop. 1897 Sept. 21 Marie Schünemann, Tochter des Schulzen Carl das. und der Wilhelmine, geb. Müller. 3 Kinder.


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Stargard.

(1541)-1559. Antonius Wernicke. Prot. Vis. 1541: "Der Kerkherr ist ein frommer, züchtiger, ziemlich gelehrter Mann, der wohl lebet und lehret, will sich auch von Tage zu Tage bessern. - Das Dorf Sabel hat mit aller Gerechtigkeit und Dienste zur Wedeme alten Stargard gehört, haben suß niemandes dienen dörfen denn dem Pfarrherrn, welchen Dienst Ew. Fürstl. Gnaden samt Ihres Brudern Amtleute davon genommen. Dasselbe Dorf hat die Wedeme im Bau erhalten; dieweil es nu davon genommen, so will niemands suß die Wedeme bauen, so zerfällt sie ganz und gar." - P. beklagte sich, er müsse dem Küster alle Tage die Mahlzeit geben, das falle ihm zu schwer, bat, daß ihm die Bürger in der Stadt möchten dazu behülflich sein. - "Dieweil auch der Pastor mit Schwachheit der Augen beschweret, darum zu befürchten, daß er das Predigtamt nicht lange versorgen könne, so bitt' er demütiglich, daß Ew. Fürstl. Gnad. ihme wolle so gnädig sein und aus fürstl. geneigten Willen die eine Bude, welche weiland die Chorschüler bewohnt, darin nu ein Schneider inwohnen soll, uf sein Lebelang verleihen und verschreiben wollte." † 1559.

1559. Joh. Stademann, kam von Käbelich hierher.

(1570.) Heinr. Ritzerow. (Schröder: Evg. Meckl. I. pag. 409.)

1570-(1594.) M. Franziscus Coelius, geb. 1533, war Lehrer an der Schule zu Friedland, wurde P. 1570, unterschrieb Form. Conc, war Beichtvater des Herzogs Johann. Schon 1592 berichtete Hauptmann von Restorff, der Mag. sei durch lange Krankheit sehr abgemattet und bedürfe einer Hülfskraft. 1594 wiederholten die Visitatoren diesen Wunsch, der Hof= und Stadtprediger Coelius sei infolge von Leibesschwachheit nicht mehr im stande, völlig seinen Dienst zu tun. Er erhielt zu seiner Freude seinen Tochtermann als Adjunkten. Ob Henricus Coelius, 1584 P. in Jatzke, sein Sohn ist?

1594-1617. Joachimus Schütte, gebürtig aus Friedland, diente 6 Jahre an der Schule in Neubrandenburg, wurde dann P. zu Iven, 1584 als P. zu Japenzin und Tochtermann des alten Coelius bezeichnet, und 1594 seinem Schwiegervater zur Seite gestellt. Zu seinem Unterhalt wurde ein Bauerhof in Oldendorf bestimmt, der der Pfarre eigentümlich gehörte. Das Land sollten die übrigen Bauern des Dorfes mit pflügen und ackern, † 1617.

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1618-1647. Otto Heinric. Rhuelius, voc. 1617 April 12, introd. 1618 März 26, † 1647. Seine erste Frau war eine Hausmann, Schwester der Frau des Sup. Sam. Arnoldi in Güstrow, und diese erbat nach des Rhuelius Tode die Pfarre für den Sohn ihrer Schwester, der etliche Jahre in Preußen und Königsberg studieret. Obgleich die Witwe des Verstorbenen, Dorothea, geb. Döringes, in richtiger Erkenntnis, daß sie zu alt sei, um bei der Pfarre behalten zu werden, diese Bitte für ihren Stiefsohn unterstützte, blieb sie erfolglos, da der Sup. die Pfarre für seinen eigenen Sohn begehrte. Der junge Michael Rhuelius wurde später P. in Gnoien.

1648-1659. Caspar Wagner, Sohn des Sup. zu Neubrandenburg, geb. um 1612, wahrscheinlich zu Kemberg bei Wittenberg, wo sein Vater früher P. gewesen, war 4 Jahre auf dem Gymnas. zu Stettin und studierte 10 Jahre in Rostock und Leipzig. 1648 wurde er Pastor, gab aber schon von 1651 an Grund zu mancherlei Klagen über sein amtliches und persönliches Verhalten, so daß er im Jan. 1659 - wunderbarerweise nicht früher! - vom Amte entfernt wurde. Da ging er in die Fremde und ließ Weib und Kind sitzen. - Seine Gattin Catharina war Tochter des Franz Warncke in Neubrandenburg.

1661-1677. Joh. Christof Hübner, aus Brixen in Böhmen gebürtig, hatte sein Vaterland wegen des Bekenntnisses verlassen, wurde Ostern 1648 auf Wunsch der Gemeinde in Badresch als P. eingeführt. 1653 klagte er gegen den Küchenmeister zu Alten=Stargard, daß der ihm eine Magd abgemietet und mit Gewalt aus dem Hause geholt habe: "Weil es numehro 6 Jahre, daß ich auf E. F. Gn. mir erteilter gnädige Vokation zu meinem ordentlichen Amte bin vocieret und berufen worden und in währender Zeit wegen Mangel des Gesindes (weil mein salarium sehr geringe, gleichwohl aber die Meinigen als ein Hausvater ehrlich versorgen sollte) allen Fleiß und Mühe mehr auf die zeitliche Arbeit und Nahrung, Gott erbarme es, als auf das Studium habe wenden müssen, darüber ich auch, weil ich solcher schweren Arbeit ungewohnet und von Natur nicht dazu geboren, meine Gesundheit eingebüßet habe, und auch noch zur Zeit keines Dienstboten können mächtig werden, damit ich nebenst meiner Hausfrauen in solcher täglichen, schweren Arbeit etwas Linderung haben und meine armen lieben Kinder, welche als Hunde liegen müssen, ein wenig mit Reinlichkeit versehen und dabei möchten in Acht genommen werden." Da wird er sich gefreut haben, als er 1661 nach Stargard berufen wurde. Bei

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Erlaß der Präpositurordnung 1671 wurde er Präp. des Stargarder Cirkels. † 1677 Mai 6. - Seine Tochter Sofie Elisabeth war 1678 2. Gattin des P. Fürstenau=Hinrichshagen.

1678-1681. Joachim Renze, geb. zu Rostock 1635, stud. das., wurde 1665 Aug. auf die Empfehlung des Sup. Preen, er sei in der Lehre evangel. Wahrheit wohl gegründet und habe erbauliche Gaben im Predigen, auf die Pfarre in Wanzka votiert, wurde als Präp. hierher berufen 1678, gestorben an den Folgen eines Sturzes aus dem Wagen 1681 Febr. 15.

1682-1714. Georg Nahmmacher, geb. 1638 Okt. 19 in Lübeck, Sohn des dortigen Stadt=Kapitäns Georg, der in schwedischen Diensten an dem 30jähr. Kriege teilgenommen hatte. (Dessen Vater war um 1590 luther. Prediger in der Vorstadt von Groß=Glogau in Schlesien.) 1670 konditionierte er zu Karow, wurde 1671 P. zu Kambs und 1682 Jan. 29 durch Sup. Clinge als Präp. in Stargard eingeführt, † 1714 Aug. 2. - Cop. 1671 Anna Dorothea Willebrandt, seines Vorgängers in Kambs Tochter. 13 Kinder, darunter: 1. Georg, P. zu Wesenberg; 2. Joachim, Rektor der Ratzeburger Domschule, † 1771 März 15, 90 Jahre alt; dessen Sohn Conrad, P. an St. Mar. in Osnabrück und Professor am evang. Gymnasium das.; 3. Johann, P. in Rühlow; 4. Elisabeth, cop. 1. P. Pälicke=Hinrichshagen, cop. II. Amtmann Bahrt=Fürstenberg; 5. Hanna, cop. Martin Oesterreich, Pfandgesessen auf Papendorf; 6.Christine, cop. P. Wildberg=Rödlin.

1709-1730. David Lange, geb. in Heinersdorf in der Mark 1670 Jan. 4, stud. in Rostock 1692, wurde Kantor zu Strelitz 1694 Okt. 8, auf Empfehlung des Herz. Adolf Friedrich zu Strelitz vom Herz. Gustav Adolf in Hinrichshagen aufgestellt und gewählt 1699, 24. p. Tr., P. zu Strelitz 1701 Juli 21, Pr.adj. in Stargard 1709 Okt. 30, † 1730 März 20. - Cop. 1700 Mai 5 Sofie Kohlreiffen, des Sup. in Strelitz Tochter. - Kinder: 1. Regina, geb. 1701, cop. P. Schwartzkopf zu Gr.=Gievitz; 2. Joh. David, P. zu Teschendorf; 3. Carol. Albertine, † 1749, cop. 1731 Bürgermeister Jacob Tangatz=Strelitz.

1732-1755. M. Christoph Friedr. Loccenius, geb. in Neustadt i. Mecklb. 1686 Okt. 6, Sohn des dortigen Kantors Joachim, der aus Parchim stammte und wohl Lock hieß. Er studierte und disputierte zu Rostock, wurde 1713 Pagenhofmeister und Adjunct. min. zu Grabow z. Zt. der verwitweten Herzogin Christine Wilhelmine, Rektor das. 1722. Über diese

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seine Anstellung entstand ein Prozeß, der bis an den Reichshofrat in Wien ging, doch zu Gunsten des Rektors entschieden wurde. Während der Zeit unterrichtete er die Pagen des Herz. Christian Ludwig, hielt die Nachmittagspredigten, war Lehrer des Prinzen Friedrich, P. zu Strelitz 1726, Pr. in Stargard 1732, 8. p. Tr., wegen Vakanz der Superintendentur eingeführt durch M. Dermann=Neubrandenburg, † 1755. - Als seine Gattin wird 1738 genannt Juliana Stiebern. Sein in Strelitz 1728 April 16 getaufter Sohn Adolf Friedrich wurde Vizekanzler der Universität Rostock.

1756-1771. Gottlob Burchard Genzmer, Sohn des gleichnamigen P. in Hohen=Lübbichow in der Neumark, geb. 1716 Nov. 8, Bruder des P. in Schwichtenberg, stud. Halle 1736-38. Seit 1740 Konrektor in Havelberg, lebte er hier in vertrauter Freundschaft mit dem Konrektor Buchholz in Werben, der später als Geschichtsforscher bekannt geworden ist, und dem Konrektor Winkelmann in Seehausen, dem späteren berühmten Archäologen. Alle drei, strebsame Naturen in engen Verhältnissen, fanden sich durch ihre Berufstätigkeit nicht befriedigt. Germer hatte den Vorzug, daß in Havelberg litterarisches Interesse herrschte; er war ein guter Kenner der klassischen Litteratur, in der Naturkunde wohl unterrichtet und ein fleißiger Sammler. 1745 ging er als Erzieher der Kinder des Prinzen Carl Ludwig nach Mirow, 1756 als Präp. nach Stargard. Am 24. Okt. 1770 wurde die neue Kirche das. durch Sup. Masch eingeweiht und bei dieser Gelegenheit außer dem von cand. min. Brückner gedichteten Hauptlied von der Herzogl. Kapelle eine Kantate aufgeführt, deren Text von Genzmer stammte. (Vgl. "Denkmal der feierlichen Einweihung der neuerbauten Kirche zu Stargard. 24. Okt. 1770." Neubrandenburg, Oesten.) Genzmer hat kein bedeutendes wissenschaftliches Werk geschrieben, aber mancherlei Aufsätze in periodischen Zeitschriften stammen von ihm, und er hat in regem Schriftwechsel mit namhaften Gelehrten gestanden. Er starb mit Hinterlassung einer ausgezeichneten Fossiliensammlung und einer bedeutenden Bibliothek 1771 April 20. - Seine Gattin † in Neustrelitz 1788 März 17. Kinder: 1. Johann Ad. Fr., P. prim. Schönberg (vgl. Past. Ratzeb. pg. 55); 2. Albertine Christine Auguste, cop. P. Ockel=Warbende; 3. Sofie Charl. Friederike, † 1798, cop. Advokat Funk=Neustrelitz; 4. Benedikt Heinrich Ludwig, † 1830; 5. Christian Conrad, P. in Warbende.

Von ihm: "Über die zu Prillwitz gefundenen Obotrit. Altertümer" im Alten Merkur von 1768 Nr. 34 ff. - "Anderweitige Beantwortung

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der Einwürfe des Herrn P. Sense zu Warlin wider die Wendischen Altertümer". Rostock 1770. 2 Bg. - "Beschreibung der Isis entrocha Linnaei" und Abhandlung von der sogen. Käfermuschel (Entomolithus paradoxus Linn.) im Magazin für Naturkunde Mecklenburgs von Siemsen. I. Schwerin 1791. II. Schwerin 1795. Dort auch seine Lebensbeschreibung. - (Vgl. über ihn: Ludw. Giesebrecht: "Der Fürstenhof in Mirow 1708-61" im Progr. des Gymn. zu Stettin 1863.)

1772-1778. M. Joh. Friedr. Hahn, geb. in Dresden 1715 Febr. 23, stud. Wittenberg 1733-35, Kollaborator am Gymnasium zu Altona, P.adj. des P. Hahn zu Güstrow 1741 bis 1772, während der Zeit aber wegen Anzüglichkeiten in seinen Predigten auf ein Jahr suspendiert. Präp. zu Stargard 1772 1. Adv., abgesetzt 1778, † in Neubrandenburg 1787 Juni 10. - Seine Gattin Charl. Cath. Tugendr. geb. Voigt, † zu Neubrandenburg 1800 Mai 24. Mehrere Kinder, darunter Joach. Herm. Friedr., † 1847 als P. in Malchin.

1778-1793. Carl Ludw. Friedr. Jacobi, geb. in Neustrelitz 1739 als Sohn des Herzogl. Geh. Rats, stud. Jena 1758-61, P. zu Neubrandenburg 1767 Sexages., Präp. zu Stargard 1778, 23. p. Tr., † 1793 Nov. 19. Über seinen Nachlaß brach Konkurs aus. - Cop. II. 1779 Sept. 9 Regina Catharina Wilken, Kaufmannstochter aus Neubrandenburg, † 1793 April 1. 7 Kinder, unter ihnen Ludwig, † 1826 Sept. 18, Notar und Privatgelehrter in Rostock, fruchtbarer Schriftsteller. (Vgl. Freim. Abdbl. Nr. 421); Georgine, cop. P. Genzmer=Warbende.

Schrieb: "Empfindungen eines Christen bei einer schrecklichen Begebenheit (Ermordung einer Witwe mit 3 Kindern). Neubrand., Oesten 1770. - "Standrede für Frl. Sofia Amalia de le Fort." Neubrandenburg 1770.

1794-1808. Samuel Gottfr. Dühr, geb. in Staven 1756 Juli 20, Sohn des Amtsverwalters Johann Adolf († 1801 Juli 28) und seiner Gattin, geb. v. Willer, stud. in Göttingen 1776-79, als P. in Kratzeburg eingeführt 1786 Nov. 26, gleichzeitig wurde dort die neue Kirche eingeweiht, Präp. in Stargard 1794 Dez. 28, † 1808 März 2. - Cop. I. 1786 Dez. 5 Christina Doroth. Chiflard, † 1802 Dez. 5, 39 Jahre alt; cop. II. 1805 zu Rostock F. A. Susemihl, Tochter des † P. zu Kambs. - Kinder: 1. August, geb. 1806 April 10, Prof. Dr., Gymnasiallehrer in Friedland, † 1896 Sept. 9, Litterarhistoriker und Dichter, Übersetzer aus dem Deutschen ins Griechische (Deutsch. Nekrolog); 2. Juliane, cop. 1827 Paul Sasse, Kabin.=Sekret. des Kronprinzen von Preußen.

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1809-1821. Joh. Christ. Carl Visbeck. Vgl. Neustrelitz. (S. 148.)

1821-1839. Johann Conrad Müller, geb. in Falken im Großherz. Sachsen 1772 Dez. 13, besuchte das Lyceum zu Treffurt 6 Jahre, stud. Göttingen 1793-96, Hauslehrer in Fürstenberg, Lehrer an der Stadtschule zu Neustrelitz 1801 Jan. 1, Professor und 2. Lehrer am neu errichteten Gymnasium Carol. das. 1811, Präp. in Stargard 1821 Okt. 7, bei Wiederherstellung der kirchl. Synodaleinrichtung wirklicher Präp. der Stargarder Synode 1839 Febr. 26, † 1839 Nov. 15. - Cop. I. Lisette Lehmann, geb. 1783 Mai 11, † 1807 Mai 11, Tochter des Mühlenbesitzers Joh. Friedrich († 1809 in Fürstenberg); cop. II. 1807 Aug. 11, Auguste Ockel, geb. 1788 Okt. 4, P. tochter aus Warbende, † 1851. Kinder: 1. Luise, cop. P. Genzmer=Wulkenzin (vgl. das.); 2. Bernhard, stud. phil., † 1830 in der Tollense beim Baden; 3. Carl, Dr. med. prakt. Arzt zu Stargard, geb. 1815, † 1879, cop. Carol. Gerling, P.tochter aus Ballwitz; 4. Conrad, geb. 1818 Aug. 8, † 1873 Nov. 13, P. zu Peccatel; 5. August, geb. 1824, † 1865, Kaufm. in Amerika; 6. Wilhelm, Landmann, zuletzt Rentner in Berlin.

Schrift: Gesänge am Klavier nebst einem Anhange von 8 Walzern. Neustrelitz 1802. - Vgl. Neuer Nekrolog XVII, pag. 885.

1841-1844. Hermann Leber. Ohl. Vgl. Neustrelitz. (S. 144.)

1844-1853. Josef Martin Dautwitz, geb. in Berlin 1808 Juni 8, Sohn des damaligen Küchenmeisters beim König von Holland, späteren Haushofmeisters in Neustrelitz Georg Friedrich. (Die Familie stammt aus Littauen, soll früher den Adel gehabt haben.) Von seinen Geschwistern war Pauline cop. Hofrat Bahlcke=Neustrelitz, Eduard, Apothekenbesitzer das., Franz, Hofgärtner in Hohen=Zieritz, Albertine cop. Hofprediger Heyen=Potsdam. Er besuchte das Gymnasium Carol., mußte auf Wunsch seines Vaters in eine Buchhandlung in Berlin eintreten; persönliche Fürsorge des Herzogs, der ihm Unterkunft im Palais darbot, ließ ihn zurückkehren. Nach bestandenem Examen studierte er in Berlin (Schleiermacher), dann wurde er Hauslehrer, Subrektor, seit 1839 Prorektor an der Domschule zu Ratzeburg, Hülfsprediger an der Stadtkirche zu Neustrelitz 1842 Okt. 2, Präp. in Stargard 1844 Okt. 13, † 1853 März 10. - Cop. I. 1836 Dez. 28 Griselde Christ. Fried. Tomasini, Tochter des Kapellmeisters Alois Nicol. in Neustrelitz, † 1843 April 15, 33 Jahre alt; cop. II. 1845 Mai 27 Maria

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Aug. Joh. Charl. Gerling, Tochter des P. in Ballwitz, geb. 1814 Juli 2, † 1902 Okt. 30. Kinder: (I) 1. Karl, geb. 1837, beim Schlittschuhlaufen ertrunken 1851; 2. Griselde, cop. 1867 P. Hoppe in Buenos Aires bezw. Montevideo, jetzt in Woltersdorf Pomm.; (II) 3. Rudolf, geb. 1847, † 1888 als Kais. Kapitän zur See; 5. Helene, † 1896; 6. Friedrich, Major und Bezirkskommandeur zu Rendsburg.

1854-1879. Carl August Nippe, geb. 1805 Dez. 15 zu Züllichau (Mark), Sohn eines Tuchfabrikanten, stud. in Berlin 1826-29, war Hauslehrer in Berlin und Schlesien, wurde Lehrer am Pädagogium in Züllichau, P. in Rödlin 1833 März 24, Praep. in Stargard 1854 April 30, † 1879 Okt. 8. - Cop. Ida von Hövel, des Obergrenzkontrolleurs Johann zu Danzig Tochter, † 1894 Juli 6. - Kinderlos.

Schriften: "Die Presbyterialverfassung und deren Einführung". Berlin, Thome 1847. - "Verfassungsreform der evang.=luther. Kirche". Neustrelitz, Barnew. 1848.

1880-1891. Hermann Ohl, Propst zu Ratzeburg, (cf. Past. Ratzeb. pg. 22 f.)

Seit 1891. Curt Langbein, früher P. in Schönberg, Praep. in Stargard 1891 Dez. 13. (cf. Past. Ratzeb. pg. 64 f.)


Staven.

(15 . .) Otto Sack, kathol. und erster luther. Prediger.

1557-1560. Joachim Bars, 1560 nach Roga berufen (s. S. 157).

(1560.) Lütke Gerdes.

1568-1582. Andreas Löper, ging nach Neubrandenburg 1582, nach Friedland 1584.

1582-1585. Johannes Gottschalk. Ihm wurde auf Verlangen des Herzoge Ulrich die Pfarre von den Patronen auf Ostern 1585 aufgekündigt, da er in einem Irrtum wegen der Erbsünde befangen, diesen trotz einer Disputation mit dem Neubrandenburger Ministerio festhalten, auch seine Unterschrift der Form. Conc. zurückziehen wollte.

1585-1629. Martinus Schmoldius. Ihm wurde substituiert:

1629-1636. David Bagenmihl, † 1636 an der Pest.

1637-1680. Thomas Witling wurde wegen der Kriegsunruhen zu Neubrandenburg 1637 Nov. 12 ordiniert und am 19. dess. Mon. zu Staven eingeführt. "Nachdem ich ao.

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1637 legitime vociert, ordiniert und introduciert worden, sind bald darauf diese Örter samt unserm ganzen Vaterland durch Krieg und Sterben totaliter ruiniert, demnach von denen Pfarrleuten, die noch am Leben blieben, die Begatung des Gottesackers (Kirchenackers) erst ao. 1648 hat können wieder vorgenommen werden." Erst 1658 nahm er wieder einen Küster an. 1644 mußte er in den übrigen Parochien des Werders Amtshandlungen verrichten, da die Pastoren teils geflüchtet, teils an der Pest gestorben waren. Nach der Visit. 1664 hatte er in einem Streite mit den Patronen der Exorbitantien zu viel getan, was ihm untersagt wurde. † 1680, den Tag nach Dom. Invoc.

Streitigkeiten mit den Patronen wegen Pfarrhufen, Pfarrholz und sonstiger Hebungen waren auf dieser Pfarre übrigens immer vorhanden, wie auch die Neubesetzung der Pfarre nach Witlings Tode durch Streitigkeiten unter den Patronen über ihre Rechte mehrere Jahre hinausgeschoben wurde.

1684-1714. Christian Bartholdi, geb. in Friedland, wo seine Vorfahren als Lehrer an der Gelehrtenschule genannt werden. P. 1684 Nov. † 1714, 1. p. Tr. Sein Sohn Samuel Hinrich wurde sein Nachfolger. Ein anderer Sohn Adolf Gideon, geb. 1688 Okt. 11, † 1768 Febr. 13, wurde 1716 Rektor in Neubrandenburg, 1740 Rektor in Stralsund, hatte bedeutenden Ruf als Schulmann (Vgl. Allgem. deutsche Biogr. II pag. 105 ff.), ist Stammvater der jetzt in Mecklenburg=Schwerin lebenden Bartholdis.

1715-1745. Samuel Hinrich Bartholdi, Sohn des vorigen, Rektor des Gymnas. in Friedland 1714, P. in Staven 1715, 23. p. Tr. † 1745 am 1. Pfingsttage. Seine Witwe † 1797, 80-90 Jahre alt. - 9 Kinder, unter ihnen: 1. Adolf Theodor, geb. 1722, † 1772, Bürgermeister und Ökonomus in Woldegk, dessen Söhne: a. Franz, † 1833, Justizkanzleidirektor in Neustrelitz; b. Leopold, P. in Kratzeburg; c. Ferdinand, P. in Wokuhl; 2. Magdalena Sofia, cop. P. Ockel=Brunn; 3. Lucia Agnesa Amalia, cop. dem Nachfolger.

1747-1786. Christian Gottfried Reinhold, geb. in Güstrow als Sohn des Succentors an dortiger Domschule, war Hauslehrer in Roggenhagen, wurde 1746 Adv. 4 gewählt und Exaudi 1747 ordiniert, † 1786. - Cop. Lucia Agnesa Amalia Bartholdi, des Vorgängers Tochter, geb. 1728 Mai 1, † 1796. - 6 Kinder, unter ihnen: 1. Der Nachfolger; 2. Friedr. Ludwig, P. in Woldegk.

1781-1834. Hans Ludw. Adolf Reinhold, des Vorgängers Sohn, geb. 1755 Juni 25, P.adj. seines Vaters 1781

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Michael., † 1834 März 23. - Cop. 1782 Mai 3 Elisabeth Agnese Ordelin, geb. 1763, † 1854, Tochter des Brauereibesitzers Jacob in Neubrandenburg. - 11 Kinder, unter ihnen: 1. Friederike, geb. 1784, cop. 1805 Joh. Friedr. Peters, Erbmüller in Gr.=Roge bei Teterow; 2. Marie, geb. 1785, cop. Georg Moncke, Brauereibesitzer und Gastwirt in Neubrandenburg, deren Söhne: Georg, Besitzer der Vierrademühle das., Franz, Brauer und Gastwirt und Gatte der Florentine Horn, P.tochter aus Alt=Käbelich; 3. Wilhelm, geb. 1790, stud. jur., † 1813 als Unteroffizier im Meckl.=Strel. Husaren=Regiment, ertrank in der Neiße; 4. Franz, geb. 1792, machte als Unteroffizier die Freiheitskriege mit, erhielt das Eiserne Kreuz, später Gastwirt in Güstrow; 5. Fritz, geb. 1793, machte die Freiheitskriege mit, † als Gerichtsrat in Schönberg, cop. I. 1819 Bernhardine Renate Bartholdi, Tochter des Justizkanzleidirektors in Neustrelitz (s. S. 187), seine Tochter cop. Präp. Genzken=Wesenberg; ein Sohn 2. Ehe ist Kammer Ingenieur in Neustrelitz; 6. Luise, geb. 1798, † 1890, cop. Advokat Merker=Neubrandenburg; 7. Hans, geb. 1803, † 1890, Kaufmann in Neubrandenburg, Großvater des P. in Neustrelitz.

1831-1869. Daniel Gottlieb Carls, geb. zu Anklam 1799 Okt. 23, besuchte das Gymnas. zu Friedland bis Mich. 1819, studierte in Greifswald und Berlin (Schleiermacher und Neander), P. 1831 Okt. 23, emeritiert Ostern 1869, † zu Neustrelitz 1872 Febr. 29. - Cop. Auguste Fraude, † 1839; zwei Töchter, von denen die ältere, Anna, an Leutnant Brückner, Sohn des P. in Neddemin, die jüngere an Gutsbesitzer Saxer auf Carlsburg verheiratet wurde.

Seit 1869. Friedrich Groth, geb. 1834 Sept. 28 als Sohn des Gymnasiallehrers Ferdinand († 1839 April 14), P.sohn aus Strelitz, und der Friederike, geb. Selmer, P.tochter aus Göhren. (Vgl. Strelitz: Groth.) Er absolvierte das Gymnas. Carol., stud. in Erlangen (Hofmann, Delitzsch) und Berlin (Nitzsch, Twesten), wurde Hauslehrer bei von Oertzen=Kotelow, Prädikant in Warlin, Realschullehrer in Schönberg Ostern 1864, P. in Staven 1869 April 11. - Cop. 1864 Mai 19 Bertha Brömmel, geb. 1836 Febr. 13, † 1891 März 7, Tochter des Prof. der Geschichte Dr. Friedrich in Basel und der Johanna, geb. Model. - Von seinen Kindern ist Marie an den Oberlehrer Dr. Franz Heuck in Berlin verheiratet, Wilhelm, Oberleutnant im 4. loth. Feld=Art.=Reg. Nr. 70.


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Strasen.

(1568-1579.) Joach. Plützkovius. 1576 machte er einer zur Aufnahme der Kirchenrechnungen verordneten Kommission die Anzeige, daß in der Gerbekammer unter einem schwarzen Steine Kirchengeld eingemauert sein sollte. Bei angestellter Untersuchung fanden sich 200 fl.

1606-1636. Joachim Dabelow, bewarb sich 1633 vergeblich um die Wesenberger Pfarre, † Neujahr 1636.

1637. Christianus Belle wurde 1637 Febr. 7 vociert, heiratete des Dabelow Witwe. Er muß bald gestorben sein, vielleicht in der Gallas'schen Verwüstung umgekommen. Die Witwe war 1652 mit Johannes Alwart, P. zu Reckenitz, seit längerer Zeit wieder verheiratet.

1644-1661. Simon Stadius, früher P. zu Dabelow (f. S. 23) wurde im Febr. 1644 von Fürstenberg, wo er in Exil weilte, hierher berufen. 1650 Okt. 29 wandte er sich an den Herzog: Vor mehr als Jahresfrist hatte er Brandschaden erlitten, auch einen herzogl. Befehl zum Neubau erwirkt, aber es war nichts geschehen. "Seine Wohnung sei naß, sein Körnichen, so er mit viel Mühe geerntet, wachse aus, und er habe in diesem Wetter noch nicht so viel Trockenes gehabt, daß er mit trockenen Füßen habe können zu Bett gehen, sondern habe müssen im Kot liegen und habe so einen ziemlichen particul seiner Gesundheit zugesetzet." So scheint er dort auch nicht viel Freude erlebt zu haben, † Anfang 1661.

1662-1684. Johannes Napsius, wurde im April 1662 nach abgelaufenem Gnadenjahr durch Sup. Preen präsentiert und eingeführt. Unter ihm brannte die Pfarre ab.

1686-1702. Johann Pittius, geb. in Sorau in der Lausitz, stud. in Wittenberg und wurde 1686 vom Sup. vorgeschlagen als ein modester Mensch mit guten Fundamenten. Im Nov. 1701 wurde er vom Grafen von Promnitz zu der in der Sorauschen Herrschaft erledigten Pfarre zu Benau berufen. Elisabeth, Herzogin von Sachsen, geb. Herz. von Mecklenburg, erbat für ihn Urlaub und zugleich Gewährung der Pfarre an seine wohlgezogene Tochter, daß die der Nachfolger heirate. Ob dieser letzte Teil der Bitte auch erfüllt wurde, ist nicht bekannt.

1702-(1714). Johann Tangatz, getauft 1674 April 24, Sohn des angesehenen Bürgers Joachim in Fürstenberg. - Cop. (II?) 1704 Jan. 18 Anna Margareta Kragendorfin. Mehrere Kinder.

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1718-1755. David Tangatz, ein Verwandter des vorigen, P. 1718 Okt. 16, † 1755 Okt. 4. - Seine Witwe: Sofia Cathar., geb. Reen. - Kinder: 1. Joh. David, P. in Triepkendorf; 2. Dan. Wilhelm, 1767 Förster in Mirow.

1756-1759. Albert Theod. Barnewitz. Vgl. Neuenkirchen. (S. 140.)

1759-1813. Carl Zachar. Rahne, geb. in Neubrandenburg 1730 März 4, ging von der Schule seiner Geburtsstadt auf die Universität Rostock, wurde zu Güstrow pro candid. examiniert, war Hauslehrer bei Sup. Trendelenburg, P. in Strasen 1759 Dez. 16. Sein fröhliches Gottvertrauen stärkte ihn in den mannigfaltigen Unglücksschlägen, die er erfuhr. 1773 Mai 25 verhagelte ihm seine ganze Ernte; 1785 Okt. 31 verlor er sein Hab und Gut in der unglücklichen Feuersbrunst, die den Ort verheerte. Bei dem Einrücken der Franzosen im Herbste 1806 war er mit den Seinen in großer Lebensgefahr, zwei Einwohner des Dorfes wurden vor seinen Augen niedergestoßen. Er entfloh mit seiner Familie zu Wasser nach Steinförde und dann nach Neustrelitz. Schließlich verfiel seine Gattin noch in periodischen Wahnsinn, † 1813 Mai 6. - Cop. 1760 Febr. 18 Christine Albertine Carol. Trendelenburg, des Sup. Tochter, geb. 1735, † 1821 Jan. 26. "Rauhe Stürme einer heftigen Krankheit wechselten mit den freundlichen Sonnenblicken der treuesten und zärtlichsten Mutterliebe in der letzten Lebenshälfte dieser schwergeprüften Dulderin." (Traueranzeige). - Kinder: 1. Christ., cop. dem Nachfolger; 2. Joh. Friedr. Theod., Geh. Hofrat in Neustrelitz, † 1863, 89 Jahre alt; 3. Joh. Friedrich, Kaufm. zu Wittenburg; 4. Elisabeth, cop. P. Kindler=Gressow; 5.-7. unverheiratete Töchter.

"Predigt am 24. S. n. Trin. in Strasen, welches den 31. Okt. 1785 fast gänzlich durch Feuersbrunst in die Asche gelegt wurde". - Predigt nach der Einweihung der Kirche zu Strasen.

1804-1855. Joh. Friedr. Christof Walz, geb. zu Rudolstadt 1779 Sept. 12, wurde auf dortigem Gymnasium unterrichtet, stud. in Jena 1799-1802, wurde Hauslehrer in Fürstenberg, P.adj. zu Strasen 1804 Febr. 26, Kirchenrat, † 1855 Okt. 27. - Cop. 1804 Febr. 26 Christiane Rahne, des Vorg. Tochter, geb. 1765 Jan. 7, † 1848 Jan. 1. - Kinderlos. Sein Adoptivsohn Fritz bewirtschaftete die Pfarrhufe.

1857-1884. Heinrich Wetzstein, geb. 1806 Mai 8 zu Tanna bei Schleiz (Reuß), Sohn eines Brauereibesitzers und Ackerbürgers, stud. in Jena, wurde Prädikant bei P. Raspe in

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Grünow, P. in Carwitz 1834 Dez. 21, P. zu Strasen 1857 Jan. 11, emer. Mich. 1884, † in Prälank 1891 Mai 1. - Aus seiner Ehe mit Albertine Pittius, † 1875 Nov. 30, 58 Jahre alt, Tochter des Lehrers und Küsters in Carwitz, stammen folgende Kinder: 1. Mathilde, cop. Mühlenverwalter Russow=Strasen; 2. Hermine, cop. Revierförster Kobow=Canow; 3. Otto, Rat, Prof., Dr. phil. an der Realschule in Neustrelitz; 4. Albert, Lehrer der deutschen Sprache in St. Marz in Ohio (Amer.); 5. Max, praktischer Arzt, Sanitätsrat in Kupp (Schlesien); 6. Emmi, cop. Hotelier Kleffer in New York.

Seit 1884. Franz Beckström, geb. in Neustrelitz 1852 Okt. 28, Bruder des P. in Käbelich, besuchte das Gymnasium Carol., stud. in Leipzig und Erlangen Ost. 1871/74, war Hauslehrer in Kannapäh (Livland) beim P. von Holst Ostern 1874 bis Weihn. 1876 und in Cannstadt (Württb.) bei Frau von Roth auf Rösthof (Livland), wurde Rektor in Fürstenberg Ost. 1878, P. in Strasen 1884 Okt. 5. - Cop. 1878 Okt. 4. Hedwig Burghoff, Tochter des Apothekenbesitzers Gustav in Feldberg († 1871) und der Minna, geb. Runge († 1884), einer Schwester des Pr. Runge=Wesenberg. - Eine Tochter.


Strelitz.

(1484)-1534. Johannes Damer (Damme, Thome), schon 1484 Kirchherr, trat zur lutherischen Lehre über, † 1534.

Caspar Schaller, machte als P. in Strelitz eine Eingabe an Herzog Joh. Albrecht († 1576).

-1576. Erasmus Tidebul, Diakon., wurde 1576 nach Wesenberg versetzt. (Vgl. das.)

(1578.) Jochim Becker, Pastor. Prot. Vis. 1578.

(1578.) Jacobus Heissike, Kapellan. Prot. Vis. 1578.

(1579. 1587.) Gregor Cassubius, Schulmeister in Wesenberg, sollte 1576 als Nachfolger Tidebuls Kapellan in Wesenberg werden und heiratete daraufhin die Witwe des Wesenberger P. Salomon Senstius, um sie und ihre Kinder zu versorgen. Doch muß aus der Sache nichts geworden sein, wenigstens nennt ihn die Visit. 1578 nicht in Strelitz. Jedenfalls aber unterschrieb er als hiesiger Pastor Form. Conc. - Über seinen Stiefsohn Samuel Senstius und seinen Sohn Christian s. S. 192.

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(1579)-1585. Martina Suasius unterzeichnete als Kapellan Form. Conc., klagte 1580 über die Beschwerlichkeit seines Amtes, da er die ganze Landgemeinde zu versorgen hatte, ging 1585 als P. nach Wanzka. (Vgl. das.)

1585-1601. Henricus Langhals, seit etlichen Jahren Schulmeister in Wesenberg, wurde im Herbste 1585 an Suasii Stelle Diakon in Strelitz und P. in Thurow, Zinow und Fürstensee. Seine 2. Gattin, Regina Grobbeckers, heiratete der Nachfolg. Krüger.

- 1599. Samuel Senstius, Sohn des P. Salomo in Wesenberg, P. in Strelitz, war Günstling des Herzogs Sigismund August, begleitete ihn auf einer Reise nach Karlsbad und starb unterwegs an der Pest 1599.

1602-1606. Thomas Krüger, Diakon. Seine Witwe, Regina Grobbeckers, des Langhals frühere Witwe, die mit 6 kleinen Kindern in Armut zurückgeblieben war, machte alle Anstrengungen, um aufs neue bei der Pfarre behalten zu werden, erreichte es aber nicht.

1606-1638. Christian Cassube, Sohn des P. Gregor das. (s. S. 191), wurde 1606 von der Herzogin Clara Maria als Kapellan berufen. Zu seinem Schmerze wurde er 1618 bei der Neubesetzung der Pfarrstelle übergangen, da ihm die Witwe Wolderi mit ihrer Bewerbung zuvorgekommen war, erreichte die Beförderung aber 1631 und war noch 1638 Pastor, muß aber in diesem Jahre gestorben sein. Seine Witwe Dorothea, † 1667 April 21, 80 Jahre alt, seine Tochter Anna, cop. dem Ratsverwandten Dieterich Wolff das." † 1660.

(1608)-1618. M. Bernhard Wolderus, schon 1608 P., † 1618 Juli 28. Seine Witwe, Catharina Bordings, erreichte auf ihre Bitte, daß sie bei der Pfarre behalten wurde, und heiratete den Nachfolger Burchardi.

1619-1632. M. Nicolaus Burchardi, Sup. in Neubrandenburg. (s. S. 117.)

1632-1633. M. Johannes Leppin, vielleicht aus Güstrow gebürtig, wurde 1632 Diakon. Nach einem Unterstützungsgesuch vom 13. Sept. d. J. "ist er in Magdeburg bei der Tillyschen Zerstörung aus dem damaligen, schröcklichen incendio und exilio wie ein Brand aus dem Pulverofen gerettet und ist nun dankbar für den neuen Dienst, den er gefunden; aber er hat nicht Bücher noch Kleider und die Ware, Geld geheißen, ist seltsam." Um seine Lage zu bessern, wollte man ihn in Fürsten=

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berg zur Wahl stellen, aber er starb bereits im August 1633. - Seine Tochter Christina cop. 1660 Jacobus Dietericus, Kantor das., † 1676.

1633-1637. David Westphal, collega scholae Güstroviensis, wurde 1633 Diakonus, † 1637 Jan. 14. Nach ihm scheint das Diakonat wegen der Kriegsverwüstung längere Zeit unbesetzt geblieben zu sein.

1639-1643. M. Nicolaus Leppin, geb. in Güstrow, Konrektor in Plau (vgl. Thomas, anal. Güstrov.), zeichnete 1627 als P. in Wanzka die dortigen Kirchenhebungen auf, lebte 1638 im Exil in Strelitz, wurde 1639 Febr. 3 daselbst zum Pastor berufen und am 10. März d. J. eingeführt, † 1643.

1644-1672. Hermann Klumpaejus, wurde 1612 von katholischen Eltern in Westfalen in der Nähe von Meppen geboren und in ihrem Glauben erzogen. Durch fleißiges Bibellesen geriet er in den Ruf der Ketzerei, zumal die Nichtübereinstimmung der kathol. Lehre mit der heil. Schrift ihm nicht verborgen blieb. Um der Einkerkerung durch fanatische Priester zu entgehen, mußte er fliehen und irrte mehrere Tage in den Wäldern umher, seinen Hunger durch wildes Obst stillend. Schließlich fand er in Ostfriesland eine Stelle als Schafhirte. Aber unwiderstehlicher Drang zu den Wissenschaften beseelte ihn. So überwand er alle Hindernisse, besuchte 4 Jahre die Schule in Norden und dann in Oldenburg und suchte durch Privatstunden seinen Unterhalt. Nach 2jährigem Studium in Rostock wurde er Rektor in Röbel und 1644 P. in Strelitz, von wo aus er wenigstens von 1646 an auch die bisherige Mutterkirche zu Userin mit Quassow mitverwaltete. 1644 war er fürstl. Kommissarius bei der Kirchenvisitation im Penzlinschen Distrikt. Wegen seiner Schwachheit und Kränklichkeit wurde ihm 1671 Mai 15 der Strelitzer Kantor Jacob Dietrich zum Diakonus bestellt, aber ohne Aussicht auf die Nachfolge, † 1672 Nov. 27. - Seine Gattin war eine geb. Eichler. In Strelitz sind ihm 3 Kinder geboren.

1674-1705. M. Matthias Erasmus Kohlreiff. Der ihm von dem Friedländer P. Johannes Pistorius auf Befehl des Herzogs gehaltenen Leichenpredigt entnehme ich folgendes: "Wann unlängsten der Hochehrwürdige, Großachtbare und Hochgelehrte Herr, H. Matth. E. Kohlreiff, Hochfürstl. Meckl. Hof=Prediger, Konsistorial=Rat und Superintendens, im Herrn, und zwar was schleunig, entschlafen, so dünket mich, dessen hochbetrübte hinterlassene Frau Witwe lasse diese Klag=Rede von sich hören: Der Allmächtige hat mich sehr betrübt (Ruth 1, 21.), die Krone meines

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Hauptes ist abgefallen. Mein Eh=Herr hat bei seiner letzten Abreise zwar freundlich von mir Abschied genommen, aber ach! das ist nur das bitterste Valet worden: Wir letzten uns damals wohl, aber man gedenke, zum allerletzten! Ich habe darauf ihn ganz und gar aus meinen Augen und Armen müssen missen; ich gedachte ihn, meinen herzinnig=geliebten Ehe=Schatz aus seinem Wagen gewiß zu umarmen, aber ach! dessen blasse Leiche ist mir darauf wiederum ins Haus gebracht" - - -

Sein Vater seliger ist gewesen H. Mag. Bernhardus Kohlreiff, suasissima illa Gymnasii Berolinensis lucinia, wie ihn sein mediatus successor H. M. Joh. Heintzelmann, in einem gewissen Panegyrico nennet, anfangs Con=Rector, zuletzt auch Rector des Gymnasii zu Berlin, nachgehends aber Prediger an der St. Peterskirche in Cölln, von wannen er doch, da noch nicht ein Jahr verflossen gewesen, zum Pastore nach Prenzlau an St. Nikolai berufen worden. Seine Mutter: Frau Catharina Paschen, Tochter des Stadtsekretärs von Berlin H. Daniel Paschen. Sein Großvater, H. Matthias Kohlreiff oder Colrep, war Sr. Kurfürstlch. Durchlaucht zu Brandenburg 30jähriger Amtmann der Ämter Grantzow und Seehausen. "Von diesen löblichen Eltern und Voreltern ist der wohlselige H. Superint. A. 1641 den 2. Sept. in Cölln a. d. Spree zur Welt geboren und darauf am 6. Sept. bei der heil. Taufe von seinem Großvater und von seinem Oheim H. Erasmo Seideln, Kurf. Durchl. zu Brandenb. wirkl. Geheimen Kriegs= und Etatsrate, Matthias Erasmus genennet worden." Sein Vater starb 1646. "Es hat aber demselben sowohl im Amt als in der Ehe succedieret H. Mag. Petrus Thesendorf, unter dessen und des damaligen Rectoris an der Schulen zu Prenzlow, H. Mag. Huffnagels, information der Wohlselb in Linguis und Humanioribus wie auch in anderen studiis ein herrliches Fundament geleget, also daß er A. 1660 die Universität Wittenberg mit Ruhm bezogen. - - Nach einer Disputation de Computo Julio - Constantiniano hat er 1662 den 15. Okt. Gradum Magisterii erlangt, kurze Zeit hernach ist er in Numerum. Legentium recipieret, hat Collegia gehalten und sich vermittelst einer Disputatio de αύτοφονία habilitieret." 1664 wurde er Konrektor der Schulen zu Prenzlau, zugleich Verwalter des vacierenden Rektorats, 1669 Rektor zu Neubrandenburg. Hat die Schule in Aufnahme gebracht, Cunae Jesuli Neo-Brandeburgicae und die Philologica Diatribe de Hyssopo Biblica edieret, ist dadurch unter den meckl. Theologen bekannt geworden. - "Anno 1669 Dom. I. Adv. hat er durch göttliche Fügung

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öffentliche Verlöbnis und darauf 1670 den 20. April Hochzeit gehalten mit Jungfrau Regina, H. Mag. Matthai Wiesen, Pastoris und Ministerii Senioris zu Neubrandenburg ältesten Tochter, mit welcher er bis an das Ende seines Lebens eine höchst vergnügte 35jährige Ehe geführt: und hat ihn Gott darinnen 6 Kinder und 10 Kindeskinder allergnädigst sehen lassen. Von denselbigen hat das erste Töchterlein, Catharina Kohlreiffen, ihr Alter nur auf 21 Wochen gebracht. - - Nachdem er 10 Jahren an Schulen gearbeitet, ist er A. 1673 am 2. Adv. allhie in Strelitz zum Pastore erwählet und darauf A. 1674 Dom. 5 p. Ep. von dem feligen Sup. Clingio zum heil. Predigt=Amte ordinieret worden." 1678 hat ihn Herz. Gustav Adolf predigen gehört, ihn das Jahr darauf nach Güstrow zum Predigen gefordert und ihn zum Präposito des Strelitzischen Synodi gnädigst verordnet. "A. 1684 ward er wieder nach Güstrow gefordert, da ihm der Herzog die Seelen=Kur bei dem bevorstehenden Beilager seiner ältesten Prinzeß Tochter mit dem nunmehrigen Herzog gnädigst aufgetragen." 1684 nahm Herzog Adolf Friedrich seine Residenz in Strelitz, erwies ihm immer größte Gnade und berief ihn 1701 den 2. Mai zu dero Hof=Prediger, Kons.=Rat und Superintendenten dero gesamten Landet als des Fürstentums Ratzeburg, der Stargardischen Herrschaf, Comturei Mirow.

Die Leichenpredigt ist gewidmet der Witwe und den Kindern: 1. Bernhard, Amts=Schreiber zu Stargard; 2. Gottfried, Lic. theol. und Propst in Ratzeburg (Vgl. Past. Ratzeb. pag. 15 bis 17.); 3. Regina, cop. 1697 späteren Geh. Kammer=Rat Johannes Pastow; 4. Sofia, cop. David Lange, dem Nachfolger; 5. Maria, cop. P. Joach. Schultz in Friedland.

Vgl.: Johannes Pistorius, "Seliger Amtsweg des H. M. E. Kohlr., Tit. Tit., als derselbe den 3. Febr. A. d. 1705 Amts halber zu der Präsentation II Candidatorum aus, darauf aber gegen folgenden Morgen gar balde selig heimgefahren, gehalten d. 24. Febr. aus den Worten Simeonis Luc. 2, 29 ff. zu Strelitz." Ratzeburg, Hoffmann.

1701-1709. David Lange. Vgl. Stargard.

1709-1713. Joh. Georg Nahmmacher, Diakonus und P. zu Userin, Quassow, Zinow, Thurow und Fürstensee. Vgl. Wesenberg.

Im Jahre 1713 sind, sowiel ich sehe, die Verhältnisse in der Art neu geordnet, daß das Land unter beide Pfarren geteilt, die Stadt aber gemeinsames Arbeitsgebiet wurde. Jetzt sind beide Pastoren völlig coordiniert, die Kirchenökonomie führt der an

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Dienstjahren ältere. Der frühere Wechsel in der Bezeichnung als I. und II. Pfarre hatte mancherlei Unzuträglichkeiten im Gefolge, so daß diese Bezeichnung jetzt fest mit der Pfarre verbunden ist.

I. Pfarre.
Mit Userin und Quassow.

1709-1725. Henning Bluhm, geb. 1670, Febr. 2 zu Aschersleben, stud. 1690 zu Rostock, wurde 1703 Rektor und 1706 Vesper=Prediger das., 1709 P. zu Strelitz. "Diuturni Podagrae dolores" zwangen ihn, 1724 einen Adjunkten zu nehmen, Leomann, der sein Schwiegersohn wurde. † 1725 Apr. 1. Seine Stieftochter Anna Maria Müller aus Schwaan wurde Gattin des P. Kegebein=Bredenfelde.

1724-1767. Georg Leomann, geb. 1690 Nov. 9 zu Rostock, stud. das. 1710-1714, ging nach Kopenhagen, kehrte 1716 eines Stipendiums wegen nach Rostock zurück, konditionierte in Pommern 1721, ging nach Greifswald 1723, wurde P. substit. des P. Bluhm, dessen Tochter er heiratete (1724 Juli 27), † 1767 Dez. 31. - 2 Kinder; sein Sohn Adolf Friedrich, geb. 1726, † als Konrektor in Straßburg 1789.

1761-1789. Friedrich Balthasar Simonis, geb. in Gevezin 1712 Mai 30, P.sohn, stud. in Rostock, war 19 Jahre Rektor in Strelitz, P.adj. seines Vorgängers 1761 Estomihi, † 1789 Mai 16. - Seine Witwe † 1796, Palmar. Kinder: 1. Marie, geb. 1749, † das. 1832 unverheiratet; 2. Friedrich, geb. 1755, † 1816, Steuer=Einnehmer das.

1789-1841. Johann Christian Probsthan, geb. 1761 März 4 zu Derenburg im Halberstädtischen, stud. Halle 1779-81, konditionierte beim Geh. Rat von Berg in Quedlinburg, ging mit ihm auf sein Gut Neuenkirchen, wurde Subrektor in Neubrandenburg 1786 Sept. 28, P. in Strelitz 1789 Okt. 25, Senior der Strelitz=Wesenberger Synode, bei seinem Jubiläum, das er in großer Frische feierte, Kirchenrat, emerit. 1841, † 1842 Aug. 14. - Cop. I. 1787 Febr. 14 Caroline Henr. Pfitzner aus Berlin, Gouvernante in Neuenkirchen, † 1810 Mai 9, 45 Jahre; cop. II. 1811 Okt. 22. Auguste Elis. Car. Giesebrecht, P.tochter aus Mirow, geb. 1785 Febr. 16, † 1860 Mai 20. - 11 Kinder, darunter: (I). 1. Lisette, cop. Ernst Sandvoß, Apotheker in Derenburg; 2. Anton, geb. 1792, † 1882, war als Lützower Jäger Augenzeuge des Todes Theod. Körners, Rektor in Fürstenberg, cop. Tochter des P. Groth (vgl. S. 198.) -

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(Charakteristik: Freim. Abdbl. Nr. 1419); 3. Caroline, geb. 1797, † 1883, cop. 1828 Adolf Giesebrecht, später Provinzialschulrat in Stettin (vgl. Mirow); (II). 4. Germane, cop. P. Giebner (vgl. unten); 5. Armin, geb. 1815, † 1885, Dr. med., Arzt in Mirow; 6. Otto, geb. 1820, † 1845, stud. jur.

1841-1886. Friedr. Heinr. Carl Giebner, geb. 1803, Aug. 15 zu Seesen (Braunschw.) "Als ein Knabe von einem Jahr kam er mit seinen Eltern nach Nordhausen, wo er seine Schulbildung empfangen hat. Sein Vater war ein Handwerker, ein Töpfer, besaß aber gute Schulkenntnisse und allerlei Kunstfertigkeiten, die auch sein Sohn teilweise von ihm geerbt hat. Obgleich bei der Wiege des Sohnes die Armut und die Not nicht die Wiegenlieder gesungen hatten - in Seesen besaßen die Eltern zwei Häuser - so hat er infolge des französischen Krieges, da die Eltern dadurch völlig verarmten, das Brot der Armut bis zu seiner Universitätszeit gegessen. Daß er die gelehrte Karriere verfolgt, hat er dem Direktor Kraft, dem Lexikographen, zu verdanken, aber daß er trotz der Armut und Mittellosigkeit zu Amt und Würden gekommen, ist einzig und allein das Werk der wunderbaren Gnadenfügung und Führung Gottes. Sein Studienort ist Halle gewesen, wo er zwar zu den Füßen Wegscheiders und Gesenius gesessen, aber doch vor deren krassem Rationalismus bewahrt worden ist." Er wurde Hauslehrer zu Zwethau bei Torgau und zu Godenswege, Kantor in Strelitz 1830 Oktober 3, Kantor (1835) und Subrektor (1839) an der Domschule in Ratzeburg, P.adj. in Strelitz 1841 Okt. 31, Kirchenrat 1880, † 1886 Dez. 3. - Cop. I. 1835 April 1 Germane Probsthan, des Vorgängers Tochter, geb. 1813 Juni 23, † 1847 Juni 23; cop. II. 1849 Mai 6 Dorothea Hahn, † 1851 April 17, 37 Jahre alt, des Zieglermeisters David Hahn vor Neustrelitz Tochter; cop. III. 1852 Jan. 6 Georgine Birkenstädt, des Präp. Joh. Joachim zu Goldberg Tochter, geb. 1813 Juli 27, † 1871 Okt. 14. Kinder: (I) 1. Otto, geb. 1835, † 1902, Farmer in Milwaukee; 2. Hedwig, unverheir., in Fürstenberg; 3. Carl, geb. 1839, Kaufmann in Pittsburg; 4. Marie, cop. P. Scheller in Ölper (Braunschweig); 5. Paul, geb. 1844, Ingenieur in Wien; 6. Johannes, geb. 1846, Rentner in Braunschweig; (III). 7. Johanna, Lehrerin in Fürstenberg; 8. Bernhard, geb. 1854, Großh. Vogt und Gärtner, bei der Landes=Irren=Anstalt Alt=Strelitz.

Seit 1887. Gotthold Nahmmacher, geb. in Wesenberg 1854 Okt. 18, Sohn des dortigen Rektors, späteren P. in

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Ballwitz Hermann, besuchte die Gymnasien Neubrandenburg und Friedland, studierte in Berlin, Erlangen, Leipzig und wieder Berlin 1874-78, wurde Hauslehrer in Cammin bei Stargard, Lehrer an der Realschule in Schönberg 1880, Prädikant das. 1883-84, Rektor in Wesenberg 1884, P. in Strelitz 1887 Dez. 18, ist Geistlicher an der Strafanstalt. - Verheiratet mit Helene Becker, P.tochter aus Warlin.

II. Pfarre.
Mit Fürstensee und Thurow.

1713-1725. M. Matthias Gottlieb Paepke, geb. zu Friedland 1668 als Sohn des späteren P. in Neddemin, nach anderer Angabe geb. zu Neddemin 1672 Apr. 27, stud. in Kiel 1693, ging mit einem Herrn von Schack nach Kopenhagen, dann nach Rostock, disputierte 1703 zu Kiel, P. in Neddemin 1703 Mai 6, P. in Strelitz 1713 Juni 11, † 1725 Jan. 13.

1726-1732. Christof Friedrich Loccenius. Vgl. Stargard.

1732-1749. Adolf Friedrich Palitzsch. Vgl. Neustrelitz.

1749-1797. Johann Christof Eggert, geb. 1724 Juni 24 zu Gehren, P.sohn, stud. Rostock 1743, P. in Strelitz 1749 Sept. 7, einer. 1797, † 1806 März 5, cop. I. Juliane Hane, † 1773 Sept. 17, Tochter des P. Paschen zu Dobbin († 1759) und der M. D. Bergholz († 1796), kinderlos; cop. II. 1782 Margar. Christina Struck, verw. Diersen, † 1803 März 22, 68 Jahre alt.

Schriften: "Innere Kennzeichen der Wahrheit und ungekünstelten Schönheit in der Art, wie die Evangelisten die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu erzählen." Neubrand. Oesten 1775. - "Der vernünftige Glaube, daß die heil. Schrift ihren Ursprung von Gott habe." Neubrand. Korb. 1800.

1797-1822. Christian Friedrich Groth, geb. zu Pritzwalk 1766 Okt. 18, Sohn des Joh. Heinrich und der Margar. Frieder. Röwer, stud. Halle 1786-88, Hauslehrer in Kl.=Vielen, Rektor zu Strelitz 1796 Aug. 29, P.adj. das. 1797 April 2, † 1822 Aug. 7. - Cop. 1796 Sept. 30 Sofie Christine Struck, geb. 1776 April 21, † 1808 Febr. 23, Tochter des Rektors Carl Andreas zu Penzlin. Kinder: 1. Sofie Math. Christ., geb. 1797, cop. 1821 Anton Probsthan, P.sohn das., Rektor zu Fürstenberg; 2. Johanne Albert. Carol. Sof., geb. 1803, cop. 1830 Carl Loholm, P.sohn aus Weitin, P. in Semzkow; 3. Heinr. Ernst

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Friedr. Ferdinand, geb. 1805, † 1839, Lehrer am Gymnasium zu Neustrelitz, Vater des P. in Staven. (Vgl. H. L. Ohl und Dr. Fr. Ludw. Eggers, Epicedien, zur Erinnerung an Ferdinand Groth etc. . Neustrel. 1839).

1823-1870. Ernst Aug. Friedr. Becker, geb. zu Gr.=Gievitz 1788 Juli 14, Sohn des Amtsrats Georg Jacob († 1826) und der Christ. Magdal., geb. Beckmann († 1850), stud. in Rostock und Göttingen 1806-1809, wurde Lehrer an der höheren Töchterschule zu Neustrelitz 1816, P. in Strelitz 1823 Sept. 28, Kirchenrat 1866, emer. Mich. 1870, † 1874 Mai 26. - Cop. 1820 April 28 Caroline Eggers, geb. 1801 Mai 18, † 1875 Juni 7, Tochter des Hofapothekers Friedr. Christ. Ludw. in Neustrelitz. (Vgl. H. K. Eggers, Gesch. des Geschl. Eggers, I. II. Nachtr., 1887-89.) - Kinder: 1. Hermann, † 1887, Domänenpächter in Gallenzien (Pom.); 2. Carl, P. in Warlin; 3. Ernst, † 1901, Ingenieur in Wien; 4. Ulrich, † 1894, Oberlandesgerichtssekretär und Hofrat in Rostock; 5. Ludwig, Fürstl. Pächter in U.=Loisdorf (Ungarn); 6. Marie, † 1887, unverheir.; 7. Ida, cop. P. Schreiber=Schönbeck.

1870-1880. Ernst Genzmer, geb. 1833 März 6 zu Stargard, Sohn des damaligen Rektors, späteren P. zu Wulkenzin, stud. in Erlangen und Rostock 1852-55, Hauslehrer, Konrektor, dann Rektor in Woldegk, P. in Strelitz 1870 Okt. 2, mußte 1880 Juni 21 sein Amt niederlegen, ist Geistlicher in Amerika. - Cop. 1860 Okt. 2 Luise Praefcke, Tochter des P. in Weitin. 5 Kinder, von denen einer Kaufmann und zwei Pastoren in Amerika sind.

1880-1901. Gustav Bachmann, geb. in Neubrandenburg 1842 Nov. 17, Sohn des Apothekers Gustav, besuchte dortiges Gymnasium, stud. seit 1861 in Erlangen und Berlin, wurde Konrektor an der Mädchenschule seiner Vaterstadt Ostern 1864, Rektor in Stargard Ostern 1869, P. in Prillwitz 1878 Mai 12, P. in Strelitz 1880 Sept. 19, P. prim. 1888. "Er war ein begabter Kanzelredner, der in edler, volkstümlicher Weise warm und herzandringend das Evangelium zu verkündigen wußte und dabei unterstützt wurde von einem kräftigen, wohllautenden Organ, das sich den feinsten Schattierungen des Gefühls anzuschmiegen verstand, und ebenso durch große Würde des Vertrags". † 1901 Okt. 5. - Cop. 1867 Okt. 18 Pauline Cöhn aus Neubrandenburg. Seine älteste Tochter ist an den Oberkonsistorialat Dr. jur. Merk in Darmstadt verheiratet, sein jüngster Sohn Gustav Referendar.

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